Prr»»«er»tt-uS-Preise Für Lai back: OanzjLHrig . . 8 fl. 4P tr. HilbjShrig . . 4 „ 20 „ Vierteljährig . 2 „ 10 „ gtonotti* ... — k 70 » Mit der Post: Ganzjährig..............12 f>- H^bjährig................ 6 « AerteljShrig............ 3 - p Austellung in» HauS rttttelj. SS tr., aumetl. 9 k. Einzelne «nmmern 6 kr. Laibacher «elottien Bahnbofgaffe Nr. 132. R) ^gblott Anonyme Mitthrikungen werden nick» berüSfichttgt; Stennscripte m*t zurückgesendet. Expedition- & Inserate»-Bureau: Longreßplatz Nr. 81 (Buch-Handlung von Jg. v. Klein, mayr & Fed. Bamberg.) JnsertionSpreijl Für die einspaltige L 4 tr., bei wiederho schaltnng & 3 h Anzeigen bis 5 Zeilek / Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Für cvmplicierten Satz besondere Vergütung. Nr. 239. Dinstag, 19. Oktober 1875. — Morgen: Felizian. 8. Jahrgang. Die ««redliche Knechtung der flavischw Die slavischrn Tagesblätter durchzittern feit tfniaer 2,jt wieder in seltener Harmonie allerhand «*m*tKN«farete über die angebliche Unterdrückung slavischrn Rasse, der nirgends dasselbe Recht mn-de wir den ändern Völkerschaften; die es $u Mnnn historischen Dasein bringen könne dank der seligen Gesinnung und der Herrschsucht ihrer Nachbarn; die nur dazu da sei, um ändern Böllern Smhboi au sein, und sogenannten Völkerdünger zu I ldkn bestimmt scheine. Unter denen, die am meisten über Unterdrückung schreien, sind es diejenigen, du «ft nrit bte Polen in Galizien, die Ezechen in Böh-7n md Mähren, die Slovenen in ftrain noch jedes-mal mit den Ultramontanen und Finsterlingen verbündeten nt Niederhaltung der fortschrittlichen Ele-xatnte mit» so oft sie in irgend einer autonomen Sörve'rschast die Mehrheit besaßen, dieselbe straks bwu benützten, um allerhand Zwangsgesetze zu schuf. f * kj, d.»tsche Sprache in den Schulen zu unter, drücken für ihre Parteigenossen ©tnecuren zu er-riAffn ' ihre Angestellten von den Prüfungen zu die-Xrm überhaupt mit dem Volks- und Lande-. Srfacn auf da« unverantwortlichste zu wirthschaf. ™ Und weil es nicht überall glatterdings ging, ^'natürlichen Vorrechte, welche Kapital, wohlerwor-krner Besitz und Talent dem Individuum verleihen, «i/tAfall« hinwegzudecrelieren, so erheben sie ein küftes Gezet-r über die Herrschsucht und Tyrannei ^er deutschen Rasse, die den armen Slave., in Fes-(ein schlage, ihn seiner angestammten Rechte, seiner Sitte und Sprache beraube und darauf ausgehe, ihn mit List oder Gewalt zu germanisieren. Falls nun gar das eine oder andere deutsche Organ in den aufständischen -opf- und Nasenabschneidern Bosniens und der Herzegowina nicht lauter Freiheit«, und flulturtämpfcr der großen slavischrn Rasse erblicken will, flug« werden die Deutschen in eine Linie mit den „blutdürstigen Türkenhunden" gestellt und ihr unbefangenes Urtheil über die barbarische KampfeSweise der ausgesprochenen Feindselig feit gegen das Slaoenihum überhaupt zugeschrieben. Der „Golos," das bekannte Panflavistenorgan, der seinen Fadejeff'schen Ungezogenheiten eine zeitlang den Laufpaß gegeben hatte, begann vor kurzem neuer, ding« seine Jeremiade über dir geknechtete slavische Rasse, bei der wir Oesterreicher nicht minder schlecht als der allgemeine Christenfrind. der Großtürke, wegkommen. „Soll denn den slavischrn Völkerschaften,“ fragt heuchlerisch das Blatt, „nicht dasselbe Recht werden, wie den anderen? — Welcher Bann liegt denn auf ihnen? Weshalb wendet man inbezug auf sie die „unanfechtbaren" internationalen Grundsätze nicht an ? Sind fie denn etwa nicht Völkerschaften so gut wir andere? Oder find fie thatsächlich nicht zu einem selbständigen historischen Dasein geeignet? Nein! sie sind keine Völkerschaften, sie sind nur — Material, den anderen Völkerschaften dienstbar zu sein! Was wäre wol natürlicher, als die Bildung von Halbsouveränen Staaten auf der Balkanhalbinsel wie es Serbien und Rumänien sind?" Das russische Blatt findet, daß diese Lösung nach den gemachten Erfahrungen allein zur Erreichung eine« dreifachen Ziele« führe: zur Sicherung der politischen Rechte der christlichen Bevölkerung, zur Aufrechthaltung des türkischen Reiche« und zur Bewahrung des europäischen Frieden«. Sodann wird das Zusammentreten sämmtlicher Vasallenstaaten an der untern Donau zu einer „friedlichen Confödrra« tion" nach dem Vorbilde der Schweiz empfohlen. Dessenungeachtet aber soll da« türkische Reich auf, recht erhalten und der europäische Frieden gewahrt bleiben I Doch mit der Logik darf man es bei slavi» schen Organen in der Regel nicht sehr genau nehmen. Wir haben eS hier vorzüglich mit folgender Bemerkung de« „Golos" zu thun: „Bei der geringsten Bewegung zur Befreiung der Slaven in der Türkei scheint die Ruhe der Nachbarländer, in denen gleichfalls Slaven wohnen, empfindlich beeinträchtigt. Gegenwärtig liegt in Oesterreich der Schwerpunkt der finnischen Frage. Bei der dortigen Zurücksetzung der slavischrn Völkerschaften gegenüber der deutschen und magyarischen Rasse ist der geringste Erfolg für die Autonomie der Slaven in der Türkei stets ein Anstoß für die gleiche Bewegung in Oesterreich-Ungarn. Eine slavische Föderation auf der Balkanhalbinsel wird eine beständige Mahnung an daS ungleiche Geschick der Slaven in Oesterreich.Ungarn sein. Darin eben liegt der Grund, daß die fremden Mächte in der orientalischen Frage eine wirkliche Neutralität nicht beobachten können und daß diese „Nichteinmischung" eine Lüge ist, welche sich auch gleich als solche erwies, als Serbien und Montenegro ihren geknechteten Brüdern zu Hilft zu eilen sich bereit zeigten. Das ungarische Ministerium trägt allein die Verantwortung für die Ereignisse in der Herzegowina, in Serbien, Bosnien und Montenegro. Es ist eben allein dattm schuld, Feuilleton. So« Palais einer Operetten-Sängerin. Won dem Palais einer Operetten-Sängerin „.Jr fflsrien Marx im ,GauloiS": „Ich habe Prätension, für die Nachwelt zu arbeiten • Lm ich jedoch daran schreite, den folgenden schreiben, kann ich den Gedanken nicht i i mirßtn daß in hundert Jahren irgend ein » tim.itattnfrämtr, wenn er in einer alten Zeitung fa il fSt||fli stößt, sie mit Interesse lesen und °7 !‘„ffa^r sein wird dafür, daß ich mich an das rfLnbe scheinbar etwa« leichtfertige Sujet ge habe. Wären wir nicht begierig, da« Logis JLDröül6 bis in« Detail zu kennen ? Würden i rtfiht mit gespanntem Interesse einen Bericht j®” h£r1 Reichihum de« Mobiliar«, über die Ein« iiy rta de« Bouroirs der Künstlerin lesen, welche « rne und Boileau unsterblich gemacht haben? 2,“ . sie genaue Beschreibung de« duftigen Heims ^ rrtn-erinnen zur Zeit Ludwigs XV. — wer i kennt die große Rolle nicht, welche diese Dämchen : dazumal im Staate gespielt? — nicht eine überaus pikante Lectüre? Ueberdie«, von den Lesern der Zukunft abgesehen, werden mir die Leser der Gegen-wart, welche ja Indiskretionen so gefällig hinnehmen, nicht Beifall zuklatschen für mein Unternehmen? Wenn sich die Spaziergänger in« Bois de Boulogne begeben, wird — wie jeder aufmerksame Beobachter e« bezeugen kann — wo! in der Avenue de l'Jmperatrice jeder das Auge zu dem eleganten Castell erheben. daß hier der Architekt F6rol einer berühmten Opereitensängerin, der Hohenpriesterin der Offenbach'schen Muse. Mademoiselle Schneider, gebaut, und ein jeder wird einen neugierigen Blick durch die geöffneten Fenster in das Innere des Palastes zu werfen suchen, wo man sich, wie die Fama sagt, in ein Feenschloß aus „Tausend und eine Nacht" versetzt glaubt. Nun — man begnüge sich damit, meinen getreuen Bericht zu lesen, den ich mit der Gewissenhaftigkeit eines Huiisiers und mit der Rücksichtslosigkeit eine» Reporter« ausgenommen. Man tritt durch die Rue Lesueur ein und be- findet sich einem weiten Hofe gegenüber. Zur Rech, ten liegt der Haupttract, zur Linken befinden sich die Nebengebäude, die ich sofort abfertigen will. Durch die offene Thüre dc« Stalles bemerkte ich zwei Cabs und zwei russische Pferde. In einer Remise fünf prächtige Wagen: eine Calesche mit acht Sitzen, zwei Victorias und zwei Coupes. Die Pferde fressen aus Porcellankrippeu ... Die Schätze, die in dem Palais da aufgespeichert liegen, find der noch immer liebreizenden Eigentümerin iu»-gesammt auf beiläufig anderthalb Millionen Franc» zu stehen gekommen. Ueber dem Eingangothore prangt daS Wappen der Besitzerin des Palais: Eine Vtjro. von zwei Amoretten gehalten und von einer Rosenkroue gekrönt mit der Devise: „Je chante.“ (Ich finge). Die LnlrSethüre, im Style des sechzehnten Jahrhunderts dekoriert, theitt das Treppenhaus in zwei Theile. Die eine Hälfte führt durch eint gigantische Beranda nach dem Hose, während die andere Hälfte in einen imposanten Säulengang ausläuft. Schon hier wird der größte Luxus an flämischen Steinen, CiselierarbeUen, Holzschnitzereien und großartigen daß der Aufstand localisiert bleibt. Die Localisierung hat nur dann einen Sinn, wenn es der Diplomatie gelingt, den elementaren Rechten der christlichen Utt terthanen der Türkei die Anerkennung zu schaffen und wenn sie die Türken zur Einhaltung ihres Blutvergießens bringt . . . " Die russische Gesellschaft wisse nun, was sie von ihren Hoffnungen, welche auf die Emancipation der Stammes- und Glaubensgenossen in der Türkei gerichtet seien, zu hallen habe ... Sie zeige sich jedoch zu wenig rührig; während in England Manifeste zugunsten der Slaven hervortreten und in Deutschland die Presse laut ihr Mitgefühl für die Unglücklichen ausdrücke, sitze man in Rußland in aller Ruht, trotzdem daß die ,Slavencomit6s" schon lange organisiert seien. Freilich sei es eine andere Sache um fröhliche Festmale am Slavencongreß (1867), als um einen blutigen Aufstand. Es taffe sich doch einmal nicht leugnen, daß die Russen auch Slaven feien. Die Solidarität zwischen allen slavi schm StammeSgenoffen könne man wol übertreiben, allein doch nicht wegleugnen. Die Lage der Stammes-genossen in Oesterreich-Ungarn wie in der Türkei drücke auch auf die Russen. Wenn man auf sie hin, sehe, so werde man wieder gewahr, daß den Slaven nur die Rolle des Dienenden den „höheren Raffen" gegenüber zugefallen sei, daß sie weder für die Kultur, noch für die bürgerliche, noch auch für die gesellschaftliche Freiheit befähigt seien. Mit dem Schicksal der österreichisch-ungarischen und der türkischen Slavenweltsei ihr eigenes Schicksal, ihre Rolle in Europa, ja sogar das Schicksal der russischen Rasse in Rußland selbst aufs engste verknüpft. Es folgt diesem panslaoistischen SchmerzenS-schreie des „GoloS" dann noch ein Aufruf, die rus-fische Gesellschaft solle sich zu einer großartigen Werklhäligkeit zur Unterstützung der armen Bosnia-ken aufraffen, und zwar nicht nur aus Gründen der Humanität, sondern auch aus „Specialinteressen". Wie man daraus sieht, reden sich die sluvischen Organe in ihrem chauvinistischen Eifer und au« der Sucht, sich in den Augen der Welt recht interessant zu machen, in eine Leidenschaft hinein, die sie ganz blind für die Wirklichkeit macht. Nicht nur wird ohne thatsächlichm Beweis die Stellung der österreichischen Slaven dem Reiche gegenüber ohne weiters in Parallele gesetzt mit der Lage der türkischen Rajah in Bosnien und der Herzegowina, sondern die Herren Slaven werden auch ungerecht gegen sich selbst; was noch niemandem von uns im Traume eingefallen ist zu behaupten, das stellen sie ohne weiters als nackte Thatsache hin: „Die Slaven seien weder für die Kultur, noch für die bürgerliche, noch auch für die gesellschaftliche Freiheit befähigt; es fei ihnen die Rolle des Dienenden den „höheren Raffen" gegenüber zugefallen.' Würde eine solche Ketzerei von jemand anderem, als einem russischen Decoralionen entfaltet. Die Neigung der Treppen ist so sanft und die einzelnen Treppen sind so niedrig, daß man das Gefühl des EmporsteigenS kaum empfindet. Ueber dem Treppenhause befindet sich der Salon, in welchem ein Ball für hundert Personen arrangiert werden kann, und der Speisefaal. Als ich dir Schwelle der eben genannten Piece überschritt, fühlte ich den Eindruck, als wenn ich dir königlichen Appartement» de« alten Louvre betreten hätte. Die mit goldenen und silbernen Geräthen bedeckten Etagöres, die unzähligen Email- und Fayence-stücke erinnern mit ihren schönen Gruppierungen an manche Salons des Museums in Cluny. Mademoiselle Schneider hat übrigens eine grillenhafte Manie, auf dir Staub-Atome, welche fich auf all' diese Nippsachen setzen, unausgesetzt Jagd zu machen. Sieben Diener müffen immer mit Federwischen auf- und niedergehen und Mademoiselle Schneider führt in eigener Person — einen kleinen yederbesm als Eommandostab in der Hand — über die kleine Armee in gar strenger Weise den Oberbefehl. (Schluß folgt.) Organe ausgesprochen, welch ein Gezeter würde sich da nicht erheben in allen Blättern der „Mutter Slava" von der Aorta bi- zu den Sudeten. Unseres Wissens gibt e« in Oesterreich keine bevorrechteten, daher auch keine „höheren Raffen", die Lersaffung spricht die Gleichberechtigung aller Staatsbürger, ohne Rücksicht auf Abstammung, Rassenuncerschied over Religion au«; die praktische Handhabung der Verfaffungsrechte ist ebenfalls für alle Staatsangehörige gleich; die Schulgesetze und die öffentlichen Bildungsmittel find für alle ohne Ausnahme dieselben; Bildungsfähigkeit wird überhaupt weder jemandem abgefprochen noch irgend einer Raffe eine höhere als der anderen zuerkannt. ülnf dem Gebiete der Rechtspflege sowie der politischen Verwaltung gibt es ebenfalls nirgend einen Unterschied. Wenn aber die Herren Slaven, etwa um ihre Indolenz und ihr Zurückbleiben aus dem geistigen wie dem materiellen Kulturgebiele zu beschönigen, diese Thalsachen keck leugnen, dagegen mit der angeblichen Unterdrückung und Knechtung ihrer Raffe vor der Welt Staat machen, oder sich gor, wie es der „GoloS" thut, die Befähigung für die Kultur, für die bürgerliche und gesellschaftliche Freiheit kurzweg absprechen, so ist das ihre Sache, uns ficht da« weiter nicht an.________________________________________ Politische Rundschau. Laibach, 19. Oktober. Zulaub. Die Delegationen haben ihre Arbeiten vollendet und in ihre Beschlüsse die erforderliche Übereinstimmung gebracht. Die letzte Differenz, betreffend die Vergütung an Ungarn für die Militärfpitäler in Siebenbürgen, wurde durch einen Vermittlungsantrag beseitigt, welcher die Angelegenheit auf das nächste Jahr vertagt. Der Schluß der Session jedoch konnte noch nicht an demselben Tage erfolgen, weil demselben die kaiserliche Sanktion der Delegationsbeschlüffe vvrausgehen muß. Da der Monarch gegenwärtig in GövoUö weilt, fo konnte die kaiserliche Zustimmung nicht vor Sonntag in Wien vorliegen. Sonntag fanden daher auch die üblichen Schluß- und Dankreden statt, mit denen jede Delegation zu enden pflegt. Der Verwalt» ii gs • Gerichtshof wird, da das betreffende Gesetz bis heute noch nicht publiciert wurde, nicht am 1. Jänner 1876, sondern erst später im Laufe deS Jahres 1876 in Wirt-famkeit treten. Der Regierung full es Schwierig-keilen bereiten, die geeigneten Persönlichkeiten für die Richterftellen zu finden, und sie dürfte mit der Pu-blication des Gesetzes über den Vcrroaliuiigs.Gerichtshof fo lange zögern, bis sie zugleich mit derselben auch die erforderlichen Ernennungen wird verlautbaren können. In Innsbruck wurde vergangene Woche die Generalversammlung der katholischen Vereine abgehalten. Der Hauptschmerz der tiroler Ultramontanen ist, daß Die „gute" Presse noch immer nicht gedeihen will, und die Berathuiig, wie für diese zarte Pflanze Hilfe zu schaffen fei, bildete den Hauptgegenfland des Ilencalen Meetings. Namentlich der neugeroahlie ReichsrathSabgeorünete Herr v. Zallinger beklagte sich bitter über die Lässig-keit der Katholischen inbczug auf die fromme Preffe. Auch Monsignor Greuter hielt eine lange Rede übte die Verfolgung der Kirche. Er scheint übrigens noch immer der Vertreter der Reichsrathsdefchickung unter den innSbrucker Klerikalen zu fein. Nach Mittheilung der „Tiroler Stimmen" sagte er unter anderm in feiner Rede: .Das katholische Volk muß sich erheben, um auf gesetzlichem Boden dem Feinde enlgegenzutreten." Aus Agram wird geschrieben: „Bei den Neuwahlen für den Landtag hat allenthalben die Opposition gesiegt. Gewählt wurden Folgunooii, DamjaniL und Conte Buratti; auch Makanec, der sein Mandat niedergelegt hatte, wurde wiedergewählt und gab das Versprechen, diesmal im Landtage aue-zuharren. Damjanit hat früher al« Freund Mrazooit zur nationalen Partei gehört und „Obzot" bedauert sehr, daß tr fahnenflüchtig geworden ist. Eine 6c« achlenswerthe Kraft gewann Makanec an Conte Buratti; es ist das ein Mann von Einfluß und Vermögen, der Schwiegersohn des reichen Batoe Ambros Vranicani, der nun anstatt Makanec (mit dessen Einverständnis) die Führung der Opposition besorgen wird. Zu Beginn der neuen Landtag«» f eff ton soll Conte Buratti ein politische« Blatt io Agram herausgeben." Ausland. Der deutsche Reichstag ist durch kaiserliche Verordnung auf den 27. d. eia-berufen. Bis jetzt nimmt man an, daß derselbe durch den Kaiser in Person geöffnet werde, in welchem Falle dessen Aufenthalt in Overitalien nicht über vier Tage dauern könnte. Der „Reichsanzeiger-wiederholt die Angabe, daß nur ernstliche« Unwohl« fein den Fürsten Bismarck verhindert habe, an der italienischen Reise theilzunehmen. Uebrigens hat Bismarck selbst durch ein Schreiben an Victor Emanuel sein Wegbleiben mit Gesundheitsrücksichten entschuldigt. Die längst erwarteten Veränderungen im Per» fonat der französischen Präfecten find endlich im „JournalOfficiel" erschienen. ® ucro«, der berüchtigte Präfecc von Lyon, ist die Treppe aufwärts gefallen und zum Direktor der Civil-adminifttation von Algerien ernannt worden. Au feine Stelle wurde Welche, ehemals Unter.Staat«« fecretür im Ministerium des Innern, der feiner bonapartistifchen Sympathien wegen diesen Posten nach dem 10. März verloren hat, zum Präfecten von Lyon ernannt. Durch diese beiden von Buffet angeordneten Veränderungen sind daS Rhone-Depar» tement und Algerien vom Regen in die Traufe gekommen. Wie dem in London erscheinenden russischen Socialistenblalt „Vorwärts" berichtet wird, sind abermals in verschiedenen Gegenden Rußland-zahlreiche Anhänger der Socialisten-Partei zur Hast gebracht worden. Die zahlreichsten Verhaftungen fanden in Moskau statt, viele auch in Odessa, Tulh, Riäfan, Orel und Petersburg. In dem Dorfe Iwanow bei Moetau wurden dreißig Arbeiter verhaftet. Diesmal glaube die Regierung den Mittelpunkt der focialistifchen Verschwörung entdeckt za haben. An mehreren Orte» leisteten die Verhafteten verzweifelten Widerstand. Rogaischeff, een die Denkschrift des Ober-Staatsanwalts Zychareff als eine» focialistifchen Haupiagilator bezeichnet, wurde im Gouvernement Charkow ergriffen. Er soll sich hartnäckig verteidigt und dabei zwei Gendarmen erschossen haben. Endlich sank er, von der Kugel eint« Gendarmen tödtlich getroffen, zusammen. Der Sultan hat in der Pitfon de« ehemaligen Botschafters in Wien, KhalilPafcha, einen Special'Commiffär nach der Herzegowina entsendet. Khalil Pascha der sich bereits am II. d. auf der Dacht „Talia" nach seinem Bestimmungsorte eivge-schifft Hai, wird dem Großherrn von seinen Beobachtungen Bericht zu erstatten haben. Zur Erfüllung dieser Mission ist wol kein türkischer Großwürden-träger geeigneter als Khalil Pascha, der mit einer genauen Kenntnis der Verhältnisse seines Vaterlandes westeuropäische Bildung und reiches moderne» Wissen vereinigt, als einer der bedeutendsten Führer der jungtürkischen Partei wäre Khalil Pascha gewiß auch berufen, auf Grund der Beobachtungen, welche er nun machen wird, die insurgierlen Provinzen im Wege heilsamer Reformen zu pacificitttn. Auch im Donau-Vilaitt hobtn dit panslaoisti-schen Agitatoren einen Putsch beabsichtigt, btt jedoch durch die Wachsamkeit der Localbehörden von Schumla vereitelt wurde. Dit Aufrührtr, achtundzwanzig an der Zahl, wurden verhaftet und btt Proztfj gegen sie eingeleilet. Nach einem wiener Telegramme der »Time«" über die geheimgehaltenen jüngsten Vorgänge in der serbischen Skupschtina hatte diese dem Für« sten einen Beschluß vorgelegt, welcher das Ministe« tiitm Ristit aber nur diese«, damit beauftragt« wollte, eine Kriegsanleihe von drei Millionen Ducaten »u contrahieren. Darauf erklärtc ihnen der Fürst, fie halten zwischen ihm und dem Cabinet zu wählen. Er weigerte sich, jenen Beschluß zu sanctionieren, und alS die Minister darauf erklärten, resignieren «t wollen, nahm er sie sofort beim Wort und ließ Kch ihre Resignation ungesäumt schriftlich geben, D?. sonst phlegmatische Natur sei in jener Stunde »u rascher Energie aufgestachelt gewesen. Russische Blätter machen kein Hehl daraus, h„6 hj, neueste Expedition des Obersten Lomakin in Centralasien im günstigsten Falle bis nach Merv hnrhrtnuen werde. Sie begründen diese Hoffnung da-daß die Turkomanen von Merv eine Anzahl bereits jahrelang gefangen halten und die mit, Muffen bereite jaqruuna hm“*'»'-“ u..u u«. Abarten Nomrdenstämme unablässig gegen Ruß-land auswiegeln. Dergleichen müsse endlich einmal ^ Ende nehmen. Die Engländer aber, die deshalb «Lmnftiaen Lärm erheben, gehe die Sache nicht« an. fie bei der Aufstellung der DemarcationSlinie Wr ha« Gebiet ihres unmittelbaren Einflusses dir Rordarenze Afghanistans festgesetzt haben, Merv So* außerhalb diefer Grenze liege. Nun ist aber h«» e«atif*er Seite seinerzeit off.ciell bestritten wor-:°“ ein Abkommen mit Rußland über eine solche DemarcationSlinie getroffen worden sei. «. drr Zur TageSgejchichte. __ gn bei österreichischen Delegation machte der Abg. OPP-rsheimer inbezug auf die Verbesserung ^ Mannlchastskost folgende Bemerkungen: In oLnetä bezieht ein Soldat täglich 134-8 »ramm Fle.sch, -». deutschen Reich-, wo die Ration nächst Oesterreich am linsten bemessen wird, 150 Gramm, in Rußland 184-3, ” ‘ L idb nicht dafür einstehen will, daß das Fle.sch auch SlU in diesem Maße vertheilt wird, in Italien 200, in ° " »reich 300. in Großbritannien 376 Gramm Fleisch. |ed)t)em nach wiffenschas-lich-r Berechnung für ^ Ernährung M-nsch-n 270 Gramm Fleisch per Tag «forderlich find, 2* aus dem eben Angeführten klar und deutlich hervor. aeti'V. daß der österre.chifte Soldat weniger erhält, als zur Ernährung eines Menschen und speciell eines Menschen, der im Dienste angestrengt werden soll, notwendig ist. — 42 00ogjiilitär.Flüchtlinge. Man schreibt »us Pest', .daß "°S königlich ungarische Landesvertheidi. «.„nasministerium fich veranlaßt füblte, das Ministerium^des 8”"® „ ,u „suchen, daß alle Lii.itärpflichtigen m Ev.denz geholten werden- Dem neuesten Gesetze zufolge ist nemlich irter ®(ann, der das zwanzigste £ “ _r«flid,tet. fich selbst zum Militärd.enst zu melden Lebensjahr überschritten vai verpflichtet, si» felbst . £fe Selbst°nmeldung versäumten jedoch zwe.undv.erz.g raufend Stellungspfl'chl'ge. die nun mehr oder minder zu Haftstrafen verurtheilt werden sollen, nota bene, wenn man tri^9y om sisenbahnzuge herabgesallen. gltljtelin und Elbeteinitz ist bei dem am 13. d. Wien nach Prag verkehrenden Personenzuge der Gon. ”®n «„pold Zemann, ein robuster starker Mann, wäh-“ er schnellsten Fahrt aus dem schlüpfrigen Laufbretts »arten markiert hatte, ausgeglitten und herab. nachdem immer brummt: mum, mum, mum, die eine Thür zu-, die andere aufschlägt, die im Schlot mit der Ofengabel hinausfährt und wieder auf den Herd herunterplumpt, die ein Gesicht wie ein Nest voller Eulen macht, die lauter Suppen aus dem Höllentopfe anrichtet, und was das Teufelszeug mehr ist, die lieb ich nicht, die mag der Teufel lieben." Local- und Provinzial-Angelegenheiten. — (Derk. k. Oberlandesgerichtspräfident R. v. Wafer) ist Sonntag mit dem Eilzuge (Er blieb hiebei mit seinem Paletot am Waggon ff und wurde eine Strecke weit fortgeschleift. Endlich ?^er (paietot und der Gontwcteur blieb liegen, mnbri Waggons wobei knapp an ihm vorüber brausten mJLür6ifltr®ti'e erlitt er nicht die geringste Beschädigung, ffi ie das Weib sein f oll. Inewergedruckten Pfarrers Spüret zu Rechenberg im Fränkischen yr lg - 1720 lesen wir folgendes: „Das Frauen. von Natur, wenn es schön, galant, com sauber aufgeputzt, wie ein swönes Pferd aus dem 3°&« ymmtr lieb ich plaifant, wie sie zu respektieren seien, die recht ** " , können, dem Manne alles an den Augen ab,ehen *°" will ha ! da lacht das Herz, wenn der Mann heim. ®°S ft nfc einen solch liebenswürdige» Engel antrifft, drr kommt » mti6,n Hetzen empfähet. küsset und her- *6» BlU 8rStlein oder Salätlein auf den Tisch trägt und »t' «n -mW und spricht: Engel, wo will er herunter-” baben? und was dergleichen Honig- und zucket fltf*n^ A(n mehr find. — Wenn man aber ein hoschi, Ai einen Rumpelkasten, ein alte« Weibeilen, lb-r eine Haderkatz, ein Marterfell im Han« hat, die von hier eingetroffen, besuchte gestern das hiesige k. k. Landesgericht und JnquisitionshauS, heute früh das k. k. städt. beleg. Bezirksgericht und wohnte gestern der Schwurgerichts-Verhandlung bei. — (Schulsparkaffen.) Wie wir vernehmen, ist die erste Schulsparkafse in ftrain in Bern rühmlichst bekannten Lehr- und Erziehungsinstitute des Herrn Al. Waldherr bereits im Gange. Das Verdienst, der schönen Idee so rasch Eingang verschafft und sie ihrer Verwirklichung entgegengeführt zu haben, gebührt zunächst dem an genannter An-lalt wirkenden Lehrer des Französischen, Herrn I. Schmiedl. — (Concert.) Morgen Mittwoch den 20. Oktober abends um 7 llhr findet das zweite und unwiderruflich letzte Concert des Geschwisterpaares Franz Krejma und Anna Krejma im Landtagssaale mit folgendem Programme iatt: I. Abtbeilnng: 1. Concert A-moll (in Form einer Gesangsscene), Spohr: Franz KreZma. 2. Concert C-moll (Adagio und Rondo), Beethoven: Anna Krejma. 3. Mor-ceau de Salon, Vieuxtemps: Franz Kreuma. II. Abtheilung : 4. a) Adagio Elegique, b) Polonaise brillante, Wie-niawski: Franz KreZma. 5. Concert Es-Dur (Rondo), Weber : Anna Storno. 6. Grande Fantaific Slave, Vieuxtemps: Franz Ärejjma. eneralverfamm|lnng der philharmonischen Gesellschaft.) Am 31. d. um zehn Uhr vormittag« findet im hiesigen Magistcatsfaale eine Generalversammlung der Mitglieder der philharmonischen e f e 11 s ch a s t statt. Auf der Tagesordnung stehen 1. Prüfung des geänderten Lehrplanes. 2. Ermäßigung des Unterrichisgeldeö. 3. Anstellung einet GesangSlehrerin. 4. Er höhung der Lehrergehalie. 5. Systemisierung eine« Verein«; dieners. 6. Legung der JahreSrechimng. 7. Wahl der Len-oten. 8. Präliminare pro 1876. 9. Neuwahl des Direktors und der DireetionSmitgliedet. 10. Allfällige Anträge der Vereinsmitglieder. — (DiekrainischeJndustrie-Gesellfchaft) hält am 26. b. um 4 Uhr nachmittag« in Laibach ihre echSte Generalversammlung ab. Programm: 1. Geschäftsbericht für das abgelaufeue Jahr. 2. Revifiousbericht. 3 Ver Wendung des Erträgnisse«. 4. Wahl der VerwaltungSralhS Mitglieder. 5. Wahl des Direktors. (Bären in Istrien.) Man fchreibt aus Istrien: Im Reichsforste Tlettvo bei Klana kam dem Forstwart Johann GroziL am 10. Oktober unverhofft ein Bar in Schuß weite Ein wohlgezielter Kugelschuß traf Meister Petz in die Weichthrile und derselbe verendete nach wenigen Minuten Der erlegte Bar, ein Weibchen, war von brauner Farbe, dicht und lang behaart, hatte eine Schwere von 180 Pfund und wurde sein Alter, nach Benrtheilung des Gebiffes und der Pranken, auf sechs bis acht Jahre geschätzt. Im Reichs forste Dlettvo haben die Bären zwar kein Winterlager, wol aber indenkrainerifchenSchneebergerwaldun gen, indem dort Bare» gehegt werden. Dieselben kommen jedoch zeitweise, aus Nahrung ausgehend, von den Schnee bergerwaldnngen in die angrenzenden Vorgebirge von Istrien In einem Zeiträume von zehn Jahren find im Reichsforste Dlettvo fünf Bären erlegt worden. — (Daß die Knnstwrinfabrication) schon vor mehr als 50 Jahren in Flor gestanden, beweist ein der „Gr. Tpst." vorliegendes Cirlular des k. k. illyrischen Gnberniums zu Laibach, datiert vom 21. Mai 1819, womit „die inländischen Weine durch künstliche Zubereitung den ausländischen Weinen gleich zu machen, und als solche zum Verkaufe anznlneten," verboten wird. ES heißt in dem Circular weiter wörtlich: „Gemäß eines Dekretes der k. k. hohen Hofkanzlei vom 30. v. M. Nt. 12668 hat die füc die altSsterreichischen Provinzen — um das Publikum vor manchen der Gesundheit öfters schädlichen Verfälschungen desto mehr zu sichern — «stoffene allerhöchste Entschließung vom 7. Dezember 1811, vetmög welcher die innlSndischen durch künstliche Zubereitung den fremden ähnlich gemachten Weine für ausländische zum Verkaufe anzukündigen und dafür ab* zufetzen, unter ConfiscationSstrafe verbothen, und die Uibet-trettcr noch übetdieß nach Umständen nach den auf die ®e* tränksverfälschnngen tn den §. §. 156, 157 und 158 deS IX. Hauptstücks des Gesetzbuches über schwere Polizeyüber-trettungen verhängten Strafen zu behandeln, verordnet wurde, — gegenwärtig auch in dieser Provinz in Wirksamkeit zu tretten. Welches zur allgemeinen Wissenschaft und Jedermanns Warnung hiemit bekannt gemacht wird. Laibach, am 21. Mai 1819. Joseph Graf vonSweerts-Spork, LandeS-Gonverneur. Leopold Freiherr v. Eitel.* P. (Theater.) Mit Widerwillen „Ein Engel" zu werden, war da« Thema unseres gestrigen Rosen'schen Sufi-Ipieles und wurde dasselbe auch so gut durchgeführt, daß dem beliebten Bühnendichter zur Ehre gereichen kann, ein Opus in solch gelungener Weise verdolmetscht zu sehen. ;pr. Frederigk war in der Titelrolle sehr glücklich und wußte den galante Abenteuer suchenden, titeln Commerzien-rath Saldau mit vieler Wahrheitstreue zu geben; fein liebes TLchterlein (Frln. T h a 11 e r) war wirklich reizend und ihre Naivetät stand ihr vorzüglich an. Eine edle Frauengestalt, geadelt durch Sprache und Ausdruck der Empfindung, trat uns in Frln. BsirSkY (Beate) entgegen und müffm wir das feelenvolle Spiel dieser Künstlerin ganz besonders lobend erwähnen. Unter solchen günstigen Vorbedingungen war eS auch leicht zu begreifen, daß die Herren Jank und Berka ebenfalls mit Feuer ins Zeug gingen und im Vereine mit den übrigen Mitwirkenden, welche alle ausgezeichnet aus ihrem Platze waren, zum cudgiltigen Gelingen redlich daS Ihre beitrugen. — Nicht fo lobenswerth können wir über den zweiten Theil des Abends sprechen. Wahrhaft bewunderungswürdig kommt uns der gewaltige Umschwung in dem Schönheitsfinne der Theaterdirection vor, indem mit der allem Anstandsgefiihle hohnfprechenden Offenbachiade ein Attentat auf das laibacher Publicum ausgeführt wurde und dieser Misgriff beinahe unbegreiflich erscheint. Sonst ist es in unserer Stadt Sitte, solche Machwerke selbst von sogenannten Volks- und Bänkelsängern nur mit Gleichgiltigkeit hinzunehmen, verwahren muffen wir uns jedoch, unser» Museutempel zu einer Singspiel-Halle herabgewürdigt zu ehen. Bedauern müsfett wir nur Hrn. Thaller und Steinberger, welche fich zu Werkzeugen dieses haarsträubenden Unfinnes hergeben mußten. Diefe Lektion dürste uns vielleicht vor ähnlichen Wiederholungen bewahren. Das Concert des 13jährige« Biolins-ielers Frau; Krezma, das er im Bereine mit feiner jungen Schwester (Pianistin) gestern abends im Redoulenfaale veranstaltete, gab dem kleinen daselbst versammelten Publicum, unter welchem wir mehrere Personen sahen, die sonst nie Concerte zu besuchen pflegen, Gelegenheit, in dem jungen Concertanlen ein entschiedenes Talent zu sehen. Der jugendliche Spieler hat vor allem einen schönen, vollen, markigen Ton, und auch seine Technik erhebt sich schon jetzt über das Niveau des Gewöhnlichen, so daß man nicht blos den talentierten, sondern auch bereits den routinierten Violinisten sah. Wenn der junge Kreuma die richtigen Bahnen des künstlerischen «Streben» einschlagen wird, wenn et seine Technik noch zur Höhe absoluter Reinheit gesteigert haben wird, wenn er mit einem Worte noch weiter baut auf der bereits gewonnenen herrlichen Grundlage, fo kann ihm eine bedeutende Zukunft nicht entgehen. Wir erlauben uns demselben ein paar wohlgemeinte Rathfchläge auf seine erste Kunstreise mitzugeben. Fürs erste soll er nicht vergessen, daß ein schöner Ton und eine selbst vollendete Technik noch nicht den Künstler, sondern höchsten« den Virtuosen macht und nur zu einem solchen ist sein Talent zu reich angelegt. Künstler aber wird man nicht durch musikalische Tändeleien wie z. B. Miska Hauser» „Böglein am Baum," sondern nur unter der Züchtung strenger, edler, stylvoller Musik; davon aber gab uns der Concertant keine Probe und wird un» auch am Mittwoch, dem zweiten Concertabende, wie da» ou»gegebene Programm zeigt, keine geben. Nur Bieuxtemp» und höchsten» ein Ernst oder Wieniawski» verräth schon die fatale Hinneigung zum Virtuosen-thum und vor dem wollen wir den begabten jungen Künstler vor allem gewarnt haben. Für- zweite liegt für den Eoncertanten eine weitere Gefahr in seiner Jugend. DaS Publicum treibt der Jugend des ungewöhnlichen Knaben zuliebe gerne Gefühlskritik und ist sofort bei einem laulgewordenen Tadel, z. B. über Unreinheit und Unausgeglichen» heit der Passagen, mit der gutmüthigen Aeußerung La: ich bitte, in diesem Alter ist ja das Geleistete schon ohnedies bewunderpSwerlh. Ganz richtig, aber der Kunstkritiker hat nicht Gefühls- sondern Ver-standesarbeit zu leisten, und wenn daher dem Con-«rtanten der Fall Vorkommen sollte, daß der Beifall des PublicumS willfähriger ist, als das Wort der Kritik, so soll er lieber dem harten Worte als den berauschenden Beifallsstürmen Gehör schenken; denn trotz des großen und verdienten Beifalls des Publikums darf der Concertant sich nicht dem Glauben an Vollendung hingeben, sondern er bedarf deS eifrigsten Fortstudiums und der Pflege guter Mufik, um in das Niveau der Sterne am Kunsthimmel emporzusteigen. Und nun noch ein Wort. Die gewissen Connivenzen an bestehende Tageefragen und nationale Rücksichten braucht ein Talent nicht, denn nicht der Kroate Krezma muß mit seinem Spiele fesseln, sondern der Violinist Krezma, und er wird erst dann Künstler sein, wenn ihm alle musikliebenden Menschen ohne Rücksicht auf deren Rasse zuju-beln werden. Krezma präsentierte sich auch als Cla-vierspieler im Vereine mit seiner Schwester, die ein sehr nette- und distinguiertes Spiel zeigte, und außerdem auch eine recht liebliche Mädchenerscheinung ist. Wir hoffen und wünschen für morgen dem musikalisch begabten Geschwisterpaare ein volles Haus, den Beifall desselben verstehen sie sich schon selbst zu erringen. Aus dem Gerichtssaale. Unter dem Borsitze des LandesgeriLtsrathes Dr. 2 et t • mairr im Beisein der Richter LandeSgerichtsräche v. Z h u b e r und v. R e ch b a ch und deS Anklägers Staats» onroalt Persch 6 fand gestern bei dem k. k. Landes- als Schwurgerichte die Haupivrrhandlung gegen Franz Äopai wegen Verbrechens des Todtschlages nach § 140 St.' <8. statt; als Vertheidiger fungierte Dr. A ch a t f ch i t s ch, als Schriftführer Auscultant G e r t s ch e r. Am 8. August l I gegen 9 Uhr abends wollten sich in Podgrad der Mühlenbefitzer Leopold Mazi uud Jofef Jelsovar über die Save überführen lassen. Da sie an der Ueberfnhr keinen Fährmann fanden, kehrten sie in das Wirthshaus des Balers des Mazi zurück, wo Franz War, Sohn des Ueberfuhrbesitzers, sich bereit erklärte, sie überzu-führen. Kaum waren sie jedoch zur «rücke gekommen, als ihnen Franz Kopai, Schwager des Pekar entgegengelausen kam und die Ueberfnbr nicht zugeben wollte. Nach einem kurzen Wortrstreite sprangen Leopold Mazi und Franz Äopaf auf einander los und bald darauf jammerte Ma;i auf, daß er erstochen fei, während Jtopaf entfloh. Mazi erklärte vor feinem Tode, daß Jtopoc ifm sechsmal, und zwar dreimal in den Oberleib und dreimal in den Bauch gestochen habe Die Sachverständigen erklärten eine der Bauchwunden für absolut tüdtlich. die andere als eine schwere und lebensgefährliche. Franz ftopoi schützt Bolltrunkenheit vor, während die diesbezüglich einvernommenen Zeugen solche an ihm nicht wahrgenommen haben. Der öffentliche Ankläger plaidierte in treffender Weise für die Schuldigsprechung des Angeklagten, so daß der Ler-lheidiger Dr. Achatschitsch es als mit seinem Gewissen und seiner Ehre als unvereinbar bezeichnete, zugunsten tes Angeklagten zu sprechen. Die Defchwornen (Obmann Dr. Josef jt o 8 11 r) bejahten einhellig die aus Todtschlag gerichtete Hauptfrage und verneinten die Bolltrunkenheit annehmende Zusatzfrage einstimmig. Auf Grund des Wahrspruche» der Geschwornen wurde Franz ftopat deS Verbrechens deS lobt« scbloge« nach § 140 St w schuldig erkannt und na» § 142 St. ®. unter Anwendung des 8 338 St. P. O. zur Strafe des schweren Kerkers in der Dauer von vier Jahren verschärft mit einer Faste alle Monat und einsamer Absperrung in dunkler Zelle und hartem Lager am 8. August jeden Jahres und na* § 389 St. P. O. mW Ersätze der .«osten deS Strafverfahrens verunheilt. Witterung. Laibach, 19. Oktober. Trübe, regnerisch, schwacher NO Wärme: morgens t> Uhr + 9'i)e, nachmittags 2 Uhr + 7 6® C. (1874 t- ltz70«; 1873 t 168° C.) Barometer im Steigen 7»6 «6 Mm DaS gestrige TageSmittel der Wärme -f 10 4* lim 0 7» unter dem Normale Wichtig für Viele! In allen Branchen, insbesondere aber bei Bezug der allgemein beliebten Original-Lose rechtfertigt sich das Vertrauen einerseits durch anerkannte Solidität der Firma, andererseits durch den sich hieraus ergebenden enormen Absatz. Von ganz besonderem Glücke begünstigt und durch ihre Pünktlichkeit und Reellität bekannt, wird die Firma Adolf Haan «*r Co. In Hamburg jedermann besonders und angelegentlichst empfohlen. Verstorbene. Den 18. Oktober. Thomas Ramovs, Taglöhner, 58 Jahre, Hradeczkyvorstadt Nr. 29, Gesichtskrebs.______ Theater. Heute: Stradella. Oper in 3 Acten von Flotow. Morgen: Dolores. Drama in 5 Acten von I. Weilen. Telegramme. Wien, 18. Oktober. Die Reichsraihscorrespon» denz vernimmt: Morgen wird Finanzminister Freiherr von PretiS das Budget pro 1876 vorlegrn und dasselbe durch mündliches Finanzexposi begleiten. Die „Politische Korrespondenz" vernimmt, daß die Meldung über angeblich bevorstehende Ernennung von Herrenhausmitgliedern jeder Begündung entbehrt. Mailand, 18. Oktober. Der deutsche «aijer ist hier eingeiroffen, wurde vom Könige und den königlichen Prinzen empfangen und von einer ungeheueren Volksmenge enthusiastisch begrüßt. Der Kaiser fuhr sodann unter Kanonendonner und unter Klängen der preußischen Hymne durch die festlich geschmückte Stadt in das Palais. Madrid, 18. Oktober. Der König ist an Bronchilis erkrankt, dessen Zustand jedoch nicht bedenklich. Wiener Börse vom 18. Oktober. Staatsfonds, Stete. Rente, öst.Pap bto. bto. öft. in Eilb t VON 1854 t Boa 18*0, e von 1860, " lenie Geld 69 *6 Ti 10 104*75 111-5H 117-133.50 78*80 81-60 Prämieufch. ». 1864 Orondent.-Obl. kiedcniürg. Ungarn Acben. flu _______________________ ktebitanftalt..........|*05 30 Depositenbank. . L«c»m»tt-«nftalr ftranco • 8anr . . penteisbant . . . »ationelient . . Ctfr. Banfgcfeni. Union«Sen! . . . 8emn*b«nt . . . «etkehtsbank. . . Mftld-Bahn *e«l 8ubwii «elf. «tts.-ivahn *«t|. St. Oosef,b 8tsat»bahn . . . eflbbabn .......... ©arr 70-05 74S0 V5 — 111-70 117-50 133-75 79-30 sr- 101-40 205*30 680- 6%*-30 60 31* 50 —, 5 50 »35 jx*6 — 6b — 170-— 88 10, 88-20 83 - 83 60 »07-50 207 76 168* 169* 158-60 >59 -275.60|27-i — 109 251109 50 Pfandbriefe. Otlb Bete Allg. oft. 8ob.=6ttbit. bto. in SS 3. ... . Ration. 6. W Ung. Bod.-Lreditanft. 99M 89 40 W'6i 66-60 99-75 89 60 98-70 88.80 Prioritäte-Obl. Ftan, Iosts»-Babn . Oest. Siotbwestbahn . Siebendütget . . . . Staatsbahn Südb.-Ges.zn 500 Ft. bto. Bon» »>15 »!•-- 70- 1M-— 104-70 m- 95-— »1*5 70 85 141*5 106- Lose. Srcbit » Lose Viubolfl - Lose .... 1?S — IS« lssee IS» Weche. (SSDton.) äug»b.lOOfUübb.*B jrrantf. IOC Mark. . Hamburg „ . Vonton 10 Bfb. feletl. Pari» 100 Franc» . . MM 55-10 55-15 11170 *4*5 MIO 66-15 55» 111» *4 70 Münzen. »aif. MünjlDncate» rv-FrancSstück.... Preuß. «assenfchcine . ©ilbtt . . 551« 901 V6S 10S-SO 6S5S 9*01* M Telegraphischer (Kursbericht am 19. Oktober. Papier-Rente 69 95 — Silber-ReMe 73 95 — 186«« StaatS-Anlehen 11150.— Lankactien 927. — Credit 204-40 — London 112 75 — Silber 10410. — K. k. Müu»> dncaten 5 b5. — 20-FrancS Stücke 9 02. — 100 «eich«, mark 56. Wegen Abreise ist sogleich eine Wohnung (mit oder ohne Möbel) von zwei Zimmern, Sparberd, Küche und Holzlege zu vergeben. — Anfrage: Krakauvorstadt Nr 3 (am Zois'schen Graben.) Gedenktafel über die am 20. Oktober 1875 stattfin- denden Imitationen. 2. Feilb., Raik'scde Real., Gaberje, BB. Ru-dolsSwerth. — 1. Feilb., Skala'sche Real., Ler-tatsche, BG. Möttling. ~ 1. Feilb., Modic'sche Real., BloschkapoUza, BG. Laas. — 1. Feilb, Gerl'scbe Real, Oberseedorf, BG. LaaS. — 1. Feilb., Furlan'jche Real, Slap, VG. Wip-pach. — 1. Feilb., Dougan'sckie Real.. St. Beit, BG. Wippach. — 1. Feilb., Primc'sche Real., Lluen, BG. Gnrkfeld. Am 21. Oktober. 3. Feilb., Derganc'sche Real., Möttling, BG. Möttling. — 3. Feilb., Stanitsch'sche Real., Nestel-thal, BG. Gottschee. 3. Feilb., Simlii’jctie Real., Radovic, BG. Möttling. - 2. Feilb., Selan'sche Real., Hrastovdol. BG. Sittich. — 2 Feilb., Pajl'sche jun. Real., Dra^a, BG Sit-tich. — 2. Feilb-, Kial,'sche Real., Hrastovdol, BG. Sittich. — 2. Feilb., PlaninLek'sche Real., Zagorica, BG. Sittich. - 2. Feilb., Sedlar'jche Real., Uiiterfronau, 8® RudolsSwerlh. — 2. Flb., Turk'side Real., Selo bei Hasenberg, BG. Ru-dolsSwerth. — 2. Fei'.d, Bertaiii'sche Real, l'ota, BG. Rudolfswerth. — 2. Feilb., Hönigmann'scbe Real, Unterthurn, BG. Rndolsswerth. — 2. Flb., Jlovar'sche Real., GoiSd. BG. Littai. - 2. Flb., Kump'sche Real., Unterdeutschau, BG. Gottschee. — 2. Feilb., Wittinc'sche Real., Rieg, BG. Gottschee. — 3. Feilb, Praßnik'sLe Real., Ra-schiza, BG. GroßlasLiz. — Einzige Feilb., Hri-bovsek'fche Real., Podbnkuje, BG. Littai. — 1. Feilb., Kristan'sche Real., Studenz, BG. Sittich. — 1. Feilb., Saje'jche Real., Dob, BG. Sittich. Angekommene Fremde am 19. Oktober. froid ?t»d> ttfim. Oblak, Schweitzer und Liitmann, Kaufleute, Wien Müller, Äfm., Schönau. — «renn, Reis., Urbeniit, Beamter, und Wilerwobl. Goltschec. Gorjup, Reis., Triest. Jaklin, Weitenstein. — golner, Lehrer. Hoheneg. voirl Elrsuni Sinvida, Äfm., und Leicht, Wien. Deutsch und Stern, Kaufleute, Agram. - Mejai und Kahn, Reisniz. Merhar, Gotlschee. Steiner, llradiS. Hoifl Vuropa. Burger, Landstraß. Mohren. Hanat, St. Martin. — Sachs, Forst-beauiter, Trieft. 0£T iur lömriliflimg an tai titu beginiikndl» Zichungk» br- gtofjtl ooin CI*»** lomburg irrnrlimi*ten und eeranllnrn Gelöverloofuna. Unter forlwührkndec tiirantie unb Aussicht bk» Slaan» ftehcnl), stvd bieftm Unletntbmtn sowohl äußerste ©olibität ol« gute Einrichtung dnart veteinigt, um die Theilnahme empsehlenewerih zu machm, nmsvmkhr, l« bit ersorberlichen Sofien gegenüber den Uafiit gebotenen Lori heilen nur un-btbtaunb zu nennen sind Nur Crlgiimliooit luctbe* °u»g>«edeir lieber bit Heilste der üoost werden innrüalb sieben Ldlheilunoeii «d« 6lassen mit Gewinnen gezogen, namlid) eotnt.: 375,009 ...218,750 Virich^mark Mulden s. W. apee.i 1 Prämie Rm. p 25000« 8 Gewinne 1 Gewinn 18.1000 9 Gewinne 1 Gewinn 804*00 12 Gewinne 1 Gewinn _ «55000 Gewinne 1 Gewinn 50000 5 Gewinne 1 Gewinn 40000 40 vewinne 1 Gewinn n 3«0(H> 1 Gewinn 8 Gewinne w 30000 204 Gewinne 1 Gewinn n SliiOO 4 Gewinne 2 Gewinne n 20000 1 Gewinn 1 Gewinn „ 18000 412 Gewinne in Allem 41,700 (j)minnr. 18000 ioooo 6000 »800 i 4000 3600 8400 1800 1500 1800 Zu der Ziehung erster (flaijc uetscabai nit gegen Einsendung de» planmäßigen iBetraaee: an;eOriginat-Lovsefür!!hlr.8odecfl.N 50, , „ 1 „ „ i.w, f aS SUertrouen, welches sich diese koose (o cafiti erworben habe», läßt iln» beoeuleube «uslriige ermatten, solche werben bi« zu btn kleinsten Bestellungen selbst nach den enlfemleelen Gegenden prompt unb verschwieg,» nuSgefuhrt. albe Oebem Theilne!,mer werben von uns die mit dem S1nn1PiUR|i-pen Vfijehenyi tirUlnallooee nutet Beifügung de« amtlichen Sietr ioo(ung«iilnnr«lünttliflj (ugesenbet; bit amtlichen Gewinnlisten, sowie bit >»«j»hlnng brr Gewinne ttjol. gen sofort «ach Eichung. Aufträge für Mt erste Sttloofung einstnbung bto Betragt« obtt unter OMtaatmt nehmen wir entgegen »efltn Post» bis tunt 30. October. K«S beliebt sich baldigst unb direkt ,u wenden an Adolph Haas & Co., Staat«»ffec»»t, - Handlung in Hamburg. un|tr fltte vom Glück begünstigte» Geschäft fielen in kurzen ^wis die gto6m Newinne vo» M VSe.tlOO, IHO.OOO, läO.fl 3n räumen Druck don Jg. c. Sleinmayr k Ked. Bamterg. Verleger Dttsmar vamder-. raumen bit gtofirn gewinne vo» V za®,»im». •e.ooo, eo.oeo, so.ooo. ««.«»<». ao.ooo, aw.ooo». »">' Der letzte grühte Gewinn siel am 6. Och in unser Debit. Rüt die «edactivn verantwortlich: Franz Spitaler.