Folge 64. (Seite 941 bis 972.) Blätter für den Abteilungsunterricht. tTlonatschrift zur Förderung des österr. Schulwesens. (Herausgeber: Rud. E. Peerz.) o o o o o o Inhalt: Seite 1. Das Schulprogranim der Inspektoren....................941 2. Wirtschaftspädagogik mit Bezug auf das Tscher-moschnitzer Tal.........................................943 3. Unser Garten im April und Mai.........................946 4. Der Lehrer als Bienenzüchter..........................947 5. Der Unterschied.......................................949 6. Schulhumor..................................... 949, 956 7. Das Komponieren im Zeichnen...........................950 8. Splitter..............................................952 9. Über Erziehungsreformen...............................953 10. Lose Gedanken........................................954 11. Lebensbilder....................,....................954 12. Die Verdauungsorgane — geheimnisvolle Werkstätten ................................................955 13. Randbemerkungen zur Folge 62 ....................... 957 14. Randbemerkung zur Folge 63 957 15. Über Erziehungssünden des Hauses.....................959 16. Bauernregeln als Diktatstoffe........................960 17. Konferenzthemen......................................960 18. Die Wechselrede......................................960 19. Der kranke Lehrer und das kranke Kind . . . 964 20. Wer wirklich praktische Lehrmittel namhaft zu machen weiß.............................................966 21. Meine Ansicht über das geplante Umlaufheft . . 966 22. Briefkasten........................................ 967 23. Kleine Mitteilungen...............*..................969 24. An der Reichsgrenze von Schule zu Schule . . 970 Verlag der Blätter für den Abteilungsunterricht in Laibach. — Druck von J. Pavlicek in Gottschee. Jährlicher Bezugspreis 6 K (5 Mk, 7 Frk.). freie Schulzeitung. Organ des Deutschen Landeslehrervereines in Böhmen. Schriftleiter F.-L. Josef Siegl. Verwalter: O.-L. Josef Ölkrug. Erscheint jeden Samstag und kostet für das Jahr 8 K, für das Halbjahr 4 K, für das Vierteljahr 2 K. Man verlange eine Nummer zur Ansicht. Bestellungen sind an die Verwaltung (J. Ölkrug) Reichenberg zu richten. Lehrmittel - Handlung Paul Solors Nachfolger Reichenberg, Böhmen empfiehlt sich zur prompten Lieferung aller Arten Lehrmittel aus allen Unterrichtszweigen in zweckmäßiger, solider Ausführung zu billigsten Preisen. --------- Kataloge zu Diensten. ----- p££T Was sollen unsere Knallen und Mädchen lesen? deUtSChe luaeud 2'*' Jahrgang t90?, ist die anerkannt beste und am meisten gelesene ^ Jugendzeitschrift Gesterreichs, herausgegeben vom Deutschen Landeslehrervereine in Böhmen, geleitet vom Bürgerschiildirektor £. Rudolf. Monatlich erscheint ein Heft, 26 bis 30 Seiten stark, mit einem ^atbenbilbe und zahlreichen Schwarzbildern, preis des Jahrg. q K so h. probenummern umsonst. In prachtein band decken gebundene Jahrgänge kosten 6 K so h. lUdCttdSChaty Reichhaltige, mit einem Farbenbilde und zahlreichen Schmarzbildern gezierte Jugend- J " U__ fchrift, geleitet vom Bürgerschiildirektor F. Rudolf. Bisher sind erschienen Band I und II zum preise von je 1 K. Tür ^rhiibrhÜfhereiMI empfehlen wir besonders im preise tief herabgesetzte ßalbjabrgänge „(bester- reid)S beut|d?e 3llge,tb„ gebunden zu je r K so h. vorrätig sind: 2 tjglbj. (898, (899, (900, (90(, (902, (903. Bestellungen sind zu richten an die Verwaltung „Österreichs deutscher Jugend", lleicheuticrg, Lohmen. Die Wirlschastsabteikung des Deutschen Landesleyrervereines in Wöllmen, Weichenverg, besorgt wie bisher: >. Den (Einkauf von Hcrrenstoffeu. 2. Den (Einkauf von Damcuflcidetstoffcu. 3. Den (Einkauf von Leinen-, Banmwoll- und Schafwollstoffen sowie Herren- und Damenwäsche. Den (Eiiikans von neuen und überspielten Flügeln und pianinos. 5. Den «Einkauf von Nähmaschinen für Hausbedarf und für Schulen. Bei Bestellung von (Unstern für Aamenükeider ist anzuführen, ob der Stoff glatt oder gemustert, hell oder dunkel fein soll, ob ein praktisches oder elegantes Uiodekleid gewünscht wird. Bei Iva sch ft o f f c n teile man mit, ob sie für Kleidet oder Blusen gebraucht werden, ob (vollmonsselin, Battist, 211tlas-ratin, Sephir, (vaschkörper oder nur (vaschkotton gewünscht wird. Bei allen Bestellungen empfiehlt cs sich auch, den aus den Mustersendungen zu entnehmenden Preis anzugeben. Die freie .Husendung der Postpakete ist bei diese» preisen nicht möglich, dagegen trägt die (V.-A. die Auslagen für Mustersendungen und Rechnungsstempel. Man wende sich mit Karte an die löirt-fchaftsabtcilnng des D. L. k v. in. Reichenberg 1 Österreichs Paul Sollors Nachfolger Buch-, Kunst- und Musikalienhandlung, Lesezirkel, Antiquariat Reichenberg, Böhm. Prompte Lieferung'von Werken aus allen Gebieten der Literatur sowie Einrichtung und Ergänzung von Schüler-, Volks- und Fachbibliotheken. Großes Lager neuer und alter Musikalien. Nach auswärts Zeltschrlften-Lesezirkel Im Nachabonnement I Bücher- und Preisverzeichnisse gerne umsonst ----- und postfrei. ......... Günstigste Zahlungsbedingungen. Blätter für den Jfbteilimgsunterrkht. Lailiach, im Zprik 1909. (In bcn Anzcigctcil werden nur Ankündigungen ausgenommen, die die Güte der Ware erwiesen habe». Es ist daher vor der Insertion entweder den Gegenstand selbst einzuscnden ober ein vertrauenswürdiges Zeugnis.) AnKünbigungsöogen. (Zur Folge 64.) 141.) Die luiffntfriirtfiridjc Methode jiir Erlernung fremder Sprachen. Von Max Kleinschmidt, Oberlehrer an der Realschule zu Rostock i. M. Preis Mk. l-—. (Hannover 1909. Dr. Max Jäneckc, Verlagsbuchhandlung.) Auch diese Schrift des durch seine kritische Studie „Grammatik und Wissenschaft" bekannten Pädagogen wird in den weitesten und nicht nur Fachkreisen das größte Aussehen erregen. Mit der ihm eigenen zwingenden Folgerichtigkeit weist er hier den Grund nach, weshalb alle bisherigen Methoden des Sprachunterrichtes notwendig scheitern und alle Diskussionen darüber unfruchtbar bleiben mußten; darum nämlich, daß man immer wieder versucht hat, Bedingungen herzustellen, die man überhaupt nicht kannte, und zwar deshalb nicht kannte, weil die Sprachforschung es nicht vermocht hat, eine Lösung auf die praktisch wichtigste und zugleich theoretisch interessanteste sprachwissenschaftliche Frage zu finden, aus die Frage, unter welchen Bedingungen Sprache, d. H. die Fähigkeit, unsere Gedanken zu beschreiben, notwendig entstehen muß. Es liegt auf der Hand, daß ein zweckmäßiger Sprachunterricht, der ja in der künstlichen Herstellung dieser Bedingungen besieht, absolut unmöglich ist, solange man diese Bedingungen nicht kennt, Und das Fiasko der bisherigen Methoden erscheint von diesem Gesichtspunkt aus als etwas Selbstverständliches. Verfasser hat die endgültige Antwort aus diese Kardinalfrage aller Sprachforschung gefunden und den zwingenden Nachweis geliefert, daß der Unterricht nach den üblichen Lehrbüchern die Schüler nicht fördern kann, daß er ihnen im Gegenteil positiven, in seiner Fortwirkung ganz unberechenbaren Schaden zufügen muß. 142.) Eine Fülle von Anregungen für jedes Haus bietet eine gute Zeitschrift, die den Interessen aller Familienglieder gerecht wird. Dies kann man mit Recht von der beliebten „Österreichischen Familien- und Moden-Zeitung“ sagen, die sich in kurzer Zeit zu einer führenden Zeitschrift in allen Kronländern entwickelt hat. Es ist leicht begreiflich, daß das gediegene Blatt sich rasch die größte Beliebtheit errungen hat; bietet es doch für Geist und Gemüt, praktisch und ideell so viel Gutes und Schönes, daß keiner die Zeitschrift unbefriedigt aus der Hand legen wird. Jedes Wochenheft enthält eine farbenprächtige Kunstbeilage, gediegene und spannende Romane und reich illustrierte, populär-wissenschaftliche Artikel. Hieran schließen sich die Gratisbeilagen, die speziell für die Frauenwelt bestimmt sind. Wir erwähnen die „Neue Wiener Moden-Zeitung“, die „Große Kinder-Modenwelt“, ferner die „Kochschule“ und für unsre kleinen Lieblinge die Gratisbeilage „Illustrierte Jugend-Zeitung“. Und bei dieser außergewöhnlichen Reichhaltigkeit kostet jedes Wochenheft nur 24 Heller. Die „Österreichische Familien- und Moden-Zeitung“ kann durch jede Buchhandlung am Orte bezogen werden. Wo eine solche nicht bekannt ist, wolle man an die Administration, Wien I, Ealkestraßc 6 (Stubenring), schreiben, die auch Probehefte auf Wunsch gratis versendet. Mitteilungen der Verwaltung. Von den Rückständen wurde kaum ein Dritteil beglichen. Wir sehen uns daher gezwungen, bei jenen Abnehmern, die bis 1. Juni nicht wenigstens die Bezugsgebühr für frühere Jahre beglichen haben, die Zusendung der „Blätter“ mit Folge 6(5 einzustellen. — Obi. J. M. in 8. bei N. (Salzburg): Oer Rückstand beträgt 6 K. — Lehrer J. R. in W. bei M. (Böhmen): Am 5. März 1908 sandten wir Ihnen den Jahrgang 1907. Dafür sind 4 K zu zahlen. — Obi. F. R. in R. bei H. (Böhmen): Die Sendung vom 27. Jänner 1908 ist bei uns nicht vermerkt. Wir bitten zu reklamieren. — Obi. H. in St. M.: Es sind noch 6 K 60 h zu begleichen. — Obi. A. P. in 8. bei W. (Niederösterreich): Wir haben die Streichung jener Abnehmer, für die der k. k. Bezirksschulrat die „Blätter“ bestellt hat, nicht ohneweiters vorgenommen, weil wir annehmen, daß die von der Behörde abonnierten Stücke der Schule gehören, während doch so mancher die „Blätter“ als Eigentum besitzen will, also trotzdem den Bezug aufrecht erhält. Daher müßte die Absage in jedem einzelnen Falle ausdrücklich erfolgen. Die drei überflüssigen Stücke mögen Sie als Werbenummern benützen! — Lehrer K. H. in Wien: Die Buchhandlung will eben auch verdienen; dadurch verteuert sich die Ware. Es ist also am besten, Sie lassen sich alles direkt von uns kommen. — Lehrer F. St. in L. bei D. (Böhmen): Der Erlagschein wurde überall beigelegt. Das hat weiter nichts zu bedeuten. — Lehrer P. R in R. bei F.: Es ist alles in Ordnung. Die 30 h bezogen sich auf „230 praktische Rechenaufgaben“, die eben 1 K 30 h kosten. — Die Leser werden gebeten, neue Abnehmer zu werben, damit sich die Zeitschrift auf der Höhe halten kann. Wir bitten, uns behufs Zusendung von Probenummern Adressen zukommen zu lassen. Zum Wiederverkauf unserer Schriften senden wir eine beliebige Anzahl portofrei zu. Abrechnung im Juni und Dezember. Nichtverkauftes nehmen wir zurück. Die kleine Mühe der Vermittlung erspart uns den Verkehr mit Buchhändlern und bringt überdies dem Südheim 10%) Gewinn. Durch die Verwaltung der „Blätter für den Abteilungsunterricht“ zu beziehen: 1.) 230 praktische Rechenaufgaben, wie sie das Leben bietet und das Leben braucht. Von Dengg-Peerz. — a) Ausgabe für Lehrer, gebunden, 1 K 20 h. (Porto 10 h.) — b) Ausgabe für Lehrer, geheftet, 1 K. (Porto 10 h.) — c) Ausgabe für Schüler (Oberstufe) 20 h. In der „Freien Deutschen Schule“ ist folgendes Urteil enthalten: „Die zeitgemäße Umgestaltung des Unterrichtes in unseren Volksschulen wird immer dringender. Unsere Schüler vermögen wohl mit drei- und mehrstelligen Zahlen vervielfachen und messen, sie können auch eine Unzahl von Zahlen zu- und wegzählen, aber über die einfachsten Dinge des täglichen Lebens stolpern sie gewöhnlich. Das bringt, wie der Oberlehrer Dengg in seinem Vorworte zu seinem Büchlein sehr richtig sagt, den ganzen Rechenunterricht beim Volke in Mißkredit Was ist schuld daran? Unsere Lehrpläne und unsere Rechenbücher baachten im Gegensätze zur Aufgabe der Volksschule die Forderungen und Bedürfnisse des Lebens viel zu wenig oder gar nicht. Man hält sich immer das Gespenst „Mittelschule“ vor Augen, als ob die Volksschule nur für die Mittelschule da wäre. Darin sollte man doch endlich unterscheiden lernen. Oberlehrer Dengg will nun mit vorliegender Sammlung „einen bescheidenen Baustein zur dringenden Reform des Volksschulrechenunterrichtes beitragen“. Die Beispiele sind wirklich aus dem Leben gegriffen. Sie führen den Schüler, immer der Auffassungskraft der jeweiligen Altersstufe angemessen, zur Milchfrau, zum Fleischhauer, zum Kaufmann usw., sie machen ihn mit Dingen der Haushaltung und der Wirtschaft vertraut, sie machen den Schüler mit der Krankenkasse und Unfallversicherung bekannt, kurz: eine prächtige Sammlung. Prof. Rud. E. Peerz hat ihr ein treffliches Geleitwort mitgegeben.“ G. 2.) Das Zeichnen nach der Natur in der Landschule. 2. Auflage. 5. Tausend! (Verfasser: Rud. E. Peerz.) — a) Violett gebunden mit weißer Aufschrift 2 K. — b) Geheftet 1 K 50 h. (Porto jedesmal 10 h.) — Inhalt: Psychologische Grundlegung, Methodik, Lehrplan, Lehrstoffverteilung, Stundenbilder. 3.) Lehre sparen! Ein sozialpädagogisches Unterrichtsbeispiel. 2. Auflage. Durch die Einführung der Heimsparkassen zeitgemäß geworden. Preis 40 h, Porto 3 h. (Verfasser: Rud. E. Peerz.) 4.) Der kürzeste und sicherste Weg im Rechenunterrichte. Eine kritische Studie. Preis I K; Porto 10 h. Verfasser: Rud. E. Peerz. — Aus einem Lehrerblatte: „Die Ausstellung ,Lehrerarbeit1 trägt schuld an dieser Besprechung. Niemals noch waren so viele Rechenapparate in einer Ausstellung vereinigt wie in dieser. Diese viele unnütze Lehrerarbeit brachte mich auf die Idee, den Peerz’schen Wegweiser, der schon 1901 erschienen, wieder einmal anzuempfehlen. Wenn ich durch diesen Hinweis auch nur einen Kollegen davon abhalte, einen neuen Rechenapparat zu erfinden, so habe ich meinen Zweck erreicht. Ach, wenn doch nur der Diensteid endlich den Zusatz bekäme: Ich gelobe, keinen Rcchenappart zu erfinden!“ 5.) Anleitung zur Ausarbeitung von Prüfungsthemen. Mit Beispielen versehen. Preis 40 h, Porto 3 h. 6.) Kurzgefaßte Anleitung für den Unterricht an Landschulen. (Aufgebaut auf einen; Stundenpläne für die ungeteilte einklassige Volksschule.) Preis 1 K, Porto 10 h. — Verfasser: Rud. E. Peerz. (Vom k. k. Ministerium für Kultus und Unterricht empfohlen.) 7.) Die „Österr. Schulaufsicht“. (Fachblatt für die österr. Bezirksschulinspektoren.) Monatsschrift. Bezugspreis für das Jahr 5 K. — Schriftleiter: Rud. E. Peerz. 8.) Ansichtskarte „Unser Gold“. Das gesamte Erträgnis ist dem Südheim gewidmet. 1 Stück 10h. 9.) „ „Das Lehrerheim im Süden“. Reinerträgnis für das Südheim. 1 Stück — 10 h. 10.) „ „Kinder des Frühlings“. „ „ „ „ 1 Stück—10 h. 11.) „Blätter für den Abteilungsunterricht“. (Monatschrift zur Förderung des österreichischen Schulwesens.) — a) 4. Jahrgang (1907) als Buch in 4. Auflage erschienen (geheftet)................3 „ elegant gebunden....................................................4 „ b) 5. „ (1908), in Heften zu haben.................................4 „ c) 6. „ (1909).................................................... 6 „ 12.) In Kommission, also direkt durch uns zu beziehen: Die Skizze im naturgeschichtlichen Unterrichte von Prof. Burger. Preis 2 K. !!! dcif|)icllofci- Erfolg einer österreichischen pädagogilchen Schrift !!! In i’iitiflcn Wonaten I. Auflage (2500 St.) vergriffen. In zweiter Auftage ist erschienen: Urof. Uurqer üir Sliiin1 tut Mtmgeschichtlichen Unterrichte der Volks- und tiingerfchnlr. IHit 108 Skizzenötifpiete», darunter 3 in Zechsfarbendruck, und Lehrproben. Hörers 2 Kranen. — Zu beziehen: ßttrger, Innsbruck, Anichstraße 2. fllKll»« Stauböl zur Imprägnierung der Fußböden gegen Staub I« . Fegemittel zurstaublosenReinigung \\tmn von lackierten oder eingelassenen -----------Holzfußböden, Stein, Zement etc. Cotimol Bygiea Urinöl zur Geruchloshaltung von Pissoirs. Staubtücher, imprägniert zur staublosen Reinigung von Möbeln und Fußböden. Offerte auf Wunsch. — Beste Referenzen. A. Lennar Inhaber der Dustless Oil u. Paint Co., G. Hartmann u. Co. Wien ilijl, Mariahilferstraße 49. Lieferant der meisten Mittelschulen in Österreich, Lehrerbildungsanstalten; Fachschulen, Volks- und Privatschulen. Staatliche Humanitätsanstalten, Gerichte, Ämter. ilU'fl'rUItßltUTiU'll in bequemen Teilzahlungen! 2. Auflage! 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Rothaugs Schulatlanten und Schulwandkarten ergänzen sich in vollkommenster Weise. Die Karten der Atlasse sind getreue Abbildungen der Wandkarten und umgekehrt. Zur Beschaffung von wo immer angezeigten Lehrmitteln hält sich bestens empfohlen die Geograph. Lehrmittel-Anstalt G. Frey tag & Berndt, Wien VII1, Schottenfeldgasse 62. Katalog steht auf Verlangen zu Diensten! Uorbmitungsbucb an kin- (zwei- und drci-)Klafsigcn VolKsschnlkn. Von K. Sichter, Lehrer in Bozen. Selbstverlag. — Preis K 5-30. Inhalt: 1.) Präparationen für den Anschauungsunterricht in der Elementartlasse. 2.) Präparationen für den Realiennnterricht. Mittel- und Oberstufe (zwei Turnusse). 3.) Schülermerkstoffe. 4.) Tagesdispo-sitionen für die ersten Wochen der Elementarklasse. 5.) Lektionsplan (Wochcnbnch für alle Fächer). Anhang : Schulordnung, Repertorium der jährlichen Schulamtseingaben. — Prof. R. E. Peerz: „Welche jjfüllc wertvoller Beiträge für den Abteilungsunterricht ist da aufgcstapelt! Schon die Anlage allein muß auf den Leser vorteilhaft wirken; um so mehr der Inhalt als solcher. Wer dieses Buch auf den Tisch legt, kann sich täglich eine halbe Stunde ersparen." — Prof. E. Burger: „Das Buch hat mich vom Anfang bis zum Ende entzückt." — Schulleiter A. Bliimel: „Vorzüglich und preiswürdig." Empfohlen vom k. k. Landesschulrate in Tirol mit Erlaß vom 5. Mürz 1908, Z. 235. Die „Kaffee-Wohne" dies edle Gewächs, hat eine Aonkurrentin bekommen, sie sie zwar weder verdrängen wird, noch will, dieaber jenen Die len, dieaus irgend einem Grunde Bohnenkaffee nicht genießen sollen oder wollen, das Scheiden und Meiden von Bohnenkaffee weniger schwer empfinden läßt als vordem.—Wie sie heißt?—„Franck's" jDerlroggen, Marke „perlro"! Diese Aorn-Spezialität bietet einen so köstlichen Geschmack, daß selbst der heikelste Aaffeetrinker sich damit befreunden könnte: man möchte beim Verkosten kaum glauben, daß das Mehl aus diesenschönen, auf unseren heimischen Feldern gewachsenen, nach einem besonderen Verfahren gerösteten, braunen perleukärnern keinen Bohnenkaffee enthalte, so täuschend ähnlich schmeckt der Absud. — Das angenehme Bitter des „perlro" bringt es mit sich, daß dieser je länger je lieber getrunken wird. 8.213. fillöOlf xL. JJCCCJ Ul HUtD(Ul). unterricht in Laibach". Bei deinem Tun gedenk’ des Sprüchleins stündlich: Eins nach dein ändern, aber gründlich! Spruch im Berliner Rathause. Das Schulprogramm der Inspektoren. ~Mt Folge 65 erschienen die „Vorschläge zur Hebung des österr. Volksschulwesens" in der Fassung, wie sic vom „Reichsbunde der österr. Bezirksschulinspektoren" hinaus-gegeben wurden. Sie sollen nunniehr näher ins Auge gefaßt und auf die einschlägigen Erörterungen in den „Blättern" zurückgeführt werden. a) Pie Wevilion der Lehrpläne. Die 6. Frage unserer wechselrede hat sich schon seit langem mit diesem Thema beschäftigt. Während in Versammlungen und Aufsätzen über den unzeitgemäßen Stoff und das Zuviel von demselben in der Regel immer wieder nur geklagt und geseufzt wurde, haben wir sogleich ins Volle gegriffen, das Unnötige als Ballast zur Seite geschleudert und an seine Stelle Stücke gesetzt, die heutigentags jeder Staatsbürger sein Eigen nennen muß. Damit sind wir dem Vorwurfe der Stoffverminderung begegnet; er wird von solchen, die auf die Phrase horchen, nur zu leicht erhoben. Es erübrigt nun noch eines: Die in der wechselrede gemachten Vorschläge sollten von kundiger l)and gesammelt und geordnet werde», damit wir in dein Zeitpunkte, da die Bestrebungen der Inspektoren zu entscheidenden Beratungen führen, ein fertiges Elaborat vorlegen können. — „Rein Formales muß ausgeschieden werden!" Soll darob die formale Bildung Schaden leiden? Keineswegs! Ulan kann recht wohl das Praktische, das Notwendige, das unmittelbar Anwendbare in einer Art behandeln, daß es zur Bildung der Geisteskräfte beiträgt. Die Volksschule hat nicht Zeit zur Verfügung, es der Ulittelschule gleichzutun, die zur formalen Bildung formalen Stoff nimmt, die Latein und Griechisch und manch anderes nur deshalb so intensiv betreibt, weil es angeblich zur Schärfung des Denkvermögens und zur Verfeinerung des ästhetischen Geschmackes die Urquelle sei. Ulan ist über diese Schlußführung längst hinaus; allein man kann sie nicht brechen, weil sie der mächtige Einfluß derjenigen schützt, die ihr Edelmetall aus diesein Schatze gehoben wissen wollen, während sie es zweifellos in den Räumen der Realschule gleicherweise ans Licht gebracht hätten, sofern ein vernünftiger Betrieb des Unterrichtes gewaltet haben würde. Nicht auf den Stoff allein kommt es an, sondern auf die Zubereitung und die Verwertung desselben. Die Zeit, die im himmelanstürmenden Idealismus schwelgte, tat sich nicht genug daran, der Ulittelschule allerlei Tand umzuhängen und die Hochschule zur Stätte einer Art Forschung zu machen, aus der zun, Schluffe nichts Greifbares, kein fester Kern fiel, so daß beispielsweise Philologe» bei dein Eintritte ihres Amtes von jenen Brocken leben müssen, die sie aus der Mittelschule herübergerettet haben, sondern sie schob auch der Volksschule Blassen zu, „die nicht zu brauchen sind, die aber die Geistesbildung fördern". Damit gaben sie der Elementarschule jenes Gepräge, das sie dem Gymnasium und der Universität verliehen, und der Erfolg wurde gar oft ein Mißerfolg. Nur dem Emsigen gelang es, mit dem Aufgebote aller Kräfte des trockenen Stoffes Herr zu werden und „nebenbei" noch das zu sichern, was das Leben heischt. U)ie viele gingen im Arbeitseifer zugrunde, wieviele warfen die Bücher, in denen der Formalismus wuchert, mürrisch zur Seite! tüic viele ließen die Dinge gehen und betrieben ein Handwerk, wie viele seufzten ob der unsinnigen Bci-tcilung! Die Inspektoren seufzten mit. Doch, was wollten sie? Die Vorschrift mußte gehalten werden und war es auch gegen die Überzeugung. Kein Münder, daß die erste Tat der Inspektorenorganisation der Lehrplansrage an den Leib rückt, gilt es doch ein Joch abzuschütteln, das Schule, Lehrer und Inspektoren gleicherweise drückt. — Zu einer Enquete wird es wohl nicht kommen, weil, nach den eingezogenen Erkundigungen zu schließen, hiebei die Nationalitätenfrage ein wesentliches Hemmnis bedeutete; wohl aber werden die Inspektoren die Angelegenheit zunächst in ihrem Kreise beraten, sie sodann der Lehrerschaft vorlegen und schließlich als fertigen Entwurf der Unterrichtsbehörde übermitteln. Daß es sich bei der umfassenden Arbeit nicht allein um die Stoffauswahl, sondern auch um eine praktische Aufteilung auf Schuljahre und Schulkategorien handeln wird, liegt in der Natur der Sache. Die Zeit des übersprudelnden Formalismus' hat nämlich nicht nur das Unzweckmäßige in den Vordergrund geschoben, sondern auch die Unterstufe einerseits und die nieder organisierte Schule anderseits derart belastet, daß vor lauter Stoffülle der Oberflächlichkeit in die Hände gearbeitet werden mußte. Da es jenen, die den Maximallehrplänen den Kurs gaben, nicht beliebte, ins Volk Iu gehen, um dessen Bedürfnisse kennen zu lernen, so kamen die Vorschriften vom grünen Tische im Gewände der grauen Theorie, und aus die Überfüllung der Klassen, auf den schlechten Schulbesuch, auf die Schwierigkeiten des Abteilungsunterrichtes, auf Hindernisse anderer Art wurde nicht Rücksicht genommen. Man denke nur an das erste Schuljahr! Mas man dem sechsjährigen Knirps zugemutet hat! Das gedruckte kleine und große, das geschriebene kleine und große, also das vierfache Abc, schwierige Lautverbindungen, womöglich noch Lesestücke, den viermesserigen Pflug im Rechenunterrichte, eine schöne Schrift, einen geklärten und gefeilten Mortschatz, ein geschärftes Auffassungsvermögen, die Pflege des Gedächtnisses, des Erkennens, die Belebung der Phantasie, Erziehung, Erziehung, Erziehung. . . was noch? Die Folge dieser Belastung war in vielen Fällen der Zusammenbruch auf beiden Seiten. Mollte man die Elementarklasse nicht mit Repetenten füllen, so gab es ein Flicken und Verkleben bis in die obersten Schuljahre hinauf; wollte man naturgemäß vorgehen und nur das durchnehmen, was unter den gegebenen Verhältnissen möglich war, so kam der Inspektor und wies mit dem Finger auf den Lehrplan, der nur das Maximum kennt. Mie leicht ließe sich manches in späterer Zeit bewältigen, was in der ersten Klaffe soviel Mühe verursacht! So steht denn zweierlei fest: \.) Das Bildungsziel darf nicht herab geschraubt werden, es muß eher Hinaufrücken; aber der Meg zu ihm soll durch andere Gefilde führen. — 2.) Die Aufteilung des Stoffes auf die einzelnen Unterrichtsstufen muß dem Auffassungsvermögen des Kindes entsprechen und einen reellen Durchschnittserfolg möglich machen. — Weiteres über das Inspektorenprogramm demnächst einmal! Wirtschaftspädagogik mit Bezug auf das Tscher-moschnitzer Tal. Thema für die Bezirkslehrerkonferenz zu Pöllandl im Gebiete der deutschen Sprachinsel Gottschee. (Von Franz Erker, Lehrer in Tschermoschnitz, Kram.) (Schluß.) Eine wichtige Erwerbsquelle für die.Bewohner des Tales bildet der Wald. Die Existenz der sogenannten „Waldner“ liegt beinahe ganz in der Erzeugung von Holzgeschirren, die in Kroatien und Südsteiermark (Rann) auf den Markt kommen. An den freien Nachmittagen üben sich nun die größeren Schüler in dieser Arbeit. Welch eine Freude für den Heranwachsenden, zu dem häuslichen Einkommen beisteuern zu können! Die Bearbeitung ließe sich leicht schöner gestalten, die Preise würden entsprechend höher sein. Es muß deshalb Aufgabe der Schule sein, die Bevölkerung für die Wanderkurse der Holzindustrieschule in Gottschee, die in den Sommermonaten abgehalten werden, günstig zu stimmen und zur Beteiligung an denselben anzueifern. Die Erfolge sind bis jetzt erfreulich; mehrere junge Leute zogen nach Gottschee, um sich dortselbst in der einfachen Drechslerei und Schnitzerei auszubilden. So werden nun Teller, Eierbecher, Büchsen, Kugeln, sogar schön geschnitzte Bilderrahmen u. a. von den Burschen erzeugt, wobei die kleineren sonst unbrauchbaren Holzabfälle ihre Verwertung finden. — Auch die Schüler sollen sich bemühen, einfache Geräte, die sie in der Schule brauchen, selbst anzufertigen, z. B. ein Lineal, eine Griffelbüchse, einen Tafelrahmen. So gewöhnen sich die Kinder an die Arbeit und genießen die Freude am Selbsterzeugten.1 Wenn nun das Holz für das Volk das tägliche Brot bedeutet, so soll und muß man sich auch die Schonung und den Fortbestand des Waldes angelegen sein lassen. Die kahl geschlagenen Stellen sollen sogleich neu angepflanzt werden, dem Nutzholz muß genügend Raum geschaffen werden. Die Äste und andere Abfälle sollen vom Boden beseitigt, verbrannt werden, um nicht schädlichen Insekten (Borkenkäfer) als Brutstätte zu dienen oder um nicht den Nachwuchs zu hindern. Ärmlicher Weideboden, der jetzt mit Gestrüpp bewachsen ist, würde, mit Fichten bepflanzt, einmal einen großen Wert besitzen. Welche Freude für den jungen Mann, wenn der Fichtenwald gleichsam mit ihm aufwächst. Billige Fichtenpflanzen zur Aufforstung liefert die Ackerbauschule in Rudolfswert. Auch die Sorge für die Nachkommen soll den Landwirt bei seiner Wirtschaft leiten, nicht nur der augenblickliche Nutzen.2 — ln den weiten Buchenwaldungen verfaulen große Mengen der stärksten Holzklötze. Zur Winterszeit lassen sich diese leicht wegschaffen und zu Brennholz verarbeiten. Bei den herrschenden hohen Preisen könnten sich die jungen Leute, statt müßig umherzulungern oder dem Kartenspiel zu frönen, einen Sparpfennig verdienen, mit dem sie den Grund zu ihrer Selbständigkeit legen würden, um nicht angewiesen zu sein, den unsicheren, beschwerlichen Verdienst im Dollarlande zu suchen.3 1 Und der Lehrer kann da vorbildlich sei», wenn er durch eigene Kunstfertigkeit Lehrmittel erstehen läßt. Der Handfertigkeitsunterricht und das damit in Verbindung stehende Selbstansertigen und Ausbessern von Geräten ist eine soziale Frage von tiefgehender Bedeutung. Moral und Sparsamkeit: das sind Schlag-worte des Tages. D. Sch. 4 Diesbezüglich ist dem Volke noch manches Licht auszustecken. Der unmittelbare Eigennutz ist ein schlimmes Angebinde des Bauers; die Schule muß hierin veredelnd wirken. D. Sch. 3 Zweifellos würde mancher diesseits der großen Lache bleiben, wenn man ihn früh genug zur Arbeit geführt, sie ihm als Gewohnheit an die Seite gestellt hätte. D. Sch. Der Wald bietet noch vieles, was das Kind in bares Geld umsetzen kann. Beim Weiden, der Hauptbeschäftigung der Kinder, durchstreifen sie denselben nach allen Richtungen. Da gibt es eßbare Pilze, Beeren aller Art, Nüsse, Kastanien. Hiebei gilt es nun vor allem, ein Vorurteil des Volkes zu beheben, nämlich die Abneigung gegen den Genuß von Pilzen. Die Kinder sollen erfahren, daß dieselben, frisch und getrocknet, eine beliebte Speise und einen gut bezahlten Handelsartikel bilden. Erd-und Himbeeren finden Käufer im Orte selbst; aus letzteren Früchten läßt sich ein gutes Getränk bereiten, das den Durst besser löscht als die ersehnten Alkoholika. Es erfrischt und hat keine ermattenden Folgen. Wieviel Geld, wieviel moralische und physische Kraft würde bei verständnisvoller Benützung der von der Natur ringsum in verschwenderischer Weise ausgestreuter Gaben erspart werden!1 Im Sommer blühen Linde und Holunderbüsche; die Blüten liefern einen gesunden Tee, der oft die Arznei ersetzen kann. Der Landmann muß sich ja in vielen Fällen durch Naturheilmittel den teuren und weit entfernten Arzt zu ersetzen trachten. — Im Herbste reifen die Wacholderbeeren, die bei den Branntweinbrennern guten Absatz finden. Wie leicht können sie von den Kindern gesammelt werden! Die Tätigkeit bereitet den Kleinen Lust, und sehen sie erst den blinkenden Erlös in der Hand, so sind sie die glücklichsten Leute.2 Da wachsen noch einige Sträucher, die sich verwerten ließen. Die Wurzel des Berberitzenstrauches wurde seinerzeit zur Bereitung von Farbe gekauft; aus den Beeren bereiten sich ärmere Leute Essig. — Für Binder und Korbflechterarbeiten wird der Haselnußstrauch geschnitten und gespalten. Das Korbflechten bildet keine besonders schwierige Arbeit. In den langen Winterabenden übe sich die Jugend nicht nur in diesem, sondern auch im Strohflechten. Die Hausmutter benötigt Strohbecher und auch größere Körbe. Die Herstellung ist keine Hexerei. Der erste Versuch wird kein Kunstwerk zutage fördern. Was schadet es? Der Schüler versucht es mit Humor ein zweitesmal, den spottenden Kritikern zum Trotz verwendet er sein ganzes Geschick auf die Arbeit und er braucht sich seines zweiten Produktes nicht zu schämen. So füllt er die Zeit an den langen Winterabenden nützlich aus, erspart der Hausmutter manche Ausgabe, seine Geschicklichkeit steigt, sein Selbstvertrauen und die Lust zur Arbeit wachsen. — Der Wald wird also für die Menschen, die ihn auszunützen gelernt haben, zum großen Wohltäter. — Der rege Verkehr auf der hiesigen Straße — Holzfrachten und Verbindung zwischen Strascha-Töplitz und Semitsch-Tschernembl — zieht den Straßenkörper stark in Mitleidenschaft. Große Schottermengen werden jährlich geschlagen und ausgeschüttet. Das Steinklopfen — die berüchtigte Drohung für den faulen oder talentlosen Studenten — ist in der Tat eine lohnende Beschäftigung, die auch Knaben leicht ausüben und sich hiebei ein schönes Geld verdienen können. Das benachbarte Töplitz, der wichtigste Kurort Unterkrains, sendet seine Ausflügler häufig in das romantische Tschermoschnitzer Tal; in naher Zukunft rückt uns 1 Wenn ich auf meinen JnspektionssaHrten die Schätze des Waldes dahinwelken und reichen Verdienst zur Erde sinken sah, so tat es mir immer roch im Herzen, daß drüben in der neuen Welt die Heimatgenossen im Qualm der Millionenstadt nach dem Gelde jagen, indes es daheim hundertfältig offen zutage liegt. Peerz. 3 Noch jetzt zuckt es mir freudig durch den Sinn, wenn ich der Tage gedenke, da ich meine Sparbüchse mit dem selbstverdienten Gelde füllte. Wie lugten mir im Winter verstohlen hinter den Ställen hervor, aus denen die Opfer gezogen werden sollten! Kaum hatte das Schwein verröchelt, so stürzten wir uns auf dasselbe, um es der Rückenborsten, die ein Krämer gut bezahlte, zu beraube». Mit blutenden Fingern kamen wir zwar heim, aber dafür mit einem blinkenden Sechserl in der Tasche. Und im Sommer der Verlaus von Eicheln! Hei, das war ein Geschäft! P. die neue Bahn dem Verkehre näher. Mancher Fremdling dürfte dann auch diese Gegend besuchen. Die Gatschen1 bildet einen herrlichen Aussichtspunkt, der an Weite des Gesichtskreises, umfassend den Norden Krains bis zu den Karawanken, Siid-steiermark, Weißkrain und Kroatien, von keinem Gipfel in Gottschee übertroffen wird. Da die Ersteigung des Gipfels nicht beschwerlich ist, so dürfte sich mancher Fremde dieses Panorama von Krain ansehen. Der unkundige Wanderer benötigt einen Wegweiser. Wer soll denselben machen als der einheimische Knabe, der also mit den erforderlichen einfachen Umgangsformen bekannt gemacht werden soll?2 — Berichte über verheerende Brände füllen zuweilen die Spalten der Zeitungen. Noch immer gibt es Leute, die dem Versicherungswesen mit Mißtrauen und Unverstand gegenüberstehen. Gelegentlich des Prozentrechnens in der Schule mögen Belehrungen über die Versicherungen aller Art eingeflochten werden.3 Einen wichtigen Zweig der Landwirtschaft bildet im Tale die Obstbaumzucht. Die Gegend hinter dem Hornwald galt und gilt heute noch als das Wippach4 des üottscheer Ländchens. Die ersten reifen Kirschen, Pfirsiche, Kastanien, Nüsse u. a. werden nach Gottschee getragen. Wie anderswo, ist hier auch der Ertrag etwas zurückgegangen. Es müßten ähnlich wie bei den Reben mit neuen Obstsorten Versuche gemacht und es sollte die Pflege der Bäume rationell betrieben werden. Leider steht der hiesigen Schule kein Garten für praktische Versuche zur Verfügung, um den Schülern die nötigen Anleitungen geben zu können.5 Der kundige Besitzer von größeren Mengen Obstes könnte leicht Absatzorte für seine Produkte finden und sich hiedurch eine bedeutende Erwerbsquelle erschließen. Aber auch für den Hausbedarf ist Obst ein gesundes Nahrungsmittel; die Kinder missen es sehr schwer. Ein schön gepflegter Obstgarten sei der Stolz des Besitzers. Zu schönen Hoffnungen berechtigen die nun bereits in Ertrag stehenden neu bepflanzten Weingärten in Semitsch. Für mehrere Ortschaften, wie Rußbach, Wretzen, Gaber u. a., versprechen sie eine wichtige Einnahmsquelle zu werden. Groß war die Freude im vergangenen Herbste über die einzig schöne Ernte. Da mußten alte Fässer, die oft schon ein Jahrzehnt hindurch ein beschauliches Dasein geführt hatten, Wein von bester Qualität aufnehmen. In solchen Geschirren verlor freilich der Wein seinen Wert; nicht einmal der einfache Dorfwirt wollte ihn kaufen. In eine Marktkonkurrenz konnte man sich nicht einlassen. Es fehlt an einer kundigen, fachgemäßen Kellerwirtschaft. Da muß die Schule den Zögling gelegentlich auf die Weinbauschule in Stauden verweisen. Alljährlich werden dort Kurse für die Kellerwirtschaft abgehalten, außerdem Vorträge auch draußen an Ort und Stelle, wo sie gewünscht werden. Die neue Eisenbahn, die ihre Schienen durch das Weingelände ziehen wird, möge den Weinbauer gerüstet finden, um mit seinem Erzeugnisse einen ehrenvollen Handelsplatz zu erobern! Die heranwachsende Jugend soll mit den einfachsten Sparsystemen bekannt gemacht werden. Die Postsparkasse bezweckt besonders, den „kleinen Mann“ zur Sparsamkeit anzuleiten. Das Schulkind kauft sich mit den entbehrlichen Hellern eine Marke, die es auf die Karte klebt; hat es diese voll, so bekommt es bereits 1 Ein Berg in der Nahe von Tschermoschnitz. D. Sch. 2 „Der Fremdenverkehr in der Schule" — ein neuer Gegenstand, der Beachtung verdient. Vergl. die einschlägige Artikelfolge im Jahrgange 1907 der „Blätter"! D. Sch. 2 DaS Büchlein „230 praktische Rechenaufgaben" (Sieh Anzeigeteil!) bietet eine Reihe von Beispielen. D. Sch. 4 Der fruchtbarste Teil Krains. D. Sch. 5 Das wird bald anders werden. Der Bezirksschulinspektor. ein Einlagebuch über seine erste ersparte Krone. Welch’ ein Stolz für den kleinen Kapitalisten! Die Freude läßt ihn nicht ruhen, bis sich zur ersten noch andere Kronen gesellt haben. So genießt das Kind bereits die ersten Freuden des Sparens und Be-sitzens. — Der selbständige Besitzer findet Hilfe bei der Raiffeisenkasse. Mit gutem Willen zweier Nachbarn oder Freunde erhält er die Mittel vorgestreckt, um seine Wirtschaft auszugestalten, überhaupt für seinen Bedarf Geld zu niedrigem Zinsfüße. Der Gemeinsinn, die gegenseitige Hilfsbereitschaft werden durch die Raiffeisenkasse sehr gefördert. Der Reingewinn fällt wieder der Allgemeinheit zu und kann als Reservefonds oder zu wirtschaftlichen Zwecken verwendet werden. Dies wären einige Punkte, welche die Wirtschaftspädagogik im Tschermoschnitzer Tale zu berücksichtigen hätte, um die Wohlfahrt der Bevölkerung einigermaßen zu fördern. ____________ Unser Garten im April und Mai. Die im vergangenen Monate geäußerten Befürchtungen sind leider eingetroffen und es sind daher eine Menge Arbeiten nachzuholen, die sonst bereits im März und in der ersten Hälfte des Aprils erledigt werden konnten. Es gilt nun besonders fleißig zu sein; vor jeder Überhastung sei aber gewarnt; zu den meisten Gartenarbeiten ist noch Zeit genug —, wenn nicht allzu „launiges“ Aprilwetter einen Strich durch die Rechnung macht. Man kann noch immer Obstbäume, Beerenobst und Rosen pflanzen, gegen alle Schädlinge, Ungeziefer und Pilze ankämpfen, neu- und umveredeln, auslichten, schneiden und formieren. Die Rosen sind aufzudecken, möglichst an trüben Tagen, und zu schneiden, langtriebige Sorten werden weniger, schwachwachsende Sorten stark zurückgeschnitten; im allgemeinen schneidet man Rosen zu wenig. Frischgepflanzte Rosen sollen nur drei bis vier Zweige behalten und diese bis auf ungefähr drei Augen gekürzt werden. Bei allen Neupflanzungen nicht mit dem Wasser sparen; sie müssen sofort niedergelegt oder angehäufelt werden. Das Düngen alter Rosenstöcke ist nicht zu versäumen. Im Ziergarten muß großes Saubermachen stattfinden. Die Winterschutzhüllen sind zu entfernen. Gladiolen, Iris, Montbretien, Schwertlilien pflanzen! Wir können ins Freie aussäen: Alyssum, Anthemis einj., Agrostis, Bromus, Briza, Calendula, Gilia, Godetia, Lathyrus (wohlriechende Wicken), Lupinen, Nigellen, Nemophila, Phacelia, Kapuzinerkresse u. a. m. Neuanlage und Pflege der Rasenflächen ist ebenfalls vorzunehmen; man verwende nur keimfähige Grassaaten aus zuverlässiger Samenhandlung. Die Früh- und Treibbeete sind in voller Kultur und fordern immerhin Aufmerksamkeit und Pflege; an warmen sonnigen Tagen können die Fenster stundenweise abgenommen werden, sonst ist fleißiges Lüften und sachgemäßes Gießen Hauptsache. Die Gemüsesämlinge sind zu verstopfen und abzuhärten, ehe sie ins Freie gepflanzt werden. Die Gemüsebeete sind sorgfältig vorzubereiten. Es ist die Hauptzeit zu Aussaaten ins Freie; für Schwarzwurzeln, Karotten, Petersilie nun hohe Zeit, Dill Mitte des Monats, sonst alle Kohlarten (aber noch nicht Blätterkohl), Radies, Salat, Mai- und Kohlrüben, Erbsen in Reihenfolge von acht zu acht Tagen. Die Frühkartoffeln sollen gelegt werden, wenn auch nicht bestellt, sofort Saatgut neuer Sorten kommen lassen, ebenso von Saatgetreide. Neue Spargelanlagen sind vorzunehmen,1 ältere Anlagen sind sorgfältig und sauber für das Stechen vorzubereiten. Bei den Zimmerpflanzen ist jetzt ebenfalls reichlich Arbeit; das Umpflanzen und Reinigen der Pflanzen und Töpfe ist durchzuführen. Das Umpflanzen gesunder, kräftiger Zimmerpflanzen ist einfach; kranke und durch die Winterhaft beschädigte Exemplare müssen, wie kranke Menschen auf Diät gesetzt werden. Die schlechte Erde wird samt den schlechten Wurzeln entfernt, der neue Topf wird kleiner als der bisherige genommen und es wird eine leichtere Erde hineingegeben. Das Gießen möglichst einschränken, Düngen bis nach der Gesundung ganz unterlassen, es sei denn, daß die Pflanze durch Hunger erkrankt ist, also zu wenig Nahrung in der alten Erde erhalten hatte. Es können Stöcklinge gemacht werden, bereits gezogene Sämlinge sind zu verstopfen. Gegen Ende des Termines werden die Vorbereitungen zum Hinausbringen ins Freie getroffen; es ist also vorher allmähliches Abhärten vorzunehmen. Auch bereitet man die Balkonkasten zur Bepflanzung vor, gute, reichlich mit Hornspänen gemischte Erde ist Hauptsache. j_ o. Schmidt. 1 Eine Anleitung zum Pflanzen liefert unter Bezug auf die „Bl." die Firma I. E. Schmidt in Erfurt kostenlos. D. Sch. Der Lehrer als Bienenzüchter. Von Hans Pechaczek, Lehrer in Euratsfeld. N.-Ö. April und Mai. Die Schwarmzeit. „Ein Schwarm im Mai — Ein Fuder Heu“, sagt ein altes Imkersprichwort. Wohl fallen im Mai nur wenige Schwärme und es ist der Juni die eigentliche Schwarmzeit. Doch, wenn im Mai ein Schwarm kommt, welche Freude! Denn nur das stärkste Volk, das die beste Eierlegerin hat, wird so frühzeitig einen Schwarm abstoßen. Wenn wir, nachdem der Schwarm ausgezogen, einen Stock untersuchen, so finden wir eine große Zahl von Weiselzellen, oft 10 bis 20 und nicht selten noch mehr. Auf alle diese Königinzellen verwendet das Volk die gleiche Sorgfalt und somit werden allen Zellen einst tüchtige, vollwertige junge Königinnen entschlüpfen. Figur I. Figur 2. Was aber geschieht in Wirklichkeit? Nach (dem Vorschwarm kommt am 7., 9. oder 11. Tage ein Nachschwarm und, wenn es eine schwarmlustige Biene ist, noch ein zweiter Nachschwarm. Eines Tages finden wir alle ändern Königinnen, die noch im Stocke waren, tot vor dem Flugloche. Wie schade um diese prächtigen Tiere! Wie wertvoll wären sie für den Bienenzüchter, wenn er sie als junge befruchtete Königinnen zum Austausch von minderwertigen oder zur Bildung^eines Kunstschwarmes benützen könnte! Um nun diese ii ber-zähligen Königinnen eines abgeschwärmten Stockes nutzbringend verwerten zu können, bedarf es nur geringer Mühe und Kosten. Da diese Art von Königinzucht fast nie mißlingt, so will ich den Lesern der „Blätter“ die Methode ausführlich beschreiben, hoffend, manchen dazu anzuregen, einen Versuch zu machen. Was benötige ich zunächst ? Das sogenannte Krammer-sche oder auch Schweizer-Befruchtungskästchen , das Figur 3. jede Geräte-Handlung liefert, das ich mir schließlich auch selbst herstellen kann. Es ist, wie Fig. 1 zeigt, ein kleines Holzkästchen von der Größe eines Zigarrenkistchens; der Deckel ist abnehmbar und besitzt ein etwa 1 cm großes Loch, welches mit einem Korkpfropf verschlossen wird. Auf der innern Seite des Deckels sind drei Striche nebeneinander so angebracht, daß sie der Länge nach laufen und 35 mm voneinander entfernt sind, zwischen zwei dieser Striche befindet sich das Loch im Deckel. Heben wir den Deckel ab, so sehen wir, daß im Innern des sonst leeren Kästchens beiläufig ein Viertel des Raumes durch ein Querbrettchen, das aber 1 cm niedriger ist als die Höhe des Innenraumes, abgeteilt ist. Dieser kleine Raum wird „Futterraum“ genannt (Fig. 2). Die vordere Stirnwand enthält ein kleines etwa 1 cm- großes Flugloch, das durch einen Keil leicht verschlossen werden kann. Der Boden des Kästchens besitzt ein größeres Ventilationsloch; es ist durch ein bienendichtes Drahtgitter verschlossen und durch ein vorgeschobenes Brettchen vollständig verdeckt. Dadurch habe ich die Möglichkeit, den in diesem Kästchen eingesperrten Bienen von unten Luft zuzuführen; ein Ersticken ist also ausgeschlossen, denn zwei Querleisten (Fig. 3) stellen das Kästchen hohl, so daß durch das Aufstellen auf einen Tisch die Ventilationsöffnung nicht verschlossen wird. Wie verwende ich nun dieses Kästchen? — Heute vormittags ist mein erster Schwarm gefallen. Ich habe ihn bereits in seine neue Wohnung einlogiert und es geht alles nach Wunsch. Nachmittags hole ich mir das Befruchtungskästchen und versorge es vor allem mit Futter. Dazu nehme ich beiläufig >/» kg Honig, erwärme denselben, damit er recht flüssig ist. Ich habe mir aus V2 kg Zucker durch Reiben am Reibeisen oder durch Zerstoßen Zuckermehl gemacht und menge nun Zuckerstaub und Honig so lange durcheinander, bis das Ganze ein derber Teig wird. Diesen Zuckerteig stopfe ich in den Futterraum (Fig. 2); beiläufig Vs kg davon muß dieser Raum fassen. An der Innenseite des Deckels bringe ich drei 1 cm breite Streifen Kunstwabe an, indem ich so einen Wabenstreifen auf den vorgezeichneten Strich mit der Schmalseite anhalte und durch abtropfendes Wachs einer brennenden Wachskerze festgieße. Nun ist das Kästchen vorbereitet. Da hinein kommen 300 bis 400 junge Bienen. Diese kann ich einem beliebigen Stocke entnehmen; es müssen also nicht gerade Bienen des Schwarmstockes sein. Junge Bienen findet man auf den Brutwaben. Ich werde also einfach die Bienen einer Brutwabe, nachdem ich mich überzeugt habe, daß nicht zufällig die Königin darauf sitzt, in mein Kästchen abkehren und dieses sofort schließen. Die abgekehrte Brutwabe hänge ich in den Stock zurück. Die Bienen im Befruchtungskästchen sind nun eingesperrt, denn das Flugloch ist ebenfalls verschlossen. Sie beginnen bald ein fürchterliches Brausen; damit »sie nicht ersticken, habe ich das Ventilationsloch am Boden geöffnet. Das Kästchen überdecke ich mit einem Tuche, um die Bienen durch Dunkelheit ein wenig zu beruhigen und stelle es auf die Bank im Bienenhause. Hierauf suche ich den Stock auf, der den Schwarm gegeben. Ich nehme Rähmchen für Rähmchen heraus, bis ich eine schöne zu gedeckelte Weiselzelle finde. Diese schneide ich behutsam heraus, ohne dabei die Wabe viel zu drehen und zu wenden. Weiselzellen müssen behutsam behandelt und dürfen nicht gestürzt werden. Mit der Weiselzelle gehe ich zu meinem Kästchen, öffne vorsichtig den Korkpfropf im Deckel und versenke die Weiselzelle in das Loch, befestige sie, so daß sie nicht hinunterfallen kann, überdecke den Deckel mit einer dicken Watteschichte oder einem großen Wolltuch, damit keine Verkühlung der Zelle eintrete. Die Bienen werden nach einiger Zeit auffallend ruhiger sein. So lasse ich das Kästchen durch drei Tage unberührt stehen. Am vierten Tage ziehe ich vorsichtig die Weiselzelle heraus und sehe nach, ob die Königin schon ausgeschlüpft ist. Gewöhnlich ist das schon der Fall. Nun bleibt die leere Zelle draußen, der Pfropf wird wieder eingesetzt und das Kästchen ist bis zum Abende auf seinem Platze. Wenn es dunkel geworden ist und die ändern Bienen ihren Flug eingestellt haben, bringe ich das Kästchen an einen Ort, wo die Bienen ausfliegen sollen, also nicht in die Flugfront des großen Bienenhauses, sondern an die Giebelseite des Hauses oder isoliert unter einen Baum im Garten oder auf das Fenster eines abgelegenen Wohnzimmers und öffne das Flugloch; gleichzeitig schließe ich die Ventilationsöffnung des Bodens. So bleibt das Kästchen zehn Tage unberührt stehen. Die Bienen sieht man bald lebhaft aus und ein fliegen, auch schon mit Pollen beladene Bienen ziehen ein. Doch nur Geduld bis zum zehnten Tage! Durch Neugierde wird meist alles verdorben. Am zehnten Tage und zwar am Abend nach eingestelltem Fluge öffne ich vorsichtig den Deckel, indem ich ihn von vorn nach hinten kehre. Drei schöne, handbreite Waben finde ich an den Kunstwabenstreifen angebaut und alles ist dicht von den Bienen belagert. Vorsichtig vertreibe ich die Bienen, um nach der Brut in den Wäbchen zu suchen, und ich finde auch gewöhnlich bereits Eier oder gar schon Maden. Somit bin ich sicher, die junge Königin ist bereits befruchtet und in der Eierlage begriffen. Ich habe meinen Zweck erreicht, d.h. mir aus einer Weiselzelle eine schöne befruchtete Königin gezogen. Das kostete mich Va kg Zucker-Teig 300 bis 400 Bienen, deren Abgang der Stock, dem sic entnommen wurden, gar nicht merkt. Ich werde die Königin nun bald verwenden oder ich kann sie auch verkaufen und gleich in demselben Kästchen versenden. Solcher Befruchtungskästchen habe ich mir mehrere gemacht und alle gleich mit verdeckelten Weiselzellen aus meinem Schwarmstock besiedelt; ich komme auf diese Art zu 5 bis 8 schönen Königinnen, die jede 5 K unter Brüdern wert ist. Ist das nicht schön? Nun, lieber Imkerbruder, versuche es selbst! Willst du über Königinzucht noch weitere Aufklärung, so verweise ich dich auf mein Büchlein: „Die Bienenkönigin und ihre Zucht.“ Schwärmt keiner deiner Stöcke, aber dein Freund hat bereits einen Schwarm, so sende ihm das ausgerüstete, mit Bienen besiedelte Kästchen! Er wird dir gerne eine Weiselzelle schenken. Ist diese ausgeschlüpft, dann ist die Königin geborgen; ein Transport schadet ihr nicht. Bei dir daheim kann sie den Befruchtungsausflug halten. Der Unterschied. (Aus Leopold Hörmanns „Hört’s zua a weng!") 1. Der Schulrat roast anial aufs Land In d’ Langaloisnapfart’ Und inspiziert a wengerl d’ Schul, Dö weitaus d’ schlechta war. 2. Er ruaft a Menge Buama auf — Der Lehrer steht danöb’n — Dö nahm halt grad zan z’kugeln schier,1 A gfaihlte Antwort göb'n. 3. Der Lehrer schwitzt vor lauter Angst, Der arme, plagte Mann! Da fangt der Schulrat no amal Aufs Neuch zum Ausfrag’n an. 4. Am Hausner-Micherl deut’t er no: Er soll zu eahm spazier’n. Hiatzt will er’s z’letzt mit ana Frag' Ganz aus’n Leb’n probier’n. 5. „Komm, Hausner, sag’ mir Du einmal, Das siehst d’Tag aus, Tag ein: Sag’ mir einmal den Unterschied, Hm — zwischen Wasser und Wein!“ 6. „’s Wasser“, sagt der Micherl g’faßt, Dös öde, fade Gschlader,2 Dös trinken i und Muada halt — Ön Wein, den» sauft mein Vader.“ Schulhumor. Wer weiß etwas vom Storche zu erzählen? Klein Mariechen: „Der Storch ist ein großer Vogel. Ür bringt die kleinen Kinder. Er ist sehr schädlich.“ Eingesendet von A. Jakusch in Ober-Fröschau. 1 zum Totlachen. - geschmackloses Getränk. Das Komponieren im Zeichnen. (Von Josef Rößler in Warnsdorf.) Wer Kinder gern hat, wird auch mit Vergnügen versuchen, in jeder Hinsicht die lieblichen Spiele kindlicher Phantasie zu begreifen und sie auf ein schönes Ziel geordnet hinlenken. Um der Phantasie nicht nur ein Feld eigenen Schaffens zu überlassen, sondern sie in sichtbare Arbeit umzusetzen, dazu scheint mir am geeignetsten das Zeichnen. — Es soll nicht Aufgabe dieser Zeilen sein, über den schon längst erkannten hohen Bildungswert des Zeichnens Altes in neuer Form zu wiederholen. Auch den üblichen Schulbetrieb zu charakterisieren, ihn geistreich zu bespötteln oder schroff zu verdammen, soll mir nicht beikommen. Man kann auch Achtung vor dem Hergebrachten haben, ohne es gutzuheißen. Denn auch dem Bessererkennen, Einzelfinden, Neugestalten haftet Menschheitsirren an. Drum sei das hier Gebotene nicht als Allheilmittel gegen Schablone und uniformierte Methode gepriesen. Wenn diese Anregung nur für die Mittelstufe als Fingerzeig aufgefaßt werden würde, der mit zur Emporbildung der kindlichen Kräfte führen könnte, so wäre der Zweck dieser Zeilen erreicht. Der Schüler soll „lernen, selbständig die Natur und die Gegenstände seiner Umgebung nach Form und Farbe zu beobachten und das Beobachtete einfach und klar darzustellen“. So lautet die zweite Hauptforderung des Hamburger Kollegen Götze in seinem Referate über „Zeichnen und Formen“ auf dem Dresdener Kunsterziehungstage. Durch diese Forderung wird die „Fertigkeit“ Zeichnen zum Denkprozesse geadelt. Aber man vergesse nicht, daß die Umgebung des Kindes, daß auch die Natur in der bunten Häufung des Nebeneinander oft ein Chaos bildet, das dem Kinde zuweilen Augenblicke beglückender Wunschlosigkeit bietet, das aber auch beängstigende Wirrnis hervorrufen kann, über die es den orientierenden Überblick verliert. Und in diese chaotische Umgebung die harmonischen Gesetze ordnender Schönheit hineinzubringen, das sind die Forderungen unserer Kultur. Wer wollte „im Jahrhundert des Kindes“ leugnen, daß auch die jüngste Jugend für fähig genug erachtet wird, langsam für diese Erkenntnis empfänglich gemacht zu werden? — Aber wie bei allen neuen Ideen, die verwirklicht werden sollen, so taucht auch hier das entmutigende „Wie?“ auf. Dem ideal Veranlagten hilft bald ein schönes Zitat: „Ernst ist das Leben, heiter die Kunst.“ Die Kunst für die Schule ist eine moderne Forderung, weil sie bildet, besser macht, heiter stimmt. Kann das Heiterstimmende schwerfallen? Vielleicht nur zu Zeiten, in denen die Trauer heilig ist. Sind sie vorbei, dann ist das Heitere wieder Bedürfnis. Die Jugend hat immer Bedürfnisse nach dem Heiteren. Den werdenden Menschen zu schönen Bedürfnissen bewegen, das ist die schöne Aufgabe der schönen Gegenwart. Endziel alles Strebens ist die Harmonie mit dem Leben, mit sich selbst. Zu ihr führen die freien Pfade der erkannten Gesetzmäßigkeit, nicht die erzwungenen. Das Wandeln auf diesem Pfade erfolgt durch Bewegung, Rhythmus, Aneinanderreihung. Die Freude am Reihen zum Ganzen, am Bilden der Einzelbewegungen zum Gesamteindruck führt durch Rhythmus zum Ebenmaß. Ebenmaß ist höchste Schönheit, edelste Natürlichkeit und gewährt heiterste Ruhe, die allein nur zu einer klaren Erkenntnis der Dinge führt, ohne sich mit definierten Begriffen zu plagen. Ebenmaß ist das Hochplateau der Olympier, von dem aus sie zwar in die Abgründe der Menschheit blicken, für die aber die schattenvollen Tiefen kein Grauen mehr haben. Wohl dem, der zu dieser Höhe emporklimmt! „Aus Weimars klassischer und nachklassischer Zeit“, „im goldenen Zeitalter Griechenlands“ waren viele oben und andere mehr, viel mehr als wir ahnen. Es kommen wohl mehr Menschen hinauf, die das Schöne empfinden, als solche, die es schaffen. Darum Heil denen, die die Apostel der Kunstbestrebungen für die Schule waren! Heil denen, die uns lehrten, aus Drillstunden Genußstunden zu gestalten! Heil denen, die das Kind aus der Masse befreien, die ihm die Möglichkeit bieten, etwas zu sein, die Persönlichkeiten gelten lassen! Heil denen, die die Kinder selbst schaffen, empfinden, erfinden lassen, die respektieren, daß ein Kind dazu ein Bedürfnis hat! — Also Wahlfreiheit der Aufsatzthemen, frei die Wahl einiger Gedichte, welche die Kinder auswendig lernen, einiger Lieder, welche ihnen besonders gefallen, der Zeichnungen aus gewissen Stoffgebieten, der Frei- und Gerätübungen, die sie selbst verändern dürfen! Das ist keine „pädagogische Anarchie“, die „den herrlichen Gedanken einer Befreiung der Kindcsseelc ins Maßlose übertreibt und jeden Erziehungszwang, auch den wohltätigen und unvermeidlichen verwirft“. (Otto Ernst in seinem Vortrage: „Die Freiheit des Kindes“.) Und Gespenster gibt es keine, auch kein „Wie?“-Gespenst. Hier ein Beispiel als Beweis: Der Lehrer hat im Rechnen das Längenmaß behandelt und dazu die Michael Giintersche Wandtafel benützt. Die Kinder sehen deutlich die Zentimeter und die Dezimeter versinnbildet und zwar in der Weise: TJ( 'ri7Ä'r£ri( m m Mi II m m m iS m MI Es werden die figuralen Flächen betrachtet und die nötigen Begriffe über Quadrat und Rechteck gewonnen (natürlich auch an Körpern!). Dann läßt man die Muster zeichnen. Der Lehrer zeichnet zunächst beide Längsstreifen vor und schreibt dazu: Beispiel. Die Kinder arbeiten nun selbständig die Veränderungen. Einige Schüler werden in den ersten Stunden zur Tafel gerufen, weil sie erst von ihrem erfinderischen Geiste überzeugt werden müssen. Nichts ist dem Selbstschaffen hinderlicher als die Sorge, es recht zu machen. Sie müssen: 1.) Die dunkleren Flächen mit den helleren vertauschen; 2.) das dunkle Muster herausheben: WWWM mm 3.) Zum Flächenmuster erweitern (Zementplatten als Anschauungsobjekte)! M m II m M n( A* ££(«££( A: WM arafäl« m m m m m ilil ü W ''■wa- rn 4.) In eine andere Lage bringen: ISmii fl £ßAia(«>(A=< i 1 mmm I Mauer- werk. 5.) Sich überzeugen, ob sich das Muster als Umrandung benützen läßt. Sie sehen ein, daß die Schwierigkeit in der Eckenbildung liegt. Gerade dieses Kapitel kann sehr ausgebaut werden und gibt willkommenen Stoff für Denkübungen im Elternhause. m m ZLrÄ A im m rfifl 1 s § i 6.) Das Herausheben gewisser Gebilde und das Komponieren. MW mm AM MM mm fpp Wm mm NM-M ko.YO^o'/O fft§ *1 mm MW AAAD mm Aufgaben: Bandmuster, Eckenbildungen, Flächenmuster, Flächenmuster mit Auslassungen, Verzierungen, einfache Parkette usw. Aus den durch Aneinanderreihen entstandenen Bandmustern, Umsäumungen u. dergl. werden mittelst der Papierstreifen Durchdringungen entwickelt, ebenso Flechtmuster. Diesen und den Umfaltungen spreche (Aufgabe: Wie oft läßt sich dieses Muster verändern ?) 'jpfi. 1 1 1 MO m m M fl Wr II m II || M mm m 1mm ich einen hohen formalen Bildungswert zu. Sie sind die „Darstellende“ in der Volksschule. Besonders in Gegenden, wo Weberei die Hauptbeschäftigung der Bewohner bildet, sind sie von Bedeutung und begegnen als Hausübungen einem großen Interesse. Hier kann sich die Jugend nach Herzenslust betätigen, von selbst noch einmal die Zeichnungen erfinden, aus „dem Einfachen das Zusammengesetzte“ schaffen und wie in keinem anderen Gegenstände einen Kulturweg nachgehen, den die Gesamtheit bereits gegangen ist. Hier ergibt sich von selbst, daß neben dem Freihandzeichnen auch das Zeichnen mit Hilfsmitteln betrieben werden muß, weil sehr oft das vielgeschmähte Netz erforderlich ist. Wer in Webereigegenden wohnt und die Tausende von Fäden sieht, die der einfachste Hausweber mit peinlicher Genauigkeit auf seinen Webstuhl spannt, der kann nicht gegen das Netz sein! Es ist eine irrige Auffassung, daß die Kinder so leicht die Maße handhaben und daß sie überaus genau messen. Ich habe stets die Erfahrung gemacht, daß die sichere Anwendung des Maßes eines der schwierigsten Kapitel im ganzen Unterrichtsbetriebe und nicht in letzter Linie ein Denkprozeß ist.1 Das Netz und die Hilfslinien im allgemeinen sind das Rückgrat der Gesetzmäßigkeit und dulden keine Zufälligkeiten. Es verlangt aber nicht starr nur eine bestimmte Ausführung, sondern gewährt eine unendliche Veränderungsmöglichkeit. Er fördert die Übung der Einbildungskraft und des Gestaltungsvermögens und wird somit kein Hemmnis des kindlichen Reihungstriebes. Es gestattet in dieser Hinsicht das Ausleben der kleinen Persönlichkeiten. Splitter. Die Frauen haben gerne kleine Sachen: kleine Briefchen, kleine Messer, kleine Tücher und — kleine Männer, denn das alles steckt man leicht in die Tasche. * Wenn jemand groß werden will, muß er die Größe der anderen anerkennen. Jekl. 1 Jawohl, Herr Kollege! Man fürchtet ja Lineal und Metermaß wie den Gottseibeiuns, während doch das Leben beides täglich braucht. D. Sch. Über Erziehungsreformen. 4. Da später zum Rechenunterrichte an dieser Stelle noch andere Gedanken gebracht werden, so sollen heute Betrachtungen über den Betrieb der „Unterrichtssprache“ an die Reihe kommen. Beginnen wir mit dem Zweige „Rechtschreiben“. „Richtet nicht, aber wäget recht!“ Die Sprache teilt durch das Gehör die Gedanken eines Geistes einem anderen mit. Die Schrift tut dasselbe mittelst des Gesichtes. Die Sprache hat sich lange vor der Schrift entwickelt und wenn sie auch Änderungen fortwährend unterworfen ist, so sind doch ihre hauptsächlichsten Bestandteile, die Laute und Wörter, von der Natur gegeben. Die Schrift besteht aus willkürlich angenommenen Zeichen der Kulturmenschheit. Es sollte doch schon heute als selbstverständlich gelten, daß nur das geschrieben wird, was tatsächlich gesprochen wird. Schwierigkeiten bei der Herstellung einer Übereinstimmung zwischen Laut und Buchstaben sind nicht unüberwindlich, wenn guter Wille da ist. Schon vom Standpunkte des „Hausverstandes“ ist die heutige Rechtschreiberei nicht zu begreifen. Von der Warte der Erziehung ist die „Rechtschreibung“ nur ein Beweis des Tiefstandes der Sittlichkeit. Womit will man denn die Quälerei der Kinder mit so etwas, was „Rechtschreiben“ heißt, rechtfertigen? Es gibt überall Menschen, die beschwichtigen. Aber man bedenke doch, daß die Rechtschreibung von den wenigsten Kindern bis zum 14. Lebensjahre wirklich erlernt wird. Und wie zahlreich sind die Rechtschreibstunden! Alles „Schreiben“ ist ja „Rechtschreiben“. Wie viele Tränen hängen an einem im Grunde so wertlosen Dinge! „Wer eines dieser Kleinen ärgert, für den wäre es besser. . .“ Bedenkt denn niemand ernstlich diese Worte? Dann müssen wir, die wir täglich das Elend sehen und miterleben, unsere Stimme umso lauter ertönen lassen. Die Rechtschreibung kann und sollte lieber heute als morgen tunlichst vereinfacht werden. Im nachfolgenden eine Probe: cunächst: ab-Safung der sogenannten Kurrentschrift“.1 fir jeden laut ajn ajgenes caichen, fir „ch" inüste aines gefunden werden etwa IV. weg mit den sogenannten grosbuchätaben. das abc würde also lauten: a, ä, b, c, d, e, f, g, h, IV, i, j, k, I, m, n, o, p, r, s, ä (früher sch) t, u, ü, w. di umlaute könen blajben, wo si begründet sind, c. b. wurde, würde, grund, gründe, baum, bäume, bei aü gehörten di ewei punkte auf u. statt eu solle aü geärieben werden, z solle wegfalen, da c das glaih’e bedaütet. — qu ist ja kw. — v ist f. — x ist ks und y ist ü. — abäafung aler denung und äerfung. — tsch solle ü sajn usw. — man halte disen fersuh’ nih’t fir ajnen Serc der saurengurkencajt. wer das cum erstenmale sit, lah’t frajlih’ und cs komt im unglaublilV for. aber wir gewönen uns ja an ales, an files, was ajn ausgeäproh’ener unsin ist (c. b. di klajdung betretend), und das das äreiben und lesenlernen in den folksschulen durh’ ajne solh’e ärajbung unendlih’ ferajnfah’t würde, ist ja doh’ nih’t cu laügnen. die äowinisten werden cetern, den es ist ja das häkh’en baj 5, IV und ö, ferner das c überhaupt, fon den Slawen angenomen. aber di gemajnsamkajt glajh’er buh’ätaben häte auh’ ir gutes, äprah’enkentnisse solen ja ferbrajtet werden und da dis haüte so filfah’ auf dem unnatürlih’en wege von der h’and und dem auge cum munde und ore, stat vom munde zum ore geäit, so inüste ja ajne glajh'heit der reh’täreibung in den feräidenen äprah’en di erwerbung fon äprah’kentnissen ser erleih’tern, wen das daüöe folk äon so wajt wäre, das es die althergebrah’te ärajbung als etwas folkstümlih’es waren müste, dan wäre es wol mit im äleh’t beätelt. unter den oft wunderlih’en ajnwänden, die gegen ajne so ferajnfah’te ärajbung gemah’t werden, ferdint doh’ der ajne oder der andere, ajgens widerlegt cu werden, c. b. di hamburger pädagogiäe reform, eine ausgecajh'nete cajtärift, majnte, unsere klasiker würden in ajner solh’en ärajbung nih’t gelesen werden, — kaum, wer gerne list, aus diesem oder jenem gründe, der wird lesen, mag das cu lesende so oder so geäriben oder gedrukt sajn. es komt rajn nur auf di gewönung an. ajne so ajnfah’e reh’täreibung hat auh’ für das leben, das sih’ nih’t in äulen abspilt, ajne große bedaütung. wäre nih’t die druklegung (aulV di maäinäreibung) ajne ajn-fah’ere und biligere. die büh’er müsten also auh’ biliger werden, könten also mer ferbreitet werden, das käme doh’ der algemajnen bildung eugute. aus disein gründe solle in alen sprachen die ärajbung ferajnfah’t werden, das wäre eräprislih’er als volapük und esperanto. ajne ainfah’e reh’täreibung ist wih’tiger als ajnem, der weniger darüber nah’gedah’t hat, äeinen mag. sie ist so wih’tig, das es ajne gewisenssah’e ist, silV darüber mit äleh’ten wicen hinwegcusecen. wi erfraülih’ wäre es, wen da di lereräaft aler äulen gemajnsain di ferajnfah’ung anätreben würde. 1 Die Schriftleitung stehl der Angelegenheit selbstverständlich unparteiisch gegenüber und gibt den Propheten erbarmungslos dem öffentliche» Urteile preis. D: Sch. Lose Gedanken. 9.) Maße und Gewichte. Wozu sollen wir uns unnütz plagen, wenn wir es uns leichter machen können? Wenn wir schon die unverdaulichen Maßzahlen Meter deci-centi kilogr. hekto deka usw. den armen Schülern alle Vormittage einbrocken müssen, warum schleppen wir uns noch mit Einhellerstücken, mit Zweihellerstücken, mit Zehnhellerstücken, mit Zwanzighellerstücken . . . usw. ab! Die vielen Stücke sind ja zum Ersticken und dienen gewiß nicht dazu, die Erfolge des Rechenunterrichtes zu heben. Früher war es besser. Warum hat man die flinken „Kreuzer, Zehnerl, Zwanzgerl usw. durch schwerfällige fünf- bis sechssilbige Wörter verdrängt ? Ich gestatte mir den Antrag zu stellen, die alten volkstümlichen Münznamen wieder in die Schule einführen und die schwerfälligen derzeitigen Ausdrücke durch kürzere ersetzen zu wollen. Wer dafür ist, möge sogleich einführen: Einhellerstück — Heller, Zweihellerstück — Zweier (oder Kreuzer), Zehnhellerstück — Zehnerl, Zwanzighellerstück — Zwanzgerl, Fünfkronenstück — Fünfer, Zehnkronenstück — Zehner, Zwanzigkronenstück — Zwanziger, dann Fünfziger (Fufziger), Hunderter usw. Wie das Volk redet, so denkt das Kind. Das Volk und das Kind verlangen nicht bloß Handlichkeit des Hackenstieles und Werkzeuges, sondern auch der häufig vorkommenden Wörter. Franz Schischlik. Lebensbilder. 4.) Feuerwart. Rosegger hat im „Gottsucher“ so schön geschildert, wie die Alten zum Feuer gekommmen sind. Es soll wirklich von oben gekommen sein — durch den Blitz. Der treue Mann, der den Brand, den alten Brand, von Geschlecht zu Geschlecht vererbt, bewahren muß, es ist der Feuerwart. — Zuweilen suche ich auch des Teufels Kirche auf, die qualmige Gaststube. Selten ist es, daß ich da ohne Beute heimkomme. Heute zeige ich sie Euch. Ich treffe im Gasthause zwei jüngere Kollegen; der eine ist unser Benjamin, der Provisorische. Er „ischt“ ein fideler Bursch, ein Sohn der Tiroler Berge, köstlich selbstbewußt, er verdirbt nie eine Freude. Heute läßt er den Kopf hangen. Donnerwetter, „ischt“ ihm die Liebe in fastnächtlicher Weile in den Leib gefahren? Nein, nein! Sein Gram ist realer Natur. Er kommt vom Berge herab, vom Obmann des Ortsschulrates, einem Grundbesitzer in der Einschicht, heute nennen sie sich mit Stolz Bauern. Der hat ihm zu seinem Entsetzen kurz und gut mitgeteilt, daß er, trotzdem es im Dekrete heißt: „Der Ortsschulrat wird Ihnen das Naturalquartier anweisen“, daß er laut Beschluß in der letzten Sitzung sage: sechs Kronen per Monat Quartiergeld erhält — und der arme Teufel zahlt für seine Wohnung vierzehn Kronen. Sein monatliches Gehalt beträgt siebzig Kronen. Einen Gulden pro Tag braucht er gewiß zum Leben, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Wo bleibt Licht, Kleidung, Beheizung? Ach ja, er hat einen Vater! „Kreuzsakkerlot, Ihr g’scheerten Hammeln! Ich hab’ einen Bruder, der ischt ein Handwerkg’sell. Der schickt’n Vater alle Jahr seine 100 200 Kronen und ich, werscher Lotter, hang ihm in der Tasche! Ich pfeif’ auf alles, müßt’s wissen, ich bin ganz wild.“ Ich tröste den treuherzigen Kerl und bringe das Gespräch zu seiner Beruhigung auf ähnliche Fälle, führe ihm meine eigenen Verhältnisse aus jener Zeit vor und so kommen wir nach und nach mitten hinein in die verdonnerte Fachsimpelei. Und der trübsinnige Kollege wird frisch. Er ist Lehrer vom Scheitel bis zur Sohle, ein geborener Lehrer. Wie lieb seine Kinder beten, wie frei er seine Schüler hält! „Hörn S’ amal auf mit der garstigen Tirolersprach“, hat ihm ein achtjähriges Dirndl g’sagt. „Unarten, Frechheiten“, donnert Flachsmann. O, diese kecken Kinderl können noch was anderes. Da schlägt ein Stutzerl mit der Faust in die Bank und meint voll grimmiger Energie: „Und just geh’ ich nit heim, Herr Lehrer, bis ich den Buchstaben recht schön machen kann.“ Und ich versichere, der Mann hält trotzdem eine sehr gute Disziplin. Ein Lehrer, der seine Schüler so frei hält und dabei etwas erreicht, gute Resultate erzielt, im ersten Dienstjahre, verdient er mehr oder weniger als sechs Kronen pro Monat vom Ortsschulrat, wenn schon im Landesgesetze nicht vorgesorgt ist für ein Quartier der Substituten? Und so hat der arme Mann bei Bier und Tabak im Gasthaus sein Elend vergessen und mir beim Abschied die Hand gedrückt: „Gelt, kommscht in meine Klasse und schaust dir die Zeichnungen an!“ Er illustriert Lesestücke. Da hab’ ich im Heimgehen gedacht: „Du bist auch ein Feuerwart und weiht es nicht.“ — Der Schnee stäubte mir ins Gesicht. Morgen hoffen wir schöne Rodelbahn. Oder soll sie zu Wasser werden? Der Wind geht von bedenklicher Richtung. Lieber, junger Feuerwart, was wirst du noch erleben ? E. B. Die Verdauungsorgane — geheimnisvolle Werkstätten. Von Hans Richter, Oberlehrer in Seiz bei Kammern, Steiermark. (Schluß.) f) Das Treiben in den Darmwerkstätten. Betrachten wir das Treiben in den Darmwerkstätten, so findet man, daß die Verdauungssäfte, die Arbeiter des Magens und Dünndarmes, Eiweiß, Fett und Stärkemehl in eine Form übergeführt haben, daß sie in den Körperteilen, zu denen sie durch den Blutstrom gebracht, als Baustoff verwendet werden können. Ist ein Knochen gebrochen, so gehen diese Baustoffe zur Bruchstelle, lagern dort Knochenzellen ab und der Knochen heilt. Haben wir uns geschnitten, verletzt u. dgl., so gehen diese Baustoffe zur verletzten Stelle und bilden Haut, Gewebe u. dgl. Sie ersetzen Nägel, die ausgefallenen oder abgeschnittenen Haare usw. Sie bilden also neue Stoffe und führen dieselben in einem solchen Zustande dem Körper zu, daß sie in Teile unseres Körpers verwandelt werden können. Wie der Schneider aus Stoff Rock, Hose und Weste, der Schuster aus Leder Schuhe und Stiefel, der Wagner aus Holz Wagen, Schlitten und andere Geräte macht, so wird der Apfel, der Knödel, das Brot, das Fleisch und alles, was gegessen wird und verdaulich ist, durch die Arbeiter in diesen Werkstätten verändert und zersetzt und in Baustoff für den Körper umgewandelt. Merkt euch! Manche Stoffe, wie Kerne, Schalen, Haare, Federn u. a., können nicht in Baustoffe umgewandelt werden, wir sagen, sie sind unverdaulich. Sie verlassen daher unverdaut den Körper, können aber Störungen in den Verdauungsorganen hervorrufen. g) Nun betrachten wir zwei Nebenwerkstätten, die Milz und die Nieren! Die Milz ist länglichrund, flachgedrückt und liegt an der rechten Seite des Magens. Ihre eigentliche Arbeitsleistung kennt man noch nicht. Man nimmt an, daß sie aus den weißen Blutkörperchen rote erzeugt. Die Nieren liegen an der hinteren Wand der Bauchhöhle, sind bohnenförmig und bläulichrot. Sie sind die Reinigunsstätten des Blutes und scheiden alle schlechten Stoffe desselben als Harn aus, welcher durch die Harnleiter in die Harnblase geführt wird. Von dort wird der Harn durch die Harnröhre aus dem Körper geschafft. h) Warum diese verschiedenen Werkstätten nicht in die Bauchhöhle hinabfallen. Damit diese verschiedenen Werkstätten nicht in die Bauchhöhle hinabfallen, werden sie von einer Haut, dem Bauchfelle, eingeschlossen. Das Bauchfell überkleidet die Verdauungsorgane und hat eine Menge größerer und kleinerer, gewöhnlich mit Fett besetzte Fallen und Verlängerungen, die Netz und Gekröse genannt werden. Durch Verkühlung des Unterleibes, durch Erkrankung des Darmes und der Harnorgane oder durch Verletzung der Bauchdecke kann sich das Bauchfell entzünden. Es entsteht die Bauchfellentzündung, eine sehr schmerzhafte und gefährliche Erkrankung. III. Nun wollen wir hören, wann in diesen Werkstätten gearbeitet wird. In der Leber und in den Nieren wird immer gearbeitet. Nur Magen und Darm stellen im tiefen Schlafe ihre Tätigkeit ein, deshalb soll man nicht mit vollem Magen schlafen gehen. Wir haben sonst schreckliche Träume und erwachen dann geängstigt. Die Leute sagen, die „Trud“ hat uns gedrückt. Das ist aber ein Aberglauben. Der Magen hatte verdaut und konnte den Speisesaft nicht in den Dann bringen, da er keine Bewegungen machte, während wir tief schliefen. Er blähte sich auf, drückte die Nebenorgane, rief in uns furchtbare Träume wach und weckte uns endlich auf. Alte Leute mit schlechter Verdauung müssen abends frühzeitig essen und zwar nur leicht verdauliche Speisen, sonst können sie nicht schlafen. Ihre Werkstätten sind schon im Verfalle und die alten Arbeiter vermögen nur langsam die genossenen Speisen zu verarbeiten. Ihr wisset dies von euern Großeltern. IV. Wie diese Werkstätten gepflegt werden müssen. Man erleichtert den Arbeitern des Magens und Darmes die Arbeit, indem man die Speisen verdaulicher macht. Dies geschieht durch richtiges Kochen, Braten und Backen und durch Vermischen mit Gewürzen, welche den Geschmack verbessern, den Appetit reizen und die Verdauungsorgane anregen sollen. Merkt! Zu scharfe Gewürze, wie Pfeffer, Paprika, Essig, und zu vieles Salz sind den Verdauungsorganen und dem Körper schädlich. Die Verdauung befördert man durch richtiges Zerkauen und Einspeicheln der Speisen. Das Schlucken von großen, ungekauten Bissen verursacht dem Magen eine größere Arbeit. Langsames Trinken von reinem Wasser und Ruhe nach dem Essen befördern ebenfalls die Verdauung. Vermeide zu kalte und zu heiße Speisen, weil dadurch die Verdauungsorgane Schaden nehmen! Entferne aus den Speisen unverdauliche Stoffe, wie Gräten, Knochen u. dgl.! Überlade die Werkstätten nicht mit Speise und Trank! Gewähre den Werkstätten genügend Raum zur Arbeit dadurch, daß du dieselben durch die Kleidung nicht beengst, z. B. durch zu festes Schnüren des Leibriemens. Hosenträger sind auf jeden Fall gesünder. Mädchen sollen kein Mieder tragen und ihre Röcke nicht zu fest schnüren. Oft treten dadurch Lageveränderungen des Magens, der Leber und der Nieren ein und wir leiden fortwährend an Verdauungsstörungen. Auch andere böse Erkrankungen können entstehen. Auch krummes Sitzen oder Liegen ist schädlich. C. Etwas vom Stoffwechsel. Wir haben gehört, wenn der Körper bestehen soll, so müssen die abgenutzten Stoffe wieder ersetzt werden. Diese fortwährende Abnutzung und Wiederersetzung der Stoffe nennt man Stoffwechsel. Solange dieser vor sich geht, leben wir. Bei Störungen desselben sind wir krank. Hört der Stoffwechsel auf, so sind wir tot. Haltet daher auf richtigen Stoffwechsel! Die Stoffe, die zu unserer Erhaltung notwendig sind, müssen uns durch die Nahrungsmittel zugeführt werden. Außer den Nahrungsmitteln gehören zu unserer Erhaltung auch Luft, Wärme und Licht. D. Zusammenfassung als Wiederholung. Festigung nach den angeführten Gesichtspunkten. Dieses Stundenbild wurde auf der Oberstufe einer zweiklassigen Volksschule behandelt, deshalb wurden die eigentlichen Verdauungsvorgänge nur angedeutet und es konnte auf dieselben nicht weiter eingegangen werden. Aus gleichem Grunde geschah der bei der Verdauung mitwirkenden Bakterien keiner Erwähnung. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Zahnpflege zugewendet. Da die Zähne bereits eingehend bei der Behandlung der Knochen besprochen wurden, wollte ich hier nur bezwecken, die Schüler abermals auf die Notwendigkeit der Zähne für unser Wohlbefinden aufmerksam zu machen, da auf dem Lande lediglich noch die Ansicht herrscht, die Zähne seien nur der Schönheit wegen da. Schulhumor. Am ersten Schultage. Ein Schüler nannte auf die gestellte Frage des Lehrers seinen Namen. Nach einer Weile wird er vom Lehrer wieder nach seinem Namen gefragt und gibt die unwirsche Antwort: „Eich ho drsch e scho amol gsogt.“ Eingesendet von A. Sedlar in Moligsdorf. Die dummen Brüche. Lehrer: „Sag’mir, wieviel ist die Hälfte von fünf!“ — Seppl (leise zum Hans): „Siehst Du, jetzt hat er mich schon! Sag’ ich nur zwei, ist’s zu wenig, und sag’ ich drei, ist’s zuviel.“ Grausam. Mutter: „Warum weinst Du denn, Franz?“ — Franz: „Der Herr Lehrer hat gesagt, ich soll den Griffel und die Ohren spitzen.“ Der Satz. Lehrer: „Wie entsteht ein Satz?“ — Sch.: „Ein Satz entsteht — wenn man über einen Bach springt.“ Eingesendet von Hahnei in Tweras. Randbemerkungen zur Folge 62. Pflege der freien Rede und Ansprachen. Unter dieser Aufschrift gibt ein Kollege Anregung zum freien Sprechen. Es drängt mich, zu einigen darin ausgesprochenen Ausführungen Stellung zu nehmen. — Ein Schmerzenskind — dieses freie Reden! Gewiß müssen Ansprachen gepflegt werden. Wir dürfen darin aber nicht zu weit gehen. Menschen, die viel reden, nehmen es mit der Wahrheit nie genau. Das weiß das Volk ganz gut. Ein- bis zweimal wirst du o „Schwadronär“ — diesen Namen hast du gar bald — das große Wort führen. Nicht lange dauert es und man kommt darauf, daß nicht alles als bare Münze zu nehmen ist, wird sich an den Rockärmeln zupfen, ein unterdrücktes Kichern, und du hast glücklich die Kasperlrolle erreicht. Man wird dich dadurch belohnen, daß man einfach auf deine Reden nicht mehr hört, sondern bloß ein mitleidiges Lächeln zeigt. — Als Träger von Kultur und Sitte wäre es denn doch etwas zu stark, das Volk geradezu planmäßig zu betören, um ehrgeizige Bestrebungen zu erfüllen. Bleiben wir immer ganz bei der Wahrheit! — Alleswisser, Wichtigtuer sind im Volke nicht immer wohlgelitten, auch wenn sie richtige Ansichten und Gedanken bringen. Jungen Leuten wird das Vielsprechen im allgemeinen sehr übel genommen. Ein rechtes Wort zur rechten Zeit! ln Jahresversammlungen von gemeinnützigen Vereinen kann der Lehrer oft sein rhetorisches Talent betätigen. Im freien Sprechen üben wir uns ja auch in der Schulstube, insbesondere, wenn wir uns auf den Unterricht gut vorbereitet haben, weiter durch das Lesen von mustergültigen wissenschaftlichen Aufsätzen usf. Das Reden ohne gründliche Vorbereitung überlassen wir geübten Stegreifrednern. Ein allfälliges „Meckern“ soll man lieber bleiben lassen. Nur keine altschulmeisterliche Namenstagsanbiederungsmeierei! Paul Köchl. Randbemerkung zur Folge 63. 3.) „Schlechter Schulbesuch“. Zu den Randbemerkungen 1 und 2 in Folge 63 möchte ich auf einen Übelstand hinweisen, der zur Abhilfe drängt. — Gegen etwaige Schlampereien, die im Ortsschulrate mit Bezug auf die Behandlung der Schulver-säumnisse Vorkommen, wird ein Schulleiter bei Beobachtung des nötigen Taktes gewiß mit Erfolg Stellung nehmen können. Allerdings wird ihm dies nur dann möglich, wenn er die Sache nicht nur in einem speziellen Falle, sondern immer genau nimmt und so den Ortsschulrat an eine ordnungsmäßige Behandlung der Schulversäumnisse gewöhnt. Die Umgehung des Ortsschulrates, wie sie in der Randbemerkung Nr. 2 geraten wird, ist ein zweischneidiges Schwert. Es wird gegebenenfalls der O. Sch. R. mit gleicher Münze zurückzahlen und uns umgehen. Viel schwerer ist es, dem Bezirksschulräte beizukommen, wenn er versagt. Leider ist dies gar oft der Fall. (Was ist es mit den Lehrervertretern im B. Sch. R. ? D. Sch.) Die Ursache liegt darin, daß die Durchführung der von der Bezirksschulbehörde angeordneten Strafen dem ersten Kanzlisten überlassen wird. Daß die Sache da nicht immer in den verläßlichsten Händen liegt, beweist z. B. der Umstand, daß der Vater eines meiner Schüler von mir seit September v. J. schon achtmal angezeigt wurde und die Behörde schon sechs Strafen über ihn verhängte; aber nicht eine einzige von diesen Strafen wurde durchgeführt. Meines Erachtens könnte (der Einzelne ist ja völlig machtlos in dieser Sache) der Reichsbund der k. k. Bezirksschulinspektoren, von dem ich mir für das Gedeihen der Schule viel erwarte, mit Nachdruck darauf hinwirken, daß die Durchführung der Schulstrafen jenem politischen Beamten, der das Polizei-Ressort hat, zugewiesen werde. Wenn ein Sonntagsjäger einmal eine Rehgeiß für einen Bock ansieht, wird er vor diesen Beamten gerufen und es wird dafür gesorgt, daß er seine 5 K pünktlich bezahlt. Warum überläßt man in der Schulsache die Durchführung dem Kanzlisten? Das ist eine Verkennung der Werte. — Hier wäre also ein Hebel einzusetzen. k. in V. Für Elternabende: 1. Über Erziehungssünden des Hauses. (Von Rudolf Schiroky, Fachlehrer in Hainburg a. d. D.) (Schluß.) Schlimm gestaltet sich die Sache, wenn Vater und Mutter in ihren Forderungen an die Kinder nicht einig sind. Der Vater befiehlt etwas und die Mutter ordnet das Gegenteil an oder der Vater will strafen und die Mutter nimmt ihren Liebling in Schutz. Das Ende vom Lied ist, daß das Elternpaar gewöhnlich in Zwist gerät; die Kinder sehen und hören zu und wissen nicht, an wen sie sich halten sollen. Die Autorität der Eltern schwindet und mit ihr die Achtung und Liebe in den jugendlichen Herzen. Nie darf die Mutter erlauben, was der Vater verboten hat, nie darf das Kind in die Arme des einen flüchten, wenn es vom anderen gescholten wird. Hier gilt es wieder einmal, wie für eine kluge Mutter so oft, das kleinere Übel zu wählen. Wollen die Eltern ihre Kinder zum Gehorsam erziehen, so erteilen sie ihre Befehle kurz und bündig, verlangen aber nie, was die Kinder nicht zu leisten imstande sind, strafen mit Nachdruck jeden bewußten, absichtlichen Ungehorsam und achten vor allem darauf, daß das elterliche Ansehen durch nichts erschüttert werde. Streng sollen die Kinder erzogen werden, aber auch gerecht. Eine gerechte Strafe schädigt die Heiterkeit des Gemütes durchaus nicht, ja sie erhöht dieselbe sogar durch die nachfolgende Vergebung. Die Strafe ist ja nur das Mittel. Reue und Versöhnung sind der Zweck dabei. Das darf man nie aus den Augen lassen. Nicht die Strafe selbst, nein die halbe Stunde, welche der Strafe folgt, ist das Wichtige für die Erziehung. Und wenn nur der Fehler bereut, wenn aufrichtig Besserung gelobt und alles wieder vergeben ist, dann leuchtet die Sonne umso heller; kein Kind ist zärtlicher gegen die Mutter, als das soeben bestrafte — und nur streng erzogene Kinder können glückliche Kinder sein. Viele Eltern haben die Gewohnheit, ihren Kindern, um dieselben zum Gehorsam zu bewegen, Spielzeug, Lustpartien usw. zu versprechen. Es wird den Kindern alle Augenblicke eingepredigt, daß sie sich putzen, daß sie stets schön erscheinen sollen. Das ist wiederum weit gefehlt; denn man weckt den Hang zum Putz und zur Vergnügungssucht. Wer darauf achtet, wie die Mutter ihren Liebling, der kaum den Gebrauch seiner Füßchen kennen gelernt hat, herausstaffiert, um mit ihm überall zu glänzen, wer es beobachtet, wie sich diese Kleiderpracht mit dem zunehmenden Alter des Kleinen womöglich noch steigert, wer bemerkt, wie die Mutter alles aufbietet, um nur in recht auffallender Weise der oft rasch wechselnden Mode huldigen zu können, wer sieht, wie man Kinder im zartesten Alter bereits an Vergnügungen teilnehmen läßt, die sie erst in späteren Jahren oder besser gar nie kennen lernen sollten; der wird sich gewiß nicht wundern, wenn das junge Völklein schon frühzeitig die angeführten Fehler zeigt.1 Eine stille frohe Häuslichkeit, in der die Mutter wie ein guter Engel waltet und schafft und so dem Vater die oft schwere Sorge um seine Familie erleichtert, übt unstreitig den wohltuendsten Einfluß auf die Kinder aus. Nun ist es aber in manchen Familien mit der Häuslichkeit sehr schlecht bestellt; statt der Frau, der Mutter, waltet das Gesinde, die Erziehung der Kinder selbst ist in fremde Hände gelegt, und die Kinder wissen es kaum, daß sie eine Mutter haben. Es gibt Mütter, die ihre Kinder der Obsorge von Dienstboten überlassen, um selbst dem Vergnügen nachgehen zu können-andere unterhalten so viele gesellschaftliche Verbindungen, daß es unmöglich erscheint, sich noch um die Kinder zu kümmern. Oft hat man Gelegenheit, die Wahrnehmung zu machen, daß Eltern in Gegenwart ihrer Kinder mit einem gewissen Wohlbehagen die Fehler und Gebrechen ihrer eigenen Jugend zur Sprache bringen und als geniale Streiche rühmen. Was Wunder, wenn dann, wie das Sprichwort sagt, der Apfel nicht weit vom Stamme fällt. Solche Eltern wissen dann auch die Fehler ihrer Kinder sehr leicht und geschwätzig zu entschuldigen: „Jugend hat keine Tugend. Die Jugend muß austoben. Haben wir’s doch selber nicht um ein Haar besser gemacht!“ Hat sich ein solcher Schmutz einmal in der häuslichen Erziehung eingenistet, wie könnte es dann der Schule gelingen, ihn aus der Seele des Kindes zu verwischen! Wenn Eltern ihren Kindern ein böses Beispiel geben, wenn sie in deren Gegenwart alle Augenblicke fluchen oder anstößige Reden führen, wenn sie der Tugend Hohn sprechen, ihren Hausleuten hart begegnen, anderen Übles nachreden,2 miteinander zanken und streiten oder gar in Tätlichkeiten übergehen, wenn der Vater gewöhnlich mit einem „Spitz oder Hieb“ vor die Kinder 1 Ein Angriffspunkt für die Bernfsgenoffen an Stadtschulen. D. Sch. 3 Einer der häufigsten Fehler! D. Sch. tritt1 und die Mutter ihm für sein langes Ausbleiben eine nicht gerade mit den schönsten Namen geschmückte Gardinenpredigt hält, so wird der Samen dieser Laster sich abgrundtief in die Seele der Kleinen senken. Was nützt es dann, wenn diesen in der Schule gesagt wird: „Du sollst Vater und Mutter ehren!“ Von schädlichen Folgen auf die Sittlichkeit der Jugend ist es, wenn Eltern ihren Kindern den Besuch des Tanzbodens und des Wirtshauses gestatten. Wenn mancher Vater meint, man müsse auch den Kindern eine Freude machen und sie in der frühesten Jugend gewöhnen, sich in Gesellschaft zu bewegen, so ist diese Anschauung verfehlt. Den Kindern Freude zu machen, werden sich wohl bessere Gelegenheiten finden als gerade das Tanzvergnügen unter Erwachsenen, welche nicht immer die saubersten Reden führen und die schönsten Lieder singen. Das Wirtshaus ist der gefährlichste Boden für die Unschuld der Kinder, und die Eltern bürden sich eine große Verantwortung auf, wenn sie den Besuch gestatten. In manchen Familien werden den Kindern auch geistige Getränke gegeben; sie sind der Gesundheit nachteilig. Das Kind gewöhnt sich sehr leicht an diese an und von der Gewohnheit bis zum Übermaß ist nur ein Schritt. „Im Becher ertrinken mehr als im Meere.“ Schädlich für die körperliche Entwicklung ist auch das Tabakrauchen. Dieses hat schon für manchen Jüngling den Grund gelegt zu einer sich später entwickelnden Lungenschwindsucht und so den jungen Menschen frühzeitig in die Arme des Todes geführt. Zu den Hauptschäden der Erziehung gehört außer Zweifel die unzweckmäßige Privatlektüre, Schwärmerei, Gefühlsduselei. Schauer- und Blutromane, sowie jede Art von politischen Zeitungen müssen aus der Hand des Kindes ausgeschlossen werden. Ein großer Fehler der häuslichen Erziehung ist auch die von Seite mancher Väter zur Schau getragene Gleichgültigkeit gegen religiöse Übungen. Kinder sollen nie ohne Tischgebet sich zur Mahlzeit setzen, nie ohne Morgengebet aufstehen, sich nie ohne Abendgebet zur Ruhe legen Die im Elternhause eingeimpften religiösen Gefühle begleiten die Kinder einst als Talisman ins Leben hinaus und bewahren sie vor mancher Gefahr der Seele. Wollen die Eltern ihre Kinder zu glücklichen Menschen erziehen, wollen sie ihnen auch für spätere Tage, wenn des Lebens Stürme an sie herantreten, ein heiteres Gemüt bewahren, wollen die Eltern haben, daß ihren Kindern die Welt nicht als Jammertal erscheint, so sollen sie ihre Pflicht behufs Erziehung ihrer Kinder gewissenhaft erfüllen. Je besser die Eltern ihre Pflicht erfüllen, je richtiger die Erziehung des Kindes ist, je opferwilliger, selbstloser die Eltern sind, desto sicherer dürfen sie auf die Dankbarkeit der Kinder zählen. Die Dankbarkeit der Kinder ist eine Frucht, die sicher reift, wenn der Gärtner das junge Reis richtig gehütet und gepflegt hat. Muß doch die Liebe zu den Eltern der erste Grundstein sein, auf dem fürsorgliche Eltern weiter bauen. Wie viele Fälle aber gibt cs, wo das denkende, erwachsene Menschenkind sich die Frage wiederholt: „Wofür soll ich meinen Eltern eigentlich dankbar sein?“ Weil sie mich als kleines Kind gepflegt haben? Das tut jedes Tierchen im Wald und Feld auch! Weil sie mich in die Schule geschickt haben? Dies mußten sie ja, weil es das Gesetz verlangt! Was war ich ihnen sonst? Der Spielball ihrer Launen! Heute das liebe Kind, das sich auf Befehl vor der fremden Dame produzieren mußte, morgen der Blitzableiter des Verdrusses, den es zwischen den Eltern gegeben. O, wie viele Kinder wachsen heran, die vom sechsten Jahr an von den Eltern kein Wort der Liebkosung mehr hören, keine freundliche Miene mehr sehen! Wie oft wird die goldene Kinderzeit durch Schelten und Prügeln verdüstert, durch Entbehrung, durch strenge ununterbrochene Arbeit verbittert! Wie oft wird ein junges Menschenleben geopfert, erstickt, der Frohsinn ertötet und damit der Mensch ernst und alt vor der Zeit! Nein, nach anderem sollten alle Eltern streben. Die Kinder müssen lernen, müssen arbeiten, müssen aber auch glücklich und froh werden. Das zu erreichen ist für die Eltern gewiß schwerer, aber die glücklichen Kinder werden auch die besten Menschen. Die Eltern sollen darum ernst prüfen, wie weit die Fröhlichkeit, die Freiheit der Kinder gehen darf; aber sicher ist, daß gerade die Jugendzeit, die Zeit des Lernens, auch Vergnügen und Frohsinn bieten soll.2 Wer seine Kinder wahrhaft liebt, kann dies nicht besser beweisen, als durch deren gewissenhafte Erziehung. Sie ist der Eltern Hauptpflicht und Lebensaufgabe. Versäumen die Eltern diese Lebenspflicht, so sind sie einem Geräte vergleichbar, das nicht zu seinem Zwecke verwendet wird, denn: „Wehe dem, der zu sterben geht Und keinem Liebe geschenkt hat, — Ein Becher, der in Scherben geht Und keinen Durst’gen getränkt hat!“ 1 „Unser Vater ist gestern besoffen gewesen!" Wie brennt das in die Seele eines Pädagogen! 2 Das sollte auch mancher griesgrämige Amtsgenosse beherzigen. D. Sch. Bauernregeln als Diktatstoffe. Von Matthias Schindler, Lehrer in Moosburg, Kärnten. Mai. Mairegen auf den Saaten, dann regnet es auf Dukaten. Wenn die Wachteln fleißig schlagen, läuten sie von Regentagen. Ist’s im Mai recht kalt und naß, haben die Maikäfer wenig Spaß. Lassen die Fröste sich hören mit Knarren, wirst du nicht lange auf den Regen harren. Kühle und Abendtau im Mai, bringen Wein und vieles Heu. Wie das Wetter am Himmelfahrtstag, so auch der ganze Herbst sein mag. Nasse Pfingsten, fette Weihnachten. Erdbeeren um Pfingsten deuten auf guten Wein. Ein Bienenschwarm im Mai, ist wert ein Fuder Heu; aber ein Schwarm im Juli, der lohnt kaum der Müh’, Konferenzthemen. 41.) Weg mit dem inhaltslosen Methodisieren! (Stoff im Jahrg. 1907, — Jahrg. 1908 auf Seite 542, 583, 587, 589, o90, 598, 613, 635, 648, 671, 699, 715, 718, 721, 743, 745, 771, 792, 817, 837, — Jahrg. 1909 auf Seite 851, 874, 902, 927.) 42.) Formale Bildung im Dienste des praktischen Unterrichtes. (Stoff im Jahrg. 1907, — Jahrg. 1908 auf Seite 538, 542, 549, 610, 614, 635, 640, 663, 670, 687, 739, 743, 745, 767, 795, 819, 827, 851, 855, 889, 900, 922.) 43.) Wie macht sich der Lehrer die Schule zur Stritte des Frohsinns, zur Stätte der Macht? (Einige Leitartikel im Jahrg. 1907, — im Jahrg. 1908 auf Seite 557, 587, 591, 609, 615, 619, 635, 637, 640, 644, 659, 661, 663, 685, 709, 711, 717, 741, 751, 771, 795, 799, 819, — int Jahrg. 1909 ans Seite 847, 863, 876, 880, 884, 889, 899, 910, 912, 917, 922, 930, 935, 939.) (Fortsetzung folgt.) Die lüccbselredc. Zur 9. Krage. iHansaufgaben in der Landschule oder nicht ?) 41. Urteil. Lehrer Friedrich Madritsch in Leoben-Eisentraten, Kärnten. In Märkten und größeren Orten unbedingt, in Gebirgsschulen und Einschichten je nach örtlichen Verhältnissen und Jahreszeiten. Der in der Schule durchgenommene Wissensstoff soll s cher angeeignet werden und die Erreichung eines Könnens durch fortgesetzte, selbständige eigene Tätigkeit ist unbedingt anzustreben. Dieser Zweck kann aber durch noch so fleißige Arbeit in der Schule nicht erreicht werden und deshalb sind Hausaufgaben unentbehrlich. Wenn sie aber von Nutzen sein sollen, so müssen sie in der richtigen Weise gestellt werden, daß sie nicht zu schwer und nicht zu leicht, aber auch nicht zu zahlreich, sondern mäßig und gut vorbereitet sind, so daß sie auch von den Durchschnittsschülern ausgeführt werden können. Sind sie zu schwer oder sind der Aufgaben zuviel, so werden sie falsch und schlecht gemacht, der Schüler wird von Mißmut und Verzagtheit befallen und durch Überbür-dung an seiner Gesundheit geschädigt. Wenn das eben Angeführte nicht der Fall ist, so werden die Aufgaben von einem Mitschüler abgeschrieben oder von den Hausgenossen gemacht oder sonst durch irgend einen Betrug hergestellt, damit der Schüler der Schulstrafe entgehe oder eine gute Klassifikationsnote erhalte. In dieser Hinsicht wirken die Hausaufgaben sogar moralisch schädlich. Sie wirken aber auch schädlich, wenn durch dieselben zuviel Zeit in Anspruch genommen wird, denn dem Kinde muß Zeit zu Spiel und Bewegung in freier Luft bleiben. Kommt das Schulkind im Sommer nach Hause, so muß es bis zur Dämmerung häusliche und landwirtschaftliche Arbeiten verrichten und indessen ist auch die Schlafenszeit gekommen. Im Winter kommt es sowieso erst in der Dunkelheit im Vaterhause an und bei einem flackernden Kerzenlichte, bei einer rauchenden Spanfuchtel oder bei einer rußigen Öllampe von den zehn Jungfrauen wird man doch keine Ausarbeitung der Hausaufgaben verlangen. Seien wir Lehrer auf dem Lande mit den Hausaufgaben möglichst sparsam; leiten wir die Kinder vielmehr an, möglichst unmittelbar und mit offenen Augen in dem Buche der Natur zu lesen, das land- und forstwirtschaftliche sowie gewerbliche Leben und Treiben zu beobachten, im Umgange mit der Natur sich für das Große und Schöne zu begeistern und an den Brüsten der Allmutter Natur sich zu nähren, so werden wir Zukunftsmenschen mit klarem Blick, warmfühlendem Herzen und tatkräftiger Hand heranbilden. 42. Urteil. Schulleiter Karl Wanderer in Wetzleinsdorf, N.-Ö. Hausaufgaben sind ein Bindeglied zwischen Schule und Haus. Da sollte man meinen: Je öfter, desto besser! Das kann nun aus vielen bereits erkannten Gründen nicht sein. Also seltener? Ja! so will es auch bei uns in Niederösterreich die Verordnung, die für Sprache und Rechnen im Schuljahre je zehn Hausaufgaben vorschreibt. Wie kann aber die über den Wochenferialtag gegebene Hausaufgabe ein Bindeglied zwischen Schule und Haus sein, an welchem Tage, Eltern und Kinder in der Wirtschaft vollauf tätig, nicht recht Zeit finden, die Aufgabe zu machen oder zu überprüfen. Über den Sonntag? Ja! Ich habe die Erfahrung, daß über den Sonntag gegebene Aufgaben pünktlicher und reinlicher gebracht werden und die Eltern sich auch eher Zeit nehmen, die Arbeiten der Kinder anzusehen. Damit nun diese ja um die Hausaufgabe wissen, lasse ich in jüngster Zeit die Aufgaben von den Eltern unterschreiben.1 Zur 11. Krage. (Soll die Schiefertafel ans der Schule verbannt werden oder nicht?) 32. Urteil. Oberlehrer Josef Gyhra in Deutsch-Horschowitz (Böhmen). Ich wirke schon 12 Jahre an d. r zweiklassigen Volksschule und habe während dieser Zeit die Schiefertafel aus beiden Klassen gänzlich verbannt Als ich das erste Jahr dieses Folterwerkzeug aus der ersten Klasse entfernte, probierte ich vorerst ein halbes Jahr lang das Schreiben mit dem Bleistifte. Als ich sah, daß ich solcherart eine gefällige Schrift erzielte, schritt ich im zweiten Jahre sofort zu Feder und Tinte. Die ersten vier bis fünf Schreibstunden machen den Schülern und dem Lehrer freilich kein besonderes Vergnügen. Hiezu gehört vor allem Ausdauer und Geduld. Ausgerüstet mit diesen zwei Haupttugenden eines Lehrers geht es von Stunde zu Stunde besser, wenn das Kind liebreich behandelt und durch Lob zu weiteren Erfolgen aufgemuntert wird. Beim Schreiben mit Feder und Tinte ist es Hauptsache, daß der Lehrer dem Kinde eine richtige Federhaltung, ein vorsichtiges Eintauchen, ein exaktes Abtrocknen mit dem Löschblatte und ein gründliches Reinigen der Feder mit einem Leinwandflecke, den das Kind stets bei sich haben muß, beibringt. Wird Gesagtes peinlich durchgeführt, dann ist es mit dem Klecksmachen und dem Beschmutzen der Hände und Kleider durchaus nicht so schlimm, wie allgemein vermutet wird. Zu beachten ist, daß anfangs Hefte gewählt werden, die breite Zeilen aufweisen. — Betreffs des Einwandes, daß den Eltern Papier und Hefte zu teuer sind, kann ich sagen, daß mir in dieser Beziehung nie eine Klage zu Ohren gekommen ist. Im Gegenteil: mir wurde oft mit Freuden versichert, daß den Eltern nichts zu teuer ist, da die kleinen Knirpse mit ihrer Schreibkunst den Alten eine förmliche Bewunderung abgezwungen haben. Jetzt wäre gerade die richtige Zeit, den Versuch mit Feder und Tinte zu machen, da in den Papierfabriken infolge der Einführung der neuen Hefte billiges Papier und billige Hefte zu haben sind. Eine jede Neuerung stößt auf Widerstand, da man von dem einmal Gewöhnten nicht lassen will. Aber trotzdem frisch an das Werk und Griffel und Schiefertafel werden gewiß bald zu den Altertümern gehören. 33. Urteil. Schulleiter Richard Stissen in Watschig, Kärnten, ln meinem Lehrzimmer ist an der Wand gegenüber meinem Katheder in Großbuchstaben von mir der Spruch angebracht: „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“. Dadurch, daß ich durch diese Maßregel gezwungen bin, mich stets dieses Spruches zu erinnern, richte ich auch meinen Unterrichtsbetrieb demgemäß ein und es ist mir dieser Spruch bei der Beurteilung und Beantwortung der 11. Frage ebenfalls maßgebend, die kurz lautet: „Auf der Unterstufe lasse ich die Schiefertafel gelten, — Auf der Mittelstufe gebrauche ich sie nur mehr selten, — Auf der Oberstufe, dünkt es mir, — Trete in seine Rechte das Papier. — Denn was man von der Schiefertafel Gutes auch vernimmt, — Nur für die Schule, nicht für das Leben ist sie bestimmt!“ Zur 12. Krage. (Notensmgcn in der Landschule oder nicht?) 8. Urteil. Lehrer H. Petschauer in Lienfeld, Krain. Ob an Landschulen nach Noten gesungen werden soll, diese Frage kann getrost mit einem Nein beantwortet werden. In der kurzen Zeit, die man dem Gesangsunterrichte gelassen hat, sich noch mit den ermüdenden Treffübungen abzumiihen, wäre fürwahr ein sträfliches Beginnen. Die Schüler können eine volle Treffsicherheit in den sechs Schuljahren (in Krain dauert die Alltagsschule nur sechs Jahre) unmöglich erlangen, und wenn sie einige Sicherheit erlangt haben, dann verlassen sie die Schule. Als frohe Menschenkinder werden sie später gewiß nicht nach den vergilbten Notenblättern greifen und streng nach Takt und Tonart ein Lied ein- 1 In Stadtschule» ist das geradezu ein unerläßliches Mittel, weil cö die Eltern zwingt, bei der Erziehung mittätig zu sein. Es würde weil anders um die Wertschätzung unserer Arbeit stehen, wenn wir sie nicht immer unter den Scheffel stellten. D. Sch. üben; sie werden vielmehr frisch und freudig ihre Stimme erschallen lassen, unbeengt durch den Taktstock des gestrengen Dirigenten. Man gebe lieber den Kindern einen Schatz von Melodien und eine reiche Zahl unserer ewig schönen Volkslieder mit ins Leben hinaus, nicht aber eine mangelhafte Kenntnis der Noten, mit der sic nichts anzufangen wissen. Man mache den Schülern die Stunde der lauten Freude nicht zur Stunde stiller Qual und lasse die veredelnde und erhebende Wirkung des Gesanges auf ihr empfängliches Gemüt eindringen. Zur 13. Krage. (Soll den Eltern zeitweise der Zutritt zum Unterrichte gestattet werden oder nicht?) 7. Urteil. Schulleiter Wuser, Hochstraßen. Die Eltern sollen von Zeit zu Zeit dem Unterrichte beiwohnen. Da man die unsichtbare Arbeit eines Lehrers nicht immer vollwertig einschätzt, soll sie für das Volk eine sichtbare werden. Der Bauer glaubt, daß die modernen Lehrer zu gut bezahlt werden, weil sie nicht einmal mehr hauen wollen. Kommt doch hie und da einer mit der Bitte, tüchtig dreinzuschlagen, damit die Kinder etwas lernen. — Wenn sich die Eltern vor dem Besuche anmelden, wird der Unterricht nicht gestört. Die Kinder gewöhnen sich an das Regelmäßige (Übungsschule!). Der Herr Inspektor stört doch auch nicht, am sichersten nicht, wenn man sein Kommen ahnt. Der Wert unserer Arbeit hängt nicht nur vom Erfolge, sondern zu oft auch von den verschiedensten Zufällen ab. Zur 15. Krage. (Was ist au der bestehenden Lehrerbildung zu ändern?) I. Urteil. Lehrer Karl Brodschöll in Kaltenbrunn, Tirol. Die Lehrerbildung muß auf ganz gleichem Wege wie der Volksschulunterricht verbessert werden. Mitten aus dem Natur- und Kulturleben heraus hat der Zögling sein Wissen zu schöpfen. Die blindwütige „Bücherstuckerei“ ist zu vermeiden. Der Lernstoff ist nach meiner Ansicht nicht zu groß, aber an der Art fehlt’s, wie er erworben wird. Nach zwei Seiten hin hat ja der Lehrer als Person zu gelten: als Lehrer und als Weltmensch. Darum braucht er außer den pädagogischen Fertigkeiten und gerade zur Sicherung derselben ein nettes Sümmchen von Kenntnissen, eine sogenannte allgemeine Bildung. Fünf Seminarjahre wären unbedingt notwendig, wenn der Stoff auch in seiner Tiefe behandelt werden soll. Und um eine „gründliche“ Aneignung kann es sich ja eigentlich fürs erste doch nur handeln. In der Anstalt muß indes mit der Zeit mehr gegeizt werden. Die Prüfungshalbstunden (angeblich zur Wiederholung!) müssen wegfallen; die Zeit soll ganz der Darbietung und Verarbeitung des Stoffes gewidmet sein. Ab und zu eine gründliche Prüfung, bei der aber der Zögling das Thema in freier Rede besprechen soll! Das würde die Selbständigkeit fördern. Nun zu einem Gegenstände. Naturkunde! Da sollen die Mineralien nicht mehr so steif im Klack und Frack ihrer Kristallform auf-niarschieren wie die Nationalvertreter im Volkshause, von denen keiner mit dem ändern was zu tun haben will. Wie Großösterreich braucht auch das Naturreich seinen Kitt! — Der Zögling soll sich im Lehrmittelkabinett heimisch fühlen dürfen (nicht bloß einzelne „bessere“ Schüler, oft nur die Lieblinge des Professors!). Und wozu sind denn die Sammlungen in den Museen da? Etwa bloß für die Fremden, für die Städtebesucher? Dutzendmale bin ich stundenlang vor den Naturalien und Gemälden im Museum zu L. gestanden, nie kam einer von meinen Mitschülern daher; umsomehr freute mich das rege Interesse vonseiten der Bürgerschüler. Hand in Hand mit der Naturkunde müßte die Arbeitskunde gehen. Das ist vielleicht der wichtigste Realgegenstand. Die Fabriksherren würden den angehenden Lehrern sicherlich gern die Türen zu ihren Arbeitsräumen offen halten und auch manch ehrsamer Handwerker stellte einem Werkstättenbesuch nichts in den Weg, im Gegenteile: stolz wäre er auf seine Kunst, wenn sie auch von den Bildungsbeflissenen die gebührende Würdigung erfahren würde. Dann erst der Nutzen von Lernausflügen! Ich unterscheide hier zwei Gattungen: a) solche, die sich auf die Umgebung der Stadt beziehen, b) solche mit einem entlegeneren Ziel. Von einem Musterbauer ließe sich ein gut Stück praktischer Landwirtschaft erlernen, in manchem Erdenwinkel könnte die Wunderwelt Gottes lebendig betrachtet und studiert werden. (Anklopfen bei den Bahndirektionen um freie Schülerfahrt!) — Unerläßlich erscheint mir beim Studium der Zeichenstift. Professor Burger in Innsbruck hat ja so klar gezeigt, wie wir die Natur kennen und erkennen lernen sollen! Das Zeichnen soll in zweierlei Weise betrieben werden: a) als schematisches Skizzieren, b) als wirkliches, künstlerisches Zeichnen. Bitte, mich nicht mißzuverstehen! Ein Künstler muß der Lehrer nicht sein. Aber ein Verständnis für alles Schöne soll er haben. Und das kann sich jeder erwerben. Gleich in der ersten Seminarwoche den Bleistift zur Hand (später Farbe, Kohle und Kreide) und Naturstudien skizziert! Recht viel soll anfangs gezeichnet werden und dabei weniger die Schönheit als die Richtigkeit des Konterfeis beachtet werden. Alles nach der Natur, womöglich nach der lebenden! (Stilleben haben wenig Wert.) Und das Gedächtnis dabei sehr anstrengen! In ue.5 den oberen Jahren träte dann die künstlerische Beurteilung einerseits, das freie Skizzieren anderseits dazu. — Daß ein solches Lernen „Leben“ heißt, muß einleuchten; mancher Zögling würde sich lieber zum Arbeitstische wenden als zur Kneipbank. Zum Schlüsse möchte ich noch wünschen, daß alle Unfähigen und Taugenichtse aus der Zöglingsschar schon in ihrem ersten Schuljahre entfernt werden sollen. Durch strenges Vorgehen würden das Ansehen der Lehrerbildungsanstalten und das Wohl des Standes wesentlich gehoben werden. Elterntränen sind kostbar, aber nicht so teuer als das Glück einer edlen, fähigen Lehrerschaft und das Glück der folgenden Generationen! (Ergebnis: Praktische Bildung, Ausflüge, Besuch von Museen, Fabriken, Werkstätten, Wirtschaften, weniger Abprüferei, dafür gründliche Verarbeitung, Kunstsinn, Skizzieren, Auswahl der Zöglinge. D. Sch.) 2. Urteil. Adalbert Lendl. Wenn die Reform der Lehrerbildung gründlich durchgeftihrt werden soll, so muß der Ausbau der Lehrervorbildung in zweifacher Richtung erfolgen, 1.) in wissenschaftlicher Hinsicht, 2.) in Bezug auf die Lehrerpraxis. Die einfachste und gründlichste Reform wäre die vollständige Mittelschulbildung, sodann ein ein- oder mehrjähriges pädagogisches Fachstudium für den künftigen Lehrer festzusetzen. Es besuchen ohnedies schon längst alljährlich zahlreiche Abiturienten der Mittelschulen den vierten Jahrgang der Lehrerbildungsanstalt oder das Wiener Pädagogium, um sich hier für den Lehrberuf vorzubereiten. Die Einreihung der Lehrer in die vier untern Rangsklassen der Beamten wird doch in der nächsten Zeit durchgeftihrt werden 1 Da dadurch die Lchrergehaltsfrage befriedigend wäre, würden sich zur Aufnahme in die pädagogischen Fachkurse genügend Absolventen der Mittelschulen melden. Diese Reform würde dem Staate keine Kosten verursachen. An Stelle der Lehrerbildungsanstalten würden einfach die pädagogischen Fachkurse treten. Fast noch wichtiger als die wissenschaftliche Reform ist die Frage der gründlicheren Einführung des Lehramtskandidaten in die Schulpraxis. Wir Lehrer haben an uns selbst erfahren, daß an der Anstalt diese ganz und gar unzureichend ist. Während auf der Post, bei der Bahn, beim Steueramte usw. überall eine kürzere oder längere Probepraxis behufs Einführung in den Beruf verlangt wird, ist dies beim ungleich schwereren Lehramte, bei dem der werdende Mensch selber das Operationsobjekt darstellt, bisher nicht der Fall. In der Übungsschule hat der Zögling vor etwa 20 bis 30 auserlesenen Kindern einige Probeauftritte gemacht. Das war alles. Rat- und hilflos steht dann der „fertige“ Lehrer den 50 oder auch mehr Kindern seiner Klasse, die meist mehrere Altersstufen vereinigt, gegenüber. Oft sind die Kinder verwahrlost, geistig minderwertig. Sie alle soll der Neunzehnoder Zwanzigjährige, der nicht die mindeste Erfahrung hat, zurechtbringen. Er kämpft mit der Disziplin, die einfachsten Dinge sind ihm fremd. Wenn das Schuljahr zu Ende ist, gewahrt er mit Betrübnis die Erfolglosigkeit aller aufgewendeten Mühe. Mit unendlichem Fleiße muß der Anfänger im Lehramte sich erst auf Kosten der armen Kinder eine Praxis erwerben. — Gar oft will der junge Kollege verzagen, an sich selber irre werden. Wie gerne würde er einen anderen Beruf ergreifen! Doch die Militärgewalt hielte ihn jahrelang im Banne, oder er muß reversmäßig wenigstens sechs Jahre „Schule halten“, sofern er ein Stipendium genossen. Endlich nach vieljährigem Suchen und Tasten, nachdem er seine besten Kräfte eingesetzt hat, gelingt es ihm, mit verhältnismäßig geringer Mühe mehr zu erreichen. Er ist ein praktischen Lehrer geworden. Leider ist er nun meist abgearbeitet, nervös, oft verbittert und wird seines Lebens nimmer froh. Aus gar manchen Lehrerfamilien hat der Tod frühzeitig den Ernährer geholt; das Opfer hat sich im Dienste aufgerieben. Ich frage: Warum läßt man den jungen Lehrer nicht einige Jahre bei anerkannt erfahrenen tüchtigen Schulmännern, natürlich auch auf dem Lande und unter minder günstigen Schulverhältnissen praktizieren? An der täglich, ja stündlichen Führung eines erprobten Praktikers würde er in Monaten mehr lernen als jetzt in ebensovielen Jahren durch sich selbst. Die Schüler wären nicht mehr Versuchskaninchen, die Erfolge würden steigen, der junge Lehrer, nun voll Berufsfreude, würde zu höheren Leistungen angespornt werden. — Zwischen den Lehrerpraktikanten und dem Meister der Schule würde gar oft ein schönes freundschaftliches Verhältnis auch für die Zukunft sich entwickeln und der ältere, erfahrene Mann würde dem jungen, wissenseifrigen Lehrer gar oft ein Führer durchs Leben werden. Wenn sich dann noch manche andere Dinge zum Bessern wenden werden, dann könnte cs einmal heißen: „Wen die Götter besonders lieben, den machen sie zum Lehrer.“ Nachbemerkung: Aus den vorstehenden Erörterungen ergibt sich die Forderung nach einem Probejahr. Eine neue Idee! — Es märe zu wünschen, daß gerade die 15. Frage zu einer regen Wechsclrcde führte, damit die Lehrerschaft auf die Gestaltung der sie zunächst betreffenden Dinge gewichtigen Einfluß nehmen könnte. Möge daher niemand zögern, seine Meinung bekanntzugeben! D. Sch. 1 Glücklicher Optimist! D. Sch. Der kranke Lehrer und das kranke Kind Wenn die Tage länger werden und insbesondere am Morgen die Zunahme des Tages durch frühes Hellwerden sich bemerkbar macht, stehen ganz unwillkürlich zahlreiche Menschen früher auf. Es wird uns auch tatsächlich leichter, wenn der Winter uns verlassen hat, das Bett früher zu verlassen. Denn es sind keineswegs Müdigkeit und das Schlafbedürfnis allein, welche viele Menschen im Bette länger als notwendig zurückhalten. Die Winterkälte, die wir im Bette nicht fühlen, bringt es mit sich, daß wir im Winter im Bett uns besonders behaglich fühlen; die Dunkelheit des Morgens ist die Ursache, daß wir uns schwerer vom Schlafe losringen können. Aber, da wir nun keineswegs früher uns zu Bett legen als bisher, ja im Sommer sogar vielfach geneigt sind, den Tag womöglich noch länger auszudehnen, so entsteht die Frage, ob wir mit der geringeren Schlafenszeit auskommen, und die weiteren Fragen knüpfen sich daran, wie viel Schlaf der Mensch braucht, ob die Langschläfer recht haben oder die Frühaufsteher. Im allgemeinen kann gesagt werden, daß über nichts so viele falsche Ansichten im großen Publikum vorhanden sind, als über die Beziehungen des Schlafes zur Gesundheit des Menschen. Alle die allgemeinen Regeln, die im Volke im Schwange sind, wie zum Beispiel die bekannte, daß der Schlaf vor Mitternacht der beste sei, und viele andere haben kaum einen Wert, ebenso wie die aus dem Altertum stammende Weisheit, daß der Mann sechs Stunden, das Weib sieben Stunden und das Kind deren acht zum Schlafen brauche, und daß alles, was darüber ist, vom Übel sei. Vielmehr kann gesagt werden, daß das Schlafbedürfnis jedes einzelnen Menschen ein völlig anderes ist; es richtet sich nach seiner Körperbeschaffenheit, nach seiner Gesundheit, nach seiner Beschäftigung, seinen Lebensgewohnheiten, seiner Nahrung, seiner Zeiteinteilung und womöglich noch viel mehr anderen Dingen. Es braucht sich daher kein Mensch, und sei er der gesündeste, starke Mann, zu genieren, wenn er sagt, er sei ein Langschläfer und brauche acht Stunden oder noch mehr Schlaf, während irgend eine schwächliche Frau behauptet, daß sie mit sechs Stunden völlig auskomme. Geistig lebhafte Menschen, geistige Arbeiter brauchen mehr Schlaf als phlegmatische und körperliche Arbeiter. Dabei mag noch ein weit verbreiteter Irrtum erwähnt werden. Im allgemeinen wird geglaubt, es sei ein fester und gesunder Schlaf, aus dem man schwer zu erwecken ist, während der unruhig Schlafende bei jeder geringfügigen Gelegenheit aufwacht. Das ist keineswegs immer der Fall; auch da sprechen vielfach Lebensgewohnheiten und die körperliche Veranlagung mit. Es gibt Menschen, die einen leisen Schlaf haben, aus dem sie sehr leicht erwachen, der aber doch ruhig und gesund ist. Während die meisten, die einen unruhigen, durch Träume erregten Schlaf haben, sehr schwer zu erwecken sind, weil die ganze Außenwelt, die Geräusche und Lichtwirkungen, welche jene andere sofort erwecken würden, bei diesen nur die Traumwelt beeinflussen und sie nicht sofort zum völligen Erwachen bringen. Aus diesem hauptsächlichen Gegensatz von geistigen Arbeitern, bezüglich geistig beweglichen Menschen und körperlich tätigen Leuten entspringt nun die hauptsächliche Ursache, weshalb wir im Sommerhalbjahr tatsächlich weniger Schlafbedürfnis im allgemeinen haben als im Winter. Die weitaus größere Mehrzahl der Menschen, insbesondere der Stadtbewohner, hält sich in der sogenannten schönen Jahreszeit mehr im Freien auf als im Winter. Würden wir die völlig gleichen Lebensgewohnheiten haben zu jeder Jahreszeit, würde auch das Schlafbedürfnis immer das ziemlich gleiche sein. Dabei kommt freilich in Betracht, daß die Einwirkungen der Helligkeit auf den Schlaf nicht ohne Einfluß sind und daß tatsächlich die größere Tageshelle uns früher erwachen läßt, den Schlaf unruhiger gestaltet. Indessen ist dies auch nur Gewohnheit. Angehörige von Gewerben und Berufen, deren Tätigkeit in der Nacht liegt und welche daher am Tage schlafen, wie die Bäcker, werden kaum irgendwie durch die Helligkeit des Tages in ihrem Schlaf beeinflußt. Und nur dadurch, daß die weitaus meisten Menschen im Dunkeln zu schlafen gewohnt sind, werden sie durch die Tageshelle leichter im Schlafe beunruhigt. Würde man von früh an gewohnt sein, in erhellten Räumen zu schlafen, so würde die Jahreszeit in dieser Beziehung kaum einen Einfluß ausüben. Bei Schulkindern wird man zu unterscheiden haben, ob ihre geistige Tätigkeit und die Erregung der Nerven wirklich im Sommer so viel geringer sind, ihre körperliche Anstrengung wirklich um so viel größer ist, daß sie eine Stunde Schlaf entbehren können. Da, wo den Kindern Gelegenheit gegeben ist, viel im Freien zu spielen, spazieren zu gehen und zwar wesentlich mehr als im Winterhalbjahr, wird man unbedenklich die eine Stunde vom Schlaf abziehen können. Da die Schulkinder höherer Klassen oftmals im Sommer mit Arbeiten so überhäuft sind, daß sie zur Erholung nicht viel kommen, so wird es in sehr vielen Fällen gut sein, daß die Kinder im Sommer früher ins Bett geschickt werden als im Winterhalbjahre. Da ist es aber vor allem nötig, daß sie demgemäß auch früher essen als sonst, denn nichts ist verkehrter, als bald nach dem Essen schlafen zu gehen. Es liegt darin eine doppelte Verkehrtheit; die Nahrung kann nicht den richtigen Verwandlungsprozeß im Körper durchmachen, da der Schlaf ihn stört. Anderseits kann man mit vollem Magen nicht so ruhig schlafen, wie nach vollendetem Verdauungsprozeß. Aber mindestens lVä — 2 Stunden vor dem Schlafengehen soll von den Kindern das Abendessen eingenommen werden, womöglich kein Fleisch, aber Eier, natürlich keine hartgekochten, Brot, Gemüse und Kompotte, aber auch Käse schadet nicht, der von vielen sehr zu unrecht bei Kindern verpönt wird. Insbesondere sind sogar Weichkäse empfehlenswert. Dann Milch, Kakao usw. Denen, und zwar Erwachsenen wie Kindern, welchen die frühe Tageshelle den Schlaf raubt, ohne daß ihr Schlafbedürfnis befriedigt ist, ist sehr zu empfehlen, daß sie durch ganz dichte Vorhänge eine künstliche Dunkelheit im Schlafzimmer erzeugen. Es ist das ein ungemein wesentlicher im allgemeinen viel zu wenig beachteter Punkt dieser Frage. Denn ist es auch keineswegs ungesund, lange zu schlafen, so ist doch entschieden das lange, schlaflose Zubringen im Bett durchaus schädigend. Es wirkt auf den Körper eher erschlaffend als erfrischend und wenn wir mit dem Begriff „Langschläfer“ unbewußt den eines Faulpelzes zu verbinden pflegen, so hat das wohl seine Ursache, daß Leute, die lang und gern, nachdem sie ausgeschlafen, noch im Bett zubringen, körperlich schlaff und träge werden. Das lange schlaflose Liegen im Bett kann als ein Gift angesehen werden, und wie in der Heilkunde oftmals Gifte angewendet werden, die Menschen zu heilen, so auch dieses Gift. Für Nervenschwache, deren Schwäche im Blutmangel und ähnlichen Dingen ihre Ursache hat, ist oftmals längeres im Bettliegen, ja geradezu eine Mastkur im Bette sehr gut; das ist bei Kindern und Frauen sehr oft der Fall. Aber im allgemeinen bleibt das Liegenbleiben im Bette, wenn man ausgeschlafen hat, ein großes Übel und besonders ist dies bei der reiferen männlichen Jugend oft gesundheitlich sehr nachteilig, bei Personen überhaupt, die in der körperlichen Entwicklung begriffen sind. Es ist daher nötig, daß man die Schlafzimmer der Jugend so verdunkelt, insbesondere wenn die Fenster dieser Schlafzimmer nach Osten liegen, so daß die Sonne hineinscheint, daß die Kinder nicht zu früh geweckt werden. Wo man es nicht er- reichen kann, daß die Kinder dementsprechend früher schlafen gehen, soll man darauf dringen, daß sie am Tage V*— 1 Stunde ruhen. Die Kinder sind schwer daran zu gewöhnen, aber mit einiger Energie geht es und haben sie erst zwei- oder dreimal einen Mittagsschlaf gehalten, so wird er ihnen zum Bedürfnis. Die beste Zeit dafür ist vor dem Essen, sobald sie aus der Schule kommen. Man fürchte nicht, durch ein derartiges Schläfchen die Kinder zur Faulheit und Be- quemlichkeit zu erziehen; man scheue aber auch nicht davor zurück, daß das Mittagsschläfchen von vielen als das Privileg des Alters angesehen wird. Die Jugend braucht mancherlei, was auch dem Alter gehört. Villeicht würde aber mancher im Alter das Mittagsschläfchen nicht bedürfen, wenn er in der Jugend diese sehr gesunde Ruhe genossen hätte. Aber vor dem Essen soll dieses Schläfchen, dem gern eine Stunde Nachtruhe geopfert werden kann, vorgenommen werden. Ö. v. Wer wirklich praktische Lehrmittel namhaft zu machen weiß, die bisher noch in keiner Lehrmittelhandlung zu haben sind ? 1 Ich wüßte eins. Ich habe mir bereits vor mehreren Jahren eine kleine Rechenmaschine gemacht, auf den Tisch zu stellen, 60 cm lang, 40 cm hoch, mit nur vier Stäben. An den beiden unteren Stäben sind schwarze Kugeln, welche Einer bedeuten, am dritten Stabe sind rote, die Zehner, am obersten Stabe goldbronzierte, die Hunderter. Zur Erweiterung des Zahlenraumes von 10 bis 20 dienen die beiden untersten Stäbe. Es wird den Kindern gesagt, daß die schwarzen Kugeln Einer bedeuten. Die Schüler sehen, daß z. B. 15 aus 10 und 5 Einern besteht, und bekommen den Mengenbegrilf. Dann lehre ich die Kinder, daß ich für 10 schwarze Kugeln (einen vollen Stab) 1 rote, also für 10 Einer 1 Zehner geben kann, daß also die Zahl 15 auch durch 1 rote und 5 schwarze Kugeln dargestellt werden kann oder aus 1 Zehner und 5 Einheiten besteht. Bei der Zahl 19 frage ich: „Wieviel Einheiten hat die Zahl 19 nebst dem 1 Zehner? (9) Wenn ich nun den übrigen Einer dazugebe, wieviele sind es dann? (10) Was kann ich aber für 10 Einer geben? (1 Zehner.) Wieviele Zehner hat demnach die neue Zahl? (2 Zehner.) Diese Zahl heißt 20. Sie besteht aus wieviel Zehnern? Wieviele Einer sind bei den 2 Zehnern? (Keine oder 0 Einer.) Umkehrung: Wechseln des Zehners in 10 Einer (für 1 rote Kugel 10 schwarze tauschen, für die andere rote auch 10 schwarze). Mengenbegriff: 2 rote Kugeln bedeuten soviel als zwei ganze Stäbe oder 20 schwarze Kugeln, 2 Zehner = 20 Einer. (Nach Erreichung der Zahl 20 ist der unterste Stab mit den 10 schwarzen Kugeln überflüssig und kann, um nicht zu beirren, weggenommen werden. Derselbe Vorgang wie bei 19, 20 wiederholt sich bei 29, 30 — 39, 40 usw. bis 100. Die Mengenbegriffe 30, 40, 50 ... . 100 werden den Kindern an der russischen Rechenmaschine vermittelt oder, wo diese fehlen sollte, durch Punktreihen an der Tafel. Und so, wie es mit den Einern und Zehnern gemacht wurde, wird es auch mit den Zehnern und Hundertern gemacht bis zur Zahl 1000. — An dieser Rechenmaschine kann ich zwei- und dreistellige Zahlen durch wenige Kugeln darstellen und umgekehrt aus an zwei oder allen drei Stäben herumgeschobenen Kugeln zwei- oder dreistellige Zahlen ablesen und abschreiben lassen. Ich habe hier die „Gebrauchsanweisung“ der Rechenmaschine nur in kurzen Umrissen angegeben. Die dazwischen noch notwendigen Fragen ergeben sich von selbst. F. in N. Meine Ansicht über das geplante „Umlaufheft für pädagogische Fragen“. Warum soll jetzt nach fünf Jahren etwas eingeführt werden, das im Grunde genommen nichts anders ist als die bisher gepflogene Ausführung der Wechselrede? Ich denke, die Schriftleitung hat durch die bereits erfolgte Erweiterung der „Blätter“ ohnehin wieder ein ziemlich großes Stück Arbeit bekommen, und wie aus der letzten Folge zu entnehmen ist, wird sich die Arbeit in Hinkunft auch nicht verringern, im Gegenteile — mehren. 1.) Herr Kollege F. C. will das Umlaufheft zunächst nur von Mitarbeitern benützt wissen, deren Namen im Buche vorne verzeichnet sein sollen. (Vergl. spätere Zeilen mit Punkt 11) 2.) wäre ich neugierig, wie lange sich Herr F. C. den zurückgelegten Turnus denkt. Wenn das Umlaufheft drei Tage in den Händen der Mitarbeiter sein darf, so wird wohl meines Erachtens ein Jahr früher um sein, ehe es alle Mitarbeiter zu Gesicht bekommen, denn, soviel ich die „Blätter“ kenne, erfreuen sich dieselben bereits einer ziemlichen Menge von Mitarbeitern, die jedoch nicht alle in einem Kronlande wohnen. Da müßte unbedingt eine bestimmte Kronlandsreihenfolge eingehalten werden, damit die Sprünge von einem Mitarbeiter zum ändern nicht zu weite würden. Gesetzt den Fall: Die Kronlandsreihenfolge ist durchgeführt, die Sache ist, sagen wir, ein Jahr gegangen. Tauchen während eines Jahres nicht wieder neue Mitarbeiter, in ganz verschiedenen Kronländern wohnend, auf? Ist nicht auch ein Abgang durch Tod etc. zu bemerken? 1 Vgl. Folge 56, Seite 729! Gibt es ferners allerorts auch pünktliche Mitarbeiter, d. h., würde wohl jeder schon am vierten Tage das Buch absenden? Im Anfänge ja, da noch zuwenig eingeschriebener Stoff da ist; späterhin ginge dies nicht mehr, denn die Mitarbeiter wären gewiß auch neugierig, was dieser oder jener vorher eingeschrieben hat. Wegen des zunehmenden Stoffes wäre dann bald ein neues Buch nötig und die Anfänger hätten vom alten Buche wieder nur das „Nachschauen“, außer sie hätten soviel Fleiß, daß sie sich das ausgeschriebene Buch von der Verwaltung behufs Einsichtnahme zukommen ließen. Allerdings meint Herr F. C.: Die Schriftleitung müsse eine Sichtung der Eintragungen vornehmen, um gegebenenfalls „Passendes“ zu veröffentlichen. Alle Menschen sind nicht eines Sinnes. Was dem einen gefällt oder paßt, mißfällt dem ändern. Unter den Mitarbeitern gibt es aber sicherlich auch solche, die glauben, nur ihre Meinung sei die richtige und ihre Eintragung müsse veröffentlicht werden; geschieht dies nicht, so fühlen sie sich beleidigt, zurückgesetzt und die Folgen davon sind: a) eine Anfrage an die Schriftleitung um die andere, warum dies oder jenes nicht zum Abdrucke kam; b) Abneigung zum Umlaufbuche, — die Eintragungen werden seltener; c) Gleichgültigkeit inbezug auf Absendung u. a. m. 3.) Die Auslagen für Porto sind zwar gering, doch denke ich, daß ja die Schulleitung auch in diesem Falle an Postgebühr etwas ersparen könnte; an der Außenseite des Paketes einfach den, mit der portofreien (weißen) Begleitadresse gleichlautenden Vermerk „In Schulsachen“ anführen. Wir beziehen schon seit Jahren von der „Landesbibliothek“ in Graz Bücher, die, in ein Kistchen verpackt, mit dem oben bezeichnten Vermerk hin und her wandern. Armenbücher, die ein übergesiedeltes Kind nicht dem Schulleiter oder Lehrer abgegeben hat, nehmen wir ab und senden selbe „portofrei“ zurück. 4.) Die Schriftleitung sei jedesmal von der „Weitersendung des Buches zu verständigen und was dann? Soll die Redaktion die etwa Säumigen schriftlich rügen ? Bis die Rüge ankommt, hat der Langsame mittlerweile die Sendung abgeschickt — die Schriftleitung hatte nur unnütze Schreiberei. — Bleiben wir bei der Wechselrede, wie sie bisnun geführt wurde! Durch das „Umlaufbuch“ würde jeder Mitarbeiter zur Mitarbeit gewissermaßen gezwungen werden und eine „Mußarbeit“ fällt nie so gut aus wie jene, die zufolge inneren Dranges, also frei von Zeit, Umständen usw. entsteht, bezw ausgeführt wird. Wenn wie bis jetzt die Fragen für die Wechselrede aufgeworfen werden, so laufen die verschiedenen Antworten von vielen Seiten fast zu gleicher Zeit bei der Redaktion ein; jede ist anders; beim Umgangs- bezw. Umlaufbuche würde jeder Nachfolger im Namenverzeichnis die Arbeiten des Vorgängers lesen und so ging’s fort, bis dann freilich der „Letzte“ es leicht hätte, seine Antwort auf die laufende Frage mit Schmalz zu übergießen. Briefkasten. Die Resonanz im Leserkreise sollte lebhafter sein, daS Nachempfinden geäußerter Gedanken nämlich, das Mitklingen der Stimmung. Es wäre zu wünschen, daß Für und Wider nicht daheim in der Klause oder im engen Zirkel des Lehrkörpers blieben, sondern in die „Blätter" glitten, damit die Ideen geläutert werden würden. Es heißt, bei Lehrerversammlungen und Konferenzen gelangen Aufsätze aus den „Blättern" zur Verlesung und Besprechung. Warum fliegt das Ergebnis, die Wirkung nicht herein? Und gab es auch kein gemeinsames Urteil, es soll jeder sein eigenes mitteilen; aus dem Streit der Meinungen steigt das Interesse empor und mit ihm das tiefgehende Verständnis. So wird unsere Zeitschrift zum Tummelplatz der Geister, zur „fliegenden Konferenz", als was sie sich bei ihrem ersten Erscheinen gab. Hinein in die Konferenzen, in die Versammlungen, in die trauliche Runde mögen die „Blätter" flattern nnd Ideen wecken Ideen befruchten! Wird dann manches zerzaust, was wir bieten, — was verschlägt's? Wer das Rechte will, wird jedes Wort der Belehrung, und käme es auch in der Form des Tadels, mit Dank quittieren. — Das Kapitel „Randbemerkungen" heischt also regeren Zuspruch, heischt Stoff; es soll künden, was den Beifall fand, was den Widerspruch erregte, was zur Ergänzung rief, was auf falsche Fährten führt. Ich bitte um Beschickung. — Schlkt. A. Sch. in IL. (Steiermark): Das „selbstaugefertigte" Bild Ihres Wirkungsortes zeigt ein idyllisches Plätzchen, kennzeichnet aber auch Ihr Tun außer der Schule, das Lichtbildnern. Gewiß bringt Ihnen die Beschäftigung nach des Tages Arbeit manche Erquickung; es wird sicherlich keine öde Stunde neben. Wie dauert mich da jener Einklaßler, der ausries: „Ja, was soll ich denn mit der freien Zeit anderes anfnnflen, als sie im Wirtshause zu versitzen?" — Süf A. Sck>. in L. (Schlesien): Ihr Gedanke, es mögen Reden, die bei verschiedenen Schulfeierlichkeilen gehalten wurden, hier Platz finden, um den Kollegen, die im gegebenen Zeitpunkte nicht den rechten Stoff zur Hand haben, eine Grundlage zu bieten, entspricht einem oft geäußerten Bedürfnisse und ich stehe daher nicht an, den Raum hiesür frei zuhalte». Borläufig wäre zweifellos eine hübsche Schulschlußrede erwünscht. Wer will sie liefern? — 6r. J». §>. in St. 21. am W.: Wenn Sie im Beurteilungsbogen Nachlesen, so finden Sie den gewünichten Namen. Eine bestimmte Liste von Werken, die für eine zweiklassige Volksschule anzuschafsen wären, aufzustellen, fällt schwer, weil ja das Spezifikum nicht hervorstechend ist. — chvl. Ä. A. in S. (Steiermark): Der Aufsatz „Die Steinkohle" wurde angenommen, muß aber auch bis zum Spälherbste warten, weil er da der rechten Stimmung begegnet. — Hvk. A. K. in K. liei K. (Nähmen): Ich erwarte Ihre Beiträge; auch die „Heimatkunde" möchte ich sehen. — Aus dem Nähmcrwalde kommt folgender Brief: „Gestatten Sie mir einen Herzenserguß! Das letzte Heft der .Blätter'brachte uns ein seltenes Ostergeschenk,Den Frühlingsgruß des Herrn Schulrates Fr. Polack'. Würden doch die goldenen Worte in allen Lehrerherzen eine Auferstehung bewirken! Wie schön müßte sich unser Leben gestalten, welch gute Erfolge müßten erzielt werden, wenn die wohlmeinenden Ratschläge überall Eingang fänden! Lehrer, Schule und die ihr anvcrtraute Jugend mären das, muss sic sein sollen. Wer die Grundsätze dieses trefflichen Schulmannes zu den seinen macht, dem kann cs an nichts fehlen, der muß sich trotz der Bitternisse im Leben nnd im Amte glücklich fühlen — wie meine Wenigkeit, der ich schon vor Jahren aus den Brosamen viel geistige Nahrung und Kraft geschöpft. Wenn auch im Schuldienste ergraut, nunmehr im siebenzehn Jahre hart an der Sprachgrenze tätig, fühle ich mich noch immer jung. Und mein habe ich dieses beglückende Jugendgefühl zu danken? Dem Spender der Brosamen, der uns nun Manna sendet." — Dank allen Lesern, die mir als Zeichen der Treue ihr Bild geschickt haben! Hoffentlich ist die Gegengabe richtig eingelangt. Höt. W. K. in K. (Diöhmen): Besondere Lehrpläne kann ich nicht empfehlen, da ja mir die eingehalten werden dürfen» die für jedes Kronland vorgeschriebe» sind. — Iirk. K. W. in H.: Der eine von den gesendeten Aufsätzen wird dieFcricn-lcktüre bestimmen, der andere demnächst in der „Laibachcr Schulzcitnng" erscheinen. — Kchlkt. 1!\ K. in W. bei K. (Tirol'): Ihre eigenartige Anerkennung wiegt mehr als alle Phrasen. Sie schreiben: „Wenn ein Tiroler Lehrer auch jeden Heller anschauen muß, so opfere ich doch gern die 6 K für die „Blätter". — Die !>., 10. nnd 11. Krage der Wcchselredc werden abgeschlossen, sobald die bisher eingclangtcn Urteile veröffentlicht sind. — Kchlkt. K. W. in K. (Aiedcröslerrcich); Ter cingcschicktc „Südheimmarsch" wurde nicht angenommen. Musikstücke werden grundsätzlich abgelehnt. — Dlach Steiermark: Wenn Sic sonst nichts abhält, den Kreuzzug gegen die „Blätter" zu predigen, als die Rücksicht, nicht das „Geschäft" zu verderben, fo stehen Sic nur auf, denn selbst, wenn Sie Gefolgschaft finden, schaden Sie nur den Lesern, nicht mir, weil die „Blätter" auf ein Geschäft nicht abzielen. Sie (die „Blätter") wachsen mit dem Zuspruch und brauchen durch Gewährung von Ermäßigungen nnd Freistücken das redlich auf, was als Überschuß absiele. Wer daran nicht glaubt, möge sich einfinden; die Rechnungen liegen für jedermann offen auf. — v. H. in W. (Nußrand): Ohne die österreichische Staatsbürgerschaft ist die Anstellung an einer öffentlichen Schule nicht möglich. — Krnßkarten: 1.) Schriftlcitung der L. u. L.-R. — 2.) Lehramtskandidat H. G. in P. (die Südhcim-Marke als „Stempel"). — 3.) Frau M. U. in P. — 4.) Schilt. P. H. in M. (Fannlicnbild). — 5.) Lehramtskandidat O. W. in W. — G.) Aus A. in Südtirol („Bei einem vorzüglichen Tropfen"). — 7.) A. Sch. in B. (ent Blanbildchcn). — 8.) R. L. in L. (Nmlaufheft). — 9.) Lehramtskandidat K. G. in P. — 10.) H. P. in E. („Auch in den entlegensten Tälern Südtirols die .Blätter' gefunden"). — 11.) Aus Abazzia. — 12.) E. T. und K. W. („Der Stadtlchrcr und der Einklaßler im innigen Verein"). — 13.) 2731 m ü. M. („Zwei treue Mitglieder aus den Tiroler Bergen"). — Kleine Mitteilungen. 149.) Die FKaris des Antcrrichtes läßt noch immer viel zu wünschen übrig. In einer höhcrorgani-sicrten Schule fand man letzthin mehrere Schüler betäubt im Turnsaale liegen. Ursache? Dem Ofen ent strömte Kohlenoxidgas. Man hatte cs nicht erkannt, wiewohl das diesbezügliche Lescstück jedenfalls bis zum Überdruß durchgepeitscht wurde. 150.) Kegen die Errichtung von Diszipkinarkkaffen. Aus der Bürgerschul-Zeitung: „Die Schulbehörde hat bekanntlich beschlossen, an den Wiener Volksschulen Disziplinarklasscn für jene Kinder zu errichten, die dein Betrieb des ordentlichen Unterrichtes hinderlich sind. Gegen diesen Beschluß veranstaltete am 3. v. M. die Sozialpädagogischc Gesellschaft im Eisenbahnklub eine Protestkundgebung. Referent Lehrer Leopold Höfcr wies auf die Armee der 30.000 Repetenten nnd auf die Überfüllung der Wiener Volksschulen hi die einen individuellen Unterricht unmöglich macht, nnd erklärte, daß nicht die erschreckend große Zahl von Repetenten die Schulbehörde zur Errichtung von Disziplinarklassen bestimmt habe, sondern die Furcht vor dem Überhandnehmen der jugendlichen Platten, die namentlich den Schrecken der vorortlichen Wirts- und Kaffeehäuser bilden. Für solche Kinder gehören eigene Erziehungsanstalten, die freilich viel Geld kosten. Gegen die Disziplinarklassen aber, wie man sie jetzt plant, muß die Lehrerschaft energischen Protest erheben." 151.) Nürgerschnlleyrerkurs. Der steiermärkische Landesschulrat beabsichtigt im Laufe des nächsten Schuljahres die Abhaltung eines Bürgerschnllehrerkurses an der k. k. Lehrerbildungsanstalt in Graz. Dieser Unterricht soll mit einem Kurse für Bürgerkunde verbunden werden. 152.) Auszeichnung an die Lehrerschaft. Von den Auszeichnungen, die anläßlich des Regicrungs-jubilänms des Kaisers verliehen wurden, entfielen der Titel eines Rcgierungsrates auf 7 Direktoren von Lehrer- oder Lehrerinnenbildungsanstalten, der eines Schulrates auf 1 Direktor einer Lehrerinnenbildungs-anstatt, 7 Hauptlehrer und 6 Bezirksschulinspektoren; der eines Kaiserlichen Rates auf 8 Bezirksschnlinspcktoren und 1 Oberlehrer (Abg. Legier in Reichcnberg); das Ritterkreuz des Franz Fosef-Ordens auf 2 Direktoren von Lehrerbildungsanstalten, 1 Bezirksschnlinspektor (Dr. Eibl in Wien) und auf 1 Professor am Zivilmädchenpensionat (Franz Branky in Wien); das goldene Verdienstkreuz mit der Krone auf 13 Bezirksschulinspektoren, 1 Hauptlehrer, 6 Übnngsschnllehrer, 4 Übnngsschullehrerinnen, 21 Bürgerschuldirektorcn, 3 Oberlehrer, 2 Fachlehrer, 1 Direktor tutb 1 Lehrer von Taubstummenanstalten und 1 Oberlehrer eines Blindeninstituts, 1 StaatSvolkoschnllchrcr; das goldene Verdienstkreuz aus 6 Biirgcrschnldircktorcn, 5 Bürger-schuldirektorinnc», 51 Oberlehrer, 2 Oberlehrcrinnen, 2 Fachlehrer, 2 Fachlehrerinncn, 4 Volksschullehrcr, 3 Volksschullchrerinnen, 1 Taubstummen lehret; das silberne Vcrdienstkreuz mit der Krone auf 1 Oberlehrer, t) Volksschullehrcr und 3 Volksschullchrerinnen. 153.) Dem Amtotitcn ins Stammvuch; Halte dich im stillen rein und laß es um dich wettern! Je mehr du fühlst, ein Mensch zu sein, desto ähnlicher bist du den Göttern. Goethe. Alt der Neichsgreiye von Schule zu Schule. (glne Schukreilc durch Kärnten, 6irof, Worarkverg, die Schweiz, Aaden, Mürttemvcrg, die ^»ohcnzolkcrn- kande und Aayern.) 10. €inc schmucke Einklassige und ihre stolze Genossin. (Fortsetzung.) Die Stadtschule, eine fünsklassige Volksschule mit einer angeglicderten dreiklassigen Bürgerschule, staud breit auf einem üppigen Rasen. Die Hauptfronl sah zur Hauptstraße herab, herab auf einen bunten Teppich, auf einen wohlgepflegten Blumengarten. Rechts und links zogen sich Baumkultnren hin; rückwärts im Schatten war der geräumige Turnplatz. Faßte man das ganze Bild ins Auge, so war man von der Proportion befriedigt. Mancherorts vergißt man des Umstandes, Haus und Umgebung in das rechte Verhältnis zu bringen. Zumeist wird mit dem Gartcnanteil gegeizt, so daß auf engbegrenzter Fläche ein Block steht, der massig, erdrückend erscheint, iveil er den größten Teil der Bildfläche ausfüllt. Und was beit meisten Stadtschulen abgeht, das ist der Blumengarten. Soll nicht gerade das Stadtkind sich an der Blütenpracht erquicken? Wo der Blick nichts trifft als Mauern und Pflastersteine, muß man dem Kinde durch die Anlage eines geräumigen Schulgartens die Natur erschließen. Man rücke die Schulhäuser aus dem Ge wühle des rauschenden Lebens, zwinge die Schüler zur Bewegung und biete ihnen dort, ivo Land und Stadt sich berühren oder wo der gesunde Sinn noch ein freies Plätzchen übrig gelassen hat, die Stätte der Bildung und des Frohsinnes. In D. war man dessen eingedenk. Man hatte die Schule ans dem Bereich der Schlotte und der dichten Häuserzeile gezogen und sie auf den Rasen gesetzt, dessen Ausläufer im nahen Walde verschwanden. Etwas, was in der Regel zu wenig Beachtung findet, zeigte der Schulgarten in bester Durchführung: eine Waldbaumschule. Für die Bewohner des Ortes war der Wald das Brot. Sägen schnarrten in der Umgebung, mit Holzklötzen beladene Wagen ächzten durch die Gassen, vor dem Bahnhöfe erhoben sich Brettertürme, auch eine Zellulosefabrik dampfte dort im Hintergründe. Also Holz, Holz, das war die Losung! Daher war der Schulgarten entsprechend beschickt worden. Vom Holze der Waldbäume lebt wohl so manches Land, so manches Tal, so manches Dorf; allein es spiegelt in den seltensten Fällen der Schulgarten die Lebensfrage wieder. Warum nicht? Uniformität, pädagogische Model Weil es nun in dem Büchlein steht, der Obstbaumzncht sei ein besonderes Augenmerk zuzuwenden, so muß ihrer allerüberall gedacht werden. Das Kleben am Buchstaben ist uns sosehr eigen, daß wir alles gleich als unumstößlich erachten, was Schwarz auf Weiß vor uns liegt. Wieviele Orte könnten durch die Kultur von Heilpflanzen, durch die Pflanzung von Strauchwerk neue Erwerbsquellen erschließen! Aber nein, man ist nun einmal auf den Obstbau versessen und er muß im Vordergründe stehen, ob die Bedingungen gegeben sind oder nicht. Es fehlt also an bodenständiger Bewirtschaftung des Schulgartens. Der Direktor der Volks- und Bürgerschule zu D. geleitete mich nach der Besichtigung des Schulgartens über eine breite steinerne Treppe zum Gange im ersten Stockwerke. Schon beim Aufstiege überraschte mich der reiche Bilderschmnck der Wände; als ich nun den Blick und) rechts und links gleiten ließ, tut sich eine förmliche Bildergalerie auf. Die Sache fand folgende Erklärung: „Wir «vollen, daß die Schüler das, was sie kennengelernt haben, immer wieder vor sid) sehen, um die gewonnenen Eindrücke zu reproduzieren. Was ihnen unbekannt ist, nährt das Interesse, auf daß einmal die Erklärung komme; was bekannt ist, dringt immer tiefer in die Seele ein. Ob nun die Bilder im Schrank verstauben und vergilben ober hier den« Licht und den Fliegen ausgesetzt sind, das hält sich ökonomisch so ziemlich die Wage. Übrigens ist dadnrck), daß die gegenüberliegende Seite durchwegs verglast wurde, der Nachteil ans das mindeste Maß beschränkt worden. Wie anders wirkt nun der Raum ans die Sdsiiler und auf den Besucher als zuvor, da die kahle Wand als öde Wüste herabsah. Auch etwas Praktisches hat die Einrichtung im Gefolge. Braucht der Lehrer plötzlich irgendein Bild, so muß er nicht erst im Lehrmittelkasten kramen, sondern er holt sich das Nötige mit dein dort in der Ecke lehnenden Hakenstock herab und schleppt es in die Stube oder er kommandiert: ,Reck)ts um, marsch, in den Gang!' Alles, was der Schüler im Laufe der Jahre als Vorstellung sich zueigen gemacht hat, tritt jeden Tag vor sein Auge und hält das Wissen warm. Sv wird die geschmückte Wand ein Repetitorium, ein orbis pictus, ein Universum für den kleinen Weltbürger." — Es lag mir wohl manches Wider ans der Zunge; allein der Direktor sprach so überzeugend, daß ick) die Schlacht kaum gewonnen hätte. Ich schwieg daher und ließ den Wandschmuck voll auf mich wirken. Zn oberst waren die großen, kolorierten Bilder angebracht, in der Mitte Porträts, zu unterst Ausschnitte aus illustrierten Zeitungen. Eine gute Idee! Wieviel könnte hierin and) in der ärmsten Dorfschule geleistet werden! Reiche Leute geben Zeitschriften, wie „Die Gartenlaube, Das Buch für alle, Das Universum, Vom Fels zum Meer" u. a. mit Vergnügen ab, wenn man darum für die Schule bittet. In den Bänden liegt so manches wertvolle Bild, das den Unterricht belebte. Man schneidet es sorgfältig heraus, klebt cs ans ein steifes Papier und das Anschauungsmittel ist fertig, das Anschauungsmittel für die Schüler und für das Volk, das, zum Elternabend geladen, sich alles beguckt, ivas da hängt und lockt. Die „stolze Genossin" hatte es nicht verschmäht, solcherart den Schatz zu bereichern; also darf and) die Einklassige den Eifer bekunden. — Es war leider nicht Unterricht, den der Ferialtag galt für Stadt und Land. Sv konnte also der pädagogische Fvrschungsreisendc nur in toten Schätzen wühlen. Zunächst gerieten wir in das Zimmer des Physikers. Manche Lehrerbildungsanstalt kann sich des Reichtums, der hier lag, nicht rühmen. Nad) dem Lehrbnche war im Glassd)ranke alles verteilt, was der fürsorgliche Ortsschnlrat zur Belebung des naturkundlichen Unterrichtes angeschafft hatte. Man fand im Kasten alle Kapitel des Buches vertreten. Nur im letzten Abteil hielt unsere Kenntnis nicht mehr stand; da war das Neueste vom Neuen. Es ist recht so! Wenn man schon in der Lage ist, nach Herzenslust in Lehrniittelkatalvgen zu schwelgen, so lasse man moderne Apparate kommen. Man führt mit ihnen den Schüler ins Leben, wie es ist, nicht, wie es war; man bildet den jungen Mann für das Geschäft des Tages, oft für den Berns. Als wir uns zum Fortgehen wenden wollten, kam der Walter im Reich der Maschinen, der Fachlehrer für Naturlehre. Er war kaum dreißig; und doch lag ein seltener Ernst in seinem Gesichte. Auch gestern hielt er sich abseits vom heitern Trubel. — „Warum so trübe, Herr Kollege?" „„Ach, mich ärgert dieses unaufhörliche Nachholen an Stoff, das Verkleben meiner Bildungslücken. Sendet man mich ins Leben mit einem wvhlgespickten Reifezeugnisse. Da ick) draußen bin, gewahre ich mit Schrecken, wie wenig ick) weiß, wie wenig ich kann. Ich beginne zu flicken. — Es kommt die zweite Prüfung. Sie bringt mir wieder die .Auszeichnung' und doch fühl' ich mich nicht stark genug zum Amte, das man mir verliehen. Alles ist halb, alles starr. Nun werf' ick) das, was man Wissensschatz nennt, von mir und beginne von unten auf zu bauen. Fünf Jahre hocke ick; hinter den Büchern. Ach, diese Bück)er! Wie gerne würde ich hinaus in die Stadt, in das Lehrmittelzimmer und experimentieren und erproben und ergründen! Vergebliches Sehnen, die Pflickst hält mich im einsamen Gebirgsdvrf! Da schreite ich denn eines Tages wissensschwanger zum Prüfungstische, bestehe das Examen und meine nr-j Buchgelehrsamkeit bekommt wieder die vornehmste Punze. Ich werde Bürgerschullehrer — und weiß mich noch immer nicht im Besitze dessen, was ich ersehnte: in der wahren Erkenntnis der Dinge, in dein Besitze des durch eigene Überzeugung geläuterten Wissens und flüssigen Könnens. Das Geschick wirft mich in dieses Kabinett. Wie starren mich all die Apparate anl Sie möchten so gerne leben — und ich, ich kann ihnen nicht die Seele einhauchen. Dem Supplenten an der Mittelschule drüben geht cs nicht besser. Was tun? Während andere sich an dem freien Tage ergehen, muß ich hier probieren und studieren, ans daß morgen alles klappe, wenn die Hörer die Bestätigung für das bekommen wollen, was das Buch strikte behauptet."" „Das ist ja doch ein Vergnügen, mit dem Forscherblick in die Geheimnisse der Maschine zu dringen." „„Gewiß wäre es schön, drängte nicht der Stoff zur Hast, ginge nicht alles auf Kosten der Gesundheit. Hätte man uns in der Bildungsanstalt auch nur einigemale an die Apparate herangelassen, wie anders wären wir gerüstet worden! Da jedoch nur das Auge an der Erscheinung sog und der Finger das glänzende Ding nicht berühren durfte, so blieb wohl das Bild in der Seele, aber eben das tote Bild, das Diagramm. Wie steigt indes das Interesse, wenn ich einen meiner Schüler hinter den Tisch stelle und ihn das gerade entwickelte Experiment ausführen lasse! Und wie dringt das ein, wie lebt es in den kleinen Augen, wie zuckt cs durch die Sinne! Schade, vaß Sie morgen nicht da sind; Sie sollten ihre Freude daran haben!"" Der junge Amtsbruder hatte mich damit an den Aufbruch erinnert. Ich drückte dem Wackeren die Hand und ging mit dem Direktor in die Kanzlei. „Wenn alle soviel Selbsterkenntnis besäßen und so gründlich an ihrem Wissen korrigierten! So mancher wallt mit dem lockeren Mosaik von Begriffen ins Leben, ohne auch nur eine Stunde der Ergänzung und Verkittung zu widmen. Die Unklarheit, die sein Inneres durchzieht, prägt seinem ganzen Tun den Stempel der Oberflächlichkeit auf und Generationen verraten den Mangel an Vollständigkeit, an festem Wollen und Handeln. — Die Kanzlei des Direktors gliederte sich in zwei Teile. Zunächst traten wir in ein E in p-fangszimmer. Eine Salongarnitur neuesten Stils lud zum Platznehmen ein. Elegante Schränke boten die Werke der Klassiker in reichverzierten Einbänden. Das Zimmer machte den Eindruck eines ausgesprochenen Empfangssalons. Der Direktor meinte, er hätte dem Ortsschulrate nahegelegt, man möge, wenn schon soundsoviele tausend Kronen dreingehen, nicht geizen, sondern alles dransetzen, der Schule das zu geben, was die Zeit verlangt, was das Ansehen der Anstalt hebt. Und so war das Empfangszimmer entstanden. Die eigentliche Kanzlei war angrenzend. Sie erschien nach allen Seiten hin in vollbesetzte Bücherstellagen gehüllt. Es bestand nämlich an der Schule die Einrichtung, sämtliche methodischen Werke zu bestellen, sie behufs Erprobung unter die Mitglieder des Lehrkörpers zu verteilen und dann in der Kanzlei aufzustapeln. Allmonatlich wurden über die gelesenen Bücher in der Lehrerberatung Urteile abgegeben, besonders wichtige Stellen bezeichnet und jene Neuerungen erörtert, die ans die örtlichen Verhältnisse anwendbar erschienen. So wurde die Bücherei zum Gemeingut des Lehrkörpers. Gerne hätte ich einige Urteile gelesen; allein der Abend schlich durch die Fenster und mahnte zur Weiterreise. Als die Nebel ans den Tälern krochen, die in dem Eisenbahnknotenpunkte zusammcnlaufeu, brauste ich im Schnellzug über den weiten Plan der Hauptstadt zu, hinaus ins Land deutscher Romantik, hinaus ins Land, in dem dereinst der Kaiser seine Heere gen den Feind aus dem Osten geführt. — 4i>ttnii6flehct und vfinmnnuUiaKx «.cfcniuriiri: Jtuooii * Peetv Druck non ^otcs Uanltcet In <8ou|tpec. * flnRimdigungstafcl. « 1.) Schukwandkarteu bei Freytag und Berndt, Wien, VII/i Schottenfeldgasse G2. (Besprechung 11.) — 2.) Zur Poröereituug aus den Auterricht —- das Vorbcreitungsbnch von Pichler. (Besprechung 5.) — 3.) Zladicrgummi, Aarven bei Günther Wagner in Wien. (Besprechung 19.) — 4.) Tinte von Schuster in Wien und Schüller in Anistetten. — 5.) Wleistifte von Hardtinnth in Budweis. (Besprechung 29.) — G.) Luschen von Anreiter in Wien Vl/i. 7.) Als Lesestoff für die Kleinen — „Österreichs deutsche Jugend" in Weichen-berg. (Besprechung 21.) — 8.) Drucksorlen bei Pavlicek in Gottschee (Krain). — 9.) Leyr-uud Lernmittel vom Lehrerhausvereine in Linz a. d. D. — 10.) Musikinstrumente von Klier in Steingrub und Langhammer in Brüx. — 11.) Methodische Wüstung mit Mohaupts Schriften. (Vgl. die Ankündigung in den Folgen 48, 49, 50!) — 12.) Marken bei Dr. Schoenseld in Düsseldorf; ZcicheuutcnstNcn bei Schminckc in Düsseldorf. — 13.) Reißzeuge bei Müller und Mehner in Wien. — 14.) Schulbänke bei Dr. G. Fische! Söhne in Wien I. — 15.) Radiergummi bei Simon in Wien. — IG.) Kreide bei Hoschkara in Waidhosen a. d. D. * klteniblM« DOntdimlid) für ländliche Verhältnisse ä 5 Lseller; erhältlich bei D. Hcherbauer, Kohnsdorf (simk.). 14 Tage zur Probe sende ich an jeden Herrn Lehrer meine in Künstlerkreisen rühmlichst bekannten Spezialitäten: Streichinstrumente, Zithern und Guitarren von unübertroffener Güte und Preiswürdigkeit. Empfehle gute Violinen zu K 5, 6, 8, 10, 12 und höher. 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