LMllcherMMtlmg.
Nr. 22l.
Pr>l >i » »iciatio nlp rci l : Im Comptoir ganzj. fl. i! , lialbj. N. 5.5». ffül die Zustellung ins Hau« hall',,5,
lt., ^m.»"li.,»m.l ft.; sonst pr.Zeile Im. ell.,»m.»lr,, 3m.^>li. u. s. w. Inlcrlionsftcuipcl iede«m.5>i s>.
1868.
Mit 1. Dctober
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„Laibacher Zeitung."
Der P rä n u mer at i ous-Prc i s beträgt für dic Zcit vom 1. October bis Ende Dccer.lbcr Mitt:
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durch die Debatten im Lcmbcrger Landtasse zeigen, ob wirtlich jene Fraction, welche den Umsturz der bestehenden Verfassung anstrebt, die Oberhand gewinnt, oder ob nicht doch schließlich die bessere Einsicht in den Land-tagssaal ihren Einzug hält. Sollte aber wirklich eine, die Verfassung ncgircndc Adresse zu Stande kommen, dann wird daS Ministerium, an welches sie gelangt, sclbc zn beantworten haben. Wie die Antwort ausfallen wird, kann für niemanden zweifelhaft sciu, der sich vergegenwärtigt, daß das Ministerium bei allen seinen bisherigen Schritten sich nnr die Verfassung zur Richt> schnür nahm.
gegen mnß eine Resolution oder ein Antrag, wie das cze chischc Memorandum, durch das ministerielle Fegefeuer gehen uud dort stecken bleiben. Das Ministerium kann darin eine Gefahr für sich sehen und Adresse, Resolution uud Anträge können ohne Wirkung bleiben. Betrachte ich mir aber die Anträge, so zweifle ich, ob wir etwas damit bewirken werden; denn Adresse, Resolution und Anträge sollen uns bewegen, wieder ciuc Delegation zu entsenden. Werden wir auf diesem Wege ttwaS errci chen, so wird es eine Gnade sein; wenn nicht, so wer-den wir wieder auf die Ecntralisten schimpfen und selbst die Schuld tragen, daß wir in die Knechtschaft gcgan-gen sind.
Nachdem man die den Verbrechern abgenommenen Ketten der Autonomie angelegt hat, sehe ich kein Mittel, nnS ans den Krallen des Rcichsrathö zu retten, denn der Antrag der Commission hat zum Theile die entgegengesetzte Wirknng; daher werde ich dagegen stimmen.
Es wäre sehr gut, wenn unsere Adressen nur Lob uud Dank enthalten könnten, sie sollen aber die Wünsche und Beschwerden des Landes darstellen, und daher sehe ich nur demüthige Beschränktheit, wenn nicht ein Verbrechen gegen das Land darin, wenn jedes unangenehme Wort verschwiegen bleiben soll.
Redner entwickelt nun seine Ansichten über die Administration, das Gerichtswesen nnd ähnliche Gegen-stände, welche immer mangelhaft bleiben werden, bis die ..lächerliche Fachpedantcrie" beseitigt werde. Man müsse sich nicht nach fremden Mustern richten, nicht nach dem Urtheile sogenannter liberaler Blätter, denn der Miß' branch des Freihcitsbegriffes habe der wahren Freiheit am meisten geschadet.
Noch schärfer tritt Redner gegen den herrschenden Steuerdruck auf, „die Stcncrcrprcssnngcn." welche eine „regelrechte Contribution" bilden. Unter diesen wieder sei die Erbschaftsübcrtragungsgcbühr die schlimmste nnd daher solle man um deren Abschaffung bitten.
Die Politik dcr Zugcständmssc, der Halbheit, der Tranöactioncu sei die verfehlteste, gnade für den Schwachen, denn für diesen wcrdc jeder Comftromiß zu einer Ergebung auf Gnade und Ungnade.
Alsdann zieht Redner gegen die Bureaukratie zu Felde, dcrcu ewiges Bcstrebeu es sei, Ruhe und Ordnung für die Völker zn schaffen, damit man von dew selben sagen töuuc: i'^uü ^.mcn: derselbe ist das unbcdingtcstc Festhalten an dcr Erfassung, dcrcn sichtbarer Repräsentant das Ministerium lst. Diesem Minislcnlim, oder auch nur cincm Thcilc ^selben insiüuircn, seincn parlamentarischen Ursprung ^'ch nur cincn Moment zn vergessen, heißt, demselben ^lcii Staatsstreich <>> «l'llm:, l'm,m> zumuthcu, mit-Mi dasselbe gröblich verdächtigen. Ob man dies bcab-^li'gt, mag, dahin gestellt lilcibcn, iu tcincm Falle ^'rd aber der Sache dcr VcrfassnngSparlci cin Dienst ^ei'stet, wenn dic Organe derselben sich zur Eolpor-.^ von Gerüchten hergeben, die offenbar ans dcn ^^l-nationalcu Krciscn stammen, wofür schon dcrcn 'dualistische Färbung spricht.
. Es wäre geradezu überflüssige Mühe, diescu Mcl-s^Lcn cin förmliches Dcmcnti cntgcgcnzufctzcn, da sic ! H bei nnr einigermaßen objectiver Auffassuug dcr Si-soü^"' "^ rein crfundm herauSstcllcn müfscn. Was M. '"an, nm nnr cincn Fall hervorzuheben, von dcr d^ billing denken, nach welcher Freiherr von Vcusl, dic ^"llichc Schöpfer unfcrcr gegenwärtige» Verfassung, Hnt cralistWc Strömung in dcn Hoftrcifcn protcgire? H^,.'""" denn schon ganz ucrgcsscu, daß Freiherr von
^ra ' ^ ^^^' ''"-^ "^ ^^ ^'^^ '^'" ^^ ^ ungarischen lcic!,^' ^'lfftücn Initiative dcn Dunlismus in Ocstcr-t>^ .^^livtc? Und dieser Staatsmann solllc angesichts tlin ^ ^'^^' uuhr und nichr cundcilsircndcn Gcslal-^,'5 "uscrcg Staalsorganismus Lust uud Vaunc vcr-^,""'seineSchöpfuugföderalistischen Rcichszcrstücklungs-ojccten ^, ^icdc zu opfcrn? ES ist wirklich auffallend o unbcgrciflich^ daß sich derartige verdächtigende Mit-^ mingcn gerade au die Person dcs Frcihcrru v. Bcust ^^ainmcrn. Wir töuncn nns nichts anders denken, '°Ns^ glänzenderes Relics zn verleihen, von N "/' "brigcus »on Differenzen zwischen Freihcrrn
"°ch i.' m"'.!s ^ ^'" ^"' 'ioleit aniscl c Ministeriu.n
l^.tVscho im Ste.!..,!'' '"' ^Uz.sch'n Angclcgcnhcit icyon unc Stelluug zu nehmen. Es mnß sich crst
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Monarchic zngntctommen, dcm Land nützen, die Monarchic aber stärken und ihr dcn Weg zn weiterem Gewinn öffnen werde. Dcm Grafen Borlowsti aber miissc er sagen, daß ein gntcr Ral>' besfer wäre, als tausend Vorwürfe, ciue Erfahrung besser, als lausend Kritilcu.
Sm o l ta bedauert vor allem, mit seinem Antrage so gan; allein geblieben zu sein, daß er denselben nicht einmal als Minoritätsvolum der Commission ein-bringen li'nnc. Er bittet daher um Erlaubnis;, diesen Antrag selbst zn verlesen. (Wird gewährt.)
Das Schlnßbcgchrcu desselben lantcl: Der Landtag des Königreichs Galizicn und Lodomcricn nnd des Großhcrzogthnms Kratan zieht
1. scincu Beschluß von, 2. März 18Ü7 zurück, womit derselbe dcn Dclegatcn znni Rcichsralhc ein Mandat ertheilt hat;
2. derselbe fordert die Delegate» zur Nicderlcguug ihrer Rcichsralhsmaudate ans.
Dicseiu Begehren geht eine Motiviruug in 12 Puultcu voraus; davon enthalten nur die Pnnttc 4, 5). <; die positiven Idccn des Redners. Dicsclbcu lauleu :
4. In Erwägung, daß zum Länderbeslandc des österreichischen Staates vier große Wandergruppen gchö-
' rcn, welche zugleich fcharf abgesonderte historisch-politische Individualitäten darstellen, nämlich:
-'. die Länder, welche zur Krone des heil. Stephan gehören;
!>. die sogenannten deutschen Erblandc;
^-. die Bänder, welche zur Krone des heil. Wenzel gehören;
r für dic wichli^ gnc nalionale Existenz seiner Landeleulc gefährlich findet, und wclch^ durch die Zusammcupfelchung aller mcht ungarischen Länder der Monarchic in cine Gc« sun'mthcit, bus sogcuain'te Eislcilhanicu, tnich dic Z»-sammcnsctzling dcr Repräsentation dieser Gcsammll'eit, üderhanpt durch ihren cciittalistischcn Gcisl dcm Laudc wie dcm Ncichc gefährlich und schädlich fti.
Dic miwdlichc Äcotiuirung dieses Aulraa.es durch den Redner dcuicrtc uicht wcuiger a!s a»s>erthalb Stunden. Dcnn Smulta beg^iin zuerst darzi-thün, daß ihm die födesalistlsäic Gchnllm',g Ocstcllcichs schm, seit dem Bcamn scmcr politischen Wirvamtcit voi^schw^bt habc, und erging sich dann in ciucr längeren H,st0lischcn Ans-filhrunss.
Schon vor Iührc 1848, obwohl mucr der Herrschaft ei',es absolutistischen und dcchcr nivcll rcndcn Sy« stems, haben sich dic vorerwähnten vkr G>l,ppcn, ll, lvelchcn damals noch cine fünfte, die ilalkmschc, win, dcutlicl) llnlcrschicdcl!. Dieselbe, scieu ciuch auf verschick dcne Wcisc an Oesterreich getommc» : Uügaln duich Veltrii^c mit der Nation, Böhmen auf ähnliche Arl, die dculschcli Elbliindcr meist durch glückliche Heiraten,
Galizicn auf eine Art, die Redner nicht bezeichnen will. Dic verschiedenen Länder hatten ihre Laudeoordnungcu, Uugaru seiuc pla^matischc Sanction. Schou im Jahre 1848 habc mau aber ullc milsammcu zu Neu-Ocslcr-lcichcln machcii lvollcu. Vta» habe dcn Gruudsatz d»r UlUioinilcn Glcichbcicchtigliug futsch »ingcwendct, dic historisch berechtigten Naliolnu nüt dcn historisch nicht-bclcchligtei! Naliuilchci, in cinen Topf gcwoiscn üüt) alle ^ls.eu cinandcr nufgercizi, uui sie desto lcichlcr zu ccuirallsiü,» und zu beherrsche». Dicje machiauelistischc Polilil habc >ich aber uicht bewährt; ln< wurde g^geu E»dc 1848 ciu coüslilulrcudcr Auoschuß ciübcrufeu, adcr auf falsche SiegcSuachrichleu aus Unga«l, wicdsr aufgcloot. Schon in diesem constituilcudcu Auoschussc hat Redncr i)ic Idee des Fodeilillsmus verllltcn, wct' chcr anßcr Galizien noch Böhu'.cn, Älcihlcu, ilrai» uud ml Thnl Tircls ^'»ei^t ware».
Doch behielt dcr Eentl^lismus die Oberhand; nach di,r Niederwerfung Ungarns mit fremde Hüfc wnidc dasselbe mit Bach-HuMen übeifchwcniiut und cs solllc udcrhaupt leine Nülioncu mehr ^bcii, solider» nuv NlN'Oesicircichcr. Da? dauerlr die I85V.!; 18W erschien das Oelobcroiplom, wic^r iiil föderalistischen G.'ist, dem aver die ccutralislische FeblN'.irvcrfussuu^ follile. Im 3tcchsralhc 1801 veifocht Redner die v nicht mit Tränlchcn. Ich habe geendigt. (Schwacher Beifall.)
Bezüglich dcr formcllcu Bchaudlnug bittet Redntt noch, seinen Antrag, trotzdem daß die Eommission vor schlägt, darüber zur Tagesordnung überzugehen, dennoch zur Spceialdcbattc zuzulasscu, daher die Abstimmung darüber zu verschieben; wcil vielleicht mancher dazu werde Amcndcmcnts stellen wollen. (Tchluß folgt.)
Ein Urtheil über >ic preußische Taktik.
Paris, 20. September. In dcm Mouiteui,' d.' l'Ärn^e gibt Oberst Fcrri-Pisani ein Urtheil über die preußische Taktik ab, wic sic in dcr von dem preußischen Gcncralstab verfaßten Geschichte dcs Fcldzugs von 1,M> dargestellt wird. Vorzüglich ist dcm frauzösischcu Militär Schriftsteller dcr Unterschied iu dcr Schildcruug der strategischen uud tactischcu Eiuzclnhcitcn dcs genannte» Fcld;ugs ausgcfallcu. Erstere scicu mit bcwunderungs' würdiger Klarheit uud eincr bis jetzt in der militärischen Literatur nnübcrtrosfcncn Methode geschildert. Dic letzteren aber seien wenn auch uicht in geradezu verworrener, so aber doch nicht sehr faßlicher Weise dargc legt, selbst wenn man sic genau ans dcn topographische» Karten verfolge. Die Actiuncu fchcincn, die Schlacht von Sadowa ausgenommen, Herrn Fcrri-Pisani in einer Reihe von feindlichen Begegnungen bestanden z» habe», dcreu Zusammenhang nicht immcr besonders er-sichtlich ist. Ucbrigcnö darf man annehmen, daß diese Unklarheit mehr anschciucnd, als wirklich ist, da cs dic Hauptluisgabc des Generals v. Moltke, als Ehcf d^ Gcneralslabs, gewesen. auch die llciustcu ZwischcnfiO dcr militärischen Action hervorzuheben, damil jeder Ossi cicr iu dcr officicllcu Redaction die unbedeutendste» Einzelheiten der von scinem Regiment, seinem Ba> taillon oder seiner Eomftagnic gespielten Rolle wieder-finden lönnc.
Als dcn charaktcrifchen Grundzug dcr preußische» Taclik sührt FerriPisani, nachdem er das Wert des prenßischcn Gcncralstabö gcnan stndirt, die Tendenz an, die Schlachtordnung zu zerstückeln, dcn Zusammenhang dcr Liuicu zu brccheu, so zwar, daß auf dem Schlacht' fcldc nur wcuig ersichtliche Spuren dcr Hauptdirectionc» beibehalten werden.
Seit Jena, meint Ferri-Pifani, habcn die Prenßcü unausgesetzt über dic Mittcl nachgedacht, wie sie alliu^ lig dic Tactik des 18. Jahrhunderts, welche ihren Rnhi» geschaffen, welche sie aber als veraltet ansehen mnßte», rcsormireu löuutcu. Sie habcu durch Theilung M Manövers gelenkiger gemacht die Gcsamnit-Vcwcgungc» auf dic cincr Brigade zurückgeführt nnd die Einheit dcs Bataillons durch die Bildung von Eompagnic-Colonnc» aufgehoben. Die Anwendung des unausgesetzten Fencr»^ (Id» (X'utimi), dessen Monopol sie lange Zeit besäße», hat sie natürlich ans dieser Bahn weiter vorwärts ^ drängt. Es handelt sich nur, zu wissen, ob sie dcn'i" nicht zu weit gegaugcn siud. . . . „Viele partielle M griffe, ausgeführt von Bataillonen, halben Bataillon»' einzelnen oder je zn zweien vereinigten Eompagnic"' weuig anscheiucudc Einheit, was Zeit und Runm ai'l^ langt, in dcn Bewegungen scltcn das Beispiel c>^ mehr als zwei Bataillone nmfasscndcn Manövers, d'l" ist prcnßischcrscils der Hanptcharakter der Actioncn, ^ vor Sadowa stattgcfnudcn habcu. Weuu der Augl'is'^ plau schärscr hervortritt, so besteht cr mcistcus iu b^ ^orination mehrerer divcrgircndcr, vereinzelter Eolontt^'' die von sehr weit herkommen und ohnc vorhcrgä"5^ Eonccntration auf dic verschiedenen Punkte dcr fc>^ lichen Stclllmgen direct losgchcn. Es ist dies cine ^ fcchtstactik, welclie dcr dcr ersten Jahre der NcM'^ sehr gleicht, nnd später, nachdem man ihre Uebels" erfahren, umgebildet wordeu ist." Eiucn besondern U^ tcrschied nimmt Fcrri-Pisani in dcr Verwendung ^ prcußischcu und der französischen Avantgarde wahr. -" . französische Avantgarde nimmt Stcllnng. wenn stc ^ dcn Feind stößt, und tritt dann in das Hauptcorps ^ rück, sowie dieses iu die Gefcchtslinic cm^'M' ^ic preußische Avantgarde, dic mit Eauallcric und ^U'" verschen ist, behält während des Gefechts ihre."^! ^ dcrtc Organisation bei uud opcrnt als s^b!^""^^l Eorps weiter. Derartige Fälle kamen im bolM, ^
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Fcldzug zahlreich vor. Fcrri-Pisani erblickt in dcrarti-8m Zügen der preußischen Tactit ein gewisses Streben nach cincm complicirtcn Raffinement der militärischen Wissenschaft. Die Einfachheit der Mittel. die Einheit der Action geht vielleicht dadurch verloren. Er bekennt sich zu dem Grundsatz: „Neue Waffen, alte Tactik." Uebrigcns gesteht er, vkllcicht vom Standpunkt dcr cin-scitigcn Theorie ans die Sache nicht ganz richtig anf-Ucfnßt zu habcn, glaubt abcr seinem Hauptzwecke dadurch schon zu genügen, daß er die Aufmerksamkeit der jüngc-Nn französischen Ofsicicrc anf eine auch für sie so lehrreiche Frage hinlenkt.
und neben demselben besondere Schulen für Gewerbe, Handel und Ackerbau?
Dcr Ausschuß hat ferner berücksichtigt, daß eine Neuorganisation dcr Volksschulen und Gymnasien bevorsteht, daß das Ministerium bereits für dcn Rcichs-rath Vorlagen über den Unterricht in den Volksschulen und Gymnasien vorbereitet, und daß die Kenntniß die-scr Vorlagen uuumgäuglich nothwendig ist, wenn die Rcalschnlc. insbesondere bei uns, wo eine einzige besteht, in Uebereinstimmung mit dem ganzen Lehrsystcm hergestellt wcrdcu soll.
Auch das ist dcr Erwägung werth, daß die Realschule nach dem neuen Gesetze 7 Elasscn haben würde, daß sie daher auch einen größeren Raum in Anspruch nehmen würde, als bisher, während die Frage wegen des Rcalschulbaues bei uns noch nicht erledigt ist.
Alle diese Umstände erwägend, hat dcr Ausschuß erkannt, daß cS bei nnS äußerst schwer sein würde, in diesem 'Augenblicke zu entscheiden, ob und inwiefern unsere Realschule zn rcorganisircu wäre, und daß es je denfalls nothwendig ist, vorher alle Verhältnisse genau zu erheben nnd in Erwägung zu ziehen, die Erfahrungen anderer Bänder kennen zu lernen, die Ansichten nnd Urtheile sachverständiger Personen zu vernehmen, ehe die Landesuertrctung dieses Werk unternimmt.
Daß aber alle diese uuumgängllch nothwendigen Vorbereitungen und Erhebungen, ohne welche dcr Gegenstand nicht angemessen uud zum Vortheile des Lan-dcS erledigt werden tann, in dcr kurzen Zeit, welche dein hcurigcu Landtag vergönnt ist, nicht ausgeführt werden können, das ist wohl sicher; und sich ohne dieselben in die definitive uud mcritorische Erledigung der Regierungsvorlage einzulassen, wäre jedenfalls voreilig und gefährlich.
Deshalb schien es also dem Ausschuß, der durchaus nicht dcr Meinung ist, daß daö vorliegende Gesetz geradezu zu verwerfen wäre, am bcstcu und den Verhältnissen am meisten angemessen, dasselbe dem Laudcs-ausschusse zu übcrgcbcu, damit cr cs in Ruhe nach allen Seiten und sorgfältig in Erwägung ziehe, die nöthigen Erhebungen pflege, besonders, was darüber anderswo beschlossen worden, was die Erfahrung und die Experten darüber an die Hand geben, und nach Maßgabe dessen in der nächsten Session dem Landtage seinen Gericht erstatte.
Dcr Ausschuß beantragt daher:
Der hohe Landtag möge beschließen:
Das von dcr Regierung vorgelegte Rcalschulgcsctz ist dem Landesausschussc zu übergeben, welcher dasscllic in allcu Richtungen in genaue Erwäguug zu ziehen und womöglich schon in der nächsten Session dem Landtage seine Anträge zu stellen hat.
Nachdem dcr Berichterstatter seinen Vortrag beendet, ergreift dcr Herr t. k. La n d c Spräsi dcn t das Wort/ nicht um gcgcu diesen Vertagnngsantrag zu sprechen, sondern um dcn Grnndsatz, welcher diesem Gesetzentwürfe, dem ncucu Rcaischulplan zur Unterlage dient, vor dem Landtage auSzusprcchcu, darzuthuu, daß der-scldc auch iusbcsoudcrc den Verhältnissen dieses Landes gerecht wird, uud daß die Regierung hicr nicht dcr Vor^ wurf treffen könne, alö wenn sie diese Verhältnisse uicht bcachtctc uud der Ausicht huldigcu wollte, cius könne für alle gelten, mit demselben Maß für alle gemessen werden. Jener leitende Grundsatz sei der einer in dcn Realschulen zu erzielenden allgemeinen, cincr generell humanistischen Bildung, im Gegensatz dcö in der bisherigen Realschule angestrebten doppelten Zweckes dcr Fachbildung und dcr Vorbereitung für Höhcrc technische Lchulcu. Dic humanistische Bildung dürfte wohl uou niemanden so verstanden werden, daß cS auf ciu Hindrängen der Rcalschule iu eine gewisse extreme frcigci-stigc Richtung odcr gar darauf abgcschen fei, aus ihr cinc Schule ohne Glanbcn uud Religion zu machcu. Wcnn jemand dicsc Bcsorguiß hätte, so würde cr wohl demnächst Gelegenheit finden, sich zu überzeugen, wie fern der Regierung cinc solche Absicht liegt und wic fcst sic vielmehr au dem Grundsätze hält, ohne Religion leine Erziehung, ohne Religion kein Fortschritt.
Das Princip der allgcmciucu humanistischen Bil-ouug hat vielmehr nur dic Bcdcutuug, daß durch sie dcn Forderungen dcr Zcit au Gcwerbc uud Industrie uud allc praktischcu Bcrufszwcigc Genüge gethau wcrdc; diese Fordcruuczcu siud cs, durch welche das Gewerbe, zur Wisscuschaft gemacht und die Wissenschaft aus ihrcr ldea-lcu Höhe hcrabgcholt und dcr Arocit, dcm täglichen Leben dienstbar gemacht wird. Daß in unserer Zcit von dem miUclaltcrlichcu Zunft- uud Ständcwcfcn noch so viclc Ncste übrig sind und cin so zähes Lcben fnstcn, licgt vorzüglich an der Specialvildnng, die in dcn schulen betrieben wurde. Aufgabe des allgemein hnmanisti-scheu Rcalunterrichtcs sei cs vor allem, diese Schranken des Kastengeistes zwischen dcn Trägern der Wissenschaft uud dcr materiellen Bcrufszwcigc fallcu zu machen.
Was aber das im Gericht betonte Äcdürfuiß von Fachschulen betrifft, so ertcunc dic 'Regierung deren Nothwendigkeit selbst un, Beweis dessen § 5 dcs Gesetzes, wornach mit dcr Realschule Fachschulen in VeibiN' dun^ gerächt werden sollcu. In der dem Landtage mitgetheilten Denkschrift der Regiernng sei erwähn daß von dcn Frcqucutautcu dcr Rcalschule sich im all< gemeinen laum 10—15"/<, dcr höhclcn Technik widmen,
von den bcilänfig 290 hicsiaen Realschülern vielleicht kaum 5"/y, cö ergebe sich daher für den Rest die Nothwendigkeit von Fachschulen. Die sogenannten Bürgerschulen, welche diesen Zwcck erfüllen sollen, haben manche Sch^ttcujcileu. Durch eine allgemeine Bildung werde ?cn Fachschulcn am besten vorgcartmtct. Er müssc ferner den Landtag auf dic Aufnahme der modernen Sprachen i» dsi» UlttcrrichlSplan dcr Realschule aus-lnertsam machen. Dadurch, daß am Ncc>l-Gl)muasium 5ic alten Sprachen gcpflcat werden, ergänzen sich beide Anstalten uud durch die Vereinigung werden beide Zwecke, dcr altclasslschcn und modcrncu Bildung erreicht. UcbrigenS wolle cr iu dcr Vertagung kcinc Ver« ivcrfunss drr Regierungsvorlage, wic dies auch ausdrück« lich erklärt wcrdc, sondern nur dcn Wunsch cincr all-" scitig giündlichcn Erörterung dcs Geaenstanoes und auch die Beachtung der Localvrihältnissc, wcacn Un-lclbringling dcr Realschule, crblickcn, es sei seine Absicht nnr, dnrch das Gesagte darzuthuu, daß die Negie-inng durch den Gesetzentwurf bereits dic speciellen Ver« hältüisse dcr Länder berücksichtigt habe.
Abg. D e sch m a n n: Er habc dcn vorliegenden Gcsctzclttwnif mit dcn in audcrcu Landtagen vor^cleg-icn verglichen und glciHlaulcud bcfundcn. Das Gesetz sollte dl'u speciellen Landrsocrhältnisscn adaplirt sein. Er wisse nichi, ob es möglich sein werde, ein Neal-ichulgcsctz in dcm Umfang zu votircn, wie cs in dcr Rcgicrlillgsvo, lagc culhallcn ist, wir haben bcrci's cine Realschule, wrlche auf Iahrzchentc hinaus den Äcdürfnisscn genügen dürftc.
(5s wa'rc daher sonderbar, cin Gesetz zu votiren, welches die Grundsätze für Ncalsämlcn ftststeUcn soll. Dic Ncnlschule habc zunächst dcn Gesichtspunkt d.'r Vor« licicitllng auf dic höheren technischen Schulen ins Auge zu fasscu, dcr Zwcck derselben weide sich diesem Gc-nchtspunttc accomodircu müssen. Es müsse gctrachtet ucrden, dcn Realschülern dcn Bcsuä, andei-N' Real-schulen möglichst zu cllcichtcrn, daraus flicßc cin weiteres Princip, dc>ß nämlich bezüglich dcr Lchrfächcr dcr Unter-nchlSpl^n möglichst conform mit drm der Ncalschuleu anderer Länder scin müssc. Für uns feien dahcr dic aligcmcinen Principien dcS Gesetzentwurfes gleichgiltig, das pratlischc Bedürfniß werde die Sache regeln. Er bcdamre jedoch, duß das Oesltz uicht in Vorberathung gezogen wcrdc, in dcr Frage der finanziellen Mittel wcrde ja doch dcr Landtag zu entscheiden h^ben. Die Ausführung sei ja ohnehin die Hauptsache; wo finanzielle Mttlcl vohanden sind, entstehen auch lebenskräftige Schulen. Einige Fragen im Gcscne seien ledig» lich finanzullcr N'alur, dic Erwcitcruug dcr Realschulen auf 7 Elasscu wt'rdc cnlsprcchcnd böhcrc Anforderungen nach sich ziehen. Bei diesem Anlaß müssc cr übrigens dic Fraac stcllcn, ob dem Landtage teluc Milttzcilung iu Betreff der uou der Dilcclion beantragten Einsüh-rung dcS Mo del li ru Unterrichtes zugekommen. Er schließt, indem er seine Zustimmung zli dcui Aus« schußuntragc und zugleich dcu Wunsch ansspr,cht, dcr Landcsausschnß möchlc dcr Frage, wic Fachschulen mit dcu Rcaischalcu ucrcinigt weldcn könnten, sein Augen merk zuwcudcn.
Adg. Dr. Tomau spricht scinc Bcfiicdigui'g aus, daß dcr Vorrcdncr dic Motive des Ausschusses so lichlig gewürdigt habc, ebc» unser Lvnd zeige in dieser Frage dic größte Abweichung vou andern Ländern. Es sei dic Gleichförmigkeit mit andern Realschulen cmzustrc' bcu. B:idc Zwecke jedoch: dic Reallcuntnissc zu crwcitcin ur>d zugleich auf dic Technik uor^uoelcitcn, wcrdcn sich schwcr vcrciui^cu lasscü. Was das Rcal-schulgcsctz bclrcffc, ^o habc übrlgcns dcr Landtag ledig» >,ch d.«S Rccht, über das Gesetz zu bcschlicßm uud dcn Acschlnß der a. h. Sanction zu untelbreitcn, dic Aus« iühiuuss dcssclbcu stchc dcm LaudcSausschussc zu.
Was dic Eiuführuug dcr modernen Sprachen in dcu Lchrplan betrifft, fo fpricht sich Dr. Tom an für das Deutsche und Italicnische aus. als die Sprachen dcr Nationen, uuter wclcheu wir leben.
Dr. Bleiwcis ertheilt als Schulrcfcrcnt im LauocsausschusscAustliuft aufdicAnfragc Dcschmaim's betreffs des Moocllir u n tcrrichtc S. Die Kosten für denselben hättcu sich alö groß erwiesen, und da sich zudem dieser Uulcrricht uicht als obligater herausgestellt habe, so habc man ihn einstweilen übcrgangcu.
Deschmanu erklärt gegen Toman, er habc nicht im Sinne gchabt. die Eompctcnz des Landesausschusscs in Zweifel zn ziehen. Mit dcr Autwort des Dr. Blei-wci« in Betreff dcs Modclliruntcrrichtcö stellt cr sich zufricdcu, doch glaubt cr, wäre cs an dcr Zcit, jctzt, da dcr Modclliruntcvricht als ein freier angeführt sei, ctwas für dic Verwirklichung desselben zu thuu, um so mehr, oa sich in Kram oft in dcn kleinsten Dörfern Lcntc mit Formcnsiiut und Begabung sür die Aild-haucrtuust fiuden. daher das Bedürfniß vorhanden sei, für dessen Befriedigung zu sorgen Sache des LcmdeS-auSschusscs wäre.
Nachdem dic Debatte somit geschlossen worden, wird dcr Antrag des Ausschusses angenom m e n.
2. Abg. Savinschcg referirt über die für die Zwangöarbcitsanstalt einzuführenden Dienste si n'-structionen, welche ohne Debatte gcuchmiar wcrden.
3. Dr. Costa rcferirt im Namen dcö L"'^u^ > schusses über einen statistischen Nachweis des ArbettSver-
Krainischcr Landtag.
16. Sitzung.
Laibach, 25. September.
Der Landeshauptmann v. Wurzbach eröffnet die Eitzung um 10 Uhr Z5> Miuutcu.
Anwesend von Seite dcr Regierung dcr Herr k. k. "audcöpräsident Eonrad v. Eybcsfcld und dcr Herr t. k. Rccmrungsralh Roth.
Der Vorsilnndc theilt mit, daß er dem Landeshauptmann-Stellvertreter Koslcr einen Urlaub bis kom-Mcndcn Mittwoch dcn W. d. Mts. bewilligt, und daß sich dcr Finanzausschuß behufs Berathung über die Reform der Grund- und Gcbäudcslcncr durch Bcizichung dcr Herren Abgg. Apfaltrcru, Korcu, Joseph Kosler. Lauger, Piutar uud Tcrpiuz verstärkt habe.
Ferucr theilt dcr Vorsitzende mit, daß 2 Petitionen, 1. der Gemeinde Planina nm Beitrag aus dem Laudes-foudc zum Straßenbaue uud 2. der Stadtgcmcindc Nudulfswcrth um Traciruug dcr unterkraincr Eisenbahn über Rudolphswcrth und Errichtnng eines Filial-Eiscubahucomit^s daselbst —> eingebracht wurden, welche und zwar erstere dem Petitions-, letztere dcm volkswirth-schaftlichcn Ansschussc zugewiesen werden.
Schließlich theilt dcr Vorsitzende mit, daß uach-stchendc Vorlagen untcr dic Abgcordnctcn vertheilt wurden:
1. Vorlage des kandcöausschusses in Vctrcff dcr deutschen Textiruug des Hutweidevcrthcilungögcsctzcs.
2. Bericht des Vcrfassl'ngsauöschusscs über die Abänderung dcr Landtagswahlordnung und dic betreffenden Rcgicrungsvorlagcu.
3. Bericht dcs VerfassuugsausschusscS über die Abänderung dcr Gemcindcordnung der Stadt Laibach vom 9. Juni 185)0.
l. Bericht des Schulausschusses über die Eiufüh-Nlng dcr sprachlichen Gleichberechtigung in Schule uud Amt.
Es wird zur Tagesordnung geschritten:
1. Abg. Svetec rcfcrirt Namcus dcs Schnlans-schnsfts übcr die Regierungsvorlage, betreffend daö ^calschulgesctz.
Der Bericht lautet (in deutscher Ucbcrsctzuug dcs ^orlicgcudcn slovcnischcn Urtextes) :
Dcr Ausschuß, welchem die Regierungsvorlage zu-licwicscn wnrdc, halte die wichtige Ansgabc, zn erwägen, °b dicsclbc d^n Verhältnissen unseres Landes entspreche "der nicht?
Dcr vorliegende Ocsctzentwnrf über dic Realschulen 'Uttcrschcidct sich wesentlich von dcm bisherigen.
Dcr Zwcck dcr bisherigen Rcalschnle war, ciuc all-Ncmeinc Bildung und Vorbereitung für dcn höheren tcch' "'scheu Unterricht, aber auch für das praktische Leben ^ gewähren, so daß dic Realschule nicht allein die Vor^ ^reitunMchnle für die Technik war, sondern auch °'c Fachschule für Gewerbe, Handel- uud Ackcrbau dMrat.
Dcr Zwcck dcr Realschule nach dcm uorlicgcudcn ^csctMtumrfc '"arc aber blos, cinc allgcmcinc Bildung ^l geben nnd für die höheren technischen Schulen vor-freiten. Auf dic besonderen Bedürfnisse dcs praktischen ^bens würdc dicsclbc daher nach dicscm Gcsctzc kcinc "tsicht „,^)r nchmcn.
^ Die Realschule uach dcm ncucu Gcsctzc würdc da-/,,^^st iu ciuc Rcihc u'.it dcn Gymnasien treten, nur s;..>>u Unterschiede, daß mit Bezug auf das Sprach-dc/^'" ""l Gymuasium auch dic alten classischen, an „ .^alschlllc abcr blos dic modernen Sprachen gelehrt ""'"" würden.
"cr Ausschuß war überzeugt, daß diese Verändc-
, ^ in dcm System dcr Rcalschulcn insbesondere für
"jer La,,^ ^^,^ ^^. ^.^„ Bedeutung ist.
< nur cu,^ Länder, welche sür das praktische Le-
u. ^a»dwcvt, Gcwcrbc, Handel uud Ackerbau cinc
^lcngc bcsoudcrcr (Fach-) Schulen babcn, ist viellcicht
o^ ^"! ^cschentwurf sehr angemessen und besser als
"° lnsherigc Gcsctz; wenn abcr wir uuscrc Ncalschnlc
""1 dcm ucucu Gesetze einrichten. so wcrdcn wir für
p/'"u'schc Lebcu lcinc Schulen haben, si^ / c.?"^ '^ wohl zu bedenken. Anßcrdcm drängt M dem Ausschüsse die Frage auf: „Wenn dcr gcgen-scll«. s ^"^ ^"' Ncalschulc aufzuhören hat. wenn dic-dcr Ä' , " ^^ ^ymnasic» nur dcr allgcmciucn Bildung, dienen !^"!"^, "^ ^°^ l''d>'"" tcchuischcu Studicu zu und »l ' 5" dann übcrhal'pt noch nothwendig sci N^ss, . ". ^ ^'lscr wäre, au ihrcr Stcllc cinc Höhcrc nal^chulc oder cin Ncal-Untcrgyumasium zu errichte.
1620
dienstcs der Zwänglingc, welche der Landtag ohne Debatte zur Kenntniß nimnlt.
4. Dr. Costa rcfcrirt über den Nechunn^abschlus; deS Grundentlastullgöfondes j»<. !l-!<;0, welcher dein Finanzausschüsse zugewiesen wird.
ü. Abg. Kr omer rcfcrirt iin Manien dcs ^andes-auSschusscs über das Ansuchen des Stadtpfarrcrs itöstl um einen Vcitrag zur Wicderaufstelluug der Vtaricn-statnc a»n St. Ialobspllll.>e. Der Antrag lautet auf Zuweisung an den Iiuanzausschuh.
Dr. Costa spricht für schleiche Äclvilligung eines Beitrages, welcher einc Ehrenpflicht der ^andesvertrctuu^ als Nachfolger der ehemaligen ^andstäudc, sei, welche die Aufstellung der gedachten Statue zur ewigen Erinnerung an die Abwendung der Pest gelobt haben. Er beantragt die Bewilligung eines Beitrages pr. 5)M fl, welcher Antrag, nachdem der Berichterstatter sich cinuerstanden e.-klärt, angenommen wird.
Der Vorsitzende schließt, nachdem dic Tagesordnung erschöpft ist, die Sitznng um 12^ Uhr und bestimmt die nächste auf Moutag den 2tt. d. M. mit nachstehen-der Tagesordnung:
1. Zlischrift des hohen ^andespräsidiums iu Actrcff deutscher "Tcxlirung des Hulwcidcgcsctzcs.
2. Bericht dcS Pcrfassungsausschusscs über die Abänderung der Ocmcindeordnnna der Stadt ^aibach vom 9. Juni 185i<) und die bezügliche Regierungsvorlage.
Z. Antrag des Dr. Toman betreffs Ausführung der nntcrtraincr Eisenbahn.
4. Antrag in Betreff der Einführung von Ackerbauschulen.
5. Gesetzung des Flachcnfeld-Wollwitz'schcn Canonicals.
a. Antrag betreffs der Mertschetschcndorfcr-Straßc. 7. Petitionen.
tonnten. Im darauffolgenden „Die Damenschlacht" wetteiferen dic deiocn Damen Fr. Schmidts uno Fil. S o! m »? im Er-riugrll dcr Palme , F>l. S o l m v fcsselte daö Pudlicun, durch ihie uaiu tindlichc , >o natürliche und herzliche Tar' slcllung Lcontinens , die ihr der lcinslen Liebe übervolles Herzchen laum zu halle«! weih lü'd iu der Änqsl um die Sichel-licit ihlc-2 Gelicdtcn beinahe zu d>sstN Vi.'llä'll)llin wird. Ihre Tante, die Gräfin von Äulreual, »ine lluge derecbucnte Weltdame, die es so gut uc< steht cine in ihrem Innern lodeinde Leidenschaft hinler ihl.m Geisle zn vllsleclen, wmdc von Fl. S cd midlZ sehr gut dai-a/sullt. Hr. Aerg m cl» n gefiel in seiner tonischen ^lollc al^Z Gustav >.'. Grigno» bei wnttUl besser als in seinem eic^eollichlN Fache alö Held. Hs. 2 t c f a u war im Vorzimmer besslr aI-3 in der Tamcn-schlacbt, doch noch immer recht gut, ebenso wie Hr. Paclh der Heinrich v. Flavigncul gad. Wir lünne» dei diesei (Gelegenheit richt uuchin auch t>en» Publicum rine lleineNügc zu ellhcilen, das, sobalo e^ eifährt, dah sie sich betommel', und daö (Knde nicht ferne sein tailn, wähiend deü Dialoges nicht gerade am stillsten das Haus uerlüht, ohne den Mltwirtcnde» die wenigstens gcslcrn so wodll)erdie»tcn Äeisllllöorzcugu»-ge:i zu senden, beider war oer Besucli schwach.
einigten sich üüt der Aufstandöcscadrc. Concha schickte dcu Gcncial Ros Doluuo mit cincr Vcrsöhuul^smif'' sion ei! Scirano, welcher jedoch alle Eröff,nma.cn zu-rückmics. Gcucial Iuestal, welcher gegen die Nevolulio-närc nach Santandcr ausgesendet woiden war, vereinigte sich mit ihucn. Prim l'egab sich ans eincm Dampfer vun Cadix nach Vnlcluia uud geht mit 20,000 Gc> wehren »uch Calalonilü!. Bnldrich erwartet den Gcl-e-lal Pliiu mit zmci Rcgimcnlcru uud 15),000 Bauciu. Es geht das Gerücht, die Königin sci heute «ach Vit-tori.i abgcnist. Ei» Dccicl dcs revolutionären Comic's cll!äil alle Äiiliims, wllchc auf das ^ol! oder alls dic Armee schicsiru lasse», für ^crräthcr. Der „Finavo" meldet : ^n Valencia wuvdc der Gcucl'ulcpitäii crmoidct und dessen Leiche durch die Straßen geschleift.
Madrid, 24. September. Serrano ist Marschati der Insurgenten. Die Aufständischen weisen Compromiß' vorschlage zurück.
Telegraphische Wscksl i, ourse
5»"m 25, Septeindcv.
!''<'«,'. Mc'alliüU!« 56.40. — 5pcrc. Mclalliqu^ >i"l Mai. in>d ')ioucli:bn-Zinft>, 57,^(». — lipnc.^'alü-llal Äulrhrn (N.60. — I^tton Ktnatgünlclx-n <^.15>. — Äc>:!^et!.-n 71l.- Crrdulienri, 20tt.1l>. ^,'!,,''!),! III!, — . ,. ^ilbrr I1!j,75'. — K. l Dueall!:! 5,.5,2"/,^.
^ o c ü l e s.
— (Laibacher M us i k c a v e ll e.) Vci der am 22. d. Ml6. ftattgefundenen (5oniil«Wung der Laibachel MusitssesiUschast wuide die Cavellmcislecslelle, um welche sich !5 Competenten, grOßteulheils Mililäilap.llmcislcr, darulilcr
slch« adsolvilte Eleven des Conscrvalounms beworben hatten, beseht. Dieselbe wurde dem Hrn. Wahl, einem ledigen Miliiälcapellmeister. der das Pra^r Conservatorium mit großem Erfolge absoloitt bat, verli'hc». Für die Cauelle melvetcn sich bereits 25> lilchlig? MMer. groblentheils ehemalige Chargen ron Milita'lmusileavlllen und ist Hoffnung vorhanden, noch einige sehr lüeblige Musiker zu gewinnen, wenn der Fortgang der Subscription dem Comil»'' cine fixe Untersiüknnl, der gediegenen Musiker ermöglicht. Das Lu-eale sur Musitftioben ist bereits eruilt und es dürsten am I. October die Musitubungen beginnen. (5s wird übcrdico eine Musilsckule fllr junge Gewrrböleulc in Aussicht gestellt. -- Aus Obertrain (>«olliz), 2l. d.M., erhallen wir von dem belanrtten Ohslzüch!?r, Herrn Andreas Net eine Mittheilung in Betreff der Uedcrscftung und des Aus« htbens junger Bäume. Ti? Herbslzeit ist für daS erstere geeigmter, ulb der Flllhling, wie die Gifahiung lnsläligt. Herr Net hat wie wir bereits von lüngeicr Zeit mitihlillcn eine eigiue Schaufel zum Herausnehme» junger Bäume ci-funden, dereu Abbildung und Beschreibung er dcmnüchfl i» der „Novice" veröffentlichrn wird uno welche auch dulch ihn zu beziehen ist. Heuer hat delselbe auch au »)00 Gat» tungln Obstbänme: A.pstl, Birnen, Zwclschcn, Mirab«lkn, Psilsichc, Ki'schcn, Nuh- und Essigdäumc :c. abzugeben, silr einige tausend Bäume ist bereits eine VcsNUung aus Slavonien eingelaufen.
— (Theater.) Wir batten schon in „Kabale und Liebe" Gelegenheit, in Hcirn Stefan einen vorzüglichen Schauspieler tennen zu leru.n und lünnen nicht umhin un-sei Unheil vcu neulich vollkommen ausiechl zu erhalte». Herr Stefan spielte gestern den allen Luhnschrcidlr Knabe im Vorzimmer Sr. CfeeNerlz mit sehr viel Gefühl und Wärme -er wußte das Publicum während seiner langcn ElzHHIung in geivanrtter Aufme,tsamicit zu erhalten, und verdiente den Beifall, der ihm zum Schlüsse gespendet wurde, vclllommtu. Die übrigen Darsteller halten zu kleine Rollen : al« dah sie von we-sentlichlm Einflüsse auf das Gelingen des ganzen gewesen sein
Ein^csei'det.
^i! iiiiseleiii Älalle liesprachc» wir wictn'rholt da,? Koiücn-linrgcr Vnliftiuuer und filioen ni!i> durch dic Anl'llciinnna,, nulchc dcnislldlli !,Ill'rl,''.t>< gefüllt wird, vcranlnltt, cibcrmaK, auf dcioscll»,' zm'iictzntolnomi Dcr sich uon Jahr ,;n Ialir slcigrrnde exurme Vcrbranch von o:cs>'ni Vichftnlvlv, wouDii wir Gelegenheit haue», nili' ;u ül'rrjc'ügl'li, liefert den bcslcli Bl».>ci<'', das; drr vrüfrnde ^andu'irlh dl'ii Wn'th d^srlbm liald cllanntr, und nun isl cc« dinch seinc Zlurttlnä^igtcil. Allläsilichfsi! in fciiu'ii Niltiüi^ri,, gcradi.' in dm d(i den Hau^lhicr^il am häufnMn uor!o!!>i!i!?l,dc!i itraillhcitrn, j^deiü nuiuncXl,'!: Ol'Iliu^incn znui nncnldchvlichl'n Hcinciniltel gciuurdcn.
Wir glaulieii dahcr l)lc><< im InttN'ssc o^r Herren ^'aüdwirthe zn handeln, wenn wir aus da« Kurncnlinrgc!,' Birhftnlmr ocsuu-der» anfüicrlsan! n^ache», und verweise!! licznljlich der iUi';ilgö-qucllcn d^sl'ldrn auf die in der heut>a.cn ^lummcr mthallene Annoiicc',
Handel und "Volkswiitljschastliches.
WocheuauHweis der priv. ostrrr. Nativllalbanl
vom 2,'l. Sl-plrinlicr l« lr., oc>I)leil»l!i 2l:.!.^1l!,3o!! sl. 'U» lr. Bedeckung: Me-t^Ilsch^ l lI,:W.K20 fl. ^l0tr.; in Metall zahlbare Wechsel ^,<).'l,;,.^ fl, «;? fr.: Etaali'n^tcn. N'elchc der Vank nclMcn 2,^^0 tr.; Darlehen ^.'1 Mill 5-4.KM sl.; sinc,r!öi«lc (ionponij von Gnind^nllaslun^-^bussa-lioniii ^2t5> fl. 4.'' !r.; 8,N?6 500 sl. - riiiciclü^c Pfmidbr'mV l> ''^'/n "/,. 5.5^l,.'>:!3 fl 3". tr.. ^isammrii 25)2,«!ll,.
Aus >cn Llln>tlllzclt.
Prag, 23. September. Das Eesctz ü^el' dic Schulaufsicht wurde nach dem Mnjoriläl?clitwlirfc in driller Vcsuua. unt cinimiUcl Viojoiilät lln^cnumm^u. Dafür war die Lmte uud eiuc aüsehüliche Zahl der GrosMuiidbcsitzcr.
Prag, 24. September. Samstaa, wird der Mau-datverlust der Dcelarantcu nusssesprochen.
Ä r ü u u, 24. September. Im ^andtali »ourdc eine Nesolutiou augcuommcn, welche die Declarantcn ,znr Ersüllunci ihrer Pflicht anffordert, die Antonomic Mährens bctout und das Vertrauen zur Ncssicruua. ausdrückt. Der Statthalter hat früher die Declaration widcrlcgt und dic Resolution befürwortet. '
^embcra., 24. September. Mehrere Tyeilc der Ncsolutioil wurdeu ungeachttt der ^inwcndungcu dcs Statthalters in der mildere», von Potocki vora.cschlaa.c-ncn Stylifirunss in dritter ^csuna. angenommen. In der Nesolntion wird auch die > !'!<»«) an.
Verstorbene.
D e u 1 7, S c> p t c m l, c r. Maria Rndols, Datzersgaüin, alt l!j Iahn', im ^wüspital an dcr ^niigenlähmui^.
Dri! 1 l>. ^> c p t e m l) c r, HüleuaCcli'äiiit, Instit'.ilsaiiüc, alt li4 Iahrc, iin Pe'sllrguii^ijhaiise Nr. ^l, am Schleimschlage, — Occirc, Paulav, Nagclschmird, all ^0 Iahri-, im Civilspitcü ani Marabu! ui<.
Deu 20. September. Maria Viclhabcr, I„sl! eu 21. Septc m d c r, Gcrlrcnid Kralj, Hasmri'N'iln'e. alt 74 Jahre, im (iwilspital am Marasmus. — Dein Joseph Paißrr, Haiicbcsi^r, seine Gatlin Ursula, alt 5>« Jahre, in dev Tiri.anuürstadt Vir. 7ü, au der Hcr;l!cntl-lwasstrsncht.
Dcu 2 2. Scplembe r. Dem Herrn Johann Lcu, t. l, Fiiilliizdirlvuoiio.-C^icspldprakticant, scüi Kind Otlolur. alt nenn Wuchm, in der St. Pctrröuorstadi Nr..'!, an der Gc-üännmtziii,
dl!»^.
'Drn 2!t, September. Fran,; Uirt, Ba^r!^,rji!!!0c, all U> Jahre, in dl'r ->,tap!i;u!«'uc,rstadt ^)ir 3. ist im Äcttl' ll'dl ssrfundcii wurden. — Martin Finelgar, Inwohner, alt 72 Jahre im Ciuilspital au ^rschöpfiiüg der Kräfte.
Ds,i 24. September. Agneö Vabüit, Inwohners-witwo, alt s;, uuii Berlin. — (Äuidi, Kaufm.. uud Dr. Nndescli,
vc>n Wien. Elefant. Dk- Harren: Lazarouich, n»d Hinst, uuii Trirst. —
Schlbcrlh, r'lln Klaa.mfurl. — Kargacin, uon Zeugg — Pich.
von Cilll, — Dr. Fleisch, Ndvocat, und Doßlcr, Kaufm., von
Wie»,
Vaierischcr Hof. Herr Mc>cc,z;>, Agcnt dcö üstcr. l,'l?yd, uon Trirst.
Moln'l'll. Die Hcrrcu: Vurgcr, ?lgrut, von Gür:. Pntz, Privatier, ron (5illi.
t'u. ^cu ^!2^^^üu5^!U)I. Wien, 24. September Fonds und Aclicu beliebt und hohcr dczahlt. Dlviscn mid Valntm fester. Geld flllssig. Geschäft limitirt.
Deffeutliche Tchuld.
^, dc« Slaaleö (fiir 1<)0 ft.)
Geld Waarc
In .... f,?.90 58.-detto rncizllhllicn- (^) . . . 93.75 94.25 Silber-Anlehcn von I8»iihld
W37I. ^n 5p(5t.
dctto . . . „ 4;„ 5.0,75, s)i'2-,
Mit Verlos, u. 1.1839 , . , IK5.— i«5bo
„ „ „ 1854 . , . 78.20 78.50
„ „ „ 1«U0zu500fI. 81.W 82.-.
......„I860 „100., -.- - .-
„ „ „ 1864 „100,, 91.30 915,0 ltomolöttlltclisch. zu 4A !.. «u«l. 23,— 24.— Domaiucn 5prrc iu Silber 105 50 105.75 U her Kronllinder (für 100 ft.) Or.-Enll.-Oblig. Niedcröslelleich . zu 5"/„ «6.40 86,80 c)beMcrrttch . ,'5 " ««-" ^-" Salzbmg.......' " ^^-" ^'"
Geld Waare
Böhmen .... zn5"/« i»2,- 92.50
Mährcn .... „ 5 „ 89.5<> 90.—
Schlcstcii , . . . „5 „ 88.50 89---
Slülermarl . . . „ 5 „ 86,50 87.50
Uugarn...../, 5 „ 72.70 73.—
Temcscr - Banal . . „ 5 „ 71.75 72.50
Eroatieu und Slavoliieu „ 5 „ 73.-- 74.—
Galizien .... „ 5 „ 64.25 64.75
Siebeubiirgeu ... „ 5 „ 7l),— 71.—
Butoviua .... „ 5 „ 63.5>0 64.50
Uug. m. d. V.-i5, 1867 „ 5 „ 71.50 72,—
Trm,V.m,d.V,-E.1867„ 5 „ 70.- 70.50
Actien (pr. SMl)
Äialionulbaui...... 709.- 710.—
Naiscr Fcrdinaudü-Nordbahu
zu K)00si. ü. W.....1832.—1835 "
ttredit-Austlllt zu 200 fl. o. W. 206.10 2l>6.30
?l.ü.Eijcom.-G.!.zv500si.ü.W. 53.10 253.30
Kais. Ells. Bahn ,u 2bar zu 5"/,. 97,80 !>8.......
6. M. j
Natiouald.aufö.W.verlllSb.5,, 93.— 93.25
Ung. Bod.-Cred.-Äust. zu 5'/, „ i»0,50 91.— Mg. üst, Bodcn-liredit-Äustalt
verloöbar zu 5"/, iu Silber 102.50 103 —
Ered.-A.f.H.u,G.z.100sl.ü.W. 136.25 136.75
Dott.-Dmpfsch.-G.z.100sl.CM. 90.- 91.-
Stadlssrm. Oscu „ 40 ^ ö. Äj. 30.50 31.—
Estcrhazy zn 40 fi. CM. 150.— 155.—
Salm ,. 40 .. „ . 37.- 38.—
Geld Wa?.rc
PaW zu 40 fl. CM. 28.-28""
^ls.n> „ 4<> „ .. . 3150 32-^'
St. Geiioiö „ 40 „ „ . ^— 30-'
W>udischr^lcuich „ 10 „ „ , 14.50 l5.t"
Rudolf-Stiflul»^ 10 „ .. . 13.50 14""
Wechsel (3 Mou.)
Au^burg fnr 100 fl, südo. W. 96.10 9li ^
ssraulsuNaM. 100 fl. dctto 9<:.25 9'l-'
Hamburg, fitr 100 Marl Vaulo 84 90 ^,
London siir 10 Pf. Sterling . 115.90 l^>
Paris fllr 100 Franks . . . 45.95 46"'' ^plir«? dcr Geldsorten
jk. Muuz-Dlic'lU.'!. . 5 fl. 52 lr. 5 fl. 53 ll.
Napolconöd'or . . 9 „ 24 „ 9 ,. ^ "^
3tuss. Imprriale . - „ .- » ^ " ^. "
Aerciuöthaler . . 1 .. ?0 „ 1 " ^^ ^,
Silber . . 113 „ 75 ,. N4 „
Kraiuische Gruudcutlastüüg« - Obligatioutt'. 5"' vatuotnuns,: 86 50 Geld. 90 Waare