ftitnlna pittaoa y gotoTtni., DeutscheZeitung £ Organ für die deutsche Minderheit im Dravabanat »tka 6, m.2l (httetmrta*) ... . ....______________ t» Ut »•(■iillaftg fß MUifltta »»«ichr«, nt|((n|tuawi f jSHrig 100 1H*. AS» da» «»»land eittfin*4«nft« Erhöhung. (Hnjtlnnmnur ®hi l.Ssl Erscheint wöchentlich zweimal: Donnerstag früh and Samotag früh mit dem Datam vom Sonntag | Bt|«g»pt*i|» ffl* da, S«la»»: vierteljährig 40 Dtn, hawjähri, « Di», g«»,. siummer 96 %Ul ] Seife, Sonntag, den 29. November 1931 j 56. Jahrgang Arbeitslosigkeit Eine Anregung zu ihrer Linderung innerhalb der Stadtgemeinden Es sei hier nicht im allgemeinen von diesem allbekannten unheimlichen Problem gesprochen, das, beides ist richtig, als Ursache oder als Folge der Welt-Wirtschaftskrise heute am schwersten auf den großen Industriestaaten der Zvelt lastet und die Zukunft so finster überschattet, bah niemand weiß, wie sich diese gestalten wird, wenn e« nicht irgendwie gelingt, die Frage der Arbeitslosigkeit zu lösen. Sondem hier sei die Rede davon, wie ihr zu begegnen wäre, wo sie sich auch in einem Agrarstaate wie dem unseren verbreitet, der bisher zu seinem Glück die staatliche Arbeitslosenunterstützung in jenen Formen noch nicht einzuführen bemüßigt war wie die Industriestaaten. Trotzdem es bei uns noch keine gesetzliche Arbeits-losenunterftützung gibt, noch kein „Stempeln" un-übersehbarer Arbeitslosenheere, infolge der fort-schreitenden Wirtschaftskrise gibt es doch auch bei uns schon die Arbeitslosigkeit. Sie verbreitet sich natürlich in immer größerem Ausmaß. Wenn aber arbeitswillige Leute keine Arbeit bekommen können, müssen sie vcn den Besitzenden bzw. von deren ver-waltungsmäßig zusammengefaßten Gemeinsamkeiten, d. h. den Gemeinden, irgendwie miterhalten werden. Bisher geschah dies in den meisten Gemeinden ziemlich regellos, ohne einen vorgefaßten Plan. Die Arbeitslosen, die durch ihre Not gezwungen werden, um Unterstützung vorzusprechen, bekommen diese von Gemeinden oder noch öfters von Privaten jeweils wie ein Almosen. Man gibt einem solchen Menschen eine Kleinigkeit, gewissermaßen um ihn rasch wieder loszuwerden, aber der nächste, der dritte, vierte, zehnte kommt schon heran, um ebenfalls „beschenkt" zu werden. Diese Sache sieht der Bettelei verzweifelt ähnlich und ihre moralische Auswirkung ist sowohl bei dem Gebenden wie bei dem Empfangenden Vom Todesstrahl zur Erdflohvernichtung! Erich Greichen: ein phanta-stisches Erfinderleben! «arr oder Genie? — Ein Dreiunddreißigjähriger »it 27 Erfindungen „Vom Genie zu» »ahnst«, ist oft nur ein einziger Schritt!" soll Lombroso einst gesagt haben. Mit anderen Worten: e» ist schwer, oft sogar unmöglich, eine scharfe Grenze zu ziehen und zu sagen: hier hört das Genie, das überragende Können auf, und hier fängt die NarrHeit an. Bei dem Altenburger Ingenieur Erich Gleichen, einem kräftigen, 33-jährigen Mann mit hellen Augen und blondem Haarschopf, ist es tatsächlich schwer, zu entscheiden, ob dieser Mann ein Narr, der sich sinnlos in phantastische Projekte verrannt hat, oder ob er ein Genie ist. berufen, alle unsere Kennt-nisse von Krafterzeugung und Kraftverwertung voll-kommen zu revolutionieren. „Don Ouichote oder Edison!", so hat ihn dieser Tage ein bekannter Ber-liner Schriftsteller zu charakterisieren versucht. Es wird abzuwarten sein, was Greichen wirklich ist. Angefangen hat der „Ine. pli/z. Greichen" (wie seine Karte lautet) als Mechaniker bei den Zeiß-Werken in Jena. Später arbeitete er als Konstrukteur und Physiker bei Bosch in Stuttgart, keine gute. Auch gibt diese Art der Arbeitslosen Unterstützung recht wenig aus, trotzdem ihre Summe gar nicht klein sein dürfte. Würde man zusammen rechnen, was von allen in Betracht kommenden Gebern, Kaufleuten, Gemeinden und anderen Be> sitzenden an diese „wilde" Arbeitslosenunterstützung hinausgegeben wird, ohne daß ein richtiger Effekt zu erzielen ist, dann wäre gewiß ersichtlich, daß mit einer planmäßigen, geregelten Verwendung dieser Gesamtsumme bei uns diese Frage — wenigsten» vorläufig noch — fast gelöst werden könnte. Dabei ist nicht zu übersehen, daß diese Art der Miter-Haltung der Arbeitslosen, eben weil sie sich in ihrer Form mit dem Begriff „Bettelei" deckt, eine Beur-teilung hinsichtlich der Würdigkeit der Unterstützung mehr oder weniger unmöglich macht. Denn es stellt sich mancher als Arbeitsloser vor und benützt dieses Argument, der nicht sosehr arbeitslos als vielmehr arbeitsscheu ist. Wir möchten sogar sagen, daß ge-rade die Arbeitsscheuen infolge ihrer Gewöhnung an diese Art der Lebenserhaltung die weitaus größere Anzahl der Vorsprechenden ausmachen, während der wirklich Arbeitslose, der Arbeit suchende Arbeiter sich nur sehr schwer entschließt, Schnallen zu drücken. Wie wäre nun bei uns, wir nehmen als zu-nächst liegendes Beispiel unsere Stadt Celje, die Arbeitslosigkeit wirksam zu bekämpfen d. h. die für die Gemeinde auf die Dauer ohnedies unvermeidliche Erhaltung der Arbeitslosen zu regeln? Hier ist die Landeshauptstadt Ljubljana bereits vorange-gangen. In Ljubljana packt man die vorsprechenden Arbeitslosen zusammen und weist ihnen nicht ein Almosen, sondern das zu, was sie suchen, nämlich Arbeit. Irgendwelche Arbeiten, bei Meliorationen bei dem Hochspannungsweri Böttcher in Paditz, zuletzt bei Siemens und Halsk« im Zentrallabora-torium des Werner-Werkes in Siemensstadt bei Berlin. Hatte er während dieser Tätigkeit schon verschiedene Erfindungen gemacht und technische Verbesserungen gefunden, machte er sich bald daraus „selbständig", um ganz seiner Erfindertätigkeit zu leben. Als Ergebnis seiner Erfinderarbeiten legt er eine lange Liste von Patenten vor, unter denen genannt zu werden verdienen: Sprechende Reklame-anlagen, Alolekularstrahlapparate, Hörapparate für Taube und Schwerhörige, Wirkungsoerbesserer für Heizungen usw. usw. Die wichtigsten seiner bishe-rigen Arbeiten aber find ein elektro - optischer Sehapparat für Blinde und eine Röhre zur Erzeugung von „Todesstrahlen". Der Blindensehapparat ist eine Kombination zwischen Fernsehgerät und Photoapparat. bei deren Konstruktion Greichen davon ausging, daß bei keinem Blinden das unsagbar seine Netz der Netz, haut mit ihren 250.000 Empfänger-„Punlten" vollkommen zerstört ist, sondern daß einige wenige Punkte noch lebens- und arbeitsfähig sind. Wäh-rend bei dem gesunden Menschen die von dem Objekt ausgehenden Lichtstrahlen nebeneinander auf die Netzhaut fallen, läßt Greichen seinen Apparat wie den Fernsehsender das Bild Punkt für Punkt nacheinander abtasten und die durch eine besonder«. der Straßen oder sonstwo. Wer mit dieser Art Arbeitslosenunterstützung nicht zufrieden ist, klassifiziert sich selber schon richtig und wird entweder in die Heimatsgemeinde abgeschoben oder auch in den Arrest. In Ljubljana soll diese Sache ganz gut funktionieren. Etwas Aehnliches wäre auch bei un, durchführbar. Dadurch würden die privaten Unter-stützungsgeber - es find immer die gleichen und es geht ihnen infolge der Geschäftskrise selber alle Tage schlechter — entlastet werden, die Gemeinde würde die Spreu vom Weizen sondern und die wirklich Unterstützungsbedürftigen erfassen können. Auch die moralische Seite wäre nicht zu unterschätzen, weil der zu Unterstützende das beschämende Gefühl der Bettelei verlieren, d. h. der Unterstützung eine Leistung entgegenstellen würde. Wie wäre das zu machen? Es sind nach un-serer Meinung eine ganze Reihe von Möglichkeiten vorhanden. Zuerst einmal unser größtes öffentliche» Arbeitsprojekt: die Sannregulierung. Hier gibt es im Rahmen der Pläne gewiß eine ganze Menge von Vorarbeiten, die bereits jetzt in Angriff ge-nommen werden könnten. Gemacht wird die Sann-regulierung ja doch einmal, diese Arbeiten sind daher unvermeidlich, auch ist schon Geld für diesen Zweck deponiert. Notwendig wäre es bloß, daß das für die Beschäftigung der Arbeitslosen bei der Sann» regulierung verbrauchte Geld als Vorauszahlung aus der Gemeindequote anerkannt würde. Unser neugewählter Bezirksabgeordneter, der namentlich für solche soziale Probleme viel Verständnis besitzen soll, würde sich gewiß mit Erfolg bemühen, bei der Re-gierung die Anerkennung dieser Vorauszahlung zu erwirken. Aus diesen Vorarbeiten bei der Sann-regulierung ergeben sich dann fernere Arbeitsmöglich, leiten. Es gibt in unserem Stadtbereiche verschieden« tiefliegend« Gründe, deren Ausfüllung und Hebung den Eigentümern al» eine Notwendigkeit erscheint. Apparatur verstärkten Lichtstrahlen nacheinander in da» erblindete Auge fallen, dessen wenige noch ge-fünde Nervenpunkte langsam da» Bild aufnehmen und dem Erblindeten zum Bewußtsein bringen. Aus dem normalen Flächensehen ist also ein Punkt-sehen geworden, das bei genügend scharfer Beleuchtung des Objekts tatsächlich ein Sehen selbst in schweren Erblindungsfällen ermöglicht. Warum Gleichen diese aufsehenerregende Er-findung (die übrigens versuchsweise in verschiedenen Kliniken aufgestellt würd«) nicht ausg«baut hat? Weil die Nachfrage zu gering ist, um ihre Pro-duktion zu sichern! Von den 36.000 Blinden in Deutschland ist wohl nicht ein einziger so gestellt, daß er sich die Anschaffung einer rund 30.000 Mark kostenden Apparatur leisten kann. Und der Staat hat — leider — nicht genügend Geld, um von sich aus die Arbeiten Gleichen» in dieser Rich-»ung finanziell zu unterstützen--— Von dem „Ertrag" dieser Arbeit kann Greichen also nicht leben, wenngleich er „Hungern nun schon gewohnt" ist. wie er selbst erzählte. Er hat daher an einem Apparat gearbeitet, der sogenannte „To-desstrahlen" versendet. Diese Anlage ist nun keinesfalls ju verwechseln mit den Arbeiten des Berliners Kurt Schimkus, der sich ausschließlich auf die mllitär-technische Verwendbarkeit seiner Maschine eingestellt hat. Sondern Greichen will mit der „Vakuum-Röhre zur Erzeugung von Kathodenstrahlen" Geschwüre, vielleicht sogar — Krebs heilen! In der Fachbe S«Ne 2 Kumme % Run ist aber eine solche Arbeitsinangnffnahme für | Private sehr schwierig und kostspielig, sowohl im Hinblick auf die Materialzufuhr wie auf die not-wendigen Werkzeuge. Würd« die Gemeinde die Be-schästigung der Arbeitslosen systematisch angehen, wäre für jeden Besitzer ein derartiger Vorschlag, weil billiger als in späterer Zeit, wahrscheinlich sehr willkommen. Die Gemeinde könnte sich die Zufuhr des bei den Vorarbeiten an der Sann gewonnenen Schotters praktisch einrichten, könnte allenfalls altes Industriegeleise legen lassen, u. a. in. Weiters ist ein neues Bad mit einem großen Bassin am Norduser der Sann in Aussicht genommen. Auch hier gäbe es Arbeit für Arbeitslose, Aushebung des in Be-tracht kommenden Raumes u. s. w. Das ausgehobene Material könnte ebenfalls für die Ausfüllung der tiefergelegenen Grundstücke verwendet werden. Im Stadtwald gibt es Aufforjtungsarbeiten, die einmal gemacht werden müssen und in der Zukunft der Gemeinde Zinsen tragen würden. Dann haben so I und soviele Besitzer brachliegende Grundstücke, die als Wiesen ganz wenig trogen. Die Gemeinde könnte diese Grundstück« um einen um ein geringes teureren Pachtzins pachten, sie den Arbeitslosen zu-weisen, diese ackern, säen und ernten lassen. Diese hier gegebenen Anregungen zur Be-kämpfung der Arbeitslosigkeit erheben natürlich keinen Anspruch aus Vollständigkeit. Wir find überzeugt, daß manchen von unseren Lesern noch zahlreiche andere Arbeitsmöglichkeiten einfallen werden, die alle in die Richtung unserer Absicht fallen. Feststeht jedenfalls das eine, daß, je länger die Gemeinden zögern, diese Frage immer schwieriger sein wird. Ihre Bekämpfung ist unverw«idlich. daher gilt der Hinweis auf mangelnde Mittel nicht. Es handelt sich nur darum, ob die auch jetzt schon regellos und oft an Unrechte gelangenden Arbeitslosenunterstützun-gen weiterhin wirkungslos bleiben sollen oder ob die Gemeinde die Sache systematisch in die Hand nimmt und so der Summe dieser Beiträge zu ihrem erfolgreichen Zweck oerhilft. Solange wir keine ge-setzUche staatliche Arbeitslosenunterstützung haben — und die Erfahrungen in den anderen Staaten lassen ] uns nicht gerade wünschen, eine solche zu bekommen müssen sich die Gemeinden gewissermaßen als verantwortliche Unternehmungen für die Arbeitslosen-frage betrachten und jede für sich das tun, was zweckmäßig und dabei — für Leistung Gegenleistung! — auch nutzbringend ist. ihr Handeln begründet die „Ratwn^Isojialiftiiche Deutsche Arbeiterpartei" (N. S. D. A. P.) au? die 25 Punkte ihres Führers Adolf Hitler. Ziel ihres Kampfes nennen die Nationalsozialisten „die Be freiung des deutschen Volkes und dessen Erneuerung in rassischer, politischer, wirtschaftlicher und kultureller Beziehung". Staatspolitisch verlangt Hitler einen alle deutschen Stämme umfassenden Nationalstaat. In diesem Nationalstaat soll den Juden das Staatsbürgerrecht genommen werden, da ein solches nur Deutschen zustehe. Wirtschaftspolitisch erkennen die Nationalsozialisten das Privateigentum grundsätzlich an, gestatten aber nicht eine maßlose Reichtumsanhäufung einzelner auf Kosten des Volkes. Infolgedessen for-dern sie Verstaatlichung aller vergesellschafteten Betriebe wie der Trusts und Konzerne, die nur gebildet seien, um die Warenpreis« möglichst hoch zu hallen. Für Wucher und Schiebertum wird die Todesstrafe verlangt. Sozialpolitisch verlangen die Nationalsozialisten die staatliche Altersversorgung für jeden Deutschen, Einziehung aller Kriegsgewinne und Schaffung von „Bau- und Wirtschaftsbanken" zur Behebung der Wohnungsnot und der Arbeitslosigkeit, zu welchem Zweck auch eine einjährige Arbeitsdienstpflicht für jeden Deutschen gefordert wird. Diese soll außerdem dazu dienen, die Volksgenossen verschiedener Stände einander näher zu bringen. Der umstrittenste Teil des nationalsozialistischen Programms ist jedoch der finanzpolitisch«, der über-schrieben ist „Brechung der Zinsknechtschaft" und vor allem die Befreiung des Staates aus feiner zinspflichtigen Verschuldung gegenüber dem Groß-kapital bezweckt. Nach dieser These hat auch da« Geldwesen im Dienste des Staates zu stehen — also Verstaatlichung der Reichsbank-A. G. Es sollen für große öffentliche Aufgaben keine Anleihen mehr aufgenommen, sondern die Mittel dazu durch Aus-gäbe zinsloser Staatskassengutscheine aufgebracht werden. Die mit Gold gedeckte Währung ist durch eine solche zu ersetzen, die durch Grund und Loden und Staatsgüter gedeckt sei, um von dem internatio-nalen Leih- und Börsenkapital, das das gesamte Gold in Händen und also auch alleinigen Einfluß auf alle Währungen habe, unabhängig zu sein. Weiterhin verlangen die Nationalsozialisten Wehrhoheit, besonderen Schutz der christlichen Glau-bensbekenntnisse, Unterdrückung aller das deutsche Volkstum schädigenden Einflüsse in Schrifttum und Presse, Bühne, Kunst und Lichtspiel. Als hauptsächliche Gegner ihres Kampfes be-zeichnet die N. <5. D. A P. den Manismus, den Parlamentarismus und das üb« beiden stehende Großleihkapital. Auf dieses letztere, das in Händen des Weltjudentums sei, führt der Nationalsozialist mus das'ganze Elend des deutschen Volkes und die gesamte Wettkrise zurück. Das deutsche Volk werde durch die Reparationen auf Jahrzehnte hinaus ge-zwungen, für andere zu arbeiten, gerate infolqe des kapitalistischen Zinssystems immer weiter in Schulden und verliere allmählich die letzten Reste seiner Frei-heit; anderseits fallen 70 Millionen Menschen für den Wettmarkt aus, da sie, verarmt, keine Kauf-kraft haben- den Nutzen davon habe aber das Weltjudentum, da» durch den Druck auf die Völker seine Macht mehre. Da nun die Abwehr dies« Be-strebungen durch den Manismus - Kommunismus und die Sozialdemokratie dadurch verhindert werde, daß diese bewußt das Volk in zwei sich bekämpfend« Klaffen, Proletariat und Bürgertum, gespalten haben und weil der Parlamentarismus in seiner jetzigen Form den Manismus stütze, deshalb werden Kid« von den Nationalsozialisten erbittert bekämpft. Die Hitlerleute kennen keinen bevorrechteten Stand, son-dern sie sagen als Sozialisten, daß jeder ehrlich mit der Faust oder mit dem Kopfe arbeitende Deutsche gleiches Lebensrecht habe aus sittlichen und rein vernunftgemäßen Gründen. Denn es könne da Arbeiter nicht ohne den Unternehmer, dieser nicht ohne den Arbeiter bestehen, es könne der Städter nicht ohne den Bauern, der Bauer nicht ohne den Soldaten leben. Well nu die Nationalsozialisten hinter ollen den Untergang des Volles verursachen-den Vorgängen das Judentum als Meistschuldigen sehen, sind sie radikale Antisemiten — „Hakenkreuz-Ier" — und streben vor allem danach, die Juden und den jüdischen Einfluß aus Wirtschaft. Kunst und Volk zu beseitigen, wobei sie die Juden als eigene Raffe ansehen. Daß die Nationalsozialisten mit ihrem hier in groben Zügen umriffenen Proaramm gerade heute beim deutschen Voll grohen Anklang finden, darf nicht wundernehmen, noch dazu, da sie propagandistisch hervorragend arbeiten und dabei Kraft nicht Der deutsche Nationalsozialismus Sett dem 14. September 1930 ist die Hitlcrbewe wegung aus einer bis dahin in der weiteren Wett nicht beachteten, feit dem mißglückten Putschversuch in Mün-chen sogar etwas belächelten Bewegung über Nacht sozu-sagen eine europäische Frage geworden. An diesem Tage lieg nämlich der unglaubliche Wahlerfolg Adolf Hitlers, des oberösterreichischen Mannes aus dem Volke, der — eine Ironie der Geschichte — weder in Oesterreich noch in Deutschland eine Staatsbür-genchasl besitzt, die Welt mtt einem Ruck hoch auf-horchen. Die Mandatzahl der Partei war von 12 aus 107 gestiyen, die für Adolf Hitler abgegebenen Sttmmen erreichten tt'/, Millionen. Seitdem hat so ziemlich alles, was außenpolitisch in Bezug auf Deutschland geschah, irgendeine Berufung auf die nationalsozialistische Bewegung gehabt. Und diese Bewegung hat bis jetzt geradezu lawinenartig zu-genommen, wie dies die verschiedenen Landtags-und Gemeindewahlen gezeigt haben. Man geht ge-wiß nicht fehl, wenn man heute die Zahl der nationalsozialistischen Sttmmen mtt 12 Millionen an-nimmt, ein Zustrom, der au« allen Volksschichten erfolgt, vom einfachen Hilfsarbeiter über den Beamten und Bauern bis zum Akademiker und Ge-lehrten. Wenn dies so weiter geht, so ist, voraus-gesetzt, daß der henttge Parlamentarismus in Deutsch-land bestehen bleibt, mit einer baldigen Machter-greifung durch die Nationalsozialisten auf normalem jprechung seiner Erfindung in einer grohen Ehe-mikerzettung heißt e» wörtlich: „G. vermag mit seinen Strahlen Bakterien und Mäuse innerhalb von vier bis fünf Sekunden zu töten. Bei mtt Krebs infizierten Ratten schwanden die kranken Stelen während der Bestrahlung!" Was sagt die Wissenschaft zu Greichen» Erfindungen? Diese beiden Apparate Greichens: der Blinden-Sehapparat und die Vakuumröhre für Strahlen zur Krebsheilung könnten — wenn sie wirklich einwandftei arbeiten — mit die sensationellsten Erfindungen der Neuzett sein. Leider hat Greichen aber nicht das nötige Geld, um andere Apparate a!» Versuchsmodelle zu bauen. Außerdem erlischt in diesem merkwürdigen Manne — der unter keinen Umständen ein Schwindler ist — sofort jedes Interesse an seinem Werk, wenn die Berechnungen durchgeführt find, und er fängt schleunigst etwas Neues, womöglich noch Sensattonelleres an. Es ist der Wissenichast so überaus schwer, die Ergebnisse seiner Arbeiten nachzuprüfen. Tatsache ist nur, daß «eine Vakuumröhre im Berliner chemisch - technischen Versuchsinstitut steht und dort ausprobiert wer-den soll. Inzwischen ist Greichen aber schon wieder an «ine neu« Erfindung herangegangen, nämlich da« .elektrisch °pneumatische Automobil", da» seine Ar-bett»kraft selbst erzeugt! Triebquelle de» Wagen» — parlamentarischen Wege zu rechnen, obzwar der Parlamentarismus von der Hitlerpartei abgelehnt wird. Daß dies von einer ungeheuren Bedeutung für die gesamte Weltpolitik wäre, liegt klar auf der Hand. Obgleich anzunehmen ist, daß eine mtt der Regierungsverantwortung belastete nattonalsozialistische Regierung etwas ganz anderes wäre als das, was sich heute aus ihrer Propaganda ergibt — noch jeder Parteiführer bekam als Ministerpräsident ein anderes Gesicht, als er es in der Opposition zeigte —, ist der innere Schwung der Partei doch so groß, daß die Welt vor etwa» talsächlich anderem stehen würde. Es ist daher interessant, sich einmal anzu-sehen, was die Nationalsozialisten eigentlich wollen. Man wirft ihrer Bewegung im allgemeinen vor, daß sie kein Programm habe, dies stimmt jedoch nicht. Ein Programm haben die Nationais^ialisten wohl, ob sie aber dieses Programm, an die Macht gekommen, auch ausführen könnten, ist allerding» eine andere Frage. Daß ihre Bewegung eine ge-radezu elementare Schwungkraft angenommen hat, erkennen auch ihre Gegner an, denn es ist nicht zu übersehen, daß hier Leute am Werk find, die für ihre Sache auch mtt dem Aeußersten eintreten, wa» die über 200 Todesopfer beweisen, die sie in ihrem Kampf mit den Kommunisten erlitten haben. Was wollen also die „Nazi", wohlgemerkt heute, wo sie noch in der Oppofitton stehen? All mtt dem Greichen von Attenburg in Thüringen bis nach Berlin, also 270 Kilometer, gefahren ist — bildet ein beweglicher Magnetanker, der auf die Hinterräder wirft und au» einem Akkumulator gespeist wird. Der Akku wird aufgeladen von einem Dynamo, den bei Talfahrten ebenfalls die Hinter-räder antreiben, und auf den wetter noch ein Druck-lustmotor wirft. Die notwendige Druckluft erzeugen Pumpen, in denen die Bremskraft des Wagens und vie Schwingungen de» Chassis bei der Fahrt in Nutzeffekt verwandelt werden. Also fast ein perpetuum mobile, wenn nicht der Akku trotzdem alle zwölf Wochen etwa von außen her aufgeladen werden müßte. Die Fachwelt steht der ganzen Sache — verständlicher Weise — heute noch s^yr skeptisch gegenüber. Alle Fachleute des Automobilbaus aber stehen durchweg auf dem Standpunkt: „Wenn die Sache tatsächlich funktioniert, dann ist damtt eine der größten Erfindungen der Neuzeit geglückt!" Don Ouichote oder Edison — man weiß nicht recht, wo man Greichen einreihen soll, diesen merk-würdigen, blonden Thüringer, der an einer um-wälzenden Neuerung arbettet und gleichzeitig, um leben zu können, einen Apparat zur Vernichtung der Erdflöhe konstruiert! Vielleicht aber wird die Zukunft zeigen, was er ist: ein Narr oder ein gottbegnadete» Genie--- Nummer 96 Deutsche Zeitung Set» 3 vermissen lassen. Denn sie waren es, die als erite dem sozialdemokratischen Terror entgegentraten, ihn brachen und heute den Morristen Tausende von Mitgliedern entreißen. — E. H. — Politische Rundschau Inland Eine Aufforderung an alle deutschen Voltsgenossen Gelegentlich der 7. Hauptversammlung des Schwäbisch-Deuischen Kulturbundes gelangte aus An« trag des Bundesobmannes Johann Keks eine Entschließung nachstehenden Wortlautes zur An-nähme: Die auf der siebenten ordentlichen Haupt-Versammlung des Kulturbundes versammelten deut-schen Männer und Frauen des Königreiche« Jugoslawien beschließen einmütig, an alle Volksgenos-sen die nachstehende dringende Aufforderung zu richten: 1. In zehnjährigem wechselvollen, an tragi-schen Augenblicken reichem Geschehen hat unser Kulturbund seine Lebenskraft und Daseinsberechti-gung erwiesen. Leislet ihm als dem siche-ren Hort unserer nationalen Kultur treue Gefolgschaft! Jeder Bolksge-nosse, Mann und Frau, Junge und Mädchen, Greis und Kind, nicht nur da» Oberhaupt, sondern jedes Glied der Familie gehöre ihm als Mitglied an! 2. Mit untätigen, bloß erwartenden und emp-sangenden Gliedern kann unsere kulturelle Gemein-schaft ihre hohen Ziele nicht erreichen. Nur tätige, unermüdliche Mitarbeit und Förderung aller Einrichtungen und Beranstaltun-gen de» Bunde» sichern den Ersolg? 3. Der Kulturbund kann die großen Ausgaben, die gesellt werden. x>os Allnoesl», oa»von levem Volksgenossen erwartet wird. ist. daß er den über» au» bescheidenen Mitglied» beitragsür den Bund leiste. Diejenigen aber, die keine Not leiden, mögen einmal für ihr Bolkstum ein Opfer bringen, denn wenn die Not groß ist, die dehoden werden joll, so muß größer noch al» dies« die opferwillige Bereitschaft zur Hilfe sein. Da» endgültige Wahlresultat Der Hauptwahlausschuß in Beoarad hat am 25. November die Arbeit beendet und seinen Be-richt, der 150 Seiten umfaßt, in Druck gegeben. In diesem Bericht ist unter anderen interesitmten Bei-spteten auch da» Dorf ©otenica im Gottscheerland besonder» angeführt, wo die Wahl nur bis 2 Uhr dauerte, obwohl da» Gesetz vorschreibt, ung bi» 6 Uhr abend» m dauern otenica erfolgte aber der f S, weil bis zum genannten alle Wähler abgestimmt hatten, ja sogar mehr emer anderen Gemeinde >» zu dauern frühere Ab-in» ^eitvunkt die. weil auch der au» stammende Vorsitzende de» Stimme in G otenica al» seine iune in Gotenica abgab, so daß hier eine mehr 100*/,to Wahlbeteiligung erreicht würbe. Der Bericht Pell! fest. daß für die Kandidatenliste de* Herrn Peter Hwkooic im ganzen Staat 2,342.620 Stimmen abgegeben würben, wo» einer Wahlbe-teiligung von 67.25°/« entspricht. Erhöhung der Ardeiteroersiche-rungsprämie und Herabsetzung der Unterstützungszeit Ab 1. Dezember 1. A wird nach einer Ver-Ordnung der Ministers für Sozialpolitik und Volk»-die KrcmkenverstcherungsprSmie für da» t Kreisamt für Arbeiterversicherung von 6 aus 6'/, erhöht werden. Der wöchentliche Kran-ienversicherungsbeitrag wird sich daher in der höchsten Lohnklasse von Din 17.28 aus Din 18.72 er-höhen, wovon aus den versicherten Arbeiter Din 10.61 anstelle der früheren Din 9.S4 entfallen. Die Verordnung begründet da» Ministerium mit der schweren Krise, in der sich infolge der allgemeinen Wirtschaftskrise auch das Krankenversicherungswesen befindet. Die Gesamtsumme der Erhöhung wird ein Zwölftel der bisherigen Beiträge oder rund 3 Millionen Din jährlich betragen. Dom gleichen Tag an wird die längste Unterstützungszeit in der Kran-ng von einem Jahr auf 6 Monate werden. Diese Kürzung hat für die gegenwärtigen Finanzkrise zu gelten. mit_ *xchen* Ausland Der schwärzeste Tag des Bölterbundrates Die „Chicago Tribune" bezeichnet den 24. No-vember al» den schwärsten Tag in der Reihe der schwarzen Tage, die der Völkerbund jetzt erlebt. An diesem Tage erklärte nämlich China, den unter so schweren Mühen zustandegekommenen Ausschutz entwurf des Rates („Kommission an Ort und Stelle") nicht eher annehmen zu wollen, bevor nicht die Japan er die Mandschurei geräumt haben. Briand hat an die japanische und chmesische Regierung die Aufforderung gerichtet, diese mögen an die Kam-er Heere den strengsten Auftrag er- Mandanten beider ^--------,—. —,—„ gehen lassen, jede Initiative zu vermeiden, die zu neuen Feindseligkeiten und zu neuerlichen Menschen-Verlusten führen könnten. Die Schlacht bei Tsitsttar Ueber die Schlacht bei Tsitstkar liegen nunmehr genaue Berichte vor. denenzufolge die unter Befehl de» Generals Honjo stehenden japanischen Truppen in den frühen Morgenstunden einen chinesiichen Frontadschnitt von etwa 6 Meilen Ausdehnung unter fürchterliches Trommelfeuer nahmen Gleich-zeitig wurden die chinesischen Truppen, die sich gut eingegraben hatten, von einem japanischen Flugzeug-geschwader mit schönen Bomben belegt. Um 6 Uhr früh gingen bte japanischen Truppen bei etwa 5:0 Grad KÄte zum Generalsturm aus die chinesischen Stellungen Über. Der Kampf, der auf japanischer Seite unter Einsatz von Kavallerie, Infanterie, Tank» und Banzerauto» geführt wurde, tobte stundenlang unentschieden hin und her. Erst al» da» Dors San-chienfang von Plötzlich oorbrechenden japanischen Kavaleriemaßen überrumpelt wurde, brach bte chine-stche Front auseinander. AI» japanische Kavallerie im Rücken der chinesischen Jnsanterietruppen erschien. zeuge de . . . ... cm» geringer Höhe durch rasendes Maschinengewehr-seuer ein gräßliche» Gemetzel unter den Fliehenden anrichtete. — Und die» ist nach der Meinung de» Völkerbund» noch immer kein Krieg! Diese armen Chinesen, die ihr Baterland gegen einen übermächtigen Angreifer verteidigen, seien „Banden"! Wie nun, wenn in Europa einmal ein Angreifer einen Ueberfall aus ein benachbarte» Land auch unter dieser beispielgebenden Parole unternimmt, er müsse seine „Interessen" vor den ihr Land verteidigenden „Banden" schütz«,?! Zum Todeskampf bereit Der chinesische Staatspräsident Marschall Tschangkaischek hielt dieser Tage an mehrere Tausend Studenten eine Ansprache, in der er erklärte, er wolle gemeinsam mtt dem General Ma die vereinig-ten chinesischen Streitkräfte gegen den Feind führen. Er seit bereit, bi» zum letzten Atemzug gegen Japan zu kämpfen. FranzSsische Gegenmahnahmen gegen den englischen Schutzzoll Bekanntlich haben die Engländer anstelle des bisherigen Freihandels beträchtliche Schutzzölle ein-geführt. Diese haben in der französischen Industrie eine wahre Panik hervorgerufen, da z. B. an der unteren Seine nicht weniger als 60 Glasfabriken und ein Viertel der Baumwolle-, Seide- und Lurus-industrie fast ausschließlich nur für den englischen Markt arbeiteten. Die Franzosen wollen nun eine strenge Kontingentierung aller englischen Produkte, die für Frankreich eine Konkurrenz bedeuten, ein- führen sowie die Einfuhr der durch da« neue eng-lischt Zollgesetz geschützten englischen Produkte über-Haupt unmöglich machen. In England ist ein Zoll-suror «»»gebrochen; jetzt verlangen die Propagan-totsten des Schutzzolls, nämlich die Konservativen, einen Einfuhrzoll auch schon aus Zucker. Speck, Eier, Butter und Weizen. Dieser Tage schwoll der Waren-zustrom, der durch die neuen englischen Wertzölle ausgelöst wurde, auf dem englischen Markt gerade-zu phantastisch an. Mit Schiffen, Eisenbahnen, autos und Flugzeugen wurden Waren herdeig " die noch vor Ingeltungtreten der Zölle land kommen sollen. Französische Flugzeuge trafen eines nach dem anderen im Flughafen Crondon bei London an, um große Sendungen von kos-metischen Artikeln noch rechtzeitig an die Besteller iarri geraoe-ihnen, Last-:deigeschafft, nach Eng- abliefern zu können. Blutige Arbeitslosendem onstrati onen In Lindewiese bei Freiwalbau in Schlesien (Tschechoslowakei) ist es dieser Tage zu einem Zu-sammenstoß zwischen Arbeitslosen einerseits und der Gendarmerie anderseits gekommen. Hieb« wurden S Demonstranten, darunter ein 17-jährige» Mädchen und eine W jährige Frau, erschossen; zahlreiche Personen erhielten Schüsse in den Kopf, in die Brust und in den Bauch, so daß mehrere von ihnen Mit dem Leben nicht davonkommen werden. Im Bezirk Freiwaldau lebte die Bevölkerung hauptsächlich von der Textilindustrie, die aber jetzt ihre Betriebe fast vollkommen eingestellt hat. Die Arbettslosen wollten nun einen „Hungermarsch" antreten, den die Be-Horden verboten. AI» es trotzdem dazu kam, gaben die Gendarmen eine Salve in die mehnaujendköpfige Menschenmenge ab, die die oben beschriebene Wir-kung hatte. Aus Stadt und Land . mit Beratungen Angelegenheiten. (Hausbauaktien- Die siebente H«»pt»ers«mmlunß Schwäbisch - Deutschen Kulturbunds». Der erste Tag der heurigen Hauptversammlung de» Schwäbisch' Deutschen Kulturbundes, der 21. N* vember, war angefüllt mtt Berichterstattungen und Festsetzungen neuer Aufgaben bzw. mtt Beratern] über die Durchführung schwebender ~ Im schönen Palais der „Habag" gcjelljchaft), das als da» „Deutsche Haus" in No»fc sad angesprochen werden kann, hatten sich au» allen deutschen Siedlungen de» Staates zahlreiche Dele-gierte der Kulturbund»ort»gruppen ringesunden. Mtt dem Beginn um 9 Uhr vormittag» sand im Lokal de» Novisader Männergcsangver'cines „Frohsinn" im Habaghau» eine Tagung de» Deutschen Sängerbünde» statt, aus welcher die Tätig-keitsordnung des genannten Bunde» im Rahmen de» Kulturbunde» beraten und angenommen wurde. Zu gleicher Zeit tagten im Habaghau» der Verband der deutschen Sportvereine, der Lande»-verband der deutschen Akademiker, in der Schriftleitung de» „Deutschen Volk»blatte»" der Verband deutscher Volksbüchereien. Nachmittags um 2 Uhr fanb im großen Saal des Habaghauses eine Sitzung des Kulturbund»-ausschusses statt, in der Schriftlettung des „Deutschen Bolksdlattes" die Vollversammlung der Aerztesektion des Schwäbisch - Deutschen Kul-turbundes, um 5 Uhr ebendort die Frauenta-ung und um 6 Uhr eine Tagung der ehemaligen olkshochschüler. Am Samstag abends fanden sich im großen Saal des Habaghauses» der voll-besetzt war, die auswärtigen Delegierten und die heimische deutsche Gesellschaft zu einem zwangslosen Begrüßungsabend zusammen, der in sroher Stirn- Sette 4 Drntfd)* Zetrnng flumMO 96 mung verlief. Der Dirigent des Neusatz« Lieder-kranzes Herr Peter Freund leitete von der Bühne aus eine offene Singstunde, die von allen im Saal Anwesenden mitgesungen wurde. Der Haupttag der Hauptversammlung, der Sonntag, wurde im voll-besetzten grohen Saal des Habaghauses um 9 Uhr früh von einer vom Liedrrkran', „Frohsinn" gege-denen Morgenfeier eingeleitet. In Vertretung des Banus des Donaubanats war Inspektor Stoja-dinovic erschienen, für die Stadtgemeinde Bürger-meister Dr. Äorotci, für die Deutsche Gesandtschaft in Beograd Legationsattachee v. "Noslij, ferner der erste Obmann des Kulturbundes Herr Josef Menrath alt. Die stimmungsvollen Darbietungen des „Froh-sinn" unter seinem kunstsinnigen Dirigenten Herrn Peter Freund ernteten reichen Beifall. Um 10 Uhr eröffnete im großen Saal der Ehrenobmann und erste Generalsekretär des Kulturbundes Sektionschef a. D. Dr. Georg Graßi die siebente ordentliche Hauptversammlung. In formvollendeter Rede wies er auf die Geschichte des Bundes hin, der nach schweren Rückschlägen, nach einem Jahrzehnt voller Irrungen und Wirrungen heute in einen neuen Zeitabschnitt seiner Bestrebungen eingetreten sei. Die beste und notwendigste Arbeit, sagte er. müsse immer von uns selbst geleistet werden. Das Wichtigste sei und bleibe immer die kulturelle Selbsthilfe und diese habe ihr Heim gefunden im Kulturbünde. Wenn auf irgendeinem Gebiet menschlichen Schaffens, so gelte auf kulturpolitischem Gebiete das Wort: Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott! Ein müdes Volk, das die Erfüllung seiner kulturpolitischen Notwendig-leiten nicht von sich selbst erwartet, sei ein absterbendes Volk. So dankbar die Deutschen die Förderung seitens der amtlichen Stellen und deren keimende Einsicht anerkennen, so notwendig sei es, daß sie auf kulturellem Gebiet selbst ihr Schicksal nicht nur in die Hand nehmen, sondern es auch auf allen Gebieten der Selbstbetätigung fest in der Hand halten. Der Redner gedachte sodann des Schirm-herrns unseres Vaterlandes, den, auch das Wohl unserer deutschen Mnderheit am Herzen liegt, uhd beantragte, an S. M. König Alexander I. folgende Huldigung»- und Dcmkdepesche zu richten: „Die zur Haupttagung des Schwäbisch-Deutschen Kulturbundes in Rovisad aus allen Teilen des Staates versam-melte deutsche Bevölkerung bittet (Sucre Majestät, unseren erhabenen Monarchen, die Versicherung un» verbriichlich« Treue entgegenzunehmen, und erfleht Gottes Segen auf Euere Majestät und das köniy-liche Haus. Dr. Georg Glaßl. Johann Keks." Die Verlesung der Depesche wurde stehend mit Hochrufen auf den König angenommen. An den Ministerprä-fidenten und Innenminister Peter Ävkovic wurde ebenfalls eine Depesche abgeschickt, in welcher ihm für die Genehmigung der Satzungen des Schwäbisch-Deutschen Kulturbundes ergebenster Dank und die Versicherung treuer Anhänglichkeit ausgedrückt wurde. Runmehr erstattete Bundesobmann Herr Johann Keks den TLtigkeisbericht. Er führte u.a. aus, daß die'letzte Hauptversammlung des Bundes vor mehr als drei Jahren, am 9.' Sepiemb« 1928, stattgefunden habe, da aber die nach dem 6. Jänner 1929 vorgelegten Bundessatzungen erst am 14. April 1931 genehmigt worden seien, tonnten die Hauptversammlungen der Jahre 1929 und 1930 nicht stattfinden. Außerordentlich schmerzlich habe es das bundestreue deutsche Volk empfunden, daß gerade die Hauptversammlung des Jahres 1930 ausfallen mußte, jährte sich doch am 20. Juni 1930 zum zehntenmale der denkwürdige Tag, an dem der ^Smäbiich Deutsche Kulturbund, der feste Stützpunkt und treue Hort unserer deutschen Kultur, gegründet worden sei. Mit froher Begeisterung und kühnem Schwünge sei an jenem Tage an die Organisation des Bundes herangeschritten worden, mit dem Er-folge, daß 128 starke, ardeitsfreudige Ortsgruppen mit über 50.000 Bundesmitgliedern im Bunde ver-eint waren, als dieser im April 1924 gezwungen war, seine Tätigkeit einzustellen. Im Herbst 1927 stand man zum zweitenmal vor der Ausgabe, die M 1924 untätige Organisation wiederaufzurichten. Trotz der inzwischen unserem Volke beschiedenen harten Prüfungen seien dem neuerlichen Rufe zur Sammlung im Kulturbund viele Mitglieder gefolgt, so daß bis zum 6. Jänner 1929, von wo an die Organisation im ganzen neuerlich ruhen mußte, wieder 64 Ortsgruppen mit 10.000 Mitgliedern im Dienste des Bundes tätig waren. Räch fast dreijähriger, sehr eingeschränkter Tätigkeit befinde sich nun der Kulturbund wieder in einer Ausgangs-fituation, wieder sei er am Anfange und wieder, wie schon zweimal vorher — 1920 und 1927 — bestehe die Aufgabe im Organisieren, Ortsgruppen aufrichten, Mitglieder sammeln. Wir leben in einer Zeit großer Wirtschaftsnot. Die Gefahr der Stunde ist, daß die leibliche Rot den Blick für die geistigen und sittlichen Aufgaben trübt. Die Wirschastsnot, die tatsächlich vorhanden ist und jeden schwer drückt, kann und darf nicht vorgeschützt werden, um sich der Verpflichtung gegenüber dem Kulturbund zu entziehen, weil sein Anspruch so gering ist, daß die Erfüllung niemandem weh tut. Es gebricht uns an Raum, noch weitere Einzelheiten dieses interessanten, teilweise erschütternden Tätigkeitsberichtes anzuführen. Gegenwärtig zählt der Kulturbund 62 Ortsgruppen (hievon neuerrichtet in Slowenien die Ortsgruppen Rlaribor, Celje, Pkuj und Kocevje) mit ungefähr 10.000 Mitgliedern. Infolge der oben erwähnten Schwierigkeiten ist die Tätigkeit in manchen Orts-gruppen völlig zum Stillstände gekommen, es gilt nunmehr, alle wieder zu frischem Leben zu erwecken. In den Bundesausschuß wurden auf Antrag der Bundesleitung neu hinzugewählt: Der jeweilige Vorsitzende des Landesverbandes der deutschen Aka-demiker, derzeit Schriftleiter Franz Hamm; der jeweilige Vorsitzende des Verbandes der deutschen Volksbüchereien, derzeit Dr. Adam Maurus; der jeweilige Vorsitzende des Deutschen Sängerbundes, derzeit Herr Josef Karo; der jeweilige Vorsitzende des Verbandes der deutschen Sportvereine, derzeit Dr. Hans M o s e r; ferner Pfarrer Peter W ei man n in Reuwerbaß: Dr. Oskar P laufe in Zcmun; Dr. Waller Riebl in Celje, Dr. Lothar Mühl-eisen in Maribor! Lehrer Josef Wilhelm in Indjija; Frau Ida Krem Ung in Rovisad. Dr. Wendelin Müller in Jndjija; Philipp Kor eil in Rovisad', und Bruno Kremling, Rovisad. Die nächste Hauptversammlung des Kulturbundes ! zusammen mit der Goethe-Jahrhundertfeier und einem deutschen Sängerfest wird zu Pfingsten 1932 in Pancevo abgehalten werden. Kunst- und Lichtbilderausstellung des Schwäbisch - Deutschen Kulturbundes. An-läßlich der Haupwersammlung des Schwäbisch-Deutschen Kulturbundes am Sonntag, dem 22. Ro° vember, wurde im Habaghaus in Rovisad die erste repräsentative Schau deutscher bildender Künstler aus Jugoslawien eröffnet, die bis zum 30. Ro-vember geöffnet bleibt Bundesobmann Johann Keks wies bei der Eröffnung darauf hin, daß diese Schau nur einen Querschnitt durch das deutsche Kunstschaffen Jugoslawiens darstelle, da trotz eifrigen Bemühens der Bundesleitung diesmal noch nicht alle Künstler erfaßt werden konnten, weshalb die Bundesleitung für die Zukunft Sonderausstellungen einzelner Künstler plane, um namentlich der jüngeren und jüngsten Generation in ihrer engeren Heimat Gelegenheit zu geben, mit ihrem Kunstschaffen vor eine größere Oeffmtlichkeit zu treten. Der Besuch dieser Ausstellung war am Sonntag äußerst lebhaft, kaum konnten die Ausstellungsräume die Zahl der begeisterten Besucher fassen. Im kleinen Saal litten Oelgemälde ausgestellt: Abölbert Müller, (Rovisad), Franz Schäffer (Hajdobra), Wilhelm Wetzl5u-H»sand auf den Globus und fmat: „Nun, meine Lieben, dies hier ist also eine Nachbildung der Erdkugel. Wer kann mir wohl erklären, warum der Globus hier oben und unten so eingedrückt ist?" Allgemei-nes, peinliches Schweigen. Der Herr Oberstudien-inspektor befragt direkt einen aufgeweckt aussehenden Buben. „Verzeihung, Herr Oderstudieninspektor ich--ich war es nicht!!'* Erngte Zustimmung da Klasse. Der Oberstudieninspektor geht zu einem andern Thema über. Nimmt später den Lehrer draußen beiseite. „Sehr unangenehm, Herr Ober-studieninspektor, aber ich mutz in diesem Falle schon dem Kinde beipflichten: er war es wirklich nicht, wir haben den Globus schon so bekommen!!" Der Herr Odeistudieninspektor geht zum Prä-sidenten des administrativen Ausschusses sür Schul dedarfsartikel und erzähtt ihm die Sache. Was sagt der? „Tja. es läßt sich leider nicht vermeiden, daß trotz aller Vorsicht bei der Lieferung von Unterichts-requisiten Nachlässigkeiten . . ." Der Herr Oberstudieninspektor wendet sich an einen ihm befreundeten Abgeordneten. „Na. ist das ein Skandal oder nicht?" „Natürlich ist da, ein Skandal", sagt der Herr Abgeordnete. „Au allem ist der Unterrichtsminister schuld! Ich hab' ihm im-mer gesagt, man soll nicht derlei wichtige Waren bei ausländischen Firmen bestellen. Bei einem soliden inländischen Fabrikanten konnte so was überhaupt nicht passieren ..." ★ Doppelverdiener Piefke stritt mit einem. Schrie wütend: „Sie Doppelverdiener!" „Wieso? Was wollen Sie damit sagen?" Rief Piekke: „Sie verdienen rechts eine her- unter und links eine herunter?" * Anerkeuuuug >. . . und jetzt, lieber Erich ', schloß der Chef seine Aussprache, „wo du ausgelernt hast, werde ich dich nicht mehr du nennen. Du brauchst also von heute ab nicht mehr das Kontor zu fegen — das machen jetzt Sie!" ★ Auch ein untröstlicher Witwer Ein aller schottischer Landmann hatte soeben seine Gattin zur letzten Ruhe geleiten müssen. Als kurze Zett darauf der Geistliche in das Hau» des Witwer» trat, um ihm im Leid Trost zuzusprechen, iah er ihn hinter einer halbgeleerten Flasche Whisky sitzen, ein Anblick, der dem Pfarrer Veranlassung gab, den Trostbedürjligen mit strengen Worten zu fragen: „Ist das Ihr einziges Tröstungsmitte! ?" „Nein", erwiderte der trauernde Witwer, „ich habe noch zwei volle Flaschen im Schranke stehen." ir Berstäuduisloser Vater Tochter: „Ich möchte zuerst Biologie, Psychologie und Physiologie studieren." Bater: „Wie wär'», wenn du allererst Kocho-logie, Waschologie und Nähologie studiertest T >s«vr 8 Deutsch» Zeitung Jüimrno 96 Möbl. Zimmer aofort za vermieten. 8trosamajerjeva alica Nr. 3, bei Laiar, iivilja. Uj kauft Schokoladen, .... 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