Ollibacher H Zeitung. «r. 14l. <>lHnumelal!on»plel»: I» lv. Vii« b» Post gonzj. fi. >5, halbj. fi. ? b«. Donnerstag, 22. Juni. 4 Zeilen «5 ll,, glößne pr. Zeile S lr., be< sfl««« >wi«b«holun^,«n hl. Zeill » .». 187«. Aintlicher Tl?eil. ^ 3e. l. und l. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchst unterzeichllelem Diplome den, k. t. Reg,e-"»'«srathe Adolf St ein ha user in Salzburg als "l'tter des Ordens der eisernen Krone dritter Klasse in ^emüßheit der Ordensstatuten den Ritterstand alleranä-"sst zu verleihen geruht. Se. t. und l. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 14. Juni d, I. dem "inisterialrathc des Handelsministrriums Joseph Frei' Herrn v Buschmann in Anerkennung seiner viel» ihrigen, treuen und vorzüglichen Dienstleistung taxfrei bl»s Ritterkreuz des Leopold"lnisterium zu verleihen. Chlumecly w. p. Se l und l. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 14. Juni d. I. aller, ^digsl »u gestatten geruht, daß den, Ministerialrathe ^Director des Postcoursbureau im Handelsministerium i"chael v Fchringer anläßlich seiner Uebernahme ^ben bleibenden Ruhestand der Ausdruck der besonderen "Uerhöchstm Zufriedenheit mit seiner mehr als 44jahri. ""» stets vorzüglichen Dienstleistung bekannt gegeben »,, Se. l. und k. Apostolische Majestät haben mit ! Ul^chster Entschließung vom 14. Juni d. I. über 3'Urag des Ministers des kaiserlichen Hauses und des N'?rn den mit Titel und Charakter eimS Hof' und ^ "lsterialrathes bekleideten Seclionsrath Grasen Theo-M 9ievertera ^m wirklichen Hof. und Mmstenal. rathe und den mit Titel und Charakter eines Sections, ralhes bekleideten Hof- und Ministerialsecretär Otto Löwenberg zum wirklichen Sectionsrathe, dann den Hof- und Ministerialconcipisten erster Klasse Dr. I. Adal. bert Edlen v. Fuchs zum wirklichen Hof« und Mini. sterialsccretär im Ministerium de« kaiserlichen Hause« und des Aeußern allergnädigst zu ernennen geruht. Se. l. und l. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 14. Juni d. I. den Scclionsrath dcr Präsidialscction des Ministeriums des kaiserlichen Hauses und des Aeußern Karl Freiherrn von Krauß zum Hof- und Ministerialrathe extra l>tHww allergnädigst zu ernennen und dem Scctionsrathe in der gleichen Section Gabriel Bavrit v. Heves den Titel und Charakter eines Hof- und Ministerialrathes taxfrei allergnädigst zu verleihen geruht. Nm 20. Juni 1876 wurden in der t. l. Hol- and stllllt«-druckelei in Wien die illlli,nischf, buhmische, polnische, rulhcnische, sloomische, lroatische lind romanische Älingabe or« am 2>). M»! 1876 vorläufig blos i» der deutschen Ausgabe eischieneiitn XX. Stucke? de« ReichSyrsehblalltS »««genebeu und versendet. Dasselbe enthält unter Nr. 68 d°S Gesetz vom 12. März 187«. lietl.ffeud die Beschaffung der zum Nuboalie u»d zm Inbrliiedseyui'g dcr Eiseubahu i!eober«dors-St.'Pr<-S!.-P!zllcn sammt Nebeulmien. so wie die thlilweisl Ndtindciuug und Er.änzung des Ueberein-tommtu« vom 31. Jänner 1875 (N. G. Vl Vir. 1l). (Vr Ztg. Nr. 13!) vom 20. Juni.) Nichtamtlicher Theil. MtN, 20. Juni. Ausweis über den Slant» der Rinderpest in dcn im RelchS- ralhe vertretenen Bändern Griechenland und Rumänien, das „EorteSledieren" und Parleigelrlebe im parlamentarisch ^schulten Ungarn führt uns auch zu oft die Mangel aller Menschenwerle vor Augen. Eine parlamentarische Regierung nl»ch abcndländi» scher Schablone würde die Türlei nicht besser zum abend» lülidischtn VerfassungSslaate machen, als ein Fisch zum Vogel wird, wenn man ihm stlügel anbindet. Die Türkei muß gegenwärtig und vor allem zum Rechtsstaat ausgebildet werden, der sich mit der absoluten Regierung evei'jowol vertragen dürfte, als er eine mittelbare Theilnahme der Nation an der Regelung gewisser »n-aelcgenhcitell zuläßt. Angesichts der trostlosen Finanzlage scheint es vorerst nöthig, daß alle in dieses Kach einschlagenden Hauptfragen von einer Staatsgewalt geregelt und behandelt werden, die sich dcr nothwendigen Unabhüngigleit erfreut und dafür die volle Veranlworllichtelt trägt. Das Staut«-vermögen muß gegen jeden willkürlichen Eingriff gesichert werden. Der Sulkn scheint damit einverstanden. Gr betrachtet eine solche Beschränkung nicht als Eingriff in seine Souverünclülsrechte, sondern als nothwendige Ga raniie des Staalsbeftandes. Es ist übrigens die uralte Stellung des Beil ül Islam, also kaum eine Neuerung. Dies und die Beschränkung jeglicher individuellen Willkür (mag sie auch der patriarchalischen Anschauung ent-stammen) zugunsten der rückhaltlosen Anerkennung des persönlichen Rechtes erscheinen als die Hauptpunkte in den Grundzügen des dringlich erforderten Reorganisa-tionSstaluts. Feuilleton. Ver Uhrmacher von Slraßburg. Historische Novelle von F. Klinck. (Fortsetzung.) M^ HHl«, K«?i»»l. ! De» Meisters Rache. ^.^lthold von Rüdiger und Gunda h"llen beim M»!.. "Wot freundliche Aufnahme und Schutz ae-U^' "uch Isaal Habrecht war im Kloster, aber l« « M,«n ?l ulnuachtll. die Qualen, welche er erdul et, !^ »5> mißtrauisch und argwöhnisch »""««' "" ^^bt wagt« nicht die momentane Ruhe. we«e bei W ih^"reten "«". dadurch aufs neue zu stören, daß ^ h^bt° N'Nn "an die Herren vom Rache l«>5°urg N'^tt ie o°n Isaal v°b«ch" Uw d<^ ö" überzeug n aber ein Teufel war bere.t, das ^ zu schüre.? und man glaubte'den Versicherungen «n " nicht. ^chdtm Hugo von Raveshorst die Fluchten ver->b'«?"lolgt. dennoch aber ihre Spur cMdeck hatt«, dtb,. "ftch „^ Straßburg, «m dort aufs neueau Kll>" ^ ««wegung zu setze«. "M Is°°l H"b"<" i" Vt" "«"' . °us' vist es denn mvglich. daß es für m^ Gluck ,n der Welt geben kann?« " „Verzaget nicht, mein Freund, Euer Schubaeltt wacht über Euch. HM Ihr Muth, Euch noch einmal wieder da« Glück lächeln zu sehen?" Die Thür öffnete sich - einen Augenblick stand Isaat regungslos. Auf der Schwelle stand sie. an wel«l»e er wachend und träumend gedacht. ..Gunda!" rief Isaal Habrech,, und schluchzend laa die Geliebte in seinen Armen. '«^"yzcno lag Lippen^ ^°^ ^ "^"'" ^"" ihre bebenden „Nur der Tod soll uns «rennen," bestäliate ^sa°, und er fühlle den Muth und die Kraft, sch sew Glück trotz einer Well voll Verfolger zu sichern. Aber mitten in das Glück hinein fielen schon die ersten Wermu.hstropfen. Noch halle Isaat kaum sein m!?"5"'^ "^"erraschung überwunden und mach" mit dem Abte Pläne, was nun zu beninne« s-i «,« Plötzlich ein dienender Bruder in die Me Z u ttür^e und auf den Abt zueilte ^ '"^ 1090 Wenn diesem oberwähnten Staatskörper, der durchaus kein eigentliches Parlament zu sein braucht, noch ein gewisses Recht der Control« verliehen und die Freiheit der Presse in etwas verwirklicht würde, so wäre damit die Basis gewonnen, auf welche der Sultan und seine Minister das Reformwerk zu Nutz und Frommen aller Osmanen und nicht nur der Christen in Angriff nehmen und wei< ter ausbauen lünnen. In Bezug auf die Stellung der Christen herrschen in Europa noch manche Irrthümer. Die Christen erfreuen sich eines großen Theils der Rechte, die man für sie noch immer beansprucht; daß das Princip hierin weiter vorgeschritten ist, als die Praxis, hat nichts befremdendes. Die Aufnahme in den Staatsdienst ist längst durchgeführt, der Christ Daud Pascha war Minister, Rustem Pascha ist Geueralgouverueur, von den Unter» staatssecretüren, Botschaftern und den anderen zahl« reichen christlichen Beamten gar nicht zu reden. Auch ihre Zulassung zum Heeresdienst ist principiell schon längst entschieden und wird auch durchgeführt werden, wenngleich der Umstand, daß manche christliche Stämme sich nicht frei von der Geneigtheit gezeigt haben, subversiven Zuflüsterunßen Gehör zu schenken, sie nicht ganz harmlos erscheinen läßt. Küprisli Mchmed Pascha wollte besondere christliche Depotbataillone errichten und die derart zu Soldaten herangedrilltcn Rekruten sodann in größeren Gruppen in die jetzigen muselmännischen Re< gimenter einreihen. Hussein Avni wird heute hinter Kü» prisli sicherlich nicht zurückstehen. Behufs der Regelung über die verschiedenen Nesitztitel soll ein Einvernehmen zwischen der Regierung und den Ulehmas erzielt worden sein, gleichwie in einigen anderen Detailfvagen. Der Fanatismus der Ulehmas ist eine sehr konventionelle Annahme, die selbst vereinzelte Fanatiker unter ihnen kaum rechtfertigen. Man darf nicht übersehen — so schließt die .Mg. Ztg." diesen ihrcn Artikel, — daß die öffentliche Mei, nung Europa's, d. h. jene, die sich allen Parteilichkeiten und Verzerrungen zum Trotz als ideale Rcchtsidee er» weist, auch am Goldenen Horn ein nicht ganz zu unterschätzender Controlsfactor war und sein wird, besonders wenn die Vertreter der befreundeten Mächte sich zu seinem Sprachrohr machen. Daß dies im letzten Iahr-^ zchnt nicht der Fall war, liegt an den ganz normalen Zuständen in Konstantinopcl und außerhalb der Turtei. Durch die dortigen Ereignisse und Englands Auftreten sind sie hoffentlich gebannt worden. Umsomehr liegt es aber andererseits diesen Mächten ob, im Auftreten das Selbstgefühl des Osmanen nicht zu verletzen und sein Recht auf Uuabhängigtiit nicht unnütz und äußerlich bloßzustellen. Der Transformationsprozeß des Osmanen» thums scheint nach den letzten Erfahrungen lein Ding der absoluten Unmöglichkeit mehr. Das Aufgebot Serbiens. Das serbische Ministercabinet ist zur Stunde ill unausgesetzter, lebhafter Thätigkeit, die sich Haupt» sächlich nach wie vor auf das militärische Gebiet erstreckt. In diesem Augenblick ist unstreitig Rist it der lebhaf. lest« Vertreter der Friedenspartei im Schoße des Ministeriums. Ristii galt zwar in den Augen der Omla-dina als der Actionsmann p».r yxosiisiico, und wurde dessen Amtsantritt als ein Zeichen der nahen Action an. gesehen. Allein, wer Ristii genauer kannte, wußte wol, daß er kein Anhänger der Kriegspartei ljUlmä mömo ist. Er hat nie die sogenannte serbische Mission auf die Spitze des Degens zu stellen beabsichtig!; er schmeichelte sich, auf diplomatischem Wege manches zu erreichen und durchsetzen zu können. Er ging von der Annahme aus, die Pforte werde zur Ueberzeugung kommen, daß es in ihrem Interesse sei, den Vasallenstaat an der mittleren Donau durch eine Stärkung befriedigt zu sehen, und daß sie früher oder später sich zu einer Transaction be» züglich Bosniens ebenso bereit finden werde, wie sie es seinerzeit inbetreff der Festungen gewesen ist, obschon Fuad Pascha 1862 erklärt halte, die Pforte werde niemals auf diese Säulen der türkischen Stellung an der mitt. leren Donau verzichten. Diesen Anschauungen conform ließ Ristii in der letzten Zeit mehrmals das Terrain sondieren, zum letzten male erst vor einigen Tagen. Zn seiner großen Enttäuschung überzeugte er sich aber, daß die Pforte nicht daran denke, auf die Wünsche Serbiens einzugehen. Diese Ueberzeugung nun hat auf Rlstit fo gewaltig eingewirkt, daß er, wie nunmehr bestimmt ver» lautet, von der Idee abgekommen sein soll, einen Svt' cialoelegierten nach Konstantinopel zu entsenden. Diesen Umschwung der Anschauungen bei Ristik beulet die Krlegspartei im Schoße des Cabinets natür» lich nach Gebühr aus. Kriegsminister Nikolai, Justiz, minister Gruic, Finanzminister Iovanovlt, die Vertreter der Action, haben bereits die Stimme des Minister. Präsidenten, des alten Stevta Michujlovic' für sich ge» Wonnen, und in einem am 18. d. M. abgehaltenen Ml« nisterrathe wurde beschlossen, die Kriegsrüstungen so rasch als möglich zu Ende zu führen. Der Kriegsminister lieferte Daten, welche beweisen sollten, daß die serbische Armee einer eventuellen Campagne vollkommen gewachsen sei, während der Minister des Innern seiner, wie er glaubt, durchaus begründeten Befürchtung Ausdruck gab, das Aufgeben des KriegsprogrammeS könne einen Bürgerkrieg hervorrufen, da „die Spannung der Gemüther eine gewaltige sei, und diese sich nach irgend einer Seite entladen müsse." Bis jetzt w«rde nur das erste Aufgebot der Miliz mobilisiert, nun hat auch das zweite Aufgebot Marschbefehl erhalten. Am 14. hat der Ausmarsch dieser Milizllasse begonnen. Dieselbe zählt 42,000 Mann, und ist, was Ausrüstung und Equipierung betrifft, ganz gut vorgesorgt worden. Genaue Ziffern über die bereits bei Alexiuac und an der Drina aufgestellten Armcccorps lassen sich nicht geben, doch wird man kaum fehlgreifen, wenn man dieselben nach den Angaben des offenbar sehr gut unterrichteten belgrader Berichterstatters der „Pol. Corr." auf 70,000 Mann veranschlagt, und zwar dürften bei Alexinac, Deligrad und hart an der Grenze von Nis bei 45,000, an der Drina bei 25,000 Mann echellonniert sein. Das Drina-Corps wird von Ranlo nachfolgen. Derselbe ist nach Wiener-Neustadt einberufen. Alimpic commandiert. Die Vorhut desselben bildet ein großes Freiwillencorfts, welches von Major Vlajlovii befehligt wird und auch über 6 Gebirgölanonen dis» poniert. Es werden überhaupt auffalleud viele Frcicorfts gebildet. Es wurden noch solche formiert: in Boljcvac (negotiner Kreis) eine Legion in der Stärke von 500 Mann; bei Kladowo in der Stärke von 300 Mann, von einem ungarischen Serben, Namens Zcga, befehligt, der durch viele Jahre in Militärdiensten stand; eine dritte Freischar steht bei Obrenovac. Wenn man die sämmtlichen organisierten und noch in der Organisation befindlichen Freischarcn ins Auge faßt, muß man un< willkürlich annehmen, daß denselben eine große Rolle zugedacht sein müsse, denn sonst wäre es unbegreiflich, daß die Regierung für diesen Zweck so viel Geld ausgebe. Im Moravalhal sind mehrere Milllärspiläler er. richtet worden. Es macht sich aber ein großer Mangel Der Abt erhob sich — Isaak Habrecht aber warf einen Blick voll unaussprechlicher Angst auf Gunda. „Die Kunde bringt nichts GuteS, mein Freund — ein Söldnerhaufen hat dem Kloster niemals etwas an< deres als Unheil gebracht. Ich muß das aussprechen, damit e« uns nicht unvorbereitet trifft." ,.U«d was gedankt Ihr zu thun?" „An Widerstand darf unser unbefestigtes Kloster nicht denken," entgeguete der Abt betrübt, „aber ich hoffe, die Heiligkeit des Ölte« wird ihre Wirkung nicht verfehlen und den wilden Söldnerhaufen einschüchtern." Isaal Habrecht aber ahnte die Gefahr, welche ihm drohte. Was konnte der Söldnerhaufe wollen als ihn? Und plötzlich reifte in ihm ein Gedanke. „Hochehrwürden," fagle er mit fester Stimme, „bringet meinetwegen das Kloster und das Lebln so vieler nicht nutzlos in Gefahr. Aber eine Bitte er» füllt mir." «Sprecht, Isaal". sagte der Abt, „und wenn es in meiner Macht ist, Eure Bitte soll gewiß Erhörung finden." „Gunda", wandte sich dann Isaal an das erschrockene Mädchen, „du hast mir gelobt mein Wcib zu werden — willst du es noch?" ..könnt Ihr fragen, Isaal?" entgegnele sie leise mit einer lieblichen Rölhe auf den Wangen. ..Dann, Hochehrwürden, bitte ich Euch, segnet in diesem Augenblicke unsern Bund, damit uns leine well. liche Macht zu trennen vermag." Der Abt erschrak — im ersten Augenblicke wollte «r «ww gegnete er nun feierlich. „Folgt mir sogleich in die Kapelle." Eilig ertheilte er einem Mönche Befehle, die nö« thigen Vorbereitungen zu treffen. Isaak Habrecht ath« mete lief auf, indem er die halb ohnmächtige Gunda zu stützen vcrsuchle. Da donnerten die ersten Schläge gegen die Klo-sterpforte. Der Abt sprach schneller als gewöhnlich, die Cere» monie zu beenden. Isaal und Gunda knieten vor dem Altar, indeß schon die Söldner durch die friedlichen Gänge des Klosters stürmten. Jetzt wurde die Thür der Kapelle aufgerissen und Hugo von Raveshorst blickte auf das lnieende Paar. „Amen! Amen!" sagte der würdige Abt, ohne scheinbar die Slörer zu bemerken. „Da ist er! Greift ihn! Bindet ihn!" schrie die Stimme des Ritters, indeß Ounda leblos am Fuße des Allars niedersank. „Auch den Pfaffen laßt mir nicht entgehen, damit wir Gericht über ihn hallen lünnen, wie er es verdient." Wie hungrige Raublhiere auf ihre Beute, so stürz, ten sich die Söldner auf Isaak, welcher sich ohne Wi» derstand binden ließ. Nur einen schmerzlichen Blick warf er auf Gunda, doch tröstete es ihn gleichsam, als er ihren Vater unter den Angreifern erblickte. „Und nun thut, wie Euch der Rath befohlen", fuhr der Ritter von Raveshorst voll wider Schaden» freude fort. «Blendet ihn, damit er nicht Verrath üben kann und unfere Stadt betrüben." (Schluh folgt.) an Aerzten fühlbar, so daß man an die MitwirkM russischer Aerzte appellieren muß. Eine ansehnliche An' zahl derselben wird aus Petersburg erwartet, so daß auch diesem empfindlichen Mangel bald abgeholfen sei« dürfte. Die amerilanische Präsidentenwahl. In Cincinnati tagt die Nationalconvclilio" der republikanischen Partei der Union, um übcr das Programm und die Präsidenlei-.wahl zu berathe" Die 37 Staaten und 9 Territorien, in denen sich bit Partei organisiert hat, senden 738 und 18, im ga»ze" also 756 Abgeordnete, die theils bestimmte Instructione« von den StaatSconoentionen mitbringen, theils mit uü' umschränlter Vollmacht versehen und bezüglich itM Stimmenabgabe in keiner Weise gebunden sind. Al Candidate» sind für die Präftoentensttlle in Voistla« gebracht, nemlich Washburne, der amerilanischl Gesandt in Paris; Hayes, der Gouverneur von Ohio; Jewell, der General.Postmllster; Hartrauft, der Gouverneur o»" Pennsylvanien; Morton, ein Senator für Indian«! Conlling, ein Senator für Ncwyorl; Bristow, ^l Finanzminister, und Blaine, Congreßmitglied für Mal"l und ehemaliger Sprecher des Repräsentantenhauses. Um 16. d.M. war die Convention den ganze" Tag mi! der Aufhellung des republikanischen Präsident' schaflscandidaten beschäftigt. Die erforderliche Stii"' menzahl beträgt 379. Bei dem sechsten Wahlgangc ll< hielt Vlaiue, welcher bisher die meisten Stim""" erhalten halte, 308, Bristow 111, Haye« 113, M^ ton 85, Conlling 81, Hailrauft 50, Washburne 4 u" Wheeler 2 Stimmen. Im siebenten Wahlgange ertM Hayes die Majorität, nachdem Morton und Vrlst^ zurückgetreten waren. Derselbe wurde als Candidat aus' gestellt. AlS Candidat für die Vicepräsidentschaft w"ldl Ouillamnc Wheeler auS Newyorl gewählt. Die Frage ist nun, ob die unterlegenen Anhang Blalnes und Conllings sich fügen und den gemeiüsa^" Partelcandidaten acceptieren werden; ferner ob die ^ publilanische Reformvartei unter General Schurz, b>l Partei der anständigen Leute, die die Corruplio» ""' den Staalsdicbstahl verabscheuen, sich Gouverneur Ha^ als Candidate» werden gefallen lassen. Vlelseili, n>ll angenommen, daß die Reformer (zu denen ein lM< Theil der Deutschen gehört) von oen Rcpllblilancrn a° fallen und zu den Demokraten übergehen werden. M" diese letzteren, die in zwei Wochen ihre Parteiconven»" n A, gen. dessen Viceprasident er war), Pierce, Ia""^" chanan, Abraham Lincoln (zweimal), Andreas ^^z-(Vicepräsidcnt, wurde durch Ermordung ^mcolns ^ ^ sident), Ulysses Simpson Grant (zweimal). 3"/" ^ haben bis jetzt 19 Personen das Amt eineS Prop" bekleidet. Präsidentenwahlen waren bieher 22. Politische Uebersicht Vaibach, 21. Juni. ^ Den beiden niederösterrcichischen M^ tagen, welche bisher — im Jahre 1871 in S» ^ ,„ und 1874 in Krems — abgehalten wurden, ,!^ ^ wenigen Tagen ein dritter Parteitag in -^cb"'"! D' nachfolgen. Derselbe ist nach Wiencr-Neustadt """.,,„,!' Die Vorversammlung ist für den 24., die Hauplv^ h yie lung für den 25. d. bestimmt. In dcr ersteren w'^, Festsetzung der Tagesordnung und die Wahl o" ^ rentcn erfolgen. Zur Besprechung dürften die M'lc ^ des Ausgleichs mit Ungarn, die Feststellung des ^ lcgiums der Nationalbant und die Reform veo ^,, gesctzes gelangen. Das Einladungsschreiben i"^ ^gsel nähme am Parteitage ist vom Abgeordneten ^ ' Kopp uuterzeichnct. rlsü^ In der gestrigen Sitzung des u n g a r ^^ Abgeordnetenhauses wurden die sanclionle"" ^^^i,g über den Handelsvertrag mit Hawal, die "" ,^ ^ dcr Comitale, den Kronstadt Tömüser ^"^,„c«o^ Modification der ConcesslonSurlunde für °le ^^ Orsovaer Bahn und über die Sicherung d" v ^, larpfandbrlefe promulglert. Sodann """ -^ag b" llches Rescrip! verlesen, laut welchem der "«-" ^i, 28. September vertagt ist. Die «bgeord «le« ». unter Lljenrufen auf den Präsidenten ausel«'«» 1691 Mti..?n scant retch beschäftigt sich die öffentliche "lllnung noch immer hervorragend mit der WahlGuf. '««zum Senator. Wie in derartigen Fällen üblich, «l den auch die neuesten Maßregeln des Ministeriums s°ni> ' ^"ignissm ln Verbindung gebracht und insbe. ^noere in den neuen, prononciert republikanischen Vire» ««nts in den höheren Verwaltungsstellen will man eine "Monstratlve Antwort der Regierung auf das anti. uumstellelle Senatsvolum crlcnncn. Vi:r Präfcclen. welche als Anhänger Büffels galten, unter ihnen der «onapartist v. Nervo (Eure.et.Loire) und der junge ^ouvenel, der Sohn des gleichnamigen orleanlstischen "lltgliedes der letzten Nationalversammlung, sind ganz °u« dem Dienste entfernt und sechs Prüfecturen in die vünde von Männern gelegt worden, welche nach dem Sturze Thiers' entlassen worden waren oder sonst schon unzweideutige Beweise ihrer republikanischen Gesinnun. «" gegeben haben. Z>, dieser letzteren Kategorie gehört °« ^um Präfeclen des Bar Departement« (Toulon) er. "llmuc Herr Altfander Rey. Zwei Präfeclen wurden "rseht, nemlich der Baron Reinach Werth von Maine« "'Uolrc nach der Meuse und Herr v. Riencourt von "" nach Eure el»Loir. Es verlautet, daß nächstens noch itlzn Präfecturen und achtzehn Unterpräfecturen neu be» >Ht werden sollen. Die Rechle des französischen Senats hat die ^slcht, darauf anzutragen, daß die Verhandlung über ^s Gesetz, betreffend die Verleihung der Grade, auf ^tn November vertagt werde. Dieser Antrag wird indeß °°n der Linlen und dem Ministerium lebhaft belämpfl ""den und hat wenig Aussicht, durchzudringen. Einem soeben dem englischen Parlament vor» ^tilgten FlottenausweiS zufolge standen am 1. Oktober «s abgelaufenen Jahres 241 Schifft mit 1689 Ge->Wen im Dienst. Die vollständige Bemannung an Offizieren, Matrosen, Schiffsjungen und Marinesoldaten "lrug 33.930 Köpfe, und zwar 25,156 Offiziere und Ma-Men, 2721 Schiffsjungen und 6053 Marinesoldalen. "«Mannschaft der Küstenwache war 3873 Mann »an, in den Hafenstädten lagen 6929 Mann Marii,e. "uppen und 478 Maschinisten u. s. w. Die verfügbare «elerve betrug 3933 Malrosen, 1269 Mann zur Be-olenung der GeschO und 961 Schiffsjungen. Seecadet« d ^»tt^^a c"" Hsglinge für den niederen Flotten-ml ll ""^ ^" verschiedenen Schulschiffen der Ad. Die jüngste Wahlniederlage der belgischen Live. "en hat die eine gute Folge, daß sie dieselben auf das ^tbltt praktischer Reformforderuugen drängt, auf dem, " es scheint, Doctrinäre wie Progresslsten zusammen. U!" w°Ucn. In Brüssel fand vorgestern el.'e aus allen ^"dten des Landes beschickte liberale Confere.iz stalt, "I welcher beschlossen wurde, überall im Lande eine ^«ltlon an den König aufzulegen, in welcher um die Innung einer außerordentlichen Kammersessiou und HVorlage behufs Revision des Wahlgesetzes gebeten yll», ^^ W"b,l in Antwerpen hat gezeigt, daß den Kralen bei dieser Forderung die primitivste Gerechtig, ben, ^ ^^^ ^lht; dazu können sie sich, wie das in tz^, Manifeste der antwerpener Liberalen geschieht, auf liner m V°ld ^ berufen, der jede künstliche Suprematie tin lV""ti in Belgien — und daS Wahlgesetz schasst Me fur die Klericalen — als unheilvoll erklärt, sty,,»- Korrespondenz,welche der ..France" aus Kon-^"llnopel vom 13. d.M. zugeht, also noch vor lchll^""t>uug Hussciu Ay,,j Pascha's geschrieben ist, '.h>>ss - ^^ dortige Lage in den düstersten Farbcu. ^c> m, "'^ Mithao", sagt sie, „seien bci allen son-l»cl>t , .^ungsverschiedenheitcn von derselben Herrschte^, ."^t und gleich abgeneigt, dem christlichen Clc-sit ^«.^gend welche politische Zugeständnisse zu machen; °>l!f ^"tcn sich, nicht blos auf England, sondern auch ^il«7^"^tich zählen zu können, wenn es zu einem öll'8 k « ' Der Schcil-ül-Islam sei das willige Wert. ^t?'"" Avni Pascha's. WaS Murad V. betrifft", bt>, H . bann weiter, ,so werden oic Blätter, welche ^W, ?!"6sanlritt dieses Prinzen mit Freudrn be< ^tra. s ^" "ls einen mit der modernen Civilisation ^ kralln " ^^"" dargestellt haben, der die Lehren der ^sth^'che'l beherzigen werde, bald ihren Irrthum Msch^.n,«« aus Belgrad meldet, soll Mulhlar Wt« /"" 18,000 Mann die Herzegowina ver. W« s^"b sich „g^ Serajcwo gewendet haben. Von dort Mstiil." ^"ornil. wo 3000 Mann Besatzung find, Un- >ll,'"''N «hallen. Die Bewegung des türkischen Obcr- ^tltn" en ""^" l»ch wol aus den kriegerischen ?t ne.. "' bi> in Serbien von neuem hervortreten. °lt bl,l. ?""'nle Dioisionär Oberst Miljulin Iova. ." ^ d.. " ^uprlja eine überaus lliegerische Anrede k s«l°g '""""ten Offiziere, welche er mit den W°r- ?lfbtl, ' "Es lebe Milan Obrenovit, der König der IVtll',.. " lebe die serbische Armee, die serbische » Jaffesneuiffkeiten. » ^ ^chulsparlassen und ihre Gegner. » ' die ^"""'eise 'st ^ jedoch gerade die Lehrer-> ber praktischen Durchführung dieser Idee nicht nur ihre Unterstützung verweigert, sondern dieselbe sogar entschieden pcrhorresciert. Aus der Reihe von Einwendungen, die dagegen er. hoben werden, sind es namentlich vier, die uns aus diesem seltsamen Unisono unserer Lehrerschaft in mehr oder minder scharfer Acceutuierung entgegentöncn. Dieselben lauten: 1. Ersparnisse im Gelde könnten nur da gemacht wer. den, wo etwas verdient würde; Arbeit sei die Quelle des Erwerbes. Nachdem die Kinder nicht arbeiteten, sei es widersinnig, sie zum Sparen verhalten zu wollen. 2. Das wahre Sparen bestehe nicht im Zurücklegen von Geld, sondern vielmehr in dem sogenannten Zu» rathehalten alles dessen, was jemand sein eigen nennt oder ihm zur Verfügung anvertraut ist. Das müsse dem jungen Menschen beigebracht und zur Gewohnheit gemacht werden. 3. Das Erziehen zur Sparsamkeit der einen wie der anderen Art sei nicht sowol Sache der Schule, als vielmehr des Hauses. 4. Die Kindcrsvarlasse gefährde das gedeihliche Wirken der Schule. Mit dem Augenblicke, wo diese neue Einrichtung ins Leben träte, würden die Gegensätze des Besitzes mit dein ganzen traurigen Gefolge böser Leidenschaften auch iu jene Räume ihren Einzug halten, die bisher noch davon verschont geblieben sind. Die Grundsätze der Gleichheit, Einigkeit und brüderlicher Liebe, welche die Schule berufen ist, ins jugendliche Gemüth zu pflanzen, würden sich sofort wieder verflüchtigen; zwischen den Kindern würden Spaltungen plahgreifcn, welche sie ins Leben hinausbegleiten und dort die Kluft nur noch mehr erweitern müßten, welche zwischen den einzelnen Klassen der Bevölkerung ohnedem iu gähnender Tiefe starrt. Sämmtliche diese ins Feld geführten Einwendun. gen sind durch die Autorität von Personen und Parteien gedeckt und treten auch sonst mit so gewichtigem Ernste auf, als wenn sie den Charakter unfehlbarer Dogmen erlangt Hütten. Um so mehr ist cS geboten, mit streng kritischer Sonde zu prüfen, ob sie überhaupt und was au jeder derselben berechtiget sei, und ob ihnen ein sol. ches Gewicht beigelegt werden muß, um deshalb von dem Gedanken der Realisierung des PrujecteS der Schulspar, lassen gänzlich Abstand zu nehmen. Die drei ersten Punkte bewegen sich in rein principiellen Erwägungen, nur der vierte trägt einen pral-tischen Charakter. Gleich die erste Einwendung beruht auf einer zum Theil unrichtigen Basis. Es ist wahr, daß die Arbeit die hauptsächlichste Quelle der Vesihbildung ist. Allein sie ist nicht die einzige, es gibt noch andere erlaubte Wege des Erwerbe«: Schenkung, Erbfchafl, Fund. Wenn die Kinder nun auch nicht arbeiten und lelnc Gelegenheit finden, auf diese Art etwas zu verdienen so haben sie doch immerhin ihren Besitz. Sie haben Kleider, Bücher, Schreibrequlsiten, sie bekommen von Gönnern, Freunden, Verwandten, und Angehörigen Geschenke, viele erhalten selbst die Beträge in die Hand, welche zur Beschaffung der Schreibmaterialien nothwendig sind. Es ist ihnen somit ein, wenn auch beschränktes Feld überlassen, auf welchem sie mit einer gewissen Freiheit disponieren dürfen; und hier ist Gelegenheit genug, um etwas zu ersparen und zurückzulegen. Weshalb soll der Versuch unterbleiben, die Schrille der Kinder in dieser Richtung zu beaufsichtigen und nach einem bestimmten Ziele zu lenken ? Die zweite Einwendung geht von einem an sich richtigen Grundsatze aus. DaS Ideal der Wirthschaft, lichlcil fordert es, daß der Mensch nichls verschwende und seinen gesammten Besitz vor und während des Ge» brauche« sorgsam zu Rath? halte. Zu solch eigentlichem Sparen kann der Mensch nicht früh genug schon auge-halten werden. Doch was hindert den Lchrer, die seiner Hand anvertraute Jugend auch zu j:ner Gewohnheit an» zuleiten? Die Schulsparlassen dienen nun freilich in erster Linie nicht diefem Zwecke, allein dem verständigen Lehrer können sie bei dem Streben in jener Richtung zum Hilfsmittel werden, indem sie es ihm möglich machen, den Kindern an praktischen Beispielen zu zeigen, wie alle Ersparnisse von waS immer für einer Ar. schließlich doch zu Ueberschüssen von Gelb führen, die in der Schulspartassc deponiert werde« können. Werden sie schon auch nicht überall diesen Dienst zu leisten vermö gen, so werden die Schul spm lassen doch sicherlich nicht den Lehrer in der Verfolgung jenes richtigen Zweckes zu hindern imstande sein. Wer die Errichtung solch-r Institute nur aus jenem Grunde perhorreSciert, weil sie nur das Aufsparen von Geld und nicht zugleich auch das eigentliche Sparen förderten, stellt sich auf eine Stufe mit den Bewohnern jenes Dorfes, wo man es einmal unterließ, die projektiere und nothwendige Wasser, leitung zu bauen, weil die dazu verwendbare Quelle nicht so mächtig war, um oaS Dorf außer dem Trink, waffer auch mit Wasser zum Spülen und Löschen zu versehen. __________ (Schluß folgt.) — (Hof Nachricht.) Erzherzog Kronprinz Nnbolf ist von dem ssiinig Ludwig II. zum Oberst.Inhaber de« zweiten baierlscheu KUilllsier-Rlgimente. da« durch den Tod de« Prinzen Adalbert erlcbigl wurde, cmalml wo>dm. Da« Regiment wurde bi« zu Anfang, diese« Jahr,« von dem Prinzen Leopold, dem Olmal der Prinzessin Gisela, commandiert. — (Der österreichische Sieger.) Ueber die Fim!lie de« Eigenthümer« deö siegreichen Rennet« „Kisber". Helln Ari. si'de« v Valtazzi, schreibt on« migarische Blalt ,N1htk«phIc«.' Der Großvater war Glllerinfpellor de« Großgrundbesitzer« »ar» Ozman Oglu ,n Smyrna; als Abzeichen dirse« Auite« trug er ein Veil (wit»), von dem er den Namen Valm II. Platze 50 lr. — Gallerie 25 lr. -Kinder in Begleitung ihrer Eltern zahlen auf dem I. und II. Platze die Hälfte; GarnifonSbillet« fUr den I. und II. Platz gleichfalls die Hälfte, slli die Vallerie 10 lr. — Der jeweilige Beginn der Vorstellungen findet um 8 Uhr statt: an Sonn» und Feiertagen werden zwei Vorstellungen, die erste um 4 Uhr, die zweite um 8 Uhr gegeben. — Der Stallmeister der Gesellschaft, Herr Luigi Tardini, ist bereit, Reitunterricht zu ertheilen sowie auch Pferde in Dressur zu Übernehmen. — Da« Pro» gramm der morgigen Eröffnungsvorstellung befiehl au« drei» zehn Nummern. Außer den üblichen Ballon« und Reifsprlln. gen. dcr Shawl» und Schärpen-Voltigen zu Pferde, sowie den Hnnschenproduclionen der acht Clowns, werben uns als besonder« rw8hnm«werlh noch geuannt: Die Vorführung der beidcu Pony« Hengste „Pengi H Haust" und de« Springpferde« ,Ma,eppa" durch Director Siboli, sowie der hohen Schult, geritten von Miß Sidoli auf der englischen Stute „Norma"; — die Kraft, pioduclionen der zwei Athleten Nugelo und Enrico zu Pferde; — der amerilanifche Neger-Violinn die Kuie gesunken, wobei da« ge» spannte Gewehr, an dessen Zllngel er schon den Finger hielt, lo«ging und der Schuß deu Nekcmer traf. Obschon diese Verantwortung an und für sich sthr un> wahrscheinlich klingt, so wurde sie überdies auch noch durch den gerichtlichen Augenschein und durch die Aussage mehrerer Zeugen, nach welchen der Schuß hinter der Lcle des Wohnhauses de« Beschuldigten in Manneshöhe und in wagrechler Lmie abgefeuert wurde, vollständig widerlegt. Zudem liegt auch noch erho» den vor, daß Koritnil, nach der befchworenen Aussage seine« Schwagers Johann Urbanc, in einer nicht bestimmten Zeit im Frühjahre 1875 mit seiner Ehegattin und Schwiegermutter eiuen Streit hatte und hiebei beide mißhandeln wollte. Da Urbanc dieselben in Schutz nahm, ergriff Koritnil ein Gewehr und verfolgte damit jenen eine große Strecke weit, wor» über Urbanc in eine solche Furcht und Angst versetzt wurde, daß er sich durch vier Tage nicht getraute, zu Haus: zu schlafen. Mit Rücksicht auf da« Werkzeug, mit welchem die Verfol» gung stattfand und mit Rücksicht auf den gewalttbäligen Charakter de« Koritnit nahm die l. l. Staatsanwaltschaft an, daß die That geeignet war. dem Iohauu Urbanc gegründete Besorgnisse um seine körperliche Integrität einzustoßen, und klagte den Koritnil auch des Verbrechen« der öffentlichen Gewallthäiigleit durch ge» fährliche Drohung an; diese Thalhandlung wurde jedoch vonKo» rilnil in Abrede gestellt. Der Vertreter der Staatsbehörde, Slaatsanwall Hren, »ßle die Ergebnisse der Verhandlung zusammen und empfahl den Geschwornen die Bejahung ber ersten, auf da« Verbrecht des Meuchelmorde«, der zweiten, aus da« Verbrechen der schwere« körperlichen Beschädigung durch Mißhandlung der Vrezec, der drillen, auf da« Verbreche» der öffentlichen Gewaltthätigkeit m>>> der vierten, auf die Ueberlretung gegen die körperliche Sicherheit durch Mißhandlung des Stan»i, gerichteten Hauptfragen. Der Vertheidiger de« Angeklagten. Dr. Rosina, plaibierle fllr die Verneinung der ersten Hauptfrage, indem er auseinander» «tzte, daß es nicht erwiesen ist, daß sein Client in dcr Absicht, jemanden zu tobten, aus Josef Stauil und dessen Vcgleüer g<' schössen hat, und daß es bei diesem Sachoerhalle ein Justizmord wäre, deu Angeklagten des Verbrechen« des Meuchelmorde» sa)»l' dig zu sprechen, dagegen stellte er die Beantwortung der übrig" Hauptfragen der Beurtheilung der Geschwornen anheim. Die Geschwornen haben die e r st e Hauptfrage mit 9 ge«t" 8 Stimmen, die übrigen drei Hauptsragcn aber einstimmis bejaht. , Auf Grund diese« Wahrspruche« wurde Johann K o ri tn>' de« Verbrechen« des Meuchelmordes nach 88 134 und!3» Z. 1 St. G. des Verbrechen« dcr schweren körperlichen VtsM digung nach ß§ 152 und 155. !il. l.. St. G, der öffentlich" Gewaltthätigkeit nach 8 99 St. G. und der Ueberlretn"g »^" die lölperliche Sicherheit nach §43l St. G. schuldig erkannt l>"° zur Strafe de« lodeS durch den Straug »"' urtheilt. Neueste Post. (Original-Telegramme der „Laib. Zeitung Wien, 21. Juni. Die ..Politische Correspond!"! meldet, der Kaiser reise heule abends nach Ischl ab. Pola, 21. Juni. Die Panzerfregatte ..Salan'^ der" und Corvette „Zriny" sind nach Smyrna ab^ gangen, dle Eoroelle „Friedrich" von ihrer ErdluM' lung hier eingelaufen. Versailles. 21. Juni. Der Senat wählte die 60^ mission zur Prüfnng des Waodington'schen Entwurfs welcher das höhere Unterrichtsgesetz modificlcrt. Sm der Mitglieder sind gegen, drei für den Entwurf. ^' Wahl Buffets wurde verificicrt. Ein Antrag SchdM auf Aufhebung der Todesstrafe wurde abgelehnt. Brüssel, 21. Juni. In Wwcn habcn größere ^ ruhen und feindliche Kundgebungen gegen die ^^., renden der liberalen Partei stattgefunden. Die ^ lesungen an der Universität sind unterbrochen, die Äillgl garde wurde zusammengezogen. Telegraphischer Wechsettours vom 21. Juni. ,«M Papier . «ente 66 75. — Silber - «ente 70 20. - '",,,« Staül«-«ulthen 110 80.- Bank-Actien 848 —. - «rtdit-»c> 149 30. London 120 90. - Silber ,02 50. - K. l. M»"A lalen 5-73. — N»p°leon«d'°r 9 62. — 100 Neichsmarl liv^ Wien. 91. Juni. Zwei Uhr nachmittag«. (Schluß""^ «rebitactien 149 50, 1660er Lose ,10 80, 1864er Lose !A,, österreichische Rente in Papier 66 75. Glaal«bahn 272 —, ''°^ bahn 184-50 . 20 . Franltnstlxle 8 63 . ungarische «lredit«^, 131 —. österreichische ssrancubaul 1350. österreichische NnglOH 74 30, Lombarden 88 50, Unioubanl 61—, austro-orienl«'^ Bank ——, Lloydactlen 843'—, aufiro-ottomanilche Val'l ",,« lllrlische Lose 18 60. «ommunal, «ulehen 96 75. Es^ 9025. Nuhig.____________________^-^ Angekommene Fremde. Am 2l. Juni, <..z,»tl, Hotel Etadt Wien. Kallina. l. l. Hofrath. Graz. - v'z.^ Reis.. Schünliude, — Pollal, Natan«ly. Kaufleute, «n» sing, Wien. - Wol, Hrastnig. .., ,„,. ^ Hotel Elefant. Lonte Iacopani, Pif», — Vanaria, lM' z,< Lcban. Triest. — Schaminger. Vrllnn. — Dr. Dobr'"«' vocat, Wippach. Katjer von vefterreich. Müller, I°hanni«lh°l. . ,..F, Sternwarte. Rizzoll, «eifniz. — N.lfch. l. l. SteueriM Tschernembl. ^ ' Mohren. Sitlig. Lichlenwald. — Weber. Beamter, G'" Spelal, Reis,, Graz. — Tintner, Agent, Wien. Meteorologische Beobachtunaeu lnLaib«^ 3 3?k ^ ------------------^ ""l 7U.Mg. 784.« ^IS.«' VO7s7schw^ Nebel U 21. 2 « N. 732.,4 ^25.4 SO. f. fchw. fast h«"" sl"° 8.. Ab 733.» 4-I7.V , windstill j hei" O Ml-Morgen« Ncb,l. vormittag« heiter, nachmittag ,ch W wollen au« NW. gegen NO. ziehend, serner Donner, ' ^„„lll Uhr stürmischer SO., dann sanfter Regen, beiläufig U M anhaltend, abend« Aufheiterung. Welterleuchten '" "««0^ Tllgesmitltl der Waxne 4- 19 7", um 11° Über dem ^ Verantwortlicher Redacteur":"ÖVt«mar VaM^^^ ^Okl^llUllH!. Wien, 20. Juni. Dil Veschllftslust war heute eine geringere und ,in Theil der Effecten erlitt Abbrücklung de« Course«. Speciell augeboten waren Aclien der Nal"^^ «, , »«lb «»« «at« ) >, <..... «6 70 ««-no Februar«) """ (..... 66 70 66 80 Iilnner-) «,^,^.«.. t - . - ?U1l> 70 30 »pril. ) Silberrentt ^ . . 7y.xo 7^.^ kost, 1839........246 — 24« — « I8b4........1067b 107 85 - 1««0........Ill— 111 25 <» I860 ,u 100 fi. ... 1,9 - IIS 50 ^" i«64........,807b IUI 2K D«milntN°Psandbri«f« .... 1W50 189 -Vrämienanlehtn der Stadt Niw 97— 97 3b «vöymen » ^, . , 10N__ im»__ «",»», "^' < I ! «- ^ «> Siebenbürgen l /"' 1 7«75 7450 Ungar« ! ^"°°l.' .' 7^25 ?6N Vou»u.«egul,trung«.Lose . . 108 7k, ,048k Uug. Eisenbahn-Anl..... »kb0 9? - Un«. Prän.ien-«nl...... 71 ?b 72-. «i,tnn touimunal. «nlehnl . 9160 9180 «etie» »«» V«»le». _, . ^ »«» ««« »ugl,.V»ul...... 74»n 7^.^ Vl>dtn«tdi»«»stM . I ^ '. -..». »>^ «reditanfialt........ 14860 14859 «itdilanftall, ungar..... 13225 182 b0 Depositenbank....... —-— «^ — Lscompteanfiall...... 640— 64t>— Hranco-Vanl....... 13K0 14 — H»ndel«banl........ h? — 57 50 »lalionalbanl....... 846— 85U-— Oeilerr. Vanlgesellschaft . . . --- — - Umonbaul ........ SI — 6125 Verlehrsbaul ....... 8450 8b- Neiie» »«» Tr«»etz«rt-N»ter»eH- «n«>e«. ««ld >v«« «lsllld.Vahn........10b bv 106— Karl-Lnbwil,.Vabn.....204— 204 5) Donou.Dampfchisi.,Gesellschaft 863— 86b — Elisaveth-Nefibahn.....1b350 Ib4— Ellsal,eth.Vahn (Ltnz.Vnbweiser Strecke).........— — - — ßerdin»nd«°Nordb»hn . . . ,840— 1845 — «ranz. Joseph . «»hu .... 186 50 ,36 75 Leml>.'«zeru..Iassy.V«hn . . 120b0 12, — i!l°yd,«e4b0 105 — Ungarische Oftbahn.....«z»7b 882b TramwayeGesellfch......111- - 1,1 b0 V«n,ese»s««fte». «ll«. «sterr. Vaugesellfchaft . . —»— —-^ Wiener Ballgesellschaft..... 1b>— 1b 50 Pl«»«riefe. «llg. »fterr. Vodeneredit . . . 108 bv ,04 — dto. in 88 I»h«n 88 — 882b «atlonalbanl ll. W.....37 50 97 7b Ung. Vobencreblt......8b b« 86 - Pri«rit«te«. «Ufabelh.,«. 1. Vm.....8« b0 87- tzerb..?l«rdb.e«.......104 7b 10b 25 hranz.Iofeph.V.......90— 90 Lb »°l. «»rl.Lubwig.V., 1. »«. . »7b0 98 — 0eft«r«. «orbweft.«.....l!S,b VSbtt --------------------------------^------------^» VI.^> Siebenbur««.......,3^^ VUdbahn i ü'/.......li«^ ^ b'/.......^..^ ^ Slldbahn, Von«......<.«.«5 v" Un«. Ofibahn......." ^ «redit-L..........^,gb0 ^ «udolf,-L......... NnaFburg.........hßl<0 3ßßb hraulfurl.........hßl!0 ^.>> Hambur«.........,«ot<0 »'i.ßl> London .........4?7b ' Pari« ........' Geltzl-rw». «H ft. Ducaten .... ''ß./^ ^'^: Nap°le°n,b'°l . . v^ 6i /.^ H9 , A , Pr.uh.«assmschew. b9.»0 .^,90 > Silber .... ^0»^?^ " ^^ « »rainische Privalnolierung: Geld vl, , ^«