Dinstag den 24. KbVtember 1839. I l l y r i e n. ^ aibach , am 20. September. Heute Nachmittags um 2 Uhr sind Se. kais. Hoheit der durch? lauchiigste Herr Erzherzog Johann, von Trieft kommend, hicr eingetroffen, und haben um 2 Uhr Hoch' dero Neise fortgesetzt. Der krain. standische verstärkte Ausschuß hat bis del dec train, ständisch Verordneten - Slcll« erledigt« Protocollisten-, Erpeditors- und Ncgistratorsstelle dem ersten ständischen Kanzellisten, Heinrich Ritter v. Gariboldi; die durcl, dessen Beförderung erledigte erste Kanzellistenstclle dem zweiten Kanzellisten, V a r-tholma Pfeiffer, und die zweite Kanzellistenstelle o,m Amtspractikaiuen, Luöwig Ritter v. Ficht«, nau, verliehen^ Das k. k. illyrische Gubernium hat di« im V!l-lachtr Kreise erledigt« Kreisingenieursstelle, demAd a l> bert Schmidt, provisorischen Ingenieur an der Ferdinands'Wasserleitung zu Wien, verliehen. — Laibach den 22. September 1823. Das k. k. illyrische Gubeinium hat m!l Entschließung vom ,23. August d. I. hi« erledigte, unter 5cm Pattonale der Neligionsfondöherrschaft Sittich stehende Pfarrpfründe St. Marein, im Ncustädtler Kreise, dem dermaligen Stadtpfarrer und Dechant zu Lack, Johann Pristou, verliehen. Triest, den 20. Sept. Se. k. k. Hoheit der Hcrr Erzherzog Johann haben heule unsere Stadt wieder verlassen, nachdem Höchsidieselden vorgestern die neuen Bauten und Ansialten der Sladt zu be-si beigen und gestern ln der ersten Versammlung der Gesellschaft zur Ausfuhr innerösterreichischer Er z c-ug n i sse in Triest den Vorsitz zu führen ger-llhltN'. Schiff fahrt in Trieft: Am 18. September. Va h la- Telegrafo, Soprmüch. Oesier., in n» Tagen, mit Num. Vahia: Iohli Via?. Churched, E„gl.. in «4 Taaen, mii Zucker. Psenambuk: Import^dor, Da Silva, Portua., in S3 Tage», mit Zucker. Liverpool: Ducheß ,f Clarence, Virch, Vngl., in 45 Tage,,, mit versch. W. ^ u , ^ ^"""Z°Nam7w'°>,"^ "°'"^ "°°"„ i. ,5 Ta„», Ain ia. dito. Marseille: Emilie. Purnauo, Franzöf., in 26 Tagen, ^^"ettch^' ^"°"'bra. Oester.. in 6Z Tage», mit ^"^'8^'^:'^'^^"""^ ^°"' Brasil.. ^'Ua^z: Amfitrite. V.rlcl',. Ruß., in 44 Tigen. mit Frankreich. Paris, 8. September. Man vernimmt, baß die mexicanische Regierung neuerdings 200.000 Dol, lals nach Veracruz abgesandt habe, um den zweiten Termin der. durch den abgeschlossenen Tractat festgestellten Entschädigung zu decken. (Pr. Z.) Paris. 8. Sept. Am 7. Sept. Mittags fand in einem Saale des PallasteS am Quai d'Orsay em Versuch mit dem Daguerreotpp Statt, D^r General-secretär des Ministeriums 'des' Innern wohnt- der Zusammenkunft bei, bei welcher alle Rcd^loren der Pariser Journale zugegen waren. Die Arbeiten singen um Mittag an und dauerten eine Stunde. Hr. Da-guerre machte alle Operationen selbst. Die Glättung der Platte, die Färbung durch den Ioddampf, ihre Aussetzung in der (^mor-a ndäcura, ihre Präparation im Queckfilberdampf, um das Bild hervortreten zu lassen, wurden mit völliger Genauigkeit, und so dargestellt, daß die Zuschauer sich von Allem genau unterrichten konnten. Die zubereitete Platte warb in der (Üamcra odscura auf dem Baicon des Saals 306 susgesetzt, ber auf den Fluß sieht, dem Schlosse der Tuillerien gegenüber. Sa wie die Platte die End-zubereitung durch daS Quecksilber, wodurch nämlich die magische Schöpfung des Bildes hervorgebracht «lvd, erhalten halte, ward si« der Versammlung ge? zeigt. Das Bild stellte die vollkommenste und decail-lirteste Ansicht des Schlosses, ber Baum« des Kai, deS Flusses.und des Pont-royal bar. Die kleinsten Gegenstände waren darauf mit bewundernswürdiger Genauigkeit ausgedrückt. Dieses ans Wunderbar» gränzende Resultat ward mit allgemeinem Beifall der Zuschauer begrüßt, unter denen das Bild einige Zeit herumging. Hr. DaZuerre nahm dann die Waschung der Platte vor, wodurch das ^Vild definitiv sixirt, vor den Einflüssen der Atmosphäre und den Beruh-rungen der Hand geschützt wird. Nun ward es wieder der Versammlung umher gereicht. Dieser Da-guerre'sche Versuch gelang vollkommen, und es steht jetzt für alle diejenigen, die Zeugen davon waren, als «rwiesen fest, daß dieses Verfahren von dem größten practischen Nutzen für die Künste und für Alles das ,f«yn kann, was eine mathematisch genaue Ncproduc» tion der Gegenstände fordert. Dieser Nutzen wird in d binel dahin zu bewegen, die Garantie dieses Anlehens auf sich zu nehmen. Gleiche Eröffnungen sind, wie es heißt, auch dem Cabinet von St. James ge» macht worden. (Franks. Iourn ) K p a n i e n. Der Kriegsminister des Don Carlos, Ton Juan Montenegro, hat nach Marolo's Abfall, unterm 26. August, folgende Proclamation an die treu gebliebenen Truppen gerichtet: »Freiwillige! Eine außerordentliche Begebenheit , ohne Beispiel in der Geschichte eures Landes, würde den Ruhm, den ihr in diesem heldcnmüthigcn Kampf erworben habt, verdunkeln, wenn einige unter euch bei dem Abfall beharren sollten, z,u dem ,ihr heute verleitet worden sepd. Unter dem Vorwande des Friedens hat man dem Feinde das Thor in euer Land gcöff' net, und Sclaverei»-und die Schmach der Niederlage werden an die Scclle der Lorbern treten, mit denen ihr euch bisher bedeckt hab:. Viele unter euch sind treulos hintergangcn worden. Die dem Könige, un< serm Herrn, gemachten Vorschlag« sind eurer Tapferkeit unwürdig, und es kann euch nicht in den Sinn kom» men, ihn den Händen seinerFeinde preiszugeben. Hierauf allein und um euch an den Wagen der Revolution zu fcs' seln, reducirt sich der Friede, in dessen Namen Mehrere verführt worden sind. Dient dem Könige. Freiwillige! Denkl an den Heldenmuth, den ihr sechs Jahre lang erprobt habt, und befleckt ihn nicht durch ein schimpfliches Verbrechen! kann ein Friede, für den man die Abdication des Königs, dem ihr dcn Ei» der Tmie geschworen, verlangt, ein Friede, der von Militärchefs ohne Ermächtigung und ohne Bürgschaft geschlossen wird, kann ein solcher Friede ctwas anderes seyn. als eine Hinterlist, um sich des Lan. des zu bemächtigen, das man durch Gewalt dcr Waffen nicht zu erobern vermochte? Oessnet die Augen ^ es ist der niederträchtigste Verrath, der je erlebt worden ist. Lieber sterben, als unterlieg«,,. Die Sache Gottes und die dcs Königs, den ihr mit Stand-haftigkeit und Ehre zu vertheidigen versprochen habt, ist in Gefahr. Die Biederkeit eures Charakters ist bekannt; ihr seyd tapfer; ihr seyd Helden. Ich habe euch nichts mehr zu sagen, Freiwillige! .Es leb« die Religion! Cs lebe der König! Villa franca, dcn 26. August 1.8Z9. Juan Montenegro." (Öst. V) Bayonne, ^. September. Don CarloS hat an die Bevölkerung Navarra's und der baskischcn Provinzen folgenden Aufruf erlassen: „Slaatssccrc. lariat, Ministerium der G^ade und der Justiz. V5l- 30? ktr von Navarra und den baskischen Provinzen! Der niederträchtigste Verrath ward vollbracht, und der Verrätber kündigt euch dieß mit unverschämter Frechheit durch seme Proclamation an. Ihr wurdet um fremdes Mold und um den elenden Preis der Beibehaltung einiger Grade verkauft, und mit euch wurden es Gott, euer König, euer Vaterland und eure Fueros. Der Verräther macht euch die Bedingungen des niederträchtigen Handels, den er Frie-denstractat nennt, nicht bekannt. Wißt, daß Folgendes die zu Vergara mit Espartero in der Nacht rom 28. auf den 29. August stipulirlen Bedingungen sind! i) Beibehaltung der Militärgrade und Stellen mit der Befugniß für die Offiziere, den Dienst fort» zusetzen, wobei denen, die nicht ferner dienen wollen, unbeschrankter Urlaub oder Rücktrittssold, und denen, die lieber ins Ausland gehen wollen, ein viermonatlicher Sold zum voraus gegeben wird. 2) Die Freiwilligen werden ihre Waffen bei einem Gastmahl niederlegen, bei dem beide Heere bewirthet werden sollen, und unmittelbar sollen alle Kriegs- und Mundvorräthe dem Feinde überliefert werden. 2) Die Kriegsgefangenen folgen dem Schicksal der Corps, zu denen sie gehören. Was die FueroS dieser Provinzen betrifft, so hat Espartcro offen erklär, daß weder seine Regierung , noch er sie beibehalten tonne. DaS einzige Zugeständniß, das er in dieser Hinsicht gemacht hat, beschränkte sich auf das Versprechen, seinen Einfluß bei den Cortrs zu ihrer Beibehaltung zu verwenden. Habt ihr je eine solche Treulosigkeit gesehen? Vaskisch - navarresische Völker und Freiwillige! Wählt zwischen euerm König und dem Verrä-ther, , der auf eine schändliche Weise dem ihm g,e-schenkten Vertrauen entspricht, zwischen eurer Pflicht oder eurer Entehrung, und endlich zwischen der weisen und gerechten Negierung eurer Väter und der so unmoralischen und ordnungslosen des Madrider Hofs. Eure Religion. bie euch angeborne Rechtlichkeit und eure Standhafcigkeit lassen nicht on eurer Wahl zweifeln, und wenn ihr eurem Könige folgt/ so könnt 'hr gewiß seyn, daß Se. Maj. euch in eueru Gefahren und Beschwerden nicht verlassen wird, bis ein wayrer Friede, der mit euren, sechs Jahr. hindurch gebrachten Opfern im Verhältniß sieht, hergestellt 'st- K. Hauptquartier zu Lecumberrp, ,I1. August 18-9. Auf k. Befehl der Staatssecretär Paulino Rannrez Piscina.« Don Carlos erklärte zugleich Na: fael Maroto als Verräth und allen Strafen verfallen, welche die Gesetze auf den Hochverralh festsej. zen, und als Vogels«!. Bayonne. 6. Sept. Das Hauptquartier des Don Carlos war noch am 2. zu Lecumberri. Marvlo so« den Vortrab Espartero's aft der Spitze von acht Vataillol'en von Guipuscoa commandirkn. (Allg.Z.) (Moniteur.) Telegraphische Depesche. Bavonne, 7. September i Uhr. Don Carlos hat seit nen ganzen Hof und sein Ministerium entlassen. Er ist nach Lecumberri zurückgekommen. Die HH. de la Piscina, Erro u. s. w. sind in Frankreich eingetroffen. Die navarresischen Bataillone verüben die größten Ausschweifungen. General Moreno ward zu Urdax erschossen. (Moniteur.) Telegraphische Depesche. Baponne, 8. Sept. Am 6. haben sich 50 höhere Offiziere und andere Personen, die zu dem Hofe des Don Carlos gehören, und 60 Subaltern-Offiziere, eine Meng« Damen und der Erzbischof von Cuba nach den Aldudes gefiüchtel; Andere werden noch erwartet. (Moniteur.) Telegraph-i sche Depesche. Baponne, 9. Sept. Don Carlos hat die verschiedenen navarrefischen Bataillone nach Lecumberri berufen, diese Operation konnte aber wegen ihrer Indis-ciplir. nicht Statt finden. Espartero sollte diesen Morgen von Tolosa mit 12 Bataillonen gegen Lecumberri aufbrechen. Die Auswanderung dauert fort; gestern sind 80 Offiziere über Sare nach Frankreich gekommen. (Moniteur.) Telegraphische Depesche. B ayonne, 20. Sept. 10 Uhr. Der Generalcommandant der 20sten Militärdiuision an den Minister der auswärtigen Angelegenheiten. Espartero schreibt mii: vom 3. Sept. von Tolosa. daß er am 9. seine Bewegungen gegcn das Bastanthal wieder beginnen werde, um Don Carlos zur Flucht nach Frankreich zu zwingen. Er wird mich von seinen Operationen ftkncr benachrichtigen. (Großbritannien. London, 7. September. Aus Persien sind Nachrichten bis zum 28. Juli über Constantmopel eingegangen; rs hieß, Herat ftp von einem englischen Truppen-Corps besetzt. (Pr. St.) London, 9. Sept. Ein Sonntagöblatt versichert, die Vermählung der Königinn Victoria stehe nahe be» vor, und der Besuch der belgischen Majestäten hab? Bezug darauf. Der Herzog Ferdinand von Sachsen-Coburg wollte sich mit seiner erlauchten Familie am t0. nach Ostcnde einschiffen. (Mg. Z.) Gsmanischrs Ncich. Con st a n tinopel, 2^. August. Die Note, welche die Pforte an die Repräsentanten der fünf großen Mächte erlassen hat, um diese aufzufordern, ihrer Vermittelung gegen Mehemed Ali mehr Nachdruck zu Zcbcn, lautet folgendermaßen: Es ist bekannt, daß nach der Thronbesteigung des Sultans derselbe dem Pascha von Aegpplen, Mehcmed ?M Pascha, Verzeihung hat angedeihen lassen, und daß er ihm s-Ubst die Erblichkeit Aegpptens hat zugcste- 308 hen wollen. Bereits war ein Commissar beauftragt, auf dieser Basis hin m!t ihm zu unterbandeln, als die Repräsentanten der großen Mächte in einer Note der, Pforte anzeigten, daß sie in Folge einer gemeinsamen Uebereinkunft ihrer respective Regierung beauftragt seyen, die ägyptische Frage auszugleichen und zu reguliren. Die Pforte sah sich veranlaßt, davon alsogleich Mehemed Ali zu unterichten. Aber während sie dem Effect der Eröffnungen ruhig entgegensah , welche die fünf Mächte gleichzeitig an Mehemed Ali machen würden, hat dieser drückende Forderungen gestellt, die auf nichts Geringeres ab» zielen, als die Erblichkeit über alle Provinzen zu erhalten, die unter seiner Administration sich befinden. Zugleich hat er kund gethan, daß er die Herausgabe der osmanischen Flotte an die Erfüllung seiner Ansinnen knüpfen will, so wie daß er Veränderungen in den obersten Stellen verlangt, worüber nur der souueraine Wille des Sultans zu bestimmen hat, unv endlich hat er sich noch erlaubt, aufrührerische Schreiben an die Weffiere von Numelien und Analolicn zu erlassen, um sie zum Aufstand anzufeuern. Da diese Handlungsweise des Pascha's von Aegypten als ein Treubruch gegen seine Unterthanschafl angesehen werben muß, so wünscht die hohe Pforte, nachdem die großen Machte die Beilegung des bedaucrnslvel« then Streites mit demselben übernommen haben, daß sie auf Mittel bedacht seyn möchten, um den Pascha Von Aegypten zu vermögen, daß er zu seinen Pfiich-tM zurückkehrt, die osmanische Flotte herausgibt, auf die Erblichkeit von Syrien verzichtet, und von bem unstatthaften Verlangen, den Großwesiec Chos-rew Pascha abgesetzt zn wissen, absteht, überhaupt, d.aß er fich jedes Versuches, die treuen und ergebenen Provinzen der Pforte aufzuwiegeln , enthält, und ruhig die Verfügungen abwartn, welche die großen Mächte unter sich verabreden, unk zu ergreift« für gut finden, und die nachträglich die Bestätigung des Sultans erhalten dürften. Die hohe Pforte ersucht demnach die HH. Repräsentanten, gegenwärtige Mittheilung ihren Regierungen zukommen zu lassen, die dadurch benö'thigten Instruktionen von ihnen zu verlangen und sie dann zur Kenntniß der Pforte bringen zu wollen." Constantinopel, 23. August. Die Stadt befindet sich in steter unruhiger Bewegung. Die sich fort und fort erneuernden Gccüchle von^lufstän» den, deren Schauplatz bald Kleinasien, bald Süd-albanien seyn soll, erhalten die Bewohner in eiuer gereizten Stimmung, welche von den Agenten des Vicekönigs mit so viel Geschicklichkeit benutzt wird, daß Alles zu besorgen steht, wenn man nicht der Ungewißheit, in der wir leben, bald ein Ende macht. (Mg. Z) A e g v v t e n. Alexandrien, 6. Sept. Ei