^aibllcher M Zeituna. Nr. 47. Vlllnumelatlonspltl»: Im Comptoir ganzj. N. 1l, halbj, fi. 0bO. ssül ble ZnNellung ins Hau« halbj, l<» lr. Mit dcr Poss g,n,,, fl, 15. halbj. 7 !>0. Dienstag, 36. Februar. Instltl«n»g«büi: Für N«inl Ins«t»t« b<» »n 4 Ittten « lr,. größerr Pr ZeNt n lr., bt< öfteren wiebtlholungen pr. Zeilr » kr. 1878. Mit K. März ! b««mm ein neue« Abünnemeü! <,»! die „Wlmchrr Zeitung". ^,.^^1,u,um^».i°^Prei« bett»«, ftr Pr I "'«,", Schleift« , , , , !si, 25,r, «°M!>t»,r «bgel,°,t......- „ »2 „ w« ^"' °°'" '^ ^^z bi« Ende I,„n: Amtlicher Theil. Allere/ "!^ k. Apostolische Majestät haben mit dem W ?' Entschließung vom 23. Februar d. I. ^Mvn,^ '^'"l)(! des Äiiuisterrathspräsidiulus, in Philipp V,, b" dem Minister Dr. Ziemiatkowski, ^sa^n! ^- Zalcski in Anerkennung seiner das Ritterkreuz des Leo-"'» auergnädigst zu verleihen geruht. RerhöM' "?? k. ^lpostolische Majestät haben mit ^'" hi ^iw. . ^^u'sl"'^ "om 2l. Februar d. I. ^haml ^nl sU^ltov des Wiener Halldclsgcrichtes ^pwhliH«,. 3,!la üi Anerkennung seiner treuen, jchr ^nit der 31 "^'tleistung das goldene Verdiensttrcuz ^^^"ne allergnädigst zu verleihen geruht. Nichtamtlicher Theils ^efterreichijchcr Reichsrath. ^ Sitzunst deK Abgeordnetenhauses. Die s- > Wien, 23. Februar, ^'f lvird f ^?"clthung "bcr den allgemeinen Zollen, bol,Mbt. Die Abtheilungen 22 bis 27, Eß. ü^k. 3^,,, 7")len und Torf, Drechsler- und Schnitz. ^ M d ?« "' Arznei- und Parfümeriestoffe und "^ angrnum ^"^' ""'^" ""^ ^" Ausschuß-^"'st d^ifabtheilung 25, Mineralien sind frei, er- f. W« Nil , '^ die in1>> !"' '"^u er darauf hinweist, daß !>„ Atrien N..V" bezüglich der Farberden gebildeten U ^ st W f ^^ be» bisher bestandenen Zollschuh .5' Nun n ^'""' "falten tonnen und daß di> I^n ^ werde, der aus- >tfii,^"stne unterliegen würdeu. Redner be. Er "" a) ^"'^"^5 folgende Fassung : „Miners'' °"<^'"','"h oder blos beHauen oder gesägt, smd frei; d) Farberden'und '" len. h '^ <^K' «uch gebrannt, geschlemmt oder Ä,'-^"icht,sN , Kl ogranim 1 fl. 00 kr." seZ^ußla W " ^g. G o mperz bemerkt, daß der 3" Ware d " ^^^"«t habe, ob es nicht ange-'?> Zu mach,,^'' 'schied zwischetl den beiden Ka-dw^g gebN "^" der Abgeordnete Pfeifer Hn "' w^i V V'f ^5'<'""" "ber davon abge tan-'i "?Ew f, ^ Erzeugung der er- »e ^'«schütz ,N ^V unbedentende sei und daher ^"ra t^7^, ^"spnlch "'hmen könne. Red Aril?" be AbW )"" ^" Ausschnßanträqe. V "Nel6)n ^ ^'" '^ w'rd der Antrag des Abq. 3?"> Auss^ 2--) nach den ble l! l Abtheil?V'?«""^'iwmuien vtt'tH'" zwei KA.^'"'""'. ^heer ilnd Mineral- 1 ss ^^d w kr ^„^'. """ .?'chte von ,mhr als leucht whs'Mf/ "/? ?lchte unter ^() Grad '"'WsUges rohes Mineralöl sol^^^ siniertes nnter «5>0 Arad 1 fl. 50 tr. und raffiniertes über 850 Grad 00 kr. Die wichtigste Posi-tion betrifft das rohe, zur Beleuchtung taugliche Petto lcum. Die Regierung schlägt 8 si. vor, die Ausschuß-Majorität 3 fl.', die Minorität 1 fl. 5)0 kr. Abg. Dr. Meng er schildert in ausführlicher Rede die schwere Schädignng der kleben Hausindustrie durch hohe Petrolenmzölle/ und gibt eine drastische Darstellung von den traurigen Zuständen der Petro-lenmgewinmmg in Galizicn. liine Besserung könne erst eintreten, wenn das Graben nach Petroleum wieder unter das Bergrecht subsummiert wird, wogeqcn sich aber der galizische Landtag entschieden strnnbt. Mit der Aerthenernng des Petroleums wird aber auch die Raffinerie sowie die Benzin nnd die Dictolindnstrie gefährdet. Der Redner empfiehlt Ersparunqen im Staats^ hanshalt und tadelt die Regierung, das; sie in dieser Nichtnng keinen Ernst zeige.' Er vertheidigt den niedersten Zollsatz von 1 fl. 50 kr. Als Redner sind vorgemerkt für die Minorität die Abgeordneten Dr. Promber, Dr. Oelz, Dr. Krona-wetter, Dr. Heilsbcrg, Steudel, Dr. Foreggcr, Fux aus Äiähren, Hanisch, Sandner und Dr. Hofier; für die Majorität Dr. Fanderlik, Dr. Mises und Kowalski. Abg. Dr. Promber ist gleichfalls wie Mcnger für Ersvmungen, nnd zwar vor allem onrch eine Armeercdnction. Die Besteucrnng des Petroleums bedeute emeu tultilrellcn Rückschritt, deuu das Petroleum sei das Licht des Mittelstandes und des armen Mannes. Er ist für einen Zoll von l fl. 50 kr. Abg. Dr. Fanderlit beantragt in ironischem Sinne die Wiederherstellung der Regierungsvorlage, eines Zolles von 8 fl., damit die Regierung nicht gegen sich selbst stimmen müsse. Abg. Dr. Oelz wnndort sich. warum man aus den Beleuchtungsstoffen gerade das Petroleum für die höhere Vesteuerunq auserwählt hat, welches doch den uutcrcn Klassen unentbehrlich geworden sei. Es sei dies eine Nachgiebigkeit gegen Ungarn. Er ist für 1 fl. 50 tr. Abg. Dr. Mises vertheidigt mit Rücksicht auf die galizischcn Verhältnisse den höheren Zollsatz. Abg. Dr. K runawettcr meint, Petroleum solle als eiu Arbeitsmittel ganz steuerfrei seiu, wie dies auch in einigen anderen Staaten dcr Fall ist. Er könnte den Zoll nur bewilligen, wenn die Regierung auch ihrerseits dem Volke größere politische Rechte bewilligte, z. B. das allgemeine Wahlrecht. Abg. Kowalski tritt für eiueu Zollsatz vou 3 fl. ein, als Schutz für die heimische Petroleum-Industrie. Die Debatte wird für heute abgcbrocheu. Die nächste Sitzuug findet Dicustag den 2t!sten Februar statt. 68. Sitzung des Herrenhauses. Wien, 22. Februar. Das Gesetz, betreffend die Verjährung der direkten Stcueru und unmittelbaren Gcbüreu, wird in der vom Abgeordnetcnhausc beschlossenen Fassung ohne Debatte in zweiter und dritter Lesung augeuommcu. Ebenso werden die vom Äbgcordnetcnhause betreffs der Rechuungslegnng über das Nothstandsanlehen ge faßten Beschlüsse unverändert augeuommen. Nachdem gleicherweise das Gesetz über die Gebüren-frcihcit eines Änleheus der Douauregulieruugs-Kommis siun per 0.500,000 fl. iu zweiter und dritter Lesung angenommen, wird dem Ceutralrechnuugsabschlusse pro l«'?5 unter Aufrechthaltunq der vom Hause der Ab geordneten beschlossenen Resolutionen das Absolutorium ertheilt. Nächster Gegenstand der Tagcsordnuug ist das Gesetz, betreffend die Vcstimiuun^en über die Veräußc-rung von Losen oder deren Gewmsthoffnnng. Dasselbe wird den Anträgen der Kommission gemäß ohne Debatte in zweiter und dritter Lesung angenommen nnd sodann die Sitzung geschlossen. Dcr Tag der nächsten Sitzung ist unbekannt. Aus dem englischen Parlamente. In der Sitzung des englischen Oberhauses vom 22. d. M erklärte der Minister des Auswärtigen, Graf Derby, auf eiue Aufrage Graumllc's: Er habe in einer Depesche am 13. Februar die Hofsnnng ausgedrückt, daß Rußland keine Truppenbewegung gegen Gallipoll "der eine derartige Truppeiwcrschiebuug machen werde, welche die Verbindungen der englischen Flotte bedrohen würde. Infolge des Gerüchts, daß die Russen sich an den Bnlairlinien conecntrieren, folgte am 15. Februar ein Memorandum in gleichem Sinne. Die Antwort hierauf, welche er am 18. Februar empfangen, con» statierte, daß Rußland sein Versprechen, Gallipoli nicht zu besetzen und in die Bulairlmien nicht einzurücken, aufrechterhalte. Gleichzeitig stellte Rußland das Verlangen, daß keine englischen Trnppen auf dem asiatischen oder europäischen Ufer der ^Dardanellen gelandet werden. Das englische Kabinett antwortete an» 19ten Februar, es habe die gegebene Versicherung mit Genugthuung empfangen und sei bereit, derselben durch die Verpflichtung zu begegnen, keine Truppen auf dem europäischen Ufer dcr Dardanellen zu landen, hin-zufügeud, daß es bereit sei, diese Verpflichtung auf das asiatische Ufer auszudehneu, wenn es die Versicherung erhalte, daß Rußland nicht beabsichtige, Truppen dort« hin zu senden. — Nußland erwiderte am 21 Februar: Es beabsichtige nicht, das asiatische Ufer dcr Dardanellen zu besetzen, falls England gleichfalls von einer solchen Besetzung abstehe. Die Depesche fahre fort: Falls England die Bedingung annimmt. Truppen weder auf dem europäischen noch auf dem asiatischen Ufer zn landen, werde Rußland Gallipoli nicht besetzen. — Nach den neuesten Nachlichten befinde sich die lnittische Flotte in dcr Tuzlabai, welche von Kon» stantiuopel entfernter als die Prinzen-Inseln, aber näher als die Mudaniabai ist; dies sei jedoch nicht aus Befehl der Regierung erfolgt. Earl of Äeaconsfield beantragte die zweite Lesung dcr Kreditbill. Alle Mächte — sagte dcr Premier — hätten Vorsichtsmaßregeln getroffen, und es werde allgemein angenommen, daß die Lösung der Orientfrage die Interessen aller Nationen berührt. Daher sei es nicht unbillig, daß auch England Vorsichtsmaßregeln treffe. (Beifall.) Es bestehe das allgemeine Gefühl, daß das Endc dcr Feindseligkeiten nahe sei, daß es jedoch indiscrct wäre, dem Zufalle alles zu überlassen, lir wünsche hervorzuheben, daß, sei es, daß es England gelinge, zu cincm ehrenhaften, dauernden Frieden beizutragen — uud England wünscht dies herzlichst, — fei es, daß jene Bemühungen mißglücken und der Krieg sich ausdehne, es in jedem Falle unzweifelhaft politisch für England sei, sich in die Lage zu setzen, sein Wort geachtet zu sehen. (Lauter Beifall der Conservative!!.) Er glaubt, die Kreditforderung, welche im Unterhaufe mit fo großer Majorität angenommen wurde, nicht weiter empfehlen zu müssen; sein Gefühl sei aber, daß, ob man nun zu ciuer Konferenz gehe oder in den Krieg ziehe, es höchst wichtig sei, daß England sich auf den Einfluß der Einigkeit des Reiches stütze. (Beifall.) Granvillc erkennt den ruhigen, mäßigen Ton Bcaeonsfields an; obschon er für den Kredit nicht eingenommen fei, könne er nicht dagegen stimmen; er bedauert die kriegerischen Reden dcr Minister während der Dcbatte im Ünlcrhause. Die Entsendung der Flotte war ein Kriegsfall für Rußlaud und die Türkei. Er sei erfreut, aus der Erklärung Derby's zu ersehen, daß sie nicht so angesehen werde. Nach kurzer Debatte passierte hierauf die Bill in zweiter Lcsuug uud vertagte sich das Haus. Die Vorgänge in Konstantinopel. Ueber die Stimmuug in den türkischen Rrgierungs-kreisen und die Ereiguisse im kaiserlichen Palais nach dem Einlaufen der englischen Flotte in die Dardanel len geht der „Pol. Korr." von ihrem Berichterstatter ans'Konstantinopel folgende, vom 15. d. daUerte dramatisch bewegte Darstellung zu: „Die englische Flotlc, welche ein Scherzwort in Verlust gerathen ließ, ist Dienstag früh in den Dar-danellcn „aufgefunden" worden und liegt im gegenwärti. gen Augenblicke im Marmara-Meere zwischen den Prin. zcninscln und dem Dorfe Kadi-Keni vor Anker Der seit drei Tagen in Konstantinopcl wüthende Schneesturm hatte ihre Vorwärtsbewegung am Donnerstag verhindert, und zum Ueberflusse hatte sich auch uoch das Admiralschiff „Alexandra" gegenüber von Gallipoli festgerannt. Emen ganzen Tag benölhiqtc man zm Flottlnachung desselben, und inzwischen smclte sich '"' Palaste, wo die hervorragendsten Slaatswürdentniger über Berufung des Sultans sich versammelt hatten, eine wahrhaft dramatifchc Szene ab Tagszuvoi- war bekanntlich dcr erste Dragoman der russisch", Botschaft, Herr Onou, mit einer dringenden Mission an dir 392 Pforte aus dem Hauptquartier des Großfürsten Niko^ laus eingetroffen und beim deutschen Konsul abgestiegen. Er begab sich Dienstag um 1 Uhr mittags zu Server Pascha, um ihm den Zweck seiner Sendung mitzutheilen. Onou erklärte im Ministerium, daß, nachdem der russische Botschafter in London dem Groß« fürsten den Entschluß Englands, in die Meerenge einzufahren, bekannt gegeben habe, die rufsischen Truppen in dem Augenblicke, als tne englische Flotte in Sicht käme, nach Konstantinopel marschieren und die Vorstädte Pera, Galata, Haskeni und Tatayla besetzen würden. Außerdem eröffnete er Server Pascha, daß ein russischer Abaesandter mit den Truppen gleichzeitig einrücken, im Gesandtschaftspalais absteigen und das russische Wappen auf demselben wieder anbringen werde, um für die öffentliche Ruhe und Sicherheit Sorge zu tragen. Schließlich hatte Herr Onou den Auftrag, uon der Regierung die sofortige Schließung des Parlamentes zu verlangen. „Auf diese Eröffnungen hin begab sich Server Pascha in aller Eile nach dem Palaste, wo der Ministerrath bereits versammelt war. Man beschloß sofort einen außerordentlichen großen Rath einzuberufen und zu demselben außer den Ministern die ehemaligen Großveziere, die Paschas, die hervorragenden Ulemas, die hohen Würdenträger, die Präsidenten der Kammer und des Senates, eine Anzahl Deputierter und die gesummte Vukela, d. i. die hohe Aristokratie des Staates, beizuziehen. „Einige Stunden später war der große Rath beisammen. Man zählte 75 Mitglieder. Der Sultan, welcher sich in der Zwischenzeit mit seinem ersten Adjutanten Mehemed Pascha in einen Salon seines Palastes zurückgezogen hatte, ließ sich eine Reliefkarte der Umgebung von Konstantinopel bringen und studierte dieselbe mit Eifer, um über die Möglichkeit, den Vormarsch der Russen zu hemmen, sich klar zu werden. AIs der Sultan stch zum großen Rathe begab, überreichte ihm Server Pascha em über seinen Auftrag verfaßtes Expose der Lage. Vor Eröffnung der Sitzung las Abdul Hamid dieses Expose mit vor Bewegung zitternder, kaum vernehmbarer Stimme vor. Die Versammlung hörte lautlos zu. „Nicht ich, mein Volk hat den Krieg gewollt," rief der Sultan, nachdem er das Expose verlesen hatte, aus, „wir wurden besiegt, und Ihr seht nun, wohin wir gelangt sind. Die Engländer ließen mich wissen, daß sie die Durchfahrt durch die Meerengen forcieren würden, wenn ich mich derselben widersetzen wollte, während anderseits die Russen mit der militärischen Besetzung Kon-stantinopels im Falle der Einfahrt der englischen Flotte m den Bosporus drohen. Ich habe Euch rufen lassen, damit wir zusammen über die Lage schlüssig werden." Sich an die Gcuerälc in der Versammlung wendend, fragte der Sultan: „Ist es möglich, den Vormarsch der Russen aufzuhalten und die Besetzung der Hauptstadt zu verhindern?" „Nein!" antwortete man ihm. Sodann ergriff Reouf Pascha das Wort und sagte, man müsse den Großfürsten Nikolaus bitten, sich auf die Besetzung der Umgebung Konstantinipels zu beschränken. Man beschloß sofort, daß der Sultan ein m diesem Sinne abgefaßtes Telegramm an den Zaren richten solle, was auch noch während der Sitzung geschah. „Die Discussion wurde sodann wieder aufgenommen und gestaltete sich alsbald zu einer sehr stürmischen. Ueber das Eindringen der englischen Flotte interpelliert, erklärte Achmed Vefik, daß man sich bei der Unmöglichkeit, wirksamen Widerstand entgegenzusetzen, auf einen bloßen Protest beschränkt habe, um sich nicht statt eines, zwei Feinde auf den Hals zu laden. „Das ist ein unverzeihlicher Fehler", rief der ehemalige Gouverneur von Salonichi, Nusset Pascha, aus. „Ihr hattet ein doppeltes Interesse zu wahren, eine nationale und gleichzeitig internationale Pflicht zu erfüllen, und habt keines von beiden gethan! Wenn irgend einer auswärtigen Macht, so mußte man England vor allem die Einfahrt verwehren, jener Macht, über welche wir uns so sehr zu beklagen haben. Ihr aber tragt den wirklichen Interessen des Landes keine Rechnung, sondern seid nur stets bemüht, das Wohlgefallen Layards zu erringen." Dem ehemaligen Großoezier Mehemed Ruchdi Pascha, der zur Vertheidigung Achmed Vefiks das Wort nahm, erwiderte Nusset Pascha, daß er gar nicht das Recht habe, angesichts der Katastrophe, welcher das Reich anheimgefallen sei, zu sprechen, da seine Politik es hauptsächlich gewesen sei, die den Staat an den Rand des Abgrundes gebracht habe. Und da Mehemed Ruchdi dagegen Einsprache erheben wollte, unterbrach ihn Nusset Pascha mit Heftigkeit: „Ihr, ja Ihr, die Ihr Eure Stütze nur bei England gesucht habt, obwol Ihr wohl wußtet, daß die Engländer niemals ihre Versprechungen halten. Nein, und abermals nein, nicht bei Herrn Layard dürfen die Angelegenheiten der Türkei verhandelt werden." «Einige machten den Vorschlag, sich dem Einmärsche der Russen um jeden Preis zu widersetzen und bis auf den letzten Mann kämpfend uutcr den Mauern Stambuls zu fallen. Habe man nicht mit den erwarteten Verstärkungen über 30« bis 40,000 Mann zu verfügen? Habe man nicht Schakir Paschas Eorps in Rustschut? Man möge die Bürgergarde auf di letzten Vollwerke des Vaterlandes rufen, die gesummte taugliche Bevölkerung bewaffnen u. f. w. Man legte dem Sultan Landkarten, Pläne, Truppenausweise vor und schlug die Errichtung einer neuen Vertheidigungslinie von Tschekmedje bis zum Belgrader Walde und zum Schwarzen Meere vor. Schweigend, betrübt den thränenumflorten Blick durch die hohen Fenster seines Kiosk auf den Palast in Dolma-Aagdscbe und aus die Wässer des Bosporus richtend, hörte Abdul Hamid zu. Plötzlich erhob er sich und verabschiedete die Ver-amlnlung, ohne daß dieselbe zu irgend einem Ent-chlusse gekommen wäre. „Der Ministerrath einigte sich hierauf bezüglich mehrerer Maßnahmen. Die erste und weittragendste war die Vertagung der Kammer, die auch bereits Donnerstag abends den Deputierten notificiert wurde, die zweite betraf die Sendung Namyk Pascha's nach Adrianopel, um sich mit dem Großfürsten Nikolaus wegen des Einmarsches der Russen ins Einvernehmen zu setzen; die dritte bestand in einem Proteste gegen die Einfahrt der englischen Escadre m den Bosporus." Mgesneuigkeiten. — (Graf Sandor f.) Samstag starb in Wien in seinem Palais auf der Seilerstätte Moriz Graf Sandor. der Vater der Fürstin Pauline Mettcrnich, im drei-undsiebenzigsten Lebensjahre. Graf Sandor war vor Jahren bekanntlich durch kühne Reiterstücke und mancherlei Originalitäten eine der populärsten Persönlichkeiten Wiens; er starb an Gehirnerweichung. Graf Sandor zählte zu den berühmtesten Sportsmen dcr Monarchic. Für ihn gab es kein Wagstück, das er nicht ausgeführt hätte. Zu den bekanntesten zählen sein Uebcrsetzcn eines hochbeladcucu Wagens, ein Kunststück, welches er in der Leopoldstadt ausführte, und die Fahrt mit einem vierspännigen Wagen von Ofen über dic Stiege herab zur Donau. Vor dem Jahre 1848 war es sein Bravour-stückchen bei der Rückkehr aus dein Prater, mit seinem Pferde dic Hütte einer Oebstlerin nächst der Fcrdinands-brückc zu übersetzen. Eines Tages wollte er einem seiner Verwandten in der Herrengassc einen Besuch machen, er sprengte einfach ins Hausthor, ritt die Treppen hinauf, sprang vor der Thüre vom Pferde und trat ins Zimmer. Sein Aufzug zu den Maifahrten im Prater, einmal mit vier, einmal sogar mit sechs neben einander gekoppelten Pferden, erregte stets Sensation. Nicht immer war ihm das Glück treu, er stürzte oft und mag in seinem Leben ein Dutzend Bein- und ebenso viele Armbrüche davongetragen haben. In den Scchzigerjahren erkrankte er und gab den Sport vollständig auf. Seitdem lebte er zurückgezogen, bis jetzt der Tod seinem vielbewegten Leben ein Ende machte. Er hinterläßt ein bedeutendes Vermögen, das auf seine einzige Tochter, die Fürstin Metternich. übergeht. — (Oesterreichs Telegrafenverkehr im Jahre 1877.) Der Depcscheuverkehr des österreichischen Telegrafen im Jahre 1877 betrug 4.740,691 Telegramme, mithin gegen das Vorjahr, welches nur 4 Millionen 412,751 Depeschen und Telegrafenavisi auszuweisen hatte, eine Zunahme um 327,940 Telegramme. Diese Steigerung ist zunächst den Tclegrafcnavisi in Rechnung zu stellen. Die Telegrafcnavisi, welche im Jahre 1876 im ganzen die Ziffer vou 685,362 Stück erreichten, überschritten im Jahre 1877 bereits im November die stattliche Zahl vou einer Million um ein Bedeutendes. Dem entsprechend findet sich denn auch in den cin-gehobenen Tarifgebüren eine relative Abnahme. Dieselben betrugen nämlich im Jahre 1877: 2.865.368 fl. und im Jahre 1876: 2.783.260 fl. Per Depesche entfällt hienach im Jahre 1876 ein Betrag von 63 l tr., im Jahre 1877 hingegen nur noch ein Betrag von 60 4 kr. Aus deu Details sei hervorgehoben, daß die internen Staatsdcpcschen von 63,326 im Jahre 1876 auf 55.W2 im Jahre 1877 zurückgingen, während die nicht internen Staatsdepeschen von 8634 im Jahre 1876 auf 8803 im Jahre 1877 stiegen. Die Gesammtzahl der aufgegebenen Privatdepeschen betrug im Gcgenstandsjahre 4.032,838. im Vorjahre 3.747.580 Telegramme Die Zahl der angekommenen nicht internen gebürpflichtigen Depeschen betrug 8707 Staats- und 634,451 Privat-telegramme. Unter den einzelnen Kronländern nimmt. Wie gewöhnlich, Niederösterreich mit 1.403,391 Telegrammen und 1.148,760 fl. an cingehobenen Tarif-gebüren die erste Stelle ein, während die zweite von Böhmen mit 1.094.670 Telegrammen und 491,158 fl. an cingehobenen Tarifgcbürcn behauptet wird. — (Kosten im Prozeß Tourville.) Vor wenigen Tagen wurden vonseite des Vertreters des Henry Tourville die Kosten des Strafverfahrens im Gcsammtbetragc vou 4842 fl. bei dem Krcisgcrichts-Präsidium in Bozen erlegt. Ferner hat Herr Dr. Hubcr auch für die Kosten der Verpflegung des Tourvillc im Strafhause zu Gradiska vom 11. Dezember 1877 bis 31. Dezember 1879 den Betrag von 5)01 fl. bereits bezahlt. — (Das Todes urtheil des Honvedlieu-tenants Toth) wegen Meuchelmordes an seinem Vorgesetzten, dem Rittmeister Grafen Emerich Szapary, bereits kriegsgerichtlich gefällt, wurde, wie man der „N. fr. P." meldet, von Iaszbereny dem Pest" ?^ tär Obergericht unterbreitet und ist nunmehr rechMM Es wird dem Angeklagten verkündet und sodann vo ^ zogen werden. Wegen des derzeitigen Mangels an e»> Henker ist die Begnadigung zu Pulver und Vlei NM. scheinlich. Der „Pester Lloyd" enthält Mitthe« über die Untersuchung, aus denen hervorgeht, daß ^ an Verfolgungswahn litt. Derselbe ist noch heute absurden Meinung, Graf Szapary habe allwöchen^, Spottartikel in dem bekannten Witzblatt „Aorszcm Jan über ihn veröffentlicht. Toth erklärt, er lieabsG« einen Selbstmord, und erst, da Rittmeister Szapary'^ seinen Urlaub verweigerte, habe cr plötzlich den schluß gefaßt, auf Szapary zu schießen. ^ — (Die Bismarck-Sitzung,) Aus»" wird geschrieben: Der Wunsch, den Fürsten Biswas sehen, hatte am Dienstag schon lculge vor V^"" berühmten Sitzung eine ansehnliche Menschenmenge dem Portale des Ncichstagsgebäudes versammelt. , dort stationierten Schutzleute hatten Noth, dic W>^ harrende Menge vom Bürgcrsteig abzuhalten, u"! Passage frei zu lassen. Endlich erschien das bew Geschirr mit den prächtigen Goldfüchsen. „Jetzt "'"^ wir ihn sehen!" ertönte es unter den Harrenden- ^ Wagen fuhr heran, das große Portalthor öffnete >, und zum großen Verdruß der Umstehenden !^hr. . die „Tribüne" mittheilt, der Ncichstanzlcr m be" ^, räum, um von dort aus sich direkt in den ^h""^ zu begeben. Das sofort wieder geschlossene Th^r . sperrte den Nena.ieria.cn jede Aussicht, so dasl !^ ^ stundenlangen Wartens, wie so viele in diesen ^^ nichts gesehen hatten. — Wie start das Verlangen ^ Villcttcn zn dieser Ncichstagssitznng war, zeigt der stand, daß einem Diener des Hauses bare hundert ^y von einem Amerikaner für eine einzige Eintrittska^ ^ boten wurden. Ebenso wnrdcn anderen im ö^«.^ schäftigten Personen mehrfach 50 Mark geboten. st"'« ist den Beamten ihre Stellung lirbcr, als ein unen"'^ Gewinn, und so verlockend dicsc Angebote anch > ^ so konnte den Fremden trotz ihrer Goldkronen lw! ^ Dienern doch kein Einlaß gewährt werden, ^^z» hatten sich freilich auch solche Privatpersonen ^'"^^ verschaffen gewußt, welche lieber den Mang bcs^,^ als die Stimmen im Reichstag hören, und s^' ^ ßiü dem der Handel mit Billetten ein ganz s^^^ reicher schlesischer Gutsbesitzer hat unter anderen >l" Eintrittskarte «00 Mark gezahlt. i« — (Stanley's Erforschungsreise"^ Afrika) haben dem „Ncwyork Herald" mid del"F doncr „Daily Telegraph", wie man behauptet, 1^ ^ Dollars gekostet. Der Kongreß der Vereinigten 6 ^ hat Dankcsresolutioneu für Stanley angenonnu^' ^ diefe sind, wie ein vom 7. d. M. aus Washi"^ ^ ticrtcs Telegramm mittheilt, vom Präsidenten d" einigten Staaten unterzeichnet worden. «' formen in« städtischen Annrnhause in der ^ straße und stellt folgende Anträge: hjM^ k) Für die Abtheilung der'Männer "N ^^ städtischen Versorgnugshause ist ein Wärter ^ die Weiberabtheiluug' sind zwei Wärterinnen Men; ^i,« l)) dem Wartpersonale ist die größte ^. M aufzutragen, ferner ist dafür zu forgcu, ^ )M>^ bodeu iu sämmtlichen Ubicationen zweimal u ^M gerieben und gegcn das Ungeziefer sl"'^^.,.so,llile^ rungcn getroffen wcrdcu. Das Sanitälspm M mit'der .Kontrolle über die Durchführung "" ueu Maßregeln zu betrauen; ^.<:M^!,i o) es sind für jede Abtheiluug eigene K^ ^, B mcr zu bestimmen, und zwar für die Ma»n und für d!e Weiber mit acht Netten; , . ^zM ) es ist die Einleitung zu treffen, oap ^t'' Kraulen eine nach Aussp'ruch des Arztes '^i U mcndc Krankenkost im Hause besorgt wcrde, ^ o^ niit der größten Sparsamkeit vorzugehen '< 'f,,,ig/.^ ans Alter der Kraukcu und Ait der Mkra" ^^, sicht zu nehmen ist. Zur Vestreitu'lg ^ ^'l"g,,,t' lichm Kostcu dicut einerseits die """ j,i F< Pfründen der betreffenden Kraulen nno ^,1" licher Zuschuß aus der Stadtkassc «M" ,^ leguug uonseitc des Hauslneisters: ^ ^l^ 'j) bezüglich einer Naturalvcrpslcgnng her M Pfründner sind Anfragen an den Cl)MNl ^i herzigen Schwestern, an die Leitung " 5N3 M.M f' "'^. geeignete Stellen zu richten und das ra?"' ^ ^^ultat dieser Erhebungen dem Gemeinde. ^'WlMlichst vorzulegen; Üauil^ ^'adtphysiter ist mit der Abfassung einer M^i,. 6 zu betrauen, welche unter anderm anch anqNp U /7^'""' l)at auf eine den Verhältnissen D? b" Beschränkung des Ausganges der Pfrünbner. n°^ H"lsurdnung ist dem Gemeinoerathe zur Ge-Fügung vorzulegen; Hauk em^^^ungen zu pflegen, ob der dem wn..« '. eigenthümliche, vi^-vig demselben ge-tlina u >. ' "" ^^^ des Rücklaufes oder der Pach-ei im,! l"'""' selchen Bediitgungen, zu acquirieren Wi,.m. ^""ber nntcr gleichzeitiger Vorlage eines drs ' m ?'^ ^'^ ^'^ Ae'pflanznng und Adafttieruug gerick? ^3 ^ ^^ Rebranches der Pfründner herrichten H""^3artens an den Gemeinderath zu bc- sem^A,^^ali: Der Herr Referent erwähnt in gllrtena «" ^" auch der Nothwendigkeit eines Haus-Leute 1"! ^ Annenhans. Mir wurde von alten EchlM^llttheilt, daß einst hinter dem Hause am Awen?? "" s'^ilich bedeutender Complex zum 3ch?^ -^ört hat. Derselbe ist jedoch in der ^" betrifft, so scheint'es nur verfrüht, Ich »^ ?"?bcr einen definitiven Beschluß zu fassen. b"Poli "is ^" ^"^ ^wa. stellen, daß der Bericht rathe v3 l . " lithographiert an die Herren Gemeinde ^itzuna..'. ^ "'^ baun erst in einer der nächsten GN , - t "rmenhausc siud so elende, daß viele riskieren in ^'^^ lieber verlassen, als daß sie es träge der ^ ^^" factisch zu verfaulen. Die Anmutend l,3^?"' ""den den Gemeindefäckel nicht ^e Hund?t H /? b"udelt sich uicht mehr als um ?"hnendei n ,^"ldeu, wodurch deu im Ärmenhause 'teliz qesä^tt^ blichen eine halbwegs leidliche Exi-^ ^ialn >> " ^'^' ^"b um dies so rasch als möglich ?"li,w m^""bm zu lasseu, braucht es meiner Än-Ä unwstii! "^^ weiterer langwieriger Äcrathuugeu. ^qe d^r ^ ?"l)er aus voller Ueberzeugung die sa (W >.,> zeiscction. sig^^ egal,: Es gibt in unserer Stadt eine Mlen nn 8 ^ """ Häusern, deren Inwohner Steuer,, ^ ^chaü ''^ ""b denen es viel elender geht. was w^"«^ ^trifft , als den Pfründnern im ^hnunae, ^ehcn Sie, meine Herren, nur iu die ii^ugcV '" "er Vorstädte, uud sie werden sich ^eben'is?°b meine Behauptnng durchaus ilicht l?c ^"lch >.'l' >5ch verwahre mich dagcgcll, als wollte ?" Äch""""' ^'"rag eine Besserm.g der Lage d '" Gem»" '^"erthen """teln, ich will nur, daß ^Ntr3''^"the die Gelegenheit geboten wird. ."st zu ..^^""" ""flich zu überlegeu ilnd . , G3t A scheiden. s s^der S^^N lk: Von den acht vorliegenden Au^ d >e V?°f l7 ^'^ ^ "gentlich nnr vier. welche ^5?wl, un V' .^lnchfiihrung erfahren sollen, und "'deu vier Anträgen beantragten d^'Uer ^ ,. '^ufuhreu, sind so geringe, daß ich be " ^utra> V'?uug ^afür sti.nnlen werde. Die m? thl,.^" dorläi.sF" ''!! weitergehende Reforinen. blei-«und cswN^ der Vorbera ^"egeul e"7^"^'"einderathe später noch Zeit über dieselben ^.."N'nal eu A ', ^^ll jedoch ist, wenn über-^ b^ !/'ude Schritt H "'.'"^^ ""^en soll, der ^trl'>'" Ta^ordiu!"^^' ^^'"e Herren, auf l"elch7> "'lleu Erban^^ steht uuter andern auch der ^3^7 1"'W0 fl v 3 ""? Schwiuliuschule, für ie "übende Schi den>, ."' ^^"'' ^ie haben die «in großer Theil deS Publikums von der 24 Stunden zuvor durch ein Inserat erfolgten Ausschreibung leine oder nur verspätete Kenntnis erhielt. Da jedoch die Zeit zur Beschlußfassung drängt und das Conut6 zuversichtlich noch im Laufe dirser Woche die Versammlung erneuert einberufen wird. so erlauben wir uns Über Wunsch des ersteren, auch an dieser Stelle auf dieselbe aufmerksam zu machen und im Hinblicke auf die Wichtigkeit der hiebri zur Berathung und Schluh-fasfung gelangenden Fragen alle Logenbesiher und 394 Theaterfreunde Laibachs dnngendst zu einer recht zahlreichen Betheiligung einzuladen. Der Landesausschuß muß nuch vur Abschluß des Vertrages im Besitze einer bindenden Erklärung über die Höhe der zu gewährenden Subvention sein, da ersterer sonst nur über die geringe, ans dem Landesfonde fließende Subvention per 1AM fl. zu verfügen im stände wäre, was selbstverständlich weitaus nicht hinreicht, für die nächste Saison ein den gesteigerten Ansprüchen des hiesigen Publikums genügendes deutsches Theater sicherzustellen. Sache der Versammlung wird es daher sein, zunächst über diese Frage schlüssig zu werden und sodann ein Comite zu wählen, welches sich bereit erklärt, die von der Versammlung fixierte Subvention — sei es in dem bisher gepflogenen Subscriptionswege, oder auf Grund eines anderen zu beschließenden Modus — einzuheben und dem Laudesausschussc gegenüber die beanspruchte Haftung zu übernehmen. Außerdem dürften vielleicht auch noch andere, die Theaterinteressen berührende Fragen zur Erörterung gelangen, zu deren Discussion gegenwärtig gewiß die günstigste Zeit ist, damit das neue Comite noch vor dem endgiltigen Vertragsabschlüsse in der Lage wäre, die Interessen und Wünsche des Publikums zu vertreten und bei den Verhandlungen mit dem künftigen Theaterdirektor rechtzeitig in der gewünschten Weise zu intervenieren. Hiezu ist aber vor allem ein klares Aussprcchen und demgemäß eine möglichst zahlreiche Betheiligung aller Theaterfreunde an der bevor« stehenden Versammlung dringend nothwendig, da das zu wählende Comite seine wahrlich nicht auf Rosen gebettete Mission nur dann im vollen Umfange zu erfüllen im stände , und gewillt fein wird, wenn es thatsächlich auch die Majorität des deutschen Theaterpnbliknms Laibachs hinter sich weiß. — Tag und Stunde der, wie schon erwähnt, noch im Laufe dieser Woche stattfindenden Versammlung, auf welche wir hiemit nochmals nachdrücklichst aufmerksam machen, werden wir sofort nach deren Festsetzung bekanntgeben. — (Die Generalversammlung des Han-dels'Krantcn- und P cnsionsver eins.) Der Direktor des Vereins, Herr A. Dreo, widmete bei der vorgestrigen Versammlung in seiner Ansprache warme Worte der Erinnerung dein kürzlich verstorbenen Mit-gründer und langjährigen Direktor des Vereines, Ferdinand Schmidt, worauf sich die Versammlung von den Sitzen erhob. Schließlich forderte der Vorsitzende die Mitglieder auf, in ihren Kreisen rastlos für die Anwerbung neuer Mitglieder thätig zu fein. — Dem Berichte über die Thätigkeit des Vereines im Jahre 1877 entnehmen wir, daß es der Direction gelungen ist, mit der löblichen St. Iosefs-Spitalsverwaltung, resp. mit der Oberin der „Töchter der christlichen Liebe" ein Ueber-einkommen zu treffen, demzufolge dem Vereine in dem ob-genannten, neuerdauten Spitale zwei und nach Bedarf felbst mehrere Zimmer als Krantenlokalitätcn überlassen wurden, welche sich zum Zwecke der Krankenpflege ganz besonders eignen und in welchen die Kranken unter sorgfältiger Pflege der Barmherzigen Schwestern gegen einen vereinbarten Betrag per Tag und Kopf ärztlich behandelt und vollkommen verpflegt werden. — Mit 1. Jänner 1878 zählte der Verein 16 Ehren-, 75 unterstützende und 336 wirkliche, im ganzen somit 427 Mitglieder. Unter den im Jahre 1877 Verstorbenen sind 4 Mitglieder besonders zu erwähnen, nämlich die Herren: Kunrad Schusterschitz, V. C. Supan, I. C. Mayer und Michael Smule; C. Schustcrschitz war Mit^ gründcr und erster Sekretär, V. C. Snpan seit 1844 wirkliches Mitglied und in den Jahren 1808 und 186'.) Direktor dieses Vereins, in welchen beiden Eigenschaften er zu wicdcrhultcnmalen für die Interessen des Vereins mit Wärme und nicht ohne Erfolg eingetreten ist. I, C, Mayer gereichte dem Vereine als Ehrenmitglied und Chef eines bedeutenden Geschäftshauses seit langen Jahren zur Zierde. Michael Smolc war ebenfalls seit langem Mitglied des Vereins, dessen Erben ließen dem Vereine cine Schenkuug per 1(X) fl. zukommen. — Das Gesammt- vermögen des Vereins belief sich mit Schluß des Jahres 1877 auf 35,182 fl. 42 kr. Der Vermögcnsstand des Krantenfundes beträgt 28.124 fl. 10 kr., jener des Pen-sionsfondes 7058 si. 32 kr. — Ueber Antrag des Mitgliedes Handelsmann A. Ledcnig wurde der Direction der Dank der Versammlung für ihre Mühewaltung votiert. — Directionsmitglied Herr Trenn berichtete über die Feststellung einer Norm inbetreff der ärztlichen Ordination im Vereinssftitale und stellte folgende Anträge: „Die ärztliche Behandlung im Vercinsspitalc besteht 1.) in der Ordination, 2.) in der Consultation; erstere wird besorgt: a) durch den Hausarzt des St.Iosefsfpitals; k) durch einen zweiten Arzt, welcher von der Direction des Handels-Krankenvereins hiezu bestimmt wird. — 2.) Zu Cunsultationen kann jeder in Laibach domicilicrcndc geprüfte Arzt berufen werden. — Nachdem die Vcreins-mitglieder Drasler und Spalek diefcn Antrag anfs wärmste unterstützt hatten, wurde derselbe einstimmig angenommen. — Unserem gestrigen Berichte über die Versammlung haben wir schließlich noch nachzutragen, daß Herr Drasler insbesondere den gnt besoldeten und vermöglicheren Familien cmgehörigen Mitgliedern größere Schonung des Vereinsvermögens empfahl, was von der Versammlung mit Beifall aufgenommen wurde und den Vorsitzenden veranlaßte, Herrn Drasler für die dein Vereine wohlmeinenden Intentionen den Dank aus-zusprechen. — In das Revisionscomite pro 1878 wurden psr 2coi2.li!2tj0U6M gewühlt die früheren Revisoren, nämlich die Herren: Camillo Baumgartner, Johann IamSek und Ioh. Nep. Plautz. Hierauf wurde die Versammlung geschlossen. — (Die heutige Aufführung der „Fledermaus") findet bekanntlich zum Besten des Untcr-stützungsfondes unserer freiwilligen Feuerwehr statt Dicfe Beueftzvorstcllung wird, wir sind überzeugt, dem Publikum ein erwünschter Anlaß sein, nnsercr freiwilligen Feuerwehr für ihre aufopfernde Thätigkeit auch einen thatsächlichen Beweis allgemeiner Anerkennung zu geben. Berechtigten Ansprnch darauf hat sie sich namentlich in der letzten Zeit vollauf erworben. — („Heimat.") Die soeben erschienene Nummer 22 des illustrierten Familienblattes „Die Heimat" enthält: Unersetzlich! Roman von Josef Weilen. (Fortsetzung.) — Hymnus an den Mond. Gedicht von Martin Greif. — Sklaven des Herzens. Novelle von Leuin Schücking. — Illustration: Pins IX. — Der neunte Pius. Von Karl Lanosteiner. — Aus meinem Soldatcnlebcn. Von Gustav Young. X. Eine vereitelte Execution. — Schluß Forchtcn-stein. Von Dr. Albert Ilg. Mit Illustration: Schloß Furchtenstein. Originalzeichnung von Hugo Ströhl. — Vom „Wiener Eislaufverein". Von W. Mit Illustration: Das große Baffin des Wiener Eislaufvereins. Originalzeichnung von Professor A. Hcin. — Aus aller Welt. Oeffentlicher Daul. Der löblichen Direction der lrainischen Sparkasse sagt der gefertigte Ausschuß für die dem Arbeitcr-Kranlen» und Invaliden' Unterstüpungsvercinc edelmüthia. zugewendete Spende von 100 fl, hicmit öffentlich den verbindlichsten Danl. Laibach am 25. Februar 1«7U. Vsm Uuüschujse »es Arbeiter-ttranlen- und Invalideu-Unterstützungüvereins. H, Harisch, Obmann. Neueste Post. (Original-Telegramme der „Laib.Zeitung.") Wien, 25. Februar. Tic „Politische Korrespondenz" meldet aus Bukarest die drohende Eventualität der Abdankung des Fürsten Karl, falls Rußland nicht von der Wiederabtretung Veßarabiens absteht. Russische Kreise bezeichnen Gregor Stourdza als eventuellen Thronlaudidaten. Vudapest, 25. Februar. Das Unterhaus, in der Berathung der Zolloorlagen fortfahrend, genehmigte die EinHebung der Zolle in Gold und nahm bezüglich des Kaffeezulles die Regierungsvorlage mit 24 fl. an. UondsN, 25. Februar. Unterhaus. Northcote,^ klärt, die Regierung fei ohne amtliche Informs über die Friedeusbediiigungrn. Die Konferenz flnd" Baden-Baden statt; Lyons vertritt England. —Kw prinz Rudolf ist über Paris nach Wien abgereist. Konftanttnopel, 24. Februar. Der PrällM"^ Vertrag wird heute in .San Stefano unterzeichnet" ter Benennung: Frieden von Konstantinopel, s^°" wird Großfürst Nikolaus den Sultan befuchen. Wien. 25. Februar. Die „Montags-M,^ schreibt: „Der ungarische Ministerpräsident v. ^ und der Finanzminister Szcll sind heute hier eingetlosi ^ um an cincm gemeinsamen, unter dein Vorsitze ' Majestät stattfindenden Ministerrathe theilzuncy^ welcher sich mit den angesichts der äußeren S'tu^ nothwendigen Dispositionen zu beschäftigen haben lv. Insbesondere soll von dem Minister des AeujM' Kredit in der Höhe von 00 Millionen ^lden" den Delegationen angesprochen werden. Dieser^ wäre der gemeinsamen Regierung zn dem Auesc i Verfügung zu stellen, daß sie unter ihrer V^n?^ tung denselben dann zu militärischen DispoM,.^ verwenden darf, wenn die österr.-nngar. M^ auf der bevorstehenden Konferenz von Rußland ^ in jenem Umfange anerkannt worden sollten, lN chcm dieselben vom Grafen Andrassy zur O/It'"^ bracht werden. Es ist selbstverständlich, das; v"'H angesprochenen Kredit auch nicht der geringste ^, verwendet wird, bevor nicht die äußerste ^otlM' keit die Ergreifung der letzten Maßregeln ery"^ und wir betonen nachdrücklich, daß Oestc'rrcich-lul^ nur die Anfrechthaltung des Friedens, aber eines ey vollen Friedens anstrebt." ^j Berlin, 24. Februar. (Montags-Rcmlc.) ^ hiesige Kabinett wurde es nicht nngcrnc sehen, ^, Oesterreich zur Wahruug seiner Interessen aus ^ Balkan-Halbinsel noch jetzt sich des westlichen ^, derselben bis an das ägälsche Meer bemächtige»! l".^ Mall erblickt hier in cincr solchen EvenMalck" / „Compensation", sunoern ein „Gebot der 9^")^ Andere Großmächte dürften jedoch für fich dara^ Konsequenzen ziehen. « ^ Rom, 24. Februar. (N. fr. P.) Der M'^, rettet cine Allocntwn für daö nächste Lonsisww" ^. Dieselbe wird das gesammtc Programm seu^^ tung umfassen. Der Papst wird in demselben ^ storium mehrere Bischöfe und drei oder vier ^" ^ ernennen. Man nennt als Kandidaten für den ^ Hnt: Lasagua, den jetzigen Pro-StaatssetretW Ricci, den päpstlichen Ooersthofmeistcr. Telegrafischer wechsclknrs vom 25. Februar. ^, s"^ Pnpier.Rentc 62 —. - Silber-Nente 67'--^' Rente 7580,— 1860er Staats'Anlehen 110-25. — w«" M 793. — Kredil'Äcticn 28? 75», — London 11945. ^ ZM 107 35. - tt. t. Münz-Dukaten 5 64. 20-3""" 956'/,. — 100 Reichsmark 58 75. Theater. ^, / Heule (gerader Tag) bei aufgehobenem "lbonnel" ^el Vortheile dcr hiesigen freiwilligen Feuerwehr: D '«psM <^ mans. Komische Operette in 3 Acten nach -"^ M Halevy's „Rcvcillon", bearbeitet von C. Haffn" "" Genie. Musik von I. Slrausj. ^, Fran Karo line Odi als Oast^^-^ Meteorologische Beobachtungen in^Ü!^ , -j Ä n - nI 7U.MN, 756 17 ^18 Q schwach d"""' ^" 25, 2 „ N. 736 20 ^ 5 8 W. schwach U" ,„l 9 „ Ab. 736-57 ^. 24 windstill ^ ZW^'" Tagsüber trübe, regnerisch, abends Nebel. ,^^.^, ^-^ dcr Temperatur -<- 53«, um 2 7" über denl^^^^T'^' Verantwortlicher Aedacleur' Ottomar V aw>^ <5l)ls(!Il)kll(yI. Wien, 23. Februar, (l Uhr.) Hie Contremine trat heute etwas tuhner auf. ohne jedoch Erfolge zu erzielen. Die Course wichen, aber nicht um bedmtcn^^ Veld Ware Papierrente........6315 6320 Silbcrrcnte........6725 6735 Goldrcnte.........74 50 74 55 Lose. 1839........318 - 319 — „ 1854........10725 107 75 „ 1860........111 - 11125 » 1860 (Fünftel) .... 119— 119 50 . 1864........138— 13850 Ung. Priimien-Anl.....77 - 7? 25 Kredit-Ü..........161 75 162 — Nudolfs'L.........1350 14 — Präuücnünl. dcr Stadt Wicn 8625 8650 Nonau.Regulierungs.Lose . . 104— 10425 Domänen. Pfandbriefe . . . 14! — 142-— Ocsterreichifche Schahschcine . 100 — 10025 Ung. 6perz. Goldrente . . . 90 80 91 — Ung. Eisenbahn-Anl.....9850 9875 Ung. Schatzbons vom I. 1874 11025 110'75 Unlchen der Stadtgemeinde Wien in B. V......9650 97.__ GrundentlaftnngK'Vblig«ttsnen. Vöhmen.........10250 103 — «icocrösterrcich ......104— 104-50 Galizicn......... 8580 8630 Siebenbürgen....... 75 75 7625 Temcser Vanat...... 7? .^ 78 25 Ungarn.......... 77 50 78 — Uctlen von Vanlen. Anglo-üsterr. Aanl..... 97 75 98 - - Kreditanstalt ....... 231 50 231 75 Depositenbank....... ---— —-- Kreditanstalt, ungar..... 219 75 220 — Nationalbanl....... 795 — 798 — Unioilbant........ 65— 6525 Verlehrsbanl....... 97 — 98 — Wiener Bankverein..... — — — — Actien von Transport-Unterneh. mungen. G«lb Ware Nlföld.Nahn .......113— 114 — Donau.Damfpschiff..Gesellschaft 374 — 376 - Elisabcth'Westbahn.....163— 163 50 Fcrdinands'Nordbahn . . 1985-—1990 — Iranz-Ioseph.Vahn .... 12875 12925 Gelb War« Galizische Karl«Ludwig»Nahn 243 50 244 Kaschau-Oderberger Vahn . . 103 — 103 50 Lembcrg-Czernowitzer Bahn . 118— 118 50 Lloyd.Gcsellschaft......394 — 396 - Oesterr. Nordwestbahn . . . 107'.',0 108 - Nudulfs.Nahn.......115 ' 115 50 Staatsbahn........258 50 259- Südbahn.........7450 7550 Thciß-Äahn........175— 176 - Ungar.-galiz. Verbindungsbahn 94' 94 50 Ungarische Nordostbahn . . . 110 - 110 .'.0 Wiener Tramway-Gesellsch. . 118 25 118 75 Pfandbriefe. Allg.öst.Vodcnlreditanst.li.Gd.) 106 50 107-« ., „ (i.N.-P.) 89 75 90 - Nationalbant.......9835 9850 Ung. Vodcnlredit-Inst. (V.'V.) 9450 95 — Prioritsts Dbllgatisnen. Elisabcth-V. 1. Em..... 92 50 93 — Fcrd.-Nordb. in Silber . . . 105 50 106 - Franz-Joseph-Äahn .... 8720 8750 Gal. Karl'Ludwia'A.. I. Em. 101— 10150 -------------------------------------- ^. Oesterr. Vlordwcst'Vahu - ' ^> ^ ^ Sicbcnbürgcr Nahn . - - ' ,54»^ ,6 „ " Krainischc Grundentlast'"^ O" dit 231 -biS 231 25. Anglo ^ Nschtra«: Um 1 Uhr 20 Minuten notieren: Papicrrente 63-10 bis 6315. silberrente 67 30 bis 67 40. Goldrente 74 50 bis 74 60. Kre< London 11^— hi» 11830. Napslums 852'/. bis 953'/.. Silber 10? 10 bis 10720.