^ «28. Freitag am 3. Juni t 85», Die „v,,il'achcr Zcitünq" erscheint, mit Aüsnahmr dcr S,,',!»- und Fliertago, täglich. u,id f^st.t sammt dcn Acila>,cn im ^o ml^'to ir <1 a» ^ i.i hri., 10 sl., hall'jähri^ .', sl., mit Kreuzbano in, ^müploir ga»;jähri^ !l st., halbjährig ii st. :!0 fr. Fur dic Zilft^lliin^ in>) Haus sino Hal l'j.i h ri., ^l« !r. »!.<»r ;„ Vntlicht^i. M it dcr P>,'st p^rto-frei qaüljähl'lg, „„kr Knuzb.ind uno g.'drllcktcr Äorrsse l!l st., halbjährig sl sl. 30 ^. — In scration^cl'ül) r fur riue Sp.Utlüi,cilc vocr dcil Raum dcrscllxu für ei,l-maligc Einschaltung 3 fr., fnr zweimalige 4 kr., fnr dr.imali^c 5 lr. (5. M. Inserate l'is 12 Znle» 1 st. für 3 M"l ei»znschalk>i. Aemtlicher Theil >^Vm 15. l. M. wird die Grundentlastungs-Districts-Eommission von Gottschcc in Wirksam^ keit treten. Was hiermit zur allgemeinen Kenntniß ge< bracht wird. Laibach am 4. Juni 1850. Pom Präsidium der k. k. Grundcntlasiungs-Landes-Eommission sür Krain. Seine Majestät habcn mit allerhöchster Entschließung vom 7. Mai d. I. zu genehmigen geruht, daß die in Folge der allerhöchsten Entschließung uom 22. October v. I. auf das Jahr 1851 festgesetzte nächste Industrieausstellung in Wien auf das Früh, jähr 1852 verlegt, und eine ständige Commission ge.-bildet werde, welche die Leitung der zugleich be-schlossencn Beschickung der im Frühjahre lx,'>l in London stattfindenden Industrieausstellung aller Län-der mit österreichischen Erzeugnissen zu überneh-men hat. ! Zugleich haben Se. Majestät bewilliget, daß die mit jener Beschickung verbundenen Auslagen, und insbesondere auch die Kasten des Transportes dcr zur Ausstellung in London von dcr erwähl,ten Eon,-mission als geeignet erkannten Gegenstände aus dem ^ Staatsschatze erfolgt werden. Diese Commission wird ihrcn Sitz in Wien, außerdem aber auch Filialen in Prag, Feldkirch und Mailand haben. Se. Majestät haben mit allerhöchster Entschließung vom 24. Mai I. I. d.is an den, Kathcdr.il-Capitel zu Bclluno erledigte Canonillit Moncta dem bischöflichen Kanzler, Dr. Franz Z a n n ini, und das ebendaselbst erledigte Canonical Graziano vecchia dem Pfarrer von Piere, Anastasius Doriguzzi, allergnädigst zu verleihen geruhet. Se. k. k. Majestät haben mit allerhöchster Ent-schließung vom 7. Mai 1850 die Scheidung der Lehrkanzeln der exegetischen Wissenschaft an der hicsi^ gen protestantisch theologischen Lehranstalt nach dem alten und neuen Testamente, unter Aufhebung der bisher bestandenen Scheidung nach den beiden evangelischen Konfessionen, in dcr Art, daß dcr Pro fessor der alt-testamentarischen Exegese: 1. Die Einleitung in d'e Bücher des alten Bundes. 2. die Erklärung dcr Schriften des alten Bundes, 3. die biblische Archäologie, und 4. die hebräische Sprache; jener der Exegese des neuen Bundes aber: 1. die Einleitung in die Schriften des neuen Bundes, 2. die biblische Hermeneutik, 3. die Erklärung dcr Schriften des neuen Bundes, und 4. die griechische Sprache vorzutragen haben wird, zu genehmigen gcncht, und U'ttcr (Zincm die Lehrkanzel der Exegese dcs alten Testamentes an derprotesianiisch theologischen Lehranstalt 'n Wien, dem bisherigen Assistenten an dieser Lehr al'stalt, Gustav Noßkoff, verliehen. ^^^^ Das Wahlreformgesetz in Frankreich. Laiback, c»n «, Juni, (l>. k.) Der 31. Mai verschaffte dcr Majori lät einen neuen Sieg über die sociale Partei, und der politische Barometer — die Börse, zeigte ein so. gleiches Steigen dcr fünspercentigen Ncnte in Pa-ris. Da jedoch die Wichtigkcit eines Sieges nur nach den daraus entspringenden Folgen bemessen werden kann und soll, so glauben wir unser Augenmerk mehr darauf richten zu sollen, ob durch denselben sür die Staatszustände Frankreichs in der That Bedeutenderes geleistet worden; ob dadurch überhaupt die bisher drohende Sachlage Frankreichs beseitiget,, lind für die Folge eine Beruhigung der Gemüther Frankreichs erzielt wurde? Die Nctrach-! tung dcr Oppositionspartei selbst, so wie die Geschichte Frankreichs in ahnlichen Verhältnissen, bieten jedoch leider nicht ein derartiges Bild, daß wir tie obigen Fragen bejahen könnlen. Blicken wir nur in die nächste Vergangenheit zurück. Auch im Jahre !«I? halte Guizot und mit ihm die Majorität ci. ncn entschiedenen Sieg in den stürmischen Kammern ^über die Opposition errungen; auch dainals gab sich die Regierung der schineichllhciften Hoffnung hin, die Zustande Frankreichs wurzeln auf festem Bo den: doch das (^hate^u Rouge mit seine»,, in allen Theilen gleichsam über Nacht hergezauberten Filialen, belehrten den auf seine für die politische Entwickelung Frankreichs unzweckmäßigen Doctrinen pochenden Premier - Minister gar bald eines andern War die Opposition in den Kammern gleich durch.-gefallen, sie erkannte sich deßhalb doch noch nicht für bezwungen; sondern sie betrat das für die Majorität noch gefährlichere Feld dcr unparla-men tarischen Agitation. — das Feld dcr Konspirationen, u»d die Reform-B^quette w.nc» ein s.itt/sches Mißtrauensvotum g,'a>'" das Bestehende Fl.,!,kle,'ch, das „legale Land«, bietet in seinem fort währende!, Wechsel von Systeme» und Herrschern, die es seit sechs Decennicn erlitt, ein trauriges Bild .dar, daß fast jede auf das Allgemeine zielende Maßregel durch Eii-:zclb»'strebungen zu nichte wurde. Die nämliche Frage, welche im verflossenen Monate alle Gemüther Frankreichs bewegte, — das Wahlgesetz, — bezeichnete auch, als natürliche Emanation dcr in dcr berühmten Nacht vom 1. August 178!) verkündeten «Iioili« <>»»»<:, den Grundcharakter der drei aufeinander folgenden Eon. stitulionrn in, letzten Decennium des verflossenen Iahrhundcrtes. Während die Konstitution vom I. ,7!)l cmcn Wahl census einführte, rief sie die ganze besitzlose Masse zum Kampfe heraus. Die Führer der Letzteren waren dem parlamcn-tarischen Kampfe erlegen; allein das Jahr 1793 stürzte die ganze Verfassung über den Hau sen, und unter Robespierre halte jeder volljährige Franzose das Stimmrccht erlangt. Die Masse hatte die ganze Gewalt in Händen, und triumphirtc hohnlachend über den cntwcrthetcn Besitz. Allein, bevor noch die Früchte dieser durch Gewalt errungc-nencn, und durch Terrorismus erhaltenen Herrschaft sich entfalteten, stürzte sie nothwendiger Weise in sich selbst zusammen; die Pöbclhcrrschaft, die con-v<;l,lil),l,>:»!llin:»!.', siel llntcr den Streichen der Vermögen besitzenden Elasse. Die dritte Constitution, die dcs Jahres 1795, führte neuerdings den Wahl census ein, und vergeblich waren die Bestrebungen einetz Babeuf gegen die neue Verfassung. Der Besitzende wie der mchtbcsitzende Theil kamen, nachdem leider bereits Ströme Vürgerblu.-tcs geflossen, endlich zum klaren Bewußtseyn, zu welchem Ende die practische Ausführung dcr Gleichheitsideen, — die doch eigentlich die Hauptbasis dcs Ganzen bilden, — führen muffen; und seit Babeuf das Schaffot bestiegen, schleppten diese Ideen ein sieches Leben auf dem Felde der Theorien, bis die neueste Zeit sie wieder auf das practised? Gebiet einführen wollte. Diese allgemeinen Betrachtungen dürften gewiß wenig geeignet seyn, sür die nächste Zukunft Beruhigendes in Frankreich zu erwarten, wenn nicht die Regierung durch höchst energische Maßregeln den bereits betretenen Boden wird zu behaupten verstehen. Von größter Wichtigkeit werden daher für die gcsammte staatliche Entwickelung Frankreichs die der Wahlrcform folgenden Maßnahmen seyn, und wir wollen hoffen, die Negierung werde umsichtig und kiästig dilse Institutionen gegen phantastische Schwärmereien zu wahren wissen. Nicht neue Regieruna.ss0lmen — Frankreich hat ohnedieß bereits alle durchgemacht — werden seine Lagc verbessern, nicht Palliativ-Mittel und momentanes Flickwerk, nicht Ministcswcchsel. nein! Frank» reichs Uebel ist ein tieferes. Nadicale Euren müssen die gesellschaftlichen Zustände verbessern, müs. sen die träumcuschen Doctrinen dcr Gleichheitsideen ersticken. Auf welchem Wege dieß besser und sicherer zu erreichen, — dieß ist die große Aufgabe der bestehenden Regierung, die sich in ihrem einmal eingeschlagenen Wege durch nichts beirren lassen darf. Nur dllich kräsliges Auftreten wird der imincr höher steigenden Fluch ein Damn» entgegengesetzt werden können. Politische Nachrichten Oesterreich. — Wien, 5. Juni. Am 29. Mai ward das von dem Finaiiznnnlstcr vorgelegte Stämpelgesetz mit 93 Stimmen gegen 4(1 von der sardinischen Abgeordnetenkammer angenommen. — Aus Florenz wird vom >'N. Mai berichtet, daß Graf Walewski in seiner neuen Eigenschaft als Gesandter dcr sran? zösischen Republik am neapolitanischen Hofe nach Neapel abgegangen ist. - Das officiellc »Giornale di Noma« vom 28. Mai bringt cine Allocution, welche Seine Heiligkeit der Papst in dem geheimen Konsistorium vom 20. d. hielt und worin namentlich der neuesten kirchensreundlichen Maßnahmen Oester» reichs anerkennend und dankend gedacht wird, ausführlich im authentischen, lateinischen Texte und m italienischer Urbersetzung, — Durch einen Finanzministerial-Erlaß vom l3. Mai sind die Ausgcdinglcr und Pächter kleinerer Grundstücke von dcr Einkommensteuer befreit worden. Es wird hiernach sür das Jahr 1850 zugestanden, daß ein Grundpächter von dem Einkommen , das ihm das gepachtete Grundstück trägt, keine Steuer zahle, wenn er keine anderen dcr Einkommensteuer unterliegenden Einnahmen hat, seine Felder selbst bcalbeitet und der Pacht so geringfügig ist, daß dcr 20ste Theil des reinen Ertrages, den geringsten Erwcrbstcucrbetrag nicht erreicht, der für jene Gemeinde, in welcher das gepachtete Grundstück sich befindet, festgesetzt ist. ^- Nachrichten aus dem Obcrinnthal zufolge, fanden dieser Tage in Imst und Bibcrwi.r aus unglücklichen und wenigen vom Zivile verschuldete., Anlässen, Thätlichkeiten mit öruppcnadlhellungcn 388 von Bencdck Infanterie Statt, welche Verwundungen und in Biberbier den Tod eines Ortsbewohners zur Folge hatten. Man Hort, daß hiernach Vcrsetzun-gen der Mannschaft und strenge Untersuchungen eingeleitet sind. Triest, 2. Juni. Die beiden franz. Dampfer sind regelmäßig anbekommen, am Nord des aus Constantinopcl angelangten befand sich Graf Stürmer, der im Lazareth die Quarantine halt, und vor seiner Abreise die hiesigen Merkwürdigkeiten be-suchen wird. Von der Gran, Ende Mai. ^ Das energische Auftreten des Rcichsprimas v. Scitovßky, im Rayon der katholischen Gemeinden Ungarn's, seine Ermahnungen an den Elcrus, seine Busi Prozession u. s. w. konnten nicht verfehlen, die vollste Zufriedenheit des heil. Vaters zu erlangen, die sich denn auch in einem an den Dbcrhirten Ungarn's gerichteten, aus Rom vom 29. April datirtcn päpstl. Schreiben kund gal'. Der Neichsprimas übersandte dem heil. Vater die auf obige kirchliche Maß. nahmen bezüglichen Actenstückc, vorzugsweise seincr beim Antritt der erzbischöftichcn Würde an den Klerus in? lateinischer und an das Volk in deutscher Sprache gehaltene Rede, ebenso den deutschen Pastoralbrirs. In Bezug hierauf erklärt der Papst offen und ehrlich : »Obschon wir, als der deutschen Sprachc unkundig, Deinen Pastoralbrief und die Ncde an das Volk nicht verstehen konnten, so waren wir doch lnit großer Freude erfüllt, als wir aus Deiner latci-nischcn Rcde den wahren geistlichen Eifer erfahren haben, mit dem Du vorzüglich die Pfarrer an ihren Beruf und somit ermunternd erinnertest, damit sie als Muster aller Tugenden in der Kirche Gottcs vorleuchten ?c. ?c. ?c." Das Schreiben ist durchgrlicnds im herzlichen Tone gehaltm, und wurde, wie alle derlei Actcnstückc, sämmtlichen Diöccsaiworstchern in der Originalsprachc zugesandt, wo es dann, je nach Bedarf, in deutschen, ungarischen oder slavischen Abdrücken weiter verbreitet wird. — Das Wirken unseres Oberhirtcn verdient in der That alle Anerkennung, und sein Einfluß, besonders auf den niederen Klerus, feine Disciplin hat bereits treffliche Früchte getragen. Als die kirchlichen Errungenschaften bekannt wurden, schärfte der Reichsprimas sämmtlicher Geistlichkeit auf's Nachdrücklichste ein, ihre Stellung gegenüber dem Volke ja nicht zu mißbrauchen, nie und nirgends im dictalorischen Tone aufzutreten, um kein Aergerniß zu geben und zuletzt das Errungene wieder zu verlieren; allenthalben mit Demuth sürzugchen und liebevoller Ermahnung. — Das Privatleben des Primas ist höchst einfach, das amtliche rastlos thätig. Die früheste Morgenstunde sieht ihn schon beschäftigt. In seinem Haushalte hat er bedeutende Beschränkungen eingeführt, und besonders jeder Flitter, der sonst bei kir-chenfestlichcn Auszügen zu sehen war, soll entfernt blcibcn. Auf diese Weise wird das seit der Rebellion so gcschn'älcrtc Einkommen des Rcichsprimas ohne Zuthat von Seile der Regierung ausreiche», und selbst im Spenden von milden Gaben oder zu löbl. Zwecke» keine Verkürzung eintreten. — Seit kurzer Zeit erquickt reichlicher Rcgen unsere Fluren und Gärten, so wie die Weinberge; der Landmann, der schon zu verzweifeln begann, hofft aus's Neue; die Gctrcideprcise, die schon beträchtlich stiegen, fallen wieder stark. — Der Pcsthcr Markt, den mehrere Geschäftsleute aus unserer Gegend besuchten, ist schlecht ausgefallen; die Einlösung dcr ungarischen Zwciguldcn Anweisungen »nachte viele Confusion. Plan, 31. Mai. Die Ligourianer beginnen icht in Ottenrculh ihre Predigten wieder, nachdem sit bereits vor Pfingsten in Plan gewesen. Die Missionäre predigen für jedes Geschlecht separat, und entwickeln i>» ihren Kanzelrcden ein bedeutendes Talent zu infernalischen Schilderungen; doch hat das Ganze etwas Comodienhastcs, da von Ort zu Ort gezogen, überall tin und dieselbe schauerrcgrndc » Ehristo, Franz Joseph, Kaiser von Oesterreich, dem erlauchten apostolischen König von Böhmen, Ungarn u. s. w. erweisen, der durch seine angestammte From--migkeit und Ehrfurcht gegcn dcn Stuhl des heiligen Petrus, in tapferei-, kräftiger Mitwirkung eifrigst beitrug, um die weltliche Regierung dieses apostolischen Stuhles zu vertheidigen, und mit seinen siegreichen Truppen vorzugsweise die Provinzen Emilia, Piceno und Umbricn von ungerechter und harter Bedrückung befreiet, und sie wieder unter Unsere ge. setzmäßigc Regierung und dcn heil. Stuhl stellte. In gleich anerkennender Weise wird sodann der spanischen Regierung und deren Theilnahme an der Intervention gedacht, und dankbar der indirccten hilfreichen Mitwirkung der akatholischen Mächte Erwähnung gemacht, welche, wenn auch nicht in ma, tericller Weise, so doch durch moralischen Einfluß die Rechte und weltlichen Interessen der römischen Kirche zu schützen gesucht. Die Allocution geht nun aus sämmtliche am römischen Hofe accreditirte Gesandten über, welche vor der Abreise des heil, Va-tcrs dessen Person schützten, und ihm trcuc Begleiter im Exil und alls dcr Rückkehr waren; mit besonderem Lobe wird dcr Theilnahme der ganzen katholischen Welt, dcs apostolischen Eifers dcr katholischen Bischöfe in deren heiligen Berufe, der Standhaf-tigkeit und Anhänglichkeit dcr Eardinälc erwähl und abermals Gott und der heiligen Jungfrau c>er innigste Dank für die Restauration der päpstlich"' Regierung dargebracht. Dcr heil. Vater gcht sod.,!,!, anf dic gegenwärtigen Verhältnisse der katholischen Kirche über u»d weist ans dlc finstern Umtlicbc hin, mit dcnen man dieselben zu schwächen, ihren Einstuß zu schmäler», und wenn irgend möglich, dcn Siuhl dcs heil. Petrus zu stürzen bemüht sey. Der hciligc Vater erklärt sich bcrcit zum unermüdlichen Kampfe gcgcn dicsc Einflüsse und fordert scinc Zuhörer, so wi'c die Bischöse dcr grsammtcn katholischen Welt zu gleicher Thätigkeit alls, welche diese wieder dcm ihnen unterstehenden Elerns zur unausgesetzten Pflicht m>,chm sollen. Dcr heil. Va-ter erwähnt hier dankbar und freudig Sr. Mazestät dcs Kaisers von Oesterreich und sagt -. Wir haben i>, Unsern Trübsalen dcn mächtigsten Trost durch die Erlässe unseres gclicbtestcn Sohnes in Ehristo, Franz Josephs, Kaiscrs von Oesterreich :c. empfunden, der in Folge seiner ausgezeichneten Religiosität Unsere Wünsche und Begehren, so wie diejenigen dcr ehrwürdigen Bischöse Seines weiten Reiches, zur größ^ ten Verherrlichung seines Namens- lind zur größten Freudigkeit dcr Guten erfüllte und freudig und bereitwilligst . in Ucberciiistimlming mit seinen Ministern dcr Freiheit dcr katholischen Kirche in scincn Staaten dcn so schr gewünschten Zugang gewährte. Wir danken daher diesem erlauchten Kaiser und König für cin so ausgezeichnetes, eines katholischen Fürsten vollkommen würdiges Thu», und freuen uns mit Ihm im Hcrrn, so wie wir hoffen, daß dieser religiöseste Monarch in Seiner Licbc zur katholischen Kirche Sein herrliches Werk fortführen und Seinen Verdiensten um dcn Katholicismus die Krone aus-sctzcn wird." Der heilige Vater bespricht hierauf in schnurz-lichcr Weise das in Picmont erlassene Siccaldische Gesetz und die Verhaftung dcs Erzbischofcs Franzoni, und bemerkt, daß cr durch den Untcistaatssecrctar 389 Protest sowohl gegen das Gcselz alv gegen die Ver-hastlmg hade einlegen lessen. Noch wird des besonder,, Eifers dcr Belgier sl'ir die katholische Religion erwähnt, der Wunsch ausgesprochen, daß alle Matholiken in den Schoosi der römisch - katholischen Kirche zurückkehren mögen und Gott um seinen Schlitz für dieselbe gebeten. F r a n k r e i ch. Paris. Das „Evenement" meldet über die am Samstag vorgenommenen Verhaftungen -. »Die Gc-neralversanimlllng der Associationen, bestehend aus den Dclegirtcn aller Korporationen, fand in dcr Straße Michel Lccomtc Statt, als ein Polizeicoiw missär, begleitet von zahlreichen Agenten, gegen 10 Uhr sich einfand und zur Verhaftung aller versammelten Mitglieder schritt. Acht und vierzig Männer und neun Weiber wurden verhaftet, darunter Frau Jeanne Deroin (die bei allen socialistischen Bankets eine Rolle spielte). Diesen Morgen wurden in den Wohnungen der Verhafteten Haubdurchsuchui'gcn vor. genommen; es ist wohl unnöthig zu sagen, daß diese Durchsuchungen keinen Erfolg hatten." — Die „Patrie" sagt: Das Eomit.» der Vcrg^ Partei versammelte sich in dcr Nacht, um den Beschluß zur Abfassung eines Manifestes gegen das neue Wahlresormgcseh zu fassen. Hr. M'chel (de Bourgeö) wurde mit der Abfassung der Protestation beauftragt, die wahrscheinlich nicht auf der Redner-dühne zur Sprache gebracht werden wird (wlc dieß Sie wird d.e Erklärung der Beweggründe enthalten, welche den Berg abgehalten hallen, für jenen Gchtze.ttwurf zu stimmen. Paris, ..Juni. Da sich das Gerücht verw. let hat, daß Soldaten ihre Patronen an das ^olr verschenken und verkaufen, so hat General (5hangar-Nier heute den Tagesbefehl erlabn, daß tagl'ch dle Patrontaschen der Soldaten untersucht werden sollen. Außerdem wurde heute i» allcn Eascrnen der Artckcl dcs Gesetzbuches vorgelesen, der die strengsten Strafen gegen jeden Soldaten ausspricht, welcher seine Kriegs-Munition vcrkanst. D.,s „Journal des Debats" sagt: »So ist nun jenes Gesetz znr Abstimmung gekommen, gegen welches man so viele fürchterliche Einwendungen, soviel Wüthendes Geschrei, so viele trübe Vorhcrsagungcn erhoben hatte. Man sagt, das Gesetz werde vcrwor. sen werden; es ist mit der Majorität von ll>2 Stun-men angenommen worden. Man sagte, daß, wenn das Gesetz aus der Discussion hervorginge, es ge- dle das Gesetz vorbereitet, als dcr Regierung, die . vorgelegt, der Majorität, die es angenommen hatte, Glück wünschen müsse. Die Majorität insbesmwere hat gezeigt, daß sic des Vertrauens, welche dasind in sie gesetzt h^ die Entschlossenheit, die Disciplin, wovon s,e u, dle en zehn Tagen Proben gegeben, haben sich keinen Augenblick vcrläugnct. Das ist thatsächlich e», erster Schritt, cin großer Schritt auf einem Wege, auf welchem, wie cs zu hoffen steht, die Regierung und die Majorität sich nicht aushalten l'ssen wer en. Man kann verschiedener Meinungen über die W.r - ligkeit des Votums, noch die moralische W.rkung, die es auf die öffentliche Meinung ausüben w.rd, terieller Sieg ist, so ist cs ein moral'scher den di Partei der Ordnung über die Parte, der Unor m.ng so eben davon getragen hat. Von d.escm Gesuhlt Puncte aus ist das Votum über das Wa 'reform, gcsctz die entschiedenste und glänzendste Handlung der gesetzgebenden Versammlung; cs begründet emen neuen Zustand für das Land; cs erhellt die Zukunft; c. wird viel zur Wiederherstellung des Vertrauens und öffentlichen Friedens beitragen. N u si l a n d. Warschau, I. Juni. Am Mittwoch Vormittags fanden auf dcr Ebene von Powont wieder Manöver in Gegenwart des Kaisers, des Thronfolgers, dcs Prinzen von Preußen, des Prinzen Fric-drich Karl und dcr in Warschau anwesenden fremden ausgezeichneten Militärs Statt. Abends begab sich Se. Majestät mit dein Großfürsten und den preußischen Prinzen, nebst Gefolge des Kaisers und seiner hohen Gaste, mittelst eiius ExlraEiftnbahnzugcs nach Skicrnicwice, wo die hohen Herrschaslcn den vorgestrigen Tag zubrachten. Der Kaiser gab daselbst ein glänzendes Bankett, nachdem vorher ein Ausflug nach Lowicz zur Musterung der dort zusammengezogenen Truppen gemacht worden. Abends waren dcr Palast, dcr Garten l«nd Bahnhof von Skiernicwl'ce aufs prachtvollste illuminirt. Eine unzählige Menschenmenge halte sich an dicscm Tage von Warschau und anderen Orten in Ekicinicwice versammelt, und die ganze Nacht hindurch daurten die von dort hierher heimcehrcndcn Passagicrzügc, die erst gestern gegcn 4 Uhr Morgens aufhörten. Gcstcm Vormittag fuhren Sc. Majestät u»d die kaiscrl. nnd königl. Hoheiten mit ihren Suiten nochmals von Slicruicwice nach Lowicz, um Truppen-manöucrn beizuwohnen. Nachmittags kehrten die ho» hen Herrschaften nach Warschau zurück. NeneS nnd Neuestes. VZicu, 5>. Juni. In Innsbruck wird liächstcnä dcr Bau eines neuen Arincn-Vcrsorgungshaliscs in Angriff genomlncn wcrdcn. — Sicherem Vernehmen nach hat eine Gesellschaft englischer Kapitalisten der osmanischcn Rc-gicrung den Alttrag gemacht, von (Zonstantinopcl an die Meeresküste und nach Salonich Eiscnbahllcn auf cigmc Kosten, gegen mit dcr Staatsverwaltung abzuschließende Verträge, zu erbauen. — Mit l. d. M. erschien in Gilschin, unter Redaction des Hcrrn Zlatnjk. ein czcchisches Blatt, mit dem Titel: »Iicinsky Wcstuik.« — Die der Marine bevorstehenden Nesormcn haben vorläufig in zahlreichen Ernennungen und Beförderungen im Verwaltmigs Department ihim Ansaug genommen. Es wurden neiicste.'s zw.'i Arsenal Magazins Verwalter, 25 Administrations <>ld-'!.„ctc>' m'd20 prov. Ad.nimstrations - Assistenten thcils ernannt, lhcils befördert. ^ Die türkische Regierung soll gesonnen seyn, einige Dampfschiffe zum Vchiche nach dem adriati- schcn Meere zu senden. Dieß wäre das erste Mal, daß die Flotte des Sultans in jmcn Gegenden erscheint. — In B.iiern, im Bezirke des Landgerichtes Bohnenstrauß wurden mehrere Banknotcnfälscher verhaftet, welche ganze, Halde und viertel Gulden östl'rr. Banknoten verfertigten. — Zur Erzielung einer bessern Evidenzhaltung dcr in die Moldau kommenden östcrr. Staatsangehörigen, wird in Folge eines Erlasses des Ministeriums des Innern angeordnet, daß in Zukunft allen für das Ausland erlhciltcn Reisepässen die schriftliche Bemerkung beigefügt werde, daß der Reisende im Falle seines Eintrittes in die Moldau odcr Wallachci binnen drei Tagen, bei sonst zu gewärtigcndcr Ahndung, sich bci der nächsten s. k. Storostie oder bei dcr Agentie mit seinem Reise Documcnte persönlich zu mclden habe. — Im Handelsministerium wurde cinverständ-lich mit der Nordbahn eine neue Regelung des Eisenbahn Verkehrs zwischen Wien und Prag be-sprochen, durch welche abermals eine Beschleunigung dcr Fahrten erzielt wcrdcn soll. Namentlich würde das Warten dcr Eiscnbahnzüge in den Ver-bindungs. Stationen, wie Gänserndorf, beseitigt wcrdcn. — Turin, 3. Juni. Der hochwürdigstc Herr Erzbl'fchof von Turin hat gestern ftine Gefängniß-strafe vollendet, und wurde auf Ministcrialbcfchl un, « Uhr Morgens in Freiheit gesetzt. — Vorgestern Abends fand im Saale des Land-DauscZ die erste Versammlung dcr Wahlmänner aus der Stadt u»d den Vorstädten zu einer Besprechung ill Betreff dcr Gemeinderatliswahlen Statt. Es halten sich dabei mehr als 2000 Wahlmänner cingcfundcn. Unter stürmischer Anerkennung wurden Reden gehalten und die Ereignisse des Jahres »848 in bitteren Worten besprochen. Aus dieser Versammlung zu schließen, dürsten bei den Gcmcinderathswahlen die Eonscrvaliven cincn glänzenden Sieg erringen. Telegraphische Depeschen. — Paris, 3. Juni. Dcr »Monitem« bringt das neue Wahlgesch. Der Kriegsminister legt einen Gcsctzc»twurf über Necrutirung und die Organisation dcr Reserve vor. Eine Eominission wird dafür rrnaimt. 5pcrc. Rente 93 Fr. «0 Ecnt. Upcrc. 58 Fr. l0 Cent. Verli«, 5. Juni. Die Telcgraphcnlinie zwischen Berlin und Breslau ist streckenweise noch u:,. tcrbrochcn. Präuumeratious - Auzeige. Da mit Ende drs laufcndvn Monatcs Juni die Pränumcration für das I Semester zu Endest, so laden wir die bisherigen ,'. ^', Herren Pränumeranten, so w.e alle Freunde des politischen Lebens zu einer neuerlichen Pränumeratlon em. ^ Ueber die Haltunq und Tendenz des Blattes etwas Mehreres zu sagen, halten w.r für überflüssig, da dieselben hinlänglich bekannt sind; nur können wtr dt Bemerkung icht nntl'rdnMn, daß wir cs uns immer mehr angelegen seyn lassen werden durch G ew.n- /ung tüchtiger Kräfte und guter Corresp on de n ten "/ « llen Thetle n d r Mon- a chie unser Blatt auf jene Stufe zu heben, dasi es den wur- diast zur Seite wird gestellt werden können. Die ste t s wachsende .Theilnahme, d^wlr bere.ts m gegenwärtigen Semester mit Vergnügen gewahrten w.rd uns mit allen uns zu Gebote stehenden Mitteln ausdauernd nach dem uno festgestellten Zlcle zu inqen, und hoffen dabei auf die Unterstützung aller Vaterlandsfrmnde. , , . . hinsichtlich des belletristischen Feuilletons bemerken wlr nur, daß wlr, wie bis jetzt, fast durchgehends nur durch Origlnal - Aufsätze den Freunden erheiternder Lecture das möglichst Interessanteste bieten werden. Der Pränumerations - Betrag bleibt unverändert, also: ganz zäh rig im Comptmr 1<> si halbjährig 5 st ; ganzjährig unter Kreuzband 1! ft., halbjährig unter ^el'chand im Comptoir 5 si. N> kr,; ganzjährig mit portofreier Postsendung unter Kreu band 1» ft., und auf dieselbe Weise halbjährig (l si. 30 kr. ^ ^. ^ . , , . Jene 4*. '1'. Herren Pränumeranten in Laibach, welche täglich dle Zeitung ms Hauo aestellt zu haben wünschen, zahlen dafür halbjährig 3tt kr .^ . .. Die mit Post einzusendenden Pranumerationsbctra'ge werden nicht franklrt, und man ersucht, auf der Adresse den Inhalt als »Pränumerationsgelder« zu bezeichnen. Indem wir schließlich unser erweitertes Unternehmen der Würdigung empfehlen, ersuchen wir, möglichst bald die P r änumcra tionen einzusenden, da nach denselben die zu erwartende größere Auflage bestimmt wird. Ignaz v. Kleinmayr'scher gettungs - Verlag. 5tttt Feuilleton. Der Kampf deS Lebens Ein Schlachtgcmctzel ill das Llbcn, Die Crd' cin wcitcs kcichcnfcld, Der Tob nut sciucnl Hccr Entscndct Sperr auf Spccr, Und Liner nach dciu Andcrn fällt, Um lnminslMlhr sich wicdcr zn crhcbcn. Hicr zwischm Pfeile gift'^cr Seuchen, Dort zuckt dcr Vlih der Leidenschaft, Dcr Sorgen Ficbcrgluth, Des Hasses Ticgcrwuth, Dcr Elenicute ZorncSfraft, Sie würgen fort mit mördcrischcu Streichen. Von Schritt zu Schritt, von Stund' zu Stunde Vermindert sich dcr Kämpfe Corps; Doch Paar auf Paar Tritt cinc Schaar Von frischen Strcitern vor, Und so geht's uuabläffizi in dic 3illndc. Hier gilt eS rasch nur vorwärts stürme« Zum vorgesteckten Lebensziel; Wohl dcm! der wagt, Weh de»>! der zagt, Weun ihm ein Fromd zur Seite siel, Ihu wcckt er nicht, und säumt sich selbst zu schirmen. Wie, Bruderherz, du bist getroffen ^ Komm her in deincs Freundes Arm, Ich wauke nicht In meiner Pslicht. Zch pftegc deiner treu und warm, So lang' dein Auge noch dcm Lichte offen. Doch ach! dein Auge brach — Leb' wohl aus immer. Ich bett' dich in die kühle Gruft, Die Thräne hier, Die weih' ich dir. Noch eiumal, Kbe wohl! mich ruft Die Pfticht, mein Jammer weckt dich »immer. w. I. M,Mtl. <5onstanti« Freiherr d Aspre. ^35iner der tapfersten Heerführer Oesterreichs ist eben seinen körperlichen Leiden in Padua erlegen. Noch sahen wir ikn in den letzten zwei Jahren unler den rüstigsten Kämpfern der glorreichen italienischen Armee, on deren bedeutsamste Siege bis zur Entscheidungsschlacht von Novara sein Name mitgeknüpst ist. Der Tod durch die feindlichen Kugeln ging an ihm vorüber; der Friede warf den Sechsziger, der fast ein halbls Jahrhundert für Oesterreich die Waffen getragen, aus das Siechbett und ins Grad. Feldzeugmeister d'Aspre ist der Sohn dcS öster reichischen Generals d'Aspre. der in der Schlacht bei Wagram (7. Juli 1809) tödtlich verwundet wurde und bald darauf siarb. Er ward in Brüssel 1789 geboren, erinnert also durch sein Geschlecht und sei.-nen Geburtsort an die Zeit, da Belgien noch zu Oesterreich gehörte, welches leider das schöne Land mit seinen herrlichen Städten und Nestcn, mit sei nen Strom- und Secgestadcn, und seiner tüchtigen, großentheils kerndeutschen Bevölkerung nicht zurück begehrte, sondern an die Oranicr schenkte, die es nicht zu wahren verstanden! Nach seinem sechzehnten Jahre trat d'Aspre in die Reihen des kaiserlichen Heeres, zuerst in das Infanterie - Regiment Fürst Carl Auersperg, dann unter die Tiroler Jäger. Dcr Feldzug von 1809 sah ihn schon als Oberlieutenant im General.Quartiermeisterstab. Von da an nah.n er an allen Kriegsarbeiten Oesterreichs rühmlichsten Theil, besonders an den Fcldzü'gcn in Illyrim und Italien. Eine seiner kühnsten Wassenthatcn, in dcm Feldzug gegen Neapel im Jahre I8l5, brachte ihm (der damals Major war) das Ritterkreuz des Ma rien-Thcresicn.Ordens, das auch die Brust seines Vaters geschmückt hatte. D'Aspre hatte nämlich in der Nacht vom ,<;. Viai das 0000 Mann starke neapolitanische Lager bei Mignano überfallen. Seine ganze Truppenmacht bestand in vier Compagnien und vier Schwadronen. Mit der Hälfte des Fußvolks und der Reiterei führte er den UeberfaU aus, wäh- rend zwei Compagnien und zwei Schwadronen im Rückhalt sich aufstellten. Lautlos rückte die angrci. sende Colonne gegen das Lager vor, und stürzte dann mit gellendem Kriegsruf plötzlich ungestüm in die Mitte der Schlafenden, die im ersten Schrecken dcr Nacht das Corps dcr Oestcrrcicher zehnfach stärker glaubten, und nach geringem Widerstand in wilde Flucht sich warfen. Ueber tausend Gefangene, dcr größte Theil des Gepäcks mit cincr Menge Gewehre und Lanzen, blieben in dcr Hand des Siegers. Die sogenannte „Armee des Innern" zerstreute sich in die Gebirge. Ihr Oberbefehlshaber, General Mac-donald, kam erst drei Meilen vom Schlachtfeld, zu Teano, wieder auf die Straße, ohne jedoch mehr als einige Trümmer um sich sammeln zu können. General Carascosa zog sich zurück, der ihm folgende Graf Starhcmbcrg vereinte sich bei Tavcrno di Ca-janello mit d'Aspre's siegreicher Truppenabtheilung, die den Flüchtigen beständig auf der Ferse war, und am 22. Mai zogen die Oesterrcicher in Neapel ein. D'Aspre wurde mit Orden überschüttet, vor allem von Sardinien, Toscana und Neapel selbst. Im Jahre 1820 machte d'Aspre die Expedition gegen die neapolitanischen Insurgenten, zehn Jahre später den Zug gegen den Aufstand in den Legatio-nen mit. Im Jahre 1833 ward er zum General und Brigadier in Böhmen ernannt, >835 kam cr nach Innsbruck, 1840 ward cr FM3. und Divise när in Italien, 18^8 Commandant dcs zweiten Ar-meecorps, das im Venctiailischen lag und sein Hauptquartier in Padua hatte. Bcim Ausbruch dcr Revolution in Mailand und Venedig, dcrcn Flammen in allen Theilen dcs lombardisch-venctianifchen Königreichs aus dcm Boden schlugen, und alsbald auch in und um Padua sich verbreiteten, zog d'Aspre die in dcr Polesma vorgeschobenen Truppcntheilc an sich, räumte die militärisch bedeutungslose Stadt, marschirtc nach Verona, von da mit einem Theil der Besatzung nach Brescia, um die Verbindung mit Feldmarschall Radctzky herzustellen. Wem wäre jene Zeit der Feuerprobe des öster-rcichijchcn Heeres nicht in frischem Gedachti.iß! Die ganze Monarchie war dmchschüttcrt von vulkanischen Stößen, Ungarn und Italien in Empörung, zuletzt Wien selbst in Aufstand, Triest und Dalmalicn keine Stunde sicher vor innern und äußern Feinden, Tirol bis zum Fuße dcs Brcxncrs bedroht! Da war's, wo Grillparzer Radetzkl) zurief: »In deinem Lager ist Oesterreich!« Und dieses Oesterreich wankte und wich nicht, selbst als alles andere aus del' Fugen ging, der Kriegsminister in seinem Palaste ermordet, das Wiener Arnesal, die Stätte so vieler Trophäen, erstürmt und geplündert, der Reichstag selbst halb zum drohenden Convent, halb zum bedrohten Werkzeug der Massen un^gewandclt ward, Nas wäre, ohne die Treue und Tapferkeit dcs zusammengeschmolzenen Heeres, das zwischen Verona, Mantua, Lcgnano und Pcschiera sich eingekeilt hielt, aus Oesterreich geworden, in dessen italienische Provinzen der Sar-dcnkönig und die Ncplldlik Venedig sich getheilt hatten, während Ungarn und Siebenbürgen den Anfang eincs Magyarcnrciches verkündeten, Frankfurt den Habsburg-Lothringen den Abschiedsbries schrieb, die Kaiserkrone auf das Haupt dcr Hohcnzollern schtc, und die Demarcations-Linie für Deutschland bei Passall, dem Böhmerwald und den baierischen Aorbcrgln zog. Eine Verwirrung, endlos, stand in Aussicht. Seit den Tagen der Hohcnstauffcn wchtcn um die Ufer dcS Gardasees, um die Klausen von Verona dic Erinnerungen an die Kämpfe, die Opfer, die Siege Dcut,chlandS. Jetzt wurden von Mailand, Venedig und Turin aus die Botzencr und die Trientcr mit den Triestincrn aufgefordert, ihre Dcputirten zum italienische,, Congreß zu schicken, und als das Wesscnbeig'sche Cabinet, in einem Au genblik dcr Entmuthigung, sich erbot, die Lombardei bis zur Mincio-Linie aufzugeben, verwarfen bic Sar. den und Lombarden und Venctianer hohnlachend das Anerbieten, und Lord Palmcrston bestand daraus, daß die Gränze am Brenner grzogen werde! Da brach dcr alte Fcldmarschall aus scincr Waffenruhe auf, nachdem ihm Welden und Graf Thurn und die Ti> roler die erste Hilfe zugeführt. Dem glorreichen Treffen bei Santa Lucia, wo Franz Joseph seinen ersten Sporn verdiente, folgte der Sicg, dcr die feindlichen Linien von Curtatone zerschmetterte, dann — mit blitzschneller Wendung auf die Straße von Venedig — die Erstürmung Viccnza's. Da sank Carl Albert der Muth, Zwiespalt riß ein in den Reihen der italienischen Alliirtcn. Cavaignac und Wastide, obwohl beschworen von den italienischen Abgesandten, gaben der französischen Alpcnarmcc keinen Veschl zum Vorrücken, und Lord Palmerston ließ die Geschlagenen im Stich, die seinen und Lord Minto's Wo>tcn vertraut hatten. Die Sicge von Somma» Campagna, Custozza und Volta krönten das Werk, die feindlichen Generäle Rossi, Bees und La Marmora erschienen, um Waffenstillstand bittend, in d' Asprc's Hauptquartier. Er verwies auf den Fcldmarschall. Unerwartet angegriffen, schlug d'Aspre die Gcqncr aus's Ncuc, die nun in heller Auflösung nach Mailand und über dcn Ticino gedrängt wurden. Welchen speciellen Antheil d'Aspre an diesen Wassenthatcn und dcncn dcs folgenden Fcldzugs ii, Piemont genomn.en, wollen wir in cincm zweiten Artikel betrachten. Miscelle n. (Heinr.Oeiuc.) Nach dein Berichte eines »ach Pan's l'llilgl-ii'ceil lmgi-. Dichtes, schreibt del-„Spiea/l", ist Heim'. Heine trotz semen Leide» a»f dcm Siechbet« te noch immer heiteivr Dinge und rosige,'Laune. »Ach, die Göttcv Griechenlands", meinte er, „hätte» einem Dichter nicht angethan, was mn' aeschah; so etwas thitt bloß unser alte»' Jehovah. Selbst die Lippen, mit de»e» ich so veignngt gekmtt und gesungen, sind mir ja h.ilb gelahmt. Ich halte jetzt, da ich stündlich a» den Tod denken mich, oft sehr ernste Gespräche »nil Iohovah >>, der Macht, und er hat mil' jniigst gesagt-«Sie dürfen Alles seyn, Hl'Doctor, was Sie wpl>blika„ei' lind Socialist—ml«' keil, Atheist!" (Steinkohlelcheizuna f»" L«-c«"»">tive j Kürzlich imnde »oter d^ ^in."c; d.s Hr». Professors Ballmg dcr ^-'s"ch "'" ^leinkohlenheihulig des Loco-motivs ailf der Prag- Di'eodnci' Bahn gemacht, wel< cher so eifolgicich war, daß ehestens anf allen osteir. Eisenbahnen diese Hcitznng emgeflihi-t werden dinstv, »veil damit wenigstens ein Dlittel der Beheißmigskostell erspart wlU'de. t? » » <5 « « dcs Herrn Ciniselli «tt Comp. Wir hatt,» bis jcht Mi Mal das Vergüiign!, die wahrlich cm^czl'ichllctm Lcistimgcn der hicr ailwlsmdcn Kmlstreiter - Ve-slllschaft zu fi'hc», und mi'ljslli c>3 gkich im Aufali^c bedauern, daß dic bisher fortwährend un!pii>s!i^>,' Wittniüiq so lan^c uns dicsl» Gnillß rnlzoa,, da Icid.r Lail'ach lcincil qcdccklm (^ircuS besitzt!! — Vcidc Vorsicllima/», bcftndcrs dic zwcitc, warnl fthr zahlreich l'csucht, und viclsciti^er Beifall l'cwhütc dic bra-^cii Kiinstlcr, u»tcr dcucu dcr liihnc und sichcrc Du crow, dcr iil'crraschcüd gcwaudtc Hiunc, und dcr srhr gcschicktc Volligcnr Pcrclli cinc l'cft'ndcrs lol'cncüv^rthc Hcrvorhcbnuq l'crdicucn. Echr gcficl auch das licl'lichc (^»scixblc dcr Nmicu Acrtha und dc>i zwölsjähri^cii Equinard. VcNnlildcrun^^wurdi^ sind übcrdicß dic Productionc» dcö Lchjcrn auf dcr Kugcl. Dic I»? tcriuczzo'ö wcrdcu durch die hcitcrcn Späßc dcr bcidc» Clown's, vorzn^lich dc«? (5arlctto, ail^cnchm au^^cfüllt. Dic Production dcr Frau Dumos war gcwiß großartig, und riü zu allgcmci-»cm Bcifall hin. — Vor Mcm abcr vcrdicucu dic ircfflich ciu^schultcu Pfcrdc qcrcchtc Vcwuudcrung, und c6 ist u»»' s^hr angcnchlu, auf dicse lllitcrhaltlni.icu das Pnl'lifuiu bcsoudcrs ausincrlsalu zu machc». ^u», Schlüsse l'rimtcu wir noch ciuc» fast allgcmcin au,,'-.^fprochcncn Ullüsch zur Eprachc! daß nämlich dcr Aufa.a»i, auf z wc i vcrschicdcnc» Scitcu wäre, wodurch dao Oc-dräii^c, voruchü'lich l'cim Hcrancl^chcu bcsciti^ct würdc. Wir hosscu, Hr. Cinisclli wcrdc dicftn Wunsch rhcslcuö l'csricdi^cu. O,-. Kl!l,i. (G b a r a d e.) (^'"sylbi^.) Ich bin als (9a,izc>? Dir wühl thcucr, Ja, ciuc Mutter uns ^cbar! Enthaupte »lich, dann c^ch' und Peitsche Mi» mir dic lcckc Wcllcnschaar! Verantwortlicher Herausgeber «ttd Verleger: Ign Al. v. Kleiumayr. Telegraphischer Cours- Bericht der Staatspapiere vom 6. Juni 1850. Staatöschilldvttschrciblmgcn zu 5 pCt. (in CM.) !N 5/« dctto „ ^ 1/2 „ „ «2 1/^ dcttu „i „ ., 72^/8 Obligat, der nllg. und ungar. zu !^ l^^-1 — Hufüin!!i,cr. dsr ältcrcu ll»»- „21/2 „ l 50 bardisch^! Schuldm, der i>, „ 2 1^4 » ? ^^ Florenz u„d G^uia a»f^- „ 2 „ l 40 nommcmn Alllchc» . . „1 .^/T „ ) !l5> Von Galizim ......2 ^/H „ 50 Acrarial. Obligati'l'iu'li dcr Stände !.wu s ^ Ol'stcrrcich mitor und ol' dcr zu 3 p(!t. l — (5>i!iS, vun Aöhinl». Mäh- „ 2 1/2 „ ^ 50 rcn, Schlcsicn, Steirr»,a«f, ^ „ 2 ^ « l ^ Kärntcn, K^aili, Gmz „nd „> 2 « 40 deSWien. ObersaliiiucramtcS ^„1 >V^ 1 ^ Vank-slctim, vr. Stück 1078 in C. M. Wechsel-Cours vom 6. Juni 1850. Amsterdam, für 100 Thalerstunsüt, Ml. Ill« 1/2 Vf. 2 Monat. AugMirg, für 100 Guide» (5,iir. ^ Guld. I I!» 7/8 llso. Fraulfurt a.M., für 120 ff. südd. Ver- tiuS-Währ. im 24 G. 2 Mmiat. i!miduu, für 1 Pfund Sterling, Gulden 12-4 «Monat. Marseille, für !W0 Fraufen, . Gnld. 1411/2Vf. 2 Monat. Paris, für 300 Franlen, . . Guld. 1411/2 2 Monat. Gild-Hgio n«ch dcm ^Lloyd" vam 5. Juni I85l). Brief Geld Kais. Münz - Ducaten Agio .... — 2« 1/4 detto Rand- dto „ . . . . — 25:^/4 Napo!eo!l»5d'or „ . . . . — 9.!l7 Souveraiusd'ur „ .... 1tt.55 1<>..'i0 Fricdrichsd'or „ . . . . — !».^" Prcuß. D'orS „ . . . . — l),4« Engl. Soverai«l;S „ . . . . -^ 1l.5<> Nuß. Inipcrial ' ^ . . . . i>.48 9.47 Duppie „ . . . . 38 lN >/2 Silbcragio ......... 18 17^/4 Fremdelt-Hn;cige der hier 3l»»aeku»nmcnei» «nd Abssereisten Den 5. Juni 1850. Hr. Monz Ilibach, Ha»dl.)^gent;— Hl-. Theodor Kirchner, — u. Hr. Felix Nialdi, Plivatielö; — Hr. Anton Malanoti, Handelsmann, — u. Hr. Cm'I Radewald, Conslll; alle 5 von Triest nach Wien. — Hr. Fasati, Privatier, von Wien nach Udine. — Hr. Emil Priester, Handelsmann, von Agram nach Trieft. — Hr. Bereta; — H>'. Peter Gerbeis; — Hr. Simon Velenia, — u. Hr. Schlüßelbamn, Piioatiers; — H:. ! Wendel, Handelsmann; — Hr. Sternberg, Fabrir'ant; — Hr. Bauman, — ». Hi-. I»s. Questl, beide Pl iester; — ll. Hr. Dcnemart, jiidischer Professor; alle l) von Wien nach Trieft. — Hr. Ignaz Nossi, Beamte, — ll. Hr. Celebl'im, Magistrats-Präses; beide von Wie,, nach Fiume. — Hr. Joseph Hahn, Beamte, von Wien l»ach Görz. — Hr. Stachel, Handelsmann, voi, Wie» nach Venedig. — Hr. Anton Breco, Privatier, vo„ Wien nach Verona. — Hr. Renner v. Oestreicher, General-consul', — Hr. v. Ziernfeld, k. k. Ober.-Finanzrath, — n.Fr. Grafin v. ,Zich>), Pi ioate; alle ll von Tl iest nach Grah, — Hr. v. Zaitzewski), Capita», von Neapel nach Gral). Aemtliche Verlautbarungen. Z. 1U96. (1) Nr. 8385. Kundmachung. Um für die in den meisten höheren Studien-anstalten noch in diesem Studienjahre vorzunehmenden Reformen die nöthige Zeit zu gewmm'n, und um nicht die wü'nschenöwerthc Gleichförmigkeit in dem Beginne des neuen Studienjahres durch spezielle Verfügungen zu stören, hat das hohe k. k. Ministerium des Cultus und Unterrichtes laut eines Erlasses vom 15. d. M., Z. 4195, die Dauer der heurigen Herbstferien an sämmtlichen k.k. österr. Universitäten, den ungarischen, siedendürgischcn u.'?d croatischen Akademien und den mcdicinisch-chyrurgischcn Lehranstalten bis einschlicßig 14. Oct. I85U erstreckt, ohne daß übrigens hiedurch für die Zukunft den bezüglichen Bestimmungen der Studienordnung über die Dauer der Herbstfericn lm Allgemeinen vorgegriffen wcrdcn soll. Welche hohe '^ordnung hicmit zur allgemeinen Kenntniß gebracht wird. Von der k.k. Statthaltern im Kronlandc Kram. Laibach am 27. Mai 185U. Gustav GrafChorinsky m. p., Statthalter. ^ (3. Laib. Ztg. Nr. 128 vom 7. Juni 1850.) Z. 1088. (!) Nr. 8229. Nachstehender Erlaß des Herrn Ministers dcs Innern vom 19. d. M., Z. 9742 , über die Or-ganisnmig der k.k. Finanzbchördcn, wird zur all-gcnmnen Kenntniß gebracht. Nachdem Se. Majestät mit der allerhöchsten Entschließung vom A5 Juni v. I. die künstle Gestaltung der politischen Behörden festzustellen, dann mit der wcitcrn a. h. Clitschlicsiung vom 19. Juli v. I. die Grundsätze für die künftige Verwaltung der directen Steuern zu genehmigen geruht hatten, und seither auch die Regulirung des Cassawesens, insoweit es von dcr Fmcniz-vcrwaltung abhängt, erfolgt war, trat die Noth« wendigkeic ein, dafür zu sorgen, daß im Einklänge mit der geänderten Einrichtung der politischen Behörden allenthalben auch in den Krön-ländern, so fern cs nur thunlich ist, eine einheitliche Verwaltung und Leitung der verschiedenen Finanzzweiqe ins Leben trete, daher die Geschäftöleitung für die directe Besteuerung mit jener der übrigen Finanzzweige und des Cassa--wesens so viel möglich in einer Art vereiniget rmrde, durch welche die Geschäftsführung vereinfacht, die Handhabung der Gesetze und der Interessen des Staates gesichert, und der Verwal? tungsauswcmd vermindert werde. Zur Erreichung dieser wichtigen Zwecke haben Seine Majestät laut Mittheilung des Finanznii-nisteriums folgende Bestimmungen mit dcr a. H Entschließung vom 9. Jänner l. I. a. g. zu genehmigen geruhet: 1) Für die Finanzangelegenheiten haben kü'nf-ria vereinte FinanzlanocöbclMden zu bestehen, deren erster Vorsteher der Statthalter mit dcr unmittelbaren Unterordnung unter das Finanz-Mi m stern m ist. 2) Die Finanz-Landesbehörden sind zweifacher Art, solche, von denen alle Finanz-Angelegenheiten behandelt werden, und andere, denen dloh die dirccten Steuern zugewiesen sind. 3)DieErstern haben in jenen Orten zu bestehen, in denen sich die bisherigen Cameralgefällen-Verwaltungen befinden. Sie haben die Benennung: „F'inanzlandcs . Directions" zu führen. D,cr Statthalter dcs Kronlandes, ln welchem dcr Sitz dieser Behörde besteht, hat die Oberleitung der Geschäfte bei derselben mit dcm Ti^ tel „Präsident der Finanz - Landes-Direction" zu führen. Ihm ist als zweiter Vorsteher der Behörde ein Director mit dem Titel und Charakter eines Ministerialrathcs beigegcben. Bei dcr Behörde haben ferner Oberfi nanzräthe und Finanzräthe zu bestehen, die den Statthalterei - und Kreiöräthen im Range gleich gestellt sind. Nebstdcm nmfaßt die Behörde die erforderliche Anzahl Secretäre und Concivistcn für das Conceptfach. Die Geschäfte der Manipulationsämtcr sind durch dieselben Categorien von Beamten, welche hiefür gegenwärtig bei der Camcraloehö'rde syste-misitt sind, zu vollziehen. 4) Als Amtsuntcrricht und Wirkungskreis hat den Finanz-Landcsoirectionen, deren Präsidenten und Directorcn in Angelegenheiten dcr directen Besteuerung der Wirkungskreis dcr bestan« oenen politischen Ländcrstellen und ihrer Chefs, in den übrigen Angelegenheiten dcr Wirkungs-kreis der Cameralgefallcnvcrwaltungcn und des Camcralgcfällcn - Administrators vorläufig zur Richtschnur zu dienen. 5») An die Stelle der bisherigen Camcralgc-fallen-Verwaltungen haben folgende Finanz-Landesdirectionen zu treten: n)In Lemberg für die Verwaltung der directen Abgaben in Galizien nebst Krakau, dann für alle übrigen Finanzangelegenheiten in dem genannten Kronlande sowohl, als auch in der Bukovina; d)in Prag für alleFinanzsachcn im Kronlande Böhmen; c-) in Wien sür die directen Abgaben in Oestrrcich unter der Cnns, und für alle andern Finanzsachen in dem erwähnten Kronlande sowohl, als auch in den Kronländcrn Oesterreichs ob der Enns und Salzburg; <.l) in Trieft für die dirccten Abgaben in Istricn, Görz und Gradisca, dann dcr Stadt Trieft sammt Gebiet, für alle andern Finanz-angelegcnheiten auch noch im Kronlande Dal-matlen; <>)l n Brunn für die directen Abgaben im Kronlande Mähren und für die übrigen Finanz-angclegcnheiten nicht nur im gedachten Kronlandc, sondern auch in dem Kronlande Schlesien; I') in Grah für die directen Abgaben im Kronlande Steicrmark, dann in diesem Kronlande und i» Kärnten und Krain auch für die übrigen Finanzsachen; x) in Innsbruck für sämmtliche Finanz-angelcgenheiten im Kronlande Tirol und Vorarlberg. st. Quartiergcld, gegen Erlag der Caution im Vesoldungsdetrage, in Erledigung gekommen. — Die Bewerber haben die gehörig documentirten Gesuche, unter Nachweisung dcr Studien, der Kenntniß der Postmanipulation, der Landes- und allfälllgen sonstigen Sprachen und dcr bisher geleisteten Dienste, im Wege der vorgesetzten Behörde bis längstens 15. Ilini 1850 bei der k. k. Post-direction in Trieft einzubringen und darin anzugeben, ob und mit welchen Beamten des obenerwähnten Amtes, und in welchem Grade sie verwandt oder verschwägert sind. K. K. Postdirection. Laidach am 3. Juni 1850. Z. 1052. (3) 3^5589. Von dem k. k. Stadt- und Landrcchte in Krain wird bekannt gemacht: Es sey über Ansuchen dcs Herrn Or. Vlasius Ovjiazh, Curators dcr mj. Iosepha und Maria Ivavitz, als erklärten Erben, zur Erforschung dcr Schuldenlast nach dcr am 1<». März 1850 zu Stein verstorbenen Frau Barbara v. Wiedcrkhcrn, die Tagsatzung auf den 1. Juli »850, Vormittags um 9 Uhr vor diesem k. k. Stadt- und Landrcchte bestimmt worden, bei welcher alle Jene, welche an diesen Verlaß aus was immer für einem Rechtsgrundc Anspruch zu stellen vermeinen, solchen so gewiß anmelden und rechtsgeltcnd darthun sollen, widrigens sie oieFolgen des tz, 814 b. G. B. sich selbst zuzuschreiben haben werden. Laibach den 21. Mai 1850. 392 Z. 1U54. (3) Nr. 57U«. K u n d m a ch u n g. Mit Bezug auf daö Edict vom 27. April l. I., Z. 4675, womit in dcr Rechtssache des Herrn Wolfgang Grafen v. Lichtenderg wider Herrn Sig-mund und Fr. Maria Karis, wegen 317 si. 41 ^ kr., die Geklagten auf den 29. Juli l. I. vorgeladen wurden, wird bekannt gegeben, daß statt des Herrn Di-. Naprcth, über dessen Einschreiten um Enthebung , Herr O,-. Oblak als Curator dcr unbekannt wo befindlichen Geklagten aufgestellt worden sey. Vom k. k. Stadt- und Landrechte in Kram. Laibach am 25. Mai 185«. Z. 1tt«3. (3) Nr. 235«. Kundmachung. In dem Hafcnorte L u ssi n grande, im Kronlande Istrien, ist ein Postamt ohne Pfcrdestation errichtet worden, dessen Wirksamkeit mit 1. Mai 1850 begonnen hat. Dasselbe befaßt sich vorläufig nur mit dcr Aufnahme und Bestellung von Korrespondenzen. Die Verbindung dieses Postamtes wird mit Lussln piccolo durch eine Votenpost hergestellt. Welches hiemit in Folge hohen Erlasses der k. k. General-Direction für Communicationcn . 7. l. M., Z. 1977^!'., zur allgemeinen Kenntniß gebracht wird. Von der k. k. Post - Direction. Laibach den 23. Mai 1850. Z. 10«2. (3) Nr. 2410. Kundmachung. In dem Kronlande Niedcrösterreich ist in dem Orte St. Andrä vor'm Hagenthal ein Postamt ohne Postpferdcstation aufgestellt, und die in der Stadt Klosterneu burg bisher bestandene, vom Oberpostamtc in Wien abhängige Briefsammlung in ein selbstständigcs Postamt umgestaltet worden. Die Wirksamkeit dieser Postämter hat bereits mit 1. Mai 1850 begonnen. Dieselben befassen sich mit der Aufnahme und Bestellung von Korrespondenzen und Fahrpostsendungen. Die Verbindung dieser Aemter wird hergestellt durch die Cariolpost Klostcrn euburg - Tulln. Welches hiemit in Folge hohen Erlasses der k. k. General-Direction für Communicationcn tklo. 2. l. M., Z. 1475jl>., zur allgemeinen Kenntniß gebracht wird. Von dcr k. k. Post« Direction. Laibach den 29. Mai 1850. Z. 1066. (2) Nr. 1914. Edict. Von dem k. l. Bezirksgericht Neifniz wird bekannt gemacht: Es habe Herr Nicolaus Krischman non Fiume, als Erbe des verstorbenen Stephan Krischman, im eigenen Namen und als Bevollmächtigter der Milerben Barihelmä und Maria Weber, gegen die Stephan Krischman'schen Pupillen, dann gegen Georg Pcinitsch, Margarctha Puzel, Joseph Sobcz, ThomaS Pust, Anton Kusi, Marlin Honte, Johann »lomor, Jacob Kosteinovly und Johann Zhompa, wegen VerjährlerNärung dcr, auf den Sephan Krischman'schen Realitäten iin Grundbuche dcr Herrschaft Neisniz »>»I, Mb. Fol. l7, mit Vergleich , 2li. September l?94 «ntabulirten Forderung pr. 4HI si. l8 kr. Klage angebracht, worüber die Tagsatzung au! den 13. September l. I., früh um l> Uhr vor diesem Gerichte angeordnet wurde. Da das Gericht, dem der Aufenthalt der Geklagten unbekannt ist, und da sie vielleicht ans den k. k. Erblanden abwesend sind, hat zu ihrer Vertretung und auf ihre Gefahr und Kosten den Herrn Mathias Kontc in Reisniz als Curator bestellt, mit welchem die angebrachte Rechtssache nach der sür die t'. k. Erb-länder bestimmten Gerichtsordnung ausgeführt und enschiedcn werden wird. Die Geklagten werden dessen durch dieses Edisl zu dem Ende erinnert, damit sie allenfalls zu rechter Zeit selbst zu erscheinen, oder inzwischen dem bcstimm-len Vertreter ihre Rechlsbehelfe an die Hand zu geben, oder auch sich seiest einen andern Sachwalter zu bestellen und diesem Gerichte namhaft zu machen, und überhaupt ,n die rechtlichen ordnungemaßigen Wege einzuschreuen wissen, die sie zu ihrer Verlhci° digung diensam finden würden, widrigens sie sich die aus ihrer Versaumung entstehenden Zolaen selbst beizumessen haben werden. Reifniz am !0. Mai l850. Z. l068. l2) Nv. 2200'. Edict. Von dem k. k. Bezirksgerichte Nclfniz wird bekannt gemacht: Es habe Herr Johann Peleln von Reifniz, wider Frau Agnes Veill, wegen Anerkcn-nung der Verjährung der mit Schuldschein ,<> Rect. ^i>. 22 einliegenden Realität in' labulirien Forderung pr. i?0Ust., Klage angebracht, worüber die Tagsayung auf den 6. September l. I- fcüh um 10 Uhr vor diesem Gerichte angeordnet worden ist. Das Ociicht, dem der Aufenthaltsort dcr Gc-tlaglcn unbekannt, und da sie vielleicht aus den t. t. Erdlandern abwesend ist, hat zu ihrer Vertretung und auf ihre Gciahr uno Unkosten den Herrn Mal-thaus Loger inilleifniz als Kurator bestcUt, mit wel» chcm die angebrachte Rechtssache nach der, sür die k. t. Erbländcr bestimmten Gcrichisordnung ausge» lührt und entschieden werden wird. Die Geklagte wird dessen durch diese öffentliche Aufschrift zu dem linde erinncrt, damit sie allenfalls zu rechter Zeit selbst zu erscheinen, oder inzwischen c»cm bestimmten Vertreter ihre Rcchlsbehelfe an die Hand zu geben, oder auch sich selbst einen andern Sachwalter zu bestellen und diesem Gerichte nam-hail zu machen, und überhaupt in die rechtlichen ordnungsmäßigen Wege einzuschreiten wisse, die sie zu ihrer Vertheidigung dicusam sinden würde, wi-drigenS sie sich die aus ihrer Vcrlaumung entstehen» den Folgen selbst beizumcsscn haben wird. K. K. Brzirtsgencht Reifniz am 2,j. Mai 1850. Z. l0?0. (2) Nr. 1177. Edict. Von dem gefertigten Bezirksgerichte wird hie? mit zur allgemeinen Kenntniß gebracht: Es haben die Maria Duller'schen Erben, Io> hann und Elisabeth Schcga, dann . M^ria Dulle», alle von Ncustadll, gegen die uübctannlcn Erben und iltcchlsnachfolgcr nach dcm zu Altcnmarkt ver» storbencn Mathiag iioogcr, «»l) zn'iw«. ^. September v. I., Z. 8!)6, die Klage aus dcr Einancwor-lungsutkunde l^5, Z. 305 und 3«0, auf P.a. notirungsrechtferligulig und Zahlung von ö0 si. c. «. e. vor diesem Gerichte angelr.icht, und es sey zur slimmarischen Verhandluilg eine neuerliche Tag-satzung auf den 23. August d. I. um U Uhr früh vor diesem Gerichle lniler den Ausbleibenöfolgcn dcb z. 18 dcr für das summarische Verfahren bestehen^ den Vorschrift anberaumt worden. Da dcr Aufenthaltsort dcr Beklagten diesem Gerichte für unbekannt angegeben wurde und sie auch außer Landes seyn können, so hat mau auf ihre Gefahr und Kosten nach §. 391 allg. G. O- einen ^,,,'dwl' », Nr. 23, w'ud die ob der Hübe Reci. Nr. 353 und (^onsc. Nr. 3 zu Trcbnogonya, zu Handen des i^arl Möglilsch aus dem Schuldscheine , Nachlaß des am 30. Jänner 185)0 zu Zirklacti verstorbenen Wirlhes und Kaischcichl'sitzcrs Joseph Okorn irgend einen Anspruch zu stellen vermeinen, habcn den>e!bcn, bei Veimci» duilg dcr »m §. 8l4 allg. b. G. enthaltenen Folgen, bei der auf den 12. Juni d. I. Vormittag 9 Uhr hiergenchts festgesetzten Taqsatzung anzumelden. K. K. Bezirksgericht Krainburg am 29. Mal 1850. Z. 1029. (3) Nr. 154. Verlautbarung. Bei dcm gefertigten k. k, Bezirksgerichte besinn den sich mehrere, verdächtigen Individuen abqenom. menc, und wahrscheinlich von Diebstählcn herrührende (issccicn, dercn Eigenthümer diesem Gerichle unbc» kanltt siird. als: Ar. l. Drei Stück alte, verrissene, lange Bauern Pelze. Nr. 2. Zwei alte verrissene Kotzen. Nr. 3. Drei alle große Gctrcidcsäcke. Nr. 4. (5in alles Leintuch. Deijciuge, dcr das Eif,en!hum dieser Effecten ansprechen sollte, wird hicmit aufgefordert, sich bin» »cn Jahresfrist hicramls zu melden und