Schristlettu,,: «itthiul« gaffe Nr. 5. tdcrtra Rt. II. laimitaa. • Iittgini: 1*4114 rat« *u»««St*c In Conn- ». ftttrt-la|t 11—U IU> »nm. H »rfftru mchi auKiblt •Mutn »im tcTüfflAd«! »>»»> Me 0RaaItBiu gcfcn 6ctH|nma in WEijlt tt#-(CteOtcn '•t^aSrrn c«tpg «airagts »tu« tu S»« dc,,»r» : tHnteliStU« ...II* tHIMJcng ....»«— tmßttii. . . . K W-m ggx «tlli «rt« s»«e»»i» IM H»n« -Sntlllt . ...K V— «crtclMr»« iomjüfcria . . . .» *-Mrl lillul «*»»»«* M Ml v«pijloebUr«r ins Di. Ufc«;r« % JiccfUInn, Nr. 48 Eilli, Samstag den 17. Juni tötö. 4t. Jahrgang. Aufruf! D t kaiserlichen Heere haben zu« wuchtigen Schlage gegen Welschland auSgeholt. Gen Mittag ziehe» sie mit den flutenden Früblinz«wäffern, in schimmernder Wehr und Waffen steigen sie nieder in die Gefilde der Zimbern, in» Land der uralten Dietrichssage. I» den Lüsten rauscht und klingt e» un< term Dopvelaar wie von ahnungsvollen Erinner-u»gen. Der Uebermacht, den grausen Wettern haben sie getrotzt, treu und felsenfest hab«« sie die Grenz-mark geschirmt, bis sie endlich kam: die hehr« Stunde gerechter Vergeltung »ider den verhaßten verräteri-schen Feind im Süden. Jetzt ist der prächtige alt« Sturmgeist RadetzkyS wieder lebendig worden: schon sind die Grenzen Tirol« üderschritten und mitten unter den ausgewähl-leu Kerntiuppen steht eifern unser glorreiche» dritte« Korps, wie immer vor ein« ungeheuere Aufgabe gestellt, siegreich auf italienische« Boden. Heller Jubel durchbraust da» «reue J»neröster-reich. Leuchtenden Auges lesen wir täglich voll Stolz von den unvergänglichen kriegerischen Werken unserer Braven. Aber so herrlich und herzerhebend die Ta> ten unserer heimischen Regimenter sind, ein Schalten gestllt sich zu diesem blendenden Ruhmesglanz und m den Becher der Freude fällt ein Tropfen bitteren Weh». U« diefen Sieg hat mancher unserer Besten und Tapfersten sein Leben dahingegeben, und in der Heimat trauern u« ihn die Witwe und Kinder, die nun zu Waifen geworden sind. Nicht bester, nicht würdiger können wir einen Teil unserer drückenden Dankes- und Ehrenschuld an die heldenmütigen Kämpfer de« dritten Korp« be-gleichen, al« wenn wir uns in der Stunde der Er-Hebung opferfreudig jener selbstlosen Helden erinnern, die uns den Sieg «it dem reinsten Opfer, ihrem Lebe», erringen halfen. Mit der feierlichen Versicherung begeisterter, unauslöschlicher Dankbarkeit wollen wir jene», die sich draußen im Feld« zu nruen gewaltigen Taten an-schicken, das heilige Gelöbnis senden, daß in blutiger Kindertragödie. Von H. M. Spießl. Der kleine Jfaak Lauster erwachte mit eine« tiefen Seufzer, fchlug die großen, braunen Augen auf und blickte um sich. Die anderen Knaben schlie-fen noch in ihren weißen Betten, und durch die hohen Fenster fiel heller Sonnenschein. Da» Büblein richtete sich aus und starrte in diesen Sonnenschein — da mußte er an die Heimat denken und an Mutter und Bater und an den Spitz, mit dem es gespielt, und an den Garten, durch den es getollt, und . . Dem kl:inen Jsaak Lauster wurden die Augen naß und heiß; er legte sich wieder zurück und dachte, und dachte . . . ES war ein schiner Sommertag zur Zeit der reifen Kirschen; da kam der Postbote und brachte Briefe und Zeitungen, und daraufhin rannte alle» schreiend die Hauptstraße hinauf und hinunter, der Bater mußte sofort inS Rathau», der große Bruder schrie „Heil und Hurrah", die Schwester bekam ein blasses, blasse» Gesicht und schreckhast große Augen und die Müller stand wie au» Stein und schaute dem enteilenden Bater nach. „Mutti — was ist da»?" fragte der kleine Jsaak. Da nahm sie ihn beim Lockenkopf, und ihre Hände ziltertin und ihre Stimme klang ganz fremd „Es ist Krieg im Land . . „Krieg?!' Schlacht wenigsten» die materielle Sorge um ihre Angehörigen sie nicht zu belasten braucht. Wir richten daher heute mahnend a» Stadt und Land den eindringlichen Ruf, die edle Begeisterung nicht verrauchen zu lassen, sondern diese wunderbare Naturkrast in die Tat umzusetzen und nach bestem Kinnen beizutragen zur Linderung der Not der Wit-wen und Waisen unsere» eisernen Korp». Mit diese« Aufruf eröffnete da» .Grazer Tag-blatt" anläßlich der glänzenden Sieg« gegen den Erb« feind eine Sammlung zu Gunsten der Witwen und Waisen de» dritten Korp». Sammelbozen liegen beim Stadtamte und in der Buchhandlung Fritz Rasch aus. # * • Da» Militärkommando hat, um Unterstützung»' ansuchen von Hinterbliebenen »ach Offizieren ent-sprechen zu können, im Janner 1915 ein« Samm-lung ri»grl«itkt. und zwar zunächst für Witwen und Waisen nach Offizieren (Militärbeamte») von der neunten Rangsllasse abwärt». Diese Sammlung er-ergab bi» heule eine Summe von K 347.664-37. Der Fond soll noch aus die Höhe vo» 400.000 Renten-Nominale gebracht und baun gesperrt werden. Die Anwendungen nahmen innerhalb eine» hal-ben Jahre» einen derartigen Umfang an, daß im August 1915 eine eigene Sammlung für Mannschaft»« Witwen und -Waisen errichtet werden konnte, der bi» heute K 146.929-57 zugeflossen sind und der nach der bevorstehende» Sperrung de« Offiziersfond» sämtliche noch einlaufenden Gaben, ohne besondere Widmung, zuguie kommen werden. Der Fürsorge für die Hinterbliebenen der Mann-schaft hinzuzurechnen ist die Uebernahme de» Bade» Einöd in eigenen Betrieb, dessen Ertrag der Mann-fchastsfammlung zugedacht ist und wo etwa 40 bi» 50 Invalid«. Witwen und Waisen dauernd versorgt werden. Die Grazer Tagblatt Sammlung, «it einem vor-läusigen Ergebniffe von K 104.325 50 bi» zum Stichtage, wird zumindest zu zwei Drittel der Mann-fchaft»fammlu»g, zu höchsten» einem Drittel (bi» zur Erreichung der oben erwähnten, begrenzten Höhe) dem Offijiersfonde zugewendet. Einen Augenblick lang kroch« dem Kleinen ganz kalt über» Herz, weil e» so still war im Zimmer, und weil die Mutter so ernst, so ernst blickte und die Schwester so blaß . . . Aber dann ka« es dem Büblein wider licht und freudig an» Herz. „Krieg?! Ei! Weroen jetzt alle Männer Sol-baten und gehen «it tn die Schlacht? Und nimmt nun der Vater auch seinen schönen, blanken Säbel um, und bekommt Paul etwa auch schon einen und LiSbethS Bräutigam auch? Und wenn der Krieg so lange dauert, bi» Jsaak groß geworden ist, dann wird er auch Soldat und geht in die Schlacht, ja Mutti?!" Jetzt weinte die Mutter und küßte ihm die heißen Wangen und den plaudernden Mund, u»d die Schwester ging laut aufschreiend aus dem Zim-mer und die Mutter ihr nach und der klein« Jsaak blieb allein. Bon der Straße herein klang der Lärm der Leute und dos „Hurrah" der Buben. Da sprang auch Jsaak davon, hinaus zu den andern. Und eS war sehr fröhlich draußen. Ein paar Buben fingen gleich an Rüsten und Oesterreich«? zu spielen, und eS wurde gerauft, weil keiner Rüste sein wollte auS Furcht vor den Schlägen. Aber ge-spiel! wurde dann doch, jeden Tag — da» gab einen Haupiipaß! Aber plötzlich wurde alle» im Hause eingepackt und der Vater nahm wirklich — endlich! — seinen schönen Säbel um und seinen Tschako und ging fort, was sehr, sehr traurig war, weil die Mutter Da» Gesamtguthaben aller dieser Fände betrüg somit K 648.919 44, mit Einrechuung der Realität Bad Einöd ergibt sich ei» Geldwert von über ei»er Million Kronen. Die bi»h«r ausbezahlten Unterstützungen fi»d natürlich abhängig von der Zahl der eingelause»en Gesuch«, toi« von d«r Zeit d«» Bestehens der Fond«. Besonders hingewiesen sei noch daraus, daß die Summe aller bisherigen Ausgaben einschließlich Spe-se» aller Art nur 2 44 Prozent der Gesamteinnah-men ausmacht. Die Erfolge der Russen. Mit außergewöhnlich starken Kräfte», nachdem vorher die Artilleriebestände vervielfacht wordeU waren und Unmengen an Geschossen bereit lagen, hat Rußland einen Vorstoß gegen die südlich« Kampf-linie unternommen. Von d«n Pripetfümpfen ange-fangen bis zum Pruth tobt eine große Schlacht. An den verschiedensten Stellen des 350 Kilometer lang sich erstreckenden Kampff-lde« haben die Rüsten nach furchtbarer Artill«ri«»orbereitung unter A»f-Opferung vieler Taufender ihrer frisch herangezoge-nen Truppen den Angriff angesetzt und hatten dabei auch an mehreren Stellen Erfolg. Sie konnten un-sere Kampslinie von der Puiilowka bis zum Styr zurückbiegen, sie konnten auch an einer Stelle über die Strqpa kommen und einen überaus schweren Druck aus den südlichsten Winkel der Kampjlinie im nordöstlichen Winkel der Bukowina ausüben, den für eine Wendung aus dem Kriegsschauplatze notwendi-gen militärischen Erfolg haben sie aber nicht erzielt. Im Zentrum steht die Kampflinie der Unseren un-gebrochen und auch >m äußersten nördlichen Teil dieses KampfgebitteS bei Kolti Unnten die Rüsten zwar einmal vordringt», mußten aber kurz daraus wiederum den errungenen Borleil aufgebt». Nun ist aber gerade die Bezwingung diese« oberen Teile« der Kampssront von befouderer Bedeutung. I« Jahre 1915 hab«n sich im Gtbitte des wolhljnischen FestungSdreiecke» im Raume zwischen und Schwester soviel weinten. Auch der Vater weinte, als er den kleinen Jsaak zu sich empornahm und küßte. Am andern Tag kam ein großer Wagen, der die Kisten mit dem Silberzeug und der Wäsche fort» führt«, und am zweiten Tag ging auch der Bruder fort, und zum Schluß wurde das Hau» abgesperrt und die Mutter setzte sich «it Jsaak un» der Schwe-ster in den schönen, schwarzen Wagen und so fuhren sie zur Tante in die Karpathen. Der Spitz durste mitkommen. Aber bei der Tantr waren viele Leutt, dit alle sehr ausgeregt und laut waren, und durch das Fen-ster der engen Kammer, wo Jsaak »lit Mutter und Schwester schlief, rauschte der Wald so schaurig deutlich herein, und der £*ach, der nahe vorbeifloß — man konnte solange nicht einschlafen! Und einmal nacht», da war da» ganze Ha»» aus, alle Frauen kreischten und schrieen, e» donnerte immerfort, und immer näher und dann hörte der kleine Jsaak Pferdegestrampel und rauhe Männer« stimmen in einer fremden Sprache. Ein wildes Schreien und viel Lichtschein war im Dorf und im Wald, die Mutter vtrriegelte die Türe, dir Schwe» ster schrie und bebte laut. Dann kamen Trilte die Treppe hinauf, am Türschloß wurde gerüttelt, dann ein Krach — ein große«, blankes Messer schlug durch die Türe, daß die Bretter flogen. Dann dran« gen drei, vier Soldaten herein — die Frauen, die waren verschwunden, nur der kleine Jsaak stand zitternd, aufrecht in feinem Bettchen und starrte den Sein I Deuiscke Wacht Nummer 48 Luck, Dubno und Rowno in vier wochenlangen Kamps«» militärische Ereignisse abgespielt, die für die jetzigen Begebnisse überaus lehrreich sind. Nach« dem am 1. September 1915 Luck von unseren Truppen genommen war und kurz darauf das zweite Werk de« FestungsdreieckeS Dubno v»n den Russen geräumt werden mußte, kam e« zu eine» Rückschlag, der die siegreichen österreichisch-ungarischen HeereS-teile zwang, wiederum an den Styr bi» Luck zu-rückjugehen. Hier entwickelten sich dann durch meh-rere Tage heftige Kämpfe. Diese aber fanden ihren Abschluß in einem eiligen Rückzüge der Russen, zu dem sie gezwungen waren, wollten sie nicht ihre ganze im Gebiete deS FestungSdrcieckeS angesammelte HeereSmacht von Norden her umklammert sehen. Darum kommt dem erfolgreichen Standhalten im Kampsgebiete bei Kolli eine besondere Bedeu« tung zu. Daß sich diese Kämpfe mit Verlusten auch für und abspielen, ist selbstverständlich. Aber hervorge-hoben wird nicht bloß in unserem amtlichen Bericht, sondern selbst in den Darstellungen des feindlichen Auslandes, ja auch im amtlichen russischen Berichte wird es zugegeben, daß die Rufjen diesmal um einen Erfolg zu erringen auf Mensche»leben noch weniger Rücksicht nehmen al« in früheren Kämpfen. So werden die Erfolge der Russen von ihnen über» aus teuer erkauft. Ja den Karpathenschlachten haben wir die A-meen de« Großfürsten Nikolai verbluten sehen, bei den vergeblichen DurchbruchSversuchen der Russen an derselben Stelle, wo jetzt gelämpst wird, in der Zeit der Jahreswende wurdrn ganze Bri-gaden geoksert, der Versuch an der Düna und an her Seenplatte im Norden des Kampfgebiete« durch« zubrechen, verursachte den Russen ungeheure Ver-lüfte und bei ihren jetzigen teilweise mit Erfolg durchgeführten Angriffen schonen sie die Menschen-leben noch we»iger als wie vorher. In Italien scheint man für die richtige Wer-tung dieser russischen Ersolge diesmal scharfe» Blick zu haben. Nach den Niederlagen der Italiener in Südtirol, nach dem Einmärsche österreichisch-ungari« scher Truppen in das italienische Gebiet, nach der Bezwingung der FestungSanlagen von Arsiero und Asiago wurden die Hilferufe der Italiener immer lauter. Unmutig fragte man, wa« denn bei diesem scharn» Ringen der Italiener die Russen taten und warum sie sich so völlig der Ruhe hingäben. Nun ist der russische Angriff da. er ist sicher nicht erfolgt, weil ihn die italienische Presse verlangt hat. Die „Ruhe" der Russen war ja auch nichts anderes als eine Lorbereitung für den Kampf. Aber trotz der Erfolge der Russen in Wolhynien und in der Bu-kowina kann man sich in Jialien doch nicht einer besseren Stimmung Hingeden. Trctz der in der feind-liehen AuSlandspresse «aßloS hervorgehobenen und ins märchenhafte vergrößerten Ersolge der Russen war man in Rom nicht in der Laune, Herrn Sa» landra ein Vertrauen auSzusprechen. Trotz der rus> fischen Siege ist e« gerade jetzt in Rom zur Mini-sterkrise gekommen, die uus die beginnende Erkennt« nis bei unseren ehemaligen Bundesgenossen auszeigt. fremden Soldaten aus großen, angstvoll ausgeriffe-Augen entgegen. Sekundenlang schauten sie auf daS einsame Sind — dann wandten sie sich ab und ginge» lärmend davon. Der kleine Jsaak hatte solch einen Schreck gekriegt, daß er jetzt umsiel, und lange, lange schlief. Als er erwachte, faß eine alte Frau an seinem Bett — ach — das war ja die Mutter! Die hatte aber jetzt schneeweißes Haar?! „Mutti, bist du das?!!" „Ja, ja, Bubi, ich bin e»!* Sie beugte sich weinend herab und auch der kleine Jsaak mußte mit ihr weinen . . . Und in der Erinnerung weinte das Büblein bitterlich ... So bitterlich, daß eS das Glockenzeichen nicht hörte, das zum Aufstehen «ahnte. Die anderen Knaben sprangen schnell und ge» räuschloS auf und kleideten sich flink an, wuschen und kämmten sich und machten die Betten. „He! Lauffer! 'S ist Zeit! Steh auf!" rief einer oder der andere und rüttelte den kleinen Jsaak. Der aber zog sest die Decke über den Kopf und weinte und weinte. Plötzlich ein rauher Griff — die Decke ward ihm fortgerissen und die strenge harte Stimme der Aussehen» tönte ih« in den Ohren: „Wirst du sofort aufstehen, du Faulpelz! All« sind fast fertig! Auf, geschwind!" Sie versetzte dem heimlich weinenden vürschlein einen Puff und ginz. So stand er denn auf, der traurige Jsau>.. Man hat dort Herrn Salandra das Mißtraue» ausgesprochen, damit aber auch zugleich gesagt, daß man den jetzigen Ersolgen der Russen gegen die öfter« reichisch - ungarischen Stellungen auch nicht ganz traut. Der Weltkrieg. Der Krieg gegen Rußland. Die Berichte des österreichischen General st ab« s. 14. Juni. Amtlich wird Verlautbart: Südlich von Bojan und nördlich von Ezernowitz wurden russische Aiigriffe abgeschlagen. Sonst südlich des ©riß« wjathy bei unveränderter Lage keine besonderen Er-eignige. Nördlich von Baranowilschi standen gestern vormittags deutsche und österreichisch-ungarische Trup-pen unter schwerstem ruffischen Gejchützseuer. Abends griff der Feind die Stellungen an, wurde aber überall restlos geworsen. Zuletzt seuerte die gegne« rische Artillerie in die zurückflutenden russischen Masse«. 15. Juli. Südlich von Bojan und nördlich von Ezernowitz schlugen unsere Truppen russische An-griffe ab. Oberhalb von Czernowitz vereitelte unser G-schützseuer einen Uebergangsversuch deS Gegners über den Pruth. Zwischen Dnjestr und Prnth keine Ereignisse von Gelang. Der Feind hat die Linie Horodenka Eniatyn westwärts nur wenig überschrit-teu. Bei WiSniowczyk wurde äußerst erbittert ge« kämpft. Hier sowie nordwestlich von Rydom und nordwestlicd von Kremieniee wurden alle ruffischen Angriffe abgewiesen. Im Gebiete südlich und west» lich von Luck ist die Lage unverändert. Bei Lokaczq trat aus beiden Seiten abgesessene Reiterei in den Kamps. Zwischen der Bahn Rowno—Kowel bemühte sich der Feind an zahlreichen Stelle» unter Einsatz neuer Divisionen, den Uebergang über den Slochod —Styr-Abschnitt zu erzwingen; er wurde überall zurückgeschlagen und erlitt schwere Verluste. 16. Juni. Südlich des Dnjestr schlugen unsere Truppen feinbliche Kavallerie zurück. Sonst in die-sem Raume nur Geplänkel. Westlich von WiSniowczyk dauern die Anstürme russischer Kolonnen gegen unsere Stellungen fort. I» der Hand der Verteidiger blieben zwei ruffische Offiziere und 400 Mann. Bei Tarnopol keine besonderen Ereignisse. In Wol« htznien entwickeln sich an der ganzen Front neue Kämpfe. Im Stochod—Styr Abschnitt wurden aber« «als mehrere Uebergangsversuche abgeschlagen, wobei der Feind wie immer schwere Verlust« erlitt. Der Sttllvertretrr des CH«sS des Generalstabes: v. Höfer, Feldmarfchall-Leutnant. Die Bericht« der Deutschen Obersten Heeresleitung. 14. Juni. Südlich de« Narocz-See« zerstör!« Erkun»ungsabteil»»gen vorgeschobene seindliche Lese-stigungsanlagen und brachten 60 gefangene Russen zurück. Auf der Front nördlich von Baranowitschi schlüpft« still in sein Höslein und Röcklein und machte fein Bettlein. Die zwölf Knaben, die mit ihm im selben Saale schliefen, und von denen sast jeder eine au« derc Muttersprache hatte, waren längst fertig und schauten dem kleinen Jsaak. der tapser sein« Tränen verschluckt«, zu. Keiner neckte ihn wegen des Weinen« — sie alle halten wie er auS der Heimat sortge-mußt und alle hatten ansang« geweint. Der kleine Jsaak vermochte sich nicht und nicht zu trösten in dem schönen, lichten Heim der Kaiserstadt — er hatte noch kein einziges Mal gelacht und sprach fast nie. „Lauffer!" sagten eben die Buben, „heute kommt eine neue Schwester, eine Lehrerin . . ." Der kleine Jsaak hob den Kopf und starrte au« den verweinten, großen Augen geradeaus. Er hatte nur das Wort „Schwester' gehört. Wo war nur seine Schwester, al« die Mutt«r damals — bei der Tante in den Karpathen — am Morgen an feinem Veite faß und (zum erstenmale) schneeweiße Haare hatte? Die Mutter hatte damals gesagt: „LiSbeth ist krank." Aber er hatte die Schwester im Nebenzim« mer dann ein paarmal lachen hören — so schrecklich, so schrecklich lachen, daß e« ihm wieder so kalt über daS Herz kroch, wie am Abend, als die Soldaten die Türe eingebrochen hatten. Und als die Mutter dieses schreckliche Lachen hörte, stürzte sie lautschluchzend in die Knie . . . Was war dann weiter? ist der Feind zum Angriff übergegangen. Nach hef« liger Artillerievorbereitung stürmten dichte Massen siebenmal gegen unsere Linien vor. Die Russen wur-de» restlos zurückgetrieben. Sie hatten sehr schwere Verluste. Deutsche Flieger führten in den letzten Tagen weitreichende Unternehmungen gegen die Bah-nen hinter der niffischen Front au«. Mehrsach sind Truppenzüge zu« Stehen gebracht und Bahnanlagen zerstört worden. 15. Juni. Die Ar«ee des Generals Grasen Bolhmer wie« mrhrer« in dichten Wellen vorgetragene ruffische Angriffe bei und nördlich Przewloka glatt ab. 16. Juni. Gegen die Front der Arme« des Ge-neralS Grafen Bolhmer nördlich von Pczewloka setz-len die Russen auch gestern ihre Anstrengungen fort. Bei der Abwehr de« Feindes blieben über 400 Man» gefangen in der Hand des Verteidigers. Gegen Frankreich und England. Großes Hauptquartier, 14. Juni. Aus den Höhen südöstlich von Lillebeke ist ein Teil der neuen Stellungen im Verlause des gestrigen Gefechtes verloren gegangen. Rechts der Maas wnrden i» den Kämpfen am 12. und 13. Juni die westlich und südlich der Thiaumont Ferme gelegenen feindlichen Stellungen erobert; eS sind dabei 793 Franzosen, darunter 27 Offiziere, gefangengenommen und 15 Maschinengewehre erbeutet worden. Deutsche Pa« trouillen-Unternehmungen bei Maricourt nördlich der So«m« und in den Argonnen hatten Erfolg. 16. Juni. Links der Maas griffen die Fran-zosen mit starken Kräften den Südhang des „Toten Mannes' an. Nachdem es ihnen gelungen war, vor-übergehend Gelände zu gewinne», wurden sie durch einen kurzen Gegenstoß wieder zurückgeworfen. Wir nahmen dabei acht Offiziere, 238 Mann gefangen und erbeuteten mehrere Maschinengewehre. Eine Wie-derholung deS feindlichen Angriffes am späten Abend und Unternehmungen gegen die beiderseits anschließende» deutschen Linien waren völlig ergebnislos. Der Gegner erlitt schwere blutig« Verluste. RechlS der MaaS blieb die Gesechtstätigkeit, abgesehen von kleineren für uns günstigen Jnsantenekämpsen an der Thiaumontschtuchl, im wesentlichen auf starke Feuertätigleit der Artillerie beschränkt. Der Krieg gegen Italien. 14. Juni. Amtlich wird Verlautbart: Die Lag« ist unverändert. Unsere Seeflugzeuge griffen neucrding» den Bahnhos und militärische Anlagen i« San Giorgio di Nogaro sowie den Jnnenhasen von Grado an. 15. Juni. Gestern abends begangen die Jla-liener ein heftige« Artillerie- und Minenwerferfeuer gegen die Hochfläche von Doberdo und den Görzer Brückenkopf. Nachts folgten gegen den Südteil der Hochfläche feindliche Jnfanterieangriffe, die bereits größtenteils abgewiesen sind. An einzelnen Punkten ist der Kamps noch nicht abgeschlossen. An der Ti« roler Front setzte der Feind seine vergeblichen A»« strengungen gegen unsere Dolomitenstellungen im Der kleine Jsaak strengte sein Köpfchen an. WaS war dann weiter ? Die Aufseherin erschien in der Türe, streifte mit finsteren Blick die Knaben und sagte: „Kommt in daS Speisezimmer zu« frühstück!" Die Knabe» drängten hinaus und schoben den kleinen Jsaak mit. Von den anderen Schlassälen kamen gleichsalls viele Knaben, so daß daS große Eßzimmer bald von der lärmenden Schar auSge-füllt ward. Wie «in verscheuchtes Vögelchcn stand der stille, kleine Jsaak mit seinen bangen Gedanken in dem lärmenden Trubel — er sprach zu niemanden und schaute still umher mit seinen großen, vorwurfSvol« len Braunaugen. Plötzlich zuckte er zusammen, dort im Türrah-men stand an der Seite der Oberin eine junge Dame in Tiestrauer — so groß und so schlank war seine Schwester gewesen . . . Alle Knaben verstummten beim Erscheinen der Oberin und sahen neugierig nach der Fremden. Einige wichen scheu zurück, man konnte daS Gesicht nicht erkennen, weil sie einen dichten, schwaizen Schleier davor hatte. Der kleine Jsaak drängte sich plötzlich mächtig vor durch die gaffenden Knaben — hin zu der Trauerdame. Der entging die Bewegung nicht, sie beugte sich sanst herab gegen den Kleinen und blickte ihn durch den Schleier an; das Büblein senkte nu» scheu die Augenlider und das geschorene Köpfchen und blieb stehen. Nummn 48 Raume Peutelstein—Schluderbach fort. Unsere Flie« ger belegten die Bahnhöfe von Berona und Padua «it Bomben. 16. Juni. Die Kämpfe am Südleil der Hoch-fläche von Dzberdo endeten mit der Abweisung der feindlichen Angriffe. Ebenso scheiterten erneute Bor-stöße der Italiener gegen einzelne unserer Dolomiten-stellungen. Aus der Hochfläche von Asiag» sind leb-haste Artilleriekämpfe im Gange. Im Ortlergebiet »ahmen unsere Trupven die Tukett» und hintere Madatfch-Spitze. Der Stcllverireter des Chess des Generalstabe«: v. Höjer, Feldmarschall-Leutnant. Ereignisse zur See. Ein Geschwader von Seeflugzeugen hat in der Nacht vom 15. aus den 16. d. die Bahnanlagen Porte Gruoro und Latisana und die Bahnstrecke Gruaro—Latisina, ein zweites Geschwader Bahnhof und militärische Anlagen von MoUa di Livenza. ein drittes die feindlichen Stellungen von Monfalcone, San Canian, PieriS und Bestrigua erfolgreich mit Bomben belegt; mehrere Volltreffer in den Bahnhöfen und Stellungen erzielt. Starke Brände wur-de« beobachtet. Alle Flugzeuge sind trotz heftiger Beschießung unbeschädigt eingerückt. Flottenkommando. Am Balkan. Bulgarischer amtlicher Bericht. Der Generalstab teilt am 13. Juni mit: Am 10. Juni näherten sich sechs feindliche Schiffe der Mündung der Mesta. Gegen Mittag eröffneten 15 €>chiffe da» Feuer aus die Küste von der Mündung de» FluffeS bis Kale Burn«. DaS Feuer war Haupt-fächlich gegen die Dörfer und Gehöfte der Küsten-gegend gerichtet, sowie auf die Felder mit noch nicht eingebrachtem Getreide. Um 1 Uhr nachmittag« grif-fen vier unserer Flugzeuge die Schiffe mit Bomben an und zwangen sie, sich in aller Eile in der Rich-tung tuf Thafo» zu entfernen. Unsere Luftschiffein. heilen, die von feindlicher Artillerie und Maschinen-gewehrseuer heftig, aber unwirksam beschossen wurden, kehrten unversehrt zurück. Die Beschießung der Küste hat keine Opfer gefordert. Oesterreichischer amtlicher Bericht. An der V»j»sa störte unser Feuer italienische Befestigungsarbeiten. Türkischer Kriegsbericht. Mitteilungen deS türkischen Hauptquartier»: 13. Juni. Jrakfrrnt. In der Gegend von Fe» lahie wurde eine aus dc« rechten TigriSufer vorrückende englische Kavallerieschwadron in einem Ge-fechte geschlagen und zum Rückzug gezwungen. Wir erbeuteten hierbei L6 Tiere. Die zwei durch daS Feuer unserer Artillerie zerstörten Kanonenboote sind i« Tigri« vollständig gesunken, waS wir dmch Beobachtungen unserer Flugzeuge feststellten. Im Sü- Dann wandten sich die Dwen ab und gingen davon. Nach einer kleinen Weile erschienen sie wieder — aber die Fremde hatte jetzt ihren düstern Schleier entfernt und trug die weiße Tracht der Schwestern. Die Knaben starrten erstaunt in das schöne, rose«-wangige Gesichtchen der neuen Schwester, daS so gütig hervorblickte aus der weißen Flügelhaube und von bräunlichen Locken und Flechten umrahmt erschien. Alle verstummten und scharrten sich um d>e Fremde, die leise und sanft zu den Knaben trat und mit weicher Stimme sprach: „Knaben — ich bin Eure neue Lehrerin und Pflegerin; wir werden von nun ab wieder lernen, wie Ihr gelernt habt, als Ihr noch in der Heimat wäret, bevor der böse Krieg kam. Und Ihr werdet gut fein u«d brav, wie auch «ch gut bin, und Ihr werdet artig und folgsam sein, wie ich Euch alles zu Liebe tun will, weffen Ihr bedürfet. Und es werden wieder schöne, gu e Stunden und schöne, gute Tage für Euch kommen — wer weiß, wie bald die böse Zeit vorübergeht und Ihr wieder in Eure Heimat kommet. Also: Frisch aus!" Auf diese Rede schwiegen die Knaben Minuten-lang, atemlos still — mawcher zerdrückte ein paar Tränen — und dann riefen sie alle: „Hurrah!" und winkten der neuen Schwester mit Mützen nnd Hüten. Sie lächelte, gebot Schweigen und wies die Knaben an die Plätze. Sie gehorchten sofort. Deutsche Macht den des Irak greifen infolge der letzten Niederlage )er Russe« persische Freiwillige bei jeder Gelegenheit russische Truppenabteilungen an und fügen ihnen große Verluste zu. Jüngst wurde eine russische Ko-«akenabteilung von 120 Mann, die in der Absicht vorrückte, daS englische Lager bei Aligharbi östlich von Scheik Said zu erreichen, von berittenen Krie-gern deS LuristangebieleS angegriffen und verlor 103 Mann, ihre sämtlichen Tiere, Waffen und AuSrü-ItungSgegenstände. In der Euphratgegend wurde eine A teilung von 400 Engländern durch unsere Frei-willigen aufgerieben. KaukasuSsront. Gestern Hut sich nichlS von Be-deutung ereignet. Auf dem rechten Flügel und im Zentrum Artillerieduell an einigen Punkten. Im Tfchoruchabschuitt wurde ein feindliches Bataillon, daS in unsere vorgeschobenen Stellungen einzedrun-gen war. durch Gegenangriffe geworfen. Wir erbeu-Wen zwei Maschinengewehre. Gewehre und Krieg»-material. Auf dem linken Flügel wurde ein nächt-licher Angriff auf unsere vorgeschobenen Stellungen abzewiesin. Ein nördl ch von der Insel Kisten aufgetauchter Monitor wurde durch daS Feuer unserer Artil-Ierie verjagt, die ihrerseits feincliche Depot« auf der genannten Insel, sowie aus der Znfet Hatiw be-schoß Am 11. Juni griffen unsere Flugzeuge mit Bomben und Maschinengewehren die englischen Lager von Raman und Kantara (am Suezkanal) an und riefen dort große Verwirrung hervor. WeiterS griffen sie ein englisches Wasserflugzeug an und zwan-gen eS, auf d«S AuSgangSschiff zurückzukehren. Aus Äadl und |d»ö. Schüleraufführung des Mufikoer-eines. Am 7. d lud unS die Eilliec Musikvereins-schule zu ihrem ersten Schülerkonzerte unter der Lei-tung deS Herrn Direktor Paul Stolz ein. In zwei-facher Eigtnschast haben wir Herrn Musikdirektor Stolz bereit« kennen gelernt: als freifinnigen Kam-mermnsiker und al« willenSkräftigen Dirigenten. Nun stellte sich Herr Direktor als trefflicher Musikpäda-goge vor. Ich möchte mir an dieser Stelle gestatten, einige« über da« musikalische Vorlebe» des Herrn Musikdirektors Paul Stolz zu berichten. Im Jahre 1873 wurde er zu Parchim in Mecklenburg»Schwe-rin geboren, besuchte bis 1896 das Gymnasium in Schwerin, vom Jahre 1896—99 daS fürstliche Konservatorium in SonderShausen (Karl Schröder: Leh-rer auS Partiturspiel und Dirigieren), dann studierte er i« Weimar und spielte daselbst unter Richard Strauß in der Oper und im Hosorchester. 1900 bi« 1902 besuchte er in Leipzig dre Meisterklasse bei Pros. Arno Hilf (Geige), Klavier bei Reifenauer, Dirigieren bei Karl Rcinecke und bei Piutti, QuaS-dors. Jadasohn und Kre'.schmar Theorie. Hieraus bekleidete Stolz einen Musiklehrerprsten inZnver«eeS, der alten Hauptstadt Schottlands. Nach dieser Zeit Seite 8 wirkte er i» verschiedenen Städten Deutschland« und England« al« Lehrer. Konzertmeister und Dirigent, igcvor er nach Eilli ka». wirkte er süns Jahre als i Zehrer an der Kärntner LandeSmusikschule in Klagenfurt. — Nun zurück zum Schülerkonzert! Herr Paul Stolz (Geige. Klavier, Chorgefang, Zusammen-piel), seine äußerst tüchtige Stütze Frau Marie Falkner (Klavier), die wir als hervorragende Musik-ehrerin bereits i« Vorjahre kenne« lernten, und die während de« Schuljahre» neu dazugekommene Vehr-!^aft Herr Kubista boten unS durch ihre Schüler wirklich nur Beste«! Ansänzer und Fortgeschrittene kamen zum Wort. Dir Geiger (H. Zeder, St. Mo-dic, Stryeck «nd R. Pinter) alle auS der Klasse deS Herr» Direktor« Stolz, spulten sehr rein, «it schöner Geigenhaltung und vorzüglicher Bogenfüh-mig! kbe«fo war die AnschlagSlechnik und Phrasieruug »ei den Flügelschülerinnen eine ausgezeichnete! An liefet Stelle möchte ich auch das musikalische Spiel iier Anfängerinnen aus der Klavierklaffe von Frau Falkner besondeiS lobend hervorheben. (M. Krainz, I Kweder, E. Bratz und Hilde Klementschitsch) — Die VortragSsolge bot reiche Abwechslung. Man hörte Sachen für Flügel allein, zwei- und vierhän-dig, Geige und Flügel, ein Klaviertri«, bei-welchem Herr Stryeck aus Gefälligkeit die Eellostimme über-«ahm, serner wurde ein Kinderchor von R. Reinccke und Josef Haydn» Kinderfynsonie zur Aufführung gebracht. Da« rührend, kindlich empfundene Märlein „Vom Biumchen, daS andere Blätter gewollt*, fand in Karl Reinecke, dem Schöpfer fo vieler herrlicher Kinderlieder einen würdigen Tondichter und in Herrn Direktor Stolz und feiner braven Sänge»fchar tüch-tige Uebermittler. Buch ein Klaviertrio dieses Meister« erfreute unS. Zusammenspiel und Tongebung waren einwandfrei, (Klavier M. OSwatitsch, Geige St. Mvdic, 1. und 2. Satz, H. Zeder, 3. Satz ; Cellv Herr Stryeck). Von den schon längere Zeit lernenden Flügelschülern spielten L. Rojic, Fr. We-nedikter (Herr Direktor Stolz), Mara OSwatitsch und A. Porsche (Frau Falkner) Einzel stücke. An vorletzter Stelle sta»d Josef HahdnS Kinderfynfonie. (Klavier W. Kardinal und Resi Patz). Mit welcher Ausmerksamkeit hinge« die Augen der kleinen Or-chestermännleinS «nd -Fräuleins am Stäbe des Lei» terS! Die Musikfreudigkeit der Kleinen und Kleinsten kam hier fo recht zum Ausdrucke. Den Abend schloß die österreichische VolkShymne. Auch an anerkennen-den Blumenspenden fehlte eS nicht. Mögeu Frau Falkner und Herr Direktor Stolz der Eillier Musik-vereinSschule zum Wähle d?S Vereines und der deut-schen Musikpflege in Eilli noch recht lange erhalten bleiben. Heil! Südmark»Frauenortsgruppe Eilli. Am 13. d. M. sand unter zahlreicher Beteiligung die Hauptversammlung der FrauenortSgruppe des Vereines Südmark statt, z« deren Beginn die Ob-frau Frau Henriette MathcS der verstorbenen Mit« glieder ehrend gedachte. Frau Grete Riebl verlas dann die letzte BerhandlungSfchrift und die Einläufe, worauf «nter anderem einstimmig beschlossen wurde, de« „Deutschen Frauenbnnd Steiermark" beizutreten, Nur der kleine Jsaak stand noch und schaute selbstvergessen zu der jchönen Schwester auf. .Nun?' .Gütig, liebreich beugte sich die herab und faßte daS Büblein sanft am Kinn „Bist du — bist du vielleicht meine Schwe-ster?!" stammelte er endlich mit versagender Stimme. Erschüttert schaute die Lehrerin aus das erregte, verwirrte Kind. „Ich bin es nicht, will eS dir aber werden, liebes Kind," sagte sie innig und küßte sanft die düstere Stirne des Kindes. Da schlang der kleine Jsaak seine Arme um den Hals der Pflegerin und weinte so heftig, daß er hinauSgeichaffl werden mußte. Aber auch draußen, auf dem Schoße und nn den HalS geklammert der gütigen Schwester selbst konnte er sich nicht beruht-gen; ein furchtbarer Weinkrampf schüttelte ihn so, daß er zu Bett gebracht und der Arzt geholt werden mußte. Der Arzt kam, untersuchte daS Büblein, ordnete Tee und Pulver und kalte Kompressen an und ging, kam wieder zurück, untersuchte da« Büblein noch-mal«, schüttelte ernst den Kops und ging endgiltig. Indessen saßen die andern Knaben beim Früh-stück, die Lehrerin, die sie „Schwester Manja" nann-ttu. bei Ihnen. Und der kleine Jsaak lag mit großen, fieber-glänzenden Augen in seinem heißen Bettchen un! dachte und dachte immer; was war dann weiter? Und; ist das meine Schwester, diese schöne, neue Lehrerin? Lautlos tat sich die Türe aus und Schwester Ma«ja trat ein, kam zum Bettchen »nd legte de« kleinen Jsaak die Hand auf die Stirne. Wie wohl daS tot! Die Matter hatte auch eine so weiche, sanfte Hand, und so stand sie auch damals an sei« nem Bette, mit dem schneeweißen Haar — damals, als die Schwester so schreckhast lachte nebenan . . . Und dann donnerte eS wieder sehr stark, auf viele« Seiten zugleich, und mehrere Blitze sch'ugen i«S HauS — nein — Kugeln, vielleicht Kanonen — und eS brannte — und Mutti riß den kleinen Jlaak auS dem Bett und rannte mit ihm aus der ^Kammer — ach — aber im Zimmer nebenan, ja — dort — auf dem Stroh mit zerfetzten Kleidern — u«d mit dem zerrauften Haar — und ein Messer, ja, ein großes Messer — oder ein Säbel? — in der Hand — das war die Schwester — ja — ja — sie lachte so schreckhast — daS war die Schwester.. „LiSbethI!" Der kleine Jsaak schrie es wild herau», streckte die Arme aus und riß die Augen auf in starrem Entsetzen. Schwester Manja umfing daS Kind mit beiden Armen und drückte eS saust an sich. „BubiI* Sie rang die Erschütterung nieder, die die Tragik diese« Kindes in ihr bewirkte, und sprach zu ihm innig, mild, wie eine Mutter: „Bubi — das find Träume, böse Träume, die Seite 4 Macht Nummer 48 sowie den Verkauf der Südmarklose, deren Ertrag für Kriegerheimftätten bestimmt ist. ju übernehme». Di«'' Zahlmeisterin Frau Josefine Gollttsch legte den Rechnungsabschluß vor, laut welchem der Verein lS7 Mitglieder zählt, deren Beiträge samt de» wiederhalt gütigst zugewiesenen Spenden deS Fräulein» Maria Rakusch eine anerkennenswerte Summ« ergaben, die bei den jetzigen Verhältnissen wohl nur der Rührig-keit der Zahlmeisterin z» danken ist. Auf Antrag der Obsra»stell»ertreterin Frau Leopoldine Rakusch wurde von einer Neuwahl abgesehen, daher auf Kriegsd'iuer der alte Ausschuß verbleibt. Frau Emilie von Gaiparetti ist der Ortsgruppe mit einem Jahres-beitrage von 20 Kronen beigetrete». Dom k. k. Staatsgymnafium. Die Aufnahme in die erste Klasse findet im Sommerterminc am 6. Juli um 9 Uhr vormittag» statt. Die Auf« nahmSwerber haben in Begleitung ihrer Elter» oder Obsorger bei der Anstaltsdirektion zu erscheinen und den Taufschein fGeburtsschein) und da« FrequentationSzeugni« der Volksschule vorzulegen. Die AusnahmSxrüsung be-ginnt am 6. Juli um 2 Uhr. Kriegsauszeichnung Der S-niiät«feld. webel Gustav Landeck im Jnf.-Reg. 87, welcher be-reitS im Feldznge gegen Serbien die bronzene Medaille erhielt, wurde nun neuerdings mit dem silbernen Ver-dienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeit«-medaille ausgezeichnet. Evangelische Gemeinde. Morgen Sonntag findet um It) Uhr vormittags in der ChristuSkirche die Konfirmation der Kinder unserer Gemeinde statt. Diese Feier wird auch Fräulein Valetta P.tritschek durch die erhebende Kunst ibreS Gesang:« erhöhen. Im Anschlüsse daran findet eine allgemein zugängliche Abendmahl«-feier statt. E» sei auch darauf aufmerksam gemacht, daß laut Befehl de« Militärkommando« dieser Sonntag für alle evangelischen Soldaten nach Dienstmöglichkeit dienstfrei ist. vortrag über Kaninchenzucht. Der al- penländische Kaninchenzucht»««» »eraostaltete im Großgasthose zur Post ei»en Vortragsabend, welcher außerordentlich gut besucht war. Der Vertreter de« vereine« Herr Peinfipp hielt eine» mehr als zwei-stündigen, sehr lehrreichen und fesselnde» Vort-ag welcher allgemeinen Beifall fand. Herr Peinsipp be-sprach zunächst die Zucht der Kaninchen im allge-meine», die verschiedenen Rassen derselben, die Kreu-jungen, die Krankheiten der Tiere, sowie die Ver-wertnng de« Fleisches und der Felle. Er empfahl dann einzelne Arten als besonder« lohnend zur Zucht, weil sie eine sehr gute Ausbeute an Fleisch »nd Fell gebe», so u. « die belgischen Riesenkaninchen, die deutschen Riesenschecken, die Silberhasen wegen de« wertvollen Felle«, die sranzösischen Widder, die blauen und weißen Wiener. Den Anfängern empfahl er, mit de» Kreuzungen zu beginnen, weil sich dieselben billiger stellen und dann erst, wenn sie genügend Erfahrungen gesammelt haben, mit den anderen Ar-ten die Zucht sortz»setzen. Redner schilderte dann die schöne» Ersolge, die man i» Obersteiermark bereits mit der Kaninchenzucht erzielt hat und begrüßte die Einführung derselbe» im Unterlande auf da« Wärmste. Sehr lobend sprach er sich über die von der Stadt-gemeinde a»f dem ehemals Baron Bruckschen Besitze angelegten Zuchtanstalt aus die er eine Muster« dir Angst »nd Weh machen, weißt du! Tu nur wieder weiter schlafen — der böse Traum kommt nicht wieder, ganz sicher nicht." Da« Büblein lauschte, an die warme Brust der gütigen Schwester geklammert; ein tiefer Seufzer entfloh den fieberheißen Lippen, die qualvolle Span-uung befreite sich endlich in linden, langsamen Trä> >en und aus den trostreichen Lauten dieser warmen, fanften Stimme glitt die zarte, wunde Seele hinüber in »ine» «lösenden Schlummer . . . Zwei Tage und zwei Nächte lang lag der kleine Jsaak so in feinem Bettchen, still, fiebernd, lautlos. Am dritten Tage, als er die Augen aufschlug, er-schrack Schwester Manja fast vor deren Glanz und Größe. Der kleine Jsaak richtete sich wieder aus i» feinem Bettch?», und blickte nach dem Sonnenstreis, der breit und golden durch die hohen Fenster flu-tete; dann wandte er langsam daS Köpsche» gegen Schwester Manja und lächelte mit bleicher Lippe: „Lisbeth, laß Mutti schlafen, sie erschrickt sonst, wenn sie aufwacht und ihr weißeS Haar sieht I . . . Wie gut, daß der steine Jsaak starb — er hatte immer so Herzweh, weißt du . . . Al« er das gesagt hatte, schloß er die großen, glänzenden Augen wieder und sank in die Kissen zurück . . . _ zuchtanstalt nannte und empfahl die Besichtigung derselben jedermann. Herr Peter Derganz dankte im Namen der Versammelten für die wertvollen und lehrreichen Ausführungen. Daß dieselben auf frucht, baren Boden gefallen sind, beweist der Umstand, daß von den versammelten mehrere Bestellungen bei Herrn Peinlipp gemacht wurden. Die städtische Lichtfpielbühne brachte am Do»nerttag und Freitag abermals sehr genuß-volle Abende. Der erste Film zeigte prachtvolle Aus-»ahmen der Rosenburg am Kamp,. woran sich daS Lustspiel „Hxrra! Einquartierung!* reihte. Dieses gibt heitere Begebenheiten au« dem Soldatenleben wieder, a» dem besonder« die bolde Weiblichkeit einen großen Anteil »eymen will. Den Schluß der Vor-stellung bildete das ernste mimische Drama „Die Sünden der Väter" mit Asta Nielsen in der Haupt-rolle. Dieses Drama behandelt die Annahme, daß Sünden der Eltern sich gewöhnlich auf die Kinder »ererben, wa» überaus drastisch durch diesen Film zum Ausdrucke gelangt. Die Tochter eine« dem Al-kohol ergebenen Manne« sucht sich in ihrem Gram gleichfalls im Alkohol Trost und Erleichterung, wa« sie schließlich auf eine abschüssige Bahn und zu einem elenden Lebensende führt. Für heute und morge» ist auch ein tadelloses Programm zu gewärtigen. Vierte Kriegsanleihezeichnung der städtischen Hausfrauenschule. Die Schüler-innen der städtischen HauSfrauenschule, welche unter der bewährten Leitung der Zah»>echniker«gattin Frau Josefine Hoppe steht, zeichneten für die vierte Krieg«' anleihe den namhafte» Betrag von 14.200 Kronen. Hauptversammlung des Deutschen Schulvereines 1916. Die die«jäbrige Hauptversammlung de« Deutschen Schulvereine« findet am 8. September in Wien statt. Gemäß dem Ernste der Zeit wird von jeder Festlichkeit abgesehen werden. Die näheren Einzelheiten werden den Gauen, Ortsgruppen und SchulvereinSfreunden rechtzeitig bekannt gegeben werden. von unseren Kleinen. Der Deutsche Schul, verein erhielt anläßlich seine« 36. Geburtstage« nicht nur von den „Großen" sehr erfreuliche Beweise ihrer Treue und Anhäuglichkeit, auch die Kleinen und Klein st-n haben dem Deutschen Schulvereine au« diesem An-lasse durch allerliebste Brieflein und kleine Spenden ihre Dankbarkeit bezeigt. Der Deutsche Schulverein hat eine Anzahl dieser Zuschriften bereit« veröffentlicht. Kürzlich erbielt er noch von den Zöglingen de« Deut-schen Schulverein« Kindergarten» in Hochenegg bei Eilli 3 K zugesandt, welche von folgenden von Kinderhand geschriebenen Zeilen begleitet waren: „Lieber Deutscher Schulverein l Zu Deinem Geburtstage melden wir un« alle al« Deine Mitglieder an. Wir haben immer Heller in unsere Sparbüchse gebracht, bi« wir 500 Heller hatten. Für 200 Hellerlein gab un« Tante eine Mit-gliedSkarte, die anderen 3U0 Heller senden wir Dir al« Geburtstagsgeschenk Wir wünschen Dir viel Glück, viele, viele Grüße von der Tante und Deinen dank-baren Hochenegger Kindern." (Geschrieben vom Zottl-bubi.) Soldatenstube des Kriegsfürsorge amtes in Graz. Wie wir erfahren, betrat am 14. Juni 191 tf der zehntausendste v.sucher die Sol-datenstube de« KriegSsürsorgeamte« in Graz. Burg-gaffe 15. Ein Invalide de« Ins.-Reg. 27 wurde zu seinem Erstaunen mit einem kleinen Gedeck, da« ein Weinservice, Brotkörbchen. 2 Flaschen Muskatellerwein, Kake« usw. trug, erwartet. Die Freude war herzlich und allgemein. Der in der letzten Zeit besonder« ge» steigerte Besuch, welcher über die zwei Pfingstfeiertage die ansehnliche Zihl von über 1000 Gästen aufwie«, läßt die sichere Erwartung zu, daß in Bälde der zwan« zigtauiendste Soldat sich zu seiner Ueberraschung ge-schenkweist eine silberne Uhr holen wird. Sieben Waggon Preßheu verbrannt. Dieser Tage gerieten aus der Strecke zwischen Gro-belno und Pöltschach in der Nähe de« Lipoglaver Tunnels sieben mit Preßheu beladene Waggon« eines Lastenzuges in Brand. Die Waggons samt Inhalt brannten ab. Der Materialschaden ist ein bedeuten-der. Die Verkehrsstörung konnte jedoch bald b-hoben werden. Eine Kindesleiche gefunden. Aus Tüs-ser wird berichtet: Am 9. Juni sanden die E sen-bahnarbeiter Raimund Seber und Rudols Makovec in Steinbrück am rechten Sannuser in der Sann eine weibliche KindeSleiche, die gegen 48 Stunde» im Wasser gelegen sein dürste. Die KindeSmutter ist noch unbekannt. Brand in der Grazer Gemeindemühle Am 13. d. nachts brach im sogenannten Kontrakt der Grazer Gemcindemühle in der Laubgasse im vierten Stockwerk, vermutlich durch Heißlauft» der Maschinen, wobei Mehlstaub iu Brand geriet, ein Feuer aus, daS rasch um sich griff und auch auf daS dritte Stockwerk sich ausdehnte. Die Feuerwehr von Graz und der ganze» Umgebung bemühte sich, das Feuer zu löschen, und ihrem tatkrisiigen Ein-greisen, das von dem Personal der Mühle und Mi-litäristen unterstützt wurde, ist eS zu verdanken, daß der größte Teil der Getreidevorräte erhalten blieb. Der Sachschaden ist groß, aber durch Versicherun-gen gedeckt. Großes Schadenfeuer. Die Ortschaft Wrußnitz im Bezirke Rudolfswert wurde am 10. d. durch ein großes Schadenfeuer heimgesucht. Vier Wohnhäuser und fünf Wirtschaftsgebäude, Wagen, Geräte, sowie LebtiiSmittel« und Futtervorräie sind vollständig eingeäschert worden, 8 Schweine und über 3l> Hühner kawen in den Flammen um. Der Brand brach im Hause deS Besitzers Hrastar au« und griff, vom Wind« begünstigt, rasch um sich. Der Lösch-arbeit der Feuerwehren der Nachbarorte ist e« zu verdanke», daß nicht daS ganze Dorf dem Feuer zum Opfer fiel. Der Schade dürste etwa 70 000 Kronen betragen. Kinder, die mit Zündhölzchen spiel-ten, sollen den Brand verursacht haben. Büchersendungen an Kriegsgefan gene. Aus Grund der mit dem russische» und dem italienischen Rote» Kreuz gesoffenen Vereinbar»», ge» sind nun auch Büchersendungen an einzelne Kriegsgefangene zulässig. Hiebci gelte» folgende Be-stimmunge»; Jede Person in Oesterreich, die ein Buch an einen KriegSgesangenen im feindlichen Aus-land senden will, hat dieses Buch beim GZ. R.B. AuSkunstSstelle für Kriegsgefangene. Abteilung H. I.. LandSkrongasse 1. 2. Stock, mündlich oder schriftlich zu bestellen und zu bezahle». Der Besteller hat den Titel de« Buche«, den Namen de« Autor«, sowie seine Adresse und jene des Kriegsgefangenen anzugeben. Die Expedition dieser Bücher erfolgt au«-schließlich feiten» G. Z. N. B. AuSkunftSstclle für KriegSgesangene. Abteilung II., welche die vorkehrun« gen für die rasche und sichere Abwicklung des Ver« kehre« petrofsen hat. jedoch keine Hastung für das Einlangen der Sendungen übernehmen kann. Andere olS vom G. Z. N. B. Auskunftsstelle für Kriegs-gefangene, Abteilung kl. I. angeschaffte Bücher sind von der Besörder»»g ausgeschlossen. Für die AuS-wähl der Bücher kommt folge»des in Betracht: 1. In erster Linie ist an wissenschaftliche und St»« dierbücher gedacht, doch können auch Bücher belle« tristischen Inhalte« geschickt werden; 2. kommen nur Bücher i» Frage, welche vor dem Jahre 1914 her-ausgegeben wurden, wobei noch bemerkt wird, daß von dieser Bestimmung neue Auflagen alter Autoren, sowie wissenschaftliche, technische uud sonstige Lehr-bücher nicht betroffen werden; 3. illustrierte Zeit-fchriste», nach dem Jahre 1913 erschienen, sowie alle Arten von Büchern, die aus de» Krieg und die Po-link Bezug haben, sind vom Ankaus« ausgeschlossen. Die Abteilung .H' des G. Z. N B. beginnt am 15. Juni ihre Tätigkeit. Versammlungen des Deutschnatio nalen Vereines für Oesterreich. Der Deuts»-nationale Verein für Oesterreich hält im Laufe d«r nächsten zwei Wochen in Steiermark noch eine Reihe von Versammlungen ab, und zwar SamStag den 17. d. in Pettau, städtischer Theatersaal, Sonntag den 18. d. halb 10 Uhr vormittag« in Marburg, Großgasthof Erz-herzog Johann, nachmittag« um 3 Uhr in Wildon. Die Reihe wird sodann fortgesetzt und e« finden bi» Ende de« Monate« noch Versammlungen Matt in: Ju-denburg, Aussee, Siezen, Leibnitz, Fürstenfeld, Hanberg, Mürzzuschlag, KniNelfeld, Rottenmann und Eisenerz. In diesen Versammlungen werden die Reich«rat«abge-ordneten Pacher und Wolf über wirtschaftliche, völkisch« 'und politische Angelegenheiten sprechen. Ja den Ver-sammlungen in Hartberg und Fürstenfeld wird auch Reich«rat«abgeordneter Einspinne? erscheinen. Mehrere Ansuchen von anderen steiermärkischen Städten um Ab-Haltung von Versammlungen konnten nicht mehr berück-sichtigt werden. Dieselben finden im Herbste statt. Jweigvereine der Gesellschaft zur Fürsorge für Kriegsinvalide. Mit lebhaftem Interesse ist es zu begrüßen, daß die Gesellschaft zur Fürsorge für Krieg«invalide, WienAugusten-gaffe 2, deren zielbewußtes und ersolgreiche« Wir-kcn sich längst die allgemeine Anerkennung erwor-ben hat, vunmehr daran schreitet, ihre bisher zum großen Teil« auf Wien beschränkte Tätigkeit durch Zweigvereine auf alle Gaue unseres Vaterlandes auszudehnen. Eine Reihe von Persönlichkeiten in ein-slußreichen Stellungen hat sich erbötig gemacht, den Intentionen der Gesellschaft entsprechend, die Grita« dung solcher Filialen demnächst durchzuführen. Ver« fügt die Gesellschaft zur Für orge für SriegSinv»-lide, trotzdem sie mehreren hundert Invaliden zu an-gemessenen Lebensstellungen verhslsen HU und einer Nummer 48 «och gtöfeercn Anzahl «it ausgiebigen Unterstützungen zur Seite stand, über ein namhafte» Kapital, fo bedarf sie doch der Unterstützung und Förderung aller Kreise im höchsten Maße. Die Wirksamkeit der Gesellschaft findet darin ihren deutlichen Ausdruck, daß in verhältmSmäßij kurzer Zeit weit über 4000 Mitglieder ihren Beitritt erklärt haben. Nach den Vereinbarungen mit der k. k. Regierung fällt der Gesellschaft die zwar ehrenvolle, aber schwere und nur mit großem Geldaufwande zu lösende Aufgab« zu, gerade jene Invalide in treue Obhut zu über-nehmen, welche zur Zeit ihre« körperlichen oder fee-lifchen Zustandes wegen noch nicht in Stellungen gebracht werden können, oder deren Zukunft nur da-durch gesichert werden kann, daß die Geldmittel zur Beifügung gestellt werden, einen selbständigen Beruf zu beginnen oder den bereit« vor der Kriegsdienst-leistung geführten Betrieb »iederzueröffnen. Während die staatliche Arbeitsvermittlung sich damit befaßt, jeue Kriegsbeschädigten in da» Erwerbsleben zurück-zuführen, bei denen Schwierigkeiten ihr«? Verfolgung nicht auftreten, übernimmt die Gesellschaft in uän-biger Zusammenarbeit mit der staatlichen Einrichtung gerade die schwierigsten Fälle in ihre Fürsorge. Gerade diese hohe Busgabe läßt aber mit Sicherheit er» warten, daß die Bestrebungen der Gesellschaft aller» ortS durch zahlreichen Beitritt zu deu Zweigvereine» und durch Zuwendung von Spenden da» volle Ver» ständnis der Bevölkerung finden werden. Um jeder» mann die Möglichkeit zu bieten, sich dem Zweigver-eine ohue finanzielle Opfer anschließen zu können, wurde der Jahresbeitrag für ordentliche Mitglieder §nf bloß drei Krone« festgesetzt. Fürwahr ein Hei-Bf# Schersteln, wenn eS gilt, eine Dankesschuld au die Mitbürger abzutragen, welche in aufopferungsvoller Hingebung für unS alle als Kriegsinvalide aus de» Felde zurückkehren und ohne diese Fürsorge «iner bangen Zukunft entgegengehen würden. Aenderungen im Privatfeldpost Pa ketverkehr. Zufolge Erlasses de« Handelsmini-fteriums vom 9. Juni wird di« Verf«ndung von Privatfeldpostpaketen unier den bisherigen Bedin-g«iig«n auch zu den Felpostämter 166, 267, 300, 338, 344 und 349 zugelassen, hingegen zu den Feldpostämtern 12, 19, 19/11, 25. 30, 31, 52, 57, 128, 130, 137, 142, 160, 251, 254, 313, 501 und 506 eingestellt. Frühe und günstige Ernte. Während so,ist erst gegen Ende diefeS Monate« — zu Peter und Paul — in den fruchtbarsten Gegenden von Ungarn mit dem Schnitt von Rogg«n brgonnen wird, steht allen Berichten zufolge nicht nur in Un» garn, sondern auch in Oesterreich ein« frühe Reife aller Halmfrüchte in Aussicht, so daß mit dem Rog< gen schnitt schon bald begonnen werden kan«. Der W tierunzSverlauf ist günstig. Es ist auch damit zu rechnen, daß ein guter und großer Ertrag erzielt werden wird. Insbesondere in Böhmen sind die AuS-sichten der Ernie sehr gut. In U-'garn dürfte die Fechsung im allgemeinen Übermittel, in Nitderösler-reich gutmitttl fein. Die Alpenländer melden insbesondere einen reichen Ertrag in Fnttergewüchfen. M„ guten Erwartungen sieht auch Deutschland der nächsten Ernte entgegen. In Rumänien haben die amtlichen F.'fistellungen ergeben, daß die Wel erschä den höchsten» 10 v. H. betragen, so daß auch diese« Land noch immer auf eine größere Weizrnern'c al« im Vorjahre rechnet. Die deutsch österreichische Post. Am 10. Juni ist eine Doppelnummer des Fachblattes des RcichSbundeS deutscher Postler erschienen, welche den Abdruck einer Denkschrift enthält, die die Haupt-forderungen der beutfchen Postbeamten und Bedien-steten umfaßt. Außerdem bringt diese Nummer der „Deutschölterreichischen Post" einen ausführlichen Boisprachenbericht, Berichte über gefallene und au»-gezeichnete deutsche Postler und eine Fülle kleinerer Notizen au» dem Kreise der Mitglieder und OrtS-giuppen de« ReichSbundeS. sowie unserer Schutz»»-eine. Eine satyrische Betrachtung Über die Teuerung«-julage wuide beschlagnahmt samt einem einleitenden Zitat vonNestroy! Diejenigen Postler, welche insolge einer mangelhasten Anschrift da« Fachblatt nicht er-halten haben sollten, fowie diejenigen, welche Werbe-Nummern wünschen, werd«» ersucht, an die Schrift-leitung der „Deutsch österreichischen Post'. Wien 15./1 Postfach zu schreiben. ^ ' / Die Anerkennung von Saatgut. AuS dem Umstand«, daß sich die SaatgutanerkennungS-kommiflionen im Anbaujahre 1915/16 auf die Be-urteilung des Saatgutes al» Saalware beschränken wußten, dagegen auf den züchterischen Wert de» Saatgutes keine Rücksicht nehmen konnten, ergaben sich verschiedene Mißstände. Daher soll im heurigen Jahr die Anerkennung von Saatgut nur nach vor- Deutsche Wacht angegangener Besichtigung der Saatgutselder durch die SaatgutanerkennungSkommission erfolgen. Bei der Besichtigung wird im Wesentlichen aus die Reinheit der Sorte und de» F«ldeö van Unkraut und anderen Pflanzenarten (Fruchtgattungen), aus die Gleich-Mäßigkeit deS Bestandes, bei Roggen auch auf den Schutz gegen Fremdbestäubung^ ferner auf Pflanzen« krankheiten und schließlich darauf gesehen werden, ob der ganze Wirtschaftsbetrieb zur Saatguterzeu-gung geeignet ist oder nicht. Voraussichtlich wird den SaatgutanerkennungSkommissionen Heuer auch die Ausfertigung von Bescheinigungen für den ersten Nachbau von Originalzuchtforten Übertragen werden. Die in Steiermark bestehende SaatgutanerkennungS-kommifsion führt bekanntlich den Namen „Saatgut-anerkennungSkommifsion der steierm Statthaltern". Anfragen sind gegenwärtig zu Handen deS Herrn Dr. Eduard Rotter, Direktors d«r landwirtschaftlich-chemischen Lande«-V?rf»chS» und Samenkontrollstation in Graz, Heinrichstraße 39 zu richten. Wie öeyandett man die Wilch, um fte sänge süß zu erhalten? Während de» SommerS kommen täglich taufende Liter Milch in angesäuertem Zustande in die Ver-brauchSorte an. Solche Milch verliert sehr an Ge-brauchSwert. da sie beim Kochen gerinn« und nun nicht mehr zu der bestimmt gewesenen Verwendung benutzt werden kann. Bei dem ohnedieS empfindlichen Milchmangel muß alleS daran gesttzt werden, daß di« gelieferte Milch an die Bestimmungsort« süß an kommt. DieS ist notwendig, damit für Kinder, Müt-trr und Kranke, sowie für den sonstigen dringenden Bedarf genügend Süßm-lch zur Verfügung steht. Bei der Milchlieferung muß eS daher als wichtige Pflicht angesehen werden, die Milch durch sorgfältige Be-Handlung vor vorzeitizer Säuerung zu schützen. Di« erste Bedingung, um die Milch möglichst lange süß zu erhalten, ist die saubere, reine Milch-gewinnung. Je reiner di« Milch ermolken und be-handelt wird, desto dauerhafter ist sie. Bei unreinem Melken und bei unsauberer Behandlung gelangen viele Schmutzteilchen in die Milch, wodurch die Halt-barkeit sehr leidet. Damit dies verhindert werde, müssen die Melkgesäße sehr rein gehalten werden; ebenso muß vor Beginn der Melkarbeit daS Euter mit einem trockenen Tuche abgewischt werden, um die Streuteilchen und Staub vvm Euter und von den Strichen zu entfernen. Diese Arbeit verursacht gar kein« Mühe und ist leicht durchführbar. Die ermolkene Milch wird durch ein Sieb, in das ein reiner Lein«nfl«ck eingelegt ist, geseiht, wo-durch Fremdbestandteile zurückgehalten werden. Das Einlegen «ines Leinenflecke« ist notwendig, weil durch da? feine Gewebe eine sehr gute Reinigung erfolgt. Nach Gebrauch wird der Leinenflcck ausgewaschen und getrocknet. Also „Reinlichkeit" ist die erste Be-dingung für gute, dauerhast« Milch. Die Milch muß sofort nach drm Melken und Seihen gekühlt und ge-lüftet werden. Kühlt man die Milch nicht rasch, son-dern läßt sie nach und nach selbst auskühlen, f» säuert sie bald. Bei der Selbstabtühlung geht die Wärm« nur sehr langsam zurück; die Säurebildner, die die Säuerung verursachen, finden in der warmen Milch die besten Bedingungen und Zeit, um sich reich-lich zu entwickeln. I« rascher und gründlicher die Abkühlung geschieht, desto weniger Säurebildner «nt-stehen, und desto weniger arbeiten si«. Es ist ja all-bekannt, daß kaltgehaltene Milch schwer und lang-sam säuert. Bei größeren Milchliefkrern werden zur Abkühlung und Lüftung eigene Milchküblcr verwen-det. Bei kleinerer Erzeugung wie z. B. im büuer-lichfn Betrieb muß man sich mit Notbehelfe« begnü-gen. Diese sind: der Milchtopf wird in kalte« Was-ser gestellt. Damit die Durchkühlung vollständig und schnell vonstalten geht, rührt man die Milch eine Weile gründlich durch, wodurch zugleich dir «r-wünschte Durchlüftung erfolgt. Während der Zeit bis zur Ablieferung werden die Milchgefäße in einen Bottich oder ein Schaff mit kaltem Wasser gestellt. Kann man die Gefäße in fließende« Wasser stellen, so ist die« noch vorieilhaster. Die Milchkannen dür-fen erst unmittelbar vor der Ablieferung geschlossen werden. Steht die Milch lange in verschlossenen Kann««, so daß keine oder wenig Luft zutreten kann, so wirk der Geschmack verschlechtert und überdies die Säuerung begünstigt. kurz zusammengefaßt sind die Regel« zur Milchgewinnung folgende: 1. Reinliche Gewinnung der Milch. 2. Gutes Seihen. 3. Gründliche Abküh-lung. Bei Befolgung dieser Ratschläge wird dir Milch dauerhafter und bleibt lange süß. Seite 5 tzotentilie für den Monat Mai. Maria Hopp«, 68 I., Private. Anna Sorn, 69 I., Inwohnerin. Laszlo Bossak, Bremser der k. u. k. Pserdefeldbahn Nr. 3. Johann Koroschetz, 66 I., Lederhändler. Josef Hölzl, 48 I., Bürger» schuldirektor. Jakob Sodin, 46 I., Platzarbeiter. Dr. Dominik Sartori, 80 I., Postoberverwalter i. R. Joses Föhn, 66 I., Oderwaffenmeister i. R. Fran, Kmecl, 49 I., Bierführer. Anton Wretscher, 62 I., Maschinist. — Im allgemeinen Krankenhause : Franz Häuser, 48 Z., Trainsoldat deS JR. Nr. 47. Jgnaz Erber, 69 I., Schneider. Robert Arnsek, 9 Monate, Bedienerinnenskind. Franz Ma-zurenko, 39 I., Kriegsgefangener, rufs. JR. 309. Stanko Skoric, 19 I., Infanterist deS bh. JR. 2. Ferdinand Roßmann, 52 I., Besitzer anS TremerS-feld. Anton Kidric, 32 I., Taglöhner au« Sauer-brunn Umgebung. Theresia Rednak, 60 I., Tag» löhnersgattin aus Gioß-Pireschitz. Justine Kudric, 50 I. Martin Cretnik, 82 I., OrtSarmer a'^S Ga-berje. Rosalie Krampersek, 20 I., JnwohnerSlochter aus Arndorf. Johann Vedenik, 16 I., FabrikSar-beiter aus St. Paul. Johann RrajnStf, 32 I., Bergmann auS Liboje. Katharina Sajk, 66 Jahre, Taglchnerin auS Spitalic. Maria Bidlova, 8 Tag«, DienstbotenSkind. An'on Kastei«, 19 I., Jnf. deS JR. 87. Maria Vranfek, 27 I., au« St. Kuni» gund. Albert Teiniker, 2 Monate, GefchäftSdiener»-kind aus Bifchofdorf. Martin Jancic, 10 I., Schüler ans Kalobje. Jle« Urs, 24 I., Jnf. des JR. Nr. 3. Fritzi Gollitsch, 60 I., Private. AloiS We-ber, 1 I., KeufchlerSkind auS Bifchofdorf. Sylvcstra Banovsek, 7 Monate, BahnarbeiterSkind auS Ga^ b«rj«. JonaS Paloma. 23 I . Jnf. deS JR. 66. Thomas Dimnik, 38 I. Jnf. des JA. 87. Franz Marinfchek, 61 I., Holzagent. Maria Jursche, 26 Jahr«, Köchin anS Gonobitz. — Im k. u. f. Gar-nisonSlpital Nr. 9: Jo'ef Pelr, 32 I., Jnf. deS JR.-102. Johann Slokan, 25 I., Gefreilrr des JR 87. Anlon Krajnc, Jnf. dcS JR. 87. Franz Crnjarich, 20 I., Sanitätssoldat der San.-Abteil. Nr. 9. Bücher Josef, Jnf. d«« JR. 47. Mailach Streißfeld, 27 I.. Jnf. de« JR. 80. Grezori Se-ban, ruff. KriegSgef. des JR. 15. Oswald Je'inek, 31 J-. Jnf. des LJR. 7. JlieS Burdin, 30 I.. rufs. KriegSgef. deS JR. 84. Landor BereS, 23 Jahre. Jnf. de« HIN. 4. Josef Altvanq, 21 I., Ins. des JR. 46. Pal Sarkozi, 34 I., Jnf. des HJR. 17. Franz Steiner, 34 I., Lstm. deS Lst.-Baon. i09. Jano« Tolh. 19 I.. Jnf. des HJR. Nr. 3. Georg Bozoki, 23 I., Kan. deS Feldkan.-Reg. 20. Karl «ernt, 38 I., Jnf. de» LJR. 6. Dimitrovic Ziva. 39 I.. Ins. de« HJR. 4. Ist. van Wenczel, 44 I., Jnf. de« HJR. 4. — Im k. u. k. Refervespital: Gyula Szabo, 19 I., Jnf. de« HJR. 3. György Moracz, 19 I., Jnf. deS HJR. 4. Ferenz Nagy. 19 I., Jnf. des LJR. 17. M chael Midak, 22 I., Jnf. de« JR. 39. Jstvan Nemes, 3» I, Jnf. deS HJR. 17. Jmre Boda, 38 I., Ins. des HJR. 7. Nikolaus Mihasczczuk, 36 I., Jnf. des JR. 27. Sandor DioSzegi. 35 Jahre. Jnf. de« HJR. 3. — Im k. u. k. Not-resrrve-Spital: Jvo Gyurtfewic, 56 I., Kutscher der Elappen-Traingruppe 7/13. Gustav Sobotka, 40 I., Jnf. deS JR. 4. Vermischtes. Wir und unser« Feinde. In den neu-tralen Staaten werden so viel« Nachrichten seitens unserer Feinde verbreitet, die geschickt 1 Körnchen Wahrheit mit 99 Teilen Lüge vermischt nach dem alten Spruche: 8emp>-r «liquid haoret! enthalten, darauf berechnet, uns auf dies« Feinde bei den nicht beteiligten Slaaien herabzusetzen und zu schädigen. So wird ein Teilerfolg der Gegner zu einem großeu Siege, die Eroberung eines Schützengrabens zur Zurückgewinnung eines ganzen Landstriches. Wi« «s aber in Wirklichkeit gerade mit dem Geländegewinn aussieht, zeigen folgende Ziffern: Unsere Truppen haben besetzt: fast ganz Belgien (bis auf einen kleinen, mit etwa 650 Quadratkilometer reich bemessenen, in der folgenden Zahl schon in Abzug gebrachien Teil) 28.800 Quadratkilometer, in Rußland ganz Polen und die Gouvernement« Äro»no, Kowno, Kur-land, Wilna, Wolhynien ganz. bezw. teilweise im Gesamtausmaß« von rund 307.000 Quadratkilome-tern. ganz Serbien 90 000, ganz Montenegro 16.000, schließlich einen mit 1500 Quadratkilometer gering angesetzten Teil Frankreichs, alles zusammen 443.300 Quadratkilometer. Dem gegenüber ist von dem Gebiete der Mittelmächte nur besetzt in der Seil- « Deutsche Wacht Niuawer 48 asiatischen Türkei eine Fläche von etwa 65.000, in Oesterreich-Ungar» ein Teil Ostgalizien« mit reich-(ich gerechnet 5500, zusammen also 70 500, so daß wir um 372.800 Quadratkilometer «ehr Feindes» land im Besitze haben als unsere Gegner. Die klei» ne» Grenzstreifen im Elsaß, in Südtirol und am Jfonzo werden durch die Bertreibung der Serben und Italiener aus dem von denselben förmlich an-»ektierten Albanien und die Besetzung weit mehr al« der Hälfte dieses Landes durch österreichisch-unga-rische und bulgarische Truppe« mehr als aufgewo-gen. Um einen Begriff von der Größe des durch unsere Trupp:« besetzten Feindeslandes zu geben, sei erwähnt, daß Oesterreich 300.008, Ungarn 324.851, das Deutsche 540.833, Bulgarien 120.000, die Türkei 4,048.600 Quadratkilometer umfaßt. Das von den Mittelmächte,» eroberte Gebiet ist also etwa um die Hälfte größer als Oesterreich oder um ein Drittel größer al« Ungarn oder gleich vier Fünftel des Deutschen Reiches oder mehr als 3'/,mal so groß wie Bulgarien oder den neunten Teil des großen türkischen Gebiete« gleich. Dagegen entsptechen die von den Gegnern besetzten Teile des Gebietes der Mittelmächte im Ausmaße von 70.500 Quadrat» kilometer ungefähr % von England (314.716) oder etwas mehr als von Frankreich (536.464) oder '/« von Italien (286.622) «der '/»* des Europäischen Rußland« (5.862.535 Quadratkilometer). Dabei darf nicht unberücksichtigt bleiben, daß die von den »«Kündeten Truppen besetzten GeKiele Belgien«, Frankreichs, Polen«, zum Teil auch Serbiens frucht-bar und an Bodenschätzen reich sind, während daS in der Hand der Gegner befindliche Lar>d ver Mittelmächte zum allergrößten Teile aus dem asiatischen Gebiete der Türkei stammt, da« wenig er-tragreich und durch den Mangel an Verkehrswegen auch nicht rafch zu erschließen ist. Die Bodenver-Wertung der Mittelmächte ist aber auch eine wichtige Waffe gegen unsere Feinde, deren Aushungerungs» pläne an der sorgsamen Bebauung des Bodens scheitern. Freilich gehörte auch eine gewisse Ein» schränkung zum Zwecke der Streckung unserer Bor-räte dazu, aber die reiche eigene Produktion ermög» lichte eS uns, die Pläne der Gegner zu vereiteln. Bon den wichtigsten Brotfrüchten beträgt (in Mil-lionen Meterzentnern) die jährliche Gesamiernte ... Mittel- Ortrn.- »rt Dnujch. »« <*'»« „hhkc Un«.'»» Weizen . 1180 127 70 Gerste . 430 70-7 33 Roggen . 500 161*3 45 Hafer . 740 123 5 37 Mai» . 1040 47 47 — Kartoffeln 1550 688 186 502 — Bei diesen Ziffern ist die Türkei, von der ge» oaue Daten nicht vorliegen, nicht mitgerechnet, wie auch die in ziemlich auSgiebigem Maße un« zugekommene Einsuhr auS neutralen Staaten, die uns ja zugute gekommen ist, nicht berücksichtigt erscheint. Es ist aber nur natürlich, daß nach Abschluß deS Krieges alle Vorkehrungen getroffen werde i, um sür die Zukunft Schwierigkeiten in der Lebensmittelfrage zu beseitigen. Die als Ackerland verwendete Fläche nimmt zurzeit in Oesterreich 37°/0, Ungarn 44%, Deutschland 49%, Bulgarien 27% der ganzen Fläche ein. Durch Einbeziebung weiterer Gebiete, durch Urbarmachung von Brachland, wie es nament» lich in der Türkei, für die ziffernmäßig nur verein-zelte Angaden vorliegen, in Bulgarien und in Un» garn noch in größerem Umfange vorhanden ist, so-wie durch rationelle Verbesserung de« Bodens wird ein solche« Erträgnis gezeitigt werden, da« künstige AuSh»»gerung«pläne schon im Keime erstickt werden. Die nachdrücklicher gehandhabte Bodenbearbeitung wird wohltätige Wirkung auch auf die Auswanderung üben. Soweit eine solche in einem größeren Umfange in nächster Zeit überhaupt stattfindet, wird sie sich in erster Linie unseren Kolonien, dann aber de» dünn bevölkerten Gebenden Ungarns, Bosniens. Bulgariens und der Türkei zuwenden, wo man die arbeitSfreudlgen Bürger mit offenen A-men ewpfan» gen wild. Die vielen nach Amerika abgewanderten Deutschen, von 1820 biS 1910; 5,433.800; die meisten 1881—1890: 1,232.000; 1912:27.790 — Oesterreichs? und Ungarn werden für di« Folge nicht der Heimat enifremdel werden, sondern zu deren weiterem Erstarken beitragen. Da« wird auch bet dem sür die nächsten Jahrzehnte sehr bedeuwngsvol-len Kapitel: Staatsschulden den Mittelmächten ge-wiß zugute kommen. Denn waren die verschiedenen Staaten schon früher verschuldet, so hat der Krieg noch ganz andere Lasten gebracht und die Schuldbe» träge vervielfacht. Nach dem Stande von 1912 hat-die einzelnen Staaten folgende Schulden, in Millio-nen Mars ausgedrückt: Oesterreich 9090, Ungarn 6940, da« Deutsche Reich 20.220, Bulgarien 500, «teil*» 44 3ü 116 85 »«[-floriern» 13 27 23 Türkei 2190, zusammen 38.940, wogegen die andere Seite: Frankreich 26.630, Großbritannien 14.790, Italien 10.110, Rußland 19.460, insgesamt 70.990. (Die kleinen feindlichen Staaten haben wir hier wie oben gar nicht mitgerechnet.) Dazu kommt nun, daß die Mittelmächte die zur Fortführung des Krieges nötigen Anleihen im eigenen Lande aufgebracht haben, während unsere Gegner damit wiederholt ins AuS-land gehen mußten — sicher nicht zil ihrem Vorteil. Wie die Lage heute nach fast zweijähriger Dauer de« Krieges ist, kann an dem endgiltigen Siege der Mittelmächte gar licht gezweifelt werden, und ei dürfte sich dadurch die Abstoßung der hohen Kriegs-lasten bei unS auch vu leichter gestalten als bei den Gegnern. Aehnliche Ziffern und Vergleiche lie-ßen sich noch viele anführen, denn der Born, aus dem wir schöpfen, birgt eine Unmenge solchen (authentischen!) Malmal»: Professor HickmannS Geographisch-statistischer Universal-Taschenatlas 1916, 66 Tafeln, 4 Bogen Text, Preis 5 K, mit Porto 5°45 K. Verlag G. Frehtag u. Berndt, Wien 7., Schottenfeldgaffe 62, ist ein prächtige? Werk, das in Hülle und Fülle Daten über alles nur Denkbare auf kleinstem Raum und dabei in übersichtlicher Weife bietet. Jedermann» Wetter. In „Westermanns Monatsheften" (jüngstes Heft: Juni 1916) finden wir in freier deutscher Wiedergabe von L. Barbar (Sofia) alte bulgarische Legenden veröffentlicht, die in mannigfaltigen Formen und Farben den from» men, aber auch selbstbewußten und tüchtigen Volk«> charakler unseres neuen Bundesgenossen widerspiegeln. Eine dieser Legende», im bulgarischen Urtext „Der heilige Jlija und die Leute' benannt, geben wir hier mit Erlaubnis der Zeitschrift wieder: Als noch die Heiligen aus der Erde wanderten, baten die Leute den heiligen Jlija. er möge sie belehren, wie sie zu Gott hingehen sollen, um ihn um etwas zu bitten. Die Leute wellten Gott um Regen, Sonne, Wind oder andere Sachen, die sür die Feldarbeit nötig waren, bitten. Das war die Rizda (Bitte) der Leute zum heilige» Jlija. Der Heilige begab sich aus Mit-leid mit den Leuten zu Gott. DaS Gebet des Heili» ge» wurZe erhört, und Gott versprach allen Leuten, ihren Bitten zu willfahre». Das teilte der Heilige den Leuten mit. Da verlangten manche Regen sür ihr Feld, andere wollten Sonne haben, und es geschah alles nach den Wünsche» der Gott Bittenden. Dadurch entstand eine reiche, fruchtbare Ernte. Alles war in jedem Hause im Ueberfluß, und man begann sich zum Schmaus und Gelage gegenseitig einzuladen. Dabei bemerkten die Leute, daß das Brot, das sie vom neuen Getreide geknetet hatten, bitter war, deS» gleichen der Wein von der neuen Weinernte. Da merkten alle, daß sie durch ihre Bitte dem heiligen Jlija gegenüber gesündigt hatten. Man begann nun den Heiligen zu suchen und ihn zu bitten, er möge bei Gott vorsprechen, auf daß das Wetter hinfort nach Gottes Wiuen fei. Wann er wolle, möge da« Wetter schön sein, möge die Sonne hell scheinen oder nicht. Da« bat auch der Heilige bei Gott und erhielt es. Philipps Bücherei. Gerade in den schwe» ren Tagen des Krieges ist die Versorgung des Pub-likum» mit guten und billigen Büchern österreichi» scher Schriftsteller, wie das Verlagshaus Jakob Philipp herausgibt, besonders zu begrüßen. Schon dre Ausgabe der ersten Roman- und Novellendände, die in einem Umfang von ungefähr 3oO Seiten zu dem äußerst billigen Preise von 60 Hellern für den Band erschienen >ind, hatte einen großen Erfolg zu verzeichnen, der in bestem Sinne gezeigt hat, daß durch Philipps Bücherei einem tatsächlich bestehenden Mangel abgeholfen wurde. Nun sind weitere fünf Bände erschienen, und zwar die beiden Romanbände „Die alte Spieluhr" von Auguste Groner und „Kreuziget ihn!" von Lenore Pany, die drei No« vellenbände „Bor dem blauen Bogen" von Han» von Thal und zwölf Novellen anderer Schriftsteller, ferner „Geigerlöbels Sohn" von Anny v. Panhuy« und 15 Novellen anderer Schriftsteller und „Hnnevl" von Mathilde Weil mit zwölf anderen Novellen von durchwegs guten österreichischen Autoren. Weitere Bände im gleichen Umfange und gleicher gefälliger Ausstattung, abwechselnd Romane und Novellen, sind im Erscheinen begriffen. Die Bände der PhikippS Bücherei sind durch alle Buchbandlungen oder beim Verlag Jakob Philipp, Wien 6, Barnabitengafle 7 gegen Voreinsendung von 60 Hellern und zehn Hellern Speseiizuschlag in Briefmarken für einen Band zu beziehen. Rohitsch Sauerbnmn Kurbetrieb wie in Friedenszeiten :: öaisonbeginn [. 21Tai J9J6 :: Prospekte durch die Direktion Vulsihianöüing Witz Nasch RathauS »♦ flösse 1 .» Rathaus » » flasse 1 Schrifttum. Der Reise» und Touristenverkehr ist infolge des Krieges auch in diesem Sommer etwa» eingeschränkt, aber doch nicht so sehr wie im Vorjahre. Verboten ist das Gebiet südlich von Feld« kirch — Bluvenz — Schürn«—Monlavon—Langen— Landeck—Silbe«—Ranalt—Zell a. Ziller—GerloS-Paß—WarnSdorfer Hütte—Benediger- und Glockner-Kamm, dann Kärnten und Krain. ES bleibt daher der nördlich« Teil von Tirol und Vorarlberg, dann ganz Salzburg, Steiermark, Ober- und Niederöster-reich frei, doch ist, da mit Ausnahme der beiden zu-letzt genannten Kionländer alles offene Gebiet zu« weiteren KriegSgebiet gehört, Mitführung von Paß oder Grenzgebiet-Legitimationen unerläßlich. Die freien Alpengebiete werden durch die Sperre der andere» auch Besucher bekommen, die früher noch nicht dort geweilt haben. DaS Salzkammergut zum Beispiel, die EnnStaler Alpen, die Wachau usw, deren Schön-heit ja fchon in weiten Kreisen bekannt ist. weide» sich neue Freunde erwerben, geleitet von den ebenso hübschen alS handlichen Frehtagschen AusflugSkai te», 1 : 100.000, die Karte und Führer praktisch ver» binden und die Markierungen in den Originalfarbe» geben. In Betracht lommen von der erwähnten Sammlung die Nummern: 8. Semmeringgebiet; 9. Rofaliengebirge, Bucklige Welt und Wechsel (Dop-pelblatt; 10. Hohe Wand; l 1. Mürzzuschlag—Ma-riazell—Kernhof (Doppelblatt); 12. Oetfcher—Ma» riazell (Doppelblatt); 13. Hochschwab; 14. Erz-bergbahn; 15. Gefäusegruppe; 16. Admont; 17. Wachau ; 18. KremStal; 19. Kamptal; 20. Echnee-bergbahn (Doppelblatt); 21. NbbStalbahn (Doppel» blatt); 22. Waidhofen an der Abb«; 23. Stcyr; 24. Boralpe und Hochkar; 25. Windischzarste»; 26. Hohenberg und Türnitz; 27. Pielachtal (Doppelblatt); 28. Jogelland (Doppelblatt); 29. West-licher Strudengau (Doppelblatt); Grein—DbbS; 30. Oestlicher Strudengau (Doppelblatt) Avb«— Melk; 31. Stoder und Tote« Gebirge; 32. Gm»n-den; 33. Atterfee und Mondfee; 34. Jichl; 35. Jfchl, Wolfgangsee, Mondsee; 36. Ausser; 37. Hallstatt und Dachstein; 38. Salzburg, Unters-berg. Hallein; 39. Berchtesgaden, KönigSsee, Hal« lein; 40. Bischofshofen, Hochkönig, St. Johann i» Pongau, Hochgründeck; 41. Zell am See, Kessel-fall, Moserboden. herleiten, die sür 40 Heller pro Blatt (Doppelblatt sür je 80 Heller) in jeder Buch-Handlung oder direkt rwin Verlage Frehtag u. Bernd«, Wien 6., Schottenfeldgaffe 62. gegen Einsendung de« Betrage? nedst 10 Heller Porto erhülll'ch sind. MATTONTS EINZI0 n< seiner RNALYTISCHF.M BESCHAFFENHEIT. ■BEST ESI ältbewähr] ■familien-GETRÄNK.I Nummer 48 Deutsche Macht e«rt« 7 I. Nr. 1399 V. K. Beim k. u. k. Garnisonsspital Nr. 9 in Triest dermalen in Cilli, gelangt die traiteurmässige Verköstigung der Kranken und Verwundeten för die I. (Deuticbes Gymnasium) und IV. (Krankenbaracken in Cilli) Abteilung durch Entgegennahme schriftlicher Offerte zur öffentlichen Ausschreibung. Es wird auf die ausführlichen Kundmachungen, welche am Ringangs-tor des neuen deutschen Gymnasiums und aas der Amtstafel des Stadtamtes in Cilli affichiert sind, aufmerksam gemacht. Cilli, am 15. Juni 1916. Verwaltungskommission des k. u. k. Garnisonsspitales Nr. 9 in Triest derzeit in Cilli. Professor Dr. Pelnar, Stabsarzt, Reiss, Hauptmannrechnungsführcr. Gesehen: Eck mann, Oberstabsarzt. ! Wermut! die feinste Qualität ist zu haben in der Dalmatiner Weia-Niederlafle J. Matkovic, Cilli En gros lftiMipl|»latz 8. En detail Abgespielte und gebrochene Grrammopiiöii-Platten einerlei welcher Marke werden gegen neue, erstklassige Schallplatten - laut Katalog umgetauscht. = Sclallplatten-FaM Maann, MenM-Otorcriä. pfaff - Häbmascbim Uniibertroflfenjm Nähen, Stopfen u. Sticken! Neueste SpezialApparate ! Niederlage bei :: Jos. Weren Manufaktur • Geschäft Cilli, Rathausgasse Zur gest. Beachtung! Auf einer Geschältreise habe ich mich Dienstag den 13. Juni auch in Cilli aufgehalten, wo ich mehrere Tage meinen Beruf als Klavierstimmer ausgeübt habe. Dabei brachte ich in Erfahrung, dass das geehrte Publikum mit dem Klavierstimmen in der letzteren Zeit an einen Nicht» facbmann angewiesen war; dies ist freilich ein grosser Nachteil für die Instrumente. Ich erlaube mir dem geehrten Publikum höflichst bekannt zu geben, dass ich beabsichtige, mehreremale im Jahre Cilli zu besuchen; ich bin Spezialist in meinem Fache, bin beliebt und gesucht in ganz Krain, Istrien, Küstenland und Nordkroatien. Bin zu jeder Zeit gern zu Diensten. Bei Bedarf genügt eine Korrespondenzkarte mit der genaue» Adresse des Absenders. E lavierreinst immer und Musikinstrumentenhändler Laibach, Wolfgasse Mr. 12. Krapina -TÖplitZ heilt Gicht, Rheumatismus, (KroRtien) Auskunft d. Prospekt gratis durch die D rrktion Ischias. Aviso. Beim k. u. k. Reservespital in Cilli gelangt vom 16. Juli 1916 an auf die Dauer des Bestandes des Reservespitales die traiteur-mässige Verköstigung der kranken und kommandierten Mannschaften zur Vergebung. Die diesbezügliche Kundmachung ist am Eingangstore des Reservespitales in Cilli, städt. Volksschule, Karolinengasse und auf der Amtstafel des Stadtamtes in Cilli, angeschlagen. Die Bedingnissc können jederzeit in der Rechnungskanzlei des Reservespitales, städt. Volksschule Karolinengasse, eingesehen werden. Cilli, am 15. Juni 1916. Verwaltungskommission beim k. u. k. Reservespital in Cilli. ZI. 6383/1916. Die k. k. Statthalterei in Graz hat mit Verordnung vom 12. Mai 1916, L.-G.- u. V.-Bl. Nr. 45, die vierwöchentliche Verbrauchsmenge an versteuerten Zucker für bestimmte Arbeiterkategorien und für Kranke auf ein und fünf Achtel Kilogramm (ls/8 kg) erhöht. Zu diesen Arbeiterkategorien gehören: a) Personen, die in ununterbrochenen Betrieben, bezw. Betriebszweigen als gewerbliche Arbeiter beschäftigt sind; b) Bergarbeiter, auch wenn sie ausschliesslich Qbertags beschäftigt sind, ferner Hüttenarbeiter; c) das Fahr- und turnusmässig Nachtdienst versehende Eisenbahn- und Postpersonal; ferner die in ßisenbahnwerkstätten stabilisierten und nicht stabilisierten Arbeiter, insofern es sich um ununterbrochene Betriebe, bezw. Betriebszweige handelt; d) Forstarbeiter, welche durch die Natur ihrer Arbeit gezwungen sind, sich länger als einen Tag von ihrem ständigen Aufenthaltsorte entfernt zu halten. Die Erhöhung gilt »nr für die betreffenden Personen, nicht auch für die Angehörigen des Hausbiltes dieser Personen. Die Erhöhung der Verbrauchsmenge an Zucker erfolgt in der Stadt Cilli in der Weise, dass nebe» den auf 1 l/A kg lautenden Zuckerkarten an Kranke und Kurbedürftige sogenannte Zuckerzusatzkarten mit 3 Abschnitten zu je '/» kg ausgegeben werden. Die Verabfolgung von Zuckerzusatzkarten an Kranke und KurbedQrf-tige ist an die Vorlag» eines ärztlichen Zeugnisses gebunden. Hinsichtlich der Ausgabe der Zuckerzusatzkarten für Arbeiter wird bemerkt, dass diese Karten nicht direkt an den Anspruchberechtigten, sondern in nachstehender Art ausgefolgt wird. Die Unternehmungen, bei welchen Personen der oben bezeichneten Kategorien angestellt sind, haben mittelst Koasignationen die Anzahl der für die Beteilung mit einer Zuckerzusatzkarte berechtigten Personen der zuständigen Abgabestelle für Zuckerkarten anzumelden. Für das unter Punkt c bezeichnete Eisenbahnpersonal und für die in den Eise»bahnwerkstätten beschäftigte» Arbeiter haben diese Anmeldungen durch die betreffende Eisenbahndienststelle (Stationsämter, Bahn» stationsärrter, Bahnbetriebsämter, Bahnerhaltungssektionen, Heizhausleitungen, Werkstättenleitungen, Materialmagazinsleitungen), für das Postpersonal durch die betreffenden Post- und Telegraphenämter (Bahnpost-vorstehungen) zu erfolgen. Diese Anmeldungen haben lediglich die Anzahl der in Betracht kommenden Personen zu enthalten. Insofern es sich um private (lit. a) kontinuierliche Betriebe oder Betriebszweige handelt, hat die betreffende Unternehmung bei der ersten Anmeldung eine Bestätigung des Gewerbeinspektors über die Art des Betriebes, bezw. Betriebszweiges als eines ununterbrochenen beizubringen. Für alle übrigen aufgezählten Arbeiterkategorien (Berg- und Hüttenarbeiter, Fahr» und turnusmässig Nachtdienst versehendes Eisenbaha- und Postpersonal) ist die Beibringung einer solchen Bestätigung entbehrlich. Die Abgabestelle für Zuckerkarten bat die mit der Anmeldung korrespondierende Anzahl von Zuckerkarten der anfordernden Unternehmung bezw. der Dienststelle behufs Ausfolgung an die Arbeiter zu übergeben. Es würde sich empfehlen, wenn die Unternehmungen (Dienststellen) den Arbeitern diese Zuckerzusatzkarten anlässlich der Lohnauszahlung ausfolgen. Die im Punkte d bezeichneten Forstarbeiter haben die Zuckerzusatzkarte bei ihrer zuständigen Ausgabestelle für Zuckerkarten unter Vorlage einer Bestätigung des Gemeindeamtes, dass sie durch die Natur ihrer Arbeit gezwungen sind, sich länger als einen Tag von ihrem ständigen Aufenthaltsorte entfernt zu halten, anzusprechen. Stadtamt Cilli, am 6. Juni 1916. Der Bürgermeister: Dr. Heinrich v. Jabornegg. Seite 8 gtttifrije M-uhj Kammer 48 bis 120 cm Breite werden gelegt in der Plissieranstalt C. Bsldefeldt, Marburg, Herrenga&se 6. Auswärtige Aufträge schnellstens. Wiederverkaufes und Händler erhalte» die schönsten mit Seide gestickte» mit Passepartout in allen Sprache». Grösse 42 X 52 cm um 1 K 10 h pro Stück. Hugo Jellinek, Wiener Stickerei-Werkstätte. Wien, VII. Bezirk, Lindengasse Nr. 55. Edelkastanienholz und Fichtenzapfen (auch samenlos) kauft Holz-Elxport, G-raz Marschallgasse Mr. 13 r=i=m: wohin Offerte zu stellen sind. 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