Bezugspreise Für Vsterreich-Ungarn ganzjährig K 4- — halbjährig K 2- — Für Amerika: ganzjährig D. I 25 Für das übrige Ausland ganzjährig K 5-20 Briefe ohne Unterschrift werden nicht berücksichtigt, Manuskripte nicht zurück» gesendet. Erscheint mit einer illustrierten Beilage „Wandermappe" am 4. und 19. eines jeden Monates. Bestellungen übernimmt die Werwaktung des Hottscheer Boten in Gottschee Nr. 121. Berichte sind zu senden an die Schriftleitung des Gottscheer Molen in Gottschee. Anzeigen (Inserate) »f werden nach Tarif berechnet und von der 33er-waltung des Blattes »r-übernommen. Die „Wandermappe" ist nur als Beilage des Gott-scheer Boten erhältlich. » ™ fl Postsparkassen-Konto jO Nr. 842.285. »3 Mr. 1. Oottschee, am 4. Jänner 1913. Jahrgang X. ’S Des „Doten" Jubiläum. Er hat's erreicht, das zehnte Jahr seines Bestandes, erreicht trotz aller Schwierigkeiten und Hindernisse, die ihm auf seiner neunjährigen Wanderschaft in den Weg kamen. Bescheiden war des „Boten" Beginnen, schüchtern sein erstes Auftreten, trüb der Ausblick in die nahe und ferne Zukunft. „Wie wird es ihm ergehen? Welche Aufnahme wird er finden? Wird das Unternehmen gelingen?" So fragte man sich, als er das erstemal in die Welt hinausgeschickt wurde. Und heute kann man sagen: Gott sei Dank! Es ist ihm gelungen! Er hat einen guten Kampf gekämpft! Er hat seine Schuldigkeit getan. Er kann heuer getrost sein zehnjähriges Jubiläum feiern. Es war im November des Jahres 1903, als die Wogen der „Los von Rom"-Strömung besonders hoch gingen und große Verwirrung unter den Geistern anzurichten drohten, da versammelten sich einige wohlgesinnte Getreue im städtischen Pfarrhofe, um darüber zu bereiten und schlüssig zu werden, wie der protestantisierenden Bewegung im Ländchen am wirksamsten eutgegenzutreten wäre. Ohne lange Wechselrede wurde die Herausgabe eines heimatlichen Blattes in Gottschee auf streng katholischer Grundlage beschlossen und dessen Erscheinen für Neujahr 1904 in Aussicht genommen. Kaum war die Kunde von der Gründung eines neuen Blattes in die Öffentlichkeit gedrungen, als auch schon die Radikalen sich arg betroffen fühlten und ganz entsetzt sich fragten, was nun zu tun sei, um Gottschee vor der „klerikalen" Gefahr zu retten. Sofort sandten sie eine Abordnung nach Laibach, um sich bei den dortigen Gesinnungsgenossen über die gegen den frechen Eindringling zu ergreifenden Maßregeln Rats zu erholen. Die Laibacher waren aber gescheiter als die Gottscheer Radikalen und sagten diesen: „Was kann das Blatt schaden? Soll's erscheinen! Wenn es nur deutsch sein wird!" Und deutsch ist der „Bote" immer gewesen und wird es immer sein, schon mit Rücksicht auf den Leserkreis, für den er bestimmt ist. Sein Entstehen verdankt demnach unser Blatt der „Los von Rom"-Bewegung, und gerade diese Bewegung war es auch, der es in den ersten Jahren seines Bestandes eine besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden bemüssigt war. Wenn die Abfallsbewegung trotz der Sendlinge, die von auswärts (Graz) ins Ländchen kamen, dasselbe nach allen Richtungen bereisten, protestantische Blätter unter dem Volke verteilten, in öffentlichen und geheimen Zusammenkünften zum Abfall reizten und Abfallsgelder anboten, wenn trotz dieser Wühlarbeit die „Los von Rom"-Bewegung in Gottschee keinen besonderen Schaden angerichtet hat, sondern bald abflaute und heute sozusagen zum Stillstand gebracht ist, so ist dies nicht zuletzt das Verdienst des „Boten", der durch seine zielbewußte Aufklärungsarbeit und sein unerschrockenes Auftreten nicht wenig zur Beruhigung der Gemüter beigetragen hat. Wie es bei der Gründung des Gottscheer Bauernbundes Mging, dürfte den Lesern noch in Erinnerung sein. Der Terrorismus, mit dem die Gegner, unter denen sich auch der protestantische Pastor aus Laibach beigeselll hatte, die Gründung dieses Vereins zu hinter- »Sä treiben gesucht hatten, wurde im „Boten" gehörig beleuchtet und gebrandmarkt, wie er sich überhaupt des jungen Vereins stets warm annahm und dessen Bestrebungen jederzeit das richtige Verständnis entgegenbrachte. — Den bald darauf ins Leben getretenen B er-ständigungsausschuß begrüßte der „Bote" mit Freuden und unterstützte dessen wohlgemeinte Tendenzen aufs kräftigste, weil er der Ansicht ist, daß durch einmütiges, kluges Vorgehen mehr erreicht wird als durch Zersplitterung der Kräfte und gegenseitige Verhetzung. Es kam die leidige Kopitar-Affäre, die ganz unnotwendigerweise Verbitterung und Haß in die Bevölkerung trug, friedlich nebeneinander lebende Nachbarn entzweite und bald halb Gottschee in Aufruhr gebracht hätte. Daß sich der „Bote" in dieser nationalen Bewegung auf die Seite seiner deutschen Landsleute stellte, ist selbstverständlich. Wie früher die konfessionelle, so verurteilte er jetzt die nationale Verhetzung. In Sachen der Marianischen Kongregationen vertritt der „Bote" den Standpunkt, daß eine Vereinigung, die an anderen Mittelschulen gestattet ist, auch in Gottschee nicht verboten sein kann, und daß das, was an anderen Schulen der Jugenderziehung nicht schadet, am Gottscheer Gymnasium gewisser Verhältnisse wegen nur nützen kann, deshalb hat er die Marianischen Kongregationen, deren Rechte und Mitglieder stets in Schutz genommen und wird es auch fernerhin tun. Warum will man den Kindern den Zutritt zur Mutter, die Verehrung der Mutter verwehren? So ist also der „Gottscheer Bote" seinem in der ersten Nummer aufgestellten Wahlspruch „Für Gott, Kaiser und Vaterland" bis heute treu geblieben, hat ihn auf seiner bisherigen Wanderschaft wie einen glänzenden Leitstern stets vor Augen gehalten und wird sich auch in Zukunft von ihm leiten lassen. Wenn es auch manchmal einen harten Kampf kostete, es war doch ein edler Streit, ein Kampf für die zeitlichen und ewigen Güter unseres guten, braven Gottscheervolkes. Und dieser Gedanke ist es gerade, der dem Jubiläum des „Boten" eine besondere Weihe verleiht. Drum, Freunde, schart euch um sein Banner, Das hoch er hält im edlen Streit; Bleibt treu und werbet neue Freunde, Die froh ihm geben das Geleit. Heil dem österreichischen Staatsgedanken! Ein ernstes, schweres Jahr liegt hinter uns: Waffengetöse, blutiges Ringen, leichenbesäte Schlachtfelder, Seuche und Tod auf dem Balkan, im zitternden Europa überall die beklemmende Angst, daß der grause Kriegsbrand verheerend auch auf die anderen Länder hinübergreifen könnte. Sorgenvoll blickten insbesondere Österreichs Völker zu den sich ballenden schwarzen Wetterwolken empor, die seit Monaten unseren politischen Reichshorizont umfinsterten und umdräuten. Schon schien die Gefahr eines europäischen Krieges fast unvermeidlich, als die Botschasterkonferenz w London mn J). Dezember v. I. in der albanischen Frage Überraschend schnell eine Formel fand, der alle Großmächte — auch Rußland — chre Zustimmung gaben. Damit wurde wenige Tage vor dem hochheiligen Weihnachtsfeste, jenem hehren Feste, das allen Menschen den Frieden verkündet, die eines guten Willens sind, den Völkern Europas eine hocherfreuliche Friedensbotschaft zuteil; die Rettung des Friedens unter den Großmächten war das Londoner Chnstgefchenk. Hoffentlich tritt nicht nachträglich wieder eine neuerliche Trübung ein. So mancher war übrigens dafür, daß jetzt schon voller Emst gemacht werde, damit man für lange Zeit von der Wiederkehr solcher Krisen befreit würde. Deshalb wurde das frischgeschliffene, kampfbereite Schwert auch nur mit einem gewissen Mißmute in die Scheide zurückgestoßeii. Österreich konnte mit der Lösung mfoserne zufrieden sein, als sein Programm in Albanien durchgesetzt wurde und Rußland und Serbien zurückwichen und den ursprünglichen Widerstand dagegen aufqaben. Die Geschlossenheit des Dreibundes und die drohende Gefahr in Ostasien hatten es Rußland jedenfalls tätlich erscheinen lassen sich in Europa nicht in kriegerische Verwicklungen einzulassen. Auch'stand ja das Streitobjekt schließlich doch in keinem Verhältnisse zu den Schrecknissen eines Weltbrandes. Schade imr, daß bet uns in der Prohaska-Affäre eine minder glückliche Hand gezeigt wurde Möchte es der Geschicklichkeit unserer Staatsmänner gelingen, die Wiederkehr solcher Krisen, 'die mit unendlich schweren Verlusten für Österreich verbunden sind, nunmehr auf längere Zeit zu verhüttn. Erhebend und erfreuend war es, daß in den Tagen der Gefahr die Treue und Liebe zu Kaiser und Reich überall in ungezählten Kundgebungen in so schöner, eindrucksvoller Weise zum Ausdrucke gebracht wurde. Der Präsident der Wiener Handelskammer hat gewiß allen treuen Österreichern aus dem Herzen gesprochen, als er kürzlich ausführte: „. . . Ein anderes Moment, welches uns Selbstvertrauen einstigsten kann, ist, daß stch gerade in dem Zeitpunkte der Gefahr der während der sonstigen Tagesstreitigkeiten an-scheinend öfter verloren gehende Gemeinsinn der österreichischen Völker gezeigt hat, und zwar in beiden Staaten der Monarchie, in ihren inneren Verhältnissen sowohl wie in ihrem Verhältnis zueinander. Allen anderen voran haben die Deutschösterreicher sich in diesen ernsten Zeiten einmütig als Träger des Staatsgedankens bekannt und haben durch die Kundgebungen ihrer politischen Führer auch bei den anderen Nationen des Vaterlandes ein Echo erweckt. Wenn gewisse Gruppen einzelner nationaler Parteien abseits stehen und stch in Absonderlichkeiten gefallen, so wissen wir hier alle, daß der gesunde Sinn der österreichischen Völker mit diesen vereinzelten Erscheinungen nichts zu tun hat. Bedauerlich ist nur, daß das weniger orientierte und manchmal übelwollende Ausland zu Rückschlüssen verleitet wird, die den tatsächlichen Verhältnissen vollauf widersprechen." ^ „ . . Im Novemberheft der „Sozialistischen Monatshefte erdrei-stete sich ein Führer der österreichischen Sozialdemokratie zu behaupten, es gebe kein österreichisches Gefühl, keine österreichische Empfindung, keinen österreichischen Gedanken; von österreichischen Wünschen zu reden, sei Wahnwitz! Wem steigt, wenn er so etwas liest, nicht die Zornesröte auf! Kein Wunder, daß die Empörung und' Entrüstung gegen die vaterlandsfeindliche Haltung, der Sozialdemokratie eine allgemeine wurde. Im Grunde denken ja auch selbst die sozialdemokratischen Arbeiterkreise vielfach patriotischer als ihre Führer. Der überall aufflammende Patriotismus der österreichischen Bevölkerung ohne Unterschied der Partei hatte auch den schönen Erfolg, daß selbst die Führer der Sozialdemokraten, die früher nicht müde wurden, gegen das eigene Vaterland zu schüren und zu hetzen, unter dem Drucke der Volksstimmung, wenn auch mit saurer Miene, umstecken mußten. , , Öfters ist es schon als ein Grundfehler des Österreichers beklagt worden, daß ihm das Staalsinteresse mangle. Nun, in der Stunde der Gefahr hat es sich wieder einmal gezeigt, daß Österreich und Österreicher keine toten Begriffe, kein leerer Schall sind, es hat sich gezeigt, daß österreichische Vaterlandsliebe und österreichisches VolkKbewußtsein noch lebendig und kräftig sind in den Herzen aller treuen Österreicher. Möchte doch das österreichische Vaterlands-gefühl unter fortdauernder treuer Pflege eine stets fortschreitende Vertiefung erfahren! Das soziale Problem in Amerika. Am 4 März 1913 wird der neugewählte demokratische Präsident Woodrow Wilson in das weiße HanS zu Washington ein-ziehen und gleichzeitig einen Kongreß an seiner L-eite haben, besfen Mehrheit in beiden Häusern demokratisch ist. Der neue Präsident der Vereinigten Staaten gab unmittelbar nach seiner Wahl Erklärungen ab über sein Programm. Er sagte, der Sieg der demokratischen Partei, die ihn zu ihrem Fahnenträger gewählt habe, ent preche dem tiefsten Bedürfnisse deö amerikanischen Volksempfindens, das den Wunsch habe, sich von der Tyrannei der Trusts zu befreien. Es handle sich darum, die Vereinigten Staaten aus der eisernen Umklammerung der Trusts loszumachen, weshalb auch An-bernngen be§ Zolltarife^ notivenbig feien. Tiefe bnrften, wie QBilfou dann bei einer anderen Gelegenheit heroorhoü, allerdings nur vorsichtig vorgenommen werden, weil sonst die geschäftliche ,L.ätigkeit dadurch gestört werden würde. Die Trusts werden jedenfalls allen ihren mächtigen Geldeinfinß daran setzen, daß Wilsons Programm nur in möglichst bescheidenem Rahmen zur Durchführung gelange. Eine Reform ist aber schon ans dem Grunde tatsächlich notwendig, weil die Lebenshaltung in Amerika zu kostspielig geworden ist und ernste Störungen seitens der arbeitenden Klassen zu befürchten stehen, wenn nicht wenigstens etwas Abhilfe geschaffen wird. Wie stark sich nunmehr die sozialistische Bewegung in Amerika geltend macht, welche Schärfe der Gegensatz zwischen reich und arm dortselbst bereits erhalten hat, das schildert in lebhaften Farben em Aufsatz der „Kölnischen Volkszeitung" (vom 13. Oktober 1912), den wir weil er für unsere Landsleute in Amerika und in der Heimat nicht ohne Interesse ist, seinem wesentlichen Inhalte nach hiemlt zur Kenntnis bringen. ^ , „ , , , Jetzt pocht, schreibt die „Kölnische Bolkszeitung auch das sozialistische Problem — oder sagen wir das soziale-an die Pforten des amerikanischen Staatswesens. Der Grund liegt darin, daß durch die starke Einwanderung die Macht der „Industriekapitäne" wie überhaupt der Arbeitgeber über die Arbeiter großer geworden ist. Das starke Angebot von Arbeitskräften hat dazu gemhrt, die Arbeiter stärker zu bedrücken, und wenn auch die Löhne mch gefallen sind, so ist durch die Verteuerung der Lebenshaltung doch eine Ber chlechterung der Existenzbedingungen für den Arbeiter em-qetreten. Es ist kaum zu glauben, wie die Lebensmittel und alle Gebrauchsaeaenstänbe in ben letzten zehn Jahren im Preise gelegen sind, und wenn es auch zum großen Teil auf Rechnung der ganz maßlosen Hochschutzzollpolitik des Payne-Aldrich-Tarifes zu ,etz n ist, so ist das doch nicht die alleinige Ursache. Wenn man bedenkt, daß auf der anderen Seite die Löhne, wenigstens m den Betrieben, wo vorzugsweise Ausländer beschäftigt werden, nicht gestiegen swo, so ergibt sich alles übrige von selbst. „ ,t Ausschließlich mit eingewanderten Arbeitern, nämlich mu Italienern, Syrern und russischen Inden, arbeitet die America Woollen Co., welche die „Kontrolle" über 30 der größten Woll und Kammgarnspinnereien in Neu-England hat. Sie beute ih Leute, Spinner und Weber, sowie besonders auch deren Km e, geradezu schamloser Weise aus —- das ist das Urteil der 9ela Presse, auch der „kapitalistischen". So haben sich dte W schließlich der ziemlich radikalen Arbeiterorganisation ^ndustria Workers of the World angeschlossen, und zwei Italiener, Ettor und Giovanitti, zu ihren Führern gewählt. Diese beiden sitzen av schon fünf Monate in Haft und die Arbeiter demonstrieren dagege« siier- sind, :rrei« erzen luds- tenbe Prä-i ein« »essen 'ib ent , Ec-iemo= habe, beug, s zu s her I tn« Sitfon vor-igkeit allen :amm ange. mbig, ; uni) tchen, iterifn ) arm :n ein , ben eirnat siemit i bas x — i liegt astrie-gößer führt, nicht , boch r ein« b alle liegen ganz setzen Henkt, neben, \ sind, h mit lericnu Woll- t ihre >er, m samten rbeiter ustrial Ettore n aber agegetl durch Umzüge mit roten Fahnen, Bei denen auch revolutionäre Brandreden gehalten wurden. Da schritt die Polizei ein und besonders in der Stadt Lawrence, dem Mittelpunkt der Woll- und Textilindustrie, kam es zu blutigen Kämpfen zwischen Arbeitern und Polizei, Bei denen es auf beiden Seiten, besonders aber bei den Arbeitern, zahlreiche Verwundete gab. In der Eisen- und Stahlindustrie von Pennsylvania ist es nicht viel besser. Auch hier werden die Arbeiter sehr gedrückt, während die Riesenvermögen der Unternehmer progressiv wachsen. So ist es kein Wunder, daß dort die Sozialdemokratie immer noch zunimmt, ebenso in New Port. Noch vor zehn Jahren konnten die Sozialdemokraten in dieser 5,172.000 Einwohner zählenden Riesenstadt nur ganz kleine Lokale auf der Ostseite für ihre Versammlungen Bekommen, weil sie größere Räume nicht zu füllen vermochten. In diesem Dezennium hat sich aber auf der einen Seite die Armut der großen Massen und auf der anderen der Kapitalismus dermaßen weiter entwickelt, daß es der roten Partei gelang, einen der allergrößten Räume der Metropole zu füllen, nämlich den Madison Square Garden und dazu 18.000 Eintrittskarten zu verkaufen, während sonst der Eintritt frei ist. Wir wollen nur einiges von dem Meeting berichten, was gerade charakteristisch ist. Der sozialdemokratische Präsidentschaftskandidat Eugene Debs hielt eine Rede, in der er sich in besonders bemerkenswerter Weise gegen Theodor Roosevelt wandte, der als Champion der verelendeten und niedergedrückten Massen posiere, während er doch Vertreter der Jingo- und Eroberungspolitik sei. Teddy habe sich nie in seinem Leben des Arbeitsmanncs erinnert, wenn er ihn nicht zur Förderung egoistischer Interessen gebraucht habe. Dabei fuße er auf einer Plattform, die er noch während der letzten vier Jahre als anarchistisch und verräterisch gebrandmarkt habe. In dieselbe Kerbe hieb John Block, der Vorsitzende des Meetings, und Emil Seidel, der sozialistische Ex-Mayor von Milwaukee. Der letztere sagte, Roosevelt habe sich des Diebstahls von 21 „Planken" aus der sozialistischen Plattform schuldig gemacht und mahnte die Wähler, sich nicht mit Planken aus zweiter Hand zu begnügen, sondern sich der Partei anzuschließen, deren Prinzipien zum Teil von anderen Parteien angenommen seien. Was uns bei diesen Dingen am meisten interessiert, ist hauptsächlich der Umstand, daß der schlaue Roosevelt, der ein so feines Sensorium für die öffentliche Meinung und populäre Strömungen hat, es für richtig hielt, mit einem so demagogischen, halb-sozialistischen Programm hervorzutreten. Es ist aber tatsächlich so: die Zusammenballung der großen Vermögen, die wahnsinnige Verschwendung und das Protzentum der Multimillionäre treibt zahlreiche Elemente in das rote Lager, die an sich keineswegs revolutionär gesinnt, aber des tollen Treibens überdrüssig geworden sind. Beweis dafür ist auch der Erfolg eines Romans des gelesensten amerikanischen Romanschriftstellers, Robert W. Chambers, unter dem Titel: „Die Straßen von Askalon". Hier heißt es gleich zu Anfang: ,Die Straßen von Askalon. Kennen Sie die tollen und sündigen Straßen von Askalon, die gemeinen und selbstsüchtigen Straßen von Askalon, wo Überfluß und Not sich die Hände reichen, wo die Übersättigten in Scharlach und Gold tanzen, während die Elenden die Kosten tragen müssen? Wollen Sie die Geschichte der hastenden, gold-hungrigen Vornehmen lesen, die Schönheit, Verschwendung und Skandal durch die häßlichen Straßen von Askalon schleifen?' Echt amerikanisch ist, daß unter Multimillionären sich einer befindet — Tom Lawson heißt er — der selbst gegen die Multimillionäre, bezw. gegen das System, welches sie erzeugt, in den Kampf gezogen ist und das Wort aus der französischen Revolution wiederholt: „Krieg den Palästen, Friede den Hütten I" Die wenigen Reichen, sagt er, würden immer reicher, das Volk aber wisse, daß der immense Reichtum der Wenigen von den Vielen geschaffen sei. Vor hundert Jahren sei das Vermögen der reichsten New Aorker aus 200.000 Doll, geschätzt worden und die Zahl dieser Reichsten belief sich auf 4.; 19 besaßen 100.000 Doll, und darüber. Der alte John Jakob Astor hatte nur 150.000 Doll. Nach 50 Jahren war. das Bild schon erheblich verändert. Im Jahre 1855 war Astor der reichste Amerikaner; er hatte 6 Mill. Doll. Es folgten Stephan Whitney mit 5 Mill., William Aspinwall mit 4 und James Lenox mit 3 Mill. Man hat damals ein ganzes „Verzeichnis der Reichen" aufgestellt, d. h. der Leute, die über 100.000 Doll, hatten. Aufge-sührt waren darin von jetzigen bekannten Namen u. a. die Goelets, der Vater des jetzigen Zuckerkönigs Havemeyer, sowie Aug. Belmont und Ph. Barnum, aber die Namen der jetzt reichsten Leute waren nicht darunter, nämlich Rockefeller, Carnegie, Gould, Morgan, Drcxel, Guggenheim, Harriman u. a. Daraus ersieht man, daß unsere reichsten Leute kein ererbtes Vermögen haben, sondern Selfmademan sind. Die Reichsten haben etwas über eine Milliarde Dollar gleich 4,2 Milliarden Mark Vermögen, Rockefeller könnte z. B. die ganze französische Kriegsentschädigung von 1871 an Deutschland aus seiner Tasche bezahlen. Ünd da muß man die wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten in Amerika bestaunen, denn es ist ohne gleichen in der Welt, daß so ungeheuere Vermögen erworben werden können. Es kann auch wohl nur in Amerika Vorkommen, daß eine Bande von Gaunern den Plan faßte, einen dreijährigen Knaben zu entführen, um ein ungeheueres Lösegeld von seinen Eltern zu erpressen. Das war in Newport, wo man sich des dreijährigen Vinson Walsh McLean bemächtigen wollte, weil er Erbe von 100 Mill. Doll. ist. Seitdem muß der Junge in einem vergitterten Kinderwagen liegen und wird in Begleitung zahlreicher Detektivs von Newport, nach Atlantic City gebracht. Newport, der fashionabelste amerikanische Badeort, ist im Sommer so recht das Hauptquartier der Milliardäre. Reiche Frauen haben dort Festlichkeiten gegeben, die 100.000 und 200.000 Doll, (wohlgemerkt an einem Abend) kosteten. 200.000 Doll, hat Frau Vanderbilt es sich tosten lassen, also 840.000 Mark, eine Summe, die, zu vier Prozent gerechnet, ihrem Besitzer 33.600 Mark Jahreszinsen einträgt. Wenn solche Riesenvermögen an einem Abend vergeudet werden, so muß man allerdings sagen: Non plus ultra. Ein katholischer Priester, Msgr. Bole, hat es gewagt, diesen hoch-exklusiven Kreisen einen Vortrag zu halten, in dem er ihre Lebensführung scharf tadelte. Er sagte ihnen, die bedeutendsten Menschen seien stets die gewesen, welche aus materielle Genüsse wenig Wert legten, und die Tugend der wahrhaft Großen sei von jeher die Bescheidenheit gewesen. Wenn nun Einfachheit und Zufriedenheit die Vorzüge der Edlen und Klugen seien, weshalb müßten denn seine Zuhörer und Vertreter der Geldaristokratie Amerikas sich mit Firlefanz beladen und ihre Wohnungen in Basare und Museen umwandeln? Es sei nicht republikanisch, wenn man sich, wie sie es täten, mit einem Heer von Dienern und Sklaven umgebe. Der Herzog von Rohan habe einmal gesagt: „Ich habe 40 Bediente und bin der am schlechtesten bediente Mann Frankreichs." Und dann apostrophierte er die Anwesenden: „Weshalb müßt ihr diesen Extravaganzen frönen und euch mit allen Mitteln bemühen, der Welt zu zeigen, daß ihr nicht zu der wirklichen Elite der Menschheit zählt, daß euch die Begriffe des vernünftigen Lebens fehlen?" Zum Schluß erklärte er, die „verstörten Mienen und müden Augen" der überreichen Leute sagten genug. Die „Ewigmüden" seien nicht so sehr in den Arbeiterkreisen zu finden, als in jenen Kreisen, die jedes Jahr nach den luxuriösen Strandplätzen, den Modebädern eilten und in den opulenten Karawansereien dieser Kolonien die Zeit damit vertrödelten, daß sie auf Mittel und Wege sännen, ihre Langweile zu bekämpfen. Raffinierte Vergnügungen und ausgesuchte Genüsse, das sei der Fluch, der auf den Reichen laste und dem zu entfliehen, sie zu schwach seien. Die Millionäre haben diese Strafpredigt merkwürdigerweise ruhig angehört, aber gebessert haben sie sich doch nicht. Aus Stabt und Land. Gottschee. (Vom V o I k s s ch u l d i e nst e.) Herr Johann Iak-litsch, Oberlehrer in Göttenitz, wurde nach Reichenau versetzt. — Der k. k. Bezirksschulrat in Gottschee hat den provisorischen Lehrer an der Volksschule in Unterskrill Herrn Josef Weber in gleicher Eigenschaft an die Volksschule in Unterlag versetzt. — (Promotion.) Am 18. v. M. fand an der Universität in Graz die Promotion des Herrn Hans König, Advokaturskonzipienten in Gottschee, zum Doktor der Rechte statt. — (Militärisches.) Eingeteilt wurde als Ergänzungsbezirksoffizier Herr Oberleutnant Ernst Zobernig des Landwehrinfanterieregimentes Nr. 4 in Klagenfurt. — (Provisorische Weitereinhebung der Landesumlagen pro 1913.) Der Kaiser hat den Beschluß des krai-nischen Landesausschusses vom 7. Dezember 1912, betreffend die provisorische Forteinhebung der Landesumlageu im Jahre 1913 bis zur definitiven Feststellung des Landesvoranschlages pro 1913, in dem bisherigen Ausmaße genehmigt. — (Auszeichnung.) Der Kaiser hat dem Bezirksförster Herrn Adolf Melliva in Laibach das.Silberne Verdienstkreuz mit der Krone verliehen. — (Versteigerung von Liegenschaften.) Beim k. k. Bezirksgerichte in Gottschee werden nachstehende Liegenschaften samt Zubehör zwangsweise versteigert: am 21. Jänner 1913 vormittags um 10 Uhr: a) E. Z. 34 Katastralgemeinde Friesach, bewertet auf 5921 K 49 h, das geringste Gebot beträgt 3947 K 66 h; b) E. Z. 36 Katastralgemeinde Friesach, bewertet aus 121 K 63 h, das geringste Gebot beträgt 81 K 9 h; am 28. Jänner 1913 vormittags um 9, bezw. 10 Uhr: a) E. Z. 167 Katastralgemeinde Lienfeld, bewertet auf 9293 K 68 h, das geringste Gebot beträgt 6145 K 79 h; b) E. Z. 297 Katastralgemeinde Mitterdorf, bewertet auf 8719 K 96 h, das geringste Gebot beträgt 5813 K 31 h; am 4. Februar 1913 vormittags 9 Uhr E. Z. 11 Katastralgemeinde Göttenitz, bewertet auf 7605 K 26 h, das geringste Gebot beträgt 5070 K 18 h; am 14. Jänner 1913 vormittags 9 Uhr E. Z. 26 Katastralgemeinde Rieg. Der Ausrufspreis beträgt 1051 K 29 h, das geringste Gebot ebensoviel; am 25. Februar 1913 vormittags um 9 Uhr E. Z. 132 Katastralgemeinde Banjaloka, bewertet auf 3546 K 5 h, das geringste Gebot beträgt 2364 K 4 h, Unter den als geringstes Gebot angegebenen Beträgen findet ein Verkauf nicht statt. — (Todesfall.) Am 27. v. M. starb in Laibach unerwartet der k. k. Landes^Sanitätsinspektor Herr Dr. Friedrich Seemann im 44. Lebensjahre. Der Verblichene, welcher früher mehrere Jahre in Gottschee als Bezirksarzt tätig gewesen war, erfreute sich wegen seines tüchtigen fachmännischen Wissens und seines gewinnenden Benehmens der allgemeinen Wertschätzung. — (Notschlachtungen.) Das Abgeordnetenhaus hat das Gesetz, betreffend die Befreiung der Notschlachtungen von der Fleischsteuer, angenommen. — (Filiale Gottschee der krainischen Landwirtschaftsgesellschaft.) Der Voranschlag der Filiale Gottschee für das Jahr 1913 weist folgende Posten an Ausgaben aus: Gehalte und Löhne 4000 K, Verwaltung 1600 K, Pensionsbeitrag 400 K, Wanderunterricht 600 K, Redaktion des Blattes 3000 K, Mitgliederbeiträge 3000 K, Samen 6000 K, Kunstdünger 7000 K, andere Gegenstände 6400 K, Maschinen und Geräte 600 K, Tierproduktion 4500 K, Baumschule 900 K, verschiedene Erfordernisse 6000 K, zusammen rund 45.000 K. Die Bedeckung besteht aus: Subventionen 10.000 K, Kassarest 8000 K, Mitgliederbeiträgen 3000 K, Pensionsbeiträgen 200 K, Zeitungseinnahmen 2600 K, Verkäufen aus den Lagerbeständen 19.400 K. Zu begrüßen ist, daß in der Hauptversammlung am 22. v. M. auf Antrag des Vorsitzenden, kais. Rates und Bürgermeisters Herrn A. Loy, die Ausgaben für Maschinen niedriger und die für die Viehzucht höher (4500 K) angesetzt worden sind als im Vorjahre, weil eine Hebung des landwirtschaftlichen Betriebes und Ertrages nur durch eine ausgiebige Unterstützung der Viehzucht (Subvention auch für die Haltung von Zuchtstieren und dergl.) zu erreichen ist. Da seitens des Landesausschusses und des Zentralvereines in Laibach Subventionen für die Haltung von Zuchtstieren nicht erhältlich sind, kommt so die Filiale Gottschee einem wirklichen und dringenden Bedürfnisse entgegen. Die Subventionen der Filiale setzen sich zusammen aus: Beiträgen des Ackerbauministeriums mit 5800 K, des krainischen Landesausschusses mit 1100 K, des Vereines Südmark mit 4600 K, der Sparkasse der Stadt Gottschee mit 1000 K, der Krainischen Sparkasse mit 500 K. — (Adelstandsverleihung.) Dem Ministerialrate im Ackerbauministerium Herrn Anton T s ch o p p wurde aus Anlaß der von ihm erbetenen Versetzung in den dauernden Ruhestand der Adelstand verliehen. Herr v. Tschopp war vor Jahren Landesregiernngs-konzipist in Gottschee. — (Zur Bevölkerungsstatistik.) In der Stadtpfarre Gottschee wurden im Jahre 1912 164 geboren, 31 Paare getraut; es starben 95 Personen. •— (Vom Volksschuldienste.) In die erste Gehaltsstufe wurde befördert Herr Matthias Kraul and, Oberlehrer in Ober-mösel; in die zweite Gehaltsstufe die Herren: Josef S amide, Schulleiter in Langenton, Wilhelm Tschinkel, Lehrer in Gottschee, Matthias Primosch, k. k. Bezirksschulinfpektor und Oberlehrer in Gottschee; in die dritte Gehaltsstufe kam Herr Johann Petfch auer, Lehrer in Stalzern. — In den k. k. Bezirksschulrat wurden von der Lehrerschaft des politischen Bezirkes Gottschee entsendet die Herren: Hans Loser, Oberlehrer in Morobitz, und Franz Stefančič, Oberlehrer in Großlaschitz; als Ersatzmänner die Herren Lehrer Friedrich Kancky in Gottschee und Ferdinand We i g elein Laserbach^ — (Raiffeisenkasse.) Jene Darlehensnehmer, die mit der Zahlung der halbjährigen Zinsen noch im Rückstände sind, werden darauf aufmerksam gemacht, ihrer Verpflichtung im Laufe der nächsten Tage nachzukommen. — (Für unsere Soldaten an der Grenze.) Wie wir bereits berichtet, hat die Stadtgemeiudevertretung von Gottschee eine patriotische Kundgebung veranstaltet, an welche sich eine Sammlung für unsere braven Soldaten an der Reichsgrenze anschloß. Die Stadtgemeinde Gottschee widmete für diesen Zweck 300 K, der 33er-mögensverwaltungsansschuß 200 K, die Sparkasse der Stadt Gott-schee 200 K, das Herzog!. Forstamt 100 K, die deutschen Handwerksmeister in Gottschee 180 K. Ferner wurde eine Sammlung unter der Bewohnerschaft von Gottschee veranstaltet. Diese wurde auf das bereitwilligste von den Fräulein Edith und Luise Loy, Wally v. Für er, Jakobine Hosmann, Leopoldine Koscher und Erna Stock! übernommen und Brachte den für unsere Verhältnisse sehr ansehnlichen Betrag von 633 K 66 h ein, so daß sich die Gesamtsumme auf 1613 K 66 h beläuft. Es ist sehr erfreulich, daß die Bevölkerung von Gottfchee in so freigebiger, opferwilliger Weife ihren patriotischen Sinn betätigt hat. Der gesammelte Betrag (K 1613 66) wurde am 19. v. M. von der Stadtgemeinde dem H. k. n. k. Kriegsministerium eingesendet. Von den Gottscheer Landgemeinden langten folgende Spenden ein: Gemeinde Lienfeld 113 K 20 h, Gemeinde Tiefenbach 40 K, Gemeinde Nesseltal 240 K, Gemeinde Schwarzenbach 40 K, Gemeinde Rieg 123 K 94 h, Gemeinde Kotschen 73 K 40 h, Gemeinde Ebeutal 50 K, Ortschaft Zwischlern 51 K 10 h, Gemeinde Malgern 79 K 20 h, Gemeindekasse Seele 50 K, Ortschaft Seele 72 K 20 h, Ortschaft Schalkeudorf 68 K 80 h, Ortschaft Klindorf 40 K (die Gemeinde Seele zusammen 282 K 10 h), Gemeinde Langenton 50 K 60 h, Gemeinde Morobitz (Sammlung) 64 K 90 h. Bisherige Gesamtsumme 2657 K 80 h. Mehrere oben nicht angeführte Gottscheer Gemeinden haben ihre Spenden, wie wir hören, direkt an das Krieqsministerium abgesendet und ist uns der Betrag derselben nicht bekannt gegeben worden. — (Über unser Parlamentselend) schreibt die Wochenschrift „Österreich-Ungarn" vom 20. Dezember v. I.: „Die jetzt schon feit acht Tagen im österreichischen Abgeordnetenhause wütenve Obstruktion gehört zum schmählichsten, was selbst im österreichischen Parlamente an Verwilderung politischer Sitten geleistet werden konnte. Wir werden von anmaßenden Nachbarreichen mit einer beispiellosen Frivolität genötigt, unser Recht dem Schutze unserer Waffen anzuvertrauen, und zu einer solchen Zeit entblöden sich Leute, die sich Volksvertreter nennen, nicht, unser parlamentarisches Leben zum Gespötte des Auslandes zu machen und den lauernden Feinden der Monarchie den Irrwahn einzuflößen, auch das Volk Oesterreichs sei so wenig seiner Pflicht in ernster Zeit bewußt, wie diese seine „Vertreter". Es wird das Kriegsleistungsgesetz obstruiert und das Budgetprovisorium, und die da obstruieren, vermeinen wahrhaftig, es könnte ihnen gelingen, mit solch verwerflichem Tun den Staat aus den Fugen zu schlagen. Welch ein Irrtum, aber ein Irrtum von den beklagenswertesten Folgen! Nicht der Staat wird zugrunde gehen, wenn das Parlament nicht imstande ist, seinen Pflichten der Krone und dem Volke gegenüber nachzukommen, sondern die Volksvertretung wird in diesem Falle die Leidtragende sein. Es zeugt unseres Erachtens von einem so erschreckenden Mangel an Verantwortlichkeitsgefühl, was da in dem Dauergeschwätz einzelner Abgeordneten vor sich geht, daß man gar nicht entschieden genug wünschen kann, ein entschlossener Griff eines tüchtigen Staatsmannes möge uns doch ein für alle Male von solcher Schmach befreien. Produktive Arbeit versteht dieses Parlament ja doch nicht zu leisten, und wozu mit dem Gelbe der Steuerzahler noch ein Treiben unterstützen, das wenigstens in seinem Effekt auf Hoch-und Landesverrat hinansläuft?" —- Am besten wäre es, wenn allenfalls selbst durch ein Oktroi eine Geschäftsordnung geschaffen würde, die den Parlamentarismus vor seinen eigenen Auswüchsen schützt und ihn so rettet. — Der neugewählte Wiener Bürgermeister Dr. Weiskirchner äußerte sich vor wenigen Tagen, daß der Gegensatz zwischen der Stimmung in den breiten Wählerkreisen und dem Verhalten des Abgeordnetenhauses immer schroffer wird. Habe das Parlament auf dem Gebiete der volkswirtschaftlichen Gesetzgebung bisher gänzlich versagt und schwere Unzufriedenheit bei allen Schichten der Bevölkerung hervorgerufen, so habe sich jetzt der Unzufriedenheit gerechte Empörung zugesellt, da in den ernsten Tagen, die über Oesterreich gekommen sind, Vertreter des Volkes sich nicht scheuen, ihr Vaterland herabzusetzen, schamlos gegen das eigene Reich zu hetzen und unter dem Schutze der Immunität offenen Landesverrat zu betreiben. Statt erhebender, einmütiger Kundgebungen gegen solche Umtriebe habe eine öde Obstruktion eingesetzt, die von Tag zu Tag, von Nacht zu Nacht die Erledigung von Gesetzentwürfen, die für den Ernstfall bestimmt und in einem solchen Falle selbstverständlich sind, zu verschleppen gesucht habe. Mit Befriedigung dürfe festgestellt werden, daß das Parlament schließlich doch den Mut und die Tatkraft aufgebracht hat, die das Ansehen unseres Parlamentarismus und des Vaterlandes in gleicher Weise schwer schädigende Obstruktion zu Boden zu ringen. — (Mobilisierung und Generalstreik.) Nach dem nunmehr angenommenen Kriegsleistungsgesetze ist die Durchführung eines Generalstreiks für den Mobilisierungsfall unmöglich geworden. Deshalb haben die Sozialdemokraten die Verhandlungen über das genannte Gesetz zu verschleppen gesucht. — (Ist der Friede gesichert?) Unserem allverehrten Friedenskaiser, unserer kampfgerüsteten und kampfbereiten Wehrmacht, ferner dem treuen, festen Zusammenstehen des Dreibundes und der Friedensliebe der Großmächte verdanken wir es, daß uns die Greuel des Krieges erspart geblieben sind und so unsägliches Elend von Tausenden von Familien abgewendet wurde. Herzliche Grüße flogen zu Weihnachten an die Grenze des Reiches, wo unsere braven Soldaten treue Kampfeswacht halten, so daß wir unsere Weihnachten in Frieden feiern konnten. Wird der Friede von Dauer sein? Das wird erst der Ausgang der Friedensverhandlungen in London erweisen. Serbien hat erst in dem Augenblicke seine Nachgiebigkeit bewiesen, als die Friedensverhandlungen in London ins Stocken gerieten. Die Aussicht, im Süden (gegen die Türken) einen Krieg führen zu müssen, während im Norden ein wohlgerüsteter Gegner kampfbereit an seiner Grenze steht, hat Serbien die Friedensschalmeien blasen lassen. Im Jahre 1909 hätte die bereits zum Schlage erhobene Hand Österreichs auf den Unruhestifter an der Südgrenze Niedersausen sollen, dann wäre Ruhe gewesen und wäre wahrscheinlich auch der Balkankrieg verhindert worden. Jetzt sind wir in Gefahr, an unseren südlichen Grenzen dauernd beunruhigt zu werden. — (Sich selbst angeschossen) hat sich der 15 Jahre alte Friseurlehrling Anton Dragan, indem er eine Flaubertpistole so unglücklich handhabte, daß sie sich entlud und das Projektil ihm in die linke Hand drang. — (Verschiebung der Personaleinkommensteuer-bekenntnisse. ■— Die Personaleinkommen st euerp flicht der Landwirte.) Nach der in Aussicht genommenen Reform des Personaleinkommensteuergesetzes hat sich, wie die „Wiener Abendpost", mitteilt, das Finanzministerium veranlaßt gesehen, die Frist zur Überreichung der Rentensteuer- und Personaleinkommensteuerbekenntnisse für das Jahr 1913 auf die Zeit vom 15. Februar bis 15. März 1913 zu verschieben. Diese Bekenntnisse sind daher erst ab 15. Februar 1913 anstatt wie bisher schon ab 1. Jänner bei den Steuerbehörden zu überreichen. Letztere werden demnach die Bekenntnisformulare den Steuerpflichtigen erst in der zweiten Hälfte des Monates Jänner 1913 zustellen. — In Krain erfolgt die Besteuerung der Landwirte svnst überall in der Weise, daß der zwei-bis dreifache Reinertrag, der im steuerämllichen Besitzbogen ausgewiesen ist, als Einkommen aus der Landwirtschaft als Grundlage für die Personaleinkommensteuerbemessung anstandslos angenommen wird. In Gottschee allein hingegen hat man, wie bekannt ist, folgende Praxis eingeführt: Man nimmt auch zuerst den zwei- bis dreifachen Reinertrag; dann wird aber überdies der Vieh stand erhoben; es wird ausgerechnet, wieviel von dem Viehstande (Pferde, Ochsen, Kühe, Kälber, Schweine) jährlich verkauft wird, und dieser Verkaufserlös wird zum dreifachen Reinertrag dazugeschlagen, so daß gerade in dem ärmsten Bezirk von Krain eine auffallend große Zahl von Kleinbauern zu Personaleinkommensteuerträgern gestempelt wird. Die Personaleinkommensteuerberusungs-kommisston in Laibach hat nun, wie wir von Interessenten hören, den extra ausgerechneten Ertrag der Viehwirtschaft bei jenen, die Berufung einlegten, gestrichen und als Ertrag der Landwirtschaft nur das Zwei- bis Dreifache des Reinertrages angenommen. Infolgedessen sind nicht wenige, die Berufung einlegten, aus der Zahl der Persvnaleinkommensteuerpflichtigen gestrichen worden. Es ist ja das auch nur recht und billig. Wie kommen denn gerade die Gottscheer mit ihrem ohnehin wenig ergiebigen Boden dazu, schlechter behandelt zu werden als die viel besser situierten Bauern in den fruchtbaren Gegenden von Ober- und Unterkrain! Indem wir die bäuerlichen Steuerträger hiemit auf diesen Umstand aufmerksam machen, bemerken wir weiter, daß außer dem zwei- bis dreifachen Reinerträge bei der Personaleinkommensteuerbemessung nur eventuelle Verkaufserlöse aus Holzschlägerungen im eigenen Wald und eventuelle ständige Einnahmen aus Holz- und Kohlenverfrachtungen und dergl. für dritte Personen (Fuhrwerk) nebst dem Hausierhandel in Betracht kommen. Nur diese sind also zu fatieren, nicht aber der Erlös aus den geschlachteten (eigenen) Schweinen und dergl. Bei unseren Bauern kann ja der einzige Ertrag der Landwirtschaft in den meisten Fällen überhaupt nur in der Viehzucht gefunden werden; die Feldprodukte werden großenteils für das Vieh verwendet; es geht daher nicht an, einen ideellen (fiktiven) Ertrag durch Multiplizierung des Reinertrages zu nehmen, dann aber noch überdies das tatsächliche Einkommen aus den geschlachteten Schweinen usw. dazuzuschlagen. Witterdorf. (Verkauf.) Die dem Lorenz Primoschitsch in Obrern 28 gehörende Keusche wird am 25. Feber gerichtlich verkauft. Schätzwert und geringstes Gebot K 271006. — (Jahresbericht aus den Pfarrbüchern.) Im abgelaufenen Jahre fanden hier 8 Trauungen, 35 Taufen und 22 Begräbnisse statt. Von den getauften Kindern wurde eines auf dem weiten Wege zwischen Amerika und Hamburg auf hoher See geboren. — (Ein halbes Jahr Vermittlungsamt.) Das Gemeindevermittlungsamt in Mitterdorf hat hierzulande zuerst seine Tätigkeit und zwar mit Anfang Juli ausgenommen und bis Schluß des Jahres 90 Fälle zu behandeln gehabt. Nur 6 Fälle gingen an das Bezirksgericht weiter, in allen übrigen fügte man sich dem Ausspruche des Vermittlungsamtes. Von Vorteil ist dieses neue Amt gewiß, da an Kosten viel gespart wird und die Sühnebeträge dem Gemeindearmeusonde zugute kommen. Trotzdem wäre es wünschenswert und unserem guten Rufe förderlich, daß die Streitfälle im neuen Jahre um die Hälfte geringer wären. — (Rechnungsabschluß.) In der Gemeindeausschußsitzung vom 28. Dezember wurde zuerst der Rechnungsabschluß vorgelegt. Nach diesem hatte die Gemeinde im vergangenen Jahre K 5569'78 Einnahmen, X 3938 01 Auslagen; somit einen Barrest von K 1631-77. Im weiteren wurde dem Gemeinderate A. Perz die Überwachung der im Gebrauche befindlichen Maße und Gewichte und die Feuerbeschau übertragen. Den Besitzern Johann Jonke in Obrem, Franz Schmuck in Koslern und Josef Perz in Windifch-dorf wurde das Heimatsrecht zuerkannt. Ein Gesuch um Tanzlizenz sürs ganze Jahr gegen einen Pauschalbetrag wurde abgewiesen; das gleiche widerfuhr zwei Gesuchen um Armenunterstützung. Zum Schluffe wurde noch mitgeteilt, daß Landlagsabgeordneter Dr. Eger zur Beteiluug an Arme 50 K übermittelt habe. — (Als Neujahrsgeschenk) für unsere Soldaten an der Grenze liefen hier als freiwillige Spenden 126 K ein, welchen Betrag das Gemeindeamt auf 160 K erhöhte. — (Ar men wesen.) In einem vom 2. November 1912 datierten und an alle Gemeindeämter erlassenen Rundschreiben hat der krainische Landesausschuß aufmerksam gemacht, daß gemäß den Bestimmungen des Armengesetzes vom 28. August 1883 zu jeder Gemeindeausschußsitzung, in welcher Armenangelegenheiten behandelt werden, der Pfarrer des Ortes oder sein Stellvertreter einzuladen ist, widrigenfalls die Beschlüsse einer solchen Sitzung für ungültig erklärt würden. — (Rohe Jugend.) Nach der Mitternachtsmesse in der heiligen Nacht belästigte ein angetrunkener 15 jähriger Knabe eine Frau, die sich auf dem Heimwege befand, mit ungezogenen Worten. Nicht genug damit, schlug er der bejahrten Frau auch noch mit der Faust ins Gesicht. ■ Gnade den Eltern, die einmal unter das Regiment eines solchen Fruchteis kommen! Seele. (E i n brnchs d i e b st ahl.) Am 22. v. M. kam ein besser gekleideter Fremder spät abends in das Gasthaus des Herrn Schneider, begab sich ins Extrazimmer, bestellte ein Abendessen und benützte die Zeit, wo er allem gelassen wurde, dazu, eine Geldlade aufzubrechen und das Geld zu entwenden. Das Zimmer hatte er während dieser Zeit vorsichtshalber abgesperrt und machte sich sodann durch das Fenster auf und davon. Als der Wirt nach einer Weile für einen anderen Gast Zigarren holen wollte, fand er das Zimmer versperrt. Man mußte die Tür mit Gewalt aufbrechen, um dann zu sehen, was Unliebsames geschehen war. Der Einbruchsdieb wurde zwar sofort verfolgt, es gelang aber nicht, seiner habhaft zu werden. Der Wert des Gestohlenen soll ungefähr 120 K betragen. Suchen. (Volksschule.) Der Landesschulrat hat d-e Zusammenziehung der Alltags- und Wiederholungsschüler beim Reli-gioitSunterrichte an der hiesigen Volksschule im Schuljahre 1912/13 bewilligt. Attkag. (Seltene Jagdbeute.) Am 22. v. M. wurde bei Altlag eine 6^4 Kilogramm schwere Wildkatze in dem Augenblicke auf's Korn genommen, als sie sich, von Hunden verfolgt, auf einem Baume geschützt glaubte, und vom Herrn Franz Fink geschossen. In dieser Größe und Schönheit gibt es hier wenige, weshalb sie nach Wien zur Ausstopfung gesendet wurde. — (Volksbewegung.) Bei uns gab es im Jahre 1912 61 Geburten, 33 Sterbefälle und 9 Trauungen. Wüchel. (Ein verwegener Raubau fall.) In der Nacht vom 21. auf den 22. Dezember wurde in das Gasthaus Nr. 16 des Rudols Stalzer eingebrochen. Sicher waren es jene vier Strolche, die untertags im genannten Gasthause zechten und sich für reiche Speck- und Schweinehändler ausgaben. Der eine, ein elegant gekleideter Mann, sprach ein tadelloses Deutsch, während die drei anderen, stets finster und trotzig um sich blickend, in der kroatischen Sprache miteinander verkehrten. Die vier unbekannten Männer zahlten anstandslos ihre Zeche und verließen nach einem mehrstündigen Aufenthalte das Gasthaus. Etwa eine Viertelstunde vor Mitternacht hörte Gastwirt Stalzer, der infolge des fortwährenden Hundegebelles eben aufgewacht war, leise die Türe seiner Schlafkammer öffnen und sah zwei vermummte Gestalten kntzeuaritg sich seinem Bette nahen. Mit voller Wucht warfen sich die Einbrecher über den Ahnungslosen hin, zerrten ihn vom Bette zu Boden, um ihn zu knebeln und vollends unschädlich zu machen. Zu gleicher Zeit waren die Beiden anderen Strolche in die anstoßende Kammer, wo die Gastwirtin im Wochenbette lag, eingedrungen, fielen über die Arme her, hielten sie au Händen und Fußen fest und drohten, sie zu erschießen, sobald sie einen Laut von sich gebe. Unterdessen hatte sich im ersten Schlafzimmer ein förmlicher Kampf entspannen. Da die Einbrecher den Gastwirt nicht überwältigen konnten, gaben sie ohne weiteres aus ihr Opfer mehrere Schüsse ab. Eine Kugel streifte den Stalzer am Kopfe und brachte ihm eine leichte Wunde bei. Unter Anwendung all feiner Kräfte konnte sich der zu Tode geängftigte Gastwirt endlich den Händen seiner Angreifer entwinden. Mit einem kräftigen Stoß stieß der junge Mann ein Fenster seines ebenerdigen Hauses ein und gelangte durch einen geschickten Sprung glücklich ins Freie. Sofort wurde die ganze Ortschaft alarmiert und in Kürze eilten die Nachbarsleute bewaffnet herbei. Allein die Einbrecher hatten bereits die Flucht ergriffen und konnten bis heute noch nicht ausgeforscht werden. An das Dachfenster fand man eine Leiter angelehnt. Jedenfalls wird einer von den Strolchen durch dasselbe in das Innere des Hanfes gedrungen fein und dort feinen Mithelfern die Haustüre geöffnet haben. Des Geldes, auf das man es eben abgesehen hatte, "konnten die Gauner nicht habhaft werden. Nur im Keller fehlte eine Flasche Branntwein, die die Einbrecher wahrscheinlich vor dem Überfalle geteert haben. — Leute, verkehret mit wildfremden Menschen recht zurückhaltend und zeiget jedes verdächtige Individuum sofort der Gendarmerie an. — (Todesfall.) Am Freitag den 27. v. M. starb hier auf Nr. 10 (Parfch) Maria Meditz, Ehegattin des Wirlschaftsbesitzers Johann Meditz, im 29. Lebensjahre. Am Grabe trauern der Mann und vier unversorgte Kinder. Sie ruhe in Frieden! Göttenitz. (Verkauf.) Am 4. Februar gelangt die Hausrealität des Georg Stampfl in Göttenitz 11 zur gerichtlichen Versteigerung. Der Schätzwert beträgt K 7605-26, das geringste Gebot K 5070-16. — (Zur Volksbewegung.) Die hiesigen Pfarrmatriken weisen für das abgelaufene Jahr 9 Geburten, 11 Sterbefälle und 3 Trauungen auf.' Dazu noch drei Trauungen in Amerika (des Matthias Parthe mit Maria Schmuck aus Gottschee, der Anna Woldin mit Karl Roethlisberger und der Maria Mervar mit Franz Schneider). Die Zahl der im Jahre 1912 nach Amerika ausge* wanderten Personen beträgt 22, meistens Jünglinge, Mädchen und Kinder, die zu ihren Eltern reisten. Kbenlal. (Für unsere Soldaten an der Grenze.) In der Gemeindeausschußsitzung vom 20. Dezember v. I. wurde für unsere Soldaten an der Grenze als Weihnachtsgabe der Betrag von 50 K bewilligt. — (Volksbewegung.), Im Jahre 1912 hat unsere Pfarre zu verzeichnen: 10 Geburten, 2 Trauungen und 8 Sterbefälle. Stalldorf. (Volksschule.) Der k. k. Landesschulrat hat die Zusammenziehung der Alltags- und Wiederholungsschüler beim Religionsunterricht an der hiesigen Volksschule im Schuljahre 191-V 1913 genehmigt. Wessettak. (Zur Volksbewegung.) Der Storch kehrte im vergangenen Jahre nur 27 mal ein — seit dem Bestände der Pfarre die niedrigste Geburtsziffer —• und brachte 15 Knaben und 12 Mädchen; dagegen entführte der Todesengel 33 Personen ui die Ewigkeit und zwar 14 männlichen und 19 weiblichen Geschlechtes. In den Hafen der Ehe landeten nur drei Paare. Unter den in Amerika lebenden Pfarraugehörigeu gab es hingegen sechs Trauungen- chen nner ton« vor itben sich echer um icher mer, über hten, essen men. aben iugel unbe lobe tbett. eines rnng und Ein- ijeute eine )urch einen man eben. echer ehret ver- c aus itzers Ikamt >ans- Ber- kiot riken und (des žtuna stanj rsge- und rtze.) nttbe etrag. ifarrc e. it bie i Re-912/ ‘ehrte > der und n in chtes. :n in tagen- — (Für unsere Grenzsoldaten) ergab eine in der ganzen Pfarrgemeinbe veranstaltete Sammlung den Betrag von 240 K. Wacker! — (U m g e st a n den) sind im vergangenen Jahre in unserer Pfarrgemeinbe über 30 Stück Rindvieh. Erst jüngst hat Josef Stieue, Wirtschaftsbesitzer in Neufriesach, durch einen Unglücksfall im Stalle einen Jungochsen im Werte von 200 K verloren. Es wäre an der Zeit, daß für die Viehbesitzer endlich einmal die obli« gatorischen Landesversicherungsanstalten eingeführt würden. — (Die We i n preise) haben einige Gastwirte von Neujahr an erhöht. Die Weine minderer Qualität kosten nunmehr 1 K 4 h (bisher 88 h); die Weine besserer Qualität 1 K 12 h (bisher 96 h) per Liter. Schalkendorf. (Feuerwehrkränzchen.) Am 5. d. M. findet im Gasthause des Herrn A. Kresse in Schalkendorf ein Feuerwehrkränzchen statt. Anfang um 2 Uhr nachmittags. Eintritt 1 K für die Person. Ein allfälliger Überschuß wird zur Anschaffung von ' Löschgeräten verwendet. Das Faschingsfest der hiesigen freiwilligen Feuerwehr erfreute sich in den Vorjahren immer eines sehr lebhaften Zuspruches, weshalb man hofft, daß auch im Jahre 1913 die Beteiligung eine recht zahlreiche sein wird. Hrafenfeld. (Bildstockd iebstahl.) Einige Tage vor Weihnachten wurde der Geldinhalt des Bildstockes beim Grafenfelber Friedhöfe — ungefähr 30 K — entwendet. Den Übeltäter fand man bald Heraus in der Person eines gewissen A. Bobic, der hiefür zu 14 Tagen Arrest verurteilt wurde. Nach Absitzung seiner Arreststrafe kommt derselbe ins Zwangsarbeitshaus nach Laibach. Wrauen. (Todesfall.) Am 27. Dezember ist in Mrauen Gastwirt und Besitzer Josef Slanovic an Gehirnhautentzündung gestorben und wurde am 29. Dezember dort begraben. Der Verstorbene war 42 Jahre alt. Weg. (Volksbewegung im Jahre 1912.) In der Pfarre Rieg gab cs im abgelaufenen Jahre 7 Eheschließungen, 40 Geburten und 34 Sterbefälle. Ffchermoschnih. (Ein radfahrenderTruthahn?) Das Neueste bei uns ist ein radfahrender Purman (Truthahn). Aus einem Hause kamen nämlich in derselben Nacht ein Fahrrad und ein Purman weg. War da der Gedanke nicht naheliegend, daß der Purman auf dem Rade davongefahren ist? Mosel. (Spenden für die Orgel. — Jagd. — Kirchenmus i k.) Für die Orgel spendeten: Alexander Perz, Oberforstmeister in Kroatien, 20 K; Margaretha und Maria Schuster in Triest 10 K; Peter Lackuer in Dürnbach 5 K; Matthias Loser in Budapest 10 K; Alois Lackuer, Benefiziat in Kiudberg, 20 K. — Sonntag den 29. Dezember fand die letzte große Jagd in diesem Jahre statt und ergab eine Jagdbeute von 7 Rehen und 1 Fuchs. Mit Ende Juli 1913 läuft die fünfjährige Jagdpachtperiode in der Gemeinde Mosel ab. Die bisherigen Pächter waren Herren aus Gottschee, welche für gewöhnlich nur au Sonn- und Feiertagen die Jägerei betrieben. $Bir" wünschen zwar allen Jagdfreunden Weidmannsheil, denn die Jagd ist ein gesundes und edles Vergnügen, haben jedoch noch den besonderen Wunsch, daß das Gesetz der Soun- und Feiertagsheiligung auch von den Jägern respektiert werde. — Die Pfarre Mosel erfreut sich schon seit mehreren Jahren eines gediegenen Kirchengesanges, besonders an hohen Feiertagen. Großes Lob gebührt der mit herrlicher Stimme begabten Sopranistin Fräulein Martha Jonke. Am Neujahrstage half beim Hochamte auch Herr Tschinkel, Gymnasiast in Gottschee, mit seinem gefühlvollen Violinspiel mit, was allgemeine Anerkennung hervorrief. — (Volksbewegung im Jahre 1912.) Pfarre Mosel: 29 Geburten, 15 Sterbefälle, 7 Trauungen. Expositur Ober-Skrill: 6 Geburten, 4 Sterbefälle, 1 Trauung. — (Sterbefälle.) Am 19. Dezember starb Josef Monte! in Möfet Nr. 7, 65 Jahre alt. Am 27. Dezember starb in Unter« skrill die in der ganzen Gemeinde unter dem Namen Hübscheln bekannt gewesene schwachsinnige Maria Stvuitsch, 69 Jahre alt. Hrodetz. (Gestorben) ist am 11. v. M. auf Nr. 7 Frau Maria Roschitsch im Alter von 66 Jahren an Asthma. Die Verstorbene war eine brave, fleißige und gottesfürchtige Bäuerin. Gott schenke ihr die ewige Ruhe 1 Höerpockstein. (Von der Kapelle.) Die Bewohner dieser Ortschaft haben ein großes Vertrauen und große Verehrung zur Mutter Gottes und haben schon seit langer Zeit den sehnlichsten Wunsch, wenigstens eine Marien-Kapelle in ihrer Mitte zu besitzen. Durch das eifrige Bemühen des Matthias Jonke wurden soviele Gelder gesammelt, daß der Bau einer kleinen Kirche im Sommer 1912 zustandekam. Auch eine Glocke wurde gespendet. Die innere Einrichtung fehlt jedoch noch. Ilm auch diese beschaffen zu können, wandte sich vbgenannter Jonke zum wiederholten Male mit Bittgesuchen nach Amerika. Das Glück war hold. Ein reicher Deutsch-Amerikaner, Kaufmann in New-Iork, ein guter Katholik und eifriger Mariaverehrer, der seinen Namen nicht veröffentlicht wissen will, sagte eine größere Spende zu und schickte 500 K zur inneren Ausstattung der Kirche. Wenn noch andere Spenden ans dem Goldlande Amerika entlaufen, so wird ein Altar mit den Hauptfiguren Mariahilf, dem hl. Apostel Andreas und dem hl. Antonius von Padua eingerichtet werden. Hteintal. (Heirat.) Am 29. Dezember heiratete mit Dispens Witwer Jo]es Schemitsch Nr. 26, 33 Jahre alt, die Witwe Margaretha Schneller Nr. 45, 39 Jahre alt. ■^öffanbr. (Volksbewegung. — Bildnngsverein.) In unserer Pfarre gab es im vergangenen Jahre 2 Trauungen, 26 Geburten (darunter 4 uneheliche) und 12 Sterbefälle. Gestorben sind 6 Kinder und 6 Erwachsene, u. zw.: am 22. Februar die 22-jährige Häuslerstochter Josefa Maußer in Pöllandl 63, am 23. Juni der 74 jährige Landwirt Joh. Kraker in Pöllandl 31, am 26. Juli die 51jährige Landwirts- und Gemeindevorstehersgattin Maria Grill in Pöllandl 14, am 9. August der 92 jährige Auszügler Matthias Kraker in Steinwand 9, sowie am 5. September die 73 jährige Gemeindearme Agnes Höfferle und am 16. Dezember der 81jährige Landwirt Josef Schauer in Altlag 2. — Am Stephanitage hielt der hiesige katholisch-deutsche Bildungsverein wieder seine Christbaumfeier, die recht gelungen war. Besonders gefiel natürlich der „Weihnachtsmann" mit seinem mordsgroßen Sacke, aus dem er unaufhörlich mit gelungenen Sprüchlein Geschenke austeilte. — Wie man hört, wird der Verein in Bälde sogar mit dem Theaterspielen beginnen. Bei einmaliger Einschaltung kostet die viergespaltene Xleindruckzeile ober eren Raum sO Heller, bei mehrmaliger Einschaltung 8 Heller. Bei Einschaltungen durch ein halbes )ahr wird eine zehnprozer tige, bei solchen durch das ganze Jahr eine zwanzigprozentige L äßigung gewährt. Anzeigen. Die Anzeigengebühr ist bei einmaliger Einschaltung gleich bei Bestellung, bei mehrmaliger vor der zweiten Einschaltung zu erlegen. — Es wird Höflichst ersucht, bei Bestellungen von den in unserem Blatte angezeigten Firmen sich stets auf den „Gottscheer Boten" zu beziehen. Kasthaus-Gröffnung. Am (2. Jänner werde ich mein Gasthaus in Schwarzenbach Nr. 22 ‘eröffnen. Für gute Speisen und gutes Getränk ist gesorgt. Ich bitte um zahlreichen Zuspruch. A^Nz Jaklitfch. Abonnieret und leset den Gottscheer Boten! | Millionen § gebrauchen gegen Keiserkeit, Katarrh, Verschleimung, Krampf- ------------- und Keuchhusten -— ----------- AI HA not- begl. Zeugnisse von Ärzten und --------------------- "' * "'' Privaten verbürgen den sicheren (Erfolg. «Ft» F'aket 20 und 40 KeKer, Dose 60 Keller. 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