Nr. 11. Samstag am 14. Jänner 18«3. Die „Laibach« Zeitung" erscheint, mit AnSnahmc d,r Sonn- und Feiertage, täglich, nnd kostet sammt den Veilagen im Comptoir ganzjährig II fl., hall,-jährig 5 fl. 50 lr., nrit Hreuzband im Comptoir ganzt. 12 fl., halb). 6 fl. Filr die Znstcllnng iii's Hans sind haibj. 00 lr. mehr zn entrichten. Mit der Post portofrei glMZj., unter Kreuzband nnb gedruckter Adresse 15 fl., halbj. 7 fi. 50 lr. Inserllonssstbillir <«r eine l^annond - Spnlmiznlt odcl de« «inimi derselben, »st filr Imaligc Einschlll? tnng V lr., für 2mali ^öaibachel Mtung. ^illllicher Theil. 3>e. f. f. Apostolische Vtajcstät haben mit Aller, höchster Entschließung vom ZI. Dezember v. I. zu Ehrcndomhcrrcu an dem Domkapitel in Linz den Kon-sistorialralh, Dechant, Schuldistrittsanfschcr nnd Stadt-Pfarrer in Stcyr Alois Zwcithnrm, den Kousi-storialrath, Dechant, Schuldistriltsaufschcr nnd Pfarrer zu Pram Michael Vena, an er nnd den ssonsistorial-rath, cmcritirtcn Dechant nnd Schnldistriktsanfschcr, dmualigcn Pfarrer zn St. Georgen Johann Bauer nllcrgnädigst zu ernennen geruht. Am 12. Jänner 1805 wnrdc in der k. i. Hof- uud Staatsdrnckcrci. in Wien daS 1. Stück dcS Ncichsgcsctzblattcö ansgcgcbcu nnd versendet. Dasselbe enthält unter Nr. l dic Miuistcrialcrlläruug vom 24. November l^l^l vctrcsfcnd die gegenseitige Aufhcbnng dcö AbfahrtsgcldcS zwischen den nicht zum deutschen Bunde gehörenden Königreichen nnd Bändern dcö östcrrcichifchcu Fiaiserstaates nnd dem Fürsten, thnmc Schwarzburg-Soudcrshaufcu (ausgetauscht liegen eine glcichlautcudc Erkläruug des fürstlich Schwarzburg-^ondcröhauscn'scheu Ntinisteriums vom 10. Dezember 18l>4); Nr. 2 den Staatsucrtrag zwischcil Oesterreich und Sachsen vom .'l(). November 18l»4, übcr dcu Anschluß der Voilcrsrcuth »Encrcv Eiscubahu an dic böhmischen Eiscliliahulmicu (abacschlosscu zn Wicn am .'!(). Nouciubcr l8<',4. Vou Sr. t. l. Apo-stolischcu Wiajcstät ratifizirt am 18. Dezember 18(i4. Die beiderseitige iiiatifizirungsauswcchs-lung erfolgte zn Wien am 30. Dezember 1804); Nr. " dic Kundmachnna. des Marine« uud des Finanz-miuistcriums vom l')0. Dezember 1804 betreffend die Auflösung der Zentral-Hafen- uud Sccsaui' tütslasscn und dcrcu Vcrcinignilg uüt dcu Finanz- / kasscu. Vom k. k. Rcdattiouö-Burcau dcS RcichsgcsctzblattcS. Richtülnllichl'l Chris. Vaibach, 13. Jänner. IluAbgcordnctcnhansc regnet cS Interpellationen; nicht weniger als vier wnrdcn uachciuandcr au das Ministerium gerichtet. Wcun das Iutcrpcllircn so oft geübt wird, fo wird das Abgeordnetenhaus gut thuu, die Form dcr Tagesordnung von unserem Gc» mciudcralhc zu entlehnen, anf welcher „allfälligc Interpellationen" eine fixe Nnmmcr bilden. Das Rocht, in öffentlicher Sitzung Aufragen an die Regierung zu stellcu, bildet sicherlich eines dcr bedeutsamsten Attribute der Volksvertretung, über dessen Hcilinhallung dieselbe pietätvoll wachen sollte, sagt dic .,Ocst. Ztg." Allznhänsigc Anwendung dicfcr Prärogative ist "aber nicht dcr rechte Weg zn diesem Ziele. In dcr politische», Welt ist es still, doch dürste diese Stille vou morgcu au, wo das preußische Parlament zusammcutritt, etwas unterbrochen werden. Der telegraphisch augrküudigtc Artikel dcr Berliner ,Prov. Eorr." übcr die Eröffnung des prcnßischcu Landtages verscheucht auch die letzte Hoffnung auf eine Vechändignua, zwischen Regierung und ^andcsucrll'e-tnng. Von einem Entgcgcnkommcu dcr ^iegicrung ist lcine Rede; die Ncgicrnng silanbt, daft dcr ilönig in ssolgc dcr „rnhmrcichcn itriegscreignissc^ von den flnhcrcu (^egcnsiihcn abschcn, nnd dcr Vaudtag nuu< mehr zur .Herstellung des inncrcn Friedens die Hand bictcu'wcrde. In diesem Falle wcrdc die Crlcdigung dcr Fragen bezüglich des Staalöhai'shaltcs kciiicm Anstand nnterlicgcn. Letzteres glanbcn wir auch; wenn der Vaudtag in allcn Punkten nachgibt, wird das in» ncrc Düftftel geschleift sciu. Weit entfernt sind wir jedoch von dem Glauben, daß die vornehme Sprache dcr Regierung die allenfalls vorhandene nachgiebige Stimmung der Abgeordneten sonderlich erhöhen wird 19. Sitzung dcs Abgeordnetenhauses vom 12. Jänner. Auf der Ministcrbauk: Schmerling, Vasscr, Hciu, Burger, Scktiouschcf u. Kalchbcrg, Seftioneralh Parmcnticr (Handclsministcrinm). Nach Mittheilung dcr Einlaufe, darunter einer Znfchrift dcs Justizministeriums über Acudcrungcn in dessen Budget für das Jahr M'>5> ergreift dcr Ob' mann dcS PclitionsanSfchnsfcs, Abg. Mcndc, das Wort, nm von dem Hanse für dcu Ausschuß die Er» mächtigung zu erhalten, jene Petitionen, welche anf Gegenstände der Gesetzgebung Vczng habcn, zu dcrcn Berathung Fachansschüsfc bestellt sind, nniuittclbar au diese leiten zn dürfen. Ferner solche, dcrcn Erlcdi-gnng nicht in die Kompetenz dcS Hanscs gehören, cinfach zn hinterlegen, endlich solche, welche offenbar in die Wirksamkeit einer (5cntralstcllc gehören, au diese abzutreten. Abg. Herbst bcmcrlt, wcun ein derartiger Beschluß Wirksamkeit für die Zukunft haben soll, sci er eine Aenderung dcr Gcschäftsordnuug uud dann möge dcr Antrag dcr ncschäftSordnnugSmäßigen Bchand» lima linlcr,;ogci, wc-l dcu, (in Druck legen nnd an cmcu Ausschuß zur Vordcralhimn z» wcisl-n). Abg. Mcndc: Dcr Ausschuß l'ral'sichlM nicht die Geschäftsordnung zu andern, sondern nur dic Ermächtigung für diese Session zu erlaugcu. Dr. Brcstl ist gcgcn den Autrag dcS Petitions-ansfchusscs, man möge denselben cinfach ablehnen, dann branchc man ihn nicht geschäftsordnnngsmäßig z» bchandcln, nur den ersten Theil möge das Haus annehmen, daß solche Petitionen, welche Gegenstände betreffen, für welche Ausschüsse licslchcu, an diese zu lcitcu scicu. Abg. Kuranda, welcher im Vorjahre Obmann dcs Pctitionsausschnsscs war, macht darauf aufnirlk-fam, dai^ frühcr cin ähnlicher Vorgang, wie ihn Abg. Mcndc beantragt, ciugchaltcu wurde und das Haus ähnlichen Anträgcu scinc Zustimmung acgcbcn habe, wenn am Schlüsse dcr Session dic Zeit zu kurz wmde, um sämmtliche noch unerledigte Petitionen vor daS Haus zu bringen. Das Haus gibt übereinstimmend mit dcm An-trage Äresll's dem ersten Theile des Auttagcs fcinc Zustimmung uud lehnt die beiden andern ab. Es kommen hierauf folgende vier Interpellationen zur Verlesung. Skcnc nnd Genossen stellen au den Finanz-minister nnd den Leiter dcs Handclsmimstclilims die Frage: „Wird dcr versprochene neue Znlltarif dcm versammelten Ncichsralhe zur vcrfassnugsmäßigcu Bc< haudlung vorgelegt werden?" Dr. Herb st intcrpcllirt das Slaatsministcrium übcr dic dcr Vodcnlrcditanstalt gewährten Privilegien, welche über die Finauzgcfctzc hinanSgchen, nud frägt, wann und wie das Ministerium seinen Vorgang rechtfertigen werde? Dr. Mühlfcld uud Genoffcu iulcrpcllircu das Ministcrinm des Acnßcrn übcr die schlcslvig» holslcin'schc Angelegenheit uud nchtcu au dasselbe folgende Fragcu : 1. Wird dic h. Regierung dcu Fricdeuslrallat dem Abgcordnclcnhausc vorlcgcn nnd wann wird die Vorlage erfolgen? 2. In welchem Verhältnisse slchcn nach der Au» ficht dcr h. Ncgicinng heute die Herzogthümer Schlcs« wig, Holstciu nnd ^aucubnrg zu dcm Kaiferthum Oesterreich? '>. In welchem Verhältnisse licfinden sich lwch dcr Anschauuüg dcr h. Rcgieruüg gegenwärtig diese Hrrzogthiüncr und dic darin nach dem Fricdcnstral-lalc dcgrüudclc ucuc souvclänc Macht und Regierung zu dem deutschcn Bnnde und dcr BundcSvrr-samullnuc, ? -^. In welcher Alt und Weise beabsichtigt dic l). Rcgicrnug dic «ach dcm Art. M ^cft Friedcus« ucrtragö vorbchaltcuc Verfügung in Ansehung der Hcrzogthümcr zn treffen und welche definitive Oina-uisirung sollcu dicsclbeu crhaltcu? 5, Wird hicbci dcr deutschen Bundcsvcrslimm« luug uud dcu Hcrzoglhümcrn selbst eine üinsllißnahlm zugestanden wrrdcn nud von welcher Art soll dieselbe nach dcr Meinung dcr h. Regierung sein? l''. Erkennt die h. ^tcgicrnng die Sn^essionö, rechte des Herzogs Friedrich von Auguftcnburg be« züglich dcr Hcrzogthümer Schlcswig nnd Holstein au, oder werden von hochderfclbcn übcr die Successions-rechte in dicsc Hcrzogthümer überhaupt ühulichc Un< tcrsuchungrn und Prüfuugcn noch für eisors hallcu, wic sic uach drr ll'iitthrilliiiss l, Blättcr durch die königlich prcufische Regiciung ^ri. aulaßt wurden, und was isl in dies"- >>i,'^!,! dtten» falls gcschchcu. Endlich 7. Welche Wirksamkeit gedenkt ^ic h. den Ergebnissen dcr von der königlich v Regierung vcranslallctcn Unlcrsuchnng übcr bic Succcssjcmsrcchtc in t:c .^^, zuglstchcu? Schindler und <^ e ü o , > c ü i ichlcn s>n dcn Slaalsmiiiistrr, dcn Finauzministcr, dcn Iüstizministcl u„d dc» ^citcr dcs Handelsministeriums dic Fragen- 1. Smd seit dcm 20. Februar 1^01 Bcwilli. gungcn zur Errichtnng von Fideilommissm rrlhrilt worden / >> / , ^ 2. Im Bcjahu.ig^falsc: auS welchen ss-schlichen Grundcn sind dicse Bewilligungen der v^Mung«-mäßigen Bchandluug rntzoncn worden? ,n,d :'.. Wird bezüglich dicscr Brivillianngcn »och in dicscr Scssion dcs Rcichdraths cinc Rcaicriiugsvor. vorläge gemacht wcrdcu? Anf dcr Tagcsol'bumia. stcht dor Gericht drs Ausschusses übcr dic Regicriiu^sv^la.if, bctrcfftnd die Zulassung von Anöläüdcru znr Erla«nm,st des Äiarkrnschnycs in Oesterreich. Die Ncgieruuftsvor-lagc bezweckte die Zulassung von Au«lü»,dern unln-dcr BcdilMUss der Gegenseitigkeit. Der Anbschnh beantragt die Ablehnung dcö Gcsrtzentwmscs und motivirt seinen Antrag theils aus dm .jntcicfscu nnscrcr Indnstrie, theils uns dcr Vclschiedcuhcit dc,-MartrnschulMscMbuug iu dcn verschiedeueu Staate». Berichterstatter ist Dr. Kaiser, Er r-fmrt zugleich üver zivci Pctitioucn dcr Handclskaniu"-, ,i n^„ ^cobeu und ^!nz in Anliclcgcnhcitcu ' schntzcs und stellt den Antrag, bribe > Regierung zur Würdigung zu cmpfthlri' Abg. Stamm bcmcrlt, die Rcginuüiovortagc sci, wic dcr Motiveubcricht crllm-t. durch riuc Eröffnung drr tönissl. baicrifchen ' ^aft h't-vorgc-rufru wordcu, in wclcher der ansgrsprochc-u wnrdc, in das Verhältnist drr Gcg?nfci1i artigc Maßregel riurrseits nur nachthrilig anf uusnc Iudustric wirku könne nnd daß offenbar ' rcichischc Markenschutz von dcn baierischeu ?,<' übersetzt werdr. Eine Reform des ' sc! uothwcndig, ja dringend geboten, ' , ____ ,, lind zcigt dann in dttaillirtcn Beispirlm dic Mä'lMl dcs dclrcffcndcu Gcsctzcs. Rein illnsorisch sn >,, Markenschutz aber bei dcr Mctallindnstrie. Er ist s^!,' lich für dcn^ Ansschüßautrag. Abg. Wintcrstci» clllärt als Obmann dcS AnsschusscS, derselbe habe rö als sciue Ausgabc tt« achtet, blos dic Frage dcr Zulassung von NuölÜn. 42 bern zu beantworten, oh»e ill cine Erorternng der Mängel dcs Markenschutzes eingehen zn tonnen Scttiouschcf u. Kalchbcrg bemerkt, der Ausschuß verkenne, daß cs wünschenswert!) sei, den Schlitz, um den es sich handelt, den inländischen Fabrikan-ten im In< und Auslande zu sichern. Er theilt mit, daß vor Knrzcm ein Sensenfabrikant bei ihm gewesen sei, um darüber Klage zu führen, daß scinc Fabri» late in Württemberg in großer Ausdehnung mißbraucht werden. Der Fabrikant sagte, sein Absatz, der früher 40.000 Stück bctrng, sei auf 16.000 nnd im abgclaufcucn Jahre bis auf 000 Stint gesunken, und wenn dies so fortgehe, so sei er ruiuirt. Die Regierung habe alle Verhältnisse nubcsangen erwogen und den Anfordcrungcu der Aethciligtcn und dcm An-rathen der Handels- nnd Gewcrbekanimcrn nachgegeben, als sie den Gesetzentwurf einbrachte. Die Rc> gierung falld sich dazu um so mehr veranlaßt, als sie sich sagen mnßte, daß im gegenwärtigen Momente eine durchgreifende Reform n»d Abhilfe nicht wohl möglich sei. Findet man dc» vorliegenden Gesetzen!« Wurf unzureichend, so werde die Regierung keine Ein< spräche dagegen erheben, daß mau die nöthigen Vcr^ bcsscrungeu anbringe; cö sei aber keineswegs zwcck^ mäßig, die Vorlage einfach abzulehnen nud somit den gegenwärtigen Zustand aufrecht zu erhalten. Redner bekämpft die Argunieutc des AnSschußberichtes n»d stellt die Bitte an das Hans, dasselbe möge um so weniger die Vorlage einfach ablehnen, als dies die Besorgniß wachrufeu könnte, das Hans wcnpc der Sache nicht jenes Interesse zn, welches die Industriellen beanspruchen zu können glauben. Nachdem Berichterstatter Dr. Kaiser nochmals silr den Ausschnß'Antrag das Wort genommen, wird derselbe von der Majorität abgelehnt. Abg, Schindler stellt den Antrag, die Vor-lagc au den Ansschuß znrückzuwcisc». Abg. Wiuterstein bemerkt, der Ausschuß habe seinen Antrag auf Ablehnung einhellig g«-faßt, er bitte dccher die Vorlage au einen andern Ausschuß zu wciscu. Abg. Mühlfeld glaubt, der Antrag auf Zu> weisuug an eiueu andcru Ausschuß könne nnr^vou dem Ausschüsse selbst ausgehen. ES wird bei dcr Abstimmnng der Antrag Schiu d-ler'S auf Zuweisung au dcu Ausschuß angeuommen. Zweiter Gcgeustaud der Tagesordnung ist der Ausschußbericht über die RcgiernngSvorlagc, betreffend die Abäudcruug der §§. 4, 0, 0 uud 11 des Mnstcr-schutzgesctzcs. Berichterstatter ist Dr. Kaiser. — Der AnS-schuß bcautragt die von der Regierung vorgeschlagenen Aeudcruugcn der §§. 4 uud 6 anzunehmen, die dcr lj§. 9 und 11 aber abzulchue». Ucberdicß hat dcr Ausschuß im §. 0 die Taxe für dcu Musterschutz mit 1 fl. ö. W. jährlich festgesetzt, während die Regierungsvorlage 5)0 kr. normirt. — Iu der Gcneraldo battc ergreift Niemaud das Wort, wcßhnlb sogleich zur Spezialdcbattc geschritten wird. §. 4 wird ill dcr ncucreu Fassung ohne Debatte augelwmmen. Nach demselben ist dem Schutzwcrbcr überlasscu, iuncrhalb der drei Jahre; in welchen cr das ausschließliche Benutzungsrecht genießt, die An^ zahl der Jahre der Schntzdancr zu wählen. Eine Verlängerung dcr cimnal bewilligten Zeitdancr findet nicht Statt. Bei §. 6 besteht die bereits erwähnte Differenz iu dcr Höhe der Mustcrtaxe. Der Berichterstatter vertheidigt den Ausschuß-Antrag. Für den Aulrag dcr Regierung ergreift Scttiousrath Parmeuticr daS Wort. Er weist daranf hin, daß Industrielle oft 100 uud uichr Mnstcr rcgistrircu lasseu, weil sic ill Vorhinein nicht bestimmeu können, welches einschlagen werde, während dailn nur 2 oder ^ dieser rcczistrirteu Vtustcr faktisch znr Ansführuug lonuncu. Anch die mcistcu Handels» tanilncrn hätten sich für die Taxe von 5)0 kr. ausge-sprocheu, uud da die Regierung die Ucbcrzcuguug hatte, die uiedrige Taxe liege auch im Interesse der Iudnstricllc», so habe sie iu ihrer Vorlage die niedrigere Taxe aufgcnommm, deren Aunahmc cr be» fürworte. Abg. Slcnc ist für den Allsschuß-Antrag. Er weist auf die Auslagcu hin, welche durch die Ei»rc> gistririlug dcr Mnstcr den Hanoclslammeru erwachsen und daß früher die Taxe 5> fl. betragen habe. Wenn ein Indnstricllcr die 5)0 kr,, welche die Differenz zwischen dcr Regierungsvorlage und dcm Ansschuß-Au trage ausmachen, für ein Mnstcr nicht zahlen tonne, so thnc cr besser, eS nicht cinrcgistrircn zu lassen. Abg. Steffens bestätigt die Aenßernng des Scltionsratheö Parmcnticr, daß die Auslage», welche dcu Handelskammern ans der El»rcgistriru»g cr< wachscu, nicht sehr bedeutend seien und stellt dcu Antrag, daß die Taxe mit 50 kr. bemessen werde. Bei dcr Abstimumug wird tz. (» uach dem AnS-schuß-Antragc (Äinstcrtarc 1 fl. ö. W.) angenumluell. Ucbcr Antrag deö Berichterstatters wird daö Ge-setz in dritter Lcsnng znnl Beschluß erhoben. Nächste Sitzung Montag. Oesterreich. Wien. Die Frage bezüglich dcS Uuiucrsitäts« Jubiläums ist iu cinc neue Phase gerückt. Die akademische Ingcnd will die Inbilänmsfcicr am 12. März, als am historische» Gründnugstagc dcr Uui-ucrsilät, begehen. DaS Konsistorium beabsichtigt da< gegen ciuc kirchliche Fcier am 8. August, also zu einer Zeit, wann dic Stttdculcu uach allen Richtungen der Windrose anSctnandcrgcgangcn sind. Nuu bringt Hcrr Rektor Hyrll cincn Vcrmiltlungsvorschlag ciu, welcher ihm scinc verlorcligcgangcuc Popularität wenigstens thcilswcisc wieder znrückgcwinncn könnte, indem cr scincn Einfluß zu Guustcn dcr akademischen Jugend in dcr Art verwenden will, daß cr zwar nicht die projcltirle Mürzfcicr dcr Studcntcil, wohl aber ein Tedeiim im Oktober abzllhalten befürwortet, nud damit einerseits dcr kirchlichen Feier, andererseits dem Verlangen dcr Studenten gerecht zu werden hofft. Ku<>wr m^uillttug Hhrtl hielt nuu, um diese Vcr» ständigung auznbahncn, am 9. d. M. vor dcm Ae-ginne seiner Vorlesnng eine Anrede an die Studeuten-schaft folgenden NortlanlcS: „Ich biu ein Mann der Bücher uud deiche» und hätte vielleicht nie aus diesem Kreise heraustrete» solleu. Nnn bin ich aber zum Rektor gewählt worden, habe diese Ehrcustellc äuge-nominell nnd bemühe mich mit aller Kraft, meincu Pflichten als Rektor genau und auf das gewisscnhaf« teste nachzutommeu. Ich hoffe und wünsche, meine Herren, Ihre Gunst werde mir zu Theil wcrdcu, wenn ich dcm Konsistorium dcr Universität, dcsscn Bcralhuug zu leiten ich die Ehre habe, den Antrag vorlege, die Jubiläumsfeier mit Beginn des nächsten Schuljahres im Oktober zn begehen. Diesen Antrag werde ich mit meiner ganzen Äcrcdlsamlcit ueltrcten, und hoffe, daö Konsislorinm werde denselben zum Beschluß erheben." Die Slndenten nahmen diese Worte des einst so gefeierten Lehrers mit Stillschwci« gen anf. Graz. 10. Iä»ucr. (Fdbltt.) Der steierische Laudcsausschuß hat die beiden Handelskammern des Vaudcs aufgefordert, ein Gutachtcu über die Ursachcu der herrschenden Gcldiwlh abzugeben und Mittel zur Behebung derselbe» z» cmpfchle». Das Gulachteu dcr Veobnrr Haudclslcnmncr ist im Ganzen matt aus-gcfallc»; es gab au, was alle Welt wüßte. IcncS dcr Grazcr Haudclslammcr verdient jedoch volle Beachtung. Unter dcil Gründe» dcr herrschende» Geldnot!) gibt es »uter Andcrm an die Vcrmindcrnng dcr Banknoten, die Nichtvcrmchrnng des Silbcrvorrathcs, dic schlvaulcndc Handelspolitik Oesterreichs, dcu Vcr-trag des Staates mit dcr Südbahu, jene politische Reaktion, welche die ScnscnauSfnhr nach Polen nud Rußland vcrbotcu hat, die gespannte» Verhältnisse Oesterreichs zu Italieu, bcu beinahe rcchtslosc» Zn-stand in Ungarn und, was etwas seltsam klingt, "den nicht hinreichenden bisherigen Zollschntz. Als Mittel zur Abhilfe dcr Geldkalamitat wur-dcn clnpfohlcu: die Einstellung dcr exekutiven Feil« bielungcu wegen Stcucrrückständeu, die sofortige Aufhebung der Wuchcrgcsctzc, die Orduuug dcr haudels-politische» Beziehungen Ocstcrrciä)s zum deutschen Zollvereine, dic baldige Besetzung dcS MinistcrinmS für Handel nud Vollswirthschaft, dic Verminderung der Stcncru uud Hcrabsctzuug dcr Stc>»pclgcbührcn. Nic drückend diese sind, wird durch cm schlagendes Beispiel ill»stri>t: Ein steierischer lSifelimdustriellcr hattc licim Nbschlnsse eines GcschäftcS nlit dcr Süd' bahn für dc» Koulrallsstcmpcl 1000 fl. und für dcu Gcschäftsstcmpcl dieselbe Summe, im Ganzen also A200 fl. für Stcmpclgcbührcn anögclcgt. DicS cr-schwere dc» Anfschwnng dcr Indnstric und die Kon« lurrcuz mit dcn« Anslande, wo Ulan solche Lastc» nicht kennt. Andere cmpschlcnswcrlhc Mittel zur Beseitigung dcr Gcldnoth scicn dcr Ausbau der Verfassung, durch ffeuillelon. Laibacher Plaudereien. (Genealogie des Karneval — Der gelauste Heide — Sonderbare Gebräuche in allen Zeiten — Der Fasching der Gegenwart — Schichslätte und Casino — Unsere Damen — Maslenbälle im Theater.) Zu dcn vollstäudigstcu Werken seiner Art gehört der ..Golhaischc genealogische Hofkale»dcr"; und den« noch hat er eine Lücke, auf welche die Herausgeber aufmerlfam zu macheu wäre». Man findet nämlich darin weder dcn Namen noch das Geschlecht dcs Prinzen verzeichnet, dcr unter dcr Acgidc von drei Königen seine sicbcnwöchentlichc Regierung angetreten hat. Und doch gehört sein Geschlecht zn dcn ältesten, denn es ragt hinanf bis in die Zeit, wo zu Ehren des mächtige», Gottes Saturu alljährlich ciu Fcst, Satmnallen genannt, gefeiert wnrde. Diese Salnr-nalien sind die Urahnen des Karnevals, welche gleich in dcu ersten Jahrhunderte» dcs Ehristcnthums, etwa nm'S Jahr liOO herum, als Gregor der Große die vierzigtägigen Fasten einführte, sich tanfcn ließen und deren Nachkommen von da an als „Fasching oder Karneval" bis auf dcu hcutigeu Tag belaunt und beliebt sind. Der getaufte Heide besaß anfangs noch alle ihm vou seinen Urahnen Übermächten Unarten. Er war roh, unsittlich und voll widerlicher Gewohnheiten, und selbst im Miltclaltcr hattc er dicsc Eigenschaften noch. Dic allen Chroniken erzählen sonderbare Dinge darüber und ihnen zu Folge faudcu selbst au gchci« ligtcr Stätte Maslcnspielc und Tänzc Statt, bei dcnc» es viel Roheiten und derbe Witze setzte. Vcleth, cin Doktor dcr Theologie aus dcm Jahre 1182 erzählt, daß er iu der Kirche viermal getauzt habe: dcn Le- viten» oder DialonuStanz, den Priestcrtcmz, den Tanz dcr Kiudcr oder dcr Thcologcu und dcu Unterdialo» uustauz. Eine Hanptzcremouic bci diesem Mummenschanz war dcr Esclgcsang, dcsscn Zwcck war, das arme, nützliche Thier zu chrcn, das bci dcr Geburt dcS Heilands zugcgcn war uud ihu beim Einzug iu Icrusalcm getragen hatte. Dicsc Fcstc nnd Gebräuche waren nicht dcr Ausfluß von Gottlosigkeit, sondern die Frucht von Unwissenheit uud Roheit; dcu Au-streugnugcu deS Klerus, cincn rcincn Kultus herzu-stellen, gelang es auch endlich bci eingetretener Verfeinerung dcr Sitten, sie zu vcrbauncu. Dabei wnrdc freilich anch daS Vollslhümliche dcr ösfclltlichcn Mas-leradcn vernichtet uud uur iu einigen Städten, wie z. B. in Mlmchc», Köln :c. ist cs crst in ncncsler Zeit wieder aufgelebt. Gegenwärtig ist dcr Fasching ci» ziemlich gcsit-tcter Kavalier, dcr sich mit besonderer Vorliebe im Vallsaalc bewegt; cr ist also ciuc, nnscrcn modernen Zuständen angepaßte Sawrualic. Tcrpsychorc ist die holde Gefährtin deS Prinzen, dcsscn Genealogie wir in Obigem festgestellt haben. Alles strebt dahin, sich die Gunst dieser beiden zn erwerben, denn sie gewährt Lust und Frcndc, lind dicse hinwieder können, in den Grenzen der Mäßigkeit genossen, nicht vcrdammcus-werth sein. Fast hat cS aber deu Anschein, als ob unsere Damenwelt diese Meinung nicht theile. Die beiden erstcu Tcmznntcrhallnugcn auf dcr Schicßslällc und im Casino lassen das vcrmnlhcn. Oder sollte cs wirklich das strcngc Festhalte» an dcm Gebrauche sein, den ersten Faschinaöfrcndcn fern zu bleiben? Es wäre daS eine bewnudernswürdige Ascctik; dcnn die Damcn licbcn ja dcn Tanz außerordentlich. Ein Ball ist für sie cin Erciguiß; da können sic alle ihre Rcize entfalten und mit dcnselbc» dcn Herrn dcr Schöpfung — wie sich dcr Mann so gcrn nenne» hört — in Fcssclu schlagen. Die Strahlen dcr Lustre's, die Klänge dcr Flöte» und Geigen, dic glänzenden Toi- lcttcn, und endlich die freudcsprühcndcu Augen, dicse Slcrnc dcr Scclc, das Pochen dcr Hcrzen, ganz vergleichbar dcr Thätigkeit in cincm Tclcgraphcnburcau, und dcr Kontalt dcr Hände, durch welche die elektrische Leitung bewerkstelligt wird — wer könnte so mau» lligfaltigcm Zauber widerstehe»? Aber, strcngc genommen, brauchen nnscrc Damen leine äußere» Hilfsmittel, sie selbst sind meist reizend gcnug, um dcn „Hcrrn dcr Schöpfung" zu bäudigcn. Eiu Grazcr Malcr hat dic Idcc, eiuc Galleric vou Schönheiten herauszugeben — cr soll nur uach Laibach kommen, hicr wird cs ihm leicht werden, seine Idee zur Ans-fichruug zu bringen. Wir sind übcrzcngt, wenn cr die nächste Tanzunlcrhaltuug dcr Schicßstättegcscll-schast oder dm nächsten Ball dcs Easiuo's bcsucheu wird, sich ihn» ciuc „reiche Auswahl" von wciblichcu Gestalte,,, die sich für fciuc „Gallcric" ciguclcu,.scinc» Blicken darbieten würde. Wie wir hören, soll hcner anch Gott MomuS gcfcicrl werdcn, nicht nnr von dcn Sängern, Tnrncr» »nd Schützen, welche wieder cincn Narrcnabcnd veranstalten, sonder» anch vom Thcatcrdircllor, welcher ciuigc Maskenbälle im Theater zu gcbcu gesonnen sein soll. Nach dcn Erfahrungen dcr letzte» acht Jahre können wir denselben lein günstiges Prognostikon stelle», cs wäre dcnn, daß cin Mittel gcfnndcn wnrdc, dic gntc Gesellschaft wicdcr z»m Bcsnchc zn vcrmöacu, was wir aber zu bezwcifclu wagen. Die Kosten, wclchc dicsc Bälle verursachen, werdcn sichcr nicht cm-gchcn, nnd wir glanbcn, dcr Direktor würde bcsscr thun, dieselbe» a»f ei» besseres Rcpcrloir und bessere Inszcnirung und Ausstattung dcr Stücke zn vcrwcu-dcn. Daß bci cincm gntcn Rcpertoir anf zahlreiche» Besnch zu rcchuc» ist, das bewies der vorgestrige Abend; Goethe'S „Faust" hat cin volles HauS gemacht: Einc Erschcinnng, dic jedenfalls cin Beitrag zur Eharaltcristil nnscrcs Pnblilums zu ucnncu ist. 43 welchen eine Verminderung der Verwaltnngslostcn zn erwarten stehe, — der Abschluß eines Handelsuer-träges mit Italien und die Einführnng cincs zwccl-entsprechenden Gerichtsverfahrens. Unter dem Schirme der gegenwärtigen Konkurrenzgesctzgcbnng seien die bedentendsten Schwindelgeschäfte unternoulmcn worden. Schließlich erscheine die Aenderung der bestehen« den unpraktischen und pedantischen Baugesetze als cin Mittel, welches den Fortschritt der Industrie zu be-fördern geeignet ist. Ausland. N-ew - Aork, 28. Dezember. Dic offizielle Do pcsche, in welcher General Sherman dem Präsidenten Lincoln dic Einnahme von Savannah anf tcll-gra-Phischcm Wege meldete, lantct originell genug wie folgt: „Savannah, 22. Dezember. Ich erlaube nur, Ihnen dic Stadt Savannah mit 150 schweren Kanonen, einer großen Mcngc Munition nnd 25,000 Baumwvllballcn als Weihnachtsgeschenk anznbicten. Sherman." ^evantrpost.j Der Sultan hat bei der Thames Iron Worts Company eine ncnc, die fünfte, Panzersregattc bestellt, die er aus seiner Priualtassc zahlen will. Dieselbe soll ..Turkestan" heißen, 1200 Pfk. und 0000 T. Gehalt haben nnd 44 gezogene Geschütze schwersten Kalibers führen. Der „Lev. Her." widerspricht dcr Nachricht von der Erkrankung Omcr Paschas. Der frühere Finanzministcr Mussa Savfctti Pascha ist gestorben. Dem „I. de Konslantinopcl" wird aus Dschcddah 16. Dezember gemeldet, die be-kannte holländische Touristin Baronesse Tiuuc sei am 21. Nov. von Sanakim daselbst eingetroffen. — Eine der griechischen Kammer zur nachträglichen ^>ank« tion vorznlcgcnde k. Ordonnanz verordnet, daß daS Korps der Gcnsdarmcric um 480 M. vermehrt nnd dessen Sold erhöht werden soll. — „La Grccc" mel» det, vor ungefähr einem Monate habe der englische Gesandte Herr Erslinc an Lord Rüssel ein Schreiben über die gegenwärtige Lage Griechenlands gcrich« tct nnd dariu unter Andcrm auch die demokratischen Tcdcnzcn erwähnt, welche sich von Zeit zn Zeit so-wohl in der Hauptstadt als in den Provinzen lnnd-geben. Iu der sehr kategorisch lantcndcn Erwiederung erklärte Sc. Lordschaft dem Gesandten, dic britlischc Regierung im Einucrständniß mit den beiden andern Schutzmächtcn erkenne Griechenland als freien und nnabhängigcn Staat nur unter folgenden Bedingnn-acn au: l.. daß es von einem tonstitntioncttcn Kö-mgc regiert werde; 2. daß dieser Köuin Gcorg 1. sci. den die Nation gewählt, dic Schutzmächtc nncrlanilt und zn dessen Guustcn sie der Almcxion dcr jonischen Inseln zugestimmt haben. — Dcr König hat die Di-visionSgcneralc Vlachopoulos und Colocotronis, dcn Viceadmiral Crinzi und 18 Brigadegcncralc zu Ehrcn-adjntanlcu ernannt. — Zwischen Ncmcn und Coriuth überfiel cinc Räuberbande ciuc Truppcnabthciluug, welche einen Stcucrbetrag im Bclaufc von 30,000 Drachmen cskortirtc und erbeute dcn lctztcrn. Lokal- und PrMnM-Nachlichten. Laibach, 14. Jänner. Der Ober »Ingenieur I. Klasse dcr Grazer Slatthalterei, Carl Schaumbnrn, wurde zum Banrath II. Klasse und Borstand dcö scicntifisch.technischen Departements dcr Landcöbchördc in Laibach ernannt. — Mit dcr Leitung dcS landschaftlichen Bau-inspcklorats ist, wie wir hören, dcr ehemalige Hauptmann des k. k. Genielorps Herr 3) runner bcauf-tragt worden. — An der hiesigen l. k. geburtshilflichen Lehranstalt beginnt dcr Sommcrlchrlurs für Hebammen mit deutfchcr Uulcrrichtösprache am 1. März. — Morgen Abend fiudct dic zwcitc Faschings-unlerhaltnug in dcr Schützcngcsellschaft auf dcr schieß« statte, und zwar auf Verlangen mit Tombolaspicl, Statt. — Die Rohrschützcngescllschaft ehrt daS Andenken ihreS verstorbenen Mitgliedes Herrn Julius Weidlich in dcr Art, daß Sonntag dcn 15 d. M,, als am Tage seines Leichenbegängnisses, die Traucr-siagge an dcm k. l. priv. Schicßstande aufgezogen wird, daß sich die Rohrschützengcsellschaft als Korporation bei dcr Leichenfeier bcthciligct, nnd daß eine Ehrensalve von 12 Kanonenschüssen ans dcn Schieß« stand. Kanonen bei dcr Vcrscnluug des Sarges gc-Urben wird. — Auch der „Laibachcr Turnverein", dessen Mitglied dcr Verstorbene war, wird sich am Lcichenbegäugnissc in corper« bethciligcn. -^ Am Mittwoch fand beim Landcsgerichtc in Klagen fürt vor einem Drcirichtcr - Kollegium die Schlußvcrhandlung gegen dcn Pfarrer von Grcntschach, welcher am 15. Oktober cincn Vaucrnbllrschcn zwcl Mal anschoß, Statt. DaS Urtheil lautete: Ioscf Iereb, Pfarrer zu Grcutschach, ist dcS Verbrechens dcr schweren körperlichen Vc rlehnng schuldig und wird zum Kerker in dcr Dancr von Einem Jahre, vcr> schärft mit cincr Woche Einzelhaft in jedem Monate, dann zum Ersatz dcr Kur- und Prozcßlosten, endlich znm Ersähe cincs Schmerzcugcldcö per 100 fl vcr-nrthcilt. Der Vertheidiger Dr. Horrakh meldete die Bernfnng an. — Der Kärntner Landtag hat in seiner letzten Session auf Erlaß eines RcichsgcsctzcS angetragen, wodurch dic Zahlungspflicht dcr Meister, Innungen, Fabriksbcsitzcr, Unternehmer u. s. f. für ihre erkrankten Arbeiter, wenn fclbc in öffentlichen KraukcnhäN' fern behandelt werden, dcn gegenwärtigen Verhält, nisscn entsprechend geregelt werden. Wie wir hören hat daö Staatöministcrium die Landcsbchördcn angc-wiesen sich zn äußern, wie sich dicSfalls in dcn vcr» schicdcucn Ländern benommen werde nnd ob gegen die beantragten Äcstimmnngcn cin Anstand obwalte? — Vom tais. mexikanischen Vize-Konsnlatc in St. Nazaire ist nachstehende Depesche vom 13. eingetroffen: „Der Dampfer „Bolivian" ist am 10. Dezember in Martinique angekommen und am 18. wei-tcrgcrcist. Alles ging an Bord vollständig gut." — In einer Rcdattions^ Anmerkung der allgemeinen österreichischen Beamten Corrcspondcn; sieht sich dic Redaktion zur Vcrmcidnng von Mißverständnissen znr ausdrücklichen Ertlärnug veranlaßt, daß sie allein für dcn Inhalt des Blattes verantwortlich sci. und daß namentlich dem 1. allgemeinen BcanitcnVcrcinc keinerlei Verantwortung für Hnltung, Tendenz dcr ..vollkommen unabhängigen" Beamten - Correspondent zngcmnthct wcrdcn könne. Alle Mittheilungen des Vereines sollen künftig dnrch die maßgebenden Unterschriften seiner Vertreter lcgitimirt erscheinen. Wir glauben von dieser Erklärung. wodurch das Verhältniß zwischen dcm Beamten Vereine nnd dcr AcamtcnCor rcspondcnz nicht zum Nachthcilc des erstcrn näher Prä cisirt wird, Akt nehmen zn sollen. (Schlußucrhandwngen beim lt. k.ilandesgerichlc.j In dcr nächsten Woche finden bei dcm hicsigcn l. t. Landcsgcrichte folgende Schlußvcrhandlungen Statt: Am 18. Jänner: Maria Pogaöar — wegen Kindes« mord. Am 19. Jänner: 1. Valentin Triller und Iofcf Rant — wegen schwerer körperlicher Beschädi-gung; 2. Barthclmä Schmid — wegen schwerer körperlicher Beschädigung; 3. Gregor Moxina — wegen Dicbstahl. Am 20. Jänner: 1. Blas Urbiha, Johann Urbiha und Georg Lekan — wcgcn Diebstahl und öffentlicher Gewaltthätigkeit; 2. Valentin Kimouc — wcgcn Wnchcr; 3. Johann Pra^nilar — wcgcn Dicbstahl. Wiener Nachrichten. Wlien, 13. Jänner. Sc. Majestät dcr Kaiser haben dcm h. Viuccnz von Panl-Vercine für das Jahr 1804 cincn Beitrag von Einhundert Gulden allcrguädigst zn bewilligen geruht. — Sc. Exzellenz dcr Herr Erste Gencraladju» taut Sr. Majestät- des Kaisers hat aus Anlaß dcs Ablebens Sr. Exzellenz dcs Staats- und Konferenz-ministers Grafen Hartig an dcfscn älteren Sohn im Allerhöchsten Auftrage heute cin Schreiben gerichtet, womit dcmfclbcn daS anthcilvollstc Bcdancrn Sr. Majestät über das Hinscheiden seines um dcn Thron und dcn Staat hochverdienten Herrn VatcrS ansgcdrüctt wird. ^ ^., — Wie dic „Deb." erzählt, hat Graf Zlchy bci cincm Diner, das vor einigen Tagen im ..Hotel Munsch" stattfand, folgenden Toast ausgcbracht: „Wcnn ans dcn ungarischen Feldern die Garben ftran» gcn, wird auch dcr uugarischc Laudtag einbcrnfcn wcrdcn." — Dcr ungarische Finanzministcr unter Kossnth, Szcmcrc Bertalau, ist dicscr Tage in Paris im Irrsinn gestorben. Bekanntlich war cr später mit Kossulh zcrfallcn und redete dem Ausgleich mit Oesterreich daS Wort. Szcmerc'S Witwe hat sich, wie ans Paris vom 8. Jänner gemeldet wird, an die Gnade Sr. Majestät deS Kaisers um die Erlaubniß znr Rückkehr iu ihr Vaterland gewendet. Alsbald cr-folgtc dic Entschlicßnng dcs Kaisers. Unmittelbar anö dcm kaiserlichen Kabinct crhiclt sie die erbetene Erlaubniß nnd trat sofort die Reise in die Heimat an. Vermischte Nachrichten. Nach Hambnrg ist die Nachricht vom Eap der gntcn Hoffnung gelangt, daß dcr frühere schlcs-. wig-holstcin'schc Hanptmann v. NewiadomSkU, cin gcborncr Prcnßc, von cincm der bedeutendsten Kaf-fcrnstämmc znm Könige erwählt ist und bereits seit zwei Jahren „sein Voll mit bestem Erfolge anf dcn Weg dcr Zivilisation zn führen" sucht. — Am 6. d. wurde in dcn Tuilcricn dcr Kö-nigSlnchcn gegessen. Es ist wohl bekannt, daß am Tage dcr h. drei Könige cin Kuchen aufgetragen wird, in dcm sich cinc Bohne befindet. Diesmal bekam die Kaiserin die Bohne und sie wählte den kai- serlichen Prinzen zn ihrem Könige. Dieser machte ihr eine Vase ans dcr kaiserlichen Porzcllanfabril in S5v-reö zum Gescheute. Wcnn cs streng beim Spiele hergeht, müssen die Anwesenden, so oft der König oder dic Königin das Glas zum Munde führen, im Chor rufen: Der König trinkt! die Königin trinkt!" Ans >em Verichtssaale. Neustadt!, 11. Jänner. (Gednngener Meu< chelmord.) Franz Lokar lebte dnrch viele Jahre, von seiner Ehegattin getrennt, in seinem in Kovu ^<»i-H gelegenen Wcingarthausc, während dicsc gegen zwei Stunden wcii entfernt eine Kaische bewohnt und sich vom Taglohne ernährt. Daß unter dicfen Umständen ihr einziger Sohn Anton, welcher schon in frühester Ingcud bei fremden Leuten zu dienen anfing, in dcr Erzichnng fchr ver> nachlässige! wurde, ist leicht begreiflich. Vor drei Jahren kam cr in den Besitz riuer Mühlrcalität, welche ihm sein Vater zn Nadula bei Klingenfrls gekauft nnd sich daraus einen jährlichen Lebensunterhalt auSbcdungen hatte. Hier unterhielt Anton Lolnr mit seiner Magd nnd Hanshältcrin ein unerlaubtes Verhältniß, dessen Folge zwei Kinder sind, von dcucn das c> stc zur Vermeidung des Verdachtes, als ob er mit seiner Magd im ztonlnbinale lebe, in einer fremden Pfarre (Obernasscufuß) ge» tauft und von ihm selbst aus der Taufe gehoben wurde. Weil Anton Lolar seinem Vater den ausbeduu-gcncn Lebensunterhalt nicht leistete, oder nicht leisten wollte, fielen zwischen ihm nnd dcm Vater sowohl deßhalb, als auch weil cr ein unmoralisches Lebcn führte nnd dic Mühle vernachlässigte, hänfig Sttci« liglcilcn vor, welche fogar in Thätlichleiten auSarle-tcu uud cin völliges Zcrwürfniß zwischen ihueu herbeiführten. Dcr Vater klagte feinen rückständigen Lebensunterhalt gerichtlich cin, nnd der Sohn verband sich mittelst gerichtlichen Vergleiches, jenem den eingeklagten Lebensunterhalt zu Ostern 1804 mit 130 fl. zu bczahlcu. Da dcr Zahlungstermin immer näher heranrückte und dcm Anton Lolar die Zahlungsmittel fehlten, sann cr anf Mittel, sich aus dieser Klemme heraus« zuroißcn. Mit großer Ungeduld harrte er auf femes Vaters Tod, theils um sich von der lüstigen Zahlung zn befreien, theils um sich in dcn Besitz dessen Vermü« gens, welches anS mehreren Weingärten bestand, zn setzen. Insbesondere befürchtete er die Errichtung eines TcstamcntcS von Seite dcS Vaters, weil dieser seinen uuchclichcn Sohn, dem cr sehr gewogen zn seil, schien, zum tzrbcn seines Vermögens einsetzen könnte. ES war iu dcn ersten Tagen des Monates Miirz 1804. Franz Lokar wurde vermißt. Erhobencrmaßen sah man ihn noch am 2U. Februar, während am 1. März scine Hausthür schon verschlossen gefunden wurde, und Franz Lokar seit dem nicht mehr znm Vorschein kam. Sein plötzliches Verschwinden erregte den Vcr-dacht cincs benachbarten Wcingartbesitzers. Am 0. März sticg dicscr, da die Hausthür fest verschlossen war, auf ciucr Leiter zum offenen Fenster der ober dem Weinkeller befindlichen Wohnstube, sah durch dasselbe hinein uud bemerkte die Leiche dcs Franz Lolar über einer umgeworfenen Mehltruhe liegen. Das Gericht wurde von dem Vorfalle in Kenntniß gesetzt, nnd cs begab sich am 7. März eine Gc> ichtö-Kommission unter Bcizichung zweier Gerichtsärzte an Ort und Stelle, um deu Thatbestand zn erheben. Dcr Angcnschein ergab, daß sowohl die Hans« nls auch die Zimmcrthür von inwendig verkeilt woren, daß dcr Leichnam mit vom Rnmpfe getrennten Kopfe in obangcncbcncr Stellung, nnd dabci cinc große, ganz mit Blut besudelte, scharf geschliffene Holzhncke lag, und daß cin Naubanfall wahrscheinlich ausgeschlossen sci, indem wcdcr an dcn Habscligkcilen dcs Ermordeten ein Abgang bemerkt, noch sonst eine auf Raub dcntende Spur wahrgenommen wurde. Der Mord mnßle fonach von Jemanden, dcr ein persönliches Jutcrrsse an dem Tode dcS Franz Lokar hatte, verübt worden sein. Zum Augenscheine wurde anch dcS Ermordeten Sohn Anton Lokar bcigczogcn. Er ünßertc zwar cincn großen Schmerz über dcn Verlust dcs Vaters und gab sich alle Mühe, ihm einige Thränen nachzuweinen; dcr aufmerksame Beobachter konnte jedoch die Ueberzeugung gewinnen, daß Anton Lolar den Schmerz simulire nnd dcn Verdacht der Thäterschaft von sich abzulenken bestrebt sei. Dcr Leichnam wurde anf deu Friedhof dcr Pfarre St. Peter übertragen und die Holzhacke sammt den Holznägeln, mit welchen dic Thüren verkeilt waren, als ^(»i-M8 delicti von dcr Gerichts-Kommission mitgenommen. Am 8. März wurde die gerichtliche Besichtigung und Obduktion dcr Leiche mit Zuziehung dcr Ge- 44 richlöarzte vorgenommen. An dem Leichname wurden folgende Vcrlctzungcn vorgcfundcu: Am Genicke cinc so ticfc Schnillwnudc, daß der Kopf fast gänzlich vom Rumpfe gctrcnilt war, nnd am Kopfc zwci Vcr-lctznngcn, ucrmügc dcrcn dic Hirnschale zertrümmert war. Die GcrichtSärztc gaben ihr Gutachten dahin all, daß die Schniliwnndc ani Genicke mittelst cincs schneidende», nnd dic beiden Kopfverletzungen mittelst cincs stninpfcn Werkzcngcs beigebracht wurde», daß die beim Leichnam vorgefundene Holzhacke dazn geeignet sei und anch dazil verwendet sein inußte, daß der Obduzirtc eines gewaltsamen Todes gestorben sei in Folgc der erlittenen Vcrlctzungcn, wclchc sowohl in ihrer Gesammtheit, als anch jede einzeln gcuom. ine», absolut lüdtlich sind; ferner, daß dein Obduzir» ten die Schnittwunde jedenfalls, nnd wahrscheinlich anch dic Kopfverletzungen in liegender Stellung bei» gebracht winden, nnd daß der Mord meuchlings er» folgte, da kcinc Spuren von angewendeter Gegenwehr vorgefunden wurden. Das Gerücht bezeichnete gleich den ungerathcncn Sohn dcs Ermordeten Anton Lotar als den Thäter. Er wnrdc schon am l). März verhört, und noch am nämlichen Tage, seine itonlnbine Maria Grafut aber ctwaS später in Haft gesetzt. DasZcngcnvcrhörwurdc eingeleitet nnd als Zeugin anch Ursula Slar»ü vorgeladen. Bald wurde gcgcu sie der Verdacht rege, daß sie sich am vorlicgeudcn Morde entweder unmiltclbar bcthciligct habe oder wenigstens von den vermeintlichen Thätern Anton kokar nnd Maria Grafnt ins Vertrauen gezogen worden sei. Alt« sie am 2". Viärz zur Einr,crnchmuu»-! er. schien, wurde sie sogleich verhaftet nnd noch am uäM' lichen Nachmillagc verhört. Schon im ersten Verhöre legte sie ein umständliches Gcständniß ab, dahin lau« tend, daß sie in Gesellschaft mit Maria Grafut auf Anstiften des Aulon Vol'ar den Mord an Franz ^okar in der Nacht vom 20. Februar anf den 1. März 18s»4 mit der vorgefundenen Holzhackc verübt, die Zimmer- nnd die Hausthür von inwendig verteilt nud sich mit einigen Esfcktcu des Ermordeten durch das offengelassene Zimmcrfenstcr hiuauö und dann nach Hanse begeben habe. Anton Lokar nnd Maria Grafnt stellten Anfangs jede Betheiligung am Morde nnd jede Mitschuld daran entschieden in Abrede nnd snchtcu alle Vcr-dachtsgründc zu cutkräftigcn. Endlich bekannte sich anch Maria Grafut als Thäterin und stimmte in ihren Angabe» im wesentlichen mit der Aussage der Ursula Star«'! übcrciu. AlS Aulon Lokar sah, daß ihm sein Läugncn nichts nütze, da ihm durch die Vorhaltung der AuS< sagen der Ursula Star«? und der Maria Grafut, sowie church die Kousronlation mit diesen beiden der Weg zu Ausflüchten abgeschnitten sei, gestand er wohl einige, ihn belastende Umstände ein, längncte jedoch die böse Absicht, indem er vorgab, daß er uicht dachte, cö werde so weit kommen sni nMÜ, äa !)» i/ wß^ ^^). Nach und nach gestand er, mit Maria Grafut und Ursula Star« über die Ausführung der That gesprochen, ihncn die Holznägcl znr Verteilung der Thüren gemacht, das Schnupftüchcl zur Erwürgung des Vaters mitgegeben und den AufbcwahruugSort der Holzhackc in der Wohnung des Vaters angegeben zu habe», Allein im ^anfc der Untersuchung wider-rief er aänzlich sein bcrcilS gemachtes Gcstäuduiß nnd verblieb ans ganz unerheblichen Gründen fortwährend im ^äugucn. Es wurde der Antlagcbcschluß: 1) gcgcu Alitou Lokar wegcu Verbrechens der versuchten Verleitung zur Braudlcguug und znm Meuchelmorde, wegen Vcr» brcchenS des bestellten Meuchelmordes; 2> gcgcil Maria Grafnt wegen Verbrechens der versuchten Verleitung zur Brandlegung und znm Men. chelmorde, wegen vollbrachten Verbrechens des bestell« lcu Meuchelmordes, und .">) gegen Ursnla Starö wegen vollbrachten Ver» brcchcuS des bestellten Meuchelmordes, uutcr Einbc« zichung der dem Anton ^okar, Maria Grafnt nnd Ursula Star«'» zur Vast licgcudcn Ucbcrtrctung des Dicbsiahls,-------- (überdies; auch gegen die beiden Ersteren wegen Verbrechens der Verleumdung, und gcgeu Anton Lokar noch insbesondere wegen Verbrechens der öffentlichen GcwalNlM.glcil, gcgcn Maria Grafnt aber wegen Uebcrtrcluug der versuchten Vcrlcitling zum Dicbstahlc, welche letzteren drei strafbaren Handlungen mit dem vorliegenden Mcuchclmorde lu kciner Beziehung stehen nud daher auch nicht weiter erörtert werden), — gc schöpft, gcgcu welchen Anton Lolar die Berufung cinlcqtc. Das l. l. Ober^andcSgcrlcht bestätigte den An< llagcbcschlnß v>?m 'li. Oklobcr 1804, Z.'N78, nnd es wurde dic mündliche Schlnßvcrhandlung auf den I I. Jänner 18l^> angeordnet. Dcricht iiber die an« V<> De;c«»ber «»tN» stattgehabte Weneral-Versammlung des Vereins der Aerzte in Krain zu itaibach. Obmann: ^audcömcdizinalralh Dr. iltittcr vou A udrioli. Schriftführer: Professor Dr. Valcnta. Anwcfcnd: ^l Mitglieder. Nach Vcrlcsuug uud Gcnchiuignug dcs letzten Sitzuugs-Prototollö uud Erledigung der cingclanfcncn Aktenstücke machte der Schriftführer die Mittheilung, daß die Vcreinsbibliothct abermals durch die Ge» schenke der Herren Obcrstlicutcuant Stabsarzt Dr. ^icudörfcr, Hauplmann Oberarzt Dr. Braun uud Hofmauu, Dr. Fuz', ^tuiuiölualitcr Volpi lind ans dem Verlasse des Dr. <^cSuii bedeutend bereichert wurde und schritt nun zur Lesung des Jahresberichtes pro 1804, auf welches Vcrcinsjahr jcdcs Niitglicd init Befriedigung zurückblicken müsjc, da sich der Verein in selbem nicht nnr als lebensfähig erwiesen, sondern auch bereits feste Wnrzclu gefaßt lind Fruchte getragen hat. Der Verein zählt nahezu alle iu itrain domizilircndcu Aerzte uud Wundärzte zn seinen Mit« gliedern, deren Zahl in einem Jahre von :>8 auf 4'.» gestiegen ist. Ehrenmitglieder sind die Hofräthc Hyrll nnd RotitanSki nud der gewesene Obmann des Ver« eins, ^andeSmcdiziualrath Dr. Schrott. Die Vcrcinsbibliolhct besteht ans W0 Bänden; das Vcrciuslotalc wnrdc entsprechend rcstaurirt. Der Verein diSponirte über N> Fachzeitschriften, welche theils auf Vcrciustosten angeschafft, theils demselben zum Gescheute gemacht odcr gclichcn wurdcu. WlstlN« schaftlichc Vortrage uud Demonstrationen wurden iu sieben Versammlungen vou 1 l Mitgliedern 2!) gchallcn, welche sich nach den einzelnen Zweigen folgendermaßen vertheilen: Mcdizinische Patho lo gic und Therapie: Dr. 5lecöbacher 1, Zepndcr 1; Chirurgische Pathologie und Therapie: Dr. Fux 0, Dr. Made: ^>m. 2; (Geburtshilfe: Dr. Gregors 1, Dr. iiap« lcr 1, Dr. itovaö 1, Dr. Balcnta l; Gynäco. logic: Dr. Valcnta 2; Kinderheilkunde: Dr. Grcgori6 2, Dr. Kouaö 2, Dr. Valcnta 2; D crmnto lo g ic: Dr. Fnf 1, Dr. ilouac 1; Pfychiatric: Zcpudcr I; P h a r in at o d y u a -m i l: Thomitz .'i; Pathologische Auatomic: Zcpudcr 1; Gerichtliche Mediziu, Stali» st it :c.: Dr. Gauslcr 2, Fiuz I. Ntchrere der Vortrage wurdcu der Ocsfcnllichlcit übergeben. Allein das Wirtcn deö Vcrcinö wnrdc auch von Außcu anerkannt. So hat der hochlöbl. ^audcclans« schuß an fclbcn daS Ersuchen um die Abgabe cincs Gutachtens nber die zweckmäßigste Errichtung cincr Mandel«Irrenanstalt gestellt, und wendete sich der Apc» thckcr Herr Fabiaui in ^ack billlich an den Verein, sein neu crfuudcues Älundwasscr zn prüfen, cvcnso der Äadcinhabcr Herr Saller mit der Frage, ob künstliche Soolcnbädcr in seiner Badeanstalt cinzu» führen wäreu odcr nicht, und schließlich erbat sich die hohe ^andcsrcgicruug vou dem Vereine feine Wohl» meinung, ob die Errichtnna, cincr süusleu Apolhclc in 5/aibach nothwendig sei. Ebenso besprach dcr Vcrcin dic brennende Tagcofragc, nämlich die Einführung dcs direkten Impfzwanges. Anch beschloß dcr Verein über Antrag Dr. Gauslcr die Gründung eines palhologisch.auatouiischcu Museums auf Vcrciuslostcu, zn dcssm Rcalisirnun, beim hochlöbl. ^audcsausfchuffe dic nölhigcn Schrille eingeleitet wur< den, und üble Werte tollcgwlcr Mildthntigtcit da» durch, daß zweimal Witwen und Waisen von Kollegen anf cdle Weise unterstützt wurden. — Nun folgte die Vegnng dctl Rechenschaftsberichtes, welche anch sehr erfreuliche Resultate ergab. Dcr Vcrcinsvorstano wurde por llc^lmmtimlLm wieder gewählt nnd zu Ehrenmitgliedern nach kurzer Debatte die Herren Professoren : Hofralh Oppolzer, Regie« rungsrath Schuh iu Wicu und Hofrath Scauzoui in Würz bürg cruauut. Zum Schlüsse wurde daS Präliminare pro 1.^)5) festgestellt nnd die zn hallenden Zeitschriften bestimmt, worauf vou den Anwesenden dcr Vereinolcituug der bcstc Daut für die vielen Bemühungen, welchen der junge Verein fein so schönes und rasches Emporblühcu verdankt, ausgesprochen wnrdc. Wegen vorgerückter Stnndc mußten die wissenschaftlichen Vorträge auf die uächflc Sitzung vertagt werden. Concert. Gcstern Abend fund im Ncdouleusaalc das vou unserem Pianisten Herrn Zöhrcr vcraustalletc Eon cert Statt, dessen Bcsnch cmrch das eingetretene nn freundliche Wcttcr ctN'as beeinträchtigt lvnrdc Dcr Eoncertgcbcr spielte zncrst im Verein mit Herrn Zappc cinc Sonate in ^-nm!I für Violinc nnd Pianoforte von Nubinstciu; dann als Tolopir'/cn cine Nocturne in ^'-inoN vc>n Ehopi», ein Eapriccio iu /V-,»0i1 von Mendelssohn, cinc Piccc von WillmcrS^Ii^vcnsk p0l^i(zu^", nud ciuc „Transscriptiou dcs Prophctcn-marsches" vou ^iullack. Dic Nnbinstciu'schc Souate ist ciu ganz rcspcktablcs Wcrk, das sich an dic besten Erscheinungen dcr ncnestcu Zcit anreiht, aber anä) jene Mäuqcl verräth, wclchc dcr modcrnstcn ^Ilichlunss eigen sind. Dahiil zahlen wir vor Allem das Bc^ streben, geistreich nnd piquant ;u erscheinen, wodurch dic strcngc Einheit dcs StylH so oft geschädigt wird. Recht klar nnd schön anogcarbeitct schicn nns dcr crstc Satz: dcr yvcitc, das Scherzo, ist höchst originell nnd flüstert dcm Hörcr zn, daß dco Komponisten Wicgc dort stand, wo echte Zigmncrmnsil uichtS scltcucs ist. Weuigcr bchaglc uns dn^ Andante, cs ist zn viel Gesuchtes, zn vicl Effctthaschcrci darin. Dcr lctztc Say bictct uichts besonderes dar, er ist bcslimmt, die Sonate brillanten schlirßcn. Wir inöch« lcn dic ^composition >nit cincm geistreichen Feuilleton vergleichen, sic regt au ohue licf zu scin. Gespielt wurde sie vortrefflich, sowohl vou Hcrrn Zappe als anch von Hcrrn Zöhrcr, dcsscn cmincntc Tcch< nit wir dabei, wie in dcn darauf folgenden Piepen bewnudcrlcn. Scinc Fertigkeit läßt ihn allc Schwic-riglritcn übcrwindcn, scin Spicl ist rciu, scin Trillcr ausgezcichuct, und sein Vorlrag übcrhaupt voll Ge> dicgcuhcit nnd kräftigen Ausdrucks, so daß wir wohl sageu löuncn, cr ist gegenwärtig dcr vollkommenste Pianist hicr. Als Zwischcnnnmmeru sang Frau V c o< poldinc Grcgorizh vier Vicdcr, dic mit siroßl-i» Vcifallc aufgenommen nuirdcu. Ein M ü n u c r q n a r< tctt gefiel so schr, daß man dessen Wicdcrholnusf bcgchrlc, Im Ganzen jlv^r das Konzert recht qnl, was ans dcm drin >lonzcrtgcbcr nnd dcn Mitivirten-dcn gcspcndctcn Applansc hervorging. lllllcjlc Ullchlichll'l! und Telegramme. Darmstadt, 12. Jänner. Das Inslizmiuisle-r!nm cröfsnctc in dcr hcutigm Sitzling dcr HerrcN-tammcr dic landesherrliche Verfügung, wonach dic Strafprozeßordnung, dic in ihrcn cinzclncn Bcslin>' lnungcn nach Maßgabe dcr Stimmen dnrch Zahlung angcnommcu nwrdcn ist, dcumächsl vcrtündct wcrdc» wird, lind daß dic Vorlage bctrcsfs dcr ssosten z»' rückgezogen ist. Verliu, 12. Jänner. Dic „Zcidlcr'schc Korr." hört, nntcr dcu ^audtagsvorlagcu bcfiudc sich aiich dic Militärnovcllc. Dicsrlbc Korrcspoudcuz dcinculirt die Nachricht, Oesterreich habe erklärt, daß cS vc>l Evledignun dcr (5rl'suls>cflassc ciuc Erörterung dc? tüusligcn Verhältnisse dcr Hcrzogthümer zu Prcns'l't nicht rathsam crachlc. Die Fragc, wie Preußen f'" dcn Fall dcs AuSbrnchS cincS Konfliktes in Ilalic" Partei ergreifen würdc, habc Oesterreich in Bcrlill noch nicht angeregt. Paris, 12. Jänner. (N. Fr. Fr.) Nach )M thciluuqrn dcr „France" haben dic Mitglicdcr des diplomatischen Eorfts in Nom, nntcr dcusclbcn naincnlli^ anch dcr österreichische Botschafter, ihr Bcdancrn übcl, dic Encyklita ausgesprochen uud ftlbst Anwnclli ihncll bcigestinunt. - Dcr Bischof von PoiticrS wnrdc wcssci> Älißbralich vorgeladen. - Dcr Monitcnr rcprodncil^ dcn Eoustitutionncl Artikel über die Encytlita. Pario, 12 Jänner. Der hcnligc „Monitciir" mcldct: Dcr Vischof von Mouline hat Sonntass, dcu lv d. Äi., in dcr Nalhcdraltirchc dic Eucyllika, und zwar auch dcn uichl zugclasscucn Thcil vericscU« Iu Folge cincS vom Kaiser genehmigten Berichts dcS EullnSministcrS wurde gegen dcn Bischof uoü Nlonlinö das Verfahren wcgcn MißbranchcS vor dtll> Staatsralhc cingclcitct. Bukarest, I I. Jänncr. Au die Stcllc ssc>»' tanlin Ncgri'ö wurde A. Nc. FlorcSto vom Fürs«» znm Präsidenten dcr Kammer ernannt. Dcr Postdl' rctlor Sibrccht wurdc vom Fürsten zuln AbsctM einer Postkouvcntion mit Ocstcrrcich, Rnßland u>'^ Serbien bevollmächtigt. Mittelst Erlasses Eouza'l wird dcr Gregorianische Kalcudcr für dcu internatio' ualcn Verkehr nnd Telegraphen uud Postzwcckc cl»' geführt. _________^________»_»»——>-^»________^> Theater. Hcutc Samstag: Der t^oldbauer, Original'Tchauspicl iu 4 Akten, uou Eharlotlc M