Gedruckt mit Edlen von Kleinmayerschen Schriften. Freytag den 26. November »813. 3 a i b a ch. I^m Sr. Erhellen; unsern innigst verehrte» Herrn General-GouverneurFreyherrn von Lat-termann die tiefste Ehrfurcht, Liebe und Ergebenheit zu bezeugen, welckc die Provinz Krain für ihren erhabenen Leiter mit unbegränttem Dankgesühl in i^rem Innern lieget, hatte selbe «uidln 2, d.M. November auf dem lnesigcn «nsehnlichen we?tlallfigcn Schü^enqcbaude einen Ball veranstaltet, welcher Äbcnds um 7 Nhr seinen Anfanq nakm. Sämmtliche Thcilnehmer, wozn auch die l»ier und in den Umgebungen Laibacbs sich bc, findenden Herrn ^ Uttär - Offiziers und andere Brauschen eingeladen wurden, versammelren sich demnach um die angezeigte Stunde in dem bemeldten Schützengebaude, und erwarteten mit wahrem Wonnefühl iln'en hohen Gast/ sammt dessen erlauchten Gemahlin Als nun Hochherselbcn Ankunft zur allge> niemen Freude der Anwesenden bald nach 8 Uhr erfolgte, wurden Seine Ercellenz beym Eintritt in das Schühengeba'ude mit allgemeinem Jubel bew^kömmet, wobey zwey Vlädche,'dcm holden Beschützer nachstehendes Gedicht aufAt las gedruckt, auf welchem oben ein Adler prange, a»s dessen Brust die Sonne strahlte, zu überreichen die Ehre hatt.cn: An hohes Gluck ist uns zu Theil geworden, Em lang erwartetes, und lang ersehntes «-Wir sehen freudevoll in unsrer Witte Auch, den Erhabe^N/ den Oestreichs Kaiser 3u uns gesendet, um ?>e neuen Wunden Des alten Voiks mit milder Hand zu heilen. Willkommen h!er! in dem gekannten Lande, Voll Thätigkeit, als jener sanfte Scepter, Mit Huld uns noch berührte; das v?r«ltert In unsern Augen schon, nun frisches Leben Mlt neu verjüngter Kraft und Glut beginnt. Dn Edler, unter Edlen ausgewählet, Ach! schirme angestammter Völker Herzen Vor wlederboltem Uebernnith, und leite, A'ch deutscher Art. 'ins, gseich den vor'a/n leiten M^ menschlicher Gerechtigkeit und Milde? Pertrauungsvoll auf Deine Güte bauend/ Begleiten wir 2 i ch mit dem frohsten Sinne — Und Deine inniglich verehrte Gattin — In unsern Saal, wo emes Göttergleicwi, So hetß gelabten Kaisers Bild sich zeiaet, Denn statt der Schwerter will er seinen Völkern Nur ^cheln geben Freiheit statt der Willkühr, Gesetz, statt namenlolcr Unterdrückung. ^' seyDunun durch ihn den guten Vater, Uns, den Bedrängten, Retter, Helfer, Mittler Als nun Hockdieselben die Treppe hinan' stiegen, waren auf der ersten Wendung folgende Vev:sen «u lesen, und zwar: Mit Ehrfurcht grüß ich Dich, Du hohes Paari-' ,md Liebe. Auf der zweyten v Freundlich lad' ich Dich ein; Gebe, was ich vermag. Und aufder dritte» Wendung, wo die Mze Versammlung Ihro Exzellenzen ehrfurchtsvoll entgegenkam, uild Hochdieselben in den zierlich zubereiteten Tanzsaal begleiteten, die dritte Devise: Ihr Edlen! zieht in unsre Mitte, Wohin Ihr bückt, mngcben Euch, Von Angst befreite frohe Herzen. Beym Eintritt in den Tan;saal ertönte der Trompeten - und Pauckenschall, worauf sogleich eine Tanzreihe ansieng, bei deren Vollendung ,. man dle Eortlne an den Fenstern gegen die Sckießstadt zu, aufzog/ wo man dann von dem Saal aus, im Hüttergrunde beym Kugclfangcr im Brilwutfeucr erblickte, ncmlich: Erdens die Worte: V ivat Latter m a n n'. Zwey'ens welrer vorn? in der Mitte des Platzes, 7 Klasler von Ersterem c,!lfc«N/ ein l) ^.ckuh hohes Ge!Üst, lror.'.n oben der k. k. Adler 8 ^ch'.ch hoch, und 7 Schuh breii, stand, und unter welchem d:e Dco^se: Oivo l'i^n-oi^ou, transparent angebracht war; da^n unten d:e Devise: ^n^i Et, ^^Noicl« ßs-n^i l^ tinlnnni: gerade über dem B'ldn.ß Er. Na'j des Ka:sers ln Lebcnvgröbe crsch.en. Drittens stiindeii zu jeder Seiten des Gerüsts, drey Pyramiden, und ganz vvrnen, zween Blumeni-öckc, ebenfalls ,n Brillantseuer. Während man alles dieses ansah, wurde tas Lied: Es lebe der Kaiser Franz! von dcr Versammlung nnt Musick adgesungen. H.erans verfügte,, sich alle Gäste in den untern Saal zum Sonver, vor Beendig^H dessen der l^cfige Intendant Herr Baron von Codell! fürs Erste den Toast : Es lebe un se r Kaiser Franz! und den zweyten auf das Wohl Sr. Eicellenz des Herrn General-Gouverneurs , a.lsbrachte, indessen Zwischenzeit 30 Kanonenschüsse abgefeuert wurden, Nach geendetem Souper verfügten sich sämmt, liche Gäste wieder in den Tanzsaal, allwo Sr. Ezcellenz bls gegen 2 Uhr verweilten, und sich sodann nach Öause verfügten. Noch muß bemerkt werden, daß die ganze «ordere Fronte des Schießstattgebäudes auf das geschmackvollste beleuchtet, unk» ber Zuging zu demselben auf eine Strecke von >^c> Klafter lang gleich eincr Allee »m Bäumen bepfianzt, und reichlich mit brennenden Lampen versehen waren. Kriegsschauplatz. Trient den 9. Nov. Die Armee des Vicekönigs ist fortwährend im Rückzüge begriffen, und die k. k. österrci» chische iirmee folgr «kr anf dcr ganzen Linie in vorsichtigen, klug berechneten Märschen, Wenn man daher dem ^ublllilm auch in diesem Au. acnbllcie keine g'oßen entscheidende Vorfälle von diesem Kriegsschauplätze melden kann, ss verbürgen doch eben d.e comlmnrtcn Operatio» nen, welche tn d-esen Tagen Statt sinden/ ehestens große Ereignisse. Votzen den 12. November. Die gestern hier vom untern Etschlanb her verbreitern Nachrichten von einem Ueberfaäe der k. k. Truppen bei Peri und Montecorona gaben gleich auf den ersten Augenblick zu erkennen . wesicn Geistes Kind selbe waren. - Wir berichtigen h.cse dahin, daß am 10 d. Abends em französischer Oberst und ZH Mann als Gcfangcne nebst 2 Kanonen in Trient eingebracht wurden. Das Hauptquartier Sr. Excellenz des Hrn-Commandirenden Freyherrn voa Hitler ist eben, fullö am l<>. von Trtent nach Vicenza aufgebrochen, und w,r werden demnach im Stande senn, über d.e Operationen der k. k. italienischen Armee m Kürze offizielle Berichte mittheilen zu rönnen. ' ' Noreredo vom '2. November. Die Nachr^l-, daß das ^ros der Armee unter dem O crkommando Sr. Ezce^lenz des F Z. M, Grcyhcrrn von Hiller bereits bey Vassano vorrücke, Halden Femd bewogen sei» ne Demonstra^oncn auf der Strasse von Peri gegen Alla wieder einzustellen, und unsere Trup» pen, die im Ncgrl,se wäre»/ sich atll Men bieß einsweilen m die Hcrschanzungen hon Ser-ravalle zurückzithen, sind wieder vorgerücl't. ^_____ (Klageus. Zeit) Außer rinem Aufruf, welcher bey weiterer Vorrückung in den ltalienijchen Gcsildcn von dem die Armee in Tyrol und gegen Italien en Ckef komman>irendcn General Feldzeugmeister Freyherrn von Htüer Mw Tricnt den 8. No» vember »8lZ. an die Völker Italiens erlas« sen wurde, um selbe auszuforocrn, sich nach dem Beyspiele der Baiern, ^ochsen, Wüv« teuiberger :c. an die Veri-bc.diger der Religion, der Selbstständlgkeit und des Äcchrs aniujchlie-ße.i, ist vom Oberlandeskommissär im italienischen und illyriscben Auche,lc Tyrols, Herrn Noschmann, folgende Kundmachung auS Tr^ent den 6. November ^3lZ. ersch encn. Die gegenwärtige milltä'ljche Besetzung d)s südlichen Tyrols von Selte dcr k- k. österreichischen Truppen btingt auch aus diesem einzigen Gesichtspunkte tue Folqe mit sich. daß Handel und Wandel srcy, und daß dle dieß-faüs bestehende Emfuhrsverbote nicht mehr gelten. Dem zu Folge erlaßt das k k. Oberlandcs-und Armeckommissariat im illyrlschen und tta° lieinschen i>lnshellc Tyrols folgende provisorische Verordnung. Nens: D'e Einfuhr der in der österreichischen Tariffe vom Jahre :7«<> erlaubte,, Ar, tikel ist vom »0. dieses Monats angefangen, 2tens: Ebcn sc> soi sich in Rück/ichs der Zollsätze nach dem ^nbaltc und Vorschriften dieser Tarlsse 'md der nachfolgenden Verordnungen benommen werden Armec von Deutschland. Der Ol'crbefcklsbaber der verbündeten ?lr. meen Feld:n.)rschi,ll Fürst vou 'vchwar^nberg, Hai au5 dem Ha^tqu^rtter Frankfu r a>n Mayn den 7ten November is^ kund q?M5cht, daß alle Slauswürge,' und Unterrhanen der von den verbündeten' Truppen besetzten Länder im Ronlgi-eich Westpd'il.'n ibrcn Obrigkeiten und ^orgesetz-en wie bisnrr Gelwrsam leiste,., und «:s auf weitere Verfügung, die je^t bess^en-oen Steuern und sonsilM Ähgattn abführe« Desgleichen 5eißt es in der Frankfurter Zettnng, aus Marburg chast Ka^cnclnbogen, alle Verordnungen, welche in diesen Sraaten seit dem Jahr «8'o in Hlnsickt dcr Colonial » und englischen Fa« bnkwaarcn erlassen worden sind, als abgestellt angeschen werden, und die Etnfuhr der besagten Waaren wird vermittelst der vor der-Einführung des Continentalsystems festgesetzten Abgaben für frey erklärt. Den neuesten Nachrichten aus Frankfurt zufolge sind Sr. Maj. der König von Baiern, am ,Z, Abends in dieser Stadb eingetroffen, wo auch die Größherzöge von Badcn und Hes» ftn angelangt waren. Se- Majestät der König pon Preußen, sind gleichfalls am lZ. Abends in Frankfurt angelangt. Hauptquartier Frankfurt, den »Z. Nov. '8lZ, Der Generallieutenant von Kleist, welcher Mit jcinem Corps vor Erfurt zurückgelassen worden,war, berichtet vom 7. d. M, daß, nachdem die Batterien am 5. Abends beendigt waren, die Bf.schießllng dcr Cyriacksbxrg, dcs Perersbergez lind her Stadt, nach vorher geschehener Aufforderung, am 6. mit Tages-Ä». bruci, lhr«'.n Anfang genommen h,ibe. Gleich nach den er^en Schüssen ssanden die vor;n l,Men Gebäude dcs Petersbe-ges und das fr.anzsjMe La>areth in der Stadt in Fla»,,-men. 2.>er Brand währte den ganzen Tag. Am 7- Morgens ließ der GcueralUcntenant v^i Kleist den Commandanten der Festung Ml.erdmgs auffordern; dieser schlug einen Was- , fenstlllstand vor. Der Gencrallieutenant von Ktttst bewilligte ihm eine Mündigs Waffenr«. he, während welcher die Unterhandlungen ge« pflogen werden sollen. Der österreichische Ingenieur, Major Scholl, der Artillere Hauptmann Stimm und der preußische Oberstlieutenant Braun haben dem Generallieutenant von Kleist durch die geschickte Auswahl tzer Emplacements für die Batterien, und durch die gute Leitung des Feuers, die wichtigsten Dienste geleistet. Aus Heidelberg wird vom 6. Nov. berich« tet, datz sich am 5. November zum erstenmal "in Mcmheim Kosaken g?;eigt hätten; Fa bis 60,000 Mann von der Armee des Generals Wrede waren auf den 6. Nov. in Darmstadt «ngesagt. wo am 4. General Orloff, Kommandant der Kosaken von der Garde, eintraf. Min glaubt daß in der Gegend von Worms unverzüglich ein Nheinübergang statt haben nmd, Nachrichten vom linken Rdeinufer von ,!. Nov. zufolge befand sich K^nser Napoleon am 9. d. M. zu Metz; ein Theil der Ueberr»^ sei« ner Armee halte sich ebenfalls dahin gezo^i». Man sprach von einem längeren Aufen l^llr des Kaisers in dieser Stadt, wohin cinige so« gar den Senat berufen wissen wollten.. Alisonsten soll es schwer seyü, von der Bestürzung welche der Rückzug der Armee unter l°en Franzosen erzeugt hat, sich einen Negriff zu machen; zumalen die Nifdelfi.'. schlagcnheit und die Besorgniße des VolkrS durch die deunruhissendcn Nachrichten, die von den spanischen Gränzen sowohl, als aus Ila« lien einlaufen, üder die maßen erhöhet wer» den, Aus Bajonne nnd allen andern Slav. len in den mnlaa,l>chen Provinzen, die dem Armeczug auSgesltzt kyn konnten, fiüchlel allcS. Berliner Blätter enthalten folgendes Schreiten eir,eh Offiziers aus Dclitsch vom 4. November : Torgau wird seit gestern beschossen, und ! Vorrath, und zwar: an Backmehl auf 1 Iabr, einige looo Säcke Roggen, ^00 Stück Vi?b lwovon alle Tage 20 Stücke g?» s^lachtet werdcn), nebst eincr großen Menge Hcu, 16 b Etadt kclinte man, »regen ßesabr rcn 3'cnben und Granaten zerscitret-tett zu werden, n cbt mebr auf der Elraße gehen-, onf tic Zistl lsiadt n^rer bis jetzt nnr ein« zelne Kugeln l,rd ^on^ben gefallen. Eeit te« ^, diesek, wo wir auf den ^öben don Cchott« la>d nene R^doüten arfgewersen, woren auch eirige Kuqelu cuf dir Niedcrsiadt gefcllen. Der p encrc.l 9,«,p läsit mit seinen Kutsch. pseNen Pallisaden und andere Militärbedürf« nise fabrcn, cndere ^ercrale solaen seinem Beispiele; er läßt Z Kiräen zu Magazinen enirw ten/ und bombenfest n'acken; in den Zei« tüngcn h<^t.er den 3-ür.qern eröffnet, daß un» g-chtet Uebel^esimte allerhand Geiüchse vcr« brcttcie!.. da^ !rs 3?eupicrisen zu enlpehl'n, in einem Wogen des Gcl'?ic>lgl!Uverl?sUss, in den ^l'Ml gebracht worden. H)m Kreml, tro sie sich an den N^ück der Velwüstusgen weiden tonnen, die Napo!