Hutumrr 24. Pcltau. den 13. Juni 1897. VIII. Jahrgang. ■■■■■■ ■' ^ i^a ■ ■ ■ ■■ ap.- lijtrr erwartet krankheitSfalleS fimen. Am 8. Juni mit dem Eil;uge Corps OffieierSschule 'ttau ein. Um 7 Uhr P«'< für Pettau mit Zustellung in« Hau«: vierteljährig fl. I.SV. halbjährig fl. L.4V, ganzjährig fl. 4.80, mit Postversendung im Inland?: «..rteljährig fi. I.?ämmtttcker ^d!n fl. 2.80, ganzjährig fl. 6.60. - «injelnt Kümmern 10 kr. ' fl«™ - Schriftleiter: Josef g«l««er, »llerheili,e«,asse 14. - verwaltu», .»d «erla,: W. «linke, «»chhantl»«,. Haupt»li» «r. S. ^ e'"C U0"1ö Handschriften werden nicht zurückgestellt. Ankündigungen billigst berechnet. — Beiträge sind erwünscht und wollen längsten« bi» Freitag jeder Woche eingesandt werden. erscheint jeden Fonnrag. Jetzt gilt es ansznharren und auf niemanden zu vertrauen, als auf uns selbst! — \-.\V Mit diesen Worten schließt daS Manifest der deutscybewußte» Abgeordnete», welches sie al» Rechtfertigung ihrer Haltung während der vor-zeitig geschlossenen XII. Session des Reichsrathes an ihre Wähler veröffentlicht haben. Gut isl'S, dass sie eS thaten; nölhig war eS nicht! Gut war'S, dass sie eS thäte», damit Graf Badeni und die ihn halten, endlich einsehen, dass auch der vorzeitige Schluß der Session kein Jota an dem Willen deS deutschen Volkes in Österreich geändert habe, den Kampf gegen daS An die Wand drücken fortzusetzen! Nöthig für daS deutsche Bolk warS nicht, weil dasselbe auch dermalen nicht daran denkt, seinen Willen zu ändern und seine Forderungen zu modifizieren! ES gibt kein Pactiren unter der Ägide der Regierung Badeni! Wollen die Tschechen wirklich den Frieden haben, dann sollen die Verhandlungen von Volk zu Volk geführt werde», auf der BasiS der Parität beider Theile, denn nicht um die Deutschen in Böhmen allein handelt es sich, sondern um die Teutschen in Österreich, nm ihre Stellung in CiSleithanien und um ihr altererbteS Recht, das älter ist, als das böhmische StaatSrecht I Wenn Graf Badeni meinte, dass er mit dem „Schluß der Session" den deutschen Abgeordneten den Mund stopfte, weil er sie damit der Immunität einkleidete und dass er nunmehr freie Hand habe, wieder ei» wenig „zu führe»", so dürste er bald zur Einsicht gelangen, dass er sich wieder und noch einmal in der Beurtheilung der Deutsch, öslerreicher geirrt habe. Wenn er den Vertreter» der Deutschösterreicher im Parlamente das deckende Schild der Immunität nahm und sie damit dem SlaatSanwalte preisgab, so hat er dabei ver-gessen, dass hinter den Abgeordneten ein Volk steht, welches entschlossen ist. seinen Willen durch-zusetzen und diesen Willen durchsetze» wird, weil Mag nicht! Damit legte der Cretin den Stock auf den Loden und trat auf da« lange Ende, während er seinen zerknüllten und durchlöcherten Hut vo» dim struppigen Kopfe nahm und den Rand der iircmpe dem wüthend züngelnden Reptil in den schnappenden Rachen schob, dass es zornig hinein» b>ß. Jetzt erst sah Herr von Eschenbach, dass Martl auch daS gespaltene Ende deS HajelstockeS mit einem Schnurstücke zusammengebunden hatte, so dass das gefährliche Thier, mit dem Halse ein-geklemmt, gefangen war wie in einer Klammer. „Du. Herr, sixt, wie's Rabenvieh beißen thut?" lachte der Eretin, sich an den ohnmächtigen BesreiungSversuchen deS ThiereS weidend, Ehrend seine kleinen Augen wild und wilder lunkelten. „Wohl, wohl, iS gar so viel schlimm, dös Ottervieh! Wann'S Dich beißt, mußt sterb'n! Ja. sterb'n mußt, sogt der Lehrer!" gröhlte Martl nichtig thuend. Der Gutsherr schüttelte den Kopf. Wie kam °>kser Halbblöde dazu, daS gefährliche Reptil eS in den letzten zwei Jahrzehnten von anderen Völkern gelernt hat. dass da» sehr gut möglich ist, mit Muth und Consequenz! Eine noch schneidigere Waffe als die Ob> struktion seiner Vertreter ist der passive Wider-stand eines ganzen Volkes! Mit AuSnahmSzuständen läßt sich dieser Widerstand heute nicht mehr breche». Der An«-»ahmszustai.d in Böhmen ist ein schlagender Be-weis hiesür und dabei ist zu bedenken, dass die Deutschösterreicher es gar nicht nöthig haben, zu den verschiedenen Mittelchen zu greifen, zu welchen die Tschechen griffen, um zu erreichen, was diese erreichten. Nicht daS kleinste Hochverrathsprozeßchen ist nöthig, um diesen passiven Widerstand zu dokumentiere». Die Dentschösterreicher werde» nie-malS die kaiserliche» Adler aus den Briefkasten oder Tabaktrafiken beschmutzen oder die Fahne» in den Reichssarben zerreißen oder sonst welche bübische Allotria'S treiben, eben weil sie Deutsch-österreicher sind! Und trotzdem wird ihr passiver Widerstand eher fühlbar werden, als der de» Jungtschechenthnmc» Er wird fühlbar werden trotz des BremsenS der Deutsch-Clericalen u»d deS christlich-socialen Janhagel«, der in diese» Tagen bereit» die allerunzweideutigsten Abfertigungen erfuhr »nd im Laufe der reichSrathlosen Zeit wohl noch manche andere Abfuhr erleben dürfte. Auch biefe kleinen Verräthereien deutschen Renegaten' thumeS werden den Widerstand nicht brechen und der politische CretiniSmuS deS „christlich-politischen Gewerbevereine» in Wien", der in „Kundgebungen Segen die Obstrnctio»" macht, wurde vo» einer leihe deutscher Gewerbevereine „auS der Provinz" bereits so arg gedeftet, dass die p. t. Herren christlich-politischen HanSwurste. ivelche da» heutige Wiener Deutschthum vollends um das bischen Ere-dit bringe», den es hie und da noch genießt, wohl bald ihre Agitation für „daS Volk, welches um Brod schreit", einstellen dürften. In der Provinz hat man keinen Sinn mehr für die politischen Bockssprünge der Verehrer des lebendig zu fangen und mit so viel List und Muth, da er die Gefährlichkeit der Bestie ganz gut kannte? Trotzdem fühlte er Mitleid mit den Qualen des Thieres und >agte befehlend: „Schlag das Brest todt, Martl, der Herr Lehrer wird's auch so nehmen, denn eS ist ein selten schönes Exemplar und der Herr Lehrer will sicher nicht haben, dass Du das Thier marterst." Der Cretin sah Herrn vo» Eschenbach eine Weile mit sonder-baren Blicken an, dann sagte er plötzlich ganz unvermittelt: „Du Herr! Sag' ihr, sie soll nit allerweil im Waldl hock'n. Dort sein noch mehr so Otternviecher." — Der Gutsherr verstand offenbar nicht und nickte blos: „Schon recht Martl, aber jegt tödte daS Thier, denn es leidet und der Herr Lehrer wird'S wohl auch nicht lebendig brauchen können." Schweigend hob der Cretin den Stock sammt dem Reptil hoch über den Kopf und schlug ihn niit Gewalt gegen einen der mächtigen Baum-stämme der Allee. Die Otter war todt, der Stock abgebrochen. Martl ließ beide» liegen und gieng trotzig die Allee hinab gegen daS Drahtgitter zu. Als die Allee zu Ende war, lag die Einfriedung „heiligen Karl von Groß-EnzerSdorf" und die Alpendentschen rangieren sie schon lange unter den Troß der Ebcnhoch'S und KarlonS. Wenn Graf Badeni eS unternahm, diese Sorte von „Deutschn," als die brave» Kinder vorzuführen, »in die ObitructiviiS-Deutschen zu diScreditiere», so kann dagegen nicht« ei»gewe»det werden, alS: komint Zeit, kommt Ruth. Und wir sind völlig überzeugt, dass beide« komint. kommen muss, »nd kommen wird, wenn die Dinge im lieben Vaterland? erst so weit gediehen sind, dass die Heu-tigen Bundesgenossen Österreich Ungarns die Frage auswerfe», ob ein nach dem Sinne der Majori» tatS-Adresse des Grasen DzieduSzicki umgeformtes Österreich im Ernstsalle auch die BundeStreue halten kann, wenn die Gegner dieses Bündnisses die Macht habe», das zu verhindern? Es ist noch lange nicht Mathäi am letzten mit den Deutschösterreicher», wenn sie ausharren und aus niemanden vertrauen als auf sich selbst! Und je tiefer dieses Selbstvertrauen Wurzel schlägt, desto leichter wird das Ausharre» und — kommt Zeit — kommt Rath. Endlich wird sich wohl die Einsicht Bahn brechen, dass jeder Hieb gegen den deutschen Volksstamm in Öfterreich ein Hieb gegen den eiiiiigen Pfeiler ist. auf dem allein heute nur noch mehr die Einheit der diesseitigen Reichshälfte ruht. Der Zerfall Österreichs in seine einzeln«, Bestandtheile ist aber gleichbedeutend mit der Abdication Österreich-UngarnS als Groß-macht und dem Ende seines Bundeswerthes. Ausnls. Bei dem am 27. Juni in Marburg tagenden Weinbautage wird als dritter Punkt auch über die ReblauSgesetzgebung. beziehung»-weise gewünschte Änderungen derselbe», Haupt-sächlich über die Erhöhung der ReblauSuoth-standsdarlehen verhandelt. Da dieser Gegenstand in erster Linie für noch etwa zweihundert Schritte entfernt. Plötzlich blieb er stehe», sah gegen da« BoSket hinüber und fing dann an zu laufen, bis er daS Gitter er« reichte. Au einer der hölzernen Säule», an welche das Drahtnetz befestigt war. klomm er mit äffen-artiger Geschicklichkeit in die Höhe und schwang sich hinüber. I» diesem Augenblicke fiel ein Schuß. Der Cretin stieß ein wildes Geheule aus, sprang jenseits des Drahtnetzes auf de» Boden und lief in langen Sätzen davon. Dem Gutsherrn war eS unangenehm, dass die Sache auf diese Art ge« endet hatte. Er kannte sehr gut die Rachsucht dieser unglücklichen Wesen und wen» er die deS Cretin« auch nicht fürchtete, so wußte er wohl, dass derselbe.Herrn Rohrbach erzähle» werde, wa» sich zugetragen hatte. Er trat näher an den Baumstamm und besah den gebrochenen Stock und die Kreuzotter. Diese war bei dem Schlage übel weggekommen; der Kopf mit den Giftzähnen, für den Lehrer sicher der interessanteste Theil, ward von dem Schlage vollständig zerschmettert. Er nahm daS Stockende und trug dos getödtete Reptil yegen die Umfriedung, dort warf er es hinüber in das hochstehende Gras der angrenzenden Wiese den Pettaucr, als den meistverlanSten Weinbau-bezirk, von hervorragender Bedeutung ist, so wäre eine recht zahlreiche Betheiligung an der Ber> s uug vo» Teile der Weingartbesitzer PettanS -buug sehr wünschenswert. 'audlnng findet nur am 27. Juni "« halb 10 Uhr Bormittag. ■lud ist vo« so großer Wich-die Weingartbesitzer der weit ersucht werden, den opfern, um nach Marburg •u,«schuft des Marbnrger Weinbau, tages I8i)7" oder an Herrn W. Blanke in Pettan gerichtet werden. Die Neuwahl des GemeinderatheS der Stadt Pettau wurde am 8.. 9. und 10. Juni d. I vorge-genommen. Als RegieruugSvertreter fnngirte Herr l f. Bezirkshauptmann Dr. Ritler von Scherer. Die Wahlen ergaben folgendes Resultat: Bom Hl. Wahlkörper am 8. Juni wurden von 387 Wählern mit 84 abgegebenen giltigen Stimmen gewählt: ' a) Zu Gemeinderäthen die Herren: 1. Josef Ornig. bisheriger Bürgermeister, mit 83 Stimmen. 2. Jvhann Steudte. bisheriger Gemeinderath mit 83 Stimmen. 3. Jguaz Roßmann, bisheriger Gemeinderath, m,t 81 Stimmen. 4. HanS Sirohmayer. bisheriger Gemeinderath. mit 8t Stimmen. &. Wilhelm Blanke jun., bisheriger Gemeinderath. mit 81 Stimmen. 6. Karl Kratzer. Tischlermeister, neu. mit 81 Stimmen. b) Zu Ersatzmännern die Herren: I. Michael Martschitsch. Schuhmachermeister, neu, mit 79 Stimmen. 2 Franz Vogel, Glashändler. ueu,mit78Slimmen, 3. Johann Lnttenberger, Fleischhauer, ueu. mit 76 Stimmen. _ Vom II. Wahlkörper am 9. Juni von 61 Wählern mit 23 abgegebenen Stimmen: a) Zu Gemeinderälhen die Herren: 1. Josef Kasimir, bisheriger Gemeinderath, mit 22 Stimmen. 2. Josef Kollenz, bisheriger Gemeinderath, mit 23 Stimmen. 3. Adolf Sellinschegg, bisheriger Gemeinderath, mit 22 Stimme». 4. Karl Kasper, Realitätenbesitzer, neu, mit 22 Stimmen. 5. Jakob Mahnn, Fabrikant, neu, mit 22 Stimmen. 6. Max Ott, bisheriger Gemeinderath, mit 17 Stimmen. b) Zu Ersatzmännern: 1. Josef Wreßnig, bisheriger Gemeinderath, mit 23 Stimmen. 2. Alois Kraker, Kaufmann, neu. mit 21 Stimmen, 3. Max Siraschill, Realitätenbesitzer, neu, mit 9 Stimme». Vom I. Wahlkörper am 10. Ju»i wurden von 94 Wählern mit 30 abgegebenen giltigen Stimmen gewählt: a) Zn Genieinderäthen die Herr?»: 1. Hans Brigola, Gymnasialprofessor, neu, mit 29 Stimmen. 2. Carl Filaferro. bisheriger Gemeinderath. mit 26 Stimme». 3. Franz Kaiser, bisheriger Vicebürgermeifter, mit 29 Summe». 4. Hermann Kerfche, k. k. GrnndbuchSführer, neu, mit 28 Stimmen. 5. Raimund Sadnik, bisheriger Gemeinderath, mit 29 Stimmen. 6. Dr. Ernst Treitl, prakt. Arzt, neu, mit 30 Stimmen. b) Zu Ersatzmännern die Herren: 1. Ludwig Klerr, k. k. Postbeamter, neu, mit 28 Stimme». ?. Franz Löschnigg, Oberlehrer, ueu. mit 27 Stimmen. 3. AloiS Skafa, k. k. Bezirksgericht»kanzlist, neu. mit 25» Stimmen. Das Jubiläum des Radkersburger „Gesang- »nd MustkvereineS an den verflösse»?» beiden Pfingftfeiertagen nahm einen glänzenden Verlauf. Nicht weniger als 26 Fähnlein wackerer deutscher SangeSbrüder zogen in die alte Gränitzstadt und Beste Radkersburg ein. die sich gar schön und weidlich geschmückt hatte zum Empfange der lieben Gäste. Die Ge-sangsvereine von: Ändritz, Brück, Cilli. Eggenberg, Fehrlnq, Feldbach. Frieda», Gleichenberg, Hart-berg, Ki'ittelfeld, Köflach. Leibnitz. St. Leonhard, Luttenberg. Marburg (Männergefangverrin und Südbahn-Liedertafel), Mureck, Oberdorf, Pettau, Rohitsch. Schönstein, Trifail, St. Beit i» Kärn-ten, BoitSberg, Windisch Graz und Zeltweg. AuS der Hauptstadt die «Alpine-, „EiiUradst", „Froh, sinn", „Lietxrkranz". Männergesangvcrei», Lieder-tafel deS Clubs der Postbeaniten, „Schienenwalz-werk" „Schnbertbnnd", „Slyria". »Typo^aphia", zuletzt der Jnbelverein selbst. Die Radkersburger Radfahrer bildeten den Vortrab, die Radkersburger Turner schritten voran im Zuge nach der Stadt, die Männer des Veteranen, und KriegervereineS schlössen den Zuq, der unter de» Klängen slotter Märsche und dem Dröhnen der Salutschüsse seinen Einzug hielt, vo» den Damen der Stadt beim Passiere» der Strassen mit einem Blumenregen empfangen und mit schöne» Kränze» beehrt für die Banner- und Fahnenjunker. Ans dem Haupiplatzc angekommen machte der Zug halt und gruppierte sich vor der Redner-tribüne. welche alsbald der Bürgermeister der Stadt. Herr Oswald Cdler von Kodotitjch. bestieg, um die Sänger im Namen der Stadt willkommen zu heißen. Er that es mit kräftigen deutschen Worten, welche denn auch einen Wiederhall in den Herzen der Zuhörer fand«», der sich alsbald in brausen-den Zurufe» Lust machle. Der Redner sagte unter anderem: „Die Freude am Liede haben wir von unseren Ur-ahnen übernommen; bei keinem Feste durfte der Barde mit der Harfe fehlen, der deutsche Helden» lieber saug. So fei und bleibe es cmch heute und fürderhi». Ein historischer Boten ist es. auf dem Sie heute stehe»; denn feit inehr als tausend Jahren haben unsere Vorfahr«» mit Erfolg ge-kämpft und die Mauern von Radkersburg ver-theidigt gegen Slaven. Ungar», Türken und Ku-ruzze». Die Zeite» haben sich wohl geändert, unsere Wälle sind nicht bestückt, di« Trommel ruft nicht mehr ivehrhafte Bürger zu ihrer Verlheidi-guug. Diese Wälle sind heute blühende Gärten und als Zeichen deine Tochter fast erschrocken an. Er wnßte jetzt, waö Martl vorhin meinte: ,,D» Herr, sag ihr sie soll nit allerweil m Waldl hocke», dort sein »och mehr so Otter- Viech«!" — DaS war eine gutgemeinte Warnung des CretinS für Dolly und wenn er diese vorhin weggejagt hatte, so war eS sicher, dass er es gethan hatte, weil er fürchtete, Dolly könne in ihrer Sorglosigkeit mit so einem giftigen Reptil nähere Bekanntschaft machen. Ohne einen Grund anzugeben nahm er ihr die Flinte ab und sagte barsch: ..Geh' nachhause und kleide Dich um. Den Stallburschen schicke mir mit seinen, ..Schnauzl" her; aber rasch!" — Das war ein Befehl, wie sie 'ihn sonst aus Papa'S Mund nicht oft zu hören bekam und sie wagte keine Widerrede. Wenige Minuten später kam Poldl, der Stall-bursche. mit einem mittelgroßen, struppigen, grau-rothen Stallpintsch daheraelaufen. Das war „Schnauzl", ein wahres Prachtexemplar feiner Gattung: borstig, struppig, bösartig unter den borstig gegen den Strich gesträubten Haare» seines Gesichtes hervorblinzelnd. „Geh zum Esche»-wäldche» hinüber und nimm Schnauzl mit!" — gebot der GntSherr. Poldl gehorchte augenscheinlich mit Vergnügen und „Schnauzl" mit noch größerem wie eS schien. Die beiden hatte» noch den Rand des Holzes nicht erreicht, als „Schnauzl" stehe» blieb und zornig zu knurre» begann, während sich seine Borste» sträubte» »nd seine Lefzen verzogen' so dass sein Qfcbiß sichtbar nwtbe. — „Was hast denn „Schnauzl"? Fass' 'S Mauserl!" — eiferte Poldl den Hund an. ober der gieng nicht weiter, sondern begann kurz gegen die Wnrzelknorren der nächsten Esche zu kläffen. Der GntSherr kam her-bei. — .WaS gibtS?" — frug er dem Blicke des Hunde« folgend. — „Wird eine Feldmaus unter dem Wurzelstocke dort versteckt ,e»>" — meinte der Bursche. Herr von Escheubach aber hatte bereits gesehen was eS war. Den Leib fest geringelt, den Oberkörper zum Sprunge erhoben, i den Kopf zurückgezogen lag eine Kreitzotter zwischen zivei Wnrzelarmen. ihre glänzenden Augen unver-wandt auf den Hund gerichtet, der sie verbellt hatte, sich aber wohl hütete, de» Feind aiizngreifcn. aber a»ch Courage genug hatte, jede Beivegung des Reptils mit zornigen, Gekläffe zn begleiten. — „Geh zur Seite!" — gebot der Guts-Herr dem Stallburicheu. Dieser gehorchte und Herr von Eschcnbach senkte die Flinte, zielte und drückte loS. Aber eS krachte nicht. Im Lause stack noch die Hülse der Patrone, welche Dolly vorhin nach dem armen Cretin abgeschossen hatte. Herr von i Eschenbach stieß einen Rnf des Ärgers au», hob deS Rheines Strand brau«' deutscher Sang mit Macht durch« ganze Land!« Zum Beweise, dass dem so ist und das« fünfzig Jahre nicht« geändert haben, fordere ich Sie auf. da« „Deutsche Lied" zu singen, auf das« auch heut' zur Wahr-heit werde: Radkersburg stet« treu und deutsch auf immerdar!" Solch' Rede findet allerwege An. klang unter Männern, welche niemal« verlernt haben deutsch zu fühlen und jauchzender Beifall lohnte den Spiuch de« Oberhauptes der uralten Stadt, die un« stet« warme nachbarliche Freund-schaft gewahrt hat Dann aber erbrauste in mächtigen Tönen „Da« deutsch« Lied." Run bewegte sich der Zug weiter nach dem Sparkassa-Festsaale, wo er vom Obmanne de« JubelvereineS begrüßt wurde, worauf Herr Dr. Kamniker die Festrede hielt. Der Obmann des steirischen Sängerbundes. Herr Ritter von Schmeidel. brachte dem Jubel-vereine de» Glückwunsch und die Ehrengabe de« Bundes, eine große silberne Denkmünze. Die Frauen und Mädchen Radkersburg« hatte» dem Vereine ei» meisterhaft ausgeführte« Fahnenband, schwer in Gold gestickt, gestiftet und es durch Frau Clotilde Kerschifchnigg überreichen lassen. Auch manche andere schöne Festgabe von Bereinen in Radkersburg und von fremden Gesangvereinen wurde dem Jubelvereine gewidmet mit herzlichen Widmungen. Nach Berlesung einer Reihe von schriftlichen und Drahtgrüßen der Gesangvereine von Jude», bürg. Vvrau, „Posthorn" in Graz, „Schubertbund" tn Wie», von Leoben. Rottenmann. Eibi«. wald Köflach, Mürzzuschlag. Trofaich, Graz. vom Hern, Bürgrrmeister I Oniig. vom Herrn F. Scherr, Polt. Dr. Schurbi. vom deutsch, nationale» Vereine in München, vom Herrn Heinrich Wastian in München und vo» noch viele» anderen Seiten, die alle mit lauten Zu-rufen begrüßt wurde», schloß die Festversammlung und es begann der Theil des Feste«, bei dem sich alle Theiliielimer so weidlich vergnügten, das« sie das Radkersburger Jubel-SangeSfest noch lange in angenehmer Erinnerung behalten werden. Die Festliedertafel sollte in dem ziemlich geräumigen Garleu zwischen der Sparkassa und dem Hotel .Kaiser von Österreich" statthaben und um 6 Uhr abends beginne». Gegenüber standen sich die große, für etwa 200 Sänger berechnete Sängerhalle, prächtig geschmückt mit Draperien. Guirlanden und Fahnen und die Orchestertribüne. Aber lange vor 6 Uhr war der Garten weit überfüllt. Ein kurzer Gewitterregen vertrieb da« Publikum wieder, aber der Hotelier schuf rasch wieder Ordnung und nach kurzer Unterbrechung »ahm die Liedertafel ihren Fortgang, eingeleitet 6on der Stadtkapelle durch den melodiösen .Jubiläumsmarsch" des Herrn Kapellmeister« Seisert. Die städtische Kapelle, der Musikverein unter der Leitung des Musikleiter« Herrn die Waffe und schlug damit nach der Kreuzotter. Die leichte Flinte gieng bei dem Schlage entzwei, der Schaft war gebrochen, aber das Reptil war verschwunden. Der Schlag hatte den Wiirzelknorren getrosten, die Otter war in eine Höhlung unter denselben gelchlüpft und von ihrer Anwesenheit gab blos ei» scharfer widerlicher MoschuSgeruch Kunde, während ..Schnauzl" mit wüthendem Ge-bell gegen den Knorren losfuhr, gehetzt von Poldl, ter ebenso erpicht darauf schien/dem gefährlichen Thiere den Koran« zu niachen. wie fein Hund. Herr vo» Eschenbach nahm das gebrochene Gewehr und sagte mit eigenthümlicher Betonung: »Geh' hinüber in's Dorf Poldl und rufe mir Martl. Aber ich bitte mir an«, dass Du den armen Menschen ungeschvren läßt, sonst —" ein finsterer Blick traf den Stallburschen. Dieser lief fort, während der Gutsherr mit .Schnauzl" in das Wäldchen trat, welches nicht dreihundert Schritte in der Länge und etwa zwei-mindert in der Breite maß. Zweimal verbellte «chnauzl noch irgend eines der giftgeu Kriechthiere, v't sich wirklich hier in dem feuchten, weichen Bilitschuiak und der Radkersburger Gesangverein unter den, Chormeister Herrn Gregoritsch eroff-neten den Reinen der Vorträge und ernteten jubelnden Beifall, der. das sei nur so nebenher gesagt, vollauf verdient war. Vortreff-liche Schulung und stramme Leitung überall. Dann käme» die fremden Vereine, die Grazer, Brucker und St. Leonhardter in W.-B. Die Pettaner sangen: „Am Ammersee" von Langer und „Werners Lied an« Wclfchland" von Herbek. Ober-, Mittel» und Untersteirer wetteiferte» im deutschen Sang; Kunst- und Bolksqesang in bunter Mischung, alles vortrefflich einstudirt und mit einem Animo vorgetragen, welche« zu tosenden Beifallsstürmen hinriß. Die Pettauer mußten wie alle anderen eine „Draufgabe" leisten und wählten da« .Trinklied vor der Schlacht.' Der Erfolg war ein mächtiger, jubelnder Beifall lohnte die Sänger. Wenn man loben wollte, wußte man eigen«, lich nicht gut, wo anfangen und wo aufhören; aber am einfachsten man fangt mit Radkersburg an und hört auch auf damit, den» vom Anfange b>« . zum Ende des Jubelfestes haben die offiziellen und nicht offizielle» Radkersburger deutsche» Bürger und auch ihre entschieden sehr schöneren Hälften, vor allem aber die reizenden Töchter der Festesstadt eine Herzlichkeit, eine Liebenswürdigkeit und eine Unermüdlichkeit an den Tag gelegt, welche seltsam anheimelnd wirkte und da« Herz erwärmte. Die Gäste, welche gekommen waren auS allen Ganen der grünen Mark, werden da« dankend erzählen, wie e« doch so lieb, schön und gemüthvoll gewesen während der Pfingsttage in der alten trauten Stadt Radkersburg. Pettaner Wochenbericht. (eon)rrt im Schmchrrhaus.) Heute gibt der Musikverein in Geineiiischaft mit dem Verschöner-ungSvereine ein Eonzert im Schweizer hause. Wir hoffen, dass auch heute, angezogen durch die vor» züglichen Leistungen, welche unsere Musikvereins-capclle unter der Leitung Meister Mehlhorn« bietet, ein zahlreicher Besuch die dankenswerten Be,»Übung?» der beiden Vereine lohnen wird. (Ordnung irr diesjährigen ^rohnleichnahms-procrfflon.) Die Procession wird wie alljährlich so auch Heuer in folgender Ordnung stattfinden: 1. Die Genossenschaften. 2. Die Gewerbeschüler. 3. Die städtische KnabeiivolkSfchnle. 4. Die städt. Mädchenschule. 5. Da« landschastl. Uutergnm-nasiiim. fl. Weiße Mädchen. 7. Eine Abtheilung Militär. 8. Eine Abtheilung deS Kriegervereine«. 9. Die städtische Musikkapelle. 10. Weiße Knabe». 1!. Weiße Mädchen. >2. Der Sängerchor. 13. Die «ssislenz 14. Der hochw. Herr Eelebrant mit dem Allerheiligsten. 15. Die ver> schiedenen k, k. und städtifchen Behörden. >6. Der Fraueuverein. 17. Die P. T. Damen. 18. Eine Waldbode». dem einzigen Zufluchtsorte in der ganzen Anlage, angesiedelt zu haben schienen, denn allent-halben machte sich der widerliche Moschusaeruch bemerkbar. Rings um daS Bosket, wie daS Wäldchen von den Eschenbachleute» genannt wurde, obgleich es wirklich weiter nichts war als der Rest eine« ehemalige» Walde«, i» dem die Esche und Ulme vorgeherrschl habe» mochten, lag ein weiter Wiesen-gründ. Süßes, duftendes GraS bedeckte die ebene Fläche, welche vor circa zwanzig Jahren abgesteckt worden war, als der Vorbesitzer daS Holz zuerst und dann das ganze etwa dreihundert Joch um-fassende Gut verkaufte. Damals war Eichenbach ein Jagdgrund und daS Herrenhaus ein Jagd-schloßche» und alles zusammen hieß „der Herren-gründ". Damals war Herr von Eschenbach noch Major in einem Dragonerregimente und führte den einfachen bürgerlichen Namen Roderich Eschinger. Zehn Jahre später gieng er als Oberst in Pension, wurde geadelt und erhielt da« Prädikat „von tischenbach und Ulmenrode." Er hatte in den Jahren seine« Besitzes manche« Abtheilung Militär. 19. Eine Abtheilung des Kriegervereines. 20. Männer. 21. Frauen. iMilitiirisches.) Am 7. Juni, abends, trafen hier ungefähr 50 k.. »nd f. Offiziere aus der Corps-Olsiziersschule deS 13. Armeecorps in «gram unter Führung de« General-Major« Sieglitz auf einer Studienreise ein. Der Schulcommandant, Se. k. und k. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog Leopold Salvator. welcher hier erwartet wurde, war leider infolge eine« .Krankheitsfalles verhindert, nach Peltan zu kommen. Am 8. Juni langten um 4 Uhr morgens mit dem Eilige ebenfo viele Ossiciere aus der CorpS OfficierSlchnle des dritten Armeecorps in Pettau ein. Um 7 Mir morgen« wurde von dem hiesigen f. und f. Pion-mer-BataiHone in Gegenwart sämmtlicher fremden Ossiciere eine Brückenschlag«»Ubung und eine Übung im Uberschiffen au der Drau vorgenommen. Am 9. Juni erfolgte die Weiterreise vo» Pettau nach Marburg. Klagenfurt und Villach. <»eiß)tug gefundeu.) Der Diener des Hm» GeneralstabSoffizierS der 11. Jnfanterie-Brigade. l u. f. Oberlieutenant Mathe«. t>at auf einer ffl:efe in der Nähe der Stadt ein noch gut er-haltenes Reißzeug gefunden, welches der Verlust-träger bei dem genannten Offizier Graz. Rosegger-gasse Nr. 1, reklamieren kann. (Schadenfeuer.) «», 5. Juni um 9 Uhr abends brach in der Laubhütte der Johanna 6ch I» LoSiödorf Feuer aus und äscherte dieselbe, sowie auch das anstoßende Wirtschaft«- und Wohn, gebäude gänzlich ein, wodurch der genannte» Besitzerin ei» ^schaden vo» 500 fl. zugefügt worden ist. Die abgebrannte» Objecte waren auf 400 fl. versichert. DaS Feuer dürste von einer ver» drecherifckM Hand gelegt worden sein. lVrrunglückt.) Der Winzer Jakob Kukowetz au« Stadtberg b>achte am verflossenen Freitag eine Ladung von Baumstämmeu zum hiesigen Bahn-hose. Beim Abladen der Stämme hatte Kukowetz da« Unglück, das ihm einer derselben ans den Fuß fiel, wodurch der Genannte einen Brnch des Unterschenkels erlitt. Kukowetz wurde in da« hie-sige allgemeine Spital übertragen. l^roerberritschast der freiwilligen ^euer-wehr ) Für die laufende Woche hält der II. Zug U"d die II. Rotte Feuerbereitschast. Zugssührer Bella», Rottführer Maizen und 8 Mann. Feuer-Meldungen sind auf der Centralstation in der Sicherheitswachstube im RathhanS zu machen. Vermischte Nachrichten. flae Slrassenwrllfahrtn um dir Herren-fahrcr Mristrrfchaft der ökerreichifche» Alpen-islnorr), wie Heuer da« sich eine« hervorragenden Rufe« erfreue»de 200 Kilometer-Rennen Ober. drauburg-Unterdrauburg. quer durch Kärnten, heißt, ist, wie die bereit« erschienene Ausschreibung besagt, offen für alle den Eartell-Bestinimungeil entsprechenden Herrenfahrer, die in den österrei- Man. daS verwahrloste Gut in die Höhe zu bringen und hatte die Idee, den Grund vor dem Schlöffe nach und nach zu einem weiten Obst-garten umzugestalten, der. gleichzeitig das Nützliche mit dem Schönen verbindend, 'parkartig angelegt werde» sollte. Den Anfang hatte er mit der Ein-friedrnig gemacht und hatte, um daS Wild und die gute» Nachbarn ferne zu halten, die Einfriedung mittelst eine» starken Drahtnetzes gewählt. Das war aber ziemlich theuer gekommen und daher blieb der größere Theil des Grundes noch eine zeitlang Wiese; doch war unter der Oberleitung des LebrerS Rohrbach, der ein ganz tüchtiger P» nivloge war, der Anfang bereit« gemacht und mehrere hundert prächtig gedeihender Edelobst-bäume gepflanzt worden. Wege, mit Spalier- »nd Beerenobst beiderseits beraiiit, durchzöge» die Pflan-zung, die bereit« ein sehr nettes Detailbild der großen Gesommtanlagcn gab, die der Gutsherr mit Hilfe Rohrbachs ausführen wollte. (3*nfctung (•!#.) — 4 — chischen Alpenländcrn seßhaft oder gebore» sind, gleichviel welche», Bunde oder Verbände sie an-gehören. Damit de» D. R.-B -Mitgliedern der Start gestattet ist. hat jeder Theilnehmer sich einen .'Herrensahrer-AnSweis" vom D. R°B» SportS-AuSichuß (Borsitzender Herr Arno Tiede, Bra»de»burg a. H.) zu verschaffen, was übrigen« auch der CartelliportauSschusz, beziehungsweise defien Vorsitzender Herr Franz Pichler, Graz, KlosterwieSqasse ltt. Cartell-AmtSstnbe. besorgt, wohin auch die Neunungen, nach deren Einlange» sich die Rtihettfolge beim Start richtet, zu richten sind. Der Nennungsschluß ist am 21. Juni 1897, 9 Uhr abends. Auskünfte werden an der gleichen Stelle und auch vom „Kärntner ReunauSschuß" in Lllagenfurt. der sich wieder, wie i» den Vor-jähren, die sorgfältigste Veranstaltung dieses Wett» sahrens angelegen sein läßt, ertheilt. (Ksterreichischer Sund der Dogrlfrrnndr.) Die Cktttrolleitung der mächtigen Corporation deS österreichischen Bundes der Vogelfreunde, welche bereits üb« 30.000 Mitglieder zählt, hat ein Preis-Aiisschreiben für Lehrerinnen und Lehrer er-lassen. DaS Thema wird jedem sich Betheiligenden freigestellt, muss jedoch auf Vogelschutz Bezug haben. Dir Umsaug da Preis-Arbeit soll 3000 Wörter nicht übersteigen; der erste Preis beträgt 100 Nro»e» i» Gold, der zweite Preis 5,0 Kronen in Gold, der dritte Preis 25 Krone»; deS weiteren gelangt eine Anzahl Diplome *ur VertHeilung. A» der PreiSbewerbnng können sich alle angestellten Lehrerinnen n»d Lehrer Österreichs betheiligen, doch ist die Arbeit zunächst nur in dentscher Spache einzureichen, während in den nächsten Jahren Preis ^Ausschreiben in anderen Sprachen erfolgen dürften. Für die Veröffentlichung der preisgekrönten Einsendungen in verschiedenen Zeitschristen unserer Monarchie wird Sorge getragen werden. Der Ab-likserttugStermin geht mit 1. Oktober zu Ende. Wir glaube», die zahlreich Dame» »nd Herren des Lehrkörpers, die z» unseren Abonnenten zu zählen wir die Ehre haben, auf diese inter« essante Preis-Ausschreibeu aufmerksam machen zu sollen. Die Arbeiten sind an daS Sekretariat des Österreichischen Bundes der Vogelsreunde. Graz, Rörblergasse 40. zn adressieren. (Ab« Wörisl>osen.) Über daS Befinden de« Herrn Prälaten Kneipp, welcher in einigen Blättern bereits todt»>esagt wurde, erhalten wir von befreit»-deter Seite folgende directe Mittheilungen: Die Nachrichten, die bisher in die Öffentlichkeit drangen, ließe» wohl Schlimmes befürchten, ohne aber genau anzugeben, waö eigentlich de» ehrwürdigen Greis, der noch im Vorjahre in voller Rüstigkeit, ma» konnte fast sagen in jugendlicher Frisch« seines Amtes waltete, so rasch herunterbrachte. Thatsache ist. dass Prälat Kneipp Anfangs April auf einer Fahrt nach Ottobenrn sich eine heftige Erkältung zuzog, die starkes Fieber zur Folge lnute. Allein sei» eigentliches Leide» wurde seiner Umgebung erst später bekannt und scheint schon länger in ihm geschlummert zu haben. Wenn man bedenkt, dass der wackre jetzt 77 Jahre alt« Mann seit mehr als einem Deceilnium mit beispielloser unausgesetzt nur für das Wohl seiner itmeuschen thätig war, dass er Tag für Tag von früh Morgens bis spät Abends nur für seine Kranken lebte und nichts für die eigene Erholung that, ja sich nicht einmal die nöthige Bewegung gönnte, so ist eS eigentlich ein Wunder und zeugt für seine außergewöhnlich kräftigt (Konstitution, dass nicht schon früher die Folgen dieser für daS eigene Befinden oft wirklich rücksichtslosen Über-onstrengnng zu Tage traten. Nach dem einstimmigen AuSspruch aller Ärzte, welche Kneipp untersuchten, besteht das Übel in einer großen Geschwulst im Unterleibe, und da bei dem hohen Alter deS Pa-tienten von einem operativen Eingriff abgesehen werden muß. so ist der Zustand wohl ein sehr bedenklicher, der eine Wiedergenesung kaum er-hoffen läßt; eine eminente Gefahr besteht aber nicht. (Cine Sühne mit zwei getrennten In-schauerränmrn.) Der Wahlspruch des Amerikaners uud Engländers „Zeit ist Geld" hat in ersterem Lande auch zu einer Neuerung geführt, die bei öffentlichen Schaustellungen eine größere Menge des Dargebotenen innerhalb einer gewissen Zeit ermögliche» soll. Wie wir einer diesbezüglichen Mittheilung des Patent-Bnreau I. Fischer in Wien entnehmen, ist nämlich der findige Direktor einer Varietv-Bühue iu New-Uork aus die bald Na6)ahi»er findende Idee gekommen, seine Bühne mit zwei vo» einander getrennte» Säle» sür die Zuschauer zu versehen und zwei verschiedene Schau-stclliingen gleichzeitig auf die Bühne zu bringe». Dies iourde in der Weise durchgeführt, dass man die Rückwand der Bühne durchbrach uud hinter derselben einen Saal aubaute. die beiden Zu-schauerräume sind durch einen unterhalb der Bühne hindurchgehenden Gang mit einander ver-bunden. Der eine, etwas kleinere Saal ist mit Palmen und exotischen Pflanzen ausgestattet und der diesem Saale zugewendete Theil der Bühne wird hauptsächlich für die Darbietungen von Akrobaten, Gymnastikern, Zauberern tt. ver-wendet, während auf der anderen Hälfte der Bühne BalletS. Pantomimen und ähnliche komplicierte« Aufführungen stattfinden. ES geht somit auf der Bühne stetS etwas vor. Zwischenpausen existieren nicht und der Zuschauer, der sür sein Geld möglichst viel sehen will, kann nach Belieben zwischen den beiden Sälen ambulieren, um sich nach seiner Laune bald an den Kunststücken, die aus der vorderen Bühne dargeboten werden, bald an jenen der rückwärtigen Bühne oder un beiden gleichzeitig zu erfreue», da die Bühne keine Zwischen-wand hat. Der gute Geschmack wird dieser Neu-erung hoffentlich kein Feld in Europa öffnen. (Die Trlegraphie der Zukunft.) Ein durch seine Thätigkeit auf dem Gebiete der Elektrotech-nik bekannter englischer Gelehrter entwickelte vor Kurzem, wie wir einer Mittheilung des Patent-Bureau I. Fischer in Wien entnehmen, in einer Gesellschaft feine Anschauungen über die Telegra-phie der Znkunft in folgender Weise. Es unter-liegt keinem Zweifel, dass eine Zeit kommen wird, wo Kupferdrähte, Gutta-Percha und andere Mittel zum Anfüllen der Telegraphen-Drähte ei» Diiig der Vergangenheit fein werden. Wenn dann jemand einem Freunde, dessen Ausenthalt er nicht kennt, eine telegravhische Mittheilung machen will, wird er mit elektromagnetischer Stimme reden, die nur vou jenem vernommen wird, der daS dazu gehörige elektromagnetische Hörorga» hat, die aber für jeden anderen unhör-bar ist. Er ruft z. B.: „Wo bist Du? Und die Autwort wird dann dem, der das Hörorgai, be-sitzt, vernehmbar werden. „Ich befinde mich im Schachte des Bergwerkes oder in der Mitte des Oceans oder übersteige die Anden ic.". Oder aber keine Antwort erschallt und der Betreffende weiß dann, dass der Freund todt ist. Was für ein Rufen und Sprechen mag von Pol zu Pol statt- !inden, hörbar jedoch nur für den, dem eS be-timmt ist, unvernehmlich für alle übrige». (Ein 3i)ßrn jiim automatisch™ AnMdcn und Verlöschen von Gasstammen.l Mr. Egraz. Ehef-Jngenieur der Gaswerke in Aix-leS BainS, will jetzt in dieser Stadt «in eigenartiges System automatischer Fernzündung einführen, durch welches die Lampen mittels elektrischen Stromes ent-zündet und ebenso wieder ausgelöscht werden. Wie wir einer diesbezüglichen Mittheilung des Patent-Bureau I. Fischer in Wien entnehmen, wird bei diesem System der Gaszufluß zu jedem Brenner durch einen elektrischen «trom controlliert, der auf ein Stück nickt oxydirbaren Stahle« einwirkt, ivelcher durch sein Gewicht auf einem Sitze der-art gehalten wird, dass er die GaSein ström nngS-öffnung völlig verschließt. Je nachdem nun der Stahl durch den Strom magnetisiert und vo» einem Anker angezogen wird, läßt er das Gas ausströmen oder verschließt die AuSströmmungS-öffnung. Gleichzeitig bringt, wenn der Stahl die AnSströmungsöffnung frei gibt, ein elektrischer Funke daS ausströmende GaS zum Brennen DaS System soll auch für Gebäude angewendet werde», in welche» durch Anordnung verschiedener Ströme und Schaltungen bestimmte Serien von Flammen automatisch angezündet und ausgelöscht werden. DieieS System läßt an Einfachheit und prompter Wirkung nichts zu wünschen übrig. E» würde allerdings das Straßenbild um eine be-kannte Type, den Laternenanzünder, ärmer machen Nach dem Urtheil derjenigen, welchen durch eigenen Gebrauch die Erfahrung zur Seile steht, ist bei Lungen-, ltehlkops- und sonstigen Katarrhen, selbst in den vorgeschrittenen Stadien, da« concentrierte Malz-Extraci M I. u. I. Hoflieferanten Johann Hoff in Wien. l. Graben. Bräunerstraße S. von beispiellosester Wirkung. 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P i o 11 o u> e f a. t2. ni nächsten Morgen erwachte Aennchen mit frohem Herze», iüciitr über acht Tage war ihr Hochzeitstag, und dort auf dem kleinen Tische lag bereits der Brautkranz, de» die gute alte grau Telger, lange bevor Aennchen die ?l,i|K» Öffnete, ihr gebracht hatte. Acmiche» dachte daran, daß eS Unglück bringen sollte, wenn ii,>'ch am Leben sei. Infolge der schon erwähnten Mitteilung hat >>k aeiianere Erkundigungen eingezogen, nach welchen es keinem ckiocifcl unterliegt, daß das Kind, das Sie vor srchszehn Iahren " .«'rem Boote gesuude» haben, keine andere ist, als die ver-mwundeiie Enkelin, die Tochter der Gräsin Bergwitz!" (5ii mehrere Sekunden langes, tiefe« Schweige» entstand. Dann m£ »Gottfried! Gottfried, komm, sage mir Adien!" Aber es e> keine Antwort. Der alte Fischer zeigte durch das Fenster i\ See, und Aennchen sah, wie Gottfrieds schlanke Gestalt fch». »ein Boote zueilte, wie ein Fliehender. „Ich i»ttß ihi» folgen!" rief sie und stürzte »ach der aber Frau von Holdern hielt sie mit sanfter Hand zurück. „Bester, Mind, Du bleibst hier!" sagte sie. .Siehst D» » ,, daß ihm der Abschied so schwer wird, daß er ih» lieber verm. ttoini», laß »ilö gehe»! wenn Du willst, kannst Du ihm ja Abschied schreibe»!" Wie eine Schwerträumeude gehorchte Aeunche», nnd bei n<:;a Rückkehr fand Gottiiio ein Briefchen. tooriu nc ihm Lebewohl sagte uii» ihm ewige Treue k lobte. Sie teilt, tiim mit, daß sie ans ein Aal» ins Ausland ginge ii»j sie vor Ablauf r iet Zeit einander »ich ;,nc versehen würde» 3. Richt ei» Jahr, iv» der» drei Jahre iiiiri.n langsam dahin, luiw. Gottfried feine Binut wiedersah, nnbtuäbniu der ganzen Zeit crhiili er nur zwei kurze Brieit von ihr. In dem erneu, de» sie bald nach ihm Abreise geschrieben!»»!. , äußerte sie sich sehr im willig über ihre m-uc Lebensweise und driiiktc große Sehnsucht untli :ti rein früheren Heim und ihren alten Brenntet ans. Dann nach rinn langen Pause von .um zehn Monate» kam zweite Brief, kürze> ii-der erste und in feinem Tone fo gezwungen, iw, es »»möglich war. Da rans zn ersehen, >>!> i» sich glücklicher iiililtc oder nicht. Die alte Fran beklagte sich inanclm-! über des Mädchen? II» dankbarkeit, aber iiioic genwart ihres 2olw<* wagte sie kein ffioi: Tadels über sie •> w gen Bei einer ein».:! gethane» nilfrennd Aeußeruug hatte e. i>!° tig erregt und voll iü rüst»»ga»sger»ie>! l;; giebt keine dank ' ■ Seele, als unser rinn!" Er war dem Schlag, der ih» so »»erwartet getrufn feine schönste» Hoffnungen zerstört hatte, nicht erlegen. Er ari mit demselben Eifer, demselben Fleiße fort nnd war ganz d. wie immer. Aber wenn dir Arbeit vorüber war. gab es 3ti während welcher er schweigend dasaß und. auf den leeren schauend, au das liebe Mädchen dachte, das sonst da zn sitzen i In solchen Stunden überkam ihn eine tiefe Riedergefchlag »nd er dachte, daß es keine» größere» ttnmmer gäbe, a feinen. Und dann durchzuckte» gleich eitlem matte» Sonne» die Worte feine Erinnerung: „Sobald ich einundzwanzig n alt bin, erfülle ich mein Wort, das ich Tir gab!" Und i er sich schon in der nächsten Minute sagte, wie eitel die Hi fei, wiederholte er sich docl, immer und immer wieder mit i: unsäglicher Freude dieses süße Berfprecheu. Droben im Schlosie wnrde es wieder lebendig, nachd. Läden drei Jahre lang geschlossen waren. Wie ein Lanffeu f ?o» ?l. «put. (um tut.» ii it & U i) m p. itt Tmtnuli im (jlfaji.) n.j , elf sich die Nachricht im Torfe, grau vo» Holder» und die Momtefie feie» zurückgekehrt. um Weihnachten im Schlosse 'bringe«. Tiefe Nachricht erreichte auch Gottfried, und sei» >rttlitie »c während i längs» drei u dieselbe ge-cu fein */ Wiir-ie ihn noch so Iiabe». wie t Ctier viel-; bleischwer i: i Per Gedanke Hilf die 3eele irinimte sie sich t nrmrn Fischer«, f i sie ihr Wort .l'ni und der :i; i« besaß, als . i treues Herz, lr.-lrtie# einzig für . iililiig. für sie, n fei» kleines änliche»? Äm Morgen nach i!nerAnkunft saften .'>>»» von Holder» link» ihr Neffe Franz "ii Schlosse beim /Uiififtiicf. Erstere ivrnch sehr ernst, jrnhrrnb der junge M|IU gedankenvoll »niiischante. .Tu weiftt, lie-ter 7vranz," sagte die alte Dame, ..mit wie schwerem Her-vcri ich uuii endlich Aennchen» Wunsch, hierher z» kom-wen, willfahrte. So iflmieralich es mir war, dem geliebten >üiide die kleinste 3'itte abzuschlagen. '*(' hohe ich in dieser einen Beziehung Such drei Fayre lang die Atolle einer ge-''nngeii Groftmnt-»> gespielt, Ich nmiischte nicht, das, in Jelger« wieder-'•ihr und srühere ^euehunge» er-»einte, bis ihr Geist «freister fei, bis sie iir!' in ihrer jehigen ^»ellschastliche» rrfiare gewisser nw' ii naturalisiert 1 ;"if. Ich weift ,>ie ' 'iwas roman-" l'oetifch ange-1 doch gleikl, ! beugt sie ein vrägtes Zart !«l. das ihr, wie -me. über diese ' Gierigkeit hi» |> wird. Und wen» sich alle« so verwirklicht, wie Ich es Schritte drnitfie» aus der Terrasse vernehmen, »ich im ttncbflrit Moment trat Aennchen ins Zimmer. Welch reizenden Anblick bot sie, während sie da in der Thür stand, mit dem üppigen, kastanienbrannen, leichtgekräuselten Haar deu von der frischen Morgenluft geröteten Wangen, dir kleinen i ii'i i,'Vü.V, .'V . /•MwAv.'iV ' Blii]1• Weit\ ' •• ■ j. luMi A t 1 ■, p„ 0* 1 m Mi iiiin 1 ^ dann bin ich in der That glücklich!" V° 1 J.^?.my .VÖstcvte einen Moment, dann legte sie ihre n,fi (is ''m'* *««« u»d sagte in innigem Tone: :i,V, Itebtt Tu Aennchen?" 'sooi diesem Zeit ;,n einer Antwort blieb. Heften sich leichte Hände voll zarter, weifter Herbstrosen. Sie zählte jeyt neunzehn ^ahre. doch iah sie kaum älter ans, den» damals, als sie in dem -Mcherhansihen Abschied »ahm. Ans de» Züge» des junge» Manne», indem er ne ernst an schaute, sprach etwas ganz andere» alo venvandtfchaftliches Interesse trtPttH'lmtiit fol.ii.i 06 Stol} der alten Germanen. )ie alten Germane» hatten dir Tilgenden eines frischen hoch-begabten Stamme», aber and) dir Schwäche» »nd Laster der Barbare». So rücksichtslos hart sie i» allri» wäre», so ftul.s waren sie auch. Keinen« wollte» sie nachstehe» a» Ehre und Ansehen. Auch den weltbeherrfchendrn Römern gegenüber bewahrte» sie ihren Stolz. .'s»r Zeit des Nero käme» zwei friesische Häuptlinge, Malorix «nd Verritus. als Gesandte nach Rom, nm den Kaiser zu bitte», ihnen einen wüsten Strich des Grenzlandes zur Besiedlung z» überlaste». Nero konnte sie nicht gleich empfangen, uud so wurden sie als des Kaisers Gäste in der großen Stadt zu de» Sehenswürdigkeiten und Annderdingen geführt. So brachte man sie auch iu das Theater des Pompejus. Mau gab ihnen Plätze niederen Ranges. »Es sind ja nur Barbaren, Häuptlinge eines kleinen Volke»," dachten die Römer. Aber die Männer ließen sich nicht blenden von dem Glänze »nd der Menge; sie schauten umher und fragten »ach Ehre und Bedeutung der Sitze uud Perionen, und als sie nun frrmdgekleidete Leute unter den Senatoren siven sahen, da schöpften sie Verdacht, da» man andere» Gesandten einen Ehrenplatz gegeben habe. Ihre Begleiter s»chte» ih»e» die Sache zu erkläre»: Das Volk jener Ge-sandte» fei besonders geehrt wegen seiner ansgezeichneten Tapfer-seit nnd Trene gegen Rom. Da sprangen die Friesen auf, und unter dem Rufe: „Kein Mensch übertrifft die Germanen an Tapferkeit nnd Treue," stiegen sie von der Galerie herab, mitten durch daS riesige Theater und ließen sich auf dem ersten Range unter den Se-natoren nieder, wo jene anderen Gesandten saßen. Stolz zeigte sich auch der Suevenfürst Ariovist gegen seinen großen Feind Cäsar. Aber der nrgermanische Stolz war nicht der echte. Aus stolzem Roß. in glänzender Rüstung »nd mit prahlerischer Gebärde zogen die Germanen oft in die Schlacht — mit gekrümmtem Rücken be> traten sie als Gefangene der Römer Lager, warfen sich z» Boden und flehte» um — Gnade, oder baten um Zulassung in römische» Dienst. Denn Rom zu dienen, galt ihnen siir keine Schande. Mit gleicher Lust kämpften sie mit dem LaudSmann wie mit dem Frem> den, wenn man nur tapfer focht, wenn eS nur hart herging. XU Blumenvertiuserin Sie vertäust »ut Feldblumen, denen fie selber „leicht. Wer kennt sie nicht, sie, die behend von Tisch zu lisch eilt und mit kindlich, zitternder Stimme: „Ein Striiißerl gefällig?!" ruft. Au« dem blassen Gesichtche», da» von rabenschwarzen Haaren förmlich umrahmt wird, leuchten ein Paar feurige dunkle Auge», die mit gewisser Neugier »nd Unruhe in die Reit blicken. Ihr Mund zeig» ein heitere« und vergnügte« Lächeln, sie denkt über Sorge und Elend nicht nach, ebensowenig wie ihre bunten Schwestern, die aus der saftgrünen Wiese blühe». Glaubt sie sich allein, dann trillert sie mit der Lerche um die Wette, bindet ihre Sträußchen au» Wiesenblumen, denn Geld muß sie de» Abend» noch Hause bringe», sonst giebt e» Schlüge und Schelte. Und doch möchte sie mit niemanden tauschen, obwohl sie von Men-Ichenkinderu gehört hat, die in Samt und Seide angethan sind, und in Reichtum und Ueberfluß leben. Müßte sie doch bann von Wiese und Wald Abschied nehmen und ihren trauten Schwestern, den Kornblume» und Kamillen, den Vergißmeinnicht, Steinnelken und Hlmmel»schlüsseln aus lange, lange Zeit Lebewohl sagen. So füg» sie sich in ihr unvermeidliche» Schicksal, »nd wenn der Abend komint, und vergnügte und heitere Mensche» die Promenaden be-leben, da erscheint auch die schwarzäugige Wiesenblume, bietet ihre bescheidene Ware seil und ruft: „Bitte, mein Herr, ein SIräußerl gefällig?!" K. St. (Griechische Bergjiiger marschbereit. Die Feuerprobe besteht jede Heere». Verwaltung bei der Mobilisierung. Nun ist ja »icht zu verkenne», daß Griechen-land die bittern Ersahrungen der letzten Jahrzehnte beherzigt und hier eine» bemerkenswerten Wandel zum bessern zu verzeichnen hat: trotzdem kann ma» sich der Wahrnehmung nicht verschließen, daß der Aufmarsch der Olmanen an der Grenze sich mit einer auch in Athen überrascheuden Schnelligkeit vollzöge» hat, die um so erstaunlicher ist, al« dem Sera»kiera> siir die Truppenbesörde-rung nach d, m Westen nur der einzige Schienenweg Dedeaghatsch-Saloniki zur Verfügung stand, Der starke Zufluß der Freiwilligen »nd Reservisten nach Athen dürfte der griechischen Heere«verwaltu»g nicht unerwartet kommen, den-noch vermochten die Aushebung», und EinNeidi,ng»ämter die Arbeit kau,» zu bewältigen. Die vo» frohem Mut beseelten Ersahmannschaften, meist n»r mit geringen Mitteln versehen, fanden vor ihrer Einreihung »ur schwer In der überfüllten Stadt Unterkunft und waren nicht feite» gezwungen, unter freiem Himmel zu »iichtigen. wa» selbst im schönen Griechenland während be» Früh, jähr» nicht zu den höchsten Annehmlichkeiten gehört. Endlich hatte da» Krieg»-Ministerium hier ei» Einsehen und wir» den Reservisten die Auditorien der Nniversitiit al» Nachtquartiere an. Mehr aber al» oller aufsteigende Unmut der Leute, die Weib und flind oft »»versorgt daheim gelassen hatten, wirkte zur Beschleunigung der Einschiffung der einberufenen Zrupven nach Polo die Besorg»!« vor der Blockierung der HSscn Eine voik»beliebie Slitetrupve sind die Jäger in der Nationaltracht. Die meist kräftigen, wenn auch überwiegend untersetzte» Leute, hauptsächlich au» Akarnanien, Aetolien und der Maina, sind ganz vorzügliche Schütze», aber bnrchan» nicht begeistert sür stramme Di»ziplin, wa» nicht ausschließt, daß sie im Oebirg»krieg eine sehr brauchbare Truppe abgebe» können. Für den A»»marsch waren sie mit sauber gearbeiteten und warmen Mäntel», sowie mit dauerhaftem Schuhzeug von der eigenartigen, in steinigen« Gelände aber vraktiichen Form versehe» worden. Die schon im Fried.« vorhandene» acht Bataillone Jäger sind aus die Kriegsstärke von je taufend Mann gebracht, dazu ein weitere« Bataillon neiigebildet worden. Von Nn begeisterten Abschied»rusen der Menge begleitet, lind sie nach Thessalien abge, lückt und dort aus die macedonische uud evirolische Grenze verteilt wuidni. t?i» kleiner Irrtum Sonntagsjäger: „Ich glaube, da» war ei« Plattschuß, habe» Sie nicht gesehen, Förster Waldmann?" — Förster: ,,'ch habe oUerdi»g» Blätter herunterfliegen sehen, Herr tianzleirai!" Ausdringlich. Kommerziell rat: .Sie bewerbe» sich um die iüngiit meiner Töchter; nach den Erkundigungen, die ich über Sie eingezogen tiot , kann ich Ihnen leider meine Tochter Emma »ich! zur Frau gedeu." — Freier „Auch keine andere, Herr Koinmerzienrat ?" Xtr beste ilrcbe im Pacht. Der berühmte Orgelspieler Johann SeMtun Pach kam einst aus einer Reise durch Altenb»rg, Da e« gerade Sonntag nur, so ging er in die Kirche, um seinen Liebling»schüler, den geschickten trganifi«, Rreb», zu hören. Er glaubte mitten unter der zahlreiche» Versammlung g»», »»bemerkt zu bleiben. Streb« hatte Ihn jedoch erkannt, setzte sich an seine Crgfl begann, ohne sich lange zu besinnen, eine Fuge mit dem Thenta Bachs im» führte sie zur großen Freudt seine» Lehrer« meisterhaft au«. „Hören Sie ein mal, — hören Sie einmal," flüsterte der Alte in froher Rührung einem »eben ihm Stehenden zu, „hat der Schelm nicht etwa» gelernt? Ja wahrhaftig, da« ist der beste Kreb« an» meinem ganzen Bache," 2t Auch eist Liebeserklärung, Er: „Also Ihr Papa ist sehr reich?" Sie: .Jawohl," —Er: „Und Sie sind feine einzige Tochter?" — Sie „A.i wohl." — Er (bitter,: „Und da wagen Sie noch an meiner Liebe zu zweifeln ■- fmfinnüftirtrs Bei verhagelten Kartoffel» treibt da« Kraut frisch nach und zwar aus Kosten der Wurzeln »nd Knolle», welche in dieser Zeit an Größe »ich! tu-legen; delhalb ist eine Düngung mit Ehilifalpeltr »ölig, damit möglichst mich frische» Kraut nachwächst, (Yrünfutter für Kanarienvögel, Kanarienvögel fresse» Grünkraut gern und ist ba»selbe für sie eine Leckerei. E« dient ihnen vorzugtweise zui tii-Haltung ihrer Gesundheit, zur Verlängerung ihre» Leben» und scheint für iie fast »»entbehrlich zu sein; e» Hindert nicht nur alle Verstopfungen, sonder, führt auch die gesammelten Unredlichkeiten ordentlich ab und dient ihn?» zur Abkühlung. Ohne baß den Bögeln manchmal etwa» Grüne» gegeben wird, werben sie durch die Sämereien zu stark erhitzt, bekomme» die Darrsucht, w»> den im Herbste krank oder sterben am Mauser». AI» Grünfutter reicht m,i» den vögeln abwechselnd Kreuzkraut (Senecio TulgarU). Vogelmiere (Stellurit» medi»), die noch grünen Sanienrifpen de» Wegerich (Plnntngo medial, feinst Prunnenkress«, Spinat, Satat und Reseda. Diese Kräuter dürfe» nicht zu »>>5 und kalt, bereift oder gefroren, oder wenn viel auf einem Haufen gelegen, heiß oder faul geworden sein. Man merke sich, daß Grünfutter stet» in klein,» Gaben zu geben und dabei jeder plötzliche Ucbergang zu vermeide» ist. Gegen Xurchfall der jungen (Hanfe soll sich folgende» Mittel sehr gut bewährt haben: Man siedet Wein mit einigen Eicheln zusammen und fchiitnt davon warm den Tieren täglich zwei- bi» dreimal einen Eßlöffel voll ei». die Eicheln fehle», kann man an deren Stelle eine kleine Quantität zersch.ui> tener Eichenholzzweigc mit dem Weine sieden lasse». Xiam««»rttft>. « E K E K K K O O U H h M N N f» N N O 0 0 R 11 T Y T<( «uchstade» 1» vorstehender ftigur sind f» zu ordnen, daß tolaende Vcnni-nuiiatn daran» entstehen: l) Konsonant. 1) ¥li>(>IlAer, furjrr Windstoß, t) Be-nifjmtrr Mathematiker, 4, Teutscher Pro-Itflor der «lwlil. *) «hemallaer Professor der Phuosophie. «> Arairzdsischee Mar-schalt. 7, Konsonant. - Iie mittels« wag-rechte und die senkrechle tieile ergeben den Aamen eine» l» letzterer „>,>it durch seine ttiitdeelung derühmt gewordenen Man».'«. ^»erd, Peuker. Austösung folgt in nächster Nummer. Auflösung »eS Arithmvgripho in voriger Nummer: Smorüoit, Totton», I »Inr, rhalheim, Te-nier». «raphlt, Xbazzi», Itichor«!, Treport, Ltultgart — Dar m st ad t. Problem Nr. »47. «on «. «illmer». Schwarz. C D E F Weiß, Matt in t Zügen. U ii »-» ttlte «echte oorbetuitten. Setlag von W Blanke In Peita». 3)