SV Mittwoch den IS. Mai 1874. XIII ^«hrgang Die,Murd«rg«r ötttu»»" erschimt >ed->, S-nutag, Mittwoch und Ar-itag. Priise — sür Marburg: ganzjährig 6 >I>^baIbjährig » fl., virrtiljähria I fi.sokr: siir Süftrll»»» lns Haus monatlich 10 kr. — lmt Postverieudung: nnnzjälir.g !Z fl., halbjährig 4 fl., vlerteliäiiritZ 2 fl. InsertionSgebichr ö kr. pr. Zkile. Dir wirlhschastlicht Noth und die Dtckvng dts Cisenbahn-Dtdarfs. Mtill'urg, 12. Mai. Zwtilauscnd Aideiter und Grivtrbslcuie haben dem Abgcordntie »Hause ein Geluch überreicht, zu welcytm sie durch die lvirthschaflliche Nolh ge-drängt worden. In diesem Schriststückr wird unter Anderem geklagt, „daß die Direktionen der Lisciibahnen ihren Bedarf großtenlheils im Auslände decken." In diesem Schrlststücke ivird unter Anderem fragt: „Könntcn nicht die Ditetlorfn jenkr Vah» NtN, für welche drr ^laat Subvenliontu l isten muß, gezwungen uelden, ihrrn Veduif an Jtih-. betriebS-Gegenständen nur in Oesterreich bestellen zu dürfen?" Ja l Die Vahngeselischast»» können zu dieser Bestellung genöthigt werden; sie können eS sogar in dem Falle, wo sichS nur um eine Konzession und noch nicht um eine Sutivention hauvelk. Der Staatsbürger ist befugt, zu salben, unter welche» Bedingungen auf seinem Grund und Boden ein GeschAst geführt werden darf und er besiKt dieses Recht um so mehr, wenn zum Betriebe des GeschafleS nicht nur seine Einwilligung im ?lllgemelNtN gegeben, sondern auch ein Bei-tr,ig aus seiner Kaffe geleistet «Verden soll. Das unlaugbare Recht, über ivelchks jtder einzelne seiner Bürger verfügt, kann doch gewiß der Gcsammthklt derselben — dem Stuate — Nicht bestlitlen werden. Bei diesem uiizwetselhlif-len Rechte ist eS aber um so diinglnder Pflich! des Staates, die erwühnte Bedin.jung srstzui-j^eil, je weniger ohne dieselbe die Wohlfahrt der Einzelnen gesichert weiden k^Nln und je mehr die Wohlfahrt der Vesamtutheit ohne diese Bedingung gefähr dkt ist — !l'ie im vorliegenden Frille. Die schwere No»h, die noch stets bei richtiger Eifenntnis? und ernstem Willen die Mutter des ForlschriiteS geiveie-l, iviid uuch Oesterreich im jel)'gtil Ktilnpsc um's Dasein zu einer ge deihliche« i^'isenl'ahn-Politik spornen. Ein Urtlicil ütier die öjtcrrtichlschcn Dijchöje. Die Woch nschilft: „Im »e'U'tt Reich" blingt ail^ i'cr Fetter des Pt0s«ss.)rt^ Lchulte (Bvlin) e.ne (^ho,l^kl>riltik dc> kiichl!ch-z'olltischcn Pa'tcl.'tt iii !^ksj rreich uiid finden ivir dtnin u. A. solsteiidt Anteaiungkii: „llntcr dem AbsvltttiSmus und dun --sterillin Zä'mcrling wa» der Allveimö lead«? der .^kar.'ilnil N'Nischer in W>en, iv.-il er sich 1867 der SlröifU»g gegen Vstif^n Beleredi anschlosi, und ist th.usächl-ch das I^^olimv tiMFore seitlicr gebtitb^n, KtN'diNtil Nattscher ist ein in der Wolle gtfarbier ?^nie.n>klat, Aosolnrist nnd Zcnlralist. Cr ist Coii deu> n'.^ilierzij.sten spezifisch schivarz-gllbti, Patrio!i»>ti'.ile wie die Pei't, hcßi jlde!i!)e-u^lk Idee und sieljt daö Unsilitt'k der Weit, wie sc n cwiiks Nesri'.iii fast iu jedem „.^^''litenlui.fc" dtiri", daß die Ideen d.r ^ncyklopädist.il den Tiec; gewonnen hällei». DaS ijt sire Idee. Pr-nhen ist ihm ein Doi^n iin Ait,;«'; e? hält flu d^.^^ gröhtc Unglu^'k, d.-t^ in ii^esterieich p-eupische Id.cn rcziplll worden sind. Für DtUtschlal,d hat er gar kein Gefühl; er geht nur deslialb mit der deutschen Partei und gegen die feudale, weil er glaubt, daß wenn die Deutschen die Macht nicht in Händen haben, der Slavismus nnd Föderal'Kmns st'gt, dadurch aber Oesterreich zu Grunde gehe. Kirchlich ist er gerade so Zentr.'list und Absolutist. Deshülb uvirrivarf «r sich trol) besseren Wissens und ungeachtet seine? vollständigen Bekämpfung derselben der Znfalli-bil'tät ouS l^loßer Furcht, er werde seine Macht einbüßen. Dies«r Mann besi^t große Kenntnisse, ist aber von einer uttglau>>lich engin Auffassung belzerrscht und olijekiiven (Gründen in dem Mo-menle unzugänglich. Ivo sie mit seinen fizen Jdern in Kollision fomniel?. Durch seitte geistige Ueber-le^eilli'it nbtr die andnen Blschöse hat er diese viillstai'?'!.', leherricht, bis zu dcm Grade, dah selbst seini' g'ößttN pol>tlschell Gegner, wie 5kar-dinal Sltjiv'nzeilberg, bei jtder Veranlassung seiv Orakel anst^i)ieii. Rauschtr h.it ^'tlleS seit 1855 gemacht, er ljat die iheolvjiisch'N Fakultäien lui'url, verhindert, daß !>er KleruS ein' dcm Kirchenrechte gesicherte Stellung bekam, er hat jet^e wissknschastliche Negnng im KlcriiS untcrdlückl. Der kMine»! kirch. liche Theil hielt ihn stets snr einen Äoscphlner, der sreikre sür einen s^niitisitcn Ultlamontnnen.' Der Staat ist ihm znleht nur ein Werkzeug hier, archijcher Älacht. N-chtS licivnst ties mehr, alS eine Aeufieriing, die er mir ge,tenülicr im Sep. tkmber 1867 machte: Iti stellte ihm vor, wozu komm«', :renn ina?^ den Ltandpunfi festhalte, daß i'NlitS l'M Konkli!dlUe ge:ült(lt w.rten dnrse, und iv.an die projektirlc Blschof^adrcsse eisolgte. Sesn lcz^leö Wort wai: „Wenn der .Kaller wirk- N - u i l l - t o tt. Daö Trstamcot des Verrückten. Vom Verfasser der „neuen deutschen Zeitbilder", (gstlschuns,.) Sit ging hislig im Zimmer aus und ab. Sie sann nach. „Ich kann hier in diesem Limmer bleiben blieb sie vor mir stehen. „Nein, auch doS nicht." „Warum Nicht?" stampfte sie wüthcnd mit dem Fuße. .Sie wü'den hier horchen und jeden Augenblick die Berhl.ndlung wietler stören könn?n. Sic enlseinen sich ganz auö der Nälje des Krankenzimmers." „Aber ich werde ja wie eine Dlebln, wie eine Räuberin behant'klt. Hier gleichsam in meiiem eigenen Hause." „Madame, dars ich bitten, sich kurz unk» rasch zu entschließen?" „Gut, ich gehe." „?loch ein Wort, Madame. Jeden Versuch, in das Krankenz'mmer wieder einzudringen, würde ^ich als einen Zwang gegen den sieiea W'.iien dcs k Kranken zum Protokoll verzeichnen. Ale vcrliiß lvülh.nü» das Zimmrr. Ich kehrte zu dein Kranken zulül^. Er lvar noch unter dem Einflüsse der Frau und elhvb ' den Kops, als ich einliaf. Er lv-zr unrntjig, als e«- mich .allein zuklickkominca sah. Dann abei kattl mir t»ych vor, .^l? li-enn er sich aus einmal leichltr suhle; jeii, Bliek sil^leu lcbljasler zu irei.'^en, ohne daS unkuhige Flackern und ^^enchten zu z^igiu. Wenn ich zu'nckd.ichte, lv'.e -i-, nach ittei'ttr ^^^ieiNU «g nur »inler dein Zwange drr Frau sich verstauc^tN hakte, jine LedtNgung si)r seinen Sohn auszusprechen, so eis^lzlen sein er-lcichtk'.ter Zustanö tNic er-Iärlich genug. Ind.ß lag mir si'lr l'en!^lng,nl)iicr nu^ daran, t'er iieuen Spur Iii ein ticscs Dunkel, die ict) zuie^t ausg.-snnl^ei! zu habcu ganbte, l.achzusorschen. Ich mnßle voisichtig verfahret!. Er hatte d^m Ausch.in nach sein volics Bewußtsein zutück^rhalten. Ich je tue mich ?vl>der auf den Etnhl ihm gegcl'ttbtr, linbefaugen, als ivenn nichts vor^^e. fallen su. „Ich bedaure^', jagte ich, „dasj ich nichl so» fort mit der Aufnahlne dcS Testamentes fort« sahikN konn. Wir tnüssen eine Pause machen." „W^rum das? fragte er. „Sie ll'isstn selbst, rS muß die Feststellung Ihrer Identität vorhergehen." „Freilich." „Int'eß wird hoffentlich der Pater Thtodoius bald eintr ffen." „Der Pater !htodorus ?" fragte er, ivic sich Veiwunt^ernd, Verstellte er sich od^r hat'e er ssen, daß wir vorher tiber den Pater gesprochen ljatten? Er soll Sie stkogiioKzireu", tagte ich. ..Ah so!" Er begann sich; -r hatte 'Ich also nicht ve'r-st,lll; aber er u'urde ivieter unruhig. Warum 'chon zum zivtilen Male bei dem Flamen? Ein sonderiiarer Gedanke schoß mir aus einmal in die Seele. „Sie sind in.t dem Pater bekannt?" fragte ich den Kranten. Er ist seit ineinein Hiersein Pfarrer deS Dorfes." ^Selun Sie ihn oft?" Es ist lansie her, daß ich ihn nicht sah." „Er jchsinl eii^ sehr windiger Mann zu jeiit?" Der Krankt ir-urde unluljiger. „Sie kennen ihn?" fragte er mict?. „Ich bin ulit ihm hi»rher gereist." Iii' seinem hager«n Gesichte zuckte es, in seinen Augen flirkerte .s plö^lich wieder;' der Irrsinn schien ,n ihn» zurnckzukehren. War- ich Mit meinem Gedauk'N aus dem richligen Wege^ lich dat Kontorbot faven läßt, liegt mir an der Kirche »ehr, dann Ichließe ich mich den Föderalisten au. Er ist der berechmndstt Mtnlch ; ich bin überzeugt, baß er im He'zea ein gnod der Orden ist, :?til sie gegenüber den Btschöfen selbst« ständig sind, und der größte Feind der Jesuiten; gleichwohl ist er der letzteren beste Stühe, «eil er in jh»«» vortreffliche Werkzeuge sieht und sich bewußt ist, daß dieselben schlau genug sind, ihm selbst Nei« betzugeben. Ihn hat der Kardinal Schwarzenberg, als er Erzbischof von Salzburg war, zum vischos vou Seckau gemacht. Dieser Kardinal Schwarzenberg ist als Mensch und Priester vntadelhast, eine wirklich edle Natur. Ich kenne ihn durch langjShrigtU Verkehr so genau, als dies uur möglich ist. Schwarzenberg ist seiner Vestnnuug nach ein Gegner deS AbsolutlSmnS in der Kirche, ein aufrichtiger Verehrer der Wissenschaft, ein wirklich frommer Mann ohne Bigotterie, «m< wahrhast adelige Natur von den seinslen Manieren, der größten Freigebigkeit, der mildesten Veurtheilung. Wenn gleichwohl manche Akte der kirchlichen Regierung das Segentheil zu bekunden scheinen, so findet das seine Erklärung in Anderem. Ihm fehlt absolut jede Menschenkenntniß. Dazu kommt ein ungeheueres Gefühl der Unsicherheit. Ma» thut sehr unrecht, ihn für geistig unbedeutend zu halten. Was ihm fehlt, ist eine gründliche, tüchtig geschulte Bildung, in Folge dessen ein Mangel an pssttiven Kenntnissen, Dinge, welche sich leicht erklären, tvenn man erwägt, wie Prinzen erzogen werden und wie die Studien vor vierzig Jahren beschaffen waren. Bon den übrigen Bischöfen ist wenig, wenn man will, viel zu sagen. Der Olmützer, Landgraf Furstenberg, ist geistig nicht unbedeutend, exzellirt als Jäger, Ansammler von Vermögen zur Hebung seiner Berwondten, als Erkommuni. kalor u. f. w. Der Erzbischof von Salzburg, nunmehrige Kardinal von larnoczy, ist eln geistig »nbedenteuder Mann, der seit fahren von dlr Negiernng zu« Kardinal ausersehen war. Weil die Regierung aber die Kosten zu zahlen keine Lust hattk, er selbst sie nicht gut zahlen konnte ^ bekanntlich betrugen sie einschließlich der für Empfangsfeierlichkeiten u. s. iv. bei d^r sparsamsten Einrichtung über 20.000 Gulden —, blieb er blss „Primas von Deutschland", wie sich komischer Wnse die Salzburger Erzbischöse noch heute benamsen." „Ich war", fuhr ich fort, »mit dem Pater in jener Segend, in welcher im Jahre 1813 die Franzosen von den Kosaken überfallen wurden." «r starrte mich mit den unruhig brennenden Augen an, ohne zu antworten. .Der Pater erzählte vom Gefechte." „Cr erzählte?" „Auch, daß die meisten Fianzosen hier niedergemacht worden seien." „)a, ja." „Aber nicht Alle." „Nein, nicht Alle." Seine Augen brannten unruhiger ; auch die helle Röthe flog wieder durch sein Gesicht. Er war wieder iu dem Zustand jenes Augenblickes, da die Frau Langlet durch ihr plötzliches Vorspringen meine Unterredung mit ihm unterbrochen hatte. Ich knüpste unwitlelbar und ivörtllch an ihn an. „Die den Kosaken entgingen", sprach ich weiter, „fanden nachher wohl noch ein traurigeres Loos s" „So ?" rief er, lauter und mit einem Blicke, als wenn er mich durchboeren wolle. „Man spricht davon." „Wer spricht davon V" „Sie find katholisch?" fragte ich plötzlich. ^Ia", antwortete er rafch. Aur Heschlchte des Hlages Die Aushebung des Schulgeldes an sämmtlichen Volksschulen und die Erhö -hnng der L e^j re r g e h a l t e sind für die Steiermark nun Landesgesetz geworden. Unserer Heimat gebührt das Lob, zwei Forderungen der neuen Zeit erfüllt zu haben — Forderungen, ohne welche Volksbildung und Fortschritt keine Gewähr besitzen. Das Bewußtsein der Minderheit macht grausam! Die Wahrheit dieses Satzes wir!» durch dasWüthen der Magyaren gegen die übrigen Stämme d«s Reiches, namentlich aber gegen die Deutschen bestätigt. Die staatliche Zerfahrenheit und das wirthschaftliche Elend steigern diese Leidenschaft und ist bei der allseitigen Erbitterung das Gräßlichste zu befürchten. Auf der Insel Korsika bildet sich eine italienische Partei. Die Franzosen bedroht also ein neues TrennungSgelüste und wenn Bismarck seinen Plan, den Erbfeind Deutschlands noch Mehr zu schwächen, einmal ausführen will, so kann er Italien als verlockenden Preis der Kriegsgenofsenschaft nicht bloS Nizza und Savoyen, sondern auch Korsika bieten. Bermischte Nachrichteu. (Sklavenhandel.) Aus Peru wird «eschrieben: „Unsere Jnslitutionen in Bezug aus die hier iveilenden chinellschen und einheimischeu Kulis müssen geradezu barbarisch bezeichnet werden. Aus jeder der einzeln stehenden Haziendas, deren Zahl nahezu 200 beträgt, werden zwischen 1ö0 und ^000. KuliS Verbrechern gl'ich geholten, gepeitscht, gekettet, ausgehungert, nicht selten nach Gutdünken getödtet, ohne daß deren Eigner oder die noch weit grausameren Aufseher und die mit Kupferdraht umwundene Peitschen handhabenden „Treiber" auch nur der geiingsten Kontrole unterlägen. Die Eigner und deren Untergebene rühmen sth noch gelegentlich dieser Grausamkeiten. Von einem Auspiuche aus Schadloshaltung seitens der HazienderoS kann wohl nicht im entferntesten die Rede seiii. Dieselben haben sich der schreiendsten Uugkrechtigkeit, die mil der Konstitution des eigenen Landes im grellsten Widerspruche steht, dtidurch schuldij; gemacht, daß sie ivissentlich sreige,;ebene Menschen zu Sklaven machten und dieselben noch übeidieS ausS grausamste behandelten. Wir hoffen, die gegenwärtig in Peru weilende chinesische Kommission werde darauf dringen, daß die Pflanzer auSiveisen. wie Viele KuliS sie vou den Schissen uiid von „Und der Pater TheodoruS ist Ihr Beichtvater ?" „Was wollen Sie von mir?" rief er mit einer furchtbaren Anstrengung seiner Brust. Meine Gedanken waren auf dem richtigen Wegs. „Nichts", erwidtrte ich ruhig. „Beantivorten Sie mir meine Fragen. Namentlich soll eS einem jungen Menschen schlecht ergangen sein. „Nein, nein, daS ist nicht lvahr." „Wäre eS ein Frauenzimmer gewesen?" Mir war plötzlich jene Frage deS Sekretärs an den Pater eingefallen. Der Kranke flog bei dieser Frage auf dem Sopha in die Hölze und tvollte ganz von seinem Lager ausspiingen, fiel aber krastloS zurück. Ein paar Augenlilicke lag ,r wie leblos da; daS Gesicht bedeckte TodeStilässk, die Augen ivaren geschlossen. Dann durchsuhi seinen Körper auf einmal eine haß ein OrtSinsasse daS trefflich geschriebene Organ des steiermärklschen VolkSbildnngSvereineS, den ..Dorsboten" — daS verhaßteste Blatt in den Augen der Klerikalen — halte. Alsbald begab sich der Pfarrer zur Mutter deS Beschuldigten und stellte ihr vor, welcher schweren Sünde sich ihr Sohn schuldig mache. »Wie wagst du eS denn^, daS war sein stärkster Grund, „so ein Schreibwerk im Hause zu halten ; der „Dorsbote" ist ja, als wenn der Teusel selbst ihn schriebe, ja noch viel ärger". Die Alte ließ sich wirtlich einschüchtern und erklärte ihrem Sohne bestimmt, daß er ihr mit den schriftstellerischen Leistungen deS Höllenfürsten nicht mehr unter die Augeu kommen dürse. In Betreff eineS anderen Abonnenten desselben Blatt,S meinte der Pfarrer, daß er vielleicht durch eifrige Grbete noch bekehrt werden dürfte; mehrere alte Weiber auS der Verwandtschaft deS gottlosen geitungSleserS nahmen sich den Wink sofort zu Herzen, veranstalteten einen frommen Spaziergang nach einem benachbarten WallfahrtSoite und legten einen entsprechenden Geldbetrag in dt« Hände der dortigen Mönche, damit so und so viel Messen sür den „Unglücklichen" gelesen würden. Bis jetzt Hot eS aber noch nicht geholfen. (Silbernes V e r d i e n st t r e u z.) Dem StabS»Feldlvebel und Gebäudeanfselier Herrn Ernst Holzinger in P ttau ist in Anerkennung seiner erfolgreichen Thätigkeit und Umsicht bei einem Schadenfeuer das silberne Verdienstk'euz mU der Krone verliehen worden. (E i u G if t e s s e r.) Am letzten Mittwoch Abend wurde einige hundert Schrilte von der Station KranichSsetd am Wkge nach Frauheim ein Todter aufgesunden — der Soge nach Winzer aus Feisiritz bei Lembach. Spuren von Ge-waltthätittkeit wurden nicht euldeckt und glaubt man, der Betrkssgibt es kein wirksamere» und besseres Mittel al» die I^alin-Ploml»v von dem k. k. Hof-Zahnarzt Dr. »k. I(^r a2: Lalixaritsod; ^avägdsrx: »Vassuliolis ^potdsks; ^ai'asäia: ^ir empfeklen 2um Le^inne cker 6ausais0n unseren vor^ÜAlieken Italic, 8teindi'üeliei' AsntRir-OvuRvnt xleiell NvmAll vewellt, äen billigsten ?reisen in deliebi-gen ?artieu. Aoinbi'iioltvi' Lomentsabnlc Lteinbrüel! in Lteierlllsrk. I^ireetion 108ef l)er88'm, (?ircu8 virsetor 8r. ^a.^'e8tät cles Luitaus. Heute Mitt^ch den 13. Mai um halb Abends ^ große Vorstellung. lüvrgen llonnerstsg «le» 14. klai 4 Uki' klsotimittsgs, in lisi' nsuei'bautvn »uf «K'M kxpieivriiliit/v nüeli^t lt rönlischen Lrinnipljwogcn, der CnrS kmol nm die N nnl'nhn noch Art der vormlUigen vllimpische» Spiele zn !>ton>; Wogenlenker die Herren Cljurlon n. >^rtnu^ois. Ll>rcnp>eiS t'(1 Dnk. G. l». Große Wette zwischen liiesigen Herren inl Trolnennen nns eigenen Psrrden, der CnrS !^nml nm die Nennl'ohn. Elir,.'nprclS fl. o. W. nnd iLxtro-Welte jivischen den konfilrrirenden Herren '.^50 fl. ö. W. Ped'.ngnisse des Zrlit'reiuienS: Jedes dtr konlnrircnden Pserde, welches in lSolopp einspringen wird, nlnß durch eine ^^iolte pnrirt werden. Die konkiirrlrenden Heiren sind folgende: Heinrich, Anton Klelnichnster, Carl Folger, F. Kospentsch nnd noch melirere ondcre Hcrree, olle ons eigenen Pferden. 7. Großes 8toel»1«z-<.'l»n«0 I^igdiennen mit Hindlrnisse», ons anS^ezeichneten Spriilgpserden, geritten von Frl. Allinger, l)lone Aermel, mit dem ^chinunel N^lrciß. engl. Nuce, Miß Williams, gell'e Aermel, mit der dnnkell'railnen'^tnte Lisett, Lielienl'iirger Roce, Herrn An gel o. ge.de Aermel. nut dem Fofol)engst Cnsor, schived. Noee, lind >>errtt Horn', rothe Aermel, mit den» russischen Hengst AllunoS', der CurS dreimal uin die Neiuibaljn nnd i^mal die Hindernisse springeii. ^hrenpreiS 2!>0 fl. 8. Großes komisches Rennen von mehreren Dilettanten, der CxrS Imal nn» die Nenndal.n. ElirenpreiS: ein Kranz mit diversen Wiirsten. GroßiS römisches «^teliend-Neiiiieii, giniiniit die röinischen Gladiatoren, jeder stellend ans 2 Pserden, geritten voii Herrn ASinnS auf dein rnlsisch'n ^-!^iaiiiilieiil^sten Figaro lind Vraunininich Zampa, nnd Herrn Anglist, stelieiid «ins dein irlaudischeii Lchliiinieliiiii'im Mazeppa illid dein .^ 4'>(> FraiicS in Gold. lN. Zilm 'Schluß: Die hohe ASeention aus eiiiein üt» Fuß hoch gespannten Zhilrinseil, anSgesilhrt von dem deriiliNiteii ASeeiitionisten Herrii Canip^istrini. Uin 3 Uhr Nochnilllag große Festparadc zn Fiiß, zii Pferde iiiid zn Wage» niit der Musikkapelle voin CireiiS l»is aiif den Wettreiiiiplah. NW?^VilIetS siiid oer 'ji^giieinlichkeit wegen voii Früh l)iS 2 lllir NachinittagS an de» CircnSkusseil nnd sodann NU der .^asse in der Wetlrennen-Areiia oiif deni ttz^ercierplahe zn hal'en. 1roj)de>n daß iiiir dieses einzige Wctlreiinen stattfindet, so hal>e ich deiiiioch iveder Mllhe noch .^lösten gescheut, nnd habe die Weltreiineii-Areiia iiiid die Inschanerplä^ze ansS begileinste eingerichtet: anch sind Extrapla^zc rcservirt für diejenigen Herrschasleii, ivelilie >ii il^ieii eigiiieii C^piipagen oder ans ll)rcn eigeiien Reitpferden si^en dleilien inollen. Preise der Plä^^e iiiö. W.i >^ine Fanulie in eigeiier ^gnipage .'ist. Ein Reiter aiif eigenein Pferde 2 fl. Ein ttninerirter 1 fl. >^'rsler Plaj>; 8!» kr. Zweiter Plaj) ü(> kr. ^lehptap 2.^, kr. — Kinder niiier '<> Jahren zahlen ans den erslen nnd ziveitcu Plah die Halste. Militär voni Feldivedel adivartS a»f dein Stehplah die Hälfte. Cs tvird besonders aiiimerksa-n geinacht, daß das Wettrennen nnr bei trockenein Weiter abgehalteii werden kann sollte es iiber inorgeii Doniierstag regiieii, so findeii im CircuH ans dem Svfjt'nplt^tzc' «m 4 Nhr Nlici'miktns^ «nt u:ii halt' Ukr At'end<^ 2 nrvfn' statt niid daS Wettrennen wird biS aus Eoniitag den N. Mai verschobeii; sollte eS aber morgen Donnerstag nicht regnen, so wird das Wettrennen präzise iiin 4 lUir )iiZchiiiittagS in der Weltreiinen-Arena stattsliiden nnd findet nm halb 8 llhr Abends große Gala-Porstellnng im CirrnS ans dem Sofienplahe statt. Zllorgc» Doiiuerstag dcu I A!ai halb 8 Uhr Zllicnds im Circns aus dem Sosicnplatze: große I Im tiskstsn Lvdmsr^s xsbsQ 6iv Ostor-tixten äis Mekrivkt vov äsm llillsoksiäsQ ikr«r mmxvtxeliedtön, tdsusrQ vattin, rvip. Butter, Lettwsstsr, LeliväKsrill uacl Lvlcsüll, üsr Larolinv kalinik, gsv. ^ovk, vvetoko Ilkuto I'rük '/,li Ilkr vaeli Ikvxsrom sel^^orsll I^viäen in ein bssssros «kenssits ültsrxinx. Oio il'äisLtis IIüUo der Isiäsr 2U Lrüd va-tiinßsesekiellsnsn. vvirä morxsn äsv 18. ilai vom Ltsrlkedauks, (ir»/6rvorstll6t, I^lodor'godss Ilaus, NM 5 Ilkr nur e^esn Rudg liegtnttot. — Ois Izl. Lsslsnmosss ivira am 15. um 10 Ukr in äer (ZrkTervorstaät-tkTrr-1iiret)g Aslsssn. ^lardurA am 12. 1874. Lüädatin.Löamto, als Oattö. ^nrl, ^6olf, Olx«, al3 Kinder liatNtti in» ßVselixnn, I^evi«r>v lia^pkr, I^Zrnst p«elc, als (»ttSLlt^vistsr. ^vlinni» vvttvdri'K^t'r. Rsalitatondesit-ior, als (.rt'o^ - vater. i^iman !c. 1k. ^otar^ lt. Ic. lisz^irlcs-^ä^uvlct, <'arl Iiat»par, Kaulmanv, als LelivvtiKsr. II. «toiorm. I^vtelliiNiiukbaUroiii;«» u. Vovräixuvzsantitklt. Berkauf vo»» RSOV Eime» Eigenbauwei». Vom Gute Roßbach wird bekannt gegeben, daß der Verkauf von 1868,69, 70, 71, 72, 73er Matburj^er. Picketer und Luttenberg?? Eigenbau-tvein bei Anwesenheit des Eii>rnthümers in Wien ergraben, HauS Nr. 172, eine halbe Stunde außer Marburg, am 26. 27. 28. 29. 3t). Mai, außer ditser Zcit aber durch den Kellcrmcistkr Simon Zelzer in Gams zu thun-l'chst billigen Preisen fortgesetzt wird, und daß hiezu die Herren Käufer zur z«hlreichen Erschet« nung eingeladen find. (441 MDllllhertt!l!l.Daumisttr! 60 Etartin ringelöschtcr gut abgelegener KöftncKer Kalk zu verkaufen: Mrllinger-ftraße N^. 180. l444 Eitle fthr geschickte Pützerin übernimmt alle ZtidtU- und Wollstoffe, sotvie alle Vorhüilgt und Wcißwiischc Ulm putzen ; ist auch bekilt, in die Huuscr liitgtl» zu gehen. Adresse: Maria Hoffa, Heumcyer^sches HauS, .panptz'latz Nr. 80. (419 Eine geräum. Stallung siir 4 Pferde sogleich zu vermiethen. Auch ist ein noch ganz neuer halbgedeckter eleganter zwei-spannlger Wagen zu verkaufen. (442 Anzufragen iiu Comptoir dieses BlatteS. in der hölieru Reitkitnst. Pser> eNessur. b^lnllnastik, Ballet und Paiitominleu zc. zc. lnit g>n,z tuueni Prograttim. aus^jifuhrt von sinunullche» Künsllevit nnd Kilnstlerinnen der l^'.rcusgistllschaft. Zltni Schluß zuln eisten Viale: Die gro88v eliinesigolis kilvZse, vllör: Dsr fasvliing Zii k'el, oben, iiiiteii, in der Liift, aiif ster Erde, in alleii Richtiingeii. Znm Schlnsse, bei bengalischer Belenchtnng: Großes Tablean, aiiSgesühit von säninitlichen Mitgliedern der Geiellschast. Großer chinesischer Nationaltanz, getaiizt von niehrereii Tanzerinnen des CirenS. — Die neii verfertigten chinesischen National-Costiime sind vo»n Garderol'eschneider Ciealari. — Diese chiiiesische Messe lviirde init großen» Erfolge 145nial nacheinaiider iin CirenS National in Paris gegeben. __Preisi^' der Pla^e iv>e geivöluilich. — Die Gesellschast bleibt niir mel)r 4 !!agc hier. nnd Eilte schölle Zomlnerlvllhllllng bestehend auS 3 eingerichteten Zimmern u. Kiiche in RvHweitt, am Fnße deS BacherS: hiibscher Wald, gutes Trittklvasser und prachtvolle Fernsicht, eres iin i^oillptoir dies. VltNtes. (43g friset) und gut anogestreift, bezahlt sortwährend zn den besten Preisen, tvie solgt: Saitling^ pr. 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