St Sonntag, dm 27. April 187Z. XII. JabrAauA Die „MarburgerZeiiung" erscheint jeden Sonntag, Mittwoch und Freitag. Preise — fiir Marburg: ganzjährig 6 ft., halbjährig 8 fl., vierteljährig 1 fl. 50 kr: far Zttfiellun in» Hau« monatlich 10 kr. — mit Postversendung: ganzjährig 3 fl., halbjährig 4 fl., gviertel,ähri 2 fl. InsertionSgebühr 6 kr. pr. Seile. Vtrsammlnogsrecht und Ntchtsstaat. Marburg. 26. April Zu ArltShtim in der Schweiz (Kanton Basel-Landschaft) haben sechttousend Altkattzoli-kcn nnter sieiem Himmel getagt, um den Bun» detratl? zur Vorlage einks GesetzentwurfkS, be. treffend den SchuA der verfassungsmäßigen Rechte gegen die Eingriffe ultramontaner Prieftcr aufzufordern. Parteigenosien der Letzteren tvaren entschlossen, den Zweck dieser Versammlung zu vereiteln und ließen die Aufrufe keinen Ziveifel, daß sie auch vor dem Aeuhersten nicht zurstck-schrecken. Eine „Störung der öffentlichen Ruhe," wie man in Oesterreich und amtlich zu sagen pflegt — ja I sogar eine öffentliche Geivalthä-tigkeit war zu befürchten. Die Amtlichen in Oelterreich hätten sich zu helfen gewußt — hat» ten sich nach der Bestimmung des Gesehes nicht anders helfen dürfen und die Versammlung „aus Gründen der öffentlichen Sicherheit" veri)iettn müssen: in O-sterreich glc'ubl man eben noch, lin bedrohtes Voltsrecht am besten dadurch schirmen zu können, daß die Ausübung desselben einfach untersagt wird. Äm Rechtsstaat, wenn er zur vollen Wahrheit geworden, bahnen Verfassung und Gesetz einen anderen Weg. Im Rechtsstaat heißt eS: te»» Gesetz darf ein Recht beschränken oder aufheben, welches durch die Verfassung gewährleistet wird ; zum Schutze auch des Versammlungsrechtes ist die Wehrmacht geschaffen und muß diese nöthigenfaUS den Bürgern zu Hilfe kommen. In folcher Auffzssung ihrer Stellung bot die Regierung von Baselland vierhltndert Mann Infanterie auf und ließ ArleSheim besetzen. Die FrikdenSbreche? lvurden zuerst an die Gesetzwidrigkeit l^reS Beginnens erinnert; da sich dieser Schritt deS RegierungSpläsidenten vergeblich er-tvieS, so wurden die Ungestümsten durch die Wehrmänner entfernt und vor'm Schlüsse der Verfammlurg nicht freigelassen. Die Verhandlung konnte ruhig zu Ende geführt werden. Unterm Schutze der Waffen sprachen die Redner, stimmten sechstausend Man« ner ihren Anträgen bei — unterm Schutze der Waffen wurde daS eine Volksrecht ausgeübt, wurde die Sicherung der anderen durch ein zeit« gemäßes Tesetz angeregt. Zur Geschichte des Hages Die große Mehrzahl der tschechischen Führer soll sich für die Beschickung des Reichs ratheS erklären und feljlt es nicht an Zeichen, daß diefelben jetzt ivissen möchten, irie die Masse der Partei daS Wiederbetreten des parlamentarischen Kampfplatzes beurtheilt. Nach Ausschreibung der Wahlen soll ein Aufruf erlassen und den Wählern die Entscheidung anheimgestellt werden. Die Genehmigung der Wahlreform in Oesterreich bringt die u n g a r f e i n d l r ch e n Kroaten zu der Ueberzeugung. daß die politischen Zuiländc der Monarchie ihrem Aus-glcichsverlüngen nicht günstig sind. Die Hoffnung aber, welche an maßgebender Stelle gehegt wird, theilen wir nicht: diese Partei wird auf keine ihrer Forderungen, verzichten; sie wird dieselben nur vertagen. Den AuSgang der Wahlbewsgung in Oesterreich abtvarlen — dürfte jetzt die Losung der Agramer sein. Bismarck geht also mit nach Peter burgl Die Reise des Kaisers Wilhelm solcher Begleitung läßt doch wohl keine ande« Deutung zu, alS daß bei dieser Gelegenheit Politik und zwar sehr hohe Politik verabredet wird. Die drohenden Ereignisse am goldenen Horn geben wahrlich Anlaß genug zu folge-schweren Plänen. Der Aaiserpalasi in Konstantinopel ist m einem Tollhause geworden. Die diplomatischen Vertreter der Großmächte nehmen deu Narrheiten und Wuthanfällen deS Sultans gegenüber eine beobachtende Stellung ein— wahr-scheinlich so lange. biS die Verschivörung gegen den Beherrscher der Gläubigen zum blutigen Ausbruch gekommen. Vermischte Nachrichten. (Religiöse Feste der Indianer.) Der „Mlssoui^t Republikan" beschreibt die Tänze der EheyenneS vom oberen Missouri, welche zugleich vier religiöse Feste desselben Stammes bilden; sie werden der Hunde-, Erdbeeren-, Grünkorn- und Brodtanz genannt und dauert jeder eine volle Woche. Der Huvdetanz, welcher lm Jänner stattfindet, ist daS großartigste Fest deS ganzen Jahres. Ein weißer fleckenloser Hund, »velchen man vorher sorgfältig gemästet, »virv geschlachtet und an einem Baume aufgehängt. Der ganze Stamm versammelt sich um denselben und bringt dem großen Geiste Opfer dar. Die Sitte verlangt, daß bei dieser Gelegenheit die Häuptlinge Ueuilleto«. it /eaerdore. Bon Vtto Müller. (Fortsetzung.) Oder geschähe eS vielleicht zum ersten Mal in diesem Leben der Wandlungen, daß ein edleS, treues Herz nach solchen inneren und äußeren Kämpfen, wie Sabine sie in diesem schrecklichen Wlnter mit ilircm krankhaft überreizten Gefühle und mit der Feuerdore ar^zer Falschheit durchzumachen hatte, zugluch mit dem Vertrauen auf den Erfolg längeren Widerstandes auch sein eigenes ursprüngliches Lebe» und Wesen verlöre; daß eS muthlos würde und die ihm vom Schicksal auferlegte Entsagung nicht anders zu vollbringen vermöchte, als indem es noch all« süne andern theueren und heiligen Gefühle lils nutzlose Güter von sich .virsl: die Hoffnung aus Gott, den Glauben an sich und die Menschlint, und zu allerletzt noch den Schmerz um sein ver. loreneS höchstes Gut, deu Schmerz um seine todte Liebe? Hatte doch auch der treue männliche Cha- rakter Franz Webers diese Wandlung an sich vollzogen; und er ivar doch wahrlich nicht so schwer von äußern feindlichen Umständen und Einflüfsen dazu gedrängt worden, halte nur der Sorge treuer Elternliebe, ech l Vielleicht nur der Rücksicht auf seine äußere LibenSstellung sei« Höchstes geopfert, wätzrend Sabine von dem Haß und Kaltsinn einer lieblosen Umgebung unsäglich zu leiden halte und noch außerdem mit ihrem lveichen Glmüth Qualen der Seele erdulden mußte, die der Mann, und selbst der beste nicht einmal kennt, weil er nicht in einem Moment hoffnungslos zil!icben und muthvoll zu leiden vermag. Aber es war doch auch äußerlich ein an« deres Wesen als das frühere, womit Sabine diesen Lenz anlachte, womit sie die ersten Schwalben begrüßte, die ersten MaaSliebchen ihrem Verlobten in zierlichem Strauß an den grünen Jagdhut steckte. In ihren Aiigen lag ein anderer Glanz, kalt wie der der jungen Frühlingssonne, wenn sie noch mit dem Winter Sterbeküsse tauscht; auch die Rosen auf ihren Wangen wollten nicht wiedcr austilühkn ; und wo sonst über den herrlichen dichten Brauen eine helle Stirne voll 3u-gendlust geglänzt hatte, lag eS jetzt wie eine Schwermuthswolke, die selbst noch im Frohsinn niemals wich, ja, die oft mitten in der heiter- sten Stimmltng plötzlich noch düsterer erschien, recht wie ein einzelner Wolkenschalten ans einer fonnigen Berghalde. Als wenn sie dcmit einem dunklen unab-wiiSbaren Sehnsuchtödrang nach dem alten Leben hätte folgen müssen, h»klt sie unbewußt in ihrem Benehmen gegen Burkhard an allen jenen kleinen Gewohnheiten und Neigungen fest, die ihr einst den st llen zärtlichen Verkehr mit dem ersten Geliebte» so reizend gemacht hatten. Sie wollte ihrem Verlobten niemals in Gkgenwart dritter Personen eine besondere Aufmerksimtrit schenken: umfing er sie dann Mit zärilichem Ungestüm, so erschreckte sie in tiefster Seele, als hätte er ihr etwaS unziemliches gethan; denn nur ganz verstohlen und heimliä) vollte sie daS doch aller Welt bekannte vertraute Verhä!tniß mit ihm pflegen, als wenn eS nur sc« den rechten Werth, den rechten Sinn und Geivlnn sür sie hätte. Aber auch in den stillen Stunden ihreS unbelauschten Zusammenseins, bald draußen im dunklen Gartenivinkel, bald auf einsamen Spaziergängen unter den Weiden am mond beschienenen Strome, überließ sie sich nie einer vollen bräutlichen Hingebung, einem leidenschaftlichen Gefühle mit freiwilligen Küssen und Zärtlichkeiten. Zwar vertraute sie ihm ihre geheimsten und übrigen Würdknträger in voller Kriegertracht erscheiven. Der älteste Häuptling schmückt nun die Nase und Pfoten deS ThiereS mit bunten Bändern. DaS Volt zerstreut sich hierauf, der Hund ober bleibt unberührt drei Tage hängen, nach welcher Zeit der Stamm sich von Neuem versammelt und ein großes geuer anzündet, wel-che» die Kranken und Gebrechlichen zu heilen bestimmt ist. Nachdem man sich nun mit Tanzen, Singen und Rauchen unterhalten hat, zerschneidet der oberste Häuptling den Strick, an welchem der Hund aufgehängt worden und'jeder Anwksende wirft vano ein Stück s?and auf den Leichnam des ThiereS, über welchem ein Scheiterhaufm sich erhebt, der bald von den Flammen verzehrt wird. Nun aber beeilen sich die Gläubigen, den aus der Asche hervorquellenden Dampf mit Mund und Nase einzuaitimen, um eines langen Lebens und dauernder Gesundheit theilhaftig zu werden. Nach Beendigung der religiösen Feierlichkeit gibt man sich der ausgelassenste Freude hin. Dieses seltsame Schauspiel zieht stets eine große Zahl weißer Zuschauer beider Geschlechter an, welche sich bei dem indianischen Feste bciheillgen und die Sprünge der Rothhäute mitzumachen versuchen. Vor dem letzten Kriege war es auch wohl üblich, wenn kein pajsender Hund zu finden war, daS bestgenährte Kind einer „Squaw" des Stammes, welche durch diese Btvorzeu,iung sich sehr geehrt fühlte, als Opfer zu wätilen. (Zur Kunde von der römisch-katholischen Kirche.) Italien h^it aus je 90.0^ Einwohner eine Diözöse, ivährend in Fsonkreict) nnr auf 4kl).000, in Spanien auf 300 000, in Portugal auf 266.000, in Baiern auf 397.000, in Bel^lien auf 590.000 und in Oesterreich nur auf 490.000 Einwohner je eine kommt. Um sich noch ein bksserkS Bild zu machen, sei schließlich angeführt, daß von den öl5 000 Geistlichen, welche sich auf die 115 Milliorien Katholiken der ganzen Erde verlheilen, allein 161.123 auf Italien kommen, und bei dilsrr Rechnung sind Venedig und Rom noch gar nicht grziihlt. (Kosten der Delegationen.) Die Gesammtkosten beider Delegatioiitn iverdcn diesmal aus 96.000 sl. berechnet — in 4ö Tagen 2040 fl. täglich. ^isenbahN'Wesen. Unglücksfälle der Bidiensteten.) Fast täglich ereignen sich aus den österreichischen Eisenbahnrn Unglückssälle, welche Gesundheit und Leihen der Bahnbedienstkten gesährden. Eine genauere Beobachtung der Um^ stünde zeigt, daß die meisten Unfälle beim unter, geordneten, mit dem Reinigen der Geleise und Gedanken und Empfindungen an; aber dabei vor der klang ihrer Stimuie so tonlos, die Ruhe ihres äußeren Wesens so gleichmäßig kalt und gelassen, daß Buikhard sie oft mitten im eifligjlen Gespräch mehr iM Ernst als im Scherz fragte, ob sie denn auch eben wirklich mit ihren Gedanken und Gefühlen bei ihm sei, worauf sie sich meist stürinisch, wie in drr anj^stvolleu Flucht vor dem eigenen triulosen Herzen, an seine Brust lvarf, und ihn krampfhaft umschlang, als fürchte sie durch einen unsichtbaren Feinl) Von ihm losgerissen zu werden. Die alten Wriber im Dorfe riethen troß ihrer pytiscden Weisheit vergebens ljin und her, was wohl das tonlose, kurze Lachen der schönen Wirthstochter zu beteuten habe, ivenn auf ihre bevorstehende Hochzeil, oder wohl noch auf späteres Küaft ge, die Rede kam. Dann schien eS, alS liege ein Starrkrampf auf den lochenden Zügen der Geneckten und sie zeige den Neetern ihre iveißen ^^?hne »ur, damit die Marmorblässe in ihrem schönen Antlitz doch einigen Glanz noch bekäme. biS die Lippen sich wieder zuckend schlössen und die vorige leblose Ruhe in ihre Züge zurückkehrte. Bei ihren abendlichen Spaziergängen stand sie zuweilen schweigsam mit verschränklen Armen neben Burkhard am Ufer still und blickte wie in's leere Nichts verloren auf den leise dahin- Verschieben der Wagen beschäftigten Personale sich ereignen. In dieser Hinsicht genügen die üblichen Vorsichtsmaßnahmen keinesfalls — sowohl deshalb, weil gewisse technische Vorrichtungen, z. B. die Waggenkupplungen, noch vieler Verbesserungen bedürfen, als auch deshalb, weil der beständig? Verkehr während drohender G,reiben ersucht, die nächste Papft-wahl unter feinen Schutz zu nehmen. Viktor Emanurl verspricht, die Unabhängigkeit deS Konklave mit allen Mitteln zu wahren. Eingesandt. Der KalSdorfer Sauerbrunnen. liegt in der Gemtinde KalSdorf, Ortschaft Großsulz, 40 Minuttn südöstlich von der Eisenbahn-statlon ttalSdorf bei Graz und wurde mit Bt-willigung der k. t. Statthalterei im Spätsommer des Jahres 1872 zum Verschleiße gebracht. Ungeachtet stch die Saison dem Ende zuneigte, hatte sich dieser ersrischende Trunk schnell die Gunst des Publikums errungen, indem S100 Flaschen abgesetzt wurden. Die ^Tagespost" vom 22. Juni 1872, Nr. 148 hat die qualitative iilnalyse dkS Htrrn Pro« fessorS M. Buchner nrbst näheren Nachrichten über diese Quelle gegeben. ES folgt hier die qualitative Analyse avS dem Laboratorium dtS Herrn Professors 3. Gotllieb in Graz. In 1 Llter, d. i. 1000 Gramm, oder in 10.000 Thkilen sind enthallen: 0'Z367 schwefelsaur.Aali — 1 867 schwefelsaur.Knli 03368 ddt. Natron —3 368 ddl. Natron 0 7109 Ehlornatrium — 7 109 CHIornatrium 0 V764 kohlensaur.Natr. — ö 764 kohlensaur Natr. 0.0038 ddt. Lythian — 0 038 ddt. Lyttiion 0ö356 ddt. Kalt —ö 356 dd». Kalk 0 4830 ddt. Magnesia — 4 830 ddt. Magnesia 0'0060 Thonerde —0069 Thonerde . 00159 Eisenoxyd —0.159 Eistnoxyd 0'0475 Ki'selsäure —0475 Kieseliäure 2 LvdS Summe der fixen — 29.035 Summe dtr Bestandtheile. fixen Bestandtheile. 0 7540 halbgebundene —7 340 halbgebundene Kohlensäure Kohlensaure 2'0Z90 freie Kohlensäure — 20 300 fr. l^hlensäure S «765 Summe aller — 56 765 Summe aller wägbaren Beftandlheile. wägb. Bestandtheile. Man behauptet, die Summe ftster Bestand' thelle (Salze, Erde) dürfe ohne tveseniliche Benachtheiligung der Eigenschaften eiUlS Trinkwasser» 1 Gramm im Liter oder 10 Gramm in 10.000 Theilen nicht übersteigen. Wenn also 10 Gramm als die äußerste Grenze für ein noch trinkbares Wasser bkzeichnet wird, so muß hingegen ein Wasser, welches in 10.000 Theilen beinahe 30 Gramm enthält, für eine Minerallquelle von bedeutendem Gehalte erklärt werden. Der KalS» dorfer Sauerbrunnen ist klar, ganz geruchlos, prrll und befißt einen angenehm säuerlichen Geschmack. Innerlich gebraucht, liefert er ein äußerst angenehmes LuxuSgetränk und find seine Wirkun-gen die Se- und Exkretionen bethätigend, verbessernd, die Gangliengkflechtc des Unterleibes beruhigend, krampsstillend; eS wirkt belebend und stärkend, zugleich aber, ohne Reiz und Schmerz zu erregen, auflösend und harntreibend; eS kann in allen Krankheiten der Schleimhäute, der Brust-und UnterleibSorgane bestens empfohlen werden, besonders bei veralteten Brustkatarrhen. Heiserkeit, beulllttl.ite: schleimiger Lungensucht. Magenkatarrh, Magenschwäche und Krämpfen, Säure. Mangel an Appetit, bei Leiden der Nieren- und Harnblase mit Gries- und Steinbeschwerden, Blenorrhoeen des Darmkanals. Stockungen und Schwellungen der Leber, chronischen Kranthkiten deS Uterinsy-stemS. Bleichsucht, Schleim- und Blutflüssen, Hämorrhoiden, chronischen Krankheiten deS Nervensystems mit dem Charakter des Erethismus, allgemeiner Schwäche nach akuten Krankheilen, nach Säftkverlust und alS Nachkur nach dem Gebrauche schwächender Mineralbrunnen. Als gelungene Heilungen sind zu verzeichnen: Leberverhärtung, Magenkrampf und Katarrh und allgemeine Hautwassersucht. Siine erhöhte Temperatur an der Quelle von 11 Grad N. macht ihn besonders für Brust-und ttl terleibSfranke empsehlenswerth. Was in Bezug auf die Wirkungen von den erdigaltalischkn Thtrmalqutllen überhaupt gilt, gilt auch vom Kalsdorser Sauerbrunnen, der ein kochsalzhältigec Säuerlinj^ genannt werden kann. Die unmittelbare Nähe guter kalter (6^« Gr. R.) Süßwasserqurllen lassen ihn alS ein llmoum unter den Mineralquellen erscheinen. Graz, am 24. April 1873. Pr. Mol» Werlt, kais. Rath. Kundmachung. Die BoltSschullehker deS SchulbezirkeS Umgebung Marburg haben mit Rücksicht auf die SchullehrerS, und mit großer Spannung sah man den weiteren Nachrichten über daS Befinde« des Kranken entgegen. Auf Sabine machte der Fall äußerlich kaum einen besonderen Eindruck und Burkhard wunderte fich über den Gleichmuth, womit fie von der Erkrankung ihreö ehemaligen Geliebten als von einem Ereignisse sprach, daS höchstens durch daS Entferntsein deS Kranken vom Vater-Hause eine auSnahwSweiS traurige Bedeutung gewinne. Mkhr äußerte fie überhaupt nicht darüber, sondern ging ruhig ihren gewohnten Beschäftigungen nach, nähte emsig an ihrer Aussteuer weiter, bis Dora, welche selber dieses Benehmen höchst auffallend fand, sie geradezu fragte, ob ihr denn der Franz wirklich so ganz glnch-gültig geworden sei, sie könne ihr daS kaum im Ernste zutrauen? .O trau' mir in dem Punkt AlleS zu!" rief sie mit ihrem kurzen kalten Auflachen. „)ch Habs schon den ganzen Winter über gedacht, daß er im Krühjahre sterben würde, ein Nlckar-dorfer Kind thut nimmer lange gut in dcr Fremde!- „Da müßt' ich ja auch längst verdorben und gestorben sein!" versetzte die Rosenlvirthin ganz betreten; denn erst jetzt kam ihr plötzlich der Gedanke, daß diese eiStalte Ruhe SabiuenS kein natürliches Wesen sei. daß si- dahinter eine Absicht verberge, die nur noch auf den rechten Moment warte, um ihre MaSke von sich zu weifen nnd dann vielleicht irgend etwas zu thun, lvaS kein Mensch von ihr erwartete. Sle hatte keine Ruhe, bis sie Burkhard ihre Beobachtungen mittheilen konnte, und auch er sand jetzt ^aS Benehmen seiner Verlobten so räthselhaft, daß ihm sogar die Möglichkeit aufdämmerte, Sabine sci gemüthskrank; denn aus eine andere Weise ließ sich dikse Kälte und Gleichgültigleit kaum erklären. Dennoch entdeckte das Auge der Liebe keine weitere Btstätigung dieser Besorgniß. Sabine blieb sich vollkommen gleich gegen Burkhard und sprach jetzt sogar von ihrem nahen Hochzeitsf^st mit einer Ungeduld, die sie ihm seither nicht verrathen hatte. Erst als ein Tag um den andern verging, ohne daß eine Nachricht von dem B» finden dtS Kranken eintraf, zeigte sie zuweilen eine momentane Unruhe und Aufregung, die keinen äußeren Grund hatte. Bald lies fie dann von ihrer Arbeit weg in den Garten, bald trat sie auf die Straße und sah unverwandt die Chaussee hinauf, alS erwarte fie von dort Jemand sehnsüchtig. Wie ihr Brautkleid fertig war, zog sie'S mit feierlicher Umständlichkeit an, wollte aber besonderen Verhältnisse und Zustände der Land schulen behufs eigener Fortbildung und einheitlicher rascherer Durchführung deS freien Reichsvolks-schulgesetzeS am Lande einen selbständigen „Lehrer-oerein Umgebung Marburg" gegründet und die Statuten zur Kenntniß der Statthalterei gebracht. Die feierliche Eröffnung findet Donnerstag den 1. Mai d. I. um 10 Uhr Vormittags im Lehrgebäude der k. k. LehrerbilduagSanstalt statt. Marburg am 25. April 1873. Johann Dowinkufch, Vorstand._ Pettau, 25. April. (Wochenmarktßbericht.) Weizen fl. 6.30, Korn fl. 3 80, Gerste fl. 8.30, Hofer fl. 2.30, Kuturntz fl. 8.30, Hirse fl. 8.40. Heiden fl. 8.20, Erdäpfel fl.1.40pr.Meb. Rindschmalz 56, Schweinschmalz 43, Speck frisch —, geräuchert —, Butter 40, Rindfleisch 80, Kalbfleisch 80, Schweinfleisch »0 pr. Pfd. »ier 7 Stück 10 tr. Miich frische — kr. pr. Maß. Holz S0" hart ll. weich fl. 0.— pr. Klafter. Holzkohlen hart —, weich — kr. pr. Metz. Hen fi. 2.-, Lagerflroh sl. 1.S0, Streustroh fl. 1.80, pr. Cnt. _ Voroill „Morllur." -üu äem üv» 28. ü. VI. 8V,vkr unter äer lieituuK äos llerru statt- ünäeQäsu llisvuLsionL-^Iionljo. 1. Vortrag äes Herrn ?rok. «s. I!. 8od»1Ior: »Iledor äis ersts ^oltumse^sluQßx'. 2. LsavtvortunA übsrnommensr b'raASn. 3. LrölkllUQß äeg k'rsAel!a3t6v3. 4. 6er WtZlisäer. Ilm 2ad1reiedeu Lvsneli ersuekt 347)_vsr ^ussolius s Heute Sonntag den 27. April 1873 im Varltn zur „Stadt Wie«" vMeiiitr-soikLL der 8üdbahn-WerkMtteil-ZlluMkapelle unter persönlicher Leitung des Kapellmeisters Herrn Franz Schönherr. Anfang 7 Uhr. Entree 15 kr. Um zahlreichen Btsuch bittet (350 . Johann WieSthaler. Bei ungünstiger Witterung im Saale. Ein Klavier ist billig zu verkaufen. Auskunft im Cafe PichS nicht zugeben, daß ihr Dora auch den Myrtenkranz zur Probe aufsetze, indem fie ernsthaft betiaupt,le, eS bedeute nichtS GuteS, wenn sich eine Braut vor dtM HochzeitSgeläute damit schmücke. Am Abend deS nämlichen TageS fuhr des Schulmeisters Koibivagelchen mit der alten Frau Webrr langsam an der goldenen Rose vorüber in'S Dorf. S.ibine war gcra'de zum Besuch der künftigen Schivikgerelttkn nach dem Hofe gegangtn und kehrte erst nach Anbruch der Dunteldelt in Begleitung ihres Bräutigams von dort zurück. Sie war den ganzen Tag über äußerst heiter und gesprächig gewksen, die schöne geschmackvolle Einrichtung lhr,S künstigen HauS-wesenS h»tte sle sehr erfreut, eS sehlte ihnen nun nichts mehr zu ihrem künftigen Glücke, als der Segen deS Priesters; und daß der würdige Seelsorger der Gemeinde ihnen dirsen auS vollem Herzen spenden würde, halte er ihr noch am gestrigen Abend selbir gesagt, da sie vor dem Hause stand und Wieder aufmerksam nach der gerne ausschaute. (Fortsetzung folgt.) vis (IS8 Ilsi'durMi' übernimmt 0e16einls^en in Getier Höt^e unä vereinst dieselben vom 6er LinlsAe: aut SparkttvIlSr wit 5'///o vl,ne L^ünäi^nnzr, 6°/g bei 60tä^iAe k^ünöixunK; O«ssl»svl>e?ßi»<» mit 5 77^0 bei Stä^iKer I^üaäiKuvA, 6°/o „ 60 „ „ »uek desorKt 3ie äen^in-nnä »Her börsenmäsZi^en 2um ^ev^eilißen ^sKeseourge, so^ie 8peIiUlA-tionsltiuse unä VerkZule in jeäer koke Lei klsektettkiiuken, >ve1eke 6uroli unsere ^6c?^s6/s^?^ö6 »uZAefüIirt ^eräen, können »uod äer unterlie- xen6e ijp.ii'biiekei' unä KA88i»8ekeinv unserer Lanlc vllne liünlligunx als ^sdlunx ver^enäet ^eräen. De?' V67'tt?a//e^7kAs.?7'a^/i. lSVÄsvassvr övs ^ HZ^^rZQ^s^z^, nach der besten nnd reinsten Methode erzengt, 49 wird zur Abnahme empfohlen.' Preis: 1 Siphon S kr., 1 Kracherl S kr. Durch das Ableben deS Herrn Wottawa in den Besitz dieses Geschäftes gelant^t und da in diesem Artikel bisher am hiesigen Platz noch keine Konkurrenz bestand, so bitie i^) daS k. I'. 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