SchrMItituag: «atha»«gaffe «t. 5. in. n. • »«» «*»»»« tldjttn intti •■•ufi >r. eon»- e. fttict-ll|t 4 uB» «am»taa W»ft bmtsHtvStoJaa it.tuta. Berwaltimq: «atha»«gaffe » : PlfTtdWlt« . . . K I M ehn nicht, sie liebt nur ihr kleiuet, niedliche« Töchterlein, seine neue Schwester. Er fühlt e« schwer, der kleine verlassne Krüppel, wie weh es tut, wenn keine schützende Hand lieb« kosend «ehr über »at Köpfiein fährt und bitter krampst et sich in seiner Kinderbrust, wenn alle Zärtlichkeit und Liebe seiner zweiten Mutter nur dem anderen Kindlei» gilt. Schweigsam schleicht er dann hinaus und bleibt allein. Und et erwachen die Erinnerungen alle dann, die da« kleine Köpflein fest-gehalten im Laufe seine« kurzen Erdenwalleir». Dat Mütterchen sieht er, mit dem bleichen En-gelSgesicht, wie s» still et zwischen Blumen und Lichtern im engen Beuchen lag, auf sein Rufen keine Antwort gab und nimmer erwachen wollte. »Sie ist zum Himmelvater gefahren!" sagten sie ihm. „O, Doppelmorde von Sarajevo geführt hatten, ist der beste und gründlichste Beweis für die Friedensliebe der Donaumonarchie. Die Untersuchungen in Sara» jevo hatten eine solche Fülle ocimlückischer, gegen den Bestand unserer Monarchie gerichteter serbischer Be-strebungen aufgedeckt, daß Oesterreich Ungarn ein-schreite» mußle. Hätte es die im Sarojewoer Unter-suchungSprozeffe aufgedeckten Umstünde wiederum mit dem Mantel des Stillschweigens vtrdeckl, dann wäre diet gleichbedcnlend gewesen mit einem Selbstmorde der Monarchie. Das Ultimatum an Serbien diente dem Frieden, da« kann trotz der Schärfe der Worie im Ultimatum behauptet werden. Was Oesterreich« Ungarn dort verlangte, mußte ct verlangen, wenn et seinen Bestand sichern wollt«, und Serbien konnle rückhaltlos alles zugebrn, wenn es wirklich den gegen Oesterreich'Uugarn gerichteten Umtriebe» ferne stand. Wer hatte sich hier einzumengen? Was würde England gesagt haben, wenn ihm irgend eine euro-päi>che Macht in den Arm gefallen wäre, als es feine üderfeeifchen Raubzüge zur Unterdrückung, Knebelung und Knechtung fremder Volke: unternahm. England hat für sich immer die Freiheit deS Handel»« in allen feinen Angelegenheiten auch dann in A»> spruch genommen, wenn diese« Handeln jedem Völkerrechte widersprach, jede Menschlichkeit verhöhnte. Aber von Oesterreich-Ungarn, dat sich seine Gren-zen gegen Serbien sichern wollte, verlangte man die Unterwerfung unter einen StaateugerichtShof, in dem die Feinde Oesterreich-S»g'»rr>s und d«S Deutschen Reiche» dir unbedingte Mehrheit haben sollten. Aber noch etwa« muß ganz besonder« hervor-gehoben werde», weil e« besser al« alle» andere die Friedensliebe der österreichisch-ungarischen Monarchie »nd damit auch die de« Deutschen Reiche« beweist. AIS Oesterreich-Ungar» infolge der Ablehnung seine« Ulti»alumS an Serbien den Krieg zu erkläre» sich bemüssigt sah, gab e» die bündige und bindende Er-tlärung ab, es wolle «it diesem Kriege weder Ser-bient staatlicher Selbständigkeit und »er nach dem valkankriege geschaffenen Größe entgegentreten. noch sür sich irgend eine Gebietserweiterung auf Kosten Serbien« anstreben. Oesterreich-Ungarn hat bei Kriegt-beginn mit Serbie» in unzweideutiger Weise sein warum hat sie mich nicht mitgenommen!" ruft et dann laut auf in feinem kindlich wehen H.rzen «nd «it den kleinen, dünnen Händchen fährt e« sich zu den Augen, und zerdrückt die schweren, heißen Tränen, die hervorschießen unaufhaltsam, willenlos. Heiß und sch«ül war der Tag. wieder saß er dort, der Kleine, und blickt« nach den Schmetterlin-gen, die hoch hinauf sich fchwangen, so hoch. Ob sie bit zum Himmel kamen f Grüße möchie er dann senden dem lieben Mütterlein. — Müdigkeit umfing ihn, schwer fiel dat Köpfchen auf die hoch ge-wölbt« Brust und bald lag «r im Schall«» unter den Bäumen und schlies «in. Rot glühten die einge« fallen?» Wangen und fchwer entrang der Atem sich. Da grollte eS in den Höhen, durch dunkcldi:» fiereS Gewilk zuckl« Blitz um Blitz. Lifpklnd suhr der Wind durch da« Geäst« und kündete da« Ge-witter a». Der kleine rührte sich nicht. Schon fielen einzelne große, schwere Tropfen nieder und schlugen fest aus die Blätter und den Boden auf; einer pickte, wie warnend, auf dir Schläfr de« Kleine». Da iff-»et« er groß di« Augrn und blickt« wie sinnverwirrt empor: sah er sie nicht di« Gkfahr? Horcht« «r nicht auf da« Donnergeroll«, da« näher und immer näher kam? Er schloß die Augen wieder und rührte sich »icht. Schon fiel der Regen dicht herab, durchdrang dat Laubdach uvd traf dat Knäblein. — Doch, et schlief weiter. „Max, um Gottes Willen, Max, wo bleibst Du f* rief nun geängstigt eine helle Stimme in den Garten herein und bald darauf erschien mit hochge- Kriegtziel festgelegt und dieses bestand lediglich in der Erzwingung der Sicherung seiner eigenen Gren-ze». in der Nötigung, daß Serbien fortan die heim, tückischen Umtriebe, die hinterhältigen Unruhestiftun-gen aus österreichisch-ungarischem Boden unterlaffe und sich verpflichte, einfach ein ordentlicher, rechtlich denkender Nachbar zu sein. Da« im Mlimalum Geforderte, sür di« Sicherung des Bestände« de« österreichisch-ungarischen Staate« Notwendige, war auch da« Krirg«zi«l Oesterreich-Ungarn«. WaS brauchte man sich deswegen in Pe-lersburg und London zu sorgen? Wäre der Macht und dem Ansehen der Russen. Engländer und Fr««-zosen auch nur im geringsten nahegetreten worden, wenn Oesterreich sei» KeiegSziel erreich« hätte? Ge-wiß nicht! Und trotzdem hat man sich sofort auf die Seite Serbiens gestellt, tri tzdem ordnet« d«r Zar fo-fort dir Mobilmachung feines ganzen HeereS an. Er wartet« nicht, ob der Krieg zwischen Oesterreich. Un-g«r» und Serbien nicht doch vermieden werden könnte. Er rüstet« sofort, u« sich sür de» vo» ihm gewoll-len mit seinen Bundesgenosse« vereinbarte» Kriege den nötigen militärischen Borsprung von einig«» Tage», der in einem so gewaltigen Ringen von ent-scheidender Bedeutung sein konnte, zu sichern. O«ster-reich-Ungarn« Verhalten in der «n den Doppelmord vin Sarajewo anknüpfenden Krise ist der deste Be-wei« f»r die Friedensliebe der Monarchie' und de« mit ih« verbündeten Deutschen Reiche«. Und diese« Verhalten sollte man drn Herren Grey und Poireare immer entgegensetzen, wenn sie in verlogener Heuchelei von der Blutschuld der Mittelmächte sprechen. Der Weltkrieg. Der Krieg gegen Ruhland. Die Berichte de« österreichische» G e»e r a l st a b e«. 17. Juni. Amtlich wird verl«utbart: Nördlich von Niezwiska scheiterte ein russischer Uebergangt-versuch über de, Dnjestr. Die Angriffe de« Feindet schürztem Kleide eine jugendliche Gestalt und lief herbri. .Max, Max I* wiederholt« sie »nd schlug erschreckt die Hände »ort Gesicht, «lt sie da« klei«e Würmchen zus««meogtkauert i« Grase vor sich liegen sah. Fieberheiß di« Slirn und Händchen, da« kranke Körperchen durchnäßt. Rasch hob sie et i» ihre Arme und flog zurück in« Haut. In die Stube eilte sie. befreite von de» nassen «leider» da» be» w»ßllofe Kind »nd bettete e« sorgsam ein. „O, Gott!" hauchlen ihre Lippen, „hils wir!" U»d plötzlich tauchte vor ihrer Seele da« Bild ihret Gatten a«f, wie er Abschied nahm vo« ihr, a» sei»« Brust sie drückte und mit bebende« Worten ihre« Schutz dat Knäblein empfahl. .Hab ich Wort gehalten?" fragte sie sich. »Nein, taufe»dmal im»", rieft au« dem I«-«ern ihr zu und sie klammerte sich an die Gitter» stäbe det Bettchen« und rief süße Wort« l em kleinen Kranken zu. Da öffnete er die Aeuglein und sah voll in« Antlitz ihr. ,O, Max. mein Maxi!" klang e« erleichtert «u« ihrem Diunde. .Du wirst wieder gesund, «icht wahr?" „Bald kommt Väterchen «ach Hause und bringt Dir Viele« mit. Ein Arffchen, Schildkröte« und Mu-schein, wie Du et gewünscht, sreust Du Dich Maxi?" Er schien sie zu versteh», über da« fieberglüh-ende Gesichtchen huschte ein Strahl der Freud» hin »nd um da« dünne Mündchen spielte schwach ei« Lächeln. Die geängstigte junge Frau faßte neue Hoff« nung und voll Zuversicht sprang sie dem Arzte ent- Seiie 5 Äeui.'cke Dacht gegen die Stellunge» westlich v»n Wisniowczyk wie-verholen sich in unverminderter Heftigkeit. In Wol-hynien wird an »er Lipa im Raume von Lokaczy und am Stochod-Styr-Ll'schnitt neuerlich erbittert gekämpsi. 18. Juni. Gestern mußte die Besatzung der Brückenschanze von Ezernowitz vor dem kon»entrischen Geschützseuer eines weit überlegenen Feindes zurück-genommen werden. In der N.ichl erzwäng sich der Gegner an mehreren Punkten den Uebergang über den Prulh und drang in Ezernowitz ein. Unsere Truppen räumten die Stadt. In Ostgalizien ist die Lage unverändert. Westlich von W>«niowczyk an der Strypa wurden russische Angriffe durch Artillerie-seuer vereitelt. I» Wolhynien haben unser« Truppen nördlich der Lipa, nördlich von Gorochow und bei Lokaczy Raum gewonnen und russ schc Gegenangrisse abgewiesen. Es blieben vorgestern und gestern 905 Gefangene und drei Maschinengewehre in unserer Hand. Nördlich de» TuryaadschnitteS brachten deut-schc Streitkräne in erfolgreichen Kämpfen I l ruffi-schc Offiziere, 3446 Mann, I Geschütz und 10 Ma-schinengcwehre ein. Zwischen Sokal und Kolki wur> den abermals starke russische Borstöße zurückge« schlagen. 19. Juni. In der nördlichen Bukowina und in Ostzalizien keine besondercn Ereignisse. Nordöstlich von Lopußno griff der Feind mit großer Uederlegen-heit unsere Stellungen an. Da» bewährte Infanterie-regiment Nr. 44 schlug, unterstützt von vortrefflicher Artilleriewirkung. die nenngliedrig tiefen Sturmkolon-nen »hne Einsatz von Reserven zurück. Der Feind erlitt schwere Verluste. Auch ein in diesem Raume persuchtcr Nachtangriff scheiterte. Lei Gorochow und Lokaczy wicsen wir starke russische Gegenangriffe ad. Am oberen Stochod wurde Raum gewonnen. 20. Juni. In der Bukowina hat der Feind unter Kämpfen mit unseren Nachhuten den Sereth überschritten. Zwischen Pruth und Dnjestr, an der Strypa und im Gebiet von Radziwillow verlief der Tag verhältnismäßig ruhig. In erfolgreichen Ab» wehrkämpfen südöstlich und nordöstlich von Lokoczy i« Wolhynien brachten unsere Truppen big jetzt 1300 Gefangene, ein russisches Geschütz und drei Maschinengewehre ein. Im Raume vo» Kisilin jschret-ten die Angriffe der Verbündeten im zähen Ringen vorwärts. Zwischen Sokul und Kolli haben wir neu-erlich starke feindliche Angriffe abgeschlagen. Bei Gruziaty», wo es der Feind unter Aufgebot starker Kräfte zum viertenmale versucht, in die Linien der tapferen Verteidiger einzudringen, wird erbittert ge-kämpft. Die Berichte der deutschen Obersten Heeresleitung. 17. Juni Bei der Heeresgruppe Linstngcn ha-den sich im Stochod- und Styrabschnitte Kämpfe entwickelt. Teile der Armee des Generals Grasen von Bothmer stehen nördlich von Przewloka erneut im Gcsecht. 18. Juni. Lei der Heeresgruppe deS Generals gegen, der eben in da» Zimmer trat — doch als dieser wieder gegangen, kopfschüttelnd hinaus zur Tür — da packle eS sie am Herzen fest, furchtbar, und sie hüllte das Gesicht in ihre Hände und weinte — weinte laut. Die Nacht schlich hin, ruhig lag der Kranke, er nahm den Trank, vom Doktor ihm verschrieben und blickte aus, wenn seine Stiefmutter sich über ihn gebeugt. Am Morgen schien da» Fieber nachzu-lassen, nicht mehr so heiß glühten di: Wangen. „Ist« Dir schon leichter, Max?" sragte die Mutter ih» — „nicht wahr, Du fühlst Dich wohler? kannst vielleicht bald wieder ausstehn, dann sollst Du mit der kleinen Ada im Wägelchen sahren, mit ihr spielen und gute, süße Kuchen nasche» — werde nur doch bald gesund \" Der Kleine sah sie mit großen Auge» an, man merkte eS, er machte Anstrengung, den Sinn der Worte zn fassen. »Willst Du Max recht bald gesund werden?" Die lieben, in so sreundliche« Tone gesprochenen Worte schienen ihn zu beleben, mühsam wandte er das Köpfchen und leise hauchte er: „Ja, o ja!" Bei diesen Worte» jauchzte ti auf in der Seele der von Borwürfe» gefolterten Frau und sie lächelte ihm freundlich zu. Wie der Sonne kraftspendende Strahlen, so wirkte diefeS Lächeln auf das junge Wesen und es fragte leise, so leise, daß sie d«S Ohr an seine Lip-pe» drückte. „Darf ich dann auch bei Dir bleiben?" „Ja, Mar, immer sollst Du das, immer!" sagte sie bewegt. von Linsingen wurden am Slyc beiderseits von Kolki russische Angriffe abgewiesen. Zwischen der Straße Kowel—Luck u»d dem Turya-Abschnitt nahmen un-sere Truppen in ersolgreichen Kämpfen den Russen au Gefangenen 11 Oifiziere und 3446 Mann, an Beute ein Geschütz un» 10 Maschinengewehre ab. Bei der Front der Armee des Generals Grafen von Bothmer brachen feindliche Angriffe nördlich von Przewloka bereits im Sperrfeuer blutig zusammen. 19. Juni. Auf dem Nordleil der Front keine besonderen Ereignisse. Aus die mit Militärtranspor-ten belegte Eisenbahnstrecke Liachewitschi—Luninicc wurden zahlreiche Bomben abgeworfen. Bei der Hce-reSgruppe dcS Generals von Linsingen wurden am Styr, westlich von Kolki und am Stochod in der Gegend der Bahn Kowel—Rowno russische Angriffe zum Teile durch erfolgreiche Gcgenstö e zurückge-wolfen. Nordwestlich von Luck stehen unsere Trup-pen in für uns günstigem Kampfe. Die Gefangenen-zahl und die Beute hat sich erhöht- Südwestlich von Luck griffen die Russen in Richtung auf Gorochow an. Bei der Armee dcS Generals Grafen v. Bolh-mer ist die Lage un»erändert. Heeresgruppe des Generalfeldmarfchalls von Hindenburg. £0. Juni. Borstöße deutscher Abteilungen aus der Front südlich von Smo gon bis über Crry hin» au» und beiTanoczyn brachten an Gefangenen einen Offizier, 143 Mann, eine Beute von vier Maschi-nengewehren. vier Minenwerfern. Ein russischer Doppeldecker wurde westlich von Kolodon (südlich des NarvczleeS) zur Landung gezwungen und durch Ar> tilleriefeuer zerstört. Au, die Bahnanlagen von Wi-lejka wurden bomben abgeworsen. Heeresgruppe des GcneralfeldmarschallS Prinzen Leopold von Bayern. Die Fliegerangriffe auf die Eifendahnstiecke Liachowiczy—Lunieniec wurden wiederholt Heeresgruppe des General« von Linsingen. Starke russische Angriffe gegen die Kanalstel. lu»g südwestlich von Logischin brachen unter schive-reu Verlusten im öperrseuer zusammen. Die fort-gefetzten Ermüdungen des Feindes, gegen die Styr-lime bei und westlich von Kolli blieben im allge» meine» ohne Erfolg. Bei Gruziaty» ist der Kampf besonders heftig. Zwischen der Strecke Kowel—Luck »nd der Turya brachen unsere Truppen an mehreren Stellen den zähen, bei Kisilin besonder» hartnäckigen russischen Widerstand und drangen kämpsend weiter vor. Südlich der Turya wurden feindliche Angriffe abgeschlagen. Die Russen haben ihr Vorgehen iu Richtung auf «orochow nicht sortgesetzt. Die Lage bei der Armee deS GeneralS Grafen Bothmer ist unverändert. 20. Juni. Di« Lage ist im allgemeinen unverändert. Deutsche Patrouillenunternehmungen bei Beu-vraignes und Nieder-Aspach waren ersolgreich. Un-sere Flieger belegten di« militärischen Anlage» von Bergen bei Dünkirchen und Souilly (südwestlich von Berdun) auSgiebig mit Bomben. . „Und Du nimmst mich auch mit, wenn Du im großen Wagen mit de« Schwesterchen au»sährst? — willst mich auch vom Herzen lieb haben?" „Ja, Max, ja mein armes Kind, alles will ich tun und alles wieder gut machen, aber lebe, lebe nur!" rief verzweifelt daS junge Weib, dem die Worte deS unschuldigen KindeS wie schwere bittere Anklagen waren. DiescS sah wie verklärt vor sich hin, in seinen «ugen strahlte e« aus voll Glück, weiter wollte eS noch was sagen. — Doch »schöpft hielt eS inne, daS Köpfchen sank in die Kissen ein und Todtenblässe umzog das kleine Gesicht — „Maxi!• schrie die Frau an seinem Bettchen aus, saßt« das Händchen, drückte ihm einen Kuß auf die Stirne — „Maxi, o bleib« —!" Und unter dem warmen Kusse, dem einzigen, den je sie ihm gegeben, schliess hinüber da» zarte Krüppelchen mit dem seligen Lächeln aus den Lippen noch, das ihm die letzten glücklichen Stunden auf-gedrückt. Draußen im weiten Meere segelt majestätisch der Dampfer „Europa" einher. Aus der Kommando-brücke steht der Kapitän und lugt nach der Heimat aus, er sieht die Nebel darüber lagern, wie sie sich deutlich abgrenzen, von der reinen Atmosphäre, di« über dem Meeresspiegel schvebt und weiß nun, daß sie nicht mehr fern«. Sonniges Leuchten blitzte auf iu seinen Wetter-gebräunten Zügen bei dem Gedanken an die Seinen. Das niedlich«, ländliche Häuschen mitte» im Garten, darinnen sein junges Weib, ein kleines 2V. Juni. D.e Kampstätigkeil an der Jsonzo-front »nd in den Dolomiten sank aus das gewöhn« liche Maß zurück. Neuerliche Vorstöße der Italiener gegen einzelne Frontstellen zwischen Brenta und Astico wurden abgewiesen. Gegen Frankreich und England. Großes Hauptquartier, 17. Juni. Ein sranzö-sischer Patrouillenangriff bei Beaulne (nördlich der AiSne) wurde leicht abgeschlagen. Im Maasgebiet hielt sich die ArtiUerietStigkeit auf erheblicher Stärke und steigerte sich in den frühen Morgenstunden leil-weise zu besonderer Heftigkeit. In den Bogefen füg-ten wir nordöstlich von Eelle» durch eine Sprengung dem Gegner beträchtliche Verluste zu und schlugen westlich von Sennhrim eine kleinere feindliche Ab-teilung zurück, die voi übergehend in unseren Graben hatte «indringen können. Di« Flitgertätigkeit war beiderseits rege. Unsere Geschwader belegten militäri-sche Ziele in Bergues (Französisch Flandern). Bar-le-Duc sowie im Raume Dombasl«—Einvill«> Lune-ville—Blainville ^ausgiebig mit Bomben. 18. Juni. An verschiedenen Stellen unserer Front zwischen der belgisch-französischen Grenze und der Somme herrschte lebhaste Artillerie- und Pa-trouiUentätigleit. Links der Maas sa»den nachts In-santerielämpse um vorzeschodene Grabenstücke am Südhange tei Toten Mannes statt. Rechts des Flusses scheitert« ein burch mehrstündige» ^orberei-tungSscucr eingeleiteter starker französischer Angriff vor den deutschen Stellungen im Thianmontwald«. Ei» vom Gegner genommener kleiner Graben vor-derster Linie wurde nacht» wieder gesäubert. Der Fliegerangriff aus die militärischen Anlagen von Bar le Duc wurde wiederhcklt. Im Feuer unserer Ab-wehrgischütze stürzte «in französischer Doppeldecker westlich von Lafsigny ab und zerschellte. In der Gc-gend v»n B«zangc-Lagrand« (südlich von Chateau Satins) schoß Leutnant Windgen» sein sechste», Leul-nant Hoehndori skin fünftes feindliche» Flu izeng ab. Die Insassen des «inen sind tot geborgen. Am 16. d. um Uhr abends wurden die Trümmer eines im Luftkampf unterlegenen französischen Doppeldeckers nordöstlich de» Hcssenwaldes brennend beobachtet. 19. Juni. Südlich der belgisch-französischen Grenze bis zur Somme lebhaft« GefechtStätigkeii. Ein französischer Handgranaienangriff bei Cciavonne (östlich von Bailly) wurde abgewiesen Eine deutsche Sprengung aus der Höhe La sille mort« (Argonnen) ha»« guten Erfolg Im MaaSgebiet lebten di«F«u«r-kämpf« erst g«gen Abend neuerlich aus. NachtS erreichten sie am .TotenZMinn" und westlich davon sowi« im Frontabschnitt« vom Thianmontwald« bis zur F«st« Vaux grvße Hestigktit. Wie nachträglich gemeldet wird, ist in der Nacht zum 18. Juni im Thiaumontwald« ein feindlicher Vorstoß abgewiesen worden. Weitere AngriffSoersuche wurden gestern durch Feuer vereitelt. In den Kämpfen der beiden letzten Tage sind hier rund hundert Franzosen ge-sangen genommen. Mehrfache nächtlich« AngriffSun« ternehmungen deS Gegner» im Fuminwald« wurden Töchterchen im Schoß« nnd hernmtummelnd um beide fein armeS teures Jüngelchen. sein Max — so leuchtete das Bild de» HeimatftiedenS greifbar vor seinem geistigen Auge aus. Und der Anker lag am Grund« — und daS Schiff stand still! Am Fenster dort drüben hinter Weingerank« steht in Angst und Bangen die Frau des Kapitän«, sie sieht hinüber nach dem Meere, zitternd der Ankunft ihres Gatten entgegen, sie weiß, daß er bald kom> men müsse. Rechenschast wird er fordern vo» ihr, und sie, die ihm gelobt, gewissenhast auszufüllend«« Platz, der edlen Heimgegangenen, zu schützen und zu hüten ihr Kleinod und daS seine--was soll sie sagen, waS soll sie tun? Da wurde die Tür« hastig ausgerissen und «n der Schwellt sta»d die hohe schöne Gestalt de« stra»-men Seemannes, er lachte glück'elig in die Stub« herein, stürmisch auf die junge Frau zueilend. — „Da bin ich endlich wi«d«r bei Euch!" rief er au« und sucht« st« an sich zu ziehen — doch, wie ein Ruck auf steilem Riff, der erstarre» macht das Mark im Bein, so stand er plötzlich da vor ihr — die Geisttrblässe in ihrem Antlitz, der flehend angst-volle Blick in ih'em Auge, da» schwarze Kleid, um ihre Hüftrn düster gespannt. — „Max?" hauchten sei»« Lippen ahnungischwer, „wo ist mein Jung«?" sragte er zitternd bange. Sie sank in sich zusammen und wußte kün Wort zu sagen. Doch sch»n hatte er sich gewandt. Lichtschein fiel aus der Nebtnftub« — ei» Ausschrei l — u»d er stand vor der kleine» Leiche, die zwischen Blumen Nummi 49 Deutsche Wacht Sei» 3 im Handgranatenkampf jedesmal glatt abgewiesen. I« ein englischer Doppeldecker ist bri Len« und nörd-lich von Arra« «ach Luftkampf abgestürzt. Zwei der Insassen sind tot. Ein französische« Flugzeug wurde westlich der Argvnnen abgekchoffen. Ein deutsches Fliegergeschwader hat die Bahnhof«- und militärischen Fabriktanlagen von Baccarat und Raon l'etape angegriffen. Der Krieg gegen Italien. 17. Juni. Amtlich wird verlautbart: An der Jsonzosront setzte gestern abend« wieder sehr leb-hafte« feindliches Artillerieseuer zwischen dem Meere und dem Monte dei sei Bus« ein. Ein Angriff der Italiener vo« de» Adriawerken gegen unsere Stel-lung bei Bagni wurde abgewiesen. Aus dem Rücken östlich Monsalc»»« kam eS zu Minenwerfer- und Haridgronatenkämpfen. Im Nordabschnitt der Jsonzo-front scheiterte ein feindlicher Angriff auf den Mrzli Vrh. Ebenso erfolglos blieb.'» die andauernden An» strengungen der Italiener gegen unsere Dolomiten« stellungen. Gestern brachen dort Angriffe bei Ru-freddo und vor der Croda vel Ancona zusammen. DaS gleiche Schicksal hatten starke Borstöße de« Fei»-dei aus dem Raume von Pumolano gegen unsere Stellungen beim Grenzcck und gegen den Monte Meletta. Auch an unserer Krönt südwestlich Afiag» wurde ein Angriff beträchtlicher italienischer Kräfte abgeschlagen. In diesem Raume fielen 13 italienische Ossiziere, 354 Mann und 5 Maschinengewehre in unsere Hände. 18. Juni. An der Jsonzosront schickten sich die Italiener wiede? an mehreren Stelle», so gigen den Südleil des Monte San Michel« und gegen unsere Höhenstellungen nördlich dei Tolmein«r Brücken-köpfe« zum Vorgehen an ; dank unsere« Gelchützfeuer» kam jedoch kein Angriff zur Entwicklung. In den Dolomite« ließ die feindliche Tätigkeit i« allgemein«« nach, nur der Monte Eadini stand zeitweise unter sehr hettigem Artilleriefeuer, dem mehrere schwächliche, bald abgewiesene Angriffe folgten. Au« dem Raume von Primolin? und gegen unser« Front südwestlich Asiago erneuert«« di« Italien«? ihre Vorstöße. Diese wurden wiedrr überall abgeschlagen. 19. Juni. Tester« abend« wiederholt« sich da« skhr lebhasie Feuer der Italiener gegen unser« Stellunzen zwischen dem Meere und dem Monte dei sei Busi. Sin Versuch dei Feinde», dei Selz vorzugeh«n, wurde sofort vereitelt. Im Nordabschnitt der Hoch-stäche von Doderdo kam ti zu lebhaften Minen« Werfer und Handgrarialenkämpien. In den Dolo-miteu fcheilerte «in feindlicher Nachtangriff bei Ru-freddo. An der Front zwischen Brenta und Astico wiesen unsere Truppen wieder zahlreiche vorstiße der Italiener, darunter einen starken Angriff nördlich des Monte Meletta, ab. Südlich de« Busibollo wurde der nächste Höhenrücken erobert. Drei feindlich« Ge-genstöße mißlangen. In dirsen Kämpfen wurden über 700 Italien«?, darunter 25 Offiziere, gefangen ge-uvmme«, 7 Maschinengewehr« und «in Minenwerfer erbeutet. u«d Lichter« gebettet, friedlich schlief — und lächelte. Im schwarzen Matrosenkleidchen und weißem Kragen erwartete, festlich geschmückt, da« Seemannikind sei« nen Bater. Und dieser starke Mann, der dem Tod mutig ost in« Auge geblickt, in hohen Gefahren «it ihm ge-rungen und ihn besiegt, er streckte die Waffen jetzt vor Seiner Majestät, di« ihn ins Herz getroffen. Zwei schwere Träne« sielen in de« dichten, vollen Bart. Lange, lange blieb er unbeweglich und sah tief« bewegt nach der kleinen Leiche hin — dann schritt er aus sie zu, drückt« einen Kuß auf die kalte Stirn« und sagt« leise, wohl begreifend, daß e« so a« besten für da« arme Dürmchen. — „Schlafe, schlafe süß «ein Bübche«!» — Alt er sich abgekehrt und wieder fort zur Türe trat, da stand in dessen Rahmen ein winzig kleine« Menschenkind, ««sicher auf den kurzen Beinchen, schwankte e« noch gar und hob die blauen Aeuglei« so treuherzig aus zu ihm. al« wollte e« sagen: »Da hast Du ja «ich sür ihn." Und in der wehe« Brust, d« rührt« sich es plitz-lich. der Bater stand vor seinem Ki«d. Er riß e« auf in seine Arme, da« kleine Töchttrchen. von dem er wohl gewußt, doch e« noch nicht gekannt. F«st drückte er da« frische Lebe« an sein Herz, so sest, al» wollte er in ih« versenke« alle« Weh und alle« Leid. Aus sein Weid dann trat er hin, drückte stumm die Hand ihr — und sragte nicht. — Am Balkan. Oesterreichischer Stricht. 17. Juni. An der unteren Dojusa in den letz-ten Tagen Geschotzkämpfe. Bei den österreichischen Truppen an der unte-ren Bajusa Geplänkel. Deutscher Bericht. 17. Juni. Abgesehen von erfolgreichen A«gris-fen unserer Flieger auf feindliche Anlagen ist nicht« wesentliche« zu berichten. Feindliche Bombenabwürfe aus Ortt'chafte« hin« ter der deutschen Front richteten keinen Schaden an. Bulgarischer Bericht. 17. Juni. Im Wardartale täglich Artillerie-duell von geringer Heftigkeit und Patrouillenkämps«. Aus der übrigen südlichen Front Ruhe. Seit einiger Zeit vernichte» die Engländer und Franzosen die Ernte durch Brandbomben. Gestern warfen vier feindliche Flugzeuge in der Umgebung der Ortschaf-ten Linelli und Taraschmanli an der Mesta-Mün-dung mehrere Bomben besonderer Art, um die Fel-der anzuzünden. Sie riefen Brände hervor, welche sofort gelöscht wurden. Gestern abend« warf ein feindlichrs Flugzeug fünf Bombeu auf die Stadt Bitolje (Monastir) ab. Zwei Zivilpersonen wurden leicht verwundet; der Materialschaden ist unbedeu-tcnd. Andere feindliche Aeroplane warfen wirkungs-loS Bomben auf Ba'andono, Gewgheli und Toiran ab. Unsere Aeroplane belegten d'« feindlichen Lager bei Kara Sinantzi, Smol Kalinovv »nd Michailvvo sowie das La-er um den Flugplatz bei Kukusch mit Bomben. Alle unsere Flieger kehrten unversehrt zurück. Der Krieg der Türkei. Die Bericht« des türkischen Haupt« quartier». 17. Juni. Unsere Abteilunaen vertrieben rus< stich« Kavallerie, dir sich in den Ortschaften Serpul und Zaheb (25 Kilometer östlich von Kasr Schirin) befand. Aus ihrem Rückzug« aus dies«» Gegenden zerstörlrn und verbrannten die Russen die Kuppel sowi« ander? Ttilr de» Mausoleum« de« Jman Hus« sein, da« etwa drei Stunden südöstlich von Kasr Schirin entfernt liegt, und risse» den Koran sowie andere heilige Bücher, die sich in dem Mausoleum besanden, in Stücke. Die bei Baneh besiegten und scharf »erfolgten russi chen Truppen wurden gegen den Norden über die Dörfer Sakiz und Zederscht hinaus vertritben. In diesen Kämpfen verlor der Feind 500 Tote und ließ in uusert« Hindtn drei Maschinengewehre. 18. Juni. Kaukasu«sr»nt. Aus de« rechten Flügel ktin Ereignis von Bedeut«ng. Im Zentrum örtlicher Feuerwechsel der Insanlerie und Artillerie. Aus dem linken Flügel besetzten unsere Erkundung»-abteilungen einige feindliche Lorpostenstellungen, nachdem deren Besatzungen unter Verlust«» aus dem Felde vertriebt» worden waren. Ein Tvrpedoboot un» zwei Flugzeug« des Fein-des, die aus der Höhe der Insel Kosten watirge-nommen worden waren, wurden durch unser Feuer verjagt. Zwei unserer Flugzeuge, die die Insel Te> nedo« überflogen, warfen mit Wirkung Bomben aus die dort befindlichen Anlagen und kehrten u«»ersehrt zurück. _____ Politischer Verein deutscher Lehrer der Stkirriiiark. Am 17. d. sand in Graz die Hauptversamm-lang statt. Sie war sehr stark besucht. Der Tätig« keitSdericht des VereinsobmanneS Herr» Roman Herz wurde mit großem Beifalle zur Kenntnis ge-nommen. Au« dem Säckelberichte de« Herrn Aloi« Prinzinger geht hervor, daß der Bermözensstand de« Vereines derzeit 6749 64 K beträgt. Dem Zahlmeister wurde für seine vorzügliche Amiswaliung der Dank ausgesprochen und die Entlastung erteilt. Die Neuwahlen hatten folgendes Ergebn!«: Obmann: Roman Herz, Fachlehrer in Graz; Ob-mannstellvertreter: Anton Otter, Oberlehrer und Landtagsabgeordneier i« Graz, und Karl Kriegl, Lehrer in Löflach; Schriftführer: Konrad Sattler «nd Franz Kahr, beide Lehrer in Graz; Zahlmei-ster: Aloi« Prinzinger, Lehrer in Graz; Matthias Fürböck, Lehrer in St Peter bei Graz; Wenzel Lux. Oberlehrer in Kainbach bei Graz, Karl Offen-bacher, Fachlehrer in Brück an der Mur, ^ranz «eitc 4 alle ihre Bemühungen nach dieser Richtung hin voll einzusetzen. Es muß eine Grundlage geschaffen wer-den, aus der alle deutsche» Gruppen in den großen StaatSfragen. sowie in den LebenSbedinzungen de« deutschen Volkes zusammenarbeiten können. Er würde deshalb sreudigst Bestrebungen begrüßen, die darauf hinarbeiten, zunächst einmal al« ersten Schritt hiezu die Deutschsreiheitlichen sämtlicher Stände und Be-rusSklassen zu einer sestgeschlossenen ArbeitSgemein« schast zusammenzuschweißen. Die Gründung einer neuen Partei hält er jedoch einem solchen Zweck« nicht förderlich und darum auch nicht wünschenswert. Wjtwru- und W,iilrn-Mi»s örs Mililär-Kom-mandos (6ruj. Beim Militärkommando Graz bestehen dermale? nachstehende Fonds: 1. Für Witwen und Waisen nach Offizieren (Militärbeamtcn) von der S. RangSklassc abwärts 300 000 K vierprozentige Jännerrente als Stis-tungSkapital beim k. u. k. KnegSministerium bereit« erlegt. Die WidmungSurkunde mit den stifteri chen Bestimmungen für diesen Fond« wird demnächst vom k. u. k. KriegSministerium verlautbart werden. Zum weiteren Ankauf von Wertpapieren erlie-zen bei der k. k. priv. Steiermärkischen ESkompte-dank in Graz, Konto Witwen- »nd Waisenfonds l 41.93195 K, bei der k. k. Postsparkasse in Wien 4prozentige Jännerrente 200 K, dann auf Konto Nr. 77.005 baar 4551*90 K, beim Militärkommando baar 980 52 K, Summe 347 664*67 A. 2. Für MannschastSwitwen und -Waisen 52.200 Kronen 5 >/,proz entige KriegSanle'he, hievon 50.^00 K bei der Filiale der Anglo-Oesterreichischen Bank in Graz und 2200 K beim Militärkommando, in der Gemeindesparkasse in Graz 76 553-05 K, beim Beamtensparverein in Graz 14.100*56 K, in der l f. Postsparkasse Konto Nr. 143,559 4075 Kronen 96 Heller, Summ- 146.929 57 K. 3. Fond« zum Betriebe deS Bade« Einöd Die Vergütung der AngloOesterreichischen Bank für die Cammelstelle des Militärkommando« vierte Krieg«, «nleihe im Betrage von 50.000 K. Dieses Bad, nebst Oekonomie und zirka 100 Joch Feld, Wald und Wiese, wurde am 1. Juni 1916 in den eigenen Betrieb übernommen und dient als Kapitalanlage der vorbezeichneten 50.000 A. Hiemit ist auch die Gelegenheit gegeben. In-valide, dann Witwen und Waisen, zirka 40 — 50 Personen, sosort und dauernd zu versorgen. 4. Sammlung de« Grazer Tazblaite«, dann der Steiermärkijch.n Eskomptebank in Graz sür den Offizier»- al« auch MannschastSwitwen und -Waisen-fond«. Abzüglich der dem Militärkommando direkte eingesendeten und bereit« unter 1 ausgewiesenen Summe 104-325 50 K. ES ergibt sich sonach ein Gesamtguthaben verfügbarer Gelder im Betrage von 64S.919 44 K, daher mit Hinzurechnung der Realität Bad Einöd ein Geldwert von über einer Million Kronen. Diesem Gesamtguthaben müssen zur vollständi-gen Klärung der finanziellen Lage der FondS noch die bisherigen Auslagen zugezählt werden und zwar: Ausgezahlte Unterstützungen: a) OffizierSwitwen 23 zu je 200 K 4600 K. 1 zu 150 St, b) Mann, schaftiwitwen 3 zu je 200 K 600 K, 1 zu 150 K, 5 zu je 100 K 500 K; ferner Drucksortcn für 15 000 Stück „d? Jahre auf dem Throne Hab«-bürg- 9u00 K, für Ansichtskarten 4135 17 K, 500 Büchlein „Mut und Todesverachtung" und IOOO Büchlein „Kamerad Alkohol" wurden vom Verfasser kostenlos zur Verfügung gestellt. Außerdem anläßlich der Veranstaltungen: Vier Schaustellungen: Schützengraben-Krieg im Stein am Feliferhof. Für Situationspläne, lithographischer Druck, Eintrittskarten, Photographieren, Glückshafen-nieten. Plakatierung und Diverse« 1593-73 K. Waf-senausstellung, Photographiere» und Transportspesen 213 90 K, Konzert Pros. Grümmer, ZeitungSanzei« gen. Maueranschlüge, Reisespesen und Diverse« 756-36 K; die sanitärhyzienische Ausstellung verur« fachte keine Kosten ; sür Erlagscheine, Manipulation usw. 110 87 K. Die GesamtauSlagen betragen so-mii sür ausgezahlte Unterstützungen 6030 K und für vorcrwühnte Drucksorten und sonstige Auslagen 15.810 03 K, in Summe 21 »1003 K, somit nur 2 44 Prozent der Gesamteinnahmen. Ich benutze die Gelegenheit, um allen Spen« dern, sowie Gönnern und Förderern dieser Jnstitu-tion — deren weitere Ausgestaltung wohl noch nötig ist, den wärmsten und ergebensten Dank im Namen der Witwen und Waisen auSzusprechen und bitte um weitere Förderung. Mattanovich, Feldmarschalleutnant. Aus Ltildt und Land. Auszeichnung. Der Kaiser hat dem Haupt-mann Gustav Schmidl des 87. Ins.-Reg. in Cilli da« Militärverdienstkreuz 3. Klasse mit der KriegS« dekorativ» verliehen. Hauptmann Schmidl weilte durch 17 Monate im Felde und hatte bereits eine schwere Krankheit zu überstehen. Zuletzt stand er am südwestlichen Kriegsschauplätze, wo er sich bei der dritten und vierten Offensive durch schneidige Führung seiner Kompanie autgezeichnet hatte. Die Deutsche Arbeitspartei. Aus Lob«-sitz wird gemeldet: Aus den «reisen der Gründer der Deutschen Arbeitspartei zu einer Stellungnahme ausgefordert, äußerte sich der Deutsche Volksrat für Bihmen in seiner Sitzung vom 16. d. zu der ge-planten Parteigründung folgendermaßen: „Der Deutsche VolkSrat sür Böhmen hat seit dem Bestände wiederholt versucht, eine Beseitigung der Parteizer» klüjtung unter den Deutschen in Böhmen herb.izu-führen. Auch jetzt begrüßt er natürlich jede Bestre-düng, die dahin geht, eine Besserung unserer Partei« politischen Verhältnisse herbeizusühren. In der Bil-dung einer neue» Partei ans der gleichen Grund-läge wie die schon bestehenden kann er jedoch nicht den Weg erblicken, diesem Ziele wesentlich näherzu-kommen. Er glaube vielmehr, daß unserer Sache dadurch der beste Dienst erwiesen werden könnte, wenn sich alle bestebenden deutschen Parteigruppen, bezw. unsere deutschen Politiker aus die Vertretung jener Forderungen einigen würden, die in dem söge-nannten „Ostrrprogramme" niedergelegt sind und be-reit« die Zustimmung weiter Kreise des deutschen Voltes in Oesterreich gesunden haben " Deutschnational« Versammlungen. Im Lause der letzten Tage hielt der Deutschnationale Verein für Oesterreich in Pettan, Marburg und Wildon glänzend besuchte und verlausene Versamm-lungen ad und setzt seine Tätigkeit noch im Lause dieser und der nächsten Woche fort. Die Abgeord-neten Pacher und Wols sprechen Freitag den 23. d. in Judenburg, am 24. d. in Aussee, 8 Uhr adendS Gafthof zur Sonne, am 25 d. um 4 Uhr nach-mittag« im Gasthos Post zu Liezen, Montag den 26. d. in Leibnitz, DienStag den 27. in Fürstinseid und am 28. d. in Hartberg, '/,9 Uhr abends „Zur Festenburg". In den beiden letzteren Versamm-lungen wird anch ReichSratSabgeordneter Einspinne? sprechen. Anfang« Juli finden Versammlungen in Knittelseld, Roltenmann, Eisenerz und in Mürzzu-schlag statt. Aus dem Finanzsteuerdienste. Da« Präsidium der FinanzlandeSdirektion für Steiermark hat die Steuerosfiziale Ladi«lau« Jerse, Andreas Zi« sell, Karl Doleczek und Jofes Heu zu Slenerverwal-tern in der 9. Rang«klasse ernannt. Soldatenbegräbnis. Am 19. Juni wurde auf dem Heldenfriedhofe der Stadtgemeinde Eilli der Infanterist Jano« VitariuS deS H. I -R. I, der einer vor dem Feinde erlittenen Verwundung erlegen war, zur letztem Ruhe bestattet. Feuerwehr Bezirkstag. Am Sonntag den 25. d. wird der diesjährige Bezirkofeunwehrtag sür den Bezirk Eilli hier abgehalten. Die Bezirks-tagsitzung findet um 3 Uhr nachmittag» im Groß-gasthos „Erzherzog Johann* statt. Derselben geht eine Sch^uübung im Rathaushose um 2 Uhr nach-mittag« voran. Wohltätigkeit« - Konzerte im Stadt-parke. Am Donnerstag den 22. Juni um 11 Uhr vormittags und EamStag den 1. Juli um 6 Uhr nachmittags finden bei günstiger Witterung WohltätigkeitSkcnzerte der Musikabteilung deS Ersatz-bataillonS deS Jnf.-Reg. 87 im Stadtp«rk statt. Eintritt 20 Heller sür die Person. Kinder unter 10 Iah-ren frei. Bei ungünstiger Witterung findet daS zweite Konzert Montag den 3. Juli statt. Hochherzige Spende Wie schon öfter, hat der durch feine edle Hochherzigkeit bekannte Wohl« täter Herr Dr. Paul Musil von Mollenbruck zu Handen de» evangelischen Pfarramtes zugunsten ar. nier Flüchtlinge der evangelischen Gemeinde Göcz 200 K, zugunsten der Armen der Gemeinde Cilli 100 K gespendet. Auch an dieser Stelle sei ihm herz-' lichst Dank gesagt. Nummer 49 Für die Schmückung der Soldaten-gräber spendete Frau Emilie Sztupka K 2, Herr Georg Sima in Donaueschingen St 10. Heimattreue eines wackeren Cilliers Herr Georg Sima, Direktor der sürstlich Fürsten-berg'schen Brauerei in Donaueschingen hat dem Zweigverein Cilli Stadt des Roten Kreuze» den Betrag von lOO K, serner sür die Schmückung der Soldatengräber 10 K und für die Labestelle am Bahnhofe 10 K gespendet. Heil! Spenden für das Waisenhaus- und Lehrlingsheim. Major Kamillo Rammet, GutS-besitze? auf Freienberg, spendete dem Waisenhau»-und LehrlingShkime den Betrag von 10 K. Hauptmann Gustav Schmidl widmete dem Heime 3 Bände „Neue» Universum", 7 Bände von Kar! May, einen Bond .Die Völkerschlacht bei Leipzig", einen Band „Mit unserer Kriegsmarine", einen Band von Eh. Dickens und einen Band „Die Wehrmacht unserer Monarchie". Den Spendern sei hier der herzlichste Dank gesagt. Todesfall. Am l9. d. ist hier der HauSbe-sitzer Herr Gustav Lachnit nach langem Leiden im 70. Lebensjahre ver'chieben. Gustav Lachnil war ein geborener Nordmährer, betrieb durch viele Jahre in unserer Stadt eine Bäckerei und erfreute sich allge-meiner Wertschätzung. Ehre seinem Andenken! Ein Opfer des Krieges. Der Militär« Untertierarzt t. Rel. Dr. Hermann Kren ist am 13. d. M. in der Ausübung seiner Kriegsdienstleistung bei einer Bahnfahrt tödlich verunglückt und am 15. infolge großen Blutverluste« verschieden. Der Ber-blichene, ein Bruder deS Herrn Stadtrate» Dr.Han» Kren in Guiz. war wenige Monate vor Beginn des Kriege« nach Vollendung seiner Studien al« vete-rinärassistent bei der krainischen Landesregierung ein-getreten, rückte bei der Mobilisierung als Militär-tierarzt ein und hat die Feldzüge in Galizien und in den Karpathen mitgemacht Seil einem Jahre war er einem FeldhaubitzenRegiment in Wiener« Neustadt zugeteilt. Er war Alter Herr der akademi« scheu Landsmannschaft „Carniola", die nunmehr schon acht Mitglieder durch den Krieg verloren hat. Städtisches Lichtspiel. Am Samstag und Sonntag sahe» wir aus unserer Lichtspielbühne ein Drama au« dem Schauspielerleben „Der König". Es ist dies ein Stück, daß da« Leben und Treiben eine» Schauspielers schildert, der von den schwersten Schicksalsschlägcn getroffen wird. Nicht genug, daß ihm seine junge Gattin, mit der er in der glücklich-sten Ehe lebt, vom Tode dahingerafft wird, muß er schließlich auch den Verlust seine« einzigen reizenden Kinde«, sür da« er alle seine Liebe auswendet und daS seinen Valer vergöttert und in der Begierde, ihn in seiner Rolle al« König zu sehen, sogar da» Krankenlager verläßt und in da« Theater schleicht, unter den größten seelischen Schmerzen ertragen. Sehr unterhaltend war in der Spielordnung am Montag und DienStag das Lustspiel „LolaS Hosen« rolle", in dem ein Ehegatte, der seine Frau hinter-geht, dadurch gestrast wird, daß er von der eigenen Frau, die al» Mann verkleidet, ihm zu einer Un-terhaltung folgt, zum Zweikampf herausgefordert wird, den er aber in seiner Angst vor der Pistole durch Anzeige bei der Polizei rechtzeitig vereitelt. Die größte Heiterkeit erweckte schließlich die Festste!« lung, daß es sich um einen weiblichen Gegner im Zweikampfe handelt, indem der treulose Ehegatte seine Frau erkennt. Zigomar ll, ein grauenhafte» Detektivdrama, ist die Fortsetzung de« schon vor Kurzem in Eilli gegebenen Zigomar l. Die Krieg«, berichte und die Naturausnahmen über die Holz« flößerei im Böhmerwalde waren sehr intereffant. Festsetzung von Diehpreisen. Die Statt-halterei hat nunmehr auch sür Schlachtkälber. Fleisch -schweine, Fettschweine und Schaft angemessene Verkaufspreise festgesetzt. Dieselben betragen sür den Meterzentner Lebendgewicht ab Stall: für Kälber 220—270 K, sür Fleischschweine bis zu 80 Kilo 300—400 St, sür Fettschweine über 80 Kilo 400 bis 450 St, für Schase 200—300 K. Innerhalb vorstehend angeführter Preiigrenzen dürfen nur die nach der Beschaffenheit de« ViehstückcS al« gemessen anzusehenden Preise begehrt bezw bezahlt werden. Einige Teile SteiermarKs aus dem „weiteren Kriegsgebiet" ausgeschieden. Die Wiener Zeitung veröffentlicht eine Kundmachung de« Ministeriums deS Innern vom 14. Juni über die Abänderung der Grenzen der weiteren Krieg«-gebiete, wodurch Gröbminz, Liezen, Leoben, Brück an der Mur, Mürzzuschlag, Graz, Weiz, Hartberg und Feldbach im Herzogtum Steiermark au« dem weiteren KriegSgebiete ausgeschieden «erden. DaS südwestliche weitere KriegSqebiet umsaßt somit in ' der gesürsteten Grasschast Tirol die GerichtSbezirke Nummcr 49 Deutsche Wacht Seite 5 Landeck und Ried, dann di« politischen Bezirke Jmst, Reutt«, JnnSbruck, Schwaz. Kusstei» und Kitzbühel; d»s Land Vorarlberg; im Herzogtum Salzburg die politischen Bezirke Zell am See, St. Johann und TamSweg; im Herzogtum Steiermark die politischen Bezirke Murau, Judenburg Boitsberg, DeutschlandS-berg, Leibnitz, RadkerSburg, Luttenberg, Windisch-graz, Marburg, Pettau, Cilli, Gonobitz und Rann. Da« südwestliche engere KriegSgebiet umfaßt die ge-fürstete Grasschaft Tirol mit Ausnahme der Gerichts-bezirke Landeck und Ried und der politischen Bezirke Jmst, Reutte, Innsbruck, Schwaz, Kufstein und Kiybühkl; das Herzogtum Krain, die Diarkgraffchaft Jstrien, die gefürflete Grafschaft Görz und GradiSka, die Sladt Trieft mit ihrem Gebiete. Teilweise Einstellung des Privat-feldpoftpaketverkehres. Zuso'ge Erlasses de« Handelsministeriums vom 15. Juni wird die An-natime von Privatfeldpcstpaket«» zu folgenden Feld-Postämtern eingestellt: 17, 23, 29, 94, 105, 116, 116/11, 116/111, 164, 166, 171, 179, 182, 208, 209, 213, 214 nnd 350. Das Haltbarmachen von Obst und Gemüse. Auf die Wichtigkeit der Hiltbarmachnng aller nicht srisch verwertbaren Obst- und Gemüse-«engen hinweisend, wird mitgeteilt, daß die seitens der k. k. Statthalter« in Graz herausgegebenen, »om Fachlehrer Otto BrüderS bearbeiteten Merk-blätter über da» Hiltbarmachen von Gemüse und über die häusliche Obstverwertung im Kriege gegen Einsendung deS Betrages von zehn Heller für das Ctück durch die AuSkunftSstell« für Gemüse» und und Kartoffelbau bei der k. k. Statthaltelei in Graz, Burgring 4, verschickt werden. Der ganz« E,lö« wird sür Zweck« d«r Beschaffung billiger Le-benSmittel sür Unbemittelt« verwendet. Ein Brandleger festgenommen. Aus Rvhitsch wird berichtet: Der in Plal wohnende Land-man» Johann Kamenit zündete die Wohnkeusche der Eheleute Tadina in Gaherce an, wobei daS Gebäude inederbrannle. sämtliche Einrichtungsstücke, Kleider, LedenSmittel usw. sind mitverbrannt. AIS die TadinaS die Schwein« retten wollten, stürzt« sich Kamenik aus die TaglihncrSgattin Paul , Plevcak, welche die Kind«r der TadinaS bewachte und vtrsetzl« ihr mit einem Prügel einen derartigen Hieb auf den Kopf, daß sie bewußtlos zusammenbrach Kamenik wurde dem B«zirksgericht« Rohitsch eingeliefert. Die Lösung der Iigeunerfrage. Der ungarisch« Minister deS Inner» erließ «ine Berord» nung, die sich auf die htrumwand«rnden Zigeuner bezieht, die kein ständiges Domizil haben, verbietet vor allem den Zigeunern das Herumziehen und ver-fügt, daß ihre Zugtier« und ihre Fuhrwerke ihnen abgenommen werden. Die Pferde werden für die Wehrmacht requiriert. Männlich« Zigeuner im Alter von 16 dit 50 Jahren weiden der Assentkommission »org«führt. Jeder über zwöls Jahre alte Zigeuner erhält ein« Legitimation und jedem wird ein Auf-«nthaltSvrt angewiesen, den er ohne polizrilich« Er-laubniS nicht v«rlass«n darf. Zwei Kinder verbrannt. Aus Rohitsch wird berichtet: Am 8. Juni nachmittag« entstand aus bisher unausgeklärte Weis« im WirtschastSgebänd« der Besitzerin Sophie Esep in Schiltern. in dem ge-rad« di« Lind«r der Besitzerin, die 6 Jahr« alte Juliane und der fünfjährige Franz spielten, ein Brand, welch«r sich derart rasch ausdehnt«, daß sämtliche darin bewahrt«« WirtschaslSgeräte, LedenSmittel, Futter» Vorräte und zwei Ziegen verbrannten. Auch die Kin-der konnten sich nicht retten und wurden erst nach dem Brande auS den Trümmern als verkohlt« Lei. chen hervorgezogen. Ter Latrr der Kinder steht im Felde. von einem Kirchturm herabgestürzt. Au« Agram wird berichtet: Die Frau de« Sisseker Landsturmmannes Marko Kotzbeck bestieg den 120 Meter hohen Turm de» Agramer Kirche und stürzte sich in di« Ties«. Während be« Falles blieb sie je-doch mit den Kleidern an einer vorspringenden Spitze des Turme« in ungefähr 100 Meter Höhe von der Erve hängen. Da der Vorgang unbemerkt blieb, schwebte die Frau von früh bis abends in dieser schrecklichen Lage. Erst abends würd« si« btmerkt und von der Feuerwehr befreit. Die Frau wurde mit unwesentlichen Hautabschürsuugen in« Sp'tal gebracht. Gedenket des Cillier Zladtverschöne« ruugsvtreiues bei Spielen, Wellen und Vermächtnissen. ßine große Wohttätigkeitsveranliat-tung des Kriegsfürsorgeamtes für Witwe u und Waisen lieirischer Krieger. Ueber Einladung de« Leiters de« KriegSsürsorge-amte« für Steiermark Abg. ». Pantz berieten am l5. d. im StadtratSsitzungSsaale die Bürgermeister aller größeren Orte der Steiermark »der Veranstal-tungen anläßlich de« KaisertageS und wurde beschloß sen, den Ertrag derselb«n der Witwen- und Waisen-fürsorge steirischer Krieger zu widmen. Abgeordneter v Pantz begrüßte die Erschienenen und gab einen umfassenden Bericht über die bisherige Tätigkeit de« steirischen Kri«g«sürsorgeamte«. Die Tätigkeit de« KriegSsürsorgeamtkS zerfällt in zwei Hauptteil». 1. Di« Unterstützung und Fördrrun g aller Krltg«-fürsorzeaktionen für die im F«lde stehenden Truppen und 2. die Unterstützung und Förderung aller Krieg«-siirsorgeaktionen für daS Hinterland. Seit Beginn d«r Tätigkrit des Kriegtsürsorge-amti« liefen an Geldspenden bis 3l. Mai 1915 345.000 K ein dit Lichtbildervortrige hatten ein Ergebnis von 7500 K, die sogenannt« Flaschenakiion sür Sau«rwäss«r an die Spitäler und Feldlazarette ergab 17 Waggon, die an dirSüdwestsront ges«nd«t wurd«n, die durch da« KriegSfürsorgeamt geleitete Woll- und Kautschuksammlunz ergab 4l Waggon, die nach Wien grlritet wurden. AuS der Wäsche- und Kltidersammlung konnten 400 Invalid« komplrtt ausgestattet werden. Herr R. v. Pantz leitet« auch «in« Organisation d«r alpin«n Schuhmachermeister und konnte auf diesen Weg 40.933 Paar feste, gute Schuhe im WeNe von 1,637.000 K dem Kri«gShilj«-dienste zur Versügung stellen. Die Teekesfelsammlung hatte ein Ergebni« von 2000 Kesseln im Werte von 32.000 K. Weiter« richtete da« KriegSfürsorgeamt sein Augenmerk auch aus die Gründung einer Sol> datenstub« und befindet sich eine solche bereits in Graz in der Burggasie, di« d«n rekonvaleSzenien Soldaten Gelegenheit gibt, in vernünstiger geselliger Art sich zu unterhalten. Diese Stube ist nach dem Muster der deutschen Anstalten eingerichtet. W«it«rS wurden alle bisher au« Graz abgegangenen Marsch-bataillon« mit Liebesgaben bedacht. Der erste steiri-sche Soldatentag im Dezember 1914 hatte d«n Er. folg, daß 55.000 EinheitS-WeihnachtSpakete an dir Arme« abgegeben werden konnten. Für daS ganz« Unternehmen wurden 206.655 K zustand« gebracht und der Ueberschuß al« Grundstock sür einen Wit-wen» und Waisenfond ang«l«gt, wovon nicht nur die Zinsen zur Unterstützung Bedürftiger Verwendung finden sollten, sondern auch da« Stammkapital selbst angegriffen werden kann. — Dieser Schatz erreicht« «in« Höh« von 34.000 K und durch weiter« Zuw«n-düngen im Jahre 1915 von 51.000 K «in« Gesamt« höhe von 85.000 K. Der sogenannte KriegSschatz hatte mit 31. Mai 1915 eineHöhe von 353.489 78 Kronen, wovon ausgegeben wurden: für den Pro-thesensond 10.000 K, sür die Arbeit«v-rmiltl mg der Invaliden 3000 K, sür Mutterschutz 500 K. sür den Verein für Kriegsblinde 5000 K, für die Ber-sorgung der steirischen Kriegsblind«» und Unter-stützuvgen an htlsSbedürstig« Witwen, Waisen und Familien rund 98.000 K. Bisher wurden gegen 4000 UuterstützungSgesuche behandelt. Der Umsatz im Verlaus vvn KriegSsürsorge. artikeln betrug bisher 62 000 K. In Vertretung de« an d«r Teilnahme verhin-derten Statthalters Gras Clary begrüßte Statlhalterei-rat Costa-Rosetti die Versammlung und lag weiter« auch ein persönliches Schreiben de« Statthalter« an den Leiter de« Amte» Abg. ReichSritter von Pantz vor, in dem er da» volle Gelingen der beabsichtsg-ten Veranstaltung und größtmöglichsten guten Erfolg wünscht. Herr Sekretär Jandl verlas die List« der am Bürzermeistertag v«rtr«ttnrn Ort« und legte ringe-hend uud übersichtlich die Vorschläge für di« Kaiser-feier, die in der Zeit vom 13. diS 20. August ab-gehalten werden soll, vor. Nach verschiedenen Wechselreden wurde beschlos-sen, den Reinertrag dem steirischen Witwen« und Waisensonde zuzuwenden und ein Viertel veSselbeu den Fürsotgezwecken der einzelnen Veranstaltung»« gemeinden abzutreten. Vertreten wäre?, außer Graz durch den Re-gierungSkommissär Hosrat v. Underain, die Bürgermeister von Leoben, Brück a. d. M, Cilli, Pettau, Kapfenberg, Langenwang, Deutschseistritz, Gösting. Schwanberg, Weil, Waltendorf, Birkfeld, Trieben, Rottenmann, Bad Aussee, Admont, Schönstein, Kis« lach, Straß, Vordernberg, Gratkorn, Gralwein, Deutschlandsberg, Eggenderg, Mautern, Peggau, voitsberg, Pernegg, WetzelSdors, Andritz, Mürz« zuschlag, Aflenz, Knittelfeld, Pettau, Saldenhosen, Judendorf-Straßengel und St. Lorenzen ob Mar-bürg. Vermischtes. Ueber den Hochflug der Vögel haben wir au» den Beobachtungen der Luftschiffer ganz neue, überraschende Ausschlüsse erhalten, die von den früheren der Vogelwarten nicht unerheblich abweichen. Meisten» ergeben sich dabei weit niedrigere Zahlen, al» man früher ansetzte. Die neuesten Beobachtungen über die verschiedensten Vogelarten sind um so zuverlässiger, al» unsere Lnftfahrer bereit» in allen erreichten Höhenlagen ihr Augenmerk aus den Flug de» vorkommenden Gefie-der» gerichtet haben. In einem höchst fesselnden Aufsatz der .Westermannschen Monatshefte' macht A. Wese-müller darüber nähere Angaben So beruft er sich auf die Feststellung de» Oberleutnant» von Stockhausen vom Berliner Luftschifferbataillon: »Bei Ballonfahrten in Norddeutschland kommt es selten vor, daß man Vögel in Höhen über 300 iu antrifft; nur die Lerche und einige Raubvögel machen hiervon eine Ausnahme." Eine ähnliche, nur noch umfassendere Mitteilung machte kürzlich vor der „Deutschen Ornithologischen Gesellschaft" Friedrich von Lueanu». .Nach Angabe der Luftschiffer ist in 400 m relativer Höhe die Grenze de» Vogel-fing» im allgemeinen überschritten. Ueber 1000 Meter Höhe wurden nur in ganz wenigen, vereinzelten Fällen vom Ballon au» wahrgenommen. Ueber 3000 m sind meine» Wissen» von Luftschiffer» niemal» Vögel bemerkt worden. & BeUchte der Vogelwarte Rossiten zeigen, daß der Vogelzug im allgemeinen sich noch innerhalb 100 m relativer Höhe bewegt, und daß nur au»nahm»-weise an klaren, windstillen Tagen von den Vögeln höher« Regionen ausgesucht werden, die jedoch auch nicht höher al» einige hundert Meter über der Erdoberfläche liegen.' Jedeim-nn, auch der Laie, kann nun aber, ohne daß. ihm eine Luftschiffergondel zur Verfügung steht diele Erlebnisse selber nachprüfen, und zwar nach einer Flugskala, wie sie — ein verdienstvoller Gedanke — Friedrich von Lueanu» auf Grund seiner Flüge ge-Wonnen hat. E» handelte sich darum, für die verschie» denen Erkennbarkeitcgrent?» aufsteigender Vögel einen vom Erdboden au» verwendbaren Maßstab zu haben, ein Grundschema, nach dem andere Fälle rechnerisch beurteilt werden konnten Al» Maßtvpen wählte der Forscher folgende vier verschieden große Vögel, die ia Flugstellung ausgestopft bei seinen Versuchen in Ver-Wendung kamen: einen Sparber, eine Saatkrähe, einen Bussard und (weil er zufällig zur Hand war) noch einen Lämmergeier. Jede» Tier wurde unter einem Fesselballon ausgehängt, und »war einer 10 m langen Schnur, so daß man, durch die hohle Hand blickend, den Vogel frei schweben sah, ohne durch den Anblick de» Ballon« beeinflußt zu «erden. Auf diese Weise war der Versuch der Beobachtung in der Natur mög-lichst angepaßt. Da« Seil, an dem der Fesselballon aufstieg, war mit einer Einteilung versehen, die jeder-zeit die genaue Feststellung der Höhe ermöglichte. Da» Wetter war bei der Ausführung der Versuche klar, also für di« Beobachtung durchau» günstig. Nun wurden folgende Sichtbarkeit»abschnitte vermerkt: l. die Höhe, in der die Flugbilder der einzelne» Vögel noch deutlich erkennbar blieben; 2. die Höhe, in der der Vogelkör-per noch al» Punkt sichtbar war; 3. die Höhe, in der die Vögel dem Auge entschwanden, da« heißt der Augen-blick, wo man den Vogel nicht mehr ohne weiter» er-blickte, sondern nur bei anhaltend scharfem Hinsehen ein kleine» Pünktchen zeitweise aufblitzen sah. Dabei ergab sich folgende Tabelle: Al» Flug- Als Punkt Letzte Sichtbar-Bogelart bild sichtbar sichtbar k.'ilsgrenze über-bi» zu bis zu Haupt bei Sperber . 250 w 650 w 850 m Saatkrähe . 300 m 80ü m 1000 m Bussard . 600 m —* 1500 m Lämmergeier 900 m —* 2000 w *) Wurde nicht ermittelt, weil da« Seil des Ballon» nur 1000 Mete: maß. Die Maße der nächsten Rubrik, l50v nnd 200« Meier, wurden nach verkleinerten Modelten berechnet. Im Rahmen dieser Tabelle offenbart sich nun vollauf da» Trügerische der Augenschätzung, auf die bisher die wissenschaftliche Beobachtung angewiesen war. Gäike, der aliberühmte Vogelwart von Helgoland, glaubte einen Sperber noch bi» 3lK)0 w, eine Saatkrähe bi» zu 5000 m Höhe zu erkennen, während der Versuch am Ballon bewies, daß der Sperber bereit» in 850 m, die Krähe la 1000 m Abstand den Blicke» ®<0« 6 Deutsche Wacht •jfumwer 49 «ntschwind«t. Der auSgrstopst« Mäusebussard war nur bi» auf 1500 m sichtbar, Gätke schStzlc statt dessen 3600 m. Drn gerade noch al« Punkt «rmittilbarcn Kranich glaubte er 5000 bi« 600U m hoch; der Vo-gel dürfte an Körpergröße ungefähr dem Lämmergeier gleichen, der aber schon von 2000 m Höhe ab nicht mehr wahrzunehmen ist. Eine Verstärkung erfährt die erfährt die au« derartigen Beobachtungen angebahnte MeinungSrichtung durch folgenden Ballonverluch. Da die höchsten Wolken, die lichtweihen ZirruSkormen, eine mittlere Höhe von 9000 m haben, in ihrer feinflocki-gen Gestalt al« sogenannte Schäfchen (cirroenwuli) aber auch schon von 3000 m ab vorkommen, so müh-ten bei den hohen Flugmaßen, wie sie Gätke gerade für die auf weite Strecken sich ausdehnenden Zugvogel-pfade annimmt, der Weg bin und wieder über Wol-ken führen. Um festzustellen, wie sich ein Vogel über diesen verbält, nahm man verschiedene Versuchstiere in einem Freiballon mit und ließ sie über den Wolken fliegen. Die Tiere waren völlig ratlo«. Sie wußten sich nicht zurechtzufinden, umkreisten immer da« Fahr« zeug und setzten sich schließlich dicht vor den Führern auf den Korbrand, wo sie die Fahrt so lange mitmach-ten, bi« die Erde sichtbar wurde. Dann aber flogen sie sofort davon. Der Versuch beweist, daß ziehende Vögel niemals bi« zur Wolkenböhe aufsteigen werden. Für kreisende Adler, Bussarde, Falken allerdings besagt er nichts. Denn sie könnten immer noch ihren Schweb-flug in den großen Zwischenräumen der Wolken au«-führen, wo ihnen die Erde sichtbar bleibt. Aber auch für sie, wie im allgemeinen für alle Vögel, dürsten die auf aeronautischem Wege gewonnenen Ergebnisse ihre Geltung haben. Die Bestimmug de« Alter» de« Hüh< nereieS ist bei den jetzigen, sehr hohen Eierpreisen für jede Hausfrau von Wichtigkeit. Die Amerikaner, die in der Hühnerzüchtung fo Hervorragendes leisten, haben auch eine sinnreiche Methode gefunden, um da» Alter b«S Hühnereies festzustellen. Wenn das Ei älter wird, fo gehen in ifem gewisse Veränderungen vor, die daraus zurückzuführen sind, daß die Flüssigkeit in ihm verdunstet. Auf diese Veränderungen ist die Bestimmung deS Alter» ausgebaut. Eine Lösung auS Salz und de-stilliertem Wasser wird hergestellt. Wenn man da« Ei in diese legt, so läßt sich au» der Art seiner La«erung im Wasser da» Aller bestimme». Ein Ei, daS nicht älter al« 30 Tage ist, sinkt auf d:n Beden deS Gefäßes und bleibt dort wagerecht liegen. Wenn daS Ei zwei bi« drei Tage alt ist, so liegt eS nickt wagrecht, sondern seine LängSachse bildet einen Winkel zu dem Boden deS Gesäßes. Je älter da« Ei ist, desto größer wird nun der Winkel, den seine Län'Sachse mit dem Boden bildet. Nach fünf Tagen beträgt er 20, nach acht Tagen 45, nach 14 tiO Grad, und nach einem Monat steht da» Et nicht mehr parallel zu dem Boden deS Gefäße», sondern senkrecht aufgerichtet. Ein ame-rikanischer Hühnerzüchter hat nun ein Gefäß, da» zur Bestimmung de« Alter« de» Hühnereies dienen soll, angegeben, an dem die einzelnen Wiiikelgrade von 0 bi« 90 Grad angezeichnet sind, so daß da» Ei durch Hin-einlegen in die Lösung sogleich aus fein Alter hin ge« prüft «xrden kann. Zarte Bande . . . Der Skandalprozeß gegen einen Wucherer, der eine vornehme Frau in feinen Klauen hatte, hat dieser Tage die Presse durchlaufen und wie ein roter Faden oder sagen wir lieber, wie ein zarter, goldener, durchzog diese Berichte die diskrete Verschwiegenheit in Bezug auf den Namen der Dame. Warum nur? Die Frau eine» Millionär» braucht nicht in Wucherhände zu geraten und gerät sie dennoch bin-ein, so hat sie den Skandal selbst verschuldet. Man muß aber auch einen Unterschied machen zwischen dem Ratenhändler, der eine arme Familie auSwuchert, wenn er 10 Prozent nimmt, und einem Geldmakler, der eine MillicnärSgattin ausplündert. Der Ratenhändler dat ein schuldlose» Opfer gefunden, der Geldmakler aber eine Genossin seine» vornehmen Metier». Die in Rede gestandene Dame heißt Frau Jerusalem und ihr Mann ist Kommerzialrat und Chef eine« ersten Geschäfte«. Will er den Skandal, der seine Frau in dcn Gericht»-saal zerrt 7 Welche Pflicht liegt für die Presse vor, den Namen zu verschweigen . . .? Solche Zartheit weckt mit Recht da« Mißtrauen der Bevölkerung, und e« ist kein Wunder, wenn man Urteile über diese Presse hör«, die vielleicht über da» Ziel schießen, aber ihre gewisse Berechtigung haben. Was Vater im Kriege erlebt. (Aus dem Klassenaussatz einer elfjährigen Berlinerin, da» Thema war den Schülerinnen freigestellt) .Ich möchte gerne erzählen, was mein Vater auS dem Felde schreibt. Er mußt: einmal einen Streiszug durch ein zerschossenes Dorf machen. Da fand er nicht» Lebendiges, al» eine halbverhungerte Katze und zu seiner großen Freude in einem Keller veifleckt, eine wunderschöne Kuh. Mein Vater wundert« sich, daß sie so gut gepflegt aussah, wo doch kein Mensch zu sehen war. Er durchsuchte da« eganze auch halb zerschossene Hau« und sand richtig .inen alten, sehr ängstlichen Bauer. AIS der Bauer ah, daß e« kein Feind, sondern mein lieber Vater war, so war er beruhigt und gab freudig frisch« Milch ab. DaS war ein Fefltrunk für unseren seidgrauen Vater. Seitdem bekommt die Kompanie—Milchkaffee! Aber bei jedem feindlichen Schuß, der in daS Dorf fällt, rufen die Kameraden meines Vater« und er als glücklicher Finder am lautesten: Herrgott, schütze un-sere Kuh l So erzählt Vater noch »iel Lustiges und Ernste«. Möge er bald heimkehren!" Aeöertäufer und Gefangene. Von ihrem zum Ostheer entsandten Kriegsbericht» erstatter erhält die Berliner »Deutsche Tageszeitung" folgende interessante Mitteilungen, datiert Smorgon, Ende Mai: Einer dieser strahlenden FrühlingSmorgen, die nun seit acht Tagen in gleicher Schönheit um Freund und Feind blühen, steht un» wieder im Ritt zu den Stel-lungen. ES ist etwaS nach 5 Uhr, di« Sonne saugt letzten leichten Silberdunst von den Wiesen, über den Wäldern rauscht die Luft. Noch blüht der Flieder in den Gärten, die das einzige von den Dörfern einst ge» blieben sind, Birnen- und Aepfelbäume heben in leuch-tender weißer Frisch« über die schwarzen Ruinen der verbrannte» Häuser. Die Pferde scheinen den Leichtsinn deS jungen Tage» zu fühlen, sie fallen au« dem Trab in Galopp, wie sie e« nach diesem schweren Winter wohl sonst kaum mutwillig tun. DaS menschliche Leben schläft noch, die Pferde schlagen in den Holzstellen der kleinen Waldstätte, die überall zwischen den Kiefern und Fichten in langer Winterarbeit emporgewachsen sind. ES ist friedlich, tief friedlich, gleichmäßig klopfen die Hufe den Wiesenboden, leise knarrt da»- Lederzeug. Da kommt eine klein« Gruppe au» der Richtung der Front, der wir nun nahe sind. Zwei Grenadiere. In der Mitte zwischen ihnen grinst da» Gesicht eine» russi-schen Gefangenen. „Ein Ueberläufer", sagen die Leute. Er ist eben noch, kurz bcvor eS ganz hell wurde, zu den Stellungen geschlichen. Sein gutmütiges Bauern-gesicht ist ganz voll Stol> über die gelungene Tat. Für ihn ist der Krieg zu Ende. »Sie treiben daS gottve, fluchte Sturmlaufen", sagte der Mann. Er meinte damit das Ausbilden de« RekrutendepotS im Rücken der russischen Front. „Aber man kann nicht wissen, ob sie Ernst machen" Vor dein Ernst deS Augen licks, da die Uebungen zur gräßlichen Wirklich-keit werden, ist er eben davongelaufen, er hat di« Be-schäftigung im Graben, den Augenblick, da der Rekrut zum Schützengraben^ ann wird, gar nicht erst abge-warm. „Wer klug ist. bevenkl den Weg," sagt da« russische Sprichwort. ES muß gar nicht leicht gewesen sein, diese« Ueberlaufen, für den Rekruten. Zufrieden trollt er mit feinen Begleitern ab. Er ist einer vpn den vielen, die täglich über die Linien aehen. Jeden Tag fast wird so ein Ueberläuser zum DivionSstab gebracht. ES ist ja natürlich nicht gerade die Elite des russischen Heere», die da den Krieg für ihre Prrson Krieg sein läßt, ober dumm sehen diese Ueberläufer meist auch gerade nicht au». Ganz ruhig faßte einer Frage zusammen: Sage mir, wosür ich kämpfen soll, und ich will kämpfen. Der Unteroffi-zier ist ein dummer Teufel, der sagte, weil man kämp-fen muh. Warum? Für Rußland? Ich läge, für Ruß» land ist dieser Krieg ein Unglück. Er zuckte die Achseln, wie sie nur «in Russ« verziehen kann. Gleichgiltigkeit, Hoffnungslosigkeit, Aufgeben jeden Willens, Zweifel an jedem Wert lag in diesem einen langsamen Achselzucken: »Ritfchewo!" Ander» sind die Gefangenen. Wenigsten» viele. Tie lebhafte PatiouilleniStigkeit in diesem Frontteil bringt ja jeden Tag fast auch Gefangene in unsere Hand. Bei Dorf Eutkow wurde, während der Rest der übrigen Russen niedergemacht wurde oder floh, ein Mongole nach heftigem Bajonettkampf gefangen. Er war stumpf und krank, wußte von nicht», verstand kaum Russisch, aber er hielt sich gut, und nur dann fiel seine ganze Haltung zusammen, al» die Deutschen d«n Kran» ken gut und zwecktntivrcchend behandelten. Vielleicht hat man ihm da» Märchen erzählt, da» man de» Truppe« in Wilna, al» eS noch russisch war. erzählt hat. die Deutschen seien Teufel und trügen Hörner. Ein Mär-chen, da» übrigen» auch viele brave und unwissende Wilnaer geglaubt haben, ein Film bewies ja die Wahr-hei». ES war ein Film, der die alten Germanen mit den Stierhörneen auf den Helmen darstellte! Vielleicht hat man es ihm eizäblt. vielleicht dazu gesagt, daß die Deutschen die armen Russen siäßen, denn e» ist keine Dummdeit groß genug, keine Albernheit unmöglich ge mtg. um sie den russischen Soldaten aukzubinden. Mit Staunen steht man immer wieder den aussagenden Leuten an. daß sie darin geglaubt habe«, genau wie sie ihrem Popen geglaubt haben, daß nach dem große« Sturmangriff die Toten nach drei Tagen wieder lcib» haft und lebendig auferstehen würde», um da» Leben eines russischen Muschik» weiterzuleben. Genug, dem armen Kerl zerbrach sein Halt, al» er sah, daß die Deutschen auch Menschen und gute Menschen scheinbar sein müßten. Dieser Irrglaube über deutsche» Wesen ist ja in weniger kindlicher Form schließlich nicht nur der letzte Halt dieser stumpfen, unwissenden Bauern» Scldaten, sondern für alle, die gegen un« anrenne». In dem Augenblick, da da« IrrsinnSgebäude de« Hasse« und der Bosheit zusammensinkt, da man weih, wie unf.r Wollen und Wünschen auf dem Boden echter Menschlichkeit wurzelt, wird auch die Haltung, die oft heroische Haltung der gegen «n« Kämpfenden ,u Ende sein, sie werden zusammensinken, wie der kleine ruf» fische Muschik. Daher der Kampf um die Augen und Ohren, der die gleiche Hartnäckigleit, wie der Geschütze aufrecht erhält. In der russischen Armee bat dieser Kampf immer seine besondere Form gehabt, da die Kanäle des Wis» sen« leichter zu v-rstopfen waren. E« wurde «insach »er d«r Front erklärt, die Deutschen töteten jeden Ge» fangenen, und die Verbindung von der Heimat wurde stark kontrolliert und für die nach der Heimat eine bei» nah« lustige allgemeine Formel aufgestellt. ES waren Vordrucke sür Postkarten aus dem Feld« in der russi-fchen Armee verbreitet, die ansingen: »Wir baben eine große Schlacht gewonnen, es geht un» all«n gut . . Trotz der Mühe, die man sich auch besonder» in letzter Zeit mit der Verpflegung der Armee gab, scheint aber die Ansicht, dah eS einem in der russischen Armee gut gehe, doch eben nur auf die auf den amtlich«» Vor-drucken maßgebende zu f«in, d«nn die Zahl der Ueber» läuser. die immer in den letzten Monate» mebrere Hunderte erreichte, hat etwa im Ostermonat, »on dem di« Zahl bekannt wurde, die bemerkenswerte Höbe von über 800 Mann allein an der Front der Hindenburg' scheu Armeen erreicht. E» ist trotzdem schwer, ar.» dieser erstaunlichen Zahl allgemeine Schlüsse auf die russische Armee zu zieben. Sie ist nach den grvhen Erschütterungen in manchen ihrer Teile kaum von Zerrüttung allzu fern gewesen, und sie hat sich immer wieder überraschend schnell erholt. Sie hat schon In allen früheren Feld-zügen de» heiligen Rußland Niederlagen um Nieder-lagen merkwürdig gut überstanden, und der russ sche Muschik wird auch jetzt angretfen, fallen, sterbe», wenn ibn die Kosaken vortreiben, „da» kleine graue Vreh, wie sie ihn n«nnen, wird noch einmal die Leichenhügel. die fuichtbaien Leichenhügel vor unseren festen Linien türmen. Vielleicht bald, vielleicht viel später, eS wird ja nicht einmal »on den russischen Führer abhängen, sondern »o» dem Nachdruck, den die Verbündeten ihren Notrufen und Befehlen geben, von englischem Geld von französischem Werben, »on italienischem Geschrei. Ich sehe die trostlosen, graublauen, ergebenen Augen des russischen Ueberläufer«' an diesem strahlenden Maien» tag: »Wofür? Für Rußland? Nitfchewo!" Die soeben erschienene Stummer der Wiener Illustrierten Zeitung (Prei« 14 Heller) bringt packende, hochinteressante Bilder vom südwestlichen Kriegsschauplatz« und unserer letzten siegreichen Offen« sive, eine belletristische Skizze aus der ausgezeichneten Feder des KriegsberichterstatterS Franz Molaar, eine rührend« Wiener Erzählung von Julia» Götz, ein humorvolles Gedicht des im Felde stehende» Schrift« stellerS Kurt Robiifchek, die Fortsetzung des spannenden Romane» „Büher der Leidenschaft" von Alexander 5,stell, ein hübsche», originelle» Preisrätsel usw. Die Wiener Illustrierte Zeitung ist in allen ZeitungSver» schleihstellen, sowie direkt vom V'rlage Wien 6., Gum-pendorferstrahe 87, erhältlich. MÄTiIIONT» EINZ1Q IN SEINER /ANALYTISCHEN I iBESüiAFfENHEIT.r BESTES | ALTBEWÄHRT FAMILIEN-GETRÄNK. GIESSHÜBLER ^yuaiERAijj summst 49 Deutsche Wacht Scr.e 7 Zur gefl. Beachtung! Ans einer GeschäfUmse habe ich mich Dienstag den 13. Juni auch in Cilli aufgehalten, wo ich mehrere Tage meinen Beruf als Klavierstimmer ausgeübt habe. Dabei brachte ich in Erfahrung, dass das geehrte Publikum mit dem Klavierstimmen in der letzteren Zeit an einen Nicht-lacbtnann angewiesen war; dies ist freilich ein grosser Nachteil fflr die Instrumente. Ich erlaube mir dem geehrten Publikum höflichst bekannt zu geben, dass ich beabsichtige, raehreremale im Jahre Cilli zu besuchen; ich bin Speziftlist in meinem Fache, bin beliebt und gesucht in ganz Krain, Istrien, Küstenland nnd Nordkroatien. Bin zu jeder Zeit gern zu Diensten. Bei Bedarf genügt eine Korrespondenzkarte mit der genauen Adresse des Absender«. Jurasels. Kluvierreinstimmer und ttusikInstrumentcnhämllor Laibach, Wolfgasse Nr. 12. ! Wermut! feinste Wein Niederlaqe iTiatkovic IlniiptplutsE detail I I ■ 1 I I I Mir ist unwohl, ich kann nicht csscn, fiihlc Kopfschmerzen. >11 dielt» keide» trügt mtifl n»r M»»ei-I t-rrftimmuTK ».tt irmiu;ilist tuntttDnic-n»d« eeS H»»«»>ttcl dei schlechte« >poeii'. M«gei» «t». «»of»ed, kl>»deenne«, «euech an» »rm M»n»e, V-k-t so und «o Heller dei-Ctto Eiiwunl * »„ BtioUftc |Ui M,ri». dUt, W. »>«»icher. Svotliett; ;i»l|nntt , SttMtt, Tio-trit; p. Proi-jil, »pal» kl, > ,vr vl-iuhUj. Ha»« E>-n>Kl. ! «Poch«te. M-»»! Si»>> «ch,.r<». Sut-l^I»r.«»->»lcl-. «>,»..KanMtetg ; «'»>»,l. S-N. Wotfcfc. «.dtlich-e->°erd,.nn; I,.«f | fflanJ. ! ijnnj Ped-I», Booitut«, Xriuil; sowie I» «lle» «»»Uiekea. I I I H 1 I I Einstöckiges Wohnhaus o • ogenant. mitGastwirtechaft, Brinntwe:n-«> hniik, Tratik und Garten tn eiuetn .leut-»• hon Ort» in unmitteloarer N'ih» voa Cilli »t preis.wördig zu verkaufen. Daseibst und aucL «riter« drei Wyhnhiiucr mit rrtrnglikhurer Oekonnniie verkäuflich. 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Name des Fleischers Jtinqtr Ludwig . ßoflar Ludwig . Le?t»fchel Jakob Ptevöak Franz . Redeuftbegg Joses Sevak Franz . . Etelzcr Iosrt . . Zany Bittor . . Gastwirte Private s | s Ü) j u Schi»cht»»,«« »in> Hiurliitirtfl lilfila In qrnut» »»Seit « fi ■e 'S) •9 IV "Ö S E - I Z K> Oi Eingeführtes Fleisch tn Kilogramm '5 ^ is o c A £ 1 Ä s I a "5 «S I «S , «S B n ■ft -e © <0 £ Postsparkasse Nr. 36.900 ;fcreiiisl)iid)iitit(fcrfi Seif ja; [ Herstellung von Drucfarbeiten wie: lverke, Zeitschriften, Broschüren, Rechnungen, Briefpapiere, Kuverts, Tabellen, Speisentarife, Geschäfts-und Besuchskarten, Etiketten, tobn-listen, Programme, Diplome, Plakate Inseratenannahmestelle für die Deutsche Wacht I vermählungsanzeigen, Siegelmarken Bolletten, Trauerparten, Preislisten, Durchschreibbücher, Drucksachen für Aemter, Aerzte, Handel, Industrie, Gewerbe, tandwirtschaft u. private in bester und solider Ausführung. :: Ctlli, RathausMffc Nr. s :: WD MW Seite 8__De«jfHe ___ ''U»mcr 49 Gesucht wird möbl. 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