Nr. 133. Präniimeiationsprei«: Im Comptoir nanzj. fl. II, halbj. fl. 5.5,0. Ml die ^iistclluiist in« HauS halbi.50lr. Mit dcrPost «anzj. sl. 15, h.'ll'j. sl. 7.50. Freitag, 13. Juni Inseiti onsgebühr bis io Zcilcn: imalßnll., 2m.8ü l>,'., lim. 1 ss.z sonst pr.Zcile Nn. ü lr» LM.»lr., 2m. lo lv. ii. s. »v. Inscr>!0!!«sto»!pcl jcdcsm. .'»»li. 1886. Amtlicher Theil. Sc. k. l. Apostolifchc Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 0. Iimi d. I. geruht, den Finanzrath der böhmischen Finanzlandesdirection Anton Regner Ritter von Aleileben zum Finanzbczirts-director der Landeshauptstadt Prag mit dem Titel nud Charakter eines ObcrfinanzrathcS allcrgnädigst zu ernennen. Verordnung des Staats-, des Justy- und des Knegsmimsteriums vom 9. Juni 1866, womit jede Verlautbarung über die nachbczcichnctcn. militärischen Vorkehrungen durch Druckschriften unter Hinwcisung auf den Art. lX des Gesetzes vom 17. De« ccmber 1862, Nr. 8 des RcichsgcsctzblattcS uom Jahre, 1863, ausdrücklich verboten wird; > wirlsanl für die Königreiche Böhmen, Galizien und Lodo» , merien niit dem Hcrzogthunle Anschwil; und Zator nnd dem ! Grohherzogthume Kralan, das lomdaidisch-ucnezianischc Könige reich und das Königreich Dalmatien, das Erzhcrzogthum Oesterreich unter und ob der Eims, die Hcrzogthümer Schlesien, Stcicrmart, Kärnten, Krain, Salzburg und! Aulowina, die Mattgrafschaft Mähren, die gefürstcte Graf« ^ schaft Tirol, das Land Vorarlberg, die gcsürstete Grafschaft Görz und GiadiZca, die Markgrafschaft Istricn und die, Stadt Tncst mit ihrem Gebiete. In Anbetracht der gegenwärtigen Krieasqcfahrcn, Womit der Staat anf mehreren Seiten nnmillclbar bedroht erscheint, finden sich der Staats-, der Justiz, und der KrieaslNlnistcr liestimmt, nach Maßgabe dcS Arti« lelö lX des Gesetzes vom 17. December 1802, Nr. 8 des Rcichögesetzblattes vom Jahre 1863, für den lim. fang aller in der Überschrift genannten Königreiche und ! Länder jede dnrch Drnckschriftm veröffentlichte Mittheilung über den Plan und dic Nichtnng militärischer Ope-rationen dcö kaiserlichen Heeres oder der kaiserlichen Flotte, über die Bewegung, Stärke und den Aufstellungsort von Truppen nnd Schiffen, über dm Zustand von Bcfcstigungbwcrken, endlich über die Aufbewahrung oder den Transport von Kricgöcrfordcrnisscn hicmit ausdrücklich unter der in dem eben berufenen Gesetze ausgesprochenen Strafsanctiou zu verbitten. Graf Vclcredi ,». i». Ritter uon Fwttck m. i>. Vlittcr von Koiners m. i>. Richtalnllicher Theil. Der Herrschaftsbcsitzcr Herr Otto Freiherr von, Apfaltrcrn hat sein Schloß Münlcndorf bei Stein zum Belage für Militärllanke unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Beiträge für den Franenverein: Von Ihrer Durchlaucht der Frau Fürstin Schün-burg-Wal den bürg 20 fl. Z. Verzeichnis? der znr Errichtung eines freiwilligen Ilpenjügercorps subscribirtcn und bci Beginn der Werbung einzuzahlenden Beiträge: si. lr. Herr Wilhelm Graf Wurmbrand die Stcl- lungö- und AuZrilstllngZlostcn eines Mannes 02 — Herr v. Scheuchenstucl, k. l. Kreisgerichtsprä» sident............ 10 — Herr v. Zhnber, k. l. Krcisgerichtsrath . 5 — „ Dr. Wolf .. . 5 - „ Ogrinz „ . 2 — „ v. Gandini, k. k. KrciZgerichtösecrelär 1 — „ Kastellic „ 2 — < „ Kcröic " ^ „ Kastellic, k. t. Krcisgerichts-Official . 1 — , zusammen . . 00 —! Im Comptoir der „Laibachcr Zeitung." Vom Herrn Carl Fndrich, Handlungsbuchhalter . ^ fl. Laibach, 15. Juni. Das wichtigste Ercigniß des Tages ist daS in der Sitzung des gesetzgebenden Körpers in Paris am 12tcn d. M. verlesene kaiserliche Handschreiben an den Minister Drouin dc LhuyS. Es wnrdc zwar mit Bcifallöbczen» Lungen aufgenommen, aber als die der Regierung erge- bene Majorität dcn Schluß der Debatte verlangte, versuchten Jules Favrc, Thiers und Alfred Lcronr, berühmte Namen und gcfürchtctc Redner, denselben zu > verhindern, doch fruchtlos, denn der Schluß wurde mit 202 gegen 34 Stimmen angenommen. Dafür ist angcu-! blicklich die Discussion über dic kaiserliche Manifests tion in der österreichischen Presse desto lebhafter. „Presse," ! „N. Fr. Pr.," „Frcmdcnblatt," „Oslo. Post," „Por-! stadt-Zcilnng" verdammen einstimmig dic in den» Schrei-' bcn ausgesprochenen offenbaren Tendenzen nach Macht» crwcitcrnng Frankreichs, Italiens und Preußens auf Kosten Oesterreichs nnd Deutschlands. Ein Blatt ficht im Geiste sogar schon cinc europäische Coalition dcn „Slörcfricd" wcgfcgcn. Die „Debatte" bewahrt sich in ihrcm Urtheil eine besonnene Haltung, aber auch sie zögert nicht, cmSzusprcchcn, daß Viclc, vielleicht die Mci-stcn dnrch die uon dem kaiserlichen Schreiben eröffnete Perspective werden beunruhigt wcrdcn. Treffend bc^-zeichnet das Blatt die kaiserlichen AnSsprüchc alö „Nc-bclbildcr." Nichts ist grcifliar, alles zerstießt vor uusc-ren Augen, wcnn wir es erfassen wollcn. Dcr Kaiser dcr Franzosen deutet nuS an, mit welchen Absichten er zu dcr von den neutralen Mächten vorgeschlagenen Conferenz gcgcmgcn wäre, wclchc Karte von Europa er auf dcn grünen Tisch niedergelegt hätte. Nicht dcr Respect vor dcn Verträgen folltc ihn zum Congrcß geleiten, sondern nnr die Anerkennung des Prinzipes und dcr Nothwendigkeit dcs europäischen Gleichgewichtes:, Entweder das Gleichgewicht in scmcr heutigen Form erhalten, oder das gestörte Gleichgewicht iu ucncn Forincn wicdcr herstellen. Wird die jetzige Basis Europa'S nicht verletzt und uutcrwühlt, nun, dann bleibt auch Frank« reich anf fcincn hcutigcn Grundlagen ruhcn; trctcn aber Vcräudcrnugcu in dcn c^cgcuwärtigen Atachlvcrhültnijfcn ein, dann dürfte sich auch Frankreich nicht mehr dcm Gcdankcn an cinc Vergrößerung entziehen und zwar umsowcnigcr, wcnn anö Frantrcichö Grcnzprovin-zcn dcr uuu crfälfchte Ruf uach Vereinigung mit dem Kaiserreiche ertönen sollte. In dcr schlecht arrondirtcn geographischen Lage Preußens sieht Napoleon ill. cine dcr Ursachen dcS Conflictes. Die „Debatte" fagt darüber: Preußen kann als Groß in a ch t in feiner heutigen Gestalt nicht bestehen, nnd bleibt eö so, so wird es immer Reibungen veranlassen, dic zu dcn bedenklichsten Conscqucuzcn führeu müsfcu. Was aber Deutschland' und Oesterreich in dieser Erkenntniß von Preußen trennt uud lrcuncn muß, ist die Art dcr Arrondirung Prcußcnö, sind die Mittel, die hicrzn ergriffen wcrdcn sollen. Wcr stimmt dem Kaiser nicht bci, wcnn er in dem Wnnschc Deutschlands nach einer seinen Bedürfnissen entsprechenden Rcconstituirung cinc zweite Ursache dcS Couflictcs ficht, allciu die Phrase von dcr „Sicherung dcr Unabhängigkeit Italiens" crinncrt entweder an das „Italien frei bis zur Adria!" vom Jahre 1859, oder cS ist lein Sinn darin. Dcr Kaiser deutet an, wie er allen diesen Bedürfnissen abgeholfen Hütte, freilich iu ctwas zu unbestimmten Umrissen. Er glaubte Deutsch« land durch cinc engere Einigung uud mächtigere Orga< inisalion dcr sogenannten dritten Gruppe befriedigen zu können; er halte für Preußen mehr Macht im Norden in Bereitschaft; Oesterreich hätte er die Erhallung seiner großen Stellung in Dentschland geboten nnd Italien wollte er durch Vcnclicn beglücken, für welches Oesterreich cinc billige Compensation, ülicr dcrcn Beschaffenheit aber jede Andeutung fehlt, in Aussicht gestellt wer» den sollte. Was aber hat Frankreich zu thun, da eS verhin-dcrt war, scinc wohlwollenden Absichten auszuführen? Die Störung dcS europäischen Gleichgewicht mnß verhütet werden, in Italien muß das Wcrt Frankreichs aufrecht bleibcn. Wie ist das zu vcrstchcn? Dic „Debatte" glaubt daran erinnern zu muffen, daß Iialien in seiner j c t) i g e n Gestalt keineswegs FlMrcichs Wcrt ist. Die einzige völkerrechtliche Grundlage dcr Ncngc-staltnng Italiens ist dcr Züri ch e r Vertrag. Der K c rn dcS Schreibens liegt endlich iu der Bedingung dcr eventuellen Neugestaltung, dicsc ist — die Zustimmung Frankreichs. Frankreich spart scinc Kräfte. Wcnn der Kampf geendigt ist, wird cs die Sieger nöthigen, sich mit ihm zu verständigen. Hoffen wir mit dcr „Debatte," daß Napoleon l!l., wcnn Oesterreich sicgt, uon lctzlcnn nicht deutsches Gebiet als Grundlage dcS zu errichtenden Paktes verlangen werde. Volkölmrthschllstlichc Betrachtungen, in. Was uns im Interesse dcr Grundbesitzer Noth thut. (Schluß.) Allc Maßregclu, welche dcn Credit dcr Grundbesitzer zu heben oder zu erweitern geeignet sind, erhöhen auch die Zahlungsfähigkeit derselben. Als solche betrachten wir nicht nur die Vervollkommnung der öffentlichen Bücher, die bci der gegenwärtigen Beschaffenheit über die Bestandtheile eines Grund-complcxes uur scltcn einen genügenden Aufschluß geben, dann die thunlichstc Vereinfachung der Förmlichkeiten bci Aufnahme oder Realifirung von Darleihen, sondern auch präcise gesetzliche Bestimm nngcn über daS Zugchör (t'umk^ m«lruc!u5) dcr licgcndcu Güter. Auch die Aufhebung dcr Wuchcrgc setze, mit welchen dcr beabsichtigte Zweck nicht erreicht nnd dcm Gruudbcsitzc daS nöthige Capital nur entzogen wird, muß als wünschcnS-wcrlh bezeichnet werden. Selbstverständlich ist ferner die Vorsorge für die Erhaltung und Vcrbcsserug dcr bestehenden — sowie die Eröffnung neuer Straßen und Eisenbahnen, wodurch dcn Grundbesitzern dcr Absatz ihrcr Producte erleichtert wird, ein Mittel zur Verminderung dcr Gclduoth. Wcnn Krain iu dieser Aczichuug anderen Bändern anch nicht nachsteht, so bleibt doch noch Vieles zu wünschen übrig. Viele von nns hervorgehobene mißliche Zustände, welche anf dcm großen und kleinen Gruudbcsitzc wie ein Alp lastcu, wcrdcn sich durch die im Zugc befindliche, Ablösung oder Regulirung der Scrvi tuten, mit welchen unscr Vaterland leider so reichlich bedacht ist, von selbst verlieren. Es muß bedauert wcrdcu, daß die Abwicklung dicser für die Landescultur so ersprießlichen Operation durch die allseitige Verworrenheit dcr Rechts- und EigenthlmiSverhältuissc, deren Feststellung sich nicht über das Knie brechen läßt, so sehr aufgehalten wird. Indessen sind doch immerhin schon viele Grundflächen durch Ablösung dcr Wciderechtc und durch individuelle Thciluug cincr besseren Cultur zugeführt worden, sowie auch ein großer Thcil der Waldungen bereits entlastet ist. Mit dcr Vollendung dieser Operation, die in wenigen Jahren zu gewärtigen ist, wird auch dic da und dort noch vorherrschende Disharmonie zmischcn dcn großen und kleinen Grundbesitzern ihr Cndc nehmen, was nicht wenig dazu beitragen wird, dic thcilö homogenen, theils iucinaudcrgrcifendcu In-lcrcsscn bcidcr wesentlich zu fördern. UebrigcnS wäre die Ächcbnng dcr Unglcichartigkeit in dcr Classk'ung und Schätzuug bci Anlage des Steucr-katastcrs, wodurch cinzclnc Landcsstrcckcn gegenüber andern sehr überbürdet sind, ohuc wcitcrö wünschcns-lvcrth und auch wohl möglich, weil sich die anf diese >Wcisc überbürdeten Landcsthcilc immerhin constalircn lassen. Ob jedoch cinc thcilwcisc Abschreibung dcr ein< mal vorgeschriebenen Steuer als ein genügendes oder cmpfchlcnswcrlhcö Mittel, dcr Stcuerübcrbürdung abzuhelfen, zu betrachten fei, möchten wir sehr bezweifeln, weil dicse Maßregel eben nicht immer dcn wirklich Ucbcrbürdctcn zu Guten kommt uud weil darin nur cinc Ermunterung zur Vclassung von Stcuerrückständcn erblickt wcrdcn könnte. Zum Schlussc möchten wir allen jcnen, dic berufen sind, auf die öffentlichen Angelegenheiten Einfluß zu uchmcn, driugclio anS Hcrz legen, dcr materiellen Wohlfahrt deS Landes eine erhöhte Aufmerl-famteit zuzuwenden. Allc Bestrebungen zur Bildung oeS Volkes werden ftetö mehr oder wcnigcr fruchtlos bleibu:, fo lange die Armuth an die Thüre klopft. Wie dic Geschichte lchrt, hat noch kcin armes Volk einen höhcrcu Culturgrad erreicht, mit dcm Wachfen dcS , Wohlstandes aber bricht sich dcr natürliche Drang nach Bildung selbst sclne Bahn. Oesterreich. Wien. (Wr.Abdpst.) Die in Preußisch-Schlesien ^erscheinende „Frciburgcr Zeitung" brachte offenbar znr Er-götzuug ihrer Leser cine Erzählung über zwei angebliche Grcnziivcrschrcitungcn von Seite österreichischer Soldatcn. In dcm einen Falle ließ daö Freibnrgcr Blatt durch eine preußische Patrouille (Mcr Führung eines juugcn Untcrofficicis und chcmals bclicbteu Schauspielers) unweit Grüßau eine ans ciucm Untcrossicicr 922 llnd vier Gemeinen bestehende österreichische Patrouille aufgreifen. Die umzingelten Oesterreichcr hatten nach der „Freiburgerin" nichts eiligeres zu thun, als ihre« Gewehre auf den Nasen zu legen, den Preußen in aller Gemüthlichkeit die Hände zum freundschaftlichen Gruße zu reichen und sich in größter Ruhe auf die Wache ad« sichren zu lassen. — Im zweiten Falle läßt die „Frei» liurgcriu" in Gotlcsberg am 7. d. M. zwölf Mann Ocsterreicher — wohcr sagt sie zwar nicht — als Gcic Legislative übt der Bundestag mit einer periodischen direct, nach dem Reichswahlgesche von 1849 gewählten Rationalvertrctung. Es ist die Uebereinstimmung der Majoritäten beider Körperschaften sür die Gültigkeit der Beschlüsse erforderlich. Die Umgestaltung des Bundestages ist mit dem Parlament zu vereinbaren; bis dahin bleibt das bisherige Stimmverhält« m'ß. Die Gesetzgebung uud die Obcraussicht der Bundesge- i walt erstreckt sich auf Zoll- und Hcmdelsangclegcnhciten, Mas;, Münzen, Gewicht, Papiergeldemission, Bankwesen, C'rfindungs-Mente, Schul; dc5 geistigen Eigenthums, Freizügigkeit, Hci-matsiecht, Schuh des deutschen Handels, Consularwcsen, Eisenbahn-, Post«, Telegraphcnwescn, Civilproceß und Con-cursvcrfahren. Die VundeZgewalt hat das Necht über Krieg und Frieden Verträge und Bündnisse abzuschließen, darf Bun« dcsgcsandte ernennen und empfangen. Eine Kriegserklärung muß bei einer feindlichen Invasion unter allen Umstünden erfolgen, sonst aber erfordert dieselbe die Zustimmung der! Souveraine von mindestens zwei Driltheileu der Bevölkerung dc2 Bundesgebietes. Die Kriegsmarine wird in der Nord« und Ostsee ein« heitlich unter Preußen gestellt; für die Ernennung von Of-sicieren und Beamten concuniren die Küstenstaatcn nach einer besonderen Vereinbarung. Kiel und Iahdebusen weiden BundeZhäfen. Beiträge sllr die Marine werden von der ge» sammtcn Bevölkerung erhoben, unter Festhaltung eines Prä» civuumö für die Userstaaten und Handelsstädte nach Maßgabe des Tonnengehaltes der Handelsmarine. Die Uferstaa' ten müssen nach demselben Maßstabe Matrosen für die Kriegsmarine stellen, welche Leistung ihnen sür die Gestellung von Mannschaften zum Vundcshcc.re in Abzug gebracht wird. Die Landmacht zerfällt iu eine Nordaimee und Süd-armcc unter dem Oberbefehle der Könige von Preußen und Baiern als Vundesjcldherrn im Kriege und im Frieden. Die VundcZobetfcldhcrren haben sür die Vollzähligkeit, Kriegstüchtiglcit und einheitliche Organisation der Truppen zu sorgen. Die Ossicierstcllcn innerhalb des Contingents besetzt jede Regierung, darüber hinaus die Bundcöfeldherren. Sämmtliche höheren Commando's müssen stets besej^ sein. Der Oberfeldherr darf nöthigensalls in seinem Gebiete eine kriegsbereite Aufstellung anordnen, vorbehaltlich der späteren Äundesgenehmigung. Für jedes VundcShecr wird mit der Nationalvertretung ein Budget vereinbart; die Negierungen leisten Matricularbeiträge nach Maßgabe der Äe. vülterung. Für die Verwaltung jedes Militärbudgets wird ein ÄundcZIriegsrath aus den beitragenden Regierungen gebildet, welcher der Aationalvertrctung jährlich Ncchuung abzulegen hat. Die Ersparnisse fallen stets dcm Vundestriegs» schätze zu, welchen die Nationalvertrctung controlirt. ! < Die Beziehungen des Bundes zu Deutsch-Oesterreichs werden mit dem einzuberufenden Parlamente vereinbart. — Die „N. Allg. Ztg." erklärt es als Nothwendigkeit für Preußen, oer gegenwärtigen Situation ein Ende zu machen, da ihre Verlängerung Preußen nach jeder Richtuug hiu uur Nachtheile bringen könne. Die ! Zahlung für die aufgelaufenen Kriegskosten würde Preußen selbst für den Fall zu bcanfprnchen in der Lage sein, wenn es gar nicht zum Kriege käme. Prcußeu hatte nun allerdings nach dem Rückzug der Oestcrrcichcr aus Holstein ein Pfaudobjcct au dicscm Hcrjogthume. Allein die „N. Mg. Ztg." glaubt kaum, daß das Hcr-zogthum ausreichend ist, für die preußischen Fordcrun-gcu ein hinreichendes Acquivalcnt zu bieten uud „deshalb sollte man sich iu Wien doch darüber klar wcrdcu, daß die Rcchuuug, die Preußen zu stellen hat, mit jcdcm Tage um eine sehr bedeutende Summc steigt." (Unglaublich aber wahr!) Aus Florenz, 10. Juni, wird der „Tr. Ztg." geschrieben: Vorgestern hat unter dem Vorsitze des Königs ein großer KricgSralh stallgcfuudcn, zu welchem uebst Lamarmora, dem Kriegsminister Pcttincngo, dem Marincministcr Angiolctti, noch dic Generale Eialdini, Souuaz, Pctitti, Euchiari, Dclla Rocca, Valfrü, Mc-nabrca, Coscnz und Medici zugezogen wurden. ES scheint der Operationsplan festgestellt worden zu sein, und wird dem Beginne des Krieges jedenfalls noch im Laufe dieser Woche entgegengesehen. Dic Hauptaufgabe scheint dem General Cialoini zugedacht zu sein, dessen Corps um eine Armccdivisiou vermehrt wurde und welcher die Aufgabe zu haben scheint, den Po«Ucbcrgaug wahrscheinlich bei Pontclagoscuro zu forciren, wohin die Brückcu-Equipagc uud cin bedeutender Artillcriepart di« rigirt wurden. Durch die bereits dccrctirte Einberufung der zweiten Kategorien der drei Altcrsclaffen von den Jahren 1842, 43 und 45 hofft mau die Armee um weitere 100.000 Mann zu vermehren, doch wird es mindestens 5—6 Wochen bedürfen, bis diefc Mannschaft zn den Fahnen eingerückt sein wird. Außerdem wird aber noch ein zweites t. Dccrct erwartet, welches die vorfchußwcifc Aushebung deS StellnngscontingcntS für daö Jahr 1867 anordnet, wodurch dcr Armee weitere 70,000 Mann zugeführt werden, welche freilich crst binnen 3 Monaten schlagfertig fein können. Man er-! wartet ferner täglich die Veröffentlichung des Kriegs-j manifestes, welches zum Drucke bereit liegt, um nach allen Ncltgcgcnden versendet zu werde», worauf dann der König sich ulwerwcilt zur Armee begeben und den Oberbefehl über dieselbe übernehmen wird. Auch der Kriegsminister Pcttincngo nnd der Marincministcr An-giolclti haben um ihre Eintheilung zur activen Armee gebeten und werden beim Ausbruche des Krieges Divi-sioncu bei der Po-Armcc commaiidiren. Wer dieselben in ihren Ministerien ersetzen wird, ist bis jetzt noch ein Geheimniß. Genf, 9. Iuui. Wenn die französische Ncgiernug Italicu auch noch nicht mit HccrcSmacht unterstützt, so ist cS doch sicher daß Italien einen großen Theil seiner Armirungögcgcnständc schon jetzt vorzugsweise auS Frauk-! reich bezicht. Iu dm lctztcu Tagcu ging abcunalö eine lbcdcutcuoc Anzahl gezogener Geschütze, Munitiouöwagen u. s. w. über Culoz nach dem Mout Cenis. Französische Agcntcu tanfen in unserer Nachbarschaft, und anch! im Canton Genf selbst, große Hcuquantitätcu auf, so daß dic Preise des Heu's der gcgcuwärtigcu Erutc iu fortwährendem Steigen begriffen find. Man fagt, daß dicfcö Heu für die Pferde eiucs französischcn Obscrva-tionscorps bestimmt sei, welches von ^yon an bis in die Gegend von Annccy in Savoycn aufgestellt werden soll. — Ioh, Phil. Becker hat vor kurzem im Namen >des deutschen Arbeitervereins cincn Aufruf erlasfcn, worin er in Anbetracht der gefährdeten Lage des Vater-landcs zur Bcwaffuung der Arbeitcr auffordert. Auf die Nrbeiter wird Herr von Bismarck nicht zählen können. Der auf den vorigen Mount in Genf angc-setzt gewesene internationale Arbeitcrcongreß ist auf den September vertagt. Der internationale Arbeiterverein foll in Frankreich nicht weniger als 70.000 Mitglieder Wählen uud in fortwährender masseuhaftcr Zunahme be-, griffen sein. (A. Mg. Ztg.) , ! Paris, 11. Juni. Es wird allgemein versichert (und nicht blos in Börselrciscn, wo in Folge dessen heute eiuc sehr freundliche Stimmung herrschte), daß die Anhänger einer fortgesetzte», aufrichtigen, stritten Neutralität iu der Umgebung des Kaiscls nach längerem Schwanken an maßgebender Stelle den Sieg davongetragen haben. Man zählt zu dicfcu in erster Reihe dic Herren Foulo, Persignu uud was mau dic Partei der Kaiserin zu ncnncu pflegt. Die Erklärungen, welche Herr Rouhcr iu der Budgetdebatte, vielleicht schou morgen bei Beginn derselben, im Namen der Regierung abgeben wird, dürften das Publicum nicht länger darü«> bcr in Zweifel lassen, daß Napoleon 111., weit entfernt, auf den deutschen Conflict in einem cigcnnützigcu In< tercssc zu speculiren, vielmehr entschlossen sei, fortgesetzt eine Politik der striclcu Neutralität zu bcobachtcu, um diese nur dann aufzu^cbcu, wenn die Wcnduug der Dingc Anssichtcn biete, daß Bemühungen für die Wie-derherstclluug des FricdeuS von Erfolg gekrönt würden. Es scheint, daß hier cingctroffeuc Berichte übcr dic im süd'westlichen Dcntschland herrschende mißtrauische Stin^ mung gegen Frankreich anf den Entschluß dcS Kaisers, iu der Kammer beruhigende und friedliche Erklärungen abgeben zu lassen, nicht ohne Einfluß geblieben sind. Diese Erklärungen würden übrigens nur das öffentlich wiederholen, was Herr Droin dc Lhuys seit Monaten nicht müde wird, der deutschen Diplomatie zu sagcu uud waS der Kaiser selbst iu seiucn Convcrsationcn mit fremden Staatsmännern nnablässig betont. Den Gc> rüchtcu von kriegerischen Vorbereitungen in der französi' scheu Armcc foll Hcrr Nouhcr dem Vernehmen nach gleichfalls ein Dcmcuti entgegenhalten, in der ofsi-ciösen Presse ist diesen Gerüchten übrigens schou widersprochen worden. — Fürst Mcttcrnich ist hculc in Privat-Andienz vom Kaiser empfangen worden. Selbst prcn-ßischc Vlättcr müssen jetzt gestehen, daß die Haltung Oesterreichs zum Confcrcuzuorschlagc an den frcuudlichcn Beziehungen zwischen den Höfcn Wicn und Paris nichts geändert hat, wie dann der östcrr. Botschafter zu lciuer Zeit iu den Tuilcrien häufiger gesehen wurde, als gegenwärtig. Es ist ausgemacht, daß Herr Gramer dc Eassagnac die oberste Leitung dcS „Pays" übernimmt. Das Journal soll die Specialität erhalten, daß es deS Mittags ausgegeben wird. — Neuesten Nachrichten anS Cuba zufolge steht iu dieser Eolouie cin Aufstand bevor, auch siud bereits von dort inchrcrc flüchtige Familien mit dem letzten Packctuoot in St. Nazairc eingetroffen. Die Insurrection würde, wenn sie sich behauptete, sogleich die Abschaffung der Sklaverei dccrctircn. — Frankreichs Neutralität nimmt täglich eiuc unheimlichere Gestalt an. Im Pariser Kriegs-ministcrium werden Vorbercituugcn getroffen, die kaum hinter denen für den Krimkrieg zurückbleiben. In der großen militärischen Ccntralapolhckc iu der Ruc dc l'Uni-vcrsitl<) beabsichtigt wurde oder thatsächlich ausgiug. Es warcu dieselben Principien, wclchc russische Heere l756 au die preußische Grenze führten nnd für wclchc cin halbcS Iahrhnndett später Suwarow in Italien kämpfte, es waren endlich dic gleichen Gruudfätzc, welche itaiscr Alexander im großcu Befreiungskriege leiteten und feine Regierung so allgemein geachtet, ja ehrwürdig machten. Nirgends wird vielleicht dcr Gegensatz zwischen cincr auf die Grundsätze natürlicher Billigkeit und feierlicher Verträge sich stützenden Politik des Rcch-tcS uud jcucr Natioualitätspolitil modernster Erfindung schärfer aufgefaßt, als in St. Petersburg. Natürliche und Sprachgrenzen bilden doch cin zu erbärmliches Surrogat für den Mangel wirklicher Rcchtstitcl nnd anS dem VcrlragSrccht hervorgehender Ansprüche, als daß man von Rußland erwarten könnte, daß cö cincr solchen Vcrmcngnng von Forderungen der Opportnnität mit Rcchtsbcgriffen nnd Rechtöfolgcrungcu Beifall zollen sollte. ES steht fcst. daß die russische Politik au und für sich lcin Interesse hat, daS Unrecht dcr modernen Theorien gegen daS offenkundige Recht auS den Verträgen in Schutz zu nehmen, es wäre aber barer Unverstand zu glauben, daß Rußland cinc Präcedenz schaffen helfen würde, deren Princip mit Fng einst gegen daS russische Staatslcbcn selbst gerichtet werden könnte. Unsere Rechte anf den Besitz Polens sind um lcin Haar kräftiger und unbestreitbarer, als die Rcchtstitcl Oesterreichs auf Vcuclicn. ES läßt sich nicht leugnen, daß unfer Besitz als der gesichertere erscheint, aber größere Sicherheit und größeres Recht sind leine identischen Begriffe, und daS Mehr oder Miuder dcr Sicherheit viel« mehr cinc Frage dcr Zcit und dcr sic begleitenden Umstände. 'Rußland hat cs immer für feme vorzüglichste Aufgabe angesehen, daS europäische Gleichgewicht mit allen ihm zu Gcliotc stehenden Mittclu zu erhalten. ES ist kein Gruud vorhanden, weshalb das hiesig: Cabinet zur Stunde von ocu Traditionen dcr russischen Geschichte uud Hauspolitik plötzlich abfallen sollte. Dcr Nutzcu, welchen daS russische Reich aus eiuer Präpoudc-ranz, um nicht zu sagen Omuipotcnz, Prcußcus iu Deutschland ziehen könnte, will unS cbcu so wenig einleuchten, als uus cinc Parteinahme gegen Oesterreich verständlich wäre. Die Elbchcrzogthümer iu den Häudeu Preußens würden nicht nur ein offenbares Unrecht documcntiren, soudcrn so weit uns cin Urtheil zusteht, dem Nachbarstaat Rußlauds cine Ucbermacht in den nördlichen Gewässern verleihen, welche dcn Lrbensbedingungcn dcS maritimen UcbcrgewichtS Rußlands in jenen Meeren selbst Eintrag thuu müßte. Wie wir auch die schwebenden Fragen wcndcn mögen, EincS scheint uns klar, 923 daß Rußlands wohl verstandene Interessen nicht auf Seite der Gegner Oesterreichs gesucht werden müssen. Bukarest, 11. Juni. Die amtliche Zeitung veröffentlicht ein Gesetz über die Bildung freiwilliger Le« gioneu. Die Freiwilligen erhalten vom Staate Waffen, Kleiderund Unterhalt und stehen während ihrer Dienstzeit unter den Militärischen. Durch dicsc Legionen soll die Stärke der Armee auf 150.000 Manu gebracht werden. In der Kammer kommt nächstens ein Gesetz über die Ausgabe vou Papiergeld, eventuell bezüglich einer Kriegssteuer zur Verhandlung. Die Ausgabe von Papiergeld würde jedenfalls bei den Kaufleuten auf ernstlichen Widerstand stoßen. Die Aufregung und Entrüstung derselben ist jetzt schon groß. Brest, 12. Inni. Das Paquctboot „Pereirc" bringt Nachrichten aus New^))ork vom 2. Iuui, welche besagen, daß telegraphischen Meldungen aus Canada vom 1. Juni zufolge die Fenicr trotz der Wachsamkeit > der nordamerikanischcn Behörden in die englischen Pro«! vinzen eingebrochen sind. Das englische Fort gegenüber! von Buffalo soll geräumt sein, die Eisenbahnen und Telegraphen zerstört. Fcnier sollen ins Innere vorrücken ohne Widerstand zu finden. Diese Nachrichten sind nicht officiell. Hagesneuigkeiten. ! Wie die „Wiener Zeitung" meldet, haben Se. t. k. apostolische Majestät die uom Geiste der treuen Anhänglichkeit und der patriotischen Opferwilligkeit durchdrungene Adresse der lvnigl. Freistadt Oedcnburg mit Wohlgefallen entgegenzunehmen und den ungarischen Hoftanzler zu beauftragen geruht, der treuen Veuülleruna. der gedachten Frcistadt die allerhöchste Anerkennung zu erüsjuen. — Der Herr Bürgermeister der Stadt Wien Dr. Andreas Zelinla wird in Begleitung der beiden Aürgermci< slerstelluertreter, der Herren Dr. Felder und Dr. Mayer« hofer, am 14. d. M. Vormittags 10 Uhr von Sr. l. l. apostolischen Majestät in einer besonderen Audienz empfangen werden, um die in der am 12. d. abgehaltenen Plenar-Versammlung einstimmigbeschlosseneLoualitäts' adresse des GemcinderatheS der Neichshaupt- und Residenzstadt Wien zu überreichen. — Vom Assistenten der chirurgischen Lehrkanzel an der Grazer Universität Dr. Plappart wurde dem t. l. Kriegsministern»,« der Antrag gestellt, während der geschlichen Ferien, d. i. von Mitte Juli liis Mitte October, die Leitung cincs Feld sftit als für 250—300 Mann am Nördlichen Kriegsschauplatze zu übernehmen. Ihn sollen k—10 Mediciner, meist dcm 4. Jahrgange angehörend, welche bereits einige Epitalprazis durchgemacht haben, zur Hilfeleistung begleiten. Auch das Personale zur Wartung der Krauten will Dr. Plappart von Graz mitnehmen. Die hochwürdige Oberin des Ordens der Töchter der christlichen Liebe hat dem Herrn Doctor ertlärt, ihm einige Schwestern zur Pflege der Verwundeten mitzugeben. — Line Anzahl'Venetianer Nilrgcr hat an den Fe-stungsgouvcrneur FZM. Varon v. Alemann, die Abreise seiner Gemalin als Veranlassung nehmend, eine Adresse gerichtet , worin sie ihr Bedauern über das Scheiden der allgemein verehrten Frau ausdrüclcn und die Ueberzeugung aussvrcchen, daß sie ruhig in Venedig hätte verweilen tonnen, indem die Bürger fest entschlossen seien, sür die Aufrechthaltung der 3luhe Sorge zu tragen. Der Vorgang ist bei dem Ernst der Situation gewiß nicht ohne Bedeutung. — Für das Alpen jag er. Corp 3 sind in Graz am 11. d. 28 Mann angeworben worden, darunter 1ü Professionistcn. Unter den am 10. Angeworbenen befand sich auch ein GewerbZmann aus Graz, welcher sich bci dcm Werbecomit« als ledig angegeben halte. Als jedoch später eine Frau nach ihm forschte und sich herausstellte, das; die« sclde scine rechtmäßige Frau sei, wurde ihm, da er scbon beeidet war, dennoch uom Comitt' gestattet, gegen Rückgabe^ des Handgeldes, wenn er wolle, wieder außzutretcn; cr^ aber zeigte leine Lust dazu und bleibt Freiwilliger. An^ 12. lieh sich ein Grazer Kaminfeger wegen Zerwürfnissen mit seinem Meister ohne Erlaubniß seiner daselbst wohnenden Eltern anwerben; als diese, hieuon in Kenntniß gesetzt, voll Bestürzung ihren Sohn reclamirten, wurde auch ihm gegen Ausfolgung des Handgeldes der Rücktritt gestattet. — Am 11. d. Vormittags sind Werbecomman» den für das steicr. Alpenjäger-Corps nach Knit« telf eld, Liezen und Leobcn abgegangen. Aus Brucl a. d. M. sind 19 der Angeworbenen bereits bei dem Corps in Graz eingerückt. Die Gesammtzahl der bereits beeideten Mannschaft, mit Ausschluß der Mcxicancr, beträgt 209 Mann. — „Pozor" erfährt, das; dlc Mitglieder der croatischcn Negnicolar.Dcputation nocd etliche acht Tage in Pest zu verbleiben gedenken. Der Bischof Stroßmayer habe die ihm gebührenden Diäten (10 ft. per Tag) dem Agramer Schul-lehrerverein gewidmet und bereits 300 st. an denselben übergeben. — Der Agramer „Cuiet" erführt, daß cs in einem Wirthshaus? beim Orte Kuliua zwischen der Bande Udmanic' Und zwischen t. t. Gendarmen zu einem blutigen Zusammenstoße gekommen sei, bei welchem drei Gendarmen schwer verwundet worden sein sollen. Zwei davon wären bereits gestorben. Udmanic selbst soll verwuudct und mit Ncgwcr-sung des Rockes und der Waffen entflohen fei». — Von den inZuckmantel stationirten Hußaren gingen dieser Tage, wie man schreibt, etwa zehn Mann über die Grenze nach Preußisch-Schlesien, um in einer benachbarten Ortschaft an einer Tanzunterhaltung theil-! zunehmen. Die Hußaren waren ohne Waffen und unterhielten sich mit der Landbevölkerung aufs angenehmste. Des Abends gingen von ihnen sieben wieder nach Zuctmantcl zurück, drei jedoch blieben im Tanzlocale bis 10 Uhr Abends. Da kamen preußische Gendarmen und wollten unsere dreij Hußaren gefangen nehmen. I>, C'rmanglung von Waffen Packten diese Sesseldeine und hieben mit denselben auf die preußischen Gendarmen und die denselben zu Hilfe eilenden Nirtbsbausgäste mit solcher Gewalt ein, daß diese sich zurückziehen mußten und die tapferen Hnßaccn ungehindert wieder über die österreichische Grenze zurückgehen konnten. — Die „Vaier. Ztg." schreibt: „In Folge der politischen Verhältnisse der Gegenwart ist nun beschlossen worden, daß die Versammlung des deutscheu Iuristen-tages, welcher C'nde August in München abgehalten werden sollte, für diesc § Iabr uicht stattfinden solle. Locales. Die k. k. Landesbchördc hat auf Grund deS hohen Staatsmiuistcrialcrlasfcs vom 16. t,. M., Z. 829/C. U., nachbenanntcn Seelsorgern, welche sich im Schnljahrc 18l)ü um die Fördcning des hicrländigcn Vuttsschul-wcscnS besonders verdient gemacht hatten, als: Johann Stofic, Pfarrer in Suhor, Vcmhclmä Do loan, öocalcaplan in Nadovica, Jacob Groß, Pfarrcoopc« rator und prov. Hauptschuldirector in Tfcherncmbl, und Johann Prcsa, gcwcfener Pfarrcoopcrator zu Nessel-thal, nunmehr zuPrccina, Remunerationen im Betrage von je 50 fl.; ferner iu Anbetracht der Vcrdieuste, welche sich der ^ocalcaplan in Mauuic Johann Vrcncc und der Schullchrcr in Prrsscr Georg Uranic um die Obstbaum' beziehungsweise Äicucn- nnd Seiden-zncht erworben haben, dem ersteren eine Remuneration von 50 fl., dcm letztem aber uon 25 fl. ö. W. aus dem hierländigen Normalschnlfonde bewilliget. — Gestern Morgens halb 4 Uhr sind 65 kranke Soldaten angekommen, welche über Veranlassung des Frauenvereins mit Wein, Brot und Cigarren betheilt und mit unentgeltlichen Fuhren, beigestellt durch einige menschenfreundliche Pferdcbesitzer, in das Militärspital überführt wurden. — Aus Laas wird uns ein Fall von Unvorsichtigkeit gemeldet, dcr leider einen sehr schlimmen Ausgang nahm. Am 8. d. M. um 9 Uhr Abends gingen nämlich Nicolaus A., Waldhüter der Herrschaft Schneeberg, und dcr Aabenselber Gcmcindewaldhütcr Anton T. (verehelicht und Grundbesitzer daselbst) einen Aergabhang hinab ins Dorf Babenfclo. Unweit desselben rutschte Nicolaus A. aus und fiel zu Boden, wobci das Gewehr sich entlud. Der Schuß traf den vorangehenden Anton T. in der Hüftgcgcnd, riß zu« gleich abcr auch dem A. einen Finger der Hand, mit der er den Gewehrlauf an dcr Mündung hielt, ab. Anton T. war tödtlich getroffen und verschied noch am selben Abende. — Man schreibt uns aus Radmannsdors, daß in dcr Nacht vom 0. auf den 7. d. M. zwischen mehreren Zigeunern in der Nähe von Eteinbüchel ein Rauf-cxceß entstand, in dessen Verlaufe einer der Zigeuner durch einen auf ihn abgefeuerten Schuh eine schwere lebe us« gefährliche Verletzung erlitten hat. Der Thäter ergriff gleich nach dcr That die Flucht und wurde bisher noch nicht eruirt. Neueste Nachrichten und Telegramme. Prag, 13. Iuui. Eine Kundmachung dcS Bürgermeisters betreffend die Anwerbung ciucö Präger Frei« willigcucorpö ist an dcn Straßcncckcu afsichirt. Prag, 1.';. Juni. (N. Fr. Pr.) Die zweite diesjährige Nckrntirung beginnt iu dcr Umgebung Prags am 15. d. M., in Prag sclbst um einige Tage später. Die Stadtgcmeindc gibt jedem freiwillig in die Armee Eintretenden ein Handgeld von 50 fl. — Dcr Krcujhcrrcu < Ordcnsgencral Beer ist heute früh plötzlich am Schlagfluß verstorben. München, 13. Juni. Nächsten Sam Stag wird cine weitere Konferenz der Ministcr oerMit-tclstaatcn stattfinden. Frankfurt, 13. Juni. Die Erklärung des preu« ßzschcn Gesandten am Bundestag, Hcrru v. Savigny, auf dcn österreichischen MobilisirmigSautrag lautete: Er köuue sich über den Aulrag, dessen Gegenstand ihm vollständig ucu sei, weder geschäftlich noch sächlich zu irgend einer Aeußerung veranlaßt sindcn. Frankfurt, 13. Juni. In dcr morgen stattfindenden Bnndcstagösltzung wcrdcu wahrscheinlich dcm MobilisirunsMutrag alle auf dcr Bambcrger Konferenz vertretenen Staalcn, mit Ausnahme dcr thüringischen Länder und Badens, zustimmen. Drcsden, 13. Inni. Das heutige „Drcödcucr Iourual" meldet: Die Kammern hielten heute ihrc Schlußsitzung. Auf eine Interpellation bezüglich des Votums Sachsens bci dcr morgcu am Aundc erfolgenden Abstimmung cntgcgnct dcr Minister r>. Benst: Er könne darüber der Konsequenzen wegen keine AuS« kunft geben; die Abstimmuug Sachscus werde mit dcr Baierns im Einklänge stehen. Weimar, 13. Juni. Die neueste Fornmlirung der preußischen Nefornworschläge wurde von meh« reren deutschen Regierungen sehr ungünstig aufge-nommen. Berlin, 13. Juni. Die Wahrnehmung des Schutzes der österreichischen Unterthanen wurde dem niederländ ischen Gesandten übertragen. Berlin, 13. Juni. Die gestern erfolgte Hufen« dung dcr Pässe an dcn Grafen Karoll) i war von einem wohlwollenden, die Ausübung dcS diplomatischen Verkehrs mit Preußen Seitens dcs genannten Gesandten anerkennenden Schreiben dcr preußischen Negierung begleitet. Verliu, 13. Juni. Die „Nordd. Allg. Zeitung" schreibt: Das Verfahren Oesterreichs am Bundestage ist bundcswidrig; bundesrechtlich kann von einem Antrage auf Mobilmachung nicht dic Ncdc fciu. Prcußeu tann die Compctenz deS Bundestages zur Entscheidung abgeschlossener völkerrechtlicher Verträge nicht anerkennen. Jeden deutschcnBundesstaat, der an einer ihm von Ocstcrrcich zugemuthcten Compe-tcnz Überschreitung Theil nimmt, würde Preußen als seinen Gegner betrachten muffen. Berlin, 13. Juni Preußen hat die zu ihm stehenden Bundesregierungen aufmerksam gemacht, daß dcr Mobilisirungöautrag tcinc buudcsrcchtliche Grundlage habe und daß bci einem Kriegsausbrüche Preußen nur für scine cigcucn und dic Interessen der zu ihm stehenden Staaten eintreten wcrdc. Kiel, 13. Juni. Der Inhalt des Formulars dcS Oeamtcngelöbnisses ist folgender: Nachdem der König von Preußen die oberste Rcgierungsgewalt im Her« zogthume Holstem durch den Gouverueur v. Manlcuffel hat in dic Hand uchmcn lassen, gelobe ich hierdurch an Eidesstatt, dcn mich betreffenden Befehlen und Anordnungen desKönigs vonPreußcn uud der in Aller-hochstdesscn Auftrage fungirendcu Behörde unweigerlich Folge zu leisten und die Pflichten des mir anvertrauten ! AmteS treu und redlich zu erfüllen. > Hannover, 13. Juni. Feldmarschall-Lientenant v. Gab lenz ist mit mehreren Officieren uou Harburg hier angekommen und sofort nach Kasfel Weiler gereist. Florenz, 12. Juni. Der Kriegsminister , hat in der Kammer den Gesetzentwurf wegen Nclrnti« ruug auS dcr Altcröclasse 1840 eingebracht. Bern, II.Ilmi. Die Ankunft Garibaldi's an der italicuischcu Küste ist erfolgt. Laut officiellcr Meldung des fchweizerischcn EonsulatS in Genua an den Äuudcörath ist er gestern Morgens in dieser Stadt eingetroffen. Paris, 12. Juni. (N. Fr. Pr.) Dcr Brief des Kaifcrs au Drouiu dc Lhuys erregt außcrordculliche Sensation; im gesetzgebenden Körper wurde die Discussion über die auswärtige Politik unterbrochen. Thiers bereitet ciuc Broschüre vor. — Gerüchtweisc verlautet neuerdings, daß die Türken in die Donaufürstcuthümer eingerückt seien nnd daß Oesterreich diesen Schrill der Pforte begünstigt. — Die Actionäre dcr Weltausstellung verlangten, wie cS heißt, eine Vertagung dcr AuSstel« lung; dcr Kaiser soll erwidert haben, er wolle die Eröffnung an dem bestimmten Tage. Brüssel, 12. Juni. (N. Fr. Pr.) Gerüchtwcise ver-lantct, der Vertrag zwischen Preußen und Italien habe Giltigleit bis 3. Juli, mit Vorbehalt einer weiteren Vcrlangernng. — AuS Paris wird gemeldet, die KricgSanleihe fei unwahrfcheinlichcr geworden. Telegraphische Wechselcourse vom 14. Juni. sipcrc. MetallianeS5»N.10. - 5pcrc. National'Anlehcn 60.50. — Bautaclien 005>. — Lrcditacticn 124.10. — 1860er Staatsanlehen 72.10. — Silber 13!». — London 13^.5,0. — K. l. Dncatm 0.02. Geschäfts-Zeitung. Wiener Börse vom lil. Juni. Dic Mittheilung der gestrigen „Wr. Adeiidpost," daß dic diplomatischen Beziehungen mit Prenßen abgebrochen wnvden, gab an dcr Abendbürse zu mehrfachem Angebot in dcn Speculationscffectcn Veranlassung, so daß Creditaclien biö 121.40, Staalöbahnactien biö 150.50 zurückgingen. Dic ucuc Vcrlhcnernng der fremden Valuten um 2'/, bis 3 pCt. nnd dcr fortdauernde Stüclenmaugcl verursachte dagegen heute wieder mehrfache Arbitrage- uud Drclnngöläufc der gestern verlausten Effecten, so das; die meisten ihren gestrigen Slaud, viele einen noch etwas höheren erreichten. Verzinsliche Staatsfonds Iilirbcu '/, biö 1 pCt., 1854er uud 18H>er Lose '/, pl6t., Creditacticu, die nach 12.^.80 wieder bis 123 zurtlck-gingen, noch '., fl., Banlacticn 3 fl., Norddcchucicticu 1'/, pEt. hoher. Stalltödahnacticn biö 152.i»0 bezahlt, schließen 152'/,, wie gestern. Carl-^iidMgö-Vahnaclien blicdcu dagegen ,1 fl., 1«64cr Lose und GmndentlastnngüMigationcu '/, pCt., ungarische Pfandbriefe 1'/, pCt. niedriger. «MeteliV^M ill wiüach. « ? Z H 8 " ! « « - L 6U. Mg.l 320,Il» 's-l3.o windiiill , heiter ^ 14. 2 „ N. 32^.ao -^'2.0 W. z. starl halbheiter 0. 10., Ab. 32U.U8 ^1!»» windstill heiter Nachmittags windig. Abends um 9 Uhr Wetterleuchten in NW., später in SW. noch nach 10 Uhr anhaltend. Verantwortlicher Redacteur: Ignaz v. Kleinmayr.