Vereinigte, Lalbacher Zeltung.^ 1^> 3l. '< Gedruckt mit Edlen von Kleinmayer'schen Schriften. Dienstag den 16. Aprill 1816. 3 n n l a n d. W i e n. ^-in aus dem k. k. Hoflager zu Verona am 7 Aprill Abends abgefertigter Habinets-Ku-ricr, bat die für den gesammten Kaiscrstaat so traurige Nachritt des erfolgten Ablebens Ihrer Maf der Kaiserinn übcrbracht. Dieser Ul.crsctzliche Verlust ^ welcher lcidcr bcrcits feit eii.i^er Zeit durch die Fort^rUte der Krankbeil,, welche I^reMc'j. Hilt dcy piil-^ Io>cr Ent chwssenbcir und niit der ^r ganz, ebenen Kraft und Starke des Gcmüt! s bc-kampft kalten, vorzusehen war, erfüllt dcn Ailerdurchlauchtigstcn Gatten, S^,ie ÄUcr-socn,ie^amll:e und Sein trc^cs Volk mit dem nefsten ^esuhl des Schmerzes Die leh^ ten Tage der verklärten Monarchin '.oaren wn weniger Leiden gefüllt, als die trstcrcn seit der am 27. März eingetretenen Verre volle Geistesgegenwart bis zum' letzten Au^ Kcnblick, und entschliefel» im Beyscy« Er ^la, des Kaisers mit en.er vollkommenen, ^ahlngebung in der. killen dec göttlichen «vrsehung lanft und ru^lg. ^ Se. Mas der Kaiser verliessen m der ganze» letzten traurigen Periode kaum die Seite Idrer Durchlauchtigsten Gemahlinn. Allerhöchste dieselben gaben in dieser für Sie persönlich so schmerzlichen Gclegenbett ein erneuertes, schwer nachzuahmendes Beyspiel der höchsten Entschlossenheit, Starke und Resignazion. Se. Majestät genießen zum Trost I^rer Völker des besten Gesundheitszustandes'. Allcr-höchstdieselbe werden Verona am 8. 0 M. verlassen, um sich über Padua nach Vencdiz zu begeben ^ wo Sie die Carwoche zuzubrin? qen gedenken (W. Z.) (Die stcr.blic5e Hülle Ihrer höchstsel. Maj. unserer allcrgnadigsten Landcsmutter wird Freytag den 19 lner in Laibach erwarfet, uud über- Nachts in der hiesigen Domkirche beygesetzt werden) Se. k. k Maj. haben die Zentral-Verwaltung der Finanzen in Höckstibren Staaten eiaem' eigenen Ministeriumvnznvertran-en und» an die Spitze desselben den Staats-und-^konferenz-Minister, Grafen o.Stadiot, in der Eigenschaft eines Finanz -Ministers nnd obersten Chefs aller Finanz-und Käme? ral-Bcbörden zu stcNcngeruhet. Nach die er Verfügung fanden sich Se. Maf. bewogen den mzwischen verstorbenen Hofkammer - Vizepresidenten Grasen v. Her-berstci'.: zun: n'itll. Kammer? Presidente» zu ernennen. (W F,> Ill bir Csanader ^panschaft verloren am 2ss. und <;o. März durch dic eingetretene sirena? Kalte ihr Leben: 18 Menschen, 46 Wrd?, i5?o Mascochsen , 61. Zugochsen, 579 Kühe, 335 dreyjährige junge Ochsen, 326 dreyjäkrige junge Kuh, 386 Kälber, 26,/.5?» Sckaafe, 53 Schweine. Der vom Wind zusammengewehte Schnee lag hier und da haushoch. Der ganze Schaden belauft sich auf i,36/i,85u Gulden, die beschädigten Gebäude vtcht mitgerechnet. Ausland. Preußen. In den Berliner Zeitungen vom 14. März dankt eine Dame, Leopoldine von Studnitz, welche nach zebnjabrigenGichtleiden — wahrend welcher sie vier Jahre lang dergestalt gelahmt gewesen, daß sie sich kaum an Krücken fortzuschleppen vermochte — durch den Magnetismus so wett ist hergestellt werden, daß sie ibrc Glieder frey bewegen und ganz vbne Hülfe gehen kann, dem Zlrzt Dr. An-dresse» für die ihr bewiesene große Sorgfalt in Anwendung, dieses Heilmittcls. (G. Z.) I ta li e n. Der Portugiesische Gesandte am päbstl. Hofe hat das Erstaune» des Prinzregenten über die Herstellung des Jesuiten-Ordens ausgedrückt, und erklärt, daß, da Portugal! so grosse und gegründete Beschwerden gegen die? se» Ordcn habe, er die Verbannung dieses «Ordens, laut Verordnung vom 3. ^eptem-her 1759, in seinen Gtaatenhandhab«» werde, was für einen Entschluß auch die andern , Mächte fassen «ögen. (W. Z.) Der verdienstvolle Professor Scarpellini, Besitzer eines vorzüglichen Kabinets physikalischer und mechanischer Instrumente, welcher, weil er Mitglied des Bonapartc'scben Gisetzgebungskörpecs) gewesen, eine Zeitlang oyne Anstellung war, hat nun einen Lebrsiuhl bey der (5?apiencia erbalten. CG. Z.) Frankreich Da jetzt Pferde, Hunde:c. aufdemT^ea? ter den Ncitz der Neubeit verloren haben, so bringt man in Paris Niesen ;n.d Zwerge auf die Vühne. Gulliver tritt auf der Nie-scninsel auf, und zwar, um dcn Contrast auffallender zu machen, bat er fünf Lillipu-Ner be^ sich, die er aus ihrem Lande mitge- nommen hat. Etwas Abenthcuerlichercs laßt sich kaum denken, a!»,'dieses Stuck, und mail muß es gesehen haben, um es zu glauben. Die Lilliputier sind wirklich nur zwey HnH üvch, reden und singen dabey sehr yüblch. Mau hat dazu Kinder von drey Jahren genommen , und sie in der Tracht unserer Altvater und Alnnütter aufgestellt, nämlich mit Perücken, Frisuren, langen Westen, weiten Röcken, und die Frauenzimmer mit Neis-röcken. Da die Kleidung sehr niedlich an? gepaßt ist, so ist die Täulchung sehr groß, und man sollte schwören, mansche alte Zwerge. Während GuUioer, sein Bedienter und die Zwerge sich mit einander unterhalten, lassen sich die Riesen hören, die kleine Reisegesellschaft versteckt sich, und es tritt eine wildt Ricsenfamilie m fantastischer Äleidunz auf. Jeder ift 7 bts 8 Schuh s>och; sie spei-seu au einem ü Kuß hoben Tisch, aus einem Napfe, der so geräumig i>^m geschrieen hatten. erblicken',, zu Erleichterung, der untern Volksclaffen das' Aeusscrste zu^ thuu^ Bey, einer hicrau^dis-kutirtcn Mvzion« des Hcrrn Mct^uen/'gegen die Erböbrmg der Admiralitats-Sekretäre behielten die Munster mir ,5^ qegen^ i3o. Stimmen' die Oberhand>, imlche kleine Majorität das Morniug - Cbronicle eine neue Niederlage der. Minister nennv.. (W. Z.)) En ql an d. London den i3. März. Ein Schreiben aus St Helena vom 12. Ianer meldet: Bonapart? bade wenige 5a^e auf die kleine Nachgiebigkeit des englä fischen Kommandanten, welcher dem Kapitän, d.cr mit Bewachnng Bonapartes beauftragt ist, erlaubte denselben in Clvilkleidern zu begleiten,, sogleich den Ton noch bö^er, gestimmt,,, und dem Kapitän befohlen, nickt mebr neben,.-sondern hinter i^m zu reiten,, da^ er ihn nicht: für seinen Ge'eUschüftcr anerkennen könne.. 3lls Bonaparte Tags darauf dem^ Kapitän sagen ließ er woUc ausreitcn, erhielt er znr Antwort: „Es sey dem Kapitän heute nickt aeleaen," und Bonaparte wußte zu Hause bleiben., 3lm fol.i>'nden Tage begleitete ihn dr englische Kapitän zwar wieder, aber in MiftrM und/ neben ihm reitend, in^em er sagte, er babe den Auftrag , i^n als Gefan- . gcnen zu bewachen. Scitdc > , .aft der Kapitän in einem Zimmer neben Vonaparte, der, um in sein Schlafzimmer zu kommen, durch jenes des Kapitäns gehen muß Vo» napartts' Betragen gegew den> wie bekannt, ihm so sehr ergebenen pohlnischen Offizier (Pistowsky) läßt gauz auf seinen wahren Ka-rakter schließen Aus Anhänglichkeit an Bonaparte hatte Pistowsky schon auf Elba als' gemeiner Gvldat unter ihm Dienste genommen. Ms nun der getreue Pohle nach Long-, wood kam, that Bonaparte, als ob er chn, nickt kenne,' und fragte Las Cascs in majestätischem Ton: Wer ist dieser Mensch? Hie-durch wurde der brave Pohle nicht nur be-^ leidigt, sondern e würde "luch in die größte Noth gerathen seyn, wenn sich nicht die englischen Offiziere seiner angenommen, und ihr» an. tdre Taftl gezogen hätten» Man wird ibn nun nach Europa zurück schicken. Altz, die Missionarien auf dem Vorgebirg der guten Hoffnung erfubren,, daß Bonaparte auf Er. Helena angekommen sey, schickten sie einen Brief an ikn ab,, in welchcm sie i'm das Lesen der Bibel ganz be^ond.'rs anempfahlen,, und ihm zngleich eine Bibel übermachten, voir welcher sic behaupteten^ sie entftielt diejenigen Grundsätze, deren fleißige Ausübung, ihn allein wieder mit der Varm-herziqkeit des Himmels aus'ö^nen könne. Dee Adnnral überbrachte ihm dieses packet ''elbst. Bonaparte las den Bricf, warf die Vi^el auf dic Sette, und «'agte: Das Alles ist mir längst bekannt. Die Antvort war: F^r Betragen gegen den polnischen Offizier liefert keinen Beweis davon. Der Kapitän eines Ostindienfabrcrs sitz: im Gefängniß New-gatte, weil erdie25ste ^rau geheyrat^et hat, und seine i3te noch lebt. Die''e seine 25ste isd mit Gewalt zu i^m ins Gefäng-nß gedrungen^ und ist nicht von ihm wegzubringen. W ech se l - Cours in W i e» am 10. April. 1816. Augsb. für 100 ss..(7u., ..fi.!^9 3s^ l^. Co»veutionsmünHe von Hundert3^i ?sgft»