Laibacher Heituna. ^»K zz»2. Mittwoch an, 4. September »82» Die „Laibacher Ieituuq" erscheint, mit Ausnahme dor Sonn- ,mt> Fciertaqe. täglich, und f^,'t s.,»».t d'>. m ^ ^ ^--------------------------------------------------------""----------------— ,__________ Kreuzband .», ^ompto.r ganzjährig ,l fl.^ halbjährig .^ st. ,0 kl.Fnr die ^,«7 ^a>^ ^'V'''!^'!''"^ ganzjährig 10 st., Halbjähria 5 si .„it frelga.,^ahr>g, unter Kreuzband und gedruckter Adresse III ss.. halbjährig U ss. 30 - I^7 ^t^ ^ '^ ^ '"^' ^ entrichte... Mit dr Post vo'ro mal.ge C.n,chalt»ng 3 lr., ,ur zwel.ual.ge 4 fr., ss.r dreimalige 5 fr. l§. M. I..s/r»te bis 12 Zeilen Än 1 fl wr'V Ma7''!!'^'''- Spaltkeile oder de» Ranmiderselben ^ !m-^ ,---------------------------------^---------_1_III^QM,MIMi»»m«»«., „...., « ~......- ' ^"' ^" """ ^ ''' s"' l Mal einzuschalten. Aemtlicher Theil W^on den Grundentlastungs - Districts - Commissionen im Kronlandc Krain ist die Entlastungs-Verhandlung im Monate All gllst bezüglich der Urdarialla sten bei folgenden Gutskörpern voll' "ä'ndi^ durchgeführt worden 1 Bei der Herrschaft Ortencgg, bei der Herrschaft Iablanitz sammt der Fcudalsgült Iablanitz und ^6 I.ttn.GüIt; bei den Gütern: Tschepple, Semon-l)vf, Adlershofen, Lukovitz, Unterthur», Kroisenegg, Weisach sammt incorporirten Gülten, Auritzhof, Rothen-^üchel. Tiifstein sammt dcr incorporirten Gandini'schen Gült; ferner bei den Gülten: Huli'pitalsgült zu Lai^ bach, Domeaftitclgült zu L^ibach, Podgoritz, Herzogs-fvrst, Wernegg, Ganitschhos, Nukovitz und bei der 23 Zukirchengült; — scrner bei den Pfarrhöfcn: zu Zayer, zu St. Veit, zu St. Martini unter Groß-gallcnbcrg, zu Aich, zu Morä'ulsch, zu Voditz, zu Naclas und zu Wcixelbcrg; — weiteres bei den Pfarr kirchen-. zu Zaycr, zu Prcsta, zu St. Bartelmä, zu St. Veith, zu St. Peter, zu Seebach, zu St. Martini unter Großgallenberg, zu Voditz, zu S. Katharina in Igg, zu LLohciner- und Karner. Vellach und zu Weirelbcrg; ferner bei den Filialkirchen zu Ledja, zu Tehoutz, zu Gostetfäie, zu Dol, zu Golo-berdu, zu Schiebe, zu Großslivitz, zu Visovick, St. Stephau in der Pfarre St. Peter, St. Rochus in Dlaule, St. Margarethen in Koßcs, St. Anton, in ^"nitz ^ St. Andrä und St. Leonard! in Mitter-^"g, St. Gcorgi in Tazen, Sta. Maria Mag-" ^>a is, Okroglo, und bei zwei Filialen der Psarr-f.^e Weirelberg; endlich bei dem Pregl'schcn Bcnc-. '^'U zu ^aibach und bei dem Benesicium St. Pctri '" ^eischcid. Ferner wurde die Entlastung bezüglich dcs ^ehentes bei dem Venesicium St. Petri in Bei-^eid, und bezüglich der iiandemien bei der Pfarr-"He zu Zayer, bei den Filialkirchen zu Tesoutz und "°l, zu Visovik und St. Stephan, bei der Kirchen-Mt St. Katharina zu Igg, bei dem Pregl'schcn ^ktiesicium, bei dem Psarrhof und der Pfarrkirche ^> Vcith, bei den Filialen in Koßes uno in Glei-j ^, bei der Alleegartengült, bei dem Benesicium St. ^elri in Neischeid, bei der Domcapitelgült zu Lai-'ach, bei der Pfarrkirche St. Peter zu Laibach, und '" der Gült Hcrzogssorst durchgefühlt. Die vor->'"annten Gutökörper umfassen 3094 verpflichtete ^alitäien, l>on welchen 166 nur mit unentgeltlich fallenden Leistungen belastet waren. An Entschadigungscapitalicn für die Nezugsbe- ^^gten n>urde die Gesammtsumme von 161.339 fi. kr. ausgemittelt, welcher eine Nente von 8108 si. ,/< kr. gegenüber steht. Von der auf dlc Vcr- steten entfallenden Capitalshalste wurden 2257 fi - zur soglcichen Bezahlung angemeldet. ^. ^ie liquidirtm Rückstände vom Nutzjahre 1848 z^kl, 8248 fi. 9°/« kr., wovon 625 fi. 18^ kr. gleichen Bezahlung angemeldet wurden, ttzz ^us der Zusammenstellung dcs im Monate August ^. ^" Resultates mit jenem, welches bereits mit l' des Monats Juli bekannt gemacht worden ^ ' ttgiDt es sich, daß die Entlastungs-VerHand. ^ s bisher bei i-jti Dominien mit 7044 Verpflich. .^.^'psiogen worden ist. Die bisher liquidirten Ent-^ lgungscapitalien betragen im Ganzen 348.569 fi. >// ^' '"" ""ew Nentenbetrage von 17.469 fi ^4 kr. ' Von derLaudcscommission sind im Monate August folgende Liquidations-Operate definitiv erledigt worden : Das Urb^rial-Zchcnt. und Laudcmial.-Dperat der l'o'jx.li,, l^ l„i,.li und Rofenkranz-Bruderschasts-Gült, das Urbarial.' und Zchent-Operat des Gutes Chrenau, d'e Urbarial-Operate der Kirchen: zu Streine, zu Sakal, zu Nadomle, zu Wolfsbach, zu Neul, zu Nabensderg, zu Kandcrsch, zu Podlipouza. zu Wa-mle, zu Nrischc, zu Kolobrat, zu Moräutsch, zu Ober- und Untertuchein, zu St. Vrith bci Podftctsch; ferners die Urbarial.-Operate der Güter: Sdusch, Uutcrpcrau, Hofiack, Dragomcl, Gerbin, Steindrückl, und Wolfsbüchel; dann die Urbanal.- Overate: des Hofes Katzeubcrg. der Schigan'schen Gült in Stein, der Gcnesiciumsgült Drittai, des Psarrhoses zu Ncul, der Bkncsiciumsgült St. Triuitatis zu Stein, der Allccgartengüll, der Gült Trattcndorf; das Urbarial-und Zchent-Dperat der Gült Glcinitz; endlich die Urbarial- und Landemial-Overate: des Hofes Pra-wald, dcs Nenchciums St. Trinitatis zu Scbenc der Mayr'schen Gült zu Kraindurg, und der Fleisch-Hauergült, und das Zehent- und Laudemial.Opcrat der Localiekirchc zu Rau. Laibach am >. September 1830. Vom Präsidium der k. k. Grundcntlastungs-Landes-Commission für Krain. Der k. k. Ministerial-Commissar und Präsident. l)r. Carl Ullepitsch m. ,). Nichtamtlicher Theil. Die Constitution und ihre Gegner. — 5,'1 — Auf dem vulcanischcn Boden des Königreichs beider Sicilien brach zuerst vor zwei Jahren das politische Erdbeben aus, unter welchem die mittelalterlichen Zwingvesten des Absolutismus nach einander einstürzten. Der Vulcan hat ausge» brannt, die Lavagluth der Revolution ist erstarrt und hundert Tausende hungriger Lazzaroni sind nun geschäftig, für einen hingeworfenen Brocken den Tempel der Constitution zu untergraben. König Ferdinand braucht nur mit drm Fuße zu stampfen, so versinkt derselbe in Schutt und Staub und mit ihm die sauer errungene Freiheit der Hälfte Italiens. Rom selbst, welches zuerst, im schroffen Gegensatze zu seiner Geschichte, den jubelnden Völkern den Morgenstern der Freiheit enthüllte, scheint, über den wilden Taranteltanz seiner vom Schlafe erwachten Kinder erschrocken, gegenwartig bemüht, die aus den Sümpfen des Voltorno aufsteigenden Dünste zu einem dichten Wolkcnvorhange zu verweben, um das blendende' Gestirn neuerdings den abgöttischen Blicken seiner wahnberauschtcn Anbeter zu entziehen. Das biedere, vielfach angefeindete, schamlos verdächtige, bitter gekränkte Oesterreich allein arbeitet rastlos daran, seinen undankbaren italienischen Söhnen jene Gaben zu gewähren, dic sie mit stolzer Verachtung von sich gestoßen und durch beispiellosen Verrath verwirkt hatten. Zwar halt es noch deu Garten, in dem der junge Baum der Freiheit gedeihen, blühen und Früchte tragen soll, mit eisernem Zaune eingeschlossen, nichts desto weniger wartet es treu und redlich der zarten Pflanze, bis ihr Stamm hinlänglich erstarkt, um verwegenen Angriffen aus eigener Macht zu trotzen. Schwindlichc Brauseköpfe, die in dem weisen Zaudern eine versteckte Rückkehr zum Absolutismus zu wittern wähnen, sind mit dem gegenwärtigen Zustande der Dinge eben so unzufrieden, als einerseits die in vc mälzlichen Principien groß gesogenen, mit vormar lichen Privilegien gefütterten Egoisten, anderersci die durch dic letzten blutigen Bürgerkriege emgcsclM terten und zaghaft gewordenen kleinmüthigcn Geist mit dem ungerechtesten Unwillen der Constitulio alle Wunden zuschreiben, woran das Vatcrlan blutct, und auch in Oesterreich würden sich Hundcr tausendc finden, welche cine Petition um Abschaffun der Constitution zu unterschreiben bereit waren. Di den Völkern verliehene Freiheit, meinen diese Letzteren wäre es gewesen, welche dieselben zu ungemcfsencti immer höher gespannten Forderungen trieb, bis end lich dadurch der Bestand des Staates selbst in Frag gestellt wurde. Nicht constitutionelle Freiheit war es, wornac! dcr Ausstand ii, Italien, Ungarn, Galizicn und de Hauptstadt strebte; dieß Phantom nationaltr Selbst standigkcit, auch um den Preis ver Freiheit, war di< Quelle so vielen Blutvergießens. Noch jetzt gibt ei in Italien der Verblendeten genug, welche ein ein-heitliches Italien unter einem italienischen Despoten dem getheilten, mit Oesterreich verknüpften, von Oesterreich mit den Segnungen der Freiheit beglückten vorzögen. Was verlangten die Wiener Revolutions-manner'i Zersplitterung Oesterreichs, um dessen deutsche Provinzen mit Deutschland zu verbinden. Ein gleiches Ziel schwebte den Polen und Magyaren vor Augen. Sie alle trachteten nicht nach Freiheit, son. dern nationaler Selbststä'ndigkeil oder wohl gar nach Suprematie. Nicht dic Freiheit also, sondern Selbst--sucht, Herrschsucht, Hochmuth und anoere schnöde Leidenschaften unter der Maske der Freiheit zerrütteten unsern Staatskörpcr und zerfleischten sein Eingeweide. Doch Oesterreich, welches schon so viele Stürme siegreich bestand, ging auch aus dieser tödtlichen Krisis neu gekräftigt hervor. Daß uns bis jetzt die Früchte dcr Freiheit mehr zur Augenweide als zum Genusse dienen, ist eine weise Diät, da die geschwächten Verdauungsorgane des kaum genesenen Staatskörpers durch den allzu frühen Genuß einer so nahrhaften Kost neuerdings angegriffen, einen höchst gefährlichen Rückfall herbeiführen könnten. Je heftiger das Fieber war, desto langwieriger ist die Convalescenz, und wahrlich ein stärkeres Fieber gibt es nicht, als das Revolutionssieber, welches eine unbegreifliche Umwälzung und furchtbare Zerrüttung in allen intellectuellen und moralischen, ja selbst physischen Functioned erzeugt. Darum Geduld, ihr Kleingläubigen,,und Ver-trauen auf Eueres edlen jugendlichen Herrschers angestammten Biedersinn. Eorrespondenzen. Planina, 2. Sept. Schreiben des Herrn l)r. Ad. >3ck"idl, über die „Höhlen des Karstes."^) Gestern Mittag theilte mir Hc" Postmeister Wilcher die Nachricht mit, daß die Durchre.se Ihrer k. Hoheiten der durchlauchtigsten Herren Crz. Herzoge Ferdinand und Carl auf heute Morgens angesagt sey, und fragte sich an, ob es mcht möglich wäre, wenigstens den vorderen Thell der Grotte bis zum See wegsam zu machen, fur den Fall, als die h. Prinzen eine halbe Stunde erübrigen könn, ten, um die Grotte mit der Ehre Ihres Besuches *^K^^>s 1» sp" >'«< "'" «och in das gestrige Blatt l attfiMo,,»"." zr wer"». Dir «ed. Utttt zu beglücken Ein furchtbares Hochwasscr halte Freitag unseren Eteg weggerissen, die Grotte war ganz unzugänglich; indeß eilten wir sogleich dieselbe zu recognoscircn. Das Wasser war hinreichend gefallen, und wir fanden sogar den alten Kahn im Hafen unversehrt. Ra»ch ging es ans Werk. Herr Joseph Obresa stellte mir seine sämmtliche!, Leute zur Disposition mit der ausdrücklichen Anordnung, daß dieselben — weil in der Nacht gearbeitet wcr-den müßte — des andern Tages jeder Arbeit lcdig seyen, und sollten darüber auch alle Sagen stille stehen. "*) Alles Nöthige wurde bcigcschasst, und nach dem Abendscgen begann die Arbeit. Ich bedaurc sehr, daß kein Maler die wunderbaren Lichtcffccte zu Papier brachte, als die Leute über de» Teich geschifft, mit ihren Lichtern in der Grotte sich vcr-loren, dort dann in Gruppen an die Arbeit vertheilt, riesige Schlagschatten über die Felswände warfen, indeß die Strömung am Widerscheine der zahlreichen Lichter erglänzte. Es galt zuerst einen massiven Steg herzustellen (statt unseres improvisir-ten), und das war keine kleine Arbeit, — siel auch bald hier bald dort Einer ins Wasser, es gab uns Gelächter, und ebenso muthig als fleißig hatten die wackeren Mühlknechte um Mitternacht schon einen Uebergang fertig. Felsen wurden abgestemmt, die glatte Tropfsteinkruste weggcbrochen, Klüfte ausgc-höhlt, Geländer hergestellt, 100 Lichter möglichst vortheilhast aufgestellt; um 4 Uhr Morgens tonnte , der Effect derselben und des bengalischen Feuers probirt werden, und um <> Uhr war durch die Allsdauer von liMann die Grolle wegsam bis zu dem von uns „Ianus" benannten Gebilde, wo die Grotte ihre größte Höhe von 40 Klafter erreicht, und man das Feisenthor erblickt, welches zum See sührt. Ihre kais. Hoheiten trasen in Planina heute Morgens um 9 Uhr ein, nahmen das Ansuchen, welches Hr. Wilcher und ich zu stellen uns erlaub-ten, in den huldreichsten Alpdrücken entgegen, geru-hetcn sich um die näheren Verhältnisse der Grotte zu erkundigen und uns mit der Hoffnung zu entlassen, bei Ihrer Rückreise die Zeit zum Besuche der Grotte erübrigen zu rönnen. Wurde der „Grotte von Planina" für jetzt auch nicht das Glück eines so liohen Besuches zu Theil, so verdankt es dieselbe doch der Durchreise der durchlauchtigsten Herren Erzherzoge, nunmehr zugänglich geworden zu seyn. Der Weg bis zur bezeichneten Stelle ist möglichst gceb net, vollkommen trocken, von Gefahr ist keine Spur, und selbst Damen können ihn ohne Scheu betreten. Heute Nachmittag werde ich das Vcr-gnügen hadcn, so eine Gesellschaft der hiesigen Honoratioren in die Grotte zu führen; möchten bald recht viele Grotten-Gäste diesem Beispiele folgen. ") Ich bemerke, daß der bereits erwähnte Mühlknccht Juri nun auch vollkommen instruirt ist, wie er die Beleuchtung anbringen, und die dieser Grotte ei^en. tl)üm!icl,cn herrlichen Effecte des hcrcinspttlendcn Tageslichtes benutzen soll. Morgen hoffe ich die Untersuchung des östlichen Armes zu schließen, in welchem wir zwar schon 500 Klafter weit vorgedrungen sind, aber einen neuen Kahn zur Weiterreise hereinschasscn mußten. Diese Vorkehrung und das Hochwasser raubten uns fünf Tage, die ich zur Untersuchung der Abgründe in der Umgegend von Planina verwandte. Morgen geht es dann in dir herrliche ..Adelsderger Grotte." Trieft, den 3. Sept. .. ^I .. Gegenwärtig ist hier Alles mit denWah-, len beschäftigt, und man muß gestehen, daß hierin eine besondere Thätigkeit entwickelt wurde. Heute wurden die neu gewählten Municipal-Repräsentanten des dritten Wahlkörpers veröffentlicht, und man muß es gestehen, daß diese Männer der allgemeinen *) Dieft gewiß höchst lul'enswcrthc Znvorfomnmcheit des Herr» Obrcsa verdient die vollste Anerkennung. D. N. **) Wir woll.n hoffen, daß dieser Win? von den Naturfreunden Knnn'ü wühl l'enntzt wird, nnd daß wir iu mcht weiter Ferne nicht l'loß zu den Feierlichkeiten i» drr Abclsbcrger-Grotte, sondern auch nach dein freund-lichen Planina wallfahrten wcrdcu. Die Red. Achtung sich erfreuen, und man kann mit Befried^ digung sagen, daß Tricst durch, die Wahl so ehrenhafter Männer neuerdings bewiesen, daß sie wirklich ihr Prädicat: ,>!» l'u^Ii^im-»" verdient. Die Namen der 12 Gewählten sind folgende: Morpurgo, Eraighcr, Vicco, Iuqovitz, Dr. Gabdum, Morossini, de Llignani, Dr. Scrinzi, Rudmasch, Dr. Egercr, Ferrari, Dr. Goracucchi. — Aus Venedig ist Se. Erc. der frühere Herr (5ivil - und Militär - Gouverneur der venezianischen Provinzen, Waron Puchner^ hier angekommen; aus Wien aber Ihre kais. Hoheiten die Erzherzoge Ferdinand und Carl, welche im ,)^I!,o!'n'<) i>'n/ioli:»I4 fi, 40 'cr. von S» kön. Hoheit dem Herzoge von Parma. Wie» , ::0. August. Das Hausrecht nnd das Bricfge heim« is? l)l». W^,.. Das Recht, die Wohnung vor dem eigenmächtigen Eindringen der Organe der Executiv-gewalt, und die in Briefen lind sonstigen Papieren niedergelegten Geheimnisse vor Profanirung und arglistigem Mißbrauche gesichert zn sehen, ist eben so wichtig wie das Recht der persönlichen Freiheit; ja, das letztere verliert ohne das erstere seine eigentliche Bedeutung, indem durch die Störung dc5 häuslichen Friedens, des ruhigen Familienlebens, die bei einer Hauödurchsuchluig in so hohem Grade herbeigeführt wird, oder durch den Angriff auf die geistige Persönlichkeit desjenigen, dessen Pipicre man durchstöbert, oder dessen Briefe man erbricht, die Sicher-heit der physischen Person vor ungesetzlicher Verhaftung und vor Gewaltthätigkeiten der eindringenden Diener der Gewalt theils illusorisch wird, theils gc^ gcnüber der Ungestrafthcit solcher Akte der modernen Inquisition rein als wcrthlos erscheint. Daher sind auch in die Vcrfasslingrn aller freien Staaten Anordnungen aufgenommen worden, welchr den Schutz des Hausrcchtrs und des Briefgeheimnisses gegen die Bcamtenwillkür zum Zwecke haben. Schon nach den römischen und ^altdeutschen Gesetzen war die Wohnung des frcicn Bürgers als ein Hciligthuin anerkannt, und der Grundsatz: n „>:»,>« ln)»,«« i« Iiix <::»l!>l!,> , besteht in England und Nordamcrita in thatsächlicher und gesetzlicher Geltung. Auch in Frankreich ordnete die Constitution vom Jahre Vlll., Art. 7l>, und das Gesetz vom 9. Juli 1791, sowie der 5o^ !>'""!, ^>t. 154 an , daß das Haus eines jeden Bürgers, dessen unverletzbare Freistätte, und icdc gesetzwidrige Verletzung desselben, auch selbst dic durch die höchsten Behörden, ein Verbrechen sey. Auch ist die Beschlagnahme von Briefen oder anderen Papieren und die Verletzung des Briefgeheimnisses als gerichtliche Maßregel, dem englischen und nordmerik^nischen Anklageprozesse eben so unbekannt, wie sie es dem deutschen und altrömischcn Gerichtsverfahren war. Das Briefgeheimniß ist insbesonders m England so strenge gesickert, daß der Postbeamte, welcher es verletzt, der Todesstrafe durch den Strang verfällt, und daß, was das Wichtigste ist, keine Berufung auf irgend einen höhern Befehl ihn davon befreit. Die Verletzung des Briefgeheimnisses >st ebenso wie die P^ftierdurchsuchung eine unmoralische Maßregel, dic nur eben vertheidigt werden könnte, wenn man den jesuitischen Grundsatz: „Der Zweck heiligt die Mittel,« als gerecht und wahr anerkennen könnte. Der berühmte deutsche Rechts-gelehrtc Mittermaycr äußert sich folgendermaßen darüber: „Jede Untersuchung der Papiere erscheint als eine Verletzung des g «heiligsten Rechtes aus Geheimniß, als eine verderbliche Gedanken-spähcrei, als ein unmittelbarer Zwang, die geheimsten Gedanken, die Jeder nur vor Gott zu verant-wortcn hat, herauszusagen. Sie wird aber auch gefährlich. Sie bringt eine Menge von halbreifen und zweideutigen Gedanke», von den innersten Gesinnungen, von bloßen Aufwallungen, vc>" fremden, selbst noch nicht angenommenen Meinungen, von launenhaften Elgießungen einer aufgeregten Phantasie, die in der Studierstube die Welt wohl anders ansieht, als bei wirklichem Handeln, und eine Zahl flüchtiger, im Moment einer unwilligen Stunde entstandener, im nächsten ruhigen Augenblick selbst vom Erzeuger schon verkannter Geburten zur Kenntnis; uneingeweihter Personen. Zum Verstehen aller dieser- Papiere aber fehlt der Schlüssel. Hier kann es nicht fehlen, daß manche hingeworfene Aeußerung eines Mannes, der seinem Jahrhundert voraneilt, der eine neue Wahrheit ausgesprochen hat, welche den gewöhnlichen Menschen noch ein Gräucl und Irrthum scheint, als gefährlich aufgefaßt und mißbraucht wird, bald von Inqnircnten, welche vielleicht, was zur wohlthätigen Arzenei bestimmt war, als Gift ansehen, bald von boshaften Gegnern oder Anklägern, welche das Unschuldigste mißbrauchen. Man läßt den Vorder.- oder Nachsatz weg, reißt Alles aus seinem Zusammenhange, und treibt es, wie Göthe im „Egmont" den Schreiber Vansen die Eriminallisten schildern läßt. Bei einer solchen Un-terluchling werden Papiere von zwanzig Jahren her gesunden. Ueber Alles, was der Schreibende schon lange vergessen hat, wo er sich nicht mehr der Veranlassungsgründe und Ncbenumstände erinnert, soll er nun Rede stehen und den Sinn angeben, wie es der Inquircnt aus allem Zusammenhange gerissen, vorlegt — und d>,,m sagt man noch, daß keine Folter mehr existire. Alis solcher Durchsuchung entsteht jene empörende Art der Inquisition, welche auf G e-dank'cn geht, und über Meinungen Rechen, schaft fordert, und Erklärungen dcs Angeschuldigten, was cr dabei gedacht, als er vor »2 Jahren die Stelle schrieb, ja, was ein Anderer dabei gedacht, als er eine bestimmte Stelle schrieb. Fürwahr! Nichts zerstört die Grundlagen alles Vertrauens, und damil allch der Gesellschaft mehr, als eine solche, den Prinzipien der öffentlichen Moral und dcs Rechts widerstreitende Maßregel, wie die Durch«-suchung der Papiere und Erbrechung der Briefe ist. Der angeblich durch ein so unwürdiges Mittel schneller oder directcr zll erreichende Zweck der Erforschung von Verbrechen kann jener Maßregel von ihrer Unsiltlichktit und Rechtswidrigkeit nichts be»,?/" men. Alich als Kriegsmaßrcgel wn-" ftc i,l den st^ tenstcn Fällen das erreiche,,. '""6 lll<,n durch sie z« erreichen wünscht. Sie wird „ur gewöhnlich ganz undc,heiligte Personen beMgen, ohne über die Operationen des Feindes, der leicht Wege sindet, seine Eorrcspondenz i'„ anderer Weise zu führen, Licht zu verbreiten.« Ebenso halten wir die Durchsuchung der Paplere, als einen der Bricscrdrechung in rechtliche» und moralischer Beziehung gleichste-hendei, Mißbrauch der vollziehenden Gewalt, für unverträglich mit dcn Grundsätzen dcs Rechtsstaates. — Was die Beschlagnahme von Papieren, die jedoch niemals mit der Erbrechung dec Bricse und Durchlesmig der Papiere verbunden seyn darf, anbelangt, so können allerdings Fälle eintreten, wo eine solche Procedur thunlich ist; sie kann aber nur in gewissen äußersten Ausnahmsfällen und zwar nur bei strafgcrichtlichen Untersuchungen gerechtfertigt werden; die Besugniß dazu ist aber der Polizei durchaus abzusprechen, und dürfte, zum Behufe drr Entdeckung von Verbrechen nur. von den ordentlichen Gerichten in den gesetzlich zu bestimmenden Fällen und Formen angewendet werden. Auch in Betreff der Hausdurchsuchungen ist ein gmaucs, die Willkür der Vollzugsorgane möglichst enge beschränkendes Gesetz nothwendig, um so mehr, als unsere bisherigen Strafgesetze, msbeson-dere aber das sogenannte Strafgesetz über Gcfä'lls-übertretllngcn, die heiligsten Asyle des Menschen und Bürgers der rücksichtslosesten Entweihung preis' geben, — Mailand, ^i. August. —<^. /V. ^ Am 27. d. konnte endlich das ge wohnlich um dirsc Zeit abgehaltene Eonccrt im k. k. 6cmscrv.,torium, welches wegen dcr politischen Verhältnisse bereits zwei Jahre unterbleiben mußte, Statt sinden. Es ist dabei der Zweck verbünde" 90l die Fortschritte und Leistungen der Zögli-'ge zu be.-Mtheilel, und die Prämien zii vertheilen, w elches auch zu einer andern Zeit durch die Hand des Gouver^ neurs in Gegenwart des Erzherzogs Vicekönigs, und dießmal durch die des Fürsten Schwarzcnbcrg, un. seres beliebten Statthalters, geschah. Es waren mehrere Generale, der Statthaltereirath Freiherr Von Pascotini, andere hochgestellte Personen und eine große Anzahl Zuhörer versammelt und sowohl die Generalprobe, als die Aufführung selbst erfreute sich eines unendlich großen Zudranges. Das Concert war in allen seinen Theilen schön und gediegen zu nennen, da die gewählten Musirpiecen sowohl, als die nichts zu wünschen übrig lassende Ausführung das Publikum vollkommen zufrieden stellte. Mehrere Stiicke wurden von den Zöglingen componirt, beson-btts viel Beifall erntete eine Symphonie eines drei-zehnjährigen Knaben, Namens Ponchielli. Fräulein Bertrand vereint mit einer schönen Stimme so viel Ausdruck und Gewandtheit der Modulationen, daß ihr Vortrag, den wir viermal zu bewundern Gele-Ltnheit hatten, zum lebhaftesten, wohlverdienten Bei-sall hinreißt. Wir hören, daß sie bereits für die italienische Oper in Berlin engagirt ist. Das so 'Hwer zu handhabende, meistens ziemlich undankbare ^"^rllmcnt Fagott wurde uns durch den genialen ^orriani von einer neuen Scite bekannt: er spielte eine Fantasie eigener Composition mit einer Grazie »nid Leichtigkeit, als ob er einer Flöte all' die sanften lieblichen Töne entlockte, und der Applaus, der ihm zu Theil wurde, war für ftin Verdienst nur gerecht. llUein der Virtuose, der Held des Tages, bleibt der bewunderungswürdige junge Gilardoni, der sich den Zontrebaß erwählt, und auf diesem Monstrum der Ztreich.-Instrumente beinahe Unglaubliches Icistct. lüer ihn nicht gehört, und im Innersten bald durch 'ie klagenden, bald brillanten Weisen nicht erschüt-crt wurde, sein Pianissimo nicht vernommen, bei vclchem das ganze Auditorium in unbeschreiblicher Zpannung und Entzücken schwebte, nicht die uncnd-iche Eleganz und Grazie seiner Bewegungen und en Anstand, mit dem er die kolossale Geige in sei.-er Gewalt hat, bewunderte, kann sich nur einen chwachen Begriff seiner Vollendung machen. Allch »at er die allgemeine Anerkennung gewonnen, und ^ ^nscht bloß eine Stimme, welche ihn zum Vir-"°'^ zum Genie proclamirt. Der Violinist Cre-H> hat uns mit einer schönen Composition seines °"lefflichfn Lehrers Ferrara überrascht und den ""eiidrtcn Künstler bewiesen. Dieses Concert ge» s. !^ "Iso zu den seit langer Zeit hier entbehrten Insten musikalischen Leistungen, und gewahttc Je-/llnann ein wahres Vergnügen, da es doch gar zu ^llrig wäre, wenn die schönen Künste, hier auf '"" so hohen Stufe stehend, vernachlässigt würden, ^b n 29. wurde im Theater Carcano eine für ""lid neue Oper gegeben, die sich eines ziemlich seichen Zuspruches und einer ausgezeichneten An. """ng zu rühmen hat. Der Componist ist ein 2" Zögling des oben erwähnten Conscrvatoriums, "ame Cagnoni, und sein Talent besonders für das tomische Genre, das cr vorzuziehen scheint, verspricht ihm schon jetzt eine glänzende Zukunft in dem betretenen Pfade, wenn anders das Verdienst und der gerechte Beifall gleichen Schritt halten. Er ist noch sehr jung und im Studieren der ältern Meister unermüdlich; möge er auch beharren, dcnn wir lei-den an guten Compositeurs, besonders der einst so beliebten Oju^n dull-,, bedeutenden Mangel. Der Titel der neuen Op r ist ,,ämoi-« « li-:»^»«.»" (Liebe und Hinterlist), sie wurde vom lobenswcrthen Orchestercorps mit Präcision und Eifer ausgesühlt. Die Sänger ließen jedoch den Wunsch hegen, dieselbe von sympathetischeren Stimmen zu hören. Die Witterung ist wieder "sehr unbeständig : nach ! einigen warmen Tagen folgte ein heftiges Gewitter, von starken Regengüssen begleitet, was von Neuem die armen I'n«6!l<)l'<> nmillno" hat die kürzlich zu Nom erfolgte Ankunft Pinelli's einfach, ohne Bemerkung gemeldet. " Nom, 23. August. Gestern Morgens entlud sich hier ein furchtbares Gewitter. Ein Blitz schlug in ein auf der Höhe von Aventino befindliches Gebäude, nächst der Kirche der H. Balbina, wo sich derzeit das landwirthschaftlichc Institut befindet. In der Wenstätte entstand ein leichter, bald gelöschter Brand, doch kamen die gerade zu jener Zeit dort in bedeutender Zahl anwesenden, mit landwirthschaft-lichen Arbeiten beschäftigter: Zöglinge unversehrt da-von. Die Milviobrücke ist restaurirt und für Fuhr. werke bereits fahrbar gemacht worden. Der ,M<^ 5l»<5l>l-l> m(»(l<>m^l'", der gewöhnlich sehr gute Corre-spondenzcn aus Romzu bringen pflegt, meldet, daß die mit der Revision der neuen organischen Gesetze beauftragte Commission fortwährend Sitzungen hält, die sich oft bis zum späten Abend verlängern; dessenungeachtet sey nicht vorauszusetzen, daß ihre Arbeiten so bald das Licht der Welt erblicken dürften. — Monsignor Mertel, ein Mitglied dieser Commission, ist zum Minister ohne Portefeuille ernannt worden. Nom, 17. August. Die zur Tilgung des Papiergeldes eingesetzte Specialcommission besteht aus Vertrauensmännern des Publikums wie der Regierung. Keiner der dabei Befindlichen steht im Staatsdienste. Die Commission besitzt weder vollkommene Freiheit, noch Selbstständigkeit, und ist deßhalb für ihre Handlungen auch nicht verantwortlich; sie ist lediglich dem Proministcr der Finanzen als Hilfsbe« ^ Horde, gewissermaßen als Arm und Werkzeug bei^ gegeben. Ihr Beruf besteht hauptsächlich darin, die entsprechenden Beträge zur Bezahlung der Interessen zu empfangen und die Amortisation der Certificate, so wie die Vertilgung des Papiergeldes zu überwachen. Neues und Neuestes. Wien, 2. Sept. Es verlautet, der Director der Staatsdruckerei, Hr. Alois Auer, bekannt durch seine ausgezeichneten theoretischen u"t> practlschen Kenntnisse, beabsichtige zur Londoner Indu,trle-üus-siellung die österreichischen Grundrechte »n sechs Hundert und acht Sprachen emzusenden. Es ist zwar bekannt, daß die W.emr Staatsdruckerei hinsichtlich der Miethe und der fremden Sprachen keinem Instate d.eser Art ln Europa nachsteht; dessenungeachtet sckemt eine so gigantische Arbeit kaum ausführbar. Verantwortlicher Herausgeber und Verleger: Ign. Al. v. Kleinmayr Telessraphischcr ^ours-Bericht der Staatbpapiere vom.^. Sept. 1850. StaatSschilldvcrschlcibungc» zu 5 p(5t. (i» CM.) 9<» 1/5 zu 10W sl. («. M. ....... lN5,st. m b. M. Wechsel-Eours vom ^l. Sept. 1850. Aülstsldani, si>r 1 lw Tbal.r(5nnc»t, Ntlil. 1N2 Äs. 2 Monat. AmMnrg, für <0<» ^uloc» C»r., ^üid. 117 1>4 Vs. l!n'. ssra,isf»r! a.M,. s>n' li»<» si. sxdd. «>jlr- ) klirzc Sicht. tinS-Wahr. im 2^ 1>2 ft. F»,'!, G»>d. ) l 17 Nf. 2 M'iial. Gmua, für Z00 «cue Picmont. Lire, Gnld. 1Z« G. :i Monai. Haoilmrg. sür 10N T>i!cl Amico, 3tthl. 172 1/5 2 Mmiat. Livurnu, fur 3U0 ? usclinischc i!i> v, O,ild. 1«4 l/2 (^!. 2 Monat. Londo», für 1 Pfund Stcriiug, Gulden 1l-4<»Vf. .'i Mmiat. Marftillr, siir .^><»ssnu!s.li, .' Guld. l:j« 2 iHoiiat. ^lcins, siir^W ssmnfcn. . . Gi,>d. Ill« l>^ 2Mmiat. Äulan-st für l ^iiloc» para 235 .11 T. Sicht, ^»stantiiu'pcl, für 1 Guide« para :z»6 31 T.Sicht. Oeld-Ägio liach d<», .,Flc»)d" van, 2. Kept. lj>>5<). Vricf G.'ld Kais. Mniiz-Dilcatm A^io .... 22 217/8 dclto Rand- bto « . . . . 21 .^ 21 i/2 Napol^nsd'»!' ...... N.20 l».i9 SoM'll'aiinwV'r „ , . . . lli.K» 1<».7 ssrisdrichöd'or ...... l».2« l>.24 Prcilsi. D'ol'5 ...... O.:l4 !!,!i0 Ellgl. Sovcnnln,a „ .... 1l.:i2 11 !i0 Nuß. Imperial ^ .... !),!li l».^0 Doppic „ .... !l.'» 1/2 :j5» Sül'nagiu ........ 1«! 1/« Kl Fremde»-Ilun'igc der hier Augekommeuen und Abgereisten De« 1. September 1850. Hr. Borlitz, Reittier; - Hr. Pogatscher, — u. Hl'- Friedrich, Privatiers; - Hr. Mat^fia, Ha„del?-mann; — Hr. Doctor Nißen, — und Hr. Ritter v. Ghega, t. k. Mmisterialrath; alle 6 von Wien liach Tiicst. — Hr. Mandela!,.;, k. k. Major, oon Wien nach Venedig; — Hr. Riuer von Kilal,oo5ry, Gucobesltzer; —Hr. S.alamon Baruch; — Hr. Da>.',d Horvitz; — Hr. Wilhelm Warren, Halidelsleure, — und Hr. Raphael Moseothal, Privatier; alle 5 von Tn'est nach Wien. — Hr. Joseph Viqevano, G>ics.-bli'itzer, von Venedig nach Wien. ___ Hr. Franz Celli-cioi, Handlnnsss'?lgenr, ron Triest nach ?^irain. — Hr. Adolf Gotharoi, ^lotar, voi> Filinie u>,ch ?lg,am. Den. 2; Hr. Fieiherr v. Salhausen, k. k. Major; — Hr. Niett!, Handelsmann; — Hr. Helman, Mechaniker; — Hr. Graf Malaguzi, k. k. Oberst!.; — Hr. Giacomozi, Privacie:, — lind Hr. C'lfcr, Arzt; alle (i ooi, Wien nach Triest. — Hr. Srich, Kivisgerichlurath, voil Negenöbnrg nach Tiiest. ^— Hr. Drol'nicsch, k. k. Professor, von Wien nach Kla- ^enfilit. __ Hr. Ter^ha^!), r. !". ?lpp^lacio»srach; - Hr. Renn), Criininalialh; — Hr. Ritter pon Rada-kow5ti>, Maler, — und Hr. Ler, Plir^arier; alle 4 von Triest n^ch Wien. — Hr. H.'.blitschck, r. s. Ge-„eral-Major, nach Wien. Drittes V er; eich lti ß dcr für dic armc Wöchncriinl mit den 4 Madchm in der Pfarre Billichgratz cingegangcnell Beiträge: Von Frau N. ^i. 7 Häubchen, 2 Falschen, 7 Hemden, l (Zorsell, l Decke, 1« Win» deln, l Rock. Von Herrn Alcr Dieu . ...........2 st. __ kr. >. Frau Justine l'. . ...........l » ,30 ,„ Transport rom lehten zUc>zeich>ufl i» ^)ll. lyl» 13 „'^35 ,> ElNNlNi, : , l7 fi. 5 kr. Mit dlVjVm ?lus»vcisc ist die Sammlnng geschloffen. Im Namen der armen Wöchnerin wird den edlen Menschenfreunden und Menschenfreundinen, die Beiträge zur Unterstützung lieferten, herzlich gedankt. Die oben auögcwiesenen Sachen smd beteits an den Ort der Bestimmung abgeführt worden. The Na Vam berg, _____ ^________^ geb. v. Kleinmayr. ' I. 1672. ^)" """^ Agenten, für ein Ocschäft, welches in allen Gegenden mit Erfolg betrieben werden kmni, und bei entsprechender ^lul'dehlnlng 2«ittO bis ^tttt^ <^nld^n Stutze« pr. Jahr einbringt, werden gesuchl. Das Geschüft läßt sich mit schon bestehenden AgelMuen^, Commission-, Spe0lllon-, Lotterie-, Bank- oder sonstiqen Gejchaflen, ,velwe l'w ausqebreileler Konnexionen erfreuen, ,'eyr vortheilhast verbinden. Hratmrte "Nel^ beliebe man zu rlchten an I. Rothschild Sohn ,n Dsseubach bel Frankfurt a. M. Aufr u f! „Auf, - - wa» Mcüsch hlijjl, ft'li,s »^ich Schiller. .<,^!elscitig wird dcr Patnotismus der österni.-chischcn Staalsbnrgcr in A»!prtich genommen; al-lein vielseitig, großartig nnd z n jeder Zeit hat sich derstlde auch dlilch die That als glänzend bcwüscn. Fast jcdes Blatt der österreichischen Geschichte lielcil unö llhebcndc Beispiele, daß man nie den Zweck verfehlte, wcnn man an den Patriotisnuis eines Oe-stcrreichcrs appelürte. AIs nnistcrli.iftes Beispiel für alle Nationcn stehen die Aufopferungen österreichi' scher Bürger in jenen Zeiten dn, wo es sich lMl-delte, fremdes Joch, fränkische Zwmgl)rrisch«st al'^u-werfen; glänzend strahlt der P.'triolisnms au^ dcn jiinqstcn Zeiten hervor. Und miter vcn oillcü A,i.-strci'gnngcn und Opfern, welche Ocstelnich's Bmgcr in dci, vcrhä'ngüißvollen leiden letzten I^hrcn darbrachten, stahlen oie Südslaven als Stmie er.-sier Größe. Ungelieuer, ,vle sie 0,e bisherige österreichische Kriegsgeschichte gar nicht t'cmtt, w.irm die patriotischen Aüstrengnngen der Militärgranzc nnd dcr benachbarten Provinzen; sie brachten Gut unv Blut in vollster Bedeutung des Wortes znm Opl" auf den Altar des Vaterlandes; sie verlicßcn Weib und Kind, um für Erhaltung des großen lind schö' nen Vaterlandes zu kämpfen u»d zu siegen. Dcr arosic Zweck wurde erreicht; mit ihrem Herzblutc errangen sie den Fortbestand der Monarchie, gewiß init der snßen Hoffnung im Sterben, ihre hinter--lasscncn Witwen lind Waisen werden von den Ue-berledcndcn nicht verlassen werden. Wir sind die Erben dessen, für was sie kämpften, si>'gtcn, starben.' Dieses theure Acrmachlniß — die hilflofm Witwen mit den armen Kindern strecken nun vertrauungsvoll die Hände nach uno aus u»d fichen nin Ultterstnz-zung, um Hilfe! Die meisten Haushaltungen, ohne Oberhaupt, si"d außer Stande, oic Ihrigen zu nähren und zu kleiden; zu einem Verdienste siüdct sich dei dem hcrabgedrückten Gcwerbövcrkehre keine Gelegenheit; die feit jcher vcrtümmerte Erziehung nnd der Unterricht liigen jctzt vollends darnieder: hier rann nur eine kräftige, schleunige Unterstlitzling helfen. So Großes kann nur durch gemeinsames Wirken erreicht wcrden. Und wer fühlt nicht das hohe uüvcrtilgbarc Gebot, dem Gruder ^u helfen, in seiner Grust; wer fühlte noch nie das selige Bc. wußtscyn, Unglücklichen geholfen zu haben, in sei-nim Herzens Es wäre wahrlich Undank, Witwen und Waifcn derjenigen, die für nns ihr Blut vergossen, im Elende dahin schmachten zu lassen! Zu diesem Zwecke hat sich in Wien ein „Hi lsevere in für die Witwen und Waisen dcr in dem iüngstcn Rc voIutionskr > ege gebliebenen sü d sl au ischcn und lomanis ch c n Gränz.- lind N ation al-Wehrmänncr'' gc^ bildrt, dessen provisorische Leitung vorderhand der k k. Ministerialrath Hr. I)l-. Hadda ül'crnom-men hat. ?lllc Menschenfreunde, ohne Unterschied des Standes, dcr Religion oder Nationalität — die Nächstenliebe kennt ja diese Unterschiede nicht — wer-den nun dringend und angelegentlichst eingeladen, an diesem schönen Unternehmen Theil zu nehmen. Der Plan dieser Unterstützungen ist zunächst folgender: 1. Gclduntcrstützungcn, und zwar Ein sür alle Mal, oder in beliebigen Raten. 2. Verabreichung von Naturalien, Haus- und Feldgcräthschaftcn, Handwerkszeugen, Kleidungsstük.-ken, Wäsche u. dgl. 3. Aufnahme von Witwen und Waisen in ei< gene Pflege und Erziehung. 4 Verschaffung von Handarbeiten, als: Spin« nen, Weben, Strohfiechten'u. dgl. 5. Errichtung von Scbulen zur vollkommeneren Ausbildung im doppclhändigen Spinnen, Weben, Strohflcchtcn, Seidenzucht, Fcldwirthschaft u. s. f. t». Veranstaltung und Z u sa m mcn br i n-gung von dram atischen Wohl thätigkcits' Vorstellungen, Concerten, Ncunionen, Bällen u. f. w. ^) 7. Verpflichtung zur Uebernahme von auswär, tigcn Cammlungrn in verschiedenen bestimmten Ge-genden und Provinzen. Sobald die Zahl dcr Sul'scribentcn wenigstens auf 200, und die Summe dcr gezeichneten Barbe-träge auf 12- bis 15000 si. E. M. gestiegen seyn wird, werden sämmtliche Gcscllschastsmitglicder an einem bestimmten Tage zur crstm allgemeinen Zu^ sammcntretung eingeladen, um nach erfolgter Selbst? constituirung die erforderlichen Wahlen des Ausschusses vorzunehmen, welcher die Weise und den Ort dcr Abführung, so wie die'Verwendung der snbscridirten Gelder, Naturalien u. s. w. nebst allen zur Förderung des Gcsellschaftszwcckes erforderlichen Arbeiten zu bestimmen hat. Auch das Verhältniß der Herren zu den Damen vom Vereine in ihrem künftigen Zusammenwirken zum Gescllschastszwcckc wird in der ersten Zusammentrctung geregelt. Obwohl die Eincassirung und Abführung der gezeichneten Gelder und Gegenstände nur der const>-tnirtcn Gesellschaft selbst zukommt, werden doch einstweilen solgcnde Orte zur Abfuhr und 'Xusbewahmng bestimmt! :l) für Gelder: Dle Haufttc-'stt i>cr sssic" österr. Sftar-Casse und der ^ie lyr l'ei'cinlgten all-acmeinen Versolaung^a.,^'/, d.'tt/l bei», Hrn. Administrator der ,>Wiencr Zeltung" Michael Edlen v. ,., fur «ogenstandee Das hierzu im k. k. Finanz-Ministcrial.Oeb^de (Himmclpfortgasse Nr. . Vinccnz Klun. "» Der Phil l, a r m on i scl' c „ C>) c sl> l l sch ast. ^r Mnsilca Pcllc dlr Lciibachcr National g a»- d c und d^in sl l,, u c „ >/', !chc» Th ra tl'rc»in it^ war/jctzt nur schone (Ael^cuht'lt' ^'l'^tcn, !,cnn'5i»gc< il'rcu l'lwährtl'» Patriotism,!»!! ^l l"." lbaci.^'n. ' Der V^rfasscr. Bücher, Musikalie« u«d Fortepianos sind zu de>, billigsten Bedingnissen auszulcihen bei Ioh. Giontini in Laibach am Hauptplatz. >