14. Kamstag Vene. NVril 188I. Rrain'a Vorzeit unV Oegenwart. Laibachcr Stadtgcbot und Polizei,: Ordinmg vom Iahrc l5>6i^ 1! -Ungeachtet des fleißigsten Nachsuchens in dem Stadtarchive konnte doch der Verfasser, der seit einiger Seit erscheinenden historischen Skizzen keine älteren Stadtgesctze als die nachfolgenden vom Jahre 1561 auffinden. Da dieselben ein deutliches Vild von der Denk- und Handlungsweise unserer Altvordercn geben, so erscheinen sie auch wörtlich hier abgedruckt. Herr V urg ermai ster, Nichter vnnb Rathe der Stat Laibach-Gedielten vnnd legen euch.nochmals in Lrafft des tragenden Ambts vnnd sonderlich Innhalt vnndvermüg. der Rom. Kay. May. merfeltig. außgangen G en e ra l-V ev el ch mit ernst au ff, vnnd wellen: 1.. Daß ain Jeder bürg er in seinem Hauß sich selbs des Gotslesteren vnnd greulichen gott» schennden gännzlichen enndthalten; Auch solches feinen khindern vnnd gesindt nicht zusehm noch ^statten solle., 2. Auch daß sich am Jeder hinfüran mit Haltung derHochtzeiten, gfatterschaften^iindl-mallen, vnnd der Lad schafften aller? owggannzttch gemäß halte, vnnd darüber in ain noch dem anderem faall nicht handeln noch betreten lasse; sonst solle als osst ain Jeder, Laut der Ordnung? der gepür vnnd not, tursst nach gestrafft werden. 2. Alß in hochzeittlichen mallen sollen die fmmmen burger vnnd khaufleut vber vier undt zwannzig Personen Außer den khinder nicht laden, noch vber drcissig khreuzer schengkh nicht geben. . 4. Die gemain burger, Hanndwercher vnnd Inn-tvonner vber sechzehen Personen nicht laden, noch vber fiwfzchen khreuzer schengkh nicht geben. 5. In Gasstungen vnnd Ladschassten vber vier oder fünss Gericht nicht geben vnnd sich alles vber-fluß gclnnzlich enthalten. 6. Die khindlmall vnnd gfatterschassten sollen Inhalt der Pollicey gänzlichen abgestellt vnnd ver-poten seyn. ?. Es soll auch khein Wierdt, weinschengkh noch Gastgeb zu nachts vber 9 Vrr den Tringkheren vnd unmässigen Sciuffern im Hauß khein Wein geben noch vill weniger spillen oder Aufsingen gestalten,sondern dasselb alles hiemitAuch gännz-tich eingestellt sein. L. Es solle auch vber 9 Vrr niemands weder mit Seitttnspiel Lauttenschlagern, siedlern nochPfeif-feren oder undern vngepür an der Gassen nicht vmbgern; Iugkhitzen (Jauchzen) noch schreyen oder sich in solchermaß an der Gassen betretten lassen in khainerley weiß. Welcher aber dar-' über befunden, der solle der notturfft nach gestrafft werden. 9. Gleichermassen werdet den Wlrttm, Gasigeben und weinschengkhen hiemit gepotten vnnd ernstlich Aufferlegt, das sy niemandts weder sremb-den pmgern, hanndtwerchern noch anndern Jungen gesellen vor der Predig zvnnd gottes-diennsi weder Suppen noch Wermuth oder ann» dern Wem nicht geben. 56 zo. Auch solle am Sonntag unnd anndern feyertäg-lichen fessten Niemanndts in der Stat vor der Predig vnnd Gottesdiennst khein Prannter Wein gegeben noch zetringkhen gestat werden, tl. Den Wierdten, Gastgeben und weinschengchen So gastung halten werdet hiemit Bey Iren pur-gerlichen Phlichten Aufferlegt, gepotten vnnd einpunden, dasIr yedcr als offt vnnd zu welcher Zeit Ain frembder 'gast Hieher zv Ine an die Herberg khomdt, denselben von stunden von wan er khombt fragen vnnd dan alss-palt solches dem Herrn Burgermaisttr annzai« gen damit die obrigkhait des Jeder Zeit ain wissen habe. Solche obnermelte Artiggll sollen die victtlmai-stcr Inner vnnd Ausser der Stat von Hauß zu Hauß Ansagen, genuegsamblich einpinden vnnd uerkhünden, Auch so chem allem gehorsamblich nachzugeleben Auferlegen, damit sich alle die Ihenigen so solches bcrüert darnach Zurichten haben vnnd vor schaden zuverhueten wissen. Dcn 2^. Novembriß Anno 1261. ----------- ^---------- Ein Dagvabcnteuer in ven Nergen Ver Auvcrgne. (Vcschllisi.) Nachdem die Forderungen dcr Natur vollständig befriedigt, und auch für unsere stummen Begleiter hinlänglich Sorge getragen war, hatte ich Muße, mich ger.auer umzusehen. Die Hö'hll war geräumig und hoch; ihre Wände und Decke, tcrcn von Natur schon dunkle Farbe 5urch den Nauch häufiger Feuer noch einmal so schwarz gefärbt worden waren, glätten jetzt in der hellsten Beleuchtung dcr rothen und flackernden Flamme dcr harzigen Fichtcnäste und hallten von der fröhlichen, Stimme meines Gefährten wieder, der, mit der ftincn Landsleuten eigenen Lustigkeit, laut hinaussingend, das Lob dcs Iä'gcrlebens pries. Die massiven Halsbänder der majestätischen Wolfshunde blitzten und glitzerten in dem Feuerscheine, als sie so mit dem vollen Behagen der Sättigung neben uns lagen, und durch ihr plötzliches und kurzes Auffahren anzuzeigen schienen, daß fie die Ereignisse dcs Tages in d«m Land der Träume noch einmal durchspielten. Gewehre, Waid-taschen, Hüfthorn, Pulverhörner lehnten malerisch durch einander an der Wand; während das Plätschern des Regens, daß wilde Nauschen des Vergstromes, das Krachen dcr im Sturme zusammenstossendcn Baumäste das Romantische dcr ganzen Scene noch bedeutend erhöhte. Der Förster, dessen Ainglust keine unpassende Er« läuterung des uvii'C5 »c^uii-it eunäo« abgab, versuchte, trotz des Kampfs dcr Elemente draußen, sich, hörbar zu machen.' Er war eben mitten im besten Singen, als ein dumpfes unterdrücktes Knurren des einen Hundes, der sich aus seiner liegendeN'Stellung halb in die Höhe hob, und immerfort aufmerksam nach dem Eingänge der Höhle blickte, seiner Lustigkeit schnell ein Ziel setzte. «Beim heil. HubertuZ,« schrie der Jäger, indem er aufsprang und mit dcr einen Hand seine Büchse cr^ griff, während er mit der andern den Hund, der schon in einem Satze zur Höhle hinaus wollte, am Hals-, band festhielt, »der Geruch unseres Wildprcts hat uns noch mehr von dem Geziefer auf den Hals gezogen; ja — eine Wolfsschnauze riecht niemals fehl, wenn sie Nothwild im Winde wittert! Halicn Sie Ihre Hunde zurück, mein Herr,« setzte er gegen mich gewendet hinzu, »Sie sind an dergleichen Arbeit wenig gewöhnt; ich will sie bald ins Dickicht jagen!« Dann ließ er die Hand von dem Halsbande des Hundes los, und kaum hatte die Höhle von seinem Nufe: „Horch zu! Polidor! Welmont! horch zu! sog' ich!« widergehallt, so waren schon die beiden Hunde mit einem vol> len und tiefen Gebell, das man durch das Brüllen des Vergwassers und das Sausen des Sturms horte, zu der Oeffnung hinausgerast. Zuletzt erstarbcn die Töne in der Ferne. »Diese Wölfe," bemerkte er, indem er sich wieder, den Elldogen aufstemmend, neben de.rn Feuer niederlegte, »find noch eine schreckliche Geißel für unsere Vergprovinzcn; aber jetzt in keiner Vergleichung mehr mit Dem , was sie'in meiner Jugend waren.« Der alte Mann sprach diese Worte mit einem ernsthaften Gesichte, das seinem bisherigen lustigen und lebendigen Benehmen ganz fremd stand, und meine Neugierde zu der Frage veranlaßte, ob er in der Ausübung 'seines Vecuss w'ährend so vieler Jahre schon oft Zeuge solcher gefährlichen Abenteuer gewesen sei, wie das, dessen Held ich heute war. »Wir haben noch eine halbe Stunde, bis dcr Mond aufgeht," sagte e>, »da der, Regen aufgehört hat, so wird hoffentlich die Fuhrt zu p^ssiren seyn; denn die Bcrgbache sind sonst seicht, so schnell sie auch ^anlaufen. In der Zwischenzeit will ich Ihncn eincn traurigen Vorfall erzählen, der sich in meinen jungen Jahren ereignete, und von dem ich fast ^,cr einzige Zeuge war. Cs leben jetzt nur noch wenig« Leute, denen es bis Anno 1768 oder dcn schrecklichen Winter zurückdenkt, der dieses Jahr in der Chronik der Auvergne unvergeßlich gemacht hat. Das Wetter, das bis gegen den Ausgang des Novembers hin schön und klar, wiewohl ausnehmend kalt gewesen war, änderte sich plötzlich, mid in dcr Nacht uom 2^. trat ein furcht- 5? bares Schneegestöber ein, das fast vier Tage lang unaufhörlich fortdauerte. Am Abend des 29. erhob sich ein arger Wi,nd. Die entsetzlich aufgewirbelte Schneelast machte die Straßen ungangbar, und jeder Verkehr zwischen den Städten und Dörfern war abgebrochen. Die Bewohner hielten sich so viel wie möglich zu Hause, denn selbst am lichten Tage sah man gelegentlich einen .fraßsuchcnden Wolf um die Pachthöfe streifen, wahrend sie bei Nacht rudelweise die Gegend durchstrichen, unb wüthend vor Hunger jedes lebende Wesen anfielen, das unglücklicherweise schutzlos in ihre Klauen gerielh. Wenn sie so die Schafställe und andere Außengcbäude, wo das Vieh untergebracht war, belagerten, konnte man deutlich in der Stille der Nacht ihr wildes Geheul hören, das Einem das Herz mit Bangigkeit füllte, und allen Schlaf raubte. Ineincr Nacht, wo mich die gräulichen Gäste auch wach hielten, hörte icl) auf einmal wüthend schnelle Pferdetritte dem Dorfe näher kommen, und zwischen hinein das durchdringende Hülfgeschrci eines Menschen. Ich war allein — ziemlich weit entfernt von der übrigen Familie .— meine Mutter schlief im Erdgeschoß/ und mein Vater war abwesend, auf dem Schloße St. Geneste, um am Morgen einen Hirsch «uftreiben zu helfen. Einige Augenblicke lag ich mit pochendem Her. zen da, als ader die Hufschläge näher kamen, gewann die Neugierde die Oberhand über meine Angst. Ich stand auf und schlich vor Kälte bebend, an das Fenster, das ich öffnete. Der Himmel war mit Sternen übersäet, und der Mond schien hell auf den kalten fleckenlosen Schnee. Unserer Hausthüre gegenüber, und etwa zwanzig Schritte von der Landstraße ent» fernt, stand das Dorfrvirthshaus. Wie ich aufmerksam nach der Richtung hinausblickte, von der die Pfcrdetritte und das Geschrei kamen, galoppirte ein Reiter wüthend der »Auberge« zu, deren Schild wahrscheinlich seine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte, als es sich im Winde hin und her bewegte. Sein Roß plötzlich anhaltend, schrie er auf die entsetzlichste und herzzerreißendste Weise um Einlaß und ä^istand. Keine Seele gab Antwort — kein Laut verrieth, daß ftin Nothrusj gehört wurde — Alles schien in tiefem Echlaf begraben, odcr was wahrscheinlicher ist — zu schr um der eigenen Sicherheit willen in Angst, um aufzustehen. Gerade in diesem Augenblick erhob sich von hinten ein durchdringendes und scheußliches Geheul; das Pferd bäumte sich, und schlug wild aus, und wieder spornte es sein unglückseliger Reiter mit einem verzweifelnden Schrei, der mir noch in den Oh-nn tönt,, vorwärts. Ich war, mein Herr, wie ich vorhin bemerkte, noch ein Knabe, kaum eilf Iühre "It; und das Herz wollte mir vor Graußen zerspringen, stürzung unter den Dorfbewohnern, denn noch viele außer mir, hatten das Geschrei des Fremden g?hört. Sie versammelten sich gruppenweise vor der Thüre der »Auderge« oder wandelten, in kleinen Trüppchcn, in ernstem und eifrigem Gespräch die Straße auf und ab. Meine Mutter, dcr ich das Vorgefallene erzählt hatte, mischte sich jetzt auch, mich an der Hand führend, unter unsere Nachbarn; u^,d bald wurde ich der einzige Gegenstand ihrcr Aufmerksamkeit, als sie so in athem-loscm Schweigen meiner ausführlichen Erzählung dcr Schreck,« dcr vcrwichenen Nacht zuhörten. Als ich im Verlaufe meiner Geschichte auf des Unglücklichen wil-dcs und verzweifelndes Geschrei um Einlaß und Beistand zu sprechen kam; und dabei auf die noch immer im Schnee sichtbaren Eindrücke der Pferdshufe und' Fußspuren seiner Verfolger zeigte, brach ein allgemeiner Schrei des Entsetzens und Mitleids von den Lippen meiner Zuhörer. Während Alle noch schweigend diese traurigen Vestätigungszeichcn meiner Unglücksgcschich-te näher betrachteten, kam mein Vater, mit seiner Doppelbüchse bewaffnet und von seinen Hunden ve?, gleitet — wie dieß immer auf seinen VcrufsgFngcn der Fall war — in das Dorf. Sein Gesicht war totenblaß; in seiner Hand trug er eine Pistole, die Ue-berbleibsel eines Reitmantels und einen arg zerrissenen und mit Blut beschmierten Sattel. Auf seinem Wege über die Haide, die von dem Heroen schloß nach 58 der Heerstraße führt, rannten die Hunde plötzlich wcg-ab, und in eine Vertiefung hinunter, die etwa einen Büchsenschuß weit von dem Fußpfade liegt, auf dem «r ging. Von Neugicrde getrieben / näherte sich mein Water der Stelle, und erblickte mit Entsetzen und Verwunderung das verstümmelte und ganz frische Geripp eines Pferdes, an welchem der Sattel noch immer angeschnallt war, während das eben erwähnte Stück Mantel und eine abgeschossene Pistole unfern davon auf der Erde lag. Kein Zweifel konnte jetzt mehr über das Schicksal des Fremdln obwalten. Einige wenige Papiere und noch ein paar Kleidungsstücke wurden späterhin unter den Dornbüschen verstreut gefunden, keine S?ur aber ließ sich entdecken, wer der Fremde oder wyher er kam i' auch wurden nie weitere Nachforschungen in Bezug, auf ibn in der Nachbarschaft angestellt. . . . Manche Messe wurde indessen für die Ruhe seiner Seele gelesen,« setzte der Förster, andächtig das Kreuz schlagend, hinzu. — In diesem Augenblicke trat der Mond in unbewölkter, Pracht hinter dem sich zertheilenden Gewölk hervor, und ein heller Lichtglanz strömte in die Höhle. Hurtig holten wir unsere Siebensachen zusammen, und wachten uns, von den Hunden begleitet, die inzwischen von ihrer Jagd zurückgekehrt waren, und sich wieder zu unseren Füssen niedergelegt hatten, auf den Weg nach der Fuhrt hinab. Die schwarzen Stemblöcke, die als Auftritt-Steine dienten? und die Stelle einer Brücke vertraten, waren jetzt zwischen den Wirbeln der Strömung, die über ihre Oberstäche hinrollte, heraus schwach sichtbar. Mein Führer schritt voraus; glücklich erreichten wir das jenseitige Ufer und waren ln wenigen Minuten auf der eigentlichen Straße. «Ihr Weg führt'Sie jetzt hier gerade aus, mein Herr: in zehn Minuten sind Sie in St. Amande — mein Weg geht links." Ich zog meine Vörse; allein der Jägersmann lehnte standhaft j>deGcldbelohnung ab. »'S war ja nur, was jeder Christenmensch dem andern thut, wenn er ihn in Noth sieht," sprach er, «nähme ich Ihr Geld, so würde ich nicht halb so viel Freude mehr empfinden; sollten Sie aber," setzte er, indem er dem größern meiner Hunde (einen schönen großen Hühnerhund von echt irelandischer Zucht) schmeichelte, hinzu, ^wskünftige einmal nur ein Junges von dieser Ra^e Verschaffen können.« — «Wein ehrcnwerthcr Naidgenoß," sagte, ich, ihm meinen Namen und meine Adresse nennend, und schüttelte ihm auf's herzlichste die Hand, «ich will schon Gelegenheit finden, Ihnen nach Ihrem Wunsche gefällig zu seyn.« Damit schieden wir freundlich. ' Den'Tag darauf schrieb ich nach England, und etwa einen Monat darauf erhielt ich einen Besuch von dem Conducteur des Pariser Eilwagens, der an einer Schnur eine Koppel prächtiger junger Hühnerhunde führte, die von Calais .n;s die Reise auf der »Imperiale^ gemacht hatten, und mit denen, ich kurz nachher meinen Freund, den Förster, als Gabe der Dankbarkeit dafür erfreute, daß mich seine rettende Hand davor bewahrt hatte, eine Speise der Wölfe *) in den Bergen des Pup de Dome zu werden. MaturhiNorische Merkwürviakeiten. DerGondor. >Der Condor gehört unter die größten und stärksten Vögel unserer Erde. DaS Schiff »Rebecca« brachte unlängst zwei lebendige Condors, einen männlichen und einen weiblichen na.h England. Das Männchen dieser Riesenvögel mißt mit ausgebreiteten Schwingen 15 Fuß, und hat eine Höhe von 2 Fuß; bei seinem Anblick fühlt man sich geneigt, an den Raub der arabischen Mährchen zu glauben. Beide Vögel kommen von Chili her, wo man die Condors auf dcm mit ewigem Schnee bedeckten Höhen, 15,000 Fuß üdev der Meeresstäche trifft. Nur wenn sie vom Hunger aus das äußerste gequält werden, kommen sie in die Ebenen herab. Die Kondors machen gewöhnlich z,u zweien auf Lamas oder junge Rinder Jagd. Vorzüglich merkwürdig ist an diesen Vögeln ihr zähes Leben. Einige Indianer singen in Quito einen Condor, legten ihm eine Schlinge um den Hals,'hingen ihn an einen Baum, und zogen ihn aus Leibeskräften an den Beinen. Als man die Schlinge losdcmd, sieg der Vogel wieder auf, und nachdem man ihm dann vier Schüsse in den Leib beigebracht hat'?, lebte er noch eine halbe Stunde. Als die beiden Vögel aus dem Schisse nach dem zoologischen Garten in Surrey gebracht wurden , verlor einer derselben eine feiner größten Schwungfedern, deren Kiel anderthalb Zoll im Umfange hatte. ') In dem harten Wetter 1829 sah man über vierzig dieser wilde» Thiere an hellem Tage auf der uon Dü?n »ach Pa-rio führende» Landstraße hi» galopi'iren» n»d a»f, ci»cr An- . gellustwandcrling,. die der Erzähler im verwicheucnScmmer in der Provinz Burgund machte, sab er auf einem Landsitze die Köpfe von drei lind zwanzig Wolfe», die d'rr Eigcnthu' mer,sammtUch au einem Winter gcto'dret'hatte, an das Hauöthor genagelt. ^ Diesem Blatte liegt eine Außerordentliche Beilage bei. Nevacttur: M'. bav. Keinrich. Verleger: Agnaz Al. Ebler v. Rleinmaur. MßerHrdentliche Beilage zum ZMpr. Blatte H^ 14. vom 6. U^ril 1833. Slowenischer A2AA-Krieg. (F o r t s e <) u n g.) Alls dem Gesagten erfleht man auf jeden Fall, wie schwankend der Unterschied zwischen dem unbetonten o und <" ist; Hr. Kopitar läugnet ihn in s.Gr.S. l69 in diesem Falle sowohl beim c>, als auö) deim e (allerdings mit Uni echt) ganz. Aber selbst die betonten e und n werden nicht überall gleich ausgesprochen; in Kärnten lauten sie oft offen, wo wir sie geschlossen sprechen, wie man sich selbst aus dem Etpmologikon des Hrn. Iarnik überzeugen kann, d,r sie in diesem Falle manchmal mit > bezeichnet; z. V. mozk (Mann), 5c>b (Zahn)"), möl'l, (dicht) p^>8"lto, clöd Eiche, und andere dtrgleichen Wörter, ' die um Vlcibung das Nasal - nn haben. So auch pct (fünf), ^P<^tt (Faust) :c., statt p6t, p^ll. Einige Gegenden Gteiermarks beachten (nach Murko Gramm. S. 2) den Unterschied zwischen a und gar nicht, und sprechen vu.jÄ, Nag u. dgl. immer mit demselben «. ") Und ^so schwankende Laute will man durch besondere Figuren bezeichnen? Wie ist da wohl eine Uebereinstimmung aller, die slowenisch schreiben, zu erwarten? Wird dadurch das allgemeine Verständniß der Schrift befördert? Werden wir den Kärntner verstehen, wenn er 58l zc. schreibt? (Der G.rauis (^) über dcm n stört uns offenbar viel weniger, so wie den Kärntner der Acut (^), den wir darüber setzen wür-dcn). „Aber," wird man sagen, „soll man daö « in Zol^ulluc1a (des. Herrn), das e in vi'sc.'!» (die Frohen) und vsi es gut, diesen Unterschied auch in der Schrift an-zudcutcn, zumal in jenen nicht sehr häufigen Fällen, wo eine Zweideutigkeit zu besorgen wäre; aber dieß kann geschehen, ohne daß man besondere Figuren da;u nöthig hätte, und zwar mitfeist des Circumflexes ("), mit dcm man die gedehnten offenen « und s, bezeichnen kann ibci den tonlosen <- und o ist dcr offene und geschlossene Laut ohnehin weniger merkbar) und den auch Hr. Dainko in dci-ein, ! gebraucht, sonst aber freilich auch anders (unpassend) anwendet. Hr. Kopitar klagt Gram. O. 2ll, daß er das Schärfungsze ich en (^) dazu verwenden müsse, und verlangt neue Zeichen (»ein Rt2 und0«lc.^2 zum Tpsilan und Onlicrun o«")«). ') Im Bulgarischen sogar ml,»!,, ,al). ") Auch Hr.' Dainko unterscheidet ein doppeltes » gar nicht-. "') Hr. Kopitar meint nämlich (s. Gramm. S. «65), ^ und o-hätten im Griechischen gtschlossen gclmltct, z linde;, hingcqcn offen. <5s ist indessen sonderbar, daß keiner von d'cn alten griechischen Orammattkern, die z,och sonst subtil genug sind, di.sen Untcrschled bemerket, ft daß s,lbst Villoiso», welcher ebenfalls vermuthet, das, ,? habe einen Mittellain zivischen <: n»d i gehabt, keine Autorität dafür an--zuftidrcu «,'eisi. Hr. Kopitar betrachtet die neugriechische Aus? spr«che(^. i)als einen Beweis dafiir. Uni abcr wäre (wen» wir diesen Unterschied zwischen i und ^ überhaupt ane-r» Warum gebrauchte er statt des Gravis nicht^ 'wenigstens den schon sonst in unserer Schrift verschieden benutzten Circumflcx? *)Aber so macht man es; man wirft Zeichen weg, und dann klagt man über Mangel an denselben! Uebrigcns müssen wir bemerken, daß wir sehr wohl wissen, daß die Acccnte nicht ei-genclich dazu bestimmt sind, die Laute zu modifi-ciren, sehen aber doch nicht ein, warum man einen Acccnt, den man sonst nicht braucht, zumal bei betonten Vocalen nicht dazu verwenden könn-le, wie es sonst in mehreren Sprachen geschieht, und wie es beim v Hr. W. selbst mit doppelter Incon-sequenz thut. Endlich fragen wir den Leser, ob sich die „Schnürkeleyen", (d. i. Schnörkcleycn) s und 5 im Druck schlechter ausnehmcn würden, als die Figuren <' und <». (Dieselbe Frage thun wir hinsichtlich der besch n ü r ketten böhmischen c, 8, 5, deren Gebrauch uns Hr. Celakowsky »gutmüthig« anem- ^ pfählt, und die man mit unsern 's, tt' und ^ ^ur zu vergleichen braucht, um sich zu entscheiden. Jedoch sind wir nicht gerade der Meinung, daß man die ersiern statt unserer il,, lk, <;!, gleich einführen müßte.) Soviel über das . Schreiber dieses hat mehrmals fremden Slawen etwas Krainischcs zur Probe vorgelesen, mußte aber immer zu seinem Verdruße das übereinstimmende Urtheil hören, es klinge unangenehm. Den Wohllaut des Dalmatinischen dagegen erkannte man gern an. Da unsere Laute mit denen der Dalmatiner bis auf den, sogenannten Halbvocal so ziemlich übereinstimmen, so war es natürlich, die Ursache der verschiedenen Wirkung in diesem zu suchen. Er las daher das Krainilche mit möglichster Vermeidung dieses Lautes, jeden Vocal vollständig aussprechend vor, und bann gefiel es. Dieß glaubte er sich um so eher erlauben zu dürfen, da man wirklich in der Aussprache mehrerer Slowenen diesen Laut, der dem Wohlklang unserer Sprache so sehr schabet, selten hört. Zwar mag das südliche Klima, die italienische Nachbarschaft :c. unsere Konsonanten gemildert haben, aber was wir dadurch gegen'die nördlichen Slawen gewinnen, verlieren wir durch die beständige Wiederkehr dieses Halbvocals, durch den unsere Sprache unter den slawischen das wirb, was unter den romanischen die französische. Manche glauben, wer weiß wie hart z. B. bas Böhmische seyn müsse. da in demselben vocallose Wörter, wie lmrl, ^lt, lrp c: sie werden statt der halben Vocale des Ukrl^w, die man nicht singen kann, ganze singen, wie es unsere Kirchcnsangerinnen mit denen des steukrainisch ortho-graphirten Gesangbuches macken, denen indessen die Schriftsteller die Mühe ersparen sollten, den Tert sich erst entgegen singbar machen zu muffen. Anstatt daß man sich nun wenigstens im feierlichen Vortrage und in edlerer Rede an diesen Sängerinnen ein Beispiel nehmen, und die wahren Vocale mehr her-vortö'nen lassen sollte, will man sie sogar in der Schrift unterdrücken, und trägt auf diese Art die eigentliche Unzier unserer Mundart zur Schau, wodurch man ihr um so mehr Unrecht thut, da in der wirklichen Aussprache im ganzen slowenischen Gebiethe nirgends so viel« gehört werden, als ihrer in unsern, mit den neukrainischen Buchstaben gedruckten Büchern erscheinen. Allgemein, d.h. von allen Slowenen wird ein dumpfer Vocal kaum in irgend einem Falle gesprochen, als vor dem r in geschärften Silben, z. V. lrnLrt, l«rp lc. (wie bei den Serben und Böhmen, die dergleichen Wörter auch «hne Vocal schreiben), in welchem Falle er um so füglicher mit s bezeichnet werden kann, da das geschärfte « vor i- wohl nie anders lautet; und dann allenfalls in den tonlosen Silben er, c!j, ei,, enj, »vo indessen das 6 kein größerer Mißstand ist, als das zweite « in den deutschen Wörtern : Vetter, Hebel, Leben, schlend ern, nebelt ?c., welches offenbar ganz anders lautet, als das erste, und gewiß nicht weniger dumpf, als das e in llolier, ^ü,l?lj, ku- -) Unsere Grammatiker werden gewiss bedauern, dasi wir nicht auch (wie die Böhmen) ^vlk, sWolf), pl5 (Schnecke) ' lc. sagen, sonder» uns vom Alislawisch,-» sinf.-rnend u>ld wahrscheinlich rüssifirind) leiüer sch«» vulk ?Lcr vovk,, p«l,K etc. sprechc»! ken :c. (Den dumpfen Laut vor n und nZ konnte man übrigens, da das unbetonte o in diesem Falle manchmal auch vollständig lautet, z. V. löpuli :c., zur Vermeidung von Zweideutigkeiten mit i ausdrücken, welches wir ohnehin oft auf diese Art verwenden, namentlich in den Endungen —> ilc. wie ßrölllnilc lc., und selbst in ngillj lc. und namentlich in den Adjectiven auf in, z. V. Ixlbin, in welchem Worte di« letzte Silbe mit der von kukcn wenigstens in Ober- und Unterkrain ganz gleich lautet, und auch vom Hrn. Met. gleich geschrieben wird. Da- . durch fallt zugleich die Einwendung, auf welche Letzterer so viel Gewicht zu lcg«n scheint *), daß nämlich mittelst des alten krainischen Alphabetes Wörter wie 8N2N?.N reinlich und 5UUX(5N gereinigt, P05lrec?n, bediensam und puztreneu bedient lc. nicht gehörig unterschieden werden können, von selbst weg, da man statt »N2n?.u eben so gut lnasliin schreiben kann, wie Hr. Kopitar, m-ljlnn klsin, »Kelvin eisern lc. schrieb, und Hr. Metelko selbst pokojin, ßnmjiü, Hlaliil! «. schreibt, obwohl man das » in diesen Wörtern von dem « in 5l»ucl"N nicht wesentlich unterscheidet.) Sonst aber sprechen bekanntlich (wenigstens die von Laibach entferntern) Innerkrainer statt des ? meistens den vollen Vocal, so daß ein bei uns mit Recht hochverehrter, auch als krainischer Schriftsteller «usgszeichneter Mann, seitdem er in seiner gegenwärtige« Stellung Innerkrain naher kennen gelernt hat, sich gegen den Halbvocal (oder wenigstens gegen dsn Unfug, den man gegenwärtig in unsern Buche,n damit treibt) offen und entschieden erklärt hat. In vielen Gegendin Steiermarks spricht man (nach Murko S. 2) nie cNin ( (^in ) kik. (l^k.) sondern 6nn, dilc^^) mit langen i. Dainko lehrt S. 4 geradezu, das i «beHalle immer feinen reinen Laut, z. V. dlisk der Blitz, llim der Nauch, «lt der Faden". (Statt lil-ul» schreibt er l^v!», was noch immer besser klingt als l^li.) Der Oderkrainer. na-menttich der höhere, spricht wenigstens in den Aus-gä'ngtN statt ^«meistens ein förmliches e (s') (was auch mehrere kramische Schriftsteller veranlaßte, :n einigen Fallen dieser Art ein L statt » zu schreiben), oder auch andere Vocale, z. B. im Local (den Hr. Metelko ausschließlich mit - schreibt, obwohl er sich in der wirklichen Aussprache vom Dativ, dem Hr. M. das u läßt, selten unterscheidet) häusig ein förmliches <> (wie im Dativ); auch sonst sagt er nicht ^I^ic'tli) sondern Nai-^ta oder ^I^rjctl», :c. Die Laibacher endlich und ihre Nachbarn, wie auch ein großer Theil der Unterkrainer sprechen in den meisten Fallen, wo H.r. M. ein ^ schreibt, gar nichts, was für das Ohr noch immer besser seyn dürfte, als das beständige ?. Nun sollen die so verschieden und all? schöner als p«r ^ Sprechenden durch die Schrift (und zwar durch eine Schrift, die prätendirt so zu schreiben, wie man spricht, folglich verlangt, so gelesen zu werden, wie sie schreibt) gezwu'ng en werden, fortwährend " zu sagen, und sich durch diese Schreibung zugleich von allen andern Slawen und selbst von dem Altslawischen, welches (wir wiederhohlen es) wenigstens in den Vildungs - und Flerions-ss'.ren n i e diesen Laut hat, entfernen ? Und dieWill - ') S. s. Gramm, S. .^. '') In Ullttrlraii, auch d«jk. S. Kop. S. 172, 7 kühr mlt der Hr. M. und seine wenigen Nachfolger das« gebrauchen, soll uns allen Gesetz seyn? Oder man sage uns, ist es etwas anders, als reine Will-kühr, wenn (um Beispiele aus der neuesten mit den Metelko'schen Buchstaben gedruckten Schrift zu nehmen) Hr. I. Bürger in seinem „Lvslaki" schreibt: llllliuvnsk. V8 .I.^ld.i3Nl,l^ lluli0Ul?N! aus, ") obwohl es gar nicht möglich ist, dieses Wort einsilbig auszusprechen, weßwegen es selbst im Munde des Unterkrainers, der zii-cä-i spricht, zweisilbig lautet, (dagegen n^, na-i statt n^l.» einsilbig).^") Kt2t6l>ii(> (8>i-q<.) schreibt. Hr. Bürger I5väl. S. 9« (wahrscheinlich weil man l«»t<3l-<6(.lu) N!6(1l.l, aiaclu. "") Irrig erkläre Hr. M. iu seiner Graüli». 3. 2s>? das u„: tcrkraiinschc i in ^l^-^l - i, n^ - i (»!>j) flir den ^c,^u«. dcr ^i. p.'rson des persönlichen Furworlc». I^uj ist nichts alö eine corrupte Attbsprachc ve:» N!>m, wie icui ( Pferd) ner nicht nur keln ", sondern auch kein I hören lassen, so daß hier nicht einmal jene freilich falsche) ^egel zu berücksichtigen war, die man sonst zu beachten scheint, daß das l ohne ? am Ende der Silben wie v lauten müßte—sonst sehen wir wenigstens nicht ein, warum man v«i?k?. zc. schreibt statt v^Il,^. Dagegen wird das dreisilbige 8N2ininj« nur ^nänilic*) (S. 102) geschrieben, und überhaupt das ? beinahe eben so oft unrichtig ausgelassen, "*) als unrichtig gesetzt, kislicie v?nä8rn68LNi)l>6ka ^ro-ruk.?i.iu! heißt es Nvst. S. 97, und doch spricht man beinahe überall etymologisch richtiger lin n^c (statt m< n?m lie), und wenigstens in Oberkram vulläel- (vonci-'l), was sonorer ist als v^ncl^r. (Uebrigens ist das noken» in „nezs no^en» pi c-luji,>,,,ü" ein so grober Germanismus, daß man in der X,l,l»eli7.2 wohl wenige dergleichen finden dürfte.) Daselbst heißt es weiter: „Plime eu^ßÄ ^a clo»-nl,^0, en^a Z2 l--vi^o" — man merke sich also wohl: In cle8nil)l, ist ein e zu schreiben, in l^vi-'^ hingegen ein". "") Wenn das nicht Willkühr ist, so wissen wir nicht, was man so nennen sollte. Soviel über die neu eingeführten Vocale. Unter den vom Hrn. Mctelko eingeführten Consonanten scheint uns keiner so überfiüßig, als das k. Zur Einführung desselben wird man wohl folgende zwei Ursachen gehabt haben: 1. Da man im Krainischen zwei verschiedene Hauchlaute unterscheidet, nämlich einen gelindem in ka, du, Kai Ki! Kot! und kop-lala! und einen stärkern in allen übrigen Wörtern, die einen Hauchlaut haben, so glaubte man nach dem Grundsatze Nr. II. für j^den auch ein besonderes Zeichen haben zu müssen. 2. Da das Zeichen II in der lateinischen Sprache eigentlich den erstern H - Laut (in liopzaz;,) bezeichnete, so schien es nach der Forderung des Grundsatzes Nr. IV. nothwendig, für den stärkern Hauchlaut (in lmc1,:,c.) ein eigenes Zeichen zu erfinden. —Daß diese zwei Hauchlaute verschieden sind, ist wohl wahr. Allein wenn man bedenkt, daß wir das eigentliche lateinische H, welches dem deutschen h entspricht, nur in den wenigen oberwähnfen Intcrjectionen: lig, l,2, lia! Ki! lnil! liup>35a s, die wohl kaum Wörter zu nennen sind, aussprechen -s-), in denen man es, wenn sie ja ge: schrieben werden sollen, ohne großen Ucbclstand mit dem Zeichen des stärkern Hauchlautes andeuten kann, wie es die Kyrillische Orthographie thut, x», x», xa! schreibend (s. Kop. Gramm. S. 170)/ daß ferner in d>em einzigen eigentlichen Worte, jn welchem man ') Vci P. Marcus s»llNl«ne, bci Gutsmann «nnininj« , bci Iariuk üi!:»n«i^<.', u»d endlich im Altslawischen ") So schreibt Hr,. Met. ^loli statt ^l0(l-< («lucli, «lo- clej), und musi es dani, unter de» 2lusnahmcn anfuhrcn, die,im U«n. jn haben! Wäre die Schreibung '^ocj rich- , tig, so miisitc man in Hberlrai» »loik (lk englisch) saacu. ">1 Uebrigens schreibt Hr. Mctelko !<-v (link) mit eincm <^ ^.«-.!,«« (,i..k, dazu. in ivelcher man jedoch vielmehr dl,5 ol'erwähnte Halde k, !)>,'rt. <5s lvuudcrt uns inocssen nur, das; man nicht auch für dc» Laut, woimt ma» mit geschlossenem Mu»<>c zu bejahen Pfleqt, ein besondel',c5Zeichen erfündeü hat, da dllsell'e etwa durch I-m! lnu! docy nur s.hr unvolUommcn dargestellt werben toiiute! 8 den gelinden Hauchlaut anzunehmen pflegt, nämlich in Ko2lieni, derselbe kaum irgendwo ausgesprochen wird *), und folglich, wenn man ihn nicht mit denr Zeichen des starken Hauchlautes (wie im Altslawischen, Russischen, Polnischen :c.) bezeichnen will, ihn wohl auch ganz unbczeichnet lassen kann (wie im Serbischen); wenn man alles dieses „im Andenken hat" (um den Ausdruck unsers Gegners zu gebrauchen) so wird man einsehen, wie wenig uns zwei verschiedene Hauchzeichen nöthig sind. Das wahre k kann der Krainer in eigentlichen Wörter'« nicht einmal ohne Mühe aussprechen, und sagt daher selbst im Deutschen statt heute, haben :c. gewöhnlich cheute, chaben. Wozu soll ihm also eme besondere Figur für diesen Laut, den er kaum hervorzubringen vermag? „Aber die römische Figur bezeichnete doch ursprünglich einen andern Laut, man muß sie also nicht mißbrauchen." — Diese Angst vor dem Miß' brauch römischer Figuren sindcn wir um so lächerlicher,da die Römer selbst sich wenig kümmerten, was die Zeichen im griechischen Alphabet, von welchem sie dieselben entlehnten, bedeuteten, obwohl sie in lile-rarischer Hinsicht von den Griechen gewiß nicht weniger abhängig waren, als wir von den Römern. Die letztern fragten nicht darnach, welche Laute die Figuren ? , X im Griechischen bezeichneten, sie gebrauchten sie für p und x. Und das Zeichen 51 selbst — was bedeutete es den Griechen seit Simonidcs (500 I. vor Chr.)? Und hinderte dieß die Römer, es für l> zu gebrauchen? Wir aber sollen es nicht einmal zur Bezeichnung eines von dem römischen nur wenig verschiedenen Hauchlautes verwenden dürfen i Man könnte eben so gut Anstand nehmen, den krainischeN v-Laut mit dem lateinischen v zu bezeichnen, da letzteres (als Consonant) höchst wahrscheinlich wie das deutsche (für dcn Krainer kaum aussprechbare) w lautete, was man unter andern aus der häufigen Verwechslung desselben mit K (und umgekehrt) auf alten Denkmählern, wo man b«n6!l!il, ven«, licviluin etc:, statt v^nlicüt, liene, ti^dillnn liest, ") so wie daraus, daß die Griechen diesen Laut, für welchen der K. Claudius ein eigenes Zeichen (ein umgekehrtes Digamma) einführte, häufig durch ^ ausdrückten, schließen kann. Durch dieselbe Scheu, das römisch« Alphabet zu mißbrauchen, fand man sich bewogen, ein eigenes Zeichen für den harten Sauselaut (z) zu erfinden, und zwn der schönsten römischen Fiquren, die sonst bei uns zur Bezeichnung dieses Lautes verwendet wurden, nämlich (^ und ^, aus unserm Alphabet zU verflossen, da im Lateinischen das (^ immer wie lc und das 55 ungefähr wie unscr weiches ä gelautet haben soll. Es ließe sich indessen schon gegen diese Voraussetzung Einiges einwenden, namentlich in Betreff des (!; denn es ist noch gar nicht ausgemacht, daß letzteres von den Römern, immer wie !c ausgesprochen wurde. Die öftere Verwechslung des nMil ti vor einem Vocale (bekanntlich findet man "6on>;-t'io .lc geschrieben) scheint wenigstens in diesem Falle auf eine andere Aussprache hinzuweisen. Wahrscheinlich lautet? es i,i diesem Falle (vielleicht sogar vor o und i allgemein) schon sehr früh wie das dal- ') '";,! i!u/>1^m, n<)2i>,m,, fallt'das II ohnehin ganz wcg. matinische cli "), in welches bei einigen Oberkrainern, wie oben bemerkt wurde, sowohl das mouillirte !c (in Kit« lc.) als das mouillirte t (in tjö) übergeht, in deren Munde also coi^icio und concütic) ganz gleich lauten würde. ") Daraus ließe sich sowohl die Verwechslung des c mit t,, als auf die heutige Aussprache der Italiener, die c^ , ci sowohl in ihrer Sprache, als in der lateinischen wie 2!,«, ?.I,i sprechen, erklären. Indessen liegt uns im Grunde wenig daran, wie die Römer die Figur (v (ursprünglich ei? nerlei mit I', jedoch von den Griechen schon vor dem ersten punischcn Kriege für 8 (^ ) gebraucht "") ausgesprochen haben mögen. Viel natürlicher wäre es, die Geltung derselben bei den übrigen Slawen, die sich mit uns des lateinischen Alphabets bedienen, zu berücksichtigen. Nun gebrauchen bekanntlich die meisten derselben, namentlich die Polen und Böhmen, das c durchgehcnds (auch vor a, « n.) für z, und sie verwundern sich daher mit Recht, warum'wir ein anderes Zeichen für diesen Laut suchen, wenn wir bei dem bis nun gebräuchlichen 2 nicht länger bleiben wollen."") Aber freilich, wir müssen ein klassischeres Alphaber haben, als die Böhmen und Polen! Wenn man uns indessen fragen sollte, was unklassischer sey: die römischen Zeichen zur Bezeichnung anderer Laute zu verwenden, oder das lateinische Alphabet durch barbarische Figuren ^) zu entstellen — so dürften wir in einige Verlegenheit gerathen. Unrömischer ist unser Verfahren auf jeden Fall, wie man sowohl aus dem in Betreff der Verwendung der griechischen Schriftzeichen im römischen Alphabete Gesagten, als aus der verunglückten ABC-Reform des K. Claudius ersieht, welche beweiset, daß die Römer sich nicht so leicht neue Figuren aufdringen ließen, selbst wenn sie nach dem Aussprlt-che der Grammatiker nothwendig waren. (Es nimmt uns übrigens sogar Wunder, daß man den z - Laut durch eine besondere, einfache Figur bezeichnet hat, da er nach Schlözer, Kopitar lc. kein einfacher Laut ist (weil er sich nicht „dehnen" läßt) -^-j-), sondern aus t und 5 zusammengesetzt; consequent hätte man ihn. also durch t« ausdrücken soUen l) ") Das, dte Grkechen das römsschc ^ immer durch X. ausdrücken , ist dieser Annahme nicht entgegen, da d«5 griechische k. scll'st vor dcn 0- u»d I-Laiitsü cl'cnfatts w« dicses cl, gclainct haben dürfte; wcmgstcns sprachen es dic jetzigen Griechen in diesen, Fattc gewöhnlich so . zur Mo»!>ll!lil!!g. '") S. Vil!c,!5an, än<><:<1. ssr. N. s>. >5>F. ^"') Vohl sselnerlt, a»ch wir sac,cn, »ua» hatte sich durch die römische Geltung der vuchstal'cn nil!,t geülcrcn lassen» sondern sich vielmehr nach de» andern Sla>vc» richten s?!^ lcn , wenn i» unserln Alpbabet ii^er! s,!,pt eine Aendc^ dcrung zu inachen war^ was wir nicht zugebe». 4)Dce gelehrte Blawist, P^f. Küchar^li. der tni Auftrage der Warschauer Universität die sämmtlichcft slawischen Lander l'ereis'te/um die verschiedenen slaw. Dialecte und deren Literatur keimen zl. lernen, sasst in seinem, von Agram (28. Dec. 182«) an die k. poln. Regierung?«Commission für die, Unterrichts- :c. Angelegenheiten erstattetenVcrich? tc, der im Warschauer „pc»v»?.ei:k'>v 1)"«ni>,I<, Ll^iu^« l,i,V aus diesem im Lcml'erf.crWochenbette ,.1'oxmlüwü«« abgedruckt wurdc. hinsichtlich der neuen krainischen Vuch^ stabcn unter andern Folgci^dcö: „Es ersann dieselben der , Professor der ll Sprache am Latbachcr Lyeeiim, ^,r Mctelko, der immer mcbr 7l"hängcr findet, ungeachtet der Warnungen aller Verständigen nnd Gelehrten, ve,'> ^,^"' Dobrowoly angefangen, der ihm auidrücttich schrcidt: ,^D»c Buchstaben nennl man l icr barbarisch-'" 's-!-) ^Das deutsche z ist ebenfalls ^-- ts. Adewng mag sagen, waz cv >viU." K°P. Gramm. S. l^. (Dc, Schluf, iolzt.)