Ireltag dm S. März t87S. XlV. Jahrgang Die oh die wiiksamsten Mittel zum Schutze deS Notur-produkteS in der Besteueiung deS KunstivelaeS liegen. Der Vertreter deS om persönlich,» iSrschei" uen verhinderten FinanzministerS beleuchtet die Frage vom fiskaliichea Standpunkte und bemeikl. daß eine wesentliche Schädigung deS Finanz-äraris dadurch entstehen tüone, daß iu gelchlos-stnen Orten im Orie erzeugte Kunstivetn statt der eingeführten Naiurweine alS Transito-Kunst-weil» ausgesührt und die Einsuhrstkmr rückvergütet werde. Nachdem noch Kaiser bemerkte, dah eS stch nicht allein um die indirekte, sondern auch um die direkte, nämlich Erwerbsteuer handle, nahm Lerichterftatter Seid! daS Wort. Abg. Stidl wteS darauf hin, daß die Durch-sührung des Ges-tzrS vicht so schwierig je«, alS mau glaube, da eS stch ja doch nur um Verhütung eimr nicht deklarirtea Mofsenpro-duklton von Kunstn-ein handle, solche Weine aber seien nach dem Ausspruche der Sachverständigen, WeinchtM^ker wte Welnhändler, alS Machwerk erkennbar; auch milsse tu Lelracht gezogen werden, daß ja jede gröpere Kuastwein-Fubrik H lsS-aibeiler Hube, dos Trhumnth daher nie vollständig gewahrt werden könne. Ist »in WtinhLndler nur einmal wegen nicht dtkiarirler Kuvftweinelzeugung auch nur mit 10 st. gestraft, so sei er silr alle Zeiten unschädlich gk-machi; und darauf sei am melsten zu refl kliren. UebrigenS könne man ja von keinem Gesetze be-huuplen, dt,b eS alles durch doSsrlbe Verbotene auch verhüte, oder gar den Uebcrtreter der strafenden Gerechligkeit ausliefere. Dcr Mord ist verboten, aber daS Strafgesetz rveih ktin Mitlil, den Mord zu verhüten oder j.de» Mörder ausfindig zu mache». DaSstlbe gilt beim Kunstiv^n. DaS G'srtz spricht daS Verbot auS, setzt die Strafe fest, abon l" Dem Gefai'genen stand der Volle Angstschweiß auf der Stirne. Da ivurde h^tstig die Tt^ür de» Bureaus rufgertj^eN. Die gnädtge Frau Laitdräthin von Elsenling stürzte tn dab Ztmmee. Ihr volles «üSestcht ivar itichl mehr roth, aber sast bedeutlich blaß. „Ist er Nicht mehr hier?" rief sie. „Wen meilien die gnädige Frau?" „HiMtrel, er ist uicht hieil Er tvar ein Spitzbube! Der Räuber, d^r Anführer der Baude/ „Den Anführer der Bande habe» wir hier, gnädige Frau!^ versicherte der KreiSfekretlir. „Nein, nein, er ist fort. Foit mit meinen sÜltftanleno Thal.rn. Ich hatie sie so zart zu-fammei»gepackt, daS reizendes Zettelchen dabei; diefeS hat der Schurke liegen lasten, aber dafüi: ljat er sogar die silbernen Gardinenhalter mitgenommen." „Ein richtiger Dieb nimmt ?llleS mit," bemerkte der Gensdarm. „Der KreiSsekretair aber suchte seine Gebieterin zu trösten. „Gnädige Frau, dieser hier soll unS sür Alles auskommen." Die Dame sah auf den Gefangenen. Der Gtfangene hitte leinen Muth. seinen Humor und SllleS lviedcr erhallen, waS der Anblick deS polizeilichen Instruments zum Austreiben deS Lügen-gtisteS ihln genommen tiatte. Er lachte; er kaunte nicht Hafür, jp diesem A'^genblicke wahrtzustig nicht. Er mußte der Dame laut in daS Gesicht lachen. Darüber wu de die Dame wü.hcnd. „Wer ist der sreche Mensch?" rief sie. „Der Ansührer der Bande," bertchiete der KreiSjekretair. „Der Lieuleuant Fritz von Horst," sagte der Gefangene. „Noch Einer!" ricf die Dame, und sie wurde noch wütheuder. welches «rst aus tvisseuschastlichem Boden evtstau« den wäre und in die Praris übergehen und erprob! wilden sollte; nein, Fleischbrühe isj ein uraltes, längst und viel gebrauchtes Mitiel und seine guten Wirkungen sind aus tausendjähriger Ersahrunft bekunnt und erprobt. Was sich mit dem Entstel»ep der.ersten großen Fleisch-Cjtrakl-Fabrik in Frah«Dentos gegen srüher geändert Hot, ist blo». doh ttve von Liebig empsohlene eben so vortresfliche als einsache Methode in Amerika in die Praxis übergegangen ist, um die wahre und wirtliche Essenz dee Fleischbrühe herzustellen. und zwar zu Preisen, wie es aus Fleisch vom europäischen Markte unmöglich wäre. Bon diesem, seinem Standpunkte aus ist dem Verfosikt die ganze Polewik gegen da< amerikanische glelsch-iZxtrakt vom Anfang an al» absurd vorgekommen. Der Live sagt: Das Flelsch-Extrakt ist kein AohrungSmittel; denn e« entliält weder Sllbumiaate, noch Fett, noch Kohlen-Hydrate. Daß eS dies« Nahrungsstoffe enthalte, ist von Niemandem behauptet worden. Im Gegentheil von Liebigs erster Grundsatz de, Ausarbeitung der Methode zur Darstelluag deS Extrakt's war, es nicht nur frei von Eiweiß und Feit, sondern auch frei von Leim zu gewinnen, um ihm die Haltbarkeit zu sichern. Andere haben das Fleisch-Extrakt für schädlich, ja sogar für ein Vift erklärt und diese Be« hauptung machte vielfach Eiadruck. TS ist vicht zu begreifen, daß den Leuten, die sich das sagen ließen, dabei nicht sofort eiufiel, daß dieses Gift in jedem Nissen Fleisch, in jedem Teller Fleisch-suppe von jeher eathallen war. und daß fli trotzdem so alt geworden fiud; sie vergafsen ganz, daß sie diessS Gift am eigenen Leibe, an ihrem Fleische beständig mit sich herumtragen, selbst wenn sie Vegetarianer find und weder Fleisch voch Fletschsvppe essen. Diese Tiftortikel gegen das Fleisch-Ertrakt enlstanden dadurch, daß man daran ging, die durch Erfahrung feststehende gute Wirkung der Fleischbrühe wisseaschafilich und experimentell zu b'gründen. So hat z. V. Kem» merich, gestützt auf die von den Phyfiologen schon früher beobachiete Wirkung der Kalisalze, darauf aufmerksam gemacht, daß ouch baS im Fleisch-Extrakt knihaltene Kali wichtige allgemeine Wirkungen veranlasse, daß es die Nerven und Mus-kein erregbarer mache und eine Beschlrunignvg des Herzschlages lzervorrufe; ja Kemmerich z»igie sogar, daß man Thlere durch sehr große Gaden von Fleilch-Erlraki, wie sie verhSltnlbmäßig »in Mensch freiwillig nie nehmen »vürde, tödteu könne. Dieser Schoden des Fleisch-ELtraktes isl aber Nicht auders auszusassen, als der eines jtden ^Mensch," btmerkte mit amtlichem Ernste der KielSsekletoir, ^ich hatte Ihm die Pri»ttel zu-geschworen, wenn Er den Namen wieder in den Mund nehme, und meiutN Schwur muß ich hatten." Aber hinter der gnädigen Frau war noch Jemand in die Stube getreten. Fräulein Luzina hotte die erboste Mutter wohl nicht verlassen wollen. Schüchtern genug war sie ihr gefolgt. Entschieden, fast eifrig, trat sie jetzt vor. ..Nicht doch, wein Herr/ sagte sie zu dem Krlissrkletair. „Mutier," fuhr sie zuder gnädigeu Frau fort, „Dieser gleicht dem Portrait Deiner Jugendfreundin, das in Deinem Zimmer hängt." „Hier lügt Alles l riif die Mmter. „lind seine Hiebe soll er haben," rles der Kreislrtretajr, der nun einmal ein überzeugter Anhänger deS PrügelsysiemS zu sein schieo. Dem jungen Gefangenen aber trat bei der Drohung der Schweiß oichl wieder avf die StitN; er warf einen Blick der Dankbarkeit, der Freude, deS Entzückens — es war wohl voch Ntehr darin — ans daS schöne, junge, in ihrem Eifei hocherrölhent'e Sie sah den Blick. Ihr Gesicht ttlühi'. Sie ivollie beschämt zurücktreten. (Schluß folgt.) UebermasieS, tvie mau ftb auch mit Fleisch, Vrod oder Bier schaden kann. Daß ma» Fleisch» Extrakt täglich und ziemlich viel und lange hinter einander nicht uur ungestraft, soadern sogar mii großem Behagen und Nutzen verzehren kann, haben die betar»nten !ltjt, wie in unserer Quelle näher mitgclheilt ist. Bei den Experimenten über die tödlliche Wirkung großer Menge von Fleisch-Ertrakt an Thleren, tvelche wesentlich dem Kal'gehalt deS Extraktes zugeschrieben werden muß, hat man Von Anfang an eiaen Umstand ganz außer Achl gelassen, der aber nothweadig in Betracht gkzo» gen werden mußte, wenn mau die Wirkung auch nur entfernt mit dem Genuß von Fleischbrühe r« Beziehung dringen wollte, nämlich den Umstand, daß die Wirkung der Kalisalze auffallend gemildert wird, soball» ihnen eine üqi»ivalente Mkng^ Natronsalze beigemengt wird. Sollse vitlleicht auch dor«n einer der Gründe liegen, weShalb unseit Instinkt, unser Geschmack stets «inen vicht unbeträchtlichen gusatz voa Kochsalz ^Ehlornatrium) so gebieterisch verlangt, bis uns erne Fleischbrühe mundet? Es bleibt in diesen Dingen überhaupt aoch unendlich viel zu erforschen. Jur Hefchichte des Hages. Die Freisprechung Ofenheims beherrscht noch immer die Oeffentlichkeit. Halten wir Umschau iu Presse und Publikum, so dürfen wir Mit gerechtem Stolz behaupten, daß in sittlich-sozialer Veurtheilung des Falles die Provinz himmelhoch über die Hauptstadt d's Reiches sich erhebt. Das neue ungarische Mini-sterium sucht offenbar Mittel, sich im Lande beliebt zu wachen. Die Kündigung des Zoll» und HandelSdündnlsseS mit O'sterreich soll rasch erfolgen und will man in ündapest namenilich den Punkt des ZallvertrageS abänderr,, welcher sich auf die VerzehrungSsteuer bezieht. D'e Erörterung der Bankfrage wird gleichfalls auf die Tagesord» nung gesetzt. Die preußische Regierung ist entschlossen, wegen der päpstlichen Bulle von» ü. Februar zu einem kräftigen Schlag auszuholen. Die Bischöfe sollen grfragt werden, ob sie die Oberherrlichkeit des Staates anerkennen und halte dann eine Verneinende oder ausweichende Antivori den Wegsoll 0er StaaiSdotation zur Folge. Der amillche Berkehr der ivlfchöfe mit Rom wiro einer strengen Aufsicht des Staates unterworfen. Sämmt-lichen Staatsbeamten katholischen B.kenntniss^s 'lird die Frage vorgelegt, od sie die vom Papste für ungiltig erkläitea Gesetze halten und Voll-ziehen wollen und soll voa der Antwort die Foltdauer des DiensteS abhängen. Marburger Berichte. Sitzung des Gemeinderathe» vom 27. Februar. (Schluß.) Herr Ludwig Bitterl voa Teffenberg erstattet Bericht über den Be'tragsentwurs bezüglich der Ueberlaffnng der Grundtheile zur Verlängerung der Bürgerstroße gegen die Pulverthurm-Straße. Die Rechlsjektion beantragt, aus Grund der ursprünglich mit Herrn Franz GoUob und dem Konsoitium Vadl»Perko getioffenenBereinbarungeu wird der Herr Bürgermeister ermächtigt, den Verlrag abzuschließen, welcher dem Gemeiaderath zur Gemehmigung vorgelegt werden soll. Der Herr Bürgermeister bringt zur Kennt-niß, daß die Arbeiten wieder beginnen, sobald eS die Witterung erlaubt. Herr Max Baron Rast befürwortet den Antrag der Sektion, welcher zum Beschluß erhoben wird. Herr Ludwig Bitterl von Tess?nberg erstattet ferver Bericht über den Ausgleich mit Herrn Karl Reuter hinfichtltch der Ansprüche aus Mehrver» gütung für Eiseuwaaren, welche zum Baue ber Oder-Realschule geliesert wordev. Diese Mehrsor-derung betraf ursprünglich 1ö33 fl. 4ü kr. Nach dem Berglkiche, ber vorläufig vereinbart worden, zahlt die G/m»inde 660 fl. 66 kr.; der Kläger verzichtet aus jed,o werteren Anspruch, jeder Theil Hol,orirt seinen RechtSfreund selbst und trägt jeder zur Hülste die bisherigen Kosten deS Schiedsgerichtes. Die Sektion beantragt Genehmigung. Der Herr Bürgermeister hebt in seiner Rede hervor, daß Herr Karl Reuter eiozelne M«hr^ leistungen gemacht. Die E.senpreise seien um 20 biS 25 Perzent gestiegen und sei in Berücksichtung zu ziehen, loas in ähnlichen Fällen Anderen ge« genüder geschehen. ES liege im Interesse der Ge^ meinde, diesen Vergleich zu genehmigen. Herr Johann Sirstmayr erklärt: der srühere Gemeinderath sei zur K'nntniß gelangt, daß Herr Karl Reuter nicht einverstanden gewesen mit der Verlängerung der Bauzeit, die um ein Jahr sich hiriausgezogen und habe in Folge dessen der Ve-meinderath den Beschluß gefaßt, in einen Bergltich einzutreten. Der Herr Bürgermeister bezeichnet die Bemerkungen dtzs Vorredners als vollkomnien richtig. Die übrigen Bauunternehmer seien mit der Sistlrung des Baues und mtt den früher angegebenen Preisen einverstanden gewesen — ausgenommen die Herren Reuter und Fetz. Mit Herrn Fetz sei diesbezüglich ein Uebereinkommen bereits getroffen worden. Der Gemeinde'ath habe die Srstirung verfügt und verfügen müssen. ÄS liege «lier gewissermaßen ein Verschulden der Gemeinde vor und müsse deßhalb die Erhöhung der Eisen-preise berückltchtigt werden. Herr Marco bespricht die Folgen für die Gemeiade, fallS der Rechtsweg fortgesetzt würde. Es sei allerdings die Möglichkeit vorhanden, daß wir bei kontradiktorischem Verfahren gewinnen, aber der Nutzen würde durch die Kosten aufgewogen. Venn H.rr Karl Reuter auch im Rechtsweg Nichts zu forder« Hütte, so verlangte eS doch die Billig-kelt, die Erhöhung der Eisenpreise »ach erfolgter Slstiruug als eine thatsächliche Mehrleistung anzusehen. Den ersten Ansprüchen des Klägers ge» genübel sei der Btrgleich annehmbar. Herr David Hartman» will zwar nicht gegen den Aalrag der Sektion stimmen, aber die Herren sollen doch Nicht glauben, daß Herr Reuter deß-l»alb Geld verloren, weil die ttrbeitSzeit sich hin-auegezogen. Der Kläger habe wegen dieser Verzögerung keinen Anspruch, er hätte ja das Etsen srilher bestellen können. Der Herr Bürgermeister entgegnet, daß Herr Reuter Mehr Eisen geliefert, als ursprünglich ver« anschlagt ivordev. Herr F rdtuand Baron Rast unterstützt den Aatrog dir Sektion und erinnert an daS Sprüch« Wort: Ein magkrer Vergleich ist besser, als ein selter Prozeß. Die Proz<ßtosten würden ficher beinahe so viel betragen, atS die Summe ausmacht, welche die Gemeinde Herrn Reuier geblN soll. Herr Marco »vendet sich gegen Herrn Hart-mal»n und betont, daß die Gemeiade dadurch, daß sie nicht innerhalb der bestimmten Zeit den Bau ausgeführt, im Verschulden bleibe. Der Sek-tionSantrag wird zum Beschluß erhoben. Herr Max Baron Rast enthalt sich der Abstimmung und ersucht, dies im Protokolle aus-drülktich beizufügen. Der Stadtschulrath beantragt, für Lehrlinge einen Fortbildungskurs zu gründen. Der Berichl-erstatter Herr Direktor Gutscher eiiunert, daß Herr Simou Wolf voriges Jahr im Gemeinde-rath den Aatrag gestellt, die Sonntagsschule für Lehrlinge wieder einzuführen. Der Stadlschulrath habe sich eingehend Mit dieser Frage beschasttgt, könne jedoch der Soni^tagsschule, ivie sie früher bestanden, nicht das Wort reden, weil nach Ak-tivirung deS neuen VolksschulgesetzeS durch eine Ministerialverordnung vom 12. Februar 1860 versügt worden, daß mit dem Schlüsse des Schul» jah es 1870/71 die SonutagSschnlen aufhören rrlüssen. Fachschulen, so wünschenSwerlh sie auch seier», könn'n noch nicht errichtet werden, weil die Lehrlinge den Bestimmungen deS Gesetzes (achijShriger Schulbesuch) otcht genügt habm, also die vöthigm Borteuntnifse nicht mitbringen. Größer sei da« Bedürsntß, daß jeueS Wissen, welches diese ltnabeu in der Voltsschule sich angeeignet, ergänzt werde. Vor der Hand sei also nur eia sogenannter Fortbildungskurs zu errichten uad dafür zu sorgen, daß daS mitgebrachte Wissen nicht vollkommen velgefsen, daß es auch «rgäozt werde. Die S»ttlov Hab« die Notliwer»digkeil eines Fortbildungskurses anerkannt ; leider habe die Gemeinde kein Mittel, die Meister gesetzlich zu ztoinM, daß sie ihre Lehrlinge ia den Fort-dtidungSkurs bringen; eS häng? nur vom freien Willen der ersteren ab. Stadtjchnlratl» und Sektion tiuldigen der Ansicht, d e Gemeinde könne die Meister nur moralisch verpflichten, daß dirse ihre Jungm am fragtichen LehrkU'se theilnehmen lassen. Der Bürgermeister möge beanstragt wer-d'N. die Meister vorznrus'n, dieselben von der Vtothrvendi^^teit und Nützlichkeit der Sache zu überzeugen und durch Hanoschtag oder Unterschrist stch verpflichten zu lassen. Zu einem solchen Fort-btlbungöturS habe die Gemeinde die Mittel; eine Remuneration für die Lehrer genüge, die Beheizung und Beleuchtung verursachen auch keine großen Auslagen. DteKosten würden tn der ersten geil vielleicht nur 2VV fl. betragen, später etivas wehr. Notl»tvendig ober sei eS, daß eine bestimmte Zahl der Lehrlinge festgesetzt werde; sollS mindestens zivavztg Schüler stch melden, sollten die Mittel von der Gemeinde bewilligt werden. Der Vemeiuderath möge die Nothwenoigkeit eines solchen Fortbildungskurses ane'^kevnea und stch vorläufig nur üt?er diesen Punkt aussprechen; bejah'noen Falls soll der Stadtschulrath eine Borlage machen, wie der t^urs liagertchtet, welche Rlmuueration gegeben werden soll u. s. w. Herr Max Baron Rast bedauert, daß Lehrlinge zum Besuch eines solchen Kurses nicht ge> uöthigt tverden köaneu; das Gesetz habe nich! voi^gesorgt. So iange nicht ein Gewerbegesetz ge-schaffen werde, welches die Lehrherren zwingt, se jedeie Kreuzer sür einen Fortbildungskurs nur hittauSgeworseneS Geld. E» sei traurig, aber doch wahr, daß ia dieser Beziehung nur Zwang helfen könne; mit dem Handschlag allein werde man die Lchrjungen nicht ia die Schule bringen. Die Kosten würden stch auf 400, auf 500 fl. und noch höher belaufen. Wenn eine Miotmalziffer festgesetzt werde, so möge man beschließen, daß fünfzig bis sechzig Lehrlinge angemeldet werden, damit man wenigstens dt» Kosten hcreiabringrn könne. Der Revner beantragt, dieses Geichäsisstück für so lange von der Tagksordnung abzuietzcn, biS nicht ein genauer Boranschlag der Kost-u vorgelegt und das Gelverbegesetz vom RetchSrath Uiigenommen worder». Herr Johann Girstmayer spricht gegen die Errichtung diese Stadttzemeinde Hude in Betieff der Schule so Großartiges geleistet und sotche Opfer gedralvt, daß man lyr nicht zumuthen könne, eine neue Last zu üliernehme». Unter Herrn Tkippetr»er habe für dte Lehrlittge etivaS geschehen müssen, wie aber sei dciS Resultat geivesen V Gin jäwmer, lichrS l Eioige Meister haben gar nichts von der Schule wissen wollen; andere haben zwar ihre Lehrknaben angemeldet, diese seien aber entweder zar nicht gekommen oder bald wieder weggtblteben. Damals habe man kein praktisches Resultat erzielt und auch heute wäre es nicht besser. Schade für jeden Kreuzer, der hergegeben würde für eine Suche, die praktisch gar keinen Werth habe. Er stimme sür den Antrag des Herr Mai Baron Rast. Herr Direktor P.rko beantragt, die Frage so lange zu vertagen, bis die Bolksschnle in der Weise geregelt worden, wie das Gesetz vorschreibt. Erst nach strenger Durchführung der gesetzliche» Bestimmungen könne vom praktischen Nutzen eines solchen Fortbildungskurses die Rede sein. Herr Professor Schaller wünscht die Vrrlch» tuug des Kurses, und soll wenigstens ein Versuch gemacht tverd,n, daS Wissen, welches die Volks-schule den LehrliNtien beigebracht, zu erweitern, die Bildung derselben zu sört'era. Etwas könne man thuu und seien ja die Kosten gering. Zwei Stunden Abends unter der Woche und drei Stunden Sonntags genügen und soll der Unterricht in der deutschen Sprache, Aussatzlehre, Rechnen, Zeichnen, im Wichtigsten aus der geometrischen Anschauungslehre erthr,lt werden. Und dies soll praktisch nicht durchführbar sein, solange nicht eta Gesetz die Betresscndin zwinge? Schw.r werde es allerdings gehen, diesen Kurs ins Leben zu rufen, weil die wenigsten Meister ihr? Lehrjungen schicken und die wenigsten Lehrjungen kommen tverden; allen wenn der Herr Bürger-Meister es versuche, so werde eS vielleicht doch möglich sein. Man wazie d^n Versuch, wenigstens aus «in Jahr. Der Redner veranschlagt die Remuneration sür die Lehrer aus 210 fl. AlS Lok«»! stehe eine Klasse der Volksschule zur Bersügung. Die Kosten sür Beheizung nud Beleuchtung im Winter seieu auch »icht bedeutend. Uad wissen w>r denn, ob die Gemeinde dadurch nicht etwaS Gutes schafft und ob sich nicht zwanzig L-Hrlinge fiuden ? Herr Dir. Gutscher vertheidigt den Antrag des Stadtschulrathrs. Dieser habe jene Lehrknaben tM Auge gehabt, welche die Volksschule entweder nicht vollständig besucht oder vom Lande herein-! gekommen, tvo sie keinen Unterricht genossen.! Unter Herrn Tappeiner seien die Meister bereit gewesen, ihre Leljrjungen in die Schule zu schicken; diese freilich seien nicht gekommen, allein gebe es kein Mittel die Knaben zu zwingen, dohin zu gehen, wohin der Meister zu gehen befiehlt? Vom gnten Willen der Jungen allein werde doch Niemand den Besuch der Schule ab-tzängea lass.n si Die Vertagung, biS das neue Gewerbegesktz geschaffen worden, empfehle sich Vicht. Wissen «vir oe-'N, ob dieses Gesetz eine solche Bestimmung enthalte, weiche den Zvang ausspricht, oder ob nur eigentiiche Gewerdeschn-len tnS Leben gerufen werden? ES sei von Wichtigkeit, daß etwaS geschehe und werde ein gutes Beispiel ge'viß auch ziehen. Die Lehrer seien für den Fortbildungskurs so eingenommen, 0aß ste erklärt haben, falls die GeMktnde dte Kosten nicht übernehme, den Unterricht nnentgelt-lich ertheilen zu wollen. Für jede Leistung, namentlich aber für eine so wohlthätige müsse man ader auch zu einer Gegenietstung stch entschließen und werde sich 0i« Gemeinde doch nicht durch die Lelzre betchämen lassen. Schließlich bekämpft der Redner den Vertagilngsantrag. Herr Dr. Duchatsch betont, daß diese Angelegenheit durch einen Gewerbsmann angeregt worden, von welchem vorauStiesetzr iverden müsse, daß er seine Berussgenassen kevne. Diese Aure-gung have deu fraglichen Vorschtag zur Folge grhabt. Herr Dr. Duchatsch besürwortrt die Vertagung,, biS das neue G^werbegtsetz geschaffen worden. Mit sünfzehk, Stimmen gegen elf wird dieser Antrag zum Beschluß erhoben. Die Spalkd und wobei jedes Los mit »mindestens fl. 30 gezogen werden muh, oertuufe ich im Originale genau nach dkM TagcScours?, ferner auf Raten zu dem Preise von nur fi. 22, zahlbar in 11 monatlichen Ratm ^ 2 fl. l77) »I. voll Weinstein, Hadern, Messing, Kupfer, Zinn. Elsen, Blri, Kalb- u. Schafftllcn, Roß-, Ochsen-u. Schiveinhaaren, Scht»f>voUe, allen Gatlung?n Rauhlvaaren, Knochen, Klauen nebst allen an^ deren Landesprodukten. von ungarischen Bettfedern, Flaumen und gesponnenem Roßhaar zu dm billigsten Preisen. «j. 8l:Iilv!jinK;«i', l4V)_Marburg, Burgplatz Ergeben st Gefertigter erlaubt sich einem ^.'k. Publikum die höfliche Anzeige zu machen, daß er die Bierhalle und ReftaurationS-lokalitaten des Herrn Th. Götz. Grazer- vorstadt, Teqetthoffstrnße Nr 3, übernommen und dieselben Montag den 1. März eröffnet hat. 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