Vrii«>«rr,tious - Preise Kür Laibach: «aezjShrig . . 8 fL 40 h. M-jichrig... 4 „ 20 „ •taWjSfcig . 2 „ 10 „ «-»attich „ 70 „ Mit der Post: »«yMig..............12 fl. frWig 6 „ ’Mtääiätrifl 3 „ iNto Hustrllong in» Hau» »itttrfj. 85 kr., «onatl. S kr. Weidet Kammern 6 kr. Laibacher TJ Im, blött. Anonyme Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesmdet. Redactisn Bahnhofgafle Nr. 132. Expedition- & Inseraten-Bureau: Tongreßplatz Nr. 81 (Buchhandlung von Jgn. v. Kleinmayr & Fcd. Bamberg.) _ Jnsertionspreise: Für die einspaltige Petit, ä 4 kr., bei zweimaliger schaltuug ä 7 tr., dreimalig ä 10 kr. Kleine Anzeigen bis 5 Zeilen 20 kr. Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Rr. 165. Donnerstag, 23. Juli 1874. — Morgen: Christin». 7. Jahrgang. Katholische Geheimdündelei. (Schluß.) Die Leiter der katholischen Vereine geben freilich keine systematische Anleitung zum Mord eines anders Denkenden, die Gesellenvereine und die katholischpolitischen Conventikel sind keine Verbindungen zum Zwecke der gewaltsamen Ausrottung der Gegner der ultramontanen Sache. Allein der Geist, der in diesen Vereinen genährt wird, ist ein Geist der Gesetzesverachtung, des wildesten Fanatismus, der leidenschaftlichen Hetze. So weit handeln die Prediger in diesen finstern Conventikeln ganz bewußt. Natürlich bemühen sich hinterher die Schwarzen aus Leibeskräften, die Folgen ihrer Lehren und Hetzpredigten gegen die Staatsgesetze von sich zu weisen und ihre Hände in Unschuld zu waschen. So verleugnen sie auch jetzt frech den Mann, der sich selbst als einer der ihrigen bekennt, ja nennen ihn einen Schurken, obgleich er nur die letzten Consequenzen dks ihn, eingeprägten Systems in der That gezogen hat. Als der deutsche Reichskanzler in diesem Frühjahr schwer erkrankte, welch' unanständigen Jubel schlugen die Klerikalen aller Länder nicht sofort an! wie wurden doch die frommen Seelen nicht müde, den „Finger Gottes" aufzuzeigen, der diesmal ganz deutlich den verhaßten Gegner der Ultramontanen getroffen. Aber gegen die Erwartung der Fanatiker erholte sich der Reichskanzler, der Jnbelrus über die Leiche des großen Gegners war zu früh ange- stimmt worden. Was Wunder, wenn ein Mensch, der mit solchen Gesinnungen getränkt worden, dem man Bismarck als den zweiten Nero geschildert, der die unschuldigen Bischöfe verfolge und einkerkere, wenn dieser Mensch, sagen wir, sich berufen fühlte, dem „Finger Gottes" zu Hilfe zu kommen, diesen Finger gleichsam selbst zu führen und dem von den Priestern geschmähten Staatsmann den Garaus zu bereiten. Es ist ganz derselbe Geist, der nach den Greueln der Bartholomäusnacht ein Tedeum anstimmt, der Revolten organisiert, der die Blutthat?n der Carlisten preist, der in dem Attentat auf Bismarck zum Vorschein kommt. Die grenzenlose sittliche Verwilderung ist es, welche wir überall in ultramontanen Ländern treffen, welche den Rosenkranz betet, fastet und beichtet und sich mit äußerlichem religiösen Formelkram begnügt, dabei aber stets zu ungebändigter Rauflust, zu Mord und Todt-schlag, zu blutiger Vernichtung des Gegners aufgelegt ist. Gegenüber den Kniffen und Schlichen, mit welchen die ultramontane Presse bemüht ist, jede moralische Mitschuld der Klerikalen an dem kissinger Attentat hinwegzudisputieren, bemerkt mit Recht die „N. A. Z.": „Wenn seit Jahren in i>er Presse, von der Kanzel herab, bei öffentlichen Versammlungen und auf der Tribüne des Parlaments ein solches Maß leidenschaftlichen Hasses über den leitenden Staatsmann ergossen wird und dieses Mittel sogar von hochgebildeten Leuten, zu denen wir Hrn. Windthorst und den verstorbenen Abgeordneten von Mallinckrodt rechnen, nicht verschmäht wird; wenn seit Jahr und Tag der Episkopat und der beiweitem größte Theil des Klerus uneingedenk des Wortes: Seid unterthan der Obrigkeit, die Gewalt über euch Hat, denn es ist keine Obrigkeit ohne von Gott! — nicht nur zum Ungehorsam gegen die Anordnungen der Regierung auffordert, sondern mit dem Beispiel der Gesetzesverachtung vorangeht, dann freilich ist es nicht zu verwundern, daß aus den Massen, die behufs dieses Widerstandes sorgfältig organisiert wurden, endlich das Verbrechen hervorwächst. Wenn auf der Kanzel und auf der Parlamentstribüne die Saat des erbitterten Haffes mit vollen Händen gestreut wird und diese Saat unter fortdauernder Pflege seitens der ultramontanen Presse endlich zum Verbrechen, zum Morde heranreift, so hat — wie jede Frucht den Säemann — auch der Mord seinen Erzeuger. So oder so ist Kullmann das Werkzeug eines Verbrechens gewesen. Nicht der Priester ist sein Mitschuldiger, der absichtlich oder unabsichtlich die Pferde des Wagens aufhielt, uni dem Mörder sein Ziel zu sichern, sondern die Priesterschaft ist seine Mitschuldige, welche durch Wort und Schrift und Beispiel ihm längst aus dem Wege des Verbrechens vorangegangen ist." Die katholischen Priester aller Länder, wenn sie, wie erst jüngst noch der Bischof Rudigier, zur Mißachtung der Staatsgesetze aufreizen, mögen also IemiletM. Wie's vor dreihundert Jahren in deutschen Gasthösen aussah. Eine historische Skizze frei nach Erasmus Rotterdamus. (Schluß.) Es währt nicht sehr lange, so erscheint der bärtige Ganymed wieder und breitet Tischtücher über Holztafeln aus; aber, du lieber Himmel! es sind weder holländische, noch schlesische, man sollte ^•tltttehr meinen, sie seien eben erst von der Segel-stange herabgenommen worden. Nun ist der rechte Zeitpunkt gekommen, und es W sich alles, Reich und Arm, Herr und Knecht, ?hne Unterschied im buntesten Durcheinander, meistens je acht an einen Tisch. Der Abscheu einflößende Ganymed erscheint jetzt wieder und bringt einem jeden einen hölzernen Teller nebst einem plumpen Löffel vom nemlichen J/jaterial, dazu einen gläsernen Krug und Brod, ?llt Alch' letzterem man sich die Zeit vertreibt, bis . gekocht ist. Nicht selten kann man so «« Stündchen verbringen und vor Langeweile das ^lbe Brod kleinschneiden. Endlich kommt Wein auf die Tafel. Aber, guter Gott im Himmel, waö für Wein! Scharf und sauer wie Essig! Und zum Unglück gibt es kein Mittel, um einen bessern zu erlangen; denn wollle man zu diesem Zweck auch heimlich Geld bieten, so würde man gar nicht thun, als ob man es höre, und nähme man sich die Kühnheit, darauf zu bestehen, so würde der yausknecht mit einer Miene als ob er einen fressen wolle, die Parole geben: „Hier sind schon so viele Grasen und Markgrafen eingekehrt, und kein einziger hat über den Wein geklagt! Wem's hier nicht ansteht, der suche sich ein anderes Quartier!" Dies beseitigt wie mit einem Zauberschlag allen ferneren Widerspruch und jedwede Beschwerde. Endlich, nach einer langen Stunde des Harrens und Wartens, des Hungerns und Mißvergnügens kommen mit vielen Umständlichkeiten die Schüsseln auf den Tisch, und zwar in der ersten gewöhnlich Brodschnitte, in Fleischbrühe getaucht, dann ein Ragout oder aufgewärmtes, gepökeltes Fleisch, alsdann ein Brei, und wenn man beinahe satt ist, ganz leidlicher Braten oder Fisch, der aber nicht weit reicht und bald wieder abgetragen wird. Der ganze Schmaus bietet Abwechselungen, wie auf dem griechischen Theater die Scenen mit dem Chore, so hier mit Fleisch und Brei, der letzte Akt ist der beste. Ist dies vorbei, so hat man eine Bußzeit ab- zusitzen, die wie mir dünken will, genau nach der Uhr abgemessen wird. Umsonst schreit man: „Abgeräumt, wir essen nicht mehr!" Kein Mensch nimmt davon die geringste Notiz. Endlich erscheint der schmutzige Hausknecht wieder, mitunter auch der Wirth selbst, der sich übrigens auch nicht viel besser als jener ausnimmt, und fragt, ob etwa noch jemand Appetit verspüre. Hieraus wird eine ziemlich genießbare Sorte Wein gebracht, und das Pokulieren geht nun los. Man sieht diejenigen gern trinken, die „einen Puff aushalten", obgleich die mäßigen Trinker eben--soviel bezahlen müssen. Wenn aber der Wein die Köpfe erhitzt hat und die Natur ihre Rechte fordert, so geht ei» wahrer Teufelslärm los, so daß man schier seine eigenen Worte nicht versteht unb fürchten muß, taub zu werden. Jetzt treten Schalksnarren oder Hanswürste auf und belustigen die Gäste durch ihre Künste, und es ist kaum glaublich, welch ein Vergnügen die Deutschen an diesen erbärmlichen Kerlen finden. Die Spaßmacher treibe« einen Singsangs sie jauchzen, springen, pochen und machen einen Spec-takel, daß die Stube einfallen möchte, und man muß wohl oder übel bis in die tiefe Nacht mit ausharren, wenn man c8 nicht mit ihnen verderben will. Unb sollte es rin Gast wagen, fich über den Teuselslärm wohl bedenken, wie unberechenbar die Wirkungen ihrer oft unbedachtsamen, heißflammenden Worte von der Kanzel sind. Statt das Herz des gläubigen Christenmenschen mit der Liebe für den Nächsten, mit der Liebe auch für den irrenden Bruder nach Christi Gebot zu nähren, vergiften sie es, erfüllen sie es mit Leidenschaft und Rachbegier und erziehen, ohne rs zu wissen und zu wollen, der staatlichen Gesellschaft Mörder und Todtfchläger und Frevler an der sittlichen Ordnung. Politische Rundschau. Laibach, 23. Juli. Inland. Die Thäligkeit der Ultramon-tanen in Oesterreich zeigt sich fortdauernd sehr rührig in ihren Vereinen, den katholischen Casinos, den Gesellenvereinen, den Vereinen für katholische Arbeiter und weibliche Dienstboten. Wie gegenwärtig in Preußen sollten letztere auch in Oesterreich schärfer ins Auge gefaßt werden. Im linzer Gesellenvereine werden neben den im Beisein von Geistlichen vorgenommenen Unterhaltungen auch geist liche Schauspiele zur Aufführung gebracht und gemeinsame Betübungen und Reden, natürlich mit allerhand politischen Anklängen, abgehalten. Außerdem dienen die wohlgedrillten „katholischen Jünglinge" zur Demonstration bei den Prozessionen, die vom Bischof angeordnet werden und mehren durch die ihnen für allerhand Zwecke abgenommenen Er> sparnisse die Geldmittel der streitenden Kirche. Wieder herrscht großer Jubel in den Reihen der Altczechen und ihrer feudalen Gönner. Depeschen aus Hohmelbe melden ihren Organen die frohe Botschaft, daß bei der Nachwahl Graf Harrach 71 und sein Gegencandidat, der „Extraczeche", Dr. Czizek, blos 26 Stimmen erhielt. In der Montagssitzung des ungarischen Reichstages wurde endlich nach langer Debatte der auf den siebenbürgischen Wahlcensus bezügliche § 5 der Wahlnovelle nach dem Vorschläge derCen-tralcommission angenommen mit dem Zusatze, daß jede kleinere Gemeinde durch einen Vertreter an der Abgeordnetenwahl theilnimmt. Vom karlowitzer Kirchencongresse lauten die Nachrichten immer trüber für die ungarische Regierung. Bischof Stoj-kovic will die auf ihn gefallene Wahl nur dann ablehnen, wenn er vom Kaiser hierzu aufgefordert wird, aber auch in diesem Falle hat der Patriarchats-Verweser Gruic geringe Aussicht, gewählt zu werden. Die Cvngreßmitglieder wollen, im Falle Stojkovic nicht bestätigt wird, ihre Mandate niederlegen. zu beschweren, so werden ihm in ingrimmigem Tone abermals die geflügelten Worte zugeschrieen: „Wenn Dir'S hier nicht taugt, so geh' in eine andere Herberge !" Und der Gast schweigt und — duldet. Sobald der Käse, der übrigens faul und voll Maden sein muß, wenn er schmecken, soll, abgetragen ist, kommt der schmutzige Graubart mit einer Schiefertafel, worauf mit Kreide einige Kreise und Halbkreise gezeichnet sind. Diese Tasel legt er still- schweigend auf den Tisch, während er selbst gleich einem Charon dabei stehen bleibt. Jeder, der sich auf diese räthselhafte Malerei versteht, legt nach der Reihe feine Zeche darauf; der Knecht zählt das Geld nach und nickt verständnisvoll mit dem bärtigen Kopfe, wenn nichts fehlt. Sollte sich jemand erkühnen, seine Rechnung unbillig zu finden, so muß er gleich hören: „Weß Menschen Kind bist Du? Du zahlst nicht mehr, als alle anderen!" Damit muß man sich zufrieden gehen. Endlich zeigt man jedem sein Nestchen oder kahles Lager. Außer dem Belte, wovon der Uebet» zug mindestens ein halbes Jahr nicht in die Wäsche gekommen ist, gibt eS durchaus gar kein Geräth zur Bequemlichkeit." So der würdige Erasmus von Rotterdam. Gute, alte Zeit! Ausland. Dem Attentat auf Fürst Bismarck widmet die „Times" einen Artikel, den sie mit folgenden Bemerkungen schließt: „Wenn wir, die religiöse Frage beiseite setzend, uns der all> gemeinen Politik Europas zuwenden, finden wir gewichtige Gründe, um uns zu freuen, daß des Kanzlers Leben geschont wurde. Er ist die hervorragendste Figur in der jüngsten preußischen Geschichte, und selbst die Prinzen und Generale, welche den größten der modernen Kriege geleitet haben, stellen ihn nicht in den Hintergrund. Moltke und seine wackern Lieutenante dürften hervorragender während der wirklichen Operationen dastehen, aber wenn der Friede wieder hergestellt ist, nimmt Bismarck seinen Platz wieder ein und füllt allein das öffentliche Auge. Es ist nicht zu viel zu sagen, daß in der Meinung der Welt und namentlich in der von Deutschlands jüngsten Feinden das Gebäude der deutschen Einheit noch immer unbefestigt ist und auf Jahre hinaus der wachsamen Sorgfalt seines Urhebers bedarf. Wenn der Telegraph neulich die Kunde durch Europa gesendet hätte, daß Bismarck tobt sei, so würde der erste Gedanke von Freund und Feind gewesen sein, baß das deutsche Reich einen schweren Schlag erhalten habe. Ehe 24 Stunden verstrichen wären, hätte jeder Patriot in Frankreich und jeder Ultramontane in den zwei Hemisphären erörtert, ob das Ereignis nicht zu Nutzen gezogen werden könnte. Eine fieberische Bewegung würde begonnen haben, jedes Cabinet und jede Börse würde die Wirkungen verspürt haben. Nun, wir glauben, daß der Continent der Ruhe vor allem anderen bedarf. Wir können unglücklicherweise die Armeen, die an seinen Hilfsquellen nagen, nicht auflösen, aber wir können versuchen, sie von einer thätigeren Vernichtung als die, welche sie in Friedenszeiten vollführen, zurückzuhalten. Fürst Bismarck ist mehr als irgend einer auf dem Con-tinent fähig, jene abzufchrecken, welche die Chancen eines ändern Krieges zu versuchen wünschen." Für den nächsten preußischen Landtag bereitet das Cultusministerium das Unterrichsgesetz vor. Dasselbe soll das gesammte höhere und untere Schulwesen umfassen und die Magna Charta eines freien und hochentwickelten Erziehungs- und Umer-richtssystems werden, welches seine Ergänzung in der Schule der allgemeinen Wehrpflicht findet. Die Hauptschwierigkeit bietet die Dotation der Volksschule. Es fehlt zwar nicht an Mitteln, aber an Organisation. Preußen Hat keine gemeinsame und einheitliche Gemeindeordnung, sondern die bunteste Musterkarte von Dutzenden verschiedener Städte-und Landgemeindeoidnungen. Einheitliche Schul-Vorschriften für die Dotation aller dieser Tausende verschieden gestalteter und gearteter, theils hoch, theils gering und theils gar nicht entwickelter Gemeinden zu finden, ist so schwer, daß man schon daran denkt, den Kreisverband zum Träger des BolkSschulwesens zu machen. Der Telegraph meldet aus Versailles die Ernennung des Generals Ehab and-La tour zum Minister des Innern und Mathieu>Bodet's zum Finanzminister sowie die Vertagung der Debatte über Parier'S Antrag auf Donnerstag. Die Ministeränderung trägt ganz den Charakter einer nvthdürftigen Flickarbeit. Mit der Vertagung des Pärier'schen Antrag», der den gordischen Knoten der Verwicklungen in Versailles durchhauen sollte, will Mac Mahon offenbar nur Zeit gewinnen, um eine ihm persönlich widerwärtige Lösung abzuwenden. Ursache der letzten Minifterkrisi» war im Grund nichts anderes als die Entscheidung zwischen Republik und Monarchie, und trotz aller Kunstgriffe diirfic cs nicht mehr lange gelingen, der definitiven Wahl zwischen beiden auszuweichen. Die Wahrscheinlichkeit einer Intervention fremder Mächte in Spanien wird, wie man der „Times" aus Santander telegraphiert, lebhaft besprochen. Der „Diario Espanol" sagt zwar, Spanien suche dieselbe nicht und werde sie auch nicht zugeben; aber es wird allgemein angenommen, daß Europa Greuel, wie sie sich jetzt in Spanien ereignen, nicht länger dulden könne. Spanien verspricht, im Falle Frankreich aufhört, die Carlisten zu unterstützen, mit der Jnsurrection bald fertig zu werden. Die madrider Regierung zeigt indes nicht Energie genug in der Verhinderung des Schmuggels von Kriegsmaterialien an der Küste und in der Betreibung der Operationen in Navarra. Bilbao und Santander communicieren zur See. Wie der „N. fr. Pr." aus Madrid geschrieben wird, ersuchte Dorregaray^ bevor er die jüngsten Füsilladen vornahm, den Prätendenten Don Carlo» um ein specielles Decret sür seine eigene Deckung. Eine Weile zögerte der Gesalbte, als wenn menschliche Regungen noch bei ihm die Oberhand behielten, dann aber vollzog er seine Unterschrift, als ihm seine Gemalin die Feder in die Hand drückte mit den Worten: „Die Dynastie Savoyen ist durch ihre Schwäche gefallen. Wir dürfen nicht schwach sein!" Hoffentlich wird auch der Strick nicht schwach sein, den jeder spanische Soldat, falls er des Blutmenschen habhaft würde, für ihn in Bereitschaft hält. „Die barbarische Mordthat" — schreibt ein Correspondent der „Kölnischen Zeitung" aus Mir and a — „welche „Dorregaray mit Genehmigung des Prätendenten an unserem Landsmanne begangen hat, setzt selbst die hiesigen Carlistenfreunde i,i Bestürzung. Sie wissen kein Motiv, keine Entschuldigung der grausamen Executivn zu finden und sind um so bestürzter, als die in der englischen Presse bereits vor der Bekanntwerdung jenes Mordes gefallenen Aeußerungen über die Notwendigkeit einer fremden Intervention ihren Eindruck nicht verfehlt haben. Man kann sich die blutige That nur erklären, wenn man bedenkt, daß der Carlismus weiter nichts ist, als der bewaffnete religiöse oder vielmehr ultra» montane Radicalismus, der weiter nichts respektiert, als ein vermeintliches göttliches Recht, dem er unversehens die eigenen wilden Leidenschaften und Instinkte unterschiebt. Dieser radicale Fanatismus, derselbe, der ehedem die Inquisition und die Ketzerverbrennungen geboren hat, achtet kein positives Recht und keinen Vertrag. Zur Tagesgeschichte. — Gegen den Pfarrer Leitgeb in Siößing ist bereits die bischöfliche Maßregelung eingeleitet worden, er ist bereits zweimal vor da» bischöfliche Gericht citiert worden, hat aber dieser Aufforderung nicht Folge geleistet, erbat sich vielmehr, sich schriftlich verantworten za dürfen. In seinem diesbezüglichen Schreiben führt der Psarrer Leitgeb zu feinet Entschuldigung an, daß er in Purkerfldorf gegen kein Dogma der katholischen Kirche gesprochen. Er finde die ihm angedrohlen Maß» regeln (suspensio a divinis) zu hart und erdete sich, wenn er sich schon einmal müudlid) verantworten müsse, zur Vorladung zwei Zeugen mitnehmen zi, dürfen, da er fürchte, eg könne ihm ergehen, wie weiland dem Johannes Huß. — Ländlich — sittlich. Man schreibt der „Presse" auSGraz: „Ab und zu fallen Streiflichllein auf den Bildungsgrad unserer Landbevölkerung, welche förmlich das Äuge blenden. So ist efl bei den jüngsten Gewittern noch immer vorgekommen, daß man das Wetter „wegzuläuten" versuchte, ohne zu wifien, wie sehr ein nicht mit einem Blitzableiter versehener Thurm (und deren gibt efl noch viele) den Blitz anzieht. Thaisächlich kamen auch mehrere Verletzungen durch denselben vor. Anderflwo bemühen sich die Dorfweifea wieder dafl Weller „wegzuschießm*. da- heißt durch Abfeuern von einem halben Dutz-nd PöUern die zusa«» mengeballlen Wolken zu zersprengen. Finale: Unglücks» fälle durch die Püller, wie neulich in Lappach bei Leib» nitz, wo kürzlich bei einer solchen Gelegenheit drei Per» fernen schrecklich verbrannt wurden; eine davon starb seither. Darf man sich aber über solchen und ähnlichen Aberglauben wundern, wenn die Geistlichen Herren selbst lhn schüren? Nach den, jüngsten U-berschu,-«" I rnungen war eS auf mehr als einer Kanzel zu hörco» daß dafl Unglück nur die Strafe Gottefl für die Sita« >den der Menschen sei. Selbst im „Volkflblatf ruft der Correspondent au« Mureck pathetisch auS: „Uttb ba will man noch immer nicht begreifen, daß die Ucbei» schwemmung kein Naturereignis, sondern eine Heimsuchung Gotte« ist!" Unsere Bauernjugenb ist auch «blich bemüht, von bieser bequemen Weltanschauung zu Profilieren. Sie säuft unb rauft barauf lol; bleibt einmal einer liegen, so ist'« eben „Gottes Heimsuchung". Ja St. Veit bei Marburg war kürzlich große Son-tagSkeilerei. Fünf Burschen würben lebensgefährlich verwunbet; vier genasen, bet fünfte starb. Aber wie? Die Rauferei war vorüber, bie Biere hatte man weg» ^schafft, bet Fünfte blieb auf bem Platze liegen unb erhielt bie letzte Orlung. Kaum war ber Priester f°tV so kamen seine Gegner abermals unb schlugen fo lange auf ihn los, bis er ganz tobt war. Nachmittags aber hatte noch bie ganze Gesellschaft ber Chti» frulehrc beigewohnt." — Schon roieber ein Attentat. AuS Äi ff in gen, 18. Juli, schreibt ber „K. Z." eine Dame: „Gestern war ich zufälligerweise Augenzeuge eines neuen Attentats auf ben Fürsten BiSmarck. Das Auf- unb Abteilen eines baierifchen GenSbarmen vor bem BiSmatck'schen Hotel hatte auf eine bevor» stehende AaSfahrt beS Fürsten aufmerksam gemacht, «nb hatte bieS zur Folge, baß sich ein Spalier junger Damen bitbete, die, alle mit RosenbouquetS bewaffnet, ben Fürsten bei ber um l3/t Uhr erfotgenben Abfahrt zur Saline förmlich darunter begruben. Unter bem Ausrufe: „Schon wiebet ein Attentat!" grüßte et fteunblichst unb reichte sogar benjenigen Jungfrauen, bie sich bemühten, bie über Sotfi gefallenen Bouquets bem rasch davonrolleudeu Wagen nachzuitagen unb hineinzureichen, freundlich bantenb bie linke Honb. Dies war baS erste Bab 'nach ber unglücklichen Affaite ~~ also boch fünf Tage Waffenstillstanb in ber Kur. Sein rechter Arm ruht in der Binde. Polizeipräsident v. Mabai begleitete Bismarck bei bieser ersten Ausfahrt, unb soll bet Fürst erst nach langem Bitten feiner Familie das Gefolge eines berittenen GrnS-fcoirnen bewilligt haben. — Die „Berliner WeSpen" erzählen: Als ber Bischof getteler bie Kunbe von bem Attentat in Kif-frngen t>eim Diner erhielt, soll et mit saurer Miene das ®i.ag erhoben unb gesagt haben: „Meine Herrn, es bleibt unS nun wohl nichts anbeteS übrig, als ben Reichskanzler lebe» zu lassen!" — In zwei Erlässen bet deutschen Regierung, deren Inhalt wir bereits notificie« haben, traten die ersten Wirkungen zutage, welche das lifftnget Attentat flir bie Ulttamon tonen zur Folge hat. Heute ist ein weitetet Schritt zu verzeichnen. Bei bem Geschäftsführer des mainzer KaiholikenvereineS, Leg«! tionSraih a. D. v. Kehler, unb einem ber Rebac teure bet „Germania“, bem in jüngster Zeit oft ge kannten Cremet, haben Haussuchungen statt Zesunben, welche burch ein auS Ktssingen eingelangtes Telegramm angeorbnet worben waren. Bei Kehler sanben sich, wie es scheint, mannichfache gravierenbe Schriftstücke — ber Draht gibt beten auf achtzig an ~~ bei Cremer war bie Ausbeute eine geringere, öerr v. Kehler ist ein Römling beS schlimmsten Ka* ”6«tS; ursprünglich Gouveineur in bem Hause beS vasten Radziwill, begrünbete er sobann bte „Ger. ®ania“, beten rebaclionelle Leitung et auch eine Weile wnehatie. Nachdem et bie letztere an Majunke ab» 3e9*ben hg„e, wibmete er sich mit (Eifer bem ultra» Pjotilanen Couliffenspiele unb unterhielt bie sreunb-1<*)aftliche Fühlung zwischen ben vetwanbten Elementen J* berliner HofeS und dem Grafen LedochowSli. schützt auf den Einfluß ber RabziwillS, hat er ber ominösen latholtfchen Abtheilung beS KultuSmini-ftoac*er die Hänbe gearbeitet, unb es läßt (ich fchon annehmen, baß ans jener, sowie auS neuerer 5 , ®at>ches Scriptum bei ihm gefunben worben j£tn möchte, welches für bie ultramontaneti Machina-wnen cornptomiuiercnb fein bürste. Cremer bagegtn rt ^°mo n°vus aui der Retorte der Jesuiten; oovixx»oootx>»oooooooo<»ooooo«: Telegraphischer CurSberickt am 23. Juli. Papier-Rente 70 25 — Silber-Rente 75'------------1860« Staats-Anlehen 109* Bankactien i>74 — Tredit 229 50 — London 110 80 — Silber 10410 — 20-Francs-Stücke 8-95%. Soeben augelangt! Ganz neue Salon- il MW von vorsiiglichstrui Ton Uii-Gülk ^ sind zur gefälligen Ansicht und gegen billigsten Fabrikpreis zum Verkaufe am Lager in August Rumpel’s triavierniederlage, (418-3)______________Herrengasse Nr. 214, l. Stock. In unserem Verlage erschien nnd ist durch jede Buchhandlung zn beziehen: General-GeschSflstabetlen. Ein nothwendiges und verläßliches Hilfsmittel zur Erleichterung des 03efcfiüftsuerfit’iirs für k. k. Staats- nnd Landesbnchhaltungen, Treuer-ämter und Gerichte, sowie für k. k. Notare, Advoeaten, Aktiengesellschaften, Bankiers und Kapitalisten. Herausgegeben und bearbeitet von Gustav Dzimsky. II. Aufl. 4. 43 Bogen. Preis broschiert 2 fl. 5» kr. ü. 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