Lmbllcher Mtung. Nr 3^. P ran« m^rationsp vcis: Im <5>.'!!!ptoll gau,,j. fi. Il, hol!'', N. s,.5,0. Fllr die Ziistel^üNss ins Hau» haldj. 5« l, 'Fill dci Post ^a>nj. sl. l5,, I'albj. ft. 7.5>0, Donnerstag, 16. Februar ^«sertionSgebühr bl« 10 Zeilen: imal uulr., xm. «U li., «m. > st.; sonst pr. Zeilc lm. «:lr., iim.»lr.. !j«i. 1U lr. il. s. >v. Inscvtionestompel jcbcsm. sc>tr. l87i. 'Aintlichcr Tbeil. eVe. l, »nid k. Apostolische Majestät hade» die nachstehenden Allerhöchsten Handschreiben allcrgnädigst zu er« lassen geruht: lieber Graf Neust! Ueder Ihrcn Antrag gestatte Ich ausnahmsweise, daß die für dcn 24. November v. I. nach Pcsl cinbe rufene Delegation des Rcichsrathes zur Schlußsitzung in Wien zusammentrete. Wien. dm 10. Februar 187,1. ^ran) Joseph in. ^>. Beust w. p. Licbcr Graf Hohen wart! Ich scyc Sic in Kenntniß, daß Ich mit Meinem in Adschrift beigeschlossenen Handschreiben von, heutigen Tage ausnahmsweise den Zusammentritt der für den 24. November u. I. nach Pest einberufenen Delegation des Neichsrathcs zu einer Schlußsitzung in Wien gestattet habe. Wien, 5en 10, Februar 1871. /rau) Josi-pl) in. p. Holicnwart m. ,». Lieber Graf Andrässy! Ich setze Sie iu Kenntniß, daß Ich mit Meinem ln Abschrift beigeschlossenen Handschreiben vom heutigen ^age auöl^hmsweise den Zusammentritt der für den ^4, 9iovciübcr u. I, nach Pest einberufenen Delegation .^ Reichs lathes zu eincr Schlußsitzung in Wien gc-'l^t habe. Wien, den 10. Februar 1871. Franz Joseph in. p. Andrnssy m. p. Nichtalntlicher Theil. stimmn dcr Prcffc übrr das ncuc Ministerium. Wien, 13. Februar. Die „Wr. Abdpst." schreibt: Unserer publicistischcu Gepflogenheit treu bleibend, gehen wir heute daran, den Kimmen, welchcn wir in der in- und ausländischen Pivsfe über die Neubildung des Ministeriums begegnen, an dieser Stelle Naum zu aeben. Wenn andere Organe es für vorlhcilhaft halten, jcdes Ministerium auzugreifen. rechnen wir es uns zur Ehre, jedes Cabinet, das durch da^ Verträum der Krone zur Leitung der Staalögeschäftc berufen wird, zu vertreten und zu unterstützen. Wir können nicht ohne Befriedigung hervorheben, daß die österreichische Provinpresse so wie eine Reihe hervorragender Journale deS Auslandes sich in der Beurtheilung des Ministeriums uuf einen weit objectiveren, daher ruhigeren Standftunll stclltc, als dicS bei der Mehrzahl der Wiener Organe dcr Fall war. Einen Schluß auf den Einfluß dcr Letzteren außerhalb dcr Bannmeile der Residenz ziehen wir nicht, wohl aber können wir bereits eine R^ihc spontaner Kundgebungen verzeichnen, welche im diamctralm Gegensatze zur Hallung der Wiener Organe stchcn. Wenden wir nnseren Blick dcr denlschen Provinz-presst zu, so begegnen wir da in der Mrhr^ahl der hervorragenderen und selbständig urtheilenden Organe jener politischen Reserve, die ihr Uilhcil nicht Namen, sondern Thaten anpassen will. So verhehlt sich die „Bohemia" nicht, daß die neue» NegicrungSmänncr sich zu einem schweren Stück Arbeit herbeigelassen haben; man dürfe dcn Muth bewundern, mit dem sie die Aufgabe übernehmen, die ihrer harre. Die „Rcichcnbergcr Zeitung" wünfchl dcm Ministerium die besten Erfolge, während der „Mährisch!.' Correspondent" conslatircn zu müssen glaubt, daß im aUgemcincn sich das neue Cabinet nicht so schlecht anlasse, als cö die Wiener Journale darstellen oder darstellen wollen. Die „Triester Ztg." betont, cö erfordere dic Billigkeit, daß man dem Ministerium i'uiro M)' gcstatlc und dessen Thatsachen abwarte. Auch der „TageSbotc aus Böhmen," welcher gleich seinem Zwillingsbrudcr in Mähren dcr Zukunft mit großem Mißtrauen entgegensteht, besorgt dennoch nicht eine Alte-rirung dcr Verfassung; dafür binae der Ausgleich mit Ungarn. Nicht unzutreffend erinnert cin Grazer Blatt an dcn gleich pessimistischen Empfang, den man seinerzeit dem Grafen Potocki bercilctc und d:r sich gegenwärtig fast im Wortlaute dcr ciüzclucn Angriffe und Verdächtigungen wiederhole. Das jctzige Cabinet babe auf einen kühlen Empfang gefaßt scin müfscn, allein Niemand tonnte erwarten, daß die Pmteilcidcnschaft allc Grenzen übcr-fchrcitcn wcrde. I» scharfem Tone wendet sich auch die unacn'ischc Prcssc gegen dic ..Kritik", wie sic in Wien an den Namcn dcr ueucu Herren Minister gcübt wurde. Der „Pcstcr Lloyd" ncnnt diese Art Kritik weder poli tisch noch würdig, „Mit solchen Glossen, die einen Na- men zum Ausgangspunkte haben, gewinnt dic specielle politische Kritik einen persönlich gehässigen Charakter und bringt sick selbst um ihre Wirkung." In ähnlicher, nur viel vehementerer Weise erheben sämmtliche polnischen, ruthenischen und czechischcn Blätter ihre Stimme gcgcn die Art nnd den Ton der Polemik, dic in den Wiener Journalen geführt wird. Die polnischen Blätter nchmen dcn corrcclcsten Standpnnkt ein, indem sie in aller Ruhe erklären, erst die Handlungen des Ministeriums Hohcnwart abzuwarten und dann erst ihr Urthcil ab;ugcbcn. In dcr auswärtigen Presse begegnen wir zunächst einem Artikel dcr „Spmcr'schcn Zeitung", dcr unter dcr Ueberschrift: „Wie man im deutschen Oesterreich ein neues Ministerium aufnimmt" seinem scharfen Tadel üdcr die persönlichen Ausfälle dcr Wiener Presst gcgeu daS Cabinet Ausdruck gibt und der so viele zutreffende Bemerkungen enthält, daß wir bei ihm länger verweilen wollen. Dcr Artikel der „Spener'schen Zeitung" wendct sich speciell gegen cin großes Wiener Blatt, das selbst vor kaum 14 Tagcn die persönliche Kritik und politische Impictät in einschncidcndster Weise verdammt hatte und fährt dann fort: „Da präscnlirt sich mit einem streng verfassungsmäßigen, staatscinheitlichcn. abcr versöhnlichen Programm, genug mit einem Programm, wie es in dem westlichen Theile Oesterreichs jctzt allcin möglich ist, dazu mit einem rccht geschickt geschriebeneu Programm ein ganz neues Ministerinn,, dessen Mitglieder parlamentarisch noch ganz unverbraucht sind. dein man also frühere Sünden nicht vorhalten kann. Und waS thut die ganze freisinnige P'.csfc Wiens? Sic empfängt die ueucn Männer mit dcm ausgelassensten, boshaftesten Hohn uud Lpott, mit dcn leichtsinnigsten Verdächtigungen wegcn Ultramuntanismus, CzcchiemuS, geuug mit Allem, was den leichtlebigen Wiener sofort mit dcr tiefsten Aversion^ gcgen dicse Persönlichkeiten erfüllen muß. Das schrecklichste Vcrbrcchcn aber, was diese Minister schon, indem sie ernannt wurden, bedingen, war, daß die Wiener Zeitungen bei ihrcn täglich sich widcrsprechenden Combinationen gar nicht an sie „cdacht halten, daß die Zeitungsmänner also völlig überrascht wordcu sind. Wir wissen nichts NähercS von den Männern, die der Wiener Liberalismus so spöttisch und boshaft begrüßt, und wir habcn wenig Vertrauen zu dcr eben darum ganz tendenziösen Charakteristik ihrer Personalien, die man in diesen Wiener Blättern findet. . . . Bei der Bildung des Ministeriums hat den Kaiser offenbar die Absicht geleitet. Männer um sich zu versammeln, die den ratio« nalcn und politischen Gegensätzen gegenüber frei wären von jcdcr ausschließenden Partcirichtung. versöhnlich gegen 'll'llllsl'lml. Das Pfarrhaus von Nöddeko. "n aus dem Landleben in Dänemark. (Fortschuug.) lv^ ""r nahmen beim Souper die nämlichen Plätze ein, blca m? ^ner, mit der einzigen Ausnahme, daß An» t>e>n 2>s ala.al'cthe zu meinem größten .Kummer hinter lnir '1/^ssel saß und dicsc einfältige kupferne Maschine das Y< ^d^ Antlitz vollständig verbarg und mir nur z» .^"suügen übrig ließ, zuweilen ihre heitere Stimme Eie v""' ' llulaus. sagte der Pastor zu mir, hadcn Mu Winter häufig Tan;localc besucht? —"' '"""er 'Wn wahren Namcn geben muß. Su ^ ?" niemals besser scheincn wollen, als wir sind. einen ^ ""' zum Beispiel, am N'cujahrSlage hier ^«n; lieben zum Aergerniß der gauzen Pfarre. sehr e^tau t'' ^ '"'^ ^" ^°^ ^^ ^'" " ^'^^' '^ 9"t v?rs^.'? ^"^ "'^^ ^sagt. daß Nikolaus mich rccht 'lrnl Seht. seine Augen leuchten wie zwei Sterne. Ja Nikolaus, cö ist nur zu wahr, wir werden hicr cine Soir^c daxsantc habcn, zu meinem größtcu Kummer und zur lebhaftesten ssreudc Andrca Htargnrc-theuS, die bei dieser Angelegenheit dic einzige Schuldtra-gcndc ist. Sie hat Alles aogcordnct und Sic lönncn nu» selbst urlhcili'n, wic schr ich Rccht hattc, als ich sagtc. daß sie das Haus rcgicrl und daß ich genöthigt bin, ihrcn Befehlen zu gehorchen. Dcr Altc nahm es aus sich. Andrca Margarethe zu vertheidigen, indem er versicherte, daß dcr Tanz cin schr unschuldiges Vergnügen sci. Wirtlich? Auch Du, mcin Sohn Brutus ? rief dcr Pastor aus. Ach! ich schc eo wohl. daß ich. wcnu ich nicht meine Einwilligung gegcbcn hätte, vierzehn Tage tcincn Augenblick dcr Rnhc gchM hätte; wir Männer sind so schwach, besonders wcnn wir cmc Tochter wic Andrea Margarethc hal'cü. In lncincm EntMcii konotc ich kcium mciucn Thcc trintcu. Mit Emmy und Andrca Margarcthc t^n^ zcn. wclchcS Glück! Nun, an was dcnken öie denn? sagtc der Pastor ;u mir. Sie scheu so zcrslrcut aus, als ob Sie an Ihrc Verlobung dächten. Warum sprichst Du von diesen Dingen mit dcm Kinde? sagte seine Frau; Du setzest ihm nur Thorheiten in dcn 5topf. Habe ich ihm gcfagt. daß cr es thun sollc? ricf dcr Pastor auS. Christoph und stricdrich sind meiuc Zeugen, daß ich sie sclbsl ohnc Uotcrlaß warne, sich zu bindcn. Habe ich ihnen nicht gesagt, sich an mir cin abschreckendes Bclspiel zu nchmcn, au mir, dcr ich eine Frau und zwei Töchter habe, linfach nur deshalb, weil ich einmal in meinem Leben dic Unllugheit begangen habe, mich zu verloben? Habe ich ihncn nicht zum Ucbcrdrnß wiederholt: Eßt, meine Jungen, aber nich' im Uebermaß; seid verliebt, wcuu es Euch so gefällt aber bindet Euch nicht? Und da Du beständig übcr diesen Gegenstand sprichst, so werden sie sich um so cher binden. Du hattcst nicht dcu geringsten Grund, Nikolaus solche Idecn in dcn Kopf zu sctzen. Mit Nikolaus ist es etwas ganz anderes, erwiderte dcr Pastor. Ein junger Mann. der ein Attentat auf mich macht uud Cigarren raucht anstatt drr Pfeife, kann »ur durch eine Verlobung gerettet werden. Kommen Sie, Nikolaus, scheu Sie da unten Andrca Margarethe! ich rathe Ihncn, sie zu nchmen, sie ist gerade die Frau. dic Sie brauchen; da Sie überdem die Ceremonie der Trauung gratis erhalten, so ist das umso-mchr eiu Gcwinn. Glücklicherweise hatte Christoph mich uuaufhörlich ermähnt, gcgen jede Uuklughcit auf meiner Hut zu scin, uud mir in dcn stärksten Ausdrücken wiederholt, das größte Unglück, das einem jungen Manne begegnen könne, wärc. sich während dcr Studienzeit zu verloben; sonst hätte ich mich gcwiß in demselben Augenblicke gc« bunden. Der Pastor plauderte noch cine Stunde mit uns. dann wünschte cr uns cinc gutc Nacht, die Hoffnung aussprechcnd, daß cr uns am folgenden Morgen um 7 Uhr wiedersehen werde. Ich glaubte nun, daß Alle sich gleichzeitig zurückwichen wiirdcn. aber Andrea Margarethe versicherte mich, daß das gar nicht nothwendig sci, und daß, da dic Schlalstubc ihres Vaters durch zwei Zimmer vom Salon getrennt sei. wir noch eine stunde zusammcublciben könnten, wenn wir uns nur dcS lautcu Redens und DiScutmns cuthielten. Es ver< stcht sich von selbst, daß wir es geru versprachen, und 272 Verlrrungen. die der Vergangenheit angehöre», b dacht auf freiheitliche Entwicklung und Versöhnliche»! »ack innen und c>uf gleichmäßige intensive Pflege der allen Bolksstämmen gemeinsamen bürgerlichen Interessen. So wenigstens sagt da« Programm, das zugleich die Ini« tiative verspricht, um den Ländern jede mit der Reiche einheit vcreinbarliche Erweiterung der GiselMbungs-und Verwaltungsautonomie zuzuwenden. Schcn w r, was diese neucn Männer leisten; eS wäre ja schu!, s.hi, viel, wenn es ihnen gelänge, ein leidliches Verhä'lniß unter den Nationalitäten und einen friedlichen Fort' schritt in Eisleilhanicn herzustellen. Bei den ficund' schaftlichen Verhältnissen Deutschlands zu Oeslencich würden wir jeden Schritt in der Verwirklich»»,^ des schr^ lobcnSwerlhcn RegierungsprogrammS mit Finden begrüßen." Die „Nordd. Allg. Ztg." vermag den Grund zu der so großen, selbst in Wiener Journalen seltenen Ani-mosiläl gegen die neue Regierung gar nicht einzusehen. ..Jedenfalls sind die Argumente" sagt das Bloll ..welche sich in den Wiener Blättern geqcn das Hii»i> slerium Hohcnwart finden, bloße Sclicingründc, d.nlllis berechnet, die Viasse gegen das Cabinet einzuinliinen, um dann, gestützt auf die so fabricirtc öffentliche Meinung, einen sachlicheren Feldzug gegen dasselbe einleiten zu können." Die „Äiordd. Mg. Ztg." glaubt säst. „alö ob man von den neuen Ministern fürchten würde, dieselben könnten am Ende die in ihrem Programm angesprochenen Absichten in der That verwirklichen und die angeblich seit zehn Jahren erstrebte, abcr nie erzielte Betheiligung aller Siämme Oesterreichs an der Verfassung fattiscb in Scene setzen." Wir behalten es uns vor. auch serneien vorurlheils freien Slimrnen der in» und ausländischen Prcsse Raum zu geben, um hiedurch einerseilS unserer pnblicistisäicn Stellung zu genügen, andererseits aber auch jemn Wünschen gerne zu entspreche», die in verschiedenen Rcsiden;-organen diesbezüglich an uns hcrangctieten sind. tlaibach, 15). Februnr. Die „W. Abdpst." schreibt: It> mehreren Wiener Journalen wirb seil einigen Tagen eine eigene Gattung Romanliteratur cultivirt. Wir verstehen darunter jene phantastisch gehaltenen Darstellungen, welche die Journale ihren Lesern über die ..Entstehungsgeschichlc' des neuen Ministeriums, über dessen vermeintliche Absichten Über bevorstehende Verfügungen u. s. lv. zu bieten wisse». Indem wir die Leichtfertigkeit, mit der ernste staatliche Angelegenheiten behandelt wcidcn. lief bedauern, müssen wir zugleich darauf verzichten, jeder irrlhümlichen Erzählung entgegenzutreten, welche eine geschäftige, osl auch böswillige Einbildungskraft zu Tage fördert. Wir bc< jänänkcn uns daher daiauf, alle die vcrschicdenc» Ge-»üchlc nnd Enthüllungen der letzten Tage in das Ncich! phanlüsicrcicher Erfindungen zu verweisen und das Pu-blicum. insoscrnc dies nach den gemachten Eifahvlim^n überhaupt noch nothwendig sein sollte, erneut 5» nsn ! cden, sich durch solche Sensationsnachrichten i» scincm lU theile nicht beirren zu lossen. Unter der Ueberschrifl .. D a S neue M i » , s! c -lium und die Wienrr Presse" beleuchtet taS! ..Präger Abendblatt" die Haltung cincö großen Theiles' t>.r österreichischen Prcsse, indem es zugleich sein Bc^ dauern ausdrückt, daß durch den angeschlagenen leiden-schastlichen Ton 00U personlic! n Salbung der Annahme, als handle cs sich dabei »ich! um Principien und höhere politische Zwecke, sondern um bloße Förderung person' licher und privater Interessen, ein gewisser Schein von Bciechtigung verliehen wird, „Das Programm des neuen Ministeriums," sagt »nter Anderem das Prager Blatt, „spricht llar und dclnü'ch von der Festhaltung am verfassungsmäßigen Recht^oden und was die Männer der gegenwärtigen Rcgil: ,i,g während der kurven Zcit ihrer Amtsführung bishcr gethan: die Erwirlung einer umfassenden Amnestie die sofortige ZusainineN' berufung des Neicksrathes. endlich die Ausschreibung oilccler Neuwahlen für den Ncichsralh aus der Gruppe des böhmischen (Großgrundbesitzes - - ist wahrlich nicht darnach angethan, Befürchtungen wegen etwaiger Be< drohung der Verfassung wach^nrufcn. Wol>cr tommt es i also, daß ein Theil dcr Wiener Prcsse sich nicht über daa Viinisterium, sondern über die einzelnen Persöü-lichkcilcn desselben, ja über deren bloße Namen in Ergüssen gefällt, die man allenfalls eincm vcrtommencn BänlelfängeNhnln, aber keineswegs einer honncllcn Ionr' naliftit zngutehallen da,f? ^.s sei feine von uns, für das neue Ministerium schon jetzt Vertrauen reclamiren zu wollen, denn Vertragn mnß erst durch TlMen vcr» dient werden; waS man alur billigerweise verlangen darf. das ist, daß dic lonaügebrnden Wieüer Journale nicht heute in jene Fehler verfallcn. wclche sie flüher an der oppositionellen Ioiirnalistll nicht genu^z zu rügen wußten. WaS dem Elnen recht ist, muß dein Änderen billig sein. und wenn man es höchst vercammeuswerlh fand, daß z. B. die „Politik" odcr der „Poliot" dic Heiren Dr. Gislra, Herbst, Banhans u. A. persönlich angrissen und ihre Namen zu allerlei höhnisch?» Bemerkungen mißbrauchten, so sollte man cö wohl nun selber vermeiden, den neuen Mmistern gegenüber eine ähnliche Procedur einzuschlagen. Es verlangt dies nicht blos die Rücksicht aus die einfaclmci, Gcliolc dcr Schicklichkcit. sondern auch die Klugheit, dcnn eine Opposition, die sich in Ermanglung sachlicher Obj.-clc auf Persönlichkeiten wirft, entricht sich hiednrch gleich uo» vornherein dcn Boden und stellt ihic Sache, sie mag sonst dic bcstc sein, nur i» das allcrschicsstc Licht." In ähnlicher Wcisc sprechen sich die ..Linzcr Zeitung" und die „Blün-ner Zeitung" a»s. In dcr gestrigen Pcslcr U n le r h a u s s i tz u n g richtete Hetsy an den Ministerprüsidenlen folgende Interpellation und bat um dcrc» sofortige Beantwortung: ..In Anbetracht dcr v^sassunqöfcindlichcn Alt, i» dcr jmscitS der ^citha diü Mlnistcrelnelniungen erfolgten, und jener ebenfalls niä.t versussnngSmäßigen Wcisc, in der bei nnS das Eiillus-Pollcfcuillc vcrgcbcn wurde; in Anbetracht dco Programms endlich, welches dcr Minister dcS Inner» in scincr ^artci vortrug und welches lb.nfalls zu vielen Besorgnissen Anlaß geben muß; in Anbetracht, daß alle dicsc Erscheinungen gerechte Bcsoigniß bezüglich der nächste« Zukunft ciwccken müfscn, crsuchc ich den Herrn Ministerpräsidenten, er möge dem Hause über die Lagc, vorzüglich aber über die bczeich-nclcn Punkte. Aufklärung ertheilen." Der Ministerpräsident war nicht anwesend. Die Inlcipcllation wird ihm nach scincr Ankunft sofort zugestellt werden. Das Abendblatt dcr „Grazer Ztg." veröffentlicht ein Circular des Minister - Präsidenten Grafen Hohenwart an die Landcs ChcfS. DaSfclbc betont dic Fernhaltung von den Parteigetrieben. eine wahlhaft freisinnige Politik, die strenge Durchführung der Gesetze und die Wahrung der Gesetzes-Aulorität. Im deutschen Hauptquartier wirb mit großer Zuversicht der nahe Friedensschluß cr< wartet. Berliner Nachrichten zufolge hat Graf Bismarck dcn Repräfentantcn Deutschlands im Auslande eine vertrauliche Depesche zugefertigt, durch welche er die Regie« rung von den Friedensbedingungen in Kennt-niß setzt. Die zu annectircnden französische» Gebiets theile si)!Icn schuldenfrei an Deutschland übergehen, waS sclbstvcrständlich die Kricgsloslcn-Entschädigung erheblich vermindert. Ucberhaupt scheine» — und das ist scln löblich alle exorbitanten Geldcmsprüche falle!! gelas sen, und so dürfte dem Zust^ndclolumcn des Friedens cm ernstliches Hinderniß wohl nicht mchr im Wcyc slchen. Mit dcr Lnndabtrctung >in Principe hat sich der bcsonnencrc Tt>il ?cr französischen Bcuölkcrnng seit dcr Waffenstillstands - Eonvenlion schon vertraut gemacht -einige Schwicrigleilen tonnten höchslcus nur noch Detail-siagcn bcieilc». ^iach Vcrsailler Berichten fand General Ehanzy bei scinel' Dnrchrcisc nach Paris scitcnö des preußische!! Militärs die zuvorloinincndstc Aufnahm.', Dcr Platzmajln Tir^lom gvlcitcle ihn nach Paris. Es war dies der erftc pl'cußisckc Officicr in voller Uniform, d?r in die Stadt l>!!iclN!i!"g, Ei' stieq im Krit-ginniniswimn ab. Es isi jctzt fcsll'.m.'llt, daß am 19. Jänncr di? Fianzosr» ai:s Trockn säwsfcn und dessen Adjutanten vcrwundclcn, Fü' vre s Entschluß, zu capituliren. war schon am 15>. Iüi^ i,cr (also vor dem verunglückten Ausfalle) gefaßt. Dic Nachricht ocm Gambclla's heftiger Eikrantung bcstä< ligt sich. Im englischen Untcrhause erwiderte al.i eine Intclpellalion Denison'S Gladstone, dic Regierung wisse i^clüs davon, daß dic dcutsän'n Älilitärbchürdci' die Vcipolnantirung erschwerte», Aus eine Intcrpella tiun Heibcil's erwiderte Gladstonc: I'ie britische Rc-gicrnng habe am 20. Iä'nncr der deutschen Ncgicrung die Ersprießlichkeit angedeutet, dic beabsichtigte» Frieden? dcdingungcn mitzutheilen, - DaS Unterhaus bcwillilNc einstimmig dic Hochzcitsaussteuer für die Prinzessin Louisc. DaS Oberhaus beschloß eine hierauf bezügliche Loya> litütsadrcssc. Die allgemcinc Wehrpfiicht wird jetzt auch in Schweden eingeführt. Dcr betreffende Gesetzentwurf liegt gegenwärtig dem Reichstage vor und proponi'l Militärpflichtigkcit jcdcs waffenfähigen Schweden vow W. bis zum 40. Jahre. Aus der sranMschcn Nalionalvrrlammluug Bordeauz-, 13. Fcbrual'. I>, dcr heutigen 3i^ ;>ing der Nationalversammlung lütidigtc dcr Präsideül an. die Kammer werde sich wic im Iahrc I849 in fünf' zehn Bureaux constituircu. Die Verification der Wabl wird erfolgen, sobald die Umstände cs gestalten. Der Präsident verlas ein Schrcibc» Garibaldi's worin er auf das von mehreren Provinzen cilhcillc Mandat vcr» zichtet. Favre legt Namens scincr Regicnmgscollegcn die Vollmachten nieder und ersucht nin ncnc. Icgitime Voll» machten; cr kündigt an, daß scinc Eullcgc» bis zur Const ilnirung der ncucn Regierung auf ihren Posten bleiben werden, und verlangt dic Erlaubniß, auf seinen so zog denn auch die Frau des Pastors sich zurück, nachdem sie uns anempfohlen hatte, nur kein Geränsch ^l machen. Da ich an nichts anderes als den nächslcn Ball denken konnte, fo näherte ich mich Andrea Margarcihe, die ebenso sehr davon in Anspruch genommen war. Sie lünncn sich vorstellen, daß ich eine» l,arten Kampf zu bestehen hattc. ehe ich die Erlaubniß crhiclt. sagte sie zu mir, und wic gewöhnlich mußte ich allein kämpfen, denn Emmy wagt es nie, dem Willen des Paters Widerstand zu leisten. Er hattc seine Gründe, so lange zu widerstrcbcn. antwortete Emmy; Du weiht wohl, daß es in der Pfarre Personen gibt. die stets bereit sind, Papa anzufeinden, und die mit Vergnügen jede Gelegenheit ergreifen, wo sie sich tadelnd über ihn auSsprechcn können. Wenn man sich über Alles, was die Leute sagen, beunruhigen wollte, erwiderte Andrea Margarethe, so würde man bald weder aufrecht zu stehen, noch zu gcheu, noch sonst irgend etwas zu thun wagen. Aber cS ist Dir nicht unbekannt, daß der Vater wcdcr den Tanz. noch große Gesellschaften billigt; er ist immcr unzufrieden, wenn wir zu einem Balle geladen werden. DaS ist reine Strenge, sagte Andrea Margarethe; was kann Böses darin sein. wenn wir tanzen? Das Einfachste ist. seinen eigenen Wcg zu gehen und die Welt reden zu lassen. Wie dem auch sci, die Erlaulmiß war gegeben, und für mich war daS die Hauptsache. Es lag mir fogar schr wenig daran, zu wissen, wer die Geladenen sein würden; Emmy und Andrea Margarethe genügten mir, sie waren mein iuntln mmiiuin, und um nicht zu lurz zu lommen, bat ich jede von ihnen, mir zwei Tänze aufzubewahren. Zwei Tänze! rief Andrea Margarethe aus. Abcr! cben fovicl habe ich schon Friedrich und Christoph ver«, sprochen. Wenn Sie Friedrich zwci versprochen haben, so kön-! ncn Sie mir cbcnsooicle bewilligen; weshalb sollte er! mchr begünstigt sein als ich? Andrea Margarethe sowohl als ihre Schwester gc-währten mir meine Bitte. Und den Cotillon werde ich mit Beidcn tanzen, fuhr ich fort. Aber ich habe ihn bereits Friedrich versprochen, sagte Andrea Margarethe. Und ich Christoph, sagte Emmy. Dann wcrdc ich also keine Dame zum Cotillon auffordern, ich wcrdc mich zwischen Sie beide placircn, sagte ich, indem ich folgendermaßen meine Rechnung machte: Zwei Tänzc mit Emmy, zwei mit Andrea Margarethe macht vier, der Eatillon, macht fünf; und da wahrscheinlich ein oder zwci Tänzc mehr sein werden, so werdc ich Nicmand andcrcn cngagircn, ich werde aber in der Nähe der beidcn Schwestern bleiben, um sie jedesmal wenn sie frei sind. aufzufoidcln. In dieser Weise werdc ich dcn ganzen Abend und nur mit ihnen tanzen! O, wie köstlich wird das sein. Tanzen Sie sehr gern? fiagte ich Andrea Margarethe. O, ich möchte alle Tagc vom Morgen bis zum Abend tanzen, ohne müdc zu imrdcn, antwortete sie. Du sprichst nicht im Ernst, sagte Emmy. Ja. ganz gewiß, und Du denlst ebenso wie ich. obschon Du eS nicht vor Papa z» sagen wagst Ich habe nie ein Hehl daraus gemacht, daß ich g.'vnc tanze, sagte Emmy. Und doch suchst Du jedesmal, wenn wir zu einciu Ball eingeladen werden, nach Vorwänden, um zu Hause zn bleiben. Weil ich weiß. daß dcr Vater eS nicht liebt, daß wir hingehen und cs lieber sieht, wenn wir zu Hanse bleiben. Das ist einerlei; wenn wir von cincr Soir«c nacli Hause lommen, wo wir uns gut unterhalten haben, ist Papa stets ganz befriedigt. Wie wäre cS, wenn wir etwas zu tanzen versuchten, um zu sehen, ob wir es nicht verlernt haben, fraglc ich Andrea Margarethe. O nci». das geht nicht, wir würden Papa aus wecken. Aber wir werden ganz leise tanzen. Friedrich, Du nimmst Emmy, ich Andrea Margarethe, und Christoph wird singen: ..Ah Du lieber Augustin." Wir werden ganz leise tanzen und Niemand wird uns hören. Aber ja recht leise, sagte Andrea Margarethe, dir der Versuchung nicht widerstehen lonntc. Wir werde« die Lampc auslöschen, die Vorhänge zurückschlagen und iiu Mondschein tanzcn. Gesagt, gcthan, einige Minuten später tanzten A»«' drca Margarethe und ich, Emmy und Corpus ^nris in blassem Mondschein, während der Alte mit einer voll' ständig falschen Stimme brummte: „Ah Du lieber Augustin." Du singst falsch, Christoph, rief ich aus; und An-drca Margarethe fing an, ihn zu accompagniren, zucist ganz leise, da»n nach und nach immer lauter: ., ..Ah Du lieber Augustin, alles ist weg, weg. weg. Schnelln, rief (X»rpu« ^uri«, der, in das Feuer g«' ^7Z Posten zurückkehren zu dürfen, um seine Pflicht voll heiter Schwiei steilen zu erfüllen. !)avle hofft, jenen. mit welchen er unterhandelt, versichern zu können, daß das Land seine Pflicht erfüllen werde, und sagt: Wir batten, als wir die Regiciungs-last übernähme», l^ine andere Sorge, als der Nationalversammlung unsere zcillichc Rcgiernngsqewalt zurück-zugeben. Er hofft, das Land werde, belehrt durch das Unglück, scine Wunden verbinden lernen und seine normale Eisten; wieder begründen. Die wahlscheinlich nöthige Verlängerung des Waffenstillstandes weide möglichst kurz gemacht weiden; es sei kein Augenblick zu verlieren, wenn man die L 'dcn dcr vom Feinde heimgesuchten Bevölkerung bedculc. (Beifall.) Die Kaminer nimmt den Antrag Eochcry's auf Provisorische ^liüv^idun.^ dcr Geschäftsordnung vom Jahre 1848 und 1«5>1 an. Dcr Präsident will die Sitzung schließen, als Garibaldi das Wort verlangt. Lärm auf den Tribünen, Nufe: Vive Garibaldi, hört Garibaldi; - dieser bleibt ruhig sitzen, während Andere aufstehen. Der Präsident läßt die Tribünen räumen und schließt die Sitzung. Bordeaux, 14, Februar. Für Garibaldi, welcher auf seinen Abgeordnetensitz verzichtet hat, fand einc ^ Volksdemonstration statt. Die Legitimisten sind in der Nationalversammlung starl vertreten. Kricgschronik. Paris. ! Die Aufhebung dcr gänzlichen Einschließung von i Paris macht das „Tagebuch eines Belagerten" ln dcr „Daily News" nicht weniger interessant als bis< her. Unterm 7. schreibt Henry Labouchere: „Nosinante hat mich von Versailles nach Paris zurückgebracht und wit mir brachte sie den amerikanischen General Duff und eine Hammelkeule. Am Thor von Versailles hielten b>e Schildwachen uuS an und sagten uns, kein Fleisch, bürfe aus der Stadt gebracht werden. Ich protestirte; vergebens. Wild-blauäugige Teutonen mit Porzcllanpfei->e>l im Munde trugen mein Hammelfleisch davon. Der General protestirte ebenfalls, aber dem Protest deS Bür« üers der freien Republik ging es wie dem mcinigen. "ch folgte meinem Hammelfleisch in das Wachtlocal, ^° ich einen jugendlichen Officier fand. der so gemüth-l'ch aussah, daß ich beschloß, an das Herz zu appellircn, Elches unter seimr Uniform schlug. Er sah sich das Hammelfleisch an, sah mich an und dann wieder das ^lNlnelftcisch. Die Schlacht war gewonnen' dcr be-^Nlt Sieger vergaß den Soldaten über dem Menschen, ^ gab Ordre, den General, den Engländer und die A"tNlnelteule in Frieden ziehen zu lassen. Nosinantc ."'We sich ab auf dem Wege nach Paris. Dort auge-'ungl, überließ ich sie ihrem Schicksal — dem Pferde-Metzger, nahm meine Hammelkeule unter den Arm und 6>Ng den Boulevard hinab. Ich wurde vom Pöbel um> lingt. „Mein Herr sagte cin Mann — lassen Sie Mich einmal daran riechen." Mit meiner angeborenen Freigebigkeit that ich dies. Wie ich aber mit meiner rostbaren Bürde u.ciu Hotel in Sicherheit erreichte, das ist eine vollständige Mystcric. Heute Abends hatte ich einc Unterredung mit einem Herrn, der zur Regierung in Beziehung steht. Wie er wir sagte, verließen Arago, Pclletan und Garnier Pa-Nes Paris mit größtem Vergnügen, und nur die Nothwendigkeit ihres sofortigen Eintreffens in Bordeaux be- ^tnmen, feine Stimme mit den beiden andern vereinigte, ^"e es zu wissen. Und so sangen wir endlich All?, im- ^ schneller uud immcr lauter: „Alles ist weg, wcg, ^9. Alles is< weg!" hy, Aber so laut wir auch das letzte „wcg" gesungen lam"' ^' lMteu doch plötzlich eine Stimme, die noch ly^^ schrie, als wir. Zu Boden gedonnert, machten e^l^^Iammt eine Wendung gegen die Thür, und da Kons ^^ ^" Pastor, dcr, die Nachtmütze ans dem «. ^' u»,d die Augen starr auf uns geheftet, einem dem "" entslicgenen G^spmst glich. aus "^ ^" ^v^ Auguslin, Alles ist weg!" lief er S^' ^ewiß, so kann ich wohl singen, angesichts cines scluf ' ^ li:an jagen löimle. die ganze Nachbar-Un/ ^"" Äiölrup hat sich hkr Rende^vons gegebc»! I^ ^'c gewöhnlich ist Nikolaus der Anführers Ah, ^w ^°^^' ^ ^'ampc ausgelöscht. Das ist ohne U>/^ geschehen, damit Niemand Eure bösen Hand» ""^n.sehm lann. ^. Sie haben uuS wirklich gehölt? fragte Andrea largarcthe. die die erste hinlänglich Muth faßte, um "' sprechen. zcus>,^li fraast. ob ich Euch gehört habe? Ich biu über-Nw. ^"^ ^^ ^ ganze Pfarre aufgeweckt habt und daß fürV""^" ^"^" "^^' tm Leute im Pfarrhause sind mi. Zollhaus reif. In allen Nächten der Weih' "«chtswoche ;u tanzen! ^ Es thut mir sehr leid------begann der Alte. il». ^ ^^'^ '"'^' ^ leid. wiederholte dcr Pastor. ,' "".^brechend, Ihre angenehme Gcslllschaft auflösen Si. ?"'' "^^' 'u^ne Herren und Damen, ich muß H. "'uchen. sich in Ihre Gelten zu begeben. Gute '"")'. Als er das gesagt, verschwand cr. wog deu General Vinoy in ihre Abreise zu will'qen. WaS Gambctta angeht, so sagt er, derselbe habe in den Pioomzen nur wenige Anhänger, und cs ist gewiß, hier hat er nur sehr wenige." Während der Belagerung der Stadt Paris erhielten die Nationalgardisteii bekanntlich 1'.^ Francs den Tag und 75) Centimes Entschädigung für die Frauen; jene i'/z Francs Löhnung berechnen sich vom 25ten September 1870 bis l. Jänner 1871 auf 43 Millionen. Die „Indepeudance l>clgc" sügt hinzu: „Dies konnte man recht wohl die Nationalwerlstätten der Vertheidigung nennen." Dcr „Temps" gibt eine Liste dcr Verluste, welche die Eivilbcoöllelung von Paris während des Miundzwanzigtagigcn Bombardements erlitt. Ist diese Liste vollständig, so hat Paris verloren: 31 Kinder, 23 Frauen und 5)3 Männer, also 107 Personen, welche auf dcr Stelle todt blieben, uud 270 Verwundete, welche bald nach dcr Verwundung starben (36 Kinder. 92 Frauen und 148 Männer.) Im Gauzen wurden gelobtet oder schwer verwundet: 67 Kinder, 115) Frauen und 201 Männer, also 383 Personen vom Ei-vile. Der wenigst blutige Tag des Bombardements war dcr vom 22. auf den 23.; dic blutigsten die vom 9. auf den 10., vom 13. auf dm !4. und vom 15). anf den 16. Jänner, an welchen die Zahl der Opfer 30 überstieg. Die erste Bombe schlug in die Enceinte von Paris cin am Nachmittag des 5). Jänner hinter dem Fort Vanvres, dcr clsle Eivilist ward in der Ruc Fermat 14 hinter dem Kirchhofe Montparnasse getödtct; ! daS erste Kind am Tage vom 5. auf den 6.; au diesen, lTage wurden außerdem gclödtct eiue Frau und drei Männer und verwundet drei Frauen und ein Manu. In Betreff der Verpflegung von Paris ist zu bemerken, daß im Durchschnitte während der drei Jahre 1867 bis 1869 in runden Zahlen dcr tägliche Bedarf war: 347.000 Kilogrammes Rind-, Kuh- und Hammelfleisch. 66.000 Kilogrammes Schweinefleisch u"d Charcuterie; 13.000 Kilogrammes Käse; für 912.000 Francs But« tcr, für 63.000 Francs Eier, für 71.000 Francs Fische, die in der Halle verlauft wurden, Von Belfort nach Pontarlier. Man schreibt der „Köln. Ztg," : Wer frühcr iu den glücklichen Tagen des Friedens von Velsort über Montbcliard nach Poutarlier reiste und ein Frcuud der Natur war, dcr hatte reiche Gelegenheit, sich zu erfreuen. Ich hatte im Jahre 1863 einmal ausgedehnte Fußwan derungen in diesen Gegenden gemacht, manche frohe Tage daselbst verlebt und nugeuchme Eindrücke mit davon heimgebracht. Wie gai>; anders ist dies jetzt hier, welch' Grausen und Schrecken und Elend in der furchtbarsten Gcslall treten Eincm auf Schritt und Tritt überall entgegen! Die Zcit uon dcr Vütlclschlacht an bis jetzt lM wahrlich dic Ncrucu adgcstnuipft und das Auge a„ dic Verwüstungen dcS KlicgeS gewöhnt, aber so entsetzlich, wie hier, in diesen unglücklichen Gegenden traten mir solche im Verlaufe des ganzen F.IdzugcS noch nirgends entgegen. WaS ich bei Weißcnburg. Worth, Mctz. Versailles nnd Orleans sah, tonnte Emcm wirtlich fast als liebliche Idylle erscheinen im Vergleich zu manchcn Szenen, die ich hicr nur in zu rcichcm Maße mit cilcbcn mußte. Mit eincm Leichtsinne und einer ruchlosen Sorglosigkeit, wic solche in allem, was von Herrn Gambetta ausgeht, in so furchtbarer Weise zu finden ist, hat man das unglückliche Bmirbali'sche Eorps hier hcrcmf gejagt, ohnc für dcsscn Vc> pflegung, Sanitätsdienst. Ambulanzen nur die nothwendigste Sorgc zu tragen. Man rassle in Sndiraotreich Alles zusammen. >,uas nur ngmdlvic im Stande war, ci»c Mnölcle zutragen, rüslclc ee>. mit Au^uahmc dcr aus Emila»!) und Nmd amelila bezogenen Waffen, dic glößtcutheilö vortrefflich waren, auf daö erbärmlichste aus, stellte dcui Namcn nach Regimcütcr und Brigaden dairit hcr, machte die Hcnipischrcicr iu d.'n Elubs zu Offizieren und brachte so an 120.000 Mann zusammen, dic man dem mi-glückllchcn Bourbati gab, um damit Bch'ort zu cntschc» nnd dann weiter in deu Elsaß eiu.,ulnalschiren. General Vonrl'aki, cin alter, sehr crpioblcr Soldat und mcin guter pcrsölilichcl Bctaimtcr noch von dciu orientalischen Feld-;ugc l>cr, soll sich ai'fänglich bestimmt geweigert haben, dm Oberuefchl über diese zusammengelaufenen Haufen ohne Cavnllerie, Ambulanzen, Fuhrwcscnlrains, kurz, ohnc AUcs und Jedes, wns cin Heer wirklich lriegötüch' tig macht, ^u übernehmen. Nur als Gauidclta an seinen Patriotisunlö apftcllirtc und il>ln sagte, „jcder Franzose, dcr sein Vaterland liebe, iniissc >n jetziger Zeit zu dcn schwersten Opfern bercit sciu", soll cr widerstrebend ein gewilligt und, wic mir gcsangcnc franzöfischc Officicre erzählten, dabei ausgerufen haben: „Ich will diese Hor. den sühlcn, aber es »vird mcin Tod scin; Erfolge vcr-mag ich damit nicht zu criingeu, und eine Niederlage oder gar eine Eapilulatiou wic bei sedan vermag ich nicht zu überleben." Groß sollen schon Hlmger und Noth im Jura gc-wcseu sein, als das Bourdafi'sche Hecr noch gcgcn Bel-fort marschirte; wahrhaft cntsetzlich wurden alicr die Zu-släudc, als dcr General vou Wcrdcr dic Schaarcn nach zweitägigen dluligcn Kämpfli, wieder zurückgeworfen halte und dcr Rückzug der Franzosen nun in größter Eile und wildester Unordnung ^ngcttctcn werben mußte, wcil die Manteuffel'sche Armee inzwischen durch ihre schnellen und geschickten Oparationen ihnen bereits i„ den Rückeu gekommen war. Mit dem äußersten Muthe der Verzweiflung haben die französischen Soldaten gegen unsere Batterien angestürmt,, und die Hälfte von ihnen ist stets gefallen gewesen, bevor die Anderen sich zum Rückzüge entschlossen. Wir haben in allen diesen Käm» pfen hier. bei denen' unsere Artillerie slets den Hlllipt-ausschlag gab, vcrhültmßmäßig nur sehr geringe Verluste gehabt, die französischen Todten und Verwundeten zählen aber nach vielen Tausenden. Und nun denle man sich daS Schicksal dieser armen Opfer des Krieges, die ohne Aerzte, Hospitaleinrichtungen, Verpflegung, hilflos in cisig kalter Winterszeit dort liegen bleiben muhten, wo sie gerade gefallen waren. , Die deutschen A:rzte und Krcmleupfleo,er haben jetzt gclhau, was in ihrci, Kräften stand, um sich auch der Franzosen anznnehmcn, allein es ging nicht, deren Zahl war zu groß, ihre Hilfe abcr wie ein Tropfen Wasser, auf einen heiße» Stein. Unsere eigenen nachrückenden Truppen litten in diesen vollständig verheerten Gegei'den selbst schon Mangel, nnd man hat zuletzt absichtlich leine frauzüsischcn Gefangenen mehr gemacht, weil man leine, Möglichkeit mehr sah, solche auch nur halbwegs zu ernähren. Da sind vielc Hunderte von französischen Ver« wuudetcn und Marodeurs elend aus Kälte, Hunger u„d Mangel an jeglicher Hilfe zu Grunde gegangen, nnd selbst bei dem Rückzüge aus Rußland lärm es nicht grausiger gewesen sein. wic es jetzt hier ist. Unbegrahene, bereits in Fäulniß übcrgeuangene Leichen liegen in den Gebüschen noch zahllos umher, und mir wurde zuletzt fast übel, so wirkte dicse Atmosphäre dex Velwesung und Fäulniß, die ich unaufhörlich einathmete, auf mich ei». Was die menschliche'Natur auszuhalten vermag, davou erlebte ich hier ei^n rechtes Beispiel. Unweit Moillbeliard fanden mein,Begleiter, ein badischer Arzt, und ich in einem total zusammengeschossenen kleinen Häuschen 7 biS.8 todte Franzosen liegen, die alle schon'in die grüßte Verwesung übergegangen, waren. Und mitten zwischen ihnen lag ein noch leben-dcr Verwundeter, der mit schwacher Stimme um Hilfe wimmerte. , Wir zogen den Unglücklichen mit Mühe zwischen allen diesen Leichen hervor und trugen ihn in das Freie. Cs war ein vlutjuugeS Gürschlein von kaum 17 Jahren, ein Student aus Avignon, wie er uns mit schwacher Stimme erzählte. Eine preußische Granate halte ihm beide Füße unterhalb des KnieeS arg zerrissen. In dieser Lage halle er 7, sage sieben volle Tage, ohnc verbunden zu sein, ohne Speise und Tränt, gänzlich hilflos und verlassen zwischen allen diesen Lei« chcn hier in diesem Hänschcn gelegen. Cr hatte sich seine Wunden selbst mit Fetzen von Uniformstückcn verbunden, und die Kalte hatte das Verbluten verhindert. Anf dem Bauche rutschend war cr mühsam in der Kammer iimhcigekrochen und hatte iu den Taschen der Lei' chcu uoch eiuige harte Zwiebacktrumen gesunde«, die ihm als Nahrung dienten, während cr seinen brennenden Durst mit dem Schnee stillte, dcr durch die zertrümmerten Fenster reichlich siel. So hatte er einc volle Woche, wic n uns mit taum vernehmbarer Stimme mittheilte, zugebracht. Man hat dcn Unglücklichen jetzt in die Schweiz transportirt, und dcr Arzt meint, es sei möglich, daß cr noch gerettet werden lönnc. Das Fleisch gefallener Pferde bildet jetzt die beste Nahrung dcr Einwohner in allen diesen Gegenden, so vicl überhaupt uoch dauon vorhanden sind, und ich sah sclbst, daß ein Hause halb verhungerter Frauen wie ein Rudel gieriger Wölfc über cin am Wege liegendes todtes. Pferd, das bei dem plötzlich eingetretenen Thauwetter fchon zu ricäicu anfing, hcrstürztc, das Fleisch mit allen möglichc» scharfen Instrumenten unscinander risseu und nuu so, wic cs war, heißhungrig verschlangen. Man hat. mir erzählt, doch will ich dies nickt verbürgen, daß die Lculc schon anö Hunger Meuschcüfieisch gegessen hätten. Es ist Alles so grausig und gräßlich hier, daß jede Ve°. schreibung doch nickt das erreicht, was man stündlich sehen mus!. ES ist dicS dcr achte Feldzug, dem ich bei« wohne, aber weder in Algerien noch im Orient, in Italien . oder Böhmen, noch gar in Schleswig-Holstein sah ich jemals die Hälfte von dem Elend, das meine Augen in dcn letzten 24 stunden fast unausgesetzt sehen mußten. Wer diese Scenen alle mit durchgemacht hat und die Kriege nicht verflucht und für sich den Schwur thut, alleS und jcglichcs Mittel, was nur immerhin in seinen Kräf« ten steht, anzuwenden, daß sie fernerhin zu den Unmöglichkeiten gehören, der trägt statt des menschlich fühlen» den Herzens nur einen Flcischllumpen in seiner Brust. Es sind die ungeheueren Menschcnmasscu, mit denen wir jetzt operircn, dicse Hunderttausende von Soldaten hüben und drübcu, welche alle Bestrebungen der Humanität so sehr vernichten uud dieses große Elend, das jetzt fast überall in Frankreich, wo die Heere mit einander kämpften, herrscht, hervorgebracht haben. Und welchen grausigen Anblick zeigte jetzt das so freundliche Städtchen Montbeliard am Doubs, die Hei-u.at zahlloser frauzösischer Gouvernanten, welche unserer deutschen Jugend die französische Sprache beibringen sollen! Wic oft hatte ich in meiner Kindheit diesen ^ Namen gehört, denn auch die lebhafte Französin, welche die schwere Arbeit halte, mich wilden Jungen in ihrer Muttersprache zu uutcrrichten, wir eine Tochter Mout-' beliards. Ich hatte in früheren Jahren oft nnd gern in der freundlichen, hübsch gelegenen Stadt geweilt jetzt 274 aber, wo ein heißer Kampf hier gewüthet hatte, und fast NlleS Schutt unb Ruin und Elend und Vernichtung war. freute ich mich, als mich mein Roß wieder a»b den Oden, fast nur von deutschen Soldaten belebten Straßen hinaustrug. Hagesneuigkeiten. - (Im Ministerium fUr Cultus und Unterricht) P, wie die" „Oest. Con." meldet, am 13. d. die — ursprlingllch auf den 15. d. M. einberufene — Enquötecommifsion zur Berathung der näheren Bestimmungen für die Errichtung von pädagogischen Seminarien an den Universitäten oder technischen Hochschulen unter dem Vorsitze Hr. Excellenz des Ministers Iirecel zusammcnge-!l«eu. — Von einem von den Herren Hofraih Nolilauöty und Stttionsrllth Dr. Ielinet eingereichten Entlassungöge-suche ist nichts bekannt. — Herr Sectionschef v. Czedil Vir«lft sich m dem Gesuche um Versetzung in den Nuhe-stund auf das ärztliche Zeugniß, daß seine erschütterte Gesundheit ihm die Enlhaltung von schon zu lange fortgesetzter aufreibender Arbeit nothwendig mache. (Or?he Kälte.) Die Kälte am verflossenen Sonntag, namentlich w der Nacht, hatte nach vorliegenden Berichten in Böhmen und Mähren ein ganz ungewöhnliches Maß erreicht. In Prag stand Montag in den Morgenstun» den die Quecksilbersäule 2l), an höher gelegenen Orten 23, vor d«n Thoren 24, in Buben? bei Prag 2<» Grad R. unler dem Gefrierpunkt. Nn vielen Orten in Mähren stand das T^rmomeler auf — 24 Grad R. In Folge dieser MnMvhen .ssältc sind dort sämmtliche Eisenbahnzüge fo> NW Abends als in der Früh in ihren Hauptstalionen verspätet eingetroffen. — (InKeuersgefahr.) Ein Sanitätszug mit Kranken und Verwundeten aus Frankreich fuhr mit höchster Geschwindigkeit auf die baierische Hauptstadt zu. Noch eine Stunde schnell zugefahren, da war man in Minchen. Ein junger Studiosus der Theologie, der dem Aufrufe des Dr, Wichern beim Beginne des Krieges gefolgt war, geleitete den Zug. Zum erstenmale sah er von ferne die baierischen Alpen i» Schnee glänzen; er bog sich, um besser sehen zu können, aus dem Fenster und erblickte, entsetzlich genug — einen Krankenwagen in Flammen. Vr eilte nach dem Bremserhäuschen hinler dem Wagen, findet aber leine Signalschnur. Er schreit die Bahnwärter vor ihren Häuschen an: Feuer! Feuer! Vergebens, sie denken wohl, daß er in UvermUlhiger Laune einen Scherz macht. „Die armen Nu-glücklicheu!" — schreibt der wackere Jüngling in den „Fliegenden Blättern," zu einem Bericht ausdrücklich aufgefordert. -^ „Gelrieben von der Verzweiflung und crmu« thigt durch die Gewißheit, daß der Herr mit mir sein werde, klettere ich auf meinen Wagen, laufe nach dem vorderen Ende, erreiche nach einem Sprung zum nächsten, mich auf die Hände fallen lassend, den zweiten, dritten, vierlen und fUnften Wagen, als mich endlich der Maschinist gewahr wird." Ein Zeichen deutete dem verwunderten Locomolio-fiihrer den Grund des lUhnen Abenteuers; nach wenigen Minuten steht der Zug. Gott sei Dank, alle Insassen des Wagens haben sich auf die Trittbretter gerettet. Nur ciucr, ein baierischer Infanterist, ist mit Uniform und Gewehr aus dem Waggon gesprungen. Wenige Eimer Wasser löschen den Brand, der durch eine zerbrochene Oellampe entstanden war; der Zug fährt weiter, weil em Gllterzug hinterher kommt; mir unser Felddiacon bleibt zurUck, um den Baiern aufzusuchen. Kaum ist er zehn Minuten zurückgegangen, da kommt ihm der wunderbar Gerettete entgegen, nur im Gesicht blutig von einigen unbedeutenden Hautverletzungen. Wir glauben, daß es dem Felddiacon eigen um das Herz war, als cr mit dem nächsten Personenzuge Nachts in MUnchen eintraf. „Noch lange," schreibt er, „lag ich des Nachts in meinem Bette wachend und voll freudigen Dankes aufschauend zum Vater im Himmel, der uns heute wieder so sichtbar nahe gewesen." Locales. — (Prämien,) Der ^,'andesausschuß hat an Prä» mien sllr Tödtung zweier wllthender Hunde zu 10 fi., filr eine erlegte Wölfin die gesetzliche Taglia mit 2b fl. und flir 3 Wölfe zu 20 fl. bewilligt. — (Der projectirte Bau eines eigenen Irrenhauses in Laibachj dürfte vorläufig ganz unterbleiben, indem der steiermärkische Landesausschuß sich bereit erklärt, in seinem neu erdauten Irrenhause in Graz, mit einem Belagraume fUr 40l> Kranke, gegen die übliche Verpflegsgebühr auch die Irren aus Krain und Kärnten zu übernehmen. Der lrainischc Landesausschuß hat nun beschlossen, die Annahme dieses Antrages in der nächsten ^andtagösitzung auf das wärmste zu befürworten, indem der vorhandene, auf beiläufig 80.000 Gulden sich belaufende Irrenhausbaufond zur Herstellung eines eigenen Irrenhaufes für Krain bei weitem nicht ausreicht und, abgesehen von der kaum möglichen Aufbringung der Bauloste», die Ein-richtung und Erhaltung einer solchen Anstalt sür unser Land unerschwinglich wäre. — (Das Feuerwehrtränzchen) am Samstag verspricht eine recht gemüthliche und zahlreich besuchte Unterhaltung zu werden, da die anfänglich drohende Gefahr, daß das Bürgerlränzchen ebenfalls auf Samstag verlegt werden würde, glücklich beseiligl erscheint. Wir hören, daß eine äußerst hübsche, des allgemeinsten Beifalles sichere Ueberraschung, welche dem Feuenuehrkränzchen zugedacht war, des direct wohlthätigen Zweckes halber, welcher mit dem Blirgertränzcheu verbunden ist, bereitwilligst dem betreffenden Counts überlassen wurde, wogegen eS jedoch von einer Uebertragung dieses Kränzchen auf Samstag sein Abkommen hat. Der drohende Conflict ist also glücklich beseitigt und der Feuerwehrausschuß geht mit regem Eifer an feine Vorbereitungen. Dem eigentlichen Kränzchen gehen einige Gesangs« und andere Borträge voraus. Beginn der Unterhaltung um « Uhr. Wir werden ersucht, nochmals daran zu erinnern, daß die Mitglieder der Feuerwehr in der Blouse zu erscheinen haben. Neueste Post. Das „N. Wr. Tagbl." schreibt - Thiers hat so->bcn an einen befreundeten Staatsmann in Wku ein Schreiben gerichtet, in welchem cr sich überzeugt erklärt, daß Frantrcich in die traurige Nothwendigkeit versetzt sci, dm Frieden anzunchmcn, sci cs srlbst unttr dcr Bedingung der Mlrclung von (>lsaß und Mctz. Nur in dcm Falle, den er übrigens nicht annehme, daß dcr Sieger noch härtere und dcmuchigeudcrc Bedingungen auferlegen wollte, sei eine Aufnahme des Vcrzwcistungslumpfcs gc-rcchlselligl. Thiers fügt hiu^u, daß cr nicht Anstand tichmen wcide, diese seine Ueberzeugung in der National-vcisaliimluiig zu oellicten. Prag. 15). Fcliruar. . Februar. (Tr. Z.) In einem Schreiben au die Regierung verlangt Garibaldi, seine Mission als beendigt ansehend, seine Demission als Commandant der Pogesenarmec. Die Regierung nahm die Demission an und dankt Garibaldi Namens be« ttanoes unter dem Ausdrucke des Bedauerns. Frankreich werde nicht vergessen, daß Garibaldi ruhmreich mit seinen Kindern gelämpft für die Vertheidigung des Landes und der Sache der Republik. Favre ist gestern Abends !m Auftrage der Nationalversammlung nach Paris gereist, um »lit ViSmarck über die Verlängerung dcs Waffen« stillstandes zu conferiren; er kehrt in zwei Tagen zurück. Äularest, 14. Februar. Die politische Aufregung in Rumänien hat sich bedeutend gemindert. Es ist Aussicht auf Applamrung aller Schwierigkeiten inclusive der Eisenbllhimngelcgcnhcilen vorhanden. Die Dynastiefragc fchcint ganz beseitigt zu sein. Die Beziehungen des Für' slen zu allen Mächten sind dic allerbesten. Telegraphischer Wecliselcours oom 15). Flliruar. iM'lc. Melalliquei 5«>I0, 5»perl.- MetalliqueS mil Mal-m,d NoUemder-Ziuseu 5tt,«0 - fp^rc, Natioual-Anleheu 67.Kt) I8l!0rr Slaats-Ai,lehrn 94.30. - Bcmlactirn 721 - Credit-Attiill 25>I. . London 123 90 öilder >21 75 - K, t MUnz-Dncutkn 5.84, - Vlapoleond'or 9,!>3 Handel und Volkswirthschastlicheb ; ail ach, 15. Feüiuar. Alis dem hemmen Marlle sind i-sckieilen: 3 Wagen mit Gelreide. 4 Wugcn mil Heu (5)2 Zlr> mid Stwh si^'.lr.) ^8 Wagen mid 3 Schiffe Mlt Holz (ll'Klftr.) T> urchj Ho >l i << -Preise. --------------------------^',l.° v.'g,.. z Mlt.. "M". ! st. lr. st. lr. ist. N ft. Wei;.» vr Metz?» 5 90' 6 48 Buller pr. Pmxd 42 — Korü-Saat « 4 2043« Eier Pl ? nick —2z - Herst. .,, 3 40' 3 48 Mlkh pr. Ma« --10 Hafer .. 2 l0 2 53 Rindfleisch pr P,d - 21----- Halbsn^! ., -------> 4 92 Kallisleisch ,. 23 -..... Heide,- ., 3 30, 3 ?4 Tchwcinesleisch,. 21 Hirse ., 3 30 3 4« Schöpsenfleisch ,. — It! - Killuniy ., 3 80^ 4 17 Hähudel l>r. 3ti» 20 Schweiiii'schinulz „ — 46!------- Wriu, rocher, pr Speck, frisch, „ —30— ^ Einirr — 12 - qeränchrrl „ — 4<^------- - weilj.'r ,.-------^10 - Angekommene Fremde. Am 14. Februar. 8t««>T ^V««">,. Die Herren: Äarthel, Handels»,., Gottschee. -Lauter, Pfarrcr, Kreutz. ^ Slippan, Cuoperator, Haselbach, — Nullang, Kaufin, von Oraz. ^ Ierinann, Besitzer, jtatzcnstein. ' Winter, Kaufm, Wien - Krech, Kfm,, Wien. — Globoini^,, t. t. Vezirlsvursteher, Adelsberg. - Hulzinger, Schuliuspecto», Graz. — Groll. UhreiMndler, Graz. «>««'»»><. Die Herren: Baron nnd Baronin Turlenwartl'. Wir,,,. — Neved, ^.'ittlli. Taucer. Pfarrer. Pace. — Kobler, Liltai. - Zupan, Littai, — Fried, Kausln., Wien. — Sckot-tolla, Kaufm., Wien, - Bettelheiü,. Kaufm,, ^iraz. — Mallch, Kaufm., Graz. - Walbauin, Graz, Theater. Heute: Slovenisck'e Vorstelluilg: oarodv« 6«^> ^l"'" >!»il'!^i. ^ i 6 u Mg. 329 43 "l2.u' windstill heiter 15 2 „ N. 329.?4 — I.ü windstill heiter O.W ill),. Ab. ^30«« - 60 windstill ! heiter Kälte anhaltend. Heiterer Tag. Morgen« Dunstnebel, auch unterlag längs dem Horizonte. Abendrolh. DaS Tagcsmittel der Temperatur - oml Silber . . 120.50 121.-». OrundetttlastunstH-Vbligationc.,. F«r 100 fl. Held Waare Südmtl, .... ,„5p!lt 94,— 95.- GuUzien......5 „ 73.-^ 73.50 stiedlr-Oesterreich . . „ 5 ., 96 25 96.75 ober-Oesterreich . . »5 ,. 94.- 95-Hitbeuburgen ... „ 5 „ 75 - 75.50 5,k'«mal< ... . 5. ,. 9Z ^ 94 _. lwgaru ......5 „ 79 70 79.90 0. Andere öffentliche Anlehen Donauregnlirungslose zu 5 pEt. 95.50 95.70 Ulig. (tisciibahnanleheu zu 120 fl. ö. W. Silber 5"/« pr. SlUll 105.40 lO."'.l»0 Ung Prämienanlehcn zu 100 st. V.W.(?5fl. Einzahl.) pr. Stück 92. 92 50 Wiener Lommuualanleheu. rllck-zahlbar 5pLt. fllr 100 fl. . . »7.70 88.- ». A.rir» von Baueillstituten. Geld Waare Aualo-österr. G°ul , . ' .^ " ^ Vanlverelu.......^.— ^^5.-- 5'. Pfaudbriefe (für 100 fl.) Nllg. üst, Bodm-Lredit-Auftalt Geld Waare uerlaSbar ,u 5 pCt. iu Silber 106 25 106.50 dto.in33I.ruck,.zu5p<6t.ino.W. 87.75 88.— Nütionalb. zu 5 pCt. Ü. W. . . 93.20 93.50 Uuy. ^od.-Cred.-Auft. zu 5'/> ps.-Wcstb, iu S. lierz. (I. Emiss.) 93 25 94.75 > Fcroinaubs-Nordb. in Silb vcr,. 104.— 104.25 l Franz.IosePhS V^hn .... 93.90 9410 l Ä.siarl-Ludw^.i.G.v:^,! Ä