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Wer daher über Bargeld verfüg! und eS nicht zur Zeichnung von KriegSanleihe verwende!, schädig! durch Unterlassung der sichersten Anlage seines Gel-de« und durch den Enlgang der hohen KriegSanleihe» zinsen nicht nur sich selbst, sondern auch seine.tit-kürzer, indem er hindurch mittelbar zur allgemeinen Teuerung beiträgt. Dem Zeichner der 8. KriegSanleihe ist die be-sondere Begünstigung eingeräumt, daß der Slaa! bei der Veräußerung der DemobilisierungSgüter wie Werkzeuge, Decken, Seile, Riemen, Draht, Maschinen aller Art, Geschirr- und Sattelzeug, Zug und Haustiere, Fahrzeuge usw. die Stücke der 8. KriegS-anlethe an zahlungSstatt annehmen und üdervies beim Verlause solcher Waren jene Käufer besonders berücksichtigen wird, welche den Kaufpreis in von ihnen gezeichneter Kriegsanleihe bezahlen können. Bei dem großen Bedarf an derartigen Waren, wie er bereit» heute besieht und nach dem Kriege in noch weit höherem Maße einlreten wird, ist diese Begünstigung sür die Inhaber der gewerblichen, landwirtichajilichen und industriellen Betrieben von der allergrößten Bedeutung. Aber abgesehen von den großen Vorteilen, die sich jeder Zeichner der KriegSanleihe sichri, had>n wir die heilige Pflicht, durch eine mögiichU hohe Zeichnung zur baldigen erfolgreichen Beendigung deS uns aufgezwungenen Existenzkämpfe» nach Kräs ten beizutragen. Die neue Ernte reift heran, sie versprich! bes ser zu werden alS die der letzten Jahre und mit Hrii'nerungtn an Aeter Woseggir Von Richard Voß. Richard Voß hat den nachstehenden Abschnitt au« seinen Lebenserinnerungen zum 75. G>burlStag Roleg getc (31. Juli) sertiggesteUt. Niemand ahnte damals, daß Boß bald da>auf die Feder au« der Hand sinken soltte und nun auch Roseggrr dem Dichter Freunde so bald folgen würde. 1. Ich war krank und den Litten meiner Frau gegenüber machilo». »so fort von Rom; also in eine Reivenbeilanstal! I Sie lag in der grüurn Steiermark, nahe der schönen Stadt an den lieblichen Uiern der Mur. Ihr Begründer war der berühmte Professor Kiasi Ebing und sie hieb .Mariagrün". Aber wenn sie auch den frommen Namen Maria sührte — Maria half mir nicht. Der Professor war gegen mich die Güte selbst. Bor allem nrufet« mir Schlaf verschafft werden Die« zu erreichen, wurde jede« Mittel versucht >ber alle versaglen. Von meiner Frau getrennt, fühlte ich mich als Kranker unter Kranke» sehr unglücklich. Ich durste keine Besuche empfangen und nur Bücher lesen, die mir nach sorgsällrg»r und liebevoller Auswahl gestaltet wurden. Unter anderer .leichter Lektüre" gab man mir einen Band Roiegger. Ich la» gerade ln der herrlichen ,Waldh«imat', stieß auf eine Erzählung, die mich tief ergriff, als der ihr muß die Hoffnung unserer Feinde schwinden, un» durch Hunger niederzuringen, nachdem unsere heldenmütigen Truppen in jahrelangen harten Kämp-sen gegen die feindliche Uedermacht die Heimat er» folgreich verteidigt, im Osten bereit« den Frieden errungen und im Süden unsere Fahnen weit in Feindesland getragen haben. Wer Kriegsanleihe zeichne!, der verlängert nicht, sondern verkürzt den Krieg. Darum Steirer, zeichnet die achte Kriegs-anleihe! Graz, am 2. Zuli 1918. Der k. k. Statthalter: Elary. Grwrrb.vrrsummlnng in C»lli. SamStag den 22. Juni fand unter dem Vor-sitze deS Obmanne« des Deutschen Sewerbeoun^e«. Herrn Baumeister Werndl, im Hotel Pvst eine stark besuchte Versammlung der Grwrrbetretbcndrn des Unterlandes statt, zu der sich auch einige Slowenen eingesundei' halten. Unter den Anwesenden befand sich auch R'ichSratSabgeordneter Marckhl Herr Ge-werderat E»rr au« Graz erstattete einen aussühr« lichen Bericht über die gewerblichen Tagessragen und über die UedergangSwirischast. Seine glänzenden AuSsühiungen wuiden mit ledhastestem Beifalle ent-gegengenommen. Als in der darauffolgenden Wechsel-rede der slowenische Gewerbetreibende Rebek für den -üdilawenitua! eintrat, lösten seine Ausführungen stürmi'chen Wide> spiuch auS Rebek dämmte leinen Vor stog «in und sprach offen seine Anerkennu"g sür die gemerdepolitische Tätigkeit deS A'ichSralSabgeordne-len Einipinn-r aus. Abg. Marckhl besprach in lichl-vollen Auesührungen die nationalen und gewerbe-wirtjchafilichen Aiagen, trat dem slowenischen Red-ner ,n wirkungsvollster Weise entgegen, verwies auf die Noiwendigkeii des «u« aues der gewerblichen Orga-nifation und beleuchtete die überaus schädlichen Fol gen der Wirtschaft der Zentralen für das Gewerbe. Arzt in mein Zimmer trat und zu mir sagte: .Sie dürsea zwar niemand sehen; aber ich bringe Ihnen lrohveni jemand, dessen Besuch sie freuen wiidl" Dieser j-mand «rat ein: eine kleine, schmächtige, fast dürftige Gestalt, ein schmale«, vergeistigte« Gesicht, die mich durch Brillengläser voll herzlichen Miigesühl« an-schaute: Peter Rosegger! Welche Freude! Und ttxtche Freude jedesmal, wenn ich ihn wiedersehen durste. Gleich in der ersten Stunde lernte ich ihn lieben. Seitdem wuch« meine Liebe zu ihm zugleich mit m.iner Bereh ung für ihn. und heute ist Pcier Roiegger für mich nicht nur einer der gütigsten Menschen, sondern «in Dichter, dem längst der Nobelpr«i» hätte erteilt werden müssen Denn wenn, wie er, al« Dichter und al« Mensch am zwei große Völkerschaften wirkt, der verdient den höchftcn Ehrenpreis. Nun, dieser Ehrenpreis wird Peter Roieg gcr zuitU von Innern Stcir-rvolk, ihm von seinem ganzen Vaierlande zugesprochen, »'stehend in seine« Volke« Bewunderung und Dankbarkeit . . . In der tiefen Dur.kelheil, in der sich damal« mein Gemütsleben b«sanv, waren die mit Peier Roseg gcr verbrachten Stunden die einzigen lichten Augen, blicke jener traurigen Zeit Ich hörte in de> Anstalt die Osterglocken über d»« leuchtende FiühlingSlano hinbiauien, die 'Auf srstehung de« Herrn einläutend. Für mich gab «» — eo glaubte ich damal« — kein «use> stehen mehr. Tot war, tot blieb ich: geistig tot . . .• Dir Versammlung faßte am Schlüsse folgende Entschließungen: 1. Die deutschen Gewerbetreibenden im Handtll» kammersprengel Graz verlangen ausdrücklich von den maßgebenden Stellen Berücksichtigung nachstehender Forderungen: An die hichsten Stellen im Staate ergeht der dringende Rus, dem verbrecherischen, aus die Zerrei-hang des Staate« gerichteten Treiben der Südsla-wen mit den schärfsten Mittein entgegenzutreten. Diese Angelegenheit hat für de» deutschen Gewerbe-treibenden de« Lande« Steiermark umso größere Bedeulung, als eS die deulichen Gewerbetreib-nven des UiuerlandeS wären, die der slawischen Hochflut zuerst zum Opfer fallen würden, wenn diesem Trei« ben nicht bald und mit aller Energie Einhalt ge-boten wird. An alle deutschen bürgerlichen Parteien erqeht der Ruf, in den grundlegenden national politischen Fragen zusammenzuhalten und begrüßen die Ge» werbelreibenben alle daraushin gerichteten Bestrebun-gen. Sie verurteilen ober die Machenschaften ge-wisser Elemente, die unter dem Titel des Zusammenschlusses eine Politik in die Wege leiten wollen, die in ihren letzten Wirkungen alles eher als volks» freundlich wäre. Daß die Gewerbetreibenden berechtigte Uisache haben, manchen Erscheinungen der letz en Zeit nicht besonders veitrauensvoll gegenüberzustehen, hat ,ei« »en Grund in dem Umstände, daß man den großen und wichtigen Stand der Gewerbetreibenden nicht einmal sür bedeuiu»gSvoll und wichtig genug fand, seine berusenen Vertreter in Körperschaften auszu-»nehmen, die al« Vertreter aller deutschen VolkSge» nossen gelten sollen Uubeichadel diese» Umstandes werden aber die Gewerbetreibenden nach wie vor dem deutschen Volke treue Mitkämpser sein; sie verlangen aber, daß auch aus ihre wichtigsten wirischastlicheu Forderungen wirklich und gebührend Rücksicht genommen wnd. Eins fühlen sie sich mit dem gesamten deutschen Mittelstände in dem Begehren nach dem baldigen Aobau der Zentralen, deren Tätigkeil vielfach un» erwieienermaßen al« eine geradezu gemeingesährliche genannt werden muß. EinS fühlen sich die deutsche» Zum erstenmale sout« der erste Mai al« Arbeiter-fest gefeiert werden, al« rch Zeuge eine« Maienwunder« war eine« ander««, alS «• J'alien rat Jahre 1915 beging. Am Vormittage kam Rosegger zu mir Noch in der Tür rief er mir zu: Sielle dir vor l S-e lassen die Sladt mil Patrouillen durchzieh«» l Er erl arte mir: die Regierung befürchle Unruh«« und hall« Graz militärisch bes,tzl Rol'gger wollte di« fkrsammlun, d«r Arbeiter besuchen, wollt« zu ihr sprechen. Ob ich m tginge? Freilich woUle ich, und wir v«,crbr-dtl«n, daß Rosezier inich nachmittag« am Hilmieich tr-ffen sollte. Zur bestimmten Stund« fanz ich mich ein. Auf der Lanvstrahe zog da« Volk au« d«r Siadl dem nahen Walde zu: Männer, Fiauen, «ind«r, Alt und Jung. Alt und Jung mrl dem «rsten Giün ««schmückt, »lt und Jung io baemlo« vergnügt al« ftröarren st« einer Frühlingsfeier zu. Wir gklangik« in d^S iprießtnde Sehölz und er-sreuten und de« vergnüglichsten, hiiieisien. «nblick« Die schöne W>>ldu>'g c« fstute srödlich«« Volk In Ge w rksschaiten und Familien geiv^rdert, lageri>n st« u«-t«r dem von der Maisonne duichleuchteien Smaragd der Wipiel. Die Frauen kochten Kaff«, dir Männer tranken den Wcin de» Lande«, dessen gtübende Färb« da« einzige ««luirole de« läge« war. J«d« Ä>upve sührtr ihre Musik mil sich so bah der Wald von Mr. lodien schalte: von Wiener Walzern l Lieder wurd«n Seite 2 Gewerbe.reilenden insbesondere mit der Landwirtschaft in der Forderung, daß jene Maßnahmen er-griffen werden müssen, die eine erhöhte Pr«duktionS-Möglichkeit dieser Berufe »ach dem Kriege gewähr» leisten. Mit der Hebung der Leistungsfähigkeit dieser Berufe wird auch deren politischer Einfluß gehoben, ein Verlangen, da« angesichl« der entsetzlichen Blut« opser, die gerade von diesen Ständen während de» Kriegt« gebracht wurden, gewiß gerechtfertigt ist. Einen btsonderen Wert legen die oeutschen Handwerks- und Gewerbetreibenden auf eine ein« wandfreie Durchführung der Sachen- und Personen-demobiltsierung. Hierin muß mit aller Entschieden« heit gegen die von gewissen Stellen beabsichtigten Pläne, die ireigewordenen Güter frei zu verkaufen, Stellung genommen werden. Hinsichtlich der Pecsonendemobilisierung der» langen die deutsch«« Gewerbetreibenden, daß jene Handwerksmeister, deren Beiriebe für die Landwirt-schast notwendig sind, in die erste Reihe jener ein-gerückt zu weisen, die nach dem Kriege demobilisiert weiden. An die bewährten Führer der deutschen Ge» werbetreiberiden, insbesondere an den ReichSratS» abgeordneten Einspinner, wird die Bitte gerichtet, in der schweren, vor un« stehenden Zeit, in der sich geradezu Schicksalsfragen de« deut>chen Gewerbe-stände« entscheiden werden, ausharren und jene Wege zu zeigen, die eingeschlagen werden müssen, soll da» fast tausendjährige deutsche Handwerk nicht dem Siechtum rettungslos verfallen. 2. Die in Marburg am 14. Juni erscheinende Zeitung „Deutscher Montag' brach'e einen Artikel unter der Aufschrist „Wie Abg. Einspinner Süd-«i arkgklder für die Gewerbetreibenden verbrauchte". De« Abg. Einspinner wird vorgeworfen, daß er von der Südmark Geld sür Gcrverbezwecke erhalten hat und dieses Geld nicht dafür verwendete, sondern für andere Zwecke verbrauch«?. Die Gewerbetreibenden wissen genau, daß die-se» Geld für rein nationale gewerbliche Zwecke ver-wendet wurde. Der Verwendung deS Südmarkgeldes ist somit der Borwurs de« „Deutschen Montag" alS zu Unrecht stehend gebrandm^rkt. Die deutsche» Gewerbetreibenden SieiermarkS. vor auen jene deS Unterlandes, haben für den „Deutschen Montag" nichtS als tiefste Verachtung übrig und bedauern, daß ein deu'sch sein wollende« Blatt in Steiermark die Deutschen in einer solchen Weise schädigt und verrät, welche sich sogar gegen Lebensfragen deS ( unterländifchen DeutlchiumS in Haß und Galle ' wendet, in der Meinung, damit den Führer der deutschen Gewerbetreibenden, Abg. Einspinner. fchä< digen zu können. _ öif Krlrggertigiiiflt. Aus dem Umwege über Ungarn erfährt nu« auch die österreichische Ocffentlichkeit nähere Einzel- gesungen: Volkslieder, Liebe«lieber und — patriotische Lieder. Jetzt wurde Peter Rolegger erkannt, von allen Seiten umringt und stü> misch begrübt: Der Peier! ®« war ihr Dichter! War der Dichter der grü,,en Steiermark; war der Dichter deS steirischen Volke«! Allo feierte das steiriiche Lock seinen Dichter und — der gefürchtet«, ftaatSgeräbiliche erste Mai ward ju einem Peier Rosegger Fest. 2 Noch ein andere« erlebte ich in jenem Refugium kranker Menschen mit Peter Rosegger; ein Erlebnis war eS für mich. Eine» Tages kam er zu mir mit einem ganzen Stoß Bücher. Er l?gte sie vor mich hin auf den Tisch und schlug einen der Bände — eS waren ihrer vier oder iech» — vor mir auf Ich sah nicht Druckerichwärzc. Ich sah vor mir auf grobem, gelblichem Papier in verschiedenen Typen mit tast änastlicher Sorgiamkeit von einer Knabenhand nachgemachte Druckichrifl Ich sah mit wenigen schlechten Farben gemalte Bilder, die naio-n Zeichnungen einer «indeihand. Ich sah einen von derselben Hand in Druckschrift geschriebenen Kaiencer: einen steirischen Bauernkalender mit den Regeln der Bauern für Witterung. Einteausstchten: mit der Angabe von Festtagen, Märkien, Sprüchen; mit den Namen der Herrscher de» österreichischen Kaiserhauses, alles genau uraltem, ehr-würdigem Kalenderherkommen gemäß. Ich la< die Titel von Erzählungen: für daS Volk Deutsche Wacht heilen über di« Schlappe in Italien, durch welche leider auch die G«samlkriegSlag« ungünstig beeinflußt wurde. Ministerpräsident Dr. v. Wekerle teilte im ungarischen Abgeordnetenhause mit, daß wir beim Rückzug über die Piave 12.000 Gefangene (die Italiener verloren in derselben Zeit 50.000) eingebüßt und daß unsere Gesamtverluste bei der erfolg« lo« gebliebenen Offensive annähernd lOß.OOO Mann (jene der Italiener samt den Gefangenen angeblich 150.000 Mann) betragen haben. In diese 100.000 Mann seien aber die vielen Franken mileingerechnet, trotzdem aber haben wir einen „riesigen und auch bedauerlichen Verlust" erlitten. Da Ministerpräsident Dr. von Wekerle sich bei Mitteilung dieser trauri-gen Zahlen ausdrücklich auf „unmittelhar« Informationen feilen« der Heere'leitung" berief, so dürften s«in« Eröffnungen, welche in vollen Widerspruch zu den bisherigen amtlichen Veröffentlichungen stehen, zweifello« richtig fein, weshalb auch ein nachträgli-cher, übrigens höchst ungeschickter Befchönigungsversuch de« k. k. Telegraphen-So> respondenzbureau« daran leider nicht« zu ändern vermag. So mußten wir Oesterreicher, die wir in jeder Begehung die Hauptlasten de» Kriege« zu tragen haben und dafür al« Staatsbürger zweiter Klasse behandelt werden, also wieder die Wahrheit aus dem Munde des — ungarischen Ministerpräsidenten njähren, der in seiner Aussehen erregenden Rede weiterS auch zugegeben hat, daß eS an der italieni-schen Front einerseits mit der Verpflegung sehr schlecht bestellt war, während andererseits unsere unter großen Opfern über die Piave gegangenen Truppen wegen mangelndem Munitionsnachschub wieder über den angeschwollenen Fluß zurückgenom-men werden mußten, wobei natürlich die Nachhuten geopfert wurden. Charakteristisch ist eine Gegenüber-ftellung der Aeußerungen WeckerleS mit unseren Heeresberichten, welche die Leser selbst vornehmen mögen. Sie werden sich dann gleich un« die richtigen Äcdanktn machen, welche unter dem wieder uner-lräglich gewordenen Drucke unserer kleingeisligen KnegSzenfur ja doch nicht niedergeschrieen werden dürflen. _ In den Mitteilungen dcS ungarischen Ministerpräsidenten, die unsere Herzen mit tiesster Trauer erfüllen mußten, klafft eine Lücke; er hat wohl mit dankenswerter Offenheit, die wir in Oesterreich so sehr vermisse«, über den Mißerfolg a» der italie-nischkn Fiont gesprochen, eS aber leider unterlassen, die Frage der Verantwortlichkeit auszuwerfen, welche doch unbedingt auch öffentlich klargestellt werden müßte, sollen wir in Zukunft vor einem ähnliche» Rückichlage, der die Hoffnungen der Feinde wie-der mächtig anschwellen lieg, glücklich bewahrt bleiben. E« wird ja auch darüber in der Bevölkerung viel Richtige« und — vielleicht noch mehr — viel Unrichtige« geredet, vergeben« aber wartet di« wie-der von ernstesten Sorgen erfüllte Ocffentlichkeit aus «!ir« amtliche Darstellung und die daraus dann vielleicht zu ziehenden Folgerungen. Werden wir auch diesbezüglich wieder nach Ofenpest hinüberhiren müssen? , geschrieben; la« moralische Ermahnungen; las Gedichte, allerlei ..Heitere«" und .Bunte«", la« Rätsel nnd »a» d:r Sohn der grünen Steiermark in seinem Kalender sonst gern le'en und hören will von der Welt und seiner Heimat. La« Anzeigen verschiedenen Inhalt« über Vieh, Stand der Saaten, über Sefindeverordnungen usw. Die größeren Geschichten waren illustriert; von der nämlichen ungeschickten Knabenhand in nur zwei oder drei Farben, die keine wirklichen Farben, sondern au« Ziegelstaub und ähnlichem Material dürftig genug hergestellt waren. Ich sah, la«, staunte, fragle: „Was für Bücher sind da« ?• Stolz wird mir geantwortet: „Meine Kalender!" „Deine Kalender?' „Ich schrieb ste in Krieglach als Geißbub und auf der Stör als Schneidert, hrling." .Mit solcher Schrift ?" »E» mußten doch wirkliche Bücher sein, wirklich gedruckte." „Wann schriebst du ste?" „Nachts in meiner Kammer, ganz heimlich bei einem Stümpichen Kerze, daß ich mir auf irgendeine Weise verschaffte. ES waren geweihte Stunden, sage ich dir!" „Todmüde schriebst du st« des Abends?" „Müde war ich freilich. Aber schreiben mußte ich. E« waren meine glücklichsten Zeiten." Und du schriebst diese wundersamen Bücher stzr —" „Für daS Steirervolk. Dort oben gab cS nickt» zu lesen: in der Emöd! Also mußte ich schreiben. Ich Nummer 27 An der Piavesront wurden die Besatzungen de« Col de Rofsa und deS Monte di Bal bella. da sie sich nur unter großen Opfern hätten behaupten können, in die frühere Hauptstevung zurückgenommen. In den letzten Tagen war der Geschützkampf an zahl-reichen Abschnitten der Südwestfront außkrordentlich rege. I« Mündungsgebiete der Piave dauern die Kämpse an. Nach dem letzten Berichte dauern die Kämpfe an der Piavemündung an. Bei Ehiesa nuooa warf das schlestsche Infanterieregiment Nr. 1 den in unsere Stellungen eingedrungenen Italiener wieder hinaus. Zwischen der Piave und Brenta versucht der Feind dl« »on un« gewonnenen Stellungen wieder an sich zu reißen, waS ihm aber nicht gelang. Hiebet zeichneten sich die Batterien der Grazer Einser und Krakauer 55. Feldartilleriebrigade, sowie die Schlesier und BoSniaken des 4. Regimentes aus I« den Morgenstunden deS 2. Juli stieß eine kleine Abteilung unserer Tmpedoeinheiten in der Nord» adria aus starke überlegene feindliche Torped»streit-kräfte. ES entwickelte sich ein lebhafte» Feuergesecht, wobei cS unseren Einheiten gelang, einen großen feindlichen Zerstörer in Brand zu schießen und einen zweiten schwer zu beschädigen. Der Feind brach das Gesecht ab und zog sich gegen seine Basis zurück. Unsere Einheiten haben keine Berlu'ie. Am westlichen Kriegsschauplätze dauern die Teil-kämpse sowohl an der Aisne wie an der Marne an. Seit dem 4. Juli steigerte sich daS Heuer beiderseits der Somme. Verschiedene Vorstöße deS Feinde« wurden ab> gewiesen. Nach einer Meldung aus Rotterdam wiederholte Lloyd George«, daß man am Vorabende großer Er» eignisfe stehe und daß möglicherweise schon in den nächsten Tagen eine Riesenschlacht entbrennen werde. Die Zahl der seit Beginn der Angriffsschlacht im Weste.r eingebrachten Gesangenen betrug bi« I.Juni 191.454, darunter 94.339 Engländer mit vier Generälen. Im Sperrgebiete um England wurden durch die Tätigkeit der deutschen U-Boote neuerding« 17.000 Brutloregistertonnen feindlichen Schiffsräume« ver» senkt. Im Mittelmeerqebiete haben deutsche U Boote vier Dampfer mit 15.000 Bruttorezistertoanen versenkt. _ Aus Stadt iiiift ja Nil. Todesfälle. Die Familie des Herrn Gemeinderate« Leopold Wambrechtfammer wurde von einem erschütternden Unglücksfalle betroffen. Am 28. Juni, dem Tag« der ZeugniSverteilung, ist fein Sohn Fritz, Schüler der ö. Gymnasialklasse, i« 15. Lebensjahre plötzlich au« dem Leben geschieden. Der bedauernswerten Familie wendet sich allgemeine innige Teilnahme zu. — Am gleichen Tage ist hier die Hau«besitzcr«gatlin Frau Franzi«ka Sima, eine hochgeachtete Bürger«frau, nach kurzem, schwere« Leiden im 70. Lebensjahre entschlasen. — Am schrieb, wie ich mir dachte, daß solche Bücher geschrie-ben werden müßten Ich verlieh ste an Mägde und Knechte, an die Unwissenden und der Belohnung und Freude Bedürf-tigen. Die Farben zu den Bildern machte ich mir selbst. Weil Papier und Tinte aber immerhin etwa« kosteten und ich nicht« hatte: so gut wie nichi«, mußte ich für da« Verleihen «Seid erheben: ein paar Kreuzer für da« Buch. Nur ein paar, weißt du. Die Knechte und Dirnen dort oben hatten ja doch selbst fast nicht« " .Also eine wirkliche Leihbibliothek mil wirklichen Abonnenten hattest du al« Äeißbub und Schneiderlehr-ling sür dein liebe» Steirervi-lk «»gerichtet?" „Freilich, freilich!" Und er strahlte über sein ganze« Äestchl. „Und hattest du viele Abonnenten?" .Wenigsten« einigt. Aber —" „Nun?" „Wenn e« zum Zahlen kam, so —" .Nun?" „So zahlten ste nicht, schimpften sie mich wohl gar. Doch da« machte mir nicht«. Schön war e« darum doch, ganz herrlich schön 1 Und — ja, und schreiben mußte ich eben. ES geschah daher nur aus purer Selbstsucht.' Und der „selbstsüchtige" Peter Rosegger sah die vielen Bände an mit einem Blick — ein Blick war'S, den ich nicht vergessen wcrde. Kummet 27 DettUdte Wacht Seite 3 30. Juni starb in Windischgraz der gewesene Hotel-besitzer und Tonwarenerzeuger Herr Franj Lobe nach längerem Leiden im 70. Lebensjahre. Heldentod. Der Handelsangestellte Fritz Mlater. Sohn deS stüheren HauplsteuereinnehmerS in Eilli Heun Zgnaz Mlaker, hat au 15. Juni an der italienischen Front den Heldentod erlitten. Vermählungen. Der Oberleutnant Emil Bodopiuc des 26. SchützenregimenteS. der sich in russischer KriegSgesangenschast befindet, hat sich mit Fräulein Irene Lynek, einer Tochter deS HosratcS Synek in Eilli. vermählt. — Am 26. Juni wurde in Marburg der Südbahninspektor Herr Fritz Wil-tula mit Aäulein «nni Tomschitz getraut. — Der Lehrer und Leutnant i. d. Res. Max Lobenwein in Eilli hat sich mit Fräulein Anni Wohlschläger auS Wien vermählt. Evangelische Gemeinde. Sonntag vor-mittags 10 Uhr findet in der evangelischen Kirche ein öffentlicher Gottesdienst statt. Herr Pfarrer May wird predigen über: „Frei von Menschen« furcht.* Hochherzige Spende für die Krieg» Küche. Die Familie Rakusch hat der Eillier KnegS liiche den namhaften Betrag von 100 K alS Spende statt eines KranzeS sür den verstorbenen Fiitz Wam-bicchlsammer zugewendet. Waisenhaus Lehrlingsheim. Herr Gu. stav Sliger spendete in ireucm Angedenken an seine verstorbene Gemahlin dem Waisrnhause 1000 Ä. — Anstalt eines Kranzes sür den verstorbenen Fritz Wambrechisammer spendeten noch Hcrr Dr. Walter Ncgn 50, Frau Martini 20, H-rr Fiedler 15 und die beiden Fräulein Ilse und senta Otto-repctz auS Graz 30 A. Ernennung im Iustizdienste. Der Kai« ser hat den zur Dienstleistung in das Justizmini-sterium eiiberufenen LandeSgeiichisrat Dr. Anton Rojic zum GerichtSinspeklor im Justizministerium ernannt. Aus dem Vermessungsdienste. Ernannt wurden die EvidenzhatiungSgeometcr 1. Klasse Franz Michort in Luiienberg, Franz Martinz der Finanz-landesdirektion G(az, Ludwig Vesset in E>Ui und Oskar Eandotini in Windischgraz zu Evidcnzhat. tungS Obergeometern 2. Klasse in der 9. RangS-Nasse. Achte öftere. KriegSanleihe. Bei der Böhmische» Union-Bank Filiale Eilli haben unier anderen gezeichnet: 5n0u0 R Berg- und Hütten-wert in Sio-c. 50.000 K Kart Pcrnnailch in Eilli. Wäschesammlung und Ablieferung? Pflicht. Es wird hiemii aufmerksam gemacht, daß taui Erlasses de? KrirgSministeriumS vom 20. Juni 1918 Zl. 15.336, nur diejenigen von der Nequi. sition der Wäsche geschützt sind, welche von jedem in ihrem Besitze befindlichen Dutzend MännerhtM' den und Unierhoien je ein Stück kostenlos oder zwei Stück gegen Bezahlung abgeben. Die Sammlung der Wasche findet jeden Donnerstag beim Stadt-amte vo» 5—6 Uhr na1>mittagS stau. Alle Arten von Wäsche werden dankbarst angenommen. Städtische Lichtspielbühne. Samstag den 6. und Sonntag den 7. d. steht daS Drama in süns Akten .DaS Haus am Abgrunde' mit dem berühmten Künstler Gunar TolnäS in der Haupt-rolle aus der Spielordnung. Diesem Film geht die Ausnahme „Die Schlacht im Westen' voran. — Montag und Dienstag wird daS Drama „Der Mann ohne Gnade" gegeben. Konzert Fischer Niemann. Am 17. d.Mj um 8 Uhr abend» findet im hieiiaen Staditheater ein Lieder« und Arienabend de» HetdentenorS der G-azer Oper Karl Fischer-Niemann statt. Die Klavier« begleitung hat Herr Dr. Ernst Dec'ey übernommen. Die VortragSordnung umfaßt folgende Glücke: W A. Mozart: Arie des Tamino aus der Oper „Die Zauberflö'e"; F. Schubert: „Du bist die Ruh'"; R. Schumann: „Widmung"; I. BrahmS: „Wie bist du. rnc.ne Königin"; R. Strauß: „Morgen". „Heimliche Aufforderung". „Zch trage meine Minne"; G. Puccini: Arie de« Rudolf aus „Boheme"; R. Wagner: Preislied des Walter Siolzing auS„Me>fter-sing-r"; G. Meyerbeer: Arie »eS BaSco de Gama aus „Die Ajrikanerin". Herr Fischer Niemann zählt zu den größten Gesangskünstlern der Gegenwart. Er ist einer der seltenen Künstler, bei denen Schönheit in der Stimme und hervorragende Schulung aus gleicher Höhe stehen. Ueber die künstlerische Bedeutung seines Begleiters Herrn Dr. TXcsey brauchen wir wohl kein Wort zu vertieren. Alles in Allem: Es steht uns wieder ein außergewöhnlicher Kunstgenuß bevor. Karienvorverkauf findet bei Frau E Deisinger. Karolinengasse 3, 1 Stock, von 1 bis 2 Uhr Nach mittag und von 6 bis 8 Uhr abends statt. Jahreshauptversammlung des Män nergesangvereines „Liederkranz". Am 19. Huni hielt der Männergeiangverem „Lieder-',anj" nach fast v!-r Jahre» seine Haupiversamm-lung im VereinSheime ad, an der sämtliche hier weilenden Muglieder, 12 an der Zahl, teilnahmen. Der Obmannstellverireter Herr G. Gradt eröffnete Vielelbe mit einer herzlichen Begrüßung und erieilie dem schristsühier das Wo«t zur Verlesung der JahreSrückichan, in welcher er nachfolgendes aus führte: „Der schrecklichste aller Kriege Hai auch in unserem alten „Liederkranz" seinen sichtbaren Ei.r-zug gehalten und freudigst begrüßt muß eS werden, oaß nach fast 4jähriger KriegSzeii der ganze Kern a'ter Mitglieds heul, p,rs>»mn,?lt erscheint, gast wie FriedenSzeit heimelt es an, alle alten Sanges brüder begrüßen zu können, die noch he>! in dieetn Kriege geblieben und. Biete Irene und liebe Freunde vermissen wir jedoch, die das Wechselschickial dieses bitteren Krieges aus unserer Miite gerissen. Ernen schweren Schickialsichlag erlitt der Berein durch du» Ableben seines alten treuen Obmannes. d>s Herrn Johann Korvschetz. Was unser liiber Koroich'tz dem Vereine war. können nur jene ermessen, die säst durch ein Jahrzent mit iesem liebe» und selten treuen Meirichen beisammen sein konnten. Seit der VcreinSgründunq, also durch säst 30 Jahre dem Vereine angehö end, bekleidete er seit dem Jahre 1890 in seltener Ausdauer und Anhänglichkeit die Hin sttöi.cher Zav.esiag Belgrad, im Juni 1918. Da« war vor 15 Iihren: eine laue FiühlingS-naefc», einsam und still. Und diese Ruhe durchbrachen klobige Männeitritte, die in da» Fürstenhaus auf der Ternzija stürmten und wenige Minuien später zwei entstellte Leichen, zwei Gemordete, in die blühenden Beete des KonakgarlenS warfen: einen König und seine Frau. Da gellt ein Schrei durch ganz Europa: ein Herrscher war geißlet, von seinen Kindern für die er regiert, von feinen Offizieren, die ihm geschworen hatten. Und Belgrad, diele Stadt mit den dümmsten Diplomaten und den meisten Ministern, ward zum Mittelpunkt de« lüstern geilen Inteiesse«, ward ei» dalkanisches «rähwinkel, ein Hexenkessel, der beule noch brodelt und nicht zur Ruh: k?in!nen kann. Die Schüsse jener heißen, wilden Juninacht gaben das Aeichen dieser wirbelnden Qual. LlexandeiS unglückliche Ehe mit Drag, Maschin war fortab die Quelle erotischer Mäechen. Die Klalich w.ider der zivilisierten Welt siele» übe, diele mit Sä-beln gelöste Ehe her und zerpflückien deren Intimi-täten vom Hochzeitsbelle tl« zur TobeSnacht. ES gibt einen Kranz von Sagen, Fabeln und Anekdoten, die Atexandei» Verbindung mit der Witwe des niäbriichen Ingenieurs umspinnen. Hosdamen und Schranzen haben diese ErzZhlungen erfunden und kripoliiert. Äber noch kein Mensch hat da« geheimnisvolle Dunkel dieser Ehe durchschaut. Peter Karageorgiewilich, der ^schwarze Peier", kam al» Regent nach Serbien und fand zwei Parteien, die Radikalen mil Pasic und Protic an der Spitze und der ReglerungSmacht in der Hand, und die Mili iäi Partei. von den Verschwörern begründet. Diese ballen zur Wahrung ihrer Jnieressen eine eigene Zeitung geschaffen, daS lübrend'' Großserbenblatl „Pieuonl", und übuhaiipi politisch so geschickt operiert, daß ein Grobteil der Sympaihien des Volkes auf 'hier Seile war. Zudem dachte König Peter an keine Bestiafnng der Mörder. Hauen sie ihm. dem lchweizenichen Hotel diiekior, doch den Thron eine« ganzes Lande« ver schaff!! An der Spitze der Mililäipartei standen Oberst leutnant Dragutin Dimilr-jevic igenannt «pi«"). der nachweisbar die loibringenben Schüsse aus König Ale xander adgeieuert hatie. der Majoi Pri>ic>v>c u d Major Tank?f>c der zu Krirgsbeginn feine berüchiigle Existenz neuerlich ins Gedächtnis rief, Fall alle Ossi ziere der leiblichen Armee gehörten der MiliiSrp.i'let an, selbst die jüngere» Offi»ie>e. die anfangs nich?» mil den Verichwörern gemein hallen, begannen sich unier bereu Einfluß für die Äefähilichkeit der Purlei Ideen zu begeistern Sie wurden Mitglieder der ,Ra rodna odrana", die als ein Kultuiveiein angemeldet war und beteiligten sich auch an der Konst»ui>rung de« Geheimbunde» „Ee>na ruka" (.Schwarze Hand"), dessen Absicht erst der Mo>d in Sarajewa ans Tage« licht zerrte. gewiß schwierige Slelle eines Obmannes. Bieleß tat l r in seiner schlichlen Weise, viele«, waS nicht be« annt ist und was in feinet stillen Bescheidenheit auch nicht bekannt wurde. Ein eoler Mensch ist in unserem Obmanne Koroschetz dahingegangen und ein Vermächtnis ließ er uns zurück: Die Liebe und Verehrung sür da» deutsche Lied und Treue und Ausdauer sür den Berein. Wollen wir in dieser Gedenkstunde geloben, in diesem Si,'Ne weiterzuar-betten und un« bestreben, in seinem vorgezeichneien Wege weiterzuwandeln, dies wird wohl die beste Ehrung dieses edtru Menschen sein. Sein Name aber wird uns unvergeßlich bleiben und alle, die hn kannten, werden ihm gewiß ein ehrendes und bleibendes Andenken l ewahren. Ehre seinem Namen mmtldar l Einen zweiten herben Verlust erlitt der Verein dtnch den Heldentod zweier Mitglieder und zwar Leo Fontana und Richard Vretscha. Fontan« tarb am russischen Kriegsschauplatze, während Vretscha dem welschem Feinde zum Opser sollen mußte, gegen welchen er durch fast drei Zahre im Felde stand und zweimal mit der kleinen Silbernen und Bronzenen TapserkeiiSmedaille und dem Karl» Tri>ppenkreuz ausgezeichnet winde. Fern seiner Heimat und seines geliebten Eilli ruht er nun in fremder Lide. Mige sie ihm leicht sein! Aber auch seine» Namen werden wir mit Verehrung und Dank» barkeil aussp>echen und auch diesem lieben und her-zenSguien Menschen ein treu Gedenken dewahien. Ehre und Dank seinem Heldennawen l WeiterS hat der unerbittliche Tod u s unseren lieben Sanges« bruder He>rn Michael Anlief -nlrissen. Ein ruhiger und überaus bescheidener Mensch gehört« er eine Reihe von Iah-en dem V>reine an und wird auch sei» Name in steter Erinnerung bleiben. Ehre seinem «ndenken. ver Verein zählte am Beginne deS KriegSjahreS 1914 32 ausübende Mitglieder. Hier» von wurden im Lause teS kiiegeS 22 Mitglieder zur Kriegsdienstleistung einberufen, wähnn» sich der gtögte Teil der daheimgebtievenen Sangesbrüder der freiwilligen Sonitätepflege widmete. Wie bisher bekannt, gerieien *wet Miigtieder und zwar NiegerS-per und Kull'ch in rufsilche Geianqenjchaft, während über den Grovteil der übrigen Mitglieder nicht» er» fahren werden konnte. In den Jahren 1914 und 1915 wurden alle im F Ide stchenden Mitglieder mit Liebesgaben b d.ich> Zm Heibjte 1915 mußte der Bei ein fein Probezimwer dem Wvhle unserer verwundeten Kiieger Übe« lassen. Fast drei Jahre war unier Pivbezimmer außer Gebrauch und noch-Mals u>uv es freudigst begrüßt weiden, daß sich nach v^er Jahren der Kein des Vereines, die alten «angesbrüder an alier Siäite wiede>finden. In gesangllchei N chiung sin» wv l fast ga> keine Be gebeuheiieu zu oerichien. Lui Vereine mit dem Eil» tier Miinnergesangvereine wiikien »er Großteil un» serer Miigt>»der bei Woh>>ä»gke>isveranstallu»gen mit. Dem E'Nit de> ^je» abgemessen und wohl auch der Mangel an einer geeigueirN Lchrlrafl ließ eine Veranstaltung nicht recht gut au'tammeu. Ei» mehr vd,r weniger großer K hier wurde auch daduich be» gangen, daß »ei Verein es u»ierließ, lür kommend« DaS Schick'al des »k'iege» Hai d e Namen der Könige in örder wie ver in Erinnerung gebracht. Unter den Optein des italienischen Truppenlransportdamp'erS „Mlnas", der im Frbiuar 1 y 17 durch ein deulicheS Unterso pevieil und vers nkt worden ist, wuioen auch die Namen dieier s,'bischer Slab. eff z.re genannt, die dabei umS. Leben g>komme» wa>en i^s wnen die? die lerbilchen Ober» st>n vojkevic ?»lic une> R>»>c Dr, L>tz>^e,».nule nun war jener Offizier, der durch das Los benimmt worden war, die Königin Teojia zu imoiren ?>nn e n letzter Rii doch Vedei ken ber«net, eine wedrlvi« Fiuu üb<> den Haus»n zu schießen. Da ober der Mo>d einmal b.i<>Ioss> ne Sache war, mußte d^s t.'os ui">r e>n Z^ue,i»>ei> eni'chetren und io traf den dawul'^e' <>>,iu>i>edai>v mann R>stik die Ver pflichiung, den eisten Schuß auf die ktönigin «bjU» feuern Rifne der zu jener $ ii in K>aguj vae in Gar» nison lag wu de tet »atipbiich zur Mordtat nach Bel« g>ad h'ur>n Ei k.>m N'e> ige Slu>den vor der fest ge'e^ten Ze>i di-i an und »niledigte sich auch seiner Ve>pfl>ch>ui>g. S>in «chuß »b.i ging sebl und verteile nichi ei»i»at vi, .«öii'uin Dr druckie dei Obeileutnant Äniic in la« atiichem Lmput» let en Revolver ad und traf die u",»lücki>>te .Va„ >» einer löitichen Schußwunde, wädrend Veiiinant Milu in Venic u> d andere aus die Zieibende einviangen unv uiii Säbelhieben ihren Tod beschleunigten. Au> d n «önig i!>l.xa»der als Elster zu schießen, Stile 4 Deutsche Wacht Nummer 27 Leiten zu sorgen und die EinHebung der Monat?« beitrüge bei den ausübenden sowie unterstützenden Mitgliedern einstellte, widurch der Verein in finanzieller Richtung viel einbüßte. Es soll daher unsere Aiisgabe sein, jetzt schon eine rege Werbetätigkeit zu entfalten, dem Berein neue Mitglieder zuznsühren um dem Verein sür die Zukunft gerüllet zu finden. Herzliche Sängergrüße und ein Neu Gedenken noch allen unseren Sänge«brüdern, die in des Kaiser» Rock sind und an der Front die Schrecknisse de« Krieges mitmachen müssen, ebenso auch den kriegS-gefangenen Mitgliedern, die sich in einem ungewissen Schicksal befinden." Der Jahresbericht fand allge meinen Beifall und wurde dem Schriftführer der Dank aller Mitglieder ausgesprochen. Die Nachruft wurden zur Ehrung der Verstorbenen stehend «nge» hört. Sodann berichtete der Kassier Herr Mahr über die Geldgebaru»^ deS Vereines und stellte hierbei fest, daß der Berein grob« Verluste hatte un» säst mittellos wurde. Ueber Antrag des Rech-nnngSprüfer« Herrn Johann Skaberne, welcher die musterhafie Führung der Bücher betonte, wurde dem kassier die Entlastung erteilt und ihm der Dank des Bereine« durch Erheben von den Sitzen ausgesprochen. Von einer Neuwahl wurde über An« trag deS Herrn Jung« Ab»and genommen und di« alte VereinSleituug gebeten, die Führung de» Ver-eines weiterzubehalten. welcher Boischlag angenom-wen wurde. Bei den „Allfälligen Antrügen" wur> den mehiere interne Bereineangelegenheiten despro-chen uno wichtig« Beschlüsse gefaßt. Schließlich dankte der Obmannftelloenreter Herr Gradt noch allen Gönnern deS Vereines sür daS bisherige Wohlwollen, so insbesondere der Siadtsparkasse und schloß mit DankeSworlen an die Mitglieder die Versammlung. Eine hieraus vorgenommene Samm hing für den Rudolf WagnerDenkmalfond ergab den Betrag von 70 K. welcher seiner Bestimmung zugeführt wurde. Ausgabe der Raucherkarten in Cilli. Die Ausgabe der Rauche, kai ten erfolgt für die Ge-meinde: Stadt Eilli, Umgebung Eilli, Svetina, Tü-chern, S«. Lorenzen ol> Proichin, Pietrowitsch und Bischosdori vom 8. bis einichließli- 14. d. bei der Finanzwachabteilung in Eilli Gartengasse (gegenüber Hoiel Post) von halb H bis 12 Uhr vo> mittags und von halb 2 Uhr nachmittags bis 7 Uhr abends. Die AuSsolgung der Rauchettarlen an die Bezugsberechtigten oder dessen Bevollmächtigte geschieht nur gegen Borlage eine» die Perfonennämlichkeit nachweisenden PapiereS und deS gemeindeämilichen Meldezettels. Die Vnteilung der Raucherkarten in den anderen Gemeinden des Bezirke« Eilli ersolgt durch die G meindevorftehungen an den besonders namhaften Tagen der kommenden Woche. Jene Raucher, die sich bisher n>chi gemeldet haben, können ihre Anmeldungen vom 1. Augu't 1918 an bei der hiestgen Finanzwachabteilung überreichen, woraus die Zuweisung der im Verlause eines MonateS vorgelegten Anmeldung erfolgt. Tue Raucherkarten wer-den sodann vom 10. vrS uächstfolgenden Monates an bei der Anmeldestelle abzuholen sein und treten hatte der damalige Oberleuinant Dimitrijevie freiwillig übernommen. Jdm glückte leine schmachvolle Äusgabe. Bon allen Offizieren, die an der furchtbaren Tat im Belgrad« ftonat teilgenommen hatten, ist kaum einer mehr am Leben. Die meisten sind auf den Schlachifeldern gefallen; zwei leben, vermutlich infolge der Schrecknisse umnachiet, im Irrenhaus«, und als lekiier hat Dimitrijeoic vor iinaeffibr J.hreSf» ist feine Teilnahme an dem Morde mit dem Tode gesühnt Di mitrijevic Ende trägt viel Ironie in sich: er wurde al» Hochverräter standrechtlich erichofsei-, und zwar auf Befebl desselben «önigS dem er durch lein Handeln zum Thron« Seibien« ve> holten hatte Fünfzehn J^hre sind irit jener J»ninacht »er strichen. Die Veiichivöier sind toi. König Peier, wenn er auch nicht Anstitter de« Mord<« mm, so doch zu mindest mit fe ncr AuSfübru g iympaibisierte, irrt bei« mallos in der Freu de umh,r In ^et»,rab und Ser die» aber herrscht eine österreichisch ungarnche Re gicrun» Und da« ist wohl die Tragik dieier Mörd r, daß ihi'en eine sühnende Gerechiigkeit die Fiüchie chrer Tat auS der Hand nahm . . . * , M Deutsche unterstützet eure Schutzvereine! M von der nach ihrer AuSsolgung beginnenden Woche an in Gellung. Die Raucherkarte in Untersteier mark. Wie wir einer Berlaulbarung der Finanz. bezirkSdiretlion Marburg entnehmen, beginnt die AuSgabe der Raucherkarten am 3. d. Die Wochen-mengen werden gemäß § 13 der Rauche? kartenver» ordnung für die einzelnen VerlagSbezirke wie folgt festgesetzt: VerlagSbezirk Marburg mit St Leon« hard: 12 Zigarren, 36 Zigaretten, I Zigaretten« labokpäckchen, 2 Pfeisentabakbriefe oder Gespiinste (25 Gramm); VerlagSbez'rke Eilli mit Praßberg, Lichtenwald, Pettau mit Friedau, RadkerSburg mit Luttenberg, Rann, Rvhitsch und Tüffer: S, L7, */4, l1/,; BerlagSdezirke Gonobitz. Mahrenberg, Sankt Ma»ein mit Drachenburg, Murcck, Windischfeistritz und Windischgraz: 6, 18, '/„ 1. Die Ungleich-Mäßigkeiten in den einzelnen BerlagSbezirken werden nach Zuweisung der ersten NachtragSmeldungen nach Möglichkeit ausgeglichen werden. Die Ausgabe der vorbezeichneten Wochenmengen an die Stamm-künden hat in den einzelnen Berschleißgeschäften Montag», Mittwochs und Freilag« in der Zeit von 10 Uhr vormittags biS 1 Uhr mittags und von 4—7 Uhr nachmittags gegen Abgabe deS be-treffenden Wochenabschnittes ;u erfolgen. In den Verschleißgeschiften mit größerer Stammkunden-anzahl werden diese in Gruppen eingeteilt, sür die ein bestimmter Verichleifttag festgesetzt und beim Verschleißgeschäfte kundgemacht wird Die wichen!-licht Ladenkundeneintkit wird mit der Hälfte der vorbezifferten Stammkundeneinheit festgesetzt. In den Städten und geschlossenen Orten hat ihre An«« gäbe in zwei gleichen Teilen DienStagS und Sam« tags von halb 8 bis 7 Uhr abends, aui dem offe« nen Lande Sonntag« von 11—12 Uhr vormittag« zu geschehen Die AuSgabe der Raucherkarten be-ginnt am 8. d. In jenen Orlen, in denen Finanz-wach-Abieilungen lestehen, ersolgt sie bei diesen Ab teilungen, in den andern bei den Gemeindeämtern oder bei besonders namhaft gemachten Stellen. Die AuSsolgung der Raucherkarten an den BezugSbe» rechligten oder dessen Bevollmächtigten geschieht nur gegen Vvllage eine« die Pcrsonennämlichkeit nachweisenden Papiere« und de« gemeindeämtlichen Meldezettels. Jene Raucher, die sich bisher nicht gemeldet haben oder insolge veispäteier Anmeldun. ueii nicht berücksichtigt werden konnten, können ihre Anmeldungen vom 1. August 1918 an bei der nach ihrem Wohnorte zustündigen Finanzwachabtei-lung üdeircichen, worauf die Zuweisung der im Verlaufe eineS Monate« eingelangten Anmeldungen zunächst nur nach Maßgabe der in den eii^elnen Verfchleißgeschtflen für Stammkunden verfügbar ge-bliebe»?« oder srei gewordenen Tabakmengen oder au« der Ladenkundenmenge erfolgt. Anmeldungen, die seilen« der Finanzwachabteilung nicht, wie vor-stehend angegeben, berücksichtigt werden konnten, werden von der FinanzbezirkSdirektion zu Beginn deS aus die Anmeldung nächstfolgenden Monate« einsprechend zugewiesen werden. Die Raucherkarten werden sodann vom 10. deS nächstsolgenden Monate« an bei der Anmeldestelle abzuholen sein und treten von der »ach ihier Ausfolguug beginnenden Woche an in Gellung. Vom Gerichtskanzleidienste. Der Ju-ftizmimster Hai den Kanzleioffizial Friedrich Pug-me'ster in Pcllau zum Kanzleivorsteher in Cilli ernannt. Großer Einbruchsdiebstahl. In der Nacht vom 4 aus d.n 5. d. wurde in das Geschäft dcfc Schneide, Meisters Joief Hocevar eingebrochen und darau« Männerkleider im Gesamtwerte von 25 000 K gestohlen. Der Tat dringend v-rdächlig erscheinen zwei Miliiä>Personen, von denen der eine die Unifoim eine« ZugSsührer« des 87. Ins. Reg. und der andere die eines Jnsanteristen desselben Regime»!?» trug. Die Beiden kamen am Tage vor-her in da» genannte Geschäft und e,kündigten sich, ob der Meister genügend Ware ^um verkaufen habe. Man vermutet, daß die Gauner gar nicht dem 87. Jnf -Reg. angehören, sondern Fahnen-fiüchilge seien. Gewerbeversammlung in Pettau. I» Pettau fai.d am 25. Juni im Gasthof Kodella «in« i«hr itrf« besuchte Gewerbeversammlung unter dem Vo sitze dc« GenossenschafiSve bandSobmannstellverireterS Herrn Mast.n statt. Die zahlreich erschienenen Ange» höiigcn deS Haudiverker- und Gewerbcftande! folgten mit lebbasl,ster Teilnahme den Ausführungen deS Ge« werbe! a>es Ed>r au« Graz, der zu allen aktuellen Standes und nationalen Fragen de» deutschen <£e< werbe« Stellung nahm. Die Versammlung falle zum Schlüsse eine Enlichließung, die mit der in Cilli ge-sagten Enfchließung übereinstimmt. Verlängerung der Kriegsanleihezeichnung. Wie b:i früheren Zeichnungen bat sich auch diesmal da« Bedürfnis nach einer Verlängerung de» ZeichnungSte.mineS ergeben. Der Finanzminister hat daher gestattet, daß Zeichnungen auf die achte Kriegoanleihe auch nach Ablauf deS im Prospekte »er« lautbarten Zeichnungstermine«, jedoch nur bis Mitt-woch den 17. d. 12 Uhr mittag« angenommen «erden. Nach diesem Termine wird daS Postsparkassenamt lediglich bereit« in Verhandlung stehende Zeichnungen von öff ntlichen 5S,perschaften, Stiftungen und Fond« sowie Eaminelieichnungen und Zeichnungen auf Grund der Krie gSanleiheversichening entgegennehmen. Zweiter Liederabend Dr. Michael Nasta. Der zweit« Abend deS lyrischen Tenors der Grazer Oper hat den Erfolg deS ersten noch überboten. Ein engdesetzler Saal (man mußte sogar in der Orchestertiese Sitze einrichten) empfing den in Cilli rasch beliebt gewordenen Singer mit lang-anhaltendem BegrüßungSbeisall und vom Schnürboden herab fiel nach dem zweiten Liede schon ein zarter Blume«regen. Das Programm dc« Abend« brachte neben den innigempfundencn Schumanaliedern ^Wid» münz', .Jemand", „Du bist wie eine Blume" und „Jchgrollenichk", einige große «rien aus„Afrikanerin-, „Aida", „H»gen»!ten", „To«ka", „Königin von Saba" und al« Schluß des offiziellen Konzerte« da« PreiSlied ans den.,Meistersinzern". Daran fchloß sich noch ein stürmisch verlangtes Zngadeirkonzert, da« mit einer »oll sieghaster Kraft gebrachten Lärmen-arie seinen Abschluß sand. Der Künstler, der ansang« mit einer kleinen Indisposition zu kämpfen hatte, die auch die Deutlichkeit des WorleS etwas behinderte, hatte sich schon mit der „Holden Alba" vollkommen sreigesungen und ließ in Assads großer Erzählung „Die Königin von Saba" die Durchschlagskraft und den Edelwert seines prachtvollen Organes, wie seine hochentwickelte Technik im hsllsten Lichte strahlen. Herr Wondraschek am Klavier zeigte neuerlich, daß er in der immerhin wenig dankbaren Kunst des Be» gleitenS ein hocheinzuschätzender Könner ist und holte sich sowohl mit Beethv»ens tiefgründiger Sonate vp. 13, wie mit der kapriziösen Paraphrase Grün-felds herzlichwarmen Beifall. Dem Sänger wurden noch auf der Straße begeisterte Kundgebungen dar« gebracht, mit der stürmische« Bitte, recht bald wieder-zukommen. Ehrung unserer toten Helden. Die mit der KriegSgräberfürforge befaßten Stellei, habe», einem von weiten Kreisen lang gehegten Wunsche Rech« nung tragend, die Einrichtun» getroffen, daß Spenden zur Verscbönerung und dauernden Schmückung solcher Militärfriedhöie, die den Spendern um eine« dort Begrabenen willen besonders am Herzen liegen, ent« gegengenommen und ihrem Zwecke zugeführt werden. Wer zur Verschönerung und dauernden Schmückung de» FriedHire«. wo ein ihm nahestehender Gefallener ruht, einen Beitrag zu leisten wünscht, zeichn« einen seine» Mitteln entsprechenden Betrag in 8. KriegSanleihe unter Bezeichnung de« MilitSrfriedhofe«, dem die Spende zugutekommen soll. Die Zeichnungsstellen find angewiesen, diese Beträge dem gewünschten Zweck zuführen. Erfolg» eine solche KriegSanleihelpend« ohne Beteichnung eines bestimmten Friedhote«, so wird ste dem unter dem Protektorate Er. «post. MajcstZt stehenden «omilee für die KriegSgrSbertürforge in Oesterreich. Wien V., EanisiuSgaffe 10, zur Verweu-dung für allgemeine SriegSgräberfürforgeiwecke, im an-deren Falle dem «riegSministenum 10, 45 Ableitung, direkt übermittelt. SoldatenbegrSbnifse. In den letzten Ta-gen wurden nachfolgende Soldaten, welche in den hiesigen Spitälern gestorben sind, am städtischen Helden-Friedhose beerdigt: am 30. Juni: Kanonier «tesanovic Noviza, GAR. 17, Schütz- Dankel Johann, SchR. 24; am 4. d.: Kgf. Slarnov Theodor, Kristoi Joses Albu Georg; am b. d.: Zavsek Josef, KaraScunij Johann. Gehler Ferencz. gur Versorgung mit Iagdmunition. In Steiermark wird in diesem Jahre ein Quantum von 9500 kg Bleischrot durch die Bezirksverschleiß-stellen an die Jazdbeützer zur Abgabe gelangen. Die Verteilung dieser Iagdmunition wird teils im Juli, teil« im August 1918 ihren Ansang nehmen. Die «b-gäbe de,selben an die Verbraucher darf nur gegen die vorgkschriebene BezugSbewi^ligung erfolgen, deren Er-teilung der politischen tfejirttbehütde deS Wohnsitze« deS BclverberS zusteht. Besichtigung der Landesbekleidungs-stelle für Steiermark. Mittwoch den 3. d. besuchte Se. Excellenz der Statthalter Graf CiarH und ?lldringen die LandeSdekleidungsstelle iür Lleier-mark, besichtigte duich mehr al« zwei Stunden lä«t> liche Einrichtungen di« in« Detail und wandte be« ssnder« allen verwaltungSiechntschen Fragen ein be« Nummer 27 Deutsche Wacht G«te 5 sondere« Augenmerk zu. Der Stalthalter dankte schließlich allen Abteilungsleitern, besonder« aber dem Obmanne und Organisator der LandeSbeklei» dungsstelle, ReichSratSabgeordnelen A, Einspinner und sprach sich über den mustergiltigen, der eigenen Initiative ent'priingenen Ausbau der Organisation sowie über die klaglose und rurchauS gemeinnützige Fühlung der weitverzweigten Obliegenheiten in Wor-ten wärmster Anerkennung aus. Eröffnung des Ursulaberghauses. Die Wirtschaft wurde Samstag den 22. Juni, jedoch nur in sehr beschränktem Maße eröffnet Verabfolgt wird LZeüi, Most, Bier, schwarzer Kaffee, Tee und Konserven. Milch und Milchkaffee ist nicht zu haben, Brot und Zucker müssen die Besucher selbst mitbringen. Da infolge der AuSraubuug die Rachschaffung der Bctt-«iurichtung erst unvollständig erfolgte, ist da» Hau« vorläufig sür Nächtigungen gröberer Gesellschaften nicht geeignet. Die Hüttenwiltschaft führt wieder Frau Rauter au» Klagenfurt. Die Preist sind sehr mäßig gehalten, doch kostet nun — wie in anderen Schutz« Häuser« — 1 Bett 3 Ä, ein Malr>',tzenlager 1*50 Ä, für Mitglieder de» Llpenvereine» und feine» G«u?S Karawanken die Hälfte. Eine verschwundene Brieftasche. Der Kaufmann Franz Rückert (?) au« Cilli weilte vorige Woche in «gram. AIS er im Hauptpostamte einige Sendungen ausgab, legte er feine Brieftasche neben sich auf den Schalle,lisch. Plötzlich war die Brieftasche mit 17.000 Ä verschwunden. Alle» Suchen nach dem Täter war vergeblich. Aus dem slowenischen Parteileben. In Laibach fand am vergangenen Lonntag die grün> dende Versammlung der Südslawischen demokratischen Partei stall. Die neue Partei, die an Stelle der bisherigen nalionalsortschrittlichtn Partei getreten ist, soll alle sortschiiittlichen Elemente in den sloweni-scheu Gebiclen Oesterreichs umsasse», wäbreud die bisherig« Paiteiorganisalion ihr« Tätigkeit nur auf da« Land Kraiu beschränkt halle. Außer den slowe-»ischkn Gesinnungsgenossen hallen auch die südsla-wische Gruppe deS kroatischen Landtages und die tschechische staatsrechtliche Partei Vertreter entsendet. Zum Obmanu der neuen Partei wurde Bürge, meister Dr. Ivan Tovcar, zu dessen Slellvertreter Land-tagsabgcordneler Dr. VeksSlav Kukovcc (sür Sieier-mark), Glvßgrundbesitzer Matthias P:osekar (sür stürmen), vürgelineister I. Steparcic (jilr Görz und daS Küstenland) und RcichSratSabg. Dr. B Raonihar (sür Lrain) gewählt. Bei Siüiteruug der tschechischen Forlschrittepartei Ingenieur Para die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den Tschechen und den Südslawen. „Die Tschechen", sagte er, „streben zum Meere. Unsere Ausfuhr nahm den Weg über Hamburg. Nun sind unsere Blicke auf Trieft gerichtet, das der gemeinsame Hafen der Südslaweu und Tschechen werden soll". Die Polizeimaßregeln gegen Prof. Edgar Mayer. Der JnnSbrucker Gemeinderat befaßte sich in feiner letzten Sitzung mit dem von der Regierung erlassenen Sprechverbot gegen den Professor Edgar Meyer. Der Gemeinderat nahm folgende Entschließung an: .Der Gemrinveral von Innsbruck drückt seine Entrüstung herüber anS, daß di« politische Staatspolizei über den Sohn eines Innsbruck.? Kaufmannes und Schriftsteller auS alt« tirolischer Familie die Mundsperre verhängt hat, und fordert von der Regierung die unverzügliche Aushebung dieser kurzsichtigen, beleidigenden Ver-füaunq gegen eine» Urtiroler, dessen Söhne nicht auf Seite der Entente stehen, sondern im Felde ge. gen die gemeinsamen^ Feinde der Habsburger ÜJio-narchie und des D.ul'chen Reiches kämpfen. Prof. Meyers Reden sind Anschauung aller deuNchgesinnteu Tiroler. Wir vcrlangen Achtung vor dem völkischen Empfinden und GesinnungSfreiheit. Die Stärke deS StaatSarwes ist im Bereiche der Kramarsch, Couci, koroschetz und der Krakauer Reichssprenger nötiger alS im stelS iaisertreuen Lande AndreaS HoserS". Transportscheinpflicht sür Obstmost. Fruchtsaft und Fruchtsirup. Da über die Abgrenzung der Begriffe Fiuchtsasl, Fruchtstinp und Obstmost und damit sowohl bezüglich der TranS-portscheinpfli yt gewisser ObstverwertungSprodukt« überhaupt al« auch hinsichtlich der Kompetenz zur Ausstellung der erforderlichen Tra»Spor>sch«ine Zweifel ausgetal'cht sind, hat das Amt für VolkSernährung mit dem Erlasse vom 18. Juni zu ihrer Behebung folgendes eröffnet: Unter Odstmost ist nur der Saft von Aepfeln oder Birnen sowie die Mischung von Sisten beider Obstarlen (sogenannter Mischlings moft) un) zwar gleichviel, ob vergoren oder unver-goren, ja verstehen. Darnach ist auch Obstwein, soferne er auS dem Safte von Aepfeln oder Birnen erzeugt ist, dem Odstmost zuzuzählen. Alle aus anderen Früchten gewonnenen Säste, gleichgiltig ob ver-goren oder unvergoren, unterliegen als „Fruchtsaft" oder „Fruchlsirup" der TranSporlschein Pflicht. Sie sind, wenn ihr Zuckergehalt mindestens 50 °(9 beträgt, und zwar einschließlich deS Apsel- und Birnen-safles alS .Fruchlsirup" bei geringerem Zuckerge-hall, Apfel- und Birnensaft ausgenommen, die in diesem Falle als „Obstmost* anzusprechen sind, als .Fruchtsäste" zu bezeichnen. Insbesondere sind auch alle Arten von Frucht- und Beerenwein (Heidelbeer-wein usw.) sofern« sie nicht aus Aepseln oder Bir> nen erzeugt oder wegen ihres hohen Alkoholgehaltes alSBeuuntweiu (Likör)'anzusehen sind,als„Fruchtsäste' anzusehen. Hiebei wird hervorgehoben, daß das Recht der Ausstellung der TranSporlbescheinignnge» für Fruchtsäfle und Fruchtsirupe, sofern e» sich um die Versendung mit Eisenbahn oder Dampfschiff handelt, ausschließlich der Gemüse- und Obstverlor-gungSstelle (Geos) in Wien zusteht und daß nur bei Versendung durch die Post auch den Gemüse-OdstlandeSstelle» das Recht zur Ausstellung dir VersenduugSbewilligung eingeräumt ist. Herbstrüben und Spinatsamen. Der Gemüse- und Obstlandesstell« Graz steht ein größere« Quantum Herbstrüben- und Spinalsamen zur Verfügung. Damit schon seht für den im Monat Juli und August vor sich gehenden Anbau eine fleichmäßige ^und gerechte Verteilung ia diesen Sämereien vorge> nommcn werden kann, «erden die Interessenten er-sucht, ihren Bedarf der Gemüse- und Obstlande» stelle Ära», Kaiserfeldgasse Nr. 29 (Parteienverkehr von halb 1(1—1 Uhr) schriftlich oder mündlich anzu-melden. Infolge der Schwierigkeiten und Gefahren de» Post- und Bahnversande« empfiehlt e» sich für größere Bezieher, den Samen persönlich abzuholen und gleich-zeilig zu bezahlen. Zweckmäßig ist der gemeinsame Be-zug mehrerer Stellen. Größere Bezieher von Samen müff'n sich unbedingt entsprechend durch Auftrag«fchrei-den legitimieren, wenn ste ihn persönlich abholen, da-mit nicht unerwünschte Zwischenhändler den Samen an sich ziehen. Kleine Abnehmer, die nur so viel Sa-men benötigen, um den eigenen Bedarf zu decken, wollen sich direkt an die Samenhändler wenden, die von den obigen Sämereien zum Kleinverschleiße be-schränkte Mengen zugewiesen erhallen. In Graz sind e« folgende Samenhandlungen: Friedrich Euno, Graz, Jakominigasse 26, Fellmann« Nachf., Reitfchulgafse 18, ttöller» Samenhandlung „Zum schwarzen Rettig", Murplatz 1, C. Prantstraller, «losterwieSgasse 2, Paul Sprenger, Kreuzgasse 6. Deutsche Mitbürger, schreibet deutsch! In langer FriedeuSzeil achteten wir viel zu wenig manche» Gut unserer Eigenart, darunter leider auch unsere alteinheimische, schöne deutsche Schrist. Da kam daS große Erwachen im Herbste 1914 und wir erkannten, daß wir nicht« von dem, was unserer Art enlspricht, ausgeben dürfen. Auch unser« Schrift dürfen wir nicht verdrängen lassen, deren künstle-rische Gestaltung kein Geringerer al« Dürer über-nahm, sür die Lnlher, Kant, Klopstock, Wieland, Goeihr, Iahn, Arnl, Simrock einst ihre Stimme erhoben, in welcher BiSmarck alle ReichSdruckiachen erscheinen ließ, der die Unwägbarkeiten der deulschen Seelenstimmung besser kannle al« alle feine Zeit genossen. Auch unsere Feinde fühlen, daß in unserer gotischen Schrist ein wichtigcS Stück deS Deutschtums steckt und sie wenden darum ihren Haß auch ihr zu »dem Wahrzeichen deS deutschen liebe muts', wie im Dezember 1915 eine welsche Leitung schrieb. Wir glauben daher Verständnis zu finden, wenn wir bitten: Schreibet und drucket künftig auS-schließlich deutsch, wie es unsere Väter taten! Lasset Eure Namens» und Besuchskarten, die Brief und GeschäslSpapiere, Stempel, Schilder und dergleichen bei Neuanschaffung uur in deulschen Buchslaben her-stellen, denn eS kann ja jedermann, der die deutsche Schrift versteh», auch die deutsche Schrist lese». Auch gibt es keine deutsche Schreibmaschinensabiil mehr, die nicht auch deutschlchr stige Maschinen, und zwar nicht teurer als die lateinschrisiigen, baut. Wir bitten dringendst alle, stet« der Worte unseres Rosegger zu gedenken: „Der deutschen Väter Schrift muß unser bleiben." DeS Grazer SchrislvereineS Aufgabt ist es, im deutschen Heimatlande für die deutsche Schrift zu werben. Das aber kostet wie jede Werbearbeit Geld. Wir bitten daher, verehrter Volksgenosse, unsere Arbeit durch geldliche Beihilse zu fördern. Auch die kleinste Spende nehme» wir mit Dank entgegen. Gleichzeitig bitten wir, d«m Deutschen Schristvcrein als Mitglied beitreten zu wollen: Der jährliche Beitrag beträgt zwei, sür jene, welche die Zusendung unserer ..Mitteilungen' (3 Hefte im Jahre) wünschen, vier Kronen. Zur Verbreitung deS SchriftvereinSgedankenS werden auch Marken zu 2 Heller und Postkarten zu 10 Heller abgegeben. Deutscher Schristverein, Graz, Wielandgasse 2. Cyannatrium als Laugenstein, «ach einer der Statthalter«! zugekommenen Zeitungsnotiz find von einer Sendung Eyannatrium, die in Brünn eingelagert und zur Insektenvertilgung bestimmt war, nicht unbedeutende Mengen gestohlen und al» Lrugeu-stein an Geschäftsleute und an Private »erkauf« wur-den. Da Eyannatrium ein gefährliche« Gift ist, wird auf die große Gefahr aufmerksam gemacht, welche durch die Verwendung van Eyannatrium al» Laugenstein ent« stehen kann. Ja allen irgendwie zweifelhaft«« Fällen sind sofort Proben an die UntersuchungSanstalt für Lebensmittel in Graz einzusenden. Wertbriefe im verkehre mit dem in österreichisch - ungarischer MilitSroerwal-tung stehenden Gebiet Italiens. Brief« mit Wertangabe an die Etappen-Postämter mit OrUbezrich-nung im besetzten Gebiet Italien« sind zugelassen, dür-fen jedoch keine Zahlungsmittel der Kronenwährung enthalten. Sie werden nur dann zur Postbefördtriurg angenommen, wenn sie vorerst unverschlossen dem An« nahmebeamten zur Ueberpüfung de« Inhalte« sorge» wiesen werden. Ergibt sich dabei kein Anstand, so hat sie der Absender selbst unter Aussicht de« Annahme-beamien zu verschließen. Für amtliche Sendungen fin« det diese Einschränkung keine Anwendung. 00000000000000000 lvärst doch „ein ehrlos, erbärmlicher Wicht" wenn Du dem vaterlande weder Blut und Leben, noch den nicht einmal gefährdeten Geldsäckel zur Verfügung stellen wolltest. Drum zeichne 8. Kriegsanleihe durch den k. k. österreich. !Nilitär-!vitwen-und lvaisenfonds (verficherungsabt.), Graz, Franzensplatz Nr. 2, beziehungsweise den örtlichen Zweigstellen. 00000000000000000 Totenliste für den Monat Mai. In Eilli: Franz Sligel. 35 I., Bergarbeiter au» Maria - Graz. Anna Matzall, 73 I., Piivat«. Johanna Wreifcher, 69 I, Stadtarme. Andrea« Pau-lic, 55 I.. Taglöhner. Anna Lovree, 39 I., Advo-katurskonzipientenSiiatlin. Maria Reichard, 82 Jahre, OberstenSivitwe. Theref« Bratuscha, 70 I., Stadt-arme. Stefan Zejn, 91 I., Schneidermeister. Franz Preatz 55 I, Krankrnkasscsekretär. — Allarmiine« öffentliche« Krankenhau«! Kai l Drobne, 46 I, Tag-löhner aus Umgebung Gonobitz. Maria Woloch, 63 Jahre, Taglöhner au« L-Hndorf. Georg Dornig, 51 Jahre, Gemeindearmer aus Gaberje 20. Alolfia Rc-bozu, 26 I, Taglöhnerin au« Trifail. Maria Zu-pane, 80 I., Gemeindearme au« Tüffer. Maria Pe-stivfek, 17 Monate. Anna Kolar, 69 I., Gemeinde-arme au« St. Beil. Georg Bukofek, 48 I,, jkeuschler au« St, Georgen Umgebung. Viktor Pohlin. 16 Mo-nat«, Bedieaerinnenlkinv au» Eilli. Margareth« Krajcer, 76 I., Bedienerin au» Eilli. Margarethe Äof«c, 25 Jahre, Taglöhnerin au« St. Sriftof. Johann Kerpan, 44 I., Gemeinde armer au» Hochenegg. Agne» »re«nik, 80 I., Ort«arme au» Nrukirchtn. Franz Bogriae, 21 I., Befitzer»sohn au« St Ruptrli. Fran, Drusch-kowitsch, 82 I, Siadtarmer au» Eilli. August Po-totschnik, 26 I., Maurer au« Gomil«ko Maria Pe-kovsek, 67 I, Bedienerin au« Eilli. Margareth« Ber-der, 69 I., Winzerin au« Maria Graz. Maria Mra« kota, 31 I., HaupimannSgaltin au« Umgebung Eilli. Maria Mrakota, >0 Tag«. Eisenbahnunfall. Josef Smekal. 82 I., Schneidermeister au« Eilli. Frau-zitka Kmeel, 6 I., Kleinkeufchler«kind au« Oberköt-lirg. Paula Jelenko, 74 I., Taglöhnerin au« Unter-költing. Maria Dobraje, S1/i I, Bedienerinnen»kiad au» Eilli. Franzi«ka Holozan, 42 I., Taglöhnerin au» Rohitsch. Franzi»ka Spvlenak, 63 I., Taglöhnerin Seite 6 Kjeu»j^e Wach< Sdwmer 27 auS Kalobje. Marie Belej 12 I., Taglöhner»tochter au» Kalobje. Aleista Smarcan, 42 J>, FabrikSarbei« terSgattin au» Umgibung Cilli. Franzitka Glusic, FabrikSarbeiteriu au» Unterkölting. — Im k u. f. Reservelvital: Peier Gilic, 20 I, Jnf. d. JR 22. Raimund Füll, 5V I., Musiker d. JR. 87. Johann Bogrene, 26 I, Offizteribiener b. JR. 87. — Im k. u. f. Rotrefervespltal: Johann Wrefak, 18 I., Jnf. d. JR. 87. Z)ie Konkurrenten. Ein Zukunftsbild von Fritz Weiße. Ein großes Aufatmen war durch die österrei-chischen Lande gegangen. Der jahrelange Druck, Sorgen und Darben der LriegSjeit, die wie ein schwerer Alp aus der Brust eines jeden gelegen, sie waren behoben, vorbei, denn der Welikrieg Halle ein Ende gefunden, der neugeborene VSIkersried: hatte eitel Jubel und Frohsinn auf Erden gebracht. Die Kräfte jedes einzelnen schienen gewachsen «nd mit Lust und Freude an Leben und Arbeit, mit Hoffnung auf kommende Jahre der Slüte begrüßle alleS die neue Zeit. Die neue Zeit l Man spürte sie schon da und dort. So dachte sich auch Anton Stögmeier, al« er eines SommerabendS seinen gutgehenden Kausladen schloß und hatte bei diesem Gedanken zweierlei Gefühle. Ihm hatte ja der Krieg mit seinen günstigen Berkaufsbedingungen viel Geld inS Haui gebracht, umsomehr, als er sich, trotz deS allgemeinen Man-gels an Ware, solche steift mit kaufmännischem Geschick zu verschaffen gewußt hatte. Er hatte seine Kunden immer zu bedienen ver möcht und sich dadurch wiiklich beliebt gemacht, wozu auch seine freundliche und höfliche Art der Kundschaft gegenüber beitrug. Hatten doch so viele Kaufleute in den Zeiten der KriegSnot sich als Herren der Situation fühlend, diese angenehme» Tugenden vermissen lassen, so daß Kaufmann Slög. meierS Gefälligkeit von umfo wohltuenderer Wir-kung war. Die so besonders günstigen Geschäftsvorteile der KriegSzeit waren also vorüber, daS mußte sich Slögmeier seufzend zugestehen. Die Konkurrenz machte sich schon geltend und sollte daS Geschäft weiter florieren, mußte ernstlich an eincm kräftigen Abbau der Preise geschritten werden. Mit Sorge dachte Stögmeier dabei an den noch teuer erworbenen Warenbestand. Und doch war er viel zu sehr Mensch und Bater, um sich nicht des jungen Friedens und der damit verbundenen Heimkehr seines im Felde gestandenen Sohnes herz-lichst zu freuen. Frohgemut wanderte er durch die Gäßchcu des Marktfleckens, die altertümlichen Häuser und die reizvolle Ausblicke auf die sommerliche Landschaft mit Heimatliede betrachtend. Schöner denn je dünkte ihm die Welt, reizvoller denn in vergangenen Jahren die Berg» und Waldumgebung, fruchtbarer und ge-segneter der Saatenstand aus den Feldern. So kam er zum „Grünen Kranz" und kehrte ein zum ge-wohnten Frühschoppen. Rege und lustig ging eS da zu. Küche und Keller halten jetzt wieder in Fülle zu geben und Gäste kamen und gingen. Die Mannsleute waren alle fr«h, auS Feld- und Militärdienst daheim fein zu können, sie fanden sich wie einst in den Jahren vor dem Kriege am Stammtifch zusammen und zum Erzählen, Beraten und Politisieren gabs mehr Stoff denn je. Slögmeier, herzlich begrüßt, nahm am gewöhn-ten Tische Platz und fand da auch seinen Haupt-konkurrenten im Maikte, den Kaufmann Dorshamer, vor. Die Beiden waren sich vor dem Kriege nicht gewogen gewesen, woran allerdings nur DorshamerS gehässiges, gefchäftSneidigeS Wesen Schuld trug. Die Nöte der KriegSzeit, die fördernde Jnlerefsen-Vereinigung hatten die beiden Kaufleute dann onein» ander näher gebracht, nun aber zeigte sich schon wieder eine Kluft in der Verträglichkeit — der Burgfriede war vorüber. Dorshamer hatte daS vermehrte Zuströmen der Kundschaften zu Slögmeier bemerkt und bemühte sich, zwar jetzt auch die Käufer mit Höflichkeit zu umfchmeicheln, doch konnten diese die Grobheit und Unzefälligkeit, mit denen ihnen D»rshamer während der KriegSjahre aufgewartet hatte, nicht vergessen. Sie besorgten ihre Einkäufe daher lieber beim Stög» »eier, wo sie durchwegs immer mit Freundlichkeit bedient worden waren. Ein Aufblühen deS Stög-meier'schen Geschäftes zu ungunsten des Dirshamer'-schen war unverkennbar. Dementsprechend war auch daS Beisammensitzen der beiden Konkurrenten nicht erquicklich und Stög-meier war eben bereit, die Gaststube wieder zu ver-lassen, um ftäter, wenn Dorshamer gegangen sei, nochmals zu kommen, da fesselte ihn ein am Neben-tische laut geführtes Gespräch. ES saßen dort einige Handlungireisende, die beim Bier ihren sachlichen Gedank nauStausch hiel-ten. Sie sprachen gerade von der allerortS durchgeführten Abrüstung und an den dabei sich für die Kaufmannschaft ergebenden Vorteilen und günstigen Gelegenheiten zum Ankauf von Demobil sirrnng«-gütern. Dieser Gesprächsstoff war eS, der SiögmeierS rege Anteilnahme erweckte. Er erhieit dadurch Kennt-niS von den demnächst in der nahen Landeshaupt-stadt seitens der Miliiärvcrwaltung in Aussicht ge> stellten Verkäufen und Versteigerungen von Lager-einrichtungen, Pferdegeschirren, landwirtschaftlichen Geräten und allen möglichen Dinge» und faßte gleich den Entschluß, sich sein Teil daran zu sichern; auch sein T'schnachbar, der Kaufmann Dorshamer. halte das Gerede am Nebeutische ver-nommen und aufmerksam hinhorchend plötzlich in widerlich freundlicher Art feinen Konkurrenten in ein Gespräch gezogen, um ihn von den Mitteilungen der Reisenden abzulenken und so eineS großen, geschäftlichen Vorteiles verluslig zu machen. * Einige Tage waren seitdem vergangen, da kam Dorshamer eineS Abends verdrossen in schlechteste Laune auS der Landeshauptstadt zurück. Alles war ihm sehlgeraten und ein Großteil seines im Kiirgc erworbenen Vermögens war so gut wie verloren, seine Hoffnung aus günstigen Einkauf bei der Mi-litärverwaltung zerstört und seine Existenz, sein Ge-schäst schienen ihm untergraben und vernichtet. Prügeln hätte er sich mögen, daß er sein erworbe> ncs Geld damals nicht in 8. KriegSanleihe ange-legt, sondern es zum Ankauf von zu jener Zeit wohl vielversprechenden, nun aber arg entwerteten SpekiilationSpapieren verwendet hatte, denn dadurch hatte er sich nicht nur der sicheren KapilalSanIage begeben, sondern sich auch um die Anwartschaft auf einen Teil eben jener Artikel gebracht, die vom ab-rüstenden Militär j-tzl nicht mehr benötigt und da> her zu günstigen Preisen verkauft wurden. Zu fei« nem «erger hatte er in der Stadt erfahre» müssen, daß daS Vorkaufsrecht dieser AbrüstungSgüier fol chen Käufern vorbehalten sei, welche d'e Bezahlung in Papieren der 8. KriepSanleihe zu leisten vermochten. Bei dem großen Zudrang war da sür Leute, die keine KriegSanleihe besaßen, zu solch gutem Einkauf keine Aussicht. DorfhamerS Aerger war umso größer, als sein Konkurrent Slögmeier, der seiner-zeit viel 8. KriegSanleihe gezeichnet hatte, bei der Sache gut abschneiden und sür die billig erworbene Ware seine KriegSanleihepapiere zum niedrigen Sub-skriptionspreise in Zahlung geben konnte. Und tatsächlich mußle er eS alsbald mitansehen, wie eines Tages vor SiögmeierS Warenlager Lastwagen vorführen, hochbeladen mit Militärdecken, Stoffen, Riemzeug, landwirtschaftlichen Geräte« und vielerlei anderem, wie sein Konkurrent wohlgemut und händereibend die Einlagerung leitete und wie sich auch schon die Kauflustigen herandrängten, um sich bei dem zuvorkommend und höflich zeigenden Slögmeier den Ankauf von dem oder jenem sicherten. Dorfhamer sah es mit Neid und Haß erfüll-ten Augen und ein furchtbarer Plan reifte in fei-nem Kopfe. * ills spät am Abend Stögmeiert Sohn aus dem .Grünen Kranz" heimkam, spürte er einen auf-fallenden stechenden Geruch in der Nase. Verdacht schöpsend ging er dem versperrten GeschästSlokale zu und guckte durch eine Kontrollöffnung im Roll-laden ins Innere. Da sah er, wie im finsteren Raum eine dunkle Gestalt mit Holzwolle und einem brennenden Licht hantierte. Eben quoll auS einer Ecke dichter Rauch und züngelnde Flamnien schlugen zur Decke des Gewölbes. Der junge Stögmeier machte sogleich Lärm, sein Vater und die HauSleute eilten zur Stelle, die Feuerwehr wurde alarmiert, man drang in das brennende Geschäft ein und wurde durch diese» schnelle Eingreifen glücklicherweise bald Herr des ge-egten geuerS. Im hintersten Winkel deS Geschäfte« lag mit versengtem Haupt- und Barthaar, mit glasenden Kleidern am Körper und durch Ersticken verkrampften Gliedern die Leiche DorfhamerS. So sand Kaufmann Stögmeier seinen Konkur-renten am Abend eines Tages, der sür ihn einen der glücklichsten während feiner Geschäftstätigkeit war. Buchhandlung Fritz Rasch Rathausgass« \ :: (£tllt :: Rathausgass« J Schrifttum. Wanderungen im inneren vöhmer-roalde. Von Eduard Fedor Kastrier. Verlag der Verlag»«nstalt .Moldavia' in Budrvei«. Prei» gebunden 3 K, mit Post versand 3*520 K. Der erste Band diese» „Wanderbuche«" ist soeben erschienen. — Der Verfasser hat ta» Werk dem Erzherzog Josef Ferdt» nand gewidmet und hat in fesselnder Schreibweise ein liebe» Reise- und zugleich UnierhaltungSbuch geschaf-sen. Wir durchreisen mit dem Verfasser den Kubani samt Urwald, überquere» den Dreifessel und mach«» ein Jakobifest daselbst mit, «andern »um Moldauar-sprung und auf den Losen und Rache!, besuchen da« Bayrisch« HäuSl, kehren in Obermoldau, im Touristen-hauS |u Eleonorenhain und in Echattawa zu, reisen über den Schreiner in Flanitztal zur Ruine San», nach Bad Grindschädt und Sabtat, und besuchen die SiZdte Wallern, Wialerberg und Prachaiitz. Richt »«-niger alS 53 Bilder veranschaulichen Gegend, Land und Leute der auf der Wanderschaft berührten Gebiete. 26 zu den Aufsätzen passende Gedichte tragen da» ihre zur Wanderstimmung bei. E» naht die Waaderzeit und und da ist diese» Büchlein ein gar lieber Freund »nd Reisebegleiter, der dich auf so manche» am Wege auf-merksam macht. Und wem e» infolge der KriegSver« HSltnisse nicht möglich ist, Wanderunge» im Bthmer« walde zu unternehmen, der mache wenigsten» im Geiste diese Reise und zu diesem Behufe verschaffe er sich dir „Wanderungen im inneren Böhmerwatd«'. Horst Schottler, Plaudereien in Grau Und Blau. Verlag L. Stackmann, Leipzig. Ich nah» da» Bändchen nicht gerne in die Hand, da ich zuerst die Inhall»angabe gelesen hatte und darau» feststelle, mußte, dah r» sich um ein KriegSbuch handelt. Diese sind alle schlecht. Schlecht schon darum, «eil« meisten« der Zeitlichkeit nxgen geschrieben wird und nicht au« dem Innern heran». Al» ich aber zu lese» begann und fort und fort la», da merkte ich nicht» von einem KriegSbuche, da merkte ich nur echte, tiefe Menschlich« keit. vielleicht kann man Schotiler» Plaudereien sogar da» gutmütig-fröhliche Gegenstück zu Barbusse»» Feu nennen. Aber man tüte Schotiler mit der Bezeichnung «gutmütig fröhlich- wiederum unrecht Denn durch die gutmütige Fröhlichkeit dringen Trinen, ei ist eine Fröhlichkeit, die unter dem Lachen und L5ch«l» weint. Deshalb hebt sich diese» Buch sicherlich über so viel« unter weit ernsteren Titeln und unter weit mehr Be-strebungen herausgegebenen Kriegsbüchern himmelweit hervor, da e» nicht den Krieg und die Menschen, s»»> dern eigenilich nur die Menschen menschlich schildert. Der Krieg ist hier nur nebenbei al» Former und Bildner de» innern Menschen bewegender und bilden-der Urgrund. Also, wer ein KriegSbuch lese» will, soll ScholllerS Plaudereien lesen. Sie werden ih» sicherlich vollauf befriedigen. iiiniumiiiiNiuiNiiium Das ä. Kriegsjahr geht in wenigen Wochen zur Neige. Zurück zum Frieden führen uns am sichersten Massenzeichnungen nuf die 8. Kriegsanleihe durch die versicherungs - Abteilung des k. k. österreichischen Alilitär-lvi twen- und Warenfonds, Graz, Franzenspljztz Nr. 2 (Zweigstellen in allen größerer» Grten) IN1IIIIIINIIIIH A -A- Aö. A .6. A A A. ö> .i.A des Tillier Zladlvk rschäne-rungsvereines bei .^vpieleu, Wetten und Vermächtnissen. V V V V V V V V v V "T Nummer 27 rruisdte wacht Stift 7 Bestempfolilener und Musikinstrumenten-::: Reparateur ::: G. F.Jurasek LAIBACH Wolsgasse Nr. 12 Bei Bedarf genügt eine Postkarte. Einschränkung des Gasverbrauches. Während der Sommermonate, das ist bis zum 30. September, muss in jedem Haushalte die Gasbeleuchtung nur auf eine Flamme beschränkt bleiben. Stadtamt Cilli, am 6. Juli 1918. Der Bürgermeister: Dr. Heinrich von Jabornegg. Beehre mich höflichst bekannt zu geben, dass ich zur kommenden Herbst-Saison alle Arten Reparaturen von Filz- und Velour-Hüten übernehme. Im Interesse deren rechtzeitiger Fertigstellung ersuche jedoch freundlichst, mir dieselben womöglich schon jetzt zu übersenden da bei Saison-Beginn, infolge Mangel an geschulten Arbeitskräften die Modernisierung nicht binnen kurzem ausgeführt und daher später einlangende Hüte nur nach Möglichkeit fertiggestellt werden können Hochachtungsvoll Rosa Woisk, verehelichte Perz Modistin, Herrengasse 4. Aufruf 2 Die lange Dauer des Krieges hat alle Vorräte un I Rohstoffe erschöpft; die Magazine der Militärverwaltung sind entleert und unsere armen Soldaten können, wenn sie schmutz«tarrend und in Lumpen gehüllt, die Fetzen der Wäsche mit Ungeziefer bedeckt heimkehren, nicht mit der allernotwen-digsten Wäsche beteit werden. Undankbar w.ire es, hier nicht helfend einzugreifen. — Wie bereits das Krieg*fürsorgeamt in den Tagesblättern einen Aufruf zur Wäsehesamm'ung ei lassen bat, so hat sich Ober Krauch* n des k. k. Ministeriums des Innern auch beim Stad'amte Cilli ein Orts-ausschus« gebildet, welcher durch Sammlung von Wäschestücken und Beteilung der heimkehrenden Krieg r mit denselben manche Träne zu trocknen trachten will. Der gefertigte Ansschuss stellt daher an die Bevölkerung die herzliche Bitte, alle entbehrlichen Wäschestücke, namentlich a'ier Herrenhemden und Herrenhosen, lieber jetzt freiwillig als aber später zwangsweise abzuli-fern. Sammel stelle Stadamt Cilli Donnerstag 5—6 Uhr Nachmittag. Der Ortsausschuß: Fr. Leop. Rakusch Herr Oberverw. Klementschitseh Fr. Betty Rauscher Fr. Dr. Itiebl Fr. F. Gollitsch. *» 71 ."Die [eggendorfep Bläffer . o sind das scfjonste farbige Witzbfatt für die Familie « Vierteljährl. 13 Nrn. nur K 4.80, bei direkt. Zusendg.wöchentl.vomVerlag K 5.30. — Einzelne Nummer 48 h. Das Abonnement kann jederzeit begonnen werden. Am besten unterrichtet über den Inhalt ein Probeband, der 5 Nummern enthält und bei jeder Buchhandlung nur 90 h kostet. Gegen weitere 30 h für Porto auch direkt vom Verlag, München, Perusastrasse 5 zu beziehen. . über Verhaltungsmassregeln bei feindliehen Fliegerangriffen. Das Nahen feindlicher Flieger wird durch 5 Pöllerschüsse auf dem jNikolaiberge und durch das Hornsignal „R-tiail«*, das Verschwinden des eindlicben Fliegers durch das Hornsignal .Tagwache* und Glockengeläute in der Pfarrkirche und in der deutschen Kirche angezeigt. Die Hornsignale werden durch militärische Hornisten in den Gassen der Stadt gegeben. Ratschläge: 1. Ruhe und Besonnenheit ist zu bewahren. Wer sich unter Dach befindet, bleibe dort. Der Aufenthalt auf Dächern, Baikonen und an Fenstern wird verboten. 2. Wer sich im Freien befindet und eine Deckung nicht erreichen kann, lege sich auf den Boden. 3. Es erscheint ratsam, in Wohnhäusern sich aus den obersten Stoikwerken zu entfer- en und Aufenthalt möglichst in den ersten Stockwerken zu nehmen In mehrgeschossigen Häusern sind die Mieter der ersten Stockwerke verpflichtet, den Flüchtenden des Hauses Aufenthalt während des Alarmes zu gewähren. Die ihre Wohnung Verlassonden haben Feuer und Licht ordnungsgemäß« zu verwahren. Eiu Zusammendrängen von Menschen in einem Wobnraume ist möglichst zu vermeiden. Kleinere Räume sind besser als giosse. Anordnungen s 1. Ansammlungen auf Stiassen und Plätzen sind unbedingt verboten. 2. Per gesamte Fuhrwerksverkehr ist für die Dauer des Alarmes einzustellen. Bespannte Fuhrwerke suchen Deckung in Hauseinfahrten und bleiben unter Aufsicht des Lenkers. Die Beleuchtung dei Fahrzeuge ist zu löschen. 3. Die im Freien befindlichen Personen haben sich in die Häuser zu begeben. Als Zufluchtsstätten werden empfohlen; die Keller im Grossgasthof .Deutsches Hausc, Rathausgebäude, neues Gymnasium, Narodni Dem, im Hause der Frau Pallos in der Schulgasse, Frau Kodermann in der llerrengasse, Ludwig Kossär in der Herrengasse, Oberst Fauiuger Hauptplatz 8, Kaplanei am Kirebplatz, Leeb 111 der Neugasse 7, im Post-gebäude Roseggerring im Gossjasthof .Zur Post*, Haus Üartengasso Nr. 19, in den Häusern Kaiser-Wilhelm-Strasse v, 16, 24, im Hause Hermanngasse 3, in der Mädchent ürgerschule Grabengasse, in der Volksschule Kaiolinengasse und im Gi-relaspitale. Jedermann ist verpflichtet, den Flüchtenden Zugang zu gewähren. 4. Die öffentliche Beleuchtung wird eingestellt. Die Innenbelenchtung der Wohnungen, der Arbeitsräuine der Stiegenhäuser, soweit dieselben in des Fieie wirken, ist zu löschen oder voll abzublenden. Die Beleuchtung der Schaufenster ist zu lös hen. In Hast- und Kaffeehäusern sind Notlichter he«eit zu halten. 5. Glockengeläute und Sirenensignale der industriellen Unternehmungen sind nnzust'-llen. G. Von Fliegern abgewesene nicht explodierte Bomben nnd Geschossteile sind unberührt zu assen; die Fundstätten derselben, sowie Stellen an denen verdächtige vermutlich von Bomben he,rührende Gerüche wahr-genommen werden, sind dem k u. k. Staiionskommando anzuzeigen. 7. Alle wichtigen Voifallh-it n während des Fliegeralarmes sind dem militärischen Letter des Al>w ludknstes in der Sicherheitswachstube des Stadtamtes zur Kenntnis zu Ixiugen. Kennzeichen der Flieger: Italienische Flieger sind auf der Uineiseite des rechten Flügels grün, des linken Flügels' roi gefärbt, in der Mitte sind sie weiss. Das Vertikalsteuer trägt die italienischen Farben. Italienische Lenkoallone zeigen bei Tag weis-rot-grüne Fahnen mit Wappen Savoyen und Königskrone, bei Nacht 3 We^l.iternen in den F »rben weiss-rot-grün. Ein rotes Licht hängi unter der Gondel. Ntadtnmt Cilli, am 27. Juni 1918. Der Bürgermeister: Dr. Heinrich T. Jabornegg. Seite 8 ___K»eUt»u,S U^aM Zeichnungen aus die nimmt entgegen die Sparkasse der Stadtgemeinde Cilli. Der Zeichner hat Gelegenheit die Wahl z» treffe» zwischen einer 5.501 steuerfreien aaiortisablen Staatsanleihe,,„t> 5.50 '/o ab 1. September 1923 halbjährig kündbaren und zum Neuulverte rückzahlbaren Staatsschatzscheinen. Die Einzahlung für je 100 K Nennwert beträgt für die erstere Anleihe K 91.64 für die letztere K 95.50. Die Rentabilität der amortisablen Anleihe stellt sich je nach Auslosung zwischen 6.06 bis 7 36"/° und jene der Staatöschatzscheine auf 6.43-/°. Den Zeichnern der Staatsschatzscheine und der amortifablen Staatsan-leihe wird wieder ein Vorteil dadurch geboten, daß die am I. September 1918 fälligen Zinsen schon jetzt vergütet werden. Der erste Zinsschein der Stücke wird demnach am 1. März 1919, jener der anf K 50.— lautenden am 1. September 1919 fällig. Die Zeichnungsfrist hat au, 26. Mai l. I. begonnen und endet am 2. Juli 1918 um 12 Uhr mittags. Die KriegSanleihe kann zweifellos als vollkommen sicheres und bestverzinölichsteS Anlagepapier bezeichnet werden. Wir verweisen weiters darans, daß beide Arten der 8 Kriegsanleihe zum Anschaf« fungSpreise zur Entrichtung der Kriegsgewinnsteuer verwendet werden können und auch bei Ankäufen von DemobilisierungSgiit.ru nach dem Kriege, von den Zeichnern zum Anschaffung«-preise in Zahlung gegeben werden können Käufer, die den Gegenwert in 8. Kriegsanleihe erlegen, fiuden besondere Berücksichtigung Giinstige Belehnungobedinungen. Auskünfte hierüber erteilt in der entgegen-kommenften Weise die Anstalt Ueber Wunsch der Zeichner übernimmt die Anstalt die Stücke auch iu kostenlose Verwaltung »»d Berwahruug. Aeiu patriot versäume daher die Pflicht zu zeichne» aus die 8. Äriegsanleihe! Sparkasse der Stadtgcmtinde Cilli. Nummer 27 Kummer 27 ve»rtsche Wacht Seite 7 "Wegen Todesfall zu verkaufen: Bücherschrank, Zierschränke (Eiche), Leder-fauteail, antiker Fauteuil, Lederstühle, Pendeluhr, einfacher Schmuck, Silber-irigarettentabakdose, Revolver, Ea-setten, Handkorb, Schlüsselschrank, Zeicbenpapier, Jacket, Blousen (unfertig), Herrenhüte, Prauhtbilder, verschiedene Uild^rrahmen, Bilder, Gartengeräte u. s. w. Zu besichtigen Montag von 9 — 12 Ubr vorm. und von 3 — 6 Ubr nachm. Herrengasse 11. Leeres, giosses Zimmer fQr eine alleinstehende Frau ab 1. August zu mieten gesucht. Anträge an die V*rw. d. Hl. zzs«8 Wohnung 2 oder 3 Zimmer, ab 1. August für eine alleinstehende Frau bu mieten gesucht. Antrüge an die Verwaltung d. Hl. 23968 Schön möbliertes Zimmer mit elektrischem Licht, unbedingt rein, wird von einem Feldwebel, der nach Cilli versetzt wurde, für sofort gesucht. Preis Nebensache. Gefl. Zuschriften un er „R. N. 23967* an die Verwaltung d. Bl. Bücherkasten zu kaufen gesucht. 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