Mo. XIV. ^ ^^v i 8 a 5^ Laibacher ^^^H Wochenblatt. Zum Nutzen und vergnügen. AlslZugabe zur Edel von KleinmayerschenLaG acher Zeitung. Länderkunde. St. Domingo. Icne große, von Spanien an Frankreich ab« getretene Insel wurde von Columbus nn Jahre 1^92 zuerst entdeckt, Ulld von ihm Espan.io-la genannt, allein bald wandelte cr diesen Na-Men in der Stadt welche cr erbaute, und nach srince Vaters Namen Domingo nanme, in Do-wingo um. Mit Cuba ist sie die glöstc unter den Antillen, und halt oon Osten nach Westen 426 englische Meilen in die Lange, nnd 124 in die Breite. Das Klima ist gesund, Thaler, Waldungen in,Fichten, Palmen, Ulmen, Eichen und Kahlvaumen bepflanzt, wechseln in up-Pigcm Wuchst ab, und Ananas, Bauanas, Oranaen. Luuoncn, Citronen und Weintrauben erquiken den Wanderer. Auf den Wiesen dlc-sis Eilandes erblickt man eine Menge Hornvieh, das wild im Lande hcrumirrt. Mit Pferden versieht sie die benachbarten Inseln. Bäche und Flüßc, die ron Schlldklöten nnd Fischen wimmeln und in deren Sande man Goldstauo findet, dmcksä langeln das Land. Ansauglich besassen die Spanier diese Insel oNcl> im Jahre 16Z0 aber nahmen em,ge aus Grenada vertriebene Franzosen den nördlichen Tbeil dieses Eilandes, der ganz verlassen war, eltl. Abendthcurer gesellten slck zu ihnen, welche die Freybeuter machten,, und unter den Na-wen Flibutcrs und Poneanicis von Sreraube-'eyen lchlen. Zlach nnd nach sonnte stch diese Wildheit in Sittlichkeit um, und aus Schnapp« Hahnen wurden slicoliHi-, fieipige und geiellige Pflanzer. Zu Ende des 17. Jahrhunderts zahlte man schon gegen 8»oo Seßhafte, wovon sich die Halste mit dem Prooukten-Bau abgab. Von diesem Augenblick an dachte Frankreich an den recht-massigen Bcsth dieses Eilandes, und Spaniel? trat chm die Halste im Jahre 1697, nach dem Riswickcr, und das Übrige in dem letzten Frieden ab. Man würde zu weitläufig werden, das allmahligc Steigen der Insel zu zahlen, anführen aber müssen wir, daß die Kolonie durch die Wegnahme der Insel St. Christoph von den Englandern im Jahre 169« sehr an Bevölkerung gewonnen, indem der größte ^heil der französ. Einwohner nach Domingo fluchtete, mit» »ich allda nieoerlicß. So stieg sie allmählig, und nach dem Utrechter Frieden legte sie festen Grund, und hob sich zu dem Grade des Wohlstandes, m welchem sie sich vor den jetzigen Unruhen befand. Petit Gouvc, Portau prince, Leogann, Cap Francois sind die besten Sladte Domimws. Die Regierung wurde im Jahre 17^0 zu Portau prince aufgeschlagen. Cap Francois ist sehr schön, und sein Hafen vortrcylich. Alle aus Europa kommende Schisse können darin mit Bequemlichkeit liegen. Durch ein Fort, welches weit in das Meer hinaus liegt, und durch eine ansehnliche Artillerie vertheidigt wird, ist sie der Sammelplatz fast allcr Waaren. Im Jahre i/öp war einc Volksmenge yyn ZZ,6an Weißen, 6<1Z6 Mulatten, und ZO0,000 Negersclaven, die im Iayre 1733 gegen 60a Zuckermühlen, ^87 Indigo-Plantagen, 14 Mill. Z l8,4^6 Baumwollcnstraucher, 92 Mill. 900,409, Kaffeebäumc und 800,000 Cacao Sträucher besaßen und 53 Mill. l82<4oZ Pfund rohe wciHe Zucker, 72 Mill. 896,67^' btuuiu!, desgleichen 8« Mill. Pfund Kaffee 6 Mill. 806,174 Pfu»ch Baumwolle, und l Mill. 166,177 Pfund Indigo erzeugten, welche einen Betrag von 159 Mill. 130,797 Pfund franz. Wahrung Ausfuhr ausmachten. Die Einfuyr hingegen 150 Mill. Pf. betrug. Dieß ist die kurze Beschreibung einer der besten Handlungs-Injcln Frankreichs, die allein mehr als zwey Drittel Producte als alle französischen Inseln vormals lieferten und durch ihr glückliches Klima eine der gesegnetesten Antillen bis zu dem Jahr 1788 war, leider aber durch den iedem unserer Leser bekannten AMaud der Neger und Mulatten im Jahre 1791 sehr von ihrer Größe wieder verloren hat. Der größte Dheil der Plantagen wurde zn Grunde gerichtet, nicht allem durch den Krieg selbst, sondern auch durch die widrigen Decretc der dermaligen Nationalversammlung. > Die große und gewiß wichtige Fragte ist noch unentschieden, vb die Abschaffung der Sclavcrey l von Jugend auf mehr Leichtigkeit und ^ck'ntlgkcit in ihre Glieder zu bringen, und ^luuhm sich sogar schon bey den Kindern weib-ucheil Geschlechts ^ornemlich, dnrch einen gewaltsamen Drack, die Theile des weichen Kör-p^s nach einem bcy ihnen angenommenen Mo-^U zu foun.'n; nemlich widernatürlich zu verschönern mti) nach idren rohen Begriffen von ^chonhctt mißz^gestalten. Sie durchftcchten ^yre Haare m.t vieljarbigten Schilfe, stecken hie und da cine bimte Feder darein, lassen sie kei-^'swegs unordentlich umher sträuben; reinigen, haschen und bauen sich öfters, und suchen üder-Mupt durch mannigfache Verbindungen, Veränderungen und allerley Kleinigkeiten in ihren ^leioun^en, Stellungen, Geberdungen und Hand-Ulngeli aus eine gewisse Art hervorzustechen, und Uch in einem gefälligen Lichte zu zeigen, wodurch, die in ihncn liegende Gruuoneigung zur Vcr-schöneruug auch dem ungeübtesten Auge unverkennbar werden muß. So pstcgen die Araber-dünnen die Arme, Lippen und andere stark in die ^lugm fallenden Theile des Leibes dunkelblau zu färben. Sie tragen diese Farbe punktweise auf, und lassen sic mit einer besonders dazuvcr-fenigcn Nadel so tief ins Fleisch eindringen, daß davon unauslöschliche Merkmahle zurückbleiben. In den Wüsten an den Gränzen von Tremeren und Tunis schreiben sich die arabischen Mädchen zur Erhöhung ihrer Schönheit > uut ciner spitzen Lanzette und Vitriol auf dem i Mnzcn Leib herum blaue verschlungene Züge. , ^ie gcmeinen We b.r in Arabien stechen mit > fädeln Löcher in ihre Lefzen, und legen dann' ^chießpulver l»it Ochsengatte vermischt auf dasselbe. Diese Mischung zieht sich tief in das Fleisch und sie behalten für die ganze Lebens-3"! blaue, schwarzgelbe, oder blcyfarbige Lippen. . (Die Fortsehnng folgt.) Doctor Gall in Wien, und seine Schadellchre. Der berühmte D octor Gatt sieht im Be-l>^T eine Reise zu seinen alten Altern zu un- ternehmen, und wird diese Gelegenheit benuhett, das ganze nördliche Deutschland zu besuchen, um mit den vorzüglichsten Gelehrten desselben persönliche Bekanntschaft zu machen, ihnen seine Untersuchungen über den Bau nnd die Verrichtungen des menschlichen so wohl als thierischenGehirns, (bisher so um'igentlich Schadellchre genannc) mitzutheilen, ihre Einwürfe zu hören, sich mit ihren Kenntnissen zu bereichern, und so seinem Werke, welches bald erscheinen wird, die möglichste Vollkommenheit zu geben. Überhaupt wird er überall die mancherley irrigen Begnffc de-richligcn, die dald durch Feinde, bald auch durch Freunde, davon ausgestreut wurden. Zu diesem Behuf wird er die wichtigsten Belege und sinnlichen Beweise seines Systems, nemlich eine große Anzahl merkwürdiger Köpfe und Gehirne, (letztere unübertrefflich in Wachs nüchgc^ formt) mit sich führen, auch von einem Anatomen und, Gehülfen begleitet seyn. Er hat die Vorsicht gebraucht, seine Köpft mit einem Firniß zu überziehen, damit auch die empfindlichsten Personen sie ohne allen Ekel betasten können. — Wie sehr wäre zu wünschen, daß Herr Docto'l Gall in den Hauptstädten des nördlichen Dsutschlanbs und äus Universitäten, zu einem öffentlichen Vortrage möchte aufgefordert werden, damit das schon seit Jahren gespannte Publikum die oft bestrittcne, oft bewunderte, doch immer als höchst interessant anerkannte Lehre doch endlich einmal aus dem Munde des Mannes selbst hören möchte, dessen Genie sie erfand, viele Jahre darüber brütete, sie stets fester begründete, und endlich zu einer Evidenz brachte, die vielleicht den entschlossensten Zweifler nöthigen wird zu verstummen. Erstaunenswürdige Entdeckungen sind ihm das Gehirn betreffend, gelungen; die sinnreichsten und fruchtbarsten Resultate hat er daraus gezogen: durch die ganze thierische Natur ist der Vergleich, sowohl in anatomischer als psychologischer Hinsicht, durchgeführt worden; die Verhaltnisse der todten Natur zu dcr lebenden werden dargestellt; die taglägüchsten und doch bis ieHtunbegteiftichen Erscheinungen, (als da sind Wachen, Schlaf,^ Traum, Nachtwandeln u. s. w.) befriedigend er-^ klart. Da sein Vortrag so deutlich und einleuchtend ist, daß man vor der Hand die anatomischen Kennntnissc ganz dabey e«tbehrcn kann, so würden nicht bloß die mit den Wissenschaften Vertraute, sondern sicher alle gebildete Männer und Frauen hohen Genuß aus seinen Vorlesungen schöpfen, besonders auch Mittler, welche die Anlagen ihrer Kinder zu kennen und auszubilden wünschen. Ich meines Theils bin innigst überzeugt, daß selbst diejenigen, welchen die Lehre nicht überzeugend schiene, doch werden de-keuacn müssen, daß die Vorlesungen des Doctor Gatt unbeschreiblich interessant sind, alle Geisteskräfte spannen, und auf daß angenehmste beschäftigen. Wie kann man d ic Tra gknosp en und Blut h c n der Dbstba um e g cgen das Erfrieren sicherni Man l^lte das Blühender Baume im Frühjahr so lange zurück, bis wahrscheinlich keine Nachtfröste mehr zu befürchten sind, well, wie bekannt, nur diese Nachtfröste zarleren Oo,Satzungen vorzüglich schaden. Um oiescs zu benir-ken, lege man in Februar oder März, wenn die Erde noch tief gefroren ist, Mist euvas dick um die Baume, uno lasse diesen so lange liegen, bis keine Nachtsröste mehr zu befürchten sind. Wenn nun die andern Bäume, um welche lein Mist liegt, bereits blühen, so sind die mit Mist umgelegten noch ganz zurück , weil der Boden unter iknen nicht aufthauen kann Nun mhme man den Mist weg, und setze noch den gefrorenen Boden der milden Witterung und der Sonne auS. Durch schnelles Treiben werben diese nun den früher blühenden bald nach« tommen, und reichliche Früchte bringen. Der nemliche Erfolg laßt sich warten, wenn man bey einem der letztcrn starken Winterfröste Eis um die Bäume legt, dieses mit Nist bedeckt en das Ergiebigste st.)?.— Wüi-den -,ur Zeit des Überflusses K,ntl?^>ln gctrocküct, und der Einkauis-preis wäre zu Zc> kr. der Meyeu, so geben 3 Metzen frische Kartoffeln 7 Netzen 10 Pfund Mehl; rechnen wir ic> Pfund Kartoffelmehl als Abschlag der Kosten für Trocknen und Reiben, so kommt der Metzen zu 1 fi. Za ir. zu stehen, michin 164 Pf. Brod a i ft. is2 kr. und 6 fi. Zo kr. Roggen-und Kartoffelmehl nach dem Versuch Nw. g in Summa von 8 fl., welches in Vergleich mit reinem Roggenmchl, wo 2 Metzen i4F Pfund a iZ fl., (nach obiger Berechnung) um 6 fl. weniger kosten wurde. Da das Kartoffelmehl aus trocknen Kartoffeln nicht nur gutes Brod giebt, sondern auch ergiebiger und wohlfeiler, als die übrigen Mehl-arten ist, so wird die Erfindung, Kartoffeln zü trocknen, und durch mehrere Jahre aufzuhalten, von ausgebreitetem Nutzen seyn, cs würde 1. Diese fünfzigfache Ertrag gcbcndePflan-ze häufiger gebautt werdrn können, da zur Aufbewahrung nicht mchr geräumige Keller ,und Kostenaufwand nothwendig sind, und nicht mehr das Verderben die Sorge des Pflanzers vereiteln. 2. Würde der Staat mit geringen Kosten zur Zeit des Überflusses, so wie jeder vorsichtige Hausvater, Vorrathc sammeln können, um in der Zeit des Kornmangcls wohlthatig auszubelfcn. Z. Würde das Commißbrod wohlfeiler zu stehen kommen, und die Verpflegung so vieler vom Staate Unterhaltenen, um vieles weniger kosten. Der Retter. Von einem Weih verfolgt entrann Ein Haselhuhn in eine Höhle, Da sprang ein schlimmerer Tyrann', Ein rasHer Fuchs, ihm an oie Keyle. Doch schnell macht' es ein Jäger frey, Sein Hund, der ihm die Spur verrathen. Zerriß den Fuchs, er schoß den Weih Und ließ das gute Hühnchen —, braten.