Milcher TaMlltt. »i-numeratio n« preile: 9^^ 210 $*J ?aibach: Vanzj. 8-40; Zustellung ins Hau« tottlj. 25 tr. i(it der Poft: Ganzjähr. ft. 12. Red action und Expedition: Bahnhofgasse Nr. 15, Samstag, 13. Sept. 187g. - SSJ-ÄS““' InsertionSP reife: Sin« sPaltige Petitzeil« Wiederholungen ä, zeigen bi» 6 Zeilen 20 kr. 12.JahrM5 ilp« 9(1 fr / o '-•-r-: Oesterreichs Stellung zum Auslande. Wir gehören nicht zu den Freunden jener politischen Doctrin, welche den theoretischen Wider, stand auch dann noch fortznsetzen für gut findet, wenn die Logik der Thatsachen bereits das letzte Wort gesprochen hat. Von diesem Gesichtspunkte aus haben wir die Occnpation von Novibazar betrachtet und uns deshalb nicht weiter in unfruchtbaren Klagen über ein Unternehmen ergangen, zu dessen Verhinderung keinerlei Mittel zur Verfügung standen. Wie cs nun den Anschein gewinnt, dürfte die Besetzung der Limlinie, die wir auf alle Fälle als den Abschluß, nicht aber als eine Episode unserer Occupationspolitik angesehen wissen möchten, ohne Schwierigkeiten durchgeführt werden. Wir freuen uns dieser Ansicht um so mehr, als Oesterreich-Ungarn im Laufe der letzten Jahrzehnte auf den Schlachtfeldern Italiens und Böhmens jene traditionelle Politik begraben mußte, welche die Apenninenhalbinfel und Deutschland zu Gegenständen weitansblickender Combinationen Vonseite unserer übel berathenen, kurzsichtigen Staatsmänner machte. Gelingt nun aber der politische Act auf der Balkan-Halbinsel, auf dessen Durchführung Graf Andrafsy den Hauptwerth seiner Thätigkeit verlegte, dann dürften wol auch die LobeShymnen aufs neue wieder ertönen, die man zu Ehren unseres scheidenden Ministers deS Aeußern angestimmt. Wir sind trotz unserer Abneigung gegen die Occupationspolitik die letzten, welche die positiven Errungenschaften Andrassy's verkennen möchten, sowie sich denn unsere Bedenken wegen der Setheilung Oesterreichs an der Orientfrage stets nur an die finanzielle Seite der Occupationspolitik hielten. Aber trotzdem müssen wir gegen die Versicherungen der Osficiösen uns verwahren, als ob die Beziehungen Oesterreichs zum Auslande sich in einem Zustande befinden, welcher schlechterdings nichts zu wünschen übrig läßt. Wie ein Wiener Korrespondent der „Kölnischen Zeitnng" richtig bemerkt, kann zunächst von einem freundschaftlichen Verhältnisse Oesterreichs zur Türkei keine Rede sein. Sultan Abdul Hamid haßt Oesterreich, das ihm zwei Provinzen genommen, und über die eigentlichen Gefühle der Mnhainedaner gibt sich kein verständiger Politiker irgend welcher Täuschung hin. Ein Jrrthum ferner wäre es gewiß, wollte man die Beziehungen zwischen dem Wiener und dem Petersburger Kabinet vortrefflich nennen. An der Donau wie an der Newa hat das „Drei-Kaiser - Bündnis" keine wahren Freunde mehr. Rußland hatte vor Beginn des Krieges mit der Türkei gegen die Besetzung Bosniens und der Herzegowina durch Oesterreich nichts einzuwenden, ja, es soll dieselbe sogar gewünscht haben, um einen Mitschuldigen zu gewinnen. Heute aber, nachdem es allein Krieg geführt, ohne feine auf die Neugestaltung der Balkan-Halbinsel gerichteten Wünsche erfüllt zu sehen, heute erblickt es in Oesterreich nur den Nebenbuhler, der ihm den maßgebenden Einfluß auf der Balkan-Halbinsel entreißen möchte und thatfächlich zum Theil entrissen hat, einen Nebenbuhler, der sich selbst eine militärische Stellung im Orient zu schaffen sucht, die ihn in den Stand setzt, im äußersten Falle Konstantinopel vor den Russen zu erreichen. Zwar ist es dem Grafen Andrassy bis heute gelungen, einem Kriege mit Rußland auszuweichen; früher oder später wird derselbe indeß kaum zu vermeiden sein. Noch vor kurzem konnte Oesterreich für den Fall eines Conflictes mit Rußland auf die Unterstützung Englands zählen. Heute hat England im Orient feine Sonderinteressen gewahrt und ist in Asien wie in Afrika in Wirren und Kämpfe verwickelt, die es ihm dringend wünschenswert!) erscheinen lassen müssen, einen ernsten Conflict mit Rußland zu vermeiden, ihm aber sicherlich verbieten werden, für die Verwirklichung etwaiger auf die Balkan-Halbinsel gerichteter österreichischer Pläne begünstigend einzutreten. Schon jetzt sind die Handelsinteressen Oesterreichs und Englands bei der Frage der serbischen Bahnen in entschiedenen Widerspruch zu einander getreten! Ist es sonach als gewiß anzunehmen, daß die auswärtige Politik Oesterreichs dasselbe Rußland entfremden wird, ohne daß England als sicherer Freund gewonnen werden konnte, so bedarf es kaum noch der Versicherung, daß Italien keineswegs angenehm durch dieselbe berührt worden ist. Mögen auch die Regierungen in Rom und Wien sich mit einer ausgesuchten Höflichkeit behandeln und sich in Versicherungen gegenseitigen Vertrauens erschöpfen, so kann es doch nicht verborgen bleiben, daß Italien mit dem größten Mißvergnügen auf die Ausbreitung des österreichischen Einflusses an der Ostküste der Adria blickt und daß Oesterreich sich fortwährend des Schlimmsten von Italiens Begehrlichkeit nach Südtirol und Triest versieht. Bei diesen objektiv gewürdigten auswärtigen Beziehungen Oesterreich-Ungarns bleibt demselben, wenn es sich nicht isolieren will, nur die Wahl zwischen einer Anlehnung an Frankreich oder Deutschland. Einmal bietet aber die französische Republik trotz ihres unleugbaren Wiederausblühens keine feste Stütze für die auswärtige Politik eines anderen Staates; sodann weiß man in Oesterreich gut genug, daß es vorzugsweise nur die offenen und geheimen Revanchepolitiker in beiden Staaten sind, welche ein österreichisch-französisches Bündnis gegen Preußen-Deutschland predigen. Politiker insbesondere, denen die neue Basis, auf welche sich der habsburgische Kaiserstaat gestellt bat, sehr mißfällt, denen der Dualismus ein Greuel ist. Gewiß aber ist, daß ein ernster patriotischer Staatsmann in Oesterreich eine Politik der Revanche für 1866 nie mehr versuchen kann und wiro, und daß insbesondere derartige Versuche bei der Iemsseton. Albanien nud die Albanesen. Im gegenwärtigen Augenblicke, in welchem die Regelung der Grenzen zwischen Griechenland und der Türkei die europäischen Kabinette in Bewegung setzt und die Frage der Abtretung eines Stückes albaiiesischen Landes an das griechische Königreich auf das lebhafteste erörtert wird, ist eine Broschüre über Albanien und die Albanesen, welche soeben im Verlage von Julius Springer erscheint, von besonderm Interesse. Wassa Efendi, ihr Verfasser, ist interimistischer Preßdirektor in Konstantinopel und darf als Albanese, Christ und historisch und philologisch hochgebildeter Mann bedeutende Autorität für seine Ausführungen in Zuspruch nehmen. In völlig leidenschaftsloser Kritik weist er zunächst an der Hand der Geschichte die absolute Verschiedenheit der albanesi-jchen von der griechischen Rasse nach. Die Sprache, die Mythologie, die Einrichtungen und Gebräuche der beiden Völker hätten nichts Gemeinsames miteinander. „Man hört alle Tage die Muselma- nen von Epirus, Mazedonien u. s. w. Albanesen nennen, dagegen die Christen desselben Landes als Griechen, Hellenen bezeichnen. Die Broschüren und Zeitungen der letzten Zeit haben diese Bezeichnung ewig wiederholt, ohne daß jemand an ihre Ungenauigkeit gedacht hätte. Aber diejenigen, welche so ähnliche Unterscheidungen durch« gehen lassen, täuschen sich in ausfallendster Weife, weil sie eine der einfachsten Betrachtungen unterlassen, nämlich unterlassen, daran zu denken, daß die Muselmanen von Epirus nur Brüder der Christen von Epirus sind, daß sie derselben Rasse angehören, daß in ihren Adern dasselbe Blut circuliert, daß sie dieselben Vorfahren haben. Vor der osmanifchen Herrschaft gab es nur orthodoxe Christen, die nach Neigung oder aus anderen Interessen den Islam annahmen, ebenso wie die Muselmanen des ober» Albaniens nur Katholiken waren, welche Muhamedauer wurden, ebenso wie die Muselmanen Griechenlands Griechen waren, die den Islam annahmen." DaS Buch enthält eine hochinteressante Schilderung der Rechtsgebräuche in Albanien. „Das Leben, das man in Albanien führt, ist absolut primitiv und patriarchalisch. Jeder Clan hat sein Oberhaupt und seine Aeltesten, die gemeinschaftlich regieren und nach den alten Gebräuchen und Sitten, die auf dem Rechte der Wiedervergeltung: Auge um Auge, Zahn um Sahn beruhen, Recht sprechen. Das Haupt und die Aeltesten der Clans erhalten ihre Stelle durch Erbgang. Aber diese Stelle ist, was das Recht angeht, durchaus nicht bevorzugt. Das Haupt und die Aeltesten sind in Fragen des öffentlichen und Privatrechts ebenso straffällig wie jeder Gemeine und sind denselben Gesetzen unterworfen; ein Chef, der tödtet, wird getödtet, damit ist alles gesagt. Wer mordet, wird von den Nachkomme» des Ermordeten selbst ermordet; kann man den Mörder selbst nicht treffen, so trifft man seinen Vater, seinen Sohn, seinen Bruder. seinen Vetter. Ja, sogar wenn der Mörder selbst und seine Familie sich der Vendetta z» entziehen weiß, so tödtet man irgend ein sonstiges Mitglied des betreffenden Clans. Wer stiehlt, wer raubt, muß den Raub doppelt ersetzen und außerdem eine Strafe zahlen, die dem Chef und den Aeltesten verfällt. Der Mann, der beim Raub erschlagen wird, stirbt ehrlos. Der Raub einer verheirateten Frau steht dem Morde gleich, der Räuber oder enter seiner Verwandten muß Krone selbst auch nicht kn geringsten Rückhalt finden würden. Es ist und bleibt auch in unseren Augen das hervorragendste Verdienst der äußeren Politik Andrassy's, das Heil Oesterreichs in einem engen Anschlüsse an Deutschland erkannt und dieser Ueberzeugung auch nach oben hin unbedingte Geltung verschafft zu haben. Den ganzen politischen Horizont Oesterreichs in der Weise aufgehellt zu haben, wie es die Officiösen glauben machen wollen, lag außer seiner Macht. Aufgabe seines Nachfolgers wird es sein, die oben angedenteten schwarzen Punkte nicht aus dem Auge zu lassen. Er wird dann gewiß auch nie in die Verlegenheit kommen, von den Bahnen abzuweichen, welche ihm Andrassy durch die Herstellung frenndschast-licher Beziehungen zwischen Deutschland und Oesterreich vorgezeichnet. Der Vormarsch auf Novibazar. Nach einem telegrafischen Spezialberichte der „Neuen freien Presse" war die Besetzung Plewlje's doch nicht so ganz ohne Anstand vor sich gegangen, und scheint man es blos dem Takte der österreichischen Kommandierenden zu verdanken, daß es bei diesem Anlasse nicht zu unangenehmen Reibereien kam. Wie der betreffende Berichterstatter mittheilt, hatte der feindlich gesinnte Theil der Bevölkerung erst in letzter Stunde beschlossen, keinen Widerstand zu leisten. Die türkische Regierung jedoch schien absichtlich Schwierigkeiten bereiten zu wollen, indem sie gegen die gefaßten und ratificierten Kommissionsbeschlüsse der aus acht Kompagnien bestehenden türkischen Besatzung keine Abzugsordre ertheilt hatte, wodurch zwischen den beiderseitigen Militärkommandanten Reibungen entstehen mußten, die nur durch das taktvolle und energische Auftreten des Generals Killic bei voller Wahrung des militärischen Ansehens ohne blutige Consequenzen blieben. Die Durchführung der Besetzung vollzog sich in folgender Weise: Mittwoch um b3U Uhr setzten sich unsere Colonnenspitzen in Bewegung; etwa eine halbe Stunde vor Plewlje erwartete und begrüßte Mnstapha Pascha, der Militärkommandant von Plewlje, den General Killit; nächst des nordwestlichen Ausganges der Stadt waren fünf türkische Kompagnien in Front aufgestellt. Plewlje liegt in einem von kahlen, felsigen Höhen umschlossenen Thalkessel, dessen Sohle fruchtbarer Acker- und Wtesenboden bedeckt. Von dem Besitze der anschließenden Höhen hängt die Haltbarkeit Plewlje's ab. Als das Gros unserer Colonnen, qv. deren Spitze General Killiil mit seinem Stabe ritt, vor Plewlje anlangte, waren die dominieren- von dem beleidigten Gatten oder dessen Verwandten getödtet werden. Eine Braut, die sich mit emem ändern vermählt, gibt dem verlassenen Bräutigam das Recht, ihren Vater, ihren Bruder, ihren Önkel oder ihren Vetter zu tobten. Der Ehebruch wird mit dem Tode bestraft; der Gatte hat das Recht, den Ehebrecher zu tobten, wenn er ihn bei seiner Frau trifft ober wenn sonst ber Ehebruch zweifellos ist. Diese Gesetze sind für alle gleich, ohne Unterschied der Religion. Wenn ein Muselman einen Christen tödtet, so tobtet umgekehrt ihn ein Christ. Wenn ein Muselman einen Christen tobtet, so ist ein Muselman des Clans des Getödteten gezwungen, als Verwanbter des Tobten bett Muselman zu tobten, ber gemordet hat, und umgekehrt, wenn ein Christ einen Muselman tödtet. Der Gastfreund ist heilig; die Pflichten der Gastfreundschaft dürfen unter keinem Vormunde verletzt werden Der, welcher einen Gastfreund verletzt oder tödtet, ist entehrt, der Clan treibt ihn aus, und niemand darf mit seiner Familie mehr zu thuu haben. Diese Schande ist ewig, und selbst das Blut kann sie nicht verwischen. Der, welcher den Gastfreund eines ändern tödtet, schuldet diesem „vierzigmal den Punkte von der österreichischen Vorhut- und Flankendeckung bereits besetzt; nur eine von einer Redoute gekrönte Höhe, südöstlich der Stadt, auf welcher sich ein türkisches Lager befindet, war zu jener Zeit noch von drei türkischen Kompagnien besetzt. Als Killic etwa 100 Schritt vor den ausgestellten Ehrenkompagnien anlangte, ließ er die Brigade halten, empfing hier die Vorstellung des Kaimakams von Plewlje und begann hierauf mit der Frage, wann die türkischen Truppen abziehen werden, die Verhandlungen mit Mustapha Pascha. Zur allgemeinen Ueberraschuug erwiderte letzterer, bezüglich bes Abziehens seiner Truppen keine Instructionen zu haben. Nachbem General Killic vergebens auf die Beschlüsse der Kommission hingewiesen, forderte er wenigstens vorläufig, bis zum Eintreffen telegrafischer Ordres, die Räumung der von türkischen Truppen besetzten Höhe, die für unsere Sicherheit unbedingt erforderlich sei. Nach' dem jedoch Mustapha Pascha neuerdings unter Hinweis ans die mangelnde Instruction die Forderung verweigerte und uns überdies absichtlich Schwierigkeiten zu bereite» schien, brach General Killii ebenso taktvoll als entschieden die Verhandlungen ab und sprach mit lauter, weithin vernehmbarer Stimme ungefähr folgendes: „Auf Befehl meines Kaisers und mit Zustimmung des Padischah sind wir gekommen, Plewlje zu besetzen; wir wollen als Freunde bei euch einziehen. Als Beweis der Liebe und Achtung für den Padischah und die türkischen Truppen werde ich jetzt die Front der letzteren abreiten." Unsere Truppen wurden hierauf zum Präsentieren beordert, und unter den Klängen der Volkshymne und des Generalmarsches ritt General Killic, unbekümmert um Mustapha Pascha, mit gezogenem Säbel die Front der ausgestellten türkischen Ehrenkompagnien ab, die ihn mit allen Ehrenbezeugungen empfingen. Mustapha Pascha hatte sich nicht mehr unserem Stabe genähert. Nachdem noch einige auf den Einmarsch in die Stadt bezügliche Dispositionen getroffen worden waren, marschierten unsere Truppen mit klingendem Spiele und fliegender Fahne durch die Stadt. Die christliche Geistlichkeit, die Schulkinder und zahlreiche Nichtmnhamedaner erwarteten unsere Truppen am Eingänge der^ Stadt und begrüßten dieselben mit begeisterten Zivios. In der Stadt waren alle Gewölbe geschloffen. Auffallend war es, daß die Türken unbewaffnet vor ihren Häusern stauden und nicht selten den vorbeiziehenden General sympathisch begrüßten. Nach dem Passieren der Stadt marschierte ein Theil unserer Truppen auf die Hohe mit der Schanze; hier wurde zum Gebet kommandiert, präsentiert und Blute", das der Clan dessen, der Gastfreundschaft übte, zu fordern hat von dem Clan dessen, der den Gastfreund verletzte. Der Mann, der eine Frau tödtet, ist ehrlos, und fällt diese Ehrlosigkeit auf alle Mitglieder seiner Familie; man nennt sie Frauentodter. Eben so wie jeder Clan sein Haupt hat, so hat jede Familie das ihre, und das ist jedesmal der Aelteste der Familie. Die älteste Frau des Hauses steht dem Hauswesen vor, und die Familien sind sehr kopfreich; es gibt Familien, die 100 bis 120 Häupter zählen. Die Männer führen die Befehle des Oberhauptes aus, und dieses verfügt über alle und alles ohne Widerrede. Man folgt ihm mit Mindern Gehorsam, denn das Ansehen des Aeltern ist unbegrenzt. Die Führerin des Hauswesens übt dieselbe Macht gegenüber den Frauen und Mädchen aus. Hat eilt Mitglied einer Familie sich über ein anderes zu beschweren, so ist es das Haupt des Hauses, das urtheilt, straft, versöhnt, je nach den Umständen. Sich gegen die Entscheidung des Oberhauptes auflehnen, entehrt. Der Albanese ist mäßig und begnügt sich mit einem frugalen Mahle. Maisbrod, Käse und Milch sind seine gewöhnlichen Nahrungsmittel; er trinkt Wasser) Wein und Branntwein nur in geringen Portionen. Seine die Volkshymne intoniert. Ein tausendstimmiges Hoch aitf den Kaiser, das sich von Berg zu Berg sortpflanzte, bildete den Schluß dieses feierlichen Momentes. General Killic verfügte die Besetzung der Hohe durch zwei Bataillone des Regiments Nr. 41, welche sich neben dem türkischen Zeltlager postierten. Die übrigen Truppen rückten auf die ihnen angewiesenen Lagerplätze. Eine Geniekoinpagnie nahm sofort den Ban einer Schanze in Angriff. Um 9 Uhr rückten die fünf türkischen Ehrenkompagnien in ihr Lager. Um halb 10 Uhr führte der Kaimakan eine ans sechs Begs bestehende, von mehr als hundert Mnhainedanern gefolgte Deputation dem General vor, welche namens der mu-hamedanischen Bevölkerung die Versicherung ihrer Ergebenheit überbrachten. General Kill-L beantwortete die Vorstellung in längerer Rede, die durch ihren Inhalt ebensosehr wie das leutselige Wesen des Generals die Muhamedaner vollkommen befriedigt zu haben scheint, denn sie zogen sichtlich zusriedengestellt ab, nachdem früher jeder Einzelne bemüht war, einen Händedrnck zn erhalten. Die Gewölbe wurden wieder geöffnet, die Bevölkerung zeigte sich freundlicher. Die türkischen Truppen sollten vorgestern abziehen. * * * Der Linzer Parteitag hat nicht verfehlt, im föderalistischen Lager eine gewisse Ernüchterung heo vorzurnscii. So ermahnt der Krakauer „Czas" die Czechen, kein überspanntes föderalistisches Programm ausznstellen, weil diesbezüglich unter den Nationalen Meinungsverschiedenheit herrscht, die leicht eine Uneinigkeit unter denselben herbeiführen dürfte, während sie bei gemeinsamer Operationsbasis mit Hilfe der Autonomie und des Conservatismns zur Einheit und Macht im Neichsrathe gelangen werden. * * Nach den Ausführungen des „Pester Lloyd" umfaßt die Vorlage über die Verwaltung der occii-pierten Provinzen vier Paragraphe. § 1 spricht aus, daß die Verwaltung Bosniens und der Herzegowina im Sinne des Gesetzartikels 12 vom Jahre 1867 eilte gemeinsame Angelegenheit bilde und iit das Ressort der gemeinsamen Regierung falle. § 2 bestimmt, daß an allen Beratungen der gemeinsamen Regierung bezüglich der Verwaltung der Dccupierten Provinzen beide Landesmini-sterien durch ihre Vertreter theilzunehmen haben. Der letzte Paragraph enthält die Unterscheidung zwischen den ordentlichen lausende» Ausgaben und solchen, welche für bleibende Investitionen zu machen WW- Fortsetzung in der Beilage. -WM Kleidung ist leicht, Kälte und Hitze fechten ihn nicht an, Ermüdungen und Entbehrungen trägt er mit stoischem Gleichmnth. In seiner Liebe, in seinem Hasse kennt er keine Grenzen: weder ferne Freude noch seinen Schmerz sucht er zu verbergen. Das Gewehr und der Iatagan sind die Liebltitgswaffen des Albanesen; vor allem ist das Gewehr sein unzertrennlicher Freund. Er pflegt es und liebt es mit aller Zärtlichkeit, er schwört bei seinen Waffen, wie er bei seinem Gott oder bei seiner Ehre schwört. Schone Waffen sind sein Stolz, sein Ruhm." Der Verfasser schließt seine Arbeit mit der Erklärung, daß die Albanesen unter dem Sultan vereint bleiben, vor allen Dingen aber nichts von einer Annexion einzelner Landestheile an bas ihnen srernbe unb unsympathische Griechenland wissen wollen. Klippen. Erzählung von Ludwig Habicht. In bem glänzenben Norbseebabe hatte die Saison ihren Höhepunkt erreicht. Es wimmelte von Fremden aus aller Herren Länder, und der Beilage zum „Laibacher Tagblatt" Nr. sind. Bezüglich des Schlüssels, nach welchem die Beitragsleistiing zn den Veiwaltungsanslagen erfolgen soll, ist in der Vorlage nichts gesagt. Die Fixierung desselben soll ebenso wie die Vorlage über die Einverleibung der occnpierten Provinzen in den Zollverband erst einer demnächst stattfindenden Ministerkonferenz Vorbehalten bleiben. Ob derselbe über diese Fragen so bald schlüssig werden wird, muß dahin gestellt bleiben, da gerade in letzteren Punkten wesentliche prinzipielle Meinungsverschiedenheiten bestehen sollen. Während nämlich Ungarn eine Trennung des Occupatiousgebiets in der Weise verlangt, daß ein Theil davon der österreichischen, ein anderer der ungarischen Zollverwaltung zuge-schlagen wird, beharrt Oesterreich auf der gemeinsamen Zollverwaltung, ein Standpunkt, der, abgesehen von allen anderweitigen Vortheilen, schon deshalb zn billigen ist, weil es doch unmöglich im Staatsiuteresse gelegen sein kann, den Dnalismns mich ans die occnpierten Provinzen zu übertragen. * * * Nachdem die Kaiserbegegnnug von Alexaudrowo von den Protectorcn eines russisch-deutschen Freundschaftsbündnisses als nicht genügend erachtet wurde, um der in so heftiger Weise zutage getretene Erbitterung des russisch-deutschen Zeitimgskrieges ein vollständiges Gegengewicht zu biete», sollte eine Z»-samnienkunst Bismarcks mit Gortschakoff angebahnt werde». Verschiedene hochstehnide Personen sollen sich für diese Idee begeistert haben, als die Aeußeruu-gen Bismarcks gegenüber dem Berichterstatter des „Soleil" den ganze» Pia» zu Wasser machten. * -X- Die Berufung Puttkammers zur Nachfolge des preußischen Unterrichtsministers Falk hat die Hoffnungen der Ultrauiontaneu derartig gesteigert, daß der westfalische Klerus an den neuen Minister eine Eingabe behufs Rückgabe der Schule au die Kirche zu richten wagte. Die Erklärung Puttkammers, daß der Staat das Schulaussichtsgesetz nicht preisgcbcu könne und daß überhaupt eine Aenderniig der Schul« gesefcgetmng erst dann möglich fei, wen» die katholische Kirche dem Staate die thatsächliche Aiierke»-nniig seines unveräußerlichen Gesetzgebungsrechtes zuthcil werben lasse, hat nun die klerikale Presse ini höchsten Grade erbittert. Die „Germania" erklärt rundweg, daß zwischen dem Sistem Falks und jenem Puttkammers kein wesentlicher Unterschied bestehe und erhärtet also hiedurch aufs neue die bekannte Thatsache, daß es im politischen Verkehr mit den Ultraniontanen blos zwei Wege gibt: Entweder Kanips bis auss Messer oder unbedingte Unterordnung unter ihre Herrschgelüste! Strand bot zu jeder Tagesstunde ein buntes, bewegtes Bild. Unter den herbeigeströmten Gästen erregte eine Familie besonderes Aufsehen, weniger durch ihren Rang und Reichthum, als durch die Persönlichkeit ihrer Mitglieder. Man wußte nicht viel von diesen Leuten; sie hatten gar keine Bekanntschaften und schienen auch nicht Lust zu haben, welche zu machen. Frau v. Müller war gelähmt und mußte in einem kleinen Wägelchen umheigefahreu werden, und ihre beiden Kinder unterzogen sich abwechselnd selbst mit großer Aufopferung dieser Aufgabe; man sah bald den stattlichen, sehr hübschen jungen Mann, bald seine noch schönere Schwester den Wagen vor sich Herstoßen, und diese hingebende Kindesliebe der Geschwister erregte bald das Interesse und die Bewunderung der ganzen Badegesellschast. War der junge Arthur v. Müller mit seinem etwas schmalen Gesicht und seinen feurigen, unruhigen Augen nur hübsch, so hätte seine Schwester als ungewöhnliche Schönheit gellen können, wenn sie noch den Reiz der ersten Jugend gehabt. Aus einer gewissen Entfernung wußten die sehr regelmäßigen, fast antiken Züge noch immer zu fesseln; aber in der Nahe betrachtet, konnte es dem aufmerksamen Beobachter nicht entgehen, daß 210 vom 13. September 1879. Gegenwärtig sollen in der griechisch-türkischen Frage lebhafte Verhandlungen von Kabiuet zu Kabiuet stattfinden. Dieselben wurden durch Eröffnungen hervorgerufen, welche die griechische Regierung diesbezüglich in Wien und Petersburg gemacht hat. Man glaubt, es handle sich hiebei um eine nicht unwesentliche Modifikation der Athener Forderung betreffs Janina's. Jedenfalls dürfte das Resultat dieser Verhandlungen ans den weiteren Gang der türkisch griechischen Konferenz in Konstantinopel von großem Einflüsse sein und zugleich auch auf die Beantwortung der letzten schriftlichen Erklärung der Pforte seitens Griechenlands bestimmend wirken. Vermischtes. — Ein lebensüberdrüssiger Mi-n ister. Wie aus Pest telegrafiert wird, hat am 9. d. der ehemalige ungarische Minister des Innern, Paul Rainer, ein hervorragendes Mitglied der Deakpartei, ans seiner Besitzung Lonto durch Selbstmord feinem Leben ein Ende gemacht. Die Motive der That sind noch nicht aufgeklärt. Nach einer Version wäre unheilbare Krankheit, nach einer ändern Lebensüberdruß die Ursache gewesen. Reijner war Junggeselle, lebte in rangierten Verhältnissen, hatte sich von der Politik und von der Direktion des ungarischen Bodenkredit-Justitntes längst zurück-gezogen. „Naplo", welchem die Nachricht zuerst zugekoiuiueu ist, widmet dem Verstorbenen einen warmen Nachruf. Rajuer gehörte zu den angesehensten Dentisten, vertrat das Honter Comitat wiederholt im Reichstag, war daselbst auch Vizegespan und königlicher Kommissär, wurde später znm Minister des Innern ernannt. Vorgestern fand die koniuiissiouelle Erhebung des Tatbestandes statt. Bis jetzt weiß man nur so viel, daß er sich eine Kugel mitten durchs Herz schoß, und daß er während der letzten Tage wiederholt darüber klagte, wie lauge doch das Leben dauere. — Bahnfrevel. Aus Leibnitz schreibt man der Grazer „Tagespost": Noch sind die Thäter des im Monate April ans der Südbahnlinie Leibnitz-Ehrenhausen verübten Bahnfrevels nicht entdeckt, als neuerdings eine in den letzten Tagen auf derselbe» Strecke ansgeführte äh»liche Schandthat zu verzeichnen kommt. In der Nacht vom 8. auf den 9. September waren nämlich auf obiger Strecke eiserne Geländersäulen über den Schienenstrang auf einer Brücke in raffiniertester Weife gelegt und befestigt vor einem zu erwartenden Frachtenzuge auf-gesunden, aber zuin Glücke noch rechtzeitig entfernt worden. Wäre der Zug auf das Hindernis gestoßen, so würde eine Entgleisung von unabsehbaren Folgen Valesca v. Müller schon ein wenig verblüht war. — Frau v. Müller hatte sich in einem sehr einsam gelegenen Häuschen eingemiethet, das ihr von dem Besitzer mit sämmtlichen Möbeln zur Verfügung gestellt worden, und täglich fuhren ihre Kinder sie den weiten Weg bis zum Strande, ohne sich um die Blicke der übrigen Badegäste zu kümmern, die mit Befremden, oft auch mit aufrichtiger Bewunderung, dem jedesmaligen Führer des kleinen Wagens folgten. Aus Sparsamkeit oder aus Noth konnten sich die jungen Leute nimmermehr dieser beschwerlichen Aufgabe unterziehen, denn Frau v. Müller mußte sogar reich sein. Die Geschwister hielten zwei prächtige Pferde in ihrem Stalle, und in den Nachmittagsstunden, wenn die Mutter wieder zu Hause war, machten sie ihren regelmäßigen Ausritt, und nun erregten Valesca svwol wie ihr Bruder durch die Eleganz, wie sie zu Pferde saßeu, und durch die Kühnheit, wie sie ihre edlen Rosse tummelten, die Aufmerksamkeit aller Badegäste. Aus ihren Spazierritten begegneten die Geschwister regelmäßig einem jungen Paar, von dem die Welt behauptete, es seien bereits Verlobte. So viel wußte man jedoch mit Sicherheit, daß der hübsche Premierlieutenant, Baron Wellnau, eingetreten sein. Vonseite der Behörde sind die umfassendsten Maßregeln ergriffen, um den Thätern auf die Spur zu kommen, und es steht zu hoffen, daß dieselben eruiert und der strengsten Bestrafung zugeführt werden. Welche Motive den oder die Thäter zu derartigen Greuelthateu bestimmten — Rache an einem Bahnbediensteten oder bloS teuflische Lust am Zerstören — muß vorläufig dahin gestellt bleiben. — Krake undMensch imKampfe. Daß im Geschlecht? der sogenannten Kopffüßler, Octopoden oder Tintenfische, riesenhafte Ungethüme Vorkommen, welche der Seemannssage über die Kraken einen gewissen sachlichen Hintergrund verleihen, ist nunmehr hinlänglich bewiesen. Daß aber unter Umständen selbst kleinere Octopoden dem Menschen gefährlich werden könnten, hat ein am 5. d. M. im Aquarium zu Scartowugh stattgehabter Kampf zwischen einem Achtsüßler und einem Menschen konstatiert. Ein Wärter, der glücklicherweise Wasserstiefel angezogen hatte, wurde beim Reinigen eines Beckens von einem großen Octopns angegriffen» welcher vier von seinen Säugrüsseln an einen der Stiefel ansetzte, während er mit den vier anderen sich fest an den im Becke» angebrachte» Felsstücken hielt und dergestalt allen Versuchen des Mannes, sich seiner zu entledigen, erfolgreich widerstand. Diesem blieb, wollte er das Thier nicht tobten, nur übrig, unter Zurücklassung des Stiefels die Flucht zu ergreifen. Erst zwanzig Minuten später ließ der Octopns den Stiesel fahren. — Englische Arroganz und schweizerische Derbheit. Im Hotel der Gebrüder Schreiber am Rigi-Kulm hat am 27. August eine Prügelei stattgesundeu, in welcher ein englischer Lord, der Mitglied des Parlaments ist, ganz besonders verhauen worden ist, so daß er beim englischen Gesandten in Bern und bei der Cantonregieruug in Schwyz bittere Beschwerde erhoben hat. Die Hotelbesitzer stellen den Vorfall in den Zeitungen also dar: „Am 27. August erlaubten sich fünf Fremde, welche ihre Name» mit John Pendur M. P. a party einfchrieben, mit Stöcken bewaffnet, ohne weitere Veranlassung, als daß ihnen die angewiesenen Zimmer zweiter Etage nicht gefielen und man ihnen momentan nicht besser aufwarteu konnte, ins Bureau des Hotels einzudringen und sofort auf den Wirth losznfchlagen. Der Standpunkt deS letzteren war während einiger Minuten, bis Hilfe kam, höchst kritisch. Glücklicherweise parierten die Schläger ihre Stockstreiche durch Begegnen der Stöcke gegenseitig selbst. Als dann Hilfe kam, wurden die Eindringlinge allerdings sofort aufs Pflaster gesetzt und damit die Ruhe im Hanse wieder hergestellt." Die Fremden ein Verwandter des Freiherrn v. Graßfeldt war und daß der letztere seine einzige Tochter Mazda dem jungen Vetter zugedacht hatte. Der alte Freiherr war kränklich und betheiligte sich niemals an diesen Ausflügen zu Pferde. Trotz der täglichen Begegnung waren die jungen Leute nicht miteinander in nähere Berührung gekommen; man grüßte sich höflich, tauschte wol auch einen flüchtigen Blick aus, aber eine Annäherung erfolgte nicht, und doch schienen die Geschwister sowol wie das andere Paar es heimlich zu wünschen, und es fehlte nur der Anlaß, um dieses Band der Zurückhaltung zu sprengen. Auch der sollte sich bald finden. Als sich eines Tages wieder die jungen Leute begegneten, hielt Arthur v. Müller unwillkürlich sein Pferd hastig an, um die kleine, niedliche Baroneß einen Augenblick länger betrachten zu können ; das edle Thier bäumte sich auf und der sonst so sichere, sattelfeste Reiter, der seine Aufmerkfamkeit nur auf die liebliche Erscheinung des jungen Mädchens gerichtet hatte, verlor das Gleichgewicht und stürzte zur Erde. Nun sprangen Baron Wellnau sowol wie seine Verwandte von ihren Pferden, um besorgt und theilnahmsvoll dem Verunglückten zu helfen, (drei Engländer und zwei Deutsche) behaupten dagegen, von dem Wirthe und dessen Kellnern und Knechten ohne Grund thcitlich angegriffen und mißhandelt worden zn sein. Die Schwyzer Behörde hat die Untersuchung eingeleitet, und die bereits erfolgte Zeugenvernehmung hat ergeben, daß die Engländer zuerst gehauen haben. — Für Pensionatsinhaberinnen. Die neueste Leistung der Amerikaner ans dem Gebiete des Erziehungswesens besteht in der Verwer-thnng von Parfümerien. Selbstverständlich beschränkt sich die Anwendung dieses pädagogischen Mittels auf Mädchenschulen. Die bisher mit 78 Mädchen angestellten umfassenden Versuche haben u. a. folgende Ergebnisse geliefert: Behandlung mit Moschus erzeugte Liebenswürdigkeit, Schmachten und die NeiMiig zum Tragen hübscher Kleider; doch mag letztere angeboren gewesen und durch Moschus nur zum stärkeren Ausdruck gebracht worden sein; jedenfalls ist Moschus fein Specificnui zur Hervorbringung der erwähnten Neigung. Rosenduft hatte eine einigermaßen überraschende Wirkung; die ihm unterworfenen Mädchen wurden nämlich spröde, geziert und unliebenswürdig. Es dürfte sich dieses Mittel somit deu Vorsteherinnen von Mädchenpcnsionaten zur Einführung besonders empfehlen, namentlich, wenn sic außerdem Geranium verwendeten, welches Entschiedenheit des Charakters erzeugt, und eine Mischung von Veilchenduft hinznfügten, der auf Freundlichkeit und Frömmigkeit hinwirkt. Entschieden zu Widerrathen aber wäre Patschonli; denn dieses führt nach den angestellten Versuchen leider zu vollständiger sittlicher Verkommenheit. — Die Verantwortung für die Richtigkeit dieser wissenschaftlichen Untersuchungen müssen wir den Ncw-Uork „Times" überlassen, welche dieselben allen Ernstes der Oeffentlichkelt übergab. Lokal und Provinzial-Angelegenheite«. Ein Skandal im Geineinderathe. Wir sind es zwar schon gewohnt, unsere Gegner alle Schranken des parlamentarischen Anstandes überspringen zn sehen, so oft es ihnen nicht gelingt, die Majorität für ihre Anschauungen zu erhalten. Niemals aber trat uns diese Taktik, welche die Anarchie zum Prinzip und die Verletzung aller Regeln parlamentarischen Anstandes und parlamentarischer Sitte zum methodischen Behelf erheben will, in so widerwärtig aufdringlicher Weise entgegen, wie in der gestrigen Gemeinderaths-sitzung. Weil, wie ans dem unten folgenden Berichte zu ersehen, der in solchen Fällen eher allzu nachsichtige Vorsitzende sich veranlaßt sah, Herrn Horak, welcher nach Schluß der Debatte nochmals zur Sache reden wollte, das Wort zu entziehen, verläßt die nationale Minorität des Gemeinderathes unter Schmähungen auf die Liberalen den Saal. Vergeblich suchen wir nach einem Grunde dieser Handlungsweise. Ueberall, wo man Sinn und Verständnis für konstitutionelles Leben hat, gilt die Geschäftsordnung der parlamentarischen Vertretungskörper als unantastbar. Nur hierzulande soll es anders sein, mir bei uns trägt man keine Bedenken, die Aufrechterhaltung der parlamentarischen Ordnung als Motiv zur Inszenierung eines Skandals zu benützen. Abgesehen davon, daß Herr Horak im Verlaufe der Debatte Zeit genug hatte, sich zum Worte zu melden, sind die Ausdrücke, welche er dem Referenten in der fraglichen Reenrsangelegenheit in das Gesicht schleuderte, in keiner anständigen Gesellschaft, geschweige denn im Geineinderathe statthaft. Oder wohin soll es wol führen, wenn eine Gegenpartei der anderen Mangel an gesundem Menschenverstand vorwerfen wollte! Aufrichtig gesagt, vermißten wir bei dieser Auslassung den Ordnungsruf vonseite des Vorsitzenden, welchem überhaupt das Zeugnis gegeben werden muß, daß er, um nur einen Skandal zu vermeiden, eine wahrhaft bewundernswerthe Geduld an den Tag legte. Doch, was nutzt da Geduld, wo es doch nur darauf abgesehen ist, auf den Trümmern der Geschäftsordnung dem Parteihader Raum zu schaffen. Hätte man dem Verlangen Horaks nachgegeben, hätte mau gestattet, daß noch nach Schluß der Debatte zur Sache gesprochen wird, so wäre eilt Präeedenzsall geschaffen worden, welcher besonders in allen solchen Fällen be denkliche Folgerungen nach sich ziehen konnte, in welchen irgend eine Frage nicht nach den Wünschen der Nationalen entschieden worden war. Dazu durste cs der Vorsitzende, dazu durfte es überhaupt kein Mitglied der Gemeiudevertretung kommen lassen, welchem die Aufgabe und die Würde der Versammlung am Herzen lag. Man durfte es um so weniger, als Herr Horak sich das Wort durch die Drohung zu erzwingen suchte, daß er sonst mit seinen Gesinnungsgenossen den Saal verlassen werde. Wohin käme die Gemeindevertretung, was müßte die Wählerschaft, die ge-fammte Oeffeullichkeit von ihr denken, wenn sie sich in solcher Weise tyrannisieren ließen? Tranrig genug, daß die nationalen Mitglieder dcs Gemeinderathes den Muth besessen, die Drohung Horaks auch wirklich duichznführen. Wenn man damit der liberalen Majorität einen Posten spielen und den Bürgermeister zur Aufhebuug der Sitzung wegen Beschlußunfähig» feit zwingen wollte, so hat man dieses Ziel er- reicht. Aber traurig genug, daß man in so frivoler Äeise die Aufgabe der Gemeindevertretung anarchischen Gelüsten zum Opfer bringt. Eine Partei, die sich solcher Mittel bedient, hat kein Anrecht auf ein mildes Urtheil. Sie glaubt die gegnerische Partei zu schädigen, schändet aber durch ihr kleinliches, eines Mannes unwürdiges Vorgehen das Ansehen der autonomen Gemeindevertretung, wirst Haß und Zwietracht aus nichtigen Gründen in die Mitte der Bürgerschaft und gibt sich selbst ein Armnthszengnis in Bezug aus politische Reife, welchem gegenüber alle Versuche einer Belehrung fruchtlos bleiben müssen. — (Aus dem Geineinderathe.) Zum ersten Punkte der Tagesordnung für die gestern abgehaltene Gemeinderathssitzniig referiert GR. Dr. v. Schrei) über den Recurs dcs Hausbesitzers Franz Bergant wider die der Hausbesitzerin Maria von Boichetta ertheilte magistratliche Bewilligung zum Baue vou Holzlegen. Rameits der vereinigten Bau-uud RechtSseetivn beantragt Berichterstatter die Abweisung des Reeurses, weil Herr Bergant bei der ersten Augeuscheiusvoruahme seine Zustimmung zum projektierten Baue der Holzlegen erthe.ilt habe, später aber, als cs sich um die Unterschrift dcs Proto-kollcs handelte, seine zuerst abgegebene Erklärung widerrufen, die Unterschrift verweigert und einen Recurs an den Gemeiuderath aiigemeldct habe. Die vereinigten Sektionen müssen die bei der ersten Kommissionierung abgegebene Erklärnng des Herrn Bergant als maßgebend mischen, da dieselbe in Gegenwart der Kommissionsinitgljeder, der Herren Gemeiiideräthe Laßnik und Doberlet und der Herreu Magistratsbeamten Ingenieur Wagner und Stadt-koininissär Tonic abgegeben wurde, und die Mauer, au welche die Holzlegen angebaut werden sollen, vom Recurrcutcu nicht als gemeinschaftliche Mai,er bezeichnet wurde, daher auch im Sinne dcs Gesetzes kein Grund vorliege, die seitens dcs Magistrates bereits ertheilte Baubewilliguug zu widerrufen. GR. Regali ist »nt den Ausführungen des Berichterstatters nicht einverstanden und beantragt die Ablehnung des Antrags der beiden Sectione», beziehungsweise die Anordnung einer neuen Kommission unter Beiziehung zweier vom Recurrenten namhaft gemachten Sachverständigen zur Ausnahme eines Lokalbefundes. Den Anwürfen dcs GR. Regali gegenüber, welcher den Vorgang der Magistrat» liehe» Kommission einer abfälligen Kritik unterzieht, sieht sich GR. Dr. v. Schrei) veranlaßt, uainenS der beiden Sektionen gegen den Verdacht zu protestieren, als ob diese einem ungesetzlichen Vorgänge znstirnmen würden, und beantragt die Ablehnung des Antrages Regali. der nach wenigen Sekunden schon wieder im Sattel saß und mit freundlichem Lächeln für die bereitwillige Hilfe herzlich dankte. Die Schwester war ruhige Zuschauerin des Auftrittes geblieben, uud sie sagte jetzt wie zu ihrer Entschuldigung: Ich weiß, daß ich deine Gewandtheit unterschätzt hätte, wenn ich dir zuhilfe gekommen wäre. Durch diesen so glücklich verlaufenden Unfall war die Bekanntschaft plötzlich gemacht, und wie von selbst gruppierten sich jetzt die Paare anders. Arthur hielt sich au der Seite Magda's, während der junge Lieutenant neben Valesca hinritt uud ieine Augen von Zeit zu Zeit bewundernd auf einer schönen Nachbarin ruhen ließ, bereit keckes, risches Wesen ihn beinahe noch mehr bezauberte, als ihre noch immer ungewöhnliche Schönheit. Währettb Wellnau und Fräulein v. Müller bald in das lebhafteste Gespräch verstrickt waren, verhielt sich das voranreitende Paar weit stiller. Mägda zeigte die ganze Schüchternheit und Uit-beholfenheit eines siebzehnjährigen Mädchenherzens, und Arthur hütete sich wol, durch ein zu rasches Entgegenkommen die Kleine aus ihrer Sorglosigkeit auszuscheuchen. Er benahm sich äußerst zurückhaltend und ließ nur Hindurchschimmern, daß die junge Baroueß schon längst einen tiefen Eindruck auf ihn gemacht habe, und daß er sich unendlich glücklich schätze, an ihrer Seite dahinzureiten. Man plauderte von den glcichgiltigsien Dingen; Magda sprach offen ihre Bewunderung seiner Schwester aus, die so elegant und prächtig zu Pferde sitze, und konnte den Wunsch nicht unterdrücken, in der Reitkunst eine ähnliche Fertigkeit zu erlangen. Würden Sie mir verzeihen, wenn ich mir anmaßen wollte, Ihnen darüber einige Lehren und Anweisungen zu ertheilen? fragte Arthur, und seine etwas tiefliegenden, dunklen Augen ruhten dabei erwartungsvoll auf feiner Nachbarin. Im Gegentheil, Sie wurden mich zu tiefstem Dank verpflichten, entgegnete die junge Baroneß lebhaft, Cousin Wilhelm spottet wol darüber, daß ich nicht elegant genug zu Pferde sitze, aber wie ich das ändern soll, sägt er nicht. Sie müssen vor allen Dingen sorgloser werden und Ihrem Pferd trotzdem merken lassen, daß Sie die alleinige und unbedingte Herrin sind, erwiderte ihr Begleiter, und dann begann er ihr einige Handgriffe zu erklären und zu zeigen, wie l sie ihr Pferd leichter regieren könne. Magda be-' griff das alles rasch und war dafür sehr dankbar. Nun war es selbstverständlich, daß man jeden Tag gemeinschaftliche Ausflüge machte, die bis in die nächste Umgegend ausgedehnt, und daß dabei dieselbe Reihenfolge wie bet der ersten Begegnung innegehalten wurde. Wol wußten die beiden jungen Verwandten, daß sie für einander bestimmt waren, aber ihre Herzen hatten noch nicht gesprochen, und das Zusammentreffen mit dem Geschwisterpaar schien für beide verhängnisvoll zu werden. Wilhelm von Wellnau machte kein Hehl daraus, daß er von der immer noch blendenden Erscheinung Valesca's mächtig gefesselt wurde, und auch Magda überließ sich ganz dem Zauber, den die Gesellschaft Arthurs auf sie ausübte. Der junge v. Müller zeigte sich durchaus nicht geistreich, nicht einmal hochgebildet; er verstand auch nicht liebenswürdig zu plaudern, aber Magda bewunderte vor allem den guten, liebenden Sohn, der für seine Mutter wahrhaft schwärmte, und sie sagte sich, wer seiner Mutter so innig, fast leidenschaftlich ergeben sei, der müsse ein wahrhaft guter Mensch sein. (Fortsetzung folgt.) Nachdem sich über ausdrückliche Anfrage des Bürgermeisters Laschan niemand mehr zum Worte meldet, gibt derselbe ein Resume der Verhandlnngs-ergebnisse. Wie er aber zur Fixierung der Abstim-mungsfragen schreiten will, verlangt GR. Horak nochmals zum Gegenstände zu sprechen. Ohne sich weiter um die Bemerkung des Vorsitzenden zu küm-mern, daß die Debatte geschlossen sei und er daher niemandem mehr das Wort ertheilen könne, sähet GR. Horak fort, gegen die Ausführungen des Re-serenten GR. Dr. v. Schrey zu polemisieren, welche nach seiner Meinung mit dem gesunden Menschenverstand in Widerspruch stünden und welche gewiß anders lauten würden, wenn der Berichterstatter selbst Hausherr wäre. Der wiederholte Versuch des Vorsitzenden, dem Redner die Vorschriften der Geschäftsordnung gegenwärtig zu halten, wird vom GR. Horak mit der Drohung beantwortet, daß er für den Fall, als man ihm das Wort nicht ertheilen sollte, mit seinen Gesinnungsgenossen den Sitzungssaal verlassen müsse. Auf diese Drohung hin stellt GR. Snppan den Antrag auf strenge Handhabung der Geschäftsordnung, welchem Antrage Bürgermeister Laschau dadurch nachkommt, daß er dem GR. Horak das Wort entzieht. Die hierauf vorgenommene Abstimmung über den Antrag Rcgnli betreffs Anordnung einer neuerlichen Kommission wird mit 12 gegen 6 Stimmen (darunter die aller anwesenden nationalen Gemeinde« räthe) abgelehut. GR. Horak erhebt sich nun in größter Aufregung, indem er erklärt, daß die nationale Minorität stets die Sitzung verlassen werde, wenn GR. Snppan darin das entscheidende Wort führen sollte. Zugleich erheben sich die Gemeinderäthe Jnreie, Gotiic, Regali und Dr. Zarnik, um de» Saal zu verlassen. Noch an der Thüre wendet sich GR. Horak gegen die im Saale Zurückgebliebenen mit den Worten: „So lange die Liberalen herrschen, wird es immer so bleiben. Dr. Snppan und die Bureaukrateu mögen nun die Sache selbst ordnen." Die Mahnung des Bürgermeisters, den Saal mit Anstand zu verlassen, wird von den Abgeheuden nunmehr zum Theile gehört. Nachdem infolge dieser Secession die leider nur schwach besuchte Gemeinde« rathssitzung beschlußunfähig geworden war, Erklärt der Vorsitzende die Versammluug für geschlossen. — (Attentat auf einen Gendarmen.) Montag abends wurde ein Gendarm des Gendar-meriewachtposteus Brunndorf, als er aus dem Gasthause „zur Post" auf die Straße trat, von zwei Burschen überfallen, zu Boden geworfen und durch Messerstiche gefährlich verletzt. Dem Ueberfall war kein Wrrtwechfel, überhaupt gar nichts vorgegangen, was man als Grund des brutalen Attentats an-sehen könnte. Zu bemerken ist, daß die rasch sich sammelnden Zuschauer keine Miene machten, dem Uebersallenen Hilfe zu leisten, sondern vielmehr durch anfmuuterude Zurufe ihre Beistimmung zu dem verbrecherischen Gewaltacte zu verstehen gaben. Leider ist cs eben eine bedauerliche Thatsache, daß ein großer Theil unserer Landbevölkerung, namentlich aber der rauflustige jüngere Nachwuchs im Diener der öffentlichen Sicherheit seinen natürlichen Gegner erblickt, an dem er sich bei jeder Gelegenheit zu reiben sucht. Unsere Klerisei auf dem Lande würde gut thnn, ihre von Amtsgeschäften freie Zeit lieber zur Aufklärung dieses beklageuswertheu Jrrthums, als zu politischen Agitationen uud zu Hetzereien gegen die liberalen Nemökutarji zu verwerthen. — (Ein untersteierischer Rosza Snutz o r.) Am 17. Oktober 1878 ist der Sträfling Franz Gnsej von St. George» a. d. Südbahn dem Gefängnisse des Bezirksgerichtes Rohitsch entsprungen, ohne daß es bisher gelang, des gefährlichen Verbrechers habhaft zu werden. Streifungen weiß der verwegene Bursche, auf dessen Einlieferung das Kreisgericht Cilli wegen dringenden Verdachtes eines Mordes und eines Raubmordes eineu Preis von 50 fl. ausgeschrieben hat, vorsichtig aus dem Wege zu gehen. Doch hat man diesertage anläßlich einer St. Ruprecht, Gerichtsbezirk Tüffer, vorgenommeneu Streifung an mehreren Stellen im Walde Kleider, Schuhwerk, Lebensmittel uud andere Vorräthe auf« gefunden, welche von den Diebstählen Gusejs und seiner Genossen herrühren dürften. Gusej, dessen Einbringung im Interesse der öffentlichen Sicherheit dringendst wüuscheuswerth erscheint, ist vierzig Jahre alt, mittelgroß, stark, hat grane Augen, braune Haare, dunklen Schnurrbart und spricht nur slo-veuisch. * * Nassenfuß, 11. September. ( Münzeufuud.) In den vorgestrigen Nachniittagsstnnden hat Herr Johann (aalet, Abiturient, in Prikabcrg, 5 Minuten von Nasseusuß entfernt, knapp am Wege, über 4000 Stück alte Kupfermünzen l'/2 Schuh tief in der Erde in einem irdene» Topfe uud um den Topf zerstreut — aitfgefuitdeit. Der Topf war erweicht und zerfiel bei der Berührung. Auch fand man noch einzelne Bruchstücke von Töpfen vor, weshalb anzunehmen ist, daß die Münzen in mehreren irdenen Töpfen vergraben waren. Ihrem Ursprünge nach stammen die ziemlich gut erhaltenen Münzen von den Kaisern: Severus (193 bis 211), Gallilmus (260 bis 268), Claudius (268 bis 270), Aurcliauus (270 bis 275), Tacitus (275 bis 276) und Probus (276 bis 280). Die meisten Münzen rühren aus der Regierungszeit der Kaiser Aure-liauus und Probus her und wurden augenscheinlich zur Zeit des letztgenannten vergraben, da sich vom nachfolgenden Kaiser Divcletian keine Münzen darunter befinden. Herr Abiturient Sasel wird diese 1600 Jahre alten Münzen den Museen von Laibach, Rudolsswerth rc. zusenden. Eine Klafter von der erwähnten Fundstelle entfernt sind nach Regenwetter schon öfters derlei Münzen aufgefunden worden, weil das herabströmende Wasser das Erdreich abspülte und die Münzen dadurch au die Oberfläche kamen. Literarisches. Bibliotlieca juridica. Wien.Manz'sche k. k. Hof-Verlags- und Universitätsbuchhandlung 1879. Von diesem in Fachkreisen längst bekannten und gewürdigten Verzeichnisse des vorzüglichsten Werkes ans allen Zweigen der Rechts- und Staatswisseu-schasteu liegt nunmehr die sechste, sehr vermehrte uud bis zum Ende des Jahres 1878 ergänzte Auflage vor. Dasselbe enthält ziemlich alle irgend bedeutenden neueren literarischen Erscheinungen auf rechts- und staatswissenschaftlichem Gebiete mit genauen und verläßlichen Angaben des Verfassers, des Titels, der neuesten Auflage und des Preises. Ein vollständiges Materienregister erhöht noch die Brauchbarkeit des Werkes, das als ein cvmpendiöses, aber vollkommen ausreichendes Nachschlagebuch allen, die sich für die genannten Wissenszweige interessieren, behufs rascher Orientierung über die vorhandenen Publikationen gute Dienste leisten wird. (Wörterbuch für Kaufleute.) Im Verlage von Lehmann & Wetzel in Wien ist ein „Deutsch-italienisch und italienisch-deutsches Wörterbuch für Kaufleute und Verkehrsbeamte" von Johann Ulmaun erschienen, welches seiner Aufgabe gemäß nur solche Ausdrücke berücksichtigt, welche für den Verkehr von Wichtigkeit sind. Es enthält demnach ein vollständiges Warenverzeichnis und alle bei der Post, Eisenbahn, Telegraphie und Schiffahrt vorkommenden technischen Bezeichnungen in einer Vollständigkeit, welche das hübsch ausgestattete Buch zu einem willkommenen Rathgeber für Verkehrs beamte und kanfmäunifche Korrespondenten machen muß. (Der Wiener Bote, Illustrierter Kalender für Stadt- und Landleute/ Dieser beliebte, von Carl Elmar herausgegebene Kalender liegt nun für das Jahr 1880 im 11. Jahr gange vor uns. Neben einem vollständigen Kalen dariuin und den volksthümlichen Erzählungen: „Der Schnee" und „Wenzel in Bosnien", bringt auch dieser Jahrgang unter dem Titel „Von Jahr zu Jahr" eine Rück- und Rundschau über die wichtigsten Begebenheiten des ablaufenden Jahres. Eine Genealogie des Hauses Habsburg, ein alphabetisch geordnetes Verzeichnis der gebräuchlichsten Taufnamen mit Angabe des Namenstages und stimmt-liehet Jahrmärkte der Monarchie, Post- und Tele-grasentaris und Stempel-Gebühren-Seala vervollständigen den Inhalt dieses von der Waldheim'schen Verlagsbuchhandlung elegant ausgestatteten und mit vielen Illustrationen geschmückten Lehrbuches. .............V," " ' Witterung. Laibach, 13. September. Morgens Nebel, heiterer Tag, schwacher Ost. Wärmer morgens 7 Uhr + 64°, nachmittags 2 Uhr + 19 8° C. (1878 + 22'5“; 1877 + 22 4" 0.) Barometer im Fallen^ 735 96 Millimeter. Das gestrige Tagesmittel der Wärme + 11 7°, um 2'7° unter dem Normale. ..... - ■ ... .ni^- Angekommene Fremde am 12. September. Hotel Stadt Wien. Nenmeister, Kfm., München. — Dirn-böck Ottilie und Baron Myrbach, Präsident, Graz. — Ritter v. Breisky, Scetionsches; Wohlheim, Ingenieur; Biichler, Teppner, Kflte., und Nirk, Wien. — Uranik, Holzhändler, und Cleseavich, Fiume. — Globoknit, Ge-werksbesitzer, Eisnern. — Kämmerer, Professor, und' Hydias, Kfm., Triest. Hotel Elefant. Fritsch, Disponent, Wien. — Dr. ToS« eana, k. k. Regimentsarzt, Spiz. — Komljanee, Reli-gionslehrer, Gottschee. — Gorup, Slavina. Hotel Europa. Kabliglio, Kfm.; Candellari, Agent, und Korenkan, Finanzbeamter, Triest. — Schleyer, Hauptmann, Graz. Baierischer Hof. Gebin, Lehrer, Krainburg. — Cop Lehrer, Relfniz. ' Mohren. 9laSif, Kaufm, Kapellen. — Martinz, Privat, Graz. — Pichlerik und Martinz, Marburg. — Grab» lavitz, Treffen. — Pire, Unterkrain. — Paul, Schauspieler, Prag. *-[ Verstorbene. Den 10. September. Johann Snhadobnik, Tag-' löhner, 47 I., Polanastraße Rr. 29, Lungentuberculose. Wiener Börse vom 12. September. Allgemeine Staat«- @e(b fmuid. ! Papierrente 66 80 1 68 25 80’— 115'— 123'25 von Gendarmen und Grundbesitzern in der Gemeinde Mädchenhändler", „Die heimliche Ohrfeige", „Dr. Silberrente Boldreme.............. «taat«lo(e, 1854. . . „ 18(10 . . > 1860 zu 100 st. „ 1864. . . Crtindenlluflung»- •lligalionee. Galizien.............. Siebenbürgen . . . Temeser iBanat . . . Ungarn.............. Ändere öffentliche Anlegen. Donau-Regnl.-Lose Ung. Prämienanlehen wiener Anlehen . . . Aclien e. Honten. »reditanstalts.H.u.G. Nationalbanl.......... 126- 156'- Ware 66-90 68-35 80-10 115 25 123 75 127*— 156'50 92 75 86-40 85-50 87'25 108-50 98'75 112 75 257-50 flelien ». üranipotl UnternefiiminQcn. »lsöld-Bahn.......... Donau-Dampfschiff. Slisabeth-Westbahn . FerdinandS-Nordb. > tzran,-Joseph-Bahn . Aaliz. «arl-Lndwigb Lemberg»ttzerooieig -Lloyd-Gesellschaft . > 93-85 87 86 88- 109'— 99'— 113— 256'75 821' Nordwestbabn . . . RudolsS-Bahn . . . StaatSbahn .... Südbahn............. Ung. Nordostbahn . Pfandbriefe. Bodenkreditanstalt in Gold........... in öfterr. Währ. . Nationalbank.... Ungar. Bodenkredit» Prioriläls-®blig. Elisabethbah», l.ffim. Ferd.-Nordb. i.Eilbei Aranz-Joseph-Vahn. Galiz.K-Ludwigb, I.E. Oest. Nordwest-Bahn Siebenbürger Bah» StaatSbahn,!. Em. Südbahn & 3 Perz. n *6 „ . Privatkose. Kreditlose.......... rttudolfslose .... Geld 125-50 132-50 269 75 80-50 126 — 116 25 100-25 101-65 99-50 War«, 126— 133— 270 — 81-— 126-50 U060 100-50 101-76 99-75 96' 104-75 95-80 103-25 96-50 72 — 169 — 121 75 103 25 134— 134 50 576 — 577 — 170 — 170-50 2215 1 2220 144 50 145-283*50 284*— 136—1136*50 576-- 577' Uonbon Devisen. Gekäsorten. Dukaten........... 20 Franc- . . . . LOO b. Reichsmark Silber............ 96-25 105— 96— 103.75 96 75 72 25 169-50 122— 10350 169 75 18-50 117-80 170— 19— 11790 5-62 5 60 9-34 9 35 57 80 157 86 100 — ICO — Telegrafischer Kursbericht am 13. September. Papier-Rente 67 40. — Silber-Rente 63 80. - Gold-Rente 8115. — 1860er Staats-Anlehen 123 50. — Bank» actien 819. — Kreditactien 258 25. — London 117 70. — Silber —. — K. k. Münzdnkaten 5 58. — 20-Francs-Stücke 9-33'/». - 100 Reichsmark 57 70. Gedenktafel über die am 16. Seplemb er 1 8 7 9 stattfindeuden Licitationen. 3. Feilb., Zakrajsek'sche Real., Glina, 53®. Sans. — 3. Fcilb., Kastele'sche Real., Kaltlaken, BG. Treffen. -3. Fcilb., Ponikvar'sche Real., Hcrblane, BG. Laas. — 1. Fcilb., Stopar'sche Real., Seebach, BG. Krainburg. — — 3. Fcilb., LcnaiM'sche Rcal., Nadajncselo, BG. Adelsberg. — 3. Fcilb., Cu^ck'sche Real., Untcrkoschana, BG. Adclsbcrg. — 3. Fcil^, Kodela'sche Real., Bndanje, BG. Wippach. - 3. Fcilb., Sabec'sche Real., Sevce, BG. Adelsberg. — 3. Fcilb., Zelhar'sche Real., Smerjc, BG. Fcistriz. — 3. Fcilb., TonM'schc Rcal., Grafenbrunn, BG. Feistriz. — 3. Feilb, Pcnko'M Rcal., Parje, BG. Fcistriz. — 1. Feilb., Batista'schc Rcal., Klcinbnkowiz, BG. Fcistriz. — 3. Feilb., Mcrsnik'schc Rcal., Smcrje, BG. Fcistriz. — 3. Fcilb., Kaluza'sche Rcal., Grascnbrnnn, BG. Fcistriz. T 1- Feilb., Ccligoj'schc Real., Parje, BG. Fcistriz. — 1. Fcilb., Skcrl'schc Real., Grasenbrnnn, BG. Fcistriz. — 3. Fcilb., Anein sche Real., Derskovic. BG. Feistriz. — 3. Feilb., Nemc'sche Rcal., Bitinje, BG. Feistriz. — 3. Feilb., Sedmak'schc Real., Podtabor, BG. Feistriz. — 3. Feilb., Stefail^iS'sche Real., Jablaniz, BG. Fcistriz. -- 3. Feilb., Rupert'sche Real., Brnnndors, BG. Laibach. — 1. Feilb., Fränkische Real, Gele, BG. Fcistriz. — Rclic. Meseßnel-scher Real, ad Wippach, BG. Wippach. Eine Loge im Laibacher Theater wird zu verkaufe» gesucht. Dieselbe ist im I. Rany, in angenehmer Entfernung von der Bühne. Darauf aspirierende Käufer mögen sich direkt mit dem Eigentümer der Loge in das Einvernehmen setzen, dessen Name und Adresse in der Expedition dieses Blattes zu erfrage,, ist. (425) 3--1 Für die Theatcrfaifon 1879/80 ist dic (420) 2 \ uiul \ löge Nr. IS zu vergeben und anzufragen Congreßplatz Nr. 13, I. Stock. Avis. Der ergebenst Gefertigte erlaubt sich, zur allgemeinen Kenntnis zu bringe», daß er am Sonntag dcn 14. September I. I. de» neuen Tai3.zk-u.rs eröffnet. Auch wird aus Verlangen in Privathauscrn Unterricht ertheilt. Laibach, Florianigasic Nr. 32. Cajetan XDoix, Tanzlehrer. (428) 8—1 Zu gründlichem Klavierunterricht nach Bwwa.’s bestbewährter Lehrmethode sowie zu vierhändigem Uebungsspiel mit Damen empfiehlt sich Emilie Zetinovich, (427) Congreßplatz Nr. 3. Kleinmayr & Bambergs Ul Bei OTdl l Unter der Trantsche Nr. 2: Großes Lager aller Schul-, Schreib- & Ieichilenmaterililiell, Kureau- nnd (Komptoirrequifitcn. Bleistifte, Briefpapier, Kanzlei-, Couccpt-, Minister-, Filtrier- und Scidcnpapier, Bouquet- und Tortcnpapier, Maroquin-, Moire-, Marmor- und Blumenpapier, Car-tonpapier, Couverts, Canson-Copierpapier, Crayons- und Miucn-Einschrcibbücher, Notiz- »nd Copierbücher, Wäfch-u»d Wirthschastsbiicher, Falzbeine, Farben, Faullenzer, Federbüchse», Federhalter. Federkästchen, Glanzspäne, Glas-, Gold- »nd Silberpapier, Gratnlationskarten, Griffel, Gummi, Gummitabletten, Gummibänder, Heftklammern, Heftnägel, Klappenfedern, Kreide, Lampenschirme, Lederwischer, Lineale, Löschpapier, Löschrollc», Luxnsbricspapicr, Mappen, Metall-klammer», Meterlitteale, Mundleim, Naturgnmiui, Noten-papier, Notizblocks, Oblaten, Packlack, Packpapier, Paus-leinwand, Pauspapier, Rechuentaseln. Reihbretter, Reitz-schicncn, Reißzeuge, Rollenzeichnenpapier, Schreibtheken, Schultaschen, Siegellack, Stahlschrcibfedern, Stempelfarbe, Stnndcneintlieiluttgen, Tasclkrcidc, Taschenschrcibzengc, Tusche, Tufchfchalcn, Wachspapicr. Zeichnenblocks, Zeichnen-Hefte k. re. (411) 7—4 U. Sdwjfor’s ISiAandfung sind fämmtliche, in allen höheren Lehranstalte» eingefiihrte» Schulbücher vorräthig. Dieselbe empfiehlt sich zur geneigten Abnahme bestens. (418) 3-2 Kaibach, Nathausplatz Hr. 9. Halbgeselchte prima Kramer Dürfte. Von heute a» find selbe täglich und vom 15. September l. I. jeden Mittwoch nnd Samstag auch Brat-■w-vä-rste zn haben. Auswärtige Bestellungen werden prompt cffectuiert. (403) 3—3 Carl Urbas, Laibach, PeterSstraße Nr. 39 neu. Korrgrreßpl'ah Wrr. 2, • hält vollständiges Lager siimmtlicher in den hiesigen Lehranstalten, insbesondere der k. k. Ober-Realschule, dem Ober-Gymnasium und den Lehrer- nnd Lehrcrinnen-Bildniigsanftalten, wie den Privatinstituten eingefiihrte» MutGudk inneuesteu Auflagen, geheftet und in dauerhaften Schuld rinbänden, und empfiehlt dieselben zu billigsten Preisen. Die Verzeichnisse der eingcführtcn Lehrbücher werden gratis verabfolgt. 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