Bezugspreise ^ür Österreich-Ungarn ganzjährig K4-halbjährig K 2- £ür Amerika: ganzjährig D. 1 25 Jiir dar übrige Ausland ganzjährig K 5'20 Briefe ohne Unterschrift werden nicht berücksichtigt, Manuskripte nicht zurück-gesendet. Gvttscheer Dote Erscheint mit einer illustrierten Beilage „Wandermappe" am 4. und 19. eines jeden Monates. Bestellungen übernimmt die Verwaltung des Hottscheer Noten in Gottschee Nr. 121. Berichte sind zu senden an die Schriftleitung des Kottscheer Moten in Gottschee. Anzeigen (Inserate) werden nach Tarif berechnet und von der Verwaltung des Blattes übernommen. Die „Wandermappe" ist nur als Beilage des Gott-scheer Boten erhältlich. P ostsparkassen-Konto Nr. 842.285. M. 3. Kottschee, am 4. Jeliruar 1915. Jahrgang XII. Patriotische Kriegshüfsaktion unserer Landsleute in Amerika. In den jetzigen schweren Zeiten gereicht uns die Haltung der Deutschen und Österreicher in Amerika zum Troste und zur Erhebung. Mutig zerreißen sie in Wort und Schrift das Lügengewebe, mit welchem das perfide Albion auch Amerika übersponnen hat; unerschrocken und furchtlos erheben sie ihre Stimme gegen die ungeheuren Lieferungen aus den Vereinigten Staaten an Waffen, Munition, anderem Kriegsmaterial und Gold an unsere Feinde, was doch ganz und gar dem Geiste wahrer Neutralität widerspricht; laut, eindrucksvoll und in mächtiger Betonung ihrer Gefühle geben sie ihrer Treue und Anhänglichkeit zu Österreich und Deutschland unverholen Ausdruck. Und ihre Stimme wird auf die Dauer nicht ohne Wirkung bleiben, sie wird nicht unbeachtet verhallen. Bilden die Deutschen und die Österreicher doch einen so großen Teil der Bevölkerung der Vereinigten Staaten, daß man ihre Gefühle nicht mit einer leichtfertigen Geste fortdauernd verletzen dürfen wird. Aber nicht bloß mit Worten und Gefühlen und mit ihrer Presse stehen die Deutschen und Österreicher fest und treu zu ihrem von der ganzen Welt umdrohten Volke, zu ihrem alten, nie vergessenen Vaterlande, auch in Werken, in Taten barmherziger Nächstenliebe gegenüber dem unermeßlichen Unglück, das der Krieg über die alte Heimat heraufbeschworen hat, bezeigen sie, daß ihr Herz warm für uns schlägt, daß sie sich eines Blutes und eines Sinnes fühlen mit den Brüdern in der alten Heimat, daß sie bereit sind, uns beizustehen und durch Wohltun zu helfen, wo sie nur können. Und unsere engeren Landsleute, die Gvttscheer in Amerika, stehen dabei nicht in letzter Reihe. Wie gerne hätten Hunderte von ihnen auch zum Schwerte gegriffen, um ihr altes, von so vielen Feinden ringsum bedrohtes und bekämpftes Vaterland mutvoll zu verteidigen. Es war unmöglich, man ließ sie nicht herüber. Ein Versuch, trotzdem nach Europa zu gelangen, hätte nur zur Gefangenschaft auf britischem Boden geführt. Zornig wallte damals der patriotische Unwille hierüber in ihnen auf und so mancher von ihnen gab seinem Unmut in Briefen schärfsten Ausdruck und beklagte es bitter, daß es ihm durch das Schicksal verwehrt wurde, für sein Volk, für sein Vaterland ins Feld zu ziehen. .Da es den Gottscheern in Amerika unmöglich gemacht wurde, mit den Waffen in der Hand für Österreichs Recht, Ruhm und Ehre einzustehen, schlossen sich unsere Landsleute da und dort in Gruppen zusammen, um Sammlungen zu veranstalten zur Linderung der großen Kriegsnot in der alten Heimat. In dieser Beziehung stehen insbesondere die Gvttscheer in Brooklyn mustergültig und beispielgebend da. Sie hatten schon früher ansehnliche Unterstützungsbeträge für das österreichische und ungarische „Rote Kreuz" aufgebracht und nach Österreich gesendet und sind gegenwärtig im Begriffe, eine sehr lobens- und dankenswerte Kriegs-Hilfsaktion für ihre engeren Heimatgenossen in Szene zu setzen. Am 19. Jänner l. I. langte an den Bürgermeister von Gottschee, Herrn kaiserlichen Rat Alois Loy, aus Brooklyn folgendes Schreiben ein: Brooklyn, am 25. Dezember 1914 Wohlgeb. Herrn Bürgermeister der Stadt Gottschee. Geehrter Herr I Da unsere lieben Landsleute in einen furchtbaren, aufgezwungenen Krieg verwickelt worden sind und die traurigen Nachrichten über ihre schweren Heimsuchungen gleich einem mächtigen Hilferufe an unsere Herzen hier in der Fremde pochen, haben wir Gvttscheer Landsleute von Brooklyn eine Sammlung veranstaltet, welche bis heute 5000 Kronen eingebracht hat. Nun wissen wir aber nicht genau, wie wir diesen Betrag an die wirklich kriegsnotleidenden Gvttscheer verteilen sollen, weshalb ich mich an Herrn Bürgermeister mit der Bitte wende, mir einen Rat zu erteilen, wie wir diese Sache am besten ausführen könnten. Wir haben durch Veranstaltung eines großen Konzertes bereits einen ansehnlichen Betrag für das deutsche, österreichische und ungarische Rote Kreuz aufgebracht und abgeliefert. Nun bitte ich nochmals herzlich, mein Ersuchen nicht unberücksichtigt zu lassen, damit das Geld gleich dahin kommt, wo es nottut. , Für Ihre gütige Bemühung im vorhinein dankend, zeichnet hochachtungsvoll Josef Pettin, Schatzmeister. Herr Bürgermeister Loy beantwortete dieses Schreiben am 20. Jänner, wie folgt: Geehrter Herr Pettin I In Beantwortung Ihres geschätzten Schreibens vom 25. Dezember 1914 drängt es mich zunächst, meiner aufrichtigen Freude und Genugtuung Ausdruck zu geben über die so Vaterlands- und heimatsfreundliche Gesinnung unserer lieben Landsleute in Brooklyn. Indem ich für die in Aussicht gestellte hochherzige Spende von 5000 K für Kriegsfürsorgezwecke in unserer engeren Heimat im eigenen Namen und namens der Gvttscheer Landsleute den verbindlichsten, herzlichsten Dank ausspreche, beehre ich mich mitzuteilen, daß ich sofort nach Erhalt Ihres geschätzten Schreibens, d. i. am 19. Jänner, ein Komitee einberufen habe, das über die Frage der besten Verwendung Ihrer patriotischen Spende eingehende Beratung pflog. Der Beratung wohnten außer mir bei die Herren: Hochw. Dechant Erker, Schulrat Obergföll, Forstmeister Schadinger, Gemeinderat Florian Tomitsch und Gemeindeausschuß Josef Verderber. ^ , , „ , , Mit Rücksicht darauf, daß unser hiesiges Reservespital durch die hier und im Bezirke aufgebrachten Spenden sowie durch die Unterstützung des Militärärars seine Bedürfnisse bisher ausreichend gedeckt sieht, und in Berücksichtigung des weiteren Umstandes, daß die Familien der ins Feld gerückten Krieger gegenwärtig ohnehin staatliche Unterhaltsbeiträge erhalten, wäre es nach der Ansicht des Komitees am empfehlenswertesten, den Geldbetrag einstweilen zu reservieren und — Fälle dringender Notwendigkeit ausgenommen — die Verteilung der Unterstützungssumme erst in einem späteren Zeitpunkte vorzunehmen. Die Not in der Heimat wird später von Tag zu Tag immer ärger werden. Unsere heimatlichen Krieger, die durch ihr tapferes Verhalten vor dem Feinde dem Gottscheer Ländchen Ehre machen und sich in großer Anzahl Kriegsauszeichnungen erworben haben, verdienen es gewiß, daß man sie und ihre Familien im Falle ihrer Invalidität nicht darben lasse. Bei der schlechten Ernte des vorigen Jahres ist es nicht ausgeschlossen, daß vielen armen Landsleuten im kommenden Frühjahre die Mittel zum Ankauf von Saatgut fehlen werden. Andererseits wird in manchen Familien die größte Not voraussichtlich erst dann eintreten, wenn der Krieg beendet ist, die staatlichen Unterhaltsbeiträge eingestellt werden und manche Familienernährer durch im Kriege zugezogene Krüppelhaftigkeit oder Krankheit entweder gänzlich oder wenigstens eine Zeitlang erwerbsunfähig sind. Solchen unglücklichen Personen und Familien helfend unter die Arme zu greifen, ist sicherlich ein Gebot barmherziger Nächstenliebe. Es wäre sehr erwünscht, daß das edle Beispiel unserer geehrten Landsleute in Brooklyn auch von den Gottscheern in anderen Städten Amerikas nachgeahmt werden möchte. Für die patriotischen Bemühungen Ihnen und allen lieben Landsleuten, die in schwerer Zeit eine so treue, werktätige Liebe zur alten Heimat bekunden, recht herzlich dankend, zeichne ich mich mit treudeutschem Gruße als Ihr ergebener Alois Loy. Auch wir begrüßen die Kriegs-Hilfsaktion unserer geschätzten Landsleute in Amerika mit größter Freude und größtem Danke. Wir zweifeln nicht daran, daß das schöne Beispiel, das unsere Landsleute in Brooklyn gegeben haben, auch von den Gottscheern und Gottscheerinnen in New-Iork, Cleveland, Chicago, St. Francisco, Pittsburg, Wennona usw. nachgeahmt werden wird. Auch mit der vorgeschlagenen Verwendung des Geldes sind wir vollkommen einverstanden: Anschaffung von Saatgut für arme Landwirte und Unterstützung der im Kampfe für das Vaterland invalid oder siech gewordenen heimatlichen Krieger und ihrer Familien. Vielleicht wird manche Krone auch für die Beschaffung von künstlichen Gliedmaßen (Füßen, Händen) für die tapferen Gottscheer Krieger verwendet werden müssen, die zum Schutze des geliebten Vaterlandes ihre gesunden Glieder geopfert haben. So mancher Landsmann in Amerika, der nach dem Gesetze verpflichtet ist, sein Vaterland mit den Waffen in der Hand zu verteidigen, dem aber die Erfüllung dieser Pflicht unmöglich gemacht wurde, findet nunmehr Gelegenheit, durch Spendung von Beiträgen für die Jnvalidenfürsorge in der Heimat gewissermaßen einen kleinen Ersatz zu bieten. Mögen also die Gaben überall, wo in Amerika Gottscheer wohnen, recht reichlich fließen. Möge überall ein Hilfskomitee für Gottschee zusammentreten. * Nachtrag. Obige Zeilen waren schon geschrieben, als am 25. v. Mts. eine Zuschrift aus New-York an den hochw. Herrn Dechanten und Stadtpfarrer Ferdinand Erker in Gottschee einlangte, in welcher Herr Johann Kump in New-Aork, 335 E. 43 St., ersucht, es mögen die Kriegsspenden der dortigen Gottscheer im „Boten" veröffentlicht werden. Dann heißt es weiter: „Da wir hier im Frieden leben ferne vom Vaterland und uns am Kampfe nicht beteiligen können an der Seite unserer braven, tapferen Kameraden, so wollen wir unsere Soldaten mit unseren Geldspenden unterstützen. Für sie, die so tapfer für unser Vaterland ihr junges Blut opfern, wird auch fernerhin jeder nach seinen Kräften gerne Opfer bringen." — Dem Briefe des Herrn Johann Kump ist folgende Spenderliste beigeschlossen: Kriegsspenden der Gottscheer von New-Iork für das österreichische und ungarische Rote Kreuz, gesammelt von Johann Kump, Franz Kresse, Andreas Tschinkel, Franz Köstner und dem österr.-ung. General-Konsulate in New-Aork übergeben: Johann Kump 5 Dollar, Matth. Wittreich 1, Johann Wittreich 1, Johann Wittreich 50 ct., Andreas Tschinkel 2 Dollar, Franz Kresse 2, Johann Händler 3, H. Sarli 1, Alois Hutter 5, Josef Kropf 1, Josef Jaklitsch 1, Matth. Tscherne 2, Franz Tschinkel 1, Johann Novak 2, Georg Jonke 1, Franz Jonke 1, Josef Kren 1, Josef Levitschnig 2, Josef Jaklitsch 2, Adolf Novak 2, Johann Sigmund 2, Franz Hönigmann 3, Josef Jonke1, Franz Kobola 1, Anton Perghaus 1, Paul Hutter 1, Maria Sturm 1, Josef Oswald 1, Franz Koschir 1, Johann Kropf 1, Alois Koset 1, Adolf Kropf 1, Josef Hönigmann 2, Rudolf Köstner 2, Matth. Plesche 2, Johann Knaus 2, Matth. Samide 1, Matth. Kropf 1, Josef Kump 1, Josef Kropf 2, Josef Wittreich 5, Fritz Köstner 2, John Puvogl 2. A. Lesser 1, Josef Hönigmann 1, Karl Köstner 1, Josef Erker 1, Jranz Wittreich 1, Franz Ruppe 1, Franz Jonke 1, Franz Perz 1, Gebhard Rohner 5, Alois Preiditsch 1, Josef Kresse 2, Alois Jonke 1, Josef Kresse 1, Johann Kropf 2, Franz Kropf 2, Stephan Schnalle 5, Franz Köstner 5, Samuel Plaut 10, Josef Hoge 2, Johann Flack 2. Johann Jaklitsch 1, Matth. Tschinkel i, Heinrich Moebus 1, Josef Perz 1, E. Wiedemann 1, Kurl Schiwautz 50 ct., Johann Perz 1 Dollar, Franz Kcaker 1, zusammen 126 Dollar (rund 706 Kronen). Indem wir über die patriotische Opferwilligkeit unserer geehrten Landsleute in New-Aork unsere besondere Freude aussprechen und sie rühmend hervorheben, sei es uns unter Bezugnahme auf unsere obigen Ausführungen nochmals gestattet, unsere lieben Landsleute in New-Iork und in allen Städten, wo Gottscheer siedeln, recht herzlich zu bitten, sie mögen nach dem von den Brooklyner Gottscheern gegebenen Beispiele auch ihrer engeren Heimat nicht vergessen. Erst nach Beendigung des großen Völkerringens werden die traurigen Spuren desselben auch in Stadt und Land Gottschee nur allzudeutlich hervortreten. Witwen und Waisen werden um ihren Ernährer klagen. Invalid und krüppelhaft gewordene Helden werden verzweifelnd nach Hilfe suchen. Viel mehr Not und Elend wird's erst nach dem Kriege zu lindern geben, als gegenwärtig. Um unseren braven und tapferen Helden, die für den Bestand, die Ehre und Größe unseres Vaterlandes zu erwerbsunfähigen Krüppeln geworden sind, und den hilflos dastehenden Witwen und Waisen, deren Ehegatten und Väter auf dem Felde der Ehre gefallen sind, das schwere Los zu erleichtern, wird gewiß jeder Gottscheer in Amerika sein Möglichstes tun. Wir appellieren demnach nochmals recht innig und dringend an das gute Herz unserer engeren Heimatgenossen in Amerika. Aus Stabt und Land. Hottschee. (Vom politischen Konzeptsdienste.) Se. Exz. der Herr Landespräsident hat den k. k. Bezirkskommissär Herrn Dr. Johann Lin in g er von der Bezirkshauptmannschaft in Ru* dolfswert zur Bezirkshauptmannschaft in Gottschee versetzt. Herr Bezirkskommissär Dr. Lininger war schon vor einigen Jahren in Gottschee tätig gewesen und hatte es verstanden, sich hier die allgemeinen Sympathien zu erwerben. — (Ernennung.) Der Seeaspirant Herr Emil Berner wurde zum Seekadetten ernannt. — (Vom Klerus.) Die Pfarre Ebental wurde dem dortigen Pfarrverweser Hochw. Herrn Andreas Krauland, die Pfarre Pöllandl dem Pfarrer von Stockendors Hochw. Herrn Johann Jaklitsch verliehen. — (Ernennung.) Herr Dr. med. net. Hans Ganslmayer, k. k. Direktor-Stellvertreter an der Tierimpfstoffgewinnungsanstalt des Ackerbauministeriums in Wien-Mödling, wurde zur Einführung in den Verwaltungsdienst bei politischen Behörden der k. k. Statthalterei in Graz als Staatsobertierarzt zugeteilt. — (Tapferkeitsmedaille.) Vom Armeekommando wurde dem Korporal Georg Händler des SIR. 27 die Silberne Ta- Ekeitsmedaille 2. Klasse verliehen. Dem Zugsführer Josef Kren, LdstJR 27, wurde vom Kommando der Balkanstreitkräfte die Silberne Tapferkeitsmedaille 2. Klasse verliehen. — (Kriegsauszeichnung.) Dem Hauptmann d. Reserve Herrn Friedrich Pirk er, LJR. 29, wurde das Militärverdienstkreuz dritter Klasse mit der Kriegsdekoration verliehen. (Goldene Tapserkeitsmedaille.) Nachträglich erfahren wir, daß dem Zugsführer Alois Jesckelnik, LwJR 27, aus Grafenfeld schon vor einigen Wochen die goldene Tapferkeitsmedaille verliehen worden ist. Die Ortschaft Grafenfeld kann stolz darauf sein, daß zwei ihrer Söhne (auch Zugsführer Rudolf Ko-Üatschitsch) sich eine solche Auszeichnung für ihre hervorragende Tavferkeit erworben haben. — (Trauung.) In der Kreuzberglkirche zu Klagenfurt wurde am 20 v Mts. Herr Richard Canaval, Professor an der montanistischen Hochschule in Leoben, mit Fräulein Friederike Wols-eaaer Tochter des Herrn Regierungsrates Peter Wolsegger, getraut. — Unseren herzlichsten Glückwunsch! — (Musterung.) Wie amtlich bekanntgegeben wird findet am 10. Februar die Musterung der in den Jahren 1891, 1895 und 1896 geborenen Landsturmpflichtigen statt. t (Aufforstungsprämien.) Der Krainisch-kustenlandische Forstverein hat für das Jahr 1914 mehrere Anerkennungsdiplome und Aufsorstungsprämien für gelungene Aufforstungen auf kahlen Flächen des bäuerlichen Grundbesitzes verliehen. Ein Anerkennungsdiplom erhielt u. a. Herr Matthias Perz in Mooswald P - (Die Kriegsanleihen.) Die Ge)amtsumme der Zeichnungen auf die österr. Kriegsanleihe beläuft sich auf 2.135 527.300 Kronen, die Zeichnungen auf die ungargche Kriegsanleihe haben die Summe von 1170 Millionen Kronen, zusammen also 3.305,520dUU K.onen^erg um ätt,ettenmar ucrnjuttbet) wurde auf dem nördlichen Kriegsschauplätze Herr Oberleutnant Hubert Trug er Die jetzige Verwundung am Fuße ist eine ziemlich schwere^und bedarf noch fortgesetzter Behandlung (elektrische Massage der^^n) dem Herrn Oberleutnant im Garmfonsfpitale m Laibach zuteil[wirb. — (Hoher Schnee.) Zu Beginn des letzten Drittels des Monates Jänner begann es stark zu schneien, so daß die Schneedecke eine Höhe von 70 cm erreichte. Nach kurzer Ausheiterung setzten die Schneefälle neuerdings heftig ein und dauerten tagelang Dm Schneedecke wurde ein Meter und darüber hoch, der Verkehr stockte.Am 28. v. Mts. traf nur die Post von^Nesseltal^ rechtzeitig m Gottschee ein, die Posten (Postwagen) von Tfchernembl (Mösel) Altlag und Brod blieben aus. Vom Hinterlande kam nur ein ratender Post, bote Am 29. Jänner hatte der Vormittagszug von Laibach eine Verspätung von 40 Minuten. Ein mit 12 Pferden bespannter Möbelwagen konnte am 27. Jänner nur mit Muhe und Not und unter Aufbietung aller Kräfte von der Stadl zum Bahnhof befördert werden Am 30. Jänner heiterte sich das Wetter ans und es trat ftroft ein Am 31. Jänner war in der Frühe eine Kalte von 18 Grad R unter Nu«. Nun tarnte mit der togemmnnng aus der Simse Ä”“ btm stdlichen Krieg-,chaup,atze Herr tSmmtmann Alois Wolf aus Gottschee, JR. 70. Hauptman^E^ne F^ldpostkarte.) Ein Fähnrich (aus Gotisches schreibt vom nördlichen Kriegsschauplätze am l-F^er l. . ,,Bm gesund Kämpfe dauern ununterbrochen fort. Selbstredend habe ich Ere Stunden da ich Tag und Nacht dem feindlichen Feuer ausgesetzt bin und in einem feuchten Schützengraben liegen muß. Wi te-1L unbeschreiblich I Regen, Schnee, Sonnenschein, Wind, Mond, nacht und Schluß: meine Deckung voll Wasser, so daß ich mich hie und do^sorwüch ^ ^ädchenvolksschule) in Gotfichee wurden anaefertigt: 14 Schneehauben, 5 Paar Wadenstutzen,13 Paar Halbbandschuhe 2 Paar Pulswärmer und 1 Paar Fäustlinge. Zu diesem Zwecke bekam der Lehrkörper 10 Strähne Wolle vom Kriegs-Zmgeamt in Wien; K 1078 spendeten die Schülerinnen, die sonst nötige Wolle wurde aber gekauft aus dem einprozentigen Gehaltsrücklasse der Mitglieder des Lehrkörpers — (Ein nachahmenswertes Beispiel.) Seit 1. d.M. befindet sich im Amtslokale des hiesigen Steueramtes eine von der Zentrale in Wien beigestellte Sammelbüchse für Gaben für das Rote Kreuz, das Kriegshilfsbüro und das Kriegsfürsorgeamt. Bei der Auszahlung der Unterhaltsbeiträge am 1. Februar warf jeder der Empfänger (Empfängerinnen) auf eine diesbezügliche Anregung hin gerne 20 Heller und darüber, manche 1 K in die Buchse, so daß ein nicht unansehnlicher Betrag für den guten Zweck gespendet wurde Da in mehreren Gemeinden die Unterhaltsbeltrage, fall, die Gemeinden oder Pfarrämter die Quittungen ausfüllen, durch die Post ausgezahlt werden, wäre auch bei den betreffenden Postämtern die Aufstellung solcher Sammelbüchsen empfehlenswert. — (Spenden der Geistlichkeit des Dekanates Gotisch ee für das Rote Kreuz und für Kriegsfürsorgezw ecke.) Eine im Monate Jänner unter der Geistlichkeit des Dekanates Gottschee für das Rote Kreuz eingeleitete Sammlung hatte ein schönes Ergebnis, das der patriotischen Gesinnung und der Opferwilligkeit unserer hochw. Herren Seelsorger alle Ehre macht Es spendeten die hochwürdigen Herren: Dechant Ferd. Erker m ^ottschee 60 K, Pfarrer Jakob Bajec m Osstlmz 40 K Pfarrer Joh. Bar-telme in Unterlag 20 K, Pfarrer x$of Eppich m Mitterdorf J) K, Pfarrer Jos. Erker in Mösel 30 K, Pfarrer Göttenitz 50 K, Stadipfarrkooperator Paul Kl e m en c t c in Gottschee 30 K Pfarrer Jos Krakerin Rieg 50 K, Pfarrer Andr. Krauland fn EbeTtal Ä Pfarrer Ant./reiner in Altlag 50 X Pfarrer A. Medved in Banjaloka 30 K, Pfarrer Al. Perz in Morobitz 50 K Pfarrer Aug. Schauer in Nesseltal 15 K, Pfarrer ^oh. Šefe! in Unterdeutschau 50 K, Pfarrer Fr Sk ulj m Unterwarmberg 20 K Stadipfarrkooperator Fr. Sušnik m Gottschee 15 U, zu. sammen 540 K. Mehrere der hochw. Herrn hatten schon früher dem Roten Kreuz und anderen Kriegsfürsorgezwecken spenden zukommen lassen: Dechant Erker 60 K, Pfarrer A. Ce)arek 82 K, Pfarrer Kleiner 60 X, Pfarrer B a r t e l me 50 ^'Pfarrer Eppich 87 K, Pfarrer Bajec 15 K, Pfarrer Medveš 30 X, Pfarrer Schauer 40 K, Stadipfarrkooperator Klemenčič 50 K. Die Gesamtleistung der Geistlichen des Dekanates Gottschee für das Rote Kreuz und für Kriegssürsorgezwecke betragt sonach 1014 K. Hochw. Herr Religionsprosessor Franz Watzl,spendet allmonatlich 1 Prozent seines Gehaltsbezuges. ^ - (Verwundete, kranke, tote, krtegsgefangeue Krieger) Die Verlustliste Nr. 104 enthält folgende Berichtigung: Zugssübrer Adolf Linhart, LJR. 37 (Gottschee), kriegsgefangen in Nisch statt tot. — Kadett-Aspirant Richard Krau tan d, LschR. 1, oerw — In der Verlustliste Nr. 74 sind vom Landsturminfanterie-regiment 27 u. a. ausgewiesen: Titular-Feldwebel ^of es pan bl et, 6 Komv. tot; Ins. Andreas Kump, 8. Komp., verw., Inf. Johann Ples che' 6. Komp., verw. — In der Verlustliste Nr. 75 werden u a ausaewiesen' Inf Josef Georg ©liebe, LJR. 27, 4. Komp., :/w-AÜsd"r Verinstliste Nr. 5)9: Inf Julius Fornbacher (Gottschee), tot; Gesr. Jakob Knaus (Gottschee, Land), tot, ^ns. Anton Kraker (Gottschee, Land), tot; Ers.-Res Franz Marn (Gottschee), tot; Res.-Jnf. August Hönigmann, Tit^-Korp., ^R.17 verw; Inf. Alois Kren, JR. 17, verw.; @rf.Me. Franz Schleimer, Tit.-Gefr., JR. 17, verw - Alms Bentschina, Res.-Komp.-Tamb. (Gottschee), Franz Tschampa Res-^ns (Gottschee Land?), Corel (Zurl?), Res.-Jnf. (Gottschee, Land?),^;nf. Ferdinand Lunder (Gottschee), Ers.-Res. JohannSternad Gottschee) sämtliche des JR. 17, sämtliche kriegsgefangen tn Altarsk, Gouv. Saratow, Rußland. - Res.-Korp. Andreas Grego ritsch tGottschee Land?), Res.-Osfiziersdiener ^ohann «tine, beide des IR 17, die als verwundet ausgewiesen waren, sind kriegsgefangen in Altarsk. Gouv. Saratow, Rußland - Kotp Rudolf ®ump, LdstJR. 27, 3. Komp., verw ; ^nf.^ohann Lunder^ Ldst^R. 27, q @nmii verw.; Stttf. gerbinanb 9U? cx r tt, i-bj^^t. 2ii, • P*/ ne-w "»ns S°h°nn P-tre, 39t. 17, tot; T-I.-R-I. I« Rüthel, JR. 17, verw.; Inf. Joses Stimpsel, JR. 17, tot; Inf. Verderber, JR. 17, verw.; Inf. Philipp Jakob Poje, LdstJR. 27, 1. Komp., verw.; Gefr. Franz Tschinkel, LdstJR. 27, 3. Komp., verw. — Kriegsfreiw. Inf. Franz Hönigmann, Friseur in Gottschee, ist in den Karpathen erkrankt und befindet sich jetzt in einem Reservespital in Korneuburg. — Anton Lisac, Einjährig-Freiwilliger (Gottschee [?]), JR. 84, verw. — Kriegsfreiw. Walter Erker (Jnnsbruck-Gottschee), tot. — Ers.-Res. Franz Hren (Gottschee), JR. 17, tot; Ers.-Res. Johann Kraker (Gottschee, Land?), JR. 17, tot; Inf. Franz Poje, JR. 17, tot; Gefr. Johann Stimpfel, JR. 17, tot; Inf. Ernst Hiris, JR. 17, verw.; Ers.-Res. Josef Hönigmann, JR. 17, verw.; Inf. Johann Lackner, JR. 17, verw.; Ers.-Res. Peter Poje, JR. 17, verw.; Ins. Anton Bradatsch, JR. 17, verw.; Gefr. Josef Loy, JR. 17, kriegsgefangen (war früher durch Privatnachrichten als tot gemeldet). Zugsf. Franz B e l aj, JR. 17, verw.; Inf. Vinzenz Bent'fchina, JR. 17, verw.; Korp. Konrad B r i n s k e l l e, FKR. 9, verw.; Zugsf. Alois K i k e l, JR. 17, verw.; Inf. Johann Mische, JR. 17, verw.; Inf. Rudolf Perz, JR. 17, verw.; Ins. Ernst Verderber, JR. 17, verw.; Ers.-Res. Franz Wittine, JR. 17, tot; Ins. Johann Tschinkel, JR. 17, verw.; Ins. Josef Wolf, JR. 17, verw. — (Die Bezüge der mit Tapferkeitsmedaillen ausgezeichneten Krieger.) Mit der Goldenen Tapferkeitsmedaille ist ein Bezug von monatlich 30 K (täglich 1 Krone) verbunden, dem Besitzer der Silbernen Tapferkeitsmedaille 1. Klasse gebührt monatlich der Betrag von 15 K (täglich 50 Heller), dem Inhaber der «silbernen Tapferkeilsmedaille 2. Klasse K 7'50 monatlich (25 Heller täglich). — (Sparen mit den Lebensmitteln!) Es gibt noch immer Leute, die trotz aller Mahnungen und Warnungen in den Tag hinein leben und insbesondere mit dem Mehle viel zu wenig sparsam umgehen. Aus der Besprechung, die vor wenigen Tagen der Ministerpräsident Graf Stürgkh, der Ackerbauminister und der Handelsminister mit einer Abordnung des österr. Herrenhauses hatte, ist zu entnehmen, daß die Heeresverwaltung für ihren Bedarf an Getreide und Mehl bis 31. August d. I., also bis zur neuen Ernte Vorsorge getroffen hat. Die Bedürfnisse des Heeres sind also gedeckt, was jeder Patriot freudig begrüßen wird; es fragt sich nun, ob auch für die Zivilbevölkerung genügend Vorräte vorhanden sind. Der Ackerbauminister gestand zwar zu, daß die Monarchie das Auslangen mit dem Brotgetreide allein (Weizen, Roggen) bis zur nächsten Ernte nicht finden kann, bemerkte aber, daß bei entsprechender Sparsamkeit und vor allem bei genauer Beobachtung der behördlichen Maßnahmen eine Besorgnis, daß Mehl überhaupt fehlen werde, nicht begründet sei. Der Minister wies auf die günstige Maisernte hin, die taugliches Mehl liefere. — Seit 28. Jänner ist nun aus Mehlersparuugsgründen auch die gewerbsmäßige Herstellung sämtlicher Hefe- und Germteigwaren verboten worden. Es heißt also mit dem Mehle sparen. Je geringer der Vorrat an Mehl im späteren Frühjahr sein wird, desto mehr werden wir auf Gemüse (Frühgemüse) angewiesen sein. Deshalb soll auch der Anbau von allen Gemüsearten, die vor der Getreideernte reifen, nicht verabsäumt werden. — Infolge der vollständigen Unterbindung der Zufuhren vom Auslande sind auch die Vorräte an Reis schon recht knapp geworden. — (Italien und Rumänien.) In Ungarn sind vor wenigen Tagen diplomatische Nachrichten eingetroffen, aus denen die sichere Hoffnung zu schöpfen wäre, daß alle Bemühungen der Kriegshetzer in Rumänien und Italien fruchtlos bleiben werden. Namentlich in Rumänien soll sich in den allerletzten Tagen eine ganz bestimmte Wendung zu Gunsten Österreichs und Deutschlands bemerkbar gemacht haben. — (Die Kriegslage) steht für uns durchaus günstig. Unsere tapferen Soldaten haben die Paßhöhen in den Karpathen wieder erobert und an der polnisch-galizischen Front in einer Woche über 10.000 Russen gefangen genommen. Unterdessen haben sich in Russisch-Polen die deutschen Schützengräben bis nahe an den Fort- gürtel von Warschau herangeschoben. — Angesichts der Unmöglichkeit, die Linien der Deutschen in Frankreich zu durchbrechen, beginnt sich in Frankreich ein steigender Pessimismus und eine Bewegung gegen den Krieg bemerkbar zu machen. Rußland stehe, so wird in Frankreich geklagt, ohne Geld da und drohe seinen Verbündeten, es werde gezwungen sein, einen Sonderfrieden zu schließen, wenn es nicht eine große Anleihe bekomme. — (Die Verlustschätzung.) Der bekannte Militärschriftsteller 33lei6treu schätzt die bisherigen Verluste der Deutschen (Tote, Verwundete, Gefangene) auf rund 580.000 Mann; der österreichische Verlust aus der einen Front mag bis heute 420.000 Mann betragen. Der ^Verlust der Franzosen durste rund 1V* Million betragen, der der Engländer und Inder etwa 150.000 Mann. Die Belgier haben den größten Teil ihrer Armee überhaupt verloren; von vielleicht 240.000 Mann sind etwa 30.000 geblieben. Die Russen haben gegen drei Millionen verloren. Der Gesamtverlust unserer Gegner kann mit etwa 4 Vs Millionen angenommen werden. Die Gegner Deutschlands und Österreichs haben ungefähr viermal mehr verloren. Die volle Wahrheit wird man russischer-seits nie, bei den Franzosen und Engländern erst spät erfahren. — (Durchhalten, bis die Feinde zerschmettert sind!) Der deutsche Generalstabschef General v. Falkenhayn äußerte sich vor wenigen Tagen voll ruhiger Zuversicht. Er sagte u.a.: Unsere gegenwärtige Lage ist ansgezeichet. Unsere Truppen sind guten Mutes und guter Verfassung. Unsere jetzigen Linien sind sehr stark. Der Vorteil ist bis jetzt ganz auf unserer Seite. . . Die englische Blockade und Konterbandekontrolle hat praktisch gar keine Wirkung aus die deutsche Kriegsführung. Nahrungsmittel haben wir genug. Wir haben in einigen Artikeln, wie Weizen u. dgl., hauszuhalten, wir wissen aber auch hauszuhalten. Die englische Unterbindung der Kupferverschiffung scheint mir ein schwerer Schlag zu sein für Amerika, aber für uns bedeutet sie nichts. Der Krieg kann unsertwegen unbegrenzt dauern . . . Unsere strategische Lage ist gut. Auf die Frage: Wie lange wünscht Deutschland den Krieg zu führen? antwortete General v. Falkenhayn: Bis unsere Gegner vollkommen zerschmettert sind, bis sie so besiegt sind, daß die Möglichkeit einer Wiederholung dieses un-provozierten Angriffs auf uns ein für allemal ausgeschlossen wird. — (Der Papst ordnet Friedensgebete an.) Der Papst hat mittels Dekretes ungeordnet, daß an bestimmten Tagen spezielle Gebete für den Frieden in einer eigenen Formel gelesen werden. In allen Metropolitankirchen, Kathedralen und Pfarrkirchen Europas soll dies am 7. Februar und in jenen der anderen Weltteile am 21. März (Passionssonntag) geschehen. — (Einberufung der Landsturmpflichtigen der Geburtsjahrgänge 1878—1886.) Alle bei der Musterung in der Zeit von 16. November bis 31. Dezember 1914 oder später bis zu dem unten festgesetzten Einrückungstermin zum Landsturmdienste mit der Waffe geeigneten Landsturmpflichtigen der Geburtsjahrgänge 1878, 1879, 1880, 1881, 1882, 1883, 1884, 1885, 1886 haben, bezw. hatten einzurücken, und zwar von österreichischen Staatsbürgern Cie Geburtsjahrgänge 1884, 1885 und 1886 am 1. Februar, die Geburtsjahrgänge 1878, 1879, 1880, 1881, 1882, 1883 am 15. Februar. Die bei den Nachmusterungen nach den vorgenannten Einrückungsterminen geeignet Befundenen haben binnen 48 Stunden nach ihrer Musterung einzurücken. — (Die hilfsbereite Gesinnung der Deutschen in Amerika für Österreich und Deutschland.) Dem Bürgermeister Dr. Weiskirchner in Wien kam aus Chicago folgender kalligraphisch angeführter Weihnachtsgruß zu: „Den Streitern Sieg — Viel Ehr', den Frieden — Den Wunden Heil; — So sei's beschießen“. Die deutsche und österreichisch-ungarische Hilfsgesellschaft von Chicago und zahllose amerikanische Bürger deutscher oder österreichisch-ungarischer Herkunft und Geburt senden diesen Gruß als Zeichen der innigsten Sympathie. Möge das neue Jahr den Ländern unserer Herkunft die Segnung eines ehrenvollen Friedens bringen." — Auch betätigt sich überall in Amerika in den deutschen und österreichisch-ungarischen Kreisen warmherzige Hilfsbereitschaft fiir die schwer heimgesuchten Heimatländer in Europa. So schreiben , A. die „Stimmen der Wahrheit" in Detroit, Mich., vom 31. Dezember 1914: „Wenn wir auch voll Vertrauen auf den Sieg der deutschen und österreichischen Waffen hoffen, so müssen wir doch gleichzeitig eingedenk sein des vielen Elends und Jammers, den dieser schreckliche Krieg im Gefolge hat." Das Blatt weist darauf hin, daß in Pittsburg der Wohltätigkeitssinn sich schon früher in edler Weise betätigt habe. Mit Rücksicht auf die Hilfsbedürftigkeit der Witwen und Waisen der gefallenen Krieger bleibe aber noch M zu tun übrig. Der Eifer für die gute Sache dürfe deshalb nicht erlahmen. Das Ende dieses unheilvollen Krieges ist jetzt noch nicht abzusehen, und bevor der Friede geschlossen wird, werden noch unzählige Tränen zu trocknen sein. Darum ist es unsere heilige Pflicht, weiter fortzufahren mit den Beiträgen zum Hilfsfonds; auch das kleinste Scherflein wird nicht verschmäht. ,Wer viel hat, der gebe viel, und wer wenig hat, der gebe auch von dem Wenigen qern‘". — Mögen diese Worte auch in den Kreisen unserer engeren Heimatgenossen überall beherzigt werden. Kommt es ja nur darauf an, daß sich überall ein Gottscheer Verein oder ein eigenes Komitee von Landsleuten um die Sache annimmt und daß der richtige Mann mit Eifer die Sammeltätigkeit für die Kriegs- und Jnvalidenfür-forge im Gottscheerländchen in die Hand nimmt. — (Die Deutschen in Amerika.) In den „Münchner Neuesten Nachrichten" nimmt ihr New-Iorker Berichterstatter Georg v. Skal die Deutschen in Amerika vor dem ihnen mitunter gemachten Vorwurf in Schutz, daß sie nicht ihre Pflicht täten und schuld daran seien, daß die Vereinigten Staaten gegen Deutschland Partei nähmen. In der Zeitschrift (Jänner 1915) wird darüber geklagt, daß in den dreiverbandfreundlichen Zeitungen Amerikas der deutsche Kaiser und das deutsche Volk jetzt sogar noch viel heftiger angegriffen und geschmäht werden als zu Anfang des Krieges. Das New-Aorker Blatt „Sun" brachte im Dezember einen Leitaufsatz, in dem „bewiesen" wurde, daß die Deutschen am Ende ihrer Kraft angelangt wären und nicht mehr weiter könnten. Die „New-York-Times" erklärten erst kürzlich, Deutschland wäre dem Untergang geweiht (!). Das Gefühl der Verwandtschaft, finanzielle Interessen - wenn England und Frankreich geschlagen wird, ziehen die Engländer und Franzosen ihre Guthaben in den Vereinigten Staaten ein und schicken die Wertpapiere zurück — und die Angst vor einem siegreichen Deutschland, die seit Jahrzehnten von England aus mit großem Geschick gefördert worden ist, tragen zu dieser Haltung der anglo-amerikanischen Presse und des Volkes sehr wesentlich bei. Der Geldbeutel und die Sentimentalität sind aber stärker als der Verstand. Der Aufsatz schließt: „Was können nun die Deutsch-Amerikaner dagegen tun? Sie können mit Wort und Schrift die Wahrheit zu verbreiten suchen, und das geschieht nach Kräften. Sie können durch einen Druck auf die Regierung und durch die Betonung ihrer politischen Stärke auf die Aufrechterhaltung einer entschiedenen Neutralität hiuwirken, und» damit sind sie beschäftigt. Bor allem aber können sie dem von ihnen heiß geliebten Vaterland helfen, indem sie Opfer bringen, und auch dies geschieht. In New-York wurde kürzlich ein Basar beendet, der fünf Viertel-Millionen Mark für die Kriegsnotleidenden in Deutschland und Österreich-Ungarn gebracht hat. Noch nie ist mit solcher Einmütigkeit, solchem Eifer und solcher Hingebung von dem gesamten Deutschtum gearbeitet worden . . . Sicherlich sind von den Deutschen, Oesterreichern und Ungarn schon nahezu 10 Millionen^Mark gegeben worden, und es wird noch immer fortgefahren. Solches Tun ist nicht nur zu loben, sondern es imponiert auch dem Amerikaner, wenn ihm gezeigt wird, wie fest alle, die aus den Ländern des Zwei-Kaiserbundes stammen, zusammenstehen und Angriffe, Hohn und Spott wie Männer von sich abgleiten lassen. Jetzt ist nicht die Zeit für Rekriminationen, und man kann niemanden überzeugen, der von vornherein entschlossen ist, sich nicht überzeugen zu lassen. Jetzt heißt es praktische Arbeit tun, die dem Vaterlande helfen kann, und das geschieht. Deshalb darf man in Deutschland überzeugt sein, daß die Deutsch-Amerikaner ihre volle Pflicht tun und auch fernerhin auf ihrem Posten getreulich für das Reich Wache halten werden." — (PaketsendungankriegsgefangeneÖ st erreiche r.) Infolge diplomatischer und postalischer Bemühungen wird es in Zukunft möglich sein, aus Österreich-Ungarn^an die in Rußland, Frankreich und England kriegsgefangenen Lwldaten und sonstigen Militärpersonen der österreichischen Armee Postpaketsendungen gelangen zu lassen. Diese Postpakete dürfen jedoch nur Kleider und Wäsche und zum persönlichen Gebrauche bestimmte Gegenstände in einem Höchstgewichte von 5 Kilogramm bei völligem Ausschluß jeder schriftlichen Mitteilung enthalten. Witterdorf. (Trauung.) Johann Perz aus Kerndorf 43 wurde am 1. Jänner in Klagenfurt mit Maria Steinberger aus Windisch-Feistritz getraut. — (Gerichtliche Versteigerung.) Die Halbhube Nr. 22 in Windischdorf gelangt am 24. Februar mit dem Schätzwerte von K 8227'40 und dem geringsten Gebote von K 5484'94 abermals zur Versteigerung. — (Kriegsfürsorgearbeit in der Schule.) Eine große Freude hat man den Kindern bereitet, daß man sie bei der Anfertigung der für die Soldaten im Felde bestimmten Kälteschutzmittel mithelfen läßt. Während die Mädchen unter Leitung der beiden Fräulein Lehrerinnen im Stricken wetteifern, haben an der Fertigstellung der nach Laibach abgeschickten 3780 Papiersohlen auch die Knaben fleißig mitgearbeitet. — (Viehstand zu Beginn des laufenden Jahres.) Nach vorgenommener Zählung waren in der Gemeinde Mitterdorf zu Beginn des Jähres 149 Ochsen, 342 Kühe, 213 Stück Jungvieh und Kälber, 5 Ziegen; gezählt wurden ferner 30 Pferde, ein Esel und 339 Schweine. — (Ausschußsitzung.) Bei der am 23. Jänner abgehaltenen Sitzung des Gemeindeausschusses wurde zuerst die Jahresrechnung des vergangenen Jahres geprüft und genehmigt. Die Einnahmen der Gemeindekasse beliefen sich auf K 8823'96, die der Armenkasse auf K 436 85; die Gesamteinnahmen auf K 9260 91. Dem gegenüber hatte die Gemeindekasse K 6874'60, die Armenkasse K 1242-17 Auslagen. Daraus ergibt sich ein Überschuß von K 114404. Im weiteren wurde die Aufnahme eines Darlehens von K 22.000 zur Begleichung der an Schule und Kirche vorgenommenen Arbeiten beschlossen. Uchermoschniß. (Gerichtliche Versteigerung.) Am 15. Februar um 9 Uhr vormittags findet beim Bezirksgerichte in Rudolfswert die Versteigerung folgender Liegenschaften statt: E. Z. 30, Katastralgemeinde Tschermoschnitz, Gebäude, Grundparzelle, Acker, Wiesen, Wald. Schätzwert K 2706. Geringstes Gebot K 1804; unter dem geringsten Gebot findet ein Verkauf nicht statt. Kohenegg. (Verwundet.) Johann S ti mp fl von Hohenegg Nr. 24 ist' am 19. Oktober durch ein Schrapnell-Sprengstück am linken Unterarm verwundet worden und befindet sich gegenwärtig in Spitalpflege. Walgern. (Ein Opfer des hohen Schnees.) Hier hat der hohe Schnee die Keusche des Mesners derart zusammengedrückt, daß sie unbewohnbar geworden ist. Das Dach war mit Eternit gedeckt. Der Schaden ist nicht unbedeutend. Stakzern (P o st.) Herr Georg Skieber hat den Auftrag erhalten, das hiesige Postamt bis auf weiteres weiter zu leiten. Wie wir von privater Seite erfahren, hat die Postdirektion in Triest mitgeteilt, daß sich dieses „bis auf weiteres" nur bis zum 16. Februar, längstens bis 1. März erstreckt; dann soll das Postamt geschlossen werden. Lienfekd. (Ein Feldpostbrief vom nördlichen Kriegsschauplätze.) Herr Johann Kuruzar vom Jnf.-Reg. Nr. 27 schreibt gegen Ende Dezember v. I. seinen Eltern nach Lienfeld: Am 25. November, einem sehr kalten Tage, hatte das 4. Marschbataillon den Befehl bekommen, einen Hügel zu besetzen 16 km von M. Wir waren am 24. November zurückgedrängt worden. Wir hatten einen Berg besetzt gehabt, der den Höhen bei Schwarzenbach und Hasenfeld gleicht. Dort sollten wir den Feind aufhalten. Die Russen kamen in der Nacht den Berg hinauf und gruben sich sofort Deckungen, um in den Erdlöchern zu schlafen. Wir konnten nicht schlafen, da wir auf einen feindlichen Angriff gefaßt sein mußten. Die Nacht verging aber ruhig. Gegen 9 Uhr vorm. rückten die Russen in entwickelter Linie, zwei Divisionen stark, gegen uns vor. Wir hatten ihnen nur ein Bataillon vom Reg. Nr. 27 und je ein Bataillon der Regimenter Nr. 97 und 96, zusammen also drei Bataillone entgegenzustellen, die Ruffen waren in fünffacher Übermacht. Auch hatten wir nur zwei Geschütze und kein Maschinengewehr. Der Feind beschoß uns schon auf 1200 m Abstand, ohne uns jedoch Schaden zuzufügen. Wir lagen immer noch still da; auf einmal donnerten unsere zwei Geschütze auf den Feind, der so unvorsichtig war, in Doppelreihen aufzumarschieren. Unsere zwei Schrapnellschüsse streckten gewiß hundert Mann nieder oder noch mehr. Unsere Artillerie, die sehr gut schoß, warf den Feind znrück. Wir schickten nun nach allen Seiten Streifwachen aus. Nachmittag gegen halb vier Uhr meldeten diese, daß uns der Feind von drei Seiten umgangen habe. Wir mußten uns deshalb zurückziehen. Wir marschierten die ganze Nacht hindurch und nahmen auf einem anderen Hügel Stellung, soweit wie ungefähr der Schweinberg von Lienfeld entfernt ist. Dort übernachteten wir. Am 27. November — wir waren ganz starr vor Kälte, den Tornister hatten wir auch eine ganze Woche nicht ablegen dürfen — machten wir uns etwas Bewegung, um uns zu erwärmen, denn ein Feuer durften wir nicht anzünden. Auf einmal explodierten vier Schrapnells etwa 50 Schritte vor unserer Deckung. Drei Kameraden wurden getroffen. Einem riß es den Kopf weg, ein Zugsführer wurde in der Mitte in zwei Stücke zerrissen; ein Teil von ihm blieb ans der Stelle, der andere wurde zwanzig Schritte weit weggeschleudert. Der dritte Mann bekam nur einen Streifschuß am rechten Fuß. Unter dem Sausen der feindlichen Geschosse, die hinter unserer Deckung einschlugen, blieben wir bis Mittag im feindlichen Schrapnellfeuer, das uns weiter keinen Schaden mehr machte. Dann war es still bis gegen 3 Uhr nachmittags. Ich mit dem Gefreiten Käselbauer und noch einem Mann hatten die Aufgabe, 200 Schritt vor der Front das etwaige Herannahen des Feindes zu beobachten und zu melden. Ich machte mich in ein Gebüsch hinein. Nach etwa drei Stunden bogen sich plötzlich die Äste auseinander. Es hatte sich eine feindliche Patrouille, sechs Mann stark, den Berg hinaus geschlichen. Ich kroch zu meinem Kameraden und schickte ihn hinauf zum Leutnant mit der Meldung, es möge den Soldaten befohlen werden, sie sollten sich ganz ruhig verhalten, der Herr Leutnant möge nur drei Mann mir zu Hilfe schicken und den anderen zwei Mann. Wir waren fünf Mann und schlichen hinter der feindlichen Patrouille nach. 20 Schritte hinter ihnen brüllten wir aus Leibeskräften: Moskali, ergebt euch! Die überraschten Russen wollten fliehen. Als sie aber unsere Bajonette sahen, ergaben sie sich. Wir nahmen ihnen die Gewehre ab und transportierten sie ab. Bald daraus kam der Feind in starken Massen den Hügel herauf. Wir ließen die Ruffen auf 35 Schritte herankommen, bann kommandierte der Leutnant : Feuer I Es nützte aber nichts, baß unsere Kugeln bie russischen Reihen stark lichteten. Es kamen immer noch mehr herauf wie Bienenschwärme. Als sie uns bis auf 20 Schritte nahe waren, machten wir Sturm auf sie, mußten aber zuerst wieder in unsere Deckung zurück und stürmten dann wieder unter Hurra vor. Damals wurde ich von den Unsern abgeschnitten. Bon den drei auf mich eindringenden Ruffen knallte ich einen und noch einen zweiten nieder. Der dritte stürzte sich nun aus mich. Ich machte einen Sprung auf die Seite und er verfehlte mich. Ich stieß ihm das Bajonett durch den Leib. Dann kehrte ich das Gewehr um, um mit dem Kolben dreinzuhauen. In diesem Augenblick erhielt ich einen Kolbenfchlag auf die Schulter, zum Glück nicht zu stark, denn einer meiner Kameraden hatte den Schlag etwas pariert. Wir mußten nun zurück. Kaum waren wir etwa 100 Schritte den Berg hinabgelaufen, da riefen die Feldgendarmen : Halt! Das Regiment Nr. 47 war uns nämlich zu Hilfe gekommen. Nun hieß es wieder: Vorwärts hinauf! Beim Hinaufstürmen bekam ich den Schuß, von dem ich Euch schon früher geschrieben. Nach der Verbindung der Wunde auf dem Verbandplätze mußte ich noch 12 km marschieren zur Hilfsstation, wo ich um 11 Uhr nachts ankam. Ich übernachtete in einem Bauernhaus, in dem noch acht andere Verwundete und sechs Sanitätssoldaten untergebracht waren. Ein Verwundeter Überließ mir eine Fleischkonserve um 60 h; denn ich hatte schon vier Tage nichts Warmes gegessen. Am nächsten Tage wurde ich aus einem Wagen bis Eperies (Bahnstation in Ungarn) gebracht, dort einroaggoniert und drei Tage lang mit der Bahn nach Temesvar befördert, wo ich ins Garnisonsspital Nr. 21 kam und nach fechs Tagen ins Reservespital Nr. 7. Am 16. Dezember wurde ich nach Boksanbanja befördert, wo im Salon eines Restaurants ein Spital eingerichtet ist. Da ging es mir gut. Zu Weihnachten bekamen wir eine hübsche, nützliche Christbescherung. Der Christbanm war vier Meter hoch. Am Christtage gab es ein feines Festtagsessen: Hühnersuppe mit Nudeln, ein gebratenes halbes Huhn, einen halben Liter Wein, eine Flasche Sodawasser und Bäckereien. — Das Schreiben schließt mit herzlichen Neujahrswünschen an die Familie. Pentaf. (Todesfall.) Am 17. Jänner l. I. ist hierorts die im 80. Lebensjahre stehende Jnwohnersgattin Magdalena Rus (vulgo Katn) gestorben. Sie war eine echt christliche, brave Frau und war deshalb bei allen Insassen unserer Pfarre überaus beliebt, was auch bie zahlreiche Beteiligung bei toten Begräbnis kund gab. Sie ruhe in Frieden! Götteuitz. (Schneefall.) Mit Schnee sind wir bis auf weiteres versorgt. Derselbe mißt im Freien 1‘22 Meter. — (Den Tod fürs Vaterland.) Privaten Nachrichten zufolge soll Franz Parthe aus Göttenitz Nr. 42 seinen Verwundungen auf dem gallischen Kriegsschauplätze in einem ungarischen Spitale erlegen sein. Masern. (Sammlung am 24. Jänner 1915) zur Anschaffung von Kälteschutzmittel für unsere im Felde stehenden Truppen und für das Rote Kreuz. Es spendeten: zu 8 X: Pfarrer Franz Sturm; zu 5 K: Förster Paul Klemm, Elisab. Jaklitsch; zu 4 K: Lehrerin Paula Siegmund, Alois Sturm; zu 3 K: Lehrersgattin Josefine Erker und Joh. Sbaschnik; zu 2 K: Mar. Tschinkel, Joh. Sbaschnik in Masereben, Matth. Tschinkel, Jos. Kren, Joh. Kresse und Andreas Brischki in Hirschgruben; zu 1‘20 K: Franz Krisch; zu 1 K: Joh. Tschinkel, Joh. Tschinkel jun., Jos. Tschinkel, Josefa Krisch, Maria Tschinkel, Maria Tschinkel jun., Joh. Parthe, Lena Primosch, Matth. Tschinkel, Maria Schaffer, Georg Tschinkel, Maria Primosch, Franz Mains, Johanna Tschinkel, Joh. Sbaschnik in Masereben, Joh. Primosch, Josef Primosch, Aloisia Levstek, Maria Zekoll, Maria Mams, Anna Sturm, Johann Sbaschnik, Alois Primosch, Joh. Michitsch, Gertrud Hönigmann und Agnes Wobner; zu 0 80 K: Maria Kresse; zu 0 70 K: Josef Dejak; zu 0'60 K: Josef Schober, Gertrud Tschinkel, Josefa Primosch; zu 0]50 K: Magd. Fritz, Johann Parthe, Lena Sbaschnik, Maria Tscheme, Magdalena Tschinkel, Josts Primosch, Maria Sbaschnik in Masereben. Maria Michitsch; zu 0°40 K: Johann Tschinkel, Johann Tscherne, Johann Schober, Jos. Krisch, Joh. Fritz, Jos. Primosch, Emma Tschinkel, Mar. Primosch, Fr. Parthe, Matth. Kresse, Joh. Slane und ein Knecht bei Matth. Tschinkel; zu 030 K: Mar. Kresse, Matth. Michitsch und Maria Sturm; zu 0'20 K: Maria Dejak, Maria Michelitsch, Gertr. Parthe, Paul Porsche, gerb. Sturm, Lena Parthe unb Maria Fritz; zusammen K 87'20. Attkag. (Sammlungen für das Rote Kreuz.) Außer den Sammlungen, die in der letzten Nummer aufgezählt waren, spendete man bei uns noch bis jetzt: K 100 dem Roten Kreuze, übergeben an die k. k. Bezirkshauptmannschaft, weiters mehrere hundert Stöcke für die Verwundeten; Brombeerblätter wurden auch sehr fleißig gesammelt. Am 24. Jänner war eine Opferung für die warme Wäsche, das Resultat war: K 85, die dem fürstbischöflichen Ordinariat eingesendet wurden. — An Brombeerblättern wurden von unserer Gemeinde an bie k. k. Bezirkshauptmannschaft seinerzeit 199’ Kilogramm eingesenbet. iher md- ich ms. iten isch- mes ries Aa- chen orts Rus frau tebt, gab. aus ihteti vun- ichen ppett ranz t K: attin 3°h. ireffe isch; osefa Lena nkel, chnik iaria llois mer; ) K: ) K; erne, aser-hann ofch, J°h. Rar. iaria ^erb. mßer aren, euze, adert eißig arme Drdi- von 199' _ (Volksbewegung imJahre 1914.) Geboren wurden 47 gestorben sind 28, Trauungen 6. , — (Unglücksfall.) Am 20. Jänner besuchte der 21;ah-riae Ludwig Stampfl, Besitzerssohn aus Nenbacher, den Markt in Gottschee. Er hielt sich etwas länger auf, ging abends über Seele nach Hause. In der Frühe um 8 Uhr fand man ihn in der Nähe non Tiefenreuter halberfroren in unbewußtem Zustande im Schnee lieaen. Sein Befinden ist jetzt besser. Ec hat nur noch blaue Füße. Komuffeit. (Erfroren.) In Komutzen ist am 23. Jänner der Forsthüter I. Feßl erfroren. Er ging vomReoiere Stemwand nach Hause und blieb unter einer Tanne im schnee liegen. Htteg. (Ein Brief aus dem Felde.) Unsere Mädchen strickten^ vor Weihnachten fleißig Schneehauben, Wadenstutzen und Pulswärmer für die Soldaten. Diese Sachen samt einer Menge Aqarren, Zigaretten und Tabak wurden unseren heimischen Kriegern als Weihnachtsgabe geschickt. Ein Kistchen wurde auch dem Hstnt gehret Rudolf Högler gesandt, wofür er allen Spendern herzlichst dankt, obwohl er zu Neujahr die Sendung noch nicht erhalten hatte. Der Lehrer schreibt einen längeren Feldpostbrief, worin er unter anderem sagt „wer's nicht mitmacht, kann nicht begreifen, mit welcher Freude man das kleinste Zeichen aus der lieben Heimat empfängt. Alles Leiv wird überwunden durch den tröstenden Gedanken. Du bist nicht vergessen, aus der Heimat begleiten dich in Gedanken deine Lieben in die mannigfachen Gefahren und Strapazen des großen Völkerkrieqes." Dann fährt der Herr Lehrer fort: „Was ich durchzumachen ' hatte, läßt sich kurz nicht sagen Acht Wochen war ich in der Feuerlinie, woraus mich ein gütiges Geschick nach tausend uber-standenen Gefahren gesund zurückkehren ließ. Die heftigsten Gefechte machte ich am 13. und 15. Dezember mit. Die Kugeln eines feindlichen Maschinengewehres pfiffen dabei so heftig um meine Mütze, daß ich unwillkürlich an das Einfangen meines ersten Schwarmes denken mußte, wo die lieben Jmmlein auch mein edles Haupt mit ähnlicher Heftigkeit umschwirrten. Märsche habe ich zurückgelegt, die ich mir nie zugemutet hätte. 25—40 km täglich in voller Kciegs-ausrüstunq sieben Tage hindurch. Ich bin zu verschiedenen Bataillonen, Kompanien und Zügen zugeteilt worden, so daß man zuletzt von meinem Weilen unter den glücklichen Ecdenkindern nichts mehr wußte und ich für vermißt erklärt wurde, bis sich heute bei der Auszahlung der Löhnung meine kleine Wenigkeit bemerkbar machte, worüber der Feldwebel nicht wenig erstaunte. Infolgedessen konnten mich wahrend meines ganzen Hierseins nur sechs Karten und Ihre heutige Zeitung ( Gottscheer Bote") erreichen. Jetzt wird's aber besser, da ich dem Reqimentsstabe zugeteilt bin. Sind meine Pakete — ich habe vier zu erwarten — an die alte Adresse gerichtet, so werde ich, sie als vermißt" beweinen müssen. Es geht mir jetzt verhältnismäßig nicht schlecht. Wenigstens genieße ich das Vergnügen, öfters ttn Trockenen, auf dem Dach- oder Heuboden, in der Küche oder manchmal soaar in einem Zimmer zu schlafen, ein Luxus, den ich früher me gekannt. Wie ich Weihnachten feierte? Unser Bataillon war in Feuerstellung einqegraben, ich, für diesen Tag der Brigade als Ordonnanz zugeteilt, in einer Bauernhütte. Chrfftnacht wollten auch wir feiern. Schnell wird eine Pyramide zusammengestellt, m den Lauf eines jeden Gewehres ein Tannenzweig gesteckt, mit Berbanv-watte bestreut und auf einen russischen Putzstock kunstvoll eme Kerze befestigt. Die letzte Zigarette wird hervorgeholt und an ein Zweiglem gesteckt. Auf den herangerückten Tornistern sitzend, betrachten wir das Licht der Weihnachtskerze. Wohl jeder denkt wie ich an die schönen Weihnachtsabende im Kreise Lieber, ych stimme das Salle Nacht" an, die anderen fallen ein und feierlich verhallt die weihevolle Weise und verbrüdert sich mit dem Geknatter des Gewehrfeuers unserer Vvrpostenlinie, denn selbst heute kennt der rauhe Krieg keine Feier. Die letzte Zigarette wird an der Weihnachtskerze entzündet und verraucht. Dann schleichen wir ins Stroh, um mit offenen Augen möglichst Schönes zu träumen. Weihnachten im Felde! Und jetzt ist ein neues Jahr. Ja, möge es uns Sieg bringen und mit dem Siege dauernden Frieden. Es grüßt Sie und alle, die meiner gedenken, herzlichst Rudolf Högler. - Franz Gerbitz schreibt am 6. Jänner: Tabak, Schneehaube usw. habe ich mit großer Freude erhalten und danke bestens dafür. Die Weihnachten waren bei uns nicht besonders gut. Die Russen schickten uns immerfort Granatengrüße; aber es ist schon wieder zurückgezahlt. _ — (Kälteschutz.) Unsere Schulkinder verfertigten 3000 stuck Papier-Schuheinlagen für die Soldaten. IMandk. (Pfarrerwechsel.) Unser Pfarrer, Hochw. Herr Joh. Maußer, hat uns dieser Tage verlassen. Verschiedene Vorkommnisse verleideten ihm den Aufenthalt bei uns derart, daß er wieder zum Wanderstabe griff, aber nicht mehr auf eine andere Pfarre, sondern in das Kinderheim Grafenegg (Steiermark). — Während seines mehr als sechsjährigen Hierseins hat er sich um die Renovierung der Kirchen in der Pfarre und des Pfarrhauses tatkräftig angenommen und vieles durchgeführt. Auch die Gründung der Raiffeisenkasse und des kath.-deutschen Bildungsveremes ist fern Werk, ebenso die Errichtung des hiesigen kath. Vereinshauses und der Volksbücherei. Die Pfarre Pöllandl wurde bereits dem hochw. Herrn Johann Jaklitsch, seit kurzem Pfarrer in Stockendorf, verliehen, so daß wir also, wie es scheint, nicht lange ohne Seel-sorger sein werden. Unserem gewesenen hochw. Herrn Psarrer Maußer bewahren wir ein dankbares Andenken. — (Volksbewegung.) Im abgelaufenen Jahre gab es in unserer Pfarre 3 Trauungen, 13 Geburten und 5 Sterbefälle, darunter zwei Erwachsene, nämlich Andreas Teüian von Aitlag 7, der am 10. März starb, und Ursula Kapsch von Kcapflern 28, die am 16. Dezember beerdigt wurde. — (Eingerückt) sind aus unserer Psarre bisher 27 Mann, von welchen vier wieder auf unbestimmte Zeit beurlaubt worden sind. Gefallen scheint noch keiner zu sein. Zur letzten Stellung erschienen aus der Steuergemeinde Steinwanv zehn Burschen und Männer, die sämtlich für kriegstauglich befunden worden sind. — (Bon der Schule.) Da unser Schulleiter Herr Otto Zinnecker bis zum Herbste aus dem Militärdienste entlassen ist, hat er am 1. Feber den Unterricht wieder ausgenommen. Deshalb wurde die Lehrerin Frl. Hedwig Schweiger, die sich in den paar Monaten durch ihr liebenswürdiges Wesen und ihre strenge Pflicht-erstllung sowie nicht weniger durch ihre ungeheuchelte Frömmigkeit die Zuneigung sowohl der Kinder als auch der Erwachsenen in hohem Maße erworben hat, vom Bezirksschulräte bereits ihres Dienstes enthoben. Nur ungern sahen wir das Fräulein scheiden und wir wünschen ihm vom Herzen bald wieder einen angenehmen und dauernden Posten. Klindorf. (Die Gemeinde Seele) hat im Laufe dieses Monates ihre letzte Rate an die Krainische Sparkasse vom Aufnahmskapitale von 3800 K bezahlt. Obgenannter Betrag wurde zum größten Teile zum Baue der Pfarrkirche in Gottschee verwendet, mithin hat unsere Gemeinde die Zahlung überstanden, ohne daß, wie seinerzeit gesagt wurde, durch den Kirchenban irgend welcher Bauer dabei um Hab und Gut gekommen wäre. Wie aber ersichtlich und wahr, ist in unserer Gemeinde wegen des Kirchenbaues niemandem das Haus oder sonst was verkauft worden, trotzdem seit 16. Juni 1913 bis 14. Jänner 1915 ein Betrag von K 10.133 39 bloß an Kapital abqezahlt wurde. Auch die im vergangenen Sommer so oft aufgeworfene Friedhoffrage, die unserer Gemeinde einige hundert Kronen Kosten verursachte, scheint wieder eingeschlafen zu sein, da das Türl am 31. Dezember 1914 nicht gesperrt wurde. , Triest. (Auszeichnung eines gefallenen Kriegs-Helden.) Der Kaiser hat in Anerkennung tapferen Verhaltens vor dem Feinde dem vor dem Feinde gefallenen Oberleutnant Herrn Erwin Ritter v. Zimmermann, überkomplett im IR 97, zugeteilt dem Generalstabe beim 44. Landwehrinfanterie-Brigadekommando, das Militärverdienstkreuz 3. Klasse mit der Kriegsdekoration verliehen. — Wir haben über den Heldentod des tapferen Ofsizieres schon seinerzeit berichtet. Der nach seinem Heldentode Ausgezeichnete ist ein Schwiegersohn des hiesigen Großindustriellen Herrn Albert Fab er. . cnrr Midhofe«. (Heldentod.) Aus Waidhofen a. d. Ybbs T wird uns erst nachträglich über den Heldentod des Herrn Major Stephan Schaller, vom Landwehrinf.-Reg. Nr. 13, berichtet. Herr Major Stephan Schaller, der mit einer Schwester der Kaufmanns» und Hausbesitzersgattin Frau Anna Wüchse in Waidhofen a. d. Dbbs verheiratet war, fiel am 18. November bei einem Waldgefechte in Russisch-Polen. Kurz zuvor wurde er noch wegen besonders verdienstvoller Leistungen und tapferen Verhaltens vor dem Feinde außer Rangtvur vom Hauptmann zum Major befördert. Ein Bruder des Tapferen, Hauptmann Anton Schaller, vom Land-wehrinf.-Reg. Nr. 10, fiel bereits am 7. September. Hraz. (Auszeichnung.) Herr Richard Kranland, Geometer in Graz und Reservefähnrich im Landesfchützenregimente, wurde auf dem nördlichen Kriegsschauplätze zweimal schwer, glücklicherweise nickt lebensgefährlich verwundet. Er erhielt einen Bajonettstich in den Oberschenkel und einen Lungendurchschuß. Von beiden Verwundungen ist er bereits wieder hergestellt und kehrt demnächst zum drittenmal auf den nördlichen Kriegsschauplatz zurück. Für sein unerschrockenes und tapferes Verhalten vor dem Feinde wurde er bei der Erstürmung der Magierahöhe in Galizien mit der silbernen Tapferkeitsmedaille 2. Klasse ausgezeichnet. Bei einmaliger Einschaltung kostet die viergespaltene „ Die Anzeigengebühr ist bei einmaliger Einschaltung Xleindruckzeile oder txen Raum *0 Heller, bei mehrmaliger gleich bei Bestellung, bei mehrmaliger vor der zweiten Ein» Linschaltung 8 Heller. Bei Einschaltungen durch ein halbes ag Hlig schaltung zu erlegen. — Es wird höflichst ersucht, bei Beste!» )ahr wird eine zehnprozer tige, bei solchen durch das ganze )ahr J I lungen von den in unserem Blatte angezeigten Zirmen sich stets eine zwanzigprozentige L äßigung gewährt. auf den „Gottscheer Boten" zu beziehen. E 428/14 6 Uerstcigcrtmgsedikt. Am 16. März 1915 vormittags 9 Uhr findet bei diesem Gerichte, Zimmer Nr. 3, auf Grund der genehmigten Bedingungen die Versteigerung folgender Liegenschaft statt: Einl. Z. 369, Katastralgemeinde Gottschee, und zwar Bauparzelle Nr. 157 samt dem darauf stehenden Hanse Nr. 99 und dem eingebauten Benzinmotor, sowie dem gesamten Mühl- und Sägewerke. Schätzwert 27.058 K 50 h. Geringstes Gebot 20.000 K; unter dem geringsten Gebote findet ein Verkauf nicht statt. K. K. Bezirksgericht Kottschee Abt. II, am 27. Jänner 1915. Uerein der Deutschen a. Gottschee ttt tJRtoii — Sitz: i., Himmelpfortgasse tlr. 3 wohin alle Zuschriften zu richten sind und Landsleute ihren Beitritt anmelden können. Zusammenkunft: Jeden Donnerstag im Wereinslokale „Zum roten Igel", I., Alvrechtsplatz Ar. 2. Sparkasse der Stadt Gottschee. Ausweis f. d. Wonat Jänner 1915, Einlagen: Stand Lnde Dezernb. 1914 K 6,430.967‘47 Eingelegt von 175 Parteien „ 58.760 80 Behoben von 423 Parteien „ 98 765 91 Stand Ende Jänner 1915 „ 6,390.962 36 Ki)pothekar-Z>arlehen: zugezählt . . „ —— rückbezahlt . . „ 16.24713 Stand Lnde Jänner 1915 „ 4,455.194'71 Wechsel-Darlehen: Stand Ende Jänner 1915 „ 130.452'— Zinsfuß: für Einlagen 4 V2% ohne Abzug der Rentensteuer, für Hypotheken im Bezirke Gottschee 572%, für Hypotheken in anderen Bezirken 5 3A %, für Wechsel 672%. Hottschee, am 31. Jänner 1915. Die Direktion. iUollen Sie Kaninchen züchten so wenden Sie sich nicht an unreelle Händler oder Exporteure, sondern an den Kteintterzuchtverein Dindoöona, Wien, Kkieöerg 3. Senden Sie 50 h in Briefmarken und Sie erhalten die neue, ausführliche, illustrierte Anleitung zur Kaninchenzucht mit allen Raffebildern, Stallbauanleitung usw. und Preisliste gratis. Mer Landwirt bestelle das sehr interessante illustrierte Buch: „Durch Bildung und Fleiß zum Wohlstand." 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