Nr. 204. Samstag, 5. September 1908. 127. Jahrgang. Mlmcker Zckma Vränumerationöpreis : Mit P ° stver! rn du n y : na»,jähr,g 30 X, halbjähri« 15 X, Im Kontor : ganzjährig ^ »» li, blllbjührin 11 ll, ssür die Zustcllimn . V Die «liaibachrr Neitung» ericheint tilglick, mit «nsnahme der Lünn° und feiertags. Tie «vmlnlftration befinde! sich Milllliil'slratze Nr. 20; die Medaltion Palmatingasjr Nr. 10. Lprrchftundn! del lXebaltion von 8 bi« 10 Uhr vormittag«. Unsranlierte Vliese werben nicht angenommen, Manustrivt'' nicht zurüllgrstellt. lel«ftho«««r. d«r ««dalti«» »2. Amtlicher Geil. Der ^inailziuinister hat den ^echnungsrevi-denien Adolf L a n g o f zuin Neehnungsrate für den Dienstbereich der ^iilauzdireklion in Laibach eruaulit. Den 3. September 1908 wurde in der l. l. Hof' und Staats' dructerei das I.XXX, Stück der polnischen und slovenischcn Ausgabe des »icichsa.cschblattes des Jahrganges 1908 aus» gegeben und versendet. Nach dem Amtsblattc zur «Wiener Zeitung» vom 3. Scfttem-ber l^08 (Nr, 203) wurde die Weitervcrbrcitung folgender Preß rzcugnisse verboten: Flussschrift: «X», eestu trniwu». Nr. 17 «Der Freidenker» vom 1. September 1908. Das bei Ninzenz Oma in Stralonitz gedruckte Flugblatt: «?r»,enjiei 1iä6 ! iinci^lm demnl!» MchtamMcher Heil. Innere Angelegenheiten. Minister Dr. Ebenhoch erklärt in einer Unter redung nut hinein ^iitarbeiter der „Oesterr. Volks-zeitung", das; ihil nur die Stelllitlg der agrarischeil Vereinigung iin Parlainent, nichl aber agitatorisch lvirken-de Elemente zltr Dennssion bestimmt haben. 3o sehr er die Haltnng der in der Gesetzgebung lvirkenden kreise beachte und ernst nehm».', so lvenig kilminere er sich mn das Vorgeheit anßerhalb des Parlainents stehender ^irlippen. Er sei parlamen^ tarischer Minister nnd kenn.' als solcher seinen Vflichtenkreis, er sei Chef des Ackerbanressorts lmd lverde sich gerechteil Wünschen der Agrarier stets wärmstens annehmen, aber was derHerr Reichs-rilter von Hohen bluin denkt nnd sagt, sei für seine Entschließuugeu von keiner Bedeutung. Die „Reichspost" konstatiert, das; die unlvür-diae .Campagne gegen die christlichsozialen Minister für ihre Verallstalter nicht sehr ruhmvoll geendet babe, ^ür jene agrarischen, insbesondere bäuerli cheil kreise aber, die bisher noch von den >traft-spriicheil des Herrn von Hohen blum irgendwelchen Vorteil für die agrarische Sache erwarteten, ergibt sich die ,vrage, ob ein Mann, der christlichsoziale Minister ,;nm Duelle fordert, dem Orgaue der Todfeinde des Vanernstandes nnd der agrarischen Interessen aber seine „außerordentliche Hochschätzung" und Liebe anöspricht, noch länger das Vertrauen verdient, das er beansprucht. Da5 „^reindenblatt" hält dafür, das; die 3ache für die von Herrn von Hohenblmn in die Debatte gezogenen Minister mit einer eklatanten s^enug-tmmg ende. Hätte Herr von Hohenblum das Per-antlvortlichkeitobeivlissisein, das der Ttellung, die er einzunehmen überzeugt ist, entspräche, so hätte er die Historie von den> Ministern, die ihm ihr Wort verpfändet, mit etwas mehr Neberlegung und (Genauigkeit erzählen müssen. Er hätte aber auch lli.' den ganzen >tanon überhitzter Nedenv-arten vorbringen dürfen, in denen er die Veden-tnng der agrarischen Macht mas;lo5 verherrlicht hat.' Türkische Verwaltung. Ein Bericht aii5 Xonstantinopel weist darauf hin, das; die 'liegierung. obgleich schon ein Monat seit der Wiederherstellung der Verfassung verflog sen ist, sich noch immer in erster ^iuie der Vor^ nähme von Personalveränderungen widme. :>ln die Tpitze wichtiger Aemter werden neue Männer berufen, die ^ahl der Beamten wird verringert, die Gehalte werden geregelt. Alle anderen 3laal5-angelegenheiten stocken dagegen oder schreiten nnr sehr langsam vorwärts; die EinHebung der 3tenern wird vernachlässigt, die Gemeindeverwaltungen sind fast durchwegs untälig und au5 diesem Grnude flies'.en loeuig Einnahmen in die ^taal5la!ssen. Eine längere Dauer dieses Zustandes müs;te, wie von vielen leiten betont wird, ungünstige folgen nach sich zieheu. Es wird hervorgehoben, oas; di.' Ersparungen, lvelche durel) die Verminderung deo Persunalo nud die behalte erzielt lverden können, sich im besten ^alle auf U>l).l><»<> Pfnnde belaufen loerden, uud mau wirft die ^rage auf, ob cs sich um eines so geringen Betrages willen lohne, wesentliche Angelegenheiten des weiches zn vernach-lässigen. Wenn inan darauf bedacht wäre, möglichst rafch die Reorganisierung dn- Tteuereinhebuug, dcr ^ehenten. dieser stärksten Einnahme der Regierung, der Einkünfte der ^'»emeinden, de^ ganzen 3ieuer-dieustee. in Angriff zn nehmen, würde man das Dreifache dessen einnehmen, wao bei den G.'halts-herabsetzungen erspart wird. Eo ist deuu alich schon, wie b.'reitd berichtet, eine Beioegnng gegen den übermäßigen Umfang der Veamteuentlasiun' gen entstanden. Man macht geltend, das; jähr-huudertalte llebelstände nicht mit einemmale beseitigt werden könnten, somit auch hinsichtlich der Beamtenschaft in langsamerer Weise vorgegangen werden sollte. Es würde jetzt genügeu, wenn man sich darauf befchräntte, neue Beamte nicht mehr anzustellen imd für die neuen Dienste, die iufolge der Einführung der Verfassung allmählich geschaffen werden, den Neberflus; der Beamten nach Maßgabe der Brauchbarkeit zu verwenden. Marokko. Nach einer Parifer Meldnng hat es der französische Minister dee, Aeußern, Herr Pichon, abge^ lehnt, dem deutschen Botschaftsrat von der Laucken, der ihm die Anreguug seiner .'liegieruug, betreffend die Anerkennung Mnley Hafids, übermittelte, eine Mitteilung '.n machen. Das bedeutet, lvie die! „^l'eue ivreie Presfe" betont, daß das Pariser Kabinett offenbar darauf Wert legt, zu erkennen zu geben, daß es sich von dem Wnnsche Deutschlauds nach einer raschen Erledigung nicht beeinflussen lassen will. Auch die Art. lvie die Nachricht über das Verhalten des Ministers gegenüber der dent-schen Mitteilung verbreitet wird. klingt wenig ver- FenMewn. Die rote Mahne. Nach dem Russischen des Gars in uou Hl,'l5scher Iwstikc»^. (Fortsetzung.) „Würden loir, wenn die Menschen nicht so wären, hier in den Hänschen sitzen? He?" frug 3tefaui^. Ivanov wich der Antwort ans. „Die Wärterhänschen sind doch gut. Man kann leben." „Man kann leben! Was ist das für ein Leben? Die da draußeu pressen dich aus, bis du alt bist, und dann werfen sie dich hinaus. Sich, wo ou bleibst. — Was bekommst du?" > „Nicht viel. Zwölf Rubel." „Ich einen nnd einen halben mehr. Wie kommt das? Das Neglement schreibt vor, daß jeder Wärter monatlich fünfzehn Nnbel und Vierung und ^icht bekommt. Wer macht die Unterschiede? Es 'st ja nicht wegen der paar Nnbel. Du solltest mal den Herrn Direktor fahren sehen! In seinem Ertra-waggon. -" Man kann leben! — Ich halt's nicht lange mehr aus. Ich gchc fort." „Wohin? Ueberleg' dir's wohl! H,er hast du ^'ine Wohnung dein Ackerland — —" „Mein Ackerland? Was du nicht sagst! Im <"ühiahr pflanzte ich etwas .Mhl. >tommt der Aufsehe vm.t>z. ,Was ist das? Ohne Erlaubnis? sofort alles ausgraben!' Nachher mnßte ich noch 5N'i 'Nubel Ttrafe be',al)leil. Alles, weil er be. trunken war. Am liebsten hätte ich ihn zu Tode ^'prügelt." „Du bist zu hitzig, Ttefaniö." „Gar nicht! Aber ich will mein Necht. Und ich werde mich über ihn beschweren." Die Gelegenheit dazu kam bald. Ein (^roß-sürst sollte die Ttrecke passieren. Deshalb wnrdc kurz vorher von der Verwaltung aus revidiert. Auf einer Draisine fuhr der ^treckenchef selbst das (Geleise ab. Bei Ivanovs Hänschen hielt er an. „Wie lange bist du schon hier?" fragte er den strammstehenden Wäi-ier. „3eit Mai dieses Jahres. Ener Gnaden." ,Mit. — W^- hu beschweren. 3ofort schrie er mich an: .Was willst du? Meinst wohl, ich komme deinetwegen her. mein Tänbchen? Dir >!ohlköpse zu pflanzen? Hier hast dn einen und da hast du einen.' - Ich hab's mir ruhig gefallen lassen. Mir war ganz wirr im >lopf. Er mochte wohl schon eine Viertelstunde fort sein. da kam meine ^rau. .Wie siehst du denn ans? Ganz voll Blut!' Nnn kam meine Besinnung wieder. Ich wusch mir das Gesicht nnd bin jetzi nnier wegs." „Und wer gibt Obacht?" „Meine Ivran wird nichis verfäuinen. Der Henker hole die Bahn! — Ich gehe, Ivanov. Leb wohl!" „ Tic fchüttelieu sich die .^aude und trennten sich. . ^ Eine Woche fpäter traf Ivanov die ,vran. ^ie hatte rote, versckwollene Augen und ging mii müden, schleppenden schritten. „Dein Mann wieder zu Hause?" frug er. Tie antwortete nicht. Mit der Hand wehrte, sie jeder weiteren ^rage nnd ging weiter. (Schluß folgt.) Laibachei Zeitung Nl. 204. 1684 5. September 1908. bindlich. Mail scheint in Paris verstinmit darüber zu seiii, daß Telitschlaud in dieser Tache die Ini-native ergriffen bat. nnd darin eine Verletznng des französischen TtalidplNlkteo zu erblicken, lvo-nach Frankreich in marokkanischen Dingen die Vorhand gewahrt bleiben soll. Inhalt nnd Fassung der ^ieldniig lassen dies deutlich erkennen. Das „Neue Wiener Journal" meint, in der marokkanischen ^rage sei jetzt eine Lage geschaffen, die zu Veunrlihiguug Anlaß gebe. Tie Haltung Frankreichs, das die Initiative in der ^ragc der Anerkennung Mnlen Hafids nicht ergreifen wollte, babe nnbedingt zli einer Verwickln,lg führen niüs-staiser habe nnn mit einem Tchwenbieb den gordiichen >inoten zerHallen nnd nnn miine Frankreich ^arbe bekeliiien, ob es wirklich eine endliche Beruhigung der marokkanischen Verhältnisse wünsche, oder ob es noch die Delcass<^-sche !>^n^ti'!ltinn s»ln ><;<,>"' im Allge habe hinter dem Schleier des Brliderkampfes der (^egensnltane. Die „Arbeiterzeitliilg" bezeichnet den Vor-schlag der delitschen 'liegiernng alc> eine nilange->,ehme Ueberraschnng, da die Pesorgliis ivach werde, das; Dentschland die Bahnen der Maroktopolitik loieder betreten könnte, die e5 vor der Algeeiras-konferen'i geloalldelt ist. Ill der Tache sei der Vorschlag sicherlich berechtigt. Nenn Frankreich no^i immer so tntz als lvarte e5 die letzte nnd eilligiiltige Entscheidnng in dem >iampfe der beiden Brüder ab, die doch längst gefallen sei, so sei dies ein Winkelig init durchsichtigem Zwecke. (5c, sei nur die ivrage, ob Tentschland klng daran handelt, sich nngebeten als Beschützer Mulev Hafids alifzlNver-fen. Tie Vorstellnng, das; Delitschland. dac> ''ich in der letzten ^it eines sehr friedlichen Verhallens befleißigt bat, plötzlich wieder die führende >3tellnng in Marokko zn beanspruchen schont. lo>rd allen deutschfeindlichen Iiitrigen in Frankreich «'ine giite Stätte schaffen. Politische Uelierftcht. Laibach, 4. September, In einer Besprechnng der Anfhebnng des gegen den Mörder dec» Statthalters von (^alizieii, ^ i e z v n s k i. gefällten Todeslirteils dnrch den >lassation5hof führt da« „Illustr. Nr. Extrablatt" au5, dar. diese Affäre iu Lemberg ein politischer Proceß war. der letzte Akt zn dein traurigen >!api-tel der polnisch rnthenischen Todfeindschaft. Der >iafsatioilshof sei aber nur nach menschlichen nnd guten Nechtsgrüuden vorgegangeil. Aus dein „Nationalhelden" 3iezyN5ki inird ein franker nnd erb-lich belasteter Jüngling, ^ür alle, die rein mensch' lich enwfinden, ift es erfrenlich, zit sehen, daß es Instanzen gibt, die nur das Individuum vor sich sehen, seine Tat nnd die (beschichte seiner Tat, Instanzen, die nicht nach ^anne nnd (^ciinnliilg, son-oern nach nnerbittlicher Ersorschling ihres .'liechto-gewissens urteilen. Tie „Nordd. Mg. Itg." schreibt: Vor einigen Nochen brachten mehrere Zeitungen die Nachricht, das; die Einbringung einer neuen Militärvorlage bevorstehe. Nir haben damals diese Nachricht als blanke Erfindung bezeichnet. Trotzdem luird sie jetzt in gelvissen Blättern lviederholt. Anf Grund van ErklindiglUlgen an zuständiger Ttelle sind lvirzur Erkläruug ermächtigt, das; anch diese nenere Mit-teilling jeder tatsächlichen ^'»rnilolage entbehrt. Eine Verqnicknng der .Iteichsfiilailzreforin init einer solchen Vorlage, von der in den, Zcitnngen die .'Itede ift, lvar niemals in Anssicht gcnonnnen. Tie b li l g a r i s ch e H e e rosleitn n g hat nach einer ans >3ofia zugehenden Meldnng die für dieses Jahr in dem Naume von Tlivno-^tara ^agora geplant gelvefenen größeren M a nüve r abgesagt, Als Gnind hiefnr werden teils ^5rspa-rungs^vecke, insbesondere aber die .Mcksicht auf die nenen Verhältnisse in der T ü r k e i angegeben, weil die großen Trupvennbnngen in Tüdbnlgarien leicht zu einer falschen Tentung hätten Anlaß geben können. In den diplomatischen kreisen 3o-fias hat dieser nenerliche Beiveis politischer Mäßigung nnd>ilngheit lebhafte Aliv'rkeinlnng gesnnden. Man mnß sich fi'ir die richtige Niirdigui'g diefes Verzichtes der bulgarischen Legierung vor ^lngen halten, daß anch im Vorjahre keine großen Trup-peniibnngen stattgefunden haben, was einen großen militärischen Nachteil bedeutet, weil den höheren Trnpvenfi'ihrern auf diese Weise zwei Jahre lang keine (Gelegenheit zu praktischer Schulung in der Führung größerer Heeresteile gegebeu wird. Tie im f < nischen Vandta g e eingebracl.te Petition an >iaiser N' ikolan s . die sich gegen die vom russischen Ministerrat beschlossene Behandlung finnischer 'Angelegenheiten richtet, ist nach einer langen Erörterung dem Verfafsnmisansschusse überwiesen worden. Als bemerkenswert isl, der „>iöln. ^tg." znfolge. ans dieser Beratung zn er-»oähnen, das^ die Tozialdemokraten erklären ließen, sie hätten die Petition nicht mitnnterzeichnet, weil in allen wichtigen fragen doch keine (5'intrachtl zivischen der sozialdemokratischen Partei nnd den bürgerlichen ^andtagsparteien herrsche. In der .^anptsache wären aber die Tozialdemokraten mit dem Inhalt der Petition einverstanden. Ein gewisses Auffehen erregten die von dem Vantdirektor Tchybergson, Mitglied der ''^inedischen konstitntio^ nellen Partei, abgegebenei^ Erklärungen, die dahin gingen, daß die vom russischen Neichsrat beschlossene '.vlaßregel keine solche ^ragc wäre, daß die ^inn läl^der ihr ein entschiedenes Nein, cntgegenznsetzen brauchten, vielmehr könnte sie znm (Gegenstand einer Unterhandlung gemacht werden. Diese Ansichten fanden den Beifall der Altfinnen, die schon von jeher Nußland gegenüber eine entgegenkommende Haltnng an den Tag legen. Trotzdem dürfte die Petition, wenn sie ans der >iommissionsbera-tnng znrnckkommt, im Landtag angenommen werden. Tagesnemgleiten. — (Die K o n su It a t i o n 5 m a sch i ne.) Man hat im Lande des Dollars aussserechnct, daß sich die Aerzte .>enau so irren wie jedes altheracbrachle Heilbuch, und hat einen Automat nach Art derer, die uns die Schokolade spenden, konstruiert, der diskret jedem .^ranken Heilung bringen soll. Natürlich geschieht dies alles schmerzlos, billig unv schnell. Man lritt an den Apparat heran, der einem Menschen nachgebildet ist und an verschiedenen Körperteilen einen Schlitz hat, nimmt ein Dollarstiicl heraus und wirft es in den Schlitz oder Körperteil des Automaten, in dem bei dem Patienten der Schmerz und das Leiden sitzt. Der Automat liefert darauf ein Viichlein, das die Leiden der betreffenden ttörpergegend behandelt. Man hat nur nötig, sich auszusuchen, welches dieser Leiden einem am besten lonveniert, und lann dann an die Heilung gehen. Verschiedene dieser Apparate haben bereits Aufstellung gefunden; der Fabrikant dieser „Menschenrettung" scheint mit dem Ertrag diesem stummen Doktors sehr zufrieden zu sein, — (Ein 32jähriger Schlaf.) Nie ans Stock Holm berichtet wird. wachte eine sfrau namens Karolin.' Karlstatter von ihrem Schlafznstande, in den sie vor 82 Jahren verfallen war. jetzt wieder auf. Wfthrend dieser Zeit schlief sie ununterbrochen und nahm nur sehr wenig Nahrung zu sich, die ihr natürlich immer eingeflößt werden mußte. Als sie von der Schlafkrankheit befassen wurde, war sie erst 18 Jahre alt und stand gerade vor ihrer Konfirmation. Seitdem sie nach dem Erwachen wieder zu Kräften gekommen war. genoß die jetzt 45jährige ?frau Unterricht in den elementaren Schulgegensiänden und soll jetzt lon- -firmiert werden, — (Ein Scheck über 20 Heller) Auf der Londoner Untergrundbahn spielte sich auf der Station Queens Noad ein eigenartiger Vorgang ab. Ein Herr, der täglich die Vahn zu benutzen pflegt, bemerkte, als er den Fahrpreis von 2 Pence zahlen wollte, daß er seine Vö'rss zu Hause gelassen habe. Halb scherzend bot er der Dame am Schalter einen Scheck über diese Summe an und war nicht wenig erstaunt, als die Dame auf diesen Vorschlag einging. Es dürfte dies der kleinste Scheck sein, der jemals ausgestellt wurde. — (Sprechende Exftlosivlörper.) Wie aus Paris berichtet wird, haben vor kurzer Zeit Georges und Gustav Laudet in den Sitzungsberichten der dortigen Akademie der Wissenschaften eine neue Methode der photographischen Fixierung von Schallwellen veröffentlicht, die auch die feinsten Nuancen des Tones festzuhalten gestattet. Die Wiedergabe erfolgt lediglich durch mechanische Vorrichtungen nnd nicht durch elektrische, wie bei dem gleichfalls jüngst veröffentlichten Verfahren von Eharbonncl. Außerdem behaupten die beiden Laudet, imstande zu sein, durch Detonation von Explosivstoffen bestimmte Schallverbindungen herzustellen. Sie kündigen eine Rakete an. die „Vive la Mpublique" ruft und ein entsprechendes Notsignal für Eisenbahnzüqe. das in kritischen Momenten den Nuf „Arr<"'tez" ausstößt. — (Der Klub der Hundertjährigen) hat sich soeben in Newyorl konstituiert; es handelt sich um neun Herren, allesamt Insassen des Ialobs-Töchterheims, die zusammen eine Iahrcssummc von 932 Jahren repräsentieren. Zweck dieses Oreisenvereins ist die Veranstaltung einer — Automobiltournee. Im vergangenen Jahre halte Der Weg zum Leben. Nomcm von Erich Gden st ein. (50. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) Wie lia'tie.Camilla dieses fremde (^lnck neben sich ertragen können - sie, deren juuges ^eben obnehin immer ein Verzichten gewesen war? Nenn nicht die Pflicht der Tankbarkeit gegen die Familie Tbomas. die ibr eine Heimat geboten: die ^iebe ,',u Camilla, welche ibr stets eine 3chwener ge'!..'sen war. mns;te sie stark machen gegen sich selbst. Oben war es still, lautlos fielen herbstgelbc Blätter ans Weingerank in Martha Torolandtt' 3chos;. die ersten tränen des scheidenden Ton^ iners. Und in den birken wisperte ganz leise der Llbendwind. Vie eine Verbrecherin schlich Martha auf oen ^um'vitzen von dannen. ^i.'llos wanderte sie in dem dämmernden Wald hinter oem Hanse hernm. Ihr 5topf schmerzte, die lviiße waren schwer wie Blei, dabei drehten sich die (Hedanken immer toller im kreise. Immer nnr das eine: wenn er jeht, käme uud mich iil seine ^lrme nähme als sein Eigentnm nnd spräche: „Tn bist meine Welt nnd meine Heimat, mein Leben lind meine Inkunft, wie ich die deine" ^ wnrde ich wohl die Kraft habcn, ihn von mir ;u stos;en fnr immer? Wie fest nnd lant >er Verstand auch ja sagte - ihr armcs einsames H<'rz klammerte nch mit allen Fibern an diese Vor-^'Nnng und schrie noch lanter: Nein! Nein! Tiesc '^'"^ wurdest dn in alle Ewigkeit nicht finden. Würdest dich vielmehr ganz still an ihn lehnen mW 'agen: Nimm. was dein ist! Tonn dao ist deine ^ehnsncht — dein ^eben anfgehen zn lasseil in dom seinen, dein Wesen anfzulöfeu in seineini Wesen! Plötzlich warf sich Martha stürmisch zur (irde, krallte ihre Hänoe in das weiche, fenchte Moos und brach in leidenschaftliches Tchluch^eii aus. Uud in dem jähen elementaren Ansbrnch des ^chmcr-zes uerstnmmten alle (bedanken. svran >lordnla5 Ttimme, die lant nnd angstroll vom Hanse heriiberklang, schreckte sie endlich anf. (5s war beinahe finster. Miihsam erhob sie sich nnd strich mechanisch das wirrc Hactr ans dn> Ttirn. „Martha! - - Martha!" klang es dringender, ^ie lief in großen Tatzen dein Hanfe zn. Aran Thomas stand unter der Tür nnd winkte in die Nacht ln'nans. Ihr (Besicht lenchtete schneeweiß unter d?m ^pitzenschal hervor. Ta wns'.te Martha, wozu mau sie gernfen. „Diesmal ist es besonders schlimm!" flüsterte ivran Thomas mit, bebenden kippen. „Ich fj'irchle, wir werden den Arzt rnfen müssen, sie ist völlig bewnsnlos. Viktorin ist bei ihr." In diesem Angenblick vernahmen beide den kraftvollen elastischen Tchritt Nolfgangö, nnd seine (Gestalt tanchte ans dem Tnnkel vor ihnen anf. Veide znckten unwillkürlich zusammen. Tann fln-sterk' Martha hastig: „Warnm fragst dn nicht ihn . . . vielleicht könnte er ihr helfen?" jvran Thomas schüttelte abwehrend den klopf. „Nein — ihn nicht. Ihn absolnt nicht. Und Hilfe gibt cs ja absolnt nicht . . ." Und mit raschen Tchritten, beinahe flüchtend, wandte sie sich in den Hausflur zurück, ohue sein völliges Herankommen abznwarten. Martha folgte ebenso hastig. Wolfgang, der beide schon erkannt hatte und eben ein fröhliches (^rus'.wort rufen wollte, war ebenso erstaunt, als unangenehm berührt. Was be-deutete dies? Ein peinliches (befühl ftieg in ihm auf und verstärkte sich immer mehr, je länger er über den Vorfall nachdachte. Während dos Abendessens, das er allein im Speisezimmer einna,hm, kam ihm znm erstenmale der l>>edanke, seine ^lnwe-scnhcit könnt? vielleicht schon zn laiige geoanert haben. In dieser Meinnng wnrde er noch bestärkt, als der Professor kam, nm ihn zn begrüßen. Das sonst meist lächelnde Besicht des Hansherrn trng einen gespannten Ansdrnck, etwas Verlegenes, Zer^ strentes machte sich in seinem Wesen geltend. Alis Wolfgangs ^rage nach den Damen antwortete er nnr klirz, .Camilla sei unwohl, und seine ^ran wie Martha leisteten ihr Gesellschaft. Unter diesen Umständon zog sich Wolfgang so früh als möglich znrück. Da er aber trotz des weiten Marsches keinen Tchlaf verspürte, schrieb er an Nenate, von welcher bereits zwei nnbeanlwor' tete Briefe vor ihm lagen. Er schilderte ihr seine ärztliche Tätigkeit im svriedhofe und wie seitdem bald dieser, bald jener Vaner alls entlegenen Venv höhen seine Hilfe erbat, wohl hanptsächlich, weil er kein Honorar nahm nnd der Wemeindearzt Doktor geller meist „verhindert" war, zn kommen. Nc^ türlich hatte er sich mit geller ins Einvernehme» gesetzt. Znfällig war, derselbe ein ehemaliger Ttndien-genösse Wolfgangs, der ihn fehr herzlich begrüßte üaibacher gemma. Nr. 204. ____________________________1985_____________________________________________5. September 1908. die Anstalt ihren Insassen eine große Antomobilfahrt geboten, die diesmal ausfallen mußte. Darauf entschlossen sich die neun ältesten Herren, den Klub zn gründen, um auf eigene Faust die Erholungsfahrt zu unternehmen. Das Heispiel fand bei den Frauen des Altershauses sofort Nachahmung, und wenige Tage darauf gründeten auch die alten Damen ihren Hundertjährigcn-Klub, in den die „jüngeren" Leute, die Neunziger, nicht aufgenommen werden. Lolal- und Provinzial-Nachrichten. Nnserc Schweiz an der kroatischen Grenze. Reiseslizzen von Fr. Pirc. l Fortsetzung.) l I 1. dabar und sein Geheimnis. Endlich, so gegen Mittag, fiel vom Himmel die Wollen, hülle und hieß uns von der gastfreundlichen Wirtin in Obergras Abschied nehmen. Für den kurzen Marsch bis (.'abar vollauf gestärkt, schritt ich meinem Begleiter in einiger Entfernung voraus, um mir das fesselnde Gesamtbild der gleich unterhalb Obergras sich erschließenden eigentlichen Pforte zur Gottschecr Schweiz einzuprägen. Das ist wahrlich ein Anblick, der sich leichter genießen als beschreiben läßt, voll Reiz und Romantik! Besonders anziehend gestaltet sich das linker Hand sich ausdehnende Gelände mit den wildzerllüftetcn, jäh abfallenden Hängen des Göttcnitzer Karstplatcaus. Dagegen versperrt rechts der meist bewaldete Winller Berg (1007 Meter) mit seinen von NMbächen vielfach zerrissenen, zerspaltencn und unregelmäßig abfallenden Lehnen die Aussicht gegen (?abar zu. Dafür versucht er uns in anderer Weise zu entschädigen. Aus den Tiefen seincs Riesenrumvfes läßt er muntere Quellen emporsprndeln. die in hurtigem Laufe der tief unten die Talspalte burchfließenden (labranla entgegeneilen. Diese Quellen liefern ein vorzügliches Trinlwasser; wenigstens bezeichnete man es mir als solches. Das meist gebirgige Gebiet in gerader Richtung vor mir gehört zum Königreich Kroatien; denn die natürliche Grenze zwischen Kram und Kroatien bildet die (''abranla. Interessant ist die am Kamm des Winller Verges kunstvoll ausgeführte ncne Straße, die ein Gesamtgefälle von 254 Metern sehr geschielt lvon Obergras nach (>abar) überwindet. Wie das Göltenitzcr fällt auch (im engeren Sinne) das Obergraser Karstplateau gegen die <"iabranla-Talenge ab; nur ist beim letzteren das Gcfälle nicht so jäh, wie beim ersteren. An den Hängen der beiden genannten Plateaus liegen einzelne Weiler, wie: Naumgarten (Pungert 60li Meter). Schwarzenbach (d'rni Potol 446 Meter) u. a. zerstreut. Wenn man von Obergras das tiefe Tal betrachtet, so glaubt man. wenigstens 500 Meter hinabsteigen zu müssen, um nach (''abar zu 5,c. langen. Nnn beträgt die Eeehöhc von Obergras 782 Meter, jene von (^abar 528 Meter, es ergibt sich sonach eine Höhendifferenz von nur 254 Meter. Vielleicht würde mein Tagebuch um einige Daten reicher geworden sein, aber da kam schon mein werter Reise-lollege mir nach. Obwohl ihm die Gegend hier bereits von ciner früheren Reise her bekannt war, blieb er dennoch, die schöne Aussicht bewundernd, stehen. Leider konnten wir bei dem Anblicke nicht lange verweilen; denn die sich wieder insammcnzichenden Wollen gemahnten uns zum rüstigen Ausschrcitcn und zur Kürzung der zahlreichen Serpentinen. Nichtig! Wir hatten noch nicht ein Drittel des Weges zurückgelegt, da brach das Unwetter mit voller Gewalt wieder los. Unser Zetern und Wettern half dagegen nichts! Hätten wir nur ahnen können, was er uns für das kurze Leiden eben mit seinem Strömenregcn Wunder- und Geheimnisvolles vorbereitete, wir wären ihm dankbar gewesen! Nie die Dinge standen, behielten diejenigen recht, welche die Entfernung von Obergras bis ^,'abar vierfach vergrößern wollten; denn wir haben tatsächlich noch mehr gebraucht als zwei Stunden. Auch mein Regenschirm erschien nun meinem Reisebegleiter nicht mehr „zum Lachen". In Götte-nitz hatte er mich zur Rede gestellt: „Mensch, sagen Sie mir nur das eine: wozu einen Regenschirm auf die Reise? Ein Tourist und ein Regenschirm?!" Ich blieb ihm, den starken, schwere Wollen vor sich jagenden Sübwestwind ober den Riffen der Stcinwand beobachtend, die Antwort ganz einfach schuldig. Aber nun fragen Sie ihn, was er mir dafür schuldet, daß er schon einige Stunden später stillschweigend Schutz unter meinem Schirm suchte. Viel Platz fand er freilich nicht . . . Als wir endlich spät nachmittags in (,'abar anlangten, da rauschte die «.'abranka noch ganz gemächlich in ihrem alten engen Bette, als ob sie eigens auf unseren Besuch gewartet hätte, um sich binnen wenigen Stunden in verschiedenster Gestalt vorzustellen. Darin liegt aber eben ihr Geheimnis! Obwohl wir auf dieses Gchcimnib, wie man sagt. „furchtbar" neugierig waren, gab es angesichts unseres' alles eher als gemütlichen Zustandes in allererster Linie noch eine dringendere Frage, die nach einer soliden und dabei billigen Unterkunft zu lösen. Erlassen Sie mir die Details unserer dicstxzüglichcn Forschungen! Erst eine Stunde spater befanden wir uns wohlgeborgen im modernen Neubau des Hotel „Krix". Das Hotel ist geschmackvoll ausgestattet, die .Küche vorzüglich, namentlich für Lieb-Haber von Fischspeisen, die Bedienung solid und der Aufenthalt nicht teuer. Aehnlich wie in Obergras war auch das Gebiet des heutigen l'abar noch vor einigen Jahrhunderten von einer urwaldähnlichcn Wildnis bewachsen. Da kamen die Edlen des Landes (Zrinjsti, Franlopan?) auf Wldjagden hichcr. Die ausgiebige Beute ließ sie nahe am Wasser ein Iagd-fchloß erbauen, um das herum sich nach und nach ihre Hörigen aus Kroatien sowie aus Gebirgsgegenden Krams kommende Schmiede, Säger. Hölzer und Köhler ansiedelten. Nach der charakteristischen Gestaltung des tiefliegenden Kcs-seltalrs erhielt die juuge Ansiedlung den Namen „f'abar" (Zuber) und wuchs allmählich zu seiner heutigen kleinen „Größe" heran. — So die Tradition, die insoweit bestätigt werden kann. als das ursprünglich als Jagdschloß benutzte alte Gebäude (neben dem neuen Schlosse) noch besteht und heutzutage der Herrschaft von Ghyzsy gehört. Und nun ohne jede Seitcnsprünge direkt ins Reich des Geheimnisses von ('abar. Wie könnte ein solcyes anderswo liegen als beim Ursprünge der C'abranla? Und welches Wetter wäre hiezu geeigneter als das heutige mit seinen großen Niederschlagen? So machten wir uns denn wirklich -ms den zehn Minuten langen, sehr schönen Weg zum nordwestlich von (!abar liegenden Ursprung der C'abranla. Ec führte uns an der aliehrwürbigen, inmitten von Oabar stehenden prächtigen Lände ilinls von der Straße) und gleich darnach an dem erwähnten Schlosse vorbei. Beim und sogleich erklärte, er sei zu Tode froh, wenn der „Herr .College" ihm diese armen Patienten, deren besuch mcher Strapazen nichts eiutrüge, abnähme. Wolfgang konnte nicht müde werden, Nennte das ^lnck zn schildern, welches für ihn in dieser Ve schäflignng lag. Plötzlich klopfte es heftig an seine Tür. (5r sprang ans, warf einen Blick nach der Uhr, die gerade Mitternacht zeigte, und beeilte sich zn öffnen. M'an Thomas stand vor ihm. Aber er prallte beinahe zuriick, so verändert schien sie. Ihre gros;e Gestalt, deren Linien an die Antike mahnten, zit-lert.e, die blanen Augen trugen einen tiefgrauen Ausdruck, da sie wie die Verkörperung, des Jammers ausschante. ^'wlx — dachte er unwillkürlich, als sie schweigend eintrat und sich erschöpft auf einen Stuhl fallen lich. Tann begann sie leise und hastig: „Verzeihen 3ie. lieber freund, das; ich Ihre Nachtruhe störe, aber ich weis'» mir keinen Nat . . . Camilla ... ich sandte vor .'iner ^tnnde um den Arzt---------er ist verreist . . . ich fürchte, sie stirbt »n'r unter den fänden . . ." „Fräulein Camilla? Aber was fehlt ihr denn, um Gottes willen? Teit wann ist sie krank? . . . Der Herr Professor sprach doch nur von einem leichten Unwohlsein?!" ^rau Thomas richtete sich entschlossen auf und sagte: „Wir wollten es verheimlichen, wie bisher! vor jedermann mn Kamillas willen. Tie leidet an Epilepsie, schon seit der (Geburt. Mein Schwiegen Vater starb im Irrenhause, ebenso meines Mannes Bruder. Ich verstand nichts von solchen Tingen ... Wichte nicht, das; in der Thomasschen Familie Vahnsinn erblich war seit (Generationen. Ich war Waise, erzogen wie die meisten Mäochen, blind und dumm. Viktorin war gut. Seine ^iebe rührte mich. da nahn, ich ihn. lind ich mußte l>wtt danken, das; nur harmloser Schwachsinn als ^amilienerbteil mit den Jahren zntage trat. Aber mein >lind . . . ein einziges", hier nahm ihre Stimme, die bisher ein-tönig geklungen hatte, einen heisten, leidenschast lichen Toi: an, „es hat sein Vatererbe in dieser furchtbaren Krankheit erhalten, die es ausschliesu von ^iebe und l^lück, von der (n-füllung seiner Veibbestimmung für alle ^eit . . . ^. hält' ich es geahnt, was diese Ehe bedeutet, hätt' nur einer mir die Augen geöffnet nnd gezeigt, welch Verbrechen os ist. dies Geschlecht fortzupflanzen . . . Adel niemand sprach, alle priesen sie nnr die gute V.'r sm-gung für die Waise. Nnd jetzt---------ich weis, nicht, ob Sie ermessen können, sein Liebstes leiden zn sehen, verdammt zn ewigen Leiden, ewiger Entsagung. Sie, die jnng nnd schön und glückslmngria ist, verbergen zu müssen vor der Welt, zittern müs sen jeden Tag, das; nicht ein Schinerz ooer ei',e armselige Freude das kranke Nervensystem erjchüt-tert, und dabei doch l^ott danke,,, daß er nnr dies .Kleinod gab, das einzige, welches mir über die in-nere ". Wir sahen noch nichts derartiges, was auf die Folgen der hcrabströmenben Wassermasstn zurückgeführt halte werkn können. Die ^abranla war in ihrem Bette wohl etwas gslbschmutzigcr und ums Kennen angeschwollen, aber der Ursprung jclbst schien von unterirdischen Zuflüssen noch unbeirrt ^u sein. Ebenso war in der dem Ursprünge gegenüberliegenden Klamm (auf unserer Seite) alles noch ziemlich ruhig. Und doch lonnten wir zu leiner gelegeneren Zeit hiehei gekommen sein. als eben dieser Augenblick es war, um rin großartiges Naturbild zu bewundern, um welchen Genuß uns Tausende und Tausende beneiden würben, hätten sie nur eine dunkle Ahnung davon. In fieberhafter Spannung harrte ich des von mir erwarteten Augenblickes.: des plötzlichen Ausbruchcs aller Urquellen der ('abranla. Denn träte dieses Ereignis ein. so brächte es mir den Schlüssel zur Erschließung des ersten Geheimnisses von ('abar. Da brach plötzlich ein erneuerter Stromregen über uns los und zwang uns unter schützendes Dach zu treten. Während sich mein Begleiter meines Nrglnschilmes bediente, kroch ich unterhalb eines überragenden Felsens knapp an linken Ufer der Klamm dahin. Nie gut es war, daß ich einige Augenblicke vorher meine Absicht, über das feichte Bett vor uns ans kroatische Ufer zur Sondierung der Hochwasserquellen hin-überzusteigen. nicht zur Ausführung gebracht, wird sich so, gleich zeigen. Indes nahm ich mein Tagebuch zur Han5 und notierte: ./'abranla als einer der ersten Grenzzuflüsse dcr Kulpa, besitzt inmitten eines großen, halbkreisförmig s^ilabfallenden Einsturz, bezw. Erojionskssels eigentlich nur einen ständigen Ursprung, der den auch im Unter, lrainer Karstwasicrgebiele in verschiedenen Orten anzutr-f-fenben seltsamen Namen „Obrh" führt. Gleich unterhalb de3 Obrh treiben die stürzenden Wasser ein kleines industrielles Werk: der Ueberschuß fällt über lose und einiqe noch auf den Kcsselrändern ruhende Felsblöcke in das tieferliegende Neservoirbecken. das den Anfang des weiteren engen Bettes bildet. Die losen, massiven Felsblöckc legen Zeugnis über Wirkungen erosiver Einflüsse ab; sie lenken unsere Blicke auf die steilen, felsigen Hänge und deuten ihr? einstige Lage an. von dcr sie durch intensiv wirkende Kraft der Zer-fehung und Abtragung von der Gcsteinsmasse bloßgelegt und ^"abgeschleudert wurden. Sie l^ss^i' ^.ns m jene ferne Zeiten blicken, wo ihnen, sulzesfivs und von derselben un sichtbaren Macht getrieben, auch die übrigen, der ganzen Umgebung schon heute ein Bild der V'^wi^iung l,'5rlrit>endl'n Blöcke nachfolgen werden; bis bann eine noch fernere Zeit heranbricht, wo der Einsturz der letzten Nä'ider des noch iibrig gebliebenen Kessels erfolgt und daö l'eutigü Bild durch ein gänzlich verändertes erseht sein wird: Die Fortsetzung der Talenge der 6'abranla. bezw. die ß-rweiterung der riesenlangen Klamm im Kulpalauf-Gebicte bis ins Herz von Innerlrain. Und die C'abranla? Auch sie wiid sich diesen Veränderungen anpassen müssen; daran ist sie bereits qctvohnt. So zeigt sie bei großen Niederschlagen noch 5fute die vom Ursprünge b,cl höher unter einer Felswand gelegene Stelle, der sie in früheren Zeiten entsprang, was sic sich heute nur noch bei einem hohen Wasserstande der inn-'.-n Reservoirs leisten kann. Fortsetzung folgt.) — (Steuerbegünstigungen für Laibach,) Wie man uns aus Wien melbei. publiziert die heutige ..Wiener Zeitung" das Gesetz, betreffend die teilweise Verlängerung der Geltungsbauer des für die Stadt Laibach wirksamen Stcuerbegünstigungsgesetzes vom 2^. Mai 1!05. — (Hiesige Teilnehmer an ocr bosnischen und herzegowinischen Okkupation) beabsichtigen demnächst das 60. Iubiläumbjahr Seiner Majestät des Kaisers und gleichzeitig das 30. Gedenkjahr der Okkupation festlich zu begehen. Demzufolge werden alle Teilnehmer ohne Unterschieb der Waffengattungen zu einer Besprechung eingeladen, die am 13. b. M. um 2 Uhr nachmittags in bcn Oasthauslolalitaten des Herrn Iv. Beli5 an der Wiener Straße Nr. 10 stattfinden soll. * ^Approbation von Lehrbüchern.) Seine Erzellenz der Herr Minister für Kultus und Unterricht hat dem Lehrbuche: „5v<-ti„l>. Di-. Ivni,. Xnwli^j v<^ ^<1„.ii1l "'1 " I'"« k,i^u: 1l<".i5. no«1 Knw1i'^<> v..,-<-, Laibach 1W8. X-.,<.1i^l. ,mlvi>,c!l." V l>ii>1.l!,,"i N)08. X,i<-x<>,;kc'N^ki 2nv,>l1 »v. «inui-«wv„. Preis geb. 3 K. zum Unterrichtsgebrauche an Gymnasien, an denen Griechisch in slovenischer Sprache gelehrt wird. die Approbation erteilt. — Seine Exzellenz der Herr Minister für Kultus und Unterricht hat schließlich die Lehr- Laibacher Zeitung Nr. 204. __________1886_________________________________________5. September 1905 büchcr: „^1r Ivun. I'i'ii-'xl^iii» /^i «lo^Iv^ lnc^ni^lio ^oi^. 111. ^wi,n.,'n. X" I.MliI^nll 1908. Xl^inm^vr H izunüi<3l^. ^'2n:! vo2l,ni kn.ji^i 2 X 30 !i." ,.1'ri-roclopi^ xa ^okli^l^ nn^c-ttn^c' ^oll;. III. «toi»liia. V I.MdlMiii 1908. XI»'i,ima.vl- H: Vamderg. s?^na vexnni ki^'i^i 2 X 50 k" zum Unterrichtsgebrauche an Knabenbürgerschulen, vezw. an Mädchenbürgerschulen sowie in den oberen Klassen der achtllassigen Knabenvolls-schulen, bezw. Mädchenvollsschulen mit slovenischer Unterrichtssprache die Approbation erteilt. —r. — (Vom Mit telschuldie nste.) Seine Exzellenz der Minister für Kultus und Unterricht hat den Sup-plenten Dr. Anton Derganc vom Staatsgymnasium im 13. Wiener Gemcindebezirte zum provisorischen Lehrer für das Sophiengymnasium in Nien ernannt. — (Pe r so n a l n a chr i ch t e n.) Zur Vermählung des Herrn Barons Tacco mit Fräulein Elise v. Frank ist gestern abends Seine Exzellenz Geheimrat, Minister a. D. A. Graf Vylandt-Rheidt hier angekommen und im Hotel „Union" abgestiegen. Dortselbst logieren auch Graf Attems. Graf Marenzi. Baronesse Minu-tillo. Baron Baum, und Baron T a c c o. — (A u s dc r D i ö z e s e) Kanonisch installiert wurden die Herren Engelbert Berlan auf die Pfarre Za-gradec, Andreas L a v r i c- auf die Pfarre Wippach. Josef Ocepet auf die Pfarre Dobovec. Josef Pravhar auf die Pfarre Laserbach und Johann Rihter^iö auf die Pfarre St. Helena. Ernannt wurden die Herren Andrea-Lavriö, Pfarrer in Wippach, zum Dechanten fürstbischöflichen geistl. Rate. Stanlo Premrl zum Präfelten im Aloysianum, Dr. Anton Ratajec zum Professor am fürstbischöflichen Gymnasium und Anton Vulovi 6 zum Präfclten an der Anstalt des hl. Stanislaus in St. Veit, Franz Iuvan, Kaplan in Brezovica, zum Pfarradmini-strator daselbst. In den dauernden Ruhestand traten die Herren Anton Korbie, Pfarrer in Eisnern, und Wilhelm Paulus, Pfarradministrator auf dem Ulrichsberge. Verseht wurden die Herren Kapläne Vinlo d' i b a -5ek aus Kronau als Pfarradministrator auf den Ulrichsberg. Alois Kralj aus Groß-Dolina als Kurat nach GlX'e, Fr. Ralovec aus Blole nach Semi^, Jakob Kalan aus Neümarltl nach Vrem, Albert P r a v st aus Vrem nach Podbrezje. Der Deutsche Ritterorden hat Herrn Pater Raimund Kubinel aus Semw nach Tschernembl versetzt. Versetzt wurden die .Herren Pfarradmiuistratoren Felix Kniiel aus Nabno Polje auf den Hl. Berg. Andreas Zgaga vom Hl. Verg nach Aabno Polje, Johann M auser aus Ebental nach Pöllandl. Neu angestellt wurden die Herren Kaplän« Viltor (' a d e x in Neümarltl, Anton Kastelle in Schwarzenberg ob Idria. Viltor Kragl in Fara bei Kostel, Franz Krische in Santt Martin bei Littai. Johann Vodopivec in (I'em^enit. Alois Vovl in Vrezovica. Ausgeschrieben sind die Pfarren Vrezovica, Ebental im Gottscheer und Eisnein im Vischof-lacker Dekanate. Einreichungstermin bis zum 1. Qttobcr. ^ (Studienreise.) Die kroatische Landesregierung hat den dortigen Landes-forstinspektor Stephan Pe-troui 6 und den 5iomitatZforsti»spettor Bogoslav Koso -v i ^ behufs Studiums der Karstaufforstung nach Krain entsendet, um hier sowohl die Organisation des AufforstungZ-dienstes kennen zu lernen als auch die Erfolge der bereits durchgeführten mustergültigen Aufforstungen am Karste in Augenschein zu nehmen. Die kroatischen Delegierten begaben sich gestern in Begleitung von Organen der Karstauffor, stunqslommission nach Innerlrain. Wie verlautet, soll behufs Aufforstung des kroatischen Karstgebietes auch in Kroatien demnächst eine entsprechende Organisation des Aufforstungsdienstes in Angriff genommen tverden. — (Krainifches Trachtenfe st.) Der Festausschuß des lrainischen Trachtenfestes, das am 13. d. M. in allen Räumlichkeiten des Hotels „Union" stattfindet, ersucht uns mitzuteilen, daß heute von 6 bis 8 Uhr abends und morgen von 10 bis 12 Uhr bormitt. in der Redaktion des „Slovenec" (Neue Katholische Vuchdruclerei. im Bibliothets-saale. dritter Stock) Spenden für den Glückshafen dankend entgegengenommen werden. — (Schauturnen.) Der Turnverein Solol I. in Laibach veranstaltet morgen nachmittags auf der Ledina (Eingang aus der Komenslygasse neben der Knabenvolls-schule) sein erstes Schauturnen in Verbindung mit einem Volksfeste. Das Schauturnen umfaßt Frei- und Gerätübungen sowie eine Gruppe; beim Volksfeste wirken die vollständige Laibacher Vercinslapelle und der Vereinschor mit. Es Iverden Pavillons für Vier und Wein, weiters für warme und kalte Speisen, ein Caf6 :c. aufgestellt werden. Den Beschluß des Festes bildet ein Tanzvergnügen. — Beginn der Unterhaltung um 4 Uhr, des Schauturnens um halb 5 Uhr nachmittags. Eintrittsgebühr 60 Ii; Mitglieder und Totolturner in Uniform frei. — (Unterricht in der Stenographie und im Maschinenschreiben.) Die von der Landesregierung für Krain genehmigte Privatlehranstalt des Sollizi-tators Josef Christoph in Laibach eröffnet am 16. d. um 7 Uhr abends an der I. städtischen Knabenvoltsschule m der Komenstygass« einen Unterrichtslurs für Stenogra- phie und Maschinenschreiben. Der Unterricht in der Stenographie umfaßt die slovenische und die deutsche Korrespondenz- und Debattenschrift; der Unterricht im Maschinenschreiben wird nach dem Zehnfingersystem erteilt und die Ausbildung im blinden Maschinenschreiben bis zur vollen Fertigkeit geübt. Die Tages- und die Abendkurse sind für Damen und Herren eingerichtet. Das Honorar betragt für beide Gegenstände zusammen monatlich 12 X, für je einen Gegenstand 8 X und ist immer monatlich im vorhinein zu entrichten. — Anmeldungen werden, bis längstens 13. d. in der Pfalzgasse Nr, 7. ebenerdig rechts, oder am Tage der Eröffnung an der genannten Schule um 7 Uhr abends entgegengenommen. " (Prüfungskommission für Gesellenprüfungen bei den Gewerbegenossenschaften in Mottling.) Zum Vorsitzenden dieser Prüfungskommission wurde der Besitzer und Hutmacher Herr Anton Tercel und zu dessen Stellvertreter der Besitzer und Lederer Herr Franz Weiß. beide in Mottling, ernannt. * (Konstituierung des Bezirks straßen-c> u s sch u ss c s in Senosetsch,) Gewählt wurde Herr Philipp K a u <" i <", Grundbesitzer in Präwald, zum Ob-nwnne und Herr Franz Edler von Garzarolli, Gemeindevorsteher ?c. in Senosetsch, zum Obmannstellvertreter. —i'. — (S ch w u r g e r i ch t s v e r h a n d l u » g e n,) A^n 2. d. M. hatte sich vor dein hiesigen Schwurgerichte die nach Natschach zuständige Iosefa Knaus, geborene Amvro^, aus Hrastnil wegen Verbrechens des Betruges zu verantworten. Den Vorsitz führte Herr Oberlandcsgerichtsrat An-dol«ek; die Anklage vertrat Herr Staatsanwaltssubstitut Dr. Kremxar; die Verteidigung führte Herr Advokat Dr. von W u r z b a ch. Die Angeklagte, eine passionierte Lotteriespielerin, stand unter der Anklage, verschiedenen Personen unter der Vorspiegelung von Lotteriegewinsten Geld herausgelockt zu haben; sie wurde jedoch, da die Geschworenen die Hauptfrage auf das Verbrechen des Aetruges verneinten, freigesprochen. Die Verhandlung war behufs Untersuchung des Geisteszustandes der Angeklagten bereits zweimal übertragen worden. — Am 3. d. M. hatte sich der im Jahre 1877 in Michelstetten geborene, nach St. Georgen bei Kraindurg zuständige Vcsitzcrssohn Iuvan aus Ol^evel »rxgeu Verbrechens des Totschlages zu verantworten. Den Vorsitz bei der Verhandlung führte Herr Hofrat Pajl, die Anklage vertrat Herr Staatsanwalt Trenz, als Verteidiger fungierte Herr Advokat Dr. K r i s p e r. Der Tatbestand ist folgender: am 19. Juli l. I. zechte der Angeklagte in Gesellschaft mehrerer Dorfburschen und seiner zwei Brüder im Gasthaus« des Johann Ah^in in Adergas. Da geriet er in einen Streit mit dem Burschen Andreas Po-ga^ar. »veil letzterer den Bruder des Juvan geohrfeigt hatte. Iuvan entfernte sich schließlich aus dem Gasthause und begab sich in ein anderes Gasthaus, wohin bald darnach auch alle übrigen Vurschen abgingen. Im neuen Lokale entstand zwischen Iuvan und Poga^ar wieder ein Wortwechsel, worauf sich Juvan entfernte. Er lehrte indessen bald zurück und gab ouf Poga^ar drei Revolverschüsse ab, von denen schon der erste tödlich war. Pogai-ar sank sofort tot zu Boden. Nach der Tat flüchtete sich Iuvan nach Trieft, um sich nach Amerika einzuschiffen, wurde aber von Reue erfaßt und stellte sich selbst dem Gerichte. Auf Grund des Wahrspruches der Geschworenen, die die auf Totschlag gestellte Hauptfrage verneinten, wurde Iuvan freigesprochen. — Der eines Sitt-lichleitsverbrechens beschuldigte 19jährige Johann Marcelan aus Oberloitsch sowie der eines gleichen Deliktes bezichtigt« 15jährige Ludwig Vrudar aus Nudolfswert wurden freigesprochen. Die Verteidigung des ersteren hatte Herr Advokat Dr. Kolalj. die des letzteren Herr Advokat Dr. Ka ftus geführt. — In der gestrigen Abendverhandlung wurde der ebenfalls eines Sittlickleitsdeliltes angeklagte 45jährige Ialob Berc-iö aus Altlack in Qberlrain, als dessen Verteidiger Herr Lanbesgerichtsrat i. R. Deu fungierte, zu einer 14monatlichen Kerkerhaft ohne Verschärfung verurteilt. —«— . — (Vesitzwechsel.) Herr Jakob Nurgar. Realitätenbesitzer und Bürgermeister in Unter-5i«la, hat am 3. d. M. den dortselbst gelegenen Rest der zur bestandenen Gült Schönau gehörig gewesenen Realitäten, als eine Grundfläche von 148 Quadrattlaftein. ein darauf stehendes un bewohntes Haus und eine mit dem Einstürze drohende hölzerne Schupfe, beide mit Stroh eingedeckt, in freiwilliger öffentlicher Üizitation um 4010 X erstanden. Der Käufer wird das Gebäude in der nächsten Woche demolieren und an dessen Stelle ein Wohnhaus bauen. Auf diese Art wird das einzige in der Gemeinde befindliche Strohdach auf immer verschwinden. o. '-' (Verbot eines G e he i m m i t t e l s ^ür B ruchleibende.) In Annoncen zahlreicher Tagesblätle? wird eine von Dr. W. S. Rice in London erfundene Heilmethode zur operationslosen Behandlung von Unterleibsbrüchen angepriesen. Ueberdies werden mittelst Ariefpost an Privatpersonen Zuschriften mit von den betreffenden Kran. len auszufüllenden Kranlenformularen versendet und in diesen Zuschriften die Behandlung von Bruchleiden empfohlen. Dieses angebliche Heilverfahren besteht in der Anwendung einer als „Lymphol" bezeichneten Salbe und dem Tragen eines Bruchbandes, wofür von der Versanbfirma W. S. Nice in London der Betrag von 50 X per Nachnahme erhoben wird. Abgesehen davon, daß die Verwendung eines nicht durch Sachverständige angepaßten Bruchbandes untcr Umständen ei»e Verschlimmerung des NruchleidenL bewirken kann, qualifiziert sich die beigegebene Salbe, deren Zusammensetzung nicht bekannt gegeben wird, als ein Geheim-mittel, so daß deren Vertrieb im Inlandc schon aus diesem Grunde unstatthaft ist. —r. — (Eine geschichtliche N e m i n i s z e n z.) Am Feste Maria Geburt 1858 gelangte die herrliche Weitsicht-bare Marienstatue auf der Hauptfront der hiesigen Franzio lanerlirche unter großen Feierlichkeiten zur Aufstellung. Dic kirchliche Zeremonie und Einweihung wurde vom Dom-dcchanten und nachheria.cn Dvmpropsien Josef Zupa n oor-genommen, I«—. - (Industrielles.) Ueber Ansuchen der t. l, Vezirlshaupimannschaft in Adelsberg findet am 12. d, M, um 9 und 11 Uhr vormittags die Kollaudierung des durch Herrn Alois Urbanoi« in Va<: errichteten Dampfsägewerles und die Konzessionierung eines zu errichtenden stabilen Dampfkessels in Va5 durch einen Maschinentechnik« der hie-sigeii Landesregierung statt. —>>. — (Hotel Zlatorog in der W o ch e i n.) Der unseren Touristen und Sommerfrischlern bcstbclannte Üic-staurateur Herr Josef Ravhelar in Ukance am oberen Ende des Wocheiner Sees erbaute gegenüber seiner jetzige» Restauration ein geräumiges Hotel, das vor einigen Tagen dem öffentlichen Verkehre übergeben wurde. Das äußerst praktisch gebaute Hotel besteht aus einer geräumigen Ve randa, von wo man mittelst eines an der Wand angebrachten Fernrohres den reizenden Sabicafall beobachten kann, von wo sich aber auch der prächtigste Ausblick auf die rings umher stehende» Vergriesen bietet, weiters aus einem größere» Gastzimmer und 20 Fremdenzimmern, so daß mit dem alten Gebäude im ganzen 30 Fremdenzimmer zur Verfügung stehen. Hoffentlich wird das mit bedeutenden Kosten zustande gekommene Hotelunternehmen zur Hebung des Fremdenverkehrs in der romantische» Wochein in erheblichem Maße beitragen. — (Der freiwillige F e u e r we h r v e r e i n in Nadmannsdors) veranstaltet morgen zur Feier seines 25jährigen Bestandes eine Festlichkeit verbunden mit einer Kaiserjubiläumsfeier, auf deren Programm sich eine hl. Messe, die feierliche Tclorierung zweier Vercinsmitglie-der mit der Medaille für 25jährige Vereinstätigleit sowie um 2 Uhr nachmittags ein Voltstonzert im geräumigen Schloßgarten befinden. Beim Konzerte fpielt die Radmanns-dorfer Streichmusik. — (Ein Militärlonzert) findet, wie bereits gemeldet, morgen abends im großen Saale des Hotels „Union" statt. — Anfang um 8 Uhr abends. " (Festnahme eines aus Amerika g e f l ü ch-teten Diebes und Betrügers.) Vor drei Jahren lockte der im Staate Indiana in der Stadt Shoboygan Wit Nordamerika beschäftigte Tischlergehilfe Alois Kürtet, geboren im Jahre 1879 in Oto<"ac und zuständig nach Peru^i«", in Kroatien, die 35jährige, verehelichte Arbeiterin Maria Reni-u- aus- Isola zu sich und lebte dann mit ihr in gemeinschaftlichem Haushalte. Er war m einer Fabrik als Tischlergehilfe beschäftigt, während sie sich einen amerikanischen Salon hielt und sich zugleich als Wäscherin und Näherin ihr Brot verdiente. Beide lebten sehr sparsam, so daß sie sich über 7400 l< ersparten, Im Februar l. I. sandte Kurte.; die Ersparnisse an die städtische Sparkasse nach Laibach und ließ zwei Sparlassebüchlein ausfertigen, eines auf seinen Namen mit einem Kapital von 3556 X, das er vorsichtshalber vinlulieren ließ, und eines auf den Namen Maria Kürtet mit einer Einlage von 3500 X, Seit dieser Zeit drängte die Ren<"i<" den Kürtet, sie doch endlich zu ehelichen, was jedoch Kürtet immer mit der Aus^ rede aufschob, daß es dazu noch Zeit sei. Da seine Geliebte des Schreibens und Lesens unkundig ist, ersuchte sie eine ihrer Freundinnen, sie aufzuklären, wieviel Geld in der Sparkasse erliege und auf wessen Namen die beiden Büchlein lauten. Als ihr die Freundin Bescheid gab, wurde die Ren-<':ic- argwöhnisch und forderte ihre» Geliebten auf, sofort alles Nötige zu veranlassen, damit sie noch am selben Tage scheiden würden. Zum Einlaufe von verschiedene» Gegenständen übergab sie ihm einen Betrag von über 100 Dollars, worauf er sich entfernte und nicht wieder kam. Die Ren<"i<" wartete mit Sehnsucht auf die Rückkehr des Bräutigams, ober er kam nicht. Eine Nachschau in ihrem Kasten brachte ihr die Gewißheit, daß mit dem Geliebten auch ihr Spar-lassebuch verschwunde» war. Sie verständigte sofort telegraphisch die städtische Sparkasse in Laibach von dem Dieb-stahle. Diesertage sandte die betrogene und bestohlene Frau überdies einen Brief an die städtische Sparkasse und einen Brief an die Polizei ab, dem sie die Photographie des durchgegangenen Bräutigams beilegte, und bat um dessen Festnahme sowie um Konfiskation des Sftarlassebüchleins. Gestern vormittags erschien nun der Dieb in der städtischen Sparkasse und legte die beiden Sparlassebücher behufs Rea- Lailiacher Zeitung Nr. 204. 1887 ________________________________5. September 1908. listening vor. Die auf seinen Namen lautende Einlage wurde ihm anstandslos ausbezahlt; als es aber zur Auszahlung der seiner Geliebten gehörigen Summe kommen sollte, wurde Kürtet über Verständigung der Sportasse von emem Polizeiorgane festgenommen und in den Arrest abgeführt. — Der flüchtige Dieb war ohne jeden Heller in Laibach angekommen und hatte erst gestern die in einem Gasthause in der Vahnhofgasse gemachten Schulden mit dem i» der Sparkasse erhaltenen Betrage bezahlt, Kurtc>. der von einer unehrlichen Handlung seiner Geliebten gegenüber nichts wissen will. wurde heute dem üandesgerichte einae-liefert. " (Eine liebenswürdige Gatti n.) Ein an der Poljanastraße wohnhafter Anstreicher hat das Unglück, eine Gattin zu besitzen, die fortwährend im Hause und auf der Straße Exzesse provoziert. Vorgestern veranstaltete sie in der Wohnung wieder einen solchen Exzeß, daß der Mann selbst einen Sicherheitälvachmann herbeiholte. Da sie trotz der wiederholten Ermahnungen des Wachmannes noch immer erzediertc und diesen beschimpfte, wurde sie zum Amte gestellt. " (Ein rabiater Anstreicher.) Als gestern abends eine in der St. Ialobsvorstadt wohnhafte Schuh-machersqattin im Hofe Wasser holte, lam ihr ein Anstreicher, mit einem Knüttel bewaffnet, nach und überfiel sie ohne jede Veranlassung, bearbeitete sie mit ssäusten und Fußtritten und verfolgte sie dann in ihre Wohnung, wo er mit dem Knüttel auf die Tür losschlug, und mehrere Scheiben zertrümmerte. Dem wüsten Treiben wurde erst durch einen herbeigelommenen Sicherhcitswachmann Einhalt getan. — (Ertrunken.) Dcr zweijährige Müllcrssohn Jakob Ger/ina aus Zagon, Gerichtsbezirl Adclsbcrg, ist am 8. d. M. im Vache Mno^ica neben der Mühle seines Vaters ertrunken. —u— — (Er oäp fe ldiebstä hle.) Die 42jährige. nach Ober-Ki^la zuständige Maria Albrecht hat vier Besitzern in Dravljc von ihren Aeckcrn Erdapfel im Werte von etwa 5)50 X gestohlen. Dafür wurde sie dem Lanbes-gerichte eingeliefert. —u— — (Die Laibacher V e r c i n s l a p c l l e) konzertiert heute abends nnter Leitung des Herrn Kapellmeisters Talich im Garten des Hotels „Südbahnhof" (A. Seidl). Anfang um 8 Uhr abends. Eintritt frei. — (W o che n v i e h m a rk l in L a i b a ch.) Auf deu Wochenviehmarlt in Laibach am 2. d. M. wurden !!57 Pferde. 200 Ochsen. 106 Kühe, 1^8 Kälber und 4?. Schweine aufgctricbcn. Die Preise auf dem Nindcrmarlte notierten bei den Mastochsen 68 bis 76 X. bei halbfetten Ochsen 62 bis 68 X und bei den Einstellochsen 50 bis 02 X für den Meterzentner Lebendgewicht. * (Verloren) »uurdc: eine goldene Krawattcnnadel, ei» Geldtäschchen mit 13 l< und eines mit 10 X. — (Richtige Zeit.) Landhausuhr am 5. Sep-tcmbcr: — 12 Sekunden, das heißt, es müssen von der Zeit des ersten Vicrtelstundenschlages 12 Sekunden abgerechnet werden, um die richtige mitteleuropäische Zeit zu erhallen. Theater, Kunst und K'itrrnlur. — (Die Vücher der „S l o v e n s l a Matic a") werden heuer ohne Zweifel zu Beginn des Monates Dezember erscheinen. Funtels Uebcrsehung des Goetheschcn „Jaust" liegt im D-rucle nahezu fertig vor. Truvars „Zbor-nil" wird ebenfalls in Nälde ausgedruckt werden. Darin erscheint unter anderem eine umfangreiche Studie von Dr. Öerin über die Gesänge der slovenischcn Protestantischen Licberscimmlungcn. 5ercn Quellen und Benützung (mit Noten aller Gesänge und drei Falsimilen). weiters eine Studie von Prof. Kova 5 i ö Über die kulturellen Verhält-Nisse in Oststeiermart im 16. Jahrhundert, eine Abhandlung von Stella sa über den Protestantismus in Istrien. Mottling und in Kroatien. Piutars Abhandlung über die Elhmologie der Bezeichnung ..Na.^ica". zahlreiche Notizen ic.; die Einleitung wird Dr. Ileöii- schreiben. Das Nuch bringt Bildnisse Trubars. Vergerius' Hlaccius' Christophs von Württemberg, des Bischofes Nonhomc. Un-gnads. Znojil^els sowie eine Abbildung von Trubars Epitaph. — (Nud. Mar5i«': Aquarellbildei aus Nocche di Cattaro.) Im Schaufenster der Firma Vahovec. Petcrsslraßc. treffen wir diesmal wieder eine angenehme Ueberraschung an. Die Aufschrift „Nud. Mar5i<>: ^lotivi is Nako Xowi-kko" sagt bereits, baß wir es diesmal mit außerordentlichen Bildern zu tun haben. Rud. Vlal5><'. (identisch mit dem im Süden bekannten Maler unter dem .Künstlernamen „Maria") ist uns zwar lein Unbekannter mehr. aber unbekannt in Laibach waren bis-her sein« als vortrefflich bezeichneten Aquarelle. Sie verdienen volle Aufmerksamkeit, weil sie wirklich künstlerisch sinb. und anderseits, weil sie den Weg von der dritten fiid-slavischen Ausstellung in Agram zu uns Drüber machten. Ausgestellt sind: San Giorgio, Madonna della Scaltclla <<'>vei Tafeln). Perafto, Nao5ii'. Stolivo. Percagno. die Häusergruppe in Stolivo (Hintergrund ('rna Gora) und "der Fischer", ein albancsisches Kohlenschiff und ein noch unbekanntes Motiv. Als das schönste Bild dürfte das von San Giorgio zu bezeichnen sein. — Die Bilder sind einzeln käuflich. i>.«. — (I. Verne: Die Jagd nach dem Meteor») Ein Nitt in das Land der üppigst blühenden Phantasie ist es, den I. Verne in seiner postHumen „Jagd nach dem Meteore" unternimmt und wobei er den Leser, ob es dem auch zuweilen schwindlig werden mag. unwillkürlich mit sich fortreißt. Originell von der ersten Seite bis zur letzten, behandelt der in allen Sätteln gerechte Verfasser ein Thema aus dem Gebiete der „unbegrenzten Möglichkeiten", den Wettstreit um die Entdeckung einer Feuerkugel, deren — freilich etwas gewagte — Beeinflussung durch einen jungen Gelehrten, mit einer überraschenden Lösung der alle Welt erregenden Angelegenheit. Dazwischen spielen zwei zarter tönende Episoden. Das Werk reiht sich würdig den besten Arbeiten des berühmten Verfassers an. Preis 1 X, Verlag A. Haitleben in Wien. Illusio». »».or». in der Zo»nkir1i(?u«" don Fried. Koenen. Graduate ^n^oii« «ui« von Anton Foerster. Offertorium li<',ü'«N<-i»<' Doinnnnn von Alois Nieder. In der Ktadtpsarrkirche St. Jakob. Sonntag den 0. September (Oktave dcö Schutzengelfestes) um <) Uhr Hochami: Antoniub-Messe in ^-„i<»U von I. G. Zangl, Graduate ^n^Ii» «ui« von Anton Foerster, Offertorium Ii<>>!<><1 !<-!<<> I),>niimim von I. A. Trcsch. Telegramme de« k. k. Teleyraplieu-tHorrrspondenz-Bnrenub. Die Zusammenkunft Ährcuthals und Tittonis. Salzburg, 4. September. Die Begegnung Tittonis und Achrenthals ist eine neue Kundgebung der Politik des vertrauensvollen Zusammengehens Italiens mit Oesterreich-Ungarn in allen Fragen, welche die verbündeten Staaten berühren. Die Begegnung in Salzburg hat den beiden Staatsmännern nicht nur Gelegenheit geboten, sich über die allgemeine Lage in Europa auszusprechcn. sondern auch die Angelegenheiten der Türkei zu erörtern, wo seit dem Som> mcr eine durchgreifende Aenderung der Verhältnisse wahrzunehmen ist. Entsprechend den persönlichen Beziehungen beider Minister und dem zwischen Italien und Oesterreich-Ungarn bestehenden Allianzberhältnisse trug der Gedanken, austausch einen intimen, vertrauensvollen Charakter an sich. In der Auffassung der Ereignisse in der Türlei bestand schon früher zwischen Nom und Wien. wie nicht minder mit den anderen Kabinetten eine volle Uebereinstimmung. Eine zuwartende wohlwollende Haltung dem neuen Negiinc in der Türkei gegenüber zu beobachten, ist das allgemeine Losungswort, und zwar in der Hoffnung, daß das neue Negime in der Türkei sich festige und ein Element dr5 Fiicdcns in Europa bilde. Tic Deputation des Parisrr Mnnizipaliatcs in Prass. Prag, 4. September. Die Delegation des Pariser Munizipalrates ist abends hier eingetroffen. Auf der ganzen Fahrt wurde sie auf den Stationen, in denen der Zug hielt, vom Publikum sympathisch begrüßt. Im Prager Bahnhöfe erwarteten der französische Konsul, der Vizelonsul, ferner Bürgermeister Gros mit seinen Stellvertretern, den Stadträten und Mitgliedern bcs Stadtvcrordnctcnlollegiums die Delegation. Der Bürgermeister hielt eine Ansprache, worin er die französischen Gäste namens der Stadt begrüßte und der Freude darüber Ausdruck gab. die Franzosen in Prag wieder begrüßen zu können. Er schloß seine Rede mit einem Slava auf die Delegation und das Land Frankreich. Der Präsident der Delegation dankte in gleich herzlicher Weise für den freundlichen Willkomm und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß er und seine Kollegen während ihrer Reise durch Böhmen in so sympathischer Weise brgrüßt wurden. Er erklärte, er fühle sich in Böhmen und Prag willkommen glücklich. König Carol von Rumänien. Vularcst. 4, September. Das Amtsblatt veröffentlicht folgendes, von Professor v. Noordcn und vom Leib-urzte des Königs Dr. Thcodori gezeichnetes Bulletin: Der König litt in den letzten Wochen an einer mit Magenkatarrh verbundenen Reizbarkeit des Magens, wodurch neuralgische Erscheinungen hervorgerufen wurden. Anzeichen für ein tiefer liegendes Magenübcl sind nicht vorhanden, ebenso wenig dafür, baß die Magenschleimhäute zerrissen seien, wie dies vor zwei Jahren konstatiert worden ist. Die Untersuchung mit Nöntgenstrahlen. die am 18. und 19. August d. I. durchgeführt wurde, ergab mit Bestimmtheit, daß leine bösartige Veränderung des Magens oder anderer' innerer Körperteile vrnbanbcn ilt. Das .^cr; ist vollständig normal. Der König, der infolge der Untersuchung etwas ermüdet ist. wird einige Tage das Bett hüten. Man kann mit Bestimmtheit erklären, bah der König, wie früher, rasch seine Kräfte wieder erlangen werbe und daß keinerlei Grund zur Besorgniö für die Zukunft vorliegt. N a i d h o s e n a. d. ?) b b 5 , ^i, ^cpicnnier, Uiurr-lichtsminister Dr. Marchet leidet an einer leichten Lymphgefäßenizünbung, die ihm, obgleich sich sein Zustand schon gebessert hat, doch noch für einige Zeit Schonung auferlegt. W i e n, 4. September. Die Blätter melden aus Trieft: Der slovcnisch-liberale Rrichsratsabgeordnete Dr. Rybar hat dem Präsidenten des Abgeordnetenhauses mitgeteilt, dah er sein Mandat niederlege. Der Entschluß Dr. Nybars ist unwiderruflich und er erklärte dies auch einer Deputation des politischen Verbandes „Edinost". der ihn zur Zurücknahme seines Entschlusses bewegen wollte. Dr. Rybar Hai infolge der Anfeindungen, welche er im Schoße seiner eigenen Partei wegen seiner Stellungnahme zur Schulfragc erfuhr, das Mandat niedergelegt. Sofia, 4. September. (Agence TZ-ll-graphique Bulgare) Die von gewissen ungarischen Blättern verbreiteten Meldungen, daß man sich auf ernste Ereignisse in Bulgarien gefaßt machen müsse, daß die Position des Fürsten wanle, daß in der Armee eine gewisse Gärung bestehe, entbehren sämtlich jeglicher Begründung. Paris. 4, September. Aus Toulon wird die Her-Haftung mehrerer Opiumhöhlenbesiherinnen gemeldet. Von einer der Frauen verlangte die Polizei eine vollständ-ge Liste der diese Tpiumhühlrn gewohnheitsmäßig besuchri',c»'n Offiziere. Petersburg, 4. September. Gräfin Sophie T . . -st o j erklärt, daß ihr Gatte infolge seiner letzten Erkrankung, die durch den Zutritt von Influenza komplicier! worden sei. das Bett hüten müsse und keinerlei Besuche empfange» lönne. Petersburg. 4, September. Aus Kiev. Moskau, Iaroslav, Orel und Kostroma werden vereinzelte Eholera-Erlranlungen gemeldet. In Ostrov am Don sind bis jcht 70 Erkrankungen und M Todesfälle vorgekommen. Verantwortlicher Redakteur: Anton F u n t e l. Angekommene Fremde. Hotel (tlefant. Am 2. September, Dr. Kuhncl. l.l. Assistent; Gold. staub, l. t. Mil'Rechnungsrat, s, Tochter; Schwarz. Veamter; Mayer; Maurer, Baumeister; Dr. Stoiber, l. l. Bezirtsarzt, s. Familie; Proudii. l. u, l. Leutnant; Neumann. Vahel. Gold« schmied, Neustlittci, (trotte, Deuöberg. Stich, Trau, Platzel, Gartner. Ksltc.; v, Kastncr, Maler. Wien. — Kollenz. l t. Hofrat, Graz. -- Zelruy, Bahnvorstand, s. Gemahlin: Gölias, l. u. l, Marinelommissär. s. Gemahlin; Sever, l, l. Professor; Schichelhofer, Privat, Pola. — Kotnil, l, t. Staalsbalu,. beamter: Grabner, Privat, f. Gemahlin; Erbcr, Winller. Kslte., Trieft. Am :l. September, Preschern. Privat, s. Tochter, Klanenfurt. - Moro. Direktor. Villach. - Leban, l. l. Post. dircltor. Laibach. — Dr, Vegl, Seltionsrat, s. Gemahlin und Sohn; Antal, Kfm,, Budapest. — Volkmar. Kfm.. Marburg, — Hrh, Kfm.. Nürnberg. — Schwarz, llfm,, Szegedin. — Taege, Kfm., Berlin. — PuKnig. Kfm,. Rosental. — OSr«dler, Nilid, Kflte, Mannsburg. — Graf, Kfm,, Suchental. — Gel« ler. Privat, s. Tochter, Nbbazia. — Dr, Urbanit. Privat, s. Schwester. Görz. — v, Dettela. l. l, OberleutnantSgattm, Cilli. — Mallner, Privat, Marienhos. - Vritnil. l. l. Pro» fessor. Rubolfswert. — Tibiletti. Kfm., Felbtirchen. — Deutsch. Kfm.. Gr.-Kanisza. — Ielovsrl. Kfm., Oberlaibach. — Beer, jtfm., Budweis. — Sajovic. Kfm., Krainburg. — Azler, KW,., Salzburg. — Tamburlim, Kfm., Gottschee. — Patusso, Kfm., Torrent. Meteorologische Beobachtungen in Laibach. Seehöhe 306-2 w, Mittl. Luftdruck 736 0 nun. . 2 u. k. 736 2 2lt L W. mäßig heiter 9 U «lb. ?Ab b 14 l! SO, schwach . 5> 7 U. O, ,733 2j 14 Iz windstill bewsltt 0 0 Das Tagesmittel der gestrigen Temperatur 15 3", Nor» male 16 4«. Wetteivorllllsjllae für den b. September für Steier. marl und Kärnten: Vorwieaend trübe, mäßiae Winde, wenig verändert, unbestimmt; für Krain und Trieft: Wechselnd be» wollt, mäßige Winde, zunehmende Temperatur, gleichmäßig anhaltend. Seismische Berichte «nd Beobachtungen der «aibacher Vrdbebenwarie Nsgumb!'! >w» dss loom Lparlaslf >«!<7), (Ort: Gebäude der l. k. StaatS'Oberrealschule.) linge: Mrdl.Ärrite 46°03'; Östl. Länge vo„ Gremwich 14'3l'. N ebenberichte: Am 1. September gegen 11 Uhr h Minuten schwache Erschütterung m Millous (Kroatiens — Nm 4. September gegen 18 Uhr* 1 Minute Beginn einer Fernbebcnllufzeichnung an der Warte m Laibach. » D!t Zsixmnllben brzifhln sich l>tld,!l von WiOsl,,«!»,! l'i» Wi<»Vl. Xn x».lilroieliem Loglicdo Ill6sn däiiieiigt oill (3b?4) lleilllt ilel !<. u. ll. Len8s«>8t3!i8! Ware Allgemeine Staatsschuld. Einheitliche Rente: 4"» lonver. steuerfrei, '.ronen (Mai Nov.) per Ku,sc , , 96 3« 9«'0 detto ^IHnn,.I>ili) per »asse 8S^Ü 96-A5 » 2" „ ö. W. Noieii iFcbr. Aug.) per itassc......98 «0 99 40 » ?'/n ö, W. Lüber (April Olt.) per Nasse......ss lb 99 3k> l»«Uer Etaat«lolb2 4U,b« 40 i«»;oer ,, . 4"/s2>? - ü891 95 2W 50 Vtaatöschuld d. i. Ueichs- rate vertretenen König» reiche und Länder. Österr. Goldrente steuerfr., G old per Kasse .... ^',„l,z 8k llS 0l i^sterr. Rente in Kronenw, stfr., per Kasse.....4",, 9S 35 9s 5« det!» per Ultimo . . 4",„ 9s 3b 9S-5k ,"/ 87-05 87 25 Elstnb»hn'3t»»t,schull>. »tischllibungln. tlisabeth-Vahn i. O., steuersr., zu lu,o«o fl.....4"> —'— —'— Franz Iosepb-Aahn in Eilber ldiv. Et.) , , . . 5>/<°/, ll6 90»19-kc Valiz. «arl Ludwia-Vahn (div, Stücke, llroncn , . . 4"> 35 6' 9S«ll Rudolf Vat,,, in «ronenwähr, Nentlfr. ^div. St.) . . 4" „ 96 «,' 97-üc Voiailberaer Bahn, stfr,. 40U und it«>« ttrone» . . 4^ , 96 05 97 0b )n znelschielbu»n»n llbglftlwpeltk Gislniahn.gktlen tlilabeth-V. 200 fl, ttM, 5'," „ von 4<« Nr......45s - 4«0'— detto Linz Budweis 200 fl. 3, W. S. 5>///n - - - .43,'-434'-detto Llilzburg-Iiiol 200 fl. ö. W. ^, 5"/„ , . , .421 5042!,-— ,» Vllllltl zur Zahlung üb«> nommlnl Lisenbahn > Priorität, GbligationtN. Äöhm, Westbalüi, Cm, 1»»5. 400. 2000 u, 10.000 5lr. 4" „ 8s'3 97 3« ElüabeihVahn 6<)0 u. 3000 W. 4 ab 10"/„......«14 3^ >>5 3l> «tlisabcth-Vahn 400 u. 2U00 M, 4"/«........>1315>l415 Ferbinaiids-Nordbahn Em. 1886 99 5«<00'Ln detto div, >3t-> Silb. 4",„ . , . 9s sb 97 65 Oalizisch». Nai! Lxdwia - Bahn >'div. Zt.^ Tilb. 4"/!, . . . 95-70 96 70 Una,galiz, Vabn 200 fl, C. 5"/„ 103 25 !04'25 oetto 400 u. 5000 «tt. »","/<> 87- 88-Vorarlberaer Bah» Em. 1884 (div, St.) Lilb. 4"/„ . . US'ic 97-^0 Staatsschuld der Länder der ungarischen Krone. 4°/„ una, Ooldrexle per Kasie , lii' - lil'20 4°/„ detlo per Ultimo N<»—t<1 20 4°/„ unnar. Rente in Kronen- wühr. sttr. per Nasse , . 9^-55 9305 4",^, delto per Ultimo 92 8' 93 N,'> 5'/,"/„ dctto per Kasse 82'4< 82-eo Ungar. Viämien.Unl. il 100 fl. I84b^'«»50 detto k 5« sl ,«^ kl,<«t, 5<^ Theiß-Reg.-Lolc 4"/^ . . . .,42 55 «46 5N 4"/„ unaar. Grunde,-,tl.»Oblia. 92 94 50 Andere öffentliche Nnlehen. Bosn, Landes-Änl. 4>/,"„ . . 9825 99-25 5" „ Tonau-Rcg.-Anlcilie 1878 103'- l04 - Wiener «eilchrs-sl,», . , -«"/„ 95-90 9« 9c dctto 1U»l! 4» , 95 80 96 8« VInlehcn der Stadt Wie,i , . lOO-nü wl 8^, dettc lZ, oder O.) l«?4 l2ll- - !21- detto .....94 3« 95 35 detto 9h 5« 9U 5U «>,!sische Ttaatianl. v. I, 1W« f. 100 «r. p. K, . , 5"n —'- - '-delto per Ultimo . . 5"., 9605 9S55 Vula, Staate - Hypothekar Ä nl, 1892......«"/l, !20bbl2Iük! «eld Ware Vula. Elaat« - Oolbanleihe l»07 f, 100 Kr. , . 4V,"/° 87- «8- Pfandbriefe usw. !U°deiiil..alla,öst. i,50I.ul.4"„ 95-^ 96-— Vohm, Hupothelcnb. veil. 4"/„ 97 60 Ui<-N> Zentral A°d.-Nn'd,-Bl., «stcrr., 4ä I, verl.....4>/,".n ,02'- — - detto «!5 I. verl, . . . 4"/« »7-25 98'25 Nrcd. Inst,, üsterr., f.Verl.-Unt, u, öffcnll. Arb, ttat. ä. 4",„ 9560 9S's(1 Landesb d. ttön, Valizien und Lodom. Ä7>/, I. rückz. 4"/„ 93 75 94'7t> Mahr. Hnpothelcnl,. ucrl, 4"/„ s« bu 97 5« N.-österr, Lanbcs-Hnp.-«!,sl.4l>,» 97' 98'- dcito inll. ^„ Pr. verl, 3V," <. »«'5« »9-bo dctlo N,-2cl!uldjch. verl.3>/2"/° 8850 89'50 betto ver!......4"/„ 9.4"« 99-- -- Eisenbahn-PrisritätS-Obligationen. Österr. Nordwestb. 200 fl. S, . 103 25 104-25 Ltaatsdahil k<»0 ssr..... 401- 40?'— Llidbal!» t^ 3"„Jänner-Juli 5>00 Fr. ,per St.) . . . 275-25 277 25 Tndbavn il 5"^, <00 fl. E. o. G 120'!i« 121'2« Diverse Lose. ßer>w»Iiche fos«. 3",„ Vodeiilredü-Lose «Lm, 1880 268- 274-- detto Em. '889 264-— 270- 5"/„ Do!!a>i-Rea»l,-Lo!e ina fl 256-- 262» Serb. Pram.-Unl.p. 100 ssr.2"/„ :ü3 75 109-75 zln»ttzin»liche f»se. U>idap,-Vasilila lTombau) 5 fl. '9 90 2!-«u «rcditlofe ,00 fl, . . . . 472'- 482-- Elary-Loie 4<>sl, KM, . . . ,47-- 157- vfrner Lose 4» fl...... 200'- - >- Palffl, Loie 4« fl. N«)l. . , . 194'- 204 — Ruten Nreuz, öst, Ges, v. IN fl, 49-7L b> 75 Roten ttrc»,;. nog. Ori. v. :> fl, 26-25 28'2s> Rüdolf-Lose 10 fl...... 6«'~ 72'- Salm Lose 40 fl. NM . . . 230- 240 -Türl, - detto per Medio , , . 184'5< I85»^(i Geld Ware Wiener llomm.-Lofe v, I. 1874 492 - b02'— Vew,-Sch. d. 3"/„ Präm,-Tch»ld 0. Aodcnlr.-Nnst, Tm, «889 ?»-— ??-— Aktien. Zl»n«P»lt>zlnlelNthmnngen. Alissia-Tepliy« ltiknb, 500 fl. 2420'- 243 "- Böhmische Nordbahn l5N fl, , 4N4-- 405>.- Bulchtiehrader Eifb, 5>00 sl. NM, 2885 — 2895'— dctto (lit. ll» 200 Ziidnorbdeiilsche Veibindungzli, 200ll,NM...... 40150 404 — Transport Ges., intern,, sl,-G. 200 Nr........ 102— 108 — Ungar. Wcstbahn (Raab-Graz) 2W fl, 2....... 404'5U 40?'5N Wr, Lolalb.«ltien Ges. «00 fl 195 - 205'— Vanlen. «üglo - üsterr. Banl, 120 fl , 295'5Ü 29650 Ällülverein, Wiener per Nasse -'— —'- detto per Ultimo 5l725 5l8'^5 ^odenlr, Ä»sl. öst., 300 Nr, , 10S4'— 10«?'- ttoittr, Bob, Nrcbbl. »st , 200 fl, b30'— 534'— Nreditaiislal! fur Handel und «cwerbe, 160 fl., per Nasse 632 so 633 60 detto per Ultimo P34 10 «3!, ,0 Kreditbanl. ung. allg., 20« fl. 740'> ?4l- Tepositenbanl, alla,, Unionbanl 20« fl...... 543— 544 — Unionbanl, bühmifche 100 fl. . 245- 246 — Verlehrebant, allg 140 fl. , , 335'— 33? - Indnslrit'NnternelMUngen. Äaugclellfch,, allg. üst., 100 sl. ,»5 — l»8 — VriixerNuhIcüliernb-Ges. I00fl. 715- 720 — «tllenbahnverlehr«.Anstalt, üst.. ,00 fl........ 400 — 40« — Eisenbahnw, Leihg., erst«, lanfl, 205- 2U6 50 „!tlbcmul)l", Papiers, u. V-O, >oa sl........ i?i>— 194 — Eleltr-Ges, alia, österr,, 200fl. »98— 400 — ltlellr.-Vicsclllch., intern, 200 fl, 56«-- 56l — Eleltr.-Gl'felüch,. Nr, l» Liqn. 229 — «32' — Hirtcnbciaer Patr,-, Zündh. u, Met.-ssabril 4l><> Nr. . , 939- 9il 50 Licsinger Brauerei 10» ll, . . 243-— 247-- Monlan-Ges,, üst, alpine «00 sl. 667 50 »68-50 ,,PuId>.Hütte", Tiegelgußstahl- F.-Ä.-«. 200 fl..... 423— 427- Prager jchlck». Amsterdam....... «98-40 l9« 60 Deutlche Äanlplähe .... ,17-32' ,17-52' ,»alieniiche Vaulplähe . . . 95'2» 9.i 45 London........ 2»»-42' 23» 70 Pari«......... 953» 9545 3t. Petersburg...... 25175 «52 — Mrich nnb «afcl..... 9b 20 »5-35 Valuten. Tulalen........ li3« !< :«» 20-ssranlen-Ntücle..... «90!) 1» >2 20-Marl-Stücke...... L3'4-> 2»-.'>2 Deullche Rcichsbanlnnteu . . «17 2?» 1,7 4?' Italienische Vanlnote» . . . 95 20 954N Rubcl-Notcn....... 2'bl'' 252 I vo„ ^..„^iÄ^HÄe,,, Ah„en, ,1 •*• ©• JM»y«5>*- , PrivatDepota (Safe-Deporito) ¦ I^en etr., Ueviwn nn\ l.nlbach, NiritariraMNc. ' VirzIntDflg von Bareinlagen lm~KÖnto-Korrent un< auf Blro-Ioni«. I