faibllchelMMtung. ^1 <, ! ^^ N. il. !,>,,ll,,. a. 5.^'. ssiil die <>ift^lmi!i ,n« Haus -^"^» h»ldi.5>»:r. ^itvcrPoNgaüzj.fi. 15. balbj.fi.7.50. Doilttcrslag, 8. Juli Hniertl on»i>edizhl di.< ia Zeilen: nnc.! 6l» l:., >« ^)/»sk «!!!.<<<, l^H»»/^ ^m. l(^?r. u.s.w. ^ulsriioli^flnnpel ^d^tm. 5,»!'.. * ^ Llilltlichcr Theil. D:r Ilistizmimstcr Hal di.' bci dcm tirolisch-vorarl-befischen Oberlandcsgcrichtc erledigten Hilfsäü'lerdirec-tmnbadjunetcuslcllcn dcm Official bei denselben Ober-laudcsaerichtc Johann Waller uud dem Dircctious-adjuncicn des ^andcSgcrichtcs in Innsbruck Anton Ebelli n verliehen. Am 0. Ilill I8W N'urdc in dcr l. l. Hos- lind SlaalS-dnMmi dnij l.I. Slilck dcö Neich^eschblatlc^ au^qraebcn nüd -ll, 12., dng Urbrniiilommcn dm» .^. Iliin l«<>9. welches auf "rund drs Wch'lM uom 23. Altai 1«»!!) zwischm o^m k, l. ^niid^l^iniuisl^ililn und dcm t. l. ssinau;miiiist^riiim in ^niretiiilg dcs t, t. Acrarö riiittil'itl« uud dr„i Vrrwnlluuc,^-nnhr dcr l. k, priu. .«ais^iinElisalirth-Vahn aiidnvls^!^ MM Zwtttc der Umslallima, dcr Lili^Niidwciscr Pftrdrliahii u cnic ^ocomotiu-Balju mit riucr Zivcigvayn vou War!-^"'5 ncich T,, Balcxiiii zur Pcrm'iidmin dcr Kaiscr-Fran;-^^.N'Pli-Valjii mit drr Kms^iii-Elisadtth. und dcr Krou^ Nr >.>."^' '^^ls.Vahi, al'^schll'ssc!! nwrdcn in; '^ ^',^tt!,dmachiiiiiistcrinmö vom Z<). Imn! l"^>,' ulicr dic Crlvcitcruuf, dcr Bcsiiqnissü dc^ oslcrrcichi' ^ir i<>, ^.^"'^l^'l>am!ci< im Lisciibalmliofe in Paszau; i^ .s ^"udmlickniua. dcs Fi!iliu,;mliustcriii,!l^ voin ^. Iliüi '^^' wcqc» <3,richa von PiinziniiiaMällm in Vr;czn» l>nd Drohovy^z. (Wr. Ztg. Nr. 152 vom «, Juli.) Nichtamtlicher Theil, Laibttck), 7. Juli. m«l, ^'^,^"üchtc ^ion einer französischen Ministcrkrisiö ^°licn mcht verstummen. Die ..Fr. Corr." bestätigt diese tn^ " - '"" ^'" Beifügen, daß namcullich die Soun- nssooul,c nlif dcm Äonlcuaid sich stnrk mit solchen Cc»,-> a"«? ^'I'chäftigt. ?iach dcr ..ssr. Corr." ucrsichnt niaü. ^i) ^olcher anch die Seele der ncncn Coiübinatiun sein lvcrdc. l^ine Lösung ist, wie es scheint, fri'chcstcuö nach bc>' Debatten zn newär>iacn. zu welchen die Interpclla- loi, dcr Mittclparlci Anlaß gcbcn wird. Dicsc lctztcrc lnclt in dcm Sitznnaosaalc dcr Vndact^Diiiniission cim "cue Vcrathnnci, die zn dein Beschlusse führte, cinc auc< om ycrrcn ^hcuardier dc Baldwmc. Darn, Sc^riö. -"ufftt. ^cfcM'c-Portal.'!s und Emile Ollimcr bcstchcndc ^'mn.sston mit dcr Redaction dcr Erklärung zn be-num^en welche den I»tcrftcllationt<-Antrng cinbeakitcn im 9^.'f. > /'!.'"'l^" sollte heute zusamiucntrcten lind un Laufe des Nachiuiltags bmits ihr n Entwurf ciner neuen Plcnarversammluna. uorlcgcu. Ueber die Inkr-pcllation des Hcrrn Dnmiral äußern sich die Organe, wie der „Public" nud die „Palric." so lopsschnttclnd daß sie von dcr Regierung sclkst altsgegcbcn zu sein scheint. B>ic verlautet, hätte das Bureau, dcm die Prüfung dcr Wahl dcö Hcrrn v. Sllubcyrun zugefallen war, die Fnnctioncn ciucc' von dcr Rcgicrung ernannten Untcr«O>.uw!.'rncurö dcö Ercdit-Foncicr für unucr-ciubar mit dem Abgcordnctcn-Mandat erklärt." In Betreff der Eröffnung dcr Delegationen hält man an dein anfangs flirten Termin fest. Dcm uom ilricgSminislcr vorzulegenden Militärbudget für 1870 wird, cnlsprecheud den seitens der Delegationen geäußerten Wünschen, ein Auöwciö iwcr die verschiedenen Fondo bcilicgcn, welche dcr Verwaltung dcö itriegsministcrinmö nnlersttllt sind. Ueber diese Fonds gehen uns folgende verläßliche Angaben zu: Die Höhe des Slellucrtretersondö beträgt circa 34 Millioucn, und ist es unmöglich, bei diesem Fonds dermal einen Liquidation^adschlnß zutreffen, weil die durch die neue Hecreöverfassung bedingte Veränderung dcr Ansprüche an denselben crst in einer langen Znt genau beziffert werden kann. Dcr InvalidcnfondS besteht dermal ans Obligationen in W. W. für tts).'.)12 st. E.-M. für 3,')75'.<.'48 fl,, Oe. W. für 3M).U>5) fl. nominell. Dcr jährliche Zinfengcmiß hicuon beträgt ohne ^»tencl ZZ4.W7 fl. Der Fürst Schwarzcndcrg'schc Invalidcu-funds beträgt: IZl'x^ö fl. W. W., 02^.488 fl. E.-M. ^l'.».121 ft. Oe. W. Obligationen, deren jährliche Zinsen 50.05)5) ft. betragen. Dcr Stand des kleiücn Invalidcnfonos ist 105i.374 Gulden W. W., 3,034.033 fl. CM.. 105.9^2 fl, ü. W. Obligatioilcn mit 224 739 st. jährlichen Zinsen. Der allgemeine Grcnzvermögcnsfonds ist 1,802'!»22 st. EM., !)cn Juli: Die Gerüchte, welche anläßlich des Besuches dc« Viee-Königs von Egypten in Wien im Umlauf gesetzt wurden, haben dcm Grafen Bcnst zn einem ^tnndschrci-ben an die dsteücichisel) ^ nngarischcn Vertreter im Ans-lande Anlaß geboten. Das betreffende (franzöfisä, abge^ faßte) Actenslück ist vom 19. Juni d. I. datirt und lantct: „Nachdem dcr Aufenthalt des sihcdivc von Egyptcn in Wien zu falschen nud übertriebenen Gerüchten über die politischen Zwecke dcr Reise des Vice-Königö, welche von den öffentlichen Organen verbreitet wnrden, Anlaß bot, setze ich Sie mit Gegenwärtigem in die Lage, diese Gerüchte anf das richtige Maß zurückzuführen. Der Wiener Hof war bei der großen Zuvorkommenheit, mit welcher er seinen Gast empfing. sorgfäl< tigst bcmül't, die berechtigte Empfindlichkeit dcr Pforte zu fchoncn. Die Rechte und die Stellung dcr snceränen Macht wnrdcu in nachdrücklichster Weise durch die Anwesenheit des türkischen Botschafters bei, dcm offieiellcn Empfange nnd den Hoffcslcn conslatirt. Der Vicc-Ktmig schien die Gegenwart des Vertreters des Snltaus ganz natürlich zu finden und wußte sich durch sciuc cbcuso tactvollc als rescrvirtc Haltung die wohlverdientesten Sympathien zu erwerben. Alles was über vorgebliche, in Wien von dcr cgyp^ tischen Regierung eingeleitete Unterhandlungen mitgetheilt wurde, gehört in das Bereich der Erfindnng. Die CapitulationSfragc wurde unr in ganz allgc^ meinen Ansdrnckcn iu den Unterredungen des Khedive nnd Nubar PaschaS mit dcm Grafen Vcnst berührt. Von einem Projcctc der Neutralisation des SnczcanalS wurde anch nicht die leiseste Erwähnung gethan und mir ganz zufällig uud ohne Form der Einladung geschah es, daß Sc. Hoheit dcm Wunsche Ausdruck gab, Sc. Maj. dcr Kaiser uud König möge sich entschliefen, der Eröffnung des Eanals keizuwohnen. Die Reise des Khedives war ein einfacher Act der Eourtoisie, ohne jegliche politische Bedeutung. Dies sind die thatsächlichen Verhältnisse, vou denen Sie in Ihren Unterredungen mit den Mitgliedern der Regierung, bei dcr Sie beglaubigt siud, nach Erfordcr-niß Mittheilung macheu wollcu. Genehmigen u. f. f. Graf Äcust m. i>." ^lnc S'itzung im englischen Nntcrhnuft. s«" ^,^'laubuiß,, den Sitzungen des englischen Par-' a.ucnts beizuwohnen, wird als specielle Begünstigung rliycm und aufgenommcu. Die Einlaßkarten werden oa mait wie beispielsweise in Wien, von den Ordnern ocs yau es. s, lange die Ranmverhättnisse es gestatten, unter das an,tändig gekleidete Publikum vertheilt Da "u.ß man guter Eltcru Kiud sein oder doch gntcr Eltern .. ^ kennen (als solche werden jedoch cmch Konstablcr tl?.?1!"' ^ ^' "uwi.Ut!), wenn man dieser Gunst "cllhastia, werden will. Es steht nämlich nur den Mit'^ Plcdcrn des Hanfes frei, orä^ ol ^nii«8iuu M Pcr-luncu dlc sie protcgiren wollen, ausstellen zu lassen. 0as cr,tc Mal, da ich einer Sitzung dcs Uu-< " ."'^f beiwohnte, war mir dcr Einlaßschciu von ciucm «l''/^lcr °dcr Polizcimann frenudlichst beforgt worden, "cl dlc Galerie für das Pnblieum, wohiu meiuc An-Al,.. . ^^' 'Ü jo hoch uud vuu dcm Gros der ^c°rd,,^.^ so weit cutfcrut, daß ich kaum die Red-ini/, "^, ^N'tNvcigc denn verstehen tonnte. Hudcm ist Saald r? ''"' "^ ?^>"^ ^',ch das Bcnehmcu dcs thront ui^v ^"' '"»'udcvull inucrhalb am Eingänge "erleidet w !^ ^es'uhcr geradezu lyrannisirt. höchlich deu dcr E°V^' ^^"' ""^tc den Platz einnehmen, cin wcnia ,. ^cncr ihm anwies. Erhob sich Jemand "I" sogleich ^^'"'^'^''"' l'csftr zu betrachten, herrschte scl.t uNovv^I, 8Ir! (Nicht crlanbt, Herr!) wieder in die Tasche. Ich mußte mich daher diesmal mit dcr Beobachtung dcr äußcrlichcn Vorgänge begnügen, Ich bemerkte jedoch, daß iu dcu cigeullichcu Abgc-ordncteusaal auch Veulc eingelassen wurdcn, denen ich es ansah, daß sie selbst keine Abgeordnete waren. Diese Beobachtung nahm ich mir vor, bei einem zweiten Besuche bestens zu benutzen. Einige Tage später veifüatc ich mich wieder zur Westminster Hall, entschlossen, das Ziel meiner Wünsche, wcuu nöthig, durch ein erprobtes Hausmittel - das meinc:, Lesern für ähnliche Anlässe hiermit bcstcus empfohlen sci — nämlich durch Keck-heit zn erreichen. Ich stritt also kühnlich zur Pforte dcr Eingaugohallc, dcr prächtigen St. Stephens Hall. Pflichtgemäß fragte mich der dort postirtc Policeman nach meiner Einlaßkarte. 1 ^lmt to 8pollk w u mcm-dor (ich will mit ciucm Abgcorductcu sprechen), antwortete icb, und er ließ mich pasfircu. Dank diesem Scsamsprüchlcin. das ich wohl noch vier oder fünf Mal, und zwar immer u:it gleich gutem Erfolge anwendete, gelaugte ich durch alle Polizeiposten ungehindert bis in die Vobby. Unter den vielen Members, die im Vorsaale circn-lirteu, erkannte ich uach den von ihm verbreiteten Porträts den berühmten Disraeli. Ich sah genug cincm Ausländer ähnlich, nm ihn nicht kennen zu müssen. Der Piquanteric halber sprach ich dahcr dcn damaligm Premier selber um einen Einlaßscheiu au — und zwar verlangte ich ausdrücklich, in dcn Saal selbst eingeführt zu werden. Recht gern, antwortete er freundlich, warten Sie gefälligst cincn Augenblick— und bald darauf wurde ich von einem Diener, den m.'in Protektor herbeirief, in dcn Saal eingeführt. Es befinden sich nämlich uutcr dcr Galerie auf gleichem Plaue mit dcn Abgeordnclcu-bänkeu, wie diese ausgestattet uud sogar sich an diese anschließend, längs der Wand. dem Präsidcnlcn gegenüber, Bänke für Gäste, Freunde uud Bekannte dcr Members. Ich N'ilim in der »orderste» Bank Platz nnd hatte nun hinlängliche Muße >md Bequemlichkeit, dicscn interessanten Schauplatz genauer ins Auge zu fassen. Der Saal ist ciu längliches Viereck, mit Eicheu-tafclu ausgelegt. An den beiden Vreilcnwändcu bcfiu >e>! fich, dein Präsidenten gegriiübc,', eine amphilhcalra' lisch mit Bäüten veischeoc Galclic für das männliche Püblicum, „caenndcr. obcth<üli dcs Piäsidenicusluhles, e ne Galerie für dic Ionruallstcn i.'iid über dicscr, bis an die Decke mit sich kreuzenden Stäben vcrailtrrt, eine Galeric für das weibliche Pnblicum. Diese letztere Gilcric lrinlielt lebhaft an die sogcuanuten ..Weiber« schulen" >n »n.M'ischeu und polnischen Eynalioacn. Au dcu Läu,icinuä!>den, n.»he der Dccke, lassen mit luiistvollcn Glasmalcicicn licschmückte gothische Fenster ein mattes, gedämpftes Vicht iu dcu Saal dringen. Mitten in der Decke bildet eine runde Oeffnung den ^ichtcmcll, i>, dem l'.i eintretender Dunkelheit dcr L>ucht-,ipplN0t plötzlich aufflammt und dcu ganzen Saal ta-,,esl)cll elleuchtct. Ungefähr zwei Drilte'l dcr Breite ,'cö Saales, je ein Drittel auf jeder Seite, siud vou aiuphiiheatralisch sich crhcbcudcu, mit Roßhaar gcpol' steiten und mit grünem ^cder überzogenen Bäulen fi!r ^ie Ab,,cmdnclcn cincicnommen. Da5 miltlcrc Drillet ocr B'citc ist frei. Die Bänke ziehen sich auch an dcn ^citcnwändcu 1'iu; nnr wcrdm sie da nach dcr ganzcu Höhe von dcn Hnupteiugängcu unlclbiochcü, deren je eiucr hinter und gelieliüber dcm P,äsidcntc>lsitze angebracht ist. Der Präsidcuteusitz, cin thronähülicher Stuhl, lleht an dcr Spitze dcs Saales, mitten in der durch 1142 Der 3. Juli in Dcrlin. Die Berliner „Zukunft" erinnert daran, daß. wül> rend die Feier der Befrciunaölricge Jahrzehnte hindurch mit Begeisterung begangen worden war, schon der dritte Jahrestag von Königgrätz ein glcichgiltig stilles Geschlecht gefunden habe. Ein paar Feuerwerke, ein paar poetische Inserate, nicht wehr. „Die „Berliner Presse," schreibt das genannte Blatt, „hat ihren Patriotculalcndcr heute in die Tasche gesteckt, die „Nat. Ztg." schreibt über Stempelsteuer, die „Kreuz« und Spcncr'sche Ztg." über das Concil, die „Nordd. Allg. Ztg." über englische Versichcruu^3gcsctzgcbuug, die „Volkszlg." grämt sich um Fournicr, die „Boss. Ztg." endlich, in raffinirtcr Bosheit, spricht über die Gcsnndheitszuständc in den Armeen und hebt die gar nachdenkliche Ziffer von 1^4 Selbstmorden hervor, welche das norddeutsche Äundcshecr im Jahre 1808 ausweist. Dies Schweigen der öffentlichen Mcinnng, von allen Seiten und Parteien her ist ein wuuderlich Zeichen, das gar harmonisch übercinklingt mit der Stimmung des Melden dieser Tage, der es satt hat." Dazu bemerkt nun das demokratische Vcrlincr Organ: „So rasfcn wir uns denn auf nnd erweisen der Gcdenkzeit ihre Ehre! Schon einmal ist die Sonne des 4. Juli aufgegangen über einem großen Siege, reineren vom Blntdampfc ungebrochenen Strahles als jüngst in den böhmischen Wäldern. Am 4. Juli 1760 ward die Unabhängigtcitscrklärung der dreizehn Vereinigten Slaa ten von Nordamerika ausgesprochen, am 4. Inli hub jene glorreiche Rebellion an, welche in siebenjährigem Kriege sich durchkämpfte und die Republik begründete, die nun in aber sieben Jahren ihr erstes Süculum abschließt, sicherer gefestet denn je und ihr Banner mit den machtvoll fich häufenden Sternen näher denn je nach der alten Welt hcrübcrschwingcnd. Vor diesem Gedenktage beugen wir ehrfurchtsvoll das Haupt und heben es in unbcirrter Hoffnung . . ." Wer wollte das linke Nheinustr verkaufen? Dicfe Frage beantwortet eine Korrespondenz der ,.N. Fr. Pr." aus der Schweiz, l.Inli in folgender Weise: Gestatten Sie mir ein paar Worte zur Würdigung einer Sache, die gegenwärtig gerechtes Aufsehen erregt. Ossiciöse preußische Blätter verbreiten seit einigen Tagen mit großem Eifer, Oesterreich habe für den Krieg von I860 die Rheinlande oder daS linke Nheinufcr an Frankreich verkaufen wollen. Herzlich dümmer konnten fie wohl nicht sein. Bismarck war eö, der Unterhandlungen solcher Art mehrmals gepflogen hat, namentlich zweimal. Wessen ich mich noch darüber erinnere, ist Folgendes: Bismarck war bekanntlich im Winter 1861/02, nachdem er als Gesandter in Petersburg den Boden dort sondirt hatte, zum Minister-Präsidenten in Berlin dcsignirt, ging aber, bevor er diesen Posten antrat, als Gesandter noch Paris, um auch dort zu soudircn und — wie man in Paris sagt — das Werk zu krönen. Dies gelang ihm. Preußen, so wurde, allerdings vorläufig, abgemacht, erhielt freie Hand in Deutschland, Frankreich erhielt dafür den Rhein; auch von einer Theilung Belgiens war dabei die Rede. Die Bcrhandluugcu hatten staltge-funden im Frühjahre 180^!, wenn ich nicht irre, im März. Im Mai bekam ich glaubhafte Nachricht darüber, direct aus Paris. Ich theilte sie der damaligen „Neueu Frankfurter Zeitung" mit; der Artikel erschien im Mai oder Juni, keine andere Zeitung nahm, so viel ich weiß, Notiz davon. Man hielt wohl die Sache für unglaublich uud aus Prenhcnhaß erfunden. Bismarck hatte bald nachher feinen Posten als Minister-Präsident angetreten. Schon im Winter 1802/03 begannen Händel zwischen Preußen und Oesterreich; sie hatten keinen Erfolg. Der November 1863 brachte den Tod des Königs von Dänemarck uud für Bismarck das, was er haben wollte und was er — man muß es ihm einräumen -^ mit großer Oeschicklichkcit zu benutzen wußte. Im Spätsommer oder Herbst 1805 zweifelte kein Mensch mehr an einem Kriege zwischen Preußen und Oesterreich. Im October 1865) reiste Bismarck nach Biarritz, Noch chc er seine Reise anlral. wies ich in der „Ncucn Frankfurter Zeitung" auf jene Verhandlungen von 1802 zurück, die nunmehr in Biarritz ihren Abschluß würden finden sollen. Der Artilcl tonnte jetzt nicht unbcachtcl bleiben. n»r die officiöjcu preußischen Bläl tcr ianorirlcn ihn. Andere Berliner Blätter ! B die „Volközcitung," versuchten sich in Witzen überilm' Seit dem Sommer 1860 weiß die Welt die Wahrheit Dic preußischen Blätter des Sommers 186<>) wollen jctzl die Sache umkehren. Ich habe noch wenige Wortc hin^zufügen Es war meine Absichl, meine Artikel >"' /^'""' ^rautsurlcr Zc.tung" au5 dcm Mai (°dcr Ium) 1802 und October (oder September) 1805 n, rcproducircn. Ich selbst besitze die belrcffcndcn Exen,-plarc mchl. Me.ne E>ku»digunaeu bei der Redaction dcr Zc.tuna (zetzt Frankfurter Zeilung^ w Frantinrl ^^ '"« die Preußen bei der I.wasion im I 1800 sämmtliche Exemplare der Ze,tung weggenommen t'"^ ^'^den hatten. Ich habe anch a> d s wo wmn Abdruck memcr Art.lel erhallen tön cu, , n also auf deren Reproduction verzichten wem/ 1. vielleicht die gegenwärtigen Zcilen' 1!um A „A „Neuen Franksuricc Zeitung aus ienen ^. °er lassen moch.en, die Artikel w e^ " ^ "7"' Ich mache indeß aufmerksam dara f °^ ! ^"' I.hre (oder war es noch in die ft ^ e ue ? 7"°"' Korrespondenz in der „Neuen z e» P ssF^!^"er Artikel hiuw.es und de-, Herrn v^.^ i l Me "uffordcrtc, s^ Äcrlmcr o,s.clo,e Prc„c anlwortcte damals c - '..< ? cdcs cinzel.'c Wott, daS i„ Wieuer?^. ^ ^' ""l Preußen und namentlich gen M^ iel>e Aufforderung leine Sylde '^""^ «>'f Das Concil regt fclbst je„c Alätlcr, welche sonst mit Rom m.t znmlich gutem Fuße stehen, zu ernsthafte'"^« t^ .N'n an ^o z.V. .e prenßische ..Krcuzzei.uug" auch »e findet ,lch veranlag, dem Concil den R.tl,'n> er .hellen daß es politische Gegenstände n ch bel)a de n ^nze:!"über'w3U'7^d7e^'^'"^ willen die Nachgie^ mau ,n Rom u.cht vergesien, meint die Kreuneituua '' Was die Zeit des wird die von einiqen italicim^'., «,< .. ""'>>'''" W.chM,..,«- da« (i»«c>, !°! d^ ,^^^'H „.. December diese« I»h„« zu,»m. ' e «"! gesetzte Meinung war dadurch entstanden, daß ein berühmter römischer Arzt kürzlich sagte, das Concil sei für die Gesundheit des Papstes sehr gefährlich, da er sich in seinem jetzigen aufgeregten Zuslaude dcr Gefahr aussetze, bei der geringsten Opposition von cinem Schlaganfallc getroffen zu werden. Doch scheint der Papst, für welchen das Concil bereits Gegenstand nnd Inhalt scincS gesummten Denkens geworden ist, diesen Umstand »icht zu berücksichtigen. In Rom, wo nebenbei gesagt dcr französische Gc< sandte v. Äaimcvillc Jedermann versichert, er werde nächstens abberufen, wird übrigens eine NleDaillc gc' prägt, welche zur Erinnerung an das ökumenische Concil dienen und jcdem Bischof zum Andenken gegeben wci' den soll. , - ^ Oesterreich. Wie», 5. Juli. (Ein M i niste rial-Erlaß über Geschäfts Vereinfachnngen.) Das Mi' nistcrium des Innern hat an die Statthalter nachstehen» den Erlaß gerichtet: „Aus Anlaß dcr vom Ministerium des Iunern gestellten Nachfrage über die Geschäfls-Ver^ eiufachungcn und Erleichterungen, welche bei den politi-schcn Behörden insbesondere durch die Ucbcrweisung von Geschäften an die Gemeinden erzielt werden könnten, haben einige LaudcSchcfs auf die Erhebungen über Braud-schädcnfällc hingewiesen, welche bisher durch dic politi schcn Behörden im Interesse dcr Brmidschadeu-Vcrsichc- ^ rungs-Anstaltcn vorgenommen werden und welche künftig den Gemeinden zu überweisen wären. Da nach den Statuten aller dieser Anstalten, auch dcr älteren gegen seitigcn Provinzial-Austalten, welchen in früherer Zeit manche Begünstigungen von Seite dcr Regierung zuge' standen worden sind (mit geringen, hier nicht näher zu erörternden Abweichungen), die zur Ausmittlung der Ent-schädigungs-Ansprüche nöthigen Erhebungen durch die Organe dcr Anstalt selbst vorzunehmen sind nnd eine amtliche Erhcbuug durch öffentliche Organe nur bei dem Eintreten öffentlicher Rücksichten stattzufinden hat, ! so ließe sich die Wahrnehmung einer Ucbcrbürdung ! mit derartigen Geschäften wohl nur dadurch er' klären, daß entweder die Erhebungen aus öffentlichen Rücksichten in unnöthigcr Weise ausgedehnt wur-deu, oder daß in Folge einer abusiven Gepflogenheit die Behörden solche Erhebungen, welche den Organen der Anstalten zukämen, selbst von amtSwcgen vornehmen. Ich beehre mich demnach, Euer Excellenz um die Mittheilung zu ersuchen, ob etwa eine derartige Gepflogenheit auch in dem Ihrer Leitung anvertrauten Gebiete besteht, und ob mit Rücksicht auf die bcstchcudcu speciellen Verhältnisse zur Entlastuug dcr politischen Behörden von solchen ihrem Behufe fremden Geschäften eine Vcr^ fügung, uud welche, zu treffen wäre. Hicbei wollen Euer Excellenz auch darauf Bedacht nehmen, daß den Gemeinden ohnedies die Handhabuug dcr Feuerpolizei zugewiesen ist, und daß daher auch die Vornahme der durch blos polizeiliche Rücksichten gebotenen Brandschüdcn-Erhcbun-gcn im Wirkungskreise dcr Gcmeiudeu gelegen ist. Da ferner von Seite cincs Landcschcfs bemerkt wurde, daß durch die Einhcbung der rückständigen Versichcrungs-Betrüge für jene Versichruugs - Anstalten, welche auf Grund der ihnen zustehenden besonderen Begünstigungen das Recht der politischen Execution für diese Rückstände genießen, den politischen Behörden eine namhafte Oe- die Unterbrechung der Vreitemvandbäiike gebildeten Nische, die dahinter befindliche Eingaugsthüre maskircnd. Vor dem Prüsidentensitzc, an ciucm mil grünem Tuche bc-decltcu Tische, sitzen drei Schriftführer nebeneinander. Präsident uud Schriftführer tragen eine lauge schwarze Seidenrobc und eine gcpndctte ki^-taii-Perrückc, eine Vermummung, die durch dcn Eontrast dcr nüchtern-modernen Gesichter auf dcn Fremden geradezu einen ko» mischen Eindruck macht. Vor dem Schliftführcrlischc steht ein anderer Tisch, beladen mit dicke» Folianten, vor welchen ciu lunst- und prachtvoll gearbeitetes Szeplcr liegt — das Symbol dcr Souvcräuclät des Hauses. Ans der vordersten Bank längs diesen zwei Ti< schen, zur Rechte» des Präsidenten, sitzen die Minister oder die sonstigen Vertreter der Regicruna. Hier sah ich Disraeli wieder, — ein fast salopp gekleidete?, ha-gcrcs Männchen, mit glattrasirtem Gcsichlc von ausgc-sprochcn jüdischem TypuS und mit sehr ucruachliissigtcr Frisur, von dcr immcrwährcnd ein ziemlich langes Haarbüschel in dcr Gestalt eincö Fragezeicheiis sich über die kahle Stirne nicdcrschlängclt. Zu meiner Uebcrra-schung sand ich, daß dieser ausgezeichnete Parlaments, redner und Staalsmann keineswegs „auS ciucm Gusse" spricht. Er verbessert sich oft beim Spreche», und daS häufige ..hä, ha," mit dem cr nach dem nächsten Aus. drucke sucht, ucru»z>crt seine Rcdcn sehr uuanaenchm. Neben ihm saß Lord Naaö, Staatssecrctür für Irland, ein behäbiger Mann mit alatlrasirtcm Vollmondsgcsichl und fcilicn graziösen Bcweguugcn. Wie Mühlfcld'S Physiognomie an Napoleon 1. criuucrlc und Schindler Napoleou III. ähnelt, so ist ^ord Naas ein treue« Konlersci deS rothen Napoleon, Prinzen Plon-Plon. Er spricht sehr fließend und beredt und mit tinem Organ, das man gern hört und von dem sich er w.dcrhaarigste Interpellant gern überzeugen läßt. Aus derselben Se.te nn Wmt/der letzten Bank, bemerkte ,ch dcu berühmten arm- und beinlosen Ab eord^ ncten, u°",di,scn wunderbarer körperlicher Gcwaudthe t zurZett^ Auf der linken Seite, unfern von wo ich Platz ae-uommen lM e, saß der berühmte ParlamentS«dner :md National-Ockonom John Stunvl m>:ss «-unbedeutend aussehend furchten Wangen, mit dichten, buschig ''O^ ,p>clenden yaargruppen an den Schläfen wälnend der Scheitel, von der Stirne fast lahl ist. Ueber dem linken Auge verun^rt ^ ' ^ hoher'Bub^ Unwctt von chm bemerkte ich Mr. Whallcl, tw l^wur' w.e er gemeinhin genannt wir Er ist d Greuter es engl.scheu 1 w^ ,^ .mumon« Er Ir ander, aber cr ciscrt ebenso fm.^is^ ^.., ><' ' fchen Katholiken, wie Greuter' ^ geordnctenhausc gegen Protestanten uud Iudeu weöha b er .m Hause sehr uupopular ,st. (z, s,^ ,,f ^.^« sprechen; augcnbllckl.ch leerte ^ ^r Saal. uud außer emcm spärlichen Publlcum, dcn Journalisten, dem Spea. lcr und seinen Schrlftsuhrcru, h^te er nur noch drei odcr vicr Abgeordnete vor sich. die nicht hiuausgiuaen weil sie schon früher elngeschlafen warcn. Dies brinat Mr. Whallcy abcr durchaus nicht außcr Fafsung- "r spricht wacker zu mit Lust und Lebendigkeit wie vor einem gedrängt vollen, aufmerksam lauscheuden Hause Er wcudet sich emphatisch gegen dcn Sitz, den sein gegnerischer Vorredner schon vor einer Viertelstunde verlassen hat, und schleudert die Blitze seiner Beredsamkeit nach ihm hin. Er verhöhnt ihn. begeifert ihn, vernichtet ihn m ottUio, wühnnd sein unglückliches Opfer dräu- M m der Lobby gemüthlich mit scinem Parteigenossen Plaudert und aar nicht ahnt, wie braun uud blau > prügelt cr morgcu iu dcr ..Times" licgcn soll! .4)lc Ungcmrthcit. mit dcr sich die Abgeorducten in' Vau,e bewegen, ist geradezu ergötzlich. Ihre äußere ZMtuug charattcrisirt durchaus nicht jene Würde und Micruchkeil, die man sich etwa als einzig vereinbar m't der hochwichtigen Aufgabe, dcr sie im Hause oblieget', denken Mir. Nein, sie benehmen sich nicht einmal:uit icncm äußerlichen Anstand, dcn man in guter Gesell' schaft zu beobachten pflegt; jeder thut vielmehr, als ob er sich ganz allein odcr in seinem Familienkreise, i» ciner eigenen Behausung befände. — Sie treten ein i" ihrer gewöhnlichen Gcschüftsklcidung und mit dem H"" in dcr Hand und begeben sich auf ihren Sitz. So lv>c sie sich dort niedergelassen, setzen sie dcn Hut wieder alN und nehmen ihn nur ab, wenn sie sich zum Spreche" erheben, odcr wenn sie im Saale circulircu. Sie pla^ dcrn uugeuirt mit ihren Nachbarn, lesen Zcituugen odkl überlassen sich wohl auch mitunter einem — erquicke^ den Schläfchen. Von Zeit zu Zeit erschallt ein lan^ Gelächter, wenn dcr Redner lächerlich odcr witzig i>t> Sie weisen ihren Ansichten nicht entsprechende Bcha"^ tungcn mit lautem.,No, 110!" zurück und bemühen sif interessanten odcr überraschenden Aeußerungen Anfing samkctt zu verschaffen, durch häufig und rafch hi"^ einander wiederholtes „ll<^, 1i0ur!" was dem ^ emcö Neulings wie das höhnische iär iir iir" tli"^ womit die Kinder in Deutschlaud lügen aste Äcschuld' b!spötteln°pst^!7 ^" ^"^"°lscn verdrießlich '" Auf den Sitzen nehmen sie häufig jene start d< n ^'.'^ ?'' ?" bcr steife, förmliche Englä"" mettwurdlgerwclfc ebenso wie dcr rücksichtslofc A<' laner m öffentlichen Localen seinem Körper mit vcsol'de"' 1143 schäftslast erwachse, so wollen Euer Excellenz auch in, dieser Beziehung berichten, ob im dortigen Gebiete diese Politische Execution dnrch die politischen Behörden sclbst oder durch welche andere Organe dieselbe besorgt werde; °^ daraus eine namhafte Geschäftslast für die politischen «chördei, erwachse, und Ihre Ansicht darüber auöspre-Hen, ob und welche Abänderung der dcrmaligcn Gepflogenheit cinzutrelcn hätte." Pest, 5i. Juli. (Sitzung des Unterhauses.) Der Ministerpräsident beantwortet die vor einiger Zeit gcstclltc Interpellation Ioanta'ö bezüglich der uttischeu Bahn dahin, daß die Unterhandlungen bisher noch lein bcstimmtcS Ncsnltat geliefert haben. Die ^icglcruna wcrdc aber bestrebt sein, zu einem Resultate zu gelangen, si? w?roc für die bosnische Linie einen bc-l'cbigcn Ai,sch!nßpl,!itt bcwilliacn, wodnrch dcr von Ungarn gewünschte Anschluhplmtt a^cr allen Zweifel gc-l »telll wird. Der Präsident ertheilt VulooitS das Wort s zu einer Pclsöülich.n Bcmcrlung. Dieser verwahrt sich und seine Partei gegen die vorgestrigen Angriffe des >!W!zm!Milcrs. Der Ixstizministcr bemerkt darauf, cr habe nicht die Lantcrkeit dcr Absichten dcr Oppose Non wohl aber die Zwcckmä^kcil ihrcs Vorgehens in Zweifel gezogen. Das Haus nahm beide Reden ruhig «us. Sodann empfahl dcr Ncfcrcut dcr Ecnlralscclwn noch einmal den Gesetzentwurf zur Annahme und wurde u 'cr Verlandn von 20 Abgeordneten die namenllichc ^b,limmnng anf morgen verschoben. Der Gesetzentwurf '!" ^' Volkszählung wurde in der General» und Spc-cmdcbatlc unvciändcrt angenommen. Unsland. Die lü"^' ^' ^"^' (Convention mitAelgic n.) bailma ' "' Frankreich und Belgien gctroff.ne Verein-Eomm ss-'^ ^'"^ Abends mittrzcichnct werden. Die "'"Mrc werden bcim Handclsminister Grcssicr dinircn. m°„s. b' 5. Juli. (Rcpub litauische Dc-schiede e?^°V'^ ^" "^"'panial" meldet: An ver-st° i >. Punkten Calalonicnö habcn Manifestationen Vü'pM.l"" " "ntcr dem Rufe: „Es lebe die Födcrativ- Dculschc Ncchtschrcibunz. deutschen N^^"^^"""'""lsi°" i'N' Rcgelnng der lich des ... -^"'^""^ u' den Volksschulen ist bczüg-Nicderaks/k »''^'^"' Wörterverzeichnisses von Herrn Vcr:eich^ . ' "^ gestellt worden: es möge dieses qHe o l^/"7^" "ld ^ für den Fall, als das °llle '«' .^^lche Wörtcrbnch nicht so bald erscheinen lnackt ^.,. ' !!.' allgemeine» Gebrauche zugänglich «e-Beck/r'« A/''' Wnnschcnswcrlh wäre cs, daß M. A. ruers Wörterbuch „ach den von dcr Commission ""emdarten Grundsätzen umgearbeitet wcrdc, wodnrch ocr angedeutete Zweck am ehesten erreicht würde. Herr ^Ner unterstützte diesen Antrag, iudem cr bemerkte: ">e Agilen der Commission haben nicht nur in m ? '^''7' sondern.auch im großen Publicum Auf- " ° u c. erregt D.e Schrift, welche die Eom.uission en^. s. ' 5^'" v°ranssichtlich. da sie cinc all- Vc"br it ^ ^''^lsche Belehrung bietet, große würde m Erw^ m "" "'«nercS Wörtcrverzeichniß Der An ra« U Nlcht befriedigen. buch" gehe 'sclir weit ^°^ ..orthographische Wörter-" " '^l well und werde längere Zeit in An- Aperem" ^'" ^- I"dem sie nämlich den Ober- ""d dic Beine so hoch cmpor- nan. ^ . ". ^"bc anf dcr Sitzlchne ihres Bordcr- Sj" ^ °der bei den in den oberen ersten Bänken be än l ' ^ °uch anf den Tischen zu liegen kommen, la c 1 , « ^ "" ^""' ^"p" 'in elwaö nnäslhctischcs la m,ches V. dessen Basis dcr Punkt bildet/ wo der ' U'' mm, anständigen Namen verliert. -. Dagegen 7 "ad// "" '"^'Wdi0 ^n^ii^. ^ma^von k er ^" ^^ zu sprechen, eher verhungern als nent a i.. ""' ?"NlM, die sich durch die Eßms.rn- nckn^ /°".^'" ^"^"" "icht ablösen läßt, wenn "" "" ^)"en "'' Angern nach- Atti.,^'" ,^'Mcstcn erschien mir die oben erwähnte n r l ".'unal «m 5^)aymarket-Theater. Da saß ncbcn t^/'^'"'"' Parterre-Sperrsitz in dcr crslcn »ieihc ein «/..^ ?""^' kl» Elegant vom Wirbel biö zur Sohle. ,7an? °"^"^ llütz/."' "Umälig sein nationales V zu bilden, lllben a^« ^ °"^cli dahin, daß die vordere Spitze dcS-Orchrrs.' ^"^ "''^" Island, welche, die Wand des l"ua w,m/'?'^ überragend, einen dort sitzenden Mu-^"°lade mor,, ""' ^"^"^ fiwnlich umhalsten. Diese Swell durch gleicht den Geiger genircn, abcr meinen anthun sollcu ^ ?^ ^ "^"'" ^^^ "' !'^ "lso Zwang yrannuatischcs'y, ,^ ^ ^"^^ ^'" allgemein anerkanntes ^ "ft die zweit"?/ ^ >.'ch" die erste uud ..Du" überdies noch d^. ^"'°" '^' "' '""^ '"' 6«g.lischen wan I lick/° .^ ^ orthographisch illustrirt wird, daß lleili/,1 9lnf. ^ "ud von (Du, Sie) mit einem llc. „ c „ Anfangsbuchstaben schreibt! (Mgpst.) Spruch nehmen. Derselbe schließe Niedergesäß' Vermittlungsantrag nicht aus i das Wörtcrverzeichniß wird zu einem kleinen Wörterbuch für hehrer und das schreibende Publicum anwachsen und nur die gegenwärtigen Schwankungen hinstellen. Dcr Vorsitzende formulirte das Ergebniß dcr Gerathung : Anstatt des ursprünglich beabsichtigten Wörterverzeichnisses wird ein mit dem allgemeinen Theil als Einleitung versehenes Wörterbnch im t. t. Schulbüchcrverlag herausgegeben werden, während v. Becker die weitere Verfügung über sein Wörterbuch anheimgestellt bleibt. Dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen. Anlangend die Bearbeitung übernimmt v. Becker die historische Einleitung, Eggcr dcu allgemeinen Theil, enthaltend die Grnndsatze und Regeln, während daS Wörterbuch nach Buchstabcngruppcn uon den Commissions-mitglieoern u. Bcckcr, Egger und Niedcrgcsäß hergestellt wird. Kagesneuiglmteu. — (Kaiserliche Epenoeu.) Die „WienerZtg." theilt mit, daß Sc. Majestät der Kaiser der Tiroler Ge-memde Steinach zur Rcstaurirung ihrer durch Vraud zerstörten Kirche eincil Beitrag vrm 500 fl., dcu hinterblic^ bcncn Familien der durch die Explosion dcr Pulvermühle bei Stehovic verunglückten Arbeiter eine Unterstützung im Betrage von 500 fl.; dem neu constituirten schlesischen Mililär-Veteranen-Vereiu zu Troppau zu Verciuszweckeu cm Geschenk von 200 fl.; ferner dem Pfarrcoopcralor Georg Doniancich in ^!csiua zur Herstelluug der verfalleuen Kirche auf dem Felscu von Sau Cleiueute eine Beihilfe von .^00 fl., und der Gemeinde Kcllsch i» Atähreu zum Wiederaufbaue ihrer abgebrannten Filialkirche eiue Unterstützung von W0 fl. aus Privatmitteln bewilliget haben. — (Ehrenbürgerrecht.) Die zum Marktflecken erhobene Gemeinde Iraueuthal in Böhmen hat Er. Excellenz dem Herrn Minister Dr. Giskra das Ehrenbürgerrecht verliehen. — (Journalisten! ag.) Das Wiener Comitu, welches sich zur Begrüßung der Mitglieder des Deutschen Iourualisteutags gebildet hat, stellte bereits eiu vorläufiges Festprogramm auf, in welches eiu Begrüßungsabeud, verbunden mit Musik uud Gesang, ein Festbanlet, eiue Fest-vorstelluug (die Bühuc noch unbestimmt) uud dcr freie Besuch in dcu auocrcu Theatcru Wieus und nach Schluß der Berathungen des Deutschen Iomualistentags (Dinstag, den 27. Juli) eiue Fahrt über den Seuimeriug aufgenommen wurden. Sobald das Eomit« alle Vorbereitungen getroffen hat, wird das definitive Festprogramm veröffentlicht werden. — (Wird nicht a ng e n o m m c u.) Mit diesen Worten, wln-dcn von einem Börseagcntcn in dein Kaffeehause der Etrauchgasse zu Wien feit einiger Zeit nichtfran-Nrtc Bncfe in auffallend großer Anzahl zurückgewiesen. Der mampulircnde Postbeamte, dem die Sache ausfällig war, entdeckte nun diese Woche gewisse Zeichen, welche auf dcr Mcksertc des Couverls der aus Polen, Galizien und Ungarn kommenden Briefe mit rother oder blauer Tinte geschrieben waren und welche von dem Adressaten genau beachtet wurden, da sie die ganze Korrespondenz bildeten. Die t. k. Polizeidirection hat die weitere Untersuchung eingeleitet. — (Geburten ill V> ien.) Im abgelaufeueu Jahre sind in Wien 6471 Knaben und 6042 Mädchen in der Ehe, dauu 6250 Knabeu und 6185 Mädchen außer der Ehe l'nit Inbegriff des Findelhauses), daher in Summe 24.948 Kiuder, nämlich 12.721 Vom mäunlicheu uud 12.227 vom weiblichen Geschlechte geboren worden. — (Hochwafser.) Der in den letzten Tagen in Salzburg uud im Gebirge andauernde Regen hatte am Sonntag, nach der „C. Ztg." ein Hochwasser zur Folge, wie es seit Iahreu nicht mehr eingetreten war. Der Salzach-Pegel zeigte am 5. d,, Abends 8 Uhr, 10 Fuß. Die Salzach überschwemmte an vielen Strecke» die Ufer. Der Gersbachdamm wurde an ein paar Stellen durchgerissen. Die Vergwässcr schwolleu ungewöhnlich an und zerstörte« hie und da Stege uud Brücken. Auch aus Baieru und Ober- uud Niederösterreich laufen Nachrichten von Hochwässern ein. — (Aus Wiliczka.) Die große Maschine ist seit 27. Juni wieder im Gange. Der Wa'^erstand hat auch während eines vierthalbtägigen Stillstands nicht mehr den Horizont „Haus Oesterreich" erreicht und stand Ende Juni .'> Fuß nnter demselben. — (Personalstand der Südbahu.) Gcnaucu Erhebungen zufolge war mit Schluß des vorigen Jahres der Pcrsonalstand der Eüdbahn folgender: Wien-Triest-Kormon-ser ^inie 5649, Kärntner i!inie 1405, ungarische ^inic !!314, croatische ^'inie 561, Tiroler Linie 18Ü5, zusc.m-men 12.764 Personen. Der Familienstand dieses Personals umfaßte 5817 Frauen uud 14.W6 Kinder. —. (Die Vollendung des Negcnsburger Domes.) Feierliches Glockcugeläute und Choräle von der Höhe der Domthüre herab, verkündete» am vorige» Montag Abend die Nähe des Tages, an welchem ein großes Werk das vor 600 Jahren feine» Anfang genommen, zur Vollendung gelangen sollte. Ter Aubruch des Tages wurde durch Kanonensaloen begrüßt, die Stadt glänzt im herrlichste» Festschmuck. Die Weihe der Schlußsteine fur die Kreuzblumen der Thurmhelme wurde im Dom selbst vom Bischof Ignatius vorgenommen, und nach Ve-endigung dieser Eeremonie erfolgte in Gegenwart von Tausenden von Zuschauern das Aufziehen uud Versetzen der Steine. Am Abend faud eiu Fackclzug statt, und eine magische Bcleuchtuug der durch eine ebenso reiche als künstlerisch ausgezeichnete Architektur berühmten Westfacade des Doms bildete den Schluß des Festes. Vocale s. — (Verleihung.) Se. k. und k. apostol. Majestät haben mit allerhöchster Entschließung vom .'i. d. M. dem früher in Laibach, zuletzt in Nudolfswerth als Präses des dortigen Kreisgerichtcs angestellte» k. t. Oberlandesgerichts' rathe mit dem Titel eines Präsidenten, Josef Ritter vou Schcuchenstucl, in Anerkennung seiner treuen, viel-jährigen und ausgezeichneten Dienstleistung taxfrei den Titel uud Charakter eines Hofrathcs allergnädiqst zu verleihen geruht. — (Subvention der Landwirthschaft.) Zu den bisher bereits bewilligten namhaften Unterstützungsbeträgen hat das Ackerbauministerium der hiesigen Land-wn-thschaflsgescllschaft, wie wir hören, neuerlich eine weitere Summe von 1000 st. zur Hebung des Flachsbaues, An> schasfuug emes Mikroskops n. s. w. 'bei der hiesigen Landes-hauptcassc zur Verfügung stellen lassen. — (Gehaltsaufbesserung.) Dem Vernehmen »ach wurde dcu bei de» f. f. Stenerä'mtcrn angestellten Beamten, deren Gehalte in Eonventimlsmünze ansgemessen sind, eine nicht unbedeutende Zubesscrung dadurch zugewendet, daß diese Bezüge auf österreichische Währung, z'B. von 420 auf 500 fl. abgeruudet werden, welche Verfügung bereits mit dem lausenden Monate in Wirksamkeit tritt. Bis zn der ohnehin bevorstehenden Reorganisirnng dieser Aemter sollen übrigens diese Mchrbezügc nicht als aurecheuvarer Gehalt, sondern als Pcrsonalzulagc behandelt werden. — (Im Schweizerhanse) vciTivoli spielt heute um l/25 Uhr Nachmittags die Cavelle des 79. Infanterie-Regimentes Huyu. Jahresversammlung des constitutionellen Vereines am 7. Juli. Der Obmann Herr Deschmann eröffnete die Versammlung, indem er mittheilte, daß die von dem krawifchen Landtage beantragten Aenderungen der Landtagswahlordnung, gegen welche der Verein eine Petition an die hohe Regierung gerichtet hat, die allerhöchste Sanction nicht erhalten haben. Hierauf wirft der Sprecher, da seit der Gründung des Vereins (7. Juli 1868) gerade ein Jahr verflossen, einen Rückblick auf diese Periode. Er constatirt, daß der Verein einem Bedürfniß der Freunde verfassungmäßigen Fortschritts nach einem Vereiniguugspunkle cntspruugen, daß derselbe von Seite dcr Mitglieder die regste, bei kei' »ei» andere» Vereine vorkommende Theilnahme gefunden, dcrcu Früchte in dcu erreichten Erfolgen zu Tage getreten sind. Zwar sei der Kampf mit den Gegnern noch nicht beendigt, »och immcr zeigen zuäeude Blitze, daß Gewitter sich entlade» könnten, noch dürfc man daher die Ha»dc nicht in de» Schoß legen, es gelte, muthig vorwärts zu strebe» und sich nicht einschüchtern zu lassen, dann werde der Sieg den Principien des Vereins verbleiben. Ermuthigen müssen uns die erreichte» Erfolge bei den Wahlen, welche gezeigt haben, daß die überwiegende Majorität der Landeshauptstadt wenigstens mit de» Tendenzen der Gegner nicht einverstanden ist. Wir haben jetzt die Vcrnhigung, daß im Gemeinderathe Männer sitze», welche den voll nns vcrtrete»en Principien getreu, nur das Beste des Gemeiuwescus wollen. Er schloß »lit dem Dante des abtretende» Ausschusses für die rege Unterstützung durch die Mitglieder und mit der Ermuulerung zum Ausharren, welches deu Erfolg verbürge. (Wir werden den stenographischen Wortlaut dcr interessanten Ansprache nachtragen.) Der Sekretär Dr. v. Schrey verlas den Geschäftsbericht über die Thätigkeit des Vereins im abgelaufenen Vereittöjahre. Derselbe gibt eiue Skizze der lHnlstchung und politischeil Betheiligung des Vereins. Der Ausschuß, aus 9 Mitgliedern bestehend, verhandelte in ^2 Eitzimgcn die Geschäfte, es wurde» (die heutige inbegriffe») 15 Versammlungen der Mitglieder abgehalten, i» welchen stets die wichtigste» Tagesfrage» besprochen, Vortrage über all' gemeine interessante Theiua^ gehalten, wirthschaftliche und genieiunützigc Fragen angeregt wurden. Dcr Verein wahrte feine» Einfluß in den wichtigste» Landesfragcn, wie in der vo» der Gegenpartei in scheinllderalcr Weise, jedoch in Wahrheit zur Schädigung der wichtigsten Interessen beabsichtigten Aendcruttg der Landtags Wahlordnung, der Sprachenfrage, der Bildung ei»es slovenischcn Ver-wallungögebicls, deren Undurchführbarteit er schlagend nachwies, in dcr Steuerreform u. s. w. durch Abfassuug nnd Abseudlmg vo»l Petitionen an die compctenteu Stellen und endlich in der jüngsten traurigen Epoche durch Abfassung eines die Zustände des Laudes in freimüthiger Weise beleuchtenden Promenwrias an das Ministerium des Innern. Der Verein feierte seinen glänzendsten Erfolg bei den letz-te» Gc'ucmdcrachöwahlcu, als die Gegner, ihre Niederlage vorhcrschcnd, sich zurückzogen, und er öffnete dem freien Wort, als dcr mächtigsten Waffe der Freiheit, eine Gasse durch Gründung ciues unabhängigen Organs dcr Liberalen Krams, des ..Laibacher Tagblatt." Auf den änßeru Bestand des Vereins übergehend, bezeichnete der Redner denselben als sehr günstig, 'indem der- 1144 selbe sich bereits nicht nur in der Hauptstadt, sondern unterstützt besonders durch sein Organ, das „Tagblatt," auch auf dem Lande, und zwar hauptsächlich bei dem Handclö-und Gcweroestande sich einen immer wachsenden Anhang gegründet habe. Der Verein zählt gegenwärtig 541 MW qlieder, davon 34 auswärts. Der Rechenschaftsbericht des Herrn Cassiers Ter Pin weist Einnahmen im Betrage von 1117 fl. 5(! kr. und einen Saldovortrag von ^510 fl. 8^ kr. aus. Dr. Pfeffercr beantragte die Drucklegung der vorstehend ftizzirlen Berichte und deren Vertheilnng an alle Mitglieder, welcher Antrag einstimmig angenommen wurde. Es wurde sahin zur Neuwahl des Ausschusses geschritten, nachdem Dr. Rudolf unter allgemeiner Zustim mung beantragt hatte, dem bisherigen Ausschüsse den Dank flir seine Thätigkeit und das volle Vertrauen des Vereins auszusprechen. Es wurdeu sämmtliche bisherige Mitglieder wiedergewählt. Die Bersammluug beschloß ein freier Vortrag des Dr. Kcesbacher über österreichische Verfassungszustände. Der Redner warf eiuen Blick auf das staatliche Leben Oesterreichs im abgelaufene» Vcreiusjahrc. Als einen Maßstab für die Beurtheilung desselben bezeichnete er den Zustand der Verfassung, dieses Ankers, mit welchem man das morsche Wrack Oesterreichs gerettet. Zunächst trete uus ein großes l'ilit, ä' ut^umz»M entgegen, an welchen, nicht gerüttelt werden könne, die Zwcilhcilung der Monarchie. Diese sei die Lcbcnsbcdinguug Oesterreichs. Eine. große Gefahr für dieselbe habe der Steg der Dealpartei in Ungarn glücklich beseitigt. Daß die Delegationen trotz ihrer Unvölltommcuh-it fortbestehen, fei eben ein Beweis für die Consolidirnng unfcrer staatlichen Zustände. Unter den Errungenschaften der letzten Zeit weist Redner zunächst auf das bicschworneugcricht für Prcßsachcn hin, das bestimmt sei, die starren Gesctzcsparagraphen mit der lebendigen elastischen Natur des Geistes, dessen Producte ' der Beurtheilung der Geschwornen unterliegen, auszugleichen. Die Ausdehnung dieses Princips auf alle andere Slraffcillc sei nur eine Frage der Zeit. Ein anderes wichtiges Gesetz sei das Wehrgesetz, welches als Grundlage zur Einführung einer Voltsmiliz nothwendig und annehmbar erscheine, wenngleich das Bedauern nicht unterdrückt werden könne, daß durch dasselbe die Necrutenzahl auf eine längere Periode festgestellt worden sei. Das Sch u laufsichtsgesetz sei in Krain wie anderwärts, aber aus sehr verschiedenen Gründen, an dem Widerstände der Landtagsmajorität gescheitert und dadurch eiue Miuisterialvcrordnuug zur provisorischen Regelung derselben hervorgerufen worden. Auf dem doctrinären Standpunkte könnte diefer Vorgang mißbilligt werden, aber auf dem nüchternen Boden der Praxis müsse mcm die Zwangslage würdigen, in der das Ministerium sich befand. Als die schönste Errungenschaft des abgelaufenen Zeitranmes aber müsse er das Volkssch nlgesetz bezeichnen. An diesem dürfe »nan nicht mäckeln, es fei nicht vollkommen, wie jedes irdische Werk, aber sein Kern sei gesund, sein Geist frisch, es sei das einzige Unterpfand einer glücklichen Zukunft Oesterreichs, und es sei nur zu wünschen, daß es vollständig durchgeführt werde. Soviel von der Lichtfeite österreichischer Znstände. Auf deren Schattenseite übergehend, hob der Redner als die bctrübendste hervor, daß es in Oesterreich überhaupt Ver-fassungsfcindc gebe, während doch selbst die fehlerhafteste Verfassung ein Unterpfand der Freiheit fei. Man sehe nach Belgien, nach England. Dort gebe es eine Opposition nnr ans dem Boden der Verfassung, aber teiuc Opposition gegen die Volksrechte selbst, wie bei uns. Man bedenke nicht, daß es im Rahmen der Verfassung Raum für Verwirklichung aller Vollswünsche gebe. Privilegien allerdings gedeihen nicht im Lichte, sondern sie wuchern nur im schwarzen Schatten. Die Opposition der Ezechen ncgire nicht nur die Verfassung, sondern Oesterreich selbst. Die Polen, welche doch beim Verfassungsbau mitgeholfen, ziehen sich jetzt schmollend zurück. Die Tiroler sind der Verfassung, wenn sie auch den Reichsrath beschickt haben, im Herzen gram, nnd wirken hemmend gegen die Eousolidirnng der Verfassung. Krain endlich habe durch Vcschickuug des Reichsraths die Ver- fassung anerkannt, die Landtagsmajoritat zeige aber das Bestreben, die Befugnisse des Reichsrathes zu beschränken und jene der Laudesgesetzgebuug zu erweitern. Man glaube, man mUsse, um die Nationalität zu retten, die Freiheit opfern. Die edel deuteuden unter den Nationalen selbst glauben, durch die ihnen innerlich widerstrebende Allianz mit dem Eleruö nur die Erreichuug ihres Zweckes zu fördern, ohne zu bedenken, daß sie gleichzeitig der Reaction in die Hände arbeiten, welche jedem Fortschritt, daher auch dem nationalen feindlich sei. Der Redner überging sodann zur Haltung des Elerus, mit besonderer Rücksicht auf Bifchof Rudigicr's Widerstand gegen das Staatsgcsctz. Die Vehcmenz der Opposition müsse die Regierung zu desto größerer Energie anspornen. Was die liberale Partei selbst betreffe, fo müsse man ihre innere Zerfahrenheit, den Mangel einheitlichen Zusammenwirkens betlagen. Noch sci der Kantönligeist in Oesterreich nicht anögestorben. Beruhigende Symptome seien jedoch die beginnende Reaction in Polen, wo man gegen die Beschlüsse des Lembergcr Meetings protestirt, der Umschwung in Tirol, wo die Neuwahlen zuverlässig das liberale Element im Landtag zum herrschenden machen würden und die erhöhte Aufmertsamteit, welche die Regierung in Ht'rain den ungesetzlichen Ausschreitungen schenke. Die Vcrfassuugsfreuudc mögen sich consolidircn. Oesterreich müsse an der Verfassuug festhalten, solle es eine Zukunft haben. Eine Monarchie, welche tausend Jahre und die größten Erschütterungen überdauerte, breche nicht so schnell nnd so leicht zusammen So lange Oesterreich das Panier der Freiheit hoch halte, so lange es die Sympathien des liberalen Enropa genieße, werde es nicht zu Grunde gehen. An die Verfas sungsfrcunde Krams, wie ganz Oesterreichs ergehe aber der Ruf, treu auszuhalten ill dem Kampfe für die Vcrfassuug, auch uns gelte das Wort: „In Iwo «iguo VM005 !" Der öfter von Beifall begleiteten Rede folgten nach dem Schlüsse andauernde Beifallsbezcugungen. Neneür Post. Wien, 7. Juli. Es wird neucldingS versichert, die Wahl Badens zum Kuruufcuthalte für die Königin von Portugal sn nicht ohne HiMick c.uf die dadnich gebotene Gelegenheit zu einem Äcsuch dcS BatcrS der itöiugin, Victor Emanucl'ö, in Wie» getroffen worden, und es sci bcrcitö von Florcnz aus die Anfl'u^' an den talscrlichcii Hof gerichtet worden, um wclchc Zcit der Bcslich des itöuigs hier am liebsten geschcn würde. Auch Kronprinz HumbM soll erwartet werden. Wien, 7. Juli. Der Zusammentritt der Delegationen ist, wie die „Oesterr. Corr." mit vollster Bestimmtheit angibt, auf den nächsten Sonntag, 11. Juli, Mittags 12 Uhr festgesetzt. Die „Bohemia" schreibt: Von hochgeehrter Hand erhallen wir folgendes Schreiben: „Die „Politik" brachte cil, Telegramm ans Wicn dcö Inhalts, daß die Minister Dr. Gistra und Dr. Herbst austrctcn, wenn fechszig Dekluranten in den böhmischen Landtag gewählt werden sollte». Ich bin in der Lage, Ihnen ans dcr verläßlichste» Quelle mitzutheilen, daß diese ganze Nachricht vollständig fnlsch nnd unwahr ist und nnr ein Wahlmcmöocr sein kann." Prag, 0. Juli. Die bewilligte Hubfeier in Pa»< llaz bei Prag wnrdc gestern ohne wesentlichen Anstand abgehalten. Nach '.) Uhr Abends vcrfanuncltc» sich am Äclhlcl>lnsplatze circa 4000 Menschen, um zu demon-slrirci,, wnrdcn aber von dcr Sichcchcitöwachc zcrstrcul. Die Ruhe wurde sogleich wieder hergestellt. Paris, 6. Juli. Gcstcrn haben ungefähr 70 Dcpulirte u» der kaiserlichen Tafel in Samt Clond diuirt. — Dcr „Public" sagt, daß die Gerüchte von Minislcrukrcmdcningcn unrichtig seien und sclbst dcr Wahrschcmlichlcil entbehre». Paris, 0. Inni. Die „France demcntirt die Nachricht über die dcr Regierung zugeschriebene Absicht, die Truppc» aus Rom demnächst zurückzuberufen, und ebenso die Gerüchte über eine Reise des Kaisers nnd der Kaiserin von Oesterreich nach Frankreich und über die Abberufung des Baron Talleyrand ans Petersburg. — Der „Momtcur Dalloz" demcntirt das Gerücht über eine Zusclmmcnkilnft des Dcputirten Buffet mit dem Kaifer. Madrid, N. Juli. Der „Imparcial" meldet, daß die Republikaner Castcllar, Figncras nnd Pimargall beschlossen haben, die ihnen von den Progrcssisten angetragenen Portefeuilles des Acußcrn, der Justiz nnd der Finanzen abzulehnen. Telegraphische Wechselcourse uom ?, Juli. 5perc, Metallenes 03.30. — 5perc. M,'talliqucs mit Mai- und Nouember-Zinsen 03,30, —5lierc.!)iatiolalit!ftnnl!e dafür rich-lig sind, ans gute Erträgnisse, Die Getrcidesnalen in Rußland sollen zn den schönsten Erwartung!,'!! berechtigen. In Spanien nnd Italien hat die Wei^enerntc bcrcilo begonnen nnd fällt gün slig auö. In Amerika sieht man cincr sehr ergiebigen Ernie entgegen. Laibach, 7. Juli. Anf dem heutigen Marltc sind erschienen : 5, Wagen mit Getreide, 4 Wagen mit Hcn nnd Stroh (Heu 51 Elr 10 Pfd., Stroh 21 Ctr. 80 Pfd.). 15 Wagen und 2 Schiffe (12 Klafter) mit Holz. HnrchschnitlS-Prcise. Mll.. Mg;.- Mlt.' Vigz7< fl. lr, sl. lr. fi.Iv.st.fr. Weizen pr, Mehen 4 50! 5 4 Butter pr. Pfund - 38------- Korn „ 2 70 3 20 Eier Pr. Stück — 1>------ Gerste ,. 2 40 2 94 Milch pr. Maß -10 - Hafer „ 190 2— Rindfleisch pr, Pfd. 22------- Halbsrnch! « — - 3 50 Kalbfleisch „ — 22 — ^ Heiden „ 2 90 322 Schwcincslrisch „ 20 — Hirse „ 2 80 2 90 Schöpsenfleisch „ — 15 — - Knturutz „ 2 80 2 94 Hähudel pr. Stück — 35------ Erdäpfel „ 1 00 — — Tauben „ —15 — .^ Linsen „ ^-------^- Hm pr. Zentner - !>0 — Erbsen „ 3 20------- Stroh „ _ 70 --- Fisolen „ 4------- Holz, hart., prttlft. ------ 7 6" Riubiischnilllz Pfd. — 46------- ^ weiche», „ — 5 60 Schweineschmalz „ —!44------- Wem, rother, pr. Spect, frisch, „ —^8—,— Eimer ------ 8^ — geräuchert „ —42—!— -^ weißer ,. -------9 — ?,'»>dolfHwerth, 5. Juli. Die Durchschuittö-Prcise stellten sich auf dein heutigen Markte, wie folgt: st. lr. fi. , lr7 Weizen per Mcheu 4 80 ^ Butter pr. Pfund . — , 48 Korn „ 3 80 Eier pr. Stilck . . - ! 1! Gerste „ 2! 00 Milch pr, Maß . — ^ 1l> Hafer „ 2 - Rindfleisch pr. Pfd. - ! 22 Halbfrncht „ 4^10 Kalbfleisch „ — i 26 Heiden „ 3 20 Schweinefleisch „ — ! ^ Hirse „ 3 20 Schöpsenfleisch „ — ! 2<» ^ntnrntz „ 2 80 Hähndcl pr, Stück — ^s Erdäpfel „ — -- Tauben „ — Ä> linsen „ « 40 Heu (altes) Pr. Centner 1 8<1 Erbsen „ 6 40 Stroh „ . 1 ^ Fisolen „ 0 40 , Holz, harteS, pr. 5tlst. 0 ^ Rindoschmalz pr. Pfd. — 45. — weiches, „ — -^ Schweineschmalz „ - , 45 ^ Wein,rother, Pr, Eimer 5 ! ^ Speck, frisch, „ —^ — 1 — weißer « 4^ Speck, geräuchert, Pfd. — ! 3tt! j 3Neteurolullijche 3zeoliücllwllgl^n iil l!ailillch. ? tt.2,' GZ s «^ ^ ^ «ll. Mg. 327.ÜS 4-13,0 wmdstlll Diebel ?. 2 „ N/ 327..^, -i-21.8 windstill größth. bew/ 0.«» >0„ Ab. 328.^4 i-^15.« windstill z.Hälfte bew.! Tagübcr dunstige Atmosphäre, große Schwüle. Nachmittag Oewitterwolleu in Ost und Nordost. Entferntes Gewitter. Abcu^ theilweise Aufheiterung. Das TageSmiltel der Warme -s- 1 <>!>"' um 1-6" über dem Normale, Beicmlworllicher Redacteur: Ignaz o. Ht l r i n in a t> r. N^«'...l.^:.4,5 Wie,,, 0 Juli. Veil Hauplantheil an dem heutigen Geschäfte lrng dir (^Idlieschafsuun., da die Geldklemme, an welcher die Vürse seit einigen Tagen leidet, sich zieml^ Wttl lllutNU)!. lebhast fühlbar machte. Natürlich wmbe dadnrch der Con« angedrückt oder doch der Cmn'Saufsch'mmg. ;n welchem die Stimmung hinnelgt. qchmdnt, ^laa3,50 „ „ „ Februar-Ängiist <>l.20 <>3.4<» „ Silber „ Iänncr-Inli . 71,40 71.50 „ „ „ Npnl-Oetober. 71.-W 71.50 Steueranlchcu rückzahlbar (^) . 9«.25 98.50 Lose v,1.1839 . . . . ". ,252.-253.— „ „ 1854 (4«/..) ,n 250 fl. 95.50 90.50 „ „ 1800 zu 500 fl. . . 100.40 10»i,50 „ „ 1800 zu 100 fl. . . 107.75 10«.25 „ „ 1804 zu 100 fl. . . 120.30 126.50 Staatv-Domänen'Pfandbriefe zu 120 sl, ö W. in Silber . . 119.25 119.5)0 N. (^rundeutlastllNssS-Vblissatione,,. Filr 100 sl. Geld Waare' Böhmen .... „ 5pCt, 92.75 93.25 Galizien .... „5 „ 74. 74.50 Nieder-Oeslerreich. . „ 5 „ 93. ~ 93.50 Obcr-Ocsterreich . . „ 5 „ 93.~- 94,- Siebenbürgen . . . „ 5 „ 79 25 79.75 Stelermurl ... „ 5 „ 92.75 93.25 Ungarn.......5 „ 82. «2.50 j «?. Acticn von Bankillstitute». Geld Waare Anglo-ostrlr. Aaut.....300.-- 300.50 Anglo-nngar. Paul . - - . N3 50 114. - Bodeu-Crcditanstalt .... 302.— 304.— Crrditaustalt s, Handel n. Gew, . 285.50 285.70 'Creditanstalt, allgem. nugar. . . »07 25 107.75 «Löcmiiptc-Gescllschaft, u. ü. . . 864.— 860.-- Franco-östcrr. Baul .... 131 50 132.— Gencralbanl.......?/l>0 7^ — Nalloualbllnl.......761.— 703 — Vcrtinsbank.......120.— 120.50 Vcrkhr^baut.......138.- 138.50 «. «ülctien von Tvcinsportunterneh-nlunaeu. Geld Waare Alföld-Fiumnner Vahn . . . 174.25 174.75 Vöhm, Westbahn.....206.50 200.75 Carl-5!ndwig-Bahn.....23^.75 235.25 Donan-Dampfschifsf. Gescllsch. . 022.— 024,— Elisabelh-Westbahn.....201.50 202.- Ferdinllnda-Noldbah» , . . 2315.—2320.— FünsNrchen-Varcser-Vahn . . 1^8.50 189.-Franz-IosephS-Bahn .... 188.50 189.— i,'cmberg-Czcrn.-Illssyer-Bahn . 198.50 199.-! Lloyd, osterr........332.- 334.- Geld Waare > OmnilmS (crstc Emission). . . 205.— 20?,— Rndolss-Vahn......178,5.0 179. - Sicbrnbilrger Bahu .... 174.75 175.-^ SlaatSbahn.......379.- 379.50 Siidbahn........265.50 205.70 Süd nordd. Verbind. Bahn . .171.75 172.— Thciß-Bahn....... 257,- 257.50 Tramway........203.50 204.- «. Pfandbriefe (siir 100 st.) Allq. iist Boden-Lredit-?lnstal< Geld Waare verlosbar ,u 5 pCt. in Silber 108.50 109, dto.iu33I.riickz.zu5pCt.in>j.W. 91.00 91,80 Nationalb. auf ä. W. verloSb. zu 5 PCt,.......V4.b0 95,50 Oest, Hypb. zu 5'/. PCt. rückz. 1878 99. - 99.50 Ung.Bod.-Crcd.-Änst.zu5V.pCt. 92,- 92.50 V'. Prioritätsol'liqatiollcll. i. 103 si. ö. W. Geld Waare Elis,-Westli. in S. vcrz. (I. Emiss.) 91,25 9175 Ferdinands.Nordb. in Silb, vcrz. 108.50 109. - Franz'IoscphS>Vahtt .... 93.25 93.50 G.Earl-Ludw.B.i.S.verz.I.Em. 10l.50 102.- Gelb Waal' Oesterr. Nordwestbahu .... 92.50 92.^ Sirbeub. Bahu in Silber vcrz. . 89,50 90,^ Staatsb. G. 3°/«!' 5.00 Fr. „I. Em. 137 - 13?^ Siidb.G. 3'/..!. 500 Frc. „ . .117.25 11?^ Si!db.-BonS « "/.. (1870—74) !. 500 Frcö......245.— 245^ «. Privatlose (pcr Slück.) Crcditanstalt f.Handel«.Gew. Geld W^ zu 100 fl. ö W......100 - 106^ Nudolf-Sliftulic, zu 10 fl. . . 15.— 15^ Wechsel (3Mon.) Geld 2^"K Augsburg für 100 sl, sübd. W. 104.10 10^ Frankfurt n.M. 100 st. detto 104,20 MH Hamburg, für 100 Marl Bat:c° 92 10 ^Z London, für 10 Psnnd Sterling 125 40 12^ Paris, für 100 Francs . . . 49.95 4^ (fours der Geldsorten Geld W°c>'^ K. Müuz-Ducater. . 5 st. 94 lr. 5 st. !" , NapolconSd'or . . 10 „ 02z „ 10 ,. A' , Vcreinölhalcr . . . 1 „ 82; „ 1 ,. »^'. Silber . . 121 « ?5 .. 122 „ '^ --------- §rl' Krainische Grundentlassungs-Obligationel!, ^ vatnoUruug: 66,50 Ccld. 90 W°a"