Mtmcher Nr. 866. fl. ll, halbj. ft, 5 ÜN. Zllr die .^uNtllun», in« Hau« halbj. !« lv. Mil balbj, ? s>0. Mittwoch, 19. November. Insert«,n»gtl«l: K2l Nelne I»sn«tt« «» ,» 4 Z«Uen u k., groyne pn Zeile « kl.; be« »fte«n wiebeiholungen pel Zeilt » l». 1879. Amtlicher Theil. 6. Bulletin. Bei noch fortdauerndem, aber mähigem Fieber ist in den übrigen Symptomen bei Ihrer k. und k. Hoheit der durchlauchtigsten Frau Erzherzogin Marie Therese keine wesentliche Aenderung eingetreten. Der Verlauf der Krankheit ist bisher im ganzen milde, aber etwas schleppend. Reichenau am 16. November 1879. Dr. Rollett m. p. Professor Bamberger m. i>- 7. Bulletin. Das Befinden Ihrer k. und k. Hoheit der durchlauchtigsten Frau Erzherzogin Marie Thcrese hat sich etwas gebessert, die Fieberbewegung vermindert. Reichenau am 17. November 1879. Dr. Rollett m. ,,. Ihre k. und k. Hoheit die durchlauchtigste Frau Erzherzogin Isabella, Gemahlin Sr. k. und k. Huheit des durchlauchtigsten Herrn Erzherzogs Friedrich, sind am 17. d. M. um 2 Nhr morgens von einer Prinzessin glücklich entbunden worden. Das Befinden Ihrer t. und t. Hoheit ist ganz befriedigend. Nichtamtlich^ Theil. Zur Wehrgesetzfrage. Der Wehrausschuss des Abgeordnetenhauses hat in seiner vorgestrigen Sitzung die Regierungsvorlage unter Ablehnung aller betreffs der zehnjährigen Verlängerung oes Wahlgesetzes gefttlllcu Amenocments unverändert angenommen. Die Abgeordneten Czedik, Rechbuucr und Schuff l ineldetru Muwritalsuoten an. Der Antrag Ezedlls gcht bekanntlich dahin, die Kriegsstärke von ttO0,OW Maun sei, conform der Regierungsvorlage, anf weitere zchu Jahre zu bewilligen, jedoch nur uuler der Voraussetzung, dass der gegenwärtige Friedenepräscnzstand von 255,M0 Mann auf ^^,000 Manu rcduclert uud diese Neductioil geschlich durch Anfügung eines diesbezüglichen Alineas zu H 11 ^es Wehrgesttzeö fixiert werde. Ueber die beim Ministerpräsidenten Grafen Taaffc ^gehaltene Eonfereuz äußert sich das „Fremdcnblatl" ^' einem vor dem oben gemeldeten Aeschlnsse des 7"ehrcmsschussc3 geschriebenen Artikel wie folgt: ..Nur "le Vertreter der Fractionen der Rechten haben sich '" der Eouferenz mit Klarheit für die unveränderte Annahme der Regierungsvorlage ausgesprochen. Von den Vertretern der Verfassungspartei trat der Obmann deS Elnbs der Liberalen, Dr. Weeber, wie es aus dem Berichte den Anschein gewinnt, nicht aus der Reserve heraus, und scheinen srmit seine Parteigenossen über ihre Stellung zur Wehrvorlaae noch zu keiner Entscheidung gelangt zu sein. Nur Dr. Sturm (Fortschrittspartei) äußerte gegen die Vorlage Bedenken, ohne jedoch einen Gegenvorschlag zu formulieren, die von ihm angeführten Gründe sind jedoch zum Theile höchst seltsamer Art. Sie stehen mit der Wehr-frage in keinem Zusammenhange. So fürchtet Dr. Sturm. ..die Wehrvorlage sei bloß der Hebel für geplante Verfassungsänderungen." Es ist jedoch kaum anzunehmen, dass die Vrrfaffungspartei so vage und durch nichts gestützte Vermuthungen als Argumente in einer die Sicherheit und die Machtstellung des Reiches berührenden Frage acceptieren wird. Ohne die Ergebnisse der Eonferenz weiter zu analysieren, kann jedoch die Thatsache, dass zwischen allen Fractionen des Hanfes ein Ideenaustausch stattgefunden hat. gewiss mit Genugthuung constaliert werden. Es ist endlich der Versuch gemacht wurden, zwischen den Parteien euie innigere Berührung zu erzielen, sowie auch die Regierung in nähere Fühlung mit allen Parteien des Hauses zu bringen, und so wie dieser Weg bereits m der W'hrgesetzfrage zu einem näheren Eonlacte und damit auch zu einem Fortschritte auf der Bahn zur Verstündi.mng und zul Klärimg geführt hat, so dürste die Pflege der Beziehungen zwischen dem Cabiuete und al!ck wird mit Recht als Meister und Apostel der Realpolitik anerkannt. Wie immer frei von j.der sentimentalen Regung, hat er das innige Aündmö mit Oesterreich erstrebt, dasselbe auf volle Gegenseitigkeit der Leistung zu gründen gesucht. Er macht durchaus keinen Hehl daraus, dass er die Leistung Deutschlands nach emer bestimmten Leistungsfähigkeit unsererseits bemessen hat. Er ist bemüht, durch seiu publicistisches Sprechrohr uus vor der „Täuschung" zu bewahre», als hätte Deutschlaud seine schwere und ruhmreich erprobte Rüstung uns lediglich aus zärtlicher Bruderliebe für gewisse Fälle zu Diensten gestellt, damit wir uns der Bürde unserer Wehrstellung gelrost entäußern. Der deutsche Kanzler will mit festen, genau bestimmten Factoren rechnen und will nicht, dass dieselben sich ihm unter der Hand verflüchtigen. Die Volksvertretung wird sich der Erkenntnis nicht verschließen können, dass, abgesehen von den angedeuteten Rücksichten auf die äußere Machtstellung, viel näher liegende materielle und politische Gründe von gleichem Gewichte einer lediglich auf Ersparungsgründe basierten Massenreducierung des Mannschaftsstandes im Wege stehen, und dafs vollends dem Gedanken an eine „Armee auf Kündigung", wie das Berliner Regierungsorgan die mancherseits angeregte Fristung des Wehrgesetzcs von Jahr zu Jahr treffend charatteri' sirrt, unmöglich Raum gegeben werden könne! Bei Reducierung des Armeestandes fällt auch die Erhaltung der Cadres, die Rücksicht auf den Bedarf an Unter-officieren in Betracht; der Griffel, der da ans „Streichen" geht, muss von sachkundiger Hand geführt wer» den, soll derselbe nicht zum Messer werden, das tief ins lebendige Fleisch schneidet! Was dle Einschränkung der Giltigteitsdauer des Gesetzes von zehn auf drei oder gar ein Jahr betrifft, so liegt es auf der Hand, dass durch dieselbe ein praktischer, unmittelbarer Nutzen absolut nicht zu erzielen ist. Dabei wird auch noch ein anderer, sehr gewichtiger Umstano übersehen, die im Gesetze uol gesehene Nothwendigkeit nämlich, die Heeresorganisa» tiun gemeinsam mit Ungarn festzustellen. Wir haben bei E'neuerung des wirtschaftlichen Ausgleiches uor zwei Jahren wohl sattsam erfahren, wie vorzüglich die Herren drüben in Pest es verstehen, bei oerlei gemeinsamen Feststellungen immer irgend ein «Prositchen" für sich herauszuschlagen. Wir hegen daher auch die Zuv^'i ficht, dass schon diese Erwägung allem hinreichen werüe, o>e diesseitig/ Volksvertretung vor einer Antastung der bestehenden Wehrorgamsattoil zu bewahren." Die ,.N. fr. P^sse", welche allerdings gegen die Bewilligung des Wehrgesehes auf zehn Jahre auftritt, plaldlert gleichfalls für die fonftige unveränderte Annahme der Vorlage. Wir lefen in dem leitenden Artikel dieses Blattes folgende Stellen: „Uns erscheint vor allem ein Gesichtspunkt maßgebend für die Entschließung der Veifafsungspartei. Dieser ist, dass im gegenwärtigen Augenblicke an der Heeres-organisation nicht gerüttelt werden dürfe. Die Occupation der Balkan-Provinzen ist vollzogen, unsere Fahne ist im Sandschal von Novibazar entfaltet, wir stehen wie vorgeschobene Posten auf der Wacht der kommenden orientalischen Krisen. Alle politischen Verhältnisse Europas sind in Gährung und wir sind im Mittel- Feuilleton. Wiener Skizzen. 16. November. Dass hie Wiener viele von den Eigenschaften der ^fen Römer hätten, will ich nicht behaupten, aber in ^nelu sind sie denselben doch gleich, sie sind glücklich, lvenn sie pu^m vt ciroon«^, etwas zu essen nnd ^was zu schauen haben. Deshalb mag es anch richtig ^lu, was jemand einmal behauptete, dass die Wiener «ues verzeihen, sogar wenn man ihnen den Stcfans-M,i! escanwtierte, aber niemals, dass man sie um y" Schauspiel gebracht habe. Gegenwärtig feiern die ^""glerigeil und Schaulustigen Wiens wieder einmal ^'ltage, es gibt allerlei Merkwürdiges uud Anßer-d?ulMl'cl>s zu sehen: hohe Gäste aus dem Norden, ^ ^"sstattilng einer Königsbraut, interessante Theatcr-A,,'"llnngen, eine neue Börse ». s. w. Da haben dann das /u ""d Zungen alle Hände voll zu thun. denn "» Gesehene wird sofort besprochen nnd bekrittelt. Unk - ^M Gäste ans dem Norden, ein König ti °t""5 Königin, ein künftiger Kaiser uud eiue küns^ s^ ^mserin, sind von Gmnndcn her gekommen, wohin 'ein interessantes Fanulicnereignis geführt hatte. Ml? ^. "',? 'st des küuftiqen Kaisers Schwiegervater heit ^. ^listige Kaiserin ist eine durch ihrc Schonung. ^"'^ dänische Prinzessin. Komisch ist, was der , ^"urnalreporter über die Zesarewna schreiben; ""e sagt. sie sei schlank und hochgewachsen uub noch immer sehr schöu, der andere bezeichnet sie als klein und stark und bar jeder Spur vou Schönheit, ein dritter behauptet, sie töune unmöglich einmal schön gewesen sein. Und wie diese Urtheile über die Gemahlin des Großfürsten verschieden sind, so verschieden ist, was über den Zweck des Wiener Besuches geschrieben wird. Nach dem einen ist es ein einfacher Höflichkeitsbesuch, nach dem andern eine nothgedruugene Etiketteuvisile, nach dem dritten ist mit dem Besuche ein politischer Zweck verbunden, nach dem vierten steckt eine diplomatische Intrigue dahinter, und so fort. Ich möchte mich der ersteren Ansicht anschließen; da die Herrschaften einmal fo lange auf dem österreichischen Boden weilten, ergab es sich von selbst, dass sie auch dem Herrn dieses Landes einen Besuch machten. Se. Majestät der Kaiser begrüßte die hohen Gäste aus dem Norden im Westbahnhofe uud geleitete sie in die Hofburg, wo sie Appartements bezogen. Der Groß--fürst und dessen Gemahlin bewohnen die Zimmer im Radetzkytract, das dänifche Königspaar die sogenannten alten Kaiserzimmer. Da der Aufenthalt nur auf wenige Tage berechnet ist. fo benutzen die Herrschaften die kurze Zt'it, um möglichst viel von den Wiener Sehenswürdigkeiten in Augeuschein zu nehmen; sie besnchten vorgestern das Arsenal, das Belvedere, machten Spazierfahrten über die Ringstraße und erschienen abends in der Oper. Die Schar der Nengicrigen uud Schau-lustigelt folgte ihnen überall hin, machte überall Qucu und harrte stundenlang in der Hofburg, um einen von den nordischen Gästen zu sehen. Dabei machte sich ein Unterschied in der Haltung des Publicums bemerkbar: als Fürst Bismarck hier war, gab es Hochrufe und Ovationen, die Neugierigen schauten nicht nur, sie gaben auch ihren Gefühlen Ausdruck; die dänischen Majestäten und die russischen Hoheiten aber wurden nur mit kalter Höflichkeit begrüßt. Möglich, dass diese kühle Haltung nur Zufall ist, auch das Publicum hat seine Launen, seine Aufregung und Abspannung; möglich aber auch, dass die jüngsten politischen Vorgänge daran schuld sind, dass Sympathien und Antipathien danach bemessen werden können. Auf der breiten Auffahrtsrampe vor dem Palais des Erzherzogs Albrecht gieng es die Tage her fehr lebhaft zu. es herrschte da ein stetes Kommen und Gehen, und vor dem Hauptthore staute sich eine schaulustige Menge, welche gerne in die oberen Appartements des Palais gelangt wäre, wo der Trousseau der Erzherzogin Marie Christine ausgestellt war. Eine eigentlich öffentliche Ausstellung war es nicht, denn es wurden nur so viel Karten ausgegeben, als möglicherweise in zwei Tagen Personen die Ausstel-lung besichtigen konnten. Das war aber viel zu wenig, denn mindestens zwanzigtausend Damen hatten sich anf den Moment gefreut, da sie alle die Herrlich-leiten sehen würden, von denen die Journale seit Wochen schon so viel Wunderbares berichteten, und nun konnten nur dreitausend ihren Wunsch erfüllt sehen Es qab deshalb in der verflossenen Woche sehr viel unzusnedene, sogar sich unglücklich fühlende Frauen und Iuna rauen in Wien. Diejenigen aber. denen es geglückt war den Trousseau zu sehen, waren des Ent-zückeus voll. Im Nachstehenden will ich es versuchen, die ausgestellte Ausstattung der KönigKbraut flüchtig zu schildern: 2282 punkte dei Dinge, welche sich entwickeln. Heute stehen wir in: Bunde mit Deutschland, und das bedeutet wohl einen hinlänglich großen Antheil an den Weltereignissen. Wer hätte heute den Muth, an dem leider wichtigsten Instrumente für historische Ereignisse, an der Armee, zu rütteln? Wir gestehen, dass wir nicht diesen Muth besitzen und es nicht für passend, nicht für den Verhaltnissen entsprechend erachten, die Partei dazu zu drängen, ihr berechtigtes, aber leider von den Ereig« mssen überschattetes Ersparuugsprogramm jetzt ins Werk zu setzen. Wir zweifeln auch nicht, dass die Bevölkerung ebenso denkt, dass der Pulsschlag für bedeutende Gcschichtsereignisse in ihr lebendig ist, dass sie die Einsicht und das Verständnis besitzt, dass jetzt nicht mit strenger Hand in das Gefüge der Armee, welche ja doch ein Volksheer ist und mit tausend Wurzeln in der Bevölkerung haftet, eingegriffen werden könne. Diese mit gesundem Sinne und politischem Feingefühle das Richtige treffende Bevölkerung wird der Partei sicher beistimmen, wenn sie sich von dem Grundsätze: „Das Reä,te auch zur rechten Zeit!" leiten lässt. Wir sprechen es unumwunden aus, heute ist nicht die rechte Zeit. Wir gestehen, dass wir heute weder von großen noch von kleinen Maßregeln, um dem Kriegsbudget beizutommen, gern hören mögen. Die Herabminderung der Kriegsstärke der Armee ist heute aus dem Programme jeder Fraction der Verfassungspartei gestrichen. Aber auch die gesetzliche Herabsetzung der Präsenzdienstzeit wird kaum empfohlen werden können, weil sie möglicherweise in den Organismus, in dic Ausbildung, in die Kriegstüchtigkcit der Armee ein-gieifen würde oder doch als in dieselbe eingreifend vermuthet und dargestellt werden könnte. Heute ist die Integrität der Armee ein Gebot des öffentlichen Interesses, vor welchem die sonst wichtigsten, dringendsten Interessen, jene der Rücksichtnahme auf unsere Finanzlage, zurückweichen müssen. Niemand soll in die Lage gesetzt werden, der Verfassungspartei eine richtige Auffassung der Stellung dcr Monarchie zur Entwicklung der geschichtlichen Ereignisse abzusprechen." Die neuen Steuervorlagcn. Bekanntlich hat das Abgeordnetenhaus sämmtliche das Budget begleitende Stmervorlagcu einem Spezialaus-schusse zur Vorbehandlnng zugewiesen. Die Berathungen derselben sind zwar noch'nicht vorgeschritten, doch lässt sich eine baldige Beendigung derselben mit Sicherheit erwarten. Dic Wiener „Mont.- Rcv." oemerkt diesbezüglich: „Bei den neuen Stcucluorlagen der Regierung handelt es sich um kein zusammenhängendes Steuersystem, sondern um eine Reihe völlig abgesonderter Nothuorlagen, durch welche das Deficit für 1880 gedeckt werden soll. Eine andere Verbindung herrscht zwischen denselben nicht. Die wohl gleich Anfangs von einigen Journalen übertriebene Aufregung hat sich vollständig gelegt, und alle Parteien gehen mit der wünschenswerten Ruhe uud Objectlvität au die Erörterung der Gesetze. In der Verfassungspartei möchte man am liebsten die eine gluudlichc Steuerreform bezweckenden Vorlagen der Regierung votieren, welche zum Theile ihre Wirksamkeit schon im Jahre 1880 äußern könnten, den Rest des Abganges des nächsten Budgetjahres aber noch im Wege einer Creditopcratiou bedecken, so dass der von der Regierung angestrebte Zweck, alle Allsgaben durch entsprechende Einnahme» zu decken, erst im Jahre 1881 erreicht würde. Das Ministerium, welches selbstverständlich seine Absicht schon mit dem nächsten Staatsvoranschlage verwirklicht sehen will und demgemäß die gemachten Vorschläge aufrechterhält, verkennt gleichwohl die wohlmeinenden Tendenzen der Verfassungspartei nicht und wird die-sellen durch die noch bis Ende dieses Monates zu gewärtigenden Steuerreformvorlagen, so weit es in seiner Macht steht, zu fördern trachten. „In keinem Falle ist der durch die für das Jahr 1880 bestimmten Aushilfsmaßregeln erreichte Vortheil, dass man nunmehr mit Eifer der so uner« lässlichen Reform unseres Stellerwesens obliegen will, gering anzuschlagen. Der Poleuclub erklärte alle anderen Vorlagen, mit Ausnahme der Ergänzungssteuer, für discutabel. Der Club der Czechen und der staatsrechtliche Club scheinen im ganzen geneigt zu seiu, die Regieruugsvorschlage zu accepticreu. Angesichts der zahlreichen und dringlichen Vorlagen des Ministeriums will es uns vorkommen, dass die Mitglieder des Abgeordnetenhauses mit Initiativanträgen, deren praktische und unabweisliche Bedeutung nicht in die Augen springend ist, ein wenig mehr zurückhalten sollten. Es fällt uus nicht im geringsten ein, an irgend eine Be-schräukuug der diesbezüglich jedem einzelnen Deputierten zustehenden Rechte zu denken, und noch weniger unterschätzen wir die Bedentung der Motive, wodurch die Volksvertreter zu solchen Anträgen veranlasst werden. Aber time i« mons), und die Vorlagen der Rc-giernng berühreu so vitale wirtschaftliche Interessen der Bevölkerung, dass die Abgeordneten mit voller Selbstzufriedenheit heimkehren können, wenn sie diese Entwürfe einer enlsftrecheuden Erledignng zugeführt haben. Allem hiezu gehört beim besten Willen so viel Zeit, dass eine Zersplitterung der dem Neichsrmhe zugemessenen Frist nach Thunlichkeit vermieden werben sollte. Dabei wollen wir des Umstandes nicht weter gedenken, dass dem Wissen nnd Kö'nncu von 353 Abgeordneten nur die Kraft von dreißig oder vie» zig Regieruugsorgünen gegenübersteht, die über die menschliche Möglichkeit nicht Hinauskummen können. Weiln man, wie in nnscrem Abgeordnetenhaus?, alle Gegenstände einer langwierigen Vorbeialhung durch viel-gliederige Ausschüsse unterwirft, so muss man diesen gestatten, sich zu couccntricren. Eine Ueberladung derselben tann nach keiner Nicylung hin von Vortheil sein. Politische Uebersicht. Sonntag mittags fand im Minislcrim des Acußcru eine mehrstündige gemcinsa m e M > nisterconfercnz statt, in welcher die den Delega l i ui, cn zu unterbreitenden Vorlagen endgiltig festgestellt wurden. Minister Szcnde, der mit dem Kriegsminister conferiertc, wnrde mittags von Sr. Majestät in längerer Audienz empfangen. Die ungarischen Minister sind tags-darauf nach Pest zurückgekehrt. Der am 13. d. M. iu London abgehaltene Eabinetsrath. dem, mit Ansnahmc des bei der Königin in Balmoral weilenden Lord Sandon, sämmtliche Minister anwohnten, dauerte volle zwci Stunden mid hat, wie aus London mitgetheilt wiro, Anlass zu vielen und ernsten Gerüchten gegeben. Es hieß in Kreisen, die man gewöhnlich für gut nntcrrichtct hält, die britifche Rcgicrnng hätte am Mlttwoch die Information erhalten, dass eine Allianz zwischen Russland nnd der Türkei zum Abschluss gelangt sei. Angesichts der bedenklichen Schwankungen der Pariser Börse sucht orr häufig officiöse „National" die beunruhigte öfscnttiche Meinung durch nachstehende Betrachtungen zu beschwichtigen: „Die Berliner Börse gab das Signal zur Baisse, doch die verbreiteten Gerüchte sind in keiner Weise begründet. Das Ministerium erhielt keine Nachricht, durch die das Entstehen derselben erklärt wird. Die Londoner Börse schickt Curse ohne wesentliche Aendcrnng, welche andeuten, dass England, dessen Name vorangestellt wurde, durchaus nichts damit zu thuu hat. Es handelt sich folglich um Manöver, die es zu hintertreibe« uud zu überwachen gilt. Die schwarze Bande, wie man die ausläudische Eolouie neunt, welche die Baisse in Paris leitet, muss Maßregeln treffen, um ihre Treibereien zn verhüllen, denn sie könnte unter die Wucht des Gesetzes fallen. Die Absenouug der französischen Flotte hat keine politische Vedentnng, der Besuch des Zesarewitsch in Wien zeugt von der Vortrefflichkeit der Beziehungen zwischen Oesterreich und Russland; auch die Erklärungen des Grafen Münster bei dem Lordmayorsbankett sind vollkommen beruhigeud. Europa will Ruhe. Es ist sonnt allen verbreiteten Gerüchten ein bestimmtes Dementi zu geben, um die Interessen zu sichern uud die Gemüther zu beruhigen." — Dem entsprechend hat sich auch, wic bereits gemeldet, Herr Waddingtun in dem am 10. d. M. in' Paris abgehaltenen Ministerrathe dahin ausgesprochen, dass ungeachtet der gegenwärtig im Orient wieder aufgetauchtcu Schwierigkeiten keinerlei Verwicklung zu befürchten und nicht vorauszusehen sei, dass die Action der Mächte den diplomatischen Boden verlassen werde. In Kopenhagen ist der Heergesetz-Entwnrf nach der ersten Lesnng im Fultething einem Ausschuss überwiese» wurdeu, der ihu zur zweitcu Lösuug vorbereiten soll. Der Kriegsminister hat wiederholt erklärt, es liege iu dem Vertheidigungsplane kein politisches Programm; ein Büudnis mit Deutschland könne man duch nicht ohne Deutschlands Willen abschließen, davon sei aber anch nicht die Rede, nnd an ein Vasallenverhältnis denke hier im Lande wohl niemand. Es liege aber in der Natur der Sache, dass man in der Landesuerlheioignngsfrage zunächst auf Deutschland Rücksicht nehme, denn Deutschland sei als etwaiger Feind Dänemark am gefährlichsten, aber als Verbüß deter am wertvollsten. Darans jedoch anf eine danernd oder zeitweise unfreundliche Gesinnung der Regierung Deutschland gegenüber zu schließen, sei unrichtig und unberechtigt. Vom italienisch eil Minister des Innern, Villa, sind endlich energische Befehle ertheilt worden, um einem gefährlichen Uufugc zu stcucru, welcher seittns uicht weuigcr Gemeinden rücksichtlich der Gewehre der anfgelöslcn Natiunalgarde getrieben wurde. Anstatt nämlich diese Waffen, wie es dic Regierung angeordnet hatte, an die Behörde abzuführen, hielten es gewifse Communen für angemessen, dieselben UM einen Spottpreis (selbst zwei Lire per Gewehr) zu verkaufen, so dass sich heute eine erkleckliche Anzahl derlei Gewehre in den .Händen der Comites für die „Italia Irredenta' uud iu jenen der Auhäuger der Internationale sowie der rcpnblitanischeu Partei befindet ; mit welcher Gefahr für den Frieden im In" nnd Anslandl', braucht wohl kaum gesagt zu werden. Herr Villa hat nun die Präfccten angewiesen, in allen weiteren Fällen, in welchen ein solch unberechtigt^' Verlauf vun Waffeu verfncht würdc, dieselben einsaß mit Beschlag zu belegen. Es ist dies ein sehr anerkennenswertes Vorgehen von Seite des Ministers, allew noch besser wärc es, wenn die Regierung gleichzei^s dafür Sorge trüge, wieder iu den Besitz der bereits verkauften Gewehre zu gelangen. Der ganzc zusammengestellte Trousseau füllte vier Salons; das Arrangement war ein günstiges, wenn auch der beschränkte Raum die volle Entfaltung der Details nicht gestattete. In den zwei erstell Gemächern, die man betrat, war die Leib- und Bettwäsche, die gesammte Lingerie exponiert; die beiden anderen Salons enthielten die Roben, die Hüte und Fächer, die Schuhe, die Silbergarnitur der Toilette und das Ge< schmeide. Letzteres bestand zum größten Theil aus Geschenken, welche von Ihren Majestäten uud den Mitgliedern des Kaiserhauses der hohen Braut dargebracht worden waren. Von den Wunderwerten der Lingerie, der Tapisserie und Weißstickerei verstehe ich nicht viel, weshalb mich der Inhalt dcr beiden Salous auch kalt ließ, erst als ich eine Dame zur Seite hatte, welche mich in alle Details einweihte, da gieng mir ein Licht auf und ich begriff die Oh! nnd Ah! welche von drn weiblichen Lippen ausgestoßcn wurden. Da wusste ich, was hier die reiche Collection reizender Häubchen von Auge. Battist oder Atlas, was dort die spitzen-besetzten'Corsets, leicht wie Duft, was hier die gefältelten und gestickten Röcke, was dott die spihcn-besetzten und gestickten Beinkleider zu bedeuten haben; da begriff ich, warum hier die Hemden diese Fa«M, warnnl sie dort jene Fa^on hatten, welchen Zweck die farbigen, welchen die gesteckten Strümpfe habcu. worin die Kostbarkeit dcr Taschentücher blicht, und was alles zu einer Äadetoilette gehört. Es ist da mehr, als wir einfachen Leute glauben. Ueber einen Sessel lag em prächtiges Negligee gebreitet, das von den Damen förmlich verschlungen wurde. Besser kannte ich mich in den beiden nächsten Salons aus; die Robeu. Hüte und Schuhe verstand ich schon eher zu würdigen. Hier hat die Schneiderei Triumpfe gefeiert, denn diese Soiree- und Prachtruben silld wirklich bcwundcrnöwcrt, diese Hüte siud entzückend. Und erst die Schleppen! Dass diese Ungc-thümc auch reizend sein können, habe ich vorher gar nicht geahnt, ich betrachtete sie nur als Verkehrshindernisse. Da war, mn nur eine zu erwähnen, dic Robe, welche die Erzherzogin bei dem gestern stattgefundenen feierlichen Renuuciatiousacte trug. Dieselbe ist aus mattem, schweren rosa Faille, mit 2'/, Meter langer Schleppe, vielleicht auch 3 Meter. Diese Schleppe fällt von dcr Taille in breiten, reichen Falten nieder uud liegt dann anf einer Unterlage mit Brüsseler Spitzen eingefafst; natürlich wird diese Schleppe nicht nachgeschleift, fondern von Pagen getragen. „Welche Robc gefällt Ihnen am besten?" fragte ich meine Vcglci« terin. „Die aus lichtblauer Seide dort," antwortete sie; „doch nein, jene aus rosa Faille mit echten Spitzen; ach, was sage ich, jene aus dunkelblauem Sammt mit Spitzen aus dem Erzgebirge; wie ich doch blind bin, jene weiße schwere Faillerobe mit echten Blonden und ganz mit erbsengroßen Perlen übersäet, das ist die schönste; oder — ach, ich möchte sie alle haben, sie sind alle herrlich." Und dasselbe saglc, sie bei den Hüten und Fächern, bei den Schuhen und — nein, bcim Geschmeide war sie stille, da sagle sie gar nichts, da staunte sie nur. Welches da das schönste sei, lässt nch anch nicht sagen, weil — der Preis nicht dabei stand, ich vermuthe aber, dass das Diadem von Brillanten und Sapphiren, welches Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin der Erzherzogin geschenkt haben, das kostbarste ist. Einzelne Daten über dic Hcrstelluug des Trousseau dürften von Interesse sein. Zunächst ist zu bemerke", dass die uielbewundcrten Gegenstände Prachlleistullgei der Wiener Kunst- uud Mude-Industric sino. denn alo gnte Oesterreichs in hat die Erzherzogin alles "-auf einige Roben, die in Paris angefertigt wurde'.' und bis auf das Brautkleid, das spanischer Sitte geniav in Spanien geinacht wird — in Oesterreich h"" ^. lassen. Das Geschäft Spitzer lieferte die Lingerie, v' Ateliers Wurges nnd Morien lieferten die R»ven. Iungmann und das Etablissement „znm russischen "."^ ser"'stellten Hüte, Shawls, Kleiderstuffe bei, Fa'" und Foulard lieferten die Seidenhandlnngen Wien ' Hufjuwelier Biedermann arbeitete das Geschmclde ^ Allgemeines Staunen erregt es aber, dass das GH in der kurzeu Zeit vou 0 bis 7 Wuchen Herges" wurde, was freilich mir dadurch möglich war, oui^ die Arbeit qnt organisiert und auf Tausende" Händen vertheilt wurde. Dadurch wurden aUcrol "^ anch die Kosten — di<> qröktentheils Erzherzog wl"^ tr.gt — wesentlich v?, mchrt. Natürlich bedarf znr Vcrwaltnna. nnd Ueberwachung dieser ^u" schätze brsunoercr Kräfte, nnd man erzählt M. ^, lx'ispk'ltzweise die beiden Kaminnzofen, lmlcye ^ Wäschctrousseau unter sich haben, einen beson" ^ Katalog nebst G^rauchsanwclsung in dic Hanor kommen, nach dem sic sich zu richten haben. ^ Für die Schaulustigen ist dic Thcaterzett Weihnachten dlc ergiebigste, denn da gibt es die > ^ sten Novitäten, und die Thätigkeit der Bühnen Ni Z?^ Der Petersburger Correspondent der „Daily News" bestätigt seine frühere Meldung, die Expedition gegen die Tetle-Turkomanen sei für den Winter aufgegeben worden und es würden die Truppen ein Lager zwischen Tschitislar und Duzulum beziehen. Alle Gerüchte, fügt die Depesche hinzu, von beträchtlichen Truppenbewegungen sind mit Vorsicht aufzunehmen. Der Misserfolg der Expedition war so groß, dass man in militärischen Kreisen der Ansicht ist, wenn ein mu,ilu« viv6li(li mit England vereinbart werden könnte, es besser sein würde, die Tekkes im Besitz ihrer Steppen zu lassen uud, statt weitere Anstrengungen zu ihrer Unterjochung zu machen, eine Linie befestigter Kusakenposten längs der östlichen Gestade des Kaspi-schen Meeres zu errichten. Mgesneuigkeilen. — (Lehre rinnen-Heim.) Der Verein der Lehrerinnen und Erzieherinnen in Oesterreich eröffnet am 1. Dezember in Wien ein „Heim", in welchem erwerblosen Lehrerinnen und Erzieherinueu entweder gegen rinen sehr geringen Preis oder unentgeltlich Unterkunft geboten werden soll. — (Eine Göthe-Anekoote.) Die «Hallesche Zeitung" erzählt folgende neue Göthe-Anekoote: Der alte Göthe sitzt in oilier Weinstube zu Jena und verdünnt Wein. Im Hiutergruude. sitzt eine Gruppe angeheiterter Studenten, die natürlich unvermischte» Trank konsumieren, dennoch aber nur fades Geschwätz produ-cieren. welches schließlich doch den inneren Unwillen des nachsichtigen Altmeisters erregt. Indes, er bezähmt sich. Da, als der Weinübermuth den höchsten Grad er» reicht hat, tritt einer der Musensühue, welche sich über den weinfälschenden Philister schon länger ennuyiert haben, an den ihnen Unbekannten heran und inqniriert ihn mit lallender Zunge. „Sagen Sie mal, alter Herr, bedenken Sie eigentlich daS Verwerfliche IhreS Thuns? Warum fälschen Sie sündhaft dir reine BncchnSgabe?" Dem Frager erwidert der alte Olympier sofort »lit etwas gereizter Würde: „Das will ich Ihnen sagen, mein junger Freund: Wasser allein macht stumm — Das beweisen im Teiche die Fische, — Wein allein macht — dumm — Das bezeugen die Herren am Tische! —Die, weil ich nun keines von beiden möcht' sein, — So trink ich vermischt mit Wasser den Wein." — (Hinrichtung,) In Neauvais wurde Freitag früh an einem gemeinen Mörder, dem Kärrner Pru-nier, die Todesstrafe vollstreckt und der Leichnam un-gewöhnlicherweisc unmittelbar nach der Hinrichtung mehreren Aerzten, den Doctoren Evrard, GesängniSarzt von Beauvais, Decmsne von Paris. Chevallier uon Eompiügne n. a., behufs physiologischer Experimente zur Verfügung gestellt. Nach einer der „France" von einem dieser Herren zugegangenen Depesche hätten die an dem Kopfe de» Gerichteten fünf Minuten nach der Gnilloti-nierung a»gestellten Beobachtungen in Uebereinstimmuiig wit früheren, welche Dr. Eorard im Jahre 1870 ge-macht hatte, als unzweifelhaft ergeben, dass der Tod burch Eüthauptung augenblicklich eintritt. Das Gehirn Pruiucrs ver,ah keine Lcbenssunctiou mehr und hatte Einerlei Empsi»du»g. obgleich der Kopf. Wie gesagt, eben ^i vom Rumpfe getrennt war. Die genannten Aerzte ^rden ihre Beobachtungen zum Gegenstände eines Be< ^chts au die Acadcmie de Mdicine machen. y — (Kuustchroni k) Die „Ocslerreichisch-unaarische ^Unstchronli" (herausgegeben uon Dr. Heinrich Käbdebo) lm»t j„ jh^r eben erschienenen Nummer 2 eine sehr ^gste. Daher erfreuen sich unsere Theater jetzt auch ^ zahlreichsten Besuches. Im Burgtheater muss man l H sehr zeitig um einen Sitz bemühen, selbst wenn !?"" ein altes Repertoirestück sehen will; im Ring-Mater, wo die Meimugcr jetzt die lchtcu Vorstelluu. w? Hres gegenwärtigen Gastspiels geben, ist jeden T^eno sogar das Orchester geräumt. Das Earltheater M an der französischen Posse von ühivot: „Haus-ykrrnsreuocn", nicht nur eiu sehr lustiges, sondern M ein recht zugkräftiges Stück gewonnen, und das "lledner Theater macht mit Millöckers neuer Operette ^rüsin Dubarry" die besten Geschäfte. Nur das ^tadltheater ist mäßig besucht, eine Krise scheiut da unausbleiblich z.i sein.' , . Wir haben nun eine zweite Börse auf dem Schot-??"gc. die Frucht- uud M'hlbörsc, deren feierliche ""sfnung die verflossene Woche stattfand. Es hat s"'M gedauert, bis der Getrcidehanoel in Wien eine Me Bedeutung crlanat hatte, dass er sich eine eigene ?Me bauen konnte. Im Jahre 1849 würde der erste ""luch gemacht, den Getreidehandel in Wien zil con- ntneic,,. I,„ I„h^ i85l) begann die Conmnenz Mchm Wien und Pest. Im Jahre l««'!> gelaug es, die nm '"'^cileu zu beseitigen, welche sich der Auto-w'N'e des Fiuchthnudels ent^genstellten, nnd 187!) V»s?^. die Eröffnung der selbständigen Frucht- und ywursc. Insoweit'wäre die Sache ganz gut gegau-^ ' "ber min möchten wir auch scheu, dass durch d,e in V"ra anregende Erzählung von P. K. Rosegaer: „WieDefregger Maler wurde", sodann wie immer eine reiche Folge von Notizen, Anzeigen. Kritikeu aus der Künstler- und Schriftstellerwelt. Als Illustration enthält da« Blatt einen Holzschnitt: „Winckelmanns Deulmal". Zeichnung von Vernharo Fiedler. Locales. — (In Audienz.) Der Herr Oberst Knobloch wurde vorgestern von Sr. Majestät dem Kaiser in Wien in Audienz empfangen. — (Graf Aarbo.) Wie die Wiener Blätter melden, ist der Herr Reichsrathsabgeordnete Graf Barbo» Waxenstein am 15. d. M. von einem fchweren Gehirnschlage betroffen worden. Sein Zustand wird als bedenklich bezeichnet. — (Laibacher Frauenverein.) Der patriotische Fraucnvcrein in Laibach wird Samstag, den 22. d. M., um 11 Uhr vormittags im Landhause in der Wuhuung der Vorsteherin Frau Anna Edlen von Kallina eine Generalversammlung abhalten, in welcher über den Beitritt des Vereines znr „Oesterreichischen Gesellschaft vom rothen Kreuze" und die dadurch bedingte Statutenänderung berathen werden wird, und zu der alle Mitglieder zu erscheinen eingeladen find. — (Frl. Lory St übel.) Wie wir bereits vor einigen Tagen angekündigt haben, eröffnet die renommierte Operettenfängerin Fr. Lory Stnbel heute abends als „Fanchelte" im „Seecadct" ein kurzes Gastspiel an unserer Bühne. Anßer in dieser Rolle beabsichtigt Frl. Stnbel im Verlaufe ihres auf vier aufeinanderfolgende Abende berechneten Gastspieles noch in „Angot", „Prinz Methusalem" und „Großb/rzogin von Gerolstein" auf. zutreten. Den mit der Wiener Theatergefchichte näher Vertrauten wird es bekannt sein. dass Frl. Stubel während ihres mehrjährigen Engagements in Wien zu den beliebtesten Local« und Operettensängcrinnen der Residenz zählte. Im Laufe der letzten Jahre war die genannte Künstlerin, lie sich gegenwärtig auf einer Gastspielreise dnrch Oesterreich befindet, fast ausschließlich nur an größeren Theatern iu Deutschland engagiert. Das hiesige Pnblleum dürfte es vielleicht interessieren, zu erfahren, dass Frl. Stubel — eine Schwester de? vor 8 oder 10 Jahren an unserer Bühne engagiert gewesenen, seither verstorbenen Schauspielers Stubel — eine Landsmännin von uns. und zwar eine geborene Uute rlra ine ri n ist. deren Vater durch viele Jahre als fürstlich Aucrs-perg'schcr GeWerks beamte in Hof lebte, Sie felbst kam schon in jungen Jahren, nachdem ihr Vater inzwischen den Auersperg'schen Dienst verlassen und iu jenen des Fürsten Salm übertreten war, nach Wien. wojelbst sie nach einigen Jahren als Elevin ins Ballettcolpö des k. t. Hosuperntheaters eintrat, um sich später mit Erfolg dem Operettenfache zu widme». Wir empfehlen daher die geschätzte „heimische" Künstlerin der freundlichen Aufnahme des Laibacher Publicums. — (Aus dem Schwurgerichtssaale.) In der seit Moutag vor dem hiesigen Schwurgerichtshose tagenden Verhandlung wegen des im heurigen Summer iu der Lattermannsallee verübten Raubmordes wurde gestern abends das Beweisversahren geschlossen. Die heutige Verhandlung beginnt bereits mit dem Resume des Präsidenten und dürfte daher ungefähr gegen 2 Uhr nachmittags mit der Urtheilsvertündigung ihren Abschluss finden. Als Vorsitzender in dem anstrengenden Processe fungiert der Herr Laudesgerichtspräsioent Gertscher, als Vertreter der Staatsbehörde Herr Staatsanwalt-Substitut Mühleiseu, als ttx-uUu-Vertheidiger stehen den beiden Angeklagten die Herren Advocate» Dr. Suppan und Dr. Moschi zur Seite. — Vorgestern abends ereignete sich während der Verhandlung ein peinlicher Zwischenfall, der den Vorsitzenden im Interesse der Sicherheit veranlasste, jenen Theil des Sitzungssaales, der für das Auditorium bestimmt ist und der diesmal sehr stark besucht war. räume» zu lassen. Der bauliche Zustand des Verhandlungssaales ist nämlich schon seit Jahren ein anscheinend sehr bedenklicher uud hat in Fällen außer« gewöhnlicher Belastung, welche seit Einführung des Schwnrgerichtsverfahrens durch den vermehrten Zudrang des Pnblienms bei sehr vielen Verhandlungen vorzukommen pflegt, bereits wiederholt die Befürchtung vor einer drohenden Katastrophe hervorgerufen. Als daher vorgesteru dein Vorsitzenden von dem unteren Stockwerte aus neuerdings eiu verdächtiges anscheinendes Krachen oder Aechzen des Bodens gemeldet wurde, ließ derselbe vorsichtshalber deu dicht gesüllteu Zuhörerraum räumen. DaS gleiche Bedenken cursiert von dem zum Verhand-lnngssaale führenden, außerordentlich schwach gebauten offenen Corridor, der bei der geringsten stärkeren Be» wegung in heftiges Schwanken geräth und sich unter der Last der namentlich vor allen wichtigeren Urtheils-Verkündigungen des Einlasses harrenden zahlreichen Menschenmenge in einer wirklich bedrohend aussehenden Weise senkt. Ob und inwieweit diese Befürchtungen wirklich berechtigt sind oder nicht, — dies festznstellen kaun selbstverständlich mcht unsere Auf« gäbe sein. sondern obläge einer unserer Ansicht uach ohue Verzug damit zu betrauenden baupolizeilichen Untcrsuchungscommission. Wir wollen hiemit ! bloß constatieren, dass diese Befürchtungen im Publicum Isowohl als auch iu den Kreisen der Richter und Ge-Ischwornen schon seit Jahren bestehen und uamentlich in ^ letzterer Zeit immer lebhafter auszutreten beginnen und ! — ob uun begründet oder nicht — zum mindesten in so manchem freiwillig oder berufsmäßig Anwesenden die zur Verhandlung unbedingt nbthige innere Ruhe alte-rieren. Wir glauben daher, dass schon dieser Umstand allein eine schleuuige und sorgfältige technische Untersuchung des Ballzustandes der genannten Localitäten geboten erscheinen lässt, um im Falle eines günstigen Ergebnisses derselben das uielseits herrschende ängstliche Gefühl der Unsicherheit zu bannen, andererseits aber sofort die nöthigen Sicherheittzvorlehrungen treffen zu können. — (Gemeindewahl.) Bei der am 12. v. M. ftattgefundcneu Neuwahl der Gemeindevertretung der Ortsgemeinde Kälbersberg im Bezirke Tschernembl wurden gewählt: Iohnnn Maierle zum Gemeindevorsteher, Josef Kocevar und Mathias Agnik zu Gemeinderäthen. — (Wandervorträge des Directors Dolle nz in Unter kr a in.) Der Director der Landes-Obst- und Weinbauschule in Slap bei Wippach. Herr Richard Dolle nz, befindet sich gegenwärtig auf einer Rundreise in Unterkraiu, woselbst er über Wunsch des Lllndesausschusses in den wichtigsten weinbautreibenden Orten für die Landbevölkerung berechnete populäre Wandervorträge über den Weinbau und die rationelle Kellerwirtschaft veranstaltet. Am 5. und 6ten d. M. war Herr Dollcnz in Ratsch ach und hielt auch dort an den genannten Tagen zwei längere, zahlreich besuchte Vorträge ab. Ueber den Inhalt und Verlauf derfelben kommt nns vom Herrn Forstmeister Moriz Scheuer in Ratschach der nachstehende ausführliche Bericht zu: ,Nach vorgenommener Besichtigung mehrerer Weingärten und Weinkeller hat Herr Dollenz die Abänderung der Weingartenanlügen für die hiesige Gegend besprochen, wobei er die gegenwärtige gemischte Reb-bestockimg und deren nnregelmäßia/n. theilweise sehr dichten Satz als nicht zweckentsprechend bezeichnete und insbesondere beiNeu-Anlagen von Weingärten einen reinen Rebsatz, nach Sorten geschieden und in Reihen von 1 Meter Breite und (ill Centimeter Entfernung der einzelnen Rcben, welche Reihen wegen der einfallenden Sonnenstrahlen die südliche Richtung einzuhalten hätten, empfahl. Als besonders geeignet und zur Verbesserung der Weinqualität beitragend wurden nachstehende Neb-sorlen empfohlen, und zwar für weiße Weine: Kraljevina (Köiiigslraube), Ortelieber (gelber Ortslieber), Rulänber, Pieulit. Sipa oder Oipou (MoSler), Laschna (Gutedel), auch Spanjol; für schwarze Weine: Portugalta (blauer Portngieser). Burgunder. Ribola crna (schwarze Ribola). Frantina lMaufränlisch), Vulauua (Ochsenauge), Krizatna (hier heimische lichtrothe Traube). Die Rebengattung empfahl Herr Dollenz durch Wurzelreben zu sehen, nicht, wie hier bisher gebräuchlich, durch Grubnen zu vermehren, da beim Grubnen leine Kronenwurzeln erzeugt werden können, wodurch die Dauerhaftigkeit der Rebe beeinträchtigt wird und hiedurch die Nothwendigkeit erwächst, uach weiteren drei Iahreu wieder die neuen Triebe zu vergrubnen, da durch die Einsenlung der Gruben sich nur horinzontale Wurzeln an den Knospentrieben ansetze», welche die Ernährung der Nebe eben nur kurze Zeit bewirken, während Reben mit Kronwurzeln, die drei und mehr Schuh tief in die Erde gehen, bis zwanzig Jahre ohne besondere Pflege dauern. Herr Director Dollenz empfahl die Rebenerziehuug in Nebschulen vor dem Satze in die Weingärten, wozu Schnittreben mit dem zehnjährigen Ansähe zur Kronwurzelbildung zu verwenden sind und bei tief melioriertem Boden die ganze Schnittrebe in geneigter Rich« tung fo eingelegt wird, dafs noch das oberste Auge zwei Centimeter unter die Erdlrumme zu liegen tommt. Bei den zwei- bis dreijährigen Wurzelreben werden vor den, Verfatz die horizontalen Wurzeln ganz gekürzt, während die Kronwurzeln nur auf drei Centimeter Länge gekürzt und die Triebe auf zwei Augen gestutzt werden. Der Satz möge so tief geschehen, wie ursprünglich die Wurzelrebe in der Erde war. Bei früher durchriegeltem Weingartenbuden kann der Sah der Wurzelreben durch Lochnng geschehen, indem durch ein mit einer Handhabe versehenes Locheisen ein der Länge der Wurzelrebe entsprechendes Loch an der durch Pflöcke bezeichneten Stelle gebohrt wird. iu welches die Rebe versenkt wird. Durch die Von drei bis vier Seiten um die eingesetzte Wnrzel-rebe erfolgte Einbohrung deS Locheisens und Andruck gegen die Rebe wird das Erdreich an die Rebe selbst angedrückt, welche Methode viel schneller geht. als das Setzen in Grube». Freilich ist hiebe, das vorhergegangene Riegeln des Bodens bis auf ein Meter Tiefe bedingt, wodurch die nöthige Lockerung vorhanden ist. um das Lochsehe» bewerlstelligen zu können. Das Riegeln des ÄodenS soll bei Abhänge» quer längs des Abhanges geschehen, uud zwar solle» Grabenreis und die Sohle des Grabe»s einwärts hängen, um den möglichen Ab-rntschnnge» vorzubeuge». Die Rebe selbst soll nach Director Dolle»z' Ausführung nicht hoch gezogen werden, da sie hiedurch der Erdwärme entzöge» wird und die Traubeureife bei niederen Neben schneller befördert wird. Herr Dollenz erklärte, dass die Wärme am Tage in den Erdboden aufgenommen wird, welche jedoch m der 2284 Nacht wieder ausstrahlt und so den Trauben zugute kommt, doch ist auch schon am Tage der Reflex der Wärme auf die Trauben von großer Wirkung. Am deutlichsten soll dieser Unterschied bei Hecken zu beobachten sein, wo die Rebe in mehrere Etagen gezogen ist. Die Reife dre Trauben schreitet hier von unten nach oben vor. und es ist diesbezüglich ein merklicher Unterschied zwischen den Etagen unter einander zu beobachten. Die zweckentsprechendste Erziehung der Rebe selbst zur Bildung von Frucht und Holz wäre die sogenannte Spirondiloullg, o. h. es wird das zweijährige Holz nach der gehörigen Kürzung im Bogenschnitt behandelt, während das einjährige Holz zur Stärkung für das nächste Jahr als fruchttragend Verwendung findet. Die Heckenerziehung ist namentlich bei Scarpmauern knapp an dieser anzubringen, damit zwischen der Mauer nnd der Hecke lein Zwischeuranm übrig bleibt und die reflectierte Wärme von der Mauer direct an die Rebe abgegeben werden kann, da sonst bei einer gewissen Entfernung der Hecke von der Mauer der Zwischenraum in Schatten iommt und hiedurch die Wärmewirkung vermindert wird. Zur besseren Entwicklung der Trauben räth Herr Dollenz. nach den» Trauhenansatze ober der letzten Traube, nach dem dritten Blatte, die Rebe zu kürzen. Das hier übliche Düngen der Rebe mit Laubbauschen, welches beim Grubnen geschieht, wurde gutgeheißen, doch auch die Düngung mit Viehoüuger angerathen, dagegen die Düngung mit künstlichen Dungmitteln nicht anempfohlen. Das Veredeln der Rebe durch Copnlieren hat Herr Dollenz sehr gut veranschaulicht, trotzdem das, selbe jedoch im großen Maßstabe widerrathen und auf den Umstand hingewiesen, dass durch gefehlte Manipulation hiebei die Veredlung oft vereitelt wird. inoem außeracht gelassen wird, dass hicbei Splint auf Splint kommen muss, um die Treibtraft herzustellen. Der Vortrag wurde von den Anwesenden mit großer Aufmerksamkeit verfolgt, durch Iwischenfragen, die Herr Dollcnz auf das bereitwilligste beantwortete, oft unterbrochen, und wäre nur zu wünschen, dass dieser Vertrag wirklich zur Verbesserung unserer Wcingartenwilt-schaft beitragen möchte. Leider wnrdc dcr zweite Theil des Programmes, über die Kellerwirtschaft und die Obstzucht Vorträge zu halten, eingetretener Hindernisse wegen nicht zur Ausführung gebracht, nnd dürfte Herr Dollenz. falls es ihm die Zeit erlaubt, uun Littai aus nach er-folgter Wanderversammlung dortselbst nochmals einen Abstecher Hieher machen, nm diese Programmpnnktc nachzuholen, insbesondere aber die Weintellerwirtschaft zu besprechen, indem nur von dieser die Marktfühigkcit und Haltbarkeit unserer Weine abhängig ist, während die andern Bedingungen des Weinbaues, nämlich Lage und Klima sowie gute Bodenart. vorhanden waren. Herr Dollenz würde un3 durch einen Vortrag hierüber zu besonderm Danke verbinden." Ueneste Post. Oriainal.Telegramme der „Laib. Zeitung." Wien, 18. November. Der Immmlitätsausschuss lehnte den Antrag des Referenten Granitsch: die gerichtliche Verfolgung der Abgeordmten Waibel u'^ Oelz wegen gegenseitiger Pn'sstlage zu gestatten, l, und nahm dagegen den Antrag Lienbachers an: aus formellen Gründen die Zustimmung zur gerichtlichen Verfolgung nicht zu ertheilen. Granitsch legte hierauf das Referat zurück und meldete ein Milioritätzvuwlii an, worauf Lienbacher zum Berichterstatter gewählt wurde. Budapest, 18. November. (Unterhaus.) In der Spezialberathung über die bosnische Vorlage wird H 1 mit den gestellten Amendements über Antrag Tiszas mit 161 gegen 147 Stimmen an den Ausschuss zurück« verwiesen. Die übrigen Paragraphe werden conform der Regierungsvorlage angenommen. Freitag beginnt die Wehrgesetzdeliattc. Stratzburg, 18. November. Die Erzherzogin Christine ist hier eingetroffen und wurde vom Statthalter über Auftrag des Kaisers auf dem Bahnhöfe begrüßt und ihr dessen Glückwünsche übermittelt. Rom, 18. November. Cairoli übergab dem Könige die Demission des Ministeriums. Wien, 17. November. Der Budgetausschuss wählte den Abg. Smarzewski mit 16 gegen 14 Stimmen, welche auf Wolfrum entfielen, zum Geueralbericht-erstatter. Das Präsidium des Abgeordnetenhauses wurde heute vormittags von Sr. Majestät in besonderer Audienz empfangen. Der Monarch sprach hiebei dem Vernehmen nach seme Befriedigung aus, das Präsidium iu so guten Händen zu sehen, äußerte sich anerkenuendst über den würdige«, ruhigen Verlauf der Adressdebatte und sprach die Erwartung aus, das Abgeordnetenhaus werde eifrig an die Erledigung des reiche» Arbeitsmaterials schreiten, worauf Präsident Graf Coronini bemerkte, dass die Ausschüsse jetzt täglich Sitzungen halten. . Wien. 17. November. (Presse.) Das Präsidium des czechischen Clnbs, bestehend aus den Abgeordneten Dr. Nieger, Fürst Lobkowitz und Dr. Schrom, wurde heute vormittags von Sr. Majestät dem Kaiser iu Audienz empfangen. Abgeordneter Dr. Rieger überreichte als Sprecher der Deputation dem Kaiser das Memorandum des czechischen Clubs und betonte, dass die darin zum Ausdruck gebrachten Wünsche, die stch wesentlich auf die Herstellung der sprachlichen Gleichberechtigung lu Amt und Schule beziehen, ohne Vornahme von Verfassmlgsändcrnugeu im administrativen Wege durch Ausführung der in den Staatsgrnudgesetzen gewährleisteten Rechte der Nationalitäten befriedigt werden kölmeu. Se. Majestät uahm das Memorandum huldvoll entgegen und antwortete, dass er dasselbe seinem Ministerium zur thnulichsten Berücksichtigung übergeben werde. Damit war die Audienz nach min' Dauer von kaum zehn Minuteu zu Ende. Berliu, 16. November. Ich Laufe des Nachmittags fuhr der Großfürst-Thronfolger dei dem österreichisch-ungarischen, französischen, englische» und tnrki-scheu Botschafter sowie bei Feldnnnschall Mollke vur. Paris, 17. November. (N. ft. Pr) Die Erzherzoginnen Elisabeth und Chrisline, welche iu Straß, burg übernachten, ttlfftn hier Mittwoch abends ein. Sie bewahren strenges Incognito; ans dem Bahnhof wird sie der österreichische Botschafter und Graf Molard namens des Präsidenten Grcuy empfauqen. Die Königin Isabella bot für Donnerstag d^n hul^n Gästen großes Galadiner au, die Erzherzoginnen lehnten jedoch ab. weil ans diesen Tag der Sterbetag des Erzherzogs Earl Ferdinand, Vaters dcr Erzherzogin Christine, fällt. Die Erzherzoginnen wohnen au diesem Tage mittags einem Todtenamte iu der Notredamekirche bei; abends findet eiu Familiendincr bri der Königin Isabella statt. Freitag erfolgte die Abreise der Prinzessin uach Irun. London, 17. November. Wic der Neutcr'scheu Agentur unter dem Gestrigen aus Eonstantmopel gemeldet wird, ratificierte der Sultan deu von der Pforte ihm unterbreiteten Nefmmentwurf iibrr die europäischen Provinzen. Behufs Ueberwachung drr Ausführung dieser Reformen werden hiernach Provinzialcommissionen ciugesetzt. Der Sultan ratificierte gleichfalls auch ein Neformgesetz für die kleinasiatischen Provinzen und stimmte der Anerkennung des Principes der Minister-vercuNwortlichkeit zu. Der lürkische Botschafter iu London, Mnsnrns Pascha, telegraphierte seiner Regierung, Salisbury sei von den gcP'lienen Auftlärnugeu befriedig nnd von der Unrichtigkeit des Gerüchtes von einer tintisch-russischen Aunähernng überzeugt. Loud on, 17. November. sN. fr. Pr.) Die englischen Tnlppeu in Afghanistau leiden infolge mangelhafter Verproviantierung. Das Gerücht über eine russisch-türkische Alliauz ist unwahr. Karatheodory Pascha soll Aleko ersetzen. Telegraphischer Wechselcurs vom 18, November. Papier »Ncnte 68 15. — Silber« Rente 70 90, - Gold« Rente 79 90. - 1860er Staats-Anlehen 127 25 - Vcml^ctlen 636. — Credit»Actien 267 25, — London 110 65. - Silbei --—. ,ft. l. Münz-Ducatcn 5 54. - 20» Frau teil > Stücke 9 32. - - 100-Reichsmarl 57 80, Wien, 18 November, 2'/,Uhr nachmittags. iKchlüssculse.) Creditactien 26? «0. 1860cr Lose 127 50. 1864cr Lose 154", österreichische Rente in Papier 6810, Staatsbahii 263 75, Nordbahü 22325, 20-/frankenstiicfc 9 32'/,, türkische ^.'ose l»-. ungarisch,' Creditactien 254 30, Llnudactien 6l!i —, österreichiM Anqlotwül 134 7''. Lombarden 77 7.°». Unionliunl 92 4«), C»n>-muualanletien 117 40, Egyptische—, Guldrente 79 80. ungarische Golorcnte 94 42. Fest. Sandel und Wlkswirtschastlickes. Rudolfswert, 17. November. Die Durchschnitts.Prcise stellten sich auf dem heutigen Markte wie folgt: si. ^ lr. st, tt. Weizen pr, Hektoliter 9 10! Eier pr. Stück . . — 2 Korn „ 6 50! Milch pr, Liter . . — !0 Gerste „ 4 80 Rindfleisch pr, Kilo . - 52 Hafer „ 2 30 Kalbfleisch „ - 60 Halbsrucht „ — — Schweinefleisch „ — 56 Heide» „ — — ! Schöpsenfleisch „ — — Hirse „ ^- ^ I Hähndcl pr. Stüct . — 80 Kukuruz „ 4 80! Tauben „ , — — Erdäpfel pr.Meter-Ztr. - — heu pr, 100 Kilo . — -" Linsen pr. Hektoliter — — iStroh 100 „ . — — Erbsen „ - — > holz, hartes, pr.Kubik« F'solcn „ — -^1 Meter .... 2 7l Rindsschmlllz pr.Kilo — 80 -- weiches, „ - — Schweineschmalz „ — 80 Wein, roth,, pr.Hcttolit. 8 -" Speck, frisch, „ - 00.— wcisicr, „ 8 — Speck, geräuchert. „ — —Phasen pr. Stück ., I l0 ?lm I«, Noveiübcl. Hotel Stadt Wien. (Yuttmann. ^ulomnnn, jtflte. und Pelters. Wien. -- Magu, Ocdenbnrg, Dottori^. f. f. Gend.'Posten führer, sammt Gattin, — ^auqerlr, G^schästsreis,. Dol»liin>. — Testin, Lcdrrlmudler, (^ot! scher, Hutzel Elephant. Aumann, ^aiismanus^attiu, Gurkfeld. Tansic,, Wien. — Plaminek. Oberbergverwalter, Idria, Kuesc<, Stein, — Potoinil, Drchnnt. Odrrburg, Kaiser uo» Oesterreich. Galier, Bischoslack, Mohren. Vieuenstock, Graveur, Gwz, liernive, Aich, Wcrnel, Fabrilcmt, Nie», — Savch, Sagor. - Koschmel, Lederhttndler, Eisncrn. — Hofbauer, Ncuularttl, Vcrstorbtllt. Den l6. November. Dem Franz Aeröol^, Schuster, ein Kind männlichen Geschlechtes, Kolesiagassc Nr, 12, todt grlwren. Dcn 18, N 0 ve »l b c r, Mathias Pretuh, Armenpsriiudncl, 7« I, Karlstädtcrsiraßc Nr, 9, mctastatische Pncnnwnir, Im Civil spi tale: Den 1 7. N 0 vc m b e r, Maria Ledcj. Inwohneri», 23 I, Amyloidc-Dcgcncration der Nicien, Meteorologische Beobachtungen m Laibach. « -Z O N : :k Ä ^ "Z W N 3 °° hk 7Ü^.'Mg ' 73U 72 ! -'4 S O. schwach bewölkt 18. 2 „ N. 73391 4. 23 windstill bewölkt 0'0" 9 „ Ab. 733 81 ^. 0 4 NW, schwach bewölkt Morgenroth, trüber Tag, intensives Abendroth. ^ Tassesmittel der Temperatur — 0 6°, um 3 9" unter dem """ male. Verantwortlicher Redacteur: Ott 0 mar Vamberg Berliner Moilsnl'lntt Nr. Kl vom 15. November 187!) ist hier ciugctll'sflü und wird vcrscndel. - Äestellungen am das „Verliner Modenblatt" übernimmt und besorgl pünktlich Jg. v. Klcimuayr Ht, Fcd. Vambergs Laibach Buchhandlung. ^. >N^vioK<>vi.'i^ W""' ^- November (I Uhr.) Die Börse erholte sich allmählich vou den Nachwirkungen dcS Samstag ausgcbrochcneu Nüctgauaes, dessen Spuren allerdings auch heule N 8',» Ung. Voocncrcdit-Inst. (Ä.-ilj.) 10150 102- PrisritätS'Dbliaatisnen. Tlisabeth.N. i. Em.....9625 9675 Fero.'Nordb. in Silber . . . 106 - 106 50 Franz'Ioseph.Vahn .... 9525 9550 «el» """ <«al. C^rl-Lubwiq.Ä. 1 Em I02 25 1^^' Oestrrr. Nordilisst-Ädhi, . , 96'60 ^°^ Vicl'eubiirger Vabn . , , . 74 .'»0 < staatsbal»!, 1. Em..... «67 50 1^..^ -"bah., ^l«,....... !^?7^ .2 ' » 5"/,...... 101 ?5 N" Levlsen. Äus deutsche Plätze..... " '" ^.?" London, kurze Z.cht , . , . 600 ^. Lo»do„, la»ae Tich» ^ ''".', ^6i!l) Pmis .......... 4«l^ 4» Wsldssrttn. Ducken .... ^ fl. 56 kr, 5 fl.<" ^ Napoleuüsd'or !1 . 32 . » . "" Deutsche Reich«- ^ , Note,, ... 5? ^ 75 .. 5? « ^. . silberaulbel' , , — ^ ^ — » Kraimsche Gnl»acntlaslU'l«s.0!'!iq"t>l"l"^ H?ld 96 50, Warc 97 50. ^ Credit 2tt«30 bis 26640. Anglo 1»s'b0 Nachtrag: Um 1 Uhr 15 Minuten notieren: Papierrenie 68— bis 6310 Silberrente 70 65 bis 70 75. Aolorente 79 70 bis 79 30 133 75 London 116 60 bi« 116 85 Napoleons 9 32 bis 933. Silber - bis - —.