Lmlmchn Zeitung. Nr. 178. Plan» mlrallo n« prci«: Im «?mploil ganz», ft. N. haldj. sl. ».b«. »lüt dlc ^uftelNmg >n« Hau» h»Id>. 5.0 lr, «?<< btr Pcst gonzj. fi. >l>, halbi.ft. 7.5« Dienst.!,,, 6. August »m. A)lL.. »m.: sl.z >o«'i «m. ll» lf. >/. «. w. ^s,^ !> «872. ^llütlicher Theil. ^t. l. und l. Apostolische Majestät habe,, mit Aller-höchster Ent^licßung vom l9. Juli d. I. den Tele« 8raphc>!-Direcl!0!,S!uth Johann Nehammer in seiner Diensteseigenschast als Voi stand dcö TclcgraphcN'Rcch' nungs. und FachrcchnungS.DeparlemeiilS im l. l. Han» dclsmit'istcrium ^um Obcrpostralhc allergnädigst zu er-nennen geruht. Banhans m. z>. Der HandelSminister hat die RechlinngSiäthe Simon Dostal und Franz Classenz yl Postrülhen und Vorstands.Stellvertretern, ersterem für das Tclcgraphcn. ^echnungs» und FachrechnungS» Departement, letzteren für das Postrechnungs« und FachrcchnungS Dcparlemenl bls t. l. Handelsministeriums ernannt. Der Haudelsmlnister hat dem mit dcm Titel und Charakter eines RcchnunqSrathls bctlcid lsn RcchnungS« osficiale im Handelsministerium Mathias Patel nnd l>lm mit gleichem Titcl und Ehalasl.", b,lic,delen Rech' nunMsyidcnlen bei der Direction für administrative Statistik Anton Karl. dann den RechnungSofftcialen Gustav Hünig. Joseph ssrauß. Ed:?-d W alch c r. '^lanz Stocklassa. Friedrich S e y f i i c d, Raimund viißl und Karl Seela uS systcmisirte R chnungSrathe-sttllcn im Dienstbereiche dcS Handelsministeriums »er» liehen. Nichtamtlicher Theil. Die Ernennungen von Lehrern für StaatS-Miltel» schulen fanden bisher in der Regel e,st Ende September statt. Seit zwei Jahren ist das hohe t. k. Unterrichts« Ministerium bemüht, derlei Ernennungen bis zur Hälfte August abzuschließen, so bah nur später einlaufende Ge> sttzuugsvorfchlage eine Ausnahme machen. Um den Di« lecloren in den Provinzen die Auffindung von Supplcn« ten zu erleichtern, wird seit dem gleichen Zeitpunkte im Verordnungsblatle des Ministeriums ein vollständiges Verzeichnis der geprüften ^chramtScnndioaten mit Angabe ihres Uuftn'hall?orle« veröffentlicht. Um dem Miabrauche zu steuevn. welcher mit Wie. derhollmgeprüflmaen am Schlüsse dcS zweiten Semesters m Gymnaslcn und Realschulcn nicht sel^n ftallfindet. hat da» Mmlslcrmm aufmerksam gemacht, duß dic Ge» staltung einer solchen Prüfung slels nur als Ausnahme und insbesondere hinsichtlich der Sprachfächer nur als höchst seltene Ausnahme zulässig sei, da laum zu erwar-ten sei, daß ein Schüler aus diesen Fächern das inner, halb zehn Monaten Versäumte während der Ferienzeit nachholen tonne. Die Monarchenbcglgnung beschäftigt noch fort in erster Linie die Journale be«. In, und Auslande«. Die öffentliche Blätter melden, daß auch Graf Andrassy und die Fürsten Gorlschaloff und Gismarcl an dem Zusammentreffen in Berlin theil» nehmen werden. Alle Journale begrüßen die berliner E> trcvue mit Befriedigung und erblicken in ihr untrügliche Zeichen des Friedens. " „Pe„i Naplo" sagt: AlS die Annäherung zwischen Deutschland, und Oesterrcich-Ungarn eisolgte, dahabe wan Rußland nicht mehr aus dem Sp>tle lassen lön» nen. Entweder konnte das Bündnis gegen Ruhland yerichlct sei", oder Rußland muhte als Dritter im Bunde erscheinen. In der That sei letztere« erfolgt Und dadurch wu,de einer der leitenden Gcdalilcn.An» ^assy's reallsist, daß nämlich die freundschaftlichen Beziehungen zu Deutschland uns schließlich auch das Einvernehmen mit Pelereburg sichern miisscn. Es sei "Un eine nene glänzci,de Epoche des fr,edllchen Fort. glitte« angebrochen, und wenn Oesterreich und Ungarn b'ese Zeit weise benutzen, so tonnen sie d,c nnerschüller. licht Grundlage zum Aufblühen der Monarchie schaffen, "n diesem Sinne eischeine die Cablnetspolilll als eine ^°hre Friedenspolitik, und der Könia werde auf seins ^ise die Glückwünsche der Nation mitnehmen. Iedcr. °" den Fr.eden will und auf dem Boden des Glsltzes '«hl, werde diese Begegnung mit Freuden begrüßen. . ..Reform« äußert sich, wie folgt: „Die Interessen °" drei Reiche seien keineswegs identisch. Allem wenn ""t der drei Monarchien sich von den übrigen isoli» ren wullte. so würde sie sich der grüßten Gefahr aussetzn und das schon jltzt arg erschütterte europäische Gleichgewicht würde dann vollends aufgehoben; die drei Müchlc haben daher ein negatives Interesse daran, die europäische Hegemonie geinlinsam auszuüben. Ihre Ver» Hindun^ tonne dcmnach leine aggressive, sondern nur eine auf die Eihallung dcS Friedens gerichtete s^in. Von einer Einwirkung dieser Allianz a»f die inneren Verhältnisse löime jetzt nicht mchi- die Rede seii', und obgleich „Reform" leine bcsondercll Sympathien für die Elneuerung der „heiligen Allianz" habe, so begrüße sie dieselbe doch als Unterpfand des europäische, Friedens mit Genugthuung." Der berliner Correspondent der „Schlef. Ztg." äußeit sich folaendermaße,,' ..Während man vor noch nicht langer Zeit in Oesterreich jcdeS Symplon, einer deulsch russischen Freundschllst mit dem liüscn Argwohn aufnahm, daß diese Fieundschaft gegen Oesterreich ge< müli.t sei, hat man jetzt dort begriffen, daß auS der deuisch.russichen Freundschaft auch eine österreichisch' russische Frcundschuft erwachsen lönne. und daß darum ein guleS Einvernehmen zwischen Deutschland und Nuß. land von Oesterreich nicht gsfürchlel zu werden brauche. ES fehlt freilich nicht an ^ulen, welche mcincn. daß der Kaiser von Rußland nur darauf ausgehe, die Intimität zwischen Deutschland und Oesterreich durch einen angemeldeten Vesuch zu schwache», oder daß seine Theilnahme an der bevorstehenden Zusammenlunst wenigstens nicht geeignet sei. die Bedeutung der deutschöslerreichischen Freundschaft zu erhöhen; aber diejenigen, welche über« zeugt sind, daß durch die bevorstehende Zusammenlunfl der drei Kaiser auch bessere Veziehungen zwischen Ruß« land und Oesterreich angebahnt werdrn würdcn, dürsten die große Majorität bilden. Die Stimmen, die sonst bei jeder Annäherung der drei in Rede stehenden Mächte aneinander das Auftauchen ciner neuen heiligen Allianz verkündeten, sind jctzl ganz verstummt. Selbst Organe, die sich äußerst ablehnend gegen all' das verhalten, was unter der Aegide deS Deuischen Nciche« zustande lommt. eitlären bei Erwähnung der in Rede stehenden Zusum» menlunft, daß sie an eine Wiederlehr der heiligen Allianz durchaus nicht glauben." Schließlich wollen wir hier eine Vemerlung- der ..D.R.E." in Bezug aus die Stellung England« anfügen, welche lautet: ..Auffällig erscheint, daß im Augenblicke die Presse anderer Staalen noch nicht mit der vollen Fülle von Phrasen aus die Kaiserbegegnung eingeht, die sie in ühn» lichc», Fällen milliardenwlist zu v:rscnden pflegt. Wi> tonnen uns sehr genau vorstellen, daß man im Gcbicle t>tr französischen Rcpul'lit nicht all^u erbaut ist von einem besuche, durch welchen die beiden „fast mächtigsten" Herr» scher Europas unseren Kaiser in seiner Hauptstadt bc »rußen und diese selbst zum Eentralpunll des politischen Redens gestalten, wie sie auch der Vaae nach fast Een-lralpnnlt deS ErdlheilS ist. Wmn auf der einen Seile der MlSmuth französischer Kreise eltlärlich. so erscheint auf der anderen fast unglaublich und unf<>ß!illr, w,c wenig bei dieser Drei.Klllser-Zusammenlunft die Mei. nungen in die Wagschale fallt", welche von den briti. scheu Inseln nach dem Eonlinenle hinüberdrmgen. E« geht im Vcben der Voller nicht anders wie im ^eben der Einzelnen: schließlich silgt die Reellilät. die unrechtliche Geldsucht unlerlienl. WaS England wähiend drS ame» ritanlschen VürgerlriegeS und ferner von 1870/71 qe» säet, beginnt es längst zu ernten. Es ha> sich jeder» mann zum Freunde machen wollen und die Freundschaft niemandes erreicht, abe>, waS weil schlimmer ist, auch, die Achtung leineS Staates erworben, Heutzutage w,r» den Bündnisse geschlossen der g'vhlcn Reichc EurvpaS, ohne dag man die Aosickt Großbritanniens darüber be» sragt; uno wenn es heute Rußland einfallen sollte, in Ehina weiter voizuglhcn, wo sem E'stlih den englischen schon weil Überwiegt, so würde man eS erkbrn, daß England vielleicht auch in Asien schweifen würde. So viel ist ganz gewiß, daß diejenigen Zeiten vergangen sind. in welchen die scheinbare Unanlaslbaileil des euro» vaischen Inselitichts demselben daS große Wort im Böller Eoncert Europas zu führen gestattete. Wir wün» z'gle!l, jede Schwäche, jede Unent» schiedcnheit ist vom Uebel. Offm muß Farbe delaünl werden, soll nicht durch unzeiliges Lavüen Perwirlui^ in daS eigene ^ager getraßen und der guten Sache, der Sache des Gcs»tzes unheilbarer Schaden zugefügt werden. In dieser Beziehung unterscheidet sich ebc» dei politische Kampf, der gegenwärtig bei uns ausglfochttn w:>ccn muß, nur durch die Wohl scmer Mitlll rom ftliysischrn Kampfe. So lange der Sieg nicht entschieden, duft Gcsctz nicht allgemein anellannl ist, lann ron FriedenSveihand» lungen leine Rede fein. Sind aber einmal die Winfel gefallen, hat die Sache dcS Gesetzes, hat der österreichische Rtichsgcdanlt auf allen Linien gesiegt, sann mög>n die Wassen luhcn und die Vermittler ihr Well beginnen?" DaS genannte Organ schließt seinen Art>lel, w.e folgt: „Man bedenke doch, daß gcrade in dieser Be^iedung die Gegner der bestehenden Ncchl5oici'ung leine Mülcl» slraßc lcnnen, daß sie cS sind, welche in allem und jedem — und sei eS die unscheinbarste Angelegenheit — die nationale Scilc hcroollchren, daß sie leine Halren, leine Unentschiedene» dulden und darum stclS einig und coirpact auftreten. Wclch' ein Heitenlaim erhebt sich dagegen in ihrem Vagcl-. wenn zufällig einmal auch uuf deutscher Seite duS nationale Moment hervorgelehrt wild, trotzdem notorisch der österreichische Gedanle »mler den heutigen Verhüllr.issln zunächst durch die V>erfas« sunpeparlci vlitürpllt wird und trotzdem mit Ausnahme einiger einflußloser Schreier lein Anhänger dieser Partei sein Deulschthum je auf Kosten deS iislcireichischen Staats» dcwußlseinS in den Vordcrarund sch,eben mölile. An all da»< Gefasel von ..Borusfenttmlil" und ^BlSmaicklS-mue" deS deutschen VolleS in Oeslerrsich. glauben dlt-jcni^en. die eS auSsloßen. gewiß am allslwe„lg,lr"; e« pliftt ihnen llbcr i» den Kram. lind so wird ,n diesem Slime fort denuncirl. Bcrdiinen aber solche Elemente, welche daS eigene Poll i^ltfühiei! u»d nur aus Grundlage bewußter Täuschungen ,hr politisches System auf» tiaueu, jene unzeitgemäße Schonung, lie 'lpien unseie .Vilutralen" so gerne angedechrn lassen möchten?' Da« ^Pr. Abdbl." richtet an die soaenannte neu^ lrale Partei in Böhmen den Nachruf, sich fs't und ümig an die V er f a s f u n gsp a r t e i anzuschließU n nur für sich in Anspruch zu nehmen; so auch m c,er Präger U n » v e' s, l ät S f r a g c. DaS „Pr. Abdbl." üukerl sich. wie folgt: ..Man verlangt neue Bildung, slallcn für die Jugend, ltchtiertigl aber durch seine Hal-tung d>e Befürchtung, daß in densllven d>e «us!ld"vng aegt„ d,is Gesetz «lpicdigt und der Jugend daS <"e,ü^l des HasscS gcgcn Oesterreich eingsinipft werde" lulmt»; man fordert eine Unweisilät, bie'el aber lcine Oalamiln dafür, daß duselbe nicht zu einer Pflan^stülle für nallo» nale Unduldsamleil und veifassunn,«ljemt,l>che Gesinnung he'abgldiücki werden lönn'e; man beansprucht Be^ün. »ligilligen für die nationalen I"slilule, wie beispillS. weise die Po'schußt.'ss.n. um d'esllben noch meh, als bisher zu politischen «gttalion^mtcken ^u MiSbrauchen. Kann man eS da der Neaierung verübeln, wenn sie, obschon sie allen gerechten «»sprüchen Mschining lraat. dennoch zaudert, den Gegnern der besltbli'den Rechtsordnung noch neue Waffen in die Hand zu druck>n, wenn sie es ablehnt, das Wcrl der Unlerwühluna des legalen VersassungSbodenS durch Einräumung neuer Rechte und Vegünsliaungen un die Opposition zu erleichtern? '.27 0 Es ist dock, wohl. um ein Velspiel anzuführen, immer besser, einen verläßlichen mid im Staatsdienste bewan' derten Beamten zu besitzen, auch wenn er nicht so ganz correct die böhmisch« Sprache handhabt, als einen solchen aufzunehmen, der allerdings gut national gesinnt isl, aber heimlich gegen die Verfassung aaitirt und mitunter diverse Amtsgeheimnisse den oppositionellen Journalen zu« trägt. Wird einmal die böhmische Opposition den be» stehenden legalen Boden offen und ehrlich anerkennen, dann wird auch di: Nothwendigkeit entfallen, sich mit allerlei schuhwällen gegen ihre Minirarbeit zu umgeben, und dann wird auch die Möglichkeit gegeben sein, allcn billigen Ansprüchen in Bezug auf die Pflege der nationalen Sprache und Cultur Rechnung zu tragen." Zum ungarijchen Volksschulgesche. Das ungarische Voltsschulgesetz soll dem Verneh» men nach einer Revision unterzogen werden. „Pesti Naplo" bringt hkrüber nachfolgende Mittheilung: ..Ich kann Ihnen als positive Thatsache mittheilen, daß man auch im Unterrichtsministerium zur Ueberzeugung gelangt ist, daß namentlich jcncr Punkt des Vollsschul« gesetzes, welche die ccnfessionellen Schulen der staatlichen Oberaufsicht unlerstellt, eine Wirtungslose Phrase sei und man denselben entweder streichen müsse, was sicher niemand anralhm kann, odcr daß man der Regierung und ihren hiczu bestellten Organen auch Mit < tel zu bieten habe, das Aufsichtsrecht des Staates auch zur Gellung zu bringen. Wie die Sache bisher geschah, ist sie nur eine lange Verkettung von Scandalen. Es gab gcnn^ Fälle, daß die Confessionen die Ersnchschrei, ben einzelner Schulanfseher oder des Ministeriums ein« fach aä kcta legten, ja selbst die Einsendung der statist!« schen Daien direct verweigerten. Wie vielmal ist es! ferner geschehen, daß man den Schulinspector «ar nicht! in die Schule ließ und er. wenn er sich davon überzeugen wollte, was für Lehrbücher in den einzelnen! Schulen gebraucht werden, an vielen Orten direct zur Spionage greifen mußte! Das sind lächerliche U^'.,.-kömmlichkeitcn, die nicht länger geduldet werden können. Es ist nicht davon dic Rede, die Autonomie in irgend einer Richtung zu beschränken, sondern davon, daß die Regierung ihr 'Aufsichtsrecht bethätigen könne und Ein« stcht in das gesummte vaterländische Unterrichtswesen gewinne. Diesbezüglich werden nun bestimmte Normen ausgearbeitet, und dcr betreffende Gesetzentwurf wird auch feststellen, was dann zu geschehen habe, wenn einzelne confesfionelle Organe der Regierung die Erfüllung ihrer Ansuchen verweigern. Nn dem Elaborate arbeitet eine Commission, und wenn das Werk auch langsam vorwärtsschreitet, so wird es doch beim Zusammentritt deS Reichstages schon fertig sein." Ueber iie französische Anleihe läßt sick der „P. Lloyd" vernehmen, wie folgt: «Der Erfolg der neuen französischen Anleihe ist nach allem, was bisher oerlaulet, ein durchschlagender. Abermals Hal also Frankreich eine Vertrauenslundgebung in barer Münze erhalten. Jeder Schritt, den die Nation auf dem Wege der Rcgenerirung zurücklegt, wird ihr von Europa mit Gold gepflastert. Wie auf den Schlag einer Wünjchelruthe erschließen sich dem Lande alle Quellen des europüischin Geldmarktes und förmlich über« fluthet wird es vom fremden Kapital. Allerdings kommt dieS vorerst. Deutschland zugute, welches die Ernte Frankreichs einheimst; aber wer möchte den Gewinn unlerschätzen, der aus solch' unbeschränktem Kredit für die französische Nation erwächst? Zunächst wird sie in der Lage seil,, di.' Vortheile der jüngst abaeschlofsentn Convention Mll Deutschland auszunützen; sie lan>: sich ihrer Pcrpfllchtungeu »«aen oas Deutsch-Reich f,ül,er entledi« gen und die Entfernung der deutschen ^esatz^ng vom Gebiete beschleunigen. Dann aber i.uß dice »ückhaltS-lose V^l^aucn, welches Frankreich zutb/,! wir?, wesent» lich dazu beitragt!,, das Sclbjtbewußtsc ü de» Volkes zu lMen und die Consolidirun^ der inner,n Zustände des ! Landes zu fördern. Ein nicht hoch genug zu vtranssbsll.'.etid'S Zeichen für den günstigen Umschwung dcr Stimmung gegen Frankreich ist die außerordentlich starte Betheiligung Deutschlands an der französischen Anleihe. Das deutsche Kapital hiifc Fralilreich die Contribution gegen Deutschland aufbringen. Das ist eme Erscheinung, die nicht in dcn undefinirbarcli saunen des Geldmarktes und nicht in dem Uewftuß an Kapitalien ihre Quelle hat. sondern auf ein wichst und daß sie ihre Aufnstchung nicht auf dcm Schlackt-felde, sondern auf dem Gebiete friedlichen und fre»hcil< lichen Schaffens feiern wird. Und daS ist cs, was Europa Vertrauen in die Zukunft Frankreichs einflößt. Die Thatsache, daß die politischen Krcise dcS Landes sich mit den Consequenzen der traurigen Ereignisse des SchreckenSjahlcS abgefunden haben, bietet die Gewähr, daß dcr NcsseneriruiigSprozeß nicht durch vorzeitige chau« vinistischc AuSbrüche gestört werden wird. und diese Sicherstelln«^ hat dcr europäische Geldmarkt vertrauensvoll angenommen. Man mulhet dem französischen Volte einen solch kräftigen inneren Gehalt zu. daß man überzeugt ist. eS werde aus dem Gähren der Elemeutt und dcm Kampf der politischen Gegensätze verjüngt und geklärt hervorgehen, wenn es nur nicht abermals in den Taumel der Kriegslast verfällt. Diesem vorzubeugen, darauf war das Streben Thiers' gerichtet, und seine Bemühungen haden sichtlichen Erfolg. Dessen darf er sich rühmen und dafü« wild ihm jetefmaim Dank wissen, der in eincr Vesselgchaltuna. ocr dculsch » französischen Beziehungen das Unterpfand für den Frieden und die Freiheit Europa» ervlickl." ^l^s^c^cbcrsicht." Vaibach, 5. August. Wie der „P. Lloyd" erfährt, isl dcr Ministerial, ralh im tön. ung. Ministerium des I-incrl,. Herr Josef Nibäry, seitens dcr Regicruüa nach dem Auslande qesendct worden, um die dortigen Einrichtungen der Polizeibehörden eiiigehend zu sludircn und seine Elfah-n'^en bei der Bestellung u>,5 Oi^anisilung der Po-l-;ei in Ungarn zu ocrwerlhen. U»tcr einem llfährt ?a» genannte Blatt, daß die gesetzliche Errichlun« der SlaatSpolizci für die Lan^Shauplsladt gleichzeitig mit dcr Regelung des MunicipiumS der z» vereinigenden Schwesterstädle erfolgen wird. DaS Gerücht, daß der lünigl. ungarische Handels» mmister Szlavy seinen Posten niederlegen und das Präsidium de« Abgeordnetenhauses überliehmen werde, wird vom ..Pester Lloyd" aus's bestimmteste demenlirt. — Die Nahlbilanz stthl folgendermaßen: 390 Bc- .jslMl'lml. Die Jubelfeier an der Universität in München hat am 31. v. M. begonnen. In dem Aula«2ale der Universität war eine Tribüne errichtet, auf welcher der Rector maglnficuS, Stiftsprobst Dr. v. Dulling er Platz genommen hatte. Um die Tribüne herum hallen sich o«e königlichen Minister Lutz, Pfeuffer und Pfretzschncr, Oberbürgermeister v. Ehrhardt, die Mitglieder des Gemeinderaths, die Delegirten der fremden Universitäten und die sonstigen Gäste der Jubelfeier gruppirt. , , . . Staatsminister v. Lutz hlelt folgende Ansprache: „Eure Magnificenz! Hochverehrter Herr! Die Mitglieder der Staatsreaierima, welche Sie hier vor sich sehen, erscheinen im Namen und im Auftraae Sr. Majestät unseres allergnädigsten KönigS, um der Universi'ät Müw chen aus Anlaß ihres vierhunderljährigen Jubiläums die allerhöchsten Glückwünsche darzubringen. Se. Majestät der König, wclchcr der Universität München mit nicht yerinaeler ^i-be anhängt, als der Gründer dcr Hochschule selbst oder irgend einer seiner erlauchten Vor-fahren auf dem Throne, fühlt sich hochbeglückt, daß eS allerhöchstihm verarmt ist. unter seiner Regierung ein so bedeutungsvolles Jubelfest feiern zu sehen und Zeuge zu sl'n, daß die Hoffnungen, welche der Gründer der Hochschule hegte, heute, ja seit langem schon in schönste« und reichste Erfüllung ergangen sind. Weit über dcn Horizont, welchen das Gebiet der Wissenschaften zur Zeit der Gründung der Hochschule darbot, hat sich dieses Gebiet seit vierhundert Jahren erweitert; uner< schöpflich, fast unergründlich >st die Aufgabe g worden, welche den Pflegern und Lehrern der Wissenschaft an den Hochschulen vorgezeichnet ist. Und dennoch halte die Universität München diese Aufgaben in einer We-se erfüllt, welche die bei deren Gründung gehegten Hoff nunqen weit zurückläßt. Es ist der Stolz unseres guten Königs, daß der Antheil, welchen die Universität München an der Lösmig dieser Aufgabe hat, nicht zurücksteht hinter demjenigen, waS irgend eine andere deuische Uni» versilät geleistet hat. Er beglückwünscht darum die viel» geliedle Hochschul«: an ihren, heutigen Festtage und spricht die Hoffnung aus, daß l>,r einc freudige und glückliche Zukunft beschicdln sein weide. Gestalten Eure Magnificenz, daß wir, die Nl^e-sandten des KönigS. auch in unserem eigenen Namen und in dem der Staatsregierung das Wort ergreifen und baß wir uns den Glückwünschen und Hoffnungen unseres allergnädiqsten Monarchen anschließen. Se. Majestät glaubte den heutigen Tag nicht vorübergehen lassen zu sollen, ohne daß er der Hochschule ein thatsächliches Zeugnis seiner ^iebe und Verehrung gibt. Er hat geglaubt, d!cs am besten dadurch zu er» reichen, daß er in einer Stiftung für fernere Zeiten den Grund legt für die Unterstützung wenigstens auf einem Gebiete der Wissenschaften: Se. Majestät der König hüben geruht, ein Stipendium für Stuolrenoe dcr Geschichtswissenschaften zu begründen. ES war außerdem Sr. Majestät ein wahres Herzensbedürfnis, wenigstens einige derjenigen Lehrer, welche mit so viel Auszeichnung. Aufopferung und Erfolg an der Hochschule wirken, auszuzeichnen und auch «hnen einen thatsächlichen Beweis feines Wohlwollens zu geben." « Staats.Minister von Lutz ging sodann zur Ver< lündigung der Auszeichnungen über, welche Se. Majestät dcr König Ludwig v. Baiern anläßlich des Jubiläums an Angehörige der Universität zu verleihen g«' ruhte. Außer Döl linger, welcher daS Eomthurkreuz des Verdienstordens der baierischen Krone erhallen hat, sind die Professoren Pranll. Roth, Vrinz, Hclferich u"v Hickcr mit dcm Verdienstorden der baierischcn K,o>'e und die Professoren Schmidt. Voit, Müller und Radl' tofer mit dem Michaels. Verdienstorden ausgezeichnet worden. Nector Mainificus Dr. v. Döllinger fast" in längerer, mit allgemeinem Jubel und Beifall aufgenommener Rede folgendes: Ich habe gerne da« An" übernommen, einen Blick zu werfen in dcn Spiegel der (Aeschichle. um die Gegenwart und deren Zielpunkte für die Uiuvcrstllllen besser zu erkennen. Vor zwei Jahre" tonnte die dcutsche Nation ihre tausendjährige Iubelscur begehen, denn im Jahre 870 vereinigte Ludwig altt Deutschen durch Vertrag zum erstenmale auf den nalul-lichen Grundlagen der Sprache zu einem uationalen 1 '/7 1 zirte, von denen frUher 826 dcalislisch und 164 oppositionell vertreten war.,,, wählten 245 Deatisten und 145 Oppositionelle. Die Dealparlei g,w. „Naplo" Nl>jirl die Durchfuhr,::^ gründlicher Re-formen in Sieben bürgen. Die Zustände Sie» b>.nbürg<:ns scim „ick! geordnet und die gcseyllch voll» zoaene Union habe lhrc Eons,qucn;cn noch immer nicht auf die praltischcn Angelegenheiten des Bandes geltend gemacht. Es sei hoch an dcr Zil. sich mit Sieben» bürgens Zuständen eingehend zu b.sckäslia,cn, und der Anfang zu den Reformen müsse scko» j ht gemacht wel' den. Die Siebenbürger stehen nicht uuf der Höhe der .Situation; sie halten schon längst drangen müssen, die Union zur Wahrheit zu inachen, die Privilegien in Siebenbürgen aufzuheben u»d die materiellen Inlerlsscu des Bandes zu fördern. Das „Journal officiel" vlllündcl die Ernennung Odilon Varrot's zum Vice - Pläsidcnlen dee französischen StaatSralhs. - Der „Bim Public" schreibt in Bezug auf das Resultat dcr ftanzösischen Anleihe: ^Wir müssen durchaus, und zwar Ui lür^esler Zeit, das wieder werden, was wir waren, und unser»» Rang unter den Vollern, den wir so la:,gc und so c^l! behaupteten, wieder einnehmen. Noch cii-i«'Tage, und von der Occu^ pation wird leine Spur oclblcilcn; nur die Erinneiuna unserer ssehler wird bleiben. Bon dem Augenblicke an. wo der Fremdling die Grenze überschritten haben wird. ist Franlreich gezwungen, wenn cs sci»cn Credit nicht vermindere will. große Angelegenheiten und Reichlhümer inS Auge zu fassc:i. Um dahin zu gelangen, muß dir Nation jeder inncren Sorge enthoben sein und dcr Po» lilische Gcdantc sich auf ein träftig:S u»d anetlannte« Princip stützen. Wir glauben deshalb, daß nach der BefrciunaSfrage, deren Lösung die bfftntlicken Kassen füllt/ die Ncaierungsfrage diejenige sein wird. die sich der Aufmcilsamleit aller Franzosen aufdrängt. Man muß durchaus all den Zwcifcl:,, Ungewißheiten, llein« lichen Intriguen, dic den Vellehr htmmc,». ein Ende machen. Wir haben eine Regierung. d«c cinzig mögliche; "ach allem, was sie gethan, was sie erlangt, wird man es aufschlagen, sie anzuctlcnnen und sie auch im Princip aufzusllllcn?" Im enalischenOberhause conslatirt Earl os Granuille in Elwiderung auf eine Interpellation des Earl of Roseberry bezüglich der «uslitferungs» Verträge, daß die fraglichen Vertrüge mit Belgien und Däncmarl nur mehr zu unterzeichnen sind, daß ein Gegentülwurf Hollands Menwürlig in Berathung ge» zogen wird und daß Oest rreich den von England vor< geschlagenen Vertrag in Erwägung ziche; von der ame. rllanischo, Rcgielung werde die Antwort noch ermattet; der von Ilal'ln in Polschlag gebrachte Vertragsentwurf werde von dcr Regierung berathen, und was schließlich Spanien betrifft, so w:rb«n die Unte:Handlungen nn> demselben noch forla/s.'tzt. Spanische Blätter erörtern mil sichtlicher Mis» stiminung den Umstand, daß über die Urheber des Atlenlalcs noiz «l.chl das gcrln^sl. ttlchl verbreitet sei. Dic ..Gpoca" zählt die Reihe ähnlicher Verbrechen auf, welche Spanien in «Kucrei- Zeii bcfisckl haben, sie Nlltülate acaen Azcarrag^,. q,q,n Prim, gegen Zorilla, gegen das Königspaar sei.-,', ,:ll^ so leicht zu b^^chen und so unmöglich zu entdeckci- gewesen, trotzdem bei letzterem die Polizei rechtzeitig benai iichligt war und ihre Maß. rebeln hätte treffen lönne». — Die „Oacela" bestätigt die von den catalonischen Iourualen sscbrachte Nachlich! über die Niederlage der Banden von Tristans. Sanz mid EamatS bei V» Garriqa del Bancal. Nach Bliesen des ..Iiurac-Val" aus Bayonne sollen Eara^o. Peralta. Miranda und i^^arraqa daselbst am 25. eine Zusammenkunft mit Don Carlos gehabt haben. Die» selben lllldsichliq/n. die bisherige Umgebung des Piüten. denlen zu enlfclli>.n. um selbst seine Ralhqebcr zu wer» den. Dasselbe Glatt melde», daß der Köl'ig Mittwoch odcr Donnerstag sich nach San Sebastian bcgcben w'.»5', wo bereits Vvlbertllungen ^, seinem Empfange getroffen werden. Der belgrader Corespondent der „Girz. Vjed." gibt der Absicht Ausdruck, daß die Großjährig, spreAi, l» g des Iürsle», Milan an dem (Hange der Llaalsgcschäfle Serbiens leine Aenderung vtlurjachen welde. Essad Pascha wurde zum Marine.Minister des OSmalüsHcn Rliches ernannt. Man ve,sichert, daß Mu sta;-^ Fazyl Pascha. Djcmil Pascha. Salyl Pascka u»d Mehllned Ruchdi Pascha in das nlue C'bmct eintreten wer^en. .Alle türlischlii Journale beglüßen in freudiger Mise die Ernennung Midhud Paschas, vor dessen Palais offenll'chc Fieudeii-Oemoüsl'ationen stattfanden. Eaqesul'mqkeiten. — Die Hofjagden in dem laiserl. keibzehege Eilen, erz dürsten, wie das ..Flenidenblail" betichle», heuer nichl abgehalten werden, da die zum Iagdaufenihalte lwlhiqe Zeit Sr. Viaj. dem Kaiser nichl zur Beifügung steht. — Se. l, Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog Wil» Helm haben Petersburg am 30. Juli verlassen, um Ce. Majestät den Kaiser von Rußland nach Moslau zu begleiten. — Wie die „Spener'sche Zeitung" muiheill. lvird der Kaiser von Rußland mit großem Gefolge in Berlin einireffen. In seiner Begleitung werden sich der Großfllist'Thlonsolger und noch zwei andere GroßfUiften befinden. — ( Pers onalnachr ichl e n. ) Se. Esc. der Herr Nckelbaulninister Ruter v. Ehlumecly be^ibl sick „c,ch Ausser und wird während seiner Abwesenheit durch Se. Erc. den Herrn Handclsminister Dr. Vanhans vertreten «erden. — Se. Efc. der Herr Minislerpräfidcnt Graf Melchior konyay ist nach „Pesli Naplo" in das eng. llsche Bad Vrighlon gereist. — Der Herr Tlallhalier von N»ederösterre>ch, Conrad Freiherr von Eybesseld, ist am 2. d. in Graz angekommen. — (Großer Verlust.) Dem aus Iglau in Wien auqelommencn Kaufmann Böller sind während der Fahrt zwlschen Znaim und Chlnsbach Wechselpaplere und Aclien im Velrage von 40 000 Gulden in Verlust ge-rathen, — (Im Ehrenbeleibigungsprozesse) de« Karmelitll'C.c!nvenlucilen P. Gadr»el Gady in i^lnz geqen den verantwortlichen Redacteur del „Linzel'Tagespost" Dr. Hintelhölzl hat der Schwurgerichlshof in Vlnz am 3. d. folgendes Urtheil gefällt.' Im N imen Sr. Majestät des ,Kaisers wlid vc>, dem l. l. ^a"0eSc»fnch,e '« i?mz Dr. >Iosepb Hinterhölzl, Ne^cteur de, „^ -qeepost", des Ver. qehens der Ehrendeleidi,un,, geq.n Pzter Gabriel Gady fUr .nichlschuldig", dachen ter Usbelli>.-tung der Vernachlässigung der pfi'chlgemäßen Obforge sUr Erbringung des Beweises ^ickuldig" beiu>,d.'„ und dcedilb zu e>, ' strafe von 20 fl. und zum Ersähe dll Kosten l Verfahrens sowie der Kosten des Herrn Answers l>crul-theilt. ^ o c a l c b. — (Dr. Razlag) in ?ail?2ch wird, wie die „Deutscde Zeilun^" erfähn, für die demnäcdst »n Nc^ram ins Leben, trclende südslarlsche Universiiät al? Professor der juridischen Foculläl genannt. — (Die Pr'ei er n.Feier) soll am 15. Sept. in Vrba, dem Geburtsorte des sloveniichen Dichlers Franz Preiern, statisioden. Hrrr Tr. Razlag wird die Festrede hallen; das Festgedicht verfaßte der flooenisch« Dichter Herr Josef Strilar, die Festcanlate Herr Dr. Benjamin I p a v i z. — (/In der vierllassigen Werls-Volls» schule inIdria) bestand »in Tchuljahie Itt72 der Lchrlörper au« dem suppl. Diieclor und 10 hehrern, beziehungsweise 7 Lehrern und 3 i'ehreiinnen; gelehrt wur» den: Rillgwnsl'hre, slovenifche und deutfcde Cpracde, 3lecd« nen, 3i^tullundc, Gec>glaphie und Oescd'.chie, Schl^ Formenlehre und Zeichnen, Gesang, Tilinen, Hanbalbeilen, Haush^llungslunde, Musil und kdllrmum» zucht. - Die Werlisigsscdule besuchlen in der I. Klasse 81 CcbUler und 56 Schülerinnen, in der 2. Kl. 79 Tchliler und 63 Schülerinn.n, in der 3. Kl. 82 C6 55 Schlllerinnen, in der 4. Kl. 73 Schüler unt «nnen, zusammen 489 Schüler und Schlilermnen — Die Wiederholungsschule besuchten in der 1 Klasse 30 Schüler und 36 Schülerinnen, i« der 2. Klasse 35 Schüler und 41 Schülerinnen, zusammen 142 3cdUler und Schülerinnen. — In dem Iihre?r>ssichll dieser Werls« Oollssckuldirectirn weiden als Wohltbat er s> genannt: Fsou Ros? ^«p o l o , l. l. Oderdel^, , . die l». t. Mxqlieder de« dorligenC^sino, die Werle Theater, lasse, Herr P. Kliöiosic u. a. — Zum «Tchlusse wild berichtet, daß die Schüler auf den bedeutenden Schaden, den die Mailäser und Raupen an Obsldäumen und ai^ > Gewächsen anrichten aufmerlsam gemacht wuiden, n, / dessen sie 18.520 Mailäser und 176.447 Schmetterlinge emgesangen und unenla/llllch adgelieiert haben. — (Schnlnachricht. ) Dem Vernehmen nach ist es dem Bürgermeister in Golischee gelungen, <ür das neu auszusührenbe Gymnafialgebäude einen geeigneten Bauplatz auszumitleln. - (Militärisches.) In der Zeit vom 5. bis 28, d. findet bei Bijmalje da« Ue!)un^ichlel,en des l. l. 12. Ällilleiie'Regimrnle«» statt. — Vorgestern und gestern waren die Straßen ^aibach« sehr bevöllerl; nahezu 2<»<>l, Reservemänner sind zu den Truppenüdungen eingeiück». — (Durch Hagelschlag) wurden am 2Ä. v, M. die Felder und Weingarten bei Groß, Klein» und Mitter»i'ipovic, Veznl Tressen, ferner bcl Sc>la, Blllen« leiten, Ortsgemeinde hönigstem, Bezill Rudolsswerlh, be> slädigt. — (Aus dem Amtsblatt e.) Eoncursausschrei bung zur Besetzung der W^ldschc>yun^llfere»!le,>sc Hochschule in Verfall. Bei der Geschichte des 18. Jahr. Hunderts tommt Döllinger auf ^andshul und München zu sprechen. Er gedenll zuerst Schilling's, Bader's. deS christlichen Helallit, nennt Göiris, den Mcifter des zündenden WorleS, Savigny, den glupten Juristen dee Jahrhunderte, dann Millermaier, Feuelbach und Julius Stahl. Mit letzterem trete,, unl Ge«ct^sätze deS pollli. schen Bebens entgegen. Wenn er seinen Irrthümern auch die verlockendste Gestalt gab, hat die oaduich her. vorgtlufene Discussion nur Nutzen gebracht. Damals durste man hoffen, daß eine wahrhaft deutsche und zugleich universale, den anderen Wisslnszweiacn in ernster Wllhlhasliglclt der ssorschung ebenbürtige Theologie aue-gebildct werde. Redner schließt: „Die Deutschen sind endlich mit vollem Rechte auch nach dem Urtheile» an» derer Nationen stolz auf das Vaterland, ich darf woh! sagen, stolz auf seine Universitäten. Die Männer, die unS vorangsgangtn. haben uns diese ^orbeeien erworben, an uns ist cS, sie unverwellt und unbefleckt unseren Nachkommen zu überbringen." Stürmischer, nicht endenwollnider Jubel erscholl nach der Rede de« greisen ReclorS Ganz Deutschland, auch die leulschen in iD'sttr-re ch nehmen an allen Kundgebungen dls deutschen ^ils gllsles mmqslen Antheil, las „stsemdexblatl" widmet dieser Jubelfeier an leitender Stelle einen ehrenden Ull.lel und schließt denselben mit nachstehendem Ap^cll: „De Jubclfeler der Münchener Unloelsitäl -»m""! uns neuerdings daran, wie wir nur im Äi stiussc uii das slammvlrwandte Deutschland unsere Eullulmisnon in Oesterieich c:süUcn lonnen Die ölllrleichischel' Universitäten haben für die Erhaltung und Pflege deutschen Wes,n«. sür die deutsche Bildung in Oeilerreich >>cht so viel qelelslct. als sie hälllii leisten lönn»n, lve"» der «cisligc Vcrlrhr mil dem deutschen Bolle niemals gehindert worden wü,e. Die strenge Ndsoll^erulia. hat cS bcwiill. daß Deutsch.Oeslerreicd zurück^esl'tben ist und daß der Stnil um die ^ühserschasl Deutschlands schon cnlschildcn war. als Oesterreich noch formell dcn Volliy , im deutschen Bunde führte. Unseien > nun eine zweite Gefahr. Die Natim sich dcr Unlverfitiilen bemächtigen, um ste zum Tlimmel-platz dcr Agitation zu erniedrigen. Diese Gc,ahr von den dculsch'österreichischen Hochscdulsn abzuwentun. sli unsere ernste Sorge. Bewahren w,r uosnni ^ dcn deutschen Oeist. damit sie de? T>!o!^ ^ ,.. -OrfterreichS seien, wie die deutschen Universitäten „ach dem Ausspruche ^« w"torS DüMnger dcr Stolz Deutsch-land« sind." _____ !2?2 rung der Landestasse wege» der stattfindenden Localitäten« Reinigung. — Kundmachung in Betreff de« Artillerie-, Uebungsschießens bei ViHmarje. — (Schlutzoerhandlungen beim t.l. Lande« g er ichte in Lai-bach.) Am 7. August. Maria Grum: Betrug; Franz Stirn und Complott: schwere lör-^ perliche Beschädigung. - «m 8, August. Valentin Pipan ^ und Consorten: Diebstahl; i^ranz Pouö: Diebstahl; Mlchael, Iujniö: schwere lörperliche Beschädigung. — Am 9. August. Urban Mahoriö: Todtschlag; Anton Kert: Diebstahl; Franz Hafner und Ierni Ramous: schwere körperliche Beschä. digung. ! — (Schlußverhandlungen beim l. l Preisgerichte in Rudolfswerth.) Am 8. August.! Martin Sotler: schwere körperliche Beschädigung; Michael, und Ialob Getraue: öffentliche Gewciltlhätigteit.und Dieb., stahl- Ivan Pitztur: schwere lörperliche Beschädigung; Io«, fef Semic: öffentliche Gewaltthätigkeit, — Am 10. August.! Ursula Hrovat : Meuchlerischer Gatlenmord; Ialub Ruß:! Diebstahl. — Am 14. August. Franz Gorenc, Franz! Smerle, Johann Nadu, Martin Zeleznik, Anton und Io« hann Kresse: schwere lörperUche Beschädigung; Johann Narlol: Dlebstahl. — Am 17. August. Johann Kamtnc: ^ Betrug; Anton Fitz: Diebstahl und Betrug; Matthäus, hoöevar: öffentliche Gewaltthätigkeit; Anton Arnßel: Dieb.! stahl. — (Für Lehrerlreise.) Dem fUnften allge. meinen österreichischen Lehrertage in Klagenfurt sind aus; Wien nachstehende Themata eingefendet worden: ^ 1. Die Vedeutung und Verwerthung der Cullurge«! schichte in der Volks« und Bürgerschule. 2. Ein Hauptfehler unseres Vollsschulgesetzes liegt in dem Gesche vom 2b. Mai 1868, in welchem durch § 10^ em Orlsscbulrath eingeführt wurde, und warum? ! 3. Welche Fortschritte hat das Vollsschulwesen in! Oesterreich seit der Wirksamkeit der neuen Voltsschulgesetze j aufzuweisen, mit welchen Hindernissen hat die Volksschule noch zu kämpfen, und wie können dieselben überwunden! werden. ' 4. Die zweckmäßige Einrichtung, Verwaltung und' Benützung der Vollsschulbibliothelen mit Rücksicht auf die! betreffenden gesetzlichen Bestimmungen. 5. DelaiMrter Lehr. und Stundenplan für ein« und zweillassige Volksschulen. 6. Welche Stellung und welche Aufgabe hat die Mr« gerfchule, und wie ist letztere zu erreichen? 7. Man strebe dahin, daß das Wort „definitiv" an. gestellt fchon von der Zeit an, wu sich der Lehrer das Lehr. befähigungszeugnis erworben hat, von Wirksamkeit sei, damit ihm noch bei Lebenszeit eine DienstalterSzulaze zugute komme. 8. Warum fassen unfere Schulgesetze bei der Land. bevölkerung nicht recht Wurzel, und wie kann diesem Uebel» stände abgeholfen werden? 9. Warum handhaben die Bezirksschulrälhe das Schul« gefetz in Bezug auf Ausübung des Meßnerdienstes nicht allerorts gleichförmig. 10. Tie sanitälspolizeiliche Aufsicht in der Schule. 11. Tas Institut der Ortsschulräthe in seiner gegen, wärtigen Organisirung schädigt die Voltsschule in ihrer freien und fortschrittlichen Nutwicklung. Die Einschränkung, eventuell Abschaffung dieser Institution ist nach den ge« machten Erfahrungen eire unbedingte Nothwendigkeit für das Gedeihen dec Volksschule. 12. Die Nothwendigkeit einer mehr ans berufliche Leben sich anschließenden Bildung erfordert die Errichtung von Fachschulen. Die Volksschule kann die Zwecke der Fach, bildung nicht erfüllen; zu diefem Behufe seien landwirth. schaflliche und gewerbliche Fortbildungsschulen an die Volks, schule anreihend zu organifiren. 13. Gründung eine« allgemeinen großösterreichischen Lehrervereines. 14. Ueber Lehrerbildung und Lehrerbildungsanstalten. 15. Sind Rettungshäuser für die verwahrloste Jugend nothwendig, welche Vortheile gewähren sie den Voltsschulen und wie sollen dergleichen Erziehungsanstalten zur Sicherstellung des für die bürgerliche Gesellschaft gewl e» 338.60.- l'oiidl», 110,40.— Silber 10825. - « t Vilw, Du« eilen 5.29 — 9iaftil?.m«)'llr 8,82 Handel und UolkswiltWastliches. Schwebende Schuld. Zu Ende Juli 1872 befanden sich laut Kundmachiinq der Commission zur Tanlrole der Staats-schuld im Umlaufe: an Parlilllhypstlictaranweisungen 36,222.882 fl. 5/) lr.; an zu Staatsnoten erklärten (im- und Fünfguldcubanl. noten 1.726.541 st.80lr.. an förmlichen Slaatönoten 374.047,84!» fl., im ganzen 4II.li9i1.27.'! fl. 30 tr. » Angekommene Fremde. Am 4. Anqnst. «>«-s«»». Dr. Kastner, Hofgenchls «dvocat, und Schrämet, Wien. - Haauf. itroiswibach. — Crzen. Idria, - Staflo Karolma. Kuhnel. («aSdircctor, Elart. Binder, l. l. Major, Ulrich mtt Familie. Trieft. ^ ssischer. ,. t. ssmanzcommissär, Tolmem. Säwltz, 2chramberss. . 6,lic. Handels!,,,, Kali-ftadt. - Barbaroviö. Schiffs-Capitai,. Dalmatien. - .hreu, Bescher. ^ 8«n^< »A'l«.«. Duranti. Fiume. . Viitter v. faslet, Hraftnic,. - IeMnac,. Beldcö. - - Steffa,,. l. l, Oberlieutenaut, Vrncl a, M, Vwermsll). Prwat, Aqram. - Ha^. Banlbramte. Brllnn. < ^zunlpal,!, Kaufn,., Szattmiar», Buchhalter, und ^'öw, Kaufn,,, Wien, ^ Kilbisnjal. Aassensm». »>nl«»l «,,^»,»». Miiller, Marbilrq - Rnpnil, l. l. Mrer. ^cssnlan sammt Frau, Kfm,, Tviest, ^ Hchmit, St. Varthelmä. Dr. Den, Ndelsbevss. ^'llczl, otationsiihef. NadmannS dorf. Heine mit Frau. Wien. - Peternel, Privat, ^eldeS. R»«»»»»«». Äömcr, Beamte. Wien. Lteiner, Graz. - - Po,^ nlana, Handels»,., und Smole. Beamte, Trieft. — Supcmlii, Beamter, ^'ittai. - Mandii, t. l, tientenanl. Brnck a. t>. k. ' ^ ^ Z? ° -' ,M .'^'?^ ^'" -st^ "'"dstill Hühenneb-l " <»"«l. 7^" !?k'' W. schwach halbheiter 0..,.. ,!<).. Nb. 735.«, .^,5« windstill haldheiler l««..i??^ ^ ü^ lch"°cher ^ebel, herrlicher M°rgc„. llare Luft, ^ 3 .??^ ^^' ""b b°"fcnm°Il,n. abend« ganz heiter. D>'« Tagesm.ttel der Wärme ^ 16 4'. um 3 4' untei dem Normale. «'raiüwir-lilber N-dacteur: Iyna, v. « l e i n m a l, r. Döljenderichl. ^'b.'i°n..« Ä„°^ WA.,"!»»?"'""" «""'^'«'b««« °»»<>'° u». !°°»ri!>r.°«».«- «i,...b^,,»c,i„, .be„i»w°h> »>.»««^ «p^,..l»,.«p»pi.«. «°>. ,.„«,» /T. Al M 250 fl. 94- 94 50 " I860 „l 500 st. . . 103,50 103.75 ' " 18<50 zu lW si. - - 12550 126.-' I 1864,» 100 st. . .144 80 145.20 Kla»t«-D°mäneu-Plaudbrlch zu 120 st 6 W. -n Silber . . lid bi» 117.-«. «»und»nllaslun««-Vbligationen. ssilr 100 ft. Wel" W°°r, ^üqmlu . m5p2t 96 75 97 25 «aUzwl . . „ 5 ^ 78.— 78 50 »i'tdtl-Oefttrre.ch . , 5 ^ »5.- ?5.b0 Oder.iDeftlrreich . ^ h „ 9350 94 - Sitbtnbtllyeii ... ^ 5 ^ 8U 25 8075 ^ g. <3is«nba),N2Nlehtn zu 120 fl ü. W. Silber 5", pr. Slllll' 106 — 106.50 Uug Prämlelllllllehen z„ 100 st. 1.3? ^''^ ^n.ahl.^f « ',<» 107 25 ^750 Wiener Tommunalllnlchln, rllck- Geld V«"«re! zahlbar 5p«lt. fur 100 ss. . . 8590 86.10 «. Netle» »on Nankinstituten. Hnglü-ufierr. V»»l.....314 25 314 75 Bar.lvereiu.......348.— 349 — V°d«n-l) Ungarische Oftbahn . . löl.5t) ,32,- Tramway........ 337.— 337.50 r. Pf^llddrirfe (fllr 100 fl ) «llg. üst Vad^n-5 — Vl!:.:n33I.rnclz.,u5vCt.lnö.N. 89... 89 50 Natiouulb. zu 5 plit Ü. W. . . 92 4» <<250 Unz. 6')i>.-Hrld.-Anft. zu 5'/, pst. 89 60 89.90 «^. ^»ioritätsobliaaiionen. ,«, °» »5 « ^elk Waare' Hlis.-Weftb, ,n H. oerz. (I. «Lmlff.) 9359 95.. Žjirdmllude-Nirdb. ,n Silb, ueri». 108— 103 25 5rllt,,-I2s«phZ.V<,hu ... is,i60 101.80 ».sarl-^bu? N.t.T.otr,7 «m. 104— 104 50 O:?tr? 'N'>!»',i',f^^ . 100.50 100.75 «. ^ ^ <« 0 Hudb,-O.i200fl.,.5'.für100ft. 95 40 95^0 sUdb.«on« 6*. i1»70^7<) i 500 Zfrcs pr. «5ti1ck . 220 - 22!.^ llnz. Oftbahn fUr 100 st . . ^.35 ^50 ». Vrivatlose