©♦tiflltitnif: lUtfcntf««ff« fhr. 5, Imtil Kr. n Wiatw Hl Cnta- B-§dn> tf •»« 11—lt Bt< »na BR»ni m4t (MMlMrtta. uaualtk «ta-»«»» tntdMMat ■Btll»l|SBffB mum k* BcttMliaii« geflf v 0nc4aa>g »et MntjH ftf«" Mua •«HHtra tUgtgn •e ®u«f»6o[Bnj»ii w«Uf. V,»»» ^«cct l-d«» 6*0x1.14 rt-aM, • o (Up a tt at 1« Kt. 84.900 Berwaltmiy: «athaa»gaff« Wr. 5 IiiiiiI R). n vepig. f"d. aus dem alljährlich gutgeschulle slowenische Agiiaioren und Politiker hervorgehe», die mit besonderem Eifer die Erlernung der deutschen Sprache in den Land-schulen hintanhalten. Bei den Aemtern und Behörden haben wir vollständige Gleichberechtigung, slowenische Beamte in Hülle und Fülle, die zum Teile der deutschen Sprache in ganz ungenügendem Maße mächiig sind. Auf dem Gebiete des KieduwefenS sind dir Slowenen Untersteiermarks vollkommen organisiert, sie haben fchon vor Jahrzehnten in C'lli eine eigen« slowenische Sparkasse e,halten, da» ganze Land ist mit Vorschußkassen übersäe», die in einem großen allslowenischen Verbände vereinigt sind. Ebenso stellt der Verband der landwirtschafilichen Genossen-schasten eine ganz bedeutende Organisation deS willst östlichen CelbstbestimmungSrechteS dar. Vor weni-gen Jahren hat die Regierung auch noch dir Er-richtung eine» eigenen slowenischen Gewerbegenoffea-schasiSverbanbe» bewilligt, der berufe» ist, in die Einheillichkeit des Grazer Handels- und Gewerbe-kammerbezirkeS Bresche zu leg«». Hier muß auch roch die StaatSgewerbeschule in Laibach ang'führt wer-den, die üder Nacht durch den Minister Trnka zu einer slowenischen Anstalt wurde und reicher auSge-stattet und höher oiganisiert ist, als die G>azer StaatSgewerbeschule. Hier auf dem Bod«n von Laibach kann man heute fch«n »orahnend schauen, wie sich da« Schicksal der Deutschen in einem südslawischen Staate gestalten würde. Die Autonomie de« Lande« Kram da» SelbstbestimmnngSrecht de» krainifchen LanveSauS-fchuffeS, der heute fch«n im Geiste in einer zuküaf» ligen südslawischen Staaisregierung amtiert, wurde erst dieser Tage von einem slowenische» liberalen Abgeordnete» im ReichSrate gebraibmarkt. Es ist ganz ungeheuerlich, wa« die slowenische Gewaltherr» schast in Krain in den letzten Jahren alle« zustande gebracht hat. Die Einflußnahme auf das Schul-wefen des Landes wurde der staatlichen Aufsicht voll-kommen entrissen uud als man im Lande Kirnten S«ilc 2 Deutsche Wacht Nummer 12 ein ähnliche« Schulaussicht»'Landesgesetz schassen wollte, wurde ihm die Sanktion verweigert. In Kram wird die Errichtung deutscher öffentlicher wie privater Volksschulen einfach niedergehalten. Im Gemeindewesen wurde die Vorherrschaft de» Slawentums unter Mißachtung aller Interessenvertretung, unter Mißachtnng der gewaltigen dcntschcn Steuerkras» bis zum äußeisten sichergestellt, der deutsche Einsingen Neumalrkl, Aßling und Oomfchale lahmgelegt und gewaltsame slowenische Einbrüche in das Gottscheerland durch willkürliche Treununz und Vereinigung von Gemeinden eingeleitet. Die Leidensgeschichte der Deutschen in Krain steht im Zeichen forlwährender Gewalttaten und es ist das unermüdliche eherne Ausharren der Deutschen KrainS auf ihrem so schweren Posten eines der schönsten und ruhmvollste» Ehrenblätier der deutschen völkischen Geschichte. Auch die Deutschen deS steirischen Unterlandes, man kann es voll Stolz und mit Befriedigung ane-sprechen, haben sich nicht nur ehrenvoll, sondern sieg-reich auf ihrem Posten behauptet. Wenn man den südslawischen Verordnungen ge-genüber auf den Bestand der deutschen Sprachinseln, auf den tausendjährigen Bestand deutscher Siedlun-gen zwischen Drau und Adria hinweist, so begegnet man dem slowenischen Einwände, daß dieses ganze Gebiet rein slowenisch sei, und nur in den Städten einige Renegaten wohnen. Wie unsinnig und leicht-fertig diese Behauptung ist, ergibt sich daran», daß der gemischtsprachige Teil des Landes Steiermark in den letzten 40 Jahren, soweit sich die amtlich« Bolk»-zählung verfolgen läßt, eine ganz hervorragende Er-starkung di? TeutschtnmS aufzuweisen ha». I« dem von Deutschen und Slowenen gemeinsam bewohnten Teile der Steiermark, also im gemischtsprachigen Teile, zählte man im Jahre 1880 rund 48.000 Deutsche, im Zahr« 1910 73 000 Deutsche, was einer Ver-Mehrung von 53 v. H. gleichkommt. Die Slowenen haben im gleichen Zeilraume von 385.000 aus 406.000, das ist also um 5.5 1». H. zugenommen. Die Zunahme der Deutschen in Untersteierwark ist daher fast 10 Mal so stark, als jene der Slowenen. Das glänzendste Wachstum weist die Marbnrger Sprachinsel, da» ist die Stadt Marburg mit ihren nächstgelegenen Gemeinden aus. Dort zählte man im Jahre 1880 16.000 Deutsche, das ist 70 v. H., ?egen 6000 Slowenen, das ist 26 v. H., im Zahre 910 33.000 Deutsche, da» sind 79 ». H., gegen 6700 Slowenen, da» sind 16 v. H. Der Hundert-satz der Deutschen hat sich daher von 70 aus 79. «lso um 9 erhöht, jener der Slowenen von 26 aus 16.4, das ist also um 7.6 »«mindert. Das Wachstum de» deutschen Elemente» in dieser Sprachinsel beträgt im angegebenen Zeitraum über >00 Prozent, da» Wachstum der Slowenen jedoch nur 9 Prozent. Bei einer Versammlung slowenischer liberaler Politiker im Unterlande hat man sich huldvollst be-reit erklär», den Deutschen de» Unterlandes nach Er-richt,ing des südslawischen Staates jenes Maß von Rechten einzuräumen, welches den Slowenen, die in Mittel- lind Obersteiermark angesiedelt sind, gewährt wird. In Dieser Behauptung liegt eine ungeheuere Unverfrorenheit, wenn man den mit den früher an-geführten Zahlen kurz gekennzeichneten Bestand des deutschen Wesens im Unterlande in Betracht zieht und damit die SiedlungSverhältnisse der Slowenen im Mittel- und Oberlande vergleicht, wo sie nirgend» und zwar weder in Groz noch «n Donawitz See-graben 1 Prozent der Bevölkerung erreichen; eine kleine Ausnahme machte bei der letzten Volkszählung Fohnsdorf, wo die Slowenen ungefähr 2 Prozent der Bevölkerung ausmachten. Die Ziele, die sich die südslawische Bewegung gesetzt hat, sind die AuSrottuug des südösterreichischen Deutschtums au» seinen uralten Siedlungen. Hun-derttausende von Deutschen sollen von ihrer ange-stammle» Heimalsscholle vertrieben werden und daS zweite, da» Hanptziel der südslawischen Bewegung, ist die Eroberung von Trieft, welches zur Hauptstadt des südslawischen Reiche» erhoben werden muß. Diese beiden Forderungen, der Raub altheiligen deutschen Kulturbodens und die Wegnahme unsere» deutsche» Fensters zur Adria machen die südslawische Bewegung nicht nur sür den Staat, sondern auch für da» deutsche Volk zu einer überaus gefährlichen und wir müssen das gesamte deutsche Volk aufrufen zum hei-ligen Kampfe für die Güter, die durch die füdjla-wlfche Bewegung bedroht werden. Das gesamte deutsche Interesse an der südsla-wischen Frage erscheint umso schwerwiegender, wenn man die wirtschaftliche Bedeutung deS von der süd° slawischen Idee erfaßten Gebiete« würdigt, welches Gebiet nicht nur eine vollständige Absperrung deS deutschen Wirtschaft»leben» von der Adria und den HandelSwegen nach dem Orient ermöglichen würde, sondern auch eine Aussperrung der deutschen Wirt-schastSerzeugnisse, da diese« Gebiet mit seinen Kohlen-und Eisenbestinden, mit seiner industriellen Verwert-barkcit und seiner Bodenproduktion eine sast restlose Selbstbewirtschastung ermöglicht, die zu einem ge-wallig ausgebauten Boykott des deutschen Wirtschaft»-leben« führen müßle Die Formel, mit welcher die Regierung den südslawischen Wünschen entgegenkommt, heiß» na-tionale Autonomie innerhalb der Kronlandsgrenje». Gerade so wie der unselige Artikel 19 auf dem Bo-den deS Doktrinarismus gewachsen ist, gerade so haben wir eS hier mit einer theoretischen Formel zu tun, die nach dem Urteile jede» ehrlichen Praktiker« nicht verwirklicht werdcn kann. Für den polilischen Philister klingt diese Formel SberauS wonnevoll, denn nach dem Zeugnisse sozialdemokratischer Theoretiker ist ja die nationale Autonomie die große Magna charla de« Völkerfriedens. Mii dieser nationalen Autonomie, damit, daß jedes Volk seine völkischen Angelegenheiten in seinem eigenen Bereiche mit seine« eigenen Mitteln zu betreuen habe, ramit sind ja, so glauben diese Theoretiker, all« ReibungSflächen be-seitigt und damit ist der unselige nationale Streit ausgeschaltet. Wer im nationalen Kampse ausge-wachsen ist, der weiß, daß dieser holde Glaube vom Völkerfrieden ein Irrwahn ist, denn nach wie vor wird in den Gebieten, die von zwei VvlkSstämmen bewohnt werde», die nationale Sorge und der na-tionale Gegensatz da» gesamte WirtschastSleben be-herrschen. Nach wie vor wird dort in dem Ueber» gang von Realbesitz auS deutscher in slowenliche Hand oder umgekehrt al» völkische Kampsfrage be-urteilt werden, ebenso die Ansiedlung von deutschen oder slowenischen Kaufleuten, Gewerbetreibenden. Männer, die für das öffentliche Leben in Betracht kommen, Beamten, Advokaten und Aerzte, nach wie vor werdi« die sozialen Verschiebungen, die da« Wirtschaftsleben mit sich bringt, durch die nationale Luke belrachtet werden, nach wie »or wird eine völ-kische Entwicklung staltfinden, die »or den Schutz-wällen der naiionalen Autonomie nicht haltmachen wird; und der nationale Kataster, der ie Ange-hörigen der beiden Volksstämme gewissermaßen sterili-sieren soll, wird nur d«r Urg»u«d eine« nie zum Schweigen kommenden nationalen Kampse» sein; und e» ist die» nicht nur nalurnoiwendig, es liegt die» nicht nur unausrottbar im Leben der Völker, die sich durch die sozialdemokratische HeilSlehr« niemals ändern werden, sondern dieser unauslöschliche Da-seinSkamps ist auch ein Glück sür da« deutsche Volk. Denn wir sind kein politische« Volk, wir »erstehen e» nicht, in der Ruhe völkischen Besitzes große völ« kische Wert« sür uns aufzuspeichern, sondern seit jeher war e» unsere unglückselige Sendung, unsere völkischen und kulturellen Werte den anderen Völ-kern bi» zur Selbstenttäuschung hinzugeben und dann in die größl« völkische Not zu versinke», au» der wir un» wi.'der müssen emporkämpfen. Ohne nationale Not gibt e» sür un» kein nationales Gedeihen. Ein Glashaus Deulschlum ist dem Untergänge geweiht und nur im nationalen Kampse liegt die Gesundung unsere» B«lk»tumS, darum muß zu dem, «a» uns die Gesetzgebung an Rechten gibt und noch viel mehr an Recht-» nimmt, di« bewußte nationale Schutz-arbeit hinzutreten und wenn unseren völkischen Geg-nern bei der nalionalen Entwicklung die Wand»rbe-wegung zugute kommt, so müssen wir diese Wirkung dieser Wanderbewegung durch unsere zielbewußte Be-siedlungSarbeit dadurch, daß wir neue Elemente in unseren kulturkrei» aufnehmen, zu unserem Lorteile wenden. Die südslawische Frage ist eine SchicksalSsrage für das deutsche Volk und eS hat uns da unten im Schützengraben die Brust geschwellt, al» überall im Lande so begeisterte, so entschlossene Kundgebungen gegen die südslawische Bewegung hinau«ges»ndt wur-den, Kundgebungen, die un» in dem frohen Glauben festigten, daß da» ganze Steirerland tieu an unserer Seile steh»; und diese Kundgebungen haben auch in uns die steirische Heimattreue gewallig aufflammen gemacht. Möge so die heutige Tagung auch im Zeichen dieses GemeinsamkeitSgesühls nicht nur uuserer stei rischen Interessen, sondern auch unsere« gesamt-deutschen Empfinden» stehen. Möge sie ein Schritt sein zur Schaffung einer Organisation, die sich mit Liebe und Hingebung, mit Umsicht und Talkrast de« völkischen Sorgen widmet, eine Organisation, in welcher jeder »reue Mitarbeiter herzlich willkommen ist. nicht nur die mutvoll vorauSstürmenden Zungen, für die eS keine Schranken gibt und deren stam-wende Talkraft un» mit Stolz und freudiger Hoffnung erfüllt, sondern auch die wägenden Alten, die die politische Denkart vergehender Zeiten «it de» gewaltigen Flügelschlage dc« Neuherausgekommene» erst in Einklang bringen müssen. Zn diesem Zeiche» wollen wir sei» ein einig Volk von Brüder», in keiner Not uns trennen und Gefahr. Drr Dcuttche volkstug in Graz. Seit den Badenitagen hat keine so gewaltige völkische Begeisterung die Mauern unserer Landes-hauplstadt durchbraust, wie die» bei dem am 19. d. statlgesundenen BolkSlage der Fall war. der einen stürmischen, alle staalSmännischen Klügeleien hinweg-segendeu Protest gegen die treibenden Kräfte und Gönner der südslawischen Bewegung schleuderte. ES war herzerhedend, mit welch hinreißender Leidenschaft die Tau,ende den einzelne» Rednern zu-jubelten und wie der Bürgermeister von Graz stolze alldeutsche Worle sprach, die die „deutscheste Stadt Oesterreichs" vor unseren Augen wieder er-stehen lassen. Bürgermeister Fizia sührte den Ehrenvorsitz, als Redner traten aus: RechiSanwalt Dr. Mravlag (Marburg), Schriftleiter Zeidler (Wien), Prof. Dr. Miltfchinski (Trieft), Frau Lina Kreuter - Gall«, Piof. Edgar Meyer (als Vertreter Tirols), Abge-ordneler Dr. Angerer (Klagenfurt) und Dr. Otto Ambrofchilfch. Unter jubelndem Beifalle wurde folgende vom UniversttälSprofesfor Hofrat Dr. Rudolf von Scala beantragte Entschließung angenommen: .Geilt und Kraft unserer Vorfahren haben unser Land besiedelt, unser Reich geschaffen. Di« L«* be»Sb«dingungen unserer Heimat »ollen wir, wi« im gewaltigen Weltkriege, so auch im politischen Kampse siegreich aufrechthalten — allen Plänen des Viel-v«rband«s und unserer mit ihm engst verbunden«» inneren Feind«» zum Trotz. 1. Die großserbischen Bestrebungen, im kraft-vollen Waffengange durch Niederwersung Serbiens ausgelöscht, dürfen auch durch innere Wühlarbeit nicht mehr zu neuem Lebe» erstehen; ein jugosla-wische» Reich, verhüllt in der Maideklaration, un-verhüllt im Pakt von Korsu gefordert, widersprch» nicht nur den deutschen Leben»bedingungen, »ürde zu neuerlichen KriegSvcrwicklungen führen, und muß so mit allen «'ästen verhindert werden. 2. Line slowenische Provinz mit der Berge-waltigung drr Deutschen, wi« wir si« in Kiain kennen, ist di« Vorstus« zum jugoslawischen Reiche Eine Zerreißung der Steiermark und der südöster-reichischen Kronländer muß mit allen Mitteln ver« mieden werden und die deutschen SlSvt« unsere» en-geren Heimatlande» müsse» al» deulfcher Kultur-boden und Besitz erhallen bleiben. Die Straße zu« Meere muß un« offenstehen, ist un« und dem gan> zen deutscht» Volke eine LebenSbedingung, die wir nicht verriegeln und verneinen lassen. Der freie, gewalttätigen und verräterischen Uebersällen »icht mehr auszusetzende Weg nach Trieft muß vielmehr durch Grenzberichtigungen und SiedlungStätigkeit. namentlich bei der Palenstadl von Berlin, gesichert werden. 3. Eine Rückkehr von ft"'dsl>>wilchen und italie-nischen Hochverrätern nach dem Fried,» würde sofort di« jugoslawischen und irredeniiillichen Pläne auf-leben lassen und wid.rstuile« daher den Grundbedingungen ruhiger Enl»icklung. Wir fordern von der Regierung die maglose hochverrättrisch« Wühl-arbeit für daS südslawische Reich mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln unge äumt zu unterdrücken. 4. Da« Bündnis mit dem Deutschen Reiche, nach Andrassy und Bismarck eine Lebensversicherung, ruhmvoll erprobt in Siegfriedskämpiei, gegen eine ganze Welt, mnß politisch, wirtschaftlich und nach der Seit« d«r Heeresmachl ausgebaut werden. Wir dulden auch nicht, daß Haß und Neid gegenüber der vorbildlichen Gestaliung«krast und Ordnungsarbeit Deutschlands und tückische Wühl-arbeit englischen Goldes eine auch nur leiie Locke-rung dieses uns heiligen Bundi« versuche. Für Staat und Volk zugleich gelten die LebenSdedingun-gen. Sie stehen also unter dem Stutze der beiden Gemeinschaften. Enlschliigt sich die Regierung dieser Dchutzpflicht, nimmt unsere deutsche Volksvertretung den Schutz nicht umso stärker auf, so werden wir ihn selbst übernehmen »nd treten dann in schärfstem Gegensatz zur Regierung und unserer Vertretung. Entsprechend unseren Opfern an Blut und Geld und Gut wollen wir, die wir alle deutschen Parteien Sfantatt 13 der Steiermark in vollster Einheit Vertreten. Licht, Luft, gedeihlichen Boden für unseren deutschen Stamm und werden den Grundsatz de» Selbstbestimmung?-rechte», freilich nicht in der »on unseren Gegnern maßlos übertriebenen Weise, auch sür unS in An-sprnch nehmen." Die Krieggereignissr. Von der Westfront, an der in den letzten Ta-gen auch" öst«rr«ichifch-ungarischt Artillerie in den Kamps gegen Franzosen und Engländer eingegriffen ha«, werden schöne Ersolze gemeldet. Die Entscheidungsschlacht, die kommen mußte, da auf andere Weise unsere Feind« nicht an den Frieden denken wollen, ist bereit« im Gange und in ein Stadium getreten, da« un« zu den besten Hoffnungen berech-tigt. Bei Verbun gelang «in Vorstoß bayerischer Truppen. Zwischen Arra« und La Fere wurden schöne Erfolge erzielt. Diese wurden in Fortführung de« Angriffe« erweitert. 16.000 Gefangene und 200 Geschütze wurden bisher gemeldet. Vor Verdun blieb der Feuerkampf gesteigert. Nach in Wien eingetrof-fenen Meldungen sind die Deutsche» einer Linie von 75 Kilometer Breite zwischen Calais und Pari« in di» englischen Linien eingedrungen. Torpedodootstreitkräfte Flandern« haben am 21. d. früh in drei Gruppen die Festung Dänkirchen sowie militärische Anlagen bei Braye Dune« und De Panne nachhaltig unter Feuer genommen. Die Ausschläge lagen überall gut. Von den anderen Kriegsschauplätzen wird nicht« Neue« gemeldet. — In der Ukraine wurde die Handel«- nnd Hafenstadt Cherfon genommen. Aus Stadt und Land. Kaiser Karl beim Ins. Reg. 87. Da« KriegSalbum diese« Regimentes wird hierüber ein eigene« Kapitel enthalten. Jene Regiment«ange-hörige, die da« Glück hatten, von Sr. Majestät persönlich dekoriert, belobt und angesprochen zu werden, wollen ihre Porträte und den Wortlaut der an sie gerichteten kaiserlichen Worte der Schrisilei-tung beim Ersatzbataillon de« k. u. k. Zr.f. Reg. 87 in Cilli ehesten« einsenden. Evangelische Gottesdienste in den kommenden Wochen. Sonntag den 24. d. findet und zwar von nnn ab in der Kirche, wieder ein öffentlicher Gottesdienst um 10 Uhr vormittag« statt. Am Karfreitag wird der FestgotteSdienst in Verbindung mit dem heil. Abendmahl abends um 6 Uhr veranstaltet. Die Osterfestgottesdienste werden am Sonntag nnd Montag um 10 Uhr vormittags abgehalten; am Sonntag findet auch die Feier de« heil. Abendmahle« statt. Anerkennung. Das wirtschaftliche Landes, hilssbureau der Statthalterei hat dem BeziikSkom-missär Dr. Josef Fasching als Obmann de« wir'.-fchaftlichen Bezirk«hils»bureauS Umgebung Cilli für feine erf»Igrc:chen Bemühungen zu Gunsten der Fa. ».illen der Eingerückten vollste Anerkennung und wärmsten Dank »»«gesprochen. Für das Waisenhaus Lehrilngsheim übermittelte die Erste Tillicr Stadtmühle durch Herrn Ingenieur Willi Rakusch 2000 St. gur Fleischnot. Heute konnte der Bevölkerung von Lilli und Umgebung kein Fleisch verab-folgt werden, weil, wie wir erfahren, für die Stadt Cilli un» deren Umgebung am Freitag nur 17 Stück Kleinvieh mit einer Gefamlausbeute von 1400 kg Fleisch zugewiesen wurden, welche« zum Btikaufe sür Sonntag riickgestellt wurde. Auch am Montag den 25. d. wird kein frische« Fleisch verabfolgt werden können, wohl aber steht der Bevölkerung der Stadt in der LetensmittelverkaufSstelle geselchtes Rindfleisch nm den Preis von 10 K pro Kilogramm zur Verfügung Um die Möglichkeit zu bieten, sich dasselbe für Montag zu verschaffen, wird die Ver-kaufSstelle an diesem Tage von 7 bis 10 Uhr vor-mittags offengeh lUen. vom Abgeordnetenhause. Da« Abge-ordnetenhau« nahm in feiner letzten Sitzung da« Gesetz betreffend die Errichtung eine« Ministerium« sür Volkigesundheit in zweiter und dritter Lesung an. Da« Hau« behandelte auch den Bericht des Budgetau«schufset üb:r den Antrag der Abgeordneten Teufel, Hummer und Genosse» betreffend die Ge Deittfdjc Wacht Währung von Teuerungszulagen im Jahre 1918 an die aktiven und pensionierten Lehrpersonen der öffentlichen Volks- und Bürgerschulen, sowie an deren Witwen und Waisen. Abg. Jarc (Slowene) beantragte eine Abänderung deS § 1, wonach die Regierung ermächtigt wird, den LandeSvertretungen 70 Prozent für die Teuerungszulagen an die Lehrer »ur Verfügung zu stellen. Schließlich wurde die Vorlage mit den Abänderung«anträgen Jarc und Hummer angenommen. Konzerte. Nun ist auch die berühmt« Hedwig Francillo>Kaufmann zu un« gekommen. Einst «in Star «rster Größe an der Wiener Hofoper, wo sie rasch zur Kammersängerin wurde, hat sie durch ihre Vermählung mit einem brasilianischen Diplomaten ihrer österreichi-schen Heimat Lebewohl gesagt. Im Herzen ist sie eine treue Wienerin geblieben und einem inneren Dränge folgend, kommt sie fast alljährlich als hochwillkommener Gast in unsere Lande. Ihre Stimme von bejauberndem Wohlklang und einer durch alle Lagen gehenden wun-dervollen AuSgeglichenhelt, ihre verblüffende Gesang«-kunst,' mit der sie die unerhörtesten Schwierigkeiten mühcloS bezwingt, — sie üben noch immer eine Wir-kung au«, die sich in Worten kaum schildern läßt. Es ist, al« ob eine geheimnisvolle Kraft einen von aller Erdenfchwere loslöste und in den Aether entrückte, wo Himmelskinder ihren seligen Gesang zum Preise deS Ewigen erschallen lasse,». Man hat sich daran gewöhnt, die Francillo-Kaufmann vor allem al« eine Koloratur sängerin eisten Range» anzusehen. In der Tat lassen sich die Leistungen der Künstlerin aus dem Gebiete de« Ziergesange« kaum überbieten. Siehe die «rie au« „Lakm«" von Delibe«, die Arie der Rostna aus dem »Barbier von Sevilla" und die berühmte .NachtigaZ* de« alten unserer Zeit nur mehr durch diese» Bravour-stück bekannten Alabieff. Frau Franrillo «aufmann ist aber nicht bloß Koloratursängerin. Wer sie näm-lich Schubert (HeidenrSilein, tie Forelle). Schumann (Lotosblume, Aufträge), da« Lifzt'fche ,E» muß ein Wunderbare« sein, »or allem aber da» himmlischschöne „MariS Wiegenlied" von Reger singen hört, der wird bekennen müssen, daß die Fr«neillo- Kaufmann auch HerzenStöne von berückender Innigkeit anzuschlagen weiß. Dabei fällt die deutliche TextauSfprache höchst an-genehm auf, so daß un» das abweisende Urteil eine« Grazer Kritiker» unverständlich ist. Für un» war die» fe» Konzert jedenfalls ein „großer Abend". Einen neuen Orden zu den vielen, welche die Brust dieser großen Künstlerin zieren, können wir ihr freilich nicht geben. Ein Riesenstrauß au« heimatlichen Schneerosen und der nicht endenwollenx Beifallsjubel der Zuhlrer mögen ihr ein willkommener OrdeiSersatz fein. Herr Otto Wondraschek begleitete die Künstlerin vorzüglich und spielte außerdem allein drei Klavierstücke (Grün-feld: Romanze Fi» Dur. Godard: Mazurka Nr. 2, Rachmaninoff: Humoreske) ausdrucksvoll und technisch vollendet. Diese« neuerliche Auftreten unsere« jungen LandSmanne« befestigt unser Urteil, daß in feinen Adern echte« Künstlerblut rollt. Wir können ihm nur wieder zurufen „vorwärts und aufwärt»"! — Am 14. b. ließ di» Grazer GarnifonSmustk unter Anton von ZanettiS Leitung den vorangegangenen zwei Shm-phoniekonzerten ein volkstümlich«» Konzert folgen. Der Abend wurde mit dem Meisterfingervorspiel prachtvoll eingeleitet. Nach einer wunderschön gespielten Phantasie au» Delibe» reizender Oper „Lakme' machten wir die wtllkcmmene Bekanntschaft mit ,7 Tanzmtzihen für Orchester und Klavier" unsere» LandSmanne» Fr. Frischenschlager. In diesem jungen Meister. — einem LieblingSschüler Humperdink» — geht un» ohne Zwei' fel ein neuer Stern auf. Jede« der sieben Stücke ist ebenso schön und eigenartig erfunden, als meisterhaft gearbeitet. ES ist eine Musik, dir einem packt und nicht mehr lo« läßt. Di« tollen Sprünge de» lüsternen Pan, der süße Schlaf der Dvrade. da« Spiel von Pan und Möve in der Schlucht, de« alle» ist neu, noch nie dagewesen und berechtigt zu den kühnsten Zukunft«hoff> nungen für diele« Künstlerleben. Geradezu genial ist die Art, wie Friichenschlager da« Klavier al« Orchester-Instrument behandelt. Der liebenswürdig bescheidene Künstler — alle Könner sind bekanntlich bescheiden — wirkte selbst am Flügel mit und wurde wiederholt stürmisch gerufen. Ebenso herzlich wuide Herr Kapell-meister von Zanetti gefeiert, der sich durch die mit Liebe vorbereitete vorlresilichc Aufführung dieser höchst werivollen Neuheit ein nicht warm genug anzuerken-nende» Be,dienst erworben hat. Viele Zuhörer hälten da» Frischenfchlager'fchc Opu« gerne ein zweiteSmal gehört. E» sei daher darauf aufmerksam gemacht, daß die sieben Tavzmyihen in der vom Tondichter selbst besorgten Au»aabe für zweihändige» Klavier demnächst bei Herin Fritz Rasch aufliegen wiid. Ebenso die 60 Kinderlieder de« jungen Meister», welche bei der jüngst stattgesundenen Erstaufführung in Graz ganz ungeteil-ten Beifall fanden. Nun zurück zu unserem Konzert. Gute 3 Nachtstück und Festmusik au» der Over „Die Königin von Eaba" von K. Goldmark und ein von Herrn Kapellmeister von Zanetti selbst äußerst geschickt und wirkungsvoll gearbeiteter Streifzug durch .Fr. Lehar« Tonreich" beschlossen den ersten Teil der Bortrag»ord> nuug. Der prächtige „Kaiserwalzer" von Johann Strauß — vielleicht der schönste Straußwalzer — eröffnete den zweiten Teil dc» Abend». Er wurde mit Schwung und Wärme so recht con aniore gespielt. Kein Wunder, daß da» „Potpourri au» der Oper EsardaSfürstin" von Kalman nach dieser wahrhaft kaiserlichen Mustk ein wenig abfiel. Dazu ist die CsardaSfürstin noch eine» der besseren Erzeugnisse un-serer modernen Operettensabrik. Wie dem auch fein mag, die Grazer haben, geiührt von ihrem hochdegab-ten und rastlosen Kapellmeister, wieder einen ganzen Erfolg davongetragen, der ihnen eine Aufforderung sein möge, recht bald wieder zu kommen. Der von Herrn M. Ropa» für die Konzerte am 12. und 14. d. entgegenkommender Weise unentgeltlich beigestellte Ehr-barflügel bewährte sich auch dieSmal vorzüglich. Suggestionsabend T. 03. Äomatz. Wie bereit« mitgeteilt, findet derselbe am 4. April halb 8 Uhr abends im Stadttheater statt. — Die Vor-tragSordnung ist reichhaltig und auf den Plakaten ersichtlich Diese Veranstaltung verspricht recht inte-ressant und unterhaltend zu werden. Der Karten-Vorverkauf ist bereit« äußerst rege und sind solche noch bei Herrn Fritz Watzek, Kapuzincrmaut, »u haben. Vom Deutschen Schulverein. Die hiesige MännerortSgruppe de« Deutschen Schulvereine» wird sich in einigen Tagen an die deutsche Bewoh-nerschast unserer Stadt mit der Sitte um Beitritt und Förderung der deutschen SchulvereinSorbeit wenden. Auch wir sammeln Unterschriften und wol-len damit bezeugen, daß wir ein einig Volk von Brüdern sind, nicht nur in Worten, sondern auch in Taten. Diese Unterschrist wollen wir mit dem Jahresbeitrag von 2 K für den Deutschen Schul-verein bekräftigen. Der Deutsche Schuloerein hat ein reich?« Arbeitsfeld und wir sind verpflichtet, ihm die Mittel zu seiner für die Deuischen so wich-ligen segensreichen Tätigkeit in die Hand zu g'ben. Die Ortsgruppe Cilli dars nicht an letzter Reihe stehen, keiner dars al« Kämpfer in unserer heiligen Sache fehlen. Wir bedürfen diese jetzt noch mehr wie früher. Uns«: Rüstzeug muß blank sein, soll da« edle Werk gelingen. Die Altersgrenze ist unbe> schränk», denn auch unsere jüngsten Sprößlinge können ihre Sparheller dem Schutzvereine widmen. Heil! Tierschutzverein. Der steiermärkische Tier-schutzvereiu übermittelte der Ortsgruppe Cilli einen Betrag ?on 50 K zur Verteilung an die hiesige Sichei heüswachc, welche jederzeit die Bestrebungen de« genannten Vereines fördernd und wachsam unterstützt Außerdem wurden 10 Knaben für bson-dere Tierpflege und Fütterung hungernder Vögel im Winter mit je 2 tt bedacht. Die Ortsgruppe Cilli zählt derzeit 90 Mitglieder und diesen ist e« zu verdanken, daß an manchen kalten Tagen die im Stadtparke aufgestellten Futtertifche, trotz der Schwierigkeit der Beschaffung und der hohen Preise, mit Nahrungsmitteln »ersehen werven konnten. Soldatenbegräbnisse. I» den letzten Ta> gen wurden nachsolgende Soldaten, welche in den hiesigen Spitälern gestorben sind, am städtischen Helden-Friedhose beerdigt: am 17. d.: Franz klug; am 13. d.: Ins. Vaclav Trnka; am 22. d.: Ins. ital. KriegSges. Domeniko Sartor, Lvstm. Milan Marinkovic. Einschränkungen im Postpaketoer-kehr. Mit Rücksicht auf die bestehenden Bcsörde-rung«schwierigke»en im inländischen Postverkehr werden vom 22. d. angefangen bis auf weitere« folgende Maßnahmen getroffen: «uä> die Annahme dringender Pakete unterliegt den gleichen Beschrän-kungen wie die Pakete im allgemeinen und ist daher nur nach Maßgabe der Abblfö>derung»miglicht it zugelassen. Die obligaionfche E>lz..stellung der dr>n-genden Pakete entfällt; den Absendern »st e« frei gestellt, diese zu verlangen. Nur in diesem Falle ist Ue CilzustellungSgebühr zu enirichien und die Eil-zustellung vorzunehme». Die Znlässigkeit de« Ver-langen« der Eilzustellung wud bei anderen al« dringenden Paketen aufgehoben. Wer angabt von mehr al«' 600 K bei Paketen, mit Ausnahme der amtlichen Pakete, ist nur zugelassen, wenn st« Bank-noten, Hartgeld, Wertpapiere, gemünzte« oder un< gemünzte« Gold oder Silber, Gold oder Silber-sachen oder Geschmeide enthalten. Der Ausschluß der Wertangabe bet dringenden Paketen bleibt auf» recht. Da« Höchstgewicht der gewöhnlichen una ein-geschriebenen Briese, mit Ausnahme der ämtlichen Seite 4 Briefe, wird mit 250 Gramm festgesetzt. Für die Zeit vom 22. d. bis einschließlich 1. April sind im gesamten Jnla»d«verkehre die Gebühren sür Pakete, mit Ausnahme der von portofreien Behörden, an portopflichtige Empfänger gerichteten, gleich bei der Aufgab« zu entrichten. ZT, Verlängerung der Sperrstunde. Die Sperrstunde bei Gewerben, deren Warenumsatz sich in für den Kundenverkehr offenen Geschäftsräumen vollzieht, wird nach einer Statthaltereikundmachung bis zum 31. d. bis 6 Uhr nachmittags verlängert. Die 7 Nhr-Sperrfiu»de für LebrnSmittelhäiidler bleibt bis 31. d. in Kraft. Gedächtnisspenden. Herr Johann Mastnak spendete für den Witwen» und Waifenfonv der Ins -Reg. 87 20 « statt «in«S Kranzes nach dem ver« stnrdenen Herrn Simon Kalifchnia. — Anläßlich einer NamenSfestfeier spendete Herr Franz Kafch 10 K für den Fond zur AuSspeifung notleidender Cillier Familien — Anstelle eineS Kranze« für die verstorbene Frau Josefine Hafenbühel widmete Herr fl. Westen 100 jt nnd Hm Direktor Josef Pfeifer 30 K für den Fond zur Unterstützung der durch den Krieg notleidenden Cillier Familien. Die ukrainischen Vorräte. Das Wiener „Fremdenblatt*, bekanntlich daS Organ unseres auS wärtigen Amtes, berichtet: Der Präsident de? Er nihrungSomteS gab «ine Erklärung über die Verteilung der Vorräte aus der Ukraine an Oesterreich.Ungarn und Deutschland ab. Der Schlüssel ist folgender: ,Yi)t Getreide 1 : 1 und für andere Lebensmittel 6 : 4 zuguusten Oesterreichs. Die. Kirchlichen Eheaufgebote werden umgestaltet. Von Psingstlonntag an wird anf Anordnung der päpstliche» Kurie in Oesterreich eine neue Art «ufgetote eingeführt werden. Bisher wurden sie von der Kanzel aus dem versammelten Volke kund-gemacht: künftighin weiden sie durch Aushängen de» schrlfilichen EheaukgeboteS an der Kirchentür bekannt» gegeben werden, wie eS bei Zivilehen durch Kund-machung am Raihiuse oder an den Vebiiudcn der Be zirkshauptmannschasten geschieht. Der Fürstbischof von Gurk gegen die Unterschriftensammlung für die südsla wische Deklaration. Fürstbischof Dr. Adam Hefter hat an di« f owenische Geistlichkeit feiner Diözese «in streng vertrauliches Rundschreiben ge< richtet, worin er sie warnt, sich an der Agitation für die südslawische Deklaration zu beteiligen. ES heißt darin u. st.: „Traurigen HerzenS sehe ich vor mir die außerordentlich schlimmen Folgen in reli-g iistr Beziehung, die eintreten werden, wenn in einer die Leidenschaften in ihren tiefsten Tiefen aufwühlen-den Frage ei» nicht unbeträchtlicher Teil deS Klerus al» Rufer im Kampfe erscheint. Kraft der mir über-tragenen bischiisklichen Gewalt untersage ich jede agi-tatorische Tätigeit deS hochw. Klerus in dieser An-gelegenheit, insbesondere da« persönliche Sammeln von Unterschristen.' Eine verunglückte Partie. Am Sonn-tag hielt der bekannte Apostel sür den südslawischen Staat Dr. Koroschetz eine Versammlung in Sachsen-selb ab, für welche vorher fch»n großartige Propaganda gemacht worden ist. An derselben beteiligten sich auch viele Cillier slowenische „Patrioten". Na-türlich durfte dabei die Cillier Geistlichkeit nicht fehlen. Um 2 Uhr nachmittag fuhren auf einem Jagdwagen deS RealitätenbesitzerS Johann Cater «ine Gesellschaft, bestehend »uS dem hiesigen Religion«» Professor Cestnik, den Professoren Beranic und Bracko. dem Postoffizial Ratek und zwei Geistlichen geyen Sachsenseld. Diesem Jagdwagen fuhr ein Leiterwagen voraus, auf dem sich ungefähr 30 Per-sonen, zumeist Weiber und halbwüchsige Junge«, be-sanden. Die Insassen dieses Gefährtes sangen zur Verherrlichung des Tage« slawische Hetzlieder und schwangen windische Fahnen. Der Jagdwagen mit der theologisch philosophischen Gesellschaft wollt« dem Leiterwagen vorfahren und da geschah etwaS sehr Unangenehmes. Entweder war es das Gejohle der zukünftigen windischen Hofdamen oder das Flattern des windischen Dreifarbcs, waS die Pferde scheu machte, denn diese wvlllen auSreißen und plötzlich sah man die Räder de« Zagdwagen« und die Füße der gelehrten Herren gegen den blauen Himmel streben. Professor Cestnik hat sich ein sichtbares Andenken im Gesichte und Professor Bracko einen ver-stauchten Fuß von dieser Pilgerfahrt gehilt. Angenehme Mieter. Dieser Tage mie teten zwei Militär>Chauffe»re in einem hiesigen Gioß-„asthofe ein Zimmer mit zwei Betten. Als am zwei, ten Tage die Fiemden bis 3 Uhr nachmittag noch immer nicht zum Vorschein kamen und man bemerk!?, daß die Tür« versperrt war und der Schlüssel vvi, innen steckte, stieg der Gastwirt über eine Leiter durch Deulfche Wacht das Fenster in das Zimmer und da machte er die unangenehme Entdeckung, daß die beiden Vö?el auS geflogen waren und die Bettwüsche, das Tischtuch, die Wandschützer nnd Vorhänge mitgenommen haben Die beiden Gauner, die sich als Franz Schnitzer und Karl Kautz in das Fremdenbuch eingetragen haben, sind mittelgroß, ungefähr 20 bis 25 Jahre alt und sind mit Chauffeur-Uniformen bekleidet. Kurort Rohitsch Sauerbrunn. Der Ge- meindeauSschuß hat die Bildung eines Gemeindewirt schastSrateS beschlossen und in diesen Herren und Damen entsendet, die die Gewähr dafür bieten, daß die Verpflegung de« Kurortes mit LebenSmiiteln, soweit dies jetzt möglich ist, klaglos vor sich gehen wird. Wieder eine geplünderte Tabaksen-dung. Von einer sür Windifchfeistritz bestimmten größeren Tabaksendung wurde ein großer Teil auf dem Transporte gestohlen Verbot des Pöllerschiehens. Anläßlich der bevorstehenden Osterfeieriage wird neuerdings aufmerksam gemacht, daß jedes Pöllerfchießen — auch daS Schießen mit sogenannten Pöllerkanonen, Sicherheltspöllern usw. derzeit verboten ist. AuS nahmen haben die politischen Behörden nur in ganz rücksichtSwürdigen Fällen im Einvernehmen bezw. nach Verständigung der zuständigen Militärbehörden zuzugestehen. Verlegung fleischloser Tage. Wegen der auf die Montage den 25. d., 1. April und 20. Mai fallenden Feiertage wird daS Verbot deS Fleisch-genufses für diese Tage aufgcho!en. An deren Stelle treten die darauffolgenden Dienstage. Südslawischer Kirchenmihbrauch. In der Kirche zu St. Egydi W.-B. hat ein sloweni-scher Geistlicher von der Kanzel aus die Kirchen-besucher aufgefordert, die bekannten Lo« von-Oester-reich Bögen zu unterschreiben. Als die Gläubigen die Kirche verließen, sanden sie bei der Kirchentür« einen Mann, offenbar den Meßner, welcher die Bögen zur Unterschrift bereit hielt und sie allen Kirchenbefuchern mit der Aufforderung, sie zu unter-schreiben, aufdrängte. — Dieser Fall steht aber nicht vereinzelt da. So wird eS in den meisten Pfarre» des Unterlandes gemacht und so wird unter den Äugen de« Behörden weiter auf die Zertrümmerung des österreichischen Einheitsstaates hingearbeitet. Aus der Gefangenschaft entwichen. Der RechnungSuntervfsizier eine« Infanterieregimente« Franz Premfchak, ein Sohn des Herrn Martin Premfchak in Bischofdorf wurde im September 1914 bei einem Kosakenangriff in Galizien verwundet und dann bei der russischen Invasion im Spitale zu Grodek gefangen genommen. Sein Vater erhielt dieser Tage ei» Schreiben, in welchem er ihm mit-teilt, vaß es ihm gelungen «st, ans der Gefangen« fchaft in Cern bei Moskau zu entweichen und daß er nach Ueberwindung ungeheurer Gefahren und Strapazen nach Monaten im Armcebereiche eingr-langt ist. Die Heimkehr der Kriegsgefangenen. In Angelegenheit der aus Rußland heimkehrenden Kriegsgefangenen werden zum Teile in der Ukraine, zum Teile in Großn>ßl«nd Kommissionen errichtet werden, in denen das Ministerium des Aeußern, da« Kriegsmiiisterium und daS ungarische Mini strrium deS Innern vertreten sind. Diese Kommis« sionen werden mit den dortigen Regierungsbehörden gemeinsam die Art und Weise feststellen, nach welcher die Kriegsgefangenen in raschester Weise nach Haufe gebracht werden können. Im Kriegsministerium ist die Verständigung eingetroffen, daß die Aufstellung von Sammelplätzen bi« Mitie März beendet sein soll. Diese Sammelplätze werden sich wahrscheinlich in Galizien, und zwar auf größeren Stationen der von Rußland einmündenden Bahnen befinden. Von hier au« werden di« Kriegsgefangenen nach Haufe geschickt werden, nachdem festgestellt sein wird, wo sie sich nach Ablauf ihres Urlaube« zu melden haben. Von der Grenze kommen Nachrichten, daß österreichisch-ungarische Kriegsgefangene in immer größeren Mas-fen eintreffe» und in den galizischen und ungarischen Kreuzpässen sind viel« tausend Kriegsgefangene vor-Handen. Man verhandelt auch darüber, wie man die im fernen Sibirien befindlichen Gefangenen raschesten» nach Hause bringen könnte, bezw. wie es möglich wäre, daß diese Gefangenen mit der Cisenbahn so schnell wie möglich die Grenzen ihrer Heimat er-reichen. Dies ist eine umso dringlichere Angelegen-hei», al« JÄpan in Sizilien militärisch eingreifen will und wenn e» innerhalb kurzer Zeit nicht ge-lingen sollte, unsere Gefangenen au» Sibirien weg zubringen, so ist es sehr leicht möglich, daß sie auS der russischen in die japanische Kriegsgefangenschaft Nummer IS geratm und dann ist die Frage ihrer Heimkehr auf unbestimmte Zeit verschoben. Wie da« ukrainische Preßburen meldet, kehre» jetzt täglich über Prosku» row ungefähr 5000 österreichisch-ungarisch« Kriegs-gefangene zurück. Die österreichischen KriegSgesan-genen ukrainischer Nationalität schließen sich größtenteils der ukrainische» Armee an. Die steirische Lebensmittelversorgung. Am 19. d. sand eine Besprechung der steirstchen Abgeordneten mit dem Ministerpräsidenten Dr. von Se>dler statt, bei der die Abgeordneten feststellten, daß die Verhandlungen mit dem Ernährungsamte nahezu ergebnislos verliefen, weil die Referenten erklärten, daß eine geordnete Versorgung der Länder wegen des Mangels jeglicher Vorräte und de« Ver-sagenS der AusbringungSqurilen sich als unmöglich herausstellte. Die Abgeordneten erklärten, daß sie unter diese» Umstä, den gezwungen seien, unter Pro-lest gegen das bisherige staatliche ErnährungSsyftem ihr Programm den Tatsachen anzupassen. Sie ver-langten, daß Steiermark bei der Zuteilung von Nah-rungemitteln gegenüber anderen VersorgungSgebieien nicht mehr benachteiligt werden dürfe und daß hin-sichtlich der Ernieaufbringung ein neues System ein-geführt werde. Auch gegen die Viehrequirierung in Steiermark wurde Einsprache erhoben sowie dageae». daß die Einfuhr aus der Ukraine einigen (jüdisch,'») Firmen zum Schaden der Allgemeinheit überlassen werde. Der Ministerpräsident gab die üblichen V.r-sprechungen und erklärte, daß erst Ende Mai oder anfangs Juni mit größeren Transporten aus der Ukraine gerechnet werden könne. (Für die Proger Tschechen wild besser gesorgt, als für die deutsche Steiermark. I» den nächsten Tagen werden au' ir den bereit« eingelangten 50 Waggons Getreide irti» tere 700 Waggons Getreide in den böhmischen Mühlen deponiert werden, so daß der Bedarf für Prag für längere Zeit gesichert ist. Anmerkung der Schriftleitung.) Slowenische und kroatische Ueber-läufer im serbischen Heer. Einem Mitarbeiter der „Neuen Züricher Zeitung" erklärt« der f«»bld im Dienstbetriebe deS Hauses häu-siger vorkommenden Fremdwörter zu verdeutschen und die gefundenen Verdeutschungen dem Haus« zur Beschlußfassung vorzulegen. Dem Antrag« ist ein Verzeichnis der Fremdwörter deigegeben, die seither im Bereiche dcS preußischen Abgeordnetenhauses ge-braucht wurden. Und bei unS in Oesterreich ? Eine verdächtige gigeunerbande. Dieser Tage wurde von der Gendarmerie in Reichen-bürg eine aus 20 Personen bestehende Zigeuner-bände verhaftet und dem KreiSgerichte Cilli einge-liefert, die auS Kroatien herkam und unter dem Verdacht« steht, in der Nähe der Landesgrenze meh-rere Einbruchsdiebstähle verübt zu haben. Die Ver» hafteten sind Kesselschmiede. Drei derselben sind auf dem Transporte entwisch». Man vermutet, daß die Bande, die zumeist a»S Fahnenflüchtigen besteht. Viele» aus dem Kerbholz habe. Bei zehn Männern machte man die Wahrnehmung, daß die rechte Hand verstümmelt ist; mehreren fehlten ein oder zwei ftunmer 13 Deuttcke Ur.riit Seit« 6 Finger der rechten Hand. Offenbar handrlt eS sich hier um Selbstverstümmelungen, die die Cihne Indiens zu dem Zwecke vorgenommen haben, um sich dem Militärdienste zu entgehen. Neuerlicher Einbruch im Urfulaberg-Haufe. Im November 1917 wurde dieses Schutz-Haus von Dieben heimgesucht und eine Anzahl wert-voller Bktikotzen, sowie andere Einrichtungüücke ent-wendet. Die geplant« Bergung deS verbliebenen RestcS konnte wkgen Arbeitcrmaugel, sowie infolge des da-mal« etngetretenen starken SchneesalleS leider nicht ausgeführt werden. Nun kommt die Meldung vtn einem neuen Einbruch, der zunächst im Meßnerhause bemerkt wurde und zwischen dem 23. Fcbrnar und dem 2. März stattgefunden hat. Ueber Ersuchen der Karawankkngauleitui'g sandte die gräflich Thurn-sche Forstverwallung dieser Tage den Jäger Kra« kolinig vom Godetzhos zum Schutzhause, welches er in einem höchst trauriaen Zustand fand. Es wurde nun sämtliche Bettwäsche gestohlen, auch ist durch vsftne Fenster Schnee in die .Zimmer gedrungen. Während beim ersten Einbruch flüchtige Russen als Täter vermutet wurden, fällt jetzt der Verdacht auf Landbewohner der Umgebung. Beim Meßnerhause ersolgte der Einstieg durch ein engeS Fenster, so daß der Täter ein schmächtiger Bursche sein dürste. Die Gauleitung hat eine Ergreiferprämie von 1U0 Ä auSgeschlitbeu. Slowenisches von einer deutschen Schule. AuS Pebersch wird geschrieben: An der hiest-gen deuischcn Volksschule wird schon seit Jadrcn in der Reltgiontstunde vor und nach dem Unterrichte da» Gebet in slowenischer Sprache verrichlee und seit Be-ginn deS heurigen Schuljahre« auch der RcligionSunter-richt in slowenischer Sprache erteilt, wa» bei den deutsch-fühlenden Müttern große EmpSiung hervorruft. Schüler, die in slowenischer Sprache aniworlen können, werden vom slowenischen Katecheten Holzmann (!) mit Bildern beschenkt und mit den besten Roten b.dacht, während die deutschen Schüler in demselb«» Maße zurückgesetzt werd«n. Garten und Feld werden, allen Anzeichen der Witterung nach zu schließen, im heurigen Jahre zeitiger zum Anbau komme». Auf ZturmeSflügeln sendet der März dle belebende Wärmekrast der Sonne durch das Land. Sprießende Keime und wellende Knospen arbei en sich kämpsend hervor und Märzbliimchen wagen mutig ihre Kelche zu öffnen. Kein Wunder, daß schon allüberall die Hände ge-rührt werden, um nach kläglich durchgehaltene« vierten KriegSwinter sür daS zu erhoffende Friedens-jähr zu sorgen. Im Borjahre herrschte um diese Zeit noch strenger Winter, während heuer schon warmeS Frühlingswetter in Aussicht steht. Es wäre daher nur notwendig, daß reichlich Beurlau-bungen stattfinden, damit unsere Frauen Heuer im Anbau etwas entlastet und männliche Arbeitskräfte gewonnen werden, die an dem großen Werke der Ernährungsfürsorge mitarbeiten. Kein Stückchen Grund, daS einen Ertrag verheißt, soll unbebaut bleiben! Heuer ist eine umso dulchgreifendere Bear» beitung deS Bodens notwendig, weil eS in den mei-sten Fällen an Düngemitteln fehlt und die «äme-reien für Küchengemüfe sehr knapp bemessen sind. ES muß daher auf die ausgiebigen Bodenerzeugniff«, wie Bohnen, Kartoffeln, Kraut, Rüben und derglei-chen Wert gelegt werden. Dazu kommt noch, daß unsere Nachbarn, die von ihrer Geistlichkeit ausge« hetzten Slowenen, dem Beispiele der Tschechen fol-gen wollen und nur ihren HauSbedars zum Anbau bringen, den übrigen Grund aber mit Schweine-futter (Fenchel) bebauen wollen. ES ist dies leider eine traurige Tatsache, die unS schon mehrseitig be-stätizt wurde und die zu denken gibt. Doch soll unS dies nicht abhalten, in unserem Kreise ausmun» ternd zu wirken und die allgemeine Losung auszu» geben: Auf ,um FrühjahrSanbau! Gemüse und Obst aus Polen. Laut Erlab des AmieS für VolkSernihrunz bezw. Mittet» lung der Gemüse- und ObflversorgunzSstelle in Wie» wurde der freihändige Einkauf von Gemüse» und Obst« konferven, Obst und Obstpräparaten in Pole» ringe-stellt. Sämtliche Eisenbahnstationen wurden einver-nehmlich mit dem Eisenbahnministertum angewiesen, Gemüsesendungen, welche auS Rufsischpolen einlangen, anzuhalten, der SeoS in Wien drahtlich antuzeigen und deren Verfügung abzuwarten. Auch wurden in allen Eisenbahnstationen Geo-kzweigstellen zu dem Zwecke er» richtet, Beifügungen über solche Sendungen zu treffen. Vermischtes. Er will nicht Blücher heißen. Die „London Gazette" bringt folgende Notiz: „Ich Emanuel Blücher, ein naturalisierter britischer Un-tertan, Zigarettenfabrikaa». Nr. II Liberia Road, Highbury, London, gebe hiermit kund und zu wissen, daß ich mit gerichtlicher Genehmigung vom heutigen Tage ab den Namen Blücher ablege und unter dem Namen Boyd zeichnen werde. Am 17. Jänner 1918. Emanuel Boyd früher Emanuel Blücher." Die ,B. Z. a. M." bemerkt hiezu: .Rund 10D Jahre ist eS her. daß der alte Marschall Vorwärts die ins Delirienhafte gesteigerten Huldigungen der englische, Bevölkerung entgegennahm; daß der »Besieger dei Tyrannen", wie er, nicht Wellington, mit Recht auch in England genannt wurde, „in London, PortSmouth und anderen Städten fast nur noch mit Menschen statt mit Pserden fuhr, und daß die La-die» und Misses alle von ihm geküßt sein und eine Locke von seinem beinahe kahlen Schädel zum An-denken haben wollten*. Heut» fühlt sich der biedere Londoner Zigarettendreher durch den großen Namen versehmt und legt ihn ad, weil er sein Gewerbe beeinträchtigt. Der »Marschall Vorwärts" kann sich im Grabe nur darüber freuen!" Der Lügenpreis. Der englische Oberrichter PortenS, der sich allgemeiner Beliebtheit erfreute, besaß einen Wetzstein, der trotz feiner Schmucklosig« keit den LaminsimS in seinem besten Zimmer zierte. Wer von den näheren Bekannten in das Haus deS berühmten Juristen kam, wunderte sich über den Wetzstein, der den Ehrenplatz im Salon hatte, und lachend erzählte dann der Hausherr, wie er zu die« fem sonderbaren Stück gekommen sei. Auf einer Wagenfahrt dnrch Esser kam er in einem kleinen Ort, wo er auf dem Markiplatz eine große BolkS» Versammlung «ras. Er erkundigte sich, was die Versammlung bedeute, und ersuhr, die Leute hätten sich eingesnnden, um an dem „Lügenwetikamps' teilzu-nehmen, der alljährlich infolge eines alten Gebrauches im Orte abgehalten wurde. Der Preis war «in Wetzstein, und derjenige bekam ihn, der die größte Lüge erzählen konnte. Der Oberlichter war entrüstet über diesen Brauch, erhob sich im Wagen und hielt eine donnernd« Rede gegen die Lüge. Er erklärte die Lüge für eine Erfindung der Hölle, wie» daraus hin, wie lasterhaft das Lügen fei, und wendete sich mit den schärfsten Worten gegen einen Wettkampf, in dem anständige Menschen einen Preis dadurch erreiche» wollen, daß sie die ungeheuerlich-sten Lügen einander erzählten. Anständige Menscht« dürsten überhaupt niemals Lügen über die Zunge bringen und er kSnne mit Stolz von sich behaupte», er habe noch nie im Leben gelogen. Der Srsolg war ein wunderbarer. Einstimmig und jubelnd er-klärte die Versammlung, daß der Preis dem Ober» richter gebühre, weil er behauptete, noch nie gelogen zu haben. Ehe er sich versah, war der Stein in seinen Wagen gelegt, und die Menge zerstreute sich. Der Oberrichter war zue>fi über den Erfolg seiner Rede sehr verblüfft, machte aber gute Miene zum bösen Spiel, suhr auS dem Ort und gab de« Wetz-stein, den er al» so unerwarteten P-eii» bekomme« hatte, für immer einen Ehrenplatz aus dem Kamin» simS seines Salon». Allgemeiner Grazer SeMilfsverein (registrierte Genossenschaft mit beschrankter Haftung) GRAZ, Kaiserfeldgasse Nr. 19-21 (Vereinshäuser) - (Gegründet 1883) - gewährt Oberallhin an jedermann Darlehen gegen Bürgschaft oder andere Sicberstellung. Wechselkredite an Handel- und Gewerbetreibende. Langfristige Rangierungs-Darlehen an Staats* und Landesbearate usw., Offiziere und Pensionisten. Höchstmöglichste Wertpapier - Belehnung bei besonderer Berücksichtigung der Kriegsanleihen. Spareinlagen werden von jedermann und in jeder Höhe rentenstenerfrei gegen gute Verzinsung übernommen. Mitglieder&ufnahme täglich. — Drucksorten umsonst nnd portofrei über Verlangen. ZI. 3122—1918. Kundmachung. Durch die Statthalterei-Kundmachnng wird bestimmt, dass die Sperrstunde bei Gewerben deren Warenumsatz sich in für den Kundenverkehr offenen Geschäftsräumen vollzieht, bis zum 31. März 1918 bis 6 Uhr nachm. verlängert wird. Die 7 Uhr-Sperrstunde fllr Lebensmittelhändler bleibt bia 31. März 1918 in Kraft. Stadtamt Cilli, am 18. März 1918. Der Bürge.Jieister: Dr. ron Jabornegg. ZI. 3170-1918. Kundmachung. Infolge Ermächtigung des k. k. Amtes für Volksernährung vom 7. August 1917, Zahl 57587, wird über Genehmigung der k. k. steierm. Stattbalterei Graz iip Grunde der Bestimmungen des § 9 der kaiserlichen Verordnung vom 24. März 1917 (R.-G.-ßl Nr. 131) die Ausfuhr von frischen nnd geselchten Rind- und Schweinefleisch und die Ausfuhr von Würsten jeder Art aus dem politischen Bezirk Cilli Stadt verboten. Zuwiderhandlungen gegen dieses Verbot weiden nach § 11 der bezeichneten Verordnung mit Geldstrafe bis zu 10.000 Kronen oder mit Arrest bis zu 6 Monaten beitraft. Das zur Ausfuhr bestimmte Fleisch unterliegt der Beschlagnahme. St ad tarnt Cilli, am 14. März 1918. Der Bürgermeister: Dr. von Jabornegg. ©fltt 6 tzletchHe Machj 5tm»mer 12 Perfekter dentieher Korrespondent oder Korrespondentin »bedingt flotter Stenograph, in Büroarbeiten vollkommen versiert, wird «ofort aufgenommen. Offerte mit GehaltsansprQchen n. Referenzen •ind an die Firma Alois Leituer, Eisengrosshandlung in Vara2din zu richten. Tftchtige Verkäuferin der Qemischtwarenbranche, m. guten Zeugnissen, der deutschen, slowenischen und italienischen Sprache mächtig, wOnscht baldigst unterzukommen. Zuschrift»»« <>rbet<>n unter ,T. P.*, Grabengasse 3, parterre. Mehrere komplette Uniformen (für Offizier*), Bajonett eti zu verkaufen. Laibacher Maut. Zwei nett möblierte Zimmer (Schlaf- und Speisezimmer) sind zu vermiete». Anfrage in der Verwaltung des Blattes, 23701 Kantine D. wird an KautionsHlhige auf Rechnung gegeben. Adresse in der Verwaltung des Blattes. 23707 Blauer Kammgarnrock und weisse Leinenhose (neu), ebenso Gummi-Regenmantel fOr schlanke Dame zn verkaufen. Anfrage Hermanngasse 11, 1. Stock von 12—2 Uhr. Motor- """ Puchwagen 4zilindrig, 9/23 HP, mit zeiswitziger Sportkarosserie, zu verkaufen. Anzufragen in der Verwltg. d. Bl. Maschinschreiber und Stenograph sucht passenden Posten. 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Kreisgerichtes in Cilli vom 24. Februar 1918, Nr. I €12/18 wird gemäss Z 251 a. b. >t.-B., die Vormundschaft über den am 1. Mäiz 1918 volljährig werdenden Franz Slatic, Besitzer aus Hl, Geist hei Lotsrhe bis auf weiteres verlängert. Voimund verbleibt Herr Lorenz Schm häft Anna Standinger, Bahnhosgas»e Nr. 7, für Schönstein i Joseflne Simmerl, Gemischtwarenhandlung iu Schöufiteiii. Für tadellose Ausführung garantiert t Zahlreiche Anerkennunginchrmben ! Einkaut von Hädem aller Art Jute Neutuchabfalle Knochen Schweineborsten Pferdeschweife Korke neuo und gebrauchte kaufen gegen bare Bezahlung jedes Quantum zu den besten Preisen. M. Thorinek & Co. Neugai-se 8. Hausierer und Händler werden besonders berücksichtigt. Beste mpfohlener r nnd Musikinstrumenten- ■ • i ■ ■ • Reparateur ■ ■ ■ • • • G. F. Jurasek LAIBACH Wolfgasse Nr. 12 Bei Bedarf (renttgt eine Postkarte. Ausweis übst die im städt. Schlachthause tu der Woche vom 11. bis 17. März 1918 vorgenommenen Schlachtungen sowie die Menge und Gattung de» eingeführten Fleische«. Name de« Fleischers ■e Q iftrocie Prtrr . . . ftricbiid) Johann . Junqer Ludwig . . Kosiär Ludwiq . . Pteviak Aranj . . Red«u!«drqg Kran» . Sawodnig Andrea« SeUak Franz . . . Sirtjer Joiej . . . Euppan Johann . Zany Bittor . . . Gastwirt« Private »0 ■5 ; g '5 ' £ £ ; £ ; B | o I l « « « 1 2 i w> TO CD e S 5 Z 1 K Oi 28 28 Eingeführtes Fleisch in Kilogramm 'S f i * 5 a O « <3 « a ■fr •o <3 '0 18« 585 ©vn|ti*uiii;rf, Wermuuuiiq, S-tu« uno »benag: oneinStm^Oiuanr. „Vtfltr]«" tn (fctui. — Bnantwvrtriqer Leiter: Gurvv