Htr. 05. Mi, Sonntag, 13. August 1899. 24. Jahrgang. AM- Nach der Beschlagnahme Ichrtftlettnng: Nr.» (£«TnwrJ<4tl HiitMilc tljt«» (all lüutiii »et eo.B- i. »tirt-|kjl in U—11 Uhr vorm. tiNIAriftca eokrn «Ich! lattroctto. uacslok Sio-■him n«t bcrUMfttigt. ■ ltl«)l|iiBgen ■ant Ik (sMlmg g«g<» Mbii kti MBtg« (<«-RldlUTi «ftiftus nUftitB. - M Butnjoluiijrn Citit-Irtlii- W>,^r»>Ichk Saite crfAdnt M» «»anlog »»> C«»nMlI«g mtgral. Mlk«a<|(»4«iitB »«.900. zweite Auflage. KerwaNungz Viatbbausgasse Nr. 5 (Hummrrl»»« etinn#btbinanngcn :Jg Qtttäi »>« P»st tcia^en Bt«tffiBgrlj ... f. IM «»ldj-dri, ... 9. (-so «4niiü«na .,.n. «*l« g«lie» ti» i»r Äfcbeftrtl u i!#. Per heutigen »T«utschen Wacht" liegt Rr. SZ der Sonn-«ag»beiiage „T i e Sübmatt" bei. JnhaliSver. z,!chni»: Die Frau des Dichter«. Äoinan von Arthur Z»»x lForjetzuna.) — Bittersüß. — Zwei Sagen. — Kar« lo^lsupp«. — Lebersuppe. — Wie wäscht man seidene Ctofie ? — Marmor. — Blanke Messer und Gabeln. — K»e Prise Pfeffer, — Heimgezahlt. — Trocken. Pie Tschechen in Hilli. Die Sturmtage sind wieder vorüber und wieder Kd Deutsche die Opfer der unglaublichen Frivolität, »t der die Herren Dr. S e r n e c und Dr. letschko an der Auswiegelung de« gesammten Klaoemhum« gegen ein wohlgeordnete», friedliche», «n der Natur so reich gesegnete« Gemeinwesen «heilen. Im Vorjahre war e« eine Aufsehen erregende Lnhastung, die al« gellender Sturmschrei da« «tionale Leben in Cilli beherrschte, di« ein Richter« yruch dem gekränkten deutschen Manne die Genug» Ihwng der Freispechung bereitete, und die windische Hnfse nützte ihre ganze weitgezogene Preßsreiheit aut, um das Urtheil als ein parteiische« au»zu-freien. Beschlagnahmt. Unter Leitung der Rädelsführer S e r n e c und Detschko war der Tschecheneinsall nicht« al« eine ftette empörender Provocaiionen. Die Ehre de« i»jchast Cilli an 30 Waffenpässe sür Revolver gelöst worden sein und der „Wink mit dem Finger de« bekannten Berichterstatter» de« „SlooenSki Narod": „das» möglicherweise Blut fließen werd«- erlangte in der Donnerstagnacht furchtbare Bedeutung. E» ist un-zweifelhaft, das» im Narodni Dom die Losung ausgegeben worden ist, gegen die deutschen Demon-stranten ohneweiter» mit dem Revolver vorzu-gehen, ohne Rücksicht darauf, od «in perfönlicher Angriff oder gar die Nothwendigkeit der Nothwehr vorliege. Zwei Deutsche sind die Opfer diese» ruchlosen Plane» geworden. In der dunklen Ecke bei der Laibacher Mauth legten sich gegen I Uhr nacht» der windijch« Lehrer Franz G o st i n t s ch a r au» Greis und der „Ja wohl, da» tonnte Ihnen gefallen — nein, daS geschieht nicht", war d»e Antwort, „ nun ist'» genug," — dann mit schrillem Tone hörte man die weinerliche Stimme weiter, „sür die letzten dr«i Monate, da Sie hier gewohnt haben, ich Sie bedient und beköstigt hab« und dazu »och bare» Geld au» meiner eigenen Tasche geliehen — habe ich nwch keinen Pfennig au» Ihrer Börse gesehen — ich mus»te da» Frachtgeld da für ihren allen Phumigraphen — oder wi« da» Ding da heißt, auSlegem — und immer nur die Antwort: „warten Sie mur noch ein paar Tage"---jetzt bin ich solcher Va- sprechungen müde, ich stunde Ihnen nicht länger — wenn Sie nicht gleich Anstalten machen, mir mein Geld zu geben, so werde ich ander«! Schritte thun. — E« wird wohl noch Gesetze im» Land« geben, die ein« arme Witwe gegen Herreen Ihrer Art schützen." „Frau BudkinS," antwortete meine Stimm« deutlich, „hören Sie mich, ich will Sie in ein Ge-h«imni» einweihen, ich verlobe mich m den» nächsten Tagen mit einem reichen jungen Mädchen Mer Nachbarschaft (als ich die» sagte, glaubte ich ja selbst, dass di« Verwirklichung in zwei Stunden eintrete» würde). Wenn Sie nur noch ein wenigz Geduld haben wollen, dann werde ich sähig sei«,«, Ihnen bis auf Heller und Pfennig meine Schuulden z» bezahlen; und dazu bekommen Sie noch eiiin schöne» Geschenk. — Ader wenn Sie Schritte gexgen mich thun wollen, ruiniere» Sie mich, und ich bin nie-mal» imstande, Ihnen auch nur 6 Pencce abzu-zahlen. — Da» ist di« volle Wahrheit, bedenken 1899 Vnchhalier der Posojilnica in Sachsenfeld. Michael Weicher auf Hinterhalt. Da kam der Geschäftsführer Josef Pollanetz. «in bekannt ruhiner Mann, der nur seiner Familie und feinem Geschäft« lebt und sich jeder Demonstration s«rn« gehalten hätte, mit einkm Freund« deS Weges. Der im Hinterhalt lauernd« Lehrer, welcher eS aus «inen »eilischkn Arzt abgesehen pehabt haben soll, trat nun um und rief dem Herrn Pollanetz zu : «Keinen Schritt weiter, sonst kriegst Du etnS" — und schon kachle ein SchusS aus dem Revolver deS tollwüthigen «midischenLehierS, und Pollanetz brach, auS einer todt-lichen Verletzung an der linken Brustseite blutend, zu« sammen. Trotzdem sofort die Klagensurter Wachleute, volzer, Kadis und Lehrmann, sowie mehrere Deutsch« ms den Mordgesellen zusprangen und ihn bei der Mörderhand erfassten, gab Gostintschar trotzdem »och 2 Schüsie auf den unglücklichen Pollanetz ab, von denen einer in die linke Brustseiie, der ander« ««er dem Auge in den Kopf drang. Pollanetz wurde von Herrn Dr. Gustav B e ck verbunden in» sofort in da» Spital gebracht. Er schwebt zwischen Leben und Tod. Eine Kugel wurde ihm au» der Brust bereit» «ntfernt. Die an der Schädel« basi« fitzende Kugel konnte wegen de» Zustande» de» >r«en noch nicht entfernt werden. Die furchtbar «regte Menge stürzt« sich mit unaufhaltsamer Wuth ms den Mordgesellen und hätt« ihn sicherlich ge-lyncht. wenn nicht die Wachleute den Uedelthäter lwd seinen Begleiter Reicher geschützt hätten. Beide «irden verhaftet, da auch Reicher der Uebeltbat verdächtigt wurde. Bezüglich de» letzteren stellte sich itdoch dessen Unschuld heraus, weshalb er nach 9 Windig« VerwahrungShaft wieder freigtlaffen »uidt. Der Lrhrer Gostintschar. w«lch«r al« Hetzer in ganzm Sannihal« übel bekannt ist, wurde dem Kreit^erichle eingeliefert. Man erzählt unS, dass Soiümschar sogar in Sachsrnfeld au» allen Gast-Mttschasten hinausgeworfen wurde, weil «r mit seinem ausdringlichen Fanatismus den dortigen Elovenen ungequem und v«rhas«t geworden ist. Tiefer windische Bolk«bildner. der sich wegen seiner vlutthal zu verantworten haben wird, pflegte ««er. w«nn «r an der Besitzung de« deutschen Abgeordneten Lenko in St. Peler vvrüberfuhr. feinni Ädscheu vor deutschem Wesen durch wüthende Pneatruse zu bekunden. Wie Sturmläuten klang der furchtbare Ruf: .Mord! Mord!" durch die nächtlichen Straßen, zu bunderten strömten die Leute au« den Häusern, et entstand eine Erbitterung in d«n Massen, di« zu den ernstesten Besorgnissen Anlas« gab. Di« Leme ließen sich nicht beruhigen und nahmen vor dem Ziarodnl Dom, auS dessen Schoß so furchtbare« Unheil gekommen war. eine drohend« Haltung an, indem sie Rache forderten sür da« vergoff«n« deutsche Blut. Doch da hörte man schon von einer zweiten Ullttdat gegen Teutsch«. Der in Cilli ob seiner Arroganz und Frechheit allgemein bekannte Schrift« setz«, vulgo Redacteur der„Domooina. Anton B e g. ha»e schon nach dem Einzug« der tschechischen Gäste die entrüsteten Deutschen durch höhnische Zu-r»se und bübische Geberden, wie da« Zeig«n von Sie da« — und handeln Sie, wie eine vernünftige Fra» handeln würde." Hier wurde unsere Unterredung durch daS Läuten der Glocke, welches die Wirtin abrief, unter« kochen. Der Phonograph wiederholt« daS Klappern der Thüre, wie die Wirtin hinauSgieng. Di« Walz« drehte sich zwei Secunden lautlo« — dann hörte ich Mis« Arabellas Stimme. „Geehrter Herr Jdlemann!" sagteer, „nehmen Sie meine besten Glückwünsche zu Ihrer Verlobung mit einem reichen jungen Mädchen Ihrer Nachbar« schast besten» entgegen; ich bin begierig, dasselbe kennen zu lernen. Sie werben die Dame un» doch vorstellen und bei unS einführen? Ihr Antrag an mich war natürlich «in Scherz — allerding« schlecht gewählt, doch ich will Ihnen denselben unter einer Bedingung vergeben. Sie müssen mir bei Ihrer vraui eine Einladung als Brautdome zu Ihrer Hochzeit erwirken, dann werde ich Ihnen immer dleiten Ihre Freundin Arabella GoldmineS." Ihre Stimme war nicht mehr zu hörrn. doch ou« dem Apparat kam ein seltsamer, gurgelnder Ton, der sich wie unterdrückte« Lachen anhörte. Da« war der letzte Streich — ich schleuderte die elende Maschine aus den Fußboden, stieß mit dem Fuße dagegen, so das« die Säure auSlief und die Dielen vollständig verdarb. Am ander«» Tay« verschivand ich zum Anger «einer Gläubig«?, dt« mich hofftNtlich nicht aus-finden werden. «Deutsche langen Nase»", ferner durch da« demonstrative Aufnotieren von ihm bekannten Deutschen zu denun« notorischem Zwecke auf seine Person aufmerksam gemacht, und so ist eS wohl kein Wunder, dass «r, als er auS dein windischen PrvvocationShause ver« duften wollte, von den Deulschen in der Herren« gasse gestellt wurde. „Anie" Beg, welcher nur hint-r Militärspalier oder auf unzugänglichem Balköne frech ist. entfloh au« Furcht vor der schon lang« v«rdi«nten Priigelstrafe und ließ seinen Begleiter, den Schreiber bei Dr. Detschko, namen« Janez Bovcha, zurück, welcher sich, ohne irgendwie bedrängt zu sein, zur Mauer stellt« und aus den Arbeiter Julius Grabitsch einen Schuf« abgab, welcher denselben am Brustbein« und am Unt«r-tiefet verletzte. Die Wirkung de« Schusses war schon aus dem Grunde keine erhebliche, weil er aus eine Entseruung von 7 bis 8 Schritten abge« geben wurde, welcher Umstand beweist, dass Bovcha nicht genöthigt war. eine gefährliche Waffe anzu-wenden. Die auf den SchusS hin alamierten Deulschen umzingelten den Revolvermann. während Herr Dr. Gustav B«ck sein« bewaffnet« Hand sasSt«, au« welcher die Waffe seilen« de« Herrn von Sonnenburg mittels d«S „Lebensretter«" that-sächlich herauSgeprügelt werden mufSi«. Der Herr Boucha erhielt sodann einige SvuvenierS. welche ihn später gegenüber dem behandelnden Arzie zu der wehmülhigen Aeußerung veranlasSlen, das» er heute nicht in der angenehmen Lage sei, über seine MuSkeln frei verfügen und den Festrock ausziehen zu können. Auch der andere windifche „Degen", der Herr Beg, enlgieng seinem unabwendbaren, wohlverdienten Schicksale nicht; er wurde auf der Flucht erwischt und in der Rathhausgasse zur Streck« gebracht. Sturmvilder. Die Mordacte bei d«r Laibacher Mauth und in der Herrengasse hatten die ganze deuische Bevölkerung der Stadt in unbeschreibliche Erregung und laute Erbitterung versetzt. Die aus der Straße an« gelammell« Menge war durch die Schüsse alarmiert und wandte sich im Slurmlaufe dem Narodni Dom zu. E« war. als wollte die Menge den Narodni Dom erstürmen. Herr AmiSvorstand Fürstbauer trat, von Herrn Bürgermeister S t i g e r und Herrn Statthaltereirath Heinrich Grasen A t t e m s be« gleitet, in den Narodni Dom und erklärte, das» für die Sicherheit der Tschechen nun keine Verant« worlung mehr getragen werden könne, wenn die-selben Cilli nicht mit dem nächsten Zuge verließen. Hierüber zeigte sich der kecke Dr. Detschko sehr entrüstet und verstieg sich zu dem fr«ch«n Aus« fpruch«: „Die Cillier müssen gebändigt werden." Dr. Sernec, der eigentliche Urheber all de» Un-heil«, gab endlich nach langem Zögern die Er« klärung ab, dass die Tschechen mit dem Früheil-zug« abfahren würden. Herr Vicebürgermeister R a k u s ch erschien hierauf im Hauptlagrr der deutschen D«monstrant«n und machte die beruhigende Mittheilung, dass die Tschechen mit Hilse von Gendarmerie, welch« zum Schutz« der deutschen Bevölkerung gegen die Mordgesellen requiriert werden müsse, zum Bahnhofe gebracht werden würden. Er sagte, dass eS bisher nicht nöthig ge« w«s«n fei, Gendarmerie aufzubieten. Die Polizei und daS Militär haben sich musterhaft benomnien. („Heil"-Ruf«.) Nun aber fei die Sachlage plötzlich ganz anders geworden. Deutsche Bewohner Cilli« wurden zusammengeschossen, di« Bevölkerung müsse vor Mord geschützt werden. Deshalb werden nun auch Gendarmen aufgeboten werden, nicht gegen di« Deutschen, sondern grgen di« Mörder. (Stürmische „Pfui"-Rufe.) Die Slaven werdrn dann zum Bahnhof« geleit«! werd««. (Ruf«: „FtigeS, schwach» volle» Gesinde!! Tschechisch« Gauner l") Vicebürgermeister Rakusch ersuchte die Anwesend«», ihn in seiner Amtsführung nicht durch unbesonnene Schrill« zu behindern. (Rufe: ..Wir lassen unS von slavischen Hunden nicht zusammenschießen! Elende Schufte l Mörder!"). ES trat auch Ruhe in der Stadt ein. Man wartete auf den Abzug der Tschechen. Diese konnte« jedoch an die Erfüllung ihres Versprechens nicht gemahnt werden, da den amtlichen Organen der Gngang in den versperrten „Narodni Dom" ein« fach verwehrt wurde. ES ist den Slaven gegeben, sich mit Gewalt gegen behördliche Anordnungen aufzulehnen. Als die AbfahrlSstunde deS Ellzuges nahte, öffneten sich die Thore deS HetzlempelS und heraus traten die beiden Macher der ganzen blutigen Hetze, Dr. Sernec und Dr. Detschko, der bekannte Anzeiger Dr. H r a s ch o w e tz. ferner der Mann mit den 200 fl. aus Laibach, sowie di 3 windischen „Festdamen". Sie wurden von den Deutschen mit Kundgebungen gerechter Entrüstung empfangen, und namentlich der Anstifier Dr. Sernec ist dabei 'ehr schlecht weggekommen. Die Tschechen blieben hinter Schloss und Riegel und weigerten sich die blutgetränkt« .Feststadl" zu v«r« . Dies« Fides puuica, diefer slavische Worterregte bei den Deutschen n«u« Erbitttrung; doch trat bald Ruhe in d«r Stadt ein und da» Militär, welche« den Narodni Dom besetzt hatte, in die Kaserne. per Abzug. In den Morgenstunden de« Donnerstag ver-nahm man vom Narodni Dom einen Revolver-Ichus«, der die Deulschrn in Massen auf den Kaiser Josefplatz ries. Die erregte Menge stieß Perealruf« gegen Sernec und F«rjanc>k au«. Al« sich die Tschechen, wtlch« mit dem VormillagSpostzuge nach Süden fahren wollten, zum Aufbruch« rüsteten, wurde der Kaiser JosesSplatz wieder durch Polizei, Gendarmerie und Militär abgesperrt und die Söhne Libussa« gegen v Uhr durch die Grabengasse zum Bahnhofe e«coriiert, wo sich eine riesige Menschen« menge angesammelt hatt«. Ein ohrenbetäubtnd«» Pereairusen erscholl gegen die große, sehr betrüb! aussehende Escorte, welche vor handgreiflicher Berührung durch eine Militärkette geschützt war. Auch Steine flogen gegen den traurigen Tschechenzug, der un» an die Heimkehr Napoleon» von Moskau erinnert. Freilich wurde nicht die Beresina über« schritten, wohl aber die Fensterrampen, welche zur panikartigen Flucht in die sicherere Bahnhofhalle dienen mussten. Der Abschied am Perron war herzzerreißend, stumme Küsse und heiße Zähren, zum Schlüsse bei fahrendem Zuge gedämpfte Aivio-und Nazdarruf« — und die Gäste waren fort. So schieden sie auS der „Feststadt". Die Geißeln aber, welche sie zurückgelassen, die in gewissenlosester Weise wieder einmal eine Schar von ,F«st"-Wurz«n aus feindlich««, ungastlichen Boden gelockt, blieben zurück und entzogen sich der VolkSerregung auf ähnlichen Schleichwegen, wie sie ihre Gäst« in die Sladt geführt. Die guten Tschechen sind übrigen» nicht weit gen Süd«n gefahren; der Boden war ihnen schon zu heiß unter den fluchtbedürftigen Füßen. In Sleinbrück wandte sich ihr Großtheil wieder nordwärts und der MittagSeilzug führte sie zum letzlenmale durch Cilli, da« sie wohl nicht so bald wieder aussuchen werden. Al« Andenken ihrer Thätigkeit haben sie einen braven deutschen Mann im Todeskampfe und mehrere windifche Brüder in unfreiwilligem Gewahrsam zurückgelassen, wo diese dem Spruche der irdischen Gerechtigkeit harren. Mit dem gleichen Zuge fuhr die Klagensurter SicherSeitSwache, die sich in der Unterstützung unserer unermüdlich thätigen Sicherheitswache so gut bewährt hatte, in ihre Heimat zurück. Z>ie Schrussdemonstratione«. DonnerStag abends waren die Straßen Cilli» der Schauplatz einer noch nie gesehenen, riesigen Demonstration. Ein Zug von über 2000 Deutschen, darunter viel« Frauen und Mädchen, bewegt« sich unler Absingung der »Wacht am Rhein" und de» „BiSmarckliedeS" durch di« Straßen. Vor den Wohnungen beliebter Cillier Bürger und Partei-sührer fanden begeisterte Huldigungskundgebungen statt. Die Spitze der Demonstration richtet« sich gegen den verantwortlichen L«it«r des Tschechen einfalle«, Dr. Sernec, der auch die Verantwortung für all da« Unheil zu tragen hat. In seinem Hause wurden durch einen gewaltigen Steinhagel alle Fenster ein-geschlagen. Der Polizei, welch« sofort in that-kräftigster W«is« gegen die Demonstranten einschritt, gelang e«. dieselben zu verscheuchen, doch war e» bei der riesigen Ansammlung nicht möglich, die Thäter ausfindig zu machen. Auch in der Caplanei wurde «in Fens'ter «ingeschagen, wa» darauf zurück-zuführe« ist, das» sich windische Geistliche ostentativ als Festtheilnehmer herumbewegt hatten. Voc der Wohnung deS bekannten .ArmenoaterS" dem Wtber'fchen Hause bei der Kapuziner brücke, fanden gleichfalls lärmende Demonstrationen statt, da eS bekannt geworden war, dafS Herr Zimniak die Polizei in ganz unqualifizierbarer Weife beschimpft hatte. Dr. Detschko. der sich nur mehr in Begleitung sehen lässt, wusSle sich gegen erwariele Demonstrationen durch ein starke« Gendarmerie-Aufgebot bet Livadia zu schützen, da« aber keinen Anlas» hatte einzuschreiten. Vor der Villa Livadia war ein ganze» Krieg»-lager aufgeschlagen. Herr Mai die, der al» Cava-lier mit dem Wagen in die Massen hinein galvp-pierte, war hoch zu Rof», mit spanischem Reiter-manlel alS.Obergeneral aufgestellt über eine Schar von 50 Bauern- und Mllllerburfchen. Diesen wurde mit reichlichem Bier reichlicher Muth angetrunken. Sie waren mit Mistgabeln und Sensen bewaffnet unv harrten in den Straßengraben de» freilich gar nicht beabsichtigten deutschen Sturmes gegen da» russische Lustschloss des Dr. Detschko. Noch mehr versteckt soll eine Gendarmerie-Pairoille gewesen sein. Die Bauern hielten jeden Passanten in der rohesten Weise an. weshalb über das ganze Waffen, spiel bei der BezilkShauptmannschaft die Anzeige erstattet wurde. Nun zeigt die Stadt wieder ihr ruhiges fried-sam's Bild. Bemerkenswert ist e», dass sich auch die fremd?» Sommergäste diesmal« durch die plan-slavistische Invasion nicht stören ließen, sondern sich an den berechtigten Demonstrationen der heimischen deutschen Bevölkerung zahlreich und lebhaft be-theiligten. Zeitungsstimmen. Die ganze österreichische Presse beschäftigt sich mit den Cillier Ereignissen, und ,S gibt außer den flovenischen Blättern wohl kein Blatt, daS den Tschecheneinsall billigen würde. Selbst daS „Baterlernt»" nennt ihn tacilo». DaS »Fremden blatt" bestreitet und widerlegt sehr treffend die harmlose Deutung des Ausfluges und brandmarkt die be-kannte Hetzrede deS GenchlSbeamlen Dr. Ferjaniic. Es findet daS Missbehagen der Deulschen begreiflich, denn Cill', die vorwiegend deutsche Stadt, sei die historische Stätte des nationalen Kampfe« in Unter-steiermark. ein hart bedrohter, zähe verthetdigler Besitz der Deutschen, wo nun die Tschechen ihre Fahne aufpflanzen wollten. E« fragt, ob e« nicht würdiger gewesen wäre, den Beweis zu er-bringe», das« sür die Deulschen die ProvocativnS-theorie nicht besteht, und die Kraft auszubringen, die slooenische und tschechische Demonstration ruhig zu gewähren.) Dazu erinnern wir, dass die Slo-venen und mit ihnen die Regierung aus unserer Ruhe da« Recht abgeleitet hätten, un« deullchen Cillier» in nationaler Richtung die Haut über die Ohren zu ziehe», und das« wir unS damit selbst al« „Fremdlinge" bekannt hätten.) Da« „Frem denblatt" räth den Tschechen übrigens, ihren Wandertrieb zu zähmen. Die „Neue Freie Presse' widmet dem Tschecheneinsall einen fulminante» Artikel, aus den wir noch zurückkommen werden. DaS „Extrablatt" erklärt, dass di« Deutschen Cilli« ihr« Ehre vertheidigt hätten und das« e« Aufgabe der Regierung sei, den Grund de» Uebel« zu beseitigen, d. h. solche Tschecheneinsälle ganz zu verbieten. Die „Arbeiterzeitung" findet nebst gehässigen Ausfällen gegen die Deutschen, dass die Jungtschechen am allerwenigsten Grund haben, sich über die Unanständigkeit der Deutschen zu beklagen. Die allgemein bekannt gewordene Berichterstattung und stramme Haltung der beide» Grazer Blätter hat in Cilli den besten Eindruck gemacht. Die „Ostdeutsche Rundschau" schreibt: „Deutsche« Blut ist geflossen! Deutsche sind schwer, ja tödtlich verwundet! Sind wir Deutsche in Oesterreich nicht wirklich und wahrhaftig vogel-frei? Deutsche Wählerversammlungen in deutschen Städten werde» verboten. Aber da« tschechisch-windische Trutzsest in Cilli, diese freche Heraus-forderung und Beschimpfung d,S Deulichlhum, dessen Verlaus sich ja voraussehen ließ, wurde b«-hördlich bewilligt und unter den Schutz der Bajo-nett« gestellt. So sieht die Gleichberechtigung, so der Rechtsschutz in Oesterreich au«.' Die slvvenische Presse geberdet sich wie «oll-wüthig — die Comödie ist eb«n misslungr». Keines ComeniarS bedürfen nachstehende Worte der »Na« rodni Listy': »Hätten diese deulschen Schreihälse ebenso viel Muth als Frechbeit, würde es den tschechischen Studenten übel ergangen sein. Glücklicherweise zeich-ne» sich die Deutschen in Steiermark und Kärnl«» nicht durch besondere Courage auS, da« ist ei» demoralisierte» Volk, diese« Bergvolk ist zum große» Theile mit CreiimsmuS behaftet, zu dem in letzter Zeit die Wols'sche Tollwuih sich gesellte." Z»er ZSürgermeister von Klagen fort, Herr Julius Neuner hat an den Bürgermeister von Cilli folgendes Schreiben gerichtet: .Deutsche Wacht' 1859 Deuischthum an die Wand zu drücken und Schmer zenSkinder ouS uns zu machen, wir Kärntner treu zu den Bewohnern Cilli» halten und jeden Schimpf, der ihnen angethan wird, so betrachten, als wenn er auch uns angethan würde. Ich habe nur meine Pflicht gethan, indem ich Ihrem Ansuchen ent sprachen und die für einige Tage entbehrliche Wach-mannschast zur Verfügung stellte. Der Führer Triplat überrnchte mir gestern abendS Ihr Schreiben, i» welchem Sie unserer Sicherheitswach« eine lo-bende Anerkennung auSspreche». Genehmige» Sie d>e Versicherung unsere» treudeutschen Zusammen-Haltens nebst dem Ausdrucke meiner Hochachtung Juliu« Neuner Bürgermeister. politische Wundschau. Euer Hochwohlgeboren! Die Ereignisse, deren trauriger Schauplatz Ihre fchöne Stadt Cilli war, haben die Bewohner KlagenfurtS auf daS Höchste aufgeregt und die innigste und wäraiste Parteinahme hervorgerufen. Ich bitte Euer Hochwohlgeboren diese unsere Theil-nähme den Bewohnern von Cilli zur Kenntnis zu bringen, und seien Sie überzeugt, dass in diesen bedrängten Augenblicken, wo versucht wird, da» ßin Aismarck Denkmal. In den „U. d. W." wird folgender Aufruf veröffentlicht: „Deutsche Ostmärkerl Noch zittert in unseren Herzen die stille Wehmuth von der gewaltigen völkischen Trauerzeit der nach, al» wir ihn verloren, ihn, der deS Volke» Größter und Bester war. Nicht lange Zeit ist e» her. das» wir unseren BiSmarck auf der Höhe seines völkischen WirkenS bewundern gelernt, als wir sahen, wie seine Heldengröße alles überragte auf unserem Erdenrund«. Undeutsch« Demuth wandelte sich unter seinen herrlichen Thaten in deutschen Trutz, Bescheidenheit in Stammesstvlz, und was de» deutschen Volke» Name heute bedeutet, ist sein Werk. Wir Deutschen in der Ostmark ehren ihn im Herzen und mit dem Worte, sowie mit Thaten, die von seinem Geiste erfüllt sind; — wir wolle» ihn aber ehren, indem wir al» äußere» Zeichen unserer Treugesinnung ihm ein Denkmal errichten, da» hochragend späteren Geschlechtern ei» mahnend Zeugnis geben soll, von treuem völ ki>chen Strebe» der Väter, von deutscher Dankbar keit und deut>cher Treu. Ein BiSmarckdenkmal soll dafür zeugen, dass die großen Streiter sür deutschen Volkes Ehre und Größe dem gefammten deutsche» Volke gehöre»; daS ostmärkische BiSmarckdenkmal soll lautlos sprechen von der brüderlichen Zusammengehörigkeit aller Deutschen. Unser ist Fürst BiSmarck, der Siegfried neuerer Zeit, in ihm ehren wir uns und unser Volt. Deutsche Ost-märker l D'rum zaudert nicht! Trage jeder ein Schelflein bei, um in freudiger Begeisterung Bi»-marcks Gedächtnis zu ehre». Der BiSmarck-Denk» mal-AuSschusS: Abg. Schönerer. Abg. Kittel. Dr. BodirSkq. Dr. Hocke. Ed. v. StranSky. Abg. Wolf. Dr. Gärtner. Dr. Stradal. Dr. Förster. Karl KreiS. Die ReichSrathSabgeordneten: Dr. Bareuther. Böheim Josef. Dr. Fochler Karl. Größl W. Hofer I. 2., Eger. Hosmann v. Wellen« Hof. Graz. Hueber A. Salzburg. Jro Karl. Kaiser August. Nowak Gustav, v. Pceßler. Prade Heinrich. Dr. Sylvester. Türk Karl. Zimmer Josef. Die gewesenen und derzeitigen LandiagSabgeordneten: Aigner A. I., Friedland. Dr. Beurle Karl, Linz. Dötz August. Fürst Anton, Kindberg, Hofer Franz. Raab». Dr. Koli«ko R„ Oberhollabrunn. Pfeifer Heinrich, Rumburg. Dr. Reiniger H., Eger. Sahner Josef, VoilSberg. Schmidl Edmund. Dr. Schücker Karl, Reichenberg. Zöllner A., Morau. ES folgen noch die Namen einer große» Anzahl deutschvöl-kischer Gesinnungsgenosse». Spenden können an den Abg. Schönerer in Krems a. D. übermittelt werden. Z>ie gefammte Kanfman«schaft von Hber-kärnten, uno zwar von Vtllach, Paternion, Spinal, Seeboden, Millstatt, Kmünd, Sachsenburg, Möll-brücken. Pusarnitz, Obervellach. Kleblach - Lind, Sieinfeld, Greisenburg, Oberdrauburg, Kölschach, Mauihen und Hermagor. hat einen RecurS gegen die neue Zuckersteuer einstimmig eingeleitet und dann die Zahlung derselben verweigert. Hin weiser Nabe. In dem Psarrorte Czach-rau, an der ReichSstraße von Pilsen nach Eisenstein im Böhmerwalde gelegen, war. wi« von dort b«» richtet wird, für den 23. v. M. ein« tschechische Volksversammlung einberustn worden, in welcher der jungtschechische Abgeordnete Dr. Emanuel Dyk sprechen sollte. Knapp vor der Eröffnung der Ver-sammlung wurde den Veranstaltern erklärt, das» dieselbe in dem gemietheten Locale wegen „plötzlicher Erkrankung' der Wirtin nicht abgehalten werden könne. So wurde denn in das Gasthaus „zum grünen Baum" gezogen. Al» nun der Herr Ab-geordnete da» Pfingstprogramm der Deulschen in Oesterreich auf das Heftigste bekämpfte und zum Kampfe gegen dasselbe sowie gegen alles Deutsche aufforderte, stand ein anwesender tschechischer Bauer namens Tomsch au» Ouloch auf und sprach: „Herr Doctor, wa» Sie da über die Deutschen sagten, ist alle« nicht wahr; wir leben hier mit den Deulschen in Frieden. Unsere Vorfahren lebten schon durch Jahrhunderte in ebensolchem Frieden und unsere Nachkommen werden hoffentlich ebenso in Friede» leben. Ist denn der Deutsche schlechter al» ei» Tscheche? Hand in Hand müssen wir zusammea» gehen l Es leiden beioe Nationen gleich unter dem Joche ihrer Bedrücker; gegen diese Feinde soll sich das Volk. Deutsche und Tschechen, kehren, dann wird eS besser werden!" Ein Theil der Versam-melten klatschte dem Redner Beifall. Die Gefühle der Einberufe? tun» man sich vorstellen. Z>ie Angst der ßkericale» vor der »Lo« vo» Rom"-Bewegung zeigt sich in immer deutlicherer Weise. Die schwarzen Kultenbrüder, die sonst immer von einem Fiasko der so mächligen Bewegung zu berichten wissen, verschließen sich eben nicht der Thaisache, das» die Bewegung sich immer mehr vertieft und selbst ohne Agitation sicher fortschreitet. Noch zwei Generationen, und da» deutsche Volt steht bi» auf wenige Ausnahmen auf vem Boden de» wahren Christenthums, wie «S Luth«r gepredigt hat, und der Cardinal jenseit» der Berge mag sich mit den Hoteniotten und Negern als Schäflein begnügen. Die denkfähig« Menschheit gelanat immer mehr zur Einsicht, wo die wahr« L«hr« Christi zu suche» ist. Nunmehr haben die Clericalen di« „Lo» von Rom"^Bewegung bereit» zum Gegenstand« von Katholikentagen gemacht, ein Beweis, welche Hei» denangst ihnen der furchtbare Ernst dieser Bewe» gung bereitet. Der diesjährige deutsche Katholiken-tag wird vom 27. bi» 3l. August in Neisse tagen. Warum ge-ade in diesem Jahre der Bersamm-lungsort nahe der österreichischen Grenze gewählt wurde, sagt die „Centruwscorrespondenz": Es gilt, die Katholiken Oesterreichs in ihrem Kampfe gegen die »Lo« von Rom'-Btwtgung zu stärken. E» beißt da weiter, das» die Wols'sche Bewegung in Oesterreich nicht blo» aniikaiholisch und antireligiös, sondern auch antidynastisch uns im letzten Ziele hochverrälherisch s«i. — Hu, wem grus«lt bei sol-che» Auslassungen nicht! Sonst spötteln gewöhnlich die Ultramontanen über die „Lo» von Rom"-Bewegung, und nun kommt sie schon auf die Tag«»-ordnung deS Katholikentage». Aus Stadt und Land. Zum Leichenbegängnisse des Kerrn "8fttf. Zug. Kisch werden wir eriucht, nachzutragen, da,» auch un,ere freiwillige Feuerwehr ihrem Gründer und 1. SteigerzugSjührer einen Kranz mit den nationalen Farben widmete uub ihm daS letzte Geleite gab. Südmark. Die diesjährige Hauptversammlung der MännerortSgruppe Cilli de« Vereine« Südmart find« Donnerstag, den l7. August abend« 8 Uhr im Hotel Erzherzog Johann statt. Teutsche Volksgenossen, erscheinet zahlreich, da die Vorbereitungen für di« JahreS-Hauptversammlung, die am 10. Srptember in Cilli stattfinden wird, die gemeinsame Arbeit aller Deulschen Cilli» erfordern. Wieder ei» Act empörender priest^rlich« Anduldsamkeit. Am 9. l. M. verschied in Hochen» egg Herr Bergingenieur Bergener, der das große Verbreche» begangen hatte, als Protestant giedoren zu werden und als solcher zu sterben. Anläßlich »er Beerdigung «rr«gt« da» Benehmen der Mlsam bekannten Hochenegger Geistlichkeit schon wilder einmal den Ekel uno Abscheu der gebildeten Christen. Ueber di« stattgehabten Zwischensalle berichte« unser Correspondent folgende»: Da» Begräbnis w,ar für den 10. August, 5 Uhr nachmittag«, an,gesagt. Jedoch schon am Vormittage langt« an dii« Be» zirkshauptmannschasl «in Telegramm ein, nvelche» meldete, das» die Bestattung in gewöhnlicher Nräber» reihe nicht gestattet werde. Nachdem die Bezirk»» >auptmannschafl um Vermittlung angesucht irvorden war, ergieng von dieser «in bezüglicher Auflrcag an da« Hochenegger Pfarramt. Di« Sache schien, somit geordnet, Psarrer Jaquemar erschien mit einer Abordnung der Cillier evangelischen Gemeiaüde zur estgesetzten Slund«, sand jedoch da« Gra»b im iußersten Winkel de« Fri«dhose», auf beim sür Ungläubige und Selbstmörder bestimmten Matze, geschaufelt. Pfarrer Jaquemar weigerte sich ldaher, >ie Beerdigung vorzunehmen, kehrt« viedlmehr chleunigst nach Cilli zurück, um «in« neueerliche Vermittlung zu erwirken. Den Erlas« der Beezirk«-»auptmannschaft hatte nämlich der Caplan — der Psarrer Woduschegg weilt gegenwärtig in Maria» ,«ll — nicht behoben, weil er die fünf Kreuzqer zur Zahlung de« zugerechneten Porto« nicht > hatt«. Ueber Anordnung de» Bürgermeister-Slelloeriitreter» 1899 ,De«tsche Macht" Zottl war ^ allerdings mit der AuSschauflung de« Hrave« an^der gehörigenZSielle begonnen worden, dijerschien jedoch in Gezenwarl der oben erwähnten Haste au« Cilli — die Köchin des Herrn Psarrer« und erklärte, hier dürfe sür einen Protestanten nicht gehaben werden, denn hier sei geweihte Erde, und hier haben wir zu befehlen. Ueber neuerliche« Ein» schreiten entsandte die BezirlShaupimannschast den Comimssär Grasen Attem« nach Hochenegg mit Sendarmeriebegleitung. Vergeblich bemühte man sich, Arbeiter zur Schauselung des Grabe« zu bekommen, di« sich einer aus dem Siechenhause freiwillig dazu «eldele, der nun im Vereine mit dem Todlengräder die Arbeit begann. DaS Begräbnis sollte um 11 Uhr vormittag« stattfinden, musste jedoch abermals um zwei Stunden verschoben werden, da der Todten« gräber über höheren Auftrag sehr lästig arbeitet« trab sich öfter« «ntfernie und der ander« Arbeiter allein nicht fertig werden konnte. Endlich konnt« die Beerdigung um 1 Uhr vor sich gehen. Die Wirkung des pfarrherrlichen Benehme»« — der Caplan erklärt« ausdrücklich über Auftrag des Pfarrer« zu handeln — war ein« großartig« Be« Heiligung der besseren Bewohner Hocheneggs an dein Leichenbegängnisse, welch«, als sie mit Korn» blumen geschmückt im Leichenzuge am Psarrhos« vordeigienge». von dem Piarrgesind« durch heraus-ftrderndr« Lachen vkrhöhnt wurden. Die Leid» tragenden gerielhen darob in große Aufr«gung be» »ahnen jedoch die Ruhe. Pfarrer Jaquemar setzte am offenen Grabe mi> schlichten, zu Herzen drin» gniden Worten auseinander, wie die Religion der Liede aufzufassen sei, ein Gegenstand, der durch die geschilderten Vorgänge noch seine besondere Be-bmtur.g erhielt. Wie tief der Eindruck war, mag nun daraus erkennen, da>» katholische Frau«» unserem wackeren Pfarrer gerührt dankten und fügten, solche Wort« seien si« nicht gewöhnt aus dem Mund« ihr«r „Seelsorger" zu o«rn«hmen. Psarrer Jaquemar hat übrigen« an di« Statthalterei die Beschwerde wegen de« ärgerni«err«genden Vor-gehen« de« Pfarrers Wodusch«gg eingebracht. Viel besser als alle Beschwerden aber wirkt di« Selbst» hilse: »Lo« von Rom!" Hesterreichische Aetigionssreiheit Die mit der ivohldorttgkr Zuschrift vom 14. Juni 1399 «stattete Anzeige über di« Constituierung der in Hraz und Umgebung domicili«rend«n Mitglieder der altkatholifchen Kirchengemeinde Wien als Filialgemeinde und die Wahl de« Vorstände« und der Fvnclionär im Ausschüsse wird nicht zur LeanlniS genommen, weil die Bestellung de« Bor-ßande« einer CultuSgemeind« die ordnungsmäßige Errichtung derselben voraussetzt, dies« aber nach § 4 de« Gesetze« vom 20. Mai 1874 (R.-G.-Bl. Nr. 68) durch die (dem Ministerium für Cultus «nt> Unterricht im Einvernehmen mit dem Ministerium des Innern vorbehalten) staatliche Geneh» «iguag bedingt ist. welche bisher nicht ertheilt »orden ist. und die Constituierung der CuliuSge--«einae gemäss § ö, 2. Satz desselben Gesetzes vor ertheilter Genehmigung nicht stattfinden darf. Die Entsendung deS Hilfspriester« Josef Ferk nach <>raz erschein«, da eine förmliche Exponierung de« Genannten in Graz geplant ist, al« unzulässig, weil Josef Zerk nur innerhalb d«r CultuSgemeinde Wien, zu deren Pastorierung er zunächst bestimmt ist, seine» Standort, beziehungsweise sei» eigentlich«? Domicil hab«» kann, wogegen di« in Graz und Umgebung ansässige» altkatholischen ConfessionS genossen, welche nur als Einzelpersonen der CultuS gemeinde Wien zugewiesen sind, von deren Geist lichten nur eicarrende zu pastorieren sind. Diese Enl»dsätze ergaben sich insbesondere aus Z 10 ab 1 und § 11 alinea ultima deS Gesetzes vom 20. Mai 1874 (R.-G.-Bl. Nr. 63), welche von der Anstellung de« Seelsorger» in der Cultus-gemeinde, beziehungsweise von den ReligionS-dienern, deren Wirksamkeit sich auf mehr als eine Eiilluigemeinde erstrecken, handeln, welche Gesetzes Hellen überall den Seelsorger» und deren Hilss «rganen eine bestimmt« CultuSgemeinde, also eine Corporation gegenüberstellen, zu welcher die in der Tialspora befindlichen ConfessionSgenofse». wenn sie auch in gewisser Beziehung der nächsten Cultus gemeinde ihrer Consession aggregiert erscheinen, doch nicht als Gemeindemitglieder in dem Sinne ««gehöre», dass da» von denselben bewohnt« T«r titotium als innerhalb des Gebietes der Cultus gemeinde, welcher sie zugewiesen sind, gelegen an-gesehen werden könnte. Bei dieser Rechtslage stellt sich die dauernde Stationierung des HilfSoriesterS J«f«f Ferk in Graz, also außerhalb deS Gebietes I der CultuSgemeinde Wie», als unzulässig dar. zu «al derselbe in Graz al» selbständiger Seelsorger einet staatlich noch nicht genehmigt«» CultuSge meinde (Filialgrmeind«) erscheine» würde. Daher wird das alikatholische Pfarramt in Wien gleich-eitig aufgefordert, den Hilfspriester Josef Ferk ogl«ich von Graz abzurufen. Hingegen steht inrch vier Wochen, von dem auf den Zustellung«? tag folgenden Tag« an gerechnet, der bei der Statt-jalterei i» Graz einzudringende Rekurs an das . t. Ministerium für Cultu» und Unterricht offen. Der k. k. Statthalter. In Vertretung.- Netoliczka. Kraurig« Zustände. Wie un» au» AdelSderg »richtet wird, find die Tscheche» im dortige» Hotel „ungarische Krone' einer armen Kellnerin mit einer Zeche von 36 fl. und einer zweiten mit einer Zeche von 3 fl. durchgebrannt. Ein besserer Krainer hat ich darüber aufgehallen und sagt«: „Ja. die können eicht Reisen mache», w«n» sie nirg«nd» was b?« ahlen'. Da braucht man sich auch nicht darüber wundern, wenn so einem Tschechen von zuhause nach Cilli ei» ganzer Gulden als Reisegeld »ach« zeschickt wurde. Provokace. Seit vorgestern Abend mehren ich die frechen ProvocationSgelüste der Windifche» in unserer doch endlich nach Ruhe sich sehnenden friedlichen Stadt. DaS widerliche und wild« »Zivjo" bekamen viel« Deutsche am Abend« öfter« zu hören, einem deulschen Bürger brüllte man in der Garten« gaffe dieses Kampswort noch mit einem Beisatze zirect in di« Ohren. Doch achtet« dieser da» Gebot unserer beiden Bürgermeister und verzichtete aus di« sonst am Platz« gewesene Züchtigung. Gestern. SamStag morgens sah man Windisch« zahlrtich aus der Gusse, die man sonst um diese Zeit nicht bemerkt, stellten sich mit ihren Hetzblättern in der Hand und mit Stöcken bewaffnet ruhig ihre» Wege« ziehenden Deutschen entgegen, ja verfolgten in provokatorischer Absicht einen Deutschen durch drei Siraßen, mit ihren Stöcken da« Trottoir bear» beilend. Wir fordern mit Recht —da wir bei dem Charakter der sich jetzt in ihrer Sicherheit wiegen« den Slovene» jedenfalls noch mehr Frechheiten erwarte» — von der vorgesetzten Behörde dir un-nachsichtlich« und streng« Bestrafung solcher Provo» cani«n. untrr denrn sich besonder» frech der Schrift« fetzer Anton Beg und der Schreiber Bega » hervorthu». Wen» die Deutschen vermöge ihrer Bildung da» Gebot unserer Siadibehörde achten, so dürfen sie auch mit allem Nachdruck darauf dringen, das» der M i n o r i t a t der Bevölkerung di« Befolgung desselben mit den strengsten Mit» t«ln beigebracht werde. Ialb's Wetterbericht. Von den WitterungS-auisichten für August weiß Proseffor Falb in seiner allgemeinen Charakteristik des Monats folgende» zu berichten: „In der Witterung dieses Monai» könne» ziemlich scharf zwei Hälsien unterschied«» werden. Die erst« Hälft« ist reich an Niederschlägen, die Temperatur steht wiederholt unter dem Mittel, trotzdem sind die Gewitter verhältnismäßig zahl-reich und gleichmäßiger vertheilt, al» im Vormonate. Die zweite Hälfte hat im ganzen einen sehr trockenen Charakter. Di« Temperatur hält sich nahe am Mittel. Di« Gewitter sind in dieser Hälfte verhältnismäßig selten. Der 6. August ist ein kritischer Tag 3. Ordnung, der sich haupltächlich durch ausgebreiteten Regen bemerkbar machen soll, der 21. August ist ein kritischer Tag 1. Ordnung, der jedoch wegen der vorherrschenden Trockenheit»« t«nd«nz erst in den nächsten Tagen zur Gellung kommen kann.' Auch für den Monat September hat Falb in der Hauptsache trockrne« Wetter vor-hergesagt, so das» wenigsten» die zweite Hälft« deS Sommer» genießbar zu werde» versprich«. Deutsches Sommerfest i» ?etta». Die Ereignisse der jüngsten Zeit beweisen, wie nothwendig «S ist, das» di« Deutschen in unserem reindeutschen, aber ring» von Wenden eingeschlossenen Städtchen zusammenhalten, das» aber auch all« übrigen Deut, schen mit uns jetzl zusammenstehen um den schle» chendcn Feinde das Eindringen in unsere geschlosse nen Reihen unmöglich zu machen. Da« deutsche Studentenheim in Pettau und unsere Schutzvereine vereine Schuloerein und Südmart sollen durch da« am sonnlag. den 13. d. M. im Stadiparke statt» findkNd« Deutsch« Sommerfest gekräftigt werden. Deutsch« Art und deutsches Singen, deuljche« Turnen und deutsch-weibliche Anmuth, sie alle habe» sich verbunden zum Gelingen dc« Feste«. Darum kommt alle herbei, die Ihr deutsch sühlt und denkt; Ihr Reichen, gebl von Euerem Ueberflusse, Ihr andere» aber gedenket der schönen Zwecke un-sere« schönen Feste«. Yomerbad, 6. August. (Wo hl thätig keitS-Tombola.) Vom herrlichsten Weller begünstigt, fand heule am Theresien-Plaieau eine Tombola zu Gunsten der Suppenanstalt in St. Margareten statt. Di« Betheiligung war ein« sehr reg«; «» nahm«n daran säst sämmtlich« Curgäst« lheil. «r» chienen sind aber auch Gaste an» Cilli. Tüffer und Steinbrück. Da« erzielte überaus günstige Reiner» trägni» von 272 fl. giebt wieder ein beredte» Zeugnis von der schon so oft bewahrten Schul» reundlichkeit unserer Hochverehrten Curgäst», e» ,«wei»l aber auch, w«lch warmiühl«nde« Herz die» «lben für die Armut und Noth der Kleinen laden. Dank und Anerkennung gedürt vor ollern d?m Urheber diese« WohltdätigkeilSacle«, dem Slammgaste Herrn David Luzzallo, dem Badearzte Herrn Dr. Richard Eder, der die Leitung der Tom« bola übernahm, dem Fräulein Laura Edlen von Grünburg, welche sich an der Geldsammlung her» vorgend beteiligt«, serner den Spendern von Geld» betrügen und Tombola-Gewinnsten und den Damen und Herren, die in überaus liebenswürdiger Weif« ])«n Verkauf der Karten besorgte». Rückhaltlose Anerkennung und Dank auch allen unseren lieben Curgästen. Aahr- nnd Mich markt« in Steiermark. Au» 18. August: Graz, Stechviehmarkt nächst dem Schlacht» haust. — Pettau, Wochenmarkt. Am 19. August: Graz, Getreide-, Heu- und Strohmarkt am Grie»-, Hol»m»rkt am Dielrichsteinplatze. — Rann, Schweine-rnarft. Am 20. August: Gfchnaidt (Ort Pankrazen), Bezirk Umgebung Graz. Jahrmarkt. — «l°«er, Bezirk Deutsch - LandSberg, Viehmarkt auf der Hebalpe. — Maria in der Wüste (Rollenberg). Bezirk Marburg, großer Uiehmarkt. — Tfchermoflsche, Bezirk Rohiisch, Jahamarkl. Am 21. August: Gasen. Bezirk Birkfeld, Viehmarkt. — Et. Georgen an der Pöbnitz, Bezirk Marburg, Viehmarkt. — Mariazell, Viehmarkt. — PischelSdorf, Bezirk Gleisdorf, Jahr- und Viehmarkt. — Tfchermosische, Bezirk Rohitsch, Viehmarkt. — Neubau, Bezirk Hartberg, Jahrmarkt. — Preding, Bezirk Leibnitz, Jahr- und Viehmarkt. — Jagerberg, Bezirk «irchbach, Kram. Am 23. August: Graz. Getreide-, Heu- und Strohmarkt am GrieS, Holzmarkt am Dietrichsteinplatze. — Oberzeiring, Jahr- und Vieh-markt. — Pettau, Wochen- und Schweinemarkt. Am 24. August: Graz, Hornviehmarkt nächst dem Schlacht-häufe. — ArnfelS, Jahr- und Viehmarkt. — Birkfeld, Jahr- und Viehmarkt. — Garn«, Bezirk Stainz, Iaht« u»d Viehmarkt. — Jrdning, Pferde- und Schlachtvieh« markt. — «nittelfeld, Jahr- und bedeutender Vieh-markt. — Landl, Bezirk St. Gallen. Jahrmarkt. — St. Peter am Sammersberg, Bezirk Oberwölz, Pferde» und Schlachtviehmarkt. — Rann. Bezirk Pettau, Schweinemarkt. — Rohitsch, Jahr- und Viehmarkt. — Sinabelkirchen, Bezirk Gleisdorf, Jahr- unr Viehmarkt. — Tüffer, Jahr- und Viehmarkt. — VoilSberg, Jahr» und Viehmarkl. — Windifch-Feistritz, Jahr- und Vieh-markt. — Wöllan, Bezirk Schönster», Jahr- und Vieh« markt. — Mureck, Jahr- und Viehmarkt. weißer Anstrich s weiße Glasur. D«r nicht und ist vollkom» 45 kc. sind bei Traun Wogg in Cilli erhältlich. 8699—82 Eingcsc Vermischtes. Mcrband alter Kerren ostmärkischer N«r-schenschafte». Durch die Auflösung de« Verbandes aller Burschenschafter „Warldurg" hat der odge» nannte Verband besondere Bedeutung gewonnen. Die Herausgabe einer Zeitschrift wird sofort durch» geführt werden. Eine außerordentlich« Hauptver-sammlung ist vorbereitet. Die Herren Dr. Ludwig Gärtner. Wien, XII/5, BrudermannSgosse 11, und GuiSdesitzer Rudolf B«rg«r, Schloss Zulehtn bei Waidhosen a. d. DdbS, wurden mit der GeschäktS« leitung betraut und sind Zuschriften an diese Herren zu richten. J)i« Angst vor dem deutschen Kaiser. Die völkische Zeiuchrift »Odin" enihält folgende Mittheilung vom R. ichSra'hsabgeordneien Dr. Bareuiher. Vor einigen Jahren kam «in österreichischer Statt» Halter, der sein« Provinz bereifte, in die Sladl 9L, die in ihrer Schule «in« geräumig«, schöne Turn-hall« erbaut hall«. Er benchiigle die Schule. Der Lehrkörper uno die Schuljugend waren in der Turnhalle versammelt. Ehrerbietigst wurde die Excellenz begrüß», patriotische Lieder ertönten au» den jugendlichen Kehlen, ein wohlgefällige« Schmun» zeln ergoß sich üder da« Antlitz de« Statthalter». Plötzlich legten sich schwere Falten auf seine lande»» bekümmerte Siirne. Flüchlig umherschweifend waren feine Blick- auf einen Gegenstand gestoßen, deffe» Entdeckung ihn in solche Unruhe versetzte, das» «c sich kaum mehr hinzuschauen getraut«. Er verab» JEUtsifä* Wach»- 1899 schiedet« sich von dem Director mit Aeußerungen des LobeS über das Verhallen der Schuljugend, fügte aber febr verstimmt uno tadelnd hinzu: „Herr Director. daS kann ich unter keinen Umständen dulden, dass in dem Turnsaale der Schule die Büste de» Kaisers Wilbelm. die ich darin bemerkie, ausgestellt bleibe". „Die Büste des Kaisers Wil-Helm ?" frug erstaunt der Tirector. „Sie irren, Excellenz. daS ist ja die Büste unseres Turnvaters Iahn." „So, so4, erwiederte der Statthalter, »hat von weitem merkwürdige Aehnlichkeit mit dem deutschen Kaiser. Und übrigens auch ein Preuße, dieser Iahn, gehört ebensowenig in österreichische Schule. Am Ende wollen Sie auch noch dem BiSmart ein Denkmal in O'sterreich errichten." Der Director schwieg. Ich hätte die Excellenz nicht im Unklaren gelassen. Ich hätte geantwortet: .Jawohl, Herr Statthalter." Liebhaber von ßhampignous — und wer liebte den feinen Edelpllz nichi l — seien darauf aufmerksam gemacht, das« in der neuesten Nummer deS proctischen Rathgebers im Obst- und Garten-bau auSsührliche Anleitungen gegeben werden, Champignons in kellern sowohl, wie im Freien mit leichter Mühe zu ziehen. Die einzige Schwierig« feit liegt in der richtigen Behandlung des Düngers. Die betreffende Nummer wird gern auf Wunsch umsonst von dem GeschäfiSaml in Frankfurt a. d. Oder zugeschickt. Födtliche Vergiftung durch Sauerampfer. Der Genus» des Sauerampfers (Luwex acetosa) gilt im allgemeinen al« unschädlich. Besonder« jetzt in der heißen Jahreszeit, wird er wegen feine« Säuregehaltes als ein durststillende« und erquicken-des Mittel geschätzt; auch in manchen Haushaltungen ist er in Form von Suppen und Salat beliebt. Vor allem sind eS die Kinder, welche bei ihren Spielen in der freien Natur den Sauerampfer frisch vom Wege pflücken und in großen Mengen ver-speisen. Dem gegenüber mahnt ein von Professor Eichhorst in Berlin veröffentlichter Fall von tövt-licher Vergiftung nach dem Genusse von Sauer-ampfer zur Vorsicht. Ein zwölfjähriger Knabe hatte beim Umhertummeln auf der Wiese große Mengen von Sauerampfer genossen, war dann mit heftigen Leibschmerzen, Erbrechen und Durchfall erkrankt und schließlich bewusStloS geworden. In diesem Zustande brachte man ihn in da» Krankenhaus, wo er aus Schütteln und lautes Anrufen kein Leben«-zeichen von sich gab. ES traten krankhafte MuSkel-zuckungen hinzu, und wenige Tage darauf verschied der Knabe. Wie die Leichenschau ergab, handelte es sich um eine schwere Nierenentzündung, welche aus die schädliche Einwirkung der im Sauerampfer enthaltenen Kleesäur« zurückzuführen war. Die mit-getheilte Erfahrung lehrt, das« ein reichlicher Ge-nuss von Sauerampfer zu ernster Lebensgefahr zu führen vermag. Shotographische Apparate für Dilettanten. Wir empfehlen allen, die für Photographie, diesem an-rrgendstcn und von jedermann leicht zu erlernenden Sport, Interesse haben, da« seit 1854 bestehende Sperial-hau« photographischer Bedarfsartikel der Firma A. Moll, k. und k. Hof-Lieferant, Wien, Tuchlauben 9, und die Durchsicht ihrer illustrirten Preisliste, die auf Wunsch gratis verschickt wird. 3452-a-69 Fremdenliste Kptel Stadt Wien. Hedwig v. MgogM. Professor sammt Frau, Budapest. Richard Tnr. k. u. k. Hosbeamier, Wien. Eigmund Stiders«. t u. k. BezirkSricht«, Lands-b«rg. Franz Ecinir. Berichterstatter deS „Graz« Tagblatt", Graz. Otto Weinhard. Stationschef sammt Frau, Spual. Karl EdstZ^ll» Bao«. k. u. k. Oberst sammt Frau, Görz. Dr. Johann Sgadan, NotariaiScandidat. Trieft, sodann Pircher. PclviMkr, sammt Frau. Graz. Heinrich HauSleitner, Bild» Hauer sammt Familie, Wien. LablltinüP Fischer. Kaufmann, Wien. August Wurmfelb. Kaufmann sammt Frau. Wien. Hermann ^treilmaiii^ Bantier s. Frau Wien. Lud. Trauimanni^orkTKausmann. München. Hermann Neubfraer. Holzhändler, Fiume. Johann Wekl, Gutsbesitzer sammt Frau, Wien. I. SRtiitfL Kaufmann. Graz. Karl 2$$er, Prag. FriedrichMüller, Beamter, Wien. HemriH Jerza-bek, Karl Alester, Rudolf LaöuS. Heinrich Pörnat, Alfred Löfflet. Rudolf Ste^. Juliu« Rofenseld. Hieron. Fuchs. Max Faifdj, Heinrich Hirjch, Josef Mülberg, Adolf Frankfurter. Reisende und Kauf-leute sämmtliche auS Wien. Hermann Lai'Na. Rei-fender, Graz. Adolf Bruuer. Kaufmann. Graz. I. Jankowitfch, Reisender, Graz. Jul,uS Maier, Reisender, Gra;. Karl^M^U^. Reisender, Trieft, Maria Tisch. Director«wi>we. VoitSbera. Maria Kuk, Private. Wie». Josefine Berneth, Obersten»-gam» sammt Sohn. Trieft. Kotel Elephant. Anton KojnttfcJlj, Hausbesitzer. Leoben. Damjan Ra|älV Bezirksvorsteher i. R. Agram. Dr. V. ZiMauer, BezirkS-Commissär, Graz. Dr. Maihia« NsMXflUfl, k. k. Finanz - Ober - Commifsär, Wien. Jaque» Sing«, Reisender, Wien. Frau E. tzchöpke. Private, Wien. Carl Keller. Beamter, Graz. KLIv-mann v. Rapp, Disponent der Brauerei Goß, Leoben. Emanuel SjiiHu, Resident der f. f. priv. Südbahn-Gesellschaft, Wien. GottliebWiU, Reisender, Wien. Wilhelm Stein. Reisender sammt Kuischer, Wien. Hugo Dimter. G»reisender, Wien. Philipp Rubak, Versicherung» - Juspecior, Trieft. Peter KUic. k. u. k. Generalmajor, Wien. C. Ruva». Kaufmann. Fiume. D. Rever. Regiment»-Arzt vom 87. Jns.-Reg. Baron Fried. Rechbqch. Gutsbesitzer, ltrentberg. Josef SchnitUsiritx. Ober-Revidem der österreichischen Nordwestbahn sammt Frau und Tochter, Wien. C. Wrchorßky, Oder-Jnspecior Graz. Georg Lrinkau».' HÄeUer, Leoben. Leopold Skuiczh, Kaufmann. Brünn. Frau Cöelstin Kuchar. kaüfmann«gat«in sammt Tochter, Villach. Juliu» Ritter v. .^adoiw. Ingenieur, Graz. Frau Marie GeiMtiger, Gut»besitzer»gattin sammt Tochter, SchmeShoi«,. Joses Schmolz«, Realitäten-besitz«, Leoben. Johann KtiMr. GasthojSbesitzer, Leoben. Raimund Himoniisch. Bäckermeister. Leoden. Fr. Kupint. k. k. Postmeift«, Podplat. H. Sch.'m^-merlmalRtisend«. Wien. Joses Adlmann, Beamte?, GrazTJosef Grub«, Hotelbesitzer' Abazzm, Camillo Froche, k. k. Lieutenant, Agram. Karl Zim«, Käüsinann, Trieft. Max Wtthady. Spediteur, Leoden. G. v. Miklo», k. u»g. Taselricht« sammt Familie, Gr. KanizSa. Johann Wregg, Bahnhof«-Restaurateur, Moslar. Rudolf Theley, k. u. t. Oberstlieutenant. Zara. Johann Kniemed«, Joses Mlamchek, Christian Reicht, Lehr«, Pulgram. oses Rade. Reisend«, Stuttgart. Juliu» Batzj«, Beamter, Wien. Emil Puchleitn«, Kaufmann sammt Frau. Graz. Franz Zupanci'c, StationS-Chef der Südbahn. Rann. Karl kell«, Assecuranzdeamt«, Graz. Frau Amalia HübM, k. k. Polizei-Ober-CommissärS'W'twe sammt Sohn und zwei Töchter, Graz. Dr. Alexiu» v. FsichlMger, Oberfinanzrath und Finanzdirecior sammt ^Frau zwei Kinoer und Kinderfrau, Fiume. Heinrich Roienseld. Advoca», Wien. Frau FranziSka v. NSmeth, Private, Gr.-KanizSa. Mittheilung der Höstverwertungs-Stelle. Bekanntlich ist die Uebersicht üb« die zu er« wartende Obsternie aus die Preisbildung von ein-schneidend« Bedeutung. Die Obsto«w«tung»stelle hat daher, wie alljährlich, auch her an 62 Filialen der steierm. LandwirlschaftSgesellschast, an 63 Be-zirk«vertretungen und an 1286 Gemeindeämter Fragekarten mit dem freundlichen Ersuchen geschickt, über die zu «wartende diesjährige Obsternte nach der auf den Karten angegebenen Wei'e Bericht zu erstatten. Von den landwirtschaftlichen Filialen sind bisher 30, von den BezirkSv«tretungen 48 und von den Gemeindeämtern 752 Berichte un die ObstverwertungSstelle zurückgelangt. Im Jahre 1897 kamen von den Gemeinde-ämtern 30-/,, im Jahre 1898 53°/, und in diesem Jahre bisher 58% von den ausgeschickten Karten zurück. Diese Ziffern sagen, das« die Obstver-wertung«stelle von Jahr zu Jahr sich einer steigen-den Wertschätzung erfreuen kann. AuS den eingesandten Berichten geht fern« hervor, dass Frost und Regen, überhaupt ungünstige Witterung im Frühjahre auf den zu erwartenden Ertrag der Obstculiuren schädlich gewirkt hat. Auch der Apfelblütenstecher hat an manchen Orten wieder sein Unwesen getrieben. E» mus» bei dies« Gelegenheit allen Odstzüchtern wiederholt au» Herz gelegt werden, mit allem Ernste gegen diesen Feind der Obstzucht zu Felde zu ziehen. Der Apfelblütenstecher ist, wie der Landesobst-bau - Wanderlehrer, Herr College Großbau«, in seinem vortrefflichen Büchlein „Obstzüchter! Schützet Euer? Obstbäume!" sagt, gefährlicher als Frost und Hagel. Die mil 1. August d. I. vorgenommene Er-mittlung der Durchschniitsziffer «gad für die ein-zelnen Obstbaugebiete nachsteyeude» Resultat: es ©5 QO 4t- w *= j U u 8 8 * ■e s 5 s u u m, Q Ijo JO 5C | c I* ll »: 2 g 1 * i. c 55 -ii5 -- s> s £ -o « Q tt 7-& t .5 | C .5 s X Q3 -tS S 5« 9 S J 3 <3> •C : X ■JÖ | •a ja 1 ' S s ff es e 5 s s <33 C i ? s, 9 dft n B Q U B H u £ S. 5 Ü L s s C C .5 5 as » B 3 c & 2 5 - - & tö -2 a «9 « | © S 3 a § f i Z 2 •5 t K s s s* 3 X es s £ fSi Die Obsternte in Würt!emb«g und ganz Deutschland steht heu« schlecht« wie in den letzten sechs Jahren. ES ist deshalb mit ziemlicher Sicher« heit anzunehmen, dass z. B. in Stuttgart m i n> bestens dieselbe Preise, wie vor zwei Jahren (1897). erziehlt werden, d. h. 1000—13000 Mark (600-780 fl. ö. W) pro 10000 Kg. (I Waggon) sür Prima Mostäpfel. 1897 hatte Deutschlan!d doch eine gute Weinernte mit mittler« Qualität; Heuer ist dagegen nur auf eine mittlere Weinernte zit rechnen, was auf die Mostobstpreise von bes-ulendem Einflüsse sein wird. Die Nachfrage nach Apjselwein ist in Deutschland heute schon sehr groß, sio das» dieses Jahr jedenfalls der Marlt früh« beginnem wird. Cs ist au der Zeit aus die Vortheile, die der unmittelbare Verkauf (Vermeidung des Zwischen» Handel») sowohl dem Kauf«, al» auch beim Ver» käufer bietet, hinzuweisen, weil diese den beim mittelbaren Verkehr an die Unterhändler (schimuser. Schnalz«, Manschet«) abfallenden Gewinn selbst einheimsen können. Diesen unmittelbaren ooirtheil« hasleren Verkauf vermittelt die Obstverwernung»» stelle, indem sie den nachfragenden GroßkÄufern, überhaupt allen Kauflustigen die zum Z.veckke de» Verkaufe» angemeldeten Ouantitäten ObfteS bekannt gibt. Es liegt nur im Interesse der Obftbbesitz«^ wenn sie rechtzeitig ihr rierkausbareS Obst biei der Obstoerwertungsstelle mit Angabe des Ouamtum», deS Preis«? und ander« im Handel wuchtiger Puncte zur Anmeldung bringen. Durch die Stellung eines Angebotes ist ja der Verkäufer an nichts gebunden, er hat ja iimmer noch vollkommen freie Hand und kann mit sein« Ware verfügen wie er will; er braucht die Obst-verwertungSstelle bei einem allsälligen Vtrkaufse nur davon in Kenntnis zu setzen, damit die Abschreeibung in den Büchern vorgenommen werden kann. Wüieber» holt muss darauf hingewiesen werden, das« »in Be- 1899 »Kz«tfche Wacht' zug aus daS Tafelobst da« Pflücken, Sortieren, Verpacken mit größerer Vorsicht vorgenommen werden muss, sollen die Folgen der Sorglosigkeit nicht den Verkäufer treffen. Au« der nun folgenden Zusammenstellung gebt hervor, das« die Inanspruchnahme der Odstver-wertung«ftelle eine ganz bedeutende ist. Vom I. Jänner 1899 bi« heute betragen: Nachfrage Angebot PresSäpfel 5699 Meterctr. 800 Meierctr. Tafeläpfel 5660 „ 6967 „ Tafelbirnen 152 „ 16 , Zwetschken 100 * 204 * Pflaumen 5 „ — » Pfirsiche 17 . — „ Aprikosen 68 . — „ Reineclauden 5 . — Kirschen 1 » — , Weichsel 20 „ — „ Erdbeeren 1 „ — „ Himbeeren 15 Kilogrm. — Kilogrm. Johannisbeeren 55 „ 100 # Gtachelbeeren — „ 80 „ Ipselwein 430 Hektoliter 976 Hektoliter Pirswein — „ 132 „ Pollack. Graz, Datum des Poststempel«. Deutscher Schutverein. In der AuSschusSsitzung am 8. August I. I. wurde den beiden Ortsgruppen in Tetfchen für den Ertrag eines SommerfesteS, den beiden Ortsgruppen Leilmeriy für ein Frühling«- und ein Sommerfest, der Ortsgruppe Gleisdorf für daS bedeutende Er» dägni« eine« Volksfestes, der Frauen- und Mädchen-msgruppe Prachatitz für «in Concert, der Ort«-»nippe Obergeorgenthal für ein Sommerfest, der Ortsgruppe Königinhof für eine Abendunterhaliung >md der Ortsgruppe Schärding für das Ergebnis eine« WaldfesteS, ferner dem Verein der Deutsch-Oefterreicher in Leipzig sür eine Spende, dem deut-schen Vereine »Teutonia" in Wegstädtl für den Antheil an einem Sommerfestertrag, den Abiturienten de« EtaaiSgymnasium» in Böhm.-Leipa für eine Spende, der Ferialverbindung .Germania- in lroppau für den gründenden Beitrag von 500 fl. i»5 der Eparcaffe in Troppau für den gründenden venrag von 50 fl. der geziemende Dank au«ge-Krochen. Nach Kenntnisnahme der Danksagung de« Pettauer MusikvereineS für eine Unterstützung und deS Legatanfalle« von 3000 fl. nach Frau vertha Braß in Hohenstadt wurden Bauangelegen« heilen der Schule in Blifowa, die Angelegenheit der Errichtung einer zweiten Classe al« Notschule i» Riedermühl und Angelegenheiten der Verein«-schulen in Pilsen und St. Egydi und de« Verein«-kinderganen« in Sagor-Littai, sowie der bestandenen Lerein«schule in Trschemoschna berathen und der Erledigung zugeführt. An Spenden sind dem Vereine zugekommen: Freiwillige Feuerwehr in Höritz, Ergebnis einer Sammlung fl. 1 52; Ortsgruppe Mähr.-Neustabt verschiedene Spenden fl. 140.70; Ortsgruppe Ei. Etefan, Sammlung bei einem W>ildfest fl. 2.— und Epende de« Herrn Dorenfeldt fl. 4.—; Ort«-(Wippe vraunau in Böhmen fl. 9.50; Herr A. Eifenhm in Weißensel«; Ergebnis der Sammlung einer Tischgesellschaft fl. 3.10; acad. Ortsgruppe Ära; fl. 25.—. A»flös««gen der Käthfel ans vorletzter Kummer: lei E ch e r z r ä t h f e l«: Alt, Alter, Altan, Altar. Te« Sternräthsels: X RAD FALLE 8 T R A U C H KALABRIEX SPERBER 8 T I N T REH N De» Bilderräthseli: ©« an Allem zweifelt, hat kein Recht tu leben. Des ttredSräthfel«: Retter. Ter Gleichung: Kaffeeplantage. (» Kastan, d Fee, « Plan, d Tage). D«s FüllrSthsel»-r t • u 8 0 h r a a L e d a 0 e i b e 1 V i ■ • t a Geweih Nero Fliege Dana Eingesendet. b;l fl. 3.8A #. Siel. — fayaiuf.fiK Ataeflfdie »c. i» An «eaeftn, De»« Hau«. 1 M«ster umg«t>end. msi-ioi G. Hknnrbrr^.SxUM'Äabriktn ummj. Zürich. Oeffantliche Handelsschule lii/We Beginn des. Schulprograil 3823—77 n ljal>fts am IG. Sept. 1899. frei durch die Direction. Zur NeuanUite von Himw-Tj^gifrnlcii-und Teleton-Anlajten. Klu^ü^n-Apparatcn, Thor- und Gewiilbfkllnnjanind allen in »«in Fach einHhlagend«n ReparauptfTempfiehlt -ich unter Zu-sicherung promjijgpMffiir billiger Bedienung ill Sohmidt, CUli, Hei-a.ptpla.tz £Tx. IS, 3. Stoclc. 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Jänner 1890 gestattet. -^AUein^«M zu haben bei Is/Cartln. ;s£lieid."bsicfci in Altenstadt Nr. 102 bei Feldkirch in Vorarlberg 3676—73 Prel* t Ktililrn. (ftrhiMihrt des „Deutschen Schul-wlUlHIll l Vereines" nud unteres 5chutzvereines „Südmart" bei Spieleu und Wetten, bei Festlichlekeu u. Testameuteu. sowie bei unverhofften Gewinuftcn! iwrwwruw Spiel-Wlke.«*1 Logogriph. Wa« im Aarlen voll Pracht Dir entgegen!acht. Was bie Meere besährt, Was schützet und wehrt, Werd' mil Bedacht Nutzlos verbunden. Das zierliche Ganze, Lst wird's gewunden Bon Mädchen zum Kranze. Aikderräthsel. Hseichklanz. Bald braust's heran mit wilder Macht, Ost hat'S zur Ferne dich gebracht. Bald geht es durch die Etraben hin, Und vtele Menschen steht man drin. Bald kommt es unsichtbar daher, Dann bringt es Plagen und Beschwer. An Häusern ost ist'S in Gebrauch, Ter Ösen hat's, der Stiesel auch. Kapselräthsek. Ameisenhaufen — Bauland — Eldorado — Gesellschaft — Grammatiker — Katasteramt — Laufgraben — Negeraufstand — Uebernahme. In vorstehenden Wörtern sind neun andere Wörter eingekapselt. Werden diese neuen Wörter nach ihrer Bedeu« tung. wie solgt, geordnet: I. Bogel^ 2. Blume. 3. deutsche Stadt. 4. weiblicher Vorname. S. nützliches Thier. 6. Stadt in der Schweiz. 7. Soldat. 8. Vogel. S. Gewicht, — so bezeichnen die ÄnsangSbuchstaben im Zusammenhang eine mitteldeutsche, alte Stadt. Wortrithsek. Die Hausirau schickt den Boten sort. Zu holen das erste vom zweiten Wort. DaS Erst' und Zweite giebt das Ganze, ES schimmert sern in mildem Glänze. AttirbiN». — Gnädige Frau schon aus? Ei gewiss, dort ist sie ja! Scherzräthsel. Wer bei ihm ist, der gilt als sein, Wer zu ihm geht, möcht etwas sein. Wer an ihm l^ielt. wird gern gehört. Wer aus ihm spielt, wird nicht geehrt, Wer'« viel aemacht, wird ausgelacht, Wenn er'S zu keiner Frau gebracht. Die Auflösungen solgen in nächster Nummer. .Heutsch- Macht' 1899 Post-i" Kartei Ans feinstem Bristol-Carton ind,>W 14 Färbt 11 üj^flfuarell- Manier >ri«ch ausgeführt» Riesige Auswahl! Ueber 60p^fer*chleidoue Sujet* ! Auslohte n Ton allen GrosssL&dten der Wel^egrii*serttngen vom kleinsten Formate bis nur Lebens-grosse in künstlerischer pjtd'gescJunack voller Aurführumr. Aufnahmen iitplm täglich, selbst bei trüber Witterung Ton 9 bis halb 1 Uhr verni. nnd Ton jh»ItS2 bis >> Uhr. an Sonn- und Feiertagen tds 4 llhr nachm. statt. Im!, hu Ich noch billigste Preise zusichere, bitte ich um recht zahlreichen Besuch «lid zeichne hochachtungsvoll 4117—67 T. Kosciötek. ♦ Anton Löschniggi Graz ^ Q-ricsg,Ä»«j0t»®^r. -i ImildlUIIJ 3945-65 *r in Obst-Packpapieren, sowohl zum Auslegen als auch „feine*, geschnittene« Wickelpapier 2 für TapiHtfrten", Einsiedepergament für Dnnstobgt. 1 39* LMTvom Patent-Raupenleim Petrine. + WMnyerkauf der Patent-Hofheimer Fanggiirtel für die österr. 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In der Parquetloge, welche der Director dem Dichter für feine Angehörigen bewilligt hat, wollen sie vereint der Vorstellung beiwohnen. Frau Rogatz hat sich erboten, den kleinen Paul zu behüten. , Edgars Aufgeregtheit ist zu einem förmlichen De-lirium ausgeartet. Mit erzwungener Lebhaftigkeit begrüßt er die Ankommenden. Er spricht mit lallender Zunge wie ein Berauschter. Bald lacht er grell, über- laut aus, bald versinkt er in starres düsteres Hin-brüten. Man steigt gemeinsam hinab. An der nächsten Straßenecke verabschiedet sich Edgar von den Dreien, welche in eiitkn Pferdebahnwagen eintreten, der sie bis dicht zum Theater führt. Ihm wäre es unmöglich, in dem engen Raume, eingekeilt zwischen lachenden, schwatzenden Menschen, still auszuharren. Es ist ihm Bedürfnis, durch körperliche Bewegung dem inneren Drängen und Gähren Luft zu machen. Mit weit ausgreifenden Schritten stürmt er vor» wärts, in der dem Theater entgegengesetzten Richtung. Von der größeren Entfernung zwischen sich und dem Schauplatz der Entscheidung erhofft er eine Herab« Minderung der ihn verzehrenden Qualen. Er hat be» schlössen, dcr Premiöre auS dem Wege zu gehen und erst gegen den Schluß der Vorstellung das Theater aufzusuchen. Manchmal stockt sein Fuß, er wendet sich um und eS ist ihm, als zöge es ihn mit aller Macht zurück. Nach sekundenlanger Unentschlossenheit aber eilt er immer wieder in dcr anderen Richtung weiter. Durch drei volle Stunden die Marter deS Hin- und Her» schwankens zwischen Furcht und Hoffnung ertrage»? Unmöglich I Ganz erschöpft bleibt er endlich stehen, nach Athem ringend. Er orientiert sich; mindestens eine Stunde Weges liegt zwischen ihm und dem Theater. Da be» ginnt von der nahen Kirche die Thurmuhr zu schlagen. Er zählt. Ein — zwei — drei. Dreiviertel auf sieben! Nur noch fünfzehn Minuten bis zum Anfang der Vor-stellgng I Und während am anderen Ende Berlins über sein Schicksal entschieden wird, befindet er sich hier — unthätig — in der entsetzlichsten Ungewißheit! Eine furchtbare Angst erfasst ihn, ein Paroxismus von Furcht und Unruhe, dcr ihm das Herz erbeben macht. Im vollen Laufe stürzt er nach der nächsten Ecke. Ein Droschkenstand — Gott sei Dank! Schon von weitem schreit er dem Kutscher die Adresse des Theaters zu. .Das doppelte Fahrgeld — vorwärts I" Und mit einem Satze springt er in den Wagen. In der schnellsten Gangart, deren er sähig, stürmt der gepeitschte Droschkengaul davon. Fünf Minuten nach sieben betritt der Dichter den Bühnenraum. Der Vor-hang ist eben hinausgerollt. Wie bcwussiloS sitzt Elfe in der Loge. Die Bemer» kungen, welche die in dem Zustande ihrer „namenlosen Ausgeregheit' doppelt redselige Tante Mietze Kanzler macht, beantwortet sie mit einem stummen Nicken deS Kopfes. Es ist ihr unmöglich, zu sprechen. Schon der bloße Anblick des glänzenden, im elektrischen Licht er-strahlenden Raumes, der vielhundertköpfigen, erwartungS- vollen Menge, das Schwirren und Rauschen ringsherum treiben der seit Jahre» an dir Einsamkeit ihreS 3tüb« chcits gewöhnten jungen Frau das Blut zum Kopfe. Dazu dit Angst, die ihr in allen Adern gähn. DaS Hinaufraufchtn deS Vorhanges verursacht ihr eine solche Aufregung, dass es sie wie ein Schwindel überkommt. Die Worte schlagen an ihr Ohr, ohne zu ihrem Bewusstsein zu dringen, vor ihren Augen ein Flirren und Flimmern. Gtwaltsam zwingt sie sich endlich zur geistigen Sammlung. Sie kennt jede einzelne Scene des Stückes, hat sie doch das Schauspiel entstehen fehen, hat sich doch Edgar über manches mit ihr besprochen, ihren Rath gefordert. Nun ist sie erstaunt, zu sehen, wie da« alles in der Ausführung ganz anders erscheint. Fast wie etwas Fremdes tritt eS ihr entgegen. Scenen, die ihr in der Lectüre besonders wirksam erschienen, gehen ganz spurlos vorüber. Andere Stellen dagegen erzielen eine Wirkung, die sie nicht für möglich gehalten, und erwecken lauten Beifall. Elfe befindet sich in einem fortwährenden Wechsel der Stimmung. Ihre Aufmerksamkeit ist getheilt zwischen den Vorgängen auf der Bühne und denen im Zuschauer-räume. Bald fühlt sie sich gehoben von freudiger Zu» verficht, von warmem Enthusiasmus durchglüht. Sie möchte den Schauspielern zunifen: „Bravo! Bravo I Tausend Dank!" Dann wieder forscht sie mit angespannten Sinnen ins Parquet hinüber, zu den Logen hinauf. Lacht danicht jemand? Jedes Räuspern, das im Publikum laut wird und die auf drr Bühne gesprochenen Worte übertönt, em-pfindet sie wie eine ihr persönlich zugefügte Unbill. Dazwischen zuckt ihr der Gedanke an Edgar durch den Kopf. Der Arme! Wie mag er leiden! Und daS Verlangen, ihm nahe zu fein, flammt heiß in ihr auf. Der Schluss deS ersten Actes naht, eine von stürmischer Leidenschaft erfüllte Liebesfcene zwischen dein Helden und dcr Heldin. Elfe hält sie für eine der besten deS Stückes. Mit furchtsamer Aufmerksamkeit verfolgt sie das Spiel. Mein Gott, wie hölzern, wie geschraubt sich die Darstellerin gibt! Glücklicherweise ruht der Part des Helden in besseren Händen. Jnstinctiv, mit ihren von dcr seelischen Anspannung geschärften Sinnen spürt Elfe, wie das Publikum warm wird, wie man sich reckt, sich vornüber beugt in laut-loser Aufmerksamkeit, ganz im Banne der Dichtung und der Kunst der Schauspieler. Der Vorhang fällt und von allen Seiten deS Hauses erhebt sich stürmischer Beifall. Elfe ist entzückt, hingerissen. Sich weit über die Brüstung lehnend, sieht sie in das Parquet hinab. Welch ein Anblick! Hunderte von Händen regen sich unermüdlich. Die Gardine hebt sich von neuem und die Darsteller der Haupttollen ver-neigen sich dankend. S '1 Während deS Zwischenactes ist Elfe von der heiter- sten Beweglichkeit. Die gute Aufnahme deS ersten ActeS scheint einen vollständigen Umschwung in ihrer Stimmung herbeigeführt zu haben. Sie plaudert lebhaft mit Tante Mietze Kanzler und wendet sich dann zu Reinhold Bartz, um sich von ihm die im Hause anwesenden Berühmt» heiten zeigen zu lassen. Mit dem Beginne des zweiten Acte? aber kommt wieder die frühere Unruhe über sie, jeneS geheime Beben und Zagen, das ihr bald kalte, bald heiße Schauer über den Rücken treibt. Doch auch dieser Act wird wohl-wollend aufgenommen, ja, am Schlüsse mischen sich sogar einzelne Rufe nach dem Autor in das Händeklatschen, mit dem man die gute Darstellung belohnt. Und nun ist dcr dritte Act da, der die Entscheidung bringen muss. Edgar hat es ihr oft genug auseinander-gesetzt, dass bei einem viiractigen Stück der dritte Act, in welchem die Handlung die höchste Steigerung erfährt und der mit der Katastrophe schließt, den Ausschlag giebt. Gegen die Mitte des Aktes befindet sich eine Scene, die eine überraschende, originelle Wendung der Handlung herbeiführt. Elfe erinnert sich, dass Edgar immer mit besonderem Stolz von dieser Scene gesprochen und große Erwartungen an dieselbe geknüpft hat. Wenn nun die Wirkung eine andere, als Edgar gehofft? Und jetzt — sie fühlt, wie das Publikum stutzt, eine athemlose, beklemmende Stille herrscht sekundenlang, der Herzschlag stockt ihr. Instinktiv empfindet sie, dass das Schicksal des Abends auf einer Messerschneide steht — da erhebt sich plötzlich ein frenetischer Beifall und unterbricht eine ganze Minute lang den Fortgang des Stückes. Und alles Bangen, alle Furcht weicht wie mit einem Zauberschlage von Elses aufathmender Brust. Auch die Schlußscene zündet mächtig. Eine stürmisch« Bewegung geht durch das ganz« Haus, ein Orkan des Beifalls, und: „Tannhof! Tannhof I" erschallt es von allen Plätzen. Ein brausendes Bravorufen begrüßt den Dichter, der, an der Hand deS Regisseurs, vor der Rampe erscheint. In der heftigen Gemüthsbewegung, die sich ihrer bemächtigt, springt Elfe auf und mit Begeisterung schlägt auch sie die Hände gegeneinander; ihr Gesicht netzen große Thränen der Freud«. Der Vorhang senkt sich, um sich noch dreimal zwischen dem glücklichen Autor und dem enthusiasmierten Publikum zu heben. Elfe ist wieder in ihren Stuhl zurückgesunken; ein unbeschreiblich süßeS Gefühl durch-strömt ihren Körper, als sie den Mann ihrer Liebe von Hundenten bejubelt und bewundert sieht, und wäre es auch hundertmal mehr gewesen was sie um ihn und durch ihn erlitten, vor diesem wonnevollen Augenblick schrumpft alles Leid der Vergangenheit in nichts zusammen, lgortsetzung folgt.) 4 IllJiq Belehrendes, Unterhaltendes, Heiteres etc. M jacrjaci SSSS SWS aSB6aginia(apgllliavagawy»aanicisügiatsainiaiiüaai<>eiOasii Bittersüß. 3(f< Qi «van. An blühender Hecke im rothen kleid. Habe Gott zum Gruß, Du zierliche Maid! Du schaust so schelmisch und lächelst süß — Wie heißt Du? Sprach sie: .Bittersüß, Herr, Bittersüß." Ei, rief ich lachend, die Bitterkeit Bon solchen Lippen schasst wenig Leid! Komm, grüße wieder, wie ich Dich grüß' l .Möchte wohl l" Sprach Bittersüß, schön Bittersüß. Und dreimal hab' ich sie heiß geküsst, Und sie, sie hat eS leiden gemüftt, Rot war ihr Mieder und weiß die Füß'; „Wohl bekomm's!" Sprach Bittersüß, schön Bittersüß. Doch wie ich weiter gewand«rt bin, Da ward mir bange und trank zu Sinn; Wer weiß auch, wann ich Dich wieder grüß'? - .Nimmermehr I" Sprach Bittersüß, ach, Bitter süß. O, arge Maid I o. täuschender Nam' I O, weh mir, das» ich de» Weges kam! Nun wird mir bitter, was erst so süß — .Wie eS kommt I" Sprach Bittersüß, ach. Bittersüß. „Dein Unglück trag' nur sein gemach; Die Bitterkeit kommt zuvor oder nach; Ein süßeS Bitter, ein bittres Süß Ist die Lieb' I" Sprach Bittersüß, ach, Bittersüß. Zwei Tagen sind dem ungarischen Volte von zwei Thürmen des Preisburger Schlosses bekannt. Im Thurme gegen Woljsthal wurden die RerchSkleinodien, die Krone, da« Scepter, der Mamel und das Schwert, bi« sie im Jahre I7S4 nach Wien gebracht wurden, ausbewuhrt. Wer in später Nacht auj dem Berge weilt oder aus dem Strome vorüberfährt, der sieht es um den Thurm wetterleuchten; e« sind die Blise der goldenen Krone, es leuchtet die Atmosphäre, in welcher die Krone aus purpurnem Polster lag. — Von dem Thurme gegen Wien aber, wenn die Sonne sich empor geschwungen hat, flat» ter« es wie eine weiße Taube oder wie «in Silberwülkchen oder wie ein glänzen-der Rebelsireis, und dann sagt das Volk! Das Kind grüßt seine Mutter. Die edle Tochter Maria Theresia'S, Christine, deren prachtvolles Grabmal wir in Wien in der Augustinerkrrche bewundern, wohnte als die Gemalin des Palatins, deS Herzogs Albert von Teschen, im Schlosse zu PresS-bürg. Jeden Morgen nach der Messe ist die zärtliche Tochter auf den Thurm hin-ausgetreten und hat mit einem weißen Tuche ihrer erlauchten Mutter, die zu gleicher Zeit aus dem Glorie» in Schön-brunn sich befand, den Morgengruß zuge-weht, dcr auf gleiche Weise erwidert wurde. Kartoffelsuppe. Mittelgroße Kartos-feln schält, wäscht und schneidet man, ebenso eine Zwiebel und einen kleinen, recht zarten Selleriekops, thut dies mit srischer Butter, etwa« Pfeffer, Salz und geriebener MuscatnusS in einen passenden Tops und dämpft alles unter fleißigem Umrühren über gelindem Feuer völlig weich, kocht nun die Masse eine halbe Stunde, fügt nach Bedarf noch etwas Brühe nach, läsSt die Suppe ein wenig ziehen, schüttet dann einen balben Liter kochenden Rahm zu, gibt ein Stückchen frische Butter hinein und richtet fosorl an. Lebersuppe. Hiezu nehme man eine Kalbsleber und koche diese in siedendem Wasser »ine halbe Stunde ab Nun nimmt man sie heraus, legt sie zum schnellen Ab-kühlen in kaltes Wasser und reibt sie dann aus einem Reibeisen; hierauf nimmt man zwei Kannen kochende Fleischbrühe, thut eine derbe Portion geschnittene Petersilie hinzu, nach Belieben ein wenig Majoran und läiSt dies zusammen auskochen Man richtet nun die Suppe über geröstete Semmel- oder Brotschnitten und elwas Pseffer an. Wie wäscht man seidene Stoffe? Geschähe, in seine Scheiben geschnittene, rohe Kartoffeln werden, wie der „Prak-tische Wegweiser" in Würzburg schreibt, mit lochendem Wasser übergössen; aus vier Stücke kommt ein Liter. Ist der UebergusS erkaltet, so wird er filtriert und m» gleicher Menge Weingeist versetzt. Da» Seidenzeug wird alsdann. auf einer wei-chen Unterlage mit der Brühe mittels eines Schwämme« strichweise abgerieben, woraus man eS halb trocken auf der Rück« feite bügelt. Marmor reinigt man am raschesten und leichtesten, indem man zunächst Petro-leum aus die Platte gießt, dreS einige Zeit daraus stehen läfst, dann tüchtig mittels eines wollenen Lappens reibt, bis alle Unreinigleit entfernt ist. Hieraus seift man die Platte ziemlich trocken ein und reibt so lange mil einem reinen Wolllap-pen, bis der Marmor trocken und wie ein Spiegel glänzend ist. Blank« Messer und Kabel« sind der Stolz jeder Hausfrau. Man erhält sie aus die leichteste Weise, wenn man sich beim Putzen seiner Schmirgelleinwand be« dient. Zu beobachten ist dabei, dass di« Messer gerade gehalten und beim Putzen weder von oben nach unten etwa schräg, sondern gleichmäßig von recht» nach links gestrichen werden müssen. Jede» andere Streichen verdirbt die Politur. Die Schmirgelleinwand putzt schneller und sau-berer al» da» Brett, und der Putzstein entfernt jeden Fleck, auch den ältesten Rost im Handumdiehen und gewährt den Bor-«heil, dass die Messer, sofern man sie so-fort nach dem Gebrauche mil lauem Wasser abwäicht, nur alle zwei bis drei Tage ge-putzt zu werden brauchen. Gabeln stößt man beim Abschmirgeln von oben nach unten und umgekehrt, ein kleinere«, wei-ches Stückchen de» Putzstoffes dient zum Ausreiben der Zinken. Das« Sand an gxte Messerklingen niemals herankommen darf, ist auch eine Vorschrift, di« trotz ihrer Selbstverständlichkeit immer wieder vergessen wird. <5ine Prise Pfeffer von Z«U zu Zeit in s Weichfutter schadet nicht, reizt die Hühner zu baldigem Legen und be-sördert die Verdauung. Heimgezahlt. Diener: .Herr Kritt-lich hat eben seinen Bedienten herüb«ige-sanbt. der gnädige H«rr möchte seinen Hund erschießen, da derselbe durch sein Geheul die ganze Nachbarschaft stört." — Herr: .Sagen Sie dem Diener, er möchte seinem Herrn einen schönen Gruß auS-richten, und zuerst sollte Herr Krittlich seine Tochter vergiften und das Piano verbrennen oder in Stücke hauen." Trocken. Ein Herr fragt eine Dame, die in strömendem Regen ohne Schirm geht und bereit» ganz durchnäsSt ist, ob sie Nicht seinen Schirm benützen möchte. — „Nein, sicherlich nicht!" gibt sie sehr kurz zur Antwort. — „0. Verzeihung, ich wusste nicht, das» jemand, der so nas» ist, noch eine solch trockene Antwort zu geben vermag." 1899 „ueevisrJ ««.»»»» Sparcasse der Stadtgemeinde Cilli. Safe-Deposits Privat-Dep unter eigenem Verschloss der Partei. Jedes einzelne Fach steht witer Sperre des Miethers und Jtitsperre der Sparcasse. 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