ELMiNivntv uiica Madinntna lh ........ Wahlspruch:: ____________ War mit begehren von der Zukunft Fernen: Dak Brot und Arbeit uns gerüstet stehen, Datz unsere Kinder in der Schule Icntcn Und unsere Greise nicht mehr betteln gehen. D. Hertvegh. Jnsertionspreis: Millimeterzeile oder deren Raum 14 Heller. Bei Zahresaustrag Rabatt. andelrpolittt und kilenbahn-sinanzen. Die Klage über steigende Eisenbahnausgaben, die sich sowohl auf das sachliche wie aus das Gebiet der Personalfürsorge verteilen, ist in den letzten Jahren ganz speziell von den kompetenten Faktoren der österreichischen Staatsbahnverwaltung immer wieder mit verstärktem Nachdruck erhoben worden. Und man hat sich nachgerade daran _ gewöhnt, die Jeremiaden mit einein gewissen Gleichmut hinzu« nehmen, nachdem man weiß, daß man in Oesterreich viel lieber raunzt, als die wirklich gangbaren Wege zu einer Besserung aufzusuchen. Wir haben schon einmal bei einem früheren Anlaß betont, daß es gegenüber den ziffermäßigen Tatsachen unsinnig wäre, zu bezweifeln, daß es unseren Staatsbahnen schlecht geht. Und die einfache Tatsache, daß durch sie der Staat im Jahre 1910 mit einer Mehrausgabe von über 9 5 Millionen K r o-n e n belastet wird, spricht auch eine gar zu deutliche Sprache. Mein was eben im Interesse einer unzweifelhaften Klarstellung immer wieder znrück-gewiesen werden muß, das ist die aus solchen Jeremiaden nur zu leicht aufkommende Meinung, als ob erst die mannigfachen Ansprüche der jüngsten Zeit unsere Staatsbahnmisere verschuldeten. Tie Ans-gabensteigerungen der letzten Zeit beruhen vielmehr auf ganz natürlichen, nicht einmal unvorhergesehenen Voraussetzungen, wenn man, abgesehen von den logischen Bedürfnissen, die durch den wachsenden Verkehr erzeugt wurden, zunächst nur die Folgen, die sich aus der Verstaatlichung ergaben, überblickt. Die ganze Investitionstätigkeit und die zweifellos kostspieligen Neuanschaffungen an Fahrbetriebsmitteln, die Erweiterung von Stations- und Geleiseanlagen sind Dinge, die sich, wie jedermann weiß, aus dem jahrelangen Versagen der Eisenbahnaufsicht gegenüber den glänzend situierten Privatbahnen ergaben, die bekanntlich im Interesse der steigenden Einlösungsrente alle notwendig gewordene technische Ausgestaltung des Verkehres unterlassen haben, die nun auf Kosten des Staates nachgeholt werden muß. Und was die Löhne und Gehälter des Personals anbelangt, so muß naturgemäß auch hier uachgeholt werden, was keinem privaten Unternehmer und keinem Klein-meister, der seinen Betrieb im Gang erhalten will, erspart blieb- Und gerade hier rächen sich die Sünden der eigenen Schuld, wenn die Kosten steigen und auch noch weitere Erhöhungen erfahren werden. Denn wenn gerade der Eisenbahnangestcllte mit seinem festgelegten Einkommen die gesunkene Kaufkraft des Geldes verspürt und sich nicht länger mehr dem Huuger aussetzen konnte, so trifft wahrlich daran die meiste Schuld noch jede Regieruug dieses Staates, wo man den agrarischen Wünschen alles, was Volks-Wohl heißt, unterstellt und eine nie zur Ruhe kommende Steigerung der Lebensmittel künstlich gezüchtet hat. .. Daß heute die Folgen, die sich solcherart aus der künstlichen Großpäppelnng der Volksauswucherer ergeben, als neue Last auf die durch eine jahrzehntelange Mißwirtschaft in unserer Eisenbahnpolitik zerrütteten Finanzen drücken, ist natürlich klar. Hier gibt es aber, wo man einfach vor vollendeten Tatsachen steht, nur eine Mahnung, die an die Eisenbahnverwaltung im Verein mit der Regierung gerichtet werden muß und die sich in des unsterblichen Grillparzers Worte zusammenfassen läßt: „Mache gut, was andere verdarben!" Was zu geschehen hat und was gleichsam das Programm einer jeden Regieruug sein müßte, ist, die Einnah m en unserer Staat s-bahnen auf sozialpolitisch einwandfreiem Wege zu erhöhen. Dazu gehört aber freilich weit mehr als die bloße Erhöhung der Tarife, die unter Umständen sogar eine höchst unpopuläre Sache werden kann. Das große Ziel, unsere Staatsbahnen zu saniere:!, und die Sünden der Vergangenheit gntzumachen. wird nur erreicht werden, _ wenn mit einer vernünftigen Eisenbahn- und Tarispolitik zugleich auch eine vernünftige, der Industrie und dem Verkehr nützliche Handelspolitik i n a n g u r i e r t wird. Hier gilt der Grundsatz doppelt, den der englische Eisenbahnfach^ mann W. M. Acwort h in seinen „Grundzüge/ der Eisenbahnwirtschaftslehre" als erstes Prinzip der Eisenbahnpolitik vorangestellt hat: „Trachtet, inehr Verkehr zu bekommen. Je mehr Verkehr befördert wird, desto weniger kostet die Beförderung. Daher trachtet zuerst, und vor allem, Verkehr zu bekommen." In der Befolgung dieser Binsenwahrheit ruht auch die finanzielle Kraft der englischen und amerikanischen Bahnen. Ihre Stärke und finanzielle Entwicklung steht im untrennbaren Zusammenhang mit der Zoll- und Handelspolitik der Staaten, die es gewiß nicht zum Schaden ' ,rer Industrien vermieden, sich vom Weltverkehr du h die in Oesterreich so beliebten chinesischen Maue aller Arten von Beschrän-kuugeir und Zollschw^c.^rerten, möglichst abzuschließen. Der Gedanke freilich, daß alle den Verkehr hemmenden Schranken möglichst beseitigt ( werden müssen, der schon zu einer Zeit, als Friedrich L i st vom modernen Verkehrswesen große und einschneidende volkswirtschaftliche Umwälzungen erwartete, stößt bei jedem Versuchs einer Realisierung freilich immer wieder auf jene Hindernisse, die ihm die agrarische Politik vor der Regierung und Parlamentsmajorität kapituliert, bereitet. Und dank dieser Regierungsmaxime, die uns die billigen Lebensmittel der auf uns angewiesenen Agrarländer mittels Zöllen fernhielt, haben wir die Absatzquellen für unsere Jndustrieartikel in denselben Staaten verloren, denen es niemand verargt, wenn sie sich in gleicher Weise an uns revanchieren. Von den Balkanländern, mit denen wir seit Jahren in einem fortwährenden Zollkriege leben, abgesehen, lehrt ein einziger Blick auf die so aufnahmsfähigen südamerikanischen Republiken, wie klein unser Anteil an der Befriedigung der Bedürfnisse dieser hochkultivierten, an Wohlstand jährlich zunehmenden Bevölkerung ist. So ergibt sich aus den Ziffern der argentinischen Einfuhrstatistik, daß der Wert der Importe aus Deutschland im Jahre 1907 rund 225 Millionen Kronen, aus Italien 120 Millionen Kronen uud aus Oesterreich 10 Millionen Kronen war. Die große Bedeutung, die die anderen europäischen Industrieländer den Beziehungen mit Südamerika beilegen, geht am besten aus der Juteusivität der Schiffahrtsverbindung her» vor. Deutschland weist im Jahre 1907 mehr als 350 Abfahrten nach Südamerika aus, Italien 225 und Oesterreich etwa 15. Aber selbst unsere gewiß erst in den Anfangsstadien stehenden Verbindungen zeigen den Wert der direkten Beziehungen; hat sich doch der Export von Triest nach Argentinien, der im Jahre 1905 2180 Tonnen betrug, im Jahre 1907 auf 11000 und im Jahre 1908 auf 23.000 Tonnen gesteigert. Eine Handelspolitik, die der Ein- und Ausfuhr Tür und Tor öffnet, tut uns not, wenn unsere Volkswirtschaft gesunden soll. Mit dem Prinzip, daß man den Interessen einiger Großgrundbesitzer alles opfert, was das Wohl der übrigen Bevölkerung gebieterisch fordert, muß ganz gebrochen werden, wenn unseren Eisenbahnen und unseren Verkehrseinrichtungen überhaupt die Voraussetzungen ihrer Entwicklungsfähigkeit geschaffen werden sollen. Man muß die Wege zur Weltwirtschaft, die zu den Früchten und Errungenschaften der Kultur und Technik führen, freimachen. Darin liegt das Geheimnis der großzügigen volkswirtschaftlichen Erfolge, ohne die auch der moderne Verkehr, wenn er den Händen der privaten^ Spekulation und des Wuchers entwunden werden soll, eine großzügige Weiterentwicklung nicht erwarten kann. Und es gehört nicht viel mehr dazu, als der Mut, der vor dem Geßterhut unserer Zollwucherer die Reverenz versagt. Fr. L. Sie Saat wird reif. Im trüben Einerlei scheint sich die Geschichte der Völker zu vollziehen: Bald erheben sich die arbeitenden Massen, um im kühnen Kampfe dem allgewaltigen Kapital ein größeres Stück Brot, dein bürgerlichen Staat neue politische Rechte abzuringen. Bald aber erstarkt wieder die politische und soziale Reaktion. Die wirtschaftlichen Errungenschaften werden durch mannigfache, dem Volke aufgebürdete Lasten, durch vermehrte Ausbeutung der Massen als Konsumenten aufgehoben, die politischen Eroberungen durchlöchert. Aber während auf der Oberfläche des politischen Lebens nur das Auf- und Niederwogen der Kämpfe sichtbar ist, vollzieht sich in der Tiefe der menschlichen Gesellschaft unaufhaltsam ein ungeheures Werk der Umwälzung. Rastlos gestaltet der Kapitalismus die Grundlagen der menschlichen Arbeit und der Existenz um. Kein Jahr vergeht, wo nicht durch neue Erfindungen die Handarbeit durch die maschinelle, der lebendige Arbeiter durch den aus Stahl und Eisen ersetzt wird. Und man könnte meinen, daß die Zahl der industriellen Arbeiter schnell sinken müsse, wenn überall die Maschine an Stelle der lebendigen Arbeit tritt. Indessen geht mit der schnellen Umwälzung in der Produktion die Akkumulation, die Anhäufung des Geldreichtums in immer weniger Hände mit ebensolcher Schnelligkeit vor sich. Jedes Jahr menschlicher Arbeit vermehrt den Reichtum der Kapitalisten. Der gehäufte Reichtum aber bedingt — weil jede in einem Betrieb investierte, in eine Bank oder Sparkasse eingelegte Krone ihre Verzinsung erfordert — seine abermalige Vermehrung. Jede Vermehrung des Geldes erfordert neue menschliche Arbeit, eine vermehrte Produktion von Waren. Deshalb erleben wir das Schauspiel, daß, während sich die einzelnen Staaten auf das heftigste bekämpfen, um ihren Kapitalisten Exportgebiete für die überschüssigen Waren zu sichern, fortwährend neue industrielle Betriebe gegründet werden. Diese neuen Industrien saugen die von den Maschinen verdrängten Arbeiter auf. Ja, das Kapital hat in der Prosperität*» Periode an den von den Maschinen verdrängten Arbeitern noch zu wenig, es stellt auch die Einwanderer, die ans ländlichen Gebieten in die Stadt strömen, in seine Dienste- So wächst, trotz fortgesetzte Erfindungen, die menschliche Arbeit durch mechanische zu ersehen, die Zahl der Industriearbeiter überaus schnell. Ungeheure, jedes Jahr gewaltiger anschwellende Bevölkerungsmassen sammeln, sich in den Städten und Industriegebieten an, während die Dörfer durch Abwanderungen inehr und mehr entvölkert werden. Ein typisches Beispiel, wie gewaltig diese Bevölkerungsverschiebung ist, bietet Deutschland, der kapitalistisch und darum auch industriell am meisten entwickelte Staat Europas. Die Bevölkerung des Deutschen Reiches ist vom Jahre 1905 bis 1910 um rund 4% Millionen gewachsen. Diese Bevölkerungsvermehrung aber weisen durchwegs mir die Städte und Jndnstrieorte auf, während das flache Land vielfach einen nicht unbedeutenden Verlust verzeichnet. Diese schnelle Ausdehnung der Industrie wirkt natürlich auf die Lebenshaltung der Arbeiter zurück: die Landwirtschaft, der die Industrie so viele Arbeitskräfte entzieht, vermag ihre Produktion nicht so zu steigern, daß die vermehrte städtische Bevölkerung ausreichend mit Lebensmitteln versorgt werden kann. Die Folge ist. daß die Lebensmittelpreise teurer werden. Die Rohstoffproduktion erzeugt keinen Ueberschuß mehr, die Folge ist, daß auch die Preise der Rohstoffe ungeheuer steigen. Die amerikanische Baumwollernte ist seit zehn Jahren beispielsweise um das Doppelte Der „Eisenbahner" erscheint in einer Auflage von 50,000 Exemplaren. EHW Redaktion: Wien V/i, Aentagasse Nr. 5. Redaklwokschlutz: Zwei Tage, vor Sprechstunden find j'edrn Tag mit Ausnehme der Sonn- und Feiertage von 10 Uhr vormittags bis 1/fc4 Uhr nachmittags. Die einspaltige dem Erscheinen de» Blattes. Abonnements-Bedingungen: Halbjährlich................................Kr. 2-83 Ganzjährlich * 5'76 Für das Deutsche Neich ganzjährlich Mk. 61—. Für das übrige Ausland ganzjährlich 9 Frauken. Televkon 9fr, 2325« Echeckkönto 38.413 Zentralorgan des Oesterreichischen Eisenbahn-Personales. Seite 2 W-...........mm ..De« Eistnvahner.- Nr. 15 ., __________ fcestiegen, trotzdem ist der Baumwollpreis heute noch einmal so hoch wie damals. Die Zahl der Baumwoll-spindeln und Webstühle in den Baumwollwebereien ist nämlich im letzten Jahrzehnt so ungeheuer gestiegen, baß die vermehrte Baumwallproduktion noch weit hinter der Nachfrage zurückgeblieben ist. Daher die hohen Preise der Baumwolle! Aehnlich ist es mit dein Getreide, den: Fleisch, Fellen und Häuten, der Kohle imb dem Erz. Der Weltmarktpreis für Lebensmittel und Rohprodukte ist heute höher, weil Landwirtschaft fmö Bergbau der ungeheuer raschen Entwicklung der Industrie nicht folgen konnten. ! Aber den Beherrschern der Industrie und der Landwirtschaft genügt das schnelle Steigen der Weltmarktpreise nicht. Auf ihr Gkheiß sperrt der Staat die Grenzen mit Zöllen und Einfuhrsverboten den einheimischen Markt. Hinter den Zollmaueru organisieren sich die Industriellen und Bergwerksbesitzer zu Kartellen, die Großagrarier bilden Ringe. Jede Konkurrenz wird ausgeschaltet, die Kapitalisten vereinbaren, wie viel Waren jeden Monat auf den inländischen Markt geworfen werden, übertragen den Verkauf der Waren an eine Bank oder an ein Kartellbureau, schalten den Verkehr des Produzenten mit dem Konsumenten aus und verhindern so, daß ein Unternehmer den anderen unterbiete, daß der Preis sich senke. Die Herrschaft über den inländischen Markt liegt heute ganz in den Händen des Großkapitals. Während früher die Waren billiger wurden, wenn der technische Fortschritt die Produktionskosten herabdrückte, bewegen sich heute die Preise fortwährend in aufsteigender Linie. Die Erfolge der Arbeiter in Lohnkämpfen sind vernichtet worden durch diese gewaltige Organisation und Konzentration des Kapitals. Wohl mag der Arbeiter heute am Samstag einige Kronen mehr ’mtf die Hand bekommen, aber das Geld hat nicht mehr die Kaufkraft wie vor Jahren. Mit den Riesengewinnen, welche sich die Unternehmer aus den Taschen des Volkes holen, sind sie aber noch nicht zufrieden. Die Lebenshaltung der Arbeiter muß noch mehr herabgedrückt werden. Die Kapitalisten haben sich nicht nur zur gemeinsamen Ausbeutung der Konsumenten, sondern in ihren Unternehmerorganisationen auch gegen die Gewerkschaften der Arbeiter geeinigt. Jeder isolierte Streik in einem Beruf wird dort, wo die Unternehmerorganifationen ausgebaut sind, zu einem allgemeinen Kampfe. Die Unternehmer beantworten fast jeden Streik mit Aussperrung. Ein Lohnkampf in der Großindustrie ist heute ein Kampf auf der ganzen Front, und, wie der bald abgeschlossene Riesenstreik der Bergarbeiter wohl [Beweist, ciit Kampf, den die Unternehmer mit allen Mitteln zu führen wissen. Sie bekümmern sich nicht imehr um die Rückwirkung eiltet Streiks auf die anderen Industriezweige, deren Besitzer aus Unternehmersolidarität willig die Betriebe sperren, wenn nur die kämpfenden Arbeiter überwunden und nieder-gerungen werden können. Me diese Tatsachen wirken ein auf die politischen Kämpfe. Der Staat ist eben nichts anderes als die Gemeinschaft seiner Kapitülistenklasse. Und der Kampf, den die Kapitalistenklasse gegen die Arbeiter führt, ist sein Kampf! Der bürgerliche Liberalismus, das ist der politische Repräsentant des Kapitalismus, der sich einmal mit den Arbeitern unter der Parole: „Gemeinsam gegen die Reaktion!" vereinigte, verbrüdert sich heute unter der Losung: „Gemeinsam gegen die Arbeiter!" mit der Reaktion. Er sieht willig zu, wie die politischen Rechte des Volkes durchlöchert und untergraben werden, unterstützt eine Regierung, je mehr sie sich über die Schranken der Verfassung hinwegsetzt, um so eifriger, weil jede Regierung ihre Machtfülle nur zum Kampfe gegen das Volk gebraucht. Der Haß gegen die Demokratie, der gerade bei uns in Oesterreich nun so entfacht ist, ist in der Wahrheit der Haß gegen die Arbeiter. Die Demokratie gibt dem Volke starke Waffen für seinen Befreiungskampf, also sind alle auf dem Boden der heutigen Gesellschaftsordnung stehenden Parteien bestrebt, die Parlamentarischen Institutionen zu diskreditieren, herabzusetzen. Die kapitalistische Gesellschaft steht heute auf dem Höhepunkt ihrer Entwicklung, ihr staatliches Ideal ist das jeder herrschenden Klasse in vergangenen Perioden: eine starke, absolutistische Regierung gegen das Volk! In dieser Tatsache erklärt sich die Unfruchtbarkeit des Parlaments und erklärt cs sich, daß die sozialdemokratische Partei bald ihre ganze Straft darauf verwenden muß, die Attentate abzuwebren, welche die Bürgerlichen gegen die Arbeiter verüben wollen. So schwankt der beständige, unablässige Kampf auf und nieder wie Flut und Ebbe. Heute vermag das Proletariat einen Etfalg zu erringen, morgen ist er wieder zunichte gemacht. Aber die Entwicklung, die wir mit kurzen Strichen kennzeichnten, zeitigt ihre Folgen: Je gewaltiger die Menschenmassen werden, die der Kapitalismus unter sein schreckliches Joch beugt, desto wuchtiger werden die Massenkämpfe, desto mehr Menschen empfinden die Unhaltbarkeit der heutigen Gesellschaftsordnung, desto mehr Menschen werden am kapitalistischen Joche rütteln und an dem Baue der neuen Gesellschaft arbeiten Der Kapitalismus ist der wahre Revolutionär; er wühlt die Erde um und legt, in sie die Saat künftiger Revolutionen. Diese Saat ist längst aufgegangen, wann sie reifen wird, hängt ab von der Erkenntnis der arbeitenden Menschen. _________________ im Interpellationen der Abgeor nete» Tomschik, Oliva und Gern nt. Wegen ^noetenmu beä (emcrgritiftcn ständnisses, daß die Dienstturnusse des Zugbegleitungsund Lokornotivpersonales keine Verschlechterungen erfahren werden, wegen Kürzung der Fahrgebühren des Triester Lokomotivpersonals und wegen Versetzungen aus politischen Gründen in Krakau, haben die Abgeordneten Tomschik, Oliva und Genossen im Parlament nachstehende Interpellationen an den Eisenbahnminister gerichtet: Interpellation der Abgeordneten Tomschik und Genossen an den Herrn Eisenbahnminister, betreffend die Verschlechterung der Dienstturnusse für das exekutive Personal der k. k. österreichischen Staatsbahnen Am 12. Oktober 1908, und zwar anläßlich der im k. ?. Eisenbahnministerium mit dem Exekutivkomitee der koalierten Eisenbahnerorganisatione.i gepflogenen Verhandlungen erklärten die Vertreter des Eisenbahnministeriums schriftlich folgendes: „Bezüglich -der Dienst- und Ruhezeiten des Zug-begleitungs- und Lokomotivpersonals wird bemerkt, daß die bestehenden Turnusse fast durchwegs größere Ruhepausen und geringere Dienstzeiten aufweisen, als die diesbezüglichen Vorschriften beinhalten und erklärt das Eisenbahnministerium, datz eine Verschlechterung der gegenwärtig tatsächlich bestehenden Prozentsätze auch in Zukunft nicht ein treten wird. Dagegen wird das Eisenbahn Ministerium weitere Verbesserungen der bestehenden Vorschriften c intreten lassen u. s. w." Dieses Zugeständnis wurde in letzter Zeit, insbesonders aber bei Erstellung der diesjährigen Sommerturnusse von den für die Turnuserstellung maßgebenden Organen der Bahnämter und der k. k. Direktionen fast durchwegs ignoriert. Die tägliche Durchschnittleistung und beim Lokomotivpersonal auch die Kilometerleistung, wurden fast durchwegs erhöht und dadurch die Turnusse verschlechtert. Die bezüglichen Einwendungen der Turnusbertrauensmänner blieben unberücksichtigt und erklärten viele amtliche Orgcur» bei der Turnuserstellung, daß ihnen von dem zitierten 'Zugeständnis des Eisenbahnministeriums nichts bekannt sei, daß keinerlei Auftrag vorliege, im Sinne dieses Zugeständnisses vorzugehen, daß es vielmehr den Intentionen und Erlässen des Eisenbahnministeriums entsprechend sei, daß die Turnusse bezüglich der Erhöhung der täglichen Durchschnittsleistung verschlechtert werden. Aber nicht allein die Nichteinhaltung dieses zitierten Zugeständnisses ist die Ursache der Turnusverschlechterungen, sondern in einzelnen Fällen auch die Nichtbeachtung und Umgehung der bestehenden Vorschriften über die Bemessung der Dienst- und Ruhezeiten bei der Turnuserstellung. Nachfolgende Beispiele bestätigen diese Behauptungen: 1, Lokomotivpersonal der k. k. Nordbahn Tn P r e r a tx. Der gegenwärtige Sommerturnus für das Lokomotivpersonal in Prerau weist gegenüber dem Sommerturnus im Jahre 1911 eine durchschnittliche tägliche Mehrdienstleistung bon 1-8 Stunden auf. Die Kilometerleistung per Partie betrug im Sommerturnus 1911 2242 Kilometer, im gegenwärtigen Turnus 2509 Kilometer. In einzelnen Turnusgruppen ist die tägliche Dienstleistung, zum Beispiel in der TurnuSgruppe 13 P von sieben Stunden im Vorjahre auf elf Stunden, somit trat täglich vier Stunden erhöht worden. Diese Turnusgruppe 16 P fährt jetzt in der Turnusgruppe 12 P. Die Verschlechterung hat ihrx Ursache hauptsächlich in der Zusarnmendrängung der Ruhezeiten zwischen den Zugspaaren einerseits und in der Ausdehnung der Diensttouren über die in den Vorschriften festgesetzte Grenze, und zwar bis zu 18 Stunden andererseits. Turnusblatt 13 P. Das. Zugspaar heißt_ 998/981. Das Betreffende Personal ist in 34 Stunden 21 Stunden außer Haus, hat in der Wendestation eine Ruhezeit von 11 Stunden 48 Minuten, und muß jedoch nach Ankunft im Domizil wieder 11 Stunden 2 Minuten Dienst machen. Turnusblatt 14 P. Zugspaar 278/73. Nach einer Dienstleistung von 18 Stunden 14 Minuten, mit einer Unterbrechung teiftuwg tootx 18 ^IiiTrfectx 14 Tritt txw» - lliltLr- brechung von 3 (5iunb.cn 47 Minuten, bat das Personal int Domizil eine Ruhezeit von 13 Stunden 15 Minuten,^ und mutz darauf wieder eine ununterbrochene Diensttour von 15 Stunden 50 Minuten zurücklegen. Nach demselben Turnusblatt ist weiter noch eine Ruhezeit im Domizil von 17 Stunden, die Tour bei Zug 2 Regie und sofort Zug 893, das sind ununterbrochen 17 Stunden Dienst zu leisten. In diesem Turnusblatt beträgt die Dienstzeit bei den. Zugspaaren 182/279 17 Stunden 18 Minuten und beim Zugspaar 188/285 18 Stunden 10 Minuten. Feuilleton. Zesus Christus. Du lebtest noch, so sagen sie und knien Vor deinem KreuzeSholz, daran in Qual Tu hängst, und Müssen deine Füße. Sie sah'n die Hunde mit dem Schweife wedeln, Sich niederducken vor dem Futz des Herrn — Und gingen hin und taten Gleiches. Du lebtest noch, so sagen sie. Sie knieten Vor keinem Menschen — vor dem höchsten Gott! Denn du bist Gott und bist lebendig........ Hai Wärest du's, du rissest von dem Nagel, Dem martervollen, deinen Fuß — in Staub Trätest du sie verachtend nieder! O. E. Hnrtleben. August CtrindLerg. (22. Jänner 1840 — 11. Mai 1012.) Strindberg ist am 14. d. M., nachmittags 4 Uhr 30 Minuten, in Stockholm gestorben-Hätte es noch eines letzten Beweises bedurft, um Strind-TiergS einzigartige Bedeutung für das heutige europäische Schrifttum darzulegen, so war es der Zeitpunkt, an dem, die Art, in her man einem gabereichen Schöpferlebcn demonstrativ die Dankesschuld abtrug. Diese späte Anerkennung, zu der sich die Schwedische Akademie, als Vertreterin des literarischen Nobelpreises, auch in Jahrzehnten noch nicht verstanden hätte ttrtb die sich daher in privater Generosität und öffentlichen Sammlungen äußern mußte, galt nur noch einem Sterbenden. In fein Todesleiden, das die freudige Spannung der Festtage wohl kurz unterdrücken konnte, fiel als feierlicher Abglanz der Schein jener Fackeln, die am Abend des 22. Jänner huldigend unter seinem Balkon vorüberzogen. Die Blumen des Tages streute er auf die Fackelträger als Dank für die, einzige Ehrung, zu der er feine Person herausstellte — Denkmalssetzen. Festreden und Bankette, Teilnahme an den Theateraufführungen hatte er mißbilligt — wie er auch die Nationalspende zur Hälfte gleich wieder an die Arbeiter zurückgab. So, wie in dieser letzten großen öffentlichen Geste, ist Strindberg, trotz allem Haß, den er gegen echte und vermeintliche Widersacher schotz, trotz aller Welt- und Menschcnflucht. in die ihm zu schwacher Widerhall, zu karger Ruhm gejagt, dennoch die vierzig Jahre seines dichterischen Schaffens hindurch gewesen: ein Diener am Werke der Menschheit und Menschlichkeit, kein spielerischer Artist, noch eitler Selbstbergötterer. Seine Person, selbst in ihrer leiblichen Begrenzung, war ihm gerade gut genug, als Objekt der Erfahrung durch immer neue Phasen menschlichen Daseins, des äußeren wie des inneren, geführt zu werden. Und wenn auch die stets erneute Erfahrung ihm ständige Dualen bilden mußte, fo schuf die immer reichere Gestaltung eine Erlösung davon für alle jene Zeiten, in der diese Erfahrungen für die Menschheit in Geltung bleiben werden. Man weiß, in wie viel Berufen sich Strindberg versucht hat, ehe er sich ausschließlich auf seine Feber verließ, wie er Lehrer und Prediger, Mediziner und Schauspieler, Maler und Telegraphist, ZeitungS- und Bibliotheksbeamter gewesen ist. Und all das vorwiegend in dem Bestreben, nicht den bequemsten und nahrhaftesten Posten zu finden, fondem eine Möglichkeit, darin nach Maßgabe feiner besonderen Fähigkeiten und Kräfte für die Gesamtheit und den Fortschritt wirksam zu werden. So suchte er nicht nur im Umkreis seiner Gegenwart allenthalben heimisch zu werden, sondern ging auch der Vergangenheit divinatorisch, auffpütcnb, wissenschaftlich forschend bis in die tiefsten Schichten nach; in feinen naturwissenschaftlichen Studien oder in feinen historischen Dramen und Erzählungen näherte er sich den Voraussetzungen des Lebens eigener Erfahrung «kennend und gestaltend. Der fanatische Trieb, überall hinter die letzten Voraussetzungen des zivilisierten Lebens zurückzugehen und den innersten, noch mit der urhaften Natur verwachsenen Kern der Dinge herauszuschälen, ist überhaupt der vielleicht stärkste in Strindbergs Seele gewesen. Hier spricht auch die Erwägung mit: je weiter zurück wir die bereits von der Menschheit durch-messene Strecke zu verfolgen vermögen, desto weiter vorauf, ins Künftige hinein können wir den weiteren Verlauf festlegen. Wesentlicher jedoch ist der spezifisch dichterische Anteil an diesem Streben. Der Dichter, soweit ct nur Sprachkünstler, doch in seiner Vollendung, ist, wird den alltäglichsten und abgegriffensten Wortciicheitcn und Wortgebilden in jedem ein zelnen Falle auf den tiefsten Grund gehen, um durch die besondere und originale Art ihrer Anwendung und Kombinietung im Ausdruck schöpferisch zu wirken. Ist er dazu noch ein Seher und Deuter verborgener Lebensmächte, so muß er sich auch in die Dinge selbst feine eigenen Gänge bohren und ihren Ur sprung feftftellen. Strindberg hat in beiden Richtungen die stärkste Originalität bekundet. Doch während der revolu Monierende und neubauende Sprachkünstler naturgemäß nur feiner schwedischen Muttersprache dienen konnte, bedeutet die bildnerische und bildende Macht seines Levenswerkes einen Einsatz in die ganze europäische Kultur. Strindberg begann als ein schneidiger Gesellschaftskritiker zu einer Zeit bereits, als Bei uns noch alles tut schönsten Dornröschenschlaf der Butzenscheibenpoesie ruhte. 1879 trat er, nach bemerkenswerten Satiren auf das moralisch und geistig versumpfte Studententum mit dem Roman „Das rote Zimmer" an die Spitze feiner Generation. Aas war ein ganzes und umfassendes Gemälde zeitgenössischer Kulturber-rottung, gesehen aus der Perspektive seiner Stockholmer Hei» matS- und Umwelt. Was damals den Dichter mit einem Schlage erhob und sein Buch noch heute unveraltet erscheinen läßt, war die darin bewährte Gestaltungskraft, insonderheit ein unerbittlich überzeugender Realismus, nicht minder, als der darin verarbeitete Gehalt, mit dem der Sozialismus ernsthaft in die schwedische Literatur eintrat. In dieser war, ganz analog zur deutschen Literatur des 19. Jahrhunderts, eine gegenwartsfremde Romantik von ersten realistischen Versuchen abgelöst worden, deren revolutionierende DarstellungSsorm durch den neuen Ideengehalt der bürgerlichen Freiheitsbestrebungen, der Kämpfe um Verfassung, Preßfreiheit und dergleichen, bedingt war. Diese Bestrebungen wiederum batten bekanntlich ihre Vorgänger im 18. Jahrhundert, praktisch in der französischen Revolution, literarisch in Rousseau und dem deutschen Sturm und Drang gehabt. Eine schwedische Literaturgeschichte hat diese ganze Bewegung, die im Gefolge der bürgerlichen Revolutionen und parallel zu ihnen — unterbrochen das erstemal durch Klassizismus und Romantik, das zweitemal durch die klassizistischen Epigonen — in Schweden gerade so wie bet uns — verlief, als RouffeauiSmuS bezeichnet. Das ist eine sachliche Uebertreibnng.im Hinblick auf den einzelnen Rousseau; bet Inhalt einer so ausgedehnten Epoche wirb nicht von einem einzigen, noch so überlegenen Kopfe bestritten, sondern empfängt von dGr wechselnden oder beharrlichen Realitäten der Zeiteit stets von neuem seine Nahrung. Aber der Name Rousseaus ist hier immerhin wegweisend, um so mehr, als bie Hebet ein-ftimmuug der Charaktere zwischen ihm und Strindberg, namentlich i^ beit Selbstbekenntnissen beiber, geradezu überraschend ist. Doch während Rousseaus Rückkehr zur Natur den Feudalgesell-schaften nut bie innere politische Gleichberechtigung brachte, hat Strinbberg aus seinen Irr- unb Ziel-, feinen Himmels- unb Höllenfahrien die sichere Gewißheit heimgebracht, daß bie Entwicklung ber Menschheit ben völligen sozialen Ausgleich vorausgesetzt. _ . i Der Sozialismus darf Strinbberg voll für sich in An« fpmch nehmen, nicht nur mit einzelnen Werken und Epochen (eines wandlungSrcichen Daseins. Er hat bas am Ende seiner Besucht tut* Lokale, in welchen der »Eisertbahuev" auflieatt ■V vvi,Ki> :.£'•• -v-.fr, kvnultc, Beurlaubte :c. wurde» Leute bestimmt, welche ihren freien Tag hatten, und ztvar mit dem Bemerken, wegen zwei' Monate könne man den Pcrsonatstand nicht mehr erhöhen. Zu , wiederholtenmalen wurden auch Bremser zur Führung des Zuges 1983/1988 a in fünf aufeinanderfolgenden Tagen mit täglich ISstnndiger Dienstleistung bestimmt. Es kamen fast täglich solche Fälle vor. Es muß zum Beispiel ein Kondukteur, bei': mit Zug 94 (93/94) um 2 Uhr 25 Minuten nachmittags eilt-, traf und ausgeschrieben war, sofort mit Zug 85/84 um 3 Uhr 46 Minuten nachmittags wieder nach Amstettcn fahren, woraus selber erst um 2 Uhr 88 Minuten früh nächsten Tag retour kam, was auf dieser Strecke eine Dienstleistung von 17 Stunden 48 Minuten bedeutet. Wie der Dienstbefehl zeigt, werden jetzt außer der 24-stündigen Reserve die Leute von ihrem freien Tag zur Führung von Zügen mit I8stündiger Dienstleistung wie unter an-, derem zur Führung des Samnrelzugcs Aegyd a. R. :c„ Bei» schubzüge mit elf Stunden it. s. w. täglich kommandiert. Das Personal verlangt mit Recht die strenge Einhaltung' des von der k. k. Direktion genehmigten Sommerturnusses. Die, Abschaffung der 24stiindigen Reserve mit darauffolgender nur sechsstündiger Ruhezeit und der Belassnng des unentbehrlichen auf den 15. Turnustag entfallenden Ruhetages. Der vorge-fchriebenc Reservestand soll sofort ans die vorgeschriebenen, das ist auf acht Mann bei einem Pcrsonalstand von SO Mann ergänzt werden. Bemerkt muß noch werden, daß das k. k. Bahnbetriebsamt St. Pölten den reservehaltenden Kondukteuren keinen geeigneten Raum zur Verfügung stellt. , 4. Weiche »Wächter i» Sclztal. - In der Station Selztal haben bisher fünf Weichen« Wächter im 12/24stündigen Turnus den Dienst versehen. Anläßlich des Umbaues der Station wurde die Naturalwohnung eines Wächters demoliert, der Wächter verseht und_ gleichzeitig müssen nun den Dienst, den früher fünf Wächter besorgt haben, vier Wächter besorgen, was nur möglich gemacht werden konnte, wenn statt dem 12/24stündigcn Dienst ein 16/24stnndiger Dienst cingcführt würde. Taisächlick müssen gegenwärtig die Wächter in der Station Selztal im 16/24stündigen Turnus den Dienst verrichten. Seit dem Umbau der Station wurden zwei Wächter-kotrollore bewilligt. Diese zwei Wächterkontrollore sollen einem Auftrag des Herrn Stationsvorstandes Inspektor Koller zufolge beim Weichenstellen mithelfen, ivas entgegen der Bestimmung XVIII, Artikel 3, Punkt 4, ist, welcher sagt: „Den Wächter-kontrollorcn obliegt es, die Kontrolle der Weichenstellnng beim Zugsverkchr vorzunehmen." Entsprechend dieser Bestimmung haben die zwei Wächtcrkontrollore den Dienstbefebl, welcher ihnen befiehlt, beim Weichenstellen mitzuhelfen, mit der Be« Im sogenannten Springerturnus desselben Blattes hat außerdem das Zugspaar 298/89 eine ununterbrochene Dienstleistung von 18 Stunden 11 Minuten. Turnusblatt 15 P. In diesem Turnus sind drei aufeinanderfolgende Nächte, und zwar bei den Zügen 1193/1174 erste Nacht, 78/187 zweite Nacht und 876/181 dritte Nacht; außerdem sind die Ruhezeiten sehr gering. Dagegen Dienstzeiten bei den Zügen 476/99 _und 78/187 bedeutend überschritten. Bei den sogenannten Springerpartien dieses Turnus. Blattes, und zwar bei den Zügen 294/183, 292/77 betragen die Dienstzeiten ununterbrochen 18 Stunden. • Zufolge dieser zu starken Dienstleistungen tfiußtcn sich 'einige Kollegen krank melden, und zwar die Lokomotivführer Trtschala und Zipser. Bemerkt muß noch werden, daß die mit 11 Stunden festgesetzten Diensttouren infolge der auf den Linien der k. k. Nordbahn herrschenden Verkehrsverhältnisse regelmäßig infolge der Verspätungen über das gesetzliche Ausmaß ausgedehnt werden. > 2. Lokomotivpersonal i nt Heizhaus Wien II. Bei der Turnusbesprcchung im Heizhaus Wien II sind die beiden Reserven, welche von der Heizhausleitung Wien II im Turnus eingesetzt waren, abgelehnt worden. Statt der einen Reserve wurde die Teilung des Zuges 3394 von den Turnus-Vertrauensmännern verlangt, wegen zu langer Dienstdauer des Zuges 8304. Diesem berechtigten Verlangen hat die Heizhausleitung nicht Rechnung getragen. Der Dienstantritt ist in /Wien II um 7 Uhr 45 Minuten früh mit dem Zug 303 Regie /nach Tulln, von dort Anschluß um 8 Uhr 38 Minuten früh jmit dem Zug 3313 Regie nach St. Pölten, Ankunft in Sankt Pölten um 10 Uhr 43 Minuten vormittags. Das Personal, welches abgelöst werden soll, kommt mit dem Güterzug 3383 Jtm 12 Uhr 5 Minuten nach St. Pölten. Nachdem das Personal des Zuges 3383 schon seit 11 Uhr nachts des vorangehenden Tages im Dienste steht, das sind ununterbrochen 13 Stunden, und nach 5 Stunden teils am Zug warten, teils Regie mit dem Zug 3318 fahren muß, bis es nach Wien kommt, somit auch eine lSstündige Tour hat, wird dieses Personal sofort nach der Ankunft des Zuges 3383 in St. Pölten im Heizhaus abgelöst. Nachdem die Maschine in St. Pölten ausgerüstet werden muß, kann von einer längeren Pause in St. Pölten nicht gesprochen werden. Die Maschine muß spätestens um 2 Uhr nachmittags aus dem Heizhaus fahren. Die Abfahrt des Zuges 3394 erfolgt in St. Pölten um 2 Uhr 45 Minuten, die Ankunft in Tulln um 6 Uhr 56 Minuten abends, Abfahrt in Tulln um 9 Uhr 16 Minuten abends, somit ein Aufenthalt von zwei Stunden 20 Minuten, währenddem die Wassernahme und das Ausputzen des Aschenkastens erfolgen muß. Oft wird die Maschine auch zum Verschieben verwendet. Von einer Ruhepause kann in Tulln keine Rede sein. Die Ankunft des Zuges 3394 ,in Nußdorf ist um 10 Uhr 20 Minuten abends, von dort soll der Zug turnusmäßig als Zug 6390 auf die Donauuferbahn rollen. Von D. W. B. fährt die Maschine des Pendelzuges 6575/4575 bis Brigittenau. Von Brigittenau nach Wien soll die Maschine als Zug 62 Tc lerr rollen. Ankunft in Wien um 11 Uhr 42 Minuten nachts. Das Personal mutz sich früh vor der Abfahrt des iZuges 303 im Heizhaus melden, die Meldung muß spätestens um 7 Uhr 30 Minuten erfolgen. Die Dicnstdauer ist somit von 7 Uhr 30 Minuten früh mit einer Stunde Ansrustezeit nach der Ankunft des Zuges 62 k bis 12 Uhr 42 Minuten nachts. Die Ausrüstezeit ist mit einer Stunde viel zu niedrig gesetzt, da es immer bis zu zwei Stunden, oft noch länger dauert, bis die Bediensteten von der Maschine fortkommen. In Wirklichkeit ist nur eine Pause von 10 Uhr 43 Minuten bis 12 Uhr 15 Minuten mittags, und diese Pause wird zum Mittagessen ausgenutzt. i Erfahrungsgemäß lvird der Turnus in den seltensten Fällen eingchalten und wird cs meistens 3 bis 4 Uhr früh, ja sogar 6 Uhr 45 Minuten früh, bis das Personal die Maschine verlassen kann; das ergibt eine 18 bis 23stündige Dienstzeit mit einer Mittagsunterbrechung von 1 Stunde 32 Minuten. Dm Ursache der Verspätungen ist der Platzmangel in den Stationen Brigittenau und Donau-Uferbahn. Am 7. und 8. d. M. ereignete sich folgender Vorfall: Der Zug 6393 kam um 11 Uhr 22 Minuten nachts auf die Ufer-bahn, dort mußte bis 2 Uhr 12 Minuten früh auf die Abfahrt des Zuges 6575/4575 gewartet werden. Beim Einfabrts-scmaphor der Station Brigittenau wurde der Zug angehalten und bis über 1 Uhr 30 Minuten auf der Strecke stehen gelassen. /literarischen Laufbahn so deutlich ausgesprochen, wie er es an -ihrem Anfänge niedergeschrieben hat. Am deutlichsten wird das in seiner Selbstbiographic „Der Sohn der Magd" (im Vorjahre), worin zum erstenmal die Entwicklungsgeschichte einer Seele mit Bewußtsein unter die Einwirkungen des Klassengegensatzes gestellt worden ist. Es ist nicht einmal nötig, an die kommunistischen „Utopien in der Wirklichkeit" zu erinnern, die künstlerisch übrigens nicht die Höhe Strindbergscher Kraft Und Anschaulichkeit erreichen. i , Wichtiger durfte es sein, auf scheinbare Abweichungen einzugehen, wie sic in der mit Nietzsche in Verbindung gebrachten radikal-individualistischen Ethik der Romane vom Anfang der Neunzigerjahre, „An offZter See" und „Tschandala", der okkultistischen Zeichen- und Buchstabengläubigkeit seiner letzten Jahre vermutet werden könnten. Diese beiden Anschauungen. deren zweite sich ziemlich direkt aus der ersten entwickelt hat, sind im wesentlichen als rein persönliche Regulative des Dichters beabsichtigt und auch so anzusehen. Eine individualistische Ethik, die dem Sozialismus widerspräche, gipfelt konsequenterweise in einer Glorifizierung der kapitalistischen Gewaltherrschaft. Auf dieses Niveau ist aber Strindberg niemals herabgestiegen, ebensowenig wie Nietzsche selbst; das blieb erst seinen angeblichen Jüngern bösartiger oder ahnungsloser Richtung Vorbehalten. Allerdings fordert Strindberg in jener Epoche eine Klassenscheidung, aber nicht nach Maßgabe des Besitzes und der Gewalt, sondern nach Maßgabe der Intelligenz und der Bildung. Mit dieser Unterscheidung nähert er sich allenfalls den früheren sozialen Utopien, wie sie etwa in Platons Staat vorgezeichnet sind. Seine Religiosität ist aber niemals mit der Forderung allgemeiner Gültigkeit proklamiert, geschweige denn als bewährtes Mittel der Volksunterdrückung empfohlen worden. Daß er sich jedoch überhaupt auf solche Nebenwege begeben konnte, Ing daran, daß das ihm eigene, proletarisch gefärbte Klassenbewußtsein nicht bis an die ökonomischen Wurzeln hinabragte, sondern in die stets bewegte Oberfläche seines wogenden Temperaments eingebettet war. Was seine Ucberzeugung blieb, bat er trotzdem nie aus dem Markt verhandelt. Ibsens irdischen Ruhm, des klügeren, ober weit kärgeren Talents, hat Strindbergs überschäumende Lebens- und Bildnerkraft sich nicht sichern können. Er wollte in keinem der Lager zu Hause sein, in denen heute die Macht wohnt, und in dieser Erkenntnis hat ihn die Mackst darben und im Duiitel gelassen. Und dies ist der erste und letzte Beweis seiner in die Zukunft ragenden Größe. Der Lokomotivführer verlangte um 2 • Uhr, als er schon IS Stunden im Dienst stand, die Ablösung. Darauf wurde ihm gesagt, der Zug geht spätestens in 10 Minuten ab, und zwar direkt nach Brigittenau. Der Zug ist in 12 Minuten abgelassen worden, aber erst in 1 Stunde 50 Minuten in der Station Brigittenau angenommen worden. In Brigittenau befahl der diensthabende Beamte Adjunkt Grasl dem Lokomotivpersonal, noch einen Zug nach Nußdorf zu überstellen und von dort dann nach Wien zu fahren. Als der Lokomotivführer sich erlaubte, den diensthabenden Beamten aufmerksam zu machen, daß der Lokomotivführer und der Heizer schon die 21. Stunde im Dienst stehen, antwortete der Beamte im erregten Ton: „Wollen Sie fahren oder nicht fahren?" Der Lokomotivführer erwiderte: Auf die Verantwortung des Herrn Beamten stelle er den Zug nach Nußdorf. Darauf ließ der Herr Beamte die Maschine abkuppeln und schickte sie über Brigittenau-Stadtbahnanlage nach Wien II, wo das Lokomotivpersonal genau 21 Stunden nach dem Dienstantritt eintraf. Der Heizer ging um 6 Uhr früh, das ist 22 Stunden 15 Minuten, der Lokomotivführer um 6 Uhr 45 Minuten, das ist 23 Stunden nach dem Dienstantritt vcn der Maschine weg. Die Dienstdauer bei dieser Tour beträgt durchschnittlich gegen 20 Stunden, den einen Tag kommt das Personal früher, den anderen Tag kommt es später nach Wien, turnusmäßig um 11 Uhr 42 Minuten aber nie. Die Sache ließe sich folgendermaßen regeln: Die dritte Reserve der Uferbahn, welche abends nach Wien fährt, kommt turnusmäßig nach Wien II, wird ausgerüstet, fährt zurück nach Nußdorf und übernimmt die ganze Nacht den Pendelverkehr zwischen Nußdorf-Brigittenau-Donau-Uferbahn; in der Früh wird das Personal abgclöst, die Maschine hat weiter die dritte Reserve beim Tag auf der Uferbahn. Für das stundenlange Stehen auf der Uferbahn und vor dem Semaphor der Station Brigittenau bekommt das Lo-konwtivpersonal keine Entschädigung für die verbrauchte Kohle. Dieselbe Turnusgruppe führt auch den Zug 80 ab Sig-mundsherberg. Der Zug hat um 6 Uhr 22 Minuten früh Abfahrt, das Personal wird schon um 3 Uhr 30 Minuten geweckt und muß um 4 Uhr früh mit der Maschine in der Station sein. Der Zug 80 kommt um 4 Uhr 5 Minuten früh von Gmünd, und wenn beim Zug irgendeine Verschiebung notwendig ist, muß diese eben mit der Maschine, welche um 4 Uhr aus dem Heizhaus und erst um 6 Uhr 22 Minuten Abfahrt hat, vorgenommen werden. Für diese 2 Stunden 16 Minuten früher in die Station fahren bekommt das Personal 20 bis 50 Minuten Vorschub, für die übrige Zeit und für die verbrauchte Kohle wird keine Entschädigung gewährt. Nachdem in der Station Sigmundsherberg eine Nachtreserve ist, welche für die ganze Nacht nur einen Vorschub von sechs Stunden bekommt, so soll eben beim Zug 80 mit der Rc-servemaschine und nicht mit der Zugmaschine vorgeschoben werden. Die Einwendung, die Reserve mutz den Zug 79 fertig machen, ist nicht stichhältig, da der gesamte Vorschub beim Zug 79 nie über 30 Minuten dauert. Der Zug 79 hat um 4 Uhr 19 Minuten in Sigmundsherberg Ankunft und fährt um 5 Uhr 11 Minuten wieder weg. Daß die Maschine 2 Stunden 30 Minuten vor der Abfahrt des Zuges 80 in der Station stehen muß, ist eine Verfügung der Heizhausleitung Wien II; wenn die Maschine um 6 Uhr früh hinausfährt, so kommt sie noch immer recht zur Abfahrt, da die Abfahrt erst um 6 Uhr 22 Minuten erfolgt. In Betracht kommen für die geschilderten Fälle die Turstusgrnppen VII und VIII, Serie 73, Wien II-Tulln-St. Pölten und Wien II Sigmundsherberg. 8. Zugbegleitungsp-rsonal in St. Pölten. In St. Pölten wurdi, für den diesjährigen Sommer-turnus der Personalstand von 13 auf 15 Partien erhöht und mit Genehmigung der I. k. Staatsbahndirektion folgender Turnus festgesetzt: 1. 2. 3. 4 5. 6. 7. 8. 1983/1988 a 85/84 193 78 frei 77 186 173/82 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. Reserve 89 88 Vorschub 79/174 93 94 Auf den fünften Turnustag entfällt sonach der freie Tag. beziehungsweise auf jede Partie im Monat zwei freie Tage. Am neunten Turnustag hat die Partie des Zuges 82, welche um 1 Uhr 55 Minuten früh den Bahnhof verläßt, beziehungsweise aus dem Dienst tritt, laut Dienstbefehl des k. k. Bahnbetnebsamics um 10 Uhr vormittags und 5 Uhr nachmittags anzufragen, ob Erfordcrnisziige verkehren und eventuell solche zu fuhren. Gesamtruhezeit von 1 Uhr früh bis 10 Uhr vormittags ist 8 Stunden 6 Minuten inklusive der Wegzeiten und nach Hause. Diese Tour ist zu stark, Iveil den Bediensteten, die 2 bis 3 Kilometer vom Bahnhof entfernt wohnen, und oft mehr als eine Stunde mit Gehen verbringen müssen, die knappe Ruhezeit noch mehr verkürzt wird. Am 5. Mai 1912 gab das k. k. Bahnbeiriebsamt folgenden Dienstbefehl heraus: Dienstbefehl des k. k. Babnbetriebsamtes St. Pölten. An alle Zugsbcgleitcr! Da die vorhandene Reserve teilweise durch Erkrankungen, teils durch Urlaube aufgebraucht wird, eine solche jedoch für Bedarfsfälle vorhanden sein muß, wird folgendes verfügt: Täglich, das ist von 10 Uhr vormittags bis 10 Uhr vormittags des nächsten Tages haben zwei Männer ans der Partie des entkommenden Zuges 82, 24stiindige Reserve, welche unter anderem auch die Verpflichtung haben, bei den Zugsgruppen die Portiere beim Kartenabnehmen .'e. zu unterstützen. Nach den Zugsgruppen können dieselben, wenn keine anderweitige Verwendung für sic vorhanden ist, ruhen. An Werktagen vor Sonn-und Feiertagen haben diese Kondukteure, falls Zug 1983/1884 verkehren sollte, mit diesem zu fahren und hernach wieder Reserve zu halten. Damit diese Tour nicht immer dieselben Leute trifft, haben die Zugsführer abwechselnd nach jedem 15. Turnustag zwei Kondukteure aus der Partie zu bestimmen, und die Namen derselben dem Hauptdiensthabenden zu nennen, welcher die nötige Vormerkung vornimmt. Damit ein Bild über die Verwendung dieser Reservekondukteure geschaffen werden kann, sind die gemachten Touren vom Hauptdiensthabenden bekanntzugeben. Dieser Dienstauftrag tritt vom 5. Mai in Kraft, von welchem Tag die Rescrvekonduktcure zu bestimmen sind. St. Pölten, am 2. Mai 1912. Her Vorstand des k. i. BahnbctriebsamteS: 3 c I: II st Bestätigung und Kenntnisnahme umseitig. Diese Reservekondukteure haben nach dem Tienstbesehl eine 24stiindige Dienstleistung zu vollbringen, worauf sie von 10 Uhr vormittags bis y25 Uhr nachmittags ruhen, um dann mit einem Manipulationszug wegzufahren, bei welchem die Ruhezeit in Amstetten wieder nur 6 Stunden 4 Minuten aus-machte. Darauf folgt wieder ein Mauipulitaionszug retour mit zirka 8 Stunden Dienstleistung. Laut Winterturnus waren für St. Pölten 12 Partien bestimmt. Im März 1912 wurde eine 13. Partie ausgestellt, die aus dem Reservestand ergänzt wurde. Der Personalstand wurde für die Reserve aber nicht erhöht. Als Ersatz für Er- ist. . kvntrollore die Arbeit der Wächter einfach nicht zu leisten wäre. Der Dienst der Wächter war schon in der Zeit, als fünf Wächter den Dienst versahen, ein so anstrengender, daß schon damals die Verschieber aus purer Menschlichkeit den Wächtern beim Stellen der Wechsel halfen. Das tun die Verschieber heute aucki noch. Trotz alledem ist der Dienst der Wächter ein zu schwerer. In der Instruktion XV11, Artikel 4, Punkt 1, beißt cs: Der Dienst der Weichenwächter und der Wächterkontrollore wird für jeden Posten durch eine von der f. k. «taatsbahu-direktion genehmigte Diensreinteilung geregelt. ^ Tie Wächterkontrollore, Verschubpcrsonal, Wagen-schreibet', überhaupt alle Kategorien in Lelztal, mit Ausnahme, der Wächter, besitzen auf jedem Posten solch vorgeschriebene Diensteinteilungen mit der Ilnterfertigung für die f. k. Staats bahndirektion Wimmer Freilich ist auch auf jedem Wachtei -Posten eine Dtensteinteilung angebracht, aber eine _ anbei e Drucksorte, nämlich alten Stils (Auflage 1896) und nicht die Stampiglie: „Genehmigt durch die k. k. Staatsbahndirektion mit der Unterschrift Wimmer", sondern nur die Stampiglie des Bahnbctriöbsamtes Selztal mit der Unterschrift „Koller". Aus dieser Schilderung der Situation geht hervor, daß in der Station Sclztal ein Dienst, der schon zu schwer war, rücksichtslos noch erschwert wurde. Schon aus diesem Grunde wäre cs notwendig, den 16/24stündigen Dienst der Wächter wieder unverzüglich in einen 12/24stündigen umzuwandeln. 5. Für das Güterzugspersonal der Direktion für die Linien der St. E. G. in Wien werden die 15 Minuten Jutei valle in der Wendestation im gegenwärtigen Turnus nicht mehr als Dienstleistung gerechnet, obwohl im Punkt 2, Absatz 3, der „Allgemeinen Bestimmungen" über die Bemessung der Diensl« und Ruhezeiten ausdrücklich festgesetzt ist, daß bei Bemessung der Dieusttouren diese Zeit miteinzurechnen ist. Bezüglich der das Lokomotivpersonal betreffenden, hier angeführten Fälle, sei erwähnt, daß im Punkt 18 der mehrfach zitierten Vorschrift bestimmt wird, daß die täglichcJDienst-dauer im monatlichen Durchschnitt nicht mehr als elf Stunden betragen darf. Ferner wird im Punkt 22 derselben Vorschrift bestimmt, daß die Fahrten ohne Dienst (Regiefahrten) nicht als Ruhezeit angerechnet werden dürfen. Alle diese Vorschriften und mehrere andere der bezüglichen Bestimmungen wurden in den angeführten Fällen nicht ein-gehalten. Das sind aber nur einige Beispiele von den vielen, die diesbezüglich angeführt werden könnten. Die Ursache dieser Turnusverschlechterungen beim Lote« motiv- und Zugbegleitnngspersonal, die Nichteinhaltung der bestehenden Vorschriften er. ist nicht die Unkenntnis aller in Betracht kommenden Bestimmungen, nach welchen derzeit die Turnusse erstellt werden müssen, sondern das seitens des k. k Eisenbahnministeriums in letzter Zeit inaugurierte Sparshstem welches die unterstehenden Organe direkt und indirekt zu diesem Vorgehen veranlaßt. Es ist daher auch das Eisenbalmmiuifte-rium in erster Linie für dieses Vorgehen verantwortlich. Es ist klar, daß dieses Vorgehen nicht nur den Interessen des Personals zuwiderläuft, sondern daß auch für die Sicherheit des Verkehres eine kolossale Gefahr besteht. Einen Menschen, bei länger als elf Stunden int Fahrdienst beschäftigt wird, kanr man logischerweise für seine Handlungen und Unterlassungei nicht verantwortlich machen. Schließlich hat das k. k. Eisen, bahnministerium als der berufene Vertreter eines staatlicher Unternehmens auch die moralische Verpflichtung, die gemachten Zugeständnisse einzuhalten und auch dafür zu sorgen, daß sie von den untergeordneten Organen eingehalten und durchgeführt werden. Nachdem dies bei den letzten Turnuserstellungen nicht geschehen ist. stellen die Gefertigten an den Herrn Eisenbahn« minifter folgende Anfragen: 1. Hat der Herr Eisenbahnminister davon Kenntnis, daß das Zugeständnis des k. k. Eisenbahnministeriums vom Jahre 1908, wonach die Turnusse nicht verschlechtert werden dürfen nicht eingehakten wird? 2. Hat der Herr Eisenbahnminister von der Nichteinbal-tung der bestehenden Vorschriften über die Bemessung de, Dienst- und Ruhezeiten durch die untergeordneten Organe Kenntnis? 3. Ist der Herr Eisenbahnminister bereit, allen in Betracht kommenden Dienststellen klar und unzweideutig einzn« schärfen, daß bei Erstellung der Turnusse streng nach den bestehenden Vorschriften vorzngehen ist und dafür zu sorgen, daß im Sinne des Zugeständnisses des Eisenbahnininisteriums vom Jahre 1908 die Turnusse nicht verschlechtert werden? Wien, am 14. Mai 1912. Soxget dgfiir, daß der «Eisenbahners auck vom reisenden PMMm gelesen wepder-^MW Interpellation der Abgeordneten Oliva. Tomfchik und Genossen an den Herrn Eisenbahnminister wegen des Erlasses de dato 17. Jänner 1912, die Regulierung der Verschubzulage betreffend. Vor der Herausgabe des oben zitierten Erlaffes hatte das Lokomotivpersonal in Triest an Kilometergeldern einen durchschnittlichen Verdienst von monatlich 160 Kr. Dieser höhere Verdienst vor dem Erscheinen des genannten Erlasses war durchaus gerechtfertigt. Die bestehenden Ver-Ichi'Stierhnltmssi’ zwangen die Dienstvorstände, die Direktionen und auch das Eifenbahnministerium zu der Einsicht, dem Loko-niotivpersonal die ganze Zeit der Dienstleistung mit den Gebühren für die Fahrt im Dienst zu entlohnen. Beweis dafür bie Tatsache, daß feit dem Jahre 100S bis zu>n Erscheinen des oben zitierten Erlasses alle in Betracht lammenden Organe liier k. k. Staatsbahnverwaltung die Verrechnung der ganzen IScit anstandslos genehmigten. Es war eben jedem Organ klar, Das; die bezügliche Bestimmung im Gebührenrepnlativ eine un-idurchführbare Vorschrift ist. Denn Dienst verrich.-en mutz das Lokomotivpersonal auch dann, wenn es infolge Unterbrechung des Bcrfchubes mit der Maschine jt-chen mur. Die Aenderung dieser mehrjährigen Gepflogenheit hat seine Ursache einzig darin, daß das bei den t. i. etaatscahncii jetzt inaugurierte Sparsystem keinerlei Rücksicht kennt, auch dann nickt, wenn die bezüglichen Beifügungen mit den Interessen des Dienstes und jenen des Personals nicht im Einklang stehen. Der dringliche Erfatz vom 17. Jänner 1912 ließ aber diesen gerechten und wahren Umstand ganz außer acht und befatzte sich nicht einmal mit den klimatischen Berhältniflen und territorifchen Schwierigkeiten, welchen das Lokomotivpersonal im Süden, namentlich in Triest, ausgesetzOist — und geht einzig und allein von dem Grundsatz aus, auf Kosten des Loko-wolivpersonals Ersparungen zu machen. Und so kommt ei, datz das Lokoniotivpcrsonal der k. k. Staatsbahndirektion in Triest statt des früheren durchschniti-jlichen Verdienstes von 160 Kr., kaum mehr 100 Kr. verdien 1 Aber nicht genug daran, das Lokomotivpersonal wird idamit bei den Kohlenprämien benachteiligt, so zwar, daß ihm ;mit einem Erlatz zwei Begünstigungen, welche früher als Er-'satz für die kleinen Löhne galten, entzogen werden. Es mutz besonders hervorgehoben werden, daß bei einem Mtägigeit Turnus von Trieft aus nur ein einziger Zug nach Görz und zurück fährt (55 Kilometer) und sonst nur Schiebe-bintst von Triest nach Opeina bei einer Sleigiing von 25 Promille auf 14 Kilometer nebst f ü n f Tunnels in einer Gesamtlänge von 5 Kilometer verrichtet wird. Hiebei ist auch der Umstand besonders zu berücksichtigen, datz die Tunnels ohne jeglicher Ventilation sind, durch welche die Lokomotive wegen der großen Steigung mit voller Kraft arbeiten muß. — Bei starker Bora herrscht außerhalb der Tunnels eine Temperatur von i gen, und der Stützpunkt durch die Post, denn für die er« mäßigte Beförderung der Schüblinge und Sträflinge, 'für die ermäßigten Sendungen der Staatspferde,;ucht-nnftalten, für die Beistellung der Militärwägen, für den Bau und die Erhaltung der Militärrampen u. s. w. Alt allen diesen Verpflichtungen hätte der Staatsbahnbetrieb verhältnismäßig leicht zu tragen, aber schier unerträglich sind die Lasten, die ihm der teure Ban und die Unrentabilität aus strategischen Gründen gebauter Linien aufwälzte, und die Lasten, mit welchen die österreichische Finanznot den Staatsbahnbetrieb erblich belastete. Da würden wohl auch die weite st ge-' h e n d e n Reformen a n den F a h r b e g ü n st i-gu n ge nderStaatsbahn bedien st eten nicht die erwünschte Sanierung herbeiführen. Die Absichten der Bahnverwaltungen betreffs Regelung der Fahrbegünstigungen, zu deren Text die von der „Wirtschaftlichen Zentrale" heransgegebene «Broschüre die notwendige Musik macht, sind auf sukzessive Verkürzungen der Bediensteten an !ihren Fah rb e gü nstigungen gerichtet, wie ja ‘auch die Praxis die wirkliche Gewährung der Fahr-. Begünstigung ständig verschlechtert. Es soll die Benützung von Schnellzügen weiter erschwert werden und es sollen betreffs der Benützung höherer Wagenklassen und der Gewährung von Begünstigungen auf fremden Bahnen Verschlechterungen eintreten. Dabei wird man, um nicht dm Hellen Widerstand der Bediensteten heraufzubeschwören, voraussichtlich an den eingeräumten Begünstigungen der Bediensteten und Arbeiter nicht rütteln und die Verschlechterungen nur bei den in Zukunft eintretenden Bediensteten vornehmen. Nichtsdestoweniger würden aber die Eise nbahnbedien st eten gleich beim ersten sanften Versuch, Verschlechterungen e i n z u s ü h r e n, der einmal glückend weitere Folgen zeitigen würde, ihre Anrechte e nt schieden verteidigen. Die BahnverwaUungen mögen damit rechnen, daß sie nicht leichten K«ufes Verkürzungen durchsetzen würden und daß das Objekt eines-bei dieser Gelegenheit auftretenden Konfliktes die Folgen desselben nicht wert wäre. Es ist der pure Uebermut, wenn inan in der schweren Zeit, in die die Teuerung jede einzelne Eisenbahnbedienstetenexistenz versetzt, das Eisenbahnpersonal mit derartigen nichts Gutes für die Zukunft verkündenden Absichten beunruhigt und die Staatsbahnverwaltung täte im eigenen Interesse besser daran, ehestens die g a n z e n v o m P a r l a m e n t z u r B e s s e r st e l l u n g des Staatsbahnpersonals beschlossenen Maßnahmen eintreten zu lassen. Die Rechte der Bediensteten zu kürzen, wird ihr nicht gelingen. In den unterschiedlichen Eisenbahner-Fachblättern werden die allarmierenden Nachrichten über eine bevorstehende Beschränkung von Fahrbegünstigungen in erregtem Ton besprochen und seitens des Südbahnerverbandes werden auf den Linien der Südbahn massenhaft Flugblätter verbreitet, welche für eine Protestaktion Stimmung machen. Die Beschränkung der Jahrbegiinstiguiigen soll umfassen: 1. Entziehung der I. Wagenklasse den Oberbeamten von der VII. Dienstklasse auswärts. 2. Entziehung der II. Wagenklasse den Unterbeamten mit einem Jahresgehalt von 1600 Kr. auswärts. 3. Das Zugeständnis von nur sechs PersonenzngSsrei-karten per Jahr. 4. Die weitere Beschränkung von Benützung der Schnellzüge nur für kurze Urlaube und in besonders dringlichen Fällen. 5. Einziehung der Begünstigung einer 5Üprozentigen Ermäßigung für Familienangehörige der Bediensteten im Lokalverkehr. 6. Entziehung der bOprozentigen Ermäßigung für Angehörige der Bediensteten im Nachbarverhe auf den Linien der königlichen ungarischen Staatsbahnen, der k. k. priv. Südbahir (ungarische Linien) und der k. k. priv. Kaschau-Oderberger Eisenbahn. Das sind Vorschläge, die seitens der Verwaltung der königlich ungarische;; .Staatsbahneil an die Direktorenkonferenz des FahrbegünstigungSausschuffes sämtlicher in dieser Konferenz vertretenen Eisenbahnen inklusive der Bosnisch-Herze-gowinischen Staatsbahnen de facto erstattet worden sein sollen. Sofort, wie dieses Faktum bekannt wurde, begab sich Abgeordneter Genosse Tomfchik in das Eisenbahnministerium, um sich an kompetenter Stelle zu informieren. Dort wurde ihm dezidiert erklärt, daß zwar diese Vorschläge nicht in deni angeführten Umfang erstattet wurden, daß jedoch das E isen bahn-minist erium vor der Entscheid» ng des Eisen-bahnausschusses über die Fahrbegünstigun-g e n nichts u n t e r n e h ni e n wird. Wir haben dazu zu bemerken, daß die Direktorenkonferenz sich mit den Fahrbegünstigungen aus diesem Grund befassen muß, weil der zehnjährige Termin, welcher im Jahre 1903 festgesetzt wurde, mit 31. Dezember 1912 abläuft und nunmehr die Fortdauer dieses Uebereinkommens neuerlich beschlossen werden muß. Diesen Umstand benützte nun die Verwaltung der königlich ungarischen Staatsbahnen, um die obenerwähnten Vorschläge der Direktorenkonferenz zu unterbreiten, um die erworbenen Rechte der Eisenbahnbediensteten zu beschneiden. Jedenfalls dürste cs nicht von Schaden sein, daran zu errinnern, daß die Eisenbahnbediensteten nicht gewillt sind, sich ihre erworbenen Rechte durch einen Beschluß der Direktorenkonferenz einfach wegnehmen zu lassen und es sehr unklug ist, gerade zu dieser Zeit, in welcher die Eisenbahner ohnehin wegen der unzulänglichen Durchführung der vom Parlament beschlossenen Aufbesserungen aufgeregt sind, auch noch dieses Oel ins Feuer gießen zu wollen. Wenn schon die Bahnberwaltungen an den Fahrbegünstigungen sparen wollen, so haben sic wahrlich Gelegenheit genug, dies zu tun, sie brauchen nur die Uebereinkommen über die Gewährung von Fahrbegünstigungen an verschiedenen Vereine, Korporationen, Behörden, an Standespersonen, Militärpersonen und ihre Angehörigen, Journalisten, verschiedenen Bettelmönchen und Bettelschwestern re re. und sie werden genügend Raum finden für Personen, die mit Hintansetzung ihrer Gesundheit, ja ihres Lebens bei ber_ Eisenbahn für geringe Entlohnung schuften, die zu der Eisenbahn gehören. Diesen unseren Vorschlag sollten die Herren in der Direktorenkonferenz zur Diskussion stellen. Bei dieser Gelegenheit wollen wir daS k. k. Eisenbahnministerium auf das Treiben einzelner k. k. Staatsbahn-direktionen aufmerksam machen, welche trotz allen Aufklärungen und Anordnungen des Eiscnbahnministeriums immer noch dem dienstfreien, dem Exekutivdienst nicht angehörigen Personal an Sonn- und Feiertagen die Aussolgung von Freikarten mit dem Bedeuten verweigern, daß sie vorher um Urlaub ansuchen müssen. Das ist eine offenkundige Schikane des Personals und es wäre wahrlich an der Zeit, daß das Eisenbahnministerium, schon um der eigenen Autorität willen, sich aufrafft und der Staatsbahndirektion den strikten Auftrag erteilt, die Weisungen des Ministeriums zu befolgen und das Personal nicht mutwillig zu schikanieren und aufzuregen. ( Protokoll der Atzung der Personal-lommissio» der Südbahn. Gruppe der Zugförderung. (Unterbeamte und Diener.) (Schluß.) Vorsitzender: Naschinenhausdirektorstellver- treter Herr Dr. Schloß. Beratung der am Vortag zurückgestellten Punkte 5, 6, 14, 15, 18 und 20 der Eingabe des Loko motivfahrpersonal s. 5. Punkt. Um die Rangeinteilung einwandfrei zu gestalten, darf die Shstemisierung, respektive Anstellung nicht örtlich, sondern muß nach dem Generalstatus der Krankenkasse erfolgen. Mitglied Beer bemerkt in seiner Begründung, daß dieses Verlangen gestellt wird, um Ungerechtigkeiten hintanzuhalten, wie sie jetzt häufig Vorkommen und welche darin bestehen, daß in manchen Stationen Personal, welches noch nicht solange in Diensten der Südbahn steht als das Personal in anderen Stationen, zur Anstellung gelangt, wodurch sich bei späteren Versetzungen regelmäßig Komplikationen ergeben. Oberinspektor Ruprecht erklärt, daß dies alles von der Direktion tunlichst berücksichtigt wird. ES stellen sich der Ausführung oft wegen Wohnungs- und Sprachenverhältnissen u. s. w. Schwierigkeiten entgegen, so daß eine Versetzung nicht möglich ist. Anderseits ist auch der Bedarf nicht überall der gleiche. Der Vo r s i tz e n d e gibt die Versicherung, daß diesem Wunsche nach Tunlichkeit Rechnung getragen wird. 6. Punkt. Bis zur Annahme der nach wie vor verlangten Pauschalierung der Kilometergelder und Prämien sollen zum bestehenden Kilometergeld nach den Vorschlägen der Vertrauensmänner (Personalkommission) lokale Zuschläge gewährt werden und die Kohlenprämien analog der k. k. Staatsbahnen allmonatlich zur Auszahlung gelangen. Mitglied Heinrich Z w e n k bezeichnet den Wunsch des .Lokomotivpersonals, nach Umwandlung des bestehenden Kilometergeldes und der Prämien in ein fixes Pauschale, als einen sehr alten und dringenden und das derzeit bestehende Ent-lohnungsshstern des Lokomotivpersonals (Kilometer- und Stundengeld samt Prämie») als eine ungerechte Bewertung der Leistung desselben, da nach dieser Art der Entlohnung krasse Unterschiede im Verdienst bei gleichwertigem Personal und gleich langer Arbeitszeit entstehen. Er kommt dann auf das derzeit bestehende kombinierte System analog der StaatS-bahnen zu sprechen und weist nach, daß durch die Einführung desselben nicht nur der Versuch der Direktion vom Jahre 1908, einen Ausgleich dieser Differenzen durch Gewährung von Zuschlägen zum Kilometergeld herbeiznführen, zunichte wurde, sondern daß auch ein großer Teil des Personals entweder durch die Streichung der bestandenen Zuschläge oder infolge des mit dieser Einführung zusammenhängenden Verdienst-entganges an Kohlenprämien geschädigt wurde. An der nun folgenden Debatte beteiligen sich die Mitglieder Beer, Franz Z w e n k und Falk. Auf die Erklärung des Vorsitzende», daß von der Einführung der Pauschalierung gegenwärtig keine Rede sein kann, da es nicht nur im Interesse der Gesellschaft liegt, bei dem bestehenden System z» bleiben, sondern daß dieselbe auch hier, wie in den übrigen Punkten, an die Einrichtungen der k. k. Staatsbahnen gebunden sei. Die Direktion sei jedoch gewiß bereit, einen Ausgleich der Härten, wenn solche bestehen, vorzunehmen. Folgender Antrgg wird eingebracht: 1. Anrechnung des Stundengeldes für die Ausbleibezeit bei allen Dienstleistungen auf der Lokomotive. 2. Gewährung von Zuschlägen zum Kilometergeld für Streckendienst überall dort, wo vor der Einführung des kombinierten Systems solche bestanden, in derselben Höhe. 8. Gewährung von entsprechenden Zuschlägen zum Kilometergeld in allen Turnussen, in welchen bei einer Dienstleistung von 250 Stunden im Monat eine Kilometerleistung von 3500 nicht erzielt werden kann. 4. Gewährung de» .Stundengeldes für die, Ausbleibezeit analog den k. k. Staatsbahnen für die Heizer mit Bclaffung, des derzeitigen Kilometergelde? samt Zuschlägen. Der Antrag wird dem Protokoll einverleibt. 14. Punkt. Schleunigste Regelung der Dienst- und Ruhezeiten im Sinne der eingebrachten Anträge für sämtliche Zugförderungsbediensteten. Solange diese Regelung nicht erfolgt ist, Gewährung eines wöchentlichen Ersatzruhetages in der Höhe von 30 Stunden. Mitglied Falk setzt sich für die Einführung des 12/24 - Stundendienstes im reinen Rcserveturnus ein sowie für die Einführung dieses Dienstes für Wagenmeister, respektive Aufscher und Oberheizer ein und meint, wenn in allen übrigen Punkten , auf die k. k. Staatsbahnen verwiesen wird, so besteht das Personal darauf, daß auch in diesem Punkte die Staatsbahnen als Muster genommen werden sollen, um so mehr, da daraus keine Mehrkosten erwachsen, weil eine Personalvermehrung oft gar nicht notwendig ist. Er führt dann Beschwerde über die Betriebsinspektorate, vo» welchen den Vertrauensmännern bei Turnusbesprechungen _ immer Schwierigkeiten gemacht und die Wünsche derselben nicht berücksichtigt werden. Ferner kommt er auf die herausgegebenen Normen zu sprechen und verlangt, daß das Wort „t»»Iichst" in denselben gestrichen und durch „gebührt" ersetzt werden soll. Dr. Grab scheid bemerkt bezüglich des 12stündigen Dienstes mit 24stü»diger Ruhezeit, daß die Direktio» denselben in Transitstationen einzusühren gedenkt. Mitglied Beer bespricht die Notwendigkeit der Gewährung eines wöchentlichen freien Tages, beschwert sich ebenfalls über die Art und Weise, wie die Turnusbesprechungen gepflogen werden sowie über das zu späte Vorlegen^ der Turnusentwürfe von feiten der Jnfpektorate, verlangt, daß die Erstellung der TuruuM den Heizhäusern zugewiesen werde und den Vertrauensmann"» die Möglichkeit geboten werden soll. Vorschläge zu machen, welche dann auch berücksichtigt werden sollen. Er wendet sich dann gegen die ungünstig erstellte Fahrordnung, welche eS dem Lokomotivpersonal insbesondere auf dem Semmering unmöglich macht, trotz sehr langer Dienstzeit einen nennenswerten Verdienst an Kilometergeld zi, erzielen. Redner kommt nun auf den 12stündigcn Dienst mit 24stündigcr Ruhezeit der Mas ch inen m eiste r, R e v i« sionSschlo 1 f er und Oberheizer zu sprechen, bezeichnet das diesbezügliche Verlangen dieser Kategorie als ein berechtigtes und begründet dasselbe in längeren Ausführungen. Mitglied Gern groß verweist auf die Mehrleistung, welche dein Heizer durch das Reinigen der Lokomotive erwächst und verlangt die Befreiung der Heizer von dieser Arbeit. Vorsitzender Dr. Schloß gibt die Versicherung, daß der 12/24-Stundendienst vor der Tür steht. Derselbe wird in kurzer Zeit, dort, wo cs möglich ist. eingeführt. Die Einführung von 36 Stunden frei in der Woche geht nicht so ohneweiters, aber auch diesem Wunsche wird nach Möglichkeit Rechnung getragen werden sowie auch allen hier vorgebrachten Wünsche», soweit es der Dienst verlangt. Bezüglich Reinigung der Maschine» meint der Vorsitzende, daß einzelne Lokomotivserien schwerer Gattung ohnehin schon vom Heizhaus aus geputzt werden, ersehe die Berechtigung des Wunsches vollkommen ein, jedoch koste dies alles Geld und man müsse auch berücksichtige», daß der Heizer meistens ein junger Mann ist, der mehr zu leisten imstande ist. Gegen letzteres wendet sich das Mitglied Gern« groß. Nach längerer Beratung werden die Punkte 14 uiid 18 zusammengezogen und vom Mitglied Beer folgender Antrag eingebracht: „Unbedingte Anerkennung der vom Personal gewählten Turnusvertraueusmänner, Beiziehung derselben zur Erstellung der Fahrturnuffe analog den k. k. Staatsbahnen und die größtmöglichste Berücksichtigung der ge-machten Einwendungen der Vertrauensmänner, lieber» tragung der Turnuserstellung an die Heizhausleitungen und rechtzeitige Veranlassung zu derselben. Unbedingte Einführung des 12stündigen Dienstes mit darauffolgender 24stii»diger Ruhezeit ab 1. Mai 1912 beim Reservedienst des Lokomotivpersonals den Revisions-schlossern, Oberheizern und Maschinenmeistern einschließlich des 36stündigen freien Tages im Monat." Antrag Ger »groß: „Das Reinigen der Lokomotiven aller Serien nach Beendigung der Diensttour soll von seiten des Heizhauses besorgt werden." Beide Anträge werden dem Protokoll eii^verleibt. 19. Punkt. Einführung von Vertrauensmännern nach dem System der Werkstättenarbeiter für das angestclltc Loko-motivpersonal in jedem Heizhaus, welche berufen sind. Personalangelegenheite» lokaler Natur mit dem Hgizhauschef zu behandeln. Es dürfen nur die von der Majorität deü Personals gewählten Vertrauensmänner anerkannt werden. Der Antrag wird nach vorhergegangener Begründung dem Protokoll einverleibt. 20. Punkt. An Stelle der Dienstkleider soll als Kleiderabnützungsentschädigung ein Relutum in der Höhe von 150 Kr. jährlich für den Lokomotivführer, beziehungsweise Anwärter und 105 Kr. für den Berufsheizer treten. Der Antrag wird nach vorhergegangener Begründung dem Protokoll einverleibt. Mitglied Franz Zwenk stellt de» Antrag: „Dein Lokomotivpersonal soll bei Zügen mit wenig Aufenthalt in größeren Stationen die Möglichkeit geboten werden, Trinkwasser zu bekommen. Der Antrag wird zu Protokoll genommen. Forderungen und Antrüge der Wagenmeister und Wagen-aufseher. 1. Punkt. Einführung des 12stündigen Dienstes mit darauffolgender 24stü»diger Ruhezeit. Dr. Grabfcheid gibt die Entscheidung der Generaldirektion bekannt: In allen jenen Stationen (Transit-stationen), in welchen die Wagenaufseher und Wagenmeister tzer k. k. Staatsbahnen de» 12/24-Stundt-ndicnst haben, wird derselbe auch auf der Südbahn eingeführt. Mitglied Jaich verleiht der Befürchtung Ausdruck, daß dabei gerade Wien übersehen werden könnte. (Oberinspektor Ruprecht: Wien ist nicht ins Auge gefaßt!), stellt den Antrag, daß diese Einführung auch auf Wien ausgedehnt werden soll und begründet denselben in längeren Ausführungen. Vorsitzender Dr. Schloß bemerkt, daß ja der Sache gewiß nähergetreten uiid die diesbezüglichen Wünsche in Erwägung gezogen werden. Wo ans der Südbahn ähnliche Einrichtungen bestehen wie auf der k. k. Staatsbahn, wird gewiß das gleiche eingeführt. . 2. Pnnk t. Den Jahrgängen 1902 und 1903 soll cm außertourliches Avancement gewährt werden. Begründung: Jahrgang 1901 erreichte die Gehaltstufe von 1400 Kr. in acht Jahren, wogegen die Jahrgänge 1902 und 1903 elf Jahre auf die Erreichung derselben Gehaltstufe warten müssen, daher in der Untcrbcamtenkategorie um zwei Vorrückungen gegenüber ihren um ei», beziehungsweise zwei Jahre älteren Kollegen Zurückbleiben. Vorsitzender: Das Petit wurde von der General« direftion abgelehnt. Das Verlangen wird aufrechterhalten. 3. Pu ni t. Allen jenen Wagenmeistern, welche in vorgeschrittenen Jahren zur Anstellung gelangten und infolge ihres vorgeschrittenen Lebensalters den Höchstgehalt nicht erreichen können, soll ein außertourliches Avancement gewährt werden. Dr. Grabscheid: Diesem Wunsche wurde schon bereits Rechnung getragen und dieü wird gewiß auch in Zukunft der Fall (ein, wo eö notwendig erscheint, Seite 6 . - - — — 4. Punkt. Der Anfangsgehalt soll mit 1200 Kr. nor- ' htiert werden mit gleichzeitiger Einreihung derselben Gehaltstufe in die Kategorie der Unterbeamten. Alle jene Wagenaufseher, welche noch in einer niedrigeren Gehaltstufe stehen, sind in die Stufe von 1200 Kr. einzureihen. Vorsitzender: DieZ bedeutet eine Aenderung des Gehaltschemas, wozu sich die Generaldirektion nicht entschließen kann. Das Petit erscheint deshalb abgelehnt. Nach der Begründung von seiten des Referenten erklärt der Vorsitzende, es nochmals der Generaldirektion vorlegen Zu wollen. i S. Punkt. Einführung eines Wageninstandhaltungs-Pau schales von 40 Kr. monatlich. Wird eingeführt, sobald dies auf den k. k. Staatsbahnen der Fall ist. 6. Punkt. Errichtung von Unterkunftsräumen, versehen mit versperrbaren Kleiderkästen und Waschapparaten, welche den sanitären und hygienischen Anforderungen entsprechen. Mitglied I a i ch bespricht in der Begründung des Antrages ausführlich die derzeit bestehenden, unhaltbaren Zustände auf diesem Gebiet und ersucht dringend um Abhilfe. Der Vorsitzende nimmt die Begründung zur Kenntnis und verspricht, der Sache nähertreten zu wollen. 7. Punkt. Gewährung von Tantiemen an die bei den Wagenmeistern und Wagenaufsehern als Werkführer fungierenden sowie an die als AuffichtSorgane in einer der Zugförderung unterstehenden Reparaturwerkstätte verwendeten Bediensteten. Vorsitzender: Die Bewilligung der Tantiemen für die Werkführer bei den Wagenaufsehern und Wagenmeistern ist für Heuer in Aussicht genommen, jedoch nicht in der Höhe wie sie bei den Werkführern der Werkstätten bestehen. Weiters urgiert Mitglied I a i ch %ic Herabsetzung der Tragzeit des LodcnpaletotS von drei auf zwei Jahre, beruft .sich auf ein Versprechen, welches dem früheren Personal-kommissionsmitglied Sieglbauer bezüglich der schwarzen Mäntel gegeben wurde und erklärt, daß die Preise, welche von der Verwaltung dem Lieferanten der Montur für dieselbe bezahlt werden, viel zu hoch sind, denn die Qualität sei weit schlechter als früher. Gleichzeitig ersucht Redner um Beistellung von brauchbaren Werkzeugen, denn die, welche derzeit dem Wagenrevisionspersonal zur Verfügung stehen, seien ungenügend und entsprechen nicht den Anforderungen des Dienstes. Oberinspektor Ruprecht bemerkt, daß bezüglich der schwarzen Mäntel kein anders Versprechen gegeben wurde, als daß das Petit befürwortet wird. Antrag Jaich: „Das Statut der Personalkommission (Betreffend Wahl der Personalkommissionsmitglieder soll in der : Weise geändert werden, daß das Lokomotivfahrpersonal für isich und das übrige Zugförderungspersonal ebenfalls eine Kategorie für sich bildet." Der Antrag wird einstimmig angenommen und wird in der nächsten Plenarversammlung zur Verhandlung kommen. Experte Herr W e IIan begründet das Ansuchen der Werkführer und Werkmeister um Gewährung eines monatlichen Pauschales von 40 Kr. sowie einer höheren Tantieme in der Weise, daß ihnen drei Anteile gegeben werden. Dr. Grabscheid stellt fest, daß das Pauschale von 40 Kr. auf den k. !. Staatsbahnen nicht besteht. Der Vorsitzende klärt Herrn W e l l a n über die Verrechnungsform der Tantiemen auf und meint, daß die Werkmeister nichts davon hätten, wenn ihnen mehr Anteile gewährt würden, weil, wenn die Zahl der Anteile steigen würde, dieselben au Wert verlieren müßten. Es könne im heurigen Jahre von einer Erhöhung der Tantiemen keine Rede sein, jedoch soll nächstes Jahr darauf Bedacht genommen werden. Antrag des Lokomotivpersonals: „Die Frachtbegünstigungen sollen analog den k. k. Staatsbahnen gewährt werden." Dr. Grab scheid verspricht, die nötigen Erhebungen pflegen und die Sache erledigen zu wollen. Nun kommt das Memorandum der Maschinenmeister zur Verhandlung. Mitglied Beer begründet die einzelnen Punkte desselben, welche teilweise ablehnend beschieden und teilweise als Petit der Maschinenmeister zu Protokoll genommen werden. Bezüglich des 12stündigen Dienstes mit darauffolgender 24stiindigen Ruhezeit siehe unter Punkt 14 der Forderungen des Lokomotivpersonals. Zweiter Punkt der Tagesordnung: „Eventuelles." Mitglied Falk stellt die Anfrage, welche Bewandtnis es mit den in letzter Zeit in den Zeitungen erschienenen Berichten betreffs Entziehung der Begünstigung in Bezug aus Benützung »der zweiten Wagenklasse des Unterbeamtenpersonals habe. Vom Fahrbegünstigungskomitee soll ein diesbezüglicher Beschluß gefaßt worden sein. Zentralinspektor Dr. Herr m a n n gibt die beruhigende Antwort, daß genanntes Komitee einen solchen Beschluß überhaupt nicht fassen kann, daß dieser Gegenstand keine Ursache zur Beunruhigung des Personals bedeuten könne. Mitglied Falk führt Beschwerde über das brutale Vorgehen einzelner Beamten im Verkehr mit dem Lokomotiv-personal. führt als Beweis dafür einen konkreten Fall an, der sich in Triest ereignet hat und ersucht um Abhilfe. Gleichzeitig verliest Redner eine diesbezügliche Resolution des Tricster Lokomotivpersonals, welche zu Protokoll genommen wird. Mitglied Beer urgiert ein Gesuch der Maschinisten um Verbesserung ihrer Bezüge und begründet dasselbe. Behandlung einiger konkreter Fälle. Mitglied Falk dankt dem Präsidium für die Ausdauer sowie die objektive Leitung der Verhandlungen und richtet gleichzeitig einen Appell an die Herren Vertreter der Per-waltung, nicht auf dem ablehnenden Standpunkt zu verharren, was die diesmaligen Verhandlungen kennzeichnete, verweist auf die infolge der Teuerung entstandene Erregung unter dem Personal, welches im Zügel zu halten, den Vertrauensmännern unter solchen Umständen sehr schwer fallen würde und verleiht schließlich der Hoffnung Ausdruck, daß die Südbahnverwaltung das Wohlwollen, welches sie dem Personal im Jahre 1907 bewiesen, diesem auch jetzt und in Zukunft nicht entziehen werde. V IM.11 'L.UJJwLE-JJ!!L'!!ai!ig Inland, Allianz zwischen den Christlichsozialcn und National-vrrbändlern? Das „Deutsche Volksblatt" teilt mit, daß die christlichsoziale Partei fest entschlossen sei, in Zukunft bei allen Wahlen, sei es in den Reichsrat, den Landtag, den Ge-meinderat oder in die Ortsschulräte sich mit den Deutsch-nationalen aller Grade im Einvernehmen zu halten und mit ihnen gemeinsam vorzugehen. Etwas Aehnliches wissen auch die „Niirodni Listy" mitzuteilen. Im Abgeordnetenhaus soll Einfluß genommen werden in der Richtung, daß ehestens wieder Neuwahlen ausgeschrieben werden, in denen die Christlichsozialen und Deutschnationalen ihren Besitzstand an Mandaten zu vermehren hoffen. Das Kabinett Stürgkh soll gestürzt und eine parlamentarische Regierung angestrebt werden, in der die Christlichsozialen und Nationalverbändler das Uebergewicht hätten. Wenn auch bürgerliche Blätter sagen, es handle sich wohl nur ' um Kombinationen, so ist doch anzunehmen, daß die Sache nicht ganz ums Leere ist. Nach dem „Montagsblatt" haben in der Tat im Nationalverband Kompromißverhandlungen stattgefunden, die jedoch infolge der ablehnenden Haltung der Freiheitlichen gescheitert sind. Vorläufig! Was später geschehen wird, weiß man jetzt nicht. Aber die Meldung zeigt, wie recht wir mit unserer Ansicht haben, die wir im Leitartikel unserer letzten Nummer zum Ausdruck brachten. * Eine Zierde des Deutsche» Nationalvcrbandes. Dem christlichnationalen Abgeordneten und zeitweilig nationalen „Arbeiterführer" Seidl, wurde es nunmehr auch vom Teschner Kreisgericht bestätigt, baßer ein Lügner und Verleumder ist. Wie erinnerlich, nannte Genosse Pichler in Oderberg in einer Versammlung Herrn Seidl einen Lügner und Verleumder. Herr Seidl klagte Genossen Pichler, und dieser trat für beide Worte den Wahrheitsbeweis an. Das Oderberger Gericht sah den Wahrheitsbeweis als erbracht an und sprach Genossen Pichler frei. Gegen diesen Freispruch legte Seidl Berufung ein. Vorige Woche fand nun in Teschen die Berufungsverhandlung statt, in der Pichler neu er dingsfrei gesprochen wurde; Seidl wurde zur Tragung der Kosten verurteilt. Der Deutsche Nationalverband hat es nun gerichtlich b e-st ä t i g t, daß er einen „L ü g n e r u n d V e r l e u m d e r" in seiner Mitte hat. Grßmannsche Familienfürsorge. Wie jetzt bekannt wird, hat seinerzeit der christlichsoziale Minister Getzmann seinen verkrachten Neffen G. W. Geßmann zum Fremdenverkehrskommissär für Dalmatien und Istrien ernannt. Die Eignung hiezu lag selbstverständlich lediglich in der Verwandtschaft mit dem Minister, dem ja das Fremdenverkehrswesen unterstand. Denn Herr G. W. Geßmann war weder sprachenkundig noch hatte er eine Ahnung vom Hotel- und Verkehrswesen, er war eben ein abgekrachter Photograph. Nur eines verstand und versteht er großartig: für einen Gehalt von 10.000 Kr. jährlich nichts zu arbeiten und obendrein noch durch Diäten und andere „Nebensporteln" dem Staat ein hübsches Sümmchen herauszuschinden. Dcutschnationalc Bekenntnisse. ■ In der „Brünner Deutschen Arbeiterzeitung", einem Blättchen der Deutsch-Gelben, findet sich unter dem Titel: „Gewitterschwüle" nachstehendes Geständnis über die Zustände unter den Deutsch-Gelben: „Es machte sich in den letzten Wochen, gleich nach dem Reichsparteitag, eine gewisse Gewitterschwüle in unserer Bewegung bemerkbar. Die von den Gegnern betriebene Hetze, der schändliche Verrat erbärmlicher Kreaturen, die von den Gegnern in unseren Reihen gesendeten bezahlten Spitzel und Minenleger, Unduldsamkeit, Ucberhebung und grobe Gereiztheit griffen immer mehr um sich, das Gefühl, daß eine große Gefahr im Verzug ist, hatten alle, die in den vorderen Reihen der Bewegung stehen. Es erfolgten nunmehr zur Vannung der unsichtbaren feindlichen Mächte, zur Beseitigung der Gefahren von einzelnen Führern Maßnahmen, die neue Gefahren für die Sache heraufbeschworen hatten. ES entstand ein Zustand, der für unsere gesamte Bewegung katastrophal wirken muhte. Untereinander entwickelte sich eine Spannung, eine U c kie r-r e i z t h e i t und Empfindlichkeit, die geschickt die Sozialdemokraten ausnützten und unsere Leute immer weiter hineinhetzten. Unsere Gegner haben nicht schlecht gearbeitet; die Sozialdemokraten haben geschickt überall! Minen gelegt, Spione und Verräter wußten sie zu dingen und unbewusst leisteten oft in Verblendung ehrliche Volksgenossen den Spionen gute Dienste. Einige hatten den Plan der Sozialdemokraten rechtzeitig durchschaut. Die gelegten Mienen wurden zerstört und nun gilt cs noch, die infolge einer systematischen Hetze entstandenen Unstimmigkeiten und M r ß v e r st ä n d-n i s s e sowie das in einzelnen Bezirken Böhmens erwachsene gegenseitige M ihtrau c n zu beseitigen. Diesem Zweck diente die am 14. April in Wien statt-gcfundenö Sitzung. Die Aussprache war nicht erquickend, denn gar weit war die Saat der Spczialdemokraien schon gediehen. ES schien, als sollte deren Plan glück. Er ist nicht geglückt und wird nicht glücken. Die unserer Bewegung innewohnende Kraft hat auch wieder die jüngste schwere Krise überwunden. Der vom Fieber g e f ch io ä ch t c und von schädlichen Giften verseuchte Körper wird genesen. Danach scheinen sich die deutsch-gelben Brüder ganz gehörig in den Haaren zu liegen. Doch das ist das minder Interessante; wertvoller ist das Selbstbekenntnis, daß sich unter den Deutsch-Gelben „erbärmliche Kreaturen" und „bezahlte Spione" befinden; daß der dentsch-gelbe Körper von „schädlichen Giften durchseucht ist und „Ueber-hebung", „Unduldsamkeit", „gegenseitiges Mißtrauen", „grobe Disziplinwidrigkeiten" und „Gewitterschwüle" sich „bemerkbar" machen. Nach den Urteilen aus den eigenen Reihen muß diese Teutschnationale Arbeiterpartei ja ein recht netter Saustall sein! * Was Herr Stölzel dem Abgeordnetenhaus vorschmipdelt! Um sein „Recht auf Schwindel" zu rechtfertigen, hat Herr Stölzel dem Abgeordnetenhaus eine gar schreckliche Geschichte von sozialdemokratischem Wahlschwindel erzählt. Hören wir den Ehrenmann. Ich erlaube mir, darauf hinzuweisen, daß vor kurzem in Salzburg eine Wahl in das von den Sozialdemokraten be-herrschte Lebensmittel magazin der Staatsbahnen stattgefunden hat und daß dort die Gerechtigkeit der Sozialdemokraten so weit gegangen ist, daß erst auf die Hilfe deö Gerichtes als Genoflenschaftsüberwacher die Wählerlisten für die Wahl in die Kommission, beziehungsweise den Ausschuß den anderen Parteien zur Verfügung gestellt wurden. Bei der Wahl in der Allgemeinen Arbeiter-Krankenkasse muhte von der leider zum Schmerze der Sozialdemokraten mächtig erstarkten deutschen Arbeiterpartei in Salzburg und Umgebung erst mit voller Energie verlangt werden, daß man ihr diejenigen Behelfe ausliefere, welche zur ordnungsmäßigen Durchführung einer Wahl notwendig sind. Wie der Herr Nationalverbändler lügt und verdreht, mag man aus den den falschen Behaup- Nr. 15 • iungeit Dr. Stolzeis über das Salzburger! Lebens mittel magazin gegenübergestellten Tatsachen ermessen In dem genannten Lebensmittelmagazin, dessen Vorstand aus drei Beamten, von denen zwei der d e u t s ch n a t i o n a I e n Partei a n g e* hören, und zwei sozialdemokratischen Bediensteten besteht, gibt es überhaupt keine vervielfältigte Wählerliste, die an die Parteien ausgegeben wird. Es werden bloß an jedes Mitglied mit der Einladung zur Generalversammlung umfangreiche Rechenschaftsberichte zur Orientierung über die Geschäftsgebarung versendet. Und Herr Dr. «tölzel, der angeblich auch Jurist ist, sollte zunächst auch wissen, daß das Gesetz über Erwerbsund Wirtschaftsgenossenschaften, R.-G.-Bl. Nr. 70, vom 9. April 1873 im § 14 n u r die Einsichtnahme in das Mitgliederregister vorschreibt. Das ist niemand verwehrt werden. Daß das Handelsgericht entschied, es sei einem Bevollmächtigten einer Partei auch die A b s ch r i f t n a h m e zu gestatten, ist eine Entscheidung, die sich durch keine Gesetzesstelle rechtfertigen läßt. Daß der Vorstand aber trotzdem a u f d e n R e k u r s gegen diese Entscheid u n g verzichtet h at, ist gerade der b e st e Beweis, daß man den Deutsch nationalen weiter noch entgegen-k a in, a l s wozu man durch das Gesetz hätte verpflichtet werden können. Bei der K r a n k e n k a s s e n w a h l, die Ende April stattfand, hatten die Gelben bei 127 Delegiertenkandidaten in die Generalversammlung nur die Kraft, 15 Kandidaten aufzustellen, unter ihnen einen, welchen die „Salzburger Wacht" vor _ einiger Zeit einen Dieb nannte, ohne daß er die Klage eingebrachl hätte. Ter Vorstand der Krankenkasse folgte den Gelben anstandslos Legitimationen und Stimmzettel aus und verweigerte nur einzelnen, die sich zum Zweck _des Wahlschwindels in ehrere Legitimationen und Stimmzettel _ geholt hatten, weitere Wahldokumente, weil kein Mitglied das Recht hat, mehr als einen Stimmzettel und eine Legitimation zu beheben. Tie doppelt und dreifach behobenen Wahlpapiere benützten die Günstlinge Tr. Stölzels, um mehrmals zu wählen, wobei einige ertappt und abgewiesen wurden. Wie groß die vom Abgeordneten Tr. Stölzel prahlerisch hervorgehobene gelbe Bewegung ist, beweist die Tatsache, daß sie es trotz des Wahlschwindels und trotz aller Beeinflussung der weiblichen Mitglieder durch die Poliere nur auf 171 von insgesamt 1314 a b» g e g e b e n e n S t i m m e n b r a ch t e n. Es muß um den Bericht Tr. Stölzels und um seine Argumente gegen die Sozialdemokraten wirklich traurig bestellt sein, wenn er fo'gewagte'Erfindungen über sozialdemokratische Wahlen in Salzburg im Abgeordnetenhaus zum besten gibt. Es hieße aber die Ehrenhaftigkeit des Herrn Stölzel weit überschätzen, wenn man von ihm erwartete, er werde diese kecken Unwahrheiten im Abgeordnetenhaus richtigstellen. * Privatbahnen und staatliche Eifenbohnbuteoufrotie. Vor ein paar Wochen erst" berichteten wir irber ietf Eintritt des in den Ruhestand versetzten Ministerial-sekretärs im Eisenbahnministerium Dr. v. Gintl zur Buschtiehrader Bahn, woselbst er die Stelle des Generaldirektorstellvertreters übernahm. . Wie jetzt das „Eisenbahnblatt" meldet, wurde in der Sitzung des Ver-waltungsrates der O st r a u - F r i e d l ä n d e r E r s e tili a h n vom 19. April 1912 Dr. Viktor Freiherr v. Roll. Sektionschef a. D. in den Verwaltungsrat kooptiert.,Das ist nun, seitdem der in den Ruhestand getretene Sektionschef im Eisenbahnministerium Dr. v. Weher das Amt eines Generaldirektors bei der Südbahn übernahm, der dritte Fgll, wo Funktionäre der staatlichen ^Eismbahn-verwaltung, nachdem sie in den Genuß ihrer Pension getreten sind, gutdotierte Stellen bei den Privatbahnen übernehmen. Die Privatbahnen dürfen sonach das Eisenbahnministerium rein als das Reservoir betrachten, aus dem sie ihre leitenden Beamten und Verwaltungsräte beziehen. _ Die Öffentlichkeit wird da wohl begreifen lernen, weshalb die Privatbaynver-waltungen von den staatlichen Aufsichtsbehörde keinen besonderen Respekt haben. ^ Die österreichischen Gewerkschaften int Jahre 1911* Ter Rechenschaftsbericht der Gewerkschaftskommission gibt Kunde von neuem Aufstieg, der beginnenden Erholung von den Wirkungen der Krise und den Der-Heerungen der separatistischen Bewegung. Zum erstenmal seit 1907 ist eine Zunahme der Mitglieder zu verzeichnen. Von 54 Verbänden hatten 47 eine Zunahme von 26.500, 7 haben 8400 Mitglieder verloren, wovon 7600 auf die von der separatistischen. Zerreißung heimgesuchten Berg-, Holz- und Glasarbeiter, der Rest auf einige kleine Organisationen entfallen; zusammen 18.100 Mitglieder mehr. Rnnd 80.000 Mitglieder wurden durch den Separatismus abgerissen.. Sie fehlen an der halben Million, die 1907 gezählt wurde — dürften aber bet der allgemeinen Steigerung der Kampfes- und finanziellen Leistungsfähigkeit bald ersetzt sein. Gerade die „Länder der böhmischen Krone" — Böhmen, Mähren, Schlesien — zeigen neben Wien eine Zunahme, die der Bericht nicht zum geringsten auf die in den Verhandlungen des deutschen und des polnischen Parteitages zum Ausdruck gekommene Aufgabe der Taktik des tatlosen Zuwartens gegenüber der nationalistischen Zersplitterungstaktik und die in der Gesamtbewegung wieder kräftiger zur Geltung kommende Betonung des Internationalismus zuruck-sührt. Der Angriff der Separatisten auf Wien erscheint, namentlich dank der ablehnenden Haltung der Wiener tschechischen Genossen, abgeschlagen. Nur einige hundert Mitglieder vermochte das neue „Gewerkschaftssekretariat von den rund 150.000 der 50 Wiener Zentralstellen loszureißen. Günstig für die gewerkschaftliche Entwicklung wirkt die gebesserte Konjunktur, die wieder anstatt minder wichtiger, vielfach künstlicher Fragen der Organisation die wirtschaftlichen Ausgaben der Gewerkschaften an den gebührenden Platz rückt. Steht doch für 1913 die Erneuerung der ablaufenden Kollektivverträge bevor, die bei der ungeheuerlichen Steigerung aller Lebenskosten den Or,. ganisationen große Aufgaben stellt. Dazu bedarf es kräftiger Erhöhung der Mitglieder- und des derzeit rund 12 Millionen Kronen betragenden Kassenbestandes. Ausland. Anschluß der Arbeiter-Union Schweizerischer Transport-vnstalten an die Internationale Transportarbeiter-föderation. Der am 20. und 21. April in Biel abgehaltene Ver-öandstag der Arbeiter-Union Schweizerischer Transportanstalten (Eisenbahner und Straßenbahner) beschloß einstimmig den Anschluß an die Internationale Transportarbeiterföderation vom 1. Jänner 1913 ab. Die Arbeiter-Union Schweizerischer Transportanstalten zählt jetzt 12.300 Mitglieder. Schon im Jahre 1893 beteiligten sich die schweizer Eisenbahner am Internationalen Kongreß, aber erst jetzt nach ungefähr 20 Jahren entschloß sich ein Teil der Eisenbahner, den offiziellen Anschluß an die Internationale Föderation zu vollziehen. Drese Verzögerung lag und liegt auch heute noch bei den Eisenbahner-organisationen der Schweiz an gewissen Schwierigkeiten, die erst überwunden sein müssen nicht sowohl auf dem organisatorischen als auch auf Wirtschaftlich-Politischem Gebiet, da die Eisenbahnerbewegung der Schweiz im letzten Jahrzehnt einer unaufhörlichen Entwicklung und damit verbundenen Veränderungen ausgesetzt war, welche nunmehr durch den Anschluß einer neuen Gehaltsordnung in ruhigere Bahnen einlenkt. Allmählich werden die noch nicht angeschlossenen Organisationen die Zeit gewinnen, das bisher auf die inneren Verhältnisse gerichtete Interesse auch der internationalen Vereinigung zuzuwenden, so daß wir auch hoffentlich sehr bald ihren Anschluß melden können. Außer der Arbeiter-Union kommt noch weiters für diese in Frage: Der Verband des Personals (Beamten) Schweizer Transportanstalten, der Schweizer Zugpersonalverein und der Schweizer Lokomotivpersonal-verband. Mit den Leitungen dieser Verbände unterhalten die Internationale Transportarbeiterföderation freundschaftliche Beziehungen und diese hatten auch schon einige-mal Repräsentanten auf internationale Kongresse entsendet. So reiht sich Glied an Glied. * Eine Statistik der Eisenbahnunfiille. Dein preußischen Abgeordnetenhaus ist, laut „Frankfurter Zeitung", eine vergleichende Zusammenstellung der Eisenbahnbetriebsunfälle in Preußen und anderen Ländern zugegangen, aus der sich folgendes ergibt: Die Betriebsunfälle in Deutschland sind von 6-2 auf 1 Million Zugkilometer im Jahre 1901 auf 4-7 im Jahre 1910 zurückgegangen, und zwar hat dieser Rückgang sich regelmäßig fortgesetzt, ebenso wie in Preußen, während der Verein deutscher Eisenbahnverwaltungen allerdings ein kleines Ansteigen von 7-8 auf 8'5 aufweist. Tie Entgleisungen sind von 0-92 auf 0-53 auf 1 Million Zug-Kilometer zurückgeHangen, während sie in Amerika von 2-50 auf 2-81 gestiegen sind, nachdem sie im Jahre 1907 sogar auf 3 96 zugenommen hatten. Die Zusammenstöße sanken von 0-59 auf 0-42 (in Amerika von 3-46 auf 2 36), die Tötungen auf 1 Million Reisende von 0-13 auf 0 06. Ein Vergleich der Tötungen und Verletzungen auf 1 Million Reisende für das Jahr 1909 (in Frankreich für 1908) ergibt für Preußen 0-42, für Deutschland 0-47, Frankreich 1;05, Oesterrei ch-U n g a r n 196, England 2-63, Vereinigte Staaten von Amerika 1185. * Tcr Tranoportarbeitcrvcrband i« Bulgarien. Von Dragoi Kodfcheikow. Das abgelaufene Jahr 1911 war das erste seit der Gründung des Verbandes. In diesem Jahr war daher unsere Tätigkeit hauptsächlich auf die innere Festigung und Stärkung der Organisation gerichtet. Zu allen laufenden, Fragen in den verschiedenen Zweigen des Transports hat der Verband rechtzeitig durch seine Organe oder in von ihm einberufenen Versammlungen Stellung genommen, und sind auch entsprechende Aktionen zur Wahrung der allseitigen Interessen der Transport-arbeitet- veranstaltet worden. An den allgemeinen Aktionen der Arbeiterklasse, die unsere sozialdemokratische Arbeiterpartei einleitete, bat sich der Verband stets aktiv beteiligt. Bei seiner Gründung bestand der Verband aus 18 Sektionen mit* 929 Mitgliedern. Am Schlüsse des Berichtsjahres (4911) zählte er 29 Sektionen mit 1095 Mitgliedern. Davon waren 1078 männlichen und 17 weiblichen Geschlechts, 477 verheiratet und 618 ledig, 1049 bulgarischer und 16 anderer Nationalität, 42 unter 20, 727 zwischen 20 und 30 und 326 über 30 Jabre alt. Analphabeten waren 38, mit Volksschulbildung 370, mit unvollendeter Mittelschul bildnng 533, mit voller Mittelschulbildung 75 und mit Fachschulbildung 79; in den Wählerlisten waren eingetragen 695, Mitglieder der sozialdemokratischen Arbeiter. Partei wabeit 173. Nachstehende Kategorien waren vertreten: 549 Eisenbahner, 202 Post- und Telegraphenangestellte, 206 Hafen-, 59 Chaussöarbeiter, 70 Tramwayangestellte, 4 Chauffeure und 4 sonstige Transportarbeiter. Die Vermehrung der Mitgliedschaft um 166 kommt hauptsächlich »an den Eisenbahnern (neu gewonnen wurden 133) und den Straßenbahnern in Sofia, die dem Verband nach dessen Gründung beitraten. Die Abnahme der Hafenarbeiter, die im Berichtsjahr 87 beträgt, ist dem AusnaHmszustand zuzuschreiben, unter dem sie insbesondere die letzten zwei bis drei Monate des Jahres 1911 gestellt waren. Auch die Zahl der Post- und Telegraphenangestellten hat sich um 18 vermindert, und zwar aus dem Grund, weil zwei der Sektionen, deren Leiter von der Postdirektion versetzt wurden, aufgelöst werden mußten. Im Berichtsjahre haben die Sektionen 417 Ans» schußsitzungen, 392 Mitgliederversammlungen, davon 275 mit Referaten, 69 öffentliche Versammlungen und 80 Konferenzen abgehalten. Verbreitet wurden 5 Flugblätter in 9200 Exemplaren und 1165 Exemplare de§ „Roten Volkskalenders". Das Zentralorgan der sozial-demokratischen Arbeiterpartei und des Allgemeinen Gewerkschaftsbundes _=>Arbeitec-Zeitung'':^= das täglich erscheint, hat unter den Mitgliedern 306 und die halbmonatliche Parteischrist „Neue Zeit" 131 Abonnenten gehabt. Im Berichtsjahr fanden auch 5 Unterhaltungen statt. Die Verbandsorgane: „Der Eisenbahner" hatte bei .einer Auflage von 1500 Exemplaren 1235 Abonnenten. „Die Post- und Telegraphenzeitung" hatte 947 Abonnenten und wurde in 1200 Exemplaren gedruckt. „Der Hafenarbeiter" hatte eine Auflage von 800 Exemplaren, die durch Kolportage verbreitet wurden. Im Berichtsjahr gab es 8 Streiks, davon 2 Abwehrund 6 Angriffsstreiks: es endeten 3 mit vollem, 1 mit teilweisem und 3 ohne Erfolg. Beteiligt waren daran 1144 Arbeiter, davon 312 organisiert (auch in anderen Verbänden) und 832 unorganisiert. Verloren wurden dabei 9791 Arbeitstage; zur Unterstützung wurden von unserem Verband Frcs. 282 05 gegeben. Das waren meistens unorganisierte, mit elementarer Kraft ausgebrochene Streiks. Unser Verband hat nicht ermangelt, darin einzugreifen, und wo es möglich war, hatte er auch die Streikleitung übernommen. Der Verband ist der Internationalen Transportarbeiter-Föderation angeschlossen And erfüllt feine Verpflichtungen, die ihm die Statuten der Föderation und die international proletarische Solidarität auferlegen. Mit mehreren Transportarbeiterorganisationen der anderen Länder unterhält der Verband brüderliche Beziehungen. Mit dem serbischen Transportarbeiterverband hat er auch einen Vertrag zur gegenseitigen Unterstützung abgeschlossen. Die Post, und Telegraphenangestellten unseres Verbandes sind separat auch der Internationalen Post- und Telegraphenangestellten-Föderation angegliedert und war unser Verband durch einen eigenen Delegierten an deren konstituierenden Konferenz in Paris vertreten. Der Verband hat im Berichtsjahr folgende bescheidene Unterstützungsbeiträge nach dem Auslande geschickt: den streikenden Seeleuten in Frankreich 30 Frcs., den englischen Seelenten 25 Frcs. und den ausgesperrten Arbeitern in Norwegien 15 Frcs. Aus allen obigen Angaben über den Zustand und die Tätigkeit des Verbandes ist ersichtlich, daß der im ersten Jahr seines Bestehens auf gewisse Erfolge Hin-Weifen kann. Diese sind zwar nicht groß, aber umso wertvoller, weil sie trotz aller Schwierigkeiten und Verfolgungen von dem Staat selbst sowie von den Arbeitgebern und den Gegenorganisationen erzielt sind. Das laufende Jahr bringt uns viel größere Erfolge. Das sieht man schon an den Ergebnissen der ersten Monate. Und diese neuen Erfolge unseres Verbandes sind umso sicherer, weil sie aus einer unablässigen, systematischen, sozialistischen Arbeit entspringen. Aus dem Gerichtssaal. Ein Eifcnbahnunfoll vor dem Obersten Gerichtshof. In der Nacht des 8. Juli 1010 tritt 11 Uhr SO Minuten fuhr in die toiation Lubicnce von ’S ttt) j bei Lastzug Nr. i7Ö0 langsam ein, während zu gleicher Zeit auS entgegengesetzter Richtung der Lastzug Nr. 1782 mit dem Lokomotivführer CzuP.lakiewicz und dem Zugsführer Franz Warchal mit auffallender Geschwindigkeit einfuhr und in die Flanke des anderen Zuges geriet, wodurch viele Waggons zertrümmert und der Kondukteur K 0 s ch a n des letzteren Zuges getötet wurde. Wegen dieses Vorfalles fand am 30. Juni 1011 vor dein Kreisgericht Stryj eine Hauptverhandlung statt. Bei welcher der Lokomotivführer Czuplakiewicz, verteidigt von Dr. F i ch n e r in Stryj, und der Zugsführer Franz W a r ch a I, verteidigt von dem dortigen Anwalt Doktor P 0 z n i a k, je drei Wochen strengen Arrest verurteilt wurden. Während der Lokomotivführer die Strafe annahm, hat der Verteidiger Warchals die Nichtigkeitsbeschwerde ergriffen. Bei der am 10. Mai d. I. stattgehabten Verhandlung vor dem Obersten Gerichtshof wurde die Nichtigkeitsbeschwerde von Dr. Leopold K a tz vertreten, welcher darauf hiiuvies, daß das Urteil des Kreisgerichtes Strhj in vielen Punkten wichtige Mängel aufweise. Einige Zeugen haben in erster Instanz erklärt, daß SB n r ch a I nicht nur ein nervöser und launenhafter. sondern sogar ein abnormaler Mensch sei. Der Kondukteur Szygiel habe ihn sogar als einen Halbnarren bezeichnet. Das Kreisgericht Stryj habe jedoch den Antrag des Verteidigers auf Untersuchung des Geisteszustandes Warchals abgewiesen und die« im Urteil damit begründet, datz aus jenen Zeugenaussagen doch nicht hervorgehe, daß Warchal des Verstandes vollständig beraubt sei, wie dies das Strafgesetz vorauSsetze, damit der Täter von der Verantwortlichkeit losgesprochen werden könne. Hauptsächlich gegen diese Auffassung richtete der Verteidiger Dr. Katz seine Stils-fübrungen, indem er betonte, daß der Eisenbahndienst eine besondere Aufmerksamkeit des Bediensteten erfordere. Daher sei schon eine geringe Abnormität des Geistes geeignet, einen Bediensteten von jeder Verantwortlichkeit wegen Vergehens gegen die Sicherheit des Lebens loszusprechen. Wenn auch die Zeugen vor dem Kreisgericht ausgesagt haben, daß W a r ch a I bis zu jenem Unfall feinen Dienst korrekt versah, so war doch das Kreisgericht nicht berechtigt, auf diese Aussagen gestützt, den Zugsführer für verantwortlich zu erklären. Es komme oft vor, daß ein krankhaft veranlagter Bediensteter seinen Dienst mechanisch und äußerlich korrekt versieht, und daß man erst gelegentlich eines Unfalles daraufkommt, daß er nicht die geistige Fähigkeit zu dem schweren Eifenbahndienst besitzt. Tatsächlich sei W a r ch a l nach dem Unfall vom Fahrdienst abgezogen und im August 1011 in den Ruhestand versetzt worden. Der Verteidiger betonte, daß in einem solchen Fall die Untersuchung des Geisteszustandes des Angeklagten unbedingt notwendig gewesen wäre und beantragte daher die Kassierung des Urteils behufs ärztlicher Untersuchung des Angeklagten. Diesen Ausführungen trat der Generaladvokat Hofrat Woynarowiez mit Entschiedenheit entgegen, indem er Betonte, daß man dem Kassationshof nicht zumuten könne, an der Zurechnungsfähigkeit eines Individuums, welches er nicht, wie das Kreisgericht, vor sich sehe, zu zweifeln, und daß man die Annahme des Kreisgerichtes, daß W a r ch a l geistig ge» nirgend entwickelt war, um für jenen Unfall zur Verantwortung gezogen werden zu können, im Verfahren vor dem Kassationshof nicht anfechten könne. Nach längerer Beratung fällte der Kassationshof unter Vorsitz deS Hofrates Fido die Entscheidung, wonach daS Urteil des Preisgerichtes Stryj bezüglich des Angeklagten Warchal im Sinne der Ausführungen des Verteidigers aufgehoben und die Sache zur neuerlichen Verhandlung und Entscheidung nach einzuleitender Untersuchung des Geisteszustandes deS Angeklagten an das KreiSgericht Strtzj zurückzuverweifen sei. Eine gefährliche Wegübersetzung. Aus Mährisch« OstraU'Oderfurt wird uns Berichtet: Am 16. April I. I« standen der Lokomotivführer Alois Weber und der Schran« kenwächter Peter Figura unter der Anklage wegen lieber« tretung im Sinne des § 432 St,-G. vor dem k. k. Bezirksgericht in Mährisch-Ostrau. Es fehlte nicht viel, und die beiden Be« diensteten hätten das Sparsystem der Montanbahn mit einer empfindlichen Arreststrafe büßen müssen. Der Anklage lag der Sachverhalt zugrunde, daß dev Lokomotivführer, Genosse Weber, bei offenen Zugschranken über die sogenannte Ellgother Straßenübersetzung fuhr und einen diese Straße gerade passierenden Lastwagen streifte, wodurch der Kutscher und ein Passant verletzt wurden. Diese Stelle gehört zu den frequentiertesten Stellen von Oderfurt; trotzdem hat sich die k k. Nordbahn entgegen den wiederholten Petitionen der Bevölkerung noch nicht be-müfsigt gesehen, eine Straßenunterführung anzulegen, damit der dichte Eisenbahn- und Straßenverkehr nicht gestört werde. Ja im vorliegenden Falle gelang es dem Verteidiger, zu beweisen, datz nicht einmal das Schrankensignal tadellos funktionierte, und der Schrankenwächter nicht im glücklichen Besitz einer Signallaterne ist, um Beim Versagen des Schrankensignals rechtzeitig Haltesignale geben zu können. Das Gericht schloß sich den Ausführungen des Verteidigers Herrn Dr. .6 a a ?• an, datz die beiden Angeklagten für mangelhafte technische Einrichtungen des SparsystemS der k. k. Nordbahn nicht haftbar gemacht werden können, und sprach dieselben frei. Vertauschte Rollen. Am 16. April d. I. fand Beim Bezirksgericht Döbling eine interessante Verhandlung wegen Ehrenbeleidigung statt. Kläger war Herr I. S 0 u c e k. Geklagter Genosse Ian 0 usche k, beide Lokomotivführer in Heiligenstadt. Anlatz zu dieser Verhandlung gab folgender Vorfall: Am 7. Februar wurde in Heiligenstadt eine Versammlung zur Wahl der Funktionäre in dem Führerverein abge» halten. Bei welcher Genosse Janouschek, der übrigens schon seit neun Jahren als ZcntralanSschuß zur Zufriedenheit seiner Kollegen wirkt, neuerdings für dieses Amt vorgeschla-gcn und gewählt wurde. £>err Soucek glaubte die» verhindern zu können mit der Erklärung, daß man Herrn Janouschek kein Vertrauen schenken könne, weil er stundenlang bei Herrn A u s p i tz, gewesener Expositurleiter, in der Kanzlei saß, was er selbst gesehen habe. Mit dieser Erfindung brachte er Genossen Janouschek in den Verdacht des Einverständnisses mit dem Vorgesetzten hinter dem Rücken des Personals. Auf dieses hin erklärte Genosse Janouschek den Soueek so lange öffentlich als Lügner und Verleumder, als er seine Aeußerung nicht zurücknimmt, und zwang somit Herrn Soucek zu klagen. Bei der Hauptverhandlung gab Janouschek die in der Versammlung gemachten Aeußerungen vollinhaltlich zu, erklärte a&cr auch durch seinen Vertreter, Herrn Dr. H.arp» n c r, den volley Wahrheitsbeweis für diese Aeußerungen erbringen zu wollen. Durch diese Erklärung einerseits, durch die Fragen des Richters und des Verteidigers anderseits fand es der Kläger für geboten, schleunigst den Rückzug anzutrelctt und folgende Erklärung abzugeben: In der Ehrenbeleidigungssache Josef Soucek durch Dr. Ernst Oesterreicher gegen Karl Janouschek wegen lieber» tretung gegen die Sicherheit der Ehre wurde bei der hiergerichtlich am 16. April 1912 durchgeführten Hauptverhandlung zwischen den Parteien nachstehender Vergleich geschlossen: Der Privatankläger erklärt, den Angeklagten nicht eines Einverständnisses mit seinen' Vorgesetzten geziehen zu haben, er habe ihn auch nicht ein bis zwei Stunden bei feinen Vorgesetzten sitzen gesehen. Auf diese Erklärung hin nimmt der Angeklagte seine beleidigenden Aeußerungen vollinhaltlich zurück^ Beide Parteien sprechen über den Vorfall ihr Bedauern aus und vereinbaren schließlich, daß jeder Streitteil für die Kosten seiner rechtsfieundlichen Vertretung selbst aufkommt und ein Kostenersatz nicht begehrt wird. Wien, am 27. April 1912. K. 2. Bezirksgericht Döbling, Abt. III: © ö g n e r. Die Rollen wurden also bei Gericht gewechselt, und wurde aus dem Kläger ein Angeklagter, der feine Verleumdung mit Bedauern zurücknimmt. Es ist wohl sehr zu bedauern, daß cs unter dem Loko» motivführerstand noch immer solche Leute gibt, die skrupellos dem Grundsatz huldigen: „Verleumde kühn, etwas bleibt doch hängen", ohne zu bedenken, daß das Ansehen de« ganzen Standes darunter leidet. Ist der Vorwurf der Zusammenführens eine Ehren» Beleidigung» Am 23. März 1912 fand die Verhandlung der Ehrenbeleidigungöklage, welche der Lokomotivführer Anton Midi gegen den Wagenmeister der Südbahn Genossen Jakob Fritz angestrengt hatte, vor dem Bezirksrichter Dr. Grohmann in Villach statt. Der Klage lag folgender Vorfall zugrunde: Am 17. Februar sollte Mickl ab Villach den Personenzug 416 um 5 Uhr 40 Minuten abends führen. Da trotz aller angewendeten Versuche durch Fritz die Vakuumbremse nicht dicht, das heißt in Ordnung gebracht werden konnte, das ordnungsgemäße SCbfaDrtSzcichcn bereits gegeben war und nach itbgabe-deSselben Mickl an Fritz die Erklärung abgab, nicht früher abzufahren, bevor die Bremse nicht in Ordnung sei. so revi» dieitc Genosse Fritz Wagen für Wagen, um den Fehler zu. finden und zu beheben. Als er sich ungefähr zwischen dem dritten und vierten Wagen befand, fetzte sich der Zug. ohne daß eilt neuerliches Abfahrtssignal gegeben worden wäre, in Bewegung, so daß Genosse Fritz mit knapper Not dem Tod durch Itcbcrfiihrcn entging. Der diensthabende Beamte, Herr Sucho-dolnig, hielt den Zug au, worauf Genosse Fritz, furchtbar auf» geregt, nochmals die Bremse proBieren ließ, die nun sonder« Barerweise auf einmal gut war, trotzdem vor dem Abfahren Mickl zu dem Platzmeister Genossen Slekobec sich äußerte, er würde sich schon die Bremse in fllagenfurt in Ordnung machen lassen; also ohne einer in Ordnung gebrachter Bremse nach Klagenfurt fahren wollte, auf welchen Umstand auch Genosse Slekobec den Führer Mickl aufmerksam machte. Nachdem der Zug abgefahren war, begab sich Genosse Fritz in das Dienst, lokal, wo er zu dem dort anwesend gewesenen Genossen M. Lecher sagte: „Jetzt wäre ich zufammengeführt worden wie ein Hund." Auf die Frage des Genossen Lecher, wer ihn zu-sammengesührt hätte, antwortete Fritz: „Der Mickl." Im Nebcnrauin war der unseren geschätzten Lesern schon sattsam bekannte Wagenmeister Peter Wirtnik Beschäftigt, der dem Führer Mickl mitteilte. Fritz hätte gesagt: ‘„Jetzt hatte mich der Hund, der schäbige, zufammetigeführt, der Mickl". weshalb letzter Ausfpruch unter Anklage gestellt wurde. Da nun bei dieser Verhandlung der erftcre Ausspruch als gesagt ange« nommen wurde, der Richter o&cr in dem Vorwurf de$ Zu« sammensührens die größere Beleidigung erblickte, wurde die Verhandlung über Antrag des Vertreters für Fritz, Herrn Dr. Sepp Fuhrmann, vertagt zwecks Vorladung eines Sach« verständigen und weiterer Zeugen. Bei der am 30. März statt« gefundenen Verhandlung, bei welcher eine Menge Zeugen teils von dem Vertreter des Klägers, Herrn Dr. Aichelburg, als auch vom öerrn Dr. Fuhrmann geführt wurden, gab zum Schluß der beigezogene Sachverständige Herr Inspektor Lein, k. k. Staatsbahnen, der, wie bekannt wurde, sich erst vor der Verhandlung bei den W a g c n u n t c r f u ch e r n der I. k. Staatsbahnen erkundigte, wie die Bremsproben bei der Südbahn vorgenommen wer. den, das Sachverständigengutachten ab, daß nach Abgabe de- Abfahrtssignals ein neuerliches Abfahrtssignal nicht mehr zu geben sei, auch wenn durch irgendwelche Gründe die sofortige Abfahrt unterbleibt. Mickl sei darum auch, wenn ein nachträgliches Proben der Bremse stattfand, zur Abfahrt berechtigt gewesen, und wurde Fritz, da in dem Borwurf des Zusammenführens eine schwere Beleidigung, die selbst nachteilig für den Dienst werden könne, zu einer Arreststrafe in der Dauer von drei Tagen verurteilt. Gegen dieses Urteil wurde Berufung eingelegt, welche in Vertretung Dr. Fuhrmanns Herr Dr. Schütz vertrat und am 10. April stattfand, in welcher letzterer ausführte, daß in der Konstatierung einer Tatsache niemals eine Ehrenbeleidigung erblickt werden könne. Sollte jedoch der Gerichtshof zu dieser Ansicht nicht gelangen können, so beantragt _ er zum Beweis, daß Mickl und Fritz nach dem gegebenen Abfahrtssignal sprachen und Mickl wissen mutzte, datz Fritz noch bei der Bremse beschäftigt sei, die Einvernahme des Zeugen Genossen Slekovec. Der Gerichtshof schloß sich unter dem Vorsitz des -Herrn Dr. Modisch diesen Ausführungen an und sprach Genossen Fritz frei. Vor dem Wagenmeister Peter Wirtnig sei hie mit gewarnt uub möge man sich hüten, ohne Zeugen in seiner Anwesenheit etwas zu sagen. Streiflichter. Die Arbeitsordnungen für Arbeiter im Staatseisenbahndienst. Ein Kommunique der Negierung meldet: Im Bereich der Staatseifenbahnverwaltung ist das Arbeitsverhältnis der im Werkstätten- und Zugfördcrungsdienst sowie in den verschiedenen Hilfsanstalten beschäftigten Arbeiter bereits seit geraumer Zeit durch Arbeitsordnungen geregelt, während für die Arbeiter des Bau- und B a h n e r h a l t u n g s d i e n st e s, des Stations- und Fahrdien st es sowie des Materialdienstes Arbeitsordnungen bis nun nicht eingeführt sind. Den wiederholt geäußerten Wünschen der Arbeiter dieser drei großen Dienstzweige Rechnung tragend, hat das Eisenbahnministerium nunmehr auch für diese Arbeiter Arbeitsordnungen hinausgegeben. Sie sind im allgemeinen den im Bereich der Staatseisenbahnverwaltung bereits bestehenden Arbeitsordnungen — soweit dies die speziellen Verhältnisse der betreffenden Dienstzweige gestatteten — Hochgebildet worden; überdies enthalten diese Arbeitsordnungen aber auch eine Reihe sozialpolitischer Bestimmungen, die in den bestehenden Arbeitsordnungen nicht vorgesehen sind. So wird den ständigen Arbeitern der letztgedachten drei Dienstzweige das Recht auf Gewährung eines jährlichen Erholungsurlaubes in der Dauer Dort drei bis sechs Tagen gegen Fortbezug ihres Taglohnes eingcräumt, welche Bestimmung gleichzeitig auf sämtliche im Staatöeisenbahndienst in Verwendung stellenden ständigen Arbeiter ausgedehnt wurde. Ferner wird die Ueberstundenentlohnung für die Arbeiter, des Bau- und Bähnerhaltungs-, Stations- und Fahrdienstes und des Materialdienstes, denen eine solche Entlohnung bisher nicht gewährleistet war, geregelt. Die Staatsbahn-direkionen wurden angewiesen, die neuen Arbeitsordnungen ungesäumt zu verlautbaren. Wir werden nach Herausgabe der Arbeitsordnungen sofort auf diese Angelegenheit zurückkommen. Eine neuerliche Warnung vor Zuzug nach Amerika. Von dem Präsidenten der International Brotherhood of Macksmiths and Helpers (Sitz in Chicago) wird Mitteilung gemacht, daß gegenwärtig in Amerika sehr' ernste Streiks auf den Eisenbahnen sind. Ein Streik allein umfaßt 25.000 Eisen-bahmueilen und neun Gruppen, nämlich die Schmiede, Kesselmacher, Metallarbeiter, Cisenbahnclerks, Wagenleute, Maler, die Mitglieder der Jöderalunion und die Dampffitter Die gewissenlosen Arbeitgeber benützen die Arbeiter, die nach Amerika kommen, als Streikbrecher, vor allem diejenigen, die der Landessprache nicht mächtig sind. Viele von diesen aus fremden Ländern gekommenen Arbeitern sind sehr erstaunt, wenn sie erfahren, zu welchen Zwecken sie benützt werden und legen dann sofort die Arbeit nieder. Tausende von den Leuten, die Hieherkommen, sind treue Verbandsmitglieder, und wenn ihnen die Verhältnisse bekannt sein würden, würden sie sicherlich gegen die Verwendung als Streikbrecher protestieren, die ihrer hier wartet. Wie man auf der k. k. Nordüahn die Lastzugsbegleiter behandelt. Das Lastzugspersonal der Station Wien-Nord-bahn hat bisher geduldig der WohlwollenSzusicherung der Direktion Glauben geschenkt. Waren die Zustände unter dem Regime Jeitteles schon unhaltbare, so zeigt eine k. k. Nord-bahnverwaltung um so mehr rücksichtslos ihre Gewalt. Die Bürden, die heute dem Lastzugspersonal auferlegt sind, sind unerträgliche. Die Fahrturnusse sind mörderisch. Die Stundengeldberechnung lvird zu ungunsten des Personals ausgelegt, so daß der Verdienst gegen früher ganz zusammengeschrumpft ist. Würden die maßgebenden Herren der Nordbahndirektion einmal nachrechnen, ob man bei diesen Einnahmen auch leben Sann, müßten sie sich sagen, daß mit den sinnwidrigen Spar-erlässen betreffs des Stundengeldes dem Zugbegleitungs-Aersonal schweres Unrecht zugefügt wird. Als Beweise dienen ganze Berge von Erlässen über Sparen bei dem Zugspersonal. Ein vergessener Punkt im Stundenpaß oder das Auslassen eines Striches, das der Bahnverwaltung keinen * Schaden bringt, wird mit Geldstrafen von 60 H. bis zu 5 Kr. bestraft, lieber das Kapitel „Strafsystem" werden wir nächstens berichten. Ein weiterer Uebelstand ist, daß in der Station Wien-Rodrbahn sehr häufig nicht Qualifikation, sondern Protektion dafür bestimmend ist, ob ein Zugsbegleiter zu den Personen-ßügen beordert wird, oder ob er, oft als lange dienender Kondukteur, beim Lastzugsdienst weiter fronden muß, wo er Kälte und Sturm zu erleiden hat und Nächte auf zerschlagenen Bremsen zubringen muß. Nun zu den Turnussen selbst. Die von der Direktion bewilligten Turnusse werden in der Station Wien-Nordbahn timt dem diensthabenden Verkehrsbeamten nicht eingehalten. Als Beweis diene folgendes: Am 15. Februar d. I. sollte turnusmäßig eine Partie mit Zug 89 um 10 Uhr 40 Minuten nachts nach Strahhof mittelst Regiefahrt fahren, um dort den ^ Güterzug 471, der um 12 Uhr 46 Minuten nachts, abgeht, zu übernehmen. Die Ankunft in Lundenburg ist 4 Uhr 8 Minuten früh. Als Gegenzug von Lundenburg erscheint Zug 880, ab 11 Uhr 28 Minuten vormittags. Heber Befehl des Zugsexpedienten Blauen st ein er aber mußte die Partie Zug .71 führen, der in Lundenburg um 5 Uhr 30 Minuten Ankunft hat. Die Partie kam daher 1 Stunde 22 Minuten später an. Da die Partie zu ihrem Gegenzug um 9 Uhr 15 Minuten vormittags aus dem Schlaf geweckt wird, so verbleiben ihr drei Stunden faktische Ruhe Also nach zwei Nächten drei Stunden Ruhe und dies aus Befehl des Herrn Blauen, ft einer. Wehe dem Kondukteur, der es wagen würde, einen derartigen Befehl nicht auszuführen, er würde sofort wegen Dienstverweigerung entlassen. Ein zweites Beispiel: Eine Partie fährt turnusmäßig mit Zug 19 um 8 Uhr 14 Minuten vormittags in Regiefahrt nach Strahhof und endet den Pendelturnus um 11 Uhr 9 Minuten am nächsten Vormittag. Da -die Partie einen 27ftündigen Dienst versieht, ist zwischen der ‘'etztett iind vorletzten Tour eine siebenstündigL Ruhezeit in dcx Kaserne vorgeschrieben. Eines %a0k ereignete es sich, daß der letzte Turnuszug für die betreffende Partie abgesagt wurde. Sofort hatte der Zugsexpedient einen neuen Turnus erstellt. Er dirigierte die Partie nach 22 Stunden Dienst nach Sun-denburg. Der Zugsführer erklärte, daß er diesem Auftrag nicht Nachkommen könne, da laut Direktionserlasses die Partie, wenn der turnusmäßige Zug nicht verkehrt, im Regieweg nach Hause zu senden ist. Hätte der Zugsführer diesen Auftrag ausgeführt, so hätte leicht eine 70stündige Dienstleistung entstehen können. Was den Personalstand betrifft, so ist die Station Wien-Nordbahn nicht die erste, sondern die letzte Station. Direktionsorgane reichen einander bei jeder Kanzlei die Türschnalle, nur Zugsbegleiter sind eine wahre Rarität- Die sind wahrscheinlich im Aussterben begriffen. Zum Beweis des Personalmangels mögen folgende Daten dienen: Im Winter 1909/10 und 1910/11 standen zirka 100 Mann Magazinsarbeiter als Bremser dem Verkehr zur Verfügung; den heurigen Winter wurde kein einziger Mann Verstärkung verwendet, obwhol der Verkehr weit dichter war. In Wien-Nord-bahn sind 54 Lastzugspartien ä 4 Mann. 42 Partien beansprucht der Turnus und 12 Partien sind Reserve. Der Krankenstand schwankte im heurigen Winter zwischen 20 und 88 Mann, dieser Abgang wurde dadurch ersetzt, daß immer vier bis fünf Partien aufgelöst wurden. Die Zugsführer der aufgelösten Partien blieben daher ohne Verwendung. Da kam der Personalkommandant auf die geniale Idee, auch die Zugsführer und Oberkondukteure in die Partien für fehlende Kondukteure einzuteilen. Wie disziplinuntergrabend eine solche Behandlung der Zugsführer aus das andere Personal wirken muß, läßt sich leicht denken. Es wurden selbst einmal zu einem Zug drei Zugsführer und ein Kondukteur beigestellt. Einen weiteren Gegenstand zur Klage bilden die unzureichenden Manipulationsräume für die Zugsbegleiter. In der Station Jedlersdorf (Oe. N. W. 58.) mußten bisher die Nord-bahn-Zugsführer in der Verschieberkaserne manipulieren. Ein ganz kleiner Raum, in dem sich drei schmutzige Betten und ein schmutziger und wackliger Tisch befinden. Nun wurde den Nordbahnbediensteten von den Verschiebern der Oe. N. W. B. mitgeteilt, daß ihnen auch dieser dürftige Raum entzogen wird, weil er gesperrt wird. Der Nordbahnzugsführer kann dann am offenen Perron manipulieren und seine Dokumente vor der Verkehrskanzlei ausbreiten. Einen weiteren Uebelstand bildet die Zugsbegleiterkaserne in Marchegg. Ein altertümlicher Waschapparat ohne Wasser, ohne Seife und ohne Handtücher ziert diesen Raum. Die Kondukteure müssen sich ungewaschen niederlegen und müssen auch ungewaschen aufstehen. Betritt man die Auszahlungslokalitäten in Wien-Nordbahn, so fühlt man sich in das ärgste polnische Dorf verseht. Drei Schalter, eng beieinander, ein kleiner Raum, alles mutz_ bei einer Tür hinein und heraus. Alte, ergraute Männer müssen sich hier stoßen und drängen lassen. Bei diefeit drei Schaltern werden fast sämtliche Verkehrsbediensteten der Station Wien-Nordbahn ausbezahlt. Trotzdem dort die meisten Direktionsorgane vorübergehen und schon zweimal bei der Direktion um Abhilfe gebeten wurde, ist bis heute noch nichts geschehen. Wir machen die Direktion auf diese Uebelstände aufmerksam und ersuchen dringend um Abhilfe. Zur guten Arbeit gehört gutes Werkzeug und zu einem guten Betrieb Ordnung! An die Mitglieder des Lebcnsmittelmagazins der k. k. Rordbahndirektion. Da sich das k. k. Eisenbahnministerium, beziehungsweise die k. k. Nordbahndirektioll gegenüber den wiederholt und in allen Formen vorgebrachten Wünschen der Konsumenten nach Aenderung der derzeitigen Verwaltung des Lebensmittelmagazins ablehnend verhält, die verlangte Reform aber im Interesse des gesamten Personals der k. k. Nordbahn durchgeführt werden muß, weil dis gegenwärtigen. Zustände in der Verwaltung unhaltbare und für eine Wohlfahrtsinstitution unwürdige sind, werden in den nächsten Tagen in allen größeren Stationen der k. k. Nordbahn Prote st Versammlungen abgehalten werden. In diesen Versammlungen werden die gewählten Vertrauensmänner der Konsumenten über die Zustände im Lebensmittelmagazin Bericht erstatten. Die Ortsgruppenleitungen werden ersucht, für diese Versammlungen alles vorzubereiten und dafür zu sorgen, daß der Besuch ein massenhafter wird, was ja bei der großen Erregung unter den Konsumenten durch bloße Verständigung leicht erreicht werden kann. Wir müssen dem k. k. Eisenbahnministerium und der k. k. Nordbahndirektion durch diese Protestversammlungen klarmachen, datz sich das Personal eine solche Wirtschaft im Lebensmittelmagazin nicht mehr länger gefallen lassen kann, um so mehr, da die Mitglieder für die gesamten Regiekosten in diesem Institut allein auf kommen müssen. Tag und Stunde für diese Versammlungen werden den betreffenden Ortsgruppen rechtzeitig bekanntgegeben werden. Zur Maifeier der Werkstättenarbeiter der Nordbahn. Aus Floridsdorf wird uns geschrieben: So wie im Vorjahr, als die Werkstättenarbeiter zum erstenmal an der Weltfeier des 1. Mai teilnahmen, hatte auch Heuer eine sehr gut besuchte Versammlung den einmütigen Beschluß gefaßt, durch Arbeitsruhe ihre Solidarität mit der gesamten Arbeiterschaft zu bekunden. Doch! — Des Lebens ungemischte Freude ward noch keinem Sterblichen zuteil und so mengte sich auch in das hehre Fest des Maien ein Tröpfchen Wermut. Tausende, ja Millionen stehen treu zur Fahne, jedoch der Verräter stirbt nicht aus. Was Tausende wollen, beschließen und durchführen, ihn fichts nicht an, fein eigenes „Ich" tritt er mit Füßen. Nichts ist solch einem Subjekt heilig .als sein streberischer Ehrgeiz. Seit jeher sind Streikbrecher und Denunzianten der größten Verachtung aller ehrlich und rechtlich denkenden Menschen aus» gesetzt gewesen und je . nach Verdienst der Lohn bemessen worden. Und so müssen auch wir heute konstatieren, daß einige fragwürdige. Elemente den Mut aufbrachten, der gesamten Arbeiterschaft in den Rücken zu fallen und an der Solidarität Treubruch zu üben. Wir hoffen, datz jeder anständige Mensch diesen Leuten nur Verachtung entgegenbringen, jeden gesellschaftlichen Perkehr mit ihnen meiden und auf diese Weise der verdienten Strafe zuführen wird. Um aber auch die übrige Floddsdorfer Arbeiterschaft vor dem Umgang mit diesen Leuten warnen zu können, fühlen wir uns verpflichtet, dieselben hier nominativ anzuführen. Bon der Lokomotivwerkstätte: Richard Langer, Ignaz Stenn, Czerny. Mattura, Kriedl, Köpf sen., Steinkellner, Güttler sen., Holik, Norbert Klein, Friedrich Glaser, H i n t e r b e r g e r P i c a l e k, I a h s e n e k, M i l t s ch u h, S k o k a n e k S tre lka sen., BalaS, HoleschofSky, Niederle Busek sen., Fux. MrLkrz, Wolenec, Czarda Güssinger, Uzl, Lengen, Valenta sen., Husser. Ecker jun., Mayer (Tischler), Wild sen., Petr ich sen., Pandor, Reini sch, Mora w a, B a i t s ch e I sen. Reiter (Handlanger), Formanek und Mahler (Kesselschmiede). Jung und Günther (Handlanger) Wagenwerkstätte: Ehler, Richter, Endl und Zetta, Datz durch diese Vorgänge die übrigen Arbeiter in eine ziemlich erregte Stimmung kamen, ist leicht begreiflich. Die Empörung war eine allgemeine, und wurde ihnen die größte Verachtung, die je einem Menschen zuteil werden kann, aus-gedrückt. Zu dieser Erbitterung hat allerdings auch die mehr als unvernünftige Vorgangsweise des Werkstättenchefs Herrn L e e d e r beigetragen. Dieser Herr Oberinspektor — der sonst immer auf jedem Buchstaben eines Erlasses reitet, bis er ihn zum Schaden der Arbeiter zugedtten hat — hat diesmal den Erlaß des Eisenbahnministeriums in einer unerhörten Weise umgangen, indem er entgegen den Bestimmungen gehandelt hat. Herr Leeder sieht auch sonst sehr streng darauf, das eine Betriebsstörung durch die Beurlaubung einiger Arbeitskollegen nicht Platz greife. Dies aber nur dann, wenn es sich um Vertrauensmänner zur Wahlarbeit handelt. Sollte der Herr Oberinspektor am 1. Mai ganz um den Verstand gekommen sein, daß man mit 60 Mann den Betrieb nicht aufrecht erhalten kann? Sonst gehen ihm 30 Mann von 1200 dringend ab. Als beispiellose Herausforderung mutz es aber von jedem Arbeiter empfunden werden, wenn Herr Leeder noch im übrigen diese Leute den ganzen Tag auf Kosten der Partie verrechnen läßt, obwohl sie nur bis % 12 Uhr gearbeitet haben. Noch provozierender ist aber eine Verfügung des. Herrn Leeder gewesen, mit welcher er eine Maßregelung der provisorischen Kanzleidiener beabsichtigte; dies einzig und allein deshalb, weil diese Arbeitskollegen noch Charakter und Ehre hatten, sich mit den übrigen Arbeitern solidarisch zu erklären und nicht in die Werkstätte gingen. Daraus folgert, daß Herr Leeder eilte nicht zu beneidende Auffassung timt Mannesehre und Manneswürde hat. Knechtische und hündische Ergebenheit — wie seine nächste Umgebung — möchte er gar so gern auch an den Arbeitern wahrnehmen. Einzelne können Sie, Herr L e. e d e r, zu den Ihrigen rechnen, die überwiegende Mehrheit hat zu Ihrem Leidwesen andere Begriffe vom Charakter und von der Moral. Wenn es Ihnen jedoch Vergnügen macht, .in dieser Art weiter zu fahren, bitte, nur zu. Um so weniger brauchen wir agitieren. Beklagen Sie sich aber nicht, wenn Ihr Samen Früchte zeitigt, die Sie nie verdauen können. Wer häte es je geträumt, datz der 1. Mai auch sonst ganz träge, mit Nichtstun und Nichtswissen begabte Leute auf die Beine brachte und sie eine geschäftige Nolle spielten, als dürfte in ihnen ein treibender Mechanismus wohnen. Zu diesen Leuten gehört auch der Werkmeister M a g e r l — eine sehr schwarze Seele mit trüber Vergangenheit — der am nächsten Tag wie ein kettenloser Jagdhund herumrannte, um seinen Schützlingen Hilfe in bedrängter Not zu bringen. Sonst ist dieser Herr zu nichts zu gebrauchen als Handtücher umzu-tauschen, Seife zu verabfolgen und die Kontrollmarken aufzn-nehmen. Arbeiten, die in anderen Abteilungen von Handlangern verrichtet werden, leistet ein Herr Werkmeister M a g c r I. Diesmal hatte er die Ausgabe, alle jene Individuen zu verständigen, datz ihnen von seiten der Werk-tättenleituug erlaubt wurde, eine Viertelstunde früher^ nach Hause gehen zu dürfen, um sich dadurch der gebührenden «träfe zu entziehen. Damit wären wir mit der Charakterisierung _ dieser offenbar mit einem moralischen Defekt behafteten Individuen ertig. Sie, die doch gleichermaßen an den Erfolgen der Arbeiterbewegung partizipieren, hielten es für notwendig, ihr diesen judasmätzigen Dank abzustatten. Das wird aber nicht hindern, daß die erdrückende Mehrheit der Nordbahnarbeiter in aller Zukunft nach wie vor treu zur Organisation stehen und sich den 1. Mai von niemand mehr streitig machen lassen wird. Sie zählen sich mit Stolz zu der Armee des sich seiner geschichtlichen Aufgaben bewußten Proletariats. Jenen aber, den Feigen und Kriechern, bleibt der traurige Ruhm, ver-tiäntmieloe unfa mit ttffctta-rriyer Klasse gegenüberzustehen. Wir beneiden sie nicht um diese bedauernswerte Rolle, hoffen aber, datz ihre Zahl doch von Jahr zu Jahr kleiner werden wird______________________ Gelesene Nummer» des „Eisenbahner" wirst mau nicht weg, sondern gibt sie an Gegner und Indifferente weiter. Aus den Amtsblättern. Maßnahmen für Bedienstete und Arbeiter der Südbahn. ' Die Südbahnverwaltung veröffentlicht in der „Z ir-! u l a x i t xi s 0 ü ux tn I u u q tootrt 11* 2Wn vor Inkrafttreten der mit Zirkular 133 A 1911 ver-lauwarten Lohnvorrückungsnormen in gesellschaftliche Dienste getretene Urbeiter Betracht genommen, welche auf Grund dieser LohnvorruckungSnormen von später eingetretenen Arbeitern der gleichen Verwendungskategorie im Lohn überholt wurden und denen aus diesem Titel nicht schon früher eine besondere Lohnerhöhung zu gebilligt worden ist. Die vorangeführten Maßnahmen gelangen mit Wirksamkeit von 1. Jänner 1912, beziehungsweise für nach dem Jänner 1912 in gesellschaftliche Dienste getretene Arbeiter vom Tage ihrer Aufnahme an zur Durchführung; die Nachzahlung, der Lohndiffercnzen für die Zeit vom 1. Jänner 1912, f.^lcI^!’0öt»cife für nach dem 1. Jänner 1912 in gefcllfchaft-uchc Sieitste getretene Arbeiter vom Tage ihrer Aufnahme bis zum Beginn derjenigen Lohnperiode, in welcher schon die erhöhten i-ohnc verrechnet werden, wird bis längstens 15. Juni 1912 erfolgen. 1. Jänner 1912 ins Verdienen gebrachten lieber-stundenentschadlgungen und Zulagen (Zehrgelder) für außerhalb der Domizrlstation geleistete Arbeiten werden auf Grundlage des rückwirkend erhöhten TaglahneS nachgerechnet und die sich hienach ergebenden Mehrbeträge zugleich mit den Lohn. Nachzahlungen flüssig gemacht werden. Jene in den Werkstätten und Heizhäusern bestehenden Akkorde, bei welchen nach den einzuleitenden Erhebungen eine Aufbesserung erforderlich erscheint, werden im Lause der nächsten Monate eine angemessene Erhöhung erfahren. Diese Akkordregulierungen werden mit dem von der Maschinendircktio» sestzusctzenden Zeitpunkt ohne Rückwirkung auf die bis dahin bereits abgerechneten Akkorde in Wirksamkeit treten. Wegen Durchführung der im vorstehenden Zirkular getroffenen Verfügungen werden Ihnen die erforderlichen besonderen Weisungen seitens Ihrer Vorgesetzten Direktion ehestens zugehen. x Von diesem Zirkular ist das gesamte Ihnen unterstehende Arbeiterpersonal in Kenntnis zu setzen; die Ihnen unter einem zugehenden Sonderabdrücke sind an den Arbeits stätten zu asfichieren. Wien, am 7. Mai 1912. Der Generaldirektor; Weeber m. p. Korrespondenzen. Ober-Gerspitz. Die Leitung des k. I. Bahnbctricbsamtes wurde dem von NezamiSlitz hieher versetzten Herrn Ielli-n c I übertragen. Das hiesige Personal dachte, mit diesem Herrn einen von Gerechtigkeitsgefühl erfüllten Vorgesetzten bekommen zu haben. Indessen kann immer mehr das gerade Gegenteil beobachtet werden. Herr Jellinek beginnt sehr rasch an ständige und ihrer Pflicht bewußte Bedienstete „ganz energisch" zu behandeln, während er sich vor Leuten k la Neubauer zu fürchten scheint. Sollte dem wirklich so sein, nun — dann werden sich die Bediensteten danach einrichten und werden, um Ruhe zu haben und respektiert zu -sein, eben dasselbe machen, was beispielsweise am 31. März d. I. geschehen ist. Oder hat der Herr Vorstand keine Kenntnis davon? Wir glauben, daß diese Warnung genügen wird, damit wir nicht gezwungen sind, heikle Sachen öffentlich zu besprechen. Barn in Böhmen. Ein Freund unseres Blattes schreibt uns von dort: In der Station Bärn-Andersdorf sieht man immerwährend einen und denselben Wächter Dienst machen ohne Ablösung. Es verkehren täglich 14 regelmäßige und 20 Erforderniszüge. Der Wächter muß Doir 4 Uhr früh bis abends in die zehnte Stunde im Dienst stehen, wie leicht kann ihm da infolge Uebermüdung ein falscher Griff beim Wechselstellen Vorkommen und ein Unglück ist geschehen. Ist das menschlich gehandelt, wenn das Personal so überbürdet wird? (Sin stiller Beobacht er. Priesen bei Komotau. Samstag den 27. April l. I. wurde im Gasthaus des Herrn Urban ein Vernichtungsfeldzug gegen die Roten geliefert. Kommandierender General war Herr — Mann. Natürlich wieder vollgefoffen und benebelt. Adjutant war des Kirchenvaters Junge. Man erfuhr so recht, wie weit die deutsche Treue und Gesittung geht. Der Alkoholiker Hcrrmann, der unlängst mit einem Bediensteten einen Streit durch feine gemeine Vorgangsweise verursacht hatte, ließ seine Gedanken durch seine Zunge herausplatzen. Unter anderem sagte er folgendes: „Der Kerl, wen» er mir noch etwas gesagt hätte, so hätte ich ihm ein paar geschmiert, aber ich habe ihm schon heimgeleuchtet. Ich habe aber Herrn Vorstand gesagt, ja, wenn er mir noch etwas gesagt hätte, so hätte^ ich ihm noch ein paar heruntergehauen." Da daraufhin soll Herr Vorstand Fleischer geantwortet haben: „Recht hätten Sic gehabt, wenn Sic dies getan hätten," Sollte dies auf Wahrheit beruhen, so müssen wir schon etwas weiter in die Sache dringen. Wir glauben nicht, daß ein Beamter, der noch dazu die Station verwaltet, sich so weit vergessen hätte, wo er doch gegen alle Bediensteten unparteiisch vorgeben und nur nach dein Recht, nicht aber nach Gutdünken urteilen soll. Ist dies jedoch nicht wahr, so soll Herr Fleischer sich den Alkoholiker ausborgen. Auch die löbliche Generaldircktion der B. E. B. kann ein solches Vorgehen nicht billigen. Wir fordern daher, diesen Fall zu untersuchen und den Schuldigen zu bestrafen. Wie wir erfahren haben, soll der Bedrohte ein Gesuch um Einvernahme eines Protokollen an die löbliche Generaldirektion eingereicht haben: .Herr Wagner wollen wir aber sagen, sich etwas zu fänftigen und nicht gor so hoch mitauS wollen, sonst könnten mir ihm seine Vergangenheit ins Gedächtnis zurückrufen. Finkensteiu in Kärnten. Der Leiter dieser Station, Herr Michael Fina, drangsaliert bei jeder Gelegenheit sein ihm unterstelltes Personal. Als Mittel zum Zweck erscheint ihm die Schule als besonders geeignet. Ein bis zwei Fragen über Signale genügen, das übrige besteht in wüstem Geschimpfe und Strafandrohungen, Vorwürfen über bas Gehen auf der Strecke u. s. w. Dabei vergißt der Herr Fina regelmäßig, daß er ja auch mit seinem Schießprügel auf der Strecke nichts zu suchen hat, wo nicht einmal die Hühner der Wächter vor ihm sicher sind. Geradezu gefährlich wird der Mensch aber in der Station selbst, wo er neben bewohnten Gebäuden auf öffentlichen Wegen herumknallt. Aus welchen Qualitäten sich dieser Herr zusammen* setzt, zeigt so recht, daß er sich nicht scheut, Bedienstete an ihrer Existenz zu bedrohen, wenn er vermutet, daß der Betreffende der Organisation angehört. Ein weiteres Mittel, um das Personal gegenseitig aufeinanderzubetzen, ist, daß er einen Bediensteten erklärt: „Sie der St. 31. hat sich bei mir über Sie beschwert". Der Betreffende ging der Sache auf den Grund und es stellte sich die vollkommene Unwahrheit des Gesagten heraus. Damit sind die Eigenschaften dieser edlen Seele noch lange nicht erschöpft. Die Fran eines Wächters übersah die Frau des allgewaltigen Herrn Fina zu grüßen. Dafür wurde der Wächter beschimpft und mit Strafe bedroht, wobei sich Fina folgend äußerte: „Ihre Frau hat sich in jeder Beziehung m einem Willen zu unterziehen, auch unter meinen Bauch zu legen." Bei seinen Bemühungen, durch provozierendes Benehmen die Bediensteten zu unüberlegten Reden oder Handlungen hinzureißen, wurde er sogar an einen Wächter handgreiflich und nur dem Takt und der Anständigkeit desselben, hat er cs zu danken, daß es damals zu keiner Katastrophe kam. Ganz besonders festgehaltcn zu werden verdient eilte Steuerung dieses Herrn: „ISitt paar Jahre werde ich noch mit machen, aber in dieser Zeit werde ich einige Bedien st c t e schon noch aus den Glanz Herrichten!" Von welch minderer Gesinnung und ganz besonderer Gefühlsroheit dies zeigt, brauchen wir wohl nicht weiter zu betonen. Sacke einer k. k. Staatsbahndirektion wird es sein, diesem .Stationsleiter" einen Dienst zuzuweisen, wo denselben jede Gelegenheit benommen ist, sein Mütchen an den Untergebenen zu kühlen. Brünn. (Heizhaus, S t a a t 4 e i s e n b a h n-g e s e l l scha f t.) Es ist schon öfters im'„Eisenbahner" über die Verhältnisse im hiesigen Heizhaus geschrieben worden. Nichtsdestoweniger scheinen die Herren Vorgesetzten alle Warnungen zu mißachten. Nicht nur Arbeiter werden wie Sklaven behandelt, selbst die Vertrauensmänner werden oft in einer Weife angefahren, die jedem Anstand spottet. So bildet sich ein Verhältnis zwischen Vorgesetzten und Arbeitern heraus, welches sehr bedenklich wird. Statt 65 jtitd 78 Lokomotiven zu waschen, aber mehr Arbeitskräfte werden nicht beigestellt. Als die Arbeiter wegen Vermehrung von acht 'auf elf Mann borsprachen, wurden sic wie Lausbuben abgefertigt. Der Herr Vorstand kommt und sagt, das Auswaschen sei keine Arbeit und meint: „Franzi, spritz her und hin", das sei alles. Damit bekundet er feine Fachkenntnis. Sein Stellvertreter, Herr Fuchs, ist wohl der richtige Manu, welcher jedenfalls glaubt, daß in seiner Tantiemenhascherei das ganze lim und Auf des Dienstes gelegen sei. Wie die Lokomotiven bei dem Mangel an Arbeitskräften aussehen, ist offenbar Nebensache. Freilich: Fehlt irgendwo etwas, sind die Herren sofort mit Strafen und Abziehen vom Dimst da. Die Wirtschaft im Heizhaus fängt bereits an, zum öffentlichen Skandal zu werden. Und geradezu befremdend ist, daß weder das Zugförderungsinfpekiorat noch die Direktion es für gut finden, eine Abhilfe zu schaffen. Als wenn es im ureigensten Interesse des Unternehmers läge, wenn Züge mit verwahrlosten Lokomotiven befördert werden/ und wenn Arbeiter und Bedienstete aufs höchste gereizt und gepeinigt werden. Die Herren mögen aber ihre Rechnung nicht ohne Arbeiter und Personal machen, denn sie könnten sich sehr leicht und gründlich verzählen. Die Bediensteten haben nun einmal die bisherige Wirtschaft satt und sind nicht gesonnen, sich die ebenso brutalen wie dummen Launen irgend eines Herrn Fuchs — denn dieser Herr ist der eigentliche böse Geist — noch länger gefallen zu lassen. Der genannte Herr konnte diese Tatsache besonders am 4. Mai d. I. wahrnehmen. Die Direktion möge diesen Herrn belehren, bevor cs zu spät sein wird. Anssce. Ein intelligenter Mann ist der Bahnrichter Zand. Seine Bildung ist treffend gekennzeichnet durch den am 2. Mai d. I. passierten Zwischenfall, wo sämtliche Oberbanarbeiter mit Neulegen der Schienen beschäftigt waren und einer der Oberbauarbeiter den Befehl: „Schienen einkanten" des genannten Bahnrichters, welcher hiebei die Aussicht siihrtc, wiederholte. Im Glauben, es sei er (der Bahnrichter Zand) hierbei beleidigt worden, stürzte sich derselbe auf den den Befehl wiederholenden Obcrbauarbeiter, faßte ihn an der Brust, schüttelte denselben und schrie wiederholt: „Was hast du gesagt?" Der anwesende Herr Bahnmeister Prötfch schaute dieser Szene ruhig zu. bis der Bahnrichter sich wieder beruhigte und den Cbcrlinuarbciitcr endlich losließ. Es ist sehr bedauerlich, daß Herr Bahnmeister Prötfch dieser Sache so ruhig zusah und kein Wort fand, um den Bahnrichter in die Schranken des Anstandes zurückzuweisen. Matzleinsdorf. (Nachruf.) Die Ortsgruppe Matz-lcinsdorf ruft dem nach Wiener-Neustadt versetzten Genossen Josef E in crich, Verschieber, ein herzliches Lebewohl zu. In der Ueberzcugung, daß der versetzte Genosse auch weiterhin uuserer Kanipsorganisation treu bleiben wird, empfehlen wir ihn den Genossen in Wiener-Neustadt auf da» wärmste. Amstetten. Es ist unglaublich, was ein Artikel in unserem Fachblatt für eine Menge Staub auswirbeln kann. Dies veranlaßt uns, Herrn Bahnrichter Weiß zu ermahnen, den Haß gegen die Arbeiter nicht gar zu weit zu treiben. Man kann es nur als Provokation ausfassen, wen» dieser Herr die Arbeiter bis Schlag sechs Uhr arbeiten läßt und dann von ihnen verlangt, daß sie nach Ablauf der vorgeschriebcne» Arbeitszeit die Werkzeuge sammeln und an den bestimmten Aufbewahrungsort bringen, wodurch die Arbeiter an ihrer Ruhezeit Schaden erleiden. Ferner ist es bedauerlich, daß sich Herr Bahnrichter Winter von Weiß soweit beeinflussen läßt, daß er feine Partie ebenso schikaniert^Jetzt, verehrter Herr Weiß, kommt die Hauptsache, wodurch toic sich die Verachtung aller ehrlich denkenden Männer gesichert haben. Statt daß Sie, wenn Sie schon den Wunsch hegen, einen Artikel, der sich mit Ihrer werten Person besaßt, selbst zu lesen, den Mut aufvringen, eilten Genossen zn ersuchen. Ihnen das Blatt zu überlassen, schicken Sic. den Arbeiter Pfafsenbichlcr zu der ahnungslosen Frau eines Genossen mit dem Auftrag, von dieser ohne Wissen ihres Mannes das Fachblatt heranszuschwindeln. Obendrein besitze» Sie Herr Weiß kein Recht, einen Bediensteten während der Arbeitszeit zu derlei privaten Gänge» zu verwenden. Also Provokation, Denunziation, Feigheit und Mißbrauch Ihrer Rechte als Vorgesetzter, sind die Tugenden, mit denen Sie glänzen. Auf eines möchten wir Sie, Herr Weiß, noch aufmerksam machen, was Sie bisher noch nie gesehen zu haben scheinen. Unser schöner neuer Rangierbahnhof scheint, feit die kroatischen Obcrbauarbeiter wieder hier sind, ein einziger großer Abort zu sein; wohin man sieht, alles verunreinigt. Es wäre viel nützlicher, wenn Sic sich die rasche Abstellung solcher skandalöser Zustände angelegen sein ließen, als daß Sie unschuldige Arbeiter bei Ihren Vorgesetzten vernadern. Ueberhaupt wird Sie auch der heilige Bureaukratius nicht schätzen können, da jene, die künftig ein ganz besonders wachsames Singe auf Ihre Handlungen richten werden, für Sie gänzlich unerreichbar sind. Bei dieser Gelegenheit raten wir auch der Verkehrsbundtante, daß sie in Zukunft, wenn sic über Herrn Bahnrichter Winter einen Artikel veröffentlicht, nicht mehr, wie sic cs in ihrer Nummer 9 vom 1. Mai 1912, Seite 9, erste ©palte, unter der Spitzmarke „Mehrere Stimmen ans Amstetten u. s. w." getan hat, mit Lügen zu kommen und obendrein noch den Namen eines unserer Genossen in ihren Liigentratsch bineiiizuziehen. Also liebe Verkehrsbundtante, gib acht, daß dir der in dem zitierten Artikel genannte Genosse nicht noch Unannehmlichkeiten bereitet und suche dir schleunigst einen Mann aus den Reihen der Christlichen, der feinen Namen dazu hergibt. Eger. Anläßlich der Versetzung mehrerer Mitglieder veranstaltete die Ortsgruppe Eger eine Abschiedsfeier, welche sehr zahlreich besucht war. In einer Ansprache wünschte der Obmann Genosse Müller im Namen der Ortsgruppe Eger den scheidenden Mitgliedern Glück und Wohlergehen im neuen Domizil. Hoffentlich gereicht die Versetzung den Scheidenden zum Vorteil. Er ermahnt sie auch, fern von Eger. weiter treu zur Organisation zu stehen. Genosse I a r i ck dankte im Namen der Scheidenden sowie deren Fronen der Ortsgruppe Eger für die Veranstaltung der Feier, diesem Zeichen des Zusammengehörigkeitsgefühls. Er wünschte der Ortsgruppe auch weiterhin Blühen und Gedeihen. Klagenflirt lH a n p tb ah u h o s). DaS gesamte Personal der k. k. Staatsbahn als auch der Südbahn in brr Station Klagenfurt-Hauptbahnhos wird vor dem Verschieber Guggenbcracr gewarnt. Guggenberger hat sich wiederholt als Denunziant ärgster Sorte gezeigt. Unverständlich ist es, daß die Herren Beamten in Klagenfurt einem solchen Individuum nicht die Türe weisen. Krems. Vor zirka einem Jahre wurde in die Station St atze udorf ein junger Mann auf genommen, um sich mit der Zeit zum AuShilfsstationsmeistcr auszubilden. Seine dienstlichen Angelegenheiten dürften dem jungen Mann nicht sehr behagen, mit desto größerem Eifer huldigt er 6cm edlen Weidwerk. Alles was da kreucht und fleucht, wird schonungslos niedergeknallt. Alle Vöglein, ohne Unterschied ob Singvogel, ob nützlich oder schädlich, sind diesem „Nimrod" eine, ersehnte Beute. Selbst die Signalscheiben, ja sogar der Trinkbecher, müssen diesem unermüdlichen Schützen als Zielobjekt dienen. Stundenlang läuft er mit der Flinte herum und übt „Herz und Hand fürs Vaterland". Maikäfer und Schmetterlinge sind ihres Lebens in und um der Station herum nicht sicher. Doch nicht nur die Vögel und Insekten fürchten diesen „Reserve-auShilfsjägcrmcistersubstituten", sondern auch die Kinder der Bediensteten. So sind in der letzten Zeit mehrere Fälle vorgekommen, wo Kinder der Bediensteten von diesem Männlein ohne jede Ursache geschlagen wurden. Als der Vater des geschlagenen Kindes den Reservesubstituten D zur Rede stellte) beschimpfte dieses Bürschchen den Beschwerdeführer und drohte: „Ich habe einen Bruder, der ist Ad jnnkt bei der k. k. Staatsbahndirektion, ich werde Ihnen noch helfen. Sie werden noch an mich denken." Trotzdem über den AuShilfsstationSineistcr bereits viele Beschwerden vorgebracht wurden, so ist der Bursche noch dreist genug, um mit seinem angeblich «hohen Protektor" bei jeder Gelegenheit zu prahlen. Vielleicht ist dem Aushilfsjtationsmeister D. sein unmittelbarer Vorgesetzter fo liebenswürdig und bringt ihm bei, was sich für einen angehenden Stationsmeister schickt. Sollten diese Zeilen nicht helfen, dann müßten wir deutlicher werden, trotz der Berufung auf den „hohen Protektox", .. Seite 10 „Der Gtserrbahtter.- Versammlungsberichte. Wien. (K. k. Staats bahn.) Mittwoch den 8. Mai, halb 4 Uhr nachmittags, fand im Hotel Fuchs, XV, Maria-hilferjiraße 138, eine öffentliche, guibcfuchic Eiscnbähnerver-sammlung statt, in der das Personalkommissionsmitglied, Genosse Wabitsch über die Entwertung der Uniformen ii n d über die Beschwerden bei der letzten Abfassung und Genosse DuLel über Sozialismus und F r e i s o z i a ln s m u s sprachen. Genosse Wabitsch führte im wesentlichen aus: Nach 8 1 der Instruktion XIY, betreffend die Uniformen der Bediensteten der f. t. Staatsbahnverwaltung ist sämtlichen Be- diensteten das Tragen der Uniform als „Ehrenkleid" ge stattet; insofern das Personal aber mit dem Publikum in Berührung kommt, ist dasselbe zum Tragen dieses Ehrenkleides sogar verpflichtet. Letzterem Personal wird instruktionsgemäß diese Uniform auch seitens der Bahnverwaltung kostenlos beigestellt und cs wird dieselbe als ein nicht unwesentlicher Teil des Einkommens des Bediensteten betrachtet. Man sollte nuit_ meinen, daß die f. f. Staatsbahndirektioneii den Begriff Uniform nicht bloß in den verschiedenen Paragraphen der Instruktion mit dem Begriff „Ehrenkleid" identifizieren, sondern daß sie insbesondere im realen Leben, in der Praxis des Dienstes darauf achten, daß den verschiedenen Uniformen ohne Ausnahme die Eigenschaften eines Ehrenkleides zukommen und daß alp zumindest die Fasson und solide Herstellung die Anwendung dieses SubtitelS aus die Dienstkleider restlos begründen. Bis vor kurzem haben die Bediensteten auch tatsächlich solid hergestellte und passende Uniformen ausgesaßt. Nun wurde aber die Herstellung dir Uniformen der alten Firma entzogen und der Firma Krcjian in Triesch in Mähren übertragen. Nach den gesetzlich vorgeschriebenen diesbezüglichen Bestimmungen scheinbar mit Recht, denn diese schreiben vor, daß die Lieferungen dem billigsten Offerenten zu übertragen wären, falls er natürlich für die Einhaltung der Lieferungsbedingungen volle Gewähr bietet. Die Firma Krestau stellte nun wohl das billigste Offert, sie bot aber nicht die geringste Sicherheit, daß die von ihr hergestellten Dienstkleider zumindest ebenso passend und so gut ausgearbeitet fein werden, als dies früher der Fall war. Die frühere Firma beschäftigte nur organisierte, gute Schneiderkräfte, sie hatte ihren Sitz in Wien und war stets bereit. Unpassendes auszn-besseru oder umzutauschen, wodurch sie auch die Zufriedenheit des Personals erlangte. Fit Wien, der Zentrale des Verkehrs, war dies auch leicht möglich. Fetzt hat die Lieferung aber eine Firma in Triesch in Mähren. Wer kann da hinsahren und was für Leute beschäftigt diese Firma? Durchwegs Heimarbeiter, die zumeist auch gar nicht gelernte Schneider sind, und die in den denkbarst unyvgienifchen Räumen um einen Schundlohn die Uniformen zusammenpsuschen. Da ist es gewiß kein Wunder, wenn die von dieser Firma hergestellten Uniformen eigentlich nur eine Karikatur eines Ehrenkleides darstellen. Referent bespricht sodann alle jene Schritte, die die Vertrauensmänner unternommen haben, um dieser Misere abznhelsen, führt an, daß nach Auszählung aller auch hier angeführten Beschwerden Herr Hosrat Schmitz in der Personal-kommissionssitzung erklärt falls die vorgebrachten Be- schwerden zutrefsen, werde der Firma die Lieferung sofort entzogen werden. Maßgebendenortes wurden die vorgebrachten Beschwerden als' tatsächlich bestehend zugegeben, es wäre also nun Pflicht der k. k. Staatsbahndirektion, das Versprechen des Herrn Hosrates wahr zu machen und die Lieferung wieder der alten Wiener Firma zu übertragen. Referent gibt .schließlich seiner Ueberzeiigung dahin Ausdruck, daß die beiden hohen Leiter der t. k. ‘ataatsbahndireftion Wien, Herr Ministerialrat Dr. Kolisko und Hosrat Schwitz, in Würdigung des Umstandes, daß die Lieferung der Uniformen nachweisbar jeder Beschreibung spottet, ihren maßgebenden Einfluß verwenden werden, damit die Lieferung wieder eine Firma bekommt, zu der ihr Personal Vertrauen hat und bittet schließlich die Versammlung, zu dieser Frage Stellung zu nehmen. (Großer Beifall.) . Nun entspann sich eine lebhafte längere Debatte, in der neue Beschwerden über die. Uniformen vorgebracht wurden. .Im Hauptzollamt sollen dieselben, weil gänzlich verschnitten und unpassend, kistenweise retourniert worden sein. Schließlich wurde folgende Resolution beantragt und einstimmig angenommen und hiezu der Beschluß gefaßt, daß diese Resolution unseren Abgeordneten zu übergeben sei mit der Bitte, sie mögen geeignetenortes .Schritte unternehmen, damit die Lieferung der Uniformen einer Wiener Firma übertragen werde, die genügende Gewähr für eine tadellose Ausführung der ihr übertragenen Arbeit bietet. Resolution: Die am 8. Mai 1912 im Hotel Fuchs in Wien versammelten Eisenbahnbediensteten erklären, mit der derzeitigen Regelung der Uniformlieferung in keiner Weise einverstanden zu sein, nachdem die gelieferten Kleidungsstücke außerordentlich fehlerhaft sind und weder in der Qualität der Ausführung noch in Hinsicht des Schnittes den bescheidensten Anforderungen entsprechen. Eine schwere Schädigung der Bediensteten ist in dem Umstand gelegen, daß ihnen die Möglichkeit benommen wird, notwendige Verbesserungen und Abänderungen kostenlos vornehmen zu lassen. Dadurch erwachsen ihnen bedeutende Auslagen, welche sie aus ihrem kargen Einkommen decken müssen, die Unzufriedenheit mit den gelieferten Kleidungsstücken noch vermehren und welche in keinem Verhältnis zu den Ersparungen der k. k. Staatsbahndirektion stehen. Die Quelle dieser Mißlichreiten ist darin zu erblicken, daß die Unisormlieserung an eine technisch minderwertige Firma in der Provinz vergeben wurde. Alle vorgebrachten Beschwerden ließen sich aber leicht beheben, wenn eine leistungsfähige Firma am Wiener Platze mit der Anfertigung der DienftUeider betraut, mithin der frühere Zustand wieder herbeigeführt würde. Die Versammelten geben sich der Hoffnung hin, daß einer k. k. Staatsbahndirektion viel mehr an der Zufriedenheit und der adretten Erscheinung der Bediensteten gelegen ist, als an einer geringen, rccto scheinbaren Ersparnis, und daher Abhilfe schaffen wird. Dann sprach Genosse D u $ c f. In seinem ausgezeichneten Referat beleuchtete er so recht scharf die Quertreibereien der Freisozialisten und das schandvolle Treiben ihres Führers und stellte deren Wühlarbeit die zielbewusste Arbeit der Sozialdemokratie und der Gewerkschaften gegenüber. Stürmischer Beifall lohnte seine Ausführung. Die lebhafte Debatte zeigte, daß in Wien unter den Eisenbahnern für die-Ehrenmänner a In. Simon Starck kein Feld ist. Ein Vertreter der Freisozialisten war wohl in der Versammlung, ergriff aber rechtzeitig das Hasenpanier. Lieber feig als dumm, dachte er sich, als-der Vorsitzende so ausdringlich fragte, ob nicht noch wer das Wort wünscht, und verschwand! Es wurde schließlich folgende Resülution einstimmig angenommen: Die im Hotel Fuchs versammelten Eisenbahner erklären nach dem ausführlichen Referat des Genossen Dusek über SozicklismuS und Freisozialismus, daß sie die nicht nur die Eisenbahner, sondern die gesamte Arbeiterschaft schädigenden. und schmutzigen Tendenzen der Freisozialisten, die keinen anderen Zweck haben, als die Eisenbahner, beziehungsweise die Arbeiter noch weiter zu spalten und zu schwächen, aus das schärfste verurteilen. Sie erklären weiter, dem Standpunkt des Klassenkampfes treu zur Sozialdemokratie und zur einheitlichen, kampferprobten ^ Eisenbahnergewerkschaft, auf deren erfolgreiche Tätigkeit die gesamte Arbeiterschaft mit Stolz zurückblickt, unentwegt zu halten und an deren Ausbau ihre ganze Kraft zu setzen." Nach Erledigung von einzelnen fachlichen Astgelegenheiten wurde die Versammlung geschlossen. Himberg. Sonntag den 5. Mai fand in Stammbergers Restauration in Gramat-Neusiedl eine öffentliche Eisenbahnerversammlung statt. Genosse S v o b o d a als Referent von der Zentrale hielt einen Vortrag über Zweck und Nutzen der Organisation. Genosse Heger breichtete über die letzte Wächterkonferenz. Wien. Am 29. April tagte in den Stadtgutsälen eine sehr stark besuchte Versammlung der Bahnerhaltungsarbeiter, aller drei Wiener Sektionen, in welcher die am 11. März d. I. gewählte Deputation über die Vorsprachen bei der Staatsbahndirektion sowie im k. k. Eisenbahnministerium bezüglich des Härtenausgleiches Bericht erstattete. Linz a. d. Donau. Am Sontag den 5. Mai sprach in Enns Genosse Priesner, in Großraming Genosse Ehart, in Ardning und Spital am Pyhrn Genosse Weiser über die Lage der Eisenbahner, bereu Forderungen und Ausbau der Organisation. Alle Versammlungen waren gut besucht, besonders in Spital am Pyhrn, wo die Lokalitäten fast zu klein waren. Ueberall ist ein starkes Anwachsen der Organisation zu verzeichnen, was zur festen Hoffnung berechtigt, daß die Forderungen der Eisenbahner durchgeführt werden können. Rudig. Am 5. Mai fand in Pastochowitz eine gut besuchte Versammlung statt, in welcher die Genossen T a u s i g und Wild über die Forderungen der Eisenbahner referierten. Weiskirchlitz. Am 14. April d. I. hat in Weiskirchlitz eine gut besuchte Wächterversammlung von der Strecke Bodeubach-Äomotau stattgesunden. Genosse Hcnnlich brachte den Bericht voll der letzten Wächterkonferenz in Wien. Die in der Konferenz gestellten Anträge wurden zur Kenntnis genommen. Es wurde beschlossen, mit Hilse der Organisation mit allen zu Gebote stehenden Mitteln hinzuarbeiten, daß die vor Jahren schon gestellten und in der letzten Konferenz wiederholten Anträge endlich durchgeführt werden, damit auch die Wächter, die im Eiseubahndicnst eine sehr wichtige Kategorie bilden, ein menschliches Leben führen können. Dann wurde die Wahl des Hauptvertrauensmannes für die Strecke Bodenbach-Komotau vorgenommen. Gewählt wurde Genosse Josef Milfait, Weiskirchlitz, S ch u I g a f f c N r. 36, bei Teplitz, au den alle das Wächterpersonal betreffenden Zuschriften zu richten sind. Genosse Hennlich appellierte noch an die Anwesenden, die Organisation auszubauen, denn nur wenn wir bis zum letzten Mann in der Organisation stehen, können wir auf Erfüllung unserer Wünsche hoffen. Koutotnu. (Werlstätte, BuschtiehraderEisen-b a h n.) Nach langjährigen Kämpfen ist es auch den Werkstättenarbeitern der B. C. B. gelungen, durch Arbeitsruhe am 1. Mai den Weltfeiertag des gesamten Proletariats zu feiern. Trotzdem die Arbeiterschaft von der Generaldirektion das Zugeständnis erhielt, wer am 1. Mai frei haben will, bekommt diesen Tag als Erholungsurlaub bezahlt und wer arbeiten will kann arbeiten, haben sich doch einige 90 Prozent gefunden, welche die Bedeutung des 1. Mai anerkannten; nur ganz wenige, welche überhaupt das Bauchrutschen und Denunzieren professionomäßig betreiben, wurden zu Verräter ihrer eigenen Arbeitskollegen. Auch der Herr Werkstättenvorstand Oberinspektor Morave! und der bekannte Werkmeister Tischler, genannt „Schimmelreiter", haben allen Terror angewendet, um die Kesselschmiede von der Maifeier zurüzuhalten, trotzdem keine dringende Arbeit in dieser Abteilung zu verrichten war. Leider ist es diesem arbeiterfeindlichen Antreiber Tischler nicht gelungen, seinen so künstlich angelegten Plan durchzuführen, denn die Arbeiter haben ihm die gebührende Antwort gegeben. Wir werden auf diese Angelegenheit noch einmal zu sprechen kommen. Am Bormittag beteiligten sich die Werkstättenarbeiter an der Versammlung in Komotau.und am Nachmittag fand in Diks Gasthaus in Oberdorf eine Massenversammlung der Werkstättenarbeiter statt, welche wohl das deutlichste Zeugnis gab, daß es auch in den Köpfen der Wcrk-stättenarbeiter Frühling werden will. Nachdem Genosse Stütz in ausführlicher Weise die Bedeutung des 1. Mai in einem mit ungeheuren Beifall ausgenommenen Referat auseinandcrsctzte, brachte Genosse Kreiß! den Bericht von der Provisionssitzung, welcher von den Anwesenden zur Kenntnis genommen wurde. Zum Schluß wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: „Die heute am 1. Mai 1912 in Herrn Diks Gasthaus in Oberdorf massenhaft besuchte Versammlung der Werkstätten-arbeiten nimmt den Bericht ihrer Vertrauensmänner zur Kenntnis und erwartet, daß in der den Vertrauensmännern angegebenen Zeit die Lohnerhöhung in Form eines Quartier -geldpauschales mit Rückwirkung vom 1. Jänner 1913 durchgeführt wird. Ferner erklären die Arbeiter, daß sic unbedingt an der geforderten Abstufung des ProvisionssondSausmaheS festhalten müssen und daß früher feine Ruhe eintritt, bis dieselbe voll und ganz durchgeführt ist. Gleichzeitig protestieren die Arbeiter auf das entschiedenste gegen die Behandlung ihrer Vertrauensmänner seitens des Werkstüttenborstandes bei Jnteftcntioncn und erklären sich mit der allgemeinen Resolution, die bereits in der Vormittagsversammlung angenommen wurde, einverstanden und bekunden der übrigen Arbeiterschaft ihre Solidarität." Nachdem Genosse Stütz die Versammelten noch aufforderte, auch künftighin so zahlreich in den Versammlungen zu erscheinen, da uns noch eine Unmenge unerfüllter Forderungen ausständig find und in dem kommenden Jahre genau so wie das erstemal jeder seinen Mann stellen mutz, um die so lang ersehnte Maifeier nicht wieder zu verlieren und trachten, die Organisation noch besser auszubauen, wurde die 1. Maifeier der Werkstättenarbeiter der B. E. B. geschlossen._____ Aus den Organisationen. Straßwalchen. Bei der am 5. Mai abgehaltenen Generalversammlung wurden folgende Genossen gewählt: Johann P a u s ch i tz, Obmann; Franz Weber, Kassier, Florian P ramm er und Alois Vital, Subkassiere; Train ö g e r und Spitzt, Kontrolle. Genosse Reintet aus Salzburg hielt einen Vortrag über „Volksbildung". Stillsried. Am 16. Marz 1912 fand die diesjährige Generalversammlung statt. Das Referat des Genossen Swoboda über da» Thema: „Die Fluktuation in unserer Gewerkschaft und'toic man ihr steuern könnte", wurde mit großem Beifall ausgenommen. Gewählt wurden die Genossen: Georg Stemmer, Zahlstelleuleiter; Franz Seehofer, Kontrolle; Sebastian Stadlbauer, Josef Pauker und Michael R a m s t o r f e r, Ausschußmitglieder. _ Alle Zu schnsten sind zu richten an Genossen Georg Stern m c r, M annersdorf a. d. M arch Nr. 38. Ferner wurden die Genossen Franz Hauer, Wächter, für die Strecke Angern-Dürnkrut, Franz Eder II, Wächter, Johann K opp, Oberbauarbeiter, für die Strecke Gänserndorf-Angern, als Ver trauensmäniicr gewählt. Lienz II. Am 30. April I. I. fand die diesjährige Generalversammlung der hiesigen Ortsgruppe statt. Rach vollzogener Neuwahl des Ausschusses referierte Genosse Franz R u z i c l a aus Villach über den „20jährigen Bestand der Organisation". Seine klaren und treffenden Ausführungen würden mit großem Beifall aufgeA^WDi. Bes der Wahl wurden nachstehende Genossen in h^Mstusschutz gewählt: Johann H u t t c r, Obmann, e r l und Gustav Weingerl, Stellvertreter; Anton Ducia, Kassier; Anton Iamnik, Stellvertreter; Rudolf Koller, Schriftführer, Franz schwa mb e rge r, Stellvertreter; Paul Jalobcic und Sin ton Supanz, Revisoren; Adalbert Mas er und Franz Hofbauer, Bibliothekare; Julius Scheran, Karl Maier, Josef Kratzer, Cbrisant. Furt sch eg ge r. Franz K o st n c r, Johann M ahorka, Sin ton P r i b t k, Karl Zolle und Josef Blöder, Ausschussmitglieder. Alle Zuschriften sind an den Obmann Johann Hutter, Alb in Egergasse 9?r. 8, zu richten. Aufsee. An Stelle des nach St. Florian versetzten Genossen Boxleitner wurde Genosse Schwarzkogler zum Obmann gewählt. Sämtliche Zuschriften sind deshalb an den Obmann Alois Schwarztogler, Lerchenreit Nr. 88, Post Au ff ec, zu senden. Die Monatsversammlungen ^ werden während der Sommermonate um 6 Uhr abends im Vereinslokal abgehalten. Hartberg. Bei der am 28. April stattgefundenen Generalversammlung wurden nachstehende Genossen in den Ausschuß gewählt: Josef T e p p e ch, Obmann, Franz Rath, Stellvertreter; Silo iS Kohl, Kassier, Markus Köck, Stellvertreter; Sliitou H i r s ch e ii b c r g e r, Schriftführer, Michael Spörk, Stellvertreter; Adam Zemann, Kontrollor. Zuschriften in Vereinsangelegenheiten sind an Genossen Joses Teppech, Habersdorferstraße 77, Hartberg. in Geld angelegeuheiten au Genossen Alois K o h!, in Hartberg zu zu richten. Ardning. Die Zahlstelle hielt am 5. Mai ihre Generalversammlung ab. In den Ausschuß wurden folgende Genossen gewählt: Joses L e ch lt c r, Zahlstellenleiter, Hermann G r o u-w i n d h a g e r, Stellvertreter; Kaspar Kanzler und Raimund K o p p l e r, Kontrolle. Zuschriften sind an Josef Rechner i it Ardning zu senden. Vriiun I. Tie Mitglieder werden hieinit nochmals aus-merksam gemacht, daß laut Beschluß der diesjährigen Generalversammlung Genosse Leopold Z a P l e t a l, Kanzleigehilfe, (Telegraphist am unteren Bahnhof), in Brünn. Dörurösscl 39, 2. Stock, als Ortsgruppenkassier gewählt wurde und demnach mt denselben die Beiträge entweder direkt, oder durch die bc rcits verlautbarten Vertrauensmänner (Snbkassiere) zu entrichten sind. Weiters ersuchen wir die. Genossen, sich in allen Angelegenheiten entweder direkt oder durch die gewählten Vertrauensmänner in erster Linie an den Obmann Genossen Joses Pfeffer, wohnhaft in Brünn, Jurenda-gasse 2, zu wenden und haben die Mitglieder in unserem Sekretariat demnach nichts zu tun. Es geht weiter nicht au, daß diese langjährigen Gewohnheiten ruhig weiter geduldet werden können und ist cs Pflicht jedes einzelnen, sich dieser Parteidisziplin schon der Ordnung halber zu unterwerfen, damit Ordnung eintritt und die administrative Arbeit der Ortsgruppe hiedurch erleichtert wird. Sollten dringende Sln-gclcgcnheitcn, die unaufschiebbar erscheinen, eintreten, ist es den Genossen Vertrauensmännern gestattet, im Sekretariat vorzusprechen und dann erst den Obmann hievon zu verständigen. Technisches. Anzeigevorrichtung für am Signal haltende Züge. Die englischen Signalvorschriften enthalten die Bestimmung, daß der Heizer oder Zugs führet eines Zuaes. der weilen cutcS auf Halt stehenden Signals nicht weiter fahren darf, nach der Stellerei gehen und dort den Wärter darauf aufmerksam machen soll, daß der Zug auf die Erlaubnis zur Weitersahrt wartet. Die Ausführung dieser Vorschrift hatte zuweilen Schwierigkeiten, wenn zum Beispiel neben dem Einfahrtsgeleise lebhaft verschoben wurde oder die zwischen dem Zug und der Stellerei befindlichen Geleise besetzt waren; auch mußte der Zug die Rückkehr des Heizers oder Zugsführers abwarten, was Zeitverluste zur Folge hatte, ganz abgesehen vpn der Gefahr, die das Ueberschreiten der Geleise mit sich bringt. Die London- und Nordwestbahn hat daher neben ihren Signalen eine besondere Anzeigevorrichtung angebracht, die den Gang des Heizers zur Stellerei entbehrlich machen soll. Ursprünglich war die Vorrichtung am Signalmast auf gehängt; da aber das Signal nicht immer unmittelbar neben dem Geleise steht, für das cd gilt, so ist neuerdings ein niedriger Pfosten eingeführt worden, der in den unteren, freien stufen des Regelguerschnittes für den lichten Raum untergebracht ist und der deshalb stets neben dem betreffenden Geleise mir» gestellt werden kann. Die Vorrichtung besteht auS einem Tauch kolben, den der Heizer Niederdrücken muß. Dadurch wird in der Stellerei eine Anzeigevorrichtung ausgelöst; daß dies geschehen ist, wird dem Heizer durch Ertönen einer Klingel au-gezeigt. Die Vorrichtung ist mit dem Blockapparat so gekuppelt, daß der Blockwärter nach rückwärts nicht freigeben kann, solange der Tauchkolben in der Tieflage steht. Diese Lage verläßt der Tauchkolben nur dann, wenn das Signal, vor dem der Zug hält, auf Frei gestellt wird; alsdann kehrt er m die Ruhelage zurück. Eine Tafel an dem Pfosten weist den Heizer an, wie er die Vorrichtung bedienen soll, und schreibt ihm vor, daß er sich nach der Stellerei zu begeben hat. wenn etwa nach dem Niederdrücken des Kolbens die Klingel nicht ertönt. Denn dadurch wird angezeigt, daß die Vorrichtung nicht in Ordnung ist. Die Vorrichtung ist gewiß au sich sehr praktisch und ihre. Bauweise sehr wohl durchdacht; ob es aber sehr zweck-mäßig ist. die ohnehin schon sehr verwickelten Blackeinrich-tungeu noch mit weiteren Einrichtungen zu belasten, die sie noch verwickelter machen und leicht Anlaß zu Störungen geben können, ist zweifelhaft, zumal die Vorrichtung nur für den Fall bestimmt ist, der immerhin die Ausnahme bildet, daß nämlich der Zug zum Halten gezwungen wird, und dann sogar nur in dem noch selteneren Ausnahmefall von Wert ist, daß der Signalwärter keine Kenntnis davon besitzt, daß ein Zug am Signal wartet. („Ztg. d. V. D. E. V. ) Mchrgeleifigc Eisenbahnstrecken. Es ist von jeher ein Ruhmesblatt der britischen Eisenbahnen gewesen, mit der prozentualen und absoluten Länge doppel- und mehrgeleisiger Strecken au der Spitze aller Eisenbahnländer der Erde zu marschieren. Zweifellos ist diese Tatsache mit ein Grund für das außergewöhnlich hohe Anlagekapital der britischen Privat-cifenbahnen (877.000 Frcs. per Kilometer), welches beispielsweise das der deutschen Bahnen um mehr als das Doppelte, das der österreichischen um fast das Dreifache überragt. Ende. 1908 betrug die prozentuale Eigentumslänge zwei- und nicht» geleisiger Strecken gegenüber der Gesamteigentumslänge in Großbritannien .r.?. . . ... . 65*7 Prozent Belgien . . . . . . . .: 46 8 „ Frankreich .t. r. •. 43 0 Deutschland 38-0 Schweiz .......... 14'7 Oesterreich-Ungarn............................14 3 „ Noch weiter zugunsten Großbritanniens verschiebt sich das Bild, wenn die mehr als zweigeleisigen Strecken in Vergleich gezogen werden. Hier versagen die festländischen Eisen-bahue» fast vollständig, da viergeleisige Strecken daselbst eine Seltenheit sind. Demgegenüber wies Grgßbritauuien Ende 1009 nicht weniger als 1140 Meilen (rund 1850 Kilometer) vier- und mehrgeleisiger (bis zu zehngeleisiger) Bahnstrecken auf, rund 5 Prozent der Gesamtstreckenlänge seiner Eisen» Nr. 15 ..... ..Der Eisenbalitter." Seite 11 ^ bahnen. Einzelne Eisenbahngesellschaften sind darin besonders weit, gegangen: So hatte die Midland Railway bei einer Eigentumslänge von 1468 Meilen, 225 Meilen vier- und mehrgeleisiger Strecken, mithin 14-7 Prozent ihrer Gesamt-srreckenlänge. Diese Verwaltung besitzt also prozentual ungefähr ebensoviel viergeleisige Strecken, als die Schweiz zwei-geleisige hat, je 14'7 Prozent. Literatur Grundzüge der Stilistik für das Eiscnbahnpcrsonal. Ccrfafet von Karl Birk. Preis broschiert 1 Kr. (Durch Ver-nittlung zu beziehen vom Genoffen Herrn Emil Hakl, Platzmeister in Lissa, Böhmen.) Dieses Merkchen (Heftform) enthält in populärer Darstellungsweise das Wesentlichste der deutschen Stilistik. Jeder Eisenbahner, ob er nun dienstlich schriftliche Arbeiten zu erledigen oder zu verfassen hat, oder ob er nur ferne, wenigen Privatbriefe schreibt, wird das Heft nicht obne Nutzen aus der Hand legen. Der Inhalt gliedert sich in die Abschnitte: Einleitung. Die Satzzeichen. Die Sprach-richtigkeit. Der Satzbau. Allgemeine Regeln der Stilistik. Die , äußere gor m. Die wichtigsten Arten der Aussätze, und zwar: !l. Di- Erzählung, Beispiel. 2. Bericht, Beispiel. 3. Die Beschreibung, Beispiele. 4. Schilderung, Beispiel. 5. Die Abhandlung, Beispiel. 6. Der Brief. 7. Das Gesuch. 8. Die Rede. 9. Anführung der Geschäftaufsätze. Die Waffen nieder! Berta v. Suttners berühmter Roman gelangt durch die Wiener Volksbuchhandlung Ignaz Brand u. Komp., Wien VI, Gumpendorfer-ftratzc 18,' in einer billigen Volksausgabe zur Versendung. Ungekürzt, auf fast 300 Seiten ein flammender Protest gegen Militarismus, die beste Propagandaschrift für den Völker-friiden, dürfte dieses Buch, das für nur 72 H. abgegeben wird, bald ausverkauft sein. . Der Mensch der Urzeit von Heinrich Driesmanns. 212 Seiten mit vielen Illustrationen. Preis statt Kr. 2-40 nur Kr. 120. Ein populär-wissenschaftliches Werk, das wie kein zweites, Kunde über Lebensweise, Sprache und Kultur des vorgeschichtlichen Menschen in Europa und Asien bringt. Nordkap und Mitternachtssonne. Eine norwegische.Reise von E. H o e h n e. 180 »seiten. Statt 3 Kr. nur 25 H. Eine der wenigen Reisebeschreibungen, die trotz vieler geographischer Notizen, sich wie ein Märchen liest. Alle drei Bände, die in Oesterreich nur durch die oben angeführte Parkibuchhandlung zu diesem äußerst billigen Preise zu haben sind, dürften baldigst ausverkaust sein. Es empfiehlt sich daher, sofort zu bestellen. Portogebiihr für alle drei Bände ist 30 H. Voreinsendung in Briefmarken oder Postanweisung erbeten. Eingesendet. . findet die Ziehung der V. Eisen-bahner-Effekten-Lotterie, durch deren erzielten Reingewinn schon so manchem am Rande der Verzweiflung stehenden Eisenbahner hilfreiche Hand geboten wurde, statt. Mehr als 32.000 Kronen wurden aus dem Ergebnis der IV. Eisenbahnerlotterie an verarmte und verunglückte Eisenbahnbedienstete, deren Witwen und Waisen als Unterstützungen ansbezahlt; die Summe der von den Erträgnissen der Eisenbahnerlotterien geleisteten Unterstützungen beträgt Kronen 128.148'85 . Hunderten von Eisenbahnerfamilien kamen die Segnungen dieser wohltätigen Institution zugute. Aber auch in anderer Hinsicht haben die Eisenbahnerlotterien den Käufern von Losen Glück und Freude gebracht. Einzelnen sogar durch den Gewinn der Haupttreffer ihre ganze Zukunft gesichert. Bei der letzten Lotterie fiel der erste Haupttreffer im Werte von 50.000 Kr. auf den Heizhausarbeiter Ferdinand Barwinek in Bodenbach und der zweite Haupttreffer auf den Schneider Karl Riese in Munken. Die bei den vorherigen Eisenbahnerlotterien gezogenen Haupttreffer gewannen ebenfalls unbemittelte Personen, und für alle diese waren die Eisenbahnerlotterien ein großes Glück. Vtele Taufende haben sehr hübsche und wertvolle Andenken gewonnen: also Tausende Menschen haben durch den Ankauf eines Loses nicht nur Hoffnung, sondern auch Freude erworben und es ermöglicht, daß arme, bedürftigte Kollegen und deren Witwen und Waisen von den Überschüssen der Lotterien unterstützt werden konnten. Sorget daher Kollegen und Genossen dafür, daß auch diesmal der Ertrag der Eisenbahnerlotterie ein solcher wird, datz ein bedeutender Betrag dem wohltätigen Zwecke, der Unterstützung der verarmten und verunglückten Eisenbahnbediensteten zugewendet werden kann. Der Betrag von einer Krone ist nicht grotz, den jeder bei halbwegs gutem Willen entbehren kann, denn so mancher gibt eine Krone aus, ohne die Befriedigugn, etwas Gutes geleistet su haben; niemand kann behaupten, datz er niemals Hilfe brauchen wird, denn auch er kan» morgen schon zu jenen gehören, die der Hilfe bedürftig sind. Der Losverkauf ist gegenüber den früheren Jahren ein geringerer, deshalb richten wir auch an euch die Bitte, die kurze Zeit bis zum 3. Juni d. I. noch auSzunützen und zu trachten, datz noch eine große Anzahl von Losen gekauft werde. Jeden einzelnen für die Mithilfe am Losverkauf im voraus bestens dankend, zeichnet als Obmann des Lotterie* komitecs Rudolf Weigl, Uebersiedlungsanzeige. Die Kanzleilokalitäten des Landessekretariats für Mähren des „Allgemeinen Rechtsschutz- und Gewerkschafts-Vereines für Oesterreich" befinden sich von nun ab Brünn, Adlergasse 24. Alle Einsendungen für das Sekretariat sind deshalb nur an den Sekretär Josef Koranda, Brünn, Adlergasse N r. 2 4, zu adressieren. Im telephonischen Verkehr mit. dem Sekretariat ist die Telephonstation Brünn, Telephon»ummcr 1316, an-zurufcn. Bahnrichter und Vorarbeiter der k. k. Staatsbahndirektion Pilsen. Sonntag den 2. Juni, 10 Uhr vormittags, findet in Pilsen, Restaurant Juna, eine Versammlung mit wichtiger Tagesordnung statt. Zahlreiche Beteiligung erwünscht Offene Anfragen. An die k. k. Direktion der St. E. G. Die Bremser und Hilssbremser der Station Gruftbach erlauben sich die höfliche Anfrage, ob es wahr ist, daß sie von der Lohnregulierung vollständig ausgeschlossen sind? Gleichzeitig Bitten die Betroffenen, die k. k. Direktion möge anordnen, daß die gebührenden Uniformen endlich auSgefolgt werden. An die k. k. Staatsbahndirektion Villach. Die Personenzugsführer erlauben sich, zu fragen warum bei Zug Nr. &18 in Knittelfeld nicht zugeladen werden darf? Ist es besser, wenn die Güter in St. Michael neuerdings um« geladen werden muffen? Der Aufenthalt v»n vier Minuten genügt vollkommen, um die Güter gegen Norden zuzuladen: oder sind es wieder technische Anordnungen ohne Praxis? Um sofortige Abhilfe wird gebeten. Allgemeiner Rechtsschutz- und Gewerkschaftsverein für Oesterreich. Ortsgruppe Cilli. Die Bibliotheksbücher werden von nun an jeden SamStag in der Zeit von /. 1 bis %2 Uhr nachmittags auSgeliehen und rctoutgntmmuen. Ortsgruppe HannSdorf. Am teonniag den Mai, 2 Uhr nachmittags, findet im Gasthaus des Herrn Josef Veith in Geppersdorf die diesjährige Generalversammlung der Ortsgruppe Hannsdorf statt. Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich zu erscheine». Ortsgruppe Krems an der Donau. Die Ortsgruppe Krems an der Donau ersucht die Genossen Subkassiere sowie alle Mitglieder, ihre Jnterimskarlen und Mitgliedsbücher behufs Kontrolle an Genossen Kassier Karl S ch m i e d i» g e r einzusenden. Ortsgruppe Alt-Paka. Die Mitglieder der Ortsgruppe Alt-Paka mögen ihre Beiträge an Wenzel M a r w a n, Wächter in B e l a, Untere .Haltestelle, abführen. In der Station Alt-Paka nimmt Genosse Wenzel Jiricny, Platzmeister, in der Strecke B?lohrad-Neu-Paka Genosse Robert B i l e k, Kondukteur, die Beiträge entgegen. Ortsgruppe Reichenberg. Am Dienstag den 28. Mai, 8 Uhr abends, findet im Gasthaus des Herrn Kisewetter in Ober-Rosenthal eine öffentliche Eisenbahnerversammlung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Die in Aussicht genommene Verbesserung bei der A. T. E. 2. Die Zugeständnisse für die Werkstäitenarveiter der k. k. Oe. R. W. B. 3. Anträge und Anfragen. Als Referenten erscheinen Genosse Schiller (Aussig) und Genosse Beck (Wien). Eisenbahner! Erscheint in Massen. Ortsgruppe Turnau. Sonntag den 16. Juni, 8 Uhr abends, findet die Monatsverfammlung im Bereinslotal in Wohrazenitz beim Herrn Pccina statt. Die dienstfreien Mitglieder werden ersucht, diese Versammlung zu besuchen, damit sie so ihre Verpflichtung für unsere Sache erfüllen. Gewöhnlich sind die Versammlungen von ein und denselben Mitgliedern besucht, wahrend diesen der lässigere Teil der Mitglieder fernbleibt. Dies schädigt das Interesse der Mitglieder und unsere Sache. Ortsgruppe Rudig. Am 9. Juni, 3 Uhr nachmittags, findet im Gasthaus des Herrn Michl in Mohr eine öffentliche Eisenbahnerversammlung statt. Referent aus Prag. Die Kollegen werden ersucht, sich an dieser Versammlung zahlreich und pünktlich zu beteiligen. Ortsgruppe Lienz I gibt hiemit bekannt, daß alle Monat am ersten Dienstag Diskussionen und am dritten Dienstag Monatsversammlungen im Vereinslokal stattfinden. Die Mitglieder werden ersucht, sich zahlreich zu beteiligen. Ortsgruppe OberleutenSdorf. Den Mitgliedern wird hiemit bekanntgegeben, daß am 2. Juni, 2 Uhr nachmittags, in Schars» Gasthaus in Oberleutensdorf eine Versammlung stattfindet. Die Genossen werden ersucht, bestimmt zu erscheinen, da sehr wichtige Sachen besprochen werden. Referent Genosse ©tiin jnct aus Bodenbach. Gäste und Frauen willkommen. Ortsgruppe Luditz. Am 26. Mai findet in Ludih eine Vereinsversainmlung statt. Die dienstfreien Kollege» werden, ersucht, sich zahlreich zu beteiligen. Zahlstelle Nensattl. Die nächste Monatsversammlung entfallt. Die Generalversammlung wird am 23. Juni um 2 Uhr .nachmittags in Weihs' Gasthaus abgehalten. Zahlreicher Besuch erwünscht. Ortsgruppe Dux. Am 2. Juni um S Uhr abends findet die Monatsversammlung statt. Referent Genosse Schiller. Vollzähliges Erscheinen notwendig. Zahlstelle Postelüerg. Den 9. Juni findet in Herrn Renners Gasthaus eine öffentliche Vereinsversammlung statt. Referent aus Prag. Zahlreiches Erscheinen aller dienstfreien Kollegen erwünscht. Inhalt der Nummer 14 vom 10. Mai 1912. Artikel: Das schwarzblaue Bündnis. Eisenbahnwirtschaft in Oesterreich und Preußen. Was ist?- mit den Eisen« bahnerpersonalhäusern in Landeck? Neue KampfeSformen. Die Demagogie deS Vereines der SBagcmneister und Wagen-ausseher. Die Sozialpolitik im österreichischen ReichSrat. Die zweite Auflage der Enzyklopädie des Eisenbahnwesens. Protokoll der Sitzung des Arbeiterzentralausschusseö der 1 f. Staatsbahnen. Protokoll der Personalkommission der Südbahn. Gruppe Zugförderung. Feuilleton: Arbeirerbildung in England. Inland. Ausland. Au $ dem Gerichts-l'aal. Streiflichter. Korrespondenzen. Ver-s a m m l u n g s b e r i ch t e. Aus den Qrganisati. ottcit. Verschiedenes. Literatur. Sprechsaal. Briefkasten der Redaktion. L. 26. Wir haben den Artikel der Redaktion dc5 „2elcz< nieni Zrizenec" abgetreten. Für de« Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion und Administration keine wie Immer geartete Ver-o o antwortur.g. o rilr den Inhalt der le-lernte übernimmt die Redaktion und Administration keine wie Immer geartete Ver-o e antworten, e a v, 61* Im Dienste geht nichts Ober eine wärmende und anregende Rindsuppe. Eine solche ergibt — nur durch ß&ergleBen mit V* Liter koctiandem Wasser — (fertige Rlndsuppe) und Allein Beste billigste Bezugsquelle! 1 Kilo neue, graue, geschlissene <8ettfebern K 2bessere Eii'40, halbmeihr K 3*80, weiße X 4 —, bessere K üHerrsche! rrschleiß, schaek» weiß K 8'—. Daunen, grau K ü —. T-~ unb 8 —, Saunen, welk K10'—. Brustflaum K12*—. Kaijersläum K 14*—, von 5 Kilo au ftaal». Fertige Betten aus dichilädigrm toten, blauen, gelben oder werken Nanking. I Tuchen» zirka 180150 cm grotz. ‘amt 2 SoDfUolflcr, diese zirka RO-KO cm „roh. genügen» gelullt mit neuen, aranen, dauerhaften Federn, K16"—, Hnlbdauiien K SO’ . 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