„/ttcheit, WihlftM, Dil»»» flir Allt." «r »« GonAtag, R t. August VI. Zahrgaug Die ^Marbnrger Zeitttuq" erfctikint jtt»nl SvimtNt,. Mitiwvtii »„> 7,reit«ni. Preise für Marburg: cil,n^jäl»ri,z «: ft., ltalbjährig ft.. vierteljäkriq 1 kl. ^0 kr; fiir Zustellung ^ " ile wird bei einmaligl empel zelittdr soiumen. ttis Ha«» mouatliib l0 kr. — ,ni,Postverse>,dttilft. t^iuzjähris, 6 fl., tml^'jähriq 4 sl.. vierteljährig > sl. Dle eiu Mal geivnlttue Garmondzeile wird bei einmaliger «inschaltuuü mit I«>, l'lizweimaliger mit 1.'», tici tlreimniiger mit kr. tierechuet. wozu für jedesmalige EiuschlUtuug 30kr. Äuferaten-Ziem Zur Zrschichl,' tti»; Tanes. Utber die skit d»m 8. Auzzust in Wien vkrsammtltcn Ausgleichs-Abordnungen lonfen alle Mittlicilungcn darin zusamlnen, paß die erste Sipunq faum den Namrn cincr solchen verdient und nnr eine formelle VorfteUun,^ ivar. ^rst gtslkr« hnbcn die Sitzunxien in geregelter Weise begonnen. Au Prst scheint mnn sich dliruhcr ,»selnigt zu l»nbtn. die grage der gesammtverbindllchen Verpflichtung zur Zrax^ung der gemeinst,,«en ^^ast der Staatsschuld offen zu lasse» und. anlelinend an die bezüglich dieser Krage nicht genauen Ntstimmungeu des AuSgleichS.Eiitlvurfei«. die Theilderechnun.; nicht auf diele Last anivcnden zu wollet,, sondern einen beliebten Jahresbeitrag zu den Lasten der Staatsschuld vorzuschlagen. Dat Pariser Blatt La Presse untersucht die politische Bedeutung der Salzliurger Begej,nung und meint Oesterreich habt' nur die Walil zwischen dcr Alliuiiz mit Frautteich und Jsolirung. Die Alltanz brauche nur PlaK zu greisen in dcm Falle, daß in Europa Ereignisse eintreten tvelche die noch schrecklichere Folge d^r Sreigniffe von 1866 wären. „Ist rs nöthit,, diese Mögli^tkeit nal)er zu bezeichnen?" fragt La Presse, „ivurk^e sie nicht vor Allem die Macht-stellung, die Unalihüngigkeit. die Existenz Oesterreichs berühret»? Welche» auch ihr Vonvand wäre, würde sie nicht sofort die Frage stellen, ob preußische Soldaten ihre Posten bis nach Baiern. fast biS an die Grenzrn von Wien vorrücklN dürfen? Könnte Oesterreilh gegen einen solchen Konfllkt gleichgiltig bleiben und ralt» man ihm etwa zum Selbstmord? Wir brauchen der Zusammenkunft von Salzburg nichts von ihrim persönlichen und rührenden Charakter zu nehmen. At»er denjenigen, welche uns fragten, ob tvahrend deifelben eine österreichisch-französische Allianz abgeschlossen werden ivird. möchtet» wir antworten, daß diese Allianz uns bereits durch die Gewalt dir Dinge geschaffen zu stin scheint und daß die Ereignisse sie nur noch besiegeln können." Aus der preußischen Provinz Sachsen schreibt man: ?n dem ganzen preußischen Staat sind jetzt alle Eisenbahnzüge mit in ihre Heimat zurlickketirenden Soldaten angefüllt, da die gesummte Altersklasse von 18tt4. die ihre grsepliche Dienstzelt eigentlich erst am 1. Oktober beendet hätte, diesmal schon am 1. August zur Nteserve entlassen wurde. Die Gründe hievou sind: 1. um den Soldaten eine Belohnung für ihr Wohlverhalten im vorjährigen Feldzug zu geivaliren; 2. um für die in diesem Aahre ungewöhnlich schwierige Ernte die Arbeiterzahl z« veimehren; 2. um zu zeigen, daß sür den Augenblick auch nicht die mindeste Kriegsgefahr vorhanden ist. Es sind serner ober noch voll jeder Kompagnie acht bis zehn Soldaten der Altersklasse von 1865. die also nur eine zweiundzwanzig monatliche Dienstzeit hatten, auf ullbestlmmtc Zeit beurlaubt worden. Man tvählte hiezu Leute, die sich IM vorjährigen Kriezi besonders ausgezeichnet hatten, oder besonder» Fleiß und Geschick beim Scheibenschießen zeigten, oder deren Familien-verliältnissc eine solche frühe Beurlaubung dringend erwünscht machten. Dilser ras(t)e Wechsel der Soldaten im preußischen Heere beivirkt, daß jept. l.ußer bei den llnteroffizieren, die Felvzugsinedailleu und Äreuze aus dem Feldzug von 1864 gegen Dänemark in den Regimentern nur noch sehr spärlich vertreten sind, ja selbst das Kreuz des vorjährigen Krieges blos von dem dritten Theil der Mannschaft noch getragen ivird. da jel»l nur die Jahrgänge vom Oktober 1865 und 1866 unter den Waffen stehen. Die Organisation des Heeres ist aber so genau, und die Ordnung wird so streng gehandhab», daß, »venn es sein muß. die Jahrgänge von 1862 — 1863 — 1864 und 1865 intierhalb acht Ta^en vollständig ausgeriiftet in ihren alten Regimentern unter den Waffen stchrn können, lvahrend die älter» Jahrgänge unvertveilt die Landwehr crsten Aufgebots liilden In Italien mehren sich die Volksversammlungen, tvelche Beschlüsse in Betreff der römischen grage fassen, von Tag zu Ta^^. Zuerst hat diese BeiveguNt^ an der ligurischen Küste, in Genua und einige» anderen Hafenstädten dieses Landstriches begonnen, dann wurde si^» Benedta aufgenommen und jeßt gibt es in Ober-Italien kau« Vme namhafte Stadt, in welcher nicht eine solche Volksversammlung abgehalten lvurde oder wenigstens vorbereitet wird. Die Anträge, tvelche zur Ver-Handlung kommen, sollen einerseits die Zufriedenheit des Volkes mit der Lösung, welche das Kirchengütergesetz gefunden hat, bezeugen, nnd anderer-seits dem Wunsche Ausdruck gebet«, fiüher oder später Rom zur Haupt-stadt des Königreiches gemacht zu sehen. Es scheint jetzt festzustehen, daß der französische Gesandte in Meziko von den Republikanern mit Gewalt zurückgehalten lvird. Bekanntlich ivollte derselbe mit 300 Franzosen das Land verlassen, mußte jedoch, da ihm die feindlichen Heerscharen den Weg versperrten, wieder nach der Hauptstadt zurückkehren. Wie wird sich nun die französische Regierung gegen Mexiko benehmen? Sie steht vor einer schlimmen Wahl. Entweder muß ste die Ehre der Nation durch den Uebermuth der Mexi-kaner mit Füßen treten lassen, oder sie muß einen in jeder Beziehung höchst kostspieligen und schädlichen Krieg gegen Mexiko beginnen, in den sich einzumischen die Vereinigten Staaten ntcht übel Lust zeigen. 's e l i c i t a s. Vom verfaiser >er „Ueue« deutsche« Zeitbizbeil" (4. Fortsej^ultg) II. Der Gang zu dem Liebhaber. Acht Tage ivaren Vergatigen. Es lvar des Nachmittags. Der alte Aährmaun Rose schlief. Der hinfällige Greis tvar seit dem Tode seiner Tochter nicht mehr aus dem Bette gekommen. In heftigeren Anfällen seines Irrsinnes, der ihn nicht ivieder verlassen, hatte er liinausspringin wollen ; seine Kräfte hatten nicht ausgereicht. Jene Anfälle hatten sich indeß nur in t eu ersten Tagen wiederholt. In der letzteren Zeit war er ruhiger geworden Die kleine Anna saß aufrecht auf der Bank, auf einem iveichen Kissen, das die Muhme ihr hingelegt hatte. Sie spielte mit einer Puppe von Holz, die der blödfinnige Wilhelm ihr geschnitzt hatte. Sie ivar ,eit einigen Tagen »vohler. Der blödsinnige Fährknecht lvar in seine Hütte gegauge» Dort pflegte er. wenn er nicht zu arbeiten hatte, und er hatte wenig zu arbeite«, auch bei Tage zu schlafen. Sein Schlaf war deS Nachts, weun er »u« Nebersetze» heraus mußte, um desto leiser. Felieitas Rose stand i« der Stube nachdenklich am Fenster. Ihr Blick schweifte in die weite, unbestimmte Ferne, doch bald wandte ne ihn in die Stnbe zurück, auf den Vater, der in ftdse« Bette rnhkg schlief. Nnr selten wurde der Athe« schneller, heftiger, als wenn er ein Zacken oder Leiden des kranken Gehirns anzeige. Auch ans das Kind blickte sie. das mit seine? Pnppe still spielte; aber nur still in de« blassen Gesichte; die mageren Händchen mit ihren krankhaft aufgereizten Nerven flogen a» dem Spielz.uge rasch und zucketid hin und her. Felicitas sah sinnend auf den Vater und das Kind. ..Anna." sagte sie zu dem Kinde. ..ich muß Dich aus ein Viertel-stündchen alleii» lassen." „Wohin gehst Du. Muhme?" ..Ich habe etwas Dringendes zu besorgen." Das Kind sah mit einem forschenden Blick zu ihr aus. ,.J.t, weiß, wohin Du gehst. Muhme." Felicitas erröthete vor dem Blicke, vor den Worten. Aber sie that. als »Venn sie Beides r»icht tvahigenommen habe. ..Du bleibst doch recht still, bis ich iviederkomme. und iveckst den Großvater nicht „Du hast einen Liebliaber. Muhme Felicitas." Das Mädchen erblaßte. ,.Zu dem gehst Du." .,Um Gottcswillen. Kind, wer hat Dir solches Zeug i» den Kopf gesetzt?" „Ich welß es. Der Wilhelm hat es mir gesagt." „Der Blödsinnige —!" ..Ihr nennt ihn den Blödsinnigen, den Unklugen; aber er ist nicht unklug; rr hat mir schon Manches gesagt?" „Uiid was hät)e er Dir gesagt?" „Daß Meine Mutter hätte sterbeu «üf^en. iveil ich ihr Kind sei. und daß ich auch sterben muffe, weil ich nicht so ihr echtes Kind sei. Es sei so tvas Fremdes a» mir uud olles Fremde mnsse aus de« Lande heraus." ..Aber. Anna. waS für dumme Sachen find das! Hast Dn den» c.n Wort davon verstanden?" „So ginz wobl nicht aber seine Auaeu sahen so klug, so etge» dabei auS." Mapol-o« t« Salzburg Marburg, 10. August. Wird Oesterreich ein Bitndniß mit Frankreich schließen? DaS ist jetzt eine Frage nicht allein der äußeren Politik, sondern auch der inneren. Die Partei, welche mit Rom unterHandel», »vünscht djese» Vündniß; diese Partei herrscht, diese Partei reicht dem „ält»sten Sohu der Kirche", dem „aUerchristlichsten" Napoleon die Hand zum Bunde. Napoleon m Salzt»urg bedeutet sür unö nicht weniger als ein fran« zösijch österreichisches Bündniß — mag die Urkunde früher oder später unterzeichnet werden. Die Kette der Tlzatsachen die Oesterreich eng und enger umschließt, zwingt eS mit einer Gewalt, oer nur rine voltkthnm-liche Politik widerstelien könnte, zu diesem Vündniß. Napoleon kämpft sür seine Ehre, seinen Ruhm, für die Erl)altung stineS Thrones, sür den Bestand seines Hauses. Frankreich kämpft um dcn Rhein. Für Oesterreich handelt es sich um Sein oder Nichtsein. Im Falle des Sieqes gewinnt Frankreich den Rhein; im Falle des Unterliegens stürzt Napoleon, ftüizt seln Haus und die Republik rettet Frank« reich. Unterliegt Oesterreich, dann ist e» verloren — siegt es gegen den änßeren Feind, so schwebt eS in Gefahr, an innerer Verblutung zu sterben. Hofft Oesterreich, besten Falls in Deutschland an die Stelle Preußens zu treten, dann kennt es Napoleon schlecht, der nur ein zerrissenes, ohn-mächtiges Deutschland neben sich dulden will — ei» Deutschland, dessen Fürsten nach Paris pilgern zur Verherrlichung Frankreichs. Die Gegner Bismarcks scheinen auf die preußenfeindliche Stimmung in den eroberten Ländern zu rechnen. Wir aber sind fest ütierzeugt. wenn es zum Kriege mit Frankreich kommt, dann wird nicht Preuße« die Wacht am Rheine beziehen, sondern das deutsche Volk — troK Allem, was König Wilhelm und Bismarck verschuldet und der welfcntreue Adel in Hannover wird erfahren, daß im Falle eineS Angriffes von Außen die innere Parteiung verschwindet und nur ein Volk dem Feinde gegen-über steht. Die Stimmung des deutschen Südens drückt sich in Volks« Versammlungen deutlich genug auS und mag es auch dort Leute geben, die geneigt wärin. sich von Napoleons Gnaden schelten zu lassen — da» Volk wird ehrlich zum deutschen Vaterlande halten. Oesterreich braucht den Frieden, braucht langen Frieden, um wieder zu erstarken — Oesterreich braucht Freiheit, die ganze Freiheit, um seinen Bestand ^u sichern. Ohne Freiheit gibt es für uns keinen Frieden. Die Freiheit bewahrt uns vor der Nothwendigkeit, mit Napoleon uns zu ver. bünden — die Freiheit rettet uns vor den Schrecknissen des Krieges, des Krieges mit Genoffen unseres Stammes. Kon ViUafranca bis Salzburg ist ein weiter Weg und welche Denkzeichen stehen an demselben! Die Partei, der »vir Solserino und König' grätz zur Last schreiben, hat die Bahn nach Salzburt^ einem Manne geeb-net. der uie dorthin gekommen, ja! der nie Kaiser der Franzosen geworden wäre ohne eine Politik, welche Versaffungen zerrissen. Worte gebrochen, feierliche Verheißungen zurückgenommen. Zede Schuld rächt sich aus Erden! Oesterreich ist ein Büßer, wie die Geschichte noch selten einen gekannt. Welche Sühi»e «vird die ewige Gerechtigkeit der Geschichte uns auferlegen für das Bündniß mit Napoleon? Vermischte Rachrichteu. (Weiber im Preise gestiegen.) Daß nicht nur in den Ländern, die an der Spitze der Cwilisalion marschiren. der Orden der Hagestolzen im Wachsen ist nnd die Zunggesellen zu der Ueberzeugnag kommen, daß. winn auch Levi,,bleibe« nicht besser sein sollte als Heiraten, letzteres doch ein sehr kostspieliges Vergnügen ist. ersieht man aus einem Zeitungsblatt fern von der afrikanischen Küste, auS Natal. Dort unter den Eingeborenen ist der Preis sür Weiber in einer Schrecken erregenden ..Aber die Worte waren so unvernünftig.' „Er hat mir auch noch mehr gesagt." „Und was war das?" „Das war gar nicht unvernünftig; das habe ich ganz wohl ver-standen.- „Theile es mir mit." „Dein Liebhaber sei auch ein Fremd,r. und darum müssest Du auch sterben, das habe auch der Großvater gesagt; und dann sei er hier so ganz allein auf der Fähre. Er lveinte dabei, der arme Mensch." „Er weinte?" „Recht traurig. Er »st gut. der unkluge Wilhelm." Der Blödsinnige hatte immer nur ein gutes Herz gezeigt, sreilich zugleich jenes stille Mißtrauen und jene eigensinnige, hartnäckige Heim« lichkeit auch der gemüthlichsten Blödsinnigen, aber nie einen Zug eines bösen oder nur übelwollenden Herzens. Und wie leicht kann selbst ein verständiges, gutmüthiges Herz von fremder Bosheit oder Leidenschasl mißbraucht werden! Das Matchen beruhigte sich nur halb über den Blödsinnigen. Und über das Kind? Wenn es gegen den wahnwitzigen Vater plauderte! „Anna." sagte sie zu dem Kinde. ,.Du bist ein kluges, verständiges Mädchen. D» kannst schweigen." „Du weißt es. Muhme - „Komm mit mir Du sollst sehen, wohin ich gehe." ..Dn gehst nicht z» Deine» Liebhaber?" ..Ich habe keine» Liebhaber. Aber zn einem kranken, elenden Mann gel»e ich. der sterbe« mußte, wenn ich lh» nicht pflegte, und den die bösen Menschen todtschlagen. ermorde» »vürden. lveun sie wüßten, daß er hier ist. D» wirft kein Wort vo» ih« sagen?" „Kein Sterbenswörtchen. Mnhme.- ^Anch zn dem Großvater »ad de« Wilhelm nicht?" „6n keinem Menschen. M»h«e." Weise gestiegen. Während sonst eine Hausfrau für 10 Kühe oder etwas mehr oder »veniger zu erhandeln war — 15 Kühe ivar ein Ausnahms-preis, der nur sür eine schwarze Schönheit gezahlt ivurde — ist jetzt 20 Kühe der niedrigi'te Satz, sür den ein Mann sich eine Gefähttin zulegen kt'nn. Die alten Familienhäupter sind die einzigen, die von diesem Zustande geivlnnen. denn sie sind die Glücklichen, ivelche durch die Arbeit ihrer Söhne Vermögen besitz, n und so in die Lage gesetzt sind, ihre alten Tage aii dem Reize d r Jugend zu. weiden und sörmliche Harems an« zuZcgeu. Fragen wir nach der Ursache dieses Mißstandes, so überzeugen »vir uns. daß es auch hier die Kultur ist. die alle Welt beleckt. Früher zogen die jungen Männer aus zum Kriege gegen die Nachbarstämme und erbeuteten Weiber und Bich, so daß in ersterem Artikel mehr Zusuhr auf den Markt üim. ivährcnd dic Beule an Vieh es dem Einzelnen leichter machte, die damaligen Preise zu zahlen. Die britische Regierung aber legte sich zivischeu die sich gegenseitig ausreibenden Stämme ins Mittel und hielt den Frieden ausrecht, brachte sich dadurch aber auch in die schivierige Lt,gr, jetzt der Vieliveiderci in den Weg treten und billige Preise sür die Weiber herstrlleu zn müssen. Mannigsache Vorschläge sind scho» in dieser Richtung gemacht ivorden: Verbot der Vieliveiberei. Steuer für j de weitere Frau, gesetzlich bestimmter Marktpreis — sind die Haupt-antrage. Die Entscheidung muß in nächster Zeit getrosfeu werden. (Amerikanisches V e r e i u s le be n.) Die vor 51 Jahren gestistete amerikanische „Bibel Gesellschaft" weist für 1866 eine Einnahme von 734,089 Dollar n,^ch. Sie hat feit ihrem Entstehen über 22 Millionen Bibtli« drucken und verbreiten lassen. Zwei Gesellsch.iften zur „Verbreitung religiöser Traktate" haben 544 151 Uiid 160.56S Dollar lSinnahmen. Die Gestllschast sür „innere Mission", welche 846 Missionäre uuterhält, und dercn Sonntugsschnlen von 64.000 Kindern besucht werden, hat eine Einnahme von 212,567 Dollar. Ein Misstonsverein, dtffen Mitglieder den verschiedensten religiösen Sekten aNtiehöre». richtet sein Augenmerk vorzugsiveise auf den Süden, um den armen Negern die Wohlthaten des Unterrichtes an.^edeil»en zu lassen. Mit einer Einnahme von 340,000 Dollar hat er im verflossenen Jahre 470 Lehrer unterhalten, ivelche 38,000 Schüler unterrichteten. ES würde zn weitläufig sein, alle Vereine aiizuführen. ivelche sich dieses Jahr in New Kork versammelt. Wir erwähnen nur noch deS Vereins der „SeemannSfreunde". welcher seit seinem achtjährigen Bestthen S9.5V0 Bücher zur Belehrung und sittlichen Besserung der Matrosen angeschafft und vertheilr. und tes „Feauen-Belvahrvereins". der verlassene Mädchen zu unterrichten, unterzubringe« und vor dem Versinken ins L 'ster zu beivahren sucht. Die Einnahme desselben für 1866 betrug 78 768 Dollar. So zieht sich durch die ganze Bevölkerung der Vereinigten Staaten das vielfach verzweigte Band eines weekthätigen Ehristenthums, ivelches aus Heilung der sittlichen Gebrechen der Bevi>lkerung gerichtet ist und den eigentlichen Charakter der amerikanischen Volksrepublik ausmacht. (Die militärische Uebungs reise des Generals Moltke.) Der preußische Generalstabs Et)ef Moltke hat seine „militärische Uebuugsreise" beendet, und nachdem er im Schiveidnitzer Kreis ein aus drei Dörscrn bestehendts Gut sür 245.000 Thaler gekaust, ist er nach Be lin znrückgekelirt. Die Arbeit, welche sich von Neisse bis Warmbruuu erstreckte urid alle Uebergänge oder Stützpunkte im letzten Kr,eg umfaßte, »ahm drei volle Wochen in Anspruch, und es haben sich au derselben 16 Stabsoffiziere. 10 Hauptleute und 35 Ordonnanzen mit 47 Pferden betheiligt. Die Arbeit soll später mit Berücksichtigung aller strategischen Punkte über Görlitz bis an die sächsische Grenze fortgesetzt und bei der Geschichte d's letzten Feldzuges benützt werden. (Zakoby über de» Genfer Friedenskongreß.) Johann Jakoby ht't auf die Einladuug. dem Genfer Friedenskonaresie beizutreten, in Folgendem geantivortet: Herrn Emile Acolos in Paris. Geehrter Herr! Der internationale Friedenskongreß, ivelchem beizutreten Sie mich auffordern, wird nach meinem Dafürhalten erst dann erfolgreiche Wir. kun., erzielen, wenn es dem freien selbständigen Bürgerthum in den ein« Das Kind Ivar «och keine vollen sechs Jahre alt; aber es war klua. ^wie ein Kind von zehn Jahren. Der Verstand kränklicher Kinder reift schnell. Sie nahm das abgemagerte, sederleichte Kind auf den Arm und verließ mit ihm die Stube. Auf der Decke, wo sich die Luke befand, die aus den Boden sührte. ließ sie es nieder. Nebenan ivar der Stall, in Ivelchem die Leiter zu der Luke lag. Sie holte sie. letzte sie an. stieg hinan und hob die Luke in die Höhe, die niedergelaffen ivar. Dana kam sie lvieder herunter, das Kiud zu holen. Mit ihm stieg sie ivieder die Leiter hinaus und durch die geöffnete Lnke auf den Boden. „Sei ganz still. Aennchen. Er könnte schlafen und dem Kranken thut der Schlaf so ivobl." Das Kitid hielt sast den Athem an. Auch Felicitas. Sie schritt leise, dos Kind »ins dem Arme, nach der Hinteren Seite des Bodens, wo das Heu lag. In dem Heu lag seitivärts das Bett Es war ein wei-ches, warmes Bett. Die SIZutter des Kindes hatte das warme Lebe» darin ausgehaucht, das ihr so kalt, so hart gelveseu war. Der verwundete Fremdling lag da, in. Er hatte das warme, srische Leben darin gewannen. Er ivar noch blaß, aber die Züge zeigten nicht mehr die Er» schlaffung jenes Abends, als das Mädchen ihn i» den Weiden am Fluffe gesunde» hatte. Sie hatten ivieder Spa»nkrast geivounen. Noch IN derselben Nacht, als das Mädche» ihn ausgenommen, hatte eine heftige Krankheit ihn hefalle». Als sie am Morgen wieder zu ih« kam. faui> sie ihn in rine»n schwere» hitzige» Fieber. Auf dem Laude, in der Einsamkeit des Fährha»ses hatte sie allerlei Hausmittel gege» Krankheiten keune» gelernt. Wie »ft hatte sie ihre einsache »ad vielleicht desto wirksamere uud wohlthätigere Kunst bei der kranke» Schwester ausüben müsse»! Sie bereitete ihm kühleude. lindernde Tränke gegeu die Hitze des Fiebers. Sie reichte ihm stärkende Mittel, als das Fieber nachgelafie» hatte. Es war bald verschwunden. Die ursprünglich kräftige Soldate»»at»r hatte trotz aller Erschöpsung durch die Wunde, durch Au-strevg»»ge». Entbehrunge» »nd Leide» so vieler Art die Kra»kheit sch»eU zelnen Staaten Europas gel««i,en sein wird, eine» größeren Einfluß auf die öffentlichen Angrlegenheit«» auszuüben. ulS dies geMwcirtit, der Fall ist. Doch dürslt auch jetzt schon die Bereinigung ftlcichgesinnttr Männer aus dtn vtlschiedenen Ländern — behuf» qegtnscitiqer Vtrständigung und VorbkrcituNj^ gtmnnsamtr Thätij^keit — dem von Ilzntn beabslch« tilgten t^roßarligt» Zwecke förderlich sein. Jedenfalls wird dadurch dem Mißlirauche deS sogenanuten ^NationalitätSprinzipS." dem auf eisrij^t Pi!t,;e des BölkerhafskS gegründeten „Tdeile und herrsche" eine heilsame Echrunke gescp». Ich erachte eS meinerseits für Wicht, dem internationalen Friedenskongresse mich anzuschließen und ersuche Sic. geehrter Herr, meinen Rameu dem Mitgliederverzeichnisse desselben hinzuzusü,;en." (!) a n d w i r t li sch a s t l ich er W a n d e r. U nte rri ch ») ist be-kanntlich seit einiger Zeit im Großl,crzogthum Hessen eingeführt. t^S ivird unsere Leser interessircn. von tinit^en Vemelkun^jen des Wanderlelneis. Dr. Funk selbst, welche derselbe im Kreis eines landwirttiscbaftli^bett BezirtSvereinS äußerte. Kenntniß zu erhalten. Dr. Funk brmerkt. daß lS erfreulieh sei wahrzunehmen, wie daS Jntecesst an se.nen Borträge» von Tag zu Tag steige; er strebe dahin, nachzuweisen, wie die Ergebnisse wissenschaftlicher Forfchunuen die Erfahrungen k>tr Landwirthe erkl^^ren. und begründen und neue Wege voizeichnen. Vci seinen Bortragen komme ihm ein chemischer Apparat sehr zu Statten mit welchem l^er landw. Provinzialvercin ihn ausgerüstet habe. Er hoffe, dnß seine Borträl,e dazu beitragen, daß das Mißtrauen gegen die Wissenjchast. welche» bei den Landwirthen mannigfach vorkomme, »illmähliät schwinden werde. Bei seinen Borträgen habe' er bisher zunächst die Pflanzen selbst nach iliren Bestandtheilen besprochen, dann habe er einzelne Stoffe dargestellt, erklärt^ wie sie aufgenommen würden; hi ltiuf habe er der Aschenbestandtdeile und ihres Zusammenhangs mit dem Pflanzenleben gedai,t, und die Vorgänge bei der Affiinilation der Pflanzennahrnng zn erläutern versncht. Todann habe er rinigeS über Pflanzeukrankheiten vorgetragen, vom Schuh der nützlichen Thicre gciprochcn. über Düngerlelire und schließlich über thierische Ernävrung g«handelt. Bei acht Borträgen auf einer Station könne er natürlich nur das Wichtigste der erwähnten Gegenstände l>ehand,ln. und tväre es deßhalb nur tvütllchenSwerth. wenn er, statt acht, zwölf oder m,hr Borträge halten könne. (Der Handelskammer in Graz) »st als Antwort auf ihre Adresse ein Schreiben diS ginanzministerS zugegangen, in »velchem mit-getheilt tvird, daß die Einleitungen zu einetn HtindelSvertnige mit Ruß-land bereits getroffen seien. Die Aufhebung des Tabak- und Salzmono-polS könne jedoch nicht stattfinden, weil namentlich daS Tabakmouopol eine ivichtige StaatSeinnahme bilde. Die der österreichischen Gebühren« Gesetzgebung gemachten Borwürfe tverden zurückgewiesen, iudeß eine Reform im Zusammenhange mit der Reorganisation der C'vilprozeßord nung in Aussicht gestellt. Marburger Berichte. (Die landwirth schaftliche Filiale) befchloß in der letzten Sitzung, um eine größere Theilnahme für die Bestrebungen der Geftllschaft zu erwecken, iu der Hauptversammlung derselben die Wieder, einführung der Zirkelausschüfse beantragen zu laffeu. Ferner wurde der Wunsch ausgesprochen, die Sesellschast möge sich bei der Regierung und beim Landtage nm Zuschüffe aus Reichs» und Landesmitteln verwenden, damit die Beitiäge der Bereinsgenossen bedeutend hernbgrsetzt, Bücher und Samen unentgeltlich verlost werden können. — Die Filiale wird durch ihre Abgeordneten in der Hauptvers.m»mlung die Errichtung von Borschußkassen für Laudwirthe empfeljleu nach den Grundsätzen, ivelche Schulze-Delitzsch in Deutschlaud zur Geltnng gebracht. — Die Anstellung von Thierärzten durch die Bezirksvertretungen, die Veredlung der Rinder durch Pflege der besten heimischen Raren, durch Kreuzung mit fremden Raeen. die Ausstellung von Zuchtstieren durch die Gemeinden ivurde einstimmig verlangt. — Der Borkenkäfer, welcher jetzt einen Theil der Vacherwal-k'ungen verheert, kann nach den Ansichten der Filiale nur durch eine gute Forstwirtlischaft — namentlich Säuberung der Schläge von Wipfeldol^ und nach Windbrüchen, vertilgt tverden. — Der Borschlag. daS Reif, heizen iin Einvcrnchmcn mit din BezirkSvertretungen zu organisiren. wurde von der Filiale angenoinmen. Herr Dr. Mulle, der sich mit dem Reif-heizen schon befaßt, erklärte, dasselbe könne nicht genug empfohlen iverden ; es sei al»er nothwendig. daß die Gemeinden sich betheiligen. Wenn jeder Wein-«Zarten Besttzer nur eitlen Reisighaufen attzündet, so könne der Reif nicht schaden. Diese Haufen müssen gleict» den .^tohleumrileru mit Erde und Rasen bedeckt, die Rauchlöcher je nach der Richtung deS WindeS gemacht «verde«. In Deutschland habe tnan zu diesem Zwecke sestgebaute. kegelförmige Liefen. Hier zu Lande wird eS in manchen Weingärten nicht ivohl möglich sein. Erde anf Rcinghaufen zu schütten nnd eS düist'N solche Oefen den Borzug verdienen. Da eS im Frühlinge nur einige Rächte gebe, in welchen der Reif Gefahr bringen kann, so genü.;en zivei. drei Fuhren Reisig für die ganze Zeit: um 2, längstens 3 Uhr Früh müssen die Haufen angezündet iverden. Herr Dr. Mulle versprach, eine Zeichnung der in Deutschland gebränchlichen O,sen vcrschrcibrn zu lasten. — Der Untergrund-Pflng. welchen die Filiale gekauft, befindet sich im Biktringhofe und steht es den Mitgliedern frei. Versuche zu machen. — Die Herren: Alois von Kliehuber und Baron Rast d. ä. ivurden geivahlt. um die Filiale in dir Hanptversaminlnng der LandivirtlischaftS-GeseUschaft zu vertreten. (E i n !))! ejster in feinem Fache.) Am DonnerStag über-nachtete der Holzhändler Martin Skerbs von Zmolnik hier im Gasthause znm Schiff. Als er gegen 2 Uhr di^ Thüre de» Schlafzimmers auf-schloß, um sich nach dem Aborte zu v^gebeu. stand vor derselben ein Bursche von kleiner Gestalt, ivelcher sich beklagte, daß er iin ganzen Haufe keinen Platz finde, nngeachtet er sein Lager schon bezahlt habe. Skerbs ließ die Thüre offen nnd ging in den Hofraum; nach einigen Minuten kehrte cr zurück, fah den Bu»scheu aber nicht wieder. Um Z'/, Uhr wnrde er durch einen Lärm geweckt: der neben ihm liegende Flößer. Franz Sidar von St. Lorenzen, war auS dtm Schlaf emporgefahren, weil eine fremde Hand anf feiner Brnst herumgetastet. Sidar und der Flößer Jakob Dogouik von Maria-Rast, der gleichfalls in der Stube schlief, verfolgten einen Unbekannten über dir Treppe und vor daS HanS. konnten denselben aber nicht erreichen. Als Licht gemacht tvorden. entdeckte Skerbs. daß die Tafche seiner Weste, die er unter daS Hauptkiffen gelegt, weggeschnitten und der Zuhält — 139 fl. Bantnoten — gestohlea lvorden. Der Gauner, tvelcheu SkerbS selbst die Stubenthüre geöffnet, muß die Oertlichkeit genau gekannt haben, sonst tväre die Berübung dieser That nicht möglich gewesen. (Bernrtheiluug.) Joseph Tschelofiga. Sohn eineS Grundbe« sitzerS in Goritzen bei Kranichsfeld. der vor einigen Monaten seinen Schwager nach heftigem Streite erschlagen, ist vom Kreisgerichte Eilli zu schiverem Kerker auf die Dauer von sechs Jahren verurtheilt »vorden. (Konzert.) Am Dienstag wird von den Herren; Joseph Ulbricht. Hofopern Sänger ans Sachsen-Meiningen und Karl Ullmann, Pianist ans Wieu ein Konzert im Kastao gegeben. Letzte Pvft. . «» dt» »»r W»rr»»»ts«»» ,« »». ?a»dt»ttschen Ge»sffern ist die Rveisnng »raangen, sittchttge Ka«» diste« anf,«nehmen »nd tn Gicherhett zn drtnGen. ^ Die pre»Ais»e«egi,r»na will vertranenSmilnner ans Hessen, Naftan nnd Echles»i<^»lftein dernfen. ^ „ Der Tnltan soll ver^pr»ch,n haben, die G?la»erei nnd den Mädchenhandel fiir den aanzen ««fang seine» «edietes adznschaf^. Vspez, der Nerrather des Kaisers Maximilian, »ird »Or ein «riegsgerickt gestellt wegen «nsschreitnnge», die er sich als taiserlieher Offizier zn Vchnlden kommen ließ. besiegt. Die Hülse des Mädchens war ihm »vunderbar entgegen aekom« men. Seit zwei Tagen war er auf dem Wege der Genesung. Er lag in dem Bette mit geschlossetien Avgen. ..Er schläft! flüsterte Felicitas dem Kinde zu. „Wir wollen uns setzen, bis er auflvacht. Dann muß er feinen Trank haben." ,.Den Du ihm bereitet hast. Muhme?" „Ja." Dem Bette des Kranken gegenüber war zu einem bequemen Sitze »in Haufen Heu aufgeschichtet. Das Mädchtn hatte manche Stunde in ihrer Sorge um den Kranken dort gesessen und gewacht. Sie ließ sich jetzt mit dem Kinde dicht vor dem Kranken, dem Genesenden, auf dem eu nieder und konnte jeden Zug seines Gcsichtes sehen. jtdeuZug seiues thems hören. Der Athem war sanft und ruhig; man glaubte eS ihm anzuhören, wie erquickend. st»nkend der Schlaf sein müffe. DuS Gesicht tvar noch bleich, noch ohne jeglichen Tropfen BluteS. aber es zeigte jene neu erivachte Spannkraft, das Leichen der ivieder erwachten Gesundheit. Und es tvar so schön. Felicitas mußte dem Athem lauschen, in das schöne blaffe Gesicht schauen. Das Kind auf ihrem Schooße lauschte und schaute mit ihr in einer stillen Andacht, um den Schlaf nicht zu stören, der dem Kranken fo ivohl that. wie die Muhme gesagt hatte. Felicitas ivurde uaruhitier. Ihr fielen auf einmal die Worte lvieder ein. die der Blödsinnige zn dein Kiude gesprochen hatte. Das schöne Gesicht, das jo ruhig schlummemd. um zu neuem, kräftigerem Leben zu erwachen, vor ihr lag. war ein fremtleS Ge-ficht. Es war mehr, es ivar düs Gesicht eines Feindes, der mit geholfen hatte, ihr Baterland zu »nterdrückeu. so viele Tausende braver deutscher Herzen nnalncklich zu machen. Der allgemti»,c Haß deS deutschen BolkeS. so lange ohnmächtig in der kochenden Brust verschlossen, verfolgte ihu jetzt dafür, blutig, mörderisch. Wohl wußte das einfache Mädchen in dem einfamen Fährhause. ivaS Baterland. iraS Druck und Unglück deS deutschen BolteS war. Bou ihrem Bater. dem alten preußischen Invaliden, hatte sie oft gmug die Klagen über da» arme Baterland und daS «uterdrückte Bolt vernommen. Und sie? Sie hatte dem Fremdling, dem Feind dat Leben wiedergegeben. Sie hatte iiin nicht Haffen können. Sie konnte ihn auch jetzt nicht Haffen. Und »Venn sie auch sterben sollte, wie der Bater niid der Blödsinnige ge-sagt hatten. Rein. nein, sie konnte ihn nicht hassen. Wie hing ihr Auge an dem schönen Gesichtet Er war ihr Liebhaber, hatte schon der Blödsinnige gesagt. Liebte sie ihn wirklich? War er es. dem sie nur mit ihrem ganzen Herz.n. mit ihrem ganzen Leben angehören konnte? Bon dem sie dann aber auch, tvenn sie ,hn einmal gefunden hatte, nicht wie-der loslassen konnte? Nie. nie? Boa dem Fremden, dem Feinde nicht? Und gerade sie. deren Schivester von einem dieser fremden Feinde so un-glücklich gemacht, so früh in daS Grab gebracht «var? Aber lvar er denn der Berführer geivefen? Hatte er zur Unterdrückung ihres BaterlaadeS beigetragen? Der Bersührer ivar er nicht. Und lvttin er gegfn Dentsche gekämpft hatte, ivar er nicht einem Zwange gefolgt, dem der Einzelne nicht widerstehen konnte nnd der ihn außer Berantlvortlichkeit fetzen mußte? Er hatte bei Leipzig gefochten. daS ivußte sie. Er ivar vielleicht mit in Rußland geivefen. Aber hatte nicht ihr eigener Bruder, der Sohn deS alten preußischen Soldaten, mit uach Rußlaad ziehen müssen und hatte er nicht Vielleicht ebenfalls bei Leipzig gekämpft, gar der Deutsche gegen den Deutfchen? Und dennoch. Er war ei» Fremdling, er ivar ein Feind, den der nngetheilte Haß. die bitterste Rache deS BolkeS. ihres BolkeS verf»>lgte. llnd sie sollte ihn lieben? Er sei ein Fremder und darum müsse sie sterben, hatte der Blödsinnige gesagt. Sterben? Sie schauderte. Aber, indem eS ihr eiskalt über den Körper lief, konnte ne den Blick, den innige», den sehnsüchtig träumende» Blick von dem Gesichte des Schlummernden nicht ivegwenden. (Fortsetzung folgt.) Teleqraphischer Wiener CourS vom Ii). August. 5.-/^ Metalliques .... 57.2t» Kreditattieu........lö3.70 Rntionnl-Anlehen . . . . 67.80 Loitdo«.........126.10^ StaatS-Anlehen . . . 8L.2st Silber.........I2g.2üi ^Aankattieii.......701.— ! K. .st. Müiiz-Diikaten .... Geschäftsberichte. Marburg. 10. August. tWoiben marktSdericht.) Weizeu sl. 4.30. Kor» fl. 2.85. Gerste fl. 2.50, Hafer fl 1.85, Kukurutz fl. 2.95, Heiden fl. 2.60, Hirsebrei» fl. 4.60, Erdäpfel sl. 0.80 pr. Metzen. Rindfleisch 22 kr., Kalbfleisch 24 kr., Schwein, fleisch ittnfl 24 kr. pr. Pfund. Holz, hart 30" fl. 8.—, 18" fl. 4.20, detto weich 30" fl. 5.—, 18" fl. 3.10 pr. Klafter. Holzkohle» hart fl. 0.40, weich kl. 0.30 pr. V?ebeu. Heu fl. 0.L0, Strol), Lager« fl. 0.80, Streu, fl. 0.50, Futter- fl..0.—, pr. Centiier. Pettau, ft. August. (Wochen Marktsbericht.) Weizen alt sl. 0.—, ueu fl. 4.40 Koru alt fl.V.—. neu fl. 2.80, Gerste fl. 0.—, Haser fl. 1.40, Kukurutz fl. 3.10. Heiden fl. 2.40, Hirsebrein fl. 5.20, Erdäpfel fl. 0.— pr. Metze«. Rindfleisch 22, Kalbfleisch ohne Zuwage 20, Schweinfleisch jung 24 kr. pr. Pf. Holz 36" hart fl. 7.80, detto weich fl. 5.80 pr. Klafter. Holzkohle» hart fl. 0.40, detto weich fl. 0.35 pr. Meßen. Hen ft. 0.95, Stroh, Lager- fl. 0.80, Streu« fl. 0.60 pr. Ceutner. Heute, Sonntag, den lt. Angvft 18V7 findk, in bischer « Zasthausgarten 'in groß»« Llw» k«t statt, »vozu Uttterzeichncter seine höflichste Einladung macht. Jgnaz Mfcher. (40S Näheres enthält der Anschlagzettel. Wohnungen mit einem oder zlvei Zimmern flnd in der Mühlgasse Haus'Nl-. lSl bis 1. September zu vermiethen. (413 (410 An der Handelsschule in Marburg beginnt das Schuljahr a« K Oktober. Kedingnugen und Giuschreibuug dei dem Leiter der Anstalt Professor Josef GHt, täglich von 12—3 Uhr, Vnrg Nr. l, 2. Stock. Samstag den >7. d. M. al» am Vorabende des GebnrtSfefte» Tetner MajeftSt des Kaifers Rall mit Damen^reis in Herrn Kartin's Lokalitäten bei glSuzender Velenchtuug uud Dekoriruug des Saales. Die Damen werden freundlichst gebeten, eine einfache Ball Toilette zu wäl»len. Anfang 8 Uhr. NichtMitglieder der Gesellschaft, welche diesem Balle beizuwohnen wünschen, belicben gegen Abgabe il)res Namens nnd Charakters gegen Erlag von fl. 1.— die Eintrittskarten, in so lange selbe nicht vergriffen sind, in der Buchhandlung des Herrn F. Leyrer in der Herrengasse ent« gegen zu nelimev. wo selbe aus besonderer Gefälligkeit abgegeben werden. Damen in Herren Begleitung sind frei. 4l4) Ä. N. Kopliva. Kundmachung. (411 Die Vertretung der Gemeinde Kartschowin macht t»iemit bekannt, daß die Wählerlisten für die Wahl der neuen Gemeindevertretung bei dem gefertigten Borstande zu Jedermanns Einficht aufliegen, und daß allfäliige Einwendungen gegen diese Liste bis 25. Autiust bei der eigens hiefür aufgestellten Kommission angebracht werden müssen, weil nach Ber« laus dieser Frist keine Einwendungen mehr berücksichtiget werden können Kartschowin. 10. August. Im Namen des Gemeindeausschusses: Franz Dosait, GemeindeBorsteher. Vauksaeunlk. Q ll» G < reifes, sortirt, kauft zu guten Preisen 415) HauptplaK Nr. 87. K. k. öfterr. auSsch. priv. erstes amerik. iind^engl. patentirte» (15 von <Ä. pratt. Zahnarzt in Wien, Stadt, Bognergafse Rr. S. Preiö per Alako« 1 fl. ?r. Emballage ZW kr. Dies treffliche Präpurat liat sich seit den 10 Iahren seines Bestehen» Berbrei tung und Ruf nach Europa hinaus erworben. Seine Anlvenduna hat es l»esonderß i,ewäl)rt gezeigt gegen Zahnschmerz jeder Art, gegen alle Krankheiten der Weichtheile de» Mundes, lockere Zähne, leicht blutende» kran« kes Zahnfleisch. Karies nnd Skorbut. S» löst den Schleim auf, wodurch die Zatiusteinbildnng verhindert wird, wirkt erfrischend nnd geschmackverbessernd im Mnnde nnd vertilgt daher gründlich den üblen Geruch, welcher durch künstliche oder hohle Zähne, durch Speisen oder Tabakrauchen entsteht. Da da» Mundwasser auf Zähne und Mundtheile in keiner Weile angreifend oder iitzend wirkt, so leistet es auch als fteteS Reinigungsmittel de» MnndeS die vorziiglichften Dienste und erhält alle Theile d«G. selben in voller Gesundlieit und Arische bis in« hol)e Alter. — Atteste hoher medizinischer Autoritiiten haben seine Unschädlichkeit und E« pfehlungswürdigkeit anerkannt und wird dasselbe von viele« renommirten Aerzten verordnet. Kahipioind ;v« Ztldftpio«dlrt« hohler Ziihie. Preis 2 fl. 10 kr. A»«»ttzeri»-Zahl»paßa. Preis 1 sl. 22 kr. Vegetsdilischeß Zohußiißer. Preis 6» kr. Zn halien: In Marburg bei Henn Vancalari, Apotheker. «. in Tanchmann's Kunsthandlung! in Cilli bei Herrn Cri »per «. in Baumbach's Apotheke. Nr. 3597. Kundmachung. (402 In Folge Gemeindeausschuß Titzungsbeschlusses vom 1. d M. kommt die Schulditnersstelle an der hiesigen Mädchenschule zu besetzen. Hitvon erfolgt mit dem Bemerken die Verlautbarung, daß hierzu geeignete Bewerber ihre gestempelten und dokumentirten Gesuche bis längstens 15. September l. A. bei dem Stadtamte zn überreichen haben. Stadtamt Marburg am 5. August l8ü7. Der Bürgermeister Stellvertreter: Vancalari. ?k>.tti-(!oiiovrt i» Mrburx. Vorläufige Anzeige. /»Ursi-Ks tteleiw. Mows m«in«r i°ui««tßelie>.w.. Dircttor d,r Opkr i« «.«.H.r». ha« .. ^ di. Elir. d.'i> da« allen Ikerlnedmorn den trvk ß^etullltesteu vaulc. 1l). ^u^ust. (4l)7 Vier Wohnungen, jede aus zwei geräumigen, trockenen Zimmern und einer Küche bestehend, sind zu vermiethen und können sogleich bezogen werden. Dieselben befinden sich in einem stockhohen, neugebauten Hause, welches in der Mag« dalena Vorstadt an der Hauptstraße, im Freien, sünf Minuten von der Brücke entfernt liegt, eine schöne Auslicht hat und sich besonders für pensionirle Herren eignen tvürde. Die Lokalitäten zu ebener Erde könnten auch zum Ätrieb des Wirthsqeschäftes sehr vortheilhaft benutzt werden. Anzufragen beim Ländwirth, Nr. 2öt!. (412 6514. (399 Exekutive Versteigemng. Vom k. k. Bezirksgerichte Marburg wird hiemit bekannt gemacht: Es sei wegen schuldiger 412 fl. 59'/^ kr. öst. B. s. A. die Reassumttung der bereits mit d. g. Erledigung vom l. April 1867 Z. 504 betvilliglen. in golge Bescheides von 27. April 1867 Z. 4648 aber sistirtet» exekut Versteigerung der dem Herrn Anton Pichl. Grundbesitzer in ZcUnitz gchö rigen. exekutive auf 8827 fl geschätzten NetUität Urb. Nr. !^23 .»«1 Aaal bewilliget und hiezu neuerlich drei geilbietungstagsatzuugen auf den HO. August, DO. Tepte«bLr und HO. Oktober 1867 jedesmal Vormittags von 11—12 Uhr u. z. die beiden ersten im d. g AmtSlokale, die dritte aber am Orte der Realität zu Zellnitz a/D. mit dem Anhange angeordnet worden, daß die Pfandrealitäk bei der dritten Jeilbietung auch unter dem Schätzwerthe hintangegeben werbe» wird. )eder Lizitant hat bevor er ein Anbot macht, ein Vudiu« mit 900 fl. in Barem. Sparkafsabücheln oder öfterr. Ätaatsschnldverschrei-bungen nach de« jüngste» Börseu-Eourse zu Händen der Lizitations-Kommifsio» zu erlege». Die übrigen Lizitatio»sbeding»iffe »nd das SchätzungS'Protokoll kö»nen in der diesgerilhtliche» Registratur eingesehen werde». Marburg am 25 Juni 1867. a« Arettag Gept««b-r stattfinde» werde. In den Eoneerten vieler Künstlergrößen beruhte die Anziehungskraft lediglich auf deren persönlichem Talente. Nicht so in de» Coneerten von Vilrlott» ?»tU, welche von dem Unternehmer auf die von ihm in Ame-rika eingeführte Weise gegeben werden, itldem außer Varlvtta I'atti nlehrfie beriUjmte Virluosen an einem und demselben Abend auftreten werden. Jede Nummer des reichhaltigen Programms wird demnach von einem Künstler ersten Ranges vertreten, und wird auf diese Art ein erzielt, ivie eS bisher dem europäischen Publikum noch nicht vorgeführt worden ist. Näheres in späteren Annoncen. (384 der Filiale der l'luttaxruplii« von Sj. Volltmann in ZIkarliurg (»sticht's ^arten->^lon) finden die Anfnahmen jeden (474 »on V bis s Uhr und »0« ß» bis RH Uhr bei jeder Witterung statt. Amfruf a« die Herren Etndirenbe« aller Wrck«de«! Eine Gelegenheit, die Herieuzett eben so nützlich, als a»ge»eh« z«' zubringen, tvie sie gewiß in Dezennien nicht wieder vorkommt, bietet die Pariser Weltausstellung und für die Reife dahin mit de« Oesellschafts-zuge am 24. August werde» Vormerkungen qngeuom«e» bei Josef Ne» « ayer, Gründer der Oejellschaftsreife». Die Reife geht d«rch die herrliche Schweiz «nd durch das an Knnftschätze« reiche Münche». wo dan» auf der Rückreise allenthalben ein mehrtägiger Aufenthalt gestattet ist. Näheres i« Vu^ean der llnternehmvng: Wien. Stadt, Herreugafse Nr. 6 bei I»sef Neimeyer. (582 Verantwortlicher Redakteur: Kranz Wiestha ler. Z. «. St. G. Druck nnd Verlag »»„ U»uard Z anschiß in Vkardurß.