VrSnumeratt««s - Preise: Für Laibach: Ganzjährig . . « fl. 4» kr. Halbjährig . . 4 „ 20 .. «ierteljährig . 2 „ 10 „ Monatlich... — „ 70 „ Mit der Post: «inzjährig............,2 fl. Halbjährig.......... 6 , «'-rteljährig....... 3 Wr Zustellung inS Ha»S irrtelj. 25 kr., monall. 9 kr. Einzelne Nummern 6 kr. Laibacher Redactia» Bahnhofgaffe Nr. 13S. Srvedttions- L Jnser»t««-Bnrrau: Tongreßplatz Nr. 81 (Buchhandlung von Jg. v. mayr L Fed. Bamh Anonyme Mittheilungen werden nickt berücksichtigt; Mcknuscripte nicht zurückgesendet. Jnsertiovs-reise: Für die einspaltige-.Petit-eilr L 4 kr , bei wiederholter Ein» schaltung L 3 kr. -Anzeigen bis 5 Zeilen 20 Ü. Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Für complicierten Satz besondere Vergütung. Nr. 202. Montag, 4. September 1876. — Morgen: Laurentius I. 9. Jahrgang. Die national-llericalen Ideale und unsere Schuljugend. Nos kwtem, viri tortes, »Ltiskaesre reixublieLS viüemur, «i istias kurorsm s.e tels vitswus II. Wir haben vor etlichen Monaten in einem auf die krainischen Mittelschulen bezüglichen Aufsatz uns veranlaßt gefühlt, von der Ueberbürdungssrage an den österreichischen Gymnasien ausgehend, auf spe-crelle, durch den Nationalitätenhader hervor» gerufene Mißstände an unseren Bildungsanftalten hinzuweisen, und betonten ohne alle Umschweife, wie durch Anstellung von wüthenden Verfassungsgegnern als Jugendbildner sich der österreichische Staat um die kommende Generation ruhig betrügen läßt, wie solche Lehrer nicht nur die nachtheiligste Rückwirkung auf das so nothwendige gegenseitige Eingreifen aller Schulbehörden au»üben, sondern auch eine gleiche Zwietracht und einen politischen Fanatismus auf Kosten des wissenschaftlichen Fortschrittes in die zarten Gemüther der Jugend tragen. Wie sehr wir da den nwn esten Fleck berührt und den Nagel auf den Kopf getroffen, bewies das sofortige Echo, welches jener Artikel bei den Anhängern des »Slovenski Narod" gefunden hat. Wir haben in den Strauch geschlagen, und der uns Unbekannte hat sich selbst gemeldet; er zeiht uns der Denuntiatio», weil wir von dem Lehrer verlangten, daß er nicht blos nationalen Fanatismus, sondern österreichische Vaterlandsliebe in die Herzen pflanze; er fühlte sich gedrängt, als Anwalt der JemLeton. Coeur-Dame. Novelle von Fr. Willibald Wulfs. (Fortsetzung., Er heftete dabei sein Auge forschend auf Wal-trrs Antlitz, als wollte er darin lesen, wa» jener dachte, aber der Greis hatte gelernt, seine Gefühle zu beherrschen. „Langeweile, Herr Baron, ist eine ansteckende Krankheit, man muß ihr aus drm Wege gehen," warf er lächelnd hin, indem er sich mit einer leichten Verbeugung entfernte. Sein ungezwungener, freundlicher Ton hatte nicht verfehlt, die beabsichtigte Wirkung auSzuüben. Zum erstenmale wurde Waldheim in seinem Der. dachte schwankend. „Wenn ich mich aber täuschte?" murmelte er vor sich hin, nachdem Walter ihn verlassen hatte, »wenn es nichts weiter wäre, als eine zufällige Ähnlichkeit? Was sollte sie denn auch im Grunde hierher geführt haben? Nur Geduld!" setzte er hastig hinzu, „ich^werde die Sache sehr bald durchschaut haben." Rassenidee und der physischen Abstammung aufzutreten, und suchte mit jener Leid'wschastlichkeit und einseitigen Parteiwuth, die er uns vorwirft, geltend zu machen: es gebe für die Jugeyd keine edleren Ideale, als die Begeisterung der Rasse; der Staat hingegen, der specifisch österreichische Staat kommt jedoch bei ihm ganz stiefmütterlich davon. Wie ein solcher Mann sich die Begriffe der einfachsten Ehrenhaftigkeit zurechtlegt, wenn er es nicht verschmäht, als Jugendbildner und eventuell als Vaterlandsvertheidiger zu fungieren, den Eid auf die Verfassung zu leisten und dennoch in einer Zeitschrift zu sagen: .Es ist cynische Frechheit, den Lehrern die Verfassungstreue als eine wichtige Sache anzuempfehlen", das können wir mit unferm be. schränkten Verstünde nicht ergründen, außer wir müssen annehmen, daß ihn der Ernst seines Berufes noch nicht vermocht hat, wüste Burschenschaft«. Manieren abzulegen. Mil einer desto größeren Entschiedenheit jedoch müssen wir konstatieren, daß der ewähnten Entgegnung im „Slovenski Narod" der freiere Ausblick des Wellhistoriker« über den großen CivilisationS-strom, in welchem Interessen des Staates und der Kultur zusammensallen, total abgehl und die Ana logie zwischen den slovenischen Heldenidealen und denen der Griechen, der Römer und der Winkelriede ohne Berechtigung sei. Die liberalen Jungslovenen sammt dem erwähnten Heißsporn, der sich als Fachmann tiefe historische Kenntnisse zumuthen darf, sollten doch wissen, daß eine imposante Kulturidee, mag sie nun religiöse, somale oder sonst bürgerliche Jnteresscn verfolgen, die Seele nationaler Erhebung fei und allein zur Begeisterung berechtige. Tie innerste Triebfeder der größten Helden-thaten war bei den genannten Völkern stets das Bewußtsein geistiger Ueberlegenheit,, die Freiheit, der mit der Kultur Hand in Hand gehende staatenbil» dende Beruf — niemals aber die Rassen» idee für sich allein oder gar in Verbindung mit der Reaction. Bald setzten sich diese Völker mit heroischem Heldenmuth der Sündflut barbarischer Uebermacht entgegen, um die geistigen Errungenschaften als einen geheiligten Vestaherd vor einem rohen Vandalismus zu schützen; bald be» thätigten sie durch Absorbierung wilder Stämme eine großartige Expansivkraft. Oder glauben die Gegner wirklich, daß sich die Jugend an den Ge» stallen eine« Attila, eines Geiserich, eines Omar, deren Heldenthaten nicht nur jede ethische Idee mangelte, sondern zur Zerstörung der schönsten Errungenschaften der antiken Kultur führte, werde be» geistern können? — Aber wozu diese Ausführungen ? Ist es ja doch verlorene Liebesmühe, gegen eine» vom Fanatismus und Eigendünkel bethörten Geist anzukämpfen, trotz, dem er wissen mag, daß die Schweizer gegen die Tyrannei und Mißwirtschaft der Vögte für ein menschenwürdiges Dasein kämpften. Welche Analogie, fragen wir, findet sich zwischen jener Begeisterung und der unserer nationalen Patrioten? Gestattet die österreichische Verfassung nicht allen Völkern die größtmöglichen Freiheiten, so weit sich dieselben mit dem Interesse des Staats» Er näherte sich der Damengesellschaft, in deren Milte die Generalin faß. und begrüßte dieselbe in der vertrauten Weise, die nur einem Verwandten zusteht. „Sagen Sie nur doch, edürtz eou8M6," sagte er im Laufe des Gespräches, indem er sich zu ihrem Ohre hinneigte, „führt Fräulein Brunner vielleicht noch einen zweiten Namen?" Die Generalin sah erstaunt zu ihm empor. „Das ist eine seltsame Frage, wie kommen Sie zu dieser Aeußerung?" «Wenn ich mich nicht täusche, so habe ich Ihre Gesellschafterin in Karlsbad gesehen, aber damals trug sie einen anderen Namen." „Sie scherzen, Cousin." „Es ist mein vollständiger Ernst." Waldheim spielte ein gewagtes Spiel, aber er war zum Aeußersten entschlossen. „Mag sie sich auch noch so gut beherrschen können," combinierte er. „Die Erinnerung an Karlsbad wird mir zuhilfe kommen, um sie zu entlarven." „Das ist unmöglich." „Ich mutz bei meiner Behauptung bleiben," entgegn ete Waldheim in entschiedenem Tone. „Fräulein Brunner!" rief jetzt die Generalin. Dann wandte sie sich an den Baron: „Sie selbst soll unseren Streit schlichten." Die Gefühle, welche während dieser Zeit Luisens Herz bestürmt hatten, sind schwer zu schildern. Sic befand sich in einem Meer wechselnder Em-pfindungen, welche ihre Brust zerrissen, und nur die äußerste Verzweiflung verlieh ihr die Kraft, den Anblick des Elenden, dem sie nimmermehr zu begegnen gehofft hatte, mit Ruhe zu ertragen. Wie es im Leben oft geschieht, daß eine furchtbare Qual sich plötzlich in eine Art von stumpfer Gleichgiltigkeit umwandelt, so war es auch hier der Fall. Mit einem fast unerklärlichen Gleichmuth kam sie näher, und ihr Herz pochte kaum stärker als sonst, als sie sich in WaldheimS unmittelbarer Nähe sah. „Waren Sie jemals in Karlsbad?" fragte Frau von Simmern, während der Baron ihre Gestalt und ihre Züge mit durchbohrenden Blicken musterte. Keine Miene zuckte in Luisens Antlitz. Sie sah die Generalin unbefangen an. „Nein, gnädige Frau," entgegnete sie mit klarer Stimme. - (Forts, folgt.) ganzrn vertragen können? Werden nicht wesentliche i einem großen und einheitlichen nicht durch den Hohen, Summen für LandeSinstitule aus dem Staatssäckel wartischen Confufionsstaat gelockertem Oesterreich auf bestritten? Welchem Druck, welcher Verfolgung sind geht. Mögen dann unsere Gegner mit dem Ideal jenes unsere nationalen Volksbeglücker ausgesetzt? Trotz Patriotismus, der das Festhalten an der Verfassung der zu Recht bestehenden und unantastbare» Verfassung als Frechheit und eine unverfälschte, von keinem natio steht es denselben frei, den hohenwarthifchen Consu ' ^ ..... sionsstaat zu verhimmeln nalen Wahn befangene österreichische Vaterlandsliebe als Widersinn betrachtet, noch so sehr herumwerfen Wir wahren den gesetzlichen Boden und die > und so zu einer billigen Popularität bei ihren «Lin. Wähler beklagen sich über Denunciation, weil man fluß habenden Gesinnungsgenossen gelangen: wir wer. sie in ihrem Handwerke stört; wie würde es in der den sie gewiß darum niemals beneiden, niemals Tbat den Berfafsungssreunden in Krain ergehen, vor ihren Proteusgestalten erschrecken, sondern ihnen * - - - ^------------------------- l immer, so oft sie ihre hetzerischen Umtriebe mit dem jedesmaligen Ge>chrei über Denunciation und polizeilichen Verfolg vor unangenehmer Störung beschützen möchten, ohne Scheu recht wacker auf die Finger klopfen. Auch uns widerfuhr eine ähnliche Verdächtigung, die uns jedoch im Bewußtsein der guten Sache nicht hindern wird, noch öfters nach-zuweisen, wie viel Fanatismus und Selbstsucht, wie wenig Ideal und edle Begeisterung in den Be< falls die Träume unserer Gegner sich verwirklichten, immer, so oft sie ihre hetzerischen Umtriebe wenn sie denselben schon jetzt alle möglichen Prügel^— -------- vor die Füße zu werfen versuchen, denselben mit einem: „Lkxommwo si« Repressalien bei besseren Zeitverhältnissen faustballend in Aussicht stellen? Sie, die noch jetzt über das Festhalten an den Fundamenten der Verfassung wuthentbrannt sind, sic würden sich in günstigeren Verhältnissen schnellstens beeilen, un. gelegene Elemente zur Entlassung zu beantragen, während sie jetzt ungestört gegen die Verfassung Sturm strebungen der liberalen Jungslooene» zu finden ist, laufen ohne das mindeste zu befürchten. Nun, dies wie wenig geeignet eine Nationalitätenhetze erscheine, wäre gar nichts neues, da wir wissen, daß es nur um als pädagogisches Mittel der Jugend in einem großen Seelen eigen ist, nach gewonnener Macht Lande anempfohlen zu werden, in welchem zwei Na-mit Achtung den konsequenten Gegner zu behandeln, tionalitäten ruhig nebeneinander leben wollen und während nur kleine Geister, zum Vollbesitze der leben müssen Berserkerwuth über den der liebe Herrgott läßt Eine lehrreiche Moral jedoch kann man aus der Polemik unserer Gegner ziehen. Außerstande, Herrschaft gelangt, mit Gegner herfallen. Nun, , ^ . , die Bäume nicht in den Himmel wachsen und an den Kernpunkt gegnerischer Anschauung in aller Ruhe sie die unermüdlichen Wühler, wird vielleicht wol bald zu erfassen, ignorieren sie das Wesentliche und suchen der minder melodische Ruf erschallen: „Lvaäsrs, in kleinlicher Manier zufällige Versehen; jeden Au- Server« pg-tent xorlL" nach Belgrad, dem heiß genblick bereit, den Mangel sachlicher Widerlegung ersehnten Jerusalem ihrer Wünsche? mit persönlichen Angriffen zu ersetzen, können sie Wie heißt also dieses Ideal, um welches un- es nicht vermeiden, eine Geistesarbeit zu schreiben, sere c>unaslovenen kämpsen und um welches sich die ohne mit selbstgefälliger Ostentalion auch ihren Na- ' - - . -'^-1 men darunter zu schreiben. Wir müssen gestehen, daß wir aus die>en Ruhm gerne verzichte , da uns die Person sammt dem, was drum und dran hängt, gleichgiltig ist und einzig und allein nur die gute Sache am Herzen liegt; und diese gute Sache zielt vor allem dahin, im Interesse des Staates und der Schule auf die Schleichwege solcher Männer hinzu weisen, welche die arglose Mitwelt und leichtgtäu Schuljugend begeistern soll? Hat es vielleicht welche Aehnlichkeit mit der Einheitsbewegung JialienS, der Heimat der Virgile, der Dante, der Petrarca rc. ? ^ Hat!» die Einheit Italiens eine Solidarität mit den klerikalen Bestrebungen, oder hatte sie nicht die Auslösung der weltlichen Herrschast des Papstes zur Folge, eine Auflösung, die sogar erleuchtete Vertreter der Kirche eher als eine Läuterung, denn . . als Schädigung kirchlicher Interessen betrachten? Unter bige Jugend anstaunt, ohne den unheimlichen Pferde-welchen Aufpicien jedoch wird „SlovenienS" Einheit fuß zu bemerken, welcher aus dem Blendwerk reli-angestrebt? Es ist der nationale, lediglich auf die giöfen und wissenschaftlichen Flitterstaates widerlich Gemeinsamkeit Physischer Z u s a m m en ge« s herausguckt, Hörigkeit fußende Gedanke, ohn« jede wahrhafte Idealisierung, sondern im Bunde mit dem UltramvntanismuS. Mögen auch die Jungen im Gegensätze zu den Alten mit liberalen Phrasen flunkern, so hindert sie dies nicht, bei der nächstbesten Gelegenheit ihre geistige Verwandtschaft mit den Alten zu constatieren Politische Rundschau. Laibach, 4. September. Auland. Das am 2. d. M. ausgegebene ReichSgefetzblatt veröffentlicht eine Verordnung des Ministeriums für Landesvertheidigung, oeö Äcker-bauministeriums und des Ministeriums des Innern, Öder muß man nicht mit Bedauern den Zelotismus betreffend die Vorführung der Pferde (Tragth,ere) wahrnehmen. mit welchem die wenigstens konsequenten vor die Pserde-LlassisicationScommlssion des zeitwet-und aufrichtigen Alten und die jesuitisch verschmitzten ligen Aufenthaltsortes; eme Kundmachung des Hängungen in das Rad der Zeit mit der nationalen delsministerö, betreffend die Uebertragung der con-Spritzmaschine hineinfallen, nationalen Absolutismus, cessionsmäßigen Befugnisse bezüglich der Lundenburg Beamtenwillkür und die Schrecknisse des klerikalen Grußbach-Zellerndorfer Bahn an d,e Acnengesell Dunkelmännerregiments einer freisinnigen, möglichst schaft der Kaiser-Ferdinands-Nordbahn, und eme weitgehende Freiheiten im Rahmen des unversehrten Verordnung des Justizministeriums, betreffe^ Aen Einheitsstaates gewährenden Regierung vorziehen? Ist derungen in dem GebietSumsange mehrerer Bezirks es nicht bedauerlich zu konstatieren, daß Männer der gerichte in Oesterreich unier der Enns Wissenschaft, Bildner der Jugend in diese Phalanx sich Die österreichische Regierung beschäftigt sich einreihen lassen, um wahrnehmen zu müssen, wie die mit Feststellung des Termine« für den Wiedcrzusam-Triumvfwagen der westlichen Weltkultur über die mentritt des ReichsratheS; derselbe soll noch finsteren Gegner in der Soutane, im Frack, Doctor» vor dem 28. d.M. erfolgen. Das „Prager Abend-but und zugeknöpften Professorenrock mit zermal- blalt" erinnert daran, daß das Zoll- und HandelS-mender Kraft hinüberbraust? Nun, vor der Miß. bündnis zwischen Oesterreich und Ungarn schon am Wirtschaft national-klerikaler Allgewalt, welche eine 1. Dezember d. I. abläuft und daß bis dahin das aemütbliche patriarchalische Mißwirtschaft ohne con- neue Bündnis alle Phasen des doppelten Legislatur, trolierende weitere Instanz mit all' dem kleinlän- Prozesses durchgemacht haben müffe, soll nicht in den dischen Klatsch und allen, Eonsequenzen finanzieller wirthschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Reichs-wissenschaftlicher und amtlicher Misöre nach sich Hälften eine Unterbrechung ^«treten ; es zählt alle »ieben würde, davor bewahre der Himmel jeden li- weitern der Behandlung durch den Reichsrath harren-brralen, Fortschritt und Aufklärung liebenden, für den Gegenstände auf: die Erledigung der Quoten-unser großes Vaterland Oesterreich begeisterten frage, die Reform der Verzehrungssteuer, dir Han. «rainrr. Denn da« mögen sich unsere Gegner ge. delsverträge mit den auswärtigen Staaten, das sagt sein lasten, das unsere Vaterlandsliebe umso 1877er Budget, die Bankfragr, eine Reihe von größer ist, je weiter fie über dir engere Heimat in I Eisenbahnvorlagen, dir Steuerreform, das Aktien» gefetz u. s. w. Das genannte Blatt bemerkt, daß „die auswärtige Lage ihre Schlagschatten auf die Berathungen des Reichsrathes werfen werde." Die „Bohemia" schreibt: .Gras Hohenwart und Weiß v. Starke»fels seien eifrigst thätig, die illtczechen von der Nothwendigkeit des Einrittes in den Reichsrath zu überzeugen, um gegen die Ausgleichsvorlagen zu stimmen, damit, wenn nach der Verwerfung der Vorlagen die Auf. ösung des ReichSrathS erfolgt und Neuwahlen statt-inden, die Rechtspartei siege. Darum werde vor-äufig die Mitwirkung der altczechischen Partei nur bei der Abstimmung verlangt. Die Altczechen seien geneigt, darauf rinzugehen, aber die Frage habe für e formale Schwierigkeiten. Seitens der Rechtspartei rathe nian ihnen, der czechischen Bevölkerung zu er. klären, daß, unbeschadet des Festhaltens an den bisherigen Prinzipien, der Eintritt in den Reichsrath geschehe, weil durch den neuen staatsrechtlichen Zu-'tand eine Erhöhung der Lasten geschaffen werden olle. Diesbezügliche Entschlüsse der Altczechen sind noch ungewiß." Zu dieser Mittheilung bemerkt der „Volks-reund": .Daß man sich in den Kreisen unserer t aatSrechtlichen Opposition vielfach und angelegentlich mit der Frage eines allgemeinen Eintrittes in den Reichsrath beschäftigt, ist ein offenes Geheimnis, wenn auch die föderalistischen Blätter aller Parteischaltierungen nicht gerne davon reden; daß man sich endlich denn doch zu dem Schritte wird entschließen müssen, der zum Heile von uns allen schon längst hätte geschehen sollen, auch dar-über scheint uns kaum ein Zweifel zu obwalten. Fraglich ist nur, ob dieser Schritt schon jetzt ge. chehen wird, und da müssen wir allerdings (es ge-chieht mit aufrichtiger Betrübnis) constatieren, daß nach den Beobachtungen, welche wir während der letzten Monate gemacht haben, die Entscheidung in dieser großen Angelegenheit noch ziemlich weit in die Ferne gerückt ist, wenn auch die reichsräthlichen Verhandlungen über die Ausgleichsfrage sozusagen vor der Thüre stehen." Die Verhandlungen der Regierungen beider Reichshälften mit der österreichischen Nationalbank über die Bankfrage werden am 15. Oktober beginnen. In den letzten Tagen des September werden der Nationalbank die Propositionen der beiden Regierungen zugemittelt werden. Ausland. Die .Gazetta Usficiale' veröffentlicht ein Decret der italienischen Regierung betreffs Regelung der Befugnisse des Ministerprä-sidiums. Hienach sind Decrete, Vorträge, Ernen. nungen und Beschlüsse dem gesammten Minifterrathe zu unterbreiten, und steht dem Ministerpräsidium eine Einflußnahme auf alle wichtigen Acte des CabinetS zu. Das rumänische Amtsblatt dementiert die Mittheilung des Journals „Timpul," wonach auf dem Felde von Eotroceni ein blutiger Zusammenstoß zwischen Volk und Truppen stattgefunden habe. Der ganze Vorfall reduciert sich auf einen Streit zwischen Gendarmen und einigen Genie-Soldaten, bei welchem weder Blut floß, noch Verwundete ins Spital ge. bracht werden mußten. Dir Polizei stellte einfach die Ordnung rasch wieder her. Der Ex-Sultan Mur ad wurde im Palais Tscheragan installiert. Abdul Hamid begab sich am 31. v. M. in das Serail Topkapu, wo er von allen Ministern und hohen Würdenträgern empfangen wurde. Nach Verlesung eines Fetwa, mit welchem Sultan Murad aus Gesundheitsrücksichten des Thrones entsetzt wird, fand die Eeremonie der Anerkennung und Proclamierung des Sultans Abdul Hamid statt. Derselbe begab sich hierauf, von der Armee und der Bevölkerung acclamiert, unter dem Donner der Ge« schütze ins Palais. Mahmud Damat Pascha wurde zum Palast-Marschall ernannt. Das officielle Schreiben, in welchem die Pforte ihren Vertretern im Auslande den Thronwechsel notificiert, lautet: „Da die schwere Krankheit, von welcher Sultan Murad seit dem zehnten Tage seiner Thronbesteigung befallen wurde und welche seitdem stets zugenommen, ihn in die offenbare Unmöglichkeit versetzt hat, die Zügel der Regierung länger in Händen zu behalten, ist kraft eines Fetwa des Scheich-ul-JSlam gemäß dem Gesetze, welches die Ausübung der Souveräneiät im ormanischen Reich regelt, Abdul Hamid zum Kaiser der Türkei proklamiert." Die Schwtttumgürtung findet am 8. d. M. statt. Sultan Abdul Hamid präsidierte bereits einer Sitzung des großen Staatsraths, welcher sich mit dem Vermittlung« »Anerbieten der Mächte beschäftigte. Es wurde diesbezüglich noch kein Beschluß gefaßt, wol aber als Prinzip bereits fest-gestellt, daß die Pforte einen Waffenstillstand nicht ohne Garantien bewilligen dürfe. Der Sultan ergriff nur einmal das Wort und sagte: „Wir können Gnade üben und den besiegten Fürsten mäßige Bedingungen auferlegen, aber diese Bedingungen müssen bei auem Wunsche der Schonung so geartet sein, um unsere kaiserliche Oberherrlichkeit und unsere Rechte unzweideutig und vor gavz Europa zu dokumentieren." Vom Kriegsschauplätze. Am l. d. begann der Kampf auf dem linken Morava-Ufer aufs neue und blieb unentschieden, am 2. d. wurde der Kampf fortgesetzt, das Resultat ist noch nicht bekannt. Muk htar Pascha ist mit 20 Bataillonen, Artillerie »nd Munition nach Klobuk und Gra-hovo, und Djeladdin Pascha gleichzeitig mit zwei Brigaden von Bilek nach Banjani abmarschiert. Die Türken concentrieren sich unweit Nisch, um Alexinac diesmal mit betächllicher Macht anzu-greifen, die Serben werfen neue Schanzen auf «nd ziehen Verstärkungen an sich. Wie verlautet, haben die Montenegriner -nur einen Scheinangriff auf Bilek gemacht. Zur Tagesgeschichte. — Ihre Majestät die Kaiserin wird nächster Tage mit dem Dampser „Miramar" eine längere Seesahrt unternehmen und auf derselben die Inseln Lacroma und Lorsu berühren. Nach der Rückkehr wird Ihre Majestät «inen Reitausflug nach Lipizza machen und das dortige Gestüt besichtigen. Kronprinz Rudols trifft in Miramar am 9. September ein. — Der intern, statistische Longreß wurde in Pest am I. d. M. vom Erzherzog Josef eröffnet. In der Ansprache würdigte der Erzherzog die Wichtigkeit der statistischen Wissenschaft im Staatsleben, begrüßte den Con> greß im Namen Sr. Majestät und Ungarns und erklärte schließlich den Longreß im Namen des Königs für eröffnet. — Abdnl Hamid Effendi, der neu erwählte Padischah, ist am 22. September 1842 geboren und wird als 34. Souverän aus dem Stamm OSmans Len Namen Abdul Hamid II. führen. —-Ueber die angebliche Geisteskrankheit des Sultans Murad äußert sich der Chesredacteur der „Allg. wiener medizinischen Zeitung", Dr. B. Kraus, in der letzten Nummer folgendermaßen: „Unsere Ansicht, die sich aus das Urtheil eines der trautesten Freunde Murad V. «- stützt, ist folgende: Murad V. war nicht nur nie geistes-schwach, sondern der einzige türkische Regent, der vernünftigen Erwägungen zugänglich gewesen und das Reformwerk der Jungtürken, welche« ihn zu feinen Hauptfactor hatte, seit vielen Jahren unterstützte; daß man ihm das als örrsiun von gewisser Seite auslegt, ist möglich. Murad V. leidet seit vielen Jahren an Migräne und die übermäßigen Anstrengungen während der jähen politischen Versionen in Konstantinopel haben seinen Zustand verschlimmert, ohne bei ihm auch nur den geringsten Schein der Geistesstörung hervorgerusen zu haben. Ob außerdem eine Erkrankung eine« ändern wichtigen Organs mitconcurriert, daß ist uns nicht bekannt. Das Gerücht von einer Geistesstörung wurde, wie unser Gewährsmann mittheilt, nur für einige Augen-blicke lang, während man glaubte, ihn sofort ermorden zu können, durch perfide bezahlte Helfershelfer in Eours gebracht. Leidesdorf wurde nicht zur Abgabe eines Gutachten berufen, auch nicht in seiner Eigenschaft als Irrenarzt; besondere Umstände spielten mit, daß die ärztliche Hilfe LeideSdorfS, der auch Nervenkranke zu behandeln weiß, in Anspruch genommen wurde." Lokal- und Provinzial-Augelegenheiteu. Original-Corresponden;. Kronau, 3. Sept. (Herannahen der Herbstzeit. — Unsere Sommerfrischler. — Gesell-chaftlicher Verkehr. — Reiche Obsternte.) ES „Herbstelt" schon ganz gewaltig in unserem reizenden Thale, Plaid und Lodenrock treten anstelle der lustigen Sommertoilette, wir hoffen jedoch noch immer auf schöne Tage; Freund September wird, seine alten Rechte in Anspruch nehmend, sicher noch heitere, angenehme Zeit bringen. — Ein großer Theil der Sommerfrischler sagte dem freundlichen Kronau, seiner stärkenden Lust, seiner schönen Umgebung bereits „Lebewohl." Auch einige laibacher Gäste, namentlich Hofrath v Roth fammt Familie, Landeshauptmann von Kaltenegger, die Familie Suppan, Heinrich und noch andere verließen bereits die in neuester Zeit in Kronau aufgefchla-gene Sommerfrische und kehrten in das Land, wo „Slov. Narod" und „Slovenec" ihr nationales Unwesen treiben — nach Laibach zurück. Polizeirath Achtschin sammt Familie, Schulinspector Sima und Gattin, StalthaltereirathSwitwe Pallua, Professor Dr. Alex. Suppan und Geschwister weilen noch fort an unserem häuslichem Herd, den wir allmälig wohnlicher einzurichten aufrichtig bemüht fein werden. Die Sommergäste scheinen bei uns sich recht gut befunden und unterhalten zu haben. Ausflüge »ach Weißenfels, zu den malerisch gelegenen Seen, nach Lengenseld, Jauerburg, Aßling, aus die wurzner Höhe uud in die nahen Lhäler geben dem hiesigen Sommersitze wesentlichen Reiz. — Der Berkehr der Sommerfrischler mit der hiesigen Bevölkerung ist ein recht freundlicher. Die Wirkungen der laibacher nationalen Hetzblätter sind gottlob noch nicht in unser Thal gedrungen, Golt wolle uns auch in der Folge mit nationalen Hetzkämpfen verschonen. Die Bevölkerung bewegt sich fo friedlich, so ruhig, daß von einer Störung oder Mißstimmung kein Laut zu vernehmen ist. — Die kronauer Landschaft zeigt uns noch immer ein recht freundliches Bild; von den Obst-bäumen lachen uns prächtige Aepfel und Birnen einladend entgegen, wir leiden hier weder Waffernoth, noch Ueberschwem-mung, und die Güte des unterkrainer „Zwitschk" verfehlt nicht, heitere Physiognomien zu schaffen, getreu dem lateinischen Wahrspruche: „Vinuw IsetiLest cor bomims« (der Wein erfreut das menschliche Herz.) — (Personalnachrichten.) StaatSanwaltS-Substitut Herr Dr. Moriz v. Pflügl in Lilli wurde zum Oberstaatsanwalts-Stellvertreter in Graz und Staatsanwalts-Substitut Herr Moriz Schwarzenberg zum Notar in Franz ernannt. — (Die städtische Mufikvereinskapelte) sührte gestern ein aus zwölf Nummern bestehendes Programm zur vollen Zufriedenheit der im L»stnogarten anwesenden Gäste aus. Wir geben nur dem Wunsche des Publikums Ausdruck, wenn wir bemerken, daß in den Programmen mehr den Opern- und Operettenmelodien, als Tanzpiecen Rechnung getragen werden wolle. Das Orchester zählt tüch» tige Mitglieder; es soll den virtuosen Mitgliedern desselben Gelegenheit geboten werden, in hervorragender Weise hervor-zutreten. Der Beisall, welcher dem Bioliusolospieler zutheil wurde, bestätigt die Richtigkeit des ausgedrückten Wunsches. — (Die Mondessinste rnis), welche gestern auch bei uns sichtbar war, dauerte vou S Uhr 21 Minuten abends bis 11 Uhr 25 Min. nachts. -- (Für die Abbrändler in Loitsch) werden mit ministerieller Bewilligung auch in der nachbarlichen Steiermark öffentliche Geldsammlungen stattfinden. — (Aus dem adelsberger Lager.) Das 46. Linien-Jnsanterieregiment Herzog von Sachsen-Meinin-gen ist nach seinem Garnisonsorte Triest abgerückt. — (Berichtigung.) Mit Berusung aus die in unserem Blatte vom 29. v. M- Nr. 197 gebrachte Original-Lorrespondenz aus Steinbrück vom 26. August erhalten wir vom Handelsmanne Herrn Franz Gollob aus Oberlaibach gemeindeämtlich bestätigte Mittheilung, daß er am 20. v. M. eine Reise vou Agram nach Steinbrück nicht unternommen habe, sondern an diesem Tage bei Hause war. Die über diesen Vorfall eingezogenen weiteren Erkundigungen ergaben, daß der Name des jungen Mannes eben auch mit G. beginne, derselbe aus Oberlaibach gebürtig und derzeit nächst Rann wohnhaft sei. — (Landschaftliches Theater.) Laibach be» findet sich bereits in der glücklichen Lage, an den Produktionen der klerikalen Gaukler und indisch-chinesisch-japanesischen Magier kein besonderes Wohlgefallen zu finden. H. de Rappelleski und seine Genoffen zogen nur einen kleinen Theil der hiesigen Bevölkerung an. Den Productionen der in Rußland und Egypten gefeierten Künstler fehlt der Reiz der Neuheit, obwol nicht in Abrede gestellt werden kann, daß einzelne Piecen, mit deutscher Explication ausgeführt, den Beifall des Publikums errangen. Das Gauklerleben hat sich überlebt; die neue Zeit fordert Außerordentliches und erlebt im socialen und politischen Leben so viele Stirn-den der Täuschung, daß sie aus jede anderen Experimente Verzicht leistet. — (Lebhafter Eifenbahn verkehr.) Die Personenbeförderung ist seit mehreren Tagen aus der Süd-und Kronprinz Rudolfsbahn eine rapid gesteigerte geworden, da infolge der in voriger Woche eingetretenen ungünstigen Witterung die in Tirol und Kärnten weilenden Fremden die Sommerfrischen und Bäder verlassen und in die Städte ziehen. — (Für Touristen.) Die Section Krain deS deutschen und österreichischen Alpenvereines hat soeben einen sehr übersichtlich bearbeiteten Wegw:iser sür Touristen, Ge-birgs-und Alpensreuude, welche Exkursionen in unser herrliches Oberkrain unternehmen, in der hiesigen Buchdruckerei v. Kleinmayr L Bamberg aufgelegt. Dieses Vkäeweoum hält die Bahnstationen St. Veit, Zwilchenwässern, Bischoflack, Krainburg, Podnart, Lees, Jauerburg, Aßling-Sava, Lengenseld, Kronau und Ratschach-WeißenselS im Auge, von welchen aus die Exkursionen aus den Groß-Gallenberg, Katharinaberg, Jodociberg, durch, diis Pöllanderthal nach Jdria, durch das Selzachthal nach Eisnern, in die Wochein, auf die Lrna Prst, über den Sattel nach Tolmein, nach Neumarktl, über den Loibl nach Klageufuit, durch die Kanker »ach Seeland, über den Seeberg nach Vcllach und Kappel, aus den Grintouc, nach Kropp, zum Nemilja-Wassersall, über Steinbüchel nach Veldes, nach Mojstrana, zum Sa-vica-Wafserfall, auf den Vogu, nach Flitsch, aus den Triglav, auf die Begunsca, zum Wafferfall des Javornik, auf den Kotschnasattel, aus den Stou, zum rothweiner Wafferfall, auf die Golica, in das Heiligenkreuzer Thal, auf den Ro-zicasattel, auf den MittagSkogel, zur Jepica-Alpe, in da-Feistriz-Uratathal zum Periinik-Wafferfall, aus denLjuknapaß, in daS Kermathal, über die Wurzen, auf den Krainberg, durch das große und kleine Pisencathal, über den Sattel VerSec, zu den Mangartfeen, auf den Mangart, über die Spik-alm nach Raibl, TarviS u.s.w. unternommen werden kön-nen. Dieser äußerst praktische Wegweiser enthält die Wegentse» nungen, Höhenmeffungen, hervorragendsten Aussichtspunkte, schönsten Partien, Unterkunstsorte, und die Namen der Führer. Die Section Krain wird dieses Vüäsmevum in Placatsorm auflegen und an alle hiesigen und benachbarten Hotels, Gasthäuser und Eisenbahnstationen versenden. — Das Glocknerhaus aus der Paste rze ist nun vollständig fertig und wurde der Benützung übergeben. Das größte Verdienst um die Erbauung dieses Unterstand-ortes erwarb sich Freiherr M. v. Iabornegg, Vorstand der Alpenvereins-Sec-tion in Klagenfurt. Zur Bestreitung der Baukosten wurde eine Gewinnstlotterie eingeleitet; Gewinnstfpenden nimmt Kaufmann Herr A. Dolar in Klagenfurt entgegen. Die Ziehung erfolgt am 19. Nov. l. I., am Namensfeste der Kaiserin Elisabeth. Die Besteuerung der Genossenschaften. (Schluß.) Ueber diese Frage äußern sich die „Blätter aus Kärnten", wie solgt: „Das erste Opfer der neuerlich beliebten strengen Durch» führung fiskalifcher Maßregeln gegen die Genossenschaften ist bereits gefallen. Die klagenfnrter Schneider-Associatidn sah sich veranlaßt, zu liquidieren. Ganz erklärlich; eS wird ja durch jene Maßregeln ein Geschäft doppelt und dreifach besteuert, und daher dürfte leider eine «enoffenfchast nach der ändern sich auflösen und sich so eine Art vollswirth-schastlichen Selbstmords vollziehen, welcher sür die Gesammt-heit deS Staates verhängnisvoll genug werden muß. ES ist also die höchste Zeit, diesem Vorgehen Einhalt zu gebieten» und wir hoffen »S sicher, daß die hohe Regierung im wohlverstandenen Interesse.deS Staate- den diesbezüglichen Petitionen der Genossenschaften folgegeben und jene Maß- r»geln insokange sistieren werde, bis es den gesetzgebenden Faktoren mSglich wird, entsprechende Aeuderuugen im Gesetze rinzusühren. Die Schneider-Venoffenschaft, bestehend ans tüchtigen, sparsamen Schneidermeistern und Gehilfen, hielt sich ganz gut und hätte keine Veranlassung gehabt, zu liquidieren, allein ihr Fortbestehen wurde unmöglich gemacht durch Aus-bürdung einer Steuerlast, welche in gar keinem Verhältnisse steht zu dem Umfang des Geschäftes und welche weit die Eteuerletstung jedes ändern ähnlichen Gewerbes überschreitet. Ganz der gleiche Fall ist es mit Len Vorschußkafsen. Der sogenannte Reservefond ist als ein Vermögen der Genossenschaft wol nicht zu betrachten; derselbe ist lediglich eine kleine Sicherstellung, eine Deckung für die unausbleiblichen Verluste, Wollten unsere Creditgenossenschasten heute liquidieren, keine einzige hätte einen Reservefond, der genügend wäre, die Verluste zu decken, welche die Genossenschaft hiebei nothwendig erleiden müßte; der Reservefond würde unter den Händen der Liquidatoren zerfließen, wie Schnee unter den Sonnenstrahlen. So sieht e» mit dem «Vermögen* und dem .Gewinn" der Genossenschaften in Wirklichkeit aus, auf welche man sich bei der Aufbürdung von Steuern und Gebühren beruft. Und wodurch kann denn überhaupt ein solcher »Reservefond" entstehen? Linzig und allein dadurch, daß patriotische, uneigennützige Männer unter teilweise unglaublichen Opfern an Zeit und Arbeitskraft die Geschäfte der Genossenschaft unentgeltlich besorgen. Für dieses ihr opservolleS, patriotisches Wirken erhalten fre freilich keine Anerkennung seitms des Staates, dafür aber sehen sie die Früchte ihrer Leistungen, welche in erster Linie im Interesse deS wirthschastlichen Bestandes ihrer Mit bürger und somit im lebendigrn Interesse deS Staates liegen, in die Staatskasse fließen, wo sie ihre Aufgabe nicht erfüllen können: „Sicherung des Fortbestandes der Genossenschaft und damit eine dauernde wirthschastliche Wohlfahrt der Mit> glieder, d. H. eine dauernde Stenerfähigkeit derselben." Der Staat wühlt im eigenen Fleische, wenn er sich nicht mit dem großen indirecten Gewinne zusriedenstellt, welchen ihm solche Genossenschaften bieten, sondern vielmehr durch End ziehnng der nvthigen Geldkräste denselben die Existenzbedin gungen nimmt. Der Vortheil des Staates ist hiebei nur ein momentaner und ähnlich jeneyi Vorgehen, durch welches ein ganzer herrlicher Baum ruiniert wird, wenn man ihn wegen einiger Pfunde Pech anbohrt. Nachdem endlich sich das Volk ausgerafft, um sich selbst zu helfen, um sich die Mittel zu schaffen, die große Steuerlast zu tragen, welche ihm der bewaffnete Friede unseres so sehr civilisierten Welt, »heiles auserlegt, wäre es wol unklug, diese Selbsthilfe durch Entziehung der Mittel unmöglich zu machen. Durch die Liquidation aller Creditgenossenschasten in Oesterreich wür den viele Tausende Gewerbetreibende Bettler werden. Wer wird dann dieselben erhalten? Diejenigen, welche vorläufig noch nicht Bettler sind; aber, wie lange? — Wenn man u-xiterS bedenkt, daß eine solche Genossen schast gar nie zu einem Reservesonde kommen könnte, wenn ihre Funktionäre nicht in edler patriotischer Aufopferung für ihr« Mitbürger, für den Gesammtstaat unentgeltlich arbeiten würden, so muß man es für unmöglich halten, daß die h Regierung aus ihrem Schein bestehen wird: sie wird sicherlich so viel Einsicht haben, um nicht wegen eines momentanen Zuflusses in ihre Kassen die ganze Znkunst preiszugeben. Telegramme. Budapest, 3. September. Die Centennialfeier de- Palatinus Josef hat unter der Theilnahme dessen Sohnes — Erzherzog Josef — und Familie, welche den Mittelpunkt der Festlichkeit bildeten, der Minister, von Vertretungen der Hauptstadt, deS Co-mitateS, des Reichstages, der Mitglieder des stg-t stischen Congresseö, der Consuln, des KleruS, der Armee und von 2000 Gästen stattgefunden. In den Redoutensälm hielten Oberbürgermeister Rath und der Obern otär Barna Gedenkreden, die unvergänglichen Verdienste des Palatins hervorhebend, worauf der Oberbürgermeister dem Erzherzoge eine goldene Gedenkmedaille überreichte. Sodann Festzug auf den Josefsplatz, woselbst unter den Klängen der Volkshymne ein Lorbeerkranz auf dem Monumente des Palatins niedergelegt wurde. Zara, 3. September Der französische Consul n Skutari ist in das Lager Nikola's abgereist. Mukhtar Pascha ist an der Grenze bei Grahovo angelangt, wo bereits gekämpft wird. — Einer Meldung aus Podgorica zufolge hat gestern die Offensivbcwegung der Türken auf Montenegro bei Spuz begonnen. Witterung. Laibüch, 4. September. Morgens bewölkt, dann heiter, sonniger Tag, schwacher NO. Wärme: morgen- 7 Ubr -j- 15 4°, nachmittags 2 Uhr 4- 20 8° 6. (1875 -s- 20 6« 1874 25 8' 6.) Barometer 739 82 wm. DaS vorgestrige Tagesmittel der Wärme -s- 14 4', daS gestrige -s- 16 0», beziehungSwei um 2 4° und O L» unter dem Normale._______________ * Verstorbene. Den I. September. Johann Ärra, Kaischler. 37 I., Tivilspitol, RückenmarkS-Atrophie. - Franz Pir man, Inwohner, 58 I, Livilspital, Herzlähmung. Den 2. September. Johanna Killer, ^ kind, 3 M., Hühnerdor! Nr. 18, Darmkatarrh. Den 3. September. Johann Stibernik, HolzsägerS lind. 1 M., Stadl Nr. 29, Atrophie. — Lorenz Kumau Schneidermeister, 65 I., Krakauvorstadt Nr. 39, Zehrfieber Lottoziehrmg vom 2. September. Wien: 40 38 75 78 82. Graz: 41 67 33 50 29. Für die Abbrändler in Loitsch ind in der Buchhandlung v. Kleinmayr L Bamberg weiterS eingegangen: Bon zwei ungenannten Damen......................5 fl. « k. k. Finanzrath August Dimitz ... 5 „ Obige Buchhandlung ist auch noch serner bereit, Beiträge entgegenzunebmen und dieselben an den löbl. Stadtmagistrat abzuführen_______________________________ Wiener Börse vom 3. September. Sperc. Rente, öst.PaP dto. dt», öft. >» Eilb Sole von r«S4 «eld! War- rkLLkldrt«5s. Lose von 1860, ganze iose von 1880, Fünft. Prämiensch. v. 186 l . driu»«l«Qt.-0d1. Siebenbürg. Ungarn Knalo-Bank........... Kreditanstalt........ Depositenbank . . . . SScompte-Anstalt. . Kranco-Bank . . . . Handelsbank.......... »tationalbank . . . . Oest. Bankgesells. . . Union-Bank........... VerkebrSbank......... «lföld-Bahn . . . . Karl Ludwigbabn . . «ais. Elis.-Bahn . . Lais. Fr. Iosef-b . . Staatsbahn........... Südbahn.............. «6-65 66 7b Allg. öst. Bod.-Tredit. 70 8t) 70-40 dto. in SSI............. 107 50 108— Nation. ö. W.............. 111 85 111 50 Ung. Bod.-Creditanst. 116 50 >17 1S8 — >S8 50 74 — 74 50 75'50 75 75 7S SO 148 8» 73-60 144 - «58 - < 11 85 11 50 855 - 856' 57 50 8S.-105— 804 160 50 ISS -8S7.L0 7b 85 57 75 8S-50 105-85 804 85 I«1--1SS 50 888'-75 50