Lllibacher TaMatt. Redaction und Expedition: SBafjnIjefgeffe Nr. 16. WA..... ■v »rä«umerati°n» Preis«! Nr. 48, gÄ&SMi.»"’ Donnerstag, 27. Februar 1879. — Morgen: Romanus. 12.Jahrq. Mit der Post: Ganzjähr. R. 12. ' zeige» bi« 6 Zeilen 2# tr. Die Feinde der Neuschule. Wie bekannt, wurde gegen Schluß des Jahres 1872 in Laibach ein Landes-Lehrerverein begründet. SDtsfen Losungswort gipfelt in der Devise: „Bildung, Wahrheit, Ehrlichkeit und Gesetzestreue". Zur Erreichung des abgestecktcn Zieles dient diesem erfolgreich wirkenden Vereine ein eigenes, mit schätzbaren Artikeln bedachtes und sorgfältig redigiertes Organ, genannt „Laibacher Schulzeitung". Dieses Organ (Druck von Kleinmayr & Bamberg in Laibach) erscheint in deutscher Sprache. Kaum war die erste Nummer desselben — am 10. Dezember 1872 — ausgegeben, gab sich in slovenischen Kreisen ein in feindliche Formen gehüllter Lärm kund, man hätte in nationalen Kreisen gewünscht, daß dieses Organ des krai-nischen Landes-Lehrervereines in kroatischer, serbischer oder russischer Sprache erscheine. Das Erscheinen dieses neuen Fachblattes für Krain in deutscher Sprache war und ist noch heute jenen nationalen Kreisen, auf deren Fahne die Devise „Volksverdummung" prangt, ein Dorn im Auge, die slovenischen Journale fielen gleich einem Tiger über den neuen Verein und sein Organ her und versuchten, beide in Stücke zu zerreißen; nicht genug an dem, die erboste, wilde Meute griff auch einzelne Mitglieder dieses Vereines an, erfand im nationalen Delirium die skandalösesten Familiengeschichten, stellte geachtete Persönlichkeiten an den Pranger und arbeitete ohne Unterlaß auf dem Gebiete der Lüge und Verleumdung gegen die Neuschule, gegen den neuen Verein und sein Organs In den Reihen dieser Gegner stand „Slo-venski Narod" der Erste, er präsentierte sich bisher und präsentiert sich heute noch als offener Feind der Neuschule und ihrer Glaubensgenossen, er und seine „ehrenwerthen" Korrespondenten in Krain bemühen sich, aus dem Felde der persönlichen Angriffe, Lüge und Verleumdung Großes zu leisten. In neuester Zeit fiel diese Meute über den Redacteur der „Laibacher Schul-zeitung" her, sie belegte denselben mit Schimpfworten, sie bezeichuete denselben als den Verfasser einer in Wiener Blättern erschienenen, dem „Narod" und seinen Gesellen mißliebigen Original-Korrespondenz aus Laibach. Ehren-„Narod" wurde aufgefordert, den Beweis der Wahrheit anzutreten, jedoch anstatt Beweis und Vertheidigung folgte — tiefes Schweigen. „Slov. Narod" begann seine Hetze gegen den Landes - Lehrerverein in Krain schon im Jahre 1873, schon damals nannte er die Mitglieder dieses Vereines „Nullen", und heute ärgert sich der nationale Deutschenfresser darüber, daß das in deutscher Sprache geschriebene Organ dieses Vereines auch in Istrien in intelligente Lehrkreise Eingang findet. „Narod" bekrittelte in letzter Zeit die stattgefundene Aussendung von Probeblättern der „Laibacher Schulzeitung" in nachbarliche Provinzen in gehässiger Form. Die „Laibacher Schulzeitung" verleiht in ihrer heurigen vierten Nummer unter dem Stichworte „Unsere Widersacher in nur theilweiser Beleuchtung" dem Verdienste seine Kronen, „Slovenski Narod" empfängt in scharfen Ausdrücken den wohlverdienten Lohn für seine edle That. Im Eingänge der Dankadresse der Redaktion der „Schulzeitung" an den nationalen Moniteur wird constatiert, daß das in den slovenischen Journalen gegen den Landes-Lehrerverein uud sein Organ beliebte „unflätige Treiben" den Muth der Ver-einsmitglieder und den Fleiß der Redaction und ihrer Mitarbeiter bei Herausgabe des genannten Schulblattes wesentlich stärkte; daß die ungeschickt leitende Hand des „Narod" dem Vereine und seinem Organe nur Vortheil brachte, daß der Hagel von Schmähungen gute Früchte trug. In der an die Adresse des „Narod" gerichteten Phi- lippika wird die Verdächtigung des RedactemS der „Laibacher Schulzeitung" energisch und entschieden zurückgewiesen und die vom „Narod" unbeantwortet gebliebene Ausforderung damit entschuldigt, daß „Narod" trotz seines üblen Rufes einsah, daß er sich übereilt, daß er schweres Unrecht gethan! Die „Laibacher Schulzeitung" geißelt die feindliche Action des „Slov. Narod" und nennt dieselbe einen Ausbruch der „Schmäh-sucht und Verworfenheit". Die „Laibacher Schulzeitung" ruft aus: „Und so ein Journal erkühnt sich, zu behaupten, daß es eine so begabte Nation wie die slvvcnische vertrete?!" Das genannte Blatt sagt ani Schlüsse seiner „Kronadresse" an „Narod": „Wir wollen in Frieden und Eintracht, frei von politischen Schrullen, für die Nation wirken und den Störenfrieden energisch die Thüre weisen." „Slovenski Narod" möge Zeit finden, diese „Fastenpredigt" sich zu Gemüthe zu führen. Der Hirtenbrief der „Laibacher Schulzeitung" läßt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Zur Occupationsfrage. Wie der Wiener Korrespondent der „A. A. Ztg." erfährt, ist die Convention wegen Novi-bazars wieder einmal „dem Abschlüsse nahe"; sie hat sich in diesem hoffnungsreichen und platonischen Stadium schon so oft befunden, daß es gut fein wird abzuwarteu, bis sie nicht blos dem Abschlüsse uahe, sondern zum Abschlüsse gelangt ist, und wir können das um so eher abwarten, als die Sache absolut keine Eile hat. und als selbst der fertige Abschluß kaum eine andere Folge haben würde, als daß der Vormarsch eventuell in demselben Augenblick erfolgen könnte, wo die Umstände ihn erheischen und die Finanzen ihn gestatten möchten. Daß er freilich andrerseits ohne vorgängige Verständigung mit der Pforte nicht erfolgen Ieuilleton. Taute Favsta's Schuld. Erzählung von Harrtet. (Fortsetzung.) XVII. Stephanie saß am folgenden Morgen in ernste Gedanken versunken in ihrem reizenden Salon ; sie hatte noch am vorhergehenden Abend eine lange Unterredung mit ihrem Vormund. Der sonst so liebevolle, gütige Greis wies fast mit Entrüstung ihre Bitte zurück: „So lange Sie, liebste Gräfin, unter meinem Schutze stehen, kann und will ich niemals in solch' einen Vertrag willigen ! Wenn Sie Ihre Großjährigkeit erreicht haben, und das ist in fünf Jahren, dann können Sie allerdings über ihr Vermögen fchalten und walten nach Belieben, aber bis dahin bin ich der alleinige Hüter desselben! Was ich Ihnen gewähren darf, ist, daß ich der Fürstin Tante einige Tausende aus meiner Privatkaffe vorstrecken will!" Mit diesen entschiedenen Worte» hatte Zer-ling die junge Gräfin verlassen, die noch an demselben Abend Fausta von der Unterredung mit ihrem Vormund benachrichtigte; wider alle Erwartung beruhigte sich die schöne Frau vollkommen, als sie vernahm, Zerling wolle ihr eine ziemlich hohe Summe aus seiner eigenen Kasse vorstrecken ! Was Stephanie so gedankenvoll stimmte, war die Armuth ihrer Tante! Ein leises Geräusch an der Portiöre schreckte sie aus ihrem trüben Jdeenlauf. Friederike stand mit einem prachtvollen Bouquet aus frischen Veilchen und weißen Rosen am Eingang des Salons: „Ach, was hat das zu bedeuten?" „Weißt du denn nicht, was morgen für ein Tag ist?" Friederike legte ihre Hand um den Hals der Freundin! „Ja, der 25. November!" „Und der ist dein Geburtstag!" „Richtig! Ich habe gar nicht daran gedacht, du treue Seele, mahnst mich zuerst an den Ursprung meines Daseins!" Stephanie zog das Mädchen neben sich auf die Ottomane nieder, und die Freundinnen plauderten herzlich miteinander; plötzlich rief die junge Gräfin lebhaft: „Friederike, deine Augen leuchten heute wunderbar!" „O, sie spiegeln nur die Glückseligkeit meines Herzens wieder . . .!" Mit leicht vorgeneigtem Haupte lauschte Stephanie der Beichte ihrer Freundin, vielmehr dem glücklichen Schlüsse ihrer Liebes- und Herzeni-geschichte, denn daß Helwig ihre erste Neigung war, hatte sie noch in Arnenrüth vernommen! Stumm und innig hielten sich die beiden Freundinnen umschlungen; Stephanie bekämpfte eine leise Wehmuth, die die Geständnisse FriederikenS in ihrer Seele geweckt, denn das Glück derselben schloß für sie die herbe Trennung von der lieben Altersgenossin in sich! Ein Diener meldete der jungen Gräfin ihren Vormund; gleich nachher trat er in den Salon: „Ach, das Fränlein von Sesenheim ist mir bereits zuvorgekommen!" rief er scherzend, nach dem prachtvollen Bouquet deutend. „Die Braut geht dem Geburtstagskinde das Vertrauen der Regierung und der Kammer an Ihre Spitze gestellt, zähle ich für diese unsere gemeinsame Aufgabe auf Ihren vollen Beistand. Nicht als ob wir daran denken sollten, wieder-!jerzustellen, was für immer gefallen ist, und zu )em despotischen und antokratischen Programm der Universität von Frankreich, welches ihrem Gründer vorschwebte, zurückzugreifen; vielmehr wollen wir nur die Rechte des Staats geltend machen, ohne an der Freiheit zu rühren. Der den Unterricht spendende Staat, den Sie vertreten, ist vor allemein freier Staat; er verlangt kein Monopol, aber seine Domäne in ihrem vollen Umfang. Ihm allein steht die Aufsicht über die Studien zu — eine nicht eifersüchtige, aber ernste und nachdrückliche Aufsicht über alle Zweige und Anstalten des Unterrichts. Als Bundesgenossen und nicht als Nebenbuhler oder Gegner steht er übrigens die Anstalten an, die sich, wie er, von dem Geiste der modernen Wissenschaft leiten lassen und auf dem Felde der Freiheit neuen Bahnen und Methoden nachforschen. Man kann von dem Staatsunterricht nicht verlangen, daß er alle Experimente selbst mache, wol aber, daß er diejenigen, welche sich bewährt haben, auch beherzige. Mancher Fortschritt ist erzielt, manche andere Reform für die Durchführung reif. Ohne die Bedeutung und den Vorrang des Studiums der alten Sprachen, der Humaniora, wie man sie treffend nennt, weil sie Menschen bilden sollen, zu verkleinern, werden wir doch unsere Programme den neuen Bedürfnissen der Gesellschaft anpassen, sie von allem Ballast befreien und vervollkommnen müssen. Es ist dies ein großes Stück Arbeit, welches ich nur im Verein mit Ihnen zum Heile der Republik und Frankreichs vollbringen kann." Tagesneuigkeiten. — Josef der Streitbare. Bischof Rudigier in Linz, der bekannte Kampfhahn der römischen Curie, beglückte seine Diöcesanen mit einem Fcisten-Hirtenbriefe, der einem Wahlmanifeste auf ein Haar ähnlich ist. Bischof Josef legt seinen Diöcesanen dringend ans Herz, sich bei den nächsten Wahlen ebenso brav im Sinne der Klerikalen zu halten, wie sie das bei den Landtagswahlen gethan. Im zweiten Theile seines Fastenleitartikels beschäftigt sich der eifrige Hirt der oberösterreichischen Herde mit dem überhandnehmenden Priestermangel, welchen er ans die allgemeine Wehrpflicht, auf die Verfolgung der wahren Priester durch die Liberalen und auf die moderne Schule zurückführt. Besonders letztere ist dem Bischöfe Rudigier ein Dorn im Angc, und ist es daher nicht Wunder zu nehmen, wenn dieser aus bekannten Gründen stets geschonte klerikale Agitator die Gelegenheit benützt, um jenen, die eS glauben wollen, die Nothwendigkeit einer Unterstellung der Schule unter die kirchliche Oberaufsicht neuerdings vorzudemonstrieren. — Zur Katastrophe in Teplitz. Am 25. d, M. wurde der Quellenschacht auf drei und vier Meter im Geviert verbreitert, die Tiefe wurde auf fünf Meter gebracht. Der abreisende Bergrath Wolf äußerte gegenüber der Quellenkommissiou, daß die Thermen wahrscheinlich schon in siebzehn Meter Tiefe erreicht werden dürften. — Flecktyphus. Das Lemberger Amtsblatt meldet: In Lawidowize wurde der Flecktyphus constatiert; in ZaSkowize erkrankten bis zum 18. d. von 568 Bewohnern 156 an Typhns, von denen 31 starben. — Handelsvertrag mit Deutschland. Der deutsche Reichstag genehmigte am 25. d. in dritter Lesung den österreichischen Handelsvertrag mit einer von Stanffeuberg beantragten und vom Minister Hofniann acceptierten Resolution, welche die Regierung auffordert, bei dem neuen Vertragsabschlüsse die Interessen deutscher Besitzer österreichischer Bahnprioritäten wahrzunehmen. — Raubmordversuch Am 24. d. M. in der siebenten Abendstunde brach der 19jährige Maurer Kuchar in die beim Prager Reichsthor gelegene Wohnung des 68jährigen Oberlehrers Bolard ein, schmetterte den alten Mann mittelst fünf Hammerschlägen nieder und begann dann zu rauben. Er wurde aber von herzugekommenen Leuten entdeckt, sprang durch das Fenster auf die Gasse, wo man ihn ereilte ititd dem Gerichte übergab. Dort hat er die That auch eingestanden. Der Oberlehrer ist mit schweren Wunden bedeckt und dürfte kaum auskommen. — Aus den occupierten Provinzen. Die Verwaltung der Staatsforste in Bosnien und der Herzegowina konnte bisher noch nicht organisiert werden; ebenso war es bisher unmöglich, eigene Forstorgane bei den politischen Behörden zu bestellen. Um nun aber die Devastiernng der Waldungen zu verhindern, verordnet ein Generalkominandobesehl, daß die vorläufige sorstpolizeiliche Aussicht über sämmtliche Waldungen die Militärkommanden, welche mit der Leitung der politischen Verwaltung betraut sind, oder wo an der Spitze der Bezirke bereits politische Beamte stehen, diese letzteren auszuüben haben. Hauptsächlich soll durch die Einforstung der zum Holzbezuge aus den Staatswaldungen berechtigten Bewohner die Devastation verhindert, gleichzeitig aber auch darauf gesehen werden, daß Privatwaldungen nicht devastiert werden. Die Eingesor-steten sind nur berechtigt, iu der herkömmlichen Weise den nothwendigen Holzbedarf zu beziehen; für Holzgewinnnng über dieses Quantum hinaus ist wird, scheint keinem Zweifel zu unterliegen: der Berliner Vertrag fordert eine solche Verständigung, und der Berliner Vertrag bleibt, so lange er aufrecht steht, so lange er auch für jeden Dritten aufrecht steht, die unverrückbare Grundlage der orientalischen Action Oesterreichs. Ob es richtig ist, daß unter allen Umständen die Besetzung Novi-bazars sich nicht vollziehen werde, bevor nicht an der oberen Drina eine feste, eine befestigte Basis mit den Stützpunkten Gorazda und Visegrad gewonnenworden — die betreffenden Vorschläge sollen bereits der Prüfung des Reichs-Kriegsministeriums vorliegen, — vermag die erwähnte Korrespondenz nicht zu sagen. Wäre es richtig, so würde schwerlich noch im laufenden Jahr an einen Einmarsch gedacht werden können, dessen militärische Bedenken schon eine bekannte neuere Publication des Generalstabes sehr hoch anschlägt. Was kann Deutschland dienen? Unter diesem Stichworte stellt der „Allgemeine Anzeiger für Rheinland und Westfalen" folgende Punkte auf: 1.) Zollreform auf allen Gebieten des gewerblichen Lebens zugunsten der nationalen Arbeit; 2.) Wiedereinführung der Silberwährung, derart, daß Zwei- und Vier-Mark-Stücke zum gesetzlichen Zahlungsmittel gemacht werden und daß die Silberprägung nicht beschränkt wird; 3.) Erweiterung des indirekten Steuersistems unter Befreiung der Einkommen bis zu 1000 Mark von der direkten Einkommensteuer; 4.) Creieruug einer Nationalrente von drei Perzent durch Erwerbung sämmtlicher Eisenbahnen für das Reich und Ausgabe von mindestens 4000 Millionen Mark dreiperzentiger Rente zum Ausbau von Kanälen, zur Kanalisierung der Ems, Weser, Spree und Oder, zum Bau von Sekuudär-und Chausseebahnen und Erweiterung des Haupt-bahuuetzeS. Programm des französischen Unterrichtsministers. Herr I. Ferry, Minister des Unterrichts in Frankreich, richtete an die Spitzen und Korporationen des Unterrichtes folgende Ansprache: „Bürger für einen weltlichen und freien Staat heranzubilden, das ist die Formel Ihrer Pflichten, der Charakter Ihrer Rolle. Ich weiß, welche Summe vou Hingebung, Talent, Sachkenntnis und Liebe zum gemeinen Besten die ganze Universität, ihre jüngeren wie ihre älteren Mitglieder, diejenigen, welche ihr Stolz, und die, welche ihre Hoffnung sind, zu diesem nationalen Werke beitragen. Durch voran!" Stephanie wies mit einer anmnthigen Handbewegung auf das erröthende Mädchen: „Hier bringen Sie zuerst Ihre Glückwünsche an: das Mädchen von Sesenheim ist seit gestern die glückliche Braut Professor Helwigs!" Einen Moment herrschte lautlose Stille in dem Salon; das junge Herz des Greises mußte eine mächtig andrängende, heiße Blntwelle Niederkämpfen, ehe er Worte fand, um Friederike seine Theilnahme an der raschen Wendung ihres Geschickes zu künden... als er es that, durchzitterte seine Stimme ein leiser Klang: mit dem Glückwunsch, der über seine Lippen kam, begrub sein Herz den letzten sonnigen Lebenstraum! Zerliug wandte sich zu der jungen Gräfin, und nachdem er ihr seine freundlichsten Wünsche zu ihrem kommenden Wiegenfest dargebracht, fügte er hinzu: „Wir wollen diesen Tag in schönster Weise feiern, indem wir eine Schlittenpartie nach Arnenrüth unternehmen." Er trat an das -Fenster und blickte in den kalten, klaren Wintermorgen hinaus. Es hatte den vorhergehenden Abend und auch die ganze Nacht stark geschneit, eine dichte weiße Decke lag auf den Dächern der gegenüberliegenden Häuser und die Kuppel des stattlichen Domes von I..— war unter einer weißen Schneehaube völlig begraben. „Können wir nicht noch heute die Partie machen, liebster Vormund?" „Heute? Nein, das geht nicht; denn aus der Schlittenpartie soll ein schönes Fest werden, und dazu bedarf es noch verschiedener Vorbereitungen." Er verbeugte sich vor Stephanie. „Erlauben Sie also, daß ich noch einige Anordnungen dazu treffe." Die junge Gräfin trat dicht an Zerling heran und flüsterte ihm etwas zu; er verbeugte sich nochmals zustimmend vor ihr, wobei sein Blick Friederike streifte, die sich über ein Blumenalbum beugte, dann verließ er den Salon. Die jungen Freundinnen sollten nicht lange allein bleiben; kaum war die Portiöre mit de» Seerosen niedergerauscht, so theilte sie sich wieder, und Fansia trat in das Gemach, gefolgt von Frau v. Blütwof. „Ach, was habe ich soeben gehört?“ rief die Fürstin mit erzwungenem Lachen. „Man entführt morgen unser Geburtstagskind nach Arnenrüth und will ihm zu Ehren dort eine glänzende Festlichkeit begehen! O, so eine Art Feen- oder Märchenball, ach, und wir haben gar keine passenden Toiletten!" „Sind Sie ohne Sorge, verehrte Prinzessin", warf Frau v. Blütwof ein. „Unsere Friederike besitzt, was geschmackvolle Toiletten anbelangt, eine unübertreffliche Geschicklichkeit. Nicht wahr? liebes Engelchen," sie wandte sich zu dem jungen Mädchen, „Sie folgen mir zu den kopflosen Kammerzofen, und ich wette, ehe eilte halbe Stunde vergangen ist, haben Sie ein reizendes Feenkleidchen für unsere junge Prinzeß zusammengestellt." Die Baronin schlang den Arm um Friederike, die ihr widerstandslos folgte, einen innigen Blick auf Stephanie heftend und sich vor Fürstin More leicht verneigend. „Das war der einzige dunkle Punkt, der einen Schatten in die lieben Erinnerungen wirst, die ich von dir nach Italien mitnehmen werde." „Wer? meine Freundin?" fragte Stephanie überrascht. die besondere Bewilligung erforderlich nnd hat die Entrichtung der Waldtaxe zu erfolgen. — Nach weiteren Mittheilungen der „93o8it. Korr." wurden aus Kreisen bosnischer Kaufleute und Großgrundbesitzer wiederholt Stimmen laut, welche dem Bedürfnis nach geregeltem Rechtsbeistande Ausdruck gaben. Bis nun gab es aber weder in Serajewo noch sonst einer Stadt Bosniens und der Herzegowina Advokaten, Notare oder überhaupt Rechtskundige, welche den Einwohnern bei der großartigen Umgestaltung aller Verhältnisse in den occupierten Ländern znr Seite hätten stehen können. In vielleicht noch höherem Grade empfand diesen Mangel an Rechtsbeistand die von Tag zu Tag wachsende europäische, speziell österreichisch-ungarische Kolonie. — Plünderung und Aufwiegelung. Ein großer Trnpp gut bewaffneter Amanten ist am 23. d. M. in den serbischen Kreis Vranja ein-gebrochen, um zu plündern und die serbischen Ar-nauten für die albanesische Liga aufzuwiegeln. Sie wurde jedoch von den serbischen Amanten selbst und sechs serbischen Milizbataillonen angegriffen und in die 5tlicht gejagt, wobei sie an die hundert Tobte und Verwundete zurückließ. Serbischerseits sind zwei Offiziere verwundet, ein Milizmann tobt, fünf schwer vcrwunbet. Nach Aussage ber Gefangenen war bieser Trupp eine Abtheilung ber bei Kuma-novo und Uesküb (Skoplje) in einer Centralstellung zwischen Bosnien, Serbien, Bulgarien (Sophia), Mazedonien und Griechenlanb angesammelten Armee ber albanesische» Liga. — Die Pest in Rußlanb. Einer Knnb-machung des Berliner Reichs-Gesnubheitsamtes zufolge ist die Pestseuche im Astrachaner Bezirk vorläufig ganz erloschen, und hat sich auch in den benachbarten Gouvernements kein Erkranknngssall an ber Pest gezeigt. Die Carbon- nnb Quarantäne-Einrichtungen zum Schutze von Zarizyn nnd Sarepta werden von zuverlässiger Seite als sehr vollkommen bezeichnt. — Bezüglich der Erkrankungen bei Salonichi ist burch zuverlässige ärztliche Ermittlungen jetzt auch griechischerseits anerkannt, baß es sich bis jetzt nur um den sehr verbreiteten bösartigen Flecktyphus handelt. Lokal-und promlyial-Ailgelegenheilen. — (Feuersiguale.) In der heutigen zehnten Vormittagsstunde signalisierte der Feuerwächter am Kastellberge burch zwei Kanonenschüsse ben Ausbruch eines Feuers in ber Grabischavorstabt. Im Gasthause zum „schwarzen Bären" würbe ohne vorausgegangene Meldung beim hiesigen Magistrat ,,Ja, die Bürgerliche." „Warum sagst du das in solch' einem eigentümlichen Tone?" „Weil ich alles verachte, hasse, was diesem Stande angehört!" „Tante, bu bist heute in sehr schlechter Laune und deshalb will ich dir deine letzten Worte nach-sehen!" Die schöne Frau schüttelte heftig das Haupt: „Ich bin gar nicht in übler Laune und spreche meine innerste Ueberzeugung aus: Ich hasse und verachte den Bürgerstand. — £>..." sie preßte die kleinen weißen Zähne fest auf einander, „dieses vielgerühmte Mädchen von Sefenheim hat immer unangenehme Empfindungen in mir geweckt." Fausta trat an das Fenster, aber sie fuhr mit einem leisen Schrei zurück: in der Mitte der Straße stand der unheimliche Bettler, die glühenden Augen auf sie geheftet. War es Zufall oder Absicht, er hob die Hand drohend empor — als aber Stephaniens bleiches, erschrockenes Antlitz hinter dem der Fürstin auftauchte, ließ er die Hand sinken, und den Hut tiefer in das Gesicht drückend, eilte er die Straße hinab. „O, mein Dämon, mein böser Dämon!" hauchten die blassen Lippen Fausta's. (Fortsetzung folgt.) der Rauchfan- ausgebrannt. Die Uebertretung der bestehenden feuerpolizeilichen Berorbnung gab Anlaß zu oben erwähnten Signalschüssen. Die hiesige Feuerwehr erschien einige Minuten nach biesent Signale auf bent Platze. — (Die Hanbels - u n b ©etoer bekam -111er für Kraiit) halt morgen um 6 Uhr nachmittags im stäbtischen Rathssaale eine öffentliche Sitzung mit nachstehender Tagesordnung ab : 1.) Vorlage bes Protokolls ber letzten Sitzung ; 2.) Geschäftsbericht; 3.) Berichte ber ersten Section: a) betreffenb einige Schwierigkeiten, welche sich im Wechselverkehre aus bem Gesetze vom 8. März 1876 ergeben haben; ] b) betreffenb bie Maßregeln znr Verhütung ber Krankheiten, die in einigen Papierfabriken bei bem mit bem Sortieren nnb Zerschneiden ber jpabertt beschäftigten Arlieitsperfoimle vorgekommen fiitb; c) betreffend bie Aeiibermig ber im § 8 bes Gesetzes vorn 19. Jnni 1866 erwähnten Jnxtenregister unb emberer Formnlarien ber Wag- unb Meßanstalten; 4.) allfällige sonstige Anträge. — (Die Rekrutierung in Krain) finbet an nachstehenb bezeichneten Tagen statt: 2lm 8. unb 9. unb vom 15. bis 19. April in Laibach, vorn 21. bis 23. April in Rabinannsbors, vom 25. April bis I. Mai in Krainbnrg, am 16. unb 17. Mai in Wippach, vom 19. bis 21. Mai in Abelsberg, am 23. unb 24. Mai in Feistriz, vom 26. bis 29. Mai in Loitsch, vom 15. bis 21. April in Stein, vom 23. bis 28. April in Littai, vom 30. April bis 6. Mai in Gnrkselb, vom 8. bis 14. Mai in Rubolsswerth, vom 16. bis 20. Mai in Tscherneinbl, vom 23. bis 29. Mai in Gottschee. — (Erlebigte Stelle.) Bei bem hiesigen Hauptsteuerainte ist bie Stelle bes Controllors zn besetzen. — (Gelber Schnee.) Vorgestern trat in Oberlaibach in ber Zeit von 10 Uhr 30 Minuten bis 12 Uhr 30 Minuten mittags Schneefall ein. Einige zufällig aus Laibach in Oberlaibach anwe-fenbe Personen bemerkten, baß bie obere Schneeschichte in einer Höhe von 1 Zentimeter hochgelbe Farbe trug. Diese Färbung würbe in einer Aus-behnung von 7 Kilometern wahrgenommen. Auch in Bischoflack fiel am bemfelbeit Tage gelber Schnee. — (Landschaftliches Theater.) Wir begegne» in ber Mnsikwelt unb in Dilettantenkreisen Violinspielern, bie ein auf einfacher Anlage, auf leichtfaßlichen Motiven ruhenbes Streichquartett von Josef Haydn recht verstänblich, nett unb zierlich vorzutragen verstehen; würben sich dieselben zu ber auf höherer Stufe stehenbeii Beethoven'schen Muse emporschwingen wollen, so würbe bieser kühne Versuch ganz gewiß scheitern. Herr Millanich, angeblich Mitglieb bes Stabttheaters in Nürnberg, mag in Bühnenwerken, bie weder eine imponierenbe Größe bes Körpers noch eine solche bes Geistes ersorbem, immerhin günstige Erfolge zu registrieren haben, aber bes eblen, großen beutsthen Dichters Tragöbie „Faust" verlangt Eigenschaften, bie bei Herrn Millanich wahrzunehmen wir gestern nicht so glücklich waren. Herr Millanich steht im Lenze seiner Jahre unb spricht beutlich, jedoch diese zwei sehr schätzenswerthen Attribute genügen nicht, um Goethe's „Faust" gerecht werben zu können. Im ersten Acte gelang es bem Debütanten, burch einige mit Wärme unb Pathos vvrgetragene Stellen ben Beifall des Hauses wachzurufen, aber die Leistung ermattete int Verlauf ber weiteren Acte mehr unb mehr, in ben warmen Szenen mit „Gretchen“ blieb Herr Millanich kalt unb unbeweglich, bie Theil-ltahtnt bes Publikums erkaltete eben auch, es präsentierte sich ein Bilb, bei bessen Anblick wir uns auf bas bekannte „Fallen seh' ich Zweig ans Zweig, kaum bleibt nur ber dürre Stamm" erinnerten, nämlich eine Loge nach ber anbent, eilte Sperrsitz nach bem anbern leerte sich, bei Schluß des letzten Actes „zählten wir die Häupter uns'rer Lieben unb sanben leiber nicht viel mehr als sieben." Vielleicht gelingt es Herrn Millanich, in anderen Rollen den Beifall des Hauses zu erringen. Herr Ehrlich (Mephistopheles) betrat rollenfest die Bretter, seine Leistung wurde als eine lobenswerthe anerkannt; nur bewegte er sich zu wenig als Teufel, sondern viel zu gemüthlich, viel zu ehrlich. Vorzüglich, mit vollem Verstänbnis, gesühl- und ausdrucksvoll spielte Fräulein W i l h e l m i bas „Gretchen"; bie brillante Darstellung erfuhr wieberholte Auszeichnungen. Eine prächtige „Martha" war Fräulein L a n g h o f. Wir schließen unser heutiges Referat mit ber wohlver-bienten Anerkennung, baß alle mitbefchäftigten Bühnenmitglieber mit Fleiß unb Eifer bemüht waren, bas Meisterwerk Goethe's burch eine klap-penbe unb gut ftubierte Aufführung zu ehren. — (Lawinensturz von ber Villacher Alpe.) Die „Klageuf. Ztg." bringt nachstehenbeS Telegramm: „Am 25. b. um circa 4 Uhr nachmittags erfolgte von ber Villacher Alpe ein furchtbarer Lawinensturz, welcher mehrere Häuser: bie Apotheke, „Riugitsch", bas Geitieinbchaus rc., in Bleiberg zerstörte unb berat Insassen verschüttet hat. Einige Verunglückte wurden bereits gerettet; bie Familie bes Apothekers Neufier konnte bisher nicht ciitfgefitnbett werben. Weiteren telegrafischen Nachrichten, bie uns sreuublichst zur Verfügung gestellt würben, entnehmen wir, baß die ganze Gaffe in Bleiberg vom Haufe bes Herrn Matelitsch bis zu bem bes Herrn Wohlgemuth zerstört ist; die Lawine verheerte alles bis zur Wohnung bes Werks-birektors Herrn Makutz. Der Verkehr nach Bleiberg über Mittewalb ist unterbrochen, bie Telegrafenleitung zerstört. Das zuletzt eingetangte Telegramm nielbet, baß bie Familie bes Apothekers Neußer tobt ist, der Kaufmann Schnabel wirb vermißt, acht Personen wnrben bis jetzt gerettet; wie viele unter ben Schneemassen begraben sinb, ist nicht eruiert. — Huuberte von Arbeitern sinb bei ben Hilfsarbeiten thätig." — (Von ber Rudolf bah it.) Am 24. d. um 2 Uhr morgens ist zehn Schritte vor bent Tunnel in der Richtung gegen Leoben eilt Felseuabsturz erfolgt, burch welchen bas Bahngeleise in einer Länge von 19 Schritten mit Steinen uttb Gerölle verschüttet würbe. Nur ber onerfeimenstoertfjen Umsicht bes Wächters Wagner ist es zu banken, daß ein namenloses Unglück verhütet würbe, weil er ben um 4 Uhr morgens von Leoben kommenden Zug zum Halten brachte. Es wirb so emsig an ber Entfernung bes auf 40 Kubikmeter geschätzten Gerölles gearbeitet, daß man in einem Tage bas Hin« bernis bewältigen uttb bie freie Bahn Herstellen zu können hofft. Die landwirthschaftliche Lage in Oesterreich. Wir leben, wie ber Lanbeshaupttitann ber Steiermark, Herr Dr. Moriz v. Kaiferfelb, gelegentlich eines von ber steiermärkischen Laud-wirthschastsgesellschaft verunstalteten Bankettes in längerer Rebe betonte, in schweren Zeiten, unb bie Zeiten machen für bie Lanbwirthschaft feine Ausnahme. Der Lanbwirth beklagt sich nicht blos über Mißwachs, über niebere Preise, hohe Steuern. ES ist in einer Zeit, wo bie Beschwernisse allgemein sinb, wol natürlich, daß die Klagen tiefer greifen, und begreiflich finde ich eS, wenn biefe Klagen sich in eminenter Weise auch gegen unsere agrarische Gesetzgebung toenben. Der Grunbsatz ber wirth-schaslichcn Freiheit, ber bie Grundlage unserer Gesetzgebung ist, bieser Grunbsatz hat gewissermaßen, wie wir es auch bei anberen Institutionen sinben, mich seine Schattenseiten und ersorbert auch seine Opfer. Die wirtschaftliche Unabhängigkeit, von ber behauptet wirb, daß sie die Grundlage des Bauernstandes bebrohe, auf bieser wirtschaftlichen Unabhängigkeit beruht wol ein gut Theil der socialen Ordnung unb wirb mit Recht bie Säule bes Staates genannt. Wol mag es so sein, baß in gewisser Richtung bies bie allmählichen Wirkungen einer Gesetzgebung sinb, bie für Stanbesunterscheibungeu keinen Raum gibt. Wenn aber an bie Stelle bes sogenannten Bauernstände- nur eine Veränderung des Namens und nicht des Wesens tritt, wenn an die Stelle des Bauernstandes eine nicht minder achtbare und nicht minder geachtete Berufsklasse, jene der Landwirthe, getreten ist. der Landwirthe, die so lange bestehen und so lange dauern werden, als es einen Boden zu bearbeiten gibt, dann kann ich keinen Niedergang sehen, keinen wirtschaftlichen und keinen socialen. Eine wohlwollende Phantasie, die sich durch irgend welche Erscheinungen angewidert und bestärkt sieht, die liebt es, ihre Ideale in der Vergangenheit zu suchen, und sie malt sich diese Ideale mit um so mehr Reizen aus, je weiter die Zeit entfernt ist, >00 diese Ideale vielleicht Wirklichkeit gehabt, und je weiter wir entfernt sind von der Anschauung, was jene Wirklichkeit eigentlich war. Wir haben solche Einrichtungen, wie man sie von mancher Seite heute wünscht, wol gehabt, sie waren ein Ausfluß und im Zusammenhange mit der Unterthänigkeit und hatten in derselben ihre Wurzel und Berechtigung. Trotz Wuchergesetzen und Wechselunfähigkeit hat es damals auch solche gegeben, welche die Noth des Landmannes auszunützen verstanden und die sich für Vorschüsse, die sie ihm gaben, die Hälfte des Ernte-Ertrages zusichern ließen. Lange vor dem Jns-lebentreten des bürgerlichen Gesetzbuches hat der Grundsatz der gleichen Erbtheilnng bestanden. Es ging eben ein kräftiger, mächtiger Zug der Zeit durch die Welt, der zeigte, daß man nach wirth-schaftlicher Freiheit strebte — ein Zug der Zeit, den kein Verbot auszuhalten im stande war. Wenn jedem solchen Prinzipe auch Schatten anhängen und wenn auch Gefahren für den Einzelnen und vielleicht für einen Stand damit verbunden sind, so mag es ja der Gesetzgebung gelingen, diese Gefahren einzuschränken und zu beseitigen. Aber hüten muß man sich, derselben Forderungen entgegenznstellen, deren Erfüllung Physisch oder rechtlich unmöglich ist. Seien wir sparsam, arbeitsam, seien wir mäßig, pflegen wir in uns das Gefühl für die großen Aufgaben unserer Zeit, und erhalten wir uns das Bewußtsein des Werthes derselben, und pflanzen wir es tief iu das Geinüth unserer Familie. Meiden wir die Uebertreibungen und die Frivolität derer, welche unsere Zeit nicht begreifen. Wenden wir uns nicht von dem Fortschritte, wo sich uns derselbe darbietet, und wenden wir diesen Fortschritt, wo er sich erprobt hat, mit Eiser an. Wenden wir namentlich in der Ausübung unseres eigenen Berufes jene Neuerungen an, die wir erprobt haben und die eigentlich keine Neuerungen sind, sondern nichts anderes als die stete Fortentwicklung des Bestehenden — dann wird uns die Zeit nichts anhaben. Und damit bin ich auf dem Punkte der Thätigkeit der Gesellschaft angekommen — der Gesellschaft, die sich zum Ziele gemacht hat die Hebung der Laudwirthschast und damit der Förderung des Wohles der Landwirthe. Witterung. Laibach, 27. Februar Wechselnde Bewölkung, abwechselnd geringer Rege», totoactier SW. Temperatur: morgens 7 Uhr + 11", nach» Mittags 2 Uhr + 6-4" C. (1878 + 7 2»; 1877 + 1 2; C.) Barometer im Steigen, 728 74 Millimeter. Das gestrige Taaesmittel der Wärme + 3 6", um 2 7° über dem Nor-male; der gestrige Niederschlag 400 Millimeter Regen. Angekommene Fremde am 26. Februar. Lebensmittel-Preise in Laibach am 26. Februar. Weizen 6 fl. 50 kr., Korn 4 fl. 23 kr., »erste 4 fl. 6 kr., Hafer 2 fl. 76 kr., Buchweizen 4 fl. 39 kr., Hirse 4 fl. 55 kr., Kukurutz 4 fl. 40 kr. per Hektoliter; Erdäpfel 3 fl. 3 kr. per 100 Kilogramm; Fisolen 8 fl. — kr. per Hektoliter; Rindschmalz 92 kr., Schweinfett 76 kr., Speck, frischer 52 kr., geselchter 70 kr.. Butter 76 kr. per Kilogramm; Eier 1 */, kr. per Stück; Milch 7 kr. per Liter; Rindfleisch 54 kr., Kalbfleisch 52 kr., Schweinfleisch 48 kr., Schöpsenfleisch 36 kr. per Kilogramm; Heu 1 fl. 78 kr., Stroh 1 fl. 51 kr. per 100 Kilogramm; hartes Holz 8 fl. — kr., weiches Holz 5 fl. — kr. per vier C.-Meter; Wein, rother 20 fl., weißer 16 fl. per 100 Liter. Frisch angelangt: St. Danieler Schinken, Mortadella, Mailänder und ungarische Salami; diverse Sorten Käse, als: Emmenthaler, Groyer, Altenburger, Oberkrainer, Mailänder, Strachino, Primsen, Gorgonzola, Holländer k. (HO) Peter Laßnik. über die am Gedenktafel 3. März 1879 Licitationen. stattfindendeu 3. Feilb., Bajt'sche Real., St. Georgen, BG. Krain-burg. — 2. Feilb., Pregel'sche Real., Ilstje, BG. Littai. — 2. Feilb., Maßle'sche Real., Brod, BG. Loitsch. — 2. Feilb., Kralj'sche Real., Zahrib, BG. Littai. — 2. Feilb., Lu^ar'sche Real., Aich, BG. Egg. — 2. Feilb., Zalaznik'sche Real., Kirchdorf, BG. Loitsch. — 2. Feilb, Samrov'sche Real., Oberdorf, BG. Loitsch. — Rcaff. 2. Feilb., Jerina-sche Real., Oberdorf, BG. Loitsch. — 2. Feilb., Molk'sche Real , Oberdorf, BG. Loitsch. - 2 Feilb, Wrenk'sche Real., Sagor, BG. Littai. — 3. Feilb., Hrovat'sche Real, Dule, BG. Nasscnsuß. — 1. Feilb.. Artel'sche Real, und Effekten, Ruan, BG. Radmannsdorf. — 1. Feilb., Bau-dek'fche Real., Krainburg, BG. Krainburg. Marktbericht. Hamburg, 23, Februar. An unserem Getreidemarkte herrschte in vergangener Woche feste Tendenz siir Weizen infolge günstiger Berichte der auswärtigen Märkte, und cs wurden auch höhere Preise bezahlt, besonders von Eonsnmenten. Die Producenten sind zurückhaltend und erhöhen ihre Forderungen. Für Gerste zeigt sich Nachfrage, da man infolge des Frostes eine Verringerung der Zufuhren zu Wasser befürchtet. Hafer ist fest bei unveränderten Preisen, Roggen findet guten Absatz und erzielt für seine Sorten bessere Preise. Mais ist matt. Weiße Bohnen, besonders gute, große Ware verlangt. Pferdebohnen sind mehr zugesührt. Eier: bei nicht zu großer Zufuhr war die Tendenz fest, und erhielt sich der Preis aus Mrk. 3 05 per Schock. Butter: seine Sorten sind knapp zugesührt, und werden Holsteiner und Mecklenburger Ware mit Mrk. 120-130 per 50 Kilo bezahlt. Geringere Ware wenig begehrt, und sind Preise von Mrk. 50 -60 für ungarische und galizische Butter nur nominell. Theater. Heute (ungerader Tag): Pariser Leben. Operette in 5 Abtheilungen von I. Offenbach. Telegramm. Tirnovo, 26. Februar. Ein vom von Rußland genehmigtes organisches Statut gewährt die Versammlungs- und Preßfreiheit, ordnet obligatorischen Schulunterricht an, regelt den Vorgang bei der Fürsten- und Deputiertenwahl. Me Bulgaren sind Militärs; bei der Bekleidung der Aemter herrscht kein Glaubensunterschied. -ofbauer, Völk, Saufite., ien. — Mad. di Genta s. Ragg, Hotel Stadt Wien. Ziwny, und Medie, Eisenhändler, Sohn, Cilli. — Sigmund s. Frau, Seloviz. Kfm., Triest. Reifet von Oesterreich. Gitter, Conducteur. Laibach. Mohren. Rokinsek, St. Marein. Verstorbene. Den 26. Februar. Maria Prepelnh, Arbeiters Witwe, 83 I., Armenhaus, Entkräftung. Ein gutes und elegantes Klavier wird aus freier Hand verkauft : Rathausplatz Nr. 15, 3. Stock. (102) 3-2 $peifen~ und $etrnnlie~1$(mfe für Gastwirthr, elegant ausgestattet, stets vor-räthig bei Kleinmayr & Bamberg. Für das überaus zahlreiche Geleite zur letzten Ruhestätte des nun in Gott ruhenden Herrn Anton Kronabethvogl, k. k. Notar und Realitäteubesitzer, sagen hiemit allen Betreffenden den wärmsten und aufrichtigsten Dank die trauernden Angehörigen. Stein, 24. Februar 1879. Gntsankauf. Ein landtäfliches Gut mit schönem Wohnhaus, wo» möglich in der Nähe der Bahn, mit landesüblichem Reinertrag wird gegen Barzahlung sofort preiswürdig «»gekauft durch den bevollmächtigten Giiterdirektor C. Ed. Tbauslng, Nebelungengasse Nr. 8 in Wien. (84) 6—6 Spitzwegerich-Sast. Dieser unschätzbare Saft dient als Heilmittel für Brust- und Lungenleiden, Bronchial-Ver-schlcimung, Husten, Heiserkeit k. Eine große Flasche sammt Anweisung kostet 80 kr., eine kleine Flasche sammt Anweisung 60 kr. Depot für Kraln bei Victor v. Trnköezy, Apotheker „zum goldenen Einhorn" in Laibach, Rathausplatz Nr. 4. (77) 15—7 Glänzender Nebenverdienst ohne Auslagen und mit sehr geringer Mühe für fleißige Personen aller Stände. Offerte befördert unter „Zeitung" die Annoncen - Expedition von 6. L. Baube & Comp., Wien. (89) 6—5 Wiener Börse vom 26. Februar. Allgemeine Slauls-ftfmlil. Pavierrente .... feilbetrtnte .... @olb«nte............ etaaHloje, 1839. . 1854. . „ 1860. . 1860(6til 1864. . •rnnienllnlliiug«- •Higalienen. Galizien............ Siebenbürgen . . . Teineier Banal . . Ungarn ............. Andere öflenlliAe Aaleben. ®onau»tHegul.«$ofe Ung. Prämienanlehe Wiener Unteren . . Aeiien e. /Sanken. S»compte*@e(., n.ö. itationalbant. Unternehmungen. SUfölb.lBabn .... Donau - Dampsschif Elisabeth-Weftbahn Betbmanb6*!)totbb. Üran,.JoIeph.Bahn l!loeb»6efcllfd>nft Geld Ware Geld 63 25 64-25 75 80 63-35 64-3> 75-90 ^tordwestbahn .... Rudolfs-Bahn .... 116 — 120-25 J48 60 270 — HJ.’— 116*50 125-50 149 60 280 — 111*50 116-75 126-160— Südbahn Ung. Nordoftbahn . . Pfandbriefe. Bodenkreditanstalt 66 75 116-66 in österr. Wahr. . . 97*25 100 30 95-50 86 75 76 75 76 5» 81 — 87-25 77*50 77 50 82- Ungar. iBobenhebit» . |)rioriläl»-6Hig. 1U4S8U a 84-76 . 95 25 106— 85 -95-50 Elilabethbahn, 1.15m. Ferd.-Norbb. i. Silber Franz-IosePh-Bah» . Galij.A-Lnbwigb.l.E. Oeft. Nordweft-Bahn Siebenbürger Lahn . Staalsbahn. 1. Ein. . Südbahn » S Pcrz. » s „ . . 93 25 104*60 88 75 100 25 88- — 64 — 161 25 112 25 99 80 . 229— 229 25 flrioallefe. ' 792 - 793 164-75 IRubolfeftiftung. . . 16 — Devisen. . 120*50 » 516— . 168 5€ . 2092 121 — 617 — 169-2097 116 65 AeUforten. 5*49 9*30 57 35 10V— 224— 124- — 589 — , 12» 6c . 687 - 100 d. Reichsmark . Silber War« S7-— 97-5» 0050 9575 93-50 106— 89-— 100*50 88 25 6425 161-60 111-50 100.— 165-25 18-50 116*75 5-50 9 3*1/, 57-40 100-— Telegrafischer Kursbericht am 27. Februar. Papier-Rente 62 90. — Silber-Rente 63 85. — Bold-Rente 75 35.'— 1860er Staats-Anlehen 114 75. — Bankaktien 788. — Kreditactien 226 50. — London 116 65. — Silber —■ — K. k. Münzdukaten 5-49. — 20-Francs-Stücke 9 30. — 100 Reichsmark 57-35.______________________ Dnick von Jg. v. Kleinmayr & Fed. Bamberg. Verleger: Oltomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Franz Müller.