VrSnumeratiouS - Preise: Für Laibach: «anzjährig . . 8 fl. 4» kr. Halbjährig . , 4 „ 20 „ vierteljährig , 2 „ 10 Monatlich„ 70 „ Laibacher Mit der Post: Ganzjährig.................12 fl. Halbjährig 6 . 2»rteljiihrig 3 Är Zustellung ins Hans >«telj. 2S kr., monarl. 9 kr. Einzelne Nummern 6 kr. 4> Anonyme Mittheilungen werden nickt berücksichtigt; Manuscripte nicht zurückgesendet. Redactio« Bahnhofgaffe Nr. 132. Expedition»- L Jnseraten-Burea«: Tongreßplatz Nr. 81 (Buchhandlung von Jg. v. Kleinmayr L Fed. Bamberg.) Jnsertions-reise Für die einspaltige P L 4 kr, bei wiederholter scbaltung L 3 kr. Anzeigen bis 5 geilen 20 tr.- Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Für complicierten Satz besondere Vergütung. Nr. 219. Montag, 25. September 1876. — Morgen: Cyprian. 9. Jahrgang. Zum Ausgleich mit Ungarn. Am 23. d. fand in Wien unter Vorsitz des Kaisers eine große Minister-Conferenz statt, über deren Verlauf die „Deutsche Ztg." folgende Mittheilung empfängt: „Es sollte die Entscheidung darüber getroffen werden, welche der Auögleichsvorlagen in den beiderseitigen Vertretungen zunächst eingebrachl werden sollen. Die anwesenden Minister des österreichischen Cabinets gaben die Erklärung ab, sie seien beauftragt, der Conferenz als formellen Mi-"isterrathsbeschluß mitzutheilen: Das österreichische Ministerium sei nur unter der Bedingung bereit, das neue Zoll- und Handelsbündnis, sowie dasselbe zwischen den Regierungen beider Reichskälsten vereinbart wurde, dem Reichsrathe zur vecsassm-gSmüßigen Behandlung sofort nach dessen Zusammentritt vorzulegen, wenn das königlich ungarische Ministerium auf die Forderungen des österreichischen Cabinets in der Bankfrage und in der Angelegenheit der Ach'zig-Millionen-Schuld eingehe. Falls jedoch die ungarische Regierung diese Forderungen ablehnen sollte, so bestehe das österreichische Cabinet darauf, daß die Kündigung des Zoll- und Handelsbündnisses zurückgezogen und für die Verhandlungen über die Bank- und die Achlzig-Mil-livnen Schuldfrage eine längere Frist festgestellt werde. Die ungarische Regierung erklärte entschieden, diese Propositionen nicht annehmen zu können. Es herrsche zwar auf ihrer Seite der gute Wille, dem österreichischen Standpunkte in der Bankfrage und bezüglich der Achtzig-Millionen.Schuld thunlichst Rechnung zu tragen; sie könne sich aber nicht die Hände binden und müsse daraus bestehen, daß das Zoll- und Handelsbündnis ohne Aufschub der parlamentarischen Behandlung zugeführt werde. Darauf gaben die österreichischen Minister die Erklärung ab, sic sähen sich genölhigt, falls die Krone diesen Standpunkt der ungarischen Regierung gutheißen sollte, ihre Portefeuilles zur Verfügung zu stellen. Die Discusfion war auf beiden Setten eine äußerst lebhafte, zum Theile sogar erregte. Zu einer Beschlußfassung kam es nicht. Der Conseil wurde auf Wunsch des Monarchen abgebrochen und bestimmt, daß die Conferenzen zwischen den beiderseitigen Regierungsdelegationen in den nächsten Tagen fortgesetzt werden sollen. Wie dem „Pester Lloyd" aus Wien berichtet wird, ist bereits bei der am 21. d. stattgefundenen Minister Conferenz der Antrag auf Vertagung der legislativen Verhandlung des Ausgleichs bis zum Abschlüsse der neucn Verträge mit dem Auslande, namentlich mit Deutschland, gestellt worden, und zwar von österreichischer Seite. Der Zeitraum für diese provisorische Verlängerung des bestehenden Zoll- und Handelsbündnisses wurde auf ein Jahr proponiert. Die ungarischen Minister erklärten jedoch entschieden, hierauf nicht eingehen zu können. Die Spannung zwischen den beiden Ministerien wird von ungarischen Quelle» als sehr hochgradig geschildert. Die ungarischen Minister wollen bisher unter keiner Bedingung in ein Provisorium willigen. Als sie den Antrag der österreichischen Regierung vernahmen, beriefen sie die Collegen Szende und Pechy, um mit ihnen darüber zu berathen. „Pesti Naplo" meldet, das un garische Ministerium habe bei den Ausgleichsverhandlungen seine Forderungen, insbesondere aber jene, daß alle Ausgleichsfragen jetzt definitiv ausgetragen werden, zur Cabinetsfrage gemacht. Der ungarische Minister-Präsident Tis za habe diese Forderung auch mit der drohenden auswärtigen Situation motiviert. Jnbetreff der parlamentarischen Behandlung !>es Ausgleiches begegnen wir in einer wiener Correspondenz des „P. Ä." folgender Begründung des auf die Dauer eines halben Jahrein Aussicht genommenen Provisoriums: „Die Ungewißheit, welche inbetreff des Standes der Ausgleichsfrage gegenwärtig schon nur zu lange andauert, wird und muß mit der jetzigen Anwesenheit der ungarischen Minister ein Ende finden. Es unterliegt auch keinem Zweifel, daß dies, so weit der Ausgleich die ministeriellen Kreise tangiert, auch der Fall sein wird; eine andere Frage ist cs jedoch, ob die rechtzeitige legislative Feststellung angesichts der vorgerückten Zeit und des wenig expeditiven Vorgehens unserer parlamentarischen Körperschaften mög-lich werden wird. Nach meiner Kenntnis der Dinge möchte ich daran entschieden zweifeln, da selbst in dem Falle, daß das Ministerium auf einer solchen, sei es nur um einen Tact beschleunigten Erledigung des Ausgleiches bestehen wollte, die Gegner der vereinbarten Stipulationen darin einen bequemen Vorwand finden würden, die Parole der „Zwangslage" auszugeben und damit ihre, vielleicht in den Kreisen der Bevölkerung gar nicht getheilte Opposition gegen Jeuilleton. Coeur-Dame. Novelle von Fr. Willibald Wulff. (Fortsetzung.! VII. »Es bleibt mir nur noch ein einziger Weg zur Geltung übrig," sprach Waldheim bei sich, als er sich "ach einem unruhigen und von qualvollen Träumen unterbrochenen Schlummer am nächsten Morgen vom ^ager erhob. ,Jch muß mich der Generalin entdecken; sie ist zwar geizig, aber wenn ich ihr sage, °aß ich, wenn sie mir nicht hilft, gezwungen sein würde, die Residenz heimlich zu verlassen, und zwar Ichon in den nächsten Tagen, so wird sie mir die nölhige Geldsumme leihen, um den Italiener zu befriedigen und einen neuen Kampf mit ihm zu wagen. ^ Wenn sie es aber nicht thut? Wenn sie meiner Bitte ihr Ohr verschließen sollte, was dann?" setzte °r nach minutenlangem Nachdenken hinzu. Dann >!ls vorbei mit meiner Herrlichkeit, und ich kann in 'rgend einem Winkel der Welt philosophische Befrachtungen über das Hazardspiel und seine Folgen anstelle», wie damals, als ich mich in Karlsbad aufhielt und der verstorbene Graf Thurneck einfältig genug war, meiner Freundschaft zu vertrauen. Er hat es mit seinem Leben bezahlen müssen, der arme Graf," fuhr er mit teuflischem Lächeln in seinem Selbstgespräche fort, „aber ich könnte jetzt beinahe in den Fall kommen, ihn zu beneiden. Er ruht aus von den irdischen Sorgen auf dem Grunde des Stromes, während ich umhergeschleudert werde von einer Scholle zur ändern und stets auf neue Mittel sinnen muß, um dieses erbärmliche Menschengeschlecht zu betrügen. Diesmal gehts scharf über mich her, wahrhaftig, wenn ich noch einmal davonkomme, so will ich ein Danklied anstimmen, daß all' den Narren, die sich jetzt mir in den Weg stellen, die Ohren gellen sollen." Zwei Stunden später betrat er das Haus der Generalin von Simmern. Die eisige Morgenluft hatte seine fieberheiße Stirn gekühlt, er war jetzt vollkommen Herr über seine Gefühle und schien entschlossen, alles daran zu setzen, um Frau von Sim-mern zu bewegen, ihm zu helfen. Auf dem Flur des untern Stockwerkes pflegte sich sonst ein Diener aufzuhalten, um den Zugang zu der Generalin zu versperren, welche, da sie in der Residenz für eine wohlthätige Frau galt, von hilfsbedürftigen Leuten oft arg behelligt wurde. Heute fand der Baron den Zugang frei, und ohne einem menschlichen Wesen zu begegnen, stieg er die Treppe hinan, welche zu den Gemächern führte, die seine Cousine bewohnte. Auch in dem Vorzimmer der zweiten Etage zeigte sich niemand, dem Waldheim sein Begehren, die Generalin zu sprechen, hätte mittheilen können. „Das ist eine üble Vorbedeutung," murmelte er, „niemand zu sehen und zu hören, das ganze Haus scheint verödet. Sollte sie ihr Lieblingsproject, den Frühling auf dem Lande zu erwarten, in aller Stille ausgeführt haben? Teufel, das wäre ein fataler Strich durch meitie Rechnung — darüber muß ich Gewißheit haben." Er schwankte einen Augenblick, ob er weiter Vordringen oder warten sollte, bis einer der Diener herbeikommen würde. Da fiel sein Auge auf eine auf dem Tische stehende Glocke. Er trat an den Tisch und war im Begriff, die Hand nach der Glocke auszustrecken, als er im anstoßenden Zimmer Stimmen hörte. Er bemerkte, den Ausgleich zu maskieren. Die Vertagung des Ausgleichs ist darum hier ein noch immer sehr häufig vernommenes Wort, die Vertagung in dem Sinne genommen, daß die Ministerien sich über alle Punkte schon jetzt einigen, daß man hingegen die Giltigkeits-dauer des bestehenden Vertrages auf ein Jahr oder etwa nur ein halbes Jahr erstreckt, um gleichzeitig auch die Verhandlungen mit der Nationalbank und mit dem deutschen Reiche, sowie mit Frankreich und Italien über die Handelsverträge unter einem der legislativen Behandlung zuzuführen. Ein anderer Ausweg wird kaum erübrigen, schon aus dem Grunde nicht, weil Hand in Hand mit dem neuen Ausgleiche, beziehungsweise mit der Aenderung des Modus der Zollrestitution, eine neue Gesetzgebung auf dem Gebiete der indirekten Steuern ins Leben treten soll und es kaum menschenmöglich wäre, in dem Zeiträume von wenigen Wochen alle diese Entwürfe legislativ zu erledigen und noch überdies sofort durch die Executive in Wirksamkeit zu setzen. So einfach der Organismus für die indirecte Besteuerung auch scheinen mag, repräsentiert er doch immer hier wie jenseits der Leitha ein höchst complicierteS Räderwerk, das ganz genau fungieren muß, wen» die Maschine nicht zum Nachtheile des Staates leer laufen soll. Es sind daher, wenn man die Dinge ganz objektiv zu betrachten imstande ist, nicht etwa politische Motive, welche eine Hinausschiebung der Ausgleichs erledigung unerläßlich machen, es sind weit mehr noch technische Momente, die nur jenem geläufig sein können, für den der Ausgleich mehr ist als blos das Object einer mehr oder minder geistreichen Philippika gegen die „Mehrbelastung/ Der Ausgleich ist die Basis für die allgemeine wirthfchastliche Zukunft beider Reichshälften, und darum will er nicht nur nach allen Setten hin erwogen, sondern auch exact durchgesührt sein."______________________________________________ Politische Rundschau. Laibach, 25. September. Inland. Die „Presse" erfährt, daß Graf Andrassy am 22. d. abends sich allein in das Palais der türkischen Botschaft in Wien begab, wo er eine mehr als anderthalbstündige Besprechung mit Aleko Pascha Vogorides hatte, in der er ihm den Standpunkt Oesterreich-Ungarns inbetreff des von der Türkei zu gewährenden Waffen still standeS und der von ihr ausgestellten Friedens bedingungen klar auseinanderlegte. Zu Ende der Conferenz theilte hierauf der türkische Botschafter dem Minister des Aeußern mit, daß er den Inhalt derselben sogleich telegraphisch zur Kenntnis seiner Regierung bringen werde. „Kelet Nepe" meldet, daß eine persönliche Cor respondenz zwischen Kaiser Franz Josef und Czar Alexander geführt wird, von welcher der Frieden Europas abhängen soll. Die Initiative zu diesem Brieswechsel wurde vom Kaiser Alexander ergriffen, insofern er mit Bezug auf die Weiterentwicklung der orientalischen Frage bestimmte Vor-chläge machte. Die hierauf erfolgte Antwort hat auf den Czaren tiefe Wirkung auSgeübt, indem darin an seine Friedensliebe und an seine menschenfreundlichen Gesinnungen appelliert wurde. Das am 23. d. ausgegebene Reichsgesetz-blatt veröffentlicht das von beiden Häusern des Reichsraths beschlossene Gesetz vom 27. Mai 1876, betreffend die Aufteilung der kultursähigen Ge-metndegründe in Dalmatien; ferner eine Verordnung des Justizministeriums vom30. v. M, womit der Betrag des von den Sträflingen in den Strafanstalten zu leistenden täglichen Ersatzes an trafvollstreckilngs kosten für die Jahre 1877, 1878 und 1879 bestimmt wird. In den galizischen Landgemeinden werden am Dinstag die Wahlen der Wahlmänner für die Landtagswahlen vorgenommen werden. Der am 22. d. abgehaltene ungarische Ministerrath in Wien behandelte die Grenzbahnen. In Abgeordnetenkreisen verlautet, daß der österreichische Reichsrath für den 17. Oktober einberufen wird. Unter den Vorlagen, welche dem ungarischen Reichstag gemacht werden sollen, werden auch Gesetzentwürfe über die Domesticalkassen, über Systemisierung der Honved-Mililärärzte und der Entwurf eines Montangesetzes genannt. Im kroatischen Landtage wurde am 22. d. die Specialdebat-e betreffend den Gesetzentwurf über das Executionsoersahren beendigt. Ausland. Die Traktalmächte find überein-gekommen, Fürst Milan möge sechs Monate nach dem Friedensschlüsse dem Sultan den Huldigungsbesuch machen, eine Neu-Investitur müsse dagegen unterbleiben. Montenegro erhält einen kleinen Hafen und verbleibt sonst alles bei dem st^tus (MO LlltS. Dem „National" zufolge gehören zwei Drittel der neugewählten M u n ic ip a l räthe der repu Manischen und ein Drittel der legitimistischen und bonapartistischen Partei an. Die Orleanisten sind ganz durchgefallen. Zufolge fürstlichen DecreteS wird die am 12ten suspendierte Rekrutierung für die rumänische Armee am 13. Oktober wieder ausgenommen werden und am 13. November beendet sein. Aus Belgrad verlautet, daß zwischen dem Fürsten Milan und dem Ministerium bezüglich der KönigSsrage Differenzen herrschen. Tschernajesf und die Russen drängen zur Königs-Proclamation und zur Fortsetzung des Krieges. Der Fürst ist glei cher Ansicht, das Ministerium dagegen. Wie bestimmt verlautet, werden die Feindseligkeiten wieder beginnen, falls bis Dinstag keine Vereinbarung über die Friedeusbedingungen zustande kommt. Die Botschafter beabsichtigten, am 24. d. der Pforte die Entschließungen der Mächle bezüglich der FriedenSbediliMNgen mizutheilen und den Abschluß eines Waffenstillstandes zu verlangen. Minister Ristit protestiert in einer Nole an die Garamiemächte gegen die Verletzung der Waffenruhe seitens der Türken. Die türkis chen Missionen im Auslände sind seitens der Regierung beauftragt, zu erklären, daß die Gerüchte, die oltomanischen Truppen hätlen die Waffenruhe verletzt, unbegründet sind. Infolge Auftrages desKaisers von Rußland wurde dem Consul Kwarzoss besohlen, d;r serbischen Regierung mitzntheilen, daß wenn sie der Proclamierung Milans zum König Folge gebe, Serbien sich selbst werde überlassen bleiben. Der „Golos" spricht sich über die, Erhaltung des europäischen Friedens mit großer Zuversicht aus, weil die Mächte in der Orientfrage einig sind. Das „Journal de St. P-tersbourg" äußert sich ebenfalls friedlich und anerkennend über den Fürsten Milan, der das Pronunciamento zurückgewiesen habe. Ein königliches Decret wurde veröffentlicht, durch welches die jetzige Session des italienischen Senates und der Deputiertenkammer verlängert wird. Die „Libertö" meldet telepraphisch, daß in der Republik Ecuador eine Revolution ausgebrochen ist. Zur Tagesgeschichte. — Verurtheilung eines Hetzkaplans. Am 20. d. M. stand, wie die linzer „Tagespost" berichtet, der Looperator Wintersberger vor dem Geschwornen-gerichte in Steyr und hatte sich über die am Stefanitage 1875 in Windischgarsten gehaltene Predigt, welLe von der Verfolgung der Kirche handelte, zu verantworten. Nach der Aussage mehrerer Belastungszeugen kam in jener Predigt der Passus vor: „Die gegenwärtige Schule sei seit der Trennung von der Kirche eine Bildungsanstalt des Lasters, der Untugend und drs Verderbens." Darllber ward von der k. k. Staatsanwaltschast Steyr die Anklage gegen Herrn Wintersberger wegen deS Verbrechens der Störung der öffentlichen Ruhe erhoben. Die vom hohen Gerichtshöfe vor» gelegte Frage: „Ob der Geklagte des Verbrechens der Störung der öffentlichen Ruhe schuldig sei dadmch, daß er durch jene Predigt und insbesondere durch die oben ange-sührte Stelle zum Ungehorsam, zur Auflehnung oder zum Widerstand gegen Gesetze zu verleiten suchte," wurde von drei Stimmen mit Nein und von neu» Stimmen mit Ja beantwortet, jedoch dahin, daß der Geklagte mir zum Unze» daß die Thür nur angelehnt war. Leise schlich er näher und wurde auf diese Weise Zeuge eines Gespräches zwischen der Generalin und Luise von Thurneck. ES war augenscheinlich, daß dieses Gespräch die Theilnahme des Barons in hohem Grade erregte, denn ein triumphierendes Lächeln flog über sein Antlitz, und er preßte sein Haupt gegen die Thür, um besser hören zu können. Jetzt stockte das Gespräch im Nebenzimmer. Waldheim zog sich zurück und nahm rin Buch zur Hand, indem er sich den Anschein gab, als sei er von seiner Lectüre vollkommen in Anspruch ge^ nommen und habe nicht gehört, was im Nebenzim wer zwischen seiner Cousine und ihrer Gesellschaf terin verhandelt worden war. Gleich darauf trat Luise in das Zimmer. Sie bemerkte ihn nicht sogleich, sondern schritt nach der gegenüberliegenden Thür, um sich zu entfernen. In diesem Augenblick machte Waldheim eine Bewegung. Durch das Geräusch aufmerksam gemacht, erhob das Mädchen den Kopf und sah den einzigen Menschen, Len, sie haßte und verachtete, dicht vor sich. Sie konnte einen leis,« Aufschrei nicht unterdrücken. Der Baron war indessen zu sehr mit dem beschäftigt, was er gehört hatte, als daß er Muße ;enug gefunden hätte, über die Ursache dieses plötzlichen Erschreckens nachzugrübeln. „Weshalb so erschrocken?- fragte er mit heuchlerischer Freundlichkeit, indem er sich stellte, als habe hn Luisens Schrei in seiner Lectüre gestört. „Gnädiger Herr," entgegnete sie, nach Fassung ringend, „ich hatte keine Ahnung, Sie hier zu finden." „Melden Sie mich Ihrer Gebieterin, mein Fräulein," sagte Waldheim, das Buch beiseite legend. „Sogleich, Herr Baron." Mit diesen Worten verschwand Luise eiligst aus dem Gemache. .Jetzt muß es sich entscheiden," murmelte er. „Aber vorsichtig, denn wenn sie mir ihre Hilfe verweigert, so weiß ich jetzt doch ein Mittel, um mich vor dem Verderben zu retten." Da» plötzliche Eintreten der Generalin unter brach sein Selbstgespräch. ^ „Guten Morgen, obor oousm, ich glaubte Sie wahrhaftig nicht mehr, unter den Lebenden." rief ihm Krau pon Simmern entgegen. „Sie sind rin seltener Gast, lieber Baron." Waldheim hatte seinen Feldzugsplan entworfen^ Er entgegnete keine Silbe, als die Generalin ihn mit Vorwürfen überschüttete, sondern küßte ihr mit erheuchelter Unterwürfigkeit die Hand. Erst als die Quelle ihrer Vorwürfe dem Versiegen nahe war, begann er sich ,u entschuldigen. Er hatte seil Jahren den Charakter der Generalin studiert und wnßle sie daher bei ihrer schwachen Seite zu fassen. Mit seiner gutgespielten De-muth und seinen, ihre Herzensgüte preisenden Schmeichelworten gelang es ihm sehr bald, sie zu versöhnen. „Was verschafft mir denn die Ehre eines so frühen Besuches, ehr retten konnte, jedoch Len Schutz der übrigen nachbarlichen Gebäude im Auge hielt und diesen Zweck auch erreichte. Die heutige „Laib. Ztg." zieht mit voller Berechtigung gegen jene Kreise ins Feld, welche dem wohlthätigen Institute der Feuerwehr noch immer feindlich entgegenstehen, die Thätigkeit derselben bekriteln, der weiteren Entfaltung derselben döswilligerweise hindernd entgegentreten und dem Gedanken noch immer nicht Raum geben, daß das wiithende Element heute oder morgen auch das Eigenthum dieser Wühler und Krakehler ergreifen kann, in welchen Fällen, deren Eintritt die Borsehung verhüten wolle, sich wol der - gegenwärtige Haß gegen das Institut in volle Anerkennung und Lobpreisung desselben verwandeln würde. — (Musikproductionen.) Gestern spielte in der Mittagsstunde die hiesige städtische Musikoereinskapelle im Pavillon der Sternallee. Das promenierende Publikum sprach 1>ch über die Leistungen der neuorganisierten Civil-Musik-Kapelle wohl lobend aus. Der Effect eines aus Streich- und Blasinstrumenten bestehenden Orchesters konnte im Freien ">cht ein solcher sein, wie es gewöhnlich bei zahlreich besetzter Blasmusik der Fall ist. — Abends spielte die Militär-Musik-kapelle in, Glassalon der Casinorestauration. Sämmtliche Lokalitäten ersreuten sich eines zahlreichen Besuches und die Gäste spendeten jeder Programmnummer lauten Applaus. — (Ein Bubenstück.) Im Verlaufe voriger Woche wurde die Familie eines in Laibach stationierten cvmman-b'erenden Stabsoffiziers gelegentlich eines nach Jofefsthal unternommenen Spazierganges plötzlich von heute bereits bekannten Händen auf der Landstraße mit Steinwürfen begrüßt und ein Mitglied der erwähnten Familie körperlich, ium nur leicht, verletzt. Wieder ein Beleg, welche lohnt, welche Bosheit unter der nächst Laibach befindlichen evblterung herrscht. Es wird nothwendig sein, bei Aus-''3en in Umgebung Laibachs eine Gendarmerie-Escorte u^lzuiiehmen, um vor bäuerlicher Roheit, vor Attentaten auf >e Sicherheit des Körpers und des Lebens geschützt zu sein. >e Umgebung von Josessthal wird der Aufsicht vonseite ^ Sichnheitsorgane dringend empfohlen. -^(Aus LemAmtsblatte.) Kundmachungen, "reffend 1. die Anlegung neuer Grundbücher für die Gemeinden Buchheim und Blatnabresovica; 2. die Bestätigung er Beschlagnahme der Nummern 208 des „Slov. Narod" und 108 des „Slovenec"; 3. Die Besetzung von Lehrstellen 'N Refniz. St. Veit bei Sittich und Theiniz; 4. die Ver» zehrungssteuer-Abfindnngsverhandlungen in Krain; S. die Besetzung der Brundbuchsführerstelle beim Bezirksgerichte in ischoflack; 6. die Abhaltung der Staatsprüfungen für üorstwirthe und dasHilfspersonale derselben; 7. die Besetzung wer Dienerstelle beim Bezirksgerichte RadmannSdors. — (Knabenasyl.) In dem neuerbauten Siechenhause wurden dem Vincentiusvereine einige Lokalitäten zur Unterbringung eines Knabenasyles eingeräumt. Sonntag vormittags fand die Eröffnung dieser Humanitätsanstalt im Beisein des Herrn Bürgermeisters Laschan, des Handelskammerpräsidenten Herrn Dreo und einer ansehnlichen Anzahl geladener Gäste statt. Nach Abhaltung einer Messe durch den Präses des Vincentiusvereines Herrn Professor Dr. Go-gala hielt dieser eine Ansprache an die Versammlung in welcher er als Hanptprinzipien des Asylvereines die Unterstützung dürftiger Kinder mit dem ausdrücklichen Bemerken betonte, daß sich der Vincentiusverein in seiner Thätigkeit ohne Rücksicht aus Nationalität und Confessio n lediglich von der Humanität leiten lassen werde. Der Herr Bürgermeister beglückwünschte den Redner zu den von ihm ausgesprochenen,Prinzipien und stellte ihm unter Voraussetzung solcher praktischer Grundsätze ein dauerndes Gedeihen in Aussicht. — (Der Weinbaues» gieß in Marburg) hielt am 23. d. seine letzte Sitzung ab. Beim Festbanket toastierte Dr. Kaiserfelb auf den Kaiser und aus die Erhaltung des Friedens, Bürgermeister Dr. Reiser aus den Weinbau.Lougreß, Mulle aus den Ackerbauminister Grasen Mannsfeld, Graf Thun auf den Landeshauptmann Dr. Kaiferfeld, Kerletti in italienischer Sprache aus Oesterreich. — (Die Oberrealschnle in Klagenfurt) wird Heuer, wie die „Klagenf. Ztg." mittheilt, von 232 Schülern besucht; sie zählt um 12 Schüler weniger als im vorjährigen Schuljahre. Aus der geringeren Schülerzahl der ersten Klasse läßt sich entnehmen, daß die traurigen Verhältnisse, welche seit einigen Jahren Industrie und Gewerbe beherrschen, auch auf den Besuch der Realschule einen ungünstigen Einfluß nehmen. — (Handels- und Gewerbeleuten) theilen wir das Kalendarium der im O k t o b e r l. I. im Nachbarlande Kärnten abzuhaltenden Jahr- und Viehmärkte mit: Am 1. in Radenthein; am 2. in Si. Veit, Fresach, Malestig, Nötsch, Kamp bei Wolfsberg, Eifenkappel; am 6. in Hütte»« berg; am 7. in Winklern, Tarvis, Egg bei Hermagor; am 9. in Kötfchach, Oberdrauburg, Stift Griffen, Guttenstei»; am 6. in Asritz, Alteumackl, Reisach, Moorburg, Ebern-borf, Wolfsberg; am 18. iu Millstatt, Gutteusteiu, Luggau; am 19. in Kappel am Kiappfeld; am 21. in Guttaring, Schwarzeubach; am 23. in Gmünd, Klagenfurt, TarviS; am 24. in Ltestng; am 28. in Hermagor, Sachsenburg, Griffen, Eifenkappel, Friesach, St. Leonhard, Wieling und am 31. in Grades. — (Die istrianer Bahn) wurde, wie wir bereits gemeldet, am 20. d. eröffnet. Die'Eröffnung dieser Bahn ist ein wichtiges Ereignis. Der grazer „Tagespost" wird hierüber aus Pisino folgendes berichtet: „Es ist dies der erste Schienenweg in Istrien und war die Ausführung der Bauunternehmung bekanntlich Herrn M. Fröhlich übertragen. Die Ehrengäste des Eröffnungszuges wurden bereits telegraphisch bekanntgegeben. Der Zug fetzte sich um 6 Uhr 15 Minuten morgens in Bewegung und fuhr pünktlich um 11 Uhr 50 Minuten unter den Klängen der Volks-Hymne (von der k. k. Marine-Musikkapelle executiert) in Pola ein, wo er vom k. l. Admiral Bourgignon begrüßt wurde. Bor 1 Uhr setzten die Herren mit einem Separatzuge die Reise nach Rovigno fort, wo dieselben vom Po-destL Lampitelli in festlicher Weise unter Mufikklängen empfangen wurden und nach kurzem Aufenthalte die Rückfahrt nach Divacca, »„traten. Die Bahn zweigt ab in der Südbahnstation Divacca, geht als Hauptlinie bis Pola mit einer Abzweigung von Lansanaro nach Rovigno und ist 143 Kilometer lang. Bei der Anlage der Bahn waren große Schwierigkeiten zu überwinden, namentlich von dem Hochplateau Rakitovich bis zur Uebersetzung der Schluchten vor dem Tunnel bei Borutto. ES mußten nahezu 2'/, Millionen Lubikmeter Felsmateriale bewegt werden. Hierbei waren Einschnitte bis zn 22 Meter Tiefe und Dämme bis zu 37 Meter Höhe herzustellen. Die Kosten deS Sprengma-teriales für diese Arbeiten — zumeist Dynamit - betrugen »/, Million Gulden. Beschäftigt waren bet dem Baue 6000 Arbeiter, davon ein Drittel Einheimische, zwei Drittel Fremde, meist Italiener und Krainer, weiter» wurden an 12 Meilen HilfSgeleife und 500 Bahnwagen während de-Baues verwendet. Der ganze Ban wurde in 87 Monaten in musterhafter Weife vollendet und trotz der ungünstigen Bauzeit der vorgeschriebene Bollendungstermin eingehalten. Sehr schwierig war die Beischafsang des Wassers, da es im Karste keine Quellen gibt und die im Schiefer vorkommenden wenigen Bäche im Sommer ganz laustrocknen. Der k. k. Bauleiter dieser Bahn, Herr Gustav Gerstel, lüste durch seine genialen Projekte diese Frage in befriedigender Weise, indem er Sammelbecken, die zusammen ein Quantum von 43.000 Lubikmetern fass-», Herstellen ließ, woriii das Regenivasser ausgefangen wurde. Nicht minder schwierig war die Beseitigung der großen Rutschungen in den Schiefer-Partien. Sowol die k. k. Bauleitung als auch hervorragende technische Lapacitäten haben sich über die Anlage und Durchführung dieses Bahnbaues in höchst günstiger Weife ausgesprochen und bleiben die Gesammtkosten unter dem von dem Reichs» rathe hierfür präliminierten Betrage — ein Umstand, der gewiß auch für die künftige Durchführung von Eisenbahn» bauten durch den Staat selbst spricht." — (LandschaftlichesTheater.) Die vorgestern uns vorgeführte Novität „Fürst Emil", Sensationsstück in S Acten von Hugo Müller, zählt edle, gediegene Sprache, überraschende, in natürlichen Formen und Grenzen angelegte Scenen, namentlich im vierten Acte, zu ihren Schönheiten. Der Regent eines kleinen Landes in Deutschland, im besten Mannesalter stehend, von dem besten Willen beseelt, seine Unterthanen glücklich zu machen, seiner politischen Gesinnung nach ein Feind konstitutioneller Regie» rungsform, an den vormärzlichen unbeschränkten und uuge-theilten Rechten der Krone festhaltend, gibt seine Jugendliebe aus und will sich, dem Wunsche seiner Unterthanen nachkommend, mit einer seinem fürstlichen Range entsprechenden Dame, ausgezeichnet durch GeburtS- und Geistesabel, vermälen. Seine Wahl trifft eine Prinzessin deutschen Stammes, von deren Besitz er Beruhigung seines von den Ideen der Neuzeit aufgeregten Gemüthes und Heilung feines kranken Herzens hofft; in seiner Brust wird mit Blitzesschnelle das Gesiihl leidenschastlicher Liebe für die Prinzessin wach. Leider stellt sich diese Wahl alS eine unglückliche heraus, der Bräutigamregent erwacht aus feinen üßen Träumen, denn jene Prinzessin, die er sich als Lebensgefährtin erkoren, mit der er ein glückliches, ruhiges Bünd« nis einzugehen hoffte, liebt, ohne ben Gegenstand ihrer Liebe näher zu kennen, einen Offizier, in welchem wir den Bruder des Bräutigamregenten kennen lernen. Die Prinzefstn ent» agt in Würdigung der edlen Eigenschaften deS Regenten ihrer Liebe zu diesem Offizier, ist bereit, die Heirat mit dem Regenten einzugehen und unterzeichnet den Ehepact mit Fürst Emil. Schon steht der Regent im Begriff, auch feinen Namen dem Ehevertrage beizusetzen, als plötzlich die Situation sich ändert; der Regent resigniert in der Erwägung, als er die Festigkeit deS feinen Bruder und seine Braut umschlingenden Bandes erkannt, nach längerem Seelenkampfe auf Fürstenkrone und Braut zugunsten feines fürstlichen Bruders. Die Aufführung dieses Sensationsstückes vollzog sich in befriedigender Weise. Herr Direktor F r i tz s ch e gab die Titelrolle „Fürst Emil" mit immensem Erfolg; Wort, Ausdruck nnd Mimik standen auf fürstlicher Höhe; die Stadien der Leidenschaft, namentlich in ver Bartenscene deS dritten Actes, in der Scene mit „Prinz Ernst" im vierten Acte und die Aeußerung edler Resignation im sünften Acte malte Herr Director Fritzfche mit den schönsten Farben. Dieser künstlerischen Leistung zunächst stellte sich jene deS Herrn Laska als „Hofmarfchall von Montbrillant." Wir lernten in diesem jungen Schauspieler, welcher daS komische Fach vertritt, ein vorzügliches Talent für Charakterrollen kennen. Herr Laska war ein äußerst gemüthlicher Hosinten-dant nach echtem, biederem deutschen Schnitt auS alter Zeit. Die Rolle des „Hofmarschalls" verleiht diesem Bühnenwerke gemüthliche Färbung, und Herrn Laska gelang eS, diese gemüthlichen Saiten effectvoll anzuschlagen. Frl. Pischek entledigte sich, was Anstand betrifft, ihrer Aufgabe al» „Prinzessin Melanie" vollkommen, insbesondere im zweiten Acte gelegentlich der langathmigen Erzählung ihrer LiebeS-affaire mit „Prinz Ernst"; jedoch bei Durchführung dieser Rolle vermißten wir die erforderliche Entfaltung eineS tieferen Gefühles, den lebhaften Ausdruck der Leidenschaft; überdies erschien Frl. Pischek in der Schlußfcene des fünften Actes äußerst kalt, sie blieb in jener Scene, welche die Prinzessin Melanie in den Himmel weibliche» Glücke» erhebt, leblos, gleich einer Marmorbraut. Mit Fleiß behandelte auch Herr Rieger den „Prinzen Ernst"; er spielte insbesondere die Gartenscene mit „Melanie" im dritten Lrte mit Feuer, und nur in der Extase mag Herr Meger r» übersehen haben, daß die Pickelhaube auf dem Kopse während einer feurigen Liebeserklärung gegenüber «in« hochgestellten Dame nicht am gehörigen Platze war Herr Strvhl spielte den „General v. Wendel", was den Text betrifft, ganz gut, jedoch permanente Rückenkrümmungen und Bücklinge sind eines Botschafters unwürdig. Sehr gefühlvoll, mit Innigkeit, führte Fräulein ArenSdorf den Part der an den „Fürsten Emil" mit kindlicher Liebe hängenden „Mignon" aus. Frau Arensdorfs (Hof dame v. Schlieffen) tiefe und rauhe Stimme machte im zweiten Acte in der Scene mit .Prinzessin Melanie" üblen Eindruck. Die nnterlansenen Uebelstände können bei der Wiederholung dieser Comödie vermieden werden; eine Wiederholung erscheint in der Erwägung, als die vorgestrige Vorstellung durch am Schloßberge gegebene Feuersignale gestört wurde und ein großer Theil des Publikums das Haus verließ, wünschenswerth. Die Aufnahme dieser Novität war eine günstige. Herr Direktor Fritzsche wurde un-zähligemale aus offener Scene mit Beifall ausgezeichnet und nach ten Sctschlüssen, nach dem dritten dreimal, stürmisch gerusen. Von den übrigen mitwirkenden Bllhnenkrästen erfuhren die Herren Laska (mehrmals) und Rieger, die Frl. Arensdorf und Pischek wohlverdiente Beifalls-bezeugungen und Hervorrufe. — Das gestern in Scene ge-führte Volksstück „Mein Leopold" von l'Arronge übt auf das hiesige Publikum eine magnetische Kraft nicht aus, obgleich die Couception dieses Bühnenproductes sittlichen Tendenzen huldigt. Herr Zwerenz trat als „Schuhmacher Weigel" sehr gemüthlich auf, spielte mit Wärme, gab den Vatergesühlen lebendigen Ausdruck, erzielte durch vorzügliche Darstellung und mit dem erheiternden Couplet großen Applaus. Auch Frau Zwerenz (Emma) wußte sich die Gunst des Publikums zu erwerben, namentlich im Couplet ungeachtet ihrer an Heiserkeit leidenden Stimme. Die Herren Laska (Mehlmayer), Mailler (Starke) und in erster Reihe die kleine Ströhl (Gottlieb) verdienten sür ihre hervorragende» Leistungen volles Lob. Die Bühne trifft bereits Borlehrungen inbetreff der demnächst zur Aufführung gelangenden Operetten : „Angot" und „des Löwen Erwachen." — (Theater-Repertoire.) Diese Woche bietet den Theaterbesuchern ein sehr reichhaltiges Repertoire, welches wir, soweit es uns bekannt, mittheilen wollen. Heute gelangt die Wiederholung von „Eirofle-Giroflä" zur Aufführung; morgen Banernfelds vieractiges Schauspiel „Nus der Gesellschast" mit Herrn Direktor Fritzjche als Träger der Hauptrolle; Mittwoch Brandts einactige, stets gern gehörte Operette «Des Löwen Erwachen", „Die Vereins-schwester" und ein kleines Lustspiel „Ich werde mir den Major einladen"; Donnerstag „Ultimo" und Freitag „Madame Angot." Zur Bestellung der Saatfelder. Auch der krainische Landwirth wird sich überzeugt haben, daß der Samenwechsel aus das bessere und sichere Gedeihen der Pflanzen einen merklich vorth ei lhasten Einfluß ausübt. In neuester Zeit ergreift ein Fachmann, Gutsverwalter Schimkowitz, im „Dorfb." das Wort, um die Land-wirthe aus die Vortheile des Samenwechsels aufmerksam zu machen. Bei dem Anban von Saatgut, bezogen aus Gegenden, die dem üppigen Gedeihen der betreffenden Pflanze besonders znsagm, wird unter günstigen Verhältnissen ein ansehnlich höherer Ertrag erzielt, als bei dem Anbau ves gewöhnlichen ortsüblichen Saatgutes. Bei richtigem Samenwechsel erhält man nicht nur schömre, werthvollere Früchte, sondern ist auch häufig, wenigstens in den ersten Jahre», vor den einheimischen Pflanzenkrankheiten, wie z. B. Brand, Rost u. dgl., bewahrt. Dennoch greift bei uns leider nur selten der Landwirth zu dem sehr empfehlenswerthen Mittel, durch den zeitweiligen Bezug fremden, vorzüglichen Saatgutes seine Erträge in jeder Richtung zu steigern. Da nun der Anbau der Wintersaaten bereits vor der Thüre steht, so glaube ich nach Obgesagtem gut zu thuu, wenn ich in diesen Blättern einige Wintergetreidesorten zum Anbau empfehle, welche ich entweder durch eigene Erfahrung erprobt habe, oder über welche mir Urtheile vertrauens-würdiger Lnidwirtye vorliegen, welche mit dem Anbau der- selben sehr günstige Erfolge erzielt haben, weshalb diese Sor> ten der Empfehlung werth erscheinen. Diese Sorten sind: 1. Der Alpen-Roggen, auch Montagner-Roggen genannt. Diese Roggensorte hat sich in verschiedenen Gegenden und selbst unter ungünstigen Verhältnissen vorzüg> lich bewährt. So hat man z. B. laut einem mir vorliegen den Schreiben aus Böhmen bei einem prvbeweisen Anbau von 8 Pfund dieser Roggenforte 3 Maudel 4 Garben ge erntet, welche 4'/, Metzen Körner schütteten. Jedes Korn trieb im Durchschnitte lO-14 meist sehr starke Halme, die über 6 bis 7 Schuh Höhe erreichten. Die Aehren hatten eine Länge von 6 bis 7 Zoll und waren ganz voll von Körnern, die in den Spelzen sehr sest sitzen, weshalb ein Anssallen bei dem Schnitte und der Einsuhr nicht so leicht stattfinden kann. (Schluß solgt.) Löitternng. Laidach, 25. September. Trübe, regnerisch, windstille. Wärme: morgens 7 Uhr -j- 14 2«. nachmittags 2 Uhr -j-18 9° 6. (1875 12 0°; 1874 -s- 24 0° 6.) Barn-neter im Fallen, 73487 mm. Das vorgestrige Lage-mittel der Wärme -j- 139°, das gestrige -j- 151°; beziehungsweise gleich und 1.3° über dem Normale. Nugekvmmeue Fremde am 25. September. Hotel Ltadt Wien. Hüranduer, Kfm.;Nunenmacher, Ritter von Rollfeld, Generalsecretär der Rudolssbahn; Weitzel, k. k. Oberstlieut.; Rvckeis, Privat; Wis, Prcßburger, Ra-kusch und Lienhardt, Wien. — Schmidt, Buchhändler, Pola. — Litjan, Kfm., Triest. — Lerch, k. k. Oberwundarzt, Tllfser. — Ferj.in, Eilli. — Ebel, Kfm., Berlin. — Lienhardt, Arzt, Hof. — Esinger, Salzburg. — Galanti, Berona. Hotel Elefant. Pirna», Watzmanns. — Rosina, Triest. — Ambrosch, Bergverwalier, Jdria. — Potoinik, Lehrer, Petrovec. — BariiS, Hdlsm, Karlstadt. — Dolenz mit Frau, und Pollak mit Frau, Oberlrain. — Ts 1 eleschnik sammt Frau, Villa» — Milely, Hdlsm., Kanischa. Hotel Europa. Misctag, Kfm.. Gonobitz. — Hoffmann, Bezirksrichters-Gatti», sammt Tochter, Möttling. — Austerlitz. Laas. — Torso sammt Familie, Triest. — Lan-zinger. Beamter, St. Marein. Mohren. Milavc, Bes., Zirkniz. Baierischer Hof. Schmidt, Hdlsm., Treviso. — Fnntek, Mannsburg. Kaiser von Lesterreich. Janich, Lehrer, Ferlach. Sternwarte. Zehner, Reisniz. Lebensmittel-Preise in Laibach am 23. September. Weizen 8 fl. 74 kr, Korn 6 fl. 60 kr., Gerste 4 fl. 70 kr., Hafer 3 fl. 4l kr., Buchweizen 6 fl. 50 kr., Hirse 4 fl. 70 kr., Kukurutz 5 fl. 80 kr. pr. Hektoliter; Erdäpfel 3 fl. 15 kr. pr. 100 Kilogramm; Fisolen 8 st. — kr. per Hektoliter; Rindschmalz 93 kr., Schweinfett 82 kr., Speck, frischer, 62 kr., Speck, geselchter, 75 kr., Butter 85 kr. per Kilogramm; Eier 2*/, kr. per Stück; Milch 8 kr. per Liter; Rindfleisch 50 kr., Kalbfleisch 56 kr., Schweinfleisch 48 kr. per Kilogramm; Heu 2 fl. 80 kr., Stroh 3 fl. — kr. per lOO Kilogramm; har,es Holz 8 fl., weiches Holz 5 fl. pr. vier Q.-Meter; Wein, rother 23 fl., weißer 20 fl. pr. 100 Liter. Theater. Heute: GiroslS-Giroslä. Komische Oper in 3 Acten von Albert Vauloo und (ikugen Leterrier. Musik von Lecocq. Morgen: AuS der Gesellschaft. Schauspiel in 4 Acien von Bauernfeld. Lottoziehung vom 23. September. Triest: 86 46 13 80 44. Telegramm. Wien, 24. September. Die Ministerconseren-zen bezüglich des österreichisch-ungarischen Ausgleiches sind beendigt. Von der Ueberzeugung geleitet, daß alle auf den Ausgleich bezüglichen Gesetze gleichzeitig vorgelegt werden sollen, waS^jetzt noch nicht möglich gewesen wäre, haben sich die Regierungen geeinigt, die Gesammtheit der Vorlagen im Jänner 1877 vor die Vertretungskörper zu bringen, letzte-eren derart Gelegenheit bietend, sich über den ganzen Ausgleich ein klares, vollständiges Bild machen zu können. Um die Verhandlungen mit der Nationalbank über das künftige Bankstc.tut sofort einleiten zu können, sind die Regierungen, da beide Theile an ihrem Standpunkte bezüglich der Achtzig-Millionen« Frage sesthalten, übereingekommen, den Vertretung-» körpern eine Gesetzvorlage zu machen, wornach diese Frage Deputationen der Vertretungskörper vorgelegt, und falls auf diesem Wege eine übereinstimmende gesetzliche Lösung nicht herbeigeführt werden sollte, ein eigens constituierteS Schiedsgericht berufen werden soll. Ill VerlaAsduMiLllälunA in I^aibaeli ist soobsa sisokikneii: ^ 2 -- 2L Iili.vr>,<1il0 loto _______________________________________________________________ ll?»ll8nekt) keilt drieüied äsr SpeeiLlarrt vr. Lillisvd, Neustkult, I) i'ssäs 11 (LLvdssu). »vrvits »bvr 8l»l»U «iit dvl»»ii«l„lt (I) 66 Zur Lieferung von CouvertsFirmemlnick empfiehlt sich Jg. v. Kleinmayr L F. Bamberg. Wiener Börse vom 83. September. ^ Selb Ware Sperc. Rente, öst.Pap. 67-lv dko. dto. öst. in Silb. Sü'85 6» SS !ose von 1880, ffünft. 1I7 7d>IS^ Prämieusck. v. I8S4 . lSr-—ISI'SO vrw»«tsat.-0dl. kisbenbürg. Ungar» > vttvL. 74-40 74'SV 74'2!H 75'SV klngko-Bank 83 70 84'- Lreditanstalt 153 ZO 153 50 Depositenbank .... SScompte-Anftalt . . 670 - 675'- Franco-Bank . . . . vandelsbank Ftationalbank .... 864'- 866 - Oest. Bankgesells. . . Union-Bank «r — 68 85 VerkehrSdank 85.- 85 50 Alföld-Bahn .... 103 - 104' - Karl Ludwigbahn . . 207 25 207 50 Lais. Elis.-Vahn . . 148 — 149 LV Kais. 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Münz-dukalen 5 76. — 20-Franc« Stücke 9 66'/,. - 100 Reich»' mark 59 40. Druck v»n Jg. v. Kleinmayr L Fed. Bamberg. Verleger Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Frarn Müller.