K.°. 12. '7^- Laibacher Donnerstag den i2. März. Inlandische Nachrichten. , Wien, den 7. März Se. Maj. ha. ben in dem an Hrn. F. M. Gr .v. Haddlkerlassenen Handbillet folgende Entschllessung w Betres des ihm aufgetragene« Oberkommando der grossen Armee genommen: Mein lieber Haddik! . „Meine Freundj'chaft gegen den F. M. "acy verbietet mir ihn bey seinen zerrütte, ten Gesundheitsumstanden der Gefahr eine« lweytetl Feldzugs in Ungarn auszusetzen, ^'ie find in diesem Lande gebohren, und verbinden mit ihren Kenntnissen in der Art wit den Türken Krieg zu führen auch noch 1<"e des Kriegsschauplatzes. Ich wünsche daher, daß Sie mir mein Verlangen, das Kommando der banatisch, und syrmischen Armee in ihren Handen zn sehen, nichc abschlügen, um so mehr, da verschiedene nmstände mir nicht erlauben, heuer wie-b«v ununterbrochen bey dieser Armee zu seyn, und Sie mein Zutrauen so ganz ver. d!en«n. Ich werde ihnen diese Bürde bey ihren hohen Alter, so viel msglich, zu er, leichtern sllchcn, und ich werde allen Mu-teln / die sie mir deßwegen vorschlagen werden, willig die Hand bieten." ' Joseph. Dieser gedachte Hr. F. M. hat auch die Erlaubniß erhalten, seinen Sohn, der Oberstlieutenant unter einem Hnßa-renregiment ist, als Oeneraladjutanten zu sich zu nehnien. Dessen jüngerer Sohn , der Hußaren - Rittmeister, soll in der nämlichen Eigenschaft zu den F. M. Baron Loudon kommen. ^^ Den i i. dieseb haben Se. Maj. das inErsediqmlq gekommene Kürassier-Regiment Caramelli dem Erzherzog Fran.; Joseph , ältesten Sohn des Ercher.ogs Ferdinand zu verleihen, und zum Innhaber davon den General Major Harnoncourt zu ernennen geruhet. , , Vermog einer von' dem Banatischeti Truppenkorps - Kommandy eingelangten An- zeige ist ber Generalmajor Gras Palla-vizini an seinen vor dem Feinde bekom-menen harten Wunden den 3. dieses zu Temeswar gestorben. Brüssel, den 23. Horn. Se. Maj. haben durch den bevollmächtigten Minister Gr. v. Trautmansdorf, denjenigen Provinzen , welche sich willfahrig gezeigt haben , den allerhöchsten Dienst durch unterthanige Bewilligung der Subsidien zu unterstützen, ihre allerhöchste Zufriedenheit bezeigen lassen, und durch einem am 9. Horn. zu Brüssel eingetroffenen Kurrier, dem Minister, um ihm ein öffentliches Zeugniß Allerhöchstdero vollkommenen Zufriedenheit zu geben, den Orden des goldenen Vliesses verliehen, auch eincn kostba-rtn Ordensschmuck gesandt, den der Fürst v Gavre, einem besondern Auftrage Sr. Maj. zu Folge, dem Minister noch an eben dem Tage anlegte. Hevmannstadt, den 2. März. Die Hoffnung, daß der Friede im Norden durch die Vermittlung der Höfe von Berlin , und London werde hergestellet werden , ist fast gan'lich verschwunden; und Schweden rechnet so wenig darauf, daß die Rüstungen zu Wasser, und zu Lande mit der äußersten Lebhaftigkeit betrieben werden. Schweden Höft im ncuen Feldzuge eine glänzendere Rolle zu spielen, als im vorigen. Generalmajor Armfeld, der das ganze Vertrauen seines Monarchen besitzet, wird ein gan; neu errichtetes Korps von 9OO2- Frcywilliqcn tom-mandiren, und der Hof von Stockholm soll Willens seyn, ein Korps smnder Infanterie in Sold zu nehmen. Man schmeichelte sich vergebens mit der Hoffnung, Dänemark werde sich von Rußland trennen , und mit schwcden vereinigen. Neu? cre Vorfasle sind hinreichende Beweise des Gegentheils. Erst letzthin ließ der dänische Hof ein Faß mit gemünzten und un-gemüntztcn Gelde, scc^OO. Dukaten werth, welches durch Kcppenhagen nach Stock-Holm sollte gclracht werden, anHallen unter dem Vorwande, sich sowohl wegen der Vrandschatzungcn , die von den schwedischen Städten den dänischen Auxiliartruppen sind versprochen, und nicht bezahlt worden, als auch wegen der in dem Vorfalle bei Quistrum eroberten, Artillerie, die bei der Ucdcrschifsung nach Norwegen vom Kapi« taine Ruthensparre den Dänen wieder ist abgejagt worden, schadlos zu halten. ^embcrg, den 1. März. Am l?» des v. M. ist eine Stafette von Wien hier durch nach Roman passirt, welche besonders wichtig gewesen seyn muß; denn auf dem Stundenpasse war angemerkt, Se. Maj. würden den Postmeister zur Verantwortung ziehen, der nur die geringste Verzögerung verursachte. — Gestern sind aus verschiedenen Kreisen Rekruten Hieher gebracht worden, auch sind 150. Rcmon-tepferde durchpassirt. — So gering beym Anfange der Faschingszeit die Anzahl der pohlnischen Edelleute hier war, so groß ist sie jetzt, und viele davon sind gesonnen, sich bis Ostern hier aufzuhalten. — Der pohlnische Adel bezeichnet schon durch seine Kleidung die Parthey, welcher ein jeder bey dem Reichstage zugethan ist. D.ie Preussischgcsinnten tragen eine blaue Mütze mit Silber; di? Ncutralgesmnttn tragen eine grüne Mütze mit silbernen Spans gen , die K'öniglichgesinnten eine rothe Mü^ tze mit schwärmn Gebrame, und einer goldenen Spange; unter den letztern findet man noch eine Verschiedenheit in Ansehung der Spange, einige haben eine Tresse, welche so, wie die Vandtressen gearbeitet ist, andere haben eine Bogentresse mit vit- lem Lahn turchg(wir?t, was aber dieser Unterschied bezeichnen soll. ij nicht bekannt. Pctrima, dcn ,2. Märtz. EiN zahlreiches Kcrps Zirnauten unrer dcn Bässen Von Ial'owa und Neupozar ist in Bosnien eingerückt, abcr ihre schlechte Kricgs-iucht, und ihre Rohheit machen mehr Unheil, als selbst die Feinde. Das reiche griechische Kloster Ctudcnaz haben sie rein ausgeraubt, 9 Religioftn in Stücke zerhaut , und untcr andern Kostbarkeiten auch 9 blos goldene Kelche weggeschleppet. Der Igumen ist mit harter Mühe ihrer Grausamkeit entwischt. Studenaz ist das reichste Kloster in Bosnien, Servien, und der Herzegowina, und liegen viele heilige Leiber darin. — Die Ragusamr, die mit den benachbarten Türken grosjes Krmmer-Num treiben , bereichern sich bey Gelegenheit dieses Krieges, und bekommen, weil lie Türken Geld brauchen, ihre ausgepellten Wechsel gegen frühern Erlag der Halste zurück. x ^aibach, den ,6. März. Gestern gab es hier einen herrlichen Abend. Unsere Tonkünstlcr verkündigten für denselben im hiesigen Redoutcnsaale eine grosse Akademie zum bestcil des Armeninsti-luts, und eicies ohne sein VerfchuldtN verunglückten rechtschaffenen Mannes. Sie hatten das Vergnügen ihre Absicht :u "reichen. Der Ades vergaß die Gesellschaft, d^ Beamte legte die Feder hin, und gnff nach dem Bogen, und der ^"rger trug einen Theil seines Wochen, Verdienstes in die der Altruch bestimmt« "asse. Das Orchester war auserlesen, und der Verfall mnertheilt. Heute er hfelt von dcr reichlichen Einnahme di< kwe Hälfte das Lirn-m - Instmtt , unt Wendern der Unglückliche ohne allet "vzug, weil die wohlthätigen Musik- freunde die Bestreitung aller U und die Sin-nesverrnckung weniger merklich wird. Er geht fast taglich mit den Aerzten in den Garten von Kew spazieren. Auch hat er im Genicke einige Beile bekommen , woraus nach guter Eiterung viele Unreimgkeiten , «bgegangen sind, welches dem Kranken grosse Erleichterung verschaffte. — Sollte ü wählen, als auch das Parlament nach Belieben aufzuheben. Man nennet schon öffentlich die Personen, die an die Spitze der neuen Administration kommen sol-^n: Fox und Stormont, heißt es, werben Staalssekretaire, Lord Cavendish Kinzler der Schatzkammer, Scheridan 'Schatzmeister der Marine, der Herzog von Dork Chef der Landtruppen, Graf Fw-'william erster Kommissair der Admiralität, Rodney, und PiM ebenfalls Kom-Mssaire der Admiralität werden. ! ' Italle«. ^ Anksna, den i. Mavz. Der berüchtigte Pascha von Skutari befindet sich in ^einer gan; außerordentlicher sslemme, die !