^ KS» Sonntag den s. Movemöer 1876. XV. Jahrgang. Die „Marburger Zeitung" erscheint jeden Sonntag. Mittwoch und Freitag. Preise — für Marburg: ganzjährig 6 fl., halbjährig 3 fl., vierteljährig 1 fl. 50 kr; ftir Zustellung _ln» Hau» monatlich 10 kr. — mit Postversendung: ganzjährig 3 fl., halbjährig 4 fl., vierteljährig 2 fl. Jnsertionsgebühr S kr. pr. Zeile. SchvtzlSllntnschr Aestrtliimgkli i« Dtulschland. Die schwere Zeit der Noth hat auch in Deutschland eine Umkehr veranlaßt, die vor einem Jahre noÄi Jedermann für undenkbar gehalten. So gewaltig liiö dahin die Freihan-delS-Theorien in Presse und öffentlicher Meinung im Vordergrunde gestanden hatten, so viel haden sie auch heute an Boden verloren, und es verlohnt sich, schon des Gegensatzes willen, eine Umschau zu halten, welche den Beweis von der ungeheuren Wandlung liefert, die sich innerhalb des deutschen Volkes vollzogen und die auch anderswo lehrreiche Vergleiche heraufbeschwören «lag. Es ist bereits eine sehr mächtige Schutzzoll-preffe in Deutschland vorl)anden, obwohl gewisse .Elemente, indem sie sich dieser Bewegung an-schlössen, viel mehr den Interessen derselben geschadet, als ihnen Vorschub geleistet, wie die als Steuer- und Wirthschastsresormer maskir-ten „Junker" von ehedem und die Sozial-Konservativen vom bedenklichen Schlage des Ge-t)eimrathes Wagener, die beide darnach strebten, die Schutzzollbewegung in politisch-reaktionärem Sinne auSzubenten. Trotz dieser Anudes-genosienschaft also wußte sich der Schrchzoll in der deutschen Presse Gehör zu verschaffen und wo er nicht siegte, hatte er wenigstens so viel Erfolg, die Zuversicht der Manchesterpartei dedeutend herabzustimmen und in gewissen Fragelt ihr Zugeständnisse abzudriligen, die unter ande-ren Umständen f»lr unerhört gegolten. Dieser.Umschwung macht sich vor Allenl in der Presse betnerklich. Da ist beispielsweise die „?!orddeutsche Allgemeine Zeitung", welche seit dem Sturze Delbrltck's die Aendernng der deutschen Han-delspoliük mit der sie stets auszeichnenden feilten Witterung flir die Ströniungen in den maßgebenden .^reisen verficyt. Ihr seknndirt die „Post", deren Haltung namentlich darauf berechnet ist, auch die land-wirthfchaftlichen Kreise »nit jenen Anforderungen zu versöhnen, welche die Jtidustrie in ihrer bedrängten Lage fonnulirt. An einem Strange ziehen mit diesen Regierungsblättern, sreilich nur in der wirthschast-lichen Frage, einmal die „Gerlnalüa", welche das gesammte Manchestsrthum ohne Gnade verdammt und dann die demokratische „Volkszeitung", welche neuerdings in entschiedener Parteinahme zuGunsten der itationalen Arbeiteit begriffen ist. Die fortschrittliche „Bürgerzeitung" vertritt ntit Energie die wirthschaftliche Ulnkehr und sucht dttrch il)re Haltung zu beweisen, daß Fortschritt nnd 'Schutzzoll durcharlS nicht für unvereinbar zu gelten haben. Seltsatner Weise ist auch das Organ des deutschen Kaustnann-ftandes, die ..Berliner Börsenzeitnng" durchaus gegen das „englische Prinzip" eingenommen nnd mit einem unverkeitl.bareu Nachdruck geht sie darauf aus, den freihändlerischen Ziffern andere Zahlen entgegenzustellen. Daß auch die sozialdemokratisch angehauchte „Staatsl>ürgerzeitung" gegen die Hatidelspolitik mit dem Manchester-Fabriksstempel Front inacht, dürfte weniger auffall^'n, als daß auch da^ amtliche Organ des deutschen Haudelstages, das „Deutsche Haudelsblatt" unter der nenen Leitung, d. h. seit April d. I. di« Ansicht vertritt, daß Allgesichtv der Stiinniuug in den Nachbarländern es wahnsinnig wäre, rvollte Deutschland nach wie vor allein seine Freihandelspolitik forttreiben. Am Eigenthümlichsten aber mnß berühren, daß die „DeutscheNeichsglocke", eigens gegründet zur Bekämpfung Bismarck's und Lasker's, gleichfalls dem Manchesterthunr den Krieg er» klärte, denn wie mait beliauptet, genießt dieses Blatt im kronprinzlichen Palais eine ganz besondere Beachtung. Von den Freihandelsblättern haben „)?a-tioilalzeitung", „Tribüne" und das tneist verbreitete „Berliner Tageblatt" namentlich in der brennenden Frage der Eisenzollverlängerung, schon viel Carey'sches Wasser in ihren Adam slnith'schen Wein gegossen, so daß nltr noch die „Vossische Zeitung" allein mit alter Schroffheit das ..heilige Prinzip " aufrecht erhält. So sehen sich die Freihändler in Deutschland auf der ganzen Linie im Rückzüge. Jin Volke selbst genießen die schutzzöllnerischen Be-strebttngen ganz e.itschiedene Bevorzugung und die politischen Führer der liberalen Parteien find gewissermaßen gezwungen, in wirthschaft-lichen Dingen das Feld freizugeben und über die nationalökonomische Unfehlbarkeit der Manchesterlehren zu schweigen, damit nicht die Wäl)-ler schließlich den reaktionären Bauernsängern in die Schlingen gehen, welche sich sofort der neuen Volksströmung bemächtigt. So kapitnlirt der wirthschastliche Doktrinarismus, um nllr das Reich des politischen Liberalismus zu retten und daß solches im Lande der nationalökono-tnischen Doktrinäre geschehen konnte, ist sicher wertl), verzeichnet zu werden. A e u i l s«' t o tt. Der Krall) am Martrrl. Ävn H. Schmid. (Fortseßung.) Näher heran, schwarz und schweigend stie-getl die Bergrücken des Herzogenstands und der Jocheralnt empor, deit duntten Walchensee unt-rahlnend, der nur noch vom Wiederschein des Alpenglühens erglänzte, in das rücklvärtS der Karwendel die breite Felsenstirn emporstreckte. Die Röthe genlahnte das Mädchen wie Blnt und das einbrechl^nde Dunkel wie Grabestrauer: il)re Gedankelt waren blutig und nächtlich. Atts der Alm herrschte übrigens keineswegs die feierliche Stille, welche sonst dort ihren lieb-sten Wohnplatz zu suchen pflegt. Die Männer staitden der Hütte in lauteni eifrigetn Gespräch bei einander und beachteten d e Sennerin kaum, als sie näher kain und ili die Hütte trat. Es war eine dättrische und doch bullte Ver-samlnlung, denn die Männer lvaren des verschiedensten Alters nltd Standes nlid aus alleli nahe liegenden Bergdörfern zrtsamlnengeströmt. Neben dem Posthalter, dem Neviersörster und den Bauerll von Walcheusee stauden die Besitzer der ilt einsainer Seebucht verborgenen Zwerghöfe; der Fischer von Ursari: war i)ern-bergerudert ultd hatte die Bewohner der Hänser nntgebracht, ivelche ain Sachenbach illtd aln Anfailg der Jachenaii stehei». Alle waren bewaffnet, wie eben das Haus ihuen eine Wehre zu bieten verinocht hatte, und neben dein tvohl-geschästeten Scheiben- und Pirsch-Stutzen prangte auch manche alte Fliitte, niancher iloch ältere verrostete Pallasch und manch aitderes Mordgelvehr bis zn Dreschflegel nnd Sense. „Ich kattn's halt innner ltoch nicht recht glaubell", sagte der Besttzer der Alin, „daß die Tiroler sich unterstel/n jollteli, zu uns heraus zu brechen!" „Warum doch!" rief der Förster. „Haben sie's doch ans andern Punkten schon gethan! Nicht sechs Wochen ist es, daß sie über Parten-kirchen heraus siitd bis ilach Muruau und hätten delt ganzen Markt angeziindet und geplündert, weitn ihnen der Herr Pfarrer nicht init Kretiz und Fahnen in Prozession entgegen gegangen war' ... sie haben eine Braitdschatzung von dreißigtansend Glilden nntgenonlinen, daß ist das Weingste!" „Ich meilt' halt, es ist aln bestell, mail sorgt vor!" rief der Eine von den Zlvergerhof-besitzern. „Ich Hab' ein alles Evangeli' dat)eim, da hat lneill Urahul aus die letzte Seit' allerhand hineingeschriebell, was Merkwürdiges ge-scheh'll ist All seiner Zeit. Da steht's drinlien . . . Zu Kursürst Max Emanuel's Zeiten, es werden jetzt gerade so ein filnfzig Jahrl'n sein, da ist auch Kneg geiuesen mit den Tirolern, ulld die sind auch zu uns herailS gestreist in ihrer übermuthigell Weis'. Die Walcheitseeer aber habeit in der Eng' am Katzenkopf eilten Verhall geillacht voit Bännren uttd Trüminern und Habelt sich daljiilter gestellt ntil ihreit Büch-felt ... da silld die Tiroler uingekehrt llnd ist kein einziger Schuß gefallen! Wir lvolleit's a»lch so tnachelt!" „Bin ltit dagegelt", sagte SabinenS Vetter; „aber wnnderlt tl)ut's tnich doch! Hai's doch geheißen, der Les<^l)bre kältr' anniarschirt lnit hunderttauseild Maitlt, itltd die Tiroler wären geschlagelt auf allen Seiten?" „Und der Kaiser Franz l)ab' das Tirol allsgegeben?" fragte ein Anderer. „Und es foll doch bei Baiern bleiben?" „Hab's auch nit altders gehört", setzte ein Dritter hinzu. „Ultd der Sandwirtl), der ilt Jltnsbruck regiert hat ivie ein König, soll flüchtig geivorden und auf uitd davon gegallgen sein?" ..Das ist Alles wahr", erklärte der Post-Halter; „aber di.' Tiroler sind einntal verbleitdet Luzzati hofft, day das italienische Parlament einer solchen Barbarei sobald als möglich ein Ende machell werde. Weitere Uebelstände sind der Mailgrl eiiles Gesetzes über die Answan» derling und eines guten Forstgesetzes. — Die italienischen Steuern sind in den letzten Jahren gailz nnverhältilißmäßig gestiegen. Aber selbst bei der riesigen Belastlnlg war es nicht möglich, das Gleichgewicht im Budget herzustellen. Mall hofft nun durch die Zoll-Erhöhungen, welche zulneist die Artikel Zucker, Kaffee, Alko-l)ol u. s. lli. treffen sollen, etilen Mehrertrag der Zölle lion 15 Milliollen Frk. zu erzielen. Ferner beabsichtigt Italien, statt seiner bisherigen Werthzölle specifische Zölle einsithren. In der Elsenbahnsrage befiirlvortet Luzzati den Staatsbahnbetrieb. Eille Tarif-Erhöhung würde dann voll der Bevölkerung ebenso getragen werden, lvie eine Steuer-Erhöhung. Der Staat sei allein im Stande, das herrschende Tarif-Chaos zu beseitigeil. Auch die Erfahrungen in Belgien und Sachsen sprechen für den Staatsbetrieb. (O e st er r e i ch i s ch e S t a a t s ch u l d.) Nach deln Ausweise der reichsräthlichen Staats-schulden-Kontrollskolllllnffion betrug Ende Juni die Gesalnlntsulnlne der österreichischen Staats schuld mit Einschluß der Grulldeiltlastungsschuld und des l 366er galizischen Nothstandsanlel)ens 3.0Z5,936.ü^30 fl. Li kr. Non dieser SulNllle sind llicht rückzahlbar 2.248,055.926 fl. 37 kr-und 786,830.304 st. 24 kr. rückzal)lbar. Verzinslich ist davon der Betrag von 2.904,3N.60^fl 94'/« kr., ulld zwar in StaatSlwten verzillSlich 1.844,889.564 fl. 39 kr. und in klingender Münze verzillSlich 1.l>59,522.060 fl. 55'/s kr. Die llach Al'zug der Steuer hierallf elltfallenden einjährigen Zinseil belaufen sich auf 123,107.298 Gulden 37 kr. (davon 45,276.855 fl. 30'/, kr in klingender Müllze). Naä) der Hauptübersicht über dell Schuldellstand hatte die allgemeine Staatsschuld Ende Julli eille Höhe von 2.834,071.186 fl. nkr., die Grundentlastungsschuld Ellde Juni eine Höhe von 201,764.844 Gllldell 50 kr. und das garalltirte galizische Nothstandsanlehen von 100 fl. Von der allge uleiilen Staatsschuld silld 2.7l0,011.135 fl 57V^ kr. kvllsolidirt, 109,752 600 fl. 53'/« kr schlvebend, 12,556.450 fl. veranschlagtes Kapital für Elltschädigllngsrenten lllld 1,750.000 fl veranschlagtes Kapital für die Zahlullg an die kölliglich bairische Regierung. (V o ll der streitelldell Kirche Mangel an „Theologe ll".) Die Zah der Theologell, welche vor sechs Jahren in Prag noch 226 betrug, ist nun auf 90 geslln-ken. Im ersten Jahrgang des Priesterl)auses zu Trient, welcher sonst von 50 bis 60 Theo-logen besllcht lvar, befillden sich Heuer 10 (Gegen denSchacher n: itWirths-h a tt ö - K o ll z es s i o ll e n.) Um dieseln Schacher entgegenzuwirken, hat die lliederösterreichische Statthalterei verfügt, daß in Fälleil, wo ein solches Gewerbe zu Gilnsten einer bestimmten Persoll zurückgelegt wi"d, die Konzession an diese Person nicht sofort zu verleihen, sondern derart vorzugehen sei, als ob keine Uebertra-gung, sondern eine neue Verleihung der Konzession angesucht würde. (B l ll ln e ll z u ch t im Wohnzimmer.) Währelld des Winters hat die Blulnenzucht im Wohnzilnlner wegen der trockeilen Lust, wegen des Stanbes und mitunter ailch wegen des Rauches von Oesen und Lampe»: ihre sehr großen Schlvierigkeiten. In solchen Wohnräulnen gedeiht lln Allgemeinen nur eine beschränkte Anzahl von härteren Blattpflanzen, und von blühendeil Pflanzen nur einige Zwiebelgewächse, wie Hyacinti en, Tulpen, Crocus u. s. w. wenn sie vorher in einein kühlen Räume sich so lveit entwickelt hatten, daß sie die Bliithenknospe zeigten. Anders verhält es sich dagegen, wo dcln Bllllnenliebhaber, lvie dies in allen besseren Häusern der Fall zll sein pflegt, ein oder lnehrere Doppclsenster zu Gebote stehell. In diesen läßt sich lnit eilliger Auflnerksamkeit eine große Anzahl llicht nur härterer, sondern auch lveicherer Ziergewächse mit Ersolg durchwintern und selbst zur Blüthe bringen, da nlan es in der Hand hat, den Pflanzen nach Bedllrfniß Wärme, Licht und Luft zu geben. Derselbe Zweck kann aber durch die solgeilde, wenig kostspielige Vorrichtllng iloch sehr wesentlich gefördert werdell. Man lasse sich einen Kasten von circa 6 bis 10 Zoll Höhe ulld beliebiger Breite ulld Länge machen und diesen so mit Zillkblech anskleidell, daß er vollkolnmeil lvasser-dicht ist. Auf denselbeil kolnmt als Deckel ein gut passendes Brett, das überall lnit kleinen Löchern durchbollrt ist llnd in der Mitte eine größere Oeffilllug hat, nln einen kleinen Trich« ter eillsetzen zll können. Allf das Brett, das lnit einem Latteliralld llmgeben sein sollte, wird eine dicke Lage Moos gelegt und auf dieses werden die Töpfe gestellt. Des Morgens und Abends wird der Kastell lnit heißeln Wasser ans der Küche gesüllt, llschdeln lnan vorher das kalte Wasser durch ein Hähnchen oder ?iöhr-chell, das sich an dein eineil ultteren Ende des Kastens befindet, abgelasseil hat. In eillem Zur Geschichte des Taj^es. Die äußere Politik, bisher geseit wider die Angriffe des Abgeordnetenhauses; steht nun gallz unerwartet sich einer Kritik unterzogen. Wär' diese Kritik auch noch so milde, so ist doch die bloße Thatsache ihres Stattfindens schon ein Fortschritt. Die Partei Andrassy gesteht dies unwillkürlich zu durch die Bemühungen, die Bedeutung derselben lnöglich abzuschwächen. Die Sachsen in Siebenbürgen haben die Parteiorgallisation zum Rechtskalnpse gegen die Magyaren vollendet. Kreistage, Kreisausschüsse und ein Eentralausschuß leiten die Bewegung und wird der wackere Volksstamm, dessen Zähigkeit seine Gegner trotz aller Ersahrungen unterschätzen, jedes zulässige Mittel für die Wiederherstellung des Königs-bodens versuchen. Der Massen still st and bedelltet schwerlich den Frieden — Rußland wenigstens bereitet alle Mittel zuln Kriege vor. Jln Widerspruch lnit dieser Thatsache glaubt die nll-aarische Regierung nicht an eine drohende Gefahr; Petersburg habe gerade in jüngster Zeit Garantien friedlicher Absichten gegeben. Schweres Kriegsunglück hat die Serben getroffen, aber trotzdein ist die Haltung derselben noch ungebrochen. Die ^^^egeisterung, lnit welcher selbst bejahrte Männer zu dell Fahnen eilen, zeugt von seltenem Opsernluthe. Führt der Waffenstillstand nicht zuln Friedeil, dmln werden die Türken die Widerstandskraft der Serben im Winter und iln Gebirgskriege noch kennen lernen. Verinischte Kachrichteil. (Italienische Volks- und Staats-mirthschast.) Der Abgeordnete Luzzati, welchem die Ausgabe zugesallen, die Ernelleruilg der Haildelsverträge Italiens anzubahlleil, sagt über die ökonolllischell Verhältilisse seiner Hei» mat: Italien leide nainentlich darunter, daß die Halste seiller Bevölkerung jedes Sparsinlles elltbehre. Dein südlichen Italien ist das Jllsti-tllt der Sparkassen vollstäildig srellld. und es scheillt fast unmöglich, dort die illdividuelle Trägheit und den Mallgel an Jllitiative zu beseitigen. Ein zweiter Uebelstalld bestellt darill, daß Italien kein Fabriksgesetz hat. Die Kinderarbeit sei gar nicht beschrällkt, und die Arbeitszeit der Kinder währt llicht selten 13 bis 14 Stllnden. Ulld glaubeil's lncht. Der Husarenwirth von! ^.Vtittenwald hat illir Post heraus gethan; die Tiroler, die in Scharilitz liegen, rühren sich und wollen einen Eillfall zu uns lnachen. Er hat's von einem Fuhnnann, den sie angehalten haben Ulld der ihneil ausgekoinnlen ist liild ist bei der Nacht über die Grenze herüber . . „Gut also!" rief der Vetter wieder; „so wollen wir Vorsorgen und auch einen Verhall lnachen. Kannst gleich auch lnitgeh'll, Lipp, nlit Deineln Beil!" „Gewiß!" erwiederte dieser, die Axt lüpfend, in rohem Ton; sie rührt sich schon nach eineln Türken-Schädel! Wir lvollell's ihneil lnachen, wie sie's den Unsern gelnacht haben ... ich Hab' auch einen Bruder dabei unter bellen Vierhundert, die sie aln Jselberg lllit den Büchsenkolben erschlagen habell, lvie die wütl)i-gcn Hund!" „Und ich einen Buben!" sagte der Sachenbacher grimlnig . . . „Es ist mein Jüilgster gewesen mld lneill Liebster ... er ist mit deln Burscheidt geivesell an der Pontlatzer-Brucken und liegt unter den Felsentrülnlnern begraben! Jetzt wollen lvir Alten es ihnen heilnzahlell und wollen ihnen zeigen, daß der bairische Bauer lnit deln Stutzen gerad' sZ gut ulngeh'n kann lvie der Tiroler!" „Es ist doch immer schade lllld ein'Schallde dazll!" sagte der Postt)alter, indeln er lnit den Männern dell Weg waldablvärtts einschlug. ..Die Tiroler sind allelveil' gute Nachbarn gewesen Ulld silld deutsche Lelit', wie lvir . . . ich lvollt', wir könllten einlnal lniteinander über die Franzosen her, anstatt daß sie uns ilnlner übereinallder bringen lind Hetzen!" Die Männer gillgen. und bald war es still auf der Alniweide, nur von unten herallf aus weiter Entfernung dröhllten lnanchlnal Beilhiebe ulld das Stürzen der Bäullle, welche den Verhau bilden sollten. Sabine staild noch eine Weile ullter de: Thür llnd fah in die Äerilellllacht einpor, die sich kühl llnd klar aufgetl)an hatte über Bergen und Wald. Sie hatte das Vorgehende nur halb vernolnlllen; dringendere, eigenste Sorgen lagen ihr anl Herzen, und auch als sie in die Hütte zurücktrat nnd die Thür schloß, mn das Küchen-und Milch-Geschirr ain Heerde zu ordlien und zu reilligen, waren ihre Gedankell llicht bei ihrer Beschäftigung, fonderll fchlveiften hinab in dle Felsschlucht lllit deln Taferl lind schwellten uln den Kranz, an denlselben und dessen räthselhasten Spender. Als sie sertig lvar, saß sie noch lange alls dein '»^eerdrande, die Hände in den Schooß gelegt, beiln Scheine oes er-löscheilden Feuers, und selige Trämne von vergauge»»eln Liebesglück llinschwebten ihre Seele. Eilllnal horchte sie auf, delln es war ihr gelvesen, als hätte sie Schritte ilahen fehört; aber Alles l'lieb still, sie versank lvieder ill ihre Träulnerei. So erschrack sie lvirklich, als lnit eiillllal vor der Thür eine Stilmne laut lvurde — eine Stilnlne, die ihr so bekanilt war, daß sie davor elbebte, und über die sie sich nicht täuschen konnte! Ulld doch — deln diese Stillllne gehörte, der lag ja lange zerschmettert i,n Grab und konllte nicht .viederkomnlen ... Sie glaubte, gträumt zu haben ... es lnochte die Macht ihrer Einbildung seiil, was ihr die Erinllerllilg als Wirklichkeit erscheinen ließ. Da klopfte es sest an das kleine klirrende Fenster, llnd die Stiinlne ries so dultlich, daß kein Zweifel, keine Täuschung lnehr lnöglich lvar: Sennerin, lnach auf..." Halb ohnnlächtig, die eine Hand auf dell Heerd stützelld, die andere ml das hochschlagende Herz gepreßt, stand Sabine . . . ,.Alle guteil Geister..." stainnlelte sie lnit ftockendeln Athein. „Wer ist draußen?" (Kortsej,»»g foltit.) Doppelfenster mit einer solchen Vorrichtung gedeihen fast alle, selbst zarteren Gewächse vortrefflich. Die feuchte Wärme und die warmen Wasserdämpse sind den Pflanzen ungemein zuträglich. In den Fenstern kann man Kamilien. Aznleen, Rosen, Pelargonien, Veilchen und viele andere Pflanzen zur Bll'ithe bringen. Hya-ctnthen und andere Zwiebelgewächse entwickeln sich hier ebensalls weit schneller und schöner als im Wohnzimmer. Ja wir kennen einen Gartenliedhaber, der darin alle Jahre die schönsten Erdbeeren getrieben und zlir Reife gebracht hat. Bei gehöriger Regulirung des ättbercn Luft« Zutrittes kann man hier auch frühe Pflanzen aus Samen mit Vortheil heranziehen. Nur mit dem Begießen muß man überall sehr vorsichtig zu Werke gehen. Die meisten Topfpflanzen bedürfen während des Winters ohnehin wenig Feuchtigkeit, und es ist dies hier, wo sie beständig in einer feuchten Atmosphäre stehen, umfoweniger der Fall. Bei sehr kalter Witterung kann man das Wasser in dein Kasten auch unter Tags noch ein- oder zweimal wechseln. Sitzung des Gemeinderathes vom 2. Nov. Der Bürgermeister Herr Dr. M. Reiser bringt zur Kenntniß, daß ihm vor Beginn der Sitzullg nachfolgende Interpellation zugekommen : „In dem Kommisiionsprotokoll vom 3. April 1876. betreffend die Erbauung der Leh-rer-Bildungsanstalt hat sich die Stadtgemeinde verpflichtet: 1. Den Kanalbau bis zur südlichen Grenze des betreffenden ärarischen Bauplatzes in der verlängerten Herrengaffe rechtzeitig durchzu-fül)ren; 2. die Straße längs der Baugründe der Herren Sin»on und Rapotz durch Abgrabuug und Verfahrullg der Erde, durch Grundirung und Beschotterung noch vor Beginn des bezüglichen Baues lierzustellen. In Erwägung daß voraussichtlich im kommenden Frühjahre das hohe Aerar den Bau des Gebäudes für die Lehrer-S^ildungsanstalt beginnen wird, — in Erwägung, daß bezüglich der Ausführung des Kanalbaues (l) bereits ein Gemeinderaths-Beschluß besteht und dermalen die günstigste Jahreszeit sür derartige Arbeiten heranrückt, erlaubt sich der Gefertigte die Frage': Ob die Verlmndlungen liinsichtlich ^klM^Mgsleistung der Aiirainer zu deni Ka-nal^^WM Kaiserstraße lns zur verlängerten Hei^^^^^nd in dieser selbst l'ereits durch--gefü^^WWantt im bejahenden Falle dieser Bau von^W Stadtgemeinde begonnen werden tvird. Zu 2. Ob der Herr Bürgermeister nicht geneigt wäre, inl geeigneten Wege dafür Sorge zu tragen, daß die Herstellung der Straßen-strecke von der Kaiferstraße bis zur südlichen Grenze des ärarischen ')^auplatzes für die Lehrer-Bildungs-Anstalt noch im Laufe dieses Winters hergestellt wird? Marburg, 20. Okt. 1876. M. Bar. Rast, G. R." Der Herr Bürgermeister erklärt, daß er diese Interpellation in der nächsten Sitzung beantworten werde; vorläufig wolle er nnr so viel bemerketl. daß in Folge der Sistirung des Baues der Lehrer-Bildungsanstalt auch der Ka-nall'au von Seiten der Gemeinde sistirt wurde. Jnl Voranschlage sei dieser .^analbau nicht vorhergesehen und sei es iwthig gewesen, vor-herbeschloffene, dringende Arbeiteil früher aus-fül)ren zu lassen. Herr Dr. Lorber berichtet ill>er den Voranschlag der Gemeinde für l877. N'ch dem Antrage der Sektion wird il» dcn Einnahmen blos ein Posten gestrichen, nämlich der „Erlös für die Ackerparzellen beiin Kadetlenstift" (20VV fl.), weil diese Grundfläche noch nicht verkaust worden. Der Gesanlnttenlpsailg beläust sich also nur aus vü,904 fl. kr. In Betreff der Ausgaben beantragt die Sektion: die „Interessen für Paffivkapitalien sanlmt 1"/^ Amortisation 55,163 fl. 32 kr.", auf 57,313 fl. 32 kr. zu erhöhen — die „Besoldungen für Beamte, Aerzte »lnd Diener 14,148 fl." auf 12950 fl. zu vermindern — als Rückstände nicht 600 fl. wie der Entwurf beantragt, sondern 1500 mehr, also 2100 fl. einzustellen. Diesen Anträgen wird beigestimmt und beläust sich demnach die Gesammtheit der AilS-gaben auf 131,281 fl. 82 kr. Die Einnahmen mit diesen Ausgaben verglichen, ergibt sich ein Abgang von 44,378 fl. 82'/z kr., zu dessen Deckung nach de»» Antrage der Sektion beschloffen wird: 1. eine 15°/o Umlage von den indirekten Steuern (83,333 fl. '/z kr.) — 12500 fl.; 2. eine Umlage von 25"/g von den direkten Steuern sammt Staatszuschlag (96,500 fl.) -S4,l25fl.; 3. 2°/., Zinskreuzer von dem Miethzinse (450,000 fl.) — 9000 fl., zusammen 45,625 fl. Der Ueberschuß beträgt somit 246 fl. 17 V« kr. Der Vertrag, welchen die Stadtgemeinde mit der Eskompteballk wegen Ueberlaffung von Lokalitäten zur Militärbequartierung abgeschlossen, geht am 31. Dezember 1876 zu Ende und entsteht nun die Frage, ob derselbe erneuert werden soll oder nicht. Der Jahreszins beläuft sich auf 1400 fl.; da jedoch nur 200 bis 230 Mann dort untergebracht werden können, so erweist sich der Pachtvertrag als ungenügend und schlägt die Sektion durch ihren Berichterstatter Herrn Dr. Lorber nun vor, denselben nicht zu erneuern. Der Gemeinderath beschließt in diesem Sinne. Der Herr Bürgermeister berichtet, daß Michael Winkler, Fabriksinhaber in Wien, die Anfertigung der Nummertafeln für Gassen und Häuser übernehmen will. Eine Gassentafel kostet 5 fl. 60 kr., eine Hausnummer-Tasel 1 fl. 80 kr. Die Arbeit würde biunen sechs Wochen ausgeführt. Da Marburg 747 Häuser zählt und 150 Gaffentafeln erforderlich wären, so belaufen sich die Kosten in runder Summe auf 2200 fl. Die Zahlung könnte znr Hälfte im Jänner 1877, zur Hälfte im Jänner 1378 geleistet werden. Die Kosten betreffs der Haustafeln würde die Gemeinde nur vorfchießen. Das Wort ergreifen die Herren: Dr. Vorder, Nagy, Dr. M. Reiser, Max Baron Rast nlld wird nach dem Antrage des Erster« beschlossen, die gewünschte Neueruug vorzunel)men. (Schlllß folgt.) (V o nl T e l e g r a p h e n a m t.) Die Depeschenzahl des hiesige,! Telegraphenanltes be, lies sich 1375 ans 62,619 gegen 56.769 iln Vorjalire. In Cilli betrug dieselbe 17,608 gegen 22.092 inl Vorjahre nnd in Pettau 10,236 gegen 9188 im Jahre 1874. Die Station Marbnrg weist inl verflossenen Jahre ein Defizit von 4205 fl. atlf, die Station Cilli ein solches von 1509. (Sparkasse Marburg.) Jiu Mo-uate Oktober wurden von 539 Parteien eingelegt fl. 115.907 27 und von 696 Parteien l)er-ausgenonttnen fl. 124.792.11, gegen Hypotheck wurden 5 Darleihen pr. fl. 15.360 und gegen Handpfäilder 3 Darleihen pr. fl. 2535 gegeben. 83 Wechsel wurdeu im Betrage pr. fl. 74.895 eskomptirt und 64 Wechsel pr. fl. 72.197 eingelöst. (Gewerb e.) J>n vorigen Monat wnrden l^eim Stadtainte Marburg folgende Gewerl>e angemeldet: Riemerei, Grazervorstadt, Tegett^ Hoff-Straße, Samuel Schuler — Verfertigung von Modekieldern für Damen, Stadt, Burgplatz, Josephine Gedliezka — Liqueur- und Branntweinerzeugung. Stadt, Draugasse, Maria Zaff — Drexlerei, Stadt. Herrengasse, Jakob Metzinger — Lederei, Stadt, Burgplatz, Niko-laus Gyeri — Greislerei, Kärntner-Vorstadt, Michael Martschitsch — Leistenschneiderei. Kärnt-ner.Vorstadt, Angelo Bergani — Tischlerei, St. Magdalena, Franz Tschernko — Schuh- macherei, St. Magdalena, Joseph Neutnann, — Riemerei, Stadt, Bur^.asse. Heinrich Zechner — Holzhandel, Grazervorstadt, Joachim Geier. Maria Zaff erhielt die Konzession zum Betrieb des Wirthshaus-Geschästes. (Ernetlnun g.) Herr Dr. Emil Burger, Auskultant beim Kreisgerichte Cilli ist zum Adjunkten des Bezirksgerichtes St. Marein er^ uannt worden. (Im Schubzimmer gestorben.) Anton Flucher von Raxeudors, Bezirk Marburg, geistig und leiblich verkoulmen, war aus seiner letzten Jrrsahrt bis in die Nähe Fresen's ge-rathen. Von dort wurde er nach Mahrenberg ins Schubzimmer gebracht, wo er am nächsien Tage starb. (Ausstelluug von Kunstuhre n.) Herr Johann Ulrich hat im Hause des Herrn Dr. Grögl (Domgasse) zwei Uhren (eine aus Leder, eine aus Brod geformt) zur Schau gestellt. Diese Uhren schlagen jede Stunde, und zeigen auch Wochen, Monate, Mondeswechsel und Jahre an. Dem Verfertiger ist vom Preisgerichte der allgemeinen Arbeiter-Jndustrieaus-stellung in Wien (1869) die silberne Medaille zuerkannt worden. Der Eintrittspreis beträgt nur zehn Kreuzer und empsehlen wir den Besuch, welcher von 9 Uhr Morgens bis 8 Uhr Abenc'ö stattfinden kann. Herr Ulrich ivird noch einige Tage hier verweilen. Theater (""8) Donnerstag den 2. November. — „Das ttäthchen von Heilbronn." Großes romantisches Ritterschauspiel von H. v. Kleist. Ein veruuglücktes Experiment, das neben vielen anderen" uns neuerliche Lückeu in dem bereits schadhaft gewordenen Theater-Apparat zeigte. Garderobe und genügendes Personal sind unerläßliche Faktoren, um ein derartiges Schauspiel mit Ersolg auffüliren zu kölmen; wenn nun zu diesem in vorerwähnter Beziehung sprechenden Blangel auch noch ein äußerst oberflächliches Studium der Rollen tritt, wie dies an diesem Abeivd deutlich zu ersehen war, dann ist es schade, daß ein sonst gern gesehenes Stück wirkungslos verloren geht, dann tl)ut es nns leid, daß man die Mallen des Dichters beleidigt, lind dann können wir schließlich deln Publikuln es nicht verargen, wenn es denl Musentenlpel fern bleibt. Wenn lvir auch gestelM müssen, daß die Schlnßscene ini 4. Akt von Herrn Direktor Zlnker (Wetter v. Strahl) nnd Frl. Haffner (Käthchen) gut durchgeführt wurde, so ließ nns deilnoch die ganze Anffül)rllllg nilbefriedigt. Es ist Pflicht des Schanspielers, ernst an das Stn-diuln dessen zu gelien, was geboteil werden soll, denn — Lx mililo niliil! Letzte Post. Dkr Finanzminister erklärt im Auf-trage Seiner Majestät, daß in Bezug auf das Privatvermösten deS Kaisers und aller Mitglieder deS Kaiserhauses keine Steuer befreiung beansprucht werde. Krusevatz ist von den Tiirken nicht besetzt worden. Die Hauptmacht der Serben sieht bei Deligrad. Alexinatz ist gänzlich zersti»rt. Die Reserven der Militärbezirke Ka san, Charkow und Odessa haben Befchl, sich bereit zu halten. Neunzig irreguläre Regi menter, darunter auch die Kosaken diesseits des Kaukasus werden zu den Waffen gerufen. Intereisaut ist die in der heutigen Nummer dieser Zeitung sich befindende Gl ückS-Au zeige von Samuel Heckscher senr. in Hamliurg. Dieses Hau» hat sich durch seine proinpte und verschwiegene Auszahlung der hier und in der llm-uegend gewonuenen Beträge einen dermaßen guten Mus erwortien, daß wir Jeden auf dessen heutiges In-erat schon an dieser Stelle aufmerksam macheu. Auszug au» deiik Beobachtungsregister der meteorologischen Beobachtungsstation Weinbauschule Marburg. «z 1876 Temperatur nach Telfius 7 Uhr 2 Uhr 9 Uhr Okt. 28. 29. 30. 31. Nov. 1. 2. 3. 6'4 lZ'0 3-2 4-0 2-0 -03 10 8 6 7-2 10-0 1-4 6-6 5-4 7-6 3-0 5 8 4-4 1-6 1-2 -0-8 4-1 Luftdruck in Millimetern Tagesmittel 741-2 741-2 736-1 78S 0 732-5 739 2 740-3 s^euch. tiflkeit in Pro-centen 87 36 89 95 79 75 78 ewölkung 7 Uhr ! 2 Uhr 9 Uhr ganz bew. bewölkt Nebel bewölkt heiter halb bew. halb bew. ganz bew. bewölkt halb bew. ganz bew. heiter ' halb bew. halb bew. ganz bew. halb bew. bewölkt halb bew. heiter heiter halb bew. nmerkung Mittlere Temperatur im Oktober: 11-0« Luftdruck: 738-3""". Niederschlagsmenge: 71-S""'-Am 31. Mittag Schneefall. Nr. 8240. Wahlausschreibung. (1303 Nachdem laut Kundmachung vom 5. September 1876 Z. 6167 zum BeHufe der Erneu-erungSwahlen für die im Sinne des Gesetzes vom 23. Dezember 1871 L. G. B. 2 vom Jahre Z672 Nr. 2, Z. 21, austretenden Gemeinderaths-Mitglieder die Wählerlisten zu JfdermannS Einsicht ausgelegt waren und nach Erledigung der, in der Präklusivfrist biS zum 27. Oktober 1876 vorgebrachten Einwendungen das ReklamationS-Versahren geschloffen ist, so wird die Vornahme der Wahlen hiermit auSgeschriebm, und zwar: Für den Iir. Wahlkörper auf den K?. November mit drei Erneuerungswahlen an die Stelle der Ausgelosten: Wilhelm Fischer, Felix Schmidl und Anton Badl. Für den H. Wahlkörper ans den SM. November I8VS mit drei Erneuerungswahlen an die Stelle der Ausgelosten: Eduard Janschitz, Franz Holzer und Josef Lobenwein. Für de« I. Wahlkörper auf den t. Dezember 187« mit Vier Erneuerungswahlen an die Stelle der Ausgelosten: Dr. Josef Schmiderer, Franz Bind-lechner, Johann Gutscher und Ludwig Rilter von Bitterl. Die Abstimmung mittelst Stimmzettel wird an jedem Wahltage im Rathhause, Haupt-plak Nr. 96, UM S Uhr Vormittag beginnen und um 11 Uhr Bormittag geschloffen. Unmittelbar darauf wird von^ der Wahlkommission die Stimmzählung vorgenommen und das Ergebnis mittelst Anschlages am Gemeindehause kundgemacht. Jedem Wahlberechtigten wird die Lkgitimationskarte zum Eintritte in daS Wahllokale zugestellt, welche nebst dem Stimmzettel der Wahlkommission zu übergeben ist. Diejenigen Wahlberechtigten, denen die Legitimationskarte bis zum 26. November 1876 nicht zugestellt werden sollte, können dieselbe beim Gemeindeamte selbst übernehmen. Marburg am 4. November 1876. Der Bürgermeister: Dr. M. Reiser. Beim Viermal!! ist soeben angekommen der MEt Hkirigt »odr »tiissr (Hochftermttzer) der Liter zu SS kr. Daselbst aukb stets gute steirische Naturtveine, der Liter Tischlvein 24 kr. und bejonders guter alter der Liter zu 40 kr. im Ausschank; gute Brat- und Leberwürste, stets frisch zuhause er» »ugt; gutes Mtttagmahl um 22 kr.; aufmerksame Bedienung. — Um zahlreichen Zuspruch bittet Achtungsvoll (1293 _Karl Hklementfchitsch. 8tanll llvi- Kvlllvinlagvn »m ZI. Moder 187k: (12S0 Os «. 11S.84S 8S. Aufforderung. Herr C. R.. k. k. Hauptm. des 21. Landwehr-Bataillons wird ersucht. daS unrechtmäßig behobene Kapital binnen 48 Stunden an meine Adresse zurückzuerstatten, widrigen» ich die Be-trugS-Anzeige machen werde. 1297) Ri. (1288 cker^I^iter TL kr. im Oastkause 1 ) ! LöscliSlks - .^smxkölilWZ!' Die (Aekerti^teu erlauben sivli diemit erKelivnst ÄllsuseiKeu, äass 8ie ilir s l U vollstänlIiK neu »ssvrtiit ksbvn, ii»6 empkeklen ilire reivlie L^usvslil von VLitck«!»!», Apit» I vitllvl», — Stlvir-, Gtrlvk ^ »uß^eksllskiie su« Ii muntirte (^eZeiistänäe kiir ^esolioiike. I I'tlU» ^ ^ I ^ äiv uiiä »Iloii möKlivken I i» Kliisson, Lrewn ö! kxsosll in K»N7. neuen vessins, I Zkvx«!»««!»!!»!»»«, Iträxvi» ^ so »uoti äiv ItiiKpL« et« et« ^ in allev mii^Iioden . in ^eder breite, Wvl»i»i»rvp^ k'arlteu siil' iileillvr Äl kettilvelie», RrliiAL & weisse Itri»»»' «»Sr k'eruer erlauben ^ir uns 8ie auf äeii ^RR?»v«rIca.ut SliRvr 2U billi^steu Dreisen aukmericsalll 2U maeben. lauter Z^usioderunK soliäester unä billigster öeäieluutg ewpLebleu. siel) z^u reebt sablreiel^em Lesueb Loebaelltungsvoll Vllllvlw «vt- » o? Mit einer Beilage. GO Beilage zu Nr. 132 der „Marbnrqer Zeitung" (1876). Aujsordkrung. Alle Jene, welche cin die Handlung des Herrn in Mcirbnrg eine Zahlung haben, werden aufgefordert, selbe öestimmt öis iL. Hlovemver 1L76 ini Comptoir des Herrn Kd. Janschih, Postgasse Nr. 22 zu leisten. 5^ Für das bisher geschenkte Zutrauen höflichst dankend, erlaube ich mir auch für die herannahende Winter-Saison meinen in gefällige Erinnerung zu britmen und empfehle: vorzügliche Lankowitzer Stückkohle, die als best anerkannte Etlliee Glanzkohle, sowie auch in allen Onalitäten und Quantitäten. Die Zu- stellung iu'S Haus wird billigst berechnet. Achtungsvoll Mtlliogtrjlraßt 93. Bestellungen übernehmen die Herren M. Bcrdajs, Buwplatz — A. Rein-precht, Hauptplaß — M. Morie, Tegetthoffstraße — und Fran tx. Kray, Bnrggasse. Eine Wohnung 1187 bestehend aus 3 Zimmern^ Vorzimmer, Küche, Speise, Bodenailtheil und Garten ist zu ver-mlethm. Anzufragen Grazervorstadt Nr. 114. pt l a p «l « (k'süsuelit) lieilt brieLiek äer Lpeeittlttrst Vr. Itlltlsvl», ^eustncit, Dresäeii (8tte!lsen). veseitti kikei 80»« mil kflvlx dvll«n'lhmt''n Phnrmakologen Herrn Professor Dr. v. Scln off iii t^esscu Vkhrbttchc der Phllriimfognosie alö Prtipnmte von »nlSgezeichneter Beschaffenheit chl^rakterisirt. Ztihlreiche ürztliche (<^,itl,chten und ^^Inersennungt^s^lsreiben t'on ^^aicn bezeugen deren l'orzüglichc Wirksamkeit. II Isniizx«;!»» nnßl ItSliIkOpAvIslVi», Nachenkutturliei!. Halsentziilldiiiigrii. Plontiitnllcidcii, Lttugcntuberkulosc tt. wird Bertier'S iTitIttR» mil vorzn^^lichem t^rsvl^^e nii^^rivcndet Dieselbe bewährt sich ferner nußerllch s^ej^eu »»eraltete ftiist. esckwiire. i> b e l r i e cii c n d e W li ii d e n nud Vrandw >lnde n !c. Preis einer Flasche salumt GebranchSanwcijnng 6l1 kr. kogvn Krampt- unll Köuvktiuston wie nberl),nlpt alle chrviiisch-n .^llNtNihe ist Berge r'S als sicher wirkendes Mittel bewälirt. M?" Preis eine? Alasche stnnint GebrnnchSanweisung 80 kr. vkroQ»soIio UQÜ vsraltvtv Ala.xv»Iv»üvQ, l'ei triiger Aerdannng, Appetttlt'si.^feit, Magenkatarrl). ilblein Anfstopen, nnd bei chronisch auftretenden Mi,gen. n. llntkrteibökränipsni wild Ber^lek'S mit verläßlichem Erfolj;? angewendet. Preis eitler Flasche slnnmt Gebrintchsauweisung 80 kr. tieApn eln»ni.'!«llei> Iliixeii- Ilnä Itnsml»,iti>rrl>. St)dbrennett, VerdaunligSschivliche. sowie gegen B e r s ch l e i m n n g, H n st e n nnd Heiserkeit siud e r-^ler's llZsiK ailsiercirdeutlich bewäl)rt. Mp- Preis einer Blechdose sammt (^^ebralichSanweisiing 50 kr. , insbesondere gegen HantanSschläge, Kritpc, Flechten. Erbgrind, Schmerrfliiß, Kops- nnd B.irtschllppen, solnie gegen Sommersproftcii. i-^elterflecke. sogenannte Kn^'seriiaft, Fr>,stbenlen nnd Schweislfsisie mird^ init stets sicherem r s o l g e « ttn'illxitti»«»'!»«' Vitt'»'»'»'«'!!'«' angewendet. Dieselbe entliält 4lliget, und lnezu Mei Feil-biktnngStagsatzungen, die erste auf den 7. und die zlveite aus den SU. November 1876 jedesmal von 1l liis 12 Uhr Bormittags im diebgerichtlichen ebenerdigen Verhandlungssaale mit dem Beisatze angeordnet tvorden, daß die Forderungen iiei der ersten Feilliietung nur um oder über den Nennwerth und bei der ztveitei» Feilbietung aber auch unter demselben gegen sogleiche Bezahlung und Erlag der Stempelge-btthren, jedoch ohne Haftung für deren Ein-bringlichkeit, tverden liintangegeben tvelden. Marburg am 20. Oktober 1876. Der Konkttrs-'^ominlssär: Tlche ch. W <71 Butter-Lieferanten, frischer eingesalzener W-iare sucht 'lods.vuos Vorseda», vrosüou DllUlPs-ii.Waiiilcilb«d in drr Kürnturr-llorlliidt a glich von UI)r strl'lh liis '/^8 UIn Abende. IK6) Alois Schmiderer. d« S s de s s, II Ii « s a- de Z W üi^ ßntß^i VMSs«n empüedit ^ion Lcliöil!l ü kleilleiüIiiNZili in Hiichiii'z Aigens Erzeugung solill Keardvitete, mollvi^n s,ixunirle unorr»x>1veiS8......... „ lZ 8in6 8wt8 sw von 3—9 «Islireii. in reielllmlti^er ^U3^alil mit ?e?7.tA8(;1te.......von ü. 12 ^67'»i6?' o^ie 7t6?^66^6?^, ???0c/6?'NL^6?^ ^ec/k??'?»a7!7t öes^e ööt/ien^ M? sc>/iei?6 ^T'öei^ 7n'c/ö^ /iuss6?ic/6s 1274 K> S >M« B? s c? s s, 1 SS von Privaten unter k. k. ^',il'onz Kontrolle raf-finirt, verfendet in Säcke verpackt für CiSleitha-nien wie bisher prompt das SaI»»IDvp«t ii» Slillß. Näheres ertheilt der Vertreter l271) «. in Cilli. I R»trr Müßirr Oariiitir sisichersten Erfolges lnillt nach nenesteii Eifahrnngen^; v^klindlich^ schnell und nugenelim geschlechtliche Exzesse« lijeden Grades, inSbes^i, ere .eriiachliissigte oder nnvoll-M Mtändig kurirte, Jahre li'ndilrch verschleppte Sl)pl)iliS^« ^'im secnndaren nnd te.liäreii Stadinni, svlvie Schwäche .^ Kttstünde. Impotenz. Pollutionen, Weißfluß und HautH ^^ansschläge jeder Art bei strengster DiScretion. I»lw»vlu»«ri llnbemtttelle werden l'eriicksichtigt. (558 tZli Orixinal-Nan ^riltis unä vttol» «tnit^t^lzk^I^ter sasvrt 1tin >vsnl?s 8jvli (Inder mit ^uk-trlixsn (1er n»ks lievorgtstionäou ^ieliunx kall)ör !)is 2Uln IS. «I. vei'trniieijkivoll nn Lttnqnier kr., 12 Giöße 0st. 50 kr. sammt Eliii u' t» Patronen. föinvl-v kvvolvsr mit Clsenbeingriffen ^'der Sillier und Gold eingelegt 12—15 fl. . ooppvilauf-ks^okrs mit Damast Lauf'n fl. 10 50, ,2 50 und 14 60. l.vfauekvux-Kv^vki-0, bcstes garantirlts Fabrikat mit NofiN-, Hufnagel- lc. Damastläufen, jedes Stl'ick fl. 25. 30, 40, mit G.rantle. Ä.de Alt jaglii-squiLitsn find billig zu hallen. Sl'raitbeutel 30 kr., Ja..dtafflien mit ^e. fauchenx fl 3. 4, 5. Kapselseher 4ü kr. Alles 8taunvnll billig, beim gi-vZLvn ^iisv«rll»ii5 :i02) der Jndustriehalle _____«»«<» lit, Verstorbene in Marbnrg. 2l». Oktober: Klnn scher Maria. Tagli'hnerStocht., 8 Tage, z^äriltttri-Vorstadt, Fraiseii; 2. Nvl'.: .^luresch Vinzenz. BaliiiarlieiterSsohn, l 7 Tage, ELerzierplnh, Darni. kotarihl it.: Miiller Karl, Tischlermeisteissol)». l?Zagt, Milhlgnsse. Hraiseu i t)t e/al>c k Johann, Balnispeiigler, 4" Jahre, Neue Kolonie, Lungentulierkulose.