| V^L»»«eratt,»S - Preise 68t Laibach: •««1 jährig . . 8 fl 40 Ir. d-lbjährig. . . 4 „ 20 „ »inteljLhrig . 2 „ 10 „ i Kenntlich ... — „ 70 „ Mir der Post: •anjjfibtig ...... IS fl. r-ldjähng.............. 6 w Wntdj8N8 S „ Bflt Zustellung ins Hau» ►iptrij. 86 kr., menetl. 9 kr. Laibachcr Redacti»« Bahnhofgaffe 132. •tajriut Nummern 6 kr. Gx-e-Mo«- & Iu^rate«-Bureau; Longreßplatz Nr. 81 (Buchhandlung von Jgn, e. Älcin-mahr & Fed, Hamberg.) Insertiouspreise: Für die einspaltig? Pet ä 4 kr., bei zweimaliger' schaltung ä 7 tr., ireim ä 10 kr. Jnsertionsstempel jcdesm 30 kr. Bei größeren Inseraten unb öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Anonyme Mitteilungen werden nicht berückfichtigt; Manuscripte nicht zurückgtsendel. Nr. 110. -amstag, 16. Mai 1874. Morgen: Paschalis. Montag: Benantius. 7. Jahrgang. Die freiwillige Feuerwehr. (Schluß.) Was in den Gauen unserer Nachbarländer fast keines Kampfes und keines Ringens mehr bedarf, wessen man sich dort als erreichten Zieles freut, was dort durch jahrelange Uebung und geläuterte Erfahrungen gegen blöde und böswillige Anfeindungen geschützt ist: bei uns bedarf es noch langer unverdrossener Arbeit, bis sich endlich die Erkenntnis vollends Bahn bricht, bis mehr und mehr alle Kreise zur Einsicht gelangen, daß eS eine Ehrensache ist, Mitglied einer freiwilligen Feuerwehr zu sein, Ehrensache insbesondere für alle Bürger, für alle Hausbesitzer und deren Söhne, die ja zumeist am Bestände einer tüchtigen Feuerwehr interessiert sind. Niemand fällt als gelernter Feuerwehrmann vom Himmel; das Bekämpfen des feindlichen Elementes muß ebenso gelernt und grübt werden, wie von den Soldaten das Bekämpfen des Feindes; wie der Soldat die Handhabung seiner Waffen, das Zusammenwirken «nit dem ganzen Truppenkörper lernen muß, hat sich auch der Feuerwehrmann mit seinen Geräthen, Löschrequisiten und Obliegenheiten vertraut zu machen. Eine unorganisierte Löschmannschaft verhält sich in ihrer Leistungsfähigkeit zu einer organisierten, geschulten und disciplinierten geradeso wie ein Haufe regelloser Freischärler zu einer kampf-Btübttn Truppe. Da demnach nur in längerer Uebung, in der vollen Vertrautheit mit seinen Obliegenheiten und in der Kenntnis seiner Umgebung die Ge- währ einer erfolgreichen Bekämpfung deS entfesselten Elementes liegt, ss ergiebt sich von selbst, daß hauptsächlich in der zahlreichen Betheiligung der Einheimischen und dauernd Ansässigen und dem Beitritte und in der Unterstützung der Bürgerschaft die sicherste Bürgschaft für da« Gedeihen, den Erfolg und den dauernden Bestand der freiwilligen Feuerwehr liegt. An die Bürgerschaft Laibachs richten wir daher an dieser Stelle einen Appell, sie möge dem Rufe zum Beitritt zur Feuerwehr zahlreich Folge leisten, sie möge sich durch eifrige Hebung dieses Institutes selbst ein glänzendes Zeugnis geistiger Reife, gesunder Einsicht und erprobten Bürgersinnes ausstellen; sie möge nicht erst warten, bis das verheerende Element selbst in Flammenzügen, feuriger und zündender als es unsere Worte vermögen, den Ruf an sie ergehen läßt. Jeder erwartet ausgiebige Hilfe, wenn sein oder der Seinen Leben und Eigenthum bedroht ist; keiner darf aber auch säumen, seinem Nebenmenschen zu helfen. Auf daß aber diese Hilfe in der FeuerS-noth eine wirkliche, ausgiebige, erfolgreiche werde, darf sich keiner die Stunden reuen lassen, die er opfert, um sich zu üben im Helfen und Retten. Was vom Feuerwehrmanne verlangt wird, kann jeder freie Mann unbedenklich leisten. ES ist niemanden eine Schande, sich den statutenmäßig selbstgewählten Ober- und Untercommanbanten unterzuordnen und ihren Weisungen zu folgen; es ist vielmehr ehrenvoll für den Mann, die Würde des Institutes zu wahren, treue Kameradschaft im Kampfe wie in btr Gesellschaft zu halten, seine Kräfte in der Gefahr opferwillig anzuspannen. Ja wenn nur bie Urbungen nicht wären 1 hören wir manchen seufzen. Freilich haben die Ncueintre-tenden die Uebungen mitzumachen, bis sie sich die nöthigen Fertigkeiten erworben haben. Aber wem es ernstlich barum zu thun ist, im NothfaOe tüchtiges zu leisten, wirb sich burch die Uebungen, die ja auch wieder zur Erhöhung seiner leiblichen Gefmidh-it beitragen, nicht abhalten laffm, ber edlen Sacht seine Kraft zu leihen. Zudem bietet eine gut organisierte Feuerwehr für jede Altersstufe von 18 bis 60 Jahren Raum und paffende Verwendung nach Maßgabe der Kräfte und Neigungen eines jeden als Steiger, Schlauchrottenmann, Spritzen- und OrdnungSmann und als Retter. Wen dagegen Alter, Körpergebrechen, Kränklichkeit u. dgl. hindern Beizutreten, dem bietet die Feuerwehr die beste Gelegenheit, feinen guten Willen durch gewisse jährliche Beiträge zum besten deS Institutes oder in die UnlernützungSkasit für verunglückte Feuerwehrmänner zum tatsächlichen Ausdruck zu bringen. Wenn eS nemlich schon ein Gebot der Nächsten« liebe ist, dem Nebenmenschen bei drohender Gefahr beizustehen, fo ist LS umsomehr Pflicht und Schuldigkeit, den im Unglücke nicht zu verlaffen, der für feine Nebenmenschen feine Existenz, feine Gesundheit geopfert hat; diejenigen zu bewahren vor Noth unb Darben, deren Ernährer im Dienste der Menschlichkeit sein Leben eingesetzt und verloren hat. Bo« dieser Ueberzeugung durchdrungen , haben alle Feuerwehren und soeben auch die laibacher Unter- Feuilleton. Unsere „schlechten Dienstboten." (Schluß.) „ES wäre in allen Punkten noch viel zu verbessern, liebe Frau Meier," erwiderte Frau Heyne, »und ich möchte nur alle Frauen auflordern, ein* viüthig zu diesen Verbesserungen die Hand zu bieten; l® würden sich die Zustände bald viel angenehmer ökstalten. Weyn sie eine kurze Geduld haben wollen, 1° möchte ich Ihnen die Hauptpunkte herausheben, "vt die es sich nach meiner Ansicht handelt. — Zunächst werden wir einsehen muffen, daß der gewal-«fle Umschwung unserer Zeit auch in die häuslichen -Verhältnisse kingreift, daß eS also nur natürlich ist, unsere Dienstboten einen bedeutend höheren ^ohn verlangen als früher. Ihnen diesen freiwillig iu gewähren, halte ich für ein Gebot der Klugheit, kvenso, wie sic in Beziehung auf Kost, Schlafstelle, MiSgaog rc. so günstig zu stellen, wie es nach den «r Ä ^*n btt Familie nur möglich ist. Ehe bie itWngii^jjjt on die Herrschaft sich , entwickeln kann, «I* . das Gesühl der angenehmen Existenz bie yuiesBne Hau«,, ünh nun, nachdem für ihre ma- teriellen Bedürfnisse gut gesorgt ist, kann man auch eine tüchtige Arbeitsleistung von ihnen verlangen. In einem gut eingerichteten Haushalte, wo jeder fein fest angewiesenes Theil Arbeit täglich in btr» selben Wtist zu versehen hat, wo eine tüchtige Hanb bie Zügel führt unb ein helles Auge über allem wacht, gab unb gibt eS noch immer gute Dienstboten, beim bem Geiste eines solchen HauseS fügt sich auch ein anfangs widerstrebendes Element, und trotz aller „neuen Anschauungen" beherrscht die feste Autorität einer tüchtigen unb charakterfesten Frau heute wie ehemals ihre ganze Umgebung. Aber da kommt nun der Hauptpunkt, über den ich gar nicht sprechen würde, wenn sich die Frage ohne ihn abhanbeln ließe. In hundert unb aber hünbert Fällen hat sich mir die Wahrnehmung immer wieber aufgedrängt: ES fjhlt größtenteils an ben Frauen, auch sie befinden sich in einem UebergangS-zustande von der praktischen Tüchtigkeit ihrer Großmütter zu der gediegenen Bildung kommender Generationen. Was wir obtir jetzt vor uns sehen, ist in fo vielen Fällen Halbheit, Oberflächlichkeit unb un» tüchtiges Wesen, baß es mit Wundern, zugehen müßte, wenn bie Dienerinnen solcher Herrinnen etwas besonderes leisteten." „Sie sind sehr — aufrichtig, beste Frau Doc-torin", brachte Frau von Breda etwas mühfarn heraus. „Ich rechne auf Ihre allfeitige Klugheit und Güte, gnädige Frau. Der redliche Wunsch, etwas zur Besserung unserer häuslichen Verhältnisse bei-zutragen, hat mich schon öfters in dieser Weise sprechen und schreiben lassen — daß ich keine persönlichen Absichten dabei verfolge, wissen Sie alle gewiß. An den Frauen wäre es also vor allen Dingen, ihr Haus so zu ordnen, daß es Mann, Kindern unb Gesinde wohl darin fein kann. Dies läßt sich durch vernünftige Einteilung der Arbeit in kleinen wie in großen Verhältnissen erreichen. Aber dazu gehört vor allen Dingen, daß die Frau mit ganzer Seele sich ben Pflichten bes Haushalte» wibmet, jede Arbeit selbst versteht und sie im Nothfalle selbst mufter-gütig thun kann. ES ist unglaublich, wie rasch die Dienstboten den sachverständigen Tadel von dem unbestimmten zu unterscheiden wissen, wie sie gegen den ersteten schweigen unb gegen ben letzteren grob werben. Dqnn entspringt aber noch ein anberer großer Borthejl «uS diesem Srlbstkönnen und Wissen: «ine ftützung-lassen eingerichtet, in welche thrilS sie selbst, theils Feuerwehrfreunde regelmäßige und außerordentliche Beiträge Unzahlen. Gewiß wird jeder billig Denkende mit uns über» einstimmen, wenn wir sagen, daß eS eine zu harte Forderung an den Feuerwehrmann wäre, zu den Opfe»n an Zeit und Mühe, die er bringt, noch das der ausschließlichen eigenen Versicherung zu knüpfen, und es ist daher gewiß nur bilig und recht, wenn zu dem UnterstützungSfonde namentlich solche beisteuern, welche aus irgend einem Grunde nicht in »er Lage sind, selbst als Feuerwehrmänner Dienste zu leisten. Wenn dann mit der Zeit die Ueberzeu-gung von der Nützlichkeit und Notwendigkeit dieses Institutes allgemein festgewurzelt sein wird, so werden auch die Spenden reichlicher fließen und die sich ergebende Summe wird, sicher und auf Zinsen angelegt, jedem Menschenfreunde und Feuerwehrmanne der Landeshauptstadt die Gewähr bieten, daß er und die Seinen im Unglücksfalle wenigstens vor Noth geschützt find, und sollte er auch verzichten müssen auf Arbeit und Erwerb, auf des Lebens Lust und Freude. Mtge* diese Zeilen dazu dienen, das Interesse für das herrliche Institut zu wecken, wo es schlummert, zu erhöhen, wo eS zu schwach ist, um sich zur That aufzuraffen; mögen unsere aufrichtigen Worte die noch herrschenden Vorurtheile zerstreuen, die Zweifelnden bestimmen, die Wohlwollenden überzeugen und erwärmen für diese gute edle Sache, für diese verkörperte Nächstenliebe. Der Zweck dieser Zeilen war: der Erkenntnis der Wahrheit im Feuerlöschwesen eine Gaffe zu bahnen, und wir würden uns glücklich schätzen, wenn wir sagen könnten: Von der Saat, die en«geftreut worden, ist manch' ein Körnchen auf fruchtbares Erdreich gefallen; sie keimt und wächst, reift und bringt hundertfältige Frucht! Drum frisch an« Werk mit dem Ruse: Gut Heil! Politische Rundschau. Laidach» 16. Mai. «yxltttt). Die österreichische Delegation hat dem Grafen Andraffy ein Vertrauensvotum er» theilt, indem sie da« Budget des Auswärtigen ohne Debatte genehmigte. Selbst die Ultramontanen verzichtete» darauf den Grafen ob seiner Note gegen die Encyclica einen Tadel auszusprechen, wohl deshalb, weil es feine Schwierigkeiten hatte gegen den Standpunkt des Ministers, der die Note als eine Ergänzung des kaiserlichen Schreibens bezeichnet hatte, zu Felde zu ziehen. Die bekannte Loyalitätsheuchelei wäre dabei nicht wenig ins Gedränge gekommen, denn es wäre unmöglich gewesen, die Note des Minister- zu verurtheilen ohne das Schreiben des Mott- solche Frau wird niemals ihr Dienstmädchen mit übertriebenen Forderungen belasten. Wer selbst die Erfahr»ng hat, wie viel Zeit es braucht, ein Geschäft richtig zu thun, wird eS nie in der Hälfte dieser Zeit verlangen. Ich bin oft erstaunt über unsere jungen Frauen: je untüchtiger sie selbst zu jeder Arbeit sind, je mehr dem Innern ihre« Hauses entfremdet, um so anspruchsvoller werden sie gegen die Einzige, welcher sie sowohl grobe als feine Arbeit zumuthen, ganz uneingedenk des sehr wahren Worte«: „Du hast an Deiner Magd keine Eclavin, sondern nur «ine Gehülfin." Die „Gehülfm" aber setzt «den eigene Tätigkeit voraus." „Sie haben in vielem Recht," versetzte nun Iran Meier, „e- würde viele«, so namentlich auch dir Erziehung der Rinder, besser stehe.,, wenn die Arauen selbst vernünftiger wären. Aber alle« Uebel läßt sich damit nicht wegschaffen. Dienstboten von heutzutage sind, fogut wie die Arbeiter, fauler, widerspenstiger und genußsüchtiger, als sie t« früher wertn. E« ist für mittlere und kleinere Verhält-utfie kaum mehr möglich, eine ordentliche Person *u bekommen oder zu behalien. Wie viele von un« haben diese Erfahrung gemacht und zuletzt Muth and Lust verloren!" »Ich kann auf diesen sehr begründeten Bin» archen in die Debatte zu ziehen. Unsere Ultramontanen als praktische Leute machten gute Miene zum bösen Spiel und fügten sich schweigend. Da« Reichsgesetzblatt veröffentlicht die beiden Gesetze vorn 7. d. M., wodurch 1. Bestimmungen zur Regelung der äußeren Rechtsverhältnisse der katholischen Kirche erlaffen werden und 2. mit welchem behufs Bedeckung der Bedürfnisse des katholische« Cultu« die Beiträge zum Religionsfonds geregelt werden. AIS interessantes Factum sei hervorgehoben, daß die Publikation des ersteren Gesetzes in der „Wiener Zeitung" zwei Stellen mit gesperrter Schrift enthält, und zwar die Stelle, nach welcher Pfründen, die aus öffentlichen Mitteln dotiert sind, nur anf Grund einer „durch die Staatsgewalt vorgenommenen" Präsentation verliehe« werden können (§ 4, Alinea 2), ferner die Stelle im letzten Paragraph, nach welcher die Cultusver-waltung darüber zu wachen hat, daß die kirchlichen Organe dem Gesetze, sowie den aus Grundlage desselben .von den staatlichen Behörden erlassenen Anordnungen und jedem von ihnen kraft dieses Gesetzes gestellten Verlangen" nachkommeo. Diese beiden, von der Staatsgewalt handelnden Bestimmungen, sind in dem amtlichen Organe der Regierung mit durchschossenen Lettern wiedergegeben. In dieser Art von Publication dürfte schwerlich ein zufälliger Umstand, vielmehr ein Merks für den Leser gelegen sein. Wie verlautet, hat nunmehr auch das dritte der konfessionellen Gesetze über die Anerkennung religiöse* Genossenschaften die kaiserliche Sanction erhalten. Es ist dies die harmloseste der vier conseffionellen Vorlagen. Selbst die Ultramontanen haben gegen dieselbe keinen Widerstand erhoben. Bekanntlich hat sich der ungarische Episkopat infolge der vom Minister Trefort eingeleiteten Verhandlungen bereit erklärt, den Studien-fondS für das laufende Jahr mit 40,000 fi. und für die zwei nächstfolgenden mit je 50,000 fl. zu subventionieren. Ein Eommunique im ungarischen AmtSblatte erklärt nun, daß der Episkopat jene Verträge offerierte, „ohne dieses Anerbieten an Bedingungen zu knüpfen und ohne daß diesbezüglich zwischen dem Episkopat oder irgend einem Mitglied desselben und dem EultuSminister Versprechungen irgendwelcher Art oder Richtung gewechselt, Verträge ober Compcomisse geschlossen und Stipulationen gemacht, ober auch nur aufs Tapet gebracht worden wären." Ausland. Die berliner „Prooincial Eorre-spondenz" bespricht die Antwort De rb y's aus Russell» Anfrage im Oberhause inbetreff der allgemtU wand ijur antworten, daß er den großen, socialen Umschwung berührt, welcher in allen Leden-gebieten sich mächtig fühlbar macht. Für einzelne Klaffen der Gesellschaft ist eS eine harte, eiserne Zeit, und wir, als die Generation des llebergangs, leiden am meisten davon. Aber sehen Sie um sich: da« Jagen nach materiellem Genuß, nach raschem Rcichthum bei möglichst wenig Anstrengung — ist ja allgemein; sollten die Dienenden allein von dem Fieber nicht ergriffen werden? Und wäre e« nicht an uns, hier mit gutem Beispiel ihnen voranzugehen, statt den Luxus zu pflegen und dann nur plötzlich wieder an den Dienstboten sparen zu wollen ? Allerdings werden die kleinen Beamten- und Rentiersfamilien die Concurrenz um tüchtig geschulte Dienstboten nicht mehr mitmachen können, aber dafür ist die Haushaltungsarbeit durch die Hilfsmittel unserer modernen Zustände so vereinfacht, daß die Töchter eine« solchen Hause« sie mit leichter Mühe und vielleicht einer Hilfe für die gröbste Arbeit s-lbst versehen können. Dabei müßten sie freilich jenen mühsam gewahrten Schein der „Damenhaftigkeit" aufgeben, der ohnedie« in keiner Wei>e zu solchen Zuständen paßt." % „Ober aber selbst etwa« erwerben", sagte Frau Michaeli«, „wenn sie den Standeshochmuih bei Seite nett politischen Lage un» meint, dieselbe werde trotz der Zurückhaltung Derbys die leichtfertigen und beunruhigenden Gerüchte zum Schweigen bringen. Die Correspondenz hebt hervor, daß nach den übereinstimmenden Erklärungen der beiden Staatsmänner Frankreich als Herd der vorhandenen Krieg«-besorgniffe bezeichnet werde, und betont die große praktische Bedeutung der Derby'schen Erklärung betreffs der bindenden Kraft der eingegangenen Ver» träge, womit augenscheinlich auf die Neutralität Luxemburgs und Belgiens hingewiesen sei. Der Artikel schließt: „Seitdem Metz und Straßburg sich in unseren Händen befinden, ist Frankreich ein Angriffskrieg sehr erschwert; ein überraschender Angriff könnte nur über Luxemburg und Belgien versucht werden. Insofern die französische Kriegspartei sich der Täuschung hingeben sollte, unter Nichtachtung der Neutralität von Luxemburg und Belgien vorzugehen, ist es hochbedeatsam, daß England den festen Entschluß bekundet, für die Aufrechthaltung der Verträge feineStheilS einzustehen. Dur» diese Erklärung betheiligte sich England thatsächlich an der Friedenspolitik, welche in den letzten Jahren die mit Deutschland befreundeten Mächte anstrebten. Russell erwarb sich durch Provo-cieruug dieser Erklärung ein Verdienst um die Sicherung de« europäischen Friedens." Die erste Sitzung der Versailler Nationalversammlung wurde meist durch Formalitäten ansgesüllt. Ein zur Verlesung gelangte« Schreiben des Deputierten Piccon, worin derselbe die Verzichtleistung auf sein Mandat anzeigt, beweist, daß Frankreich nun auch sein „Venetien" hat. Die separatistischen Bestrebungen in Nizza existieren, trotz der bemäntelnden Phrasen Beauregard«, und gerade der letzte Krieg hat eS bewiesen, daß Nizza und Savoyen gar nicht aufgelegt sind, die Freuden und Leiden Frankreich» zu theilen. Die ■ jungen Gonfcribierten ließen sich nur widerwillig für die Volksheere Gambettas pressen, und in Savoyen fptciell protestierte man unter Berufung auf die durch die wiener Verträge garantierte Neutralität des Chablais und Faucigny entschieden gegen die übermäßigen Lasten, welche diesen Gegenden durch die Militär-Einquartierungen erwuchsen. Seit jener Zeit hat sich infolge des unsicheren Zustandes in dem sich Frankreich befindet, die in Savoyen herrschende Abneigung nur noch verschärft. AIS Ergänzung der von der „Jndöpendanct Beige" gemachte» Enthüllungen bezüglich der Vorgeschichte des Krieges von 1870 theilt die „Köln. Ztg." folgende Details über die Haltung der Mini» Fortsetzung in der Beilage. fetzen und bedenken wollten, daß heutzutage mit Verdienen mehr zu machen ist, als mit Sparen." Wir kommen weit von unserem eigentlichen Thema ab", warf Fräulein Dernburg ein.'1 Die Frau Doktorin ist uns da» eigentliche Rezept, au« schlechten Dienstboten gute zu machen, noch schuldig. Ich wäre Ihnen für einige spezielle Winke in dieser Beziehung, wie ich ehrlich gestehen muß, sehr dankbar , denn mit dem allgemeinen Klagen Über bie Unvernunft der Frauen ist im Grunde wenig geleistet." „Das „Recept", sagte Frau Hey'ne mit einem ernsthaften Blick nach ihrem Gegenüber, „ist baS» selbe, wie zum friedlichen Umgang mit allen anderen Mitmenschen auch: Klugheit, Gerechtigkeit, Mäßi' gung und Menichenliebe, nebst unbeugsamer Sonst» quenz im Festhalten des einmal für recht Erkannten. Eine Frau, welche diese Eigenschaften, die Resultate einer tüchtigen Erziehung, in ihrem täglichen Lebe» betätigt, wird nie über schlechte« Gesinde klagen, denn wenn sie auch die Schlechte und Gemeine abweisen muß, so wird sie im stände sein, durch den Eindruck ihrer eigenen Persönlichkeit mit Strenge und Güte au« der Schlechterzogenen, ober noch ® artigen etwa« tüchtige« zu bilden, »ährend dasselbe Mädchen bei einet anderen Frau vollend« verderben würde." Stüdgt zum ^.SalVacher Tagblatt" Nr. HO vo« 16. Ma, isn. ficv Louis Napoleon'S selbst mit: „Nur einer derselben leistete bis zum letzte» Augenblicke Widerstand, nemlich Plichon, heule Deputierter des Norddeparte-ments. Er stimmte im Ministerrathe auch gegen die Kriegserklärung und sagte, nachdem der betreffende Beschluß durchgegangen war, zum Kaiser, indem er auf ein Porträt des kaiserlichen Prinzen hinwieS: „Sire, je crains que cette guerre por-tera malheur ä votre fils.“ Der Duc de Gra-mont war von Anfang für den Krieg, Ollivier fügte sich leichten Herzens in das Unvermeidliche, und Brame nannte den Tag, an de« der Krieg erklärt wurde, den „schönsten seines Lebens." Marschall Leboeuf war zuerst gegen den Krieg, aber er gab zuletzt den Bitten der Kaiserin nach, die ihm jedeSmal, wenn sie ihn sah, den Bart streichelte und mit den süßesten Worten das, was sie „ihren Krieg" nannte, von ihm erflehte. Daß die Kaiserin, für die, nebenbei gesagt, der Fürst und die Fürstin Metternich Partei ergriffen, als die Haupturheberin des Krieges betrachtet werden muß, ist aber so weltbekannt, daß man kaum begreift, wie man sich noch über diese Frage herumstrciteu kann." Aus Madrid wird zur Erklärung des Zwischenfalles mit dem österreichische» Consulat in Valencia geschrieben, daß die Siegesfeier in einigen Provinzstädten von Ausschreitungen gegen die Carlisten begleitet waren. In Palencia stürmte der Pöbel die Kirchen, weit nicht geläutet wurde, und schlug heiliges und profanes kurz und klein. In Valencia wurden die Häuser der Carlisten, welche keine Teppiche ausgehängt hatten, angegriffen, die Fenster eingeschlagen und zerstört was möglich war. Unter den Betroffenen war da« Haus des österreichischen Eonfuls, der für einen Carlisten gilt. Der Kriegsminister hat auf die erste Nachricht Truppen abgesendet, deren Eingreifen jedoch nicht mehr nöthig geworden ist. Auch in Zaragoza sollen die Carlisten bedroht gewesen sein. ES ist in der That Zeit, schreibt die „N. fr Pr.", daß die Pforte mit Rücksicht auf ihre U11 c n st a a t c n in eine neue Bahn einlenke, welche den Bedürfnissen der beiderseitigen Länder besser entspricht. Weder Serbien noch Rumänien, ja nicht einmal Egypten, können bleiben, was sie noch vor 25 Jahren waren. Die Veränderung, welche sich durch die zwingende Getvalt der Umstände für ihre Existenzbedingungen ergibt, muß nothgedrungen eine Veränderung auch in ihrer Situation gegenüber dem suzeränen Hofe nach sich ziehen. Die Türkei muß i» ihrer, wohlverstanden, in angemessenen Grenzen vor sich gehenden Entwicklung beitragen und eö vermeiden, jene Staaten durch übel angebrachten Wieder stand zu verstimmen, der in den meisten Fällen nur den falschen Berechnungen der Eigenliebe entspringt. Die Lehren der Vergangenheit müssen den Türken als Richtschur für die Zukunft dienen. Was die Fürstenthümer Serbien und Rumänien betrifft so hat die Pforte schließlich immer dem Drucke auswärtiger Einwirkungen nachgegeben. Sie hat damit den moralischen Vortheil dieser Eoncessionen ein gebüßt, denn es ist fein Verdienst, das zu thutt, was man thun muß."_________________________________________ Zur Tagesgeschichte. — Studeuleu - Rev 0 lle. Der Selbstbildungsverein des crlutiei Obergymnasiums schrieb im verflossenen Winter einen Preis auf eine Ballade aus, woraus zwei Coneurrenzwerke eingesendet wurden. Die BereinSjury erkannte den Preis dem einen, der piäsi-diereude Professor aber dem anderen Werke zu. Jn> folge dessen brach unter den Hörer» der achten Klaffe eint Revolte au«, in welcher sie gegen den betreffenden Professor derart Unfug trieben, daß der Direclor zwei Rädelsführer ausstieß. Die Folge davon war, daß die ganze Klaffe acht Ta^e laug Suite machte und die Schule schwänzte. Die jungen „Volsker" wurden dann amnestiert und nun müssen sie die Schule wieder besuchen und schwitzen, denn die Maturitätsprüfung fleht vor der Thüre. — Ultt amont ancr Schwindel. Die Pf. Post" schreibt: Gestern wurde in Kaiferilautern eine Merkwürdigkeit gezeigt, nemlich: „stramentum et carcere episcopi Trevirensis“, das heißt Stroh aus dem Kerker des Bischofs von Trier. Mehrere Strohhalme waren mittelst eines Siegels, das die Buchstaben I. H. S. nebst einem Kreuze enthielt, auf einem Papier befestigt. — Telegraphisches Experiment. Englischen Blättern entnehmen wir, daß im Telegraphen-amte zu Washington am 11. December v. I. in Gegenwart de« amerikanischen GeueralpostmeisterS ein Experiment auSgeführt wurde, dessen praktische Ergebnisse von ungeheurer Wichtigkeit sür die Zukunft der Telegraphie fein werden. Es wurde nemlich die aus 11,500 Worten bestehende letzte JahreSbolschast des Präsidenten von Washington nach Newyork, eine Entfernung von 290 englischen Meilen, auf einem einzigen Draht in 22 5 Minuten telegraphiert, daS ist mit einer Schnelligkeit von über 2500 Buchstaben in der Minute. In Newyork wurde die Botfchaft durch das autographifche Instrument in großen Typen ge> druckt abgenommen. Diese ungeheure Schnelligkeit im Depeschieren ist bi» jetzt unerreicht, und können Depeschen von 1200 Worten ober 6000 Buchstaben binnen zwei Minuten anstandslos expediert werden. Das bisher durch das Wheatstone'sche automatische System sür den „Schnelldienst" in England erreichte KchnelligkeitSresullat übersteigt nicht 200 Buchstabe« in der Mumie, — Ein gefährliches Ami. Wer nachstehendes liest, wird gewiß keine Sehnsucht bekommen, Präsident der Republik Bolivia zu werden. Seit ihrer UnabhängigkeitSerklärung haben folgende Präsidenten regiert und geendet: Sacre — ermordet im Exil. Blam v — erschossen. Santa Cruz — in der Verbannung gestorben. Bollivian — vergiftet. Bei;» — in feinem Hause erwürgt. Cordova — im Bette erstochen. TinareS — ausgewiesen. Acha — verschwunden ; sein Ende ist bis heute ein Geheimnis geblieben. Melgarejo — von seinem Schwiegersöhne ausgeknlipft. Morale« — kürzlich getebtet von feinem Neffen. — Dr. Livingstone und fein schwarzer Diener Jakob Wainwright. Aus Gotha, 5. Mai, wird geschrieben: „Als Livingstone am 4. Mai 1873 tief im Innern Afrikas gestorben war, faßten feine Diener, in dem Bewußtsein, wie hoch er daheim in Aufehen stand, den beispiellosen großartigen Entschluß, die Leiche, so gut sie vermochten, vor der Fäulnis zu bewahren und sie den weiten Weg bis Zanzibar auf ihren Schultern zu tragen. Neun Monate lang dauerte ihr Kampf mit Krankheit, Hunger, mit den Schrecken der Wildnis und den abergläubischen Eingebornen, die einen Leichenccnbuct nicht in ihre Dörfer aufnehmen wollten; aber sie führten die schwere Aufgabe unter den drückendsten Verhältnissen glücklich durch und kamen nach vielen Gefahren, Abenteuern und Schwierigkeiten am 18. Februar mit der Leiche in Zanzibar an, von wo aus sie leicht nach England geschafft werden konnte, um in der westmin-ster Abtei die ehrenvollste Ruhestäte zu finden. Hervorragend unter diesen treuen schwarzen Dienern Li-vingstone» ist der gegenwärtig in London befindliche vielgenannte Jakob Wainwright, der als kleiner Knabe von einem Araber als Sklave nach Kilva gebracht, auf der Ueberfahrt nach Zanzibar von einem britischen «reu. zer befreit und zur Erziehung in die britische Mission Na ff ick bei Bombay geschickt wurde. Er erhielt bort den Namen JacHb Wainwright, und als im Februar 1872 fechs besonders befähigte Zöglinge der Mission ausgesucht wurden, um Livingstone Unterstützungen zu-zusühren und ihn ferner zu begleiten, gehörte auch Jacob Wainwright dazu. Im August 1872 erreichten diese sechs Mann Livingstone in Uuyarnhembe und blieben fortan bis zu dessen Tode tei ihm. Jacob Wainwright, der in Nassick gut englisch lesen und schreiben gelernt Halle, sührle von dem Tode Living^ stvne'S an und über die ganze neunmonatliche Rückreise bis Zanzibar ein Tagebuch, in welchem er in rührend einfacher und bescheidener Schreibweise die seltene That dieses ungeheuren LeichenconducteS vom „DaS ist leicht gesagt"' lachte das Fräulein «was spöttisch. „Man kann doch wahrhaftig nicht »erlangen, daß eine Frau, die ohnedies alle Hände D°Ö zu thun hat, sich auch noch um da« „Innere" %er Dienstboten kümmern soll. Da heißt es: Jeder ’ft sich selbst der nächste. So lange sie ordentlich “Seiten, behandelt man sie ja gut, ist dies nicht »>ehr der Fall — fort, ohne lange Umstände! Zu bessern ist in den meisten Fällen nichts mehr da-lan- Man muß nur die Rohheit dieser Leute kennen." . «Glauben Sie," fragte Frau Heyne, „daß die •»eilten Mädchen so roh und verwahrlost wären, !t*"n ihre erste Frau sich die Mühe genommen yatte, m dun jungen unwissenden Geschöpf das Be-"M-in sci.,er eigenen Menschenwürde und das vsi'chtgefühl zu erwecke», wenn sic strenge gegen «8« und Unsittlichkeit, dagegen mild gegen die n,r*!lk n 2"gendfehlcr gewesen wäre? Gewöhnlich a-Ln Ä rUmgekehrte: man rügt im heftigsten h« Zerstreutheiten an der Magd, welche V iter, des Haufe« mit einem lächelnden bigt werden'!" nid,t uor btn xWciV tntfchul. ri.f üu0' i106 ist aber auch etwa« ganz anderes!" J. ^ , fl?*. ,btt dahin Schweigenden. „Es seyt ja gleich die ganze Haushaltung verkehrt, wenn man sich nicht gegen die Unordnungen und Vergeßlichkeiten der Personen wahrt. Mit solchen Duldungen könnte man weit kommen!" „ES ist auch meine Ansicht, daß man Unordnungen nicht dulden soll; ich glaube ganz im Gegen-theile, daß man viel öfter als es geschieht, die erste Nachlässigkeit, da« erste schnippische Wort fest und bestimmt rügen soll, damit die zweite nicht sobald folgt. Die strikteste Ordnung im Hause zu handhaben, ist ja da« eigentliche Amt jeder tüchtigen Frau. Aber wenn sie auch äußerlich tadeln muß, soll sie innerlich der Stimme der Billigkeit Gehör geben und sich nicht selbst in Entrüstung und Zorn hineinstürzen gegen ein junges mangelhaft erzogenes Geschöpf. Sic soll bedenke», welch harte »»erfreu, liche Existenz diese Menschen auch im besten Haushalte führen. Wir haben im geselligen Verkehre, in de» viele» Vergnügungen die Mittel, uns jeden häuslichen Verdruß wieder rasch von der Seele zu spülen; sie stecken den ganze» Tag in dem ewigen Einerlei der groben ermüdenden Arbeit und haben nicht die Möglichkeit, sich einmal nachzugeben, wenn sie sich müde fühlen. Glauben Sie nicht, daß die Leute davon keine Empfindung haben! Sie vergleichen ihr Los mit dem unfngen und saugen viel Bitterkeit daraus. Darum ist e« an uns, mit Güte und Theilnahme die Kluft zu uberbrücken und uns stets zu erinnern, daß es Pienfchenscelen sind, die hier im Schutze unseres Hauses leben, und daß die Einwirkung einer Menschenseele auf die andere allen „modernen Verhältnissen" zum Trotze ewig dieselbe bleibt." „DaS hört sich alles recht schön an," meinte kopfschüttelnd die vorige Sprecherin; „aber ich sollte denken, Sie müßten auch wissen, daß in einem häuslichen Verdrussc und den dummen, ungezogenen Reden einer erbosten Köchin gegenüber keine solche sanften Mittel anschlagen können. Da geht es eben gewöhnlich zum Bruche." „Ja," sagte Frau Heyne lächelnd, „welche Hausfrau kennt sie nicht, die Tage, wo alles mit dem linken Fuße zuerst ausgestanden zu sein scheint und alles verkehrt geht, wo die Oese» rauchen, Geschirre zerbrechen, das Essen anbrennt, der Gemahl brummt und die Kinder unartig sind, bis zngnterr letzt noch ein großer Zank zwischen Frau und Köchin dem ganzem die Krone anssctzt? Ich habe solche Tage bei anderen beobachtet und im eigenen Hause erlebt und kann Sie versichern, e« wirkt Wunder, gerade dann an sich zu halten und in gutem Tone zu sagen : „Heute haben wir einen heißen Tag, Ba-bettc oder Katharine; aber er wird auch vorüber- Innern Afrika- 614 an die Allste, die Umstände des Tode» von Dr. Livingstonc selbst, den langwierigen Marsch, die Schwierigkkilen, Rencontres mit den etn-gebornen Stämmen, sogar die Natur der durchreisten Länder, die Gilten und Gebräuche der Einzebornen rc. beschreibt. Dieser in der Geschichte der Geographie beispiellose Marsch dehnte sich vom 4. Mai 1873 bis zum 18. Februar 1874 an« und hat eine Länge von mindestens 250 bis 300 deutschen Meilen, etwa so weit als von Paris nach Petersburg. Local- und Promuzinl-Aligtlkgenheileu — (Ernennungen.) Der BczirkScommifsär Herr Franz Prem rau Ritter v. Prem erstein wurde zum BezirkShauplmann in Steiermark und der BezirkScommiflär Herr Wilhelm Dollhos zum Re-gieruugSsecrelär in Ärain ernannt. — Der Minister für EultnS und Unterricht hat den Bolksschullehrer in Krainburg Michael Küster zum Bezük»schulinspector für den Beziik Krainburg, seiner den Gymnasial^ supplellten in Marburg Franz W i e S t h a l c r zum wuktichen Lehrer am StaatSzymnasium in Laibach ernannt. — Der Strafanstaltladjunct in Capo d' Jstria Herr Anton v. Philippovich wurde zum Controlor der Männerstrasanstalt in Laibach ernannt. — (In Feistriz-Dornegg) wurde eine Finanzwach.Abiheilung erichtet und hat dieselbe ihre Wuksamketl am 1. Mai 1874 begonnen. — (Passog'r Menagerie.) Wir wachen das geehrte laibacher Publicum auf die große Menagerie aufmerksam, die gegenwärtig neben dem Coliseum zur Schau ausgestellt ist, und eine stattliche Anzahl der intereffantesten lebenden Raublhiere, sowie »er-schiedene andere merkwürdige Thiergattungen enthält. Wir erwähnen nur des afrikanischen Elefanten, der wett seltener in den großen Thierschaustellungen verkommt, als der ostindlsche und im Körperban wesentlich von demselben abweicht, die Schlangen von ge. wattigen Dimensionen u. f. w. Die Menagerie ist geöffnet von 8 Uhr srüh bi» 8 Uhr abends. Die Fütterung, findet statt um 4 Uhr nachmittag». — (Saatenstand in Ärcfin.) Der Leiter der H. Landesregierung, Se. Durchlaucht der Herr t. (. Hofrath Lothar Fürst Metternich hat von fümmt« lichen hierländischen Bezirkshauptmannfchaften Berichte über den Stand der Saaten in Kram abgefvldert. Aus den Berichten der k. k. BezirkShauplmannfchaften Laibach, Planina und Stein entnehmen wir, daß die anfallende naßkalte Witterung den Saaten bisher gar nicht oder nur sehr wenig geschadet hat; nur in den sehr hoch gelegenen Ortschaften de» st e i» net Bezirke» litten da» Obst und theüweise auch gehen, und morgen ist'» wieder ander». Wenn Sie nicht mit allem fertig werden können, so lassen Sie dies oder jenes!" Neunmal unter zehn Fällen wird sich die al|o Angeredete besinnen und bessere Saiten aufziehen. Tragen aber die Kinder durch Unart oder Bosheit eine Schuld bei der Sache, so erscheint e» mir nur billig und gerecht, sie unbedingt zur Abbitte zu zwingen.» „Nun, ich sehe schon," sagte Frau von Breda, „wir armen Frauen kommen schlimm bei Ihnen weg. Aber ich wäre doch neugierig, wa» Sie mit den. jrnigen Dienstmädchen ansangen wollen, die es nach Ihrem eigenen Geständnisse doch auch gibt, mit den ganz gemeinen und unverbesserlichen?" „Mit solchen würde ich gar nichts anfangen, sondern sie in kürzester Frist wegschicken, wie ich denn überhaupt jede Verbindung mit solchen absolut unbrauchbaren und unwürdigen Personen abbrechen würde. Glücklicherweise sind die Gewohnheitslügnerinnen, die Diebinnen und verlorenen Mädchen, we. nigsten» hier in Süddeulschland, noch sehr in der Minorität. Gerade aber als wirksamen Schutz gegen solch verdorbene Elemente könnte man ein sehr einfache« Mittel vorschlagen, da# auch auf die übrigen seine heilsame Wirkung haben würde.' ..Nun, da wäre ich denn doch begierig," rief Früulrin Dernburg. die Saateu buich Leu eingetretenen starken Schneesall. In den Bezirken Krainburg und Gottschee litten namentlich die in den höher gelegenen Gegenden befindlichen Obstbäume nicht unerheblich, während der Saatenstand, der infolge anhaltender Regengüsse stark zurückdlieb, zum mindeste» eine mittelgute Ernte in Aussicht stellt. Jo Wippach litt das Obst infolge starker Bora, auch die Weinrebe wurde theilweise durch Fröste beschädigt; jedoch dürfte die cintretende milde Witterung die Schäden, namentlich am Weinstocke, wieder gut machen. Die Feldflüchte — Bohnen und Kartoffeln ausgenommen — zeigen keinen besorgniserregenden Schaden. Am ungünstigsten lauten die Berichte aus Untertrain; Blüthen der Obstbäume und frische Ansätze an den Weinreben sind erfroren. Das Getreide, welches im April sich sehr üppig entwickelte, beginnt in bedenklicher Weise zu foulen; wenn nicht anhaltend günstige Witterung etnlrtir, wäre Nvthstand zu befürchten. Im tfchernembler Bezirke schadete Cer Fiost den Weingärten bedeutend, so zwar, daß bereits mehrere Gemeinden bei der k. k. Finanzdirec-tivll tu SchatenSerhebung und Steuerabschreibung an-suchten. Auch Klee und Frischsntter erlitten Frostschäden ; die übrigen Feldfrüchte stehen ganz gut. Aus den bisherigen Berichten geht jedoch hervor, daß cintretende milde Witterung die vorgekommenen Schäden wieder gut machen kann. Die thatsächlich einge-tretenc günstige Witterung wird die hier und dort gesunkene Hoffnung auf eine günstige Ernte wieder auf-richten und so manche pessimistische Anschauung Über den Stand der Saaten ändern. Weitere Berichte werden wir demnächst erstatten. — (Die Käsereigenosseuschaste» in der Wo che in.) Das Ackerbauministerium hat, um in den österr. Alpenländern die Gründung von Käserei-genofsenschasle», deren Zweck die gemeinsame Erzeugung und der Berkaus von Käse und anderer Milchproducte ist. zu fördern, folgende Preise ausgeschrieben : a) Einen Preis von 500 fl. für Käfereigencssenschasten, welche jeden Tag wenigsten» au» 400 Mas; (oder 566 Liter) Milch Käse bereiten, deren Thätigkeit Winter und Sommer fortdauert, die ihre Eizeugnisie gemeinsam zum Verkaufe bringen und beweisen, daß sie am verständigste» Vorgehen bei der Käseeizeuzung und die beste Ware liefern; b) einen Preis von 400 fl. für jene Käsereigenofsenschasten, welche ebensulls 400 Maß Milch täglich zu Käse verarbeiten, dabei verständig zu Werke gehen, eine gute Ware liefern, wen* sie auch nur im Winter oder im Sommer arbeiten ; endlich zwei Preise von 300 fl. für solche Käsereigenossen-|(hasten, welche täglich weniger als 400 Maß Milch verarbeiten oder nicht vollkommen den für die höheren Preise festgesetzten Bedingungen entsprechen. Um diese „Sollten Sic nicht selbst schon in dieser Zeit der AsfocUioitcn an eine Frauenverbindung in diesem Sinne gedacht haben? Wenn in jeder Stadt ein möglichst großer Kreis Frauen zusammenträte, mit dem festen gegenseitigen Versprechen, wahrheitsgetreue Zeugnisse auSzustellen, waö bekanntlich nie geschieht, und «ine Person nicht auszunehmen, deren Zeugnisbuch nicht das Wort „Ehrlichkeit" aufweist, wenn man einen für die verschiedenen Leistungen normierten DurchschnittSlohn festsetzte und sich nicht gegenseitig durch Ueberbieten die Mädchen wegkaperte, wenn die so zusammenstehende» Frauen zugleich die tüchtigsten und angesehensten wären, so daß ein gutes Zeugnis von ihnen die wirksamste Empfehlung für ein braves Dienstmädchen abgäbc — wäre da nicht schon Bieleut abgeholfen? Man könnte auch, ohne in Phantasterei zu verfallen, sich gemeinsame Küchen für eben die kleinen dieustbotenlofe» Haushalte denken, wo unter der Leitung tüchtiger älterer Mädchen gute Dienstboten systematisch herangebildet würden. Alle» Das ist möglich, und jedenfalls wird die steigende Schulbildung der unteren Klassen dazu beitragen, Pflichtgefühl und Gesittung in unfern „ArbeitSgehilsen" so zu entwickeln, daß dieselben ihre Thätigkeit nicht mehr als eine Kette von Mühsal und Plage, sondern als eine Leistung im Dienste de» Ganzen betracht»» und eine Ehre darein setzen wer-1 Preise können sich bewerben sowohl die bereit» in den österr. Alpenländern bestehenden Käsereigenosienschasien als auch solche, die während de» heurigen Sommer» begründet werden. Die Preise können nur jenen Genossenschaften zuerkannt werden, welche beweisen, daß sic ihre Erzeugnisse gemeinsam verkaufen. Die Vorlage der Preisbewcrbungsgesuche muß längstens bi» 25. November l. I. an das Ministerium de» Acker« baueS im Wege der Landesregierung oder der Land-wirthschaftSgesellschaften geschehen. Eine jede solche Genossenschaft muß wenigstens 10 Mitglieder mit gleichen Rechten und Ansprüchen zählen. Bekanntlich besteht in der Wochcin bereits eine solche Käfereigenosienfchajt. Am 6. I. M. hatten sich nun drei rühmlichst bekannte Fachmänner der Alpenwirthfchaft, nemlich Graf Karl Belrupt, Präsident der Vorarlberger Landwiuh-schastSgesellschast, Dr. Gust. Wilhelm, Professor der Landwirthschast in Graz, und der Secrctär der kärnlner Landwirlhschastgesellschast Herr Schütz nach der Wochein begeben. Der Ackerbauminister hat sie als Sachkundige auSgewählt, um bei jenen Käsereigenoffenschaften im Reiche Umschau zu halten, die im vorigen Jahre sich um einen Preis beworben haben, darunter befindet sich auch unsere heimische Käscreigenofsenschast zu Witnach in der Wochein. Die Herren sprachen sich mit Rücksicht auf den ersten derartigen Versuch hierzulande anerkennend au», insbesondere da sie au» der Zurüstung für die nächste Almensaison das Bestreben nach Fortschritt ersahen, der noch manches beim ersten Anfänge verfehlte zu vervollständigen und zu verbessern hat. Hierüber wurden den strebsamen Alpenwirthen freund-fchastliche Lehren und Rathfchläge eriheilt. Mit Vergnügen vernahmen die Herren, daß nach dem Muster der eisten Genossenschaft auch in ändern Ortschaften solche im Entstehen begriffen sind und daß einzelne Landwirthe die Schmalzwirthschast aufgeben und ftäfc zu bereiten anfangen. Glücklich hat eS sich getroffen, daß eine der neugegründeten Genossenschaften, nemlich die in Dentschgerenlh, welche sich mit der gewährte» AuShilse von 90 fl. soeben einen Kessel angeschosst hatte, ein paar Tage siüher die gemeinsame Arbeit begonnen hatte. Die Herren haben trotz deS fältchu» Wetters auch diese Käserei besichtigt und sich anerkennend übet die herrschende Reinlichkeit bei den Milch-gelassen ausgesprochen, wenn auch in der ungewohnten Manipulation, wie nicht anders zu «warten, noch viele» mangelhaft befunden ward. Mögen den betreffenden Gemeinden Aufmunterrng und werkihälige Unterstützung in ihrem Bestreben vonfeite der Regierung werden. — (Die Eismänner.) In seltsamer Wcise ist die allheidnische Dämonologie mit der christliche» Heiligengeschichte verquickt; die Legenden der „Tag» heiligen" sind, mit wenigen Ausnahmen, der gießen den, richtig und tüchtig zu arbeiten. Wir alle befinden uns in einer starken Strömung; rückwärts zu wollen ist nutzlos; also heißt es: Vorwärts mit hellen Augen und entschlossenem Willen! Dann wird das Kommende anders, aber gewiß nicht schlechter sein als das Alte, sondern besser und schöner." Frau Heyne hatte diese letzten Worte mit etwaerhobener Stimme und glänzenden Augen gesprochen, und nun trat eine kleine Pause ein. Jede der Anwesenden war mit ihren Gedanken beschäftigt. Da ries das jungt Frauchen: „Die Sonne! Die Sonne bricht durch die Wolken! Und welches Abendrvth!" Nun war kein Halten mehr; alles stürzte hinaus, sich des lange entbehrten Augenblickes zu erfreuen, und viele waren herzlich froh, den theoretischen Auseinandersetzungen der „gelehrten Frau" entronnen zu sein. „Na, Liebste," sprach Frau von Breda V* Fräulein Dernburg, „haben Sie je in Ihrem Leben solche Ansichten gehört ? Gott behüte nnS vor solchen modernen Ideen!" Und Du, liebe Leserin, was sagst Du zu der Sache? (Gartenlaube.) katholischen M-hkh-it nubefannt, üoch hat baj 'Boi! den W.'^selbezithungen ;u b n bisherigen Maßn unb Cullurflächt überlagert und bamit die rasche Au-strah- mit gewifi u Namen bestimmte Vorstellungen verknüpft; Gewichten eingeübt werben. Voraussichtlich bürste der sie bezeichnen die „LoStage*, auf beten Aarfall Schlüffe auf Weiter und Ernte gebaut werben. Solche „Vo8< tage“ sinb nun die «ach den Heiligen Pankraz, Servaj und Bonisaz benannten Tage, der 12., 13. unb 14. Mai, von denen sich bet Bauer bet schlimmsten versieht; er nennt sie btt .Eismänner", weil sie noch nachträglich WimemminiScenzen aufs rischen sollen, niemandem zu Lieb', dem Landmann zu Leide. Die „Bittgänge*, welche an diesen Tagen stattsinben, sinb wohl ans ben altheidnischen Brauch des Wetterbesprechen« zurück« jusühren; sie bestehen seit dem fünften Jahrhundert — einer Zeit also, in welcher die Uebertragung un» fluflrottbater heidnische! Bräuche in« Christliche in Schwang kam. Man gab eben damals schon gerne in «Kleinigkeiten" nach, um im großem Ganzen Recht zu behalten. — Diesmal waren die .Eismänner" freilich Mehr „Wassermänner". Der Regen goß in Strömen herab und deS Fallen« war kein Eobe, bis nicht bie Bäche unb Flühe auf ihren Usern getreten unb weite Länbetsttecken in einen See verwandelt hatten. — (Da« Bestiegelschieben) zum weißen Riffel zum Besten bet Feuerwehr erfreut sich eines recht zahlreichen Besuche«. — 21 Kegel stehen bisher auf da« erste Best. — (Im landschaftlichen Theater) gelangt morgen Sonntag die Oper „Outenberg* von Füch« zur Aufführung. Wir werden ersucht, den mit» wirkenden Damen unb Herren mitzutheilen, daß heute abend« um */,8 Uhr hievon eine kleine Probe im Theater stattsinbet. — Montag abenb« sinbet ba« schon mehrerwähnte Concett zum besten armer Slu-bictenbet der hiesigen Mittelschulen statt, beffen dieser» tage bereit« verfenbete« Programm insofern eine Ae», bttung erleibet, ol« die Militärcapelle al« letzte Nummer den entttJtl au« „Sohtngrin" exccntieren wird. In Rücksicht be« wohlthätigen Zwecke« steht ein volle« Hau« mit Sicherheit zu erwarten, unb hat Herr Äa» naget den Betkauf der Eintrittskarten freundlichst übernommen. Als» auf zu Äatinget! — (UebetschwemmunginJnnetkrain.) Wie dem „Slov. Natob“ au« LaaS in Jnnerkrain geschrieben wirb, sinb dort die Ortschaften Dane, Nab. le»k unb Pobzirku unter Waffer. Da ba« Waffet mehrere Buß tief die Saatfelder bebeckt, sinb bie Saaten natürlich zu gründe gerichtet. Infolge der schlechten Ernte im vorigen Jahre konnten ohnehin die Bewohner kaum den Samen aufbringen, wenn bähet nicht schnelle Hilft kommt unb bie Leute nicht neuen Samen bekommen, bleiben die Felder ohne Anbau und droht eine Hungcr-noth. . — (Da« metrische Maß and Gewicht.) Immer bringenbet werben die Mahnungen in den öffentlichen Blättern, ungesäumt mit bet Anwendung de« neuen Maß- unb Gewichi«syftem» zu beginnen, ^ointt nicht bei btt zwangsweisen Einführung mit er. Rt* Jänner 1876 tint htillost Verwirrung in allen ^kvöikerung«Ichich>kn platzgreise. Aehnlich wie wir Bor kurzem an biefer Stelle beklagt auch bie „Grazer ^Ipst.* bie Gleichgiltigkeit unb Saumseligkeit bet ®*f4äfulreife ongesicht« der fo wichtigen Neuerung. Dieselbe schreibt: „Raum viel mehr al« anbei thaib Jahre trennen un« noch von bem Zeitpunkte, von wel« an nur noch ganz allein ba« metrische Maß unb Gewicht wirb angtwenbet werden dürfen. Tiotzdem Wrstht aber gegen dtese in so kurzer Zeit zu gewünizende Neuerung ja Revolutionierung unserer bisherigen ^latkivethältniffe eine bedauerliche Gleichgiltigkeit, ^cit Neujahr ist die fakultative Benützung der neuen ‘oße und Gewichte gestaltet, e» »st aber nicht bekannt w®*btr *n ®toi noch selvst in toten — boß Irgendwo Flüffigkeiten nach bem Liter — ober Schnitt' waten nach be« Metern, ß ottkuufl würben — auf« genommen die Anwendung be« fl* in« metrische «y de« Jfca*jel«t“M 2°llcenin.r« (Kohle, »erzen) unb «LvSVm ’8terau«l*‘>nft. welche« '/. Siter SÄ * °u' «m, boß, da die At'en fl* £ '"d dies. Neuerung ,ur mit tiefem e*»t, fl 6 l£!° L”aen dt« »t-bet in de. * flfißtg im Rechne, nach den Metermaßen und 1. Jänner 1876 ans eine vollkommene, alle Bevöl-ketung-schichten ergreifende Moustre-Coufusion stoßen, und schon jetzt trösten sich viele bamit, e« werbe mit bet Einführung be« Metersystern« fo gehen wie bei Einführung neuer Münzwährnngen: bie Nothmendig-ktit werde eine längere Beibehaltung de« alten System« erzwingen. — Uebrigen« hat man noch nicht gehört, daß der Staat al« Verkäufer mit gutem Beispiele vorangegangen wäre. Der Rauchtabak wird noch immer psund- unb vietelpsundweise, der Schnupftabak lvthweife verkauft. Auch von einem Salz-Kilo hörten mir noch nichts. Ein allmälige« Beginnen, ein Nebeneinander beider Systeme durch einige Zeit ist aber nothwendig, um da« kaufende Publicum vor Schaden zu bewahren. E« ist bekannt, daß die bei neuen Münzwährungen sich herausstellenden Brnchtheile noch stet« nur zum Bortheile der Verkäufer abgerundet wurden. Mußte man nicht bald, wo« stützet 2 kr. wiener Währung gekostet, um 1 kr. Conv.> Münze be« ahlen? Und wie ging e« erst bei Einführung ber österreichischen Währung! Wo ba« Verhältnis 4 zu 7 nur einen Bruchtheil ergab, wuchs dieser zum Nutz!« des Verkäufers bi» zu einer Einheit. Da« metrische System führt aber in ben Ntag«verkehr mehr al« wanzlg neue Maße unb Gewichte auf einmal ein, unb da« nichtunterrichtete Publicum ist dann plötzlich auf Gnade ober Ungnabc ben Bertausern preisgegeben. E« wäre im Interesse reeller Kaufleutc wie im In. tereffe de« Publicum«, baß recht balb in einem unb bemselben Geschäfte begonnen würbe, nebeneinander beide Gewicht«- und Maßsysteme anzuwenden — denn nur au« dem Vergleiche beider Systeme wird da« große Publicum lernen, bem man zur Erlangung der nöthigen Kenntnisse im Melerrechaen nicht einen Schul-zwang diktieren darf. — (Der flüchtige Raubmörder ©tu» (in.) Nach einer Miltheilung be« Bezirksgerichtes St. Veit in Kärnten hat sich bei be« Raubmotbe« befchulbigte, flüchtige Johann Stucin au« bem Be» ziike Tollmein in ber ersten Hälfte de« April in Artig al« Holzkatcht ausgehalten und ist nach Verübung rneh< tetet Betrügereien von dort tntfiohtn. Die Leglti rnationskittc, welche dttstlbt zurückgelassen, sühnt erst zur Entdeckung, welch' gefährlichem Jubivibuum man Unttrstand gegeben hattt. — (Klerikale Natnrfor scher.) Alexander Humboldt« „Kolmo«" oder Dove'« „Meteorologie- Haben durch die neuesten Ergebnisse klerikaler Natur sorschung eine nicht unwesentliche Richtigstellung er leiden müssen. So erklärte in der benachbarten Sttitr mark tin ReligionSlehrtr seinen-Schülern, daß der die Obst. unb Weinernte schäbigenbe Reis vom 6. d. eine Strafe (Botte* gewesen sei, „weil bie MarkuSprozessio» so schlecht besucht war', unb prophezeite: „Wenn bie Betheiligung an ben BittagSprozefftonen nicht zahlreicher fein werbe, fo wirb Gott noch einen Reif schicken, welcher auch bie Felbernte vernichten werbt.“ — Jüngsten Sonntag hat ein Franzi«kantt.Paitt in btt inn«biu Stein. Keiner von Oesterreleh. Loznik. Krainburg. Tschinkl, Asm., Lraljevica_____________________________ Gedellttasel über dir am 20. M ai 18 74 stattstndenden Licila-tioaen. 1. Feilb., Grahek'sche Real., Arsische, BG. Littai. — 2. Feilb., Kozel'sche Real., Unlersermk, BG. Krainburg. — 3. Feilb., KrqSovc'sche Real., Metule, BG. LaaS. — 3. Feilb., Sitar'sche Real., Stoschze, BG. Laibach. — 3. Feilb, Fe- licjen'sche Real., Jablanca, BG. Ratjchach. — 3. Feilb., Kollenz'sche Real., Sairach, BG. Jdria. — 1. Feilb., Kos-jek'sche Real., ad Michelstetten. BG. Laibach. - 1. Feilb., Podlipec'sche Real., Brunndors, BG. Laibach. — 1. Feilb., Sever'sche Real.. Vizmarje, BG. Laibach. — 3. Feilb., Äunst* sche Real., ad Dragomel, BK. Laibach. Telegramme. Pest, 15. Miai. Die Reichsrathsdelegation erledigte das Marinebudget gemäß den Ausschußanträgen, nur die Post für den Bau des Casemattschiffes „Tegetthoff", deren Streichung der Ausschuß beantragt hatte, wurde in voller Regierungsziffer wieder hergestellt. Die Delegation beschloß ferner über die zur nochmaligen Beschlußfassung vorgelegte Schlußrechnung pro 1871 zur Tagesordnung überzugehen und genehmigte die Überschreitungen aus den Jahren 1870 und 1871, sowie die Schlußrechnung pro 1872. Berlin, 15. Mai. Bismarck reist morgen nach Barzin ab. Telegraphischer Curtberickt am 16. Mai Papier-Rente 69-16 — Silber-Rente 74-35 — lMtiOn Staats-Anleben 105-50 — Bankactien S81'— Kredit 220 75 — London 11170 — Silber 106-— — 20- Franc» Stücke 8-35. In den k. k. österreichischen Staaten vom hohen Ministerium de« Innern concessionierte flöfer-Chuc. Deutsche transatlantische Tampsjchiffahrtsgesellschaft in Hamburg. Bo» Hamburg „«$ New-Bork werden direct, ohne Zwischenhäfen aniulauseu, expediert die eisernen dkutjchen 3600 Tons gr-ßen und 3000 effektive Pserdekraft starken Schraubendampfscvlsse: Goethe am 14. Mai. Schiller am 11. Juni. Leeelng am 28. Mai. | Herder am 25 Jum Passagepreise: 1. Gajüte pr. Thlr. 165, 2. Sajüte pr. Thlr. wv. Zwischendeck Thaler preuß. Courant. Auskunft wegen Fracht und Paewage ertbeilt «lle Blreetlon In Hamburg, bei St. Annen 4, der Hauptagent Victor von John in Triest in Laibach. sowie der Agent Carl Achtwehin (292—1) K Eingelangte Bestellungsbriese au Herrn Dr. J. G. Popp, k. k. Hoszahnarzt in Wien, Stadt, Bognergaffe Rr. 2. 3 ■>$ :■$ 1-5 :-s Euer Wohlgeboren! Ersuche höflichst, mir weitere b *<, zwölf Flaschen Ihres vortrefflidien Anatherin-Mundwassers zu senden. Der Betrag liegt bei. « Mit Achtung ' ' Baronin von Maltzahn, von Almäsy, in Vollrathsruhe, Mecklenburg-Schwerin Verehrter Herr College! Nack dem gelinge- H $4 nen ‘Iterfuche mit Ihre,,, Anatherin-Mund-f3. 5 mir so warm empfohlenen Zahnplomb machen. 3 5 Bitte, schicken Sie mir gefälligst doch ein Etui mit >| < Allem, was dazu gehört, nebst Gebrauchsanweisimg. 1 Den Betrag wollen Sie durch Postvorschuß entnehmen. £■ 4 Euer Wohlgeboren empfiehlt sich als College ganz Ä < ergebenst 3 Euer Wohlgeboren ! Anliegend folgen 5 fl. Wollen §1 Sie mir gefälligst dafür mit umgebender Post zwei x< Flaschen Ihres tior(üflliditti Anatherin-Mand-k-i wassers und Zahnplomb jum ©clblptombiercn E hohler Zähne fammt Gebrauchsanweisung zukommen & £< lassen SW Mit Achtung :i Alexander Baron W'assilko £< (2— 3) zu Berhometh in der Bukowina. H- Depots in: Laibach bei Petriöle & Plrker, Josef Karinger, Ant. Krlsper, Ed. Mahr, F. M. Schmitt, % 6 E. Blrschltz, Apotheker; Ä r a i n b u r g bei F. Krlsper ’. j 5 und Seb. Schaunlg, Apotheker; Bleiburg bei ;J Herbst, Apotheker; W arasdin bei Halter, Apo- ;.j £!» A bei Friedrich Bömches, Apotheker; Stein bei Jahn, f* k Apotheker; Wippach bei Anton Deperls, Apotheker; ?l U ® b r j bei Ponton!, Apotheker, und J. Keller ;War- R - - t e tt b e r g bei F. Gadler; Adelsberg bei J. Kupfer Schmidt, Apotheker; Bischof' Apotheker; ® o 11 s ch e e bei J. Braune, -3 Schmidt, Apotheker; Bischos 1 ack bei C. Fabian!, : Apotheker; Littai bei Ci NIdria in der k. k. Werksapotheke; uui> vn .> K. Mühlwenzel, Apotheker; 81 abmann3botf in Z< der Apotheke von Sallochers Witwe. | flarleiu & Jicflctöaön^röüriiitiifl. | S Ich gebe mir die Ehre, einem geehrten Publicum anznzeigen, daß ich E das «asthaiis M S „M HcrciniijuniV1 | in Laibach, Bahnhofft affe 137, M ^ übernommen habe. Ich werde bemüht sein, allen Anforderungen meinet p. t. i~rL Gäste, was gute Küche und Getränke betrifft, bestens zu entsprechen. Zum S zahlreichen Besuche dieser Gasthaus- und Gartentocalitälen, wie zur Benilhung V£ der Kegelbahn labet höflichst ein ergebenster q Ferdinand Michl, k- ^ vormals Zählkellner in der Südbahnhosrestanration zu Laibach. ^ 100 Stück (271-2) Yisiftarten ä la miniite ^Bk werben in der Buchdruckerei des Kudolf Ullllliz. in Laibach, alter Markt Nr. 33, •uf kleinerem Kartenpapier um 60 kr., aus größerem um iO kr. angefertiget. Sommerwohnungen "DU zu Ltein in Dbcrfrain. <1* erbiete mich zur unentgeltlichen Besorgung von billigen Sommerwohnungen in fc« Stabt ober Umgebung Stein», dem zur Sommersrische der gesunden Alpenlust wegen anerkannt besten« geeigneten, in schönster Gegend Dbertramä gelegenen, nur 2 Stunden von Laibach entfernte« Orte, mit täglich zweimaliger Postoerbmdimg und Ttlegrapheustatio», wie ich auch meine Restauration b»jelbfl bezüglich vorzüglicher Speisen und Getränke bei billigen Preisen anenipsehle. Je> t *i N, NN 1H74. Frau/. JB i8clier, <886—2) •______ Lasino-Restaurateiir. »»» tzzn. v. «Ietü»»hk O Ue». bki g l» Laibach. Z Male ktglcitriw. (üsfointilcliank in Laibach. \ Die gefertigte Anstalt übernimmt 4]cföci zur Ucvjiii^intfl unter folgenden Bedingungen: a) Im Wiro-Conto gegen EinlagS- und Cheques-Buchel, wo >eder beliebige Betrag von ö fl. aufwärts eingelegt uub biü zum Betrage von 3000 fl. behoben werden kann, und zwar 5 °/0 ohne Kündigung' mit ögegen 1»tägige Kündigung in beliebigen Betragen; mit 1» °;0 gegen Wtägige Kündigung in beliebigen Betlägen. b) Gegen Kassen-Scheine, auf Namen oder Ueberbringer lautend, mit Vlt°l0 ohne Kündigung, mit tV/Z/o gegen »Otägige Kündigung. Die Einlagen im Giro-Conto gegen Biichcl und die im Umlauf befind; lichen Kassenscheine genießen diese Verzinsung vom 1. Juli 1873 an. Die Filiale der Steiermärkischen Escompte-Bank eScomptiert sernerS PlnUweclittel und »omlzlle biü IbO Tage Laufzeit auf «ro*. wie», Triest, ittagensnrt und sonstige inländische Plätze, wosern sich daselbst eine Bank ober Bankfiliale befindet, — sie besorgt den commisfiondioeifen Ein- und Verkauf aller Gattungen Werthpapiere und Effecten zum jeweiligen Conrse gegen billigste Provision, — übernimmt zum Jncasso Wechsel nnb Anweisungen auf in- nnd ausländische Plätze. (248—6) Der selbständige ILredit-Bereiu der Anstalt gewährt Credite nach den ftatuteninäßigen Bestimmungen. * Filiale der Steierm. Escompte-Bank in Laibach. * Auöziige auü den Statuten sowie Gejuctsblaiiquette werden auf miiud. licheü oder schriftliche» Begehre» im «ureau der Anstalt gratis verabfolgt. X. Anleger nnb für bte Kcbactum «lantwcrUich Cttumat Bamberg.