(AMbmher °«V- K e ittrn a>. Dienstag V/n 23, Männer tst3«. Sachse«. "»^ resd e n, 6. Jänner. Gestern warb bekannt, baß bereits am Abende die feierliche Beisetzung des keichnams des Prinzen Maximilian, nach seinem nun eröffneten letzten Willen, Statt finden werde. Punct 8 Uhr Abends verkündigte das aligemeincGlockfU-gelaute dic Trauerfeier, Militär und Communalqarde war vom Palais bis zur hohen Kirchtbüre, durch welch« sich der Zug bewegte, aufgestellt; vor der Kirchchüre empfing den Leichnam der katholische Clerus, den Bischof an der Spitze, und geleilete ihn in die Kilche, ans welcher sodann nach gehaltenem Todten-amte die Beisetzung in die kö'nigl. Familiengruft erfolgte. Wahrend dieser Handlung ereignete es sich, baß ein auf der Elhe eingewintertes Schiff, daß di« Wachmannschaft aus Ncugierde verlassen hatte, in Feuer aufging, doch bald gelöscht ward. — Wie es heißt, sollen dieß Jahr Silberthaler nach preußischem Fuße geschlagen werden, und neben dem Conventions-g,ld, wie es bereits mit den Caffenbillets der Fall ist, in Handel und Wandel coursiren. (Slz. Z.) Preußen. Die Kölner Zeitung vom 8. Jänner enthält nachstehenden Artikel: „Aus zuverlässiger Quelle wissen wir, daß der Capitularverweser des Erzbis-chums Köln, Domdechant Dr. Hüsgen, zu Wiederherstellung der früher bestandenen, aber in den letzten Semestern gestörten Ordnung des Studi,»ganges für ^ kathol'. Theologie-Studierenden an der Universität «u Bonn sowohl, als im Clericalseminar zu Köln bereits b" geeigneten Verfügungen undGenehmigungen erlassen h«l. Dadurch werden nun einerseits die Bcdenklich-kllltn beseitigt, welche den Studierenden übcr den Besuch tinker Vorlesungen und Repctillonen gemacht worden sind, und andererseits wirb dadurch te'm dringenden Wunsche eines großen Theiles der Geistlichkeit und des Publikums entsprochen, daß jenen Übelstanden, welche für die Bildung des llinftigen Glerus nur die grö'ßt.n Nachtheile haben mußten, auf angemessen« Weife abgeholfen werden mochte, (Ost. B.) Frankreich. Am 6. Jänner empfing der König dle groß« Deputation der Pairskammer, welche Seiner Maje» stät die Adresse als Antwort auf die Thronrede überreichte. In der Deputirtenkammer-wurde am s. die Verlesung des Adresse-Entwurfs angehört. General Galbois ist zum Befehlshaber in d,r Nord-Afrikanischen Provinz Oran ernannt worden. Zum Commandanten der Artillericschule in La Fert ist dcr General Laplace ernannt worden. (W. Z.) Spanien. Französische Blätter schreiben aus Madrid vom 30. December: Es heißt, die Negierung habe durch ein neues Anlchen fur die Bedürfnisse der Truppcn auf emige Zeit Vorsorge getroffen indem die Bank von San Fernando ihr in vierm^nallichen Tlrminrn je 47 Mill/ Realen, zusammen also 63 Millionen, vorschießen werde. — Die Negierung soll entschlossen seyn, die brillische Legion zu rcorga-nisiren, oder wenigstens die ncch übrige Artillerie und Cavalierie in ihrem Dienste zu behalten. Den likuesttn^Nachrichten vom Kriegsschauplätze zufo'gs, die in Briefen aus Logrono vom l. Jänner (im llonstitutionrl) entballen sind, hatte die Lallistische Expedition, welche om 29 December, 5l^0v Maun stalk, bei Alcanadr« über den Ebro glczürgeu 26 wzr, die Richtung nach Sorl« eingeschlagen, und war bereits in Manilla angelangt. — Obgedachte Briefe aus Lograno melden gleichfalls, daii Gomez in Freiheit gesetzt worden, und ihm das Commando «iner zweiten Expedition anvertraut worden sey, die Hl» Bataillons stark, über Hrias, nach Cajtillen vordringen soll. Ein Schreiben aus Vayonne vom 2. Jänner (lm Journal beä Debacs) meldet: „Die Nachricht von dem Marsche eines Theils der Carlistischen Erpedition gegen Nieoernauarra und die Ribera, unter den Befehlen Basilio Garcia's, war richtig. Dieses Corps, au? castttianischen Bataillons unl> in größerer Zahl aus Hrragonesen uno V.Uencianern bestehend, ist von den Truppen der Königinn del Menoaoia, zwischen Viana und Lodosa, eingeholt, unt» weim min dem ersten Bericht, der gestern Abends hier eingelaufen ist, G^auoen beime,sen oacf, voUjtanoig Zuschlagen ivoroeu Man sagc, 0eber liegen ssll, bei der Affaire oon Menoavla persönlich com» M^ndirt hat, oo es elNer seiner Uinecseldherren gewesen ist. — Andererseits erfahrt man, daß o oeü Marquis von Höueoa zu gleicher Ze>t «n Bewegung g«se^t hallen, rsayrend ^)ilsili» Garcia seine lüe.vegung gegen '^iaoarra aas. nchrte, üdcr Friaö unl» ClUa^erlala eMlge Stunden weit über den^oco vorgeragt waren^ aoer ein rascher Marsch des Gencrals Hirmin Iclarte, der ihnen mit elner starken Colonne von Medina del Poinar in Altcastilien entgegenrückte, nöthigte sie zum Rückzüge, lmd sie sind über den Edrs zurückgekehrt. ^ Man hat in Sln Sebastian die i R^tls, die aus l>3 St-mden entfernt war, gehindert zu werben. — Die englische Fregatte Inconstant ist zu St. Sedastian eingelaufen,-iyre Ladung besteht aus einer großen Menge Waffen, Pau, 6. Jänner. Die Nachrichten von der Carlistischen Expedition sind noch immer so ungewiß uno verworren, daß man kein rechtes Vertrauen daraus haben kann. Am 13. hielt Don Carlos Wu-sterung über 12 Bataillone, nicht üder ^i, wie mün anfangs sagte, bei Amurrio, hielt ihnen dann eine Anrede, und lieft einige noch fehlende EquipirungS-stücke unter sie austheilen i es scheint aber, daß sie >lch elst am ^«. in Marsch ftljien. Die Haupcexpe? dition unter Guergue, 9 Bataillons stark, soli am 2?. vei der Hurt von Sunciuo ^wlschen Ona un> ^'i.las, wenn lch nicht icre> uoec oen Eoro gesetzt, uno die Vorpo>len oec Qluijion ^llrmin Iriarte's, welche in Medina del Pomar iceht, zurüctgeolängt haoen. Spatere Nachrichten sehen hmzu, daß dies< Expeoition ihrerseits von dem General Buerene, welcher ungefähr 20 Bar. in Hltloria und der Utw gegeno befehligt, verhindert worden sey, m Castilien vorzurücken, auem dlese Nachrichten suit» um so un' geivijser, da man nicht eunnal genau die Bestimmung dieser Expedition kennt. (Allg. Z.) Oroß vr» tan n ien. Ein Correspondent der Times schreibt «ui Montreal unterm 9. Dtcember: «Die Emporunz ist am bluffe Chamdly fast als unterdrückt zu oetrach-ten. Am 7. kehrte eine Adthcttung l'on 500 Mann Truppen Hither zurück, weiche üder Maska, St. Deniß, St. Charles, Point ^Olivier, Chambly, U. s. w. marsch ill i aus ihrem ganzen W..ge stießen sie aus kemtn einzlgen !)l«beilen. Die HadicanS (ft heißen, wie schon erwähnt, die Bewohner des platten Landes), kamen zu Dutzenden, üderlieserlen ihre Waf-fen, und drückten ihr Bedauern aus, daß sie sich von Menschen hatten verführen lassen, von denen sie in der Scunde der Noth feig verlassen worden s,p»n. DaS Kriegsgesetz ist nun für ganz Nieder-Caimo» proclamirr, und auf die Hadhastivcrdung von ungt-fäl>r 20 Anführern find starke Preise gesetzt. (Mg. Z.) London, <. Jänner. Mit dem Gouverneur von Ober-Canada, Sir George Arthur, t>u sich am Sonnabend auch der Oberst Cathcarl, als Überbringer, von Depeschen für den General Lieutenant Sir John Colborne, nach Canada eingeschifft. Der Oberste Lieutenant Wetherall, der die Espe-dilion gegen St. Charles in Canada befehligt«, ist d«r Sohn dli brittischtn Generals Sir Fr. A. We: 27 therall und der Bruder des Oberst Wetherall, ehemaligen Commandeurs der britcischen Legion in Spanien. Das hiesige statistische Journal gibt in seinem Journal-Heft die Bevölkerung von Nieder-Canada aus 600,000 Einwohner, an , wovon 210,000 britti-schen und 29UMl> fanzösischen Ursprungs die Bevölkerung von Ober Canada soll sich, demselben Blatte zufolge, aus 575,000 Seelen belaufen. Das Journal de Llege enthalt folgende Bemerkungen über Englands Besitzungen in Amerika: »Alle Blicke sind letzt in Folge der ungünstigen Nachrichten, welche man in London zuletzt über den Erfolg des zwischen den Canadiern und der englischen Armee ausgebrochenen Kampfes erhalten hat, und di? in jener Hauptstadt die lebhaftesten Besorgnisse «riegt haben, auf Canada gerichlet. Die Englan-d«r haben ziemlich umfangreiche Besitzungen in Ame-rikä; a«ir mit Ausnahme einiger Inseln steht die Bevölkerung keineswegs im Verhältniß zu der Aus^ dfhnuna. des Gebietes, und auf einer Fläche von 65,600 Quadrat-Mpriametern beläuft sich die Ge-fammczahl der Bewohner an Ansiedlern und Einge-bornen kaum auf 2 Millionen. Die gröhle dieser Besitzungen ist der weilc Landstrich, der den Namen Neu-Britannien führt und zwischen dem 59. und 142. Grade westlicher Lange und dem tzi. und 80. Grabe nördlicher Breite lirgl, begränzt von dem nordlichen Eismecr, der Basslngs - Bai, der Davis-s^en Meerenge, dem atlantischen Ocean, den vereinigten Staaten, dem großen Ocean und dem russischen Amerika; er ist von Osten nach Westen 1200 L-ems lan.q und von Norden nach Süden 850 Lieues breit / aber seine Bevölkerung besteht kaum aus 700,000 Seelen. Der wichtigste Theil von Neu-Britannien ist Canada, welches daS südöstliche Ende desselben bildet, und anew die Hälfte seiner Ge-samnnbevölkcrung, nämlich ungefähr 470,000 Einwohner umschließt, «ine für eine Fläche von 260 Licues und 95 Lieues Breite immer noch sehr dünne Be' vclktrung. Quebck, die Hauptstadt, am St. Lo-renz-Strom, hat beinahe 30,000 Einwohner, und Montreal, an demselben Scrom, 70 Lieues von Qucdek gelegen < nahe an «0,000. Die über Nm-Britannien verbreiteten eingebornen Völkerschaften k'ub gvößtentheils noch unabhängig: sie schweifen "dne feste Wohnsitze umher und beschäftigen sich l" 0^.1 theils mit der Jagd und dem Fischfange; u.lc m Ca^ida und in den daran stoßenden Gebiets-lheilcn findet man eine Bevölkerung von europäischer Gevctt eder Abstammung. In Nieder. Canada rech: net man 275 000 Einwohner von französischer und 60 bis 70,000 von cngüscher Herkunft. Der z-ebir: gige und mit Waldungen bedeckte Boden liefert Bauholz in Menge, welches man auf dem St. Lorenzo Strom leicht fortschaffen kann; reiche Eisenbergwerkt werden daselbst ausgedeutet, und di? Küstengegenden sind fruchtbar an Getreide, Zucker und Tabak. WaS aber den Bcsih dieser Colonie für England besonders wichtig macht, ist, daß es von dort aus stets ein wachsames Auge auf die vereinigten Staaten haben, kann. und die letzteren würden ihrerseits wahrscheinlich die Emancipation eines Landes, nicht ungern sehen, welches durch Abschü'itelung des englischen Joches die .Union von einem Nachbar befreien würde, den sie zu fürchten gelernt dac. Die Aufregung, welche die Nachricht von der Niederlage der englischen Truppen in London hervorgebracht hat, ist da: hcr nicht gering, ja, die Existenz des melbournischen Ministeriums scheint sogar dadurch bedroh: zu seyn. Man ist daher auf dem Continent nichc ohne Grund sehr gespannt auf die weiteren Folgen j^^er Begt-benhcic." (Prg. 3 ) London, H. Jänner. Da die Minister ent» schlössen sind,, den Aufstand in Nieder-Canada um jeden Preis zu unterdrücken, so soU unfere Armee, Wie das Gerücht geht, um 20,000 Mann verstärkt werden. Diese Zahl- ist wahrscheinlich übertrieben, doch darf dabei> nicht außer Acht gelbsten werden, daß das Heer (ungerechnet die Armee in Indien) in den letzten sechs Iabren allmählich von 96,9'H auf 89.663 Mann zurückgebracht worden war. Allg Z.) Herr Roebuck gibt, um zu Gunsten der kanadischen Insurgenten auf die öffentliche Meinung im Mutterlande zu wirken, ein Sechopence - Wochenblatt, unter dem Titel: Canadisches Portfolio, deraus. — Der Anführer der Oder-Canadischen Rebellion, W. L. Mackenzie, Hal sich schon früher durch seine Feind-scligkeit wider die Negierung bekannt gemacht. Er wuvde mehrere Male aus dem VersammIunK-shaustz angeschlossen. — Wie der katholische Bischof von Montreal die Angehörigen seines Sptenqels zur Treue gegen die Regierung ermähnte, so ermaknte auch der katholische Pfarrer zu St. Hyacinthe seine Gemeinde, die Waffen niederzulegen. (W. Z.) 5^u Keinrich. ^erttger: Blma; M. GyZer v. Rleinmapr.