LMacherWMtlmg. Nr. 122 Präiilinicrationöprei«: ^m Ho^i.ptoil ganzj. ft. 11, b>,!' ', n. 5.5l>. Fitr dic^list«:!!«»^ inü Hau«! H^Ibi.50tl. MitderPostg'Nizi.fl.i:'., hall'j. ss.7.5U. Mittwoch, 2. Juni Insert« onsgebühi bi»'' i<> Zcileu: imal 8<> l,., i!m.t!,il,., jm. i ft.! 1 »üst pr.^eilc im.«; tr., ^,n.8lv., 18«9. Amtlicher Theil. Vcsctz »um 14, Mai 18«9, nber die Errichtung von Gcwerbcgcrichtcu. ^Fortsetzung.) 8 43. Dic von dem Gcwcrbcgcrichlc in Gcmnß-hcit dcr uorstthcndcn Vcstiminnngcn abgeschlossenen Vergleiche haben die Kraft gerichtlicher Vergleiche und es sind die den Bestimmungen des ß 41 entsprechenden Amlö-nrtnndcn übcr solche Vergleiche den auitlichen Ausfertigungen gerichtlicher Vergleiche glcichzuachtcn. tz 4^. Das Gcwcrbegcricht hat nach Maßgabe des Bedarfes vorhinein bestimmte Tage festsetzen. an welchen die Verglcichscommission Sitzungen abhalten wird und an welchen die Parteien auch ohne vorgängige Anbringung der Klage und ohne Vorladung zum Behufe dcr Schlichtuug ihrer Streitsache erscheinen können. Diese Tage sind in dcm Sprengel des Gewcrbegc-richteö bckanut zu machen. § 44. Ist vor dcr Vcrglcichscommission ein Vergleich nicht abgeschlossen worden oder ist dcr Beklagte, obwohl über die Zustellung dcr an ihn crgangcncn Vor-ladnng kein Zwcsfcl besteht, vor dieser Commission nicht erschienen, so ist, wenn der Kläger auf der Entscheidung dcr Sache beharrt, cinc Sitznng dcö Sprucheollcgiumo des Gcwerbcgcrichtcs zur Verhandlung und Entscheidung dcr Streitsache anznbcranmcu. tz 45'. Zi» dieser Sitzung sind beide Theile mit dcr Aufforderung vorzuladen, daß sie ihre Beweismittel, insbesondere die Urkunden und wo möglich auch die Zeugen, auf welche sie sich berufen wollen, mitzubringen habcu. Dcm Beklagten ist mit der Vorladung eine Abschrift öer schriftlichen oder mündlich zu Protokoll gegebenen Klagc mitzutheilen und cs ist dcnisclbcn zn licdcntcn, daß er in dcm Falle seines Ausbleibens dcr in der Klagc enthaltenen Thatsachen für geständig angesehen, und daß demnach über dcu iu der Klagc erhobenen Anspruch durch Urtheil eutschicdcn werden würdc. § 4«;. Die Sitzungen dcS Sftruchcollcgiumö des Gcwcrbcgcrichtcs sind öffentlich. Nur erwachsenen Pcrso-ncu ist der Zutritt gestattet. Aus Gründen dcr Sittlichkeit und öffentlichen Ordnung kann in dcr Sitznng dcr Ausschluß dcr Ocffcnt-lichkcit durch Beschluß verfügt werden. Ist die Ocffcntlichkcit ausgeschlossen, so kann jcde Kartei verlangen, daß drei Personen ihres VcrtranenS dcr Zutritt gestattet werde. § 47. Dcr Vorsitzende hat für die Aufrcchthaltung der Ordnung uud für die uugcstörte Gefchüftsbchandlung in dcr Sitzung zu sorgcu. Er kann zu diesem Ende Ermahnungen ertheilen und diejenigen, welche den Ermahnnngcn keine Folge leisten, ans dcm Sitzungssaalc cntfcrnen lassen. Widersetzlichsten gegen die Anordnungen dcS Vorsitzenden , Beschimpfungen der Parteien, Zeugen und Sachverständigen, beleidigende Ausfülle gcgcn das Gc-richt können durch Sitzungobcschluß mit cincr Geldstrafe bis zu 5 st. oder im Falle der Zahlungsunfähigkeit mit Einschließung bis zur Dauer von ^4 Stunden belegt werden. Dicsc Slrafcu hat das Bezirksgericht, iu dessen Sprengel das Gewcrbcgcricht scincn Sitz hat, auf Au suchen des lctztcrcn fofort zu vollstrecken. Geldstrafen fließen dcm Armcufonds des Ortes zu, au wclchcm sich dcr Sitz dcö Gcwcrbcgcrichtcs bc-findet. § 48. Die Streitsache wird in dcr Sitzung des SvrucheollegiumS des Gcwcrbcgcrichtcs mündlich verhandelt. DaS Einbringen oder das Adlcscu von schiistlichcn Aufsätzen ist dcu Parteien nicht gestattet. 8 4!). Ueber die Einwendung dcr Unzuständigkeit des GewcrbcgcrichtcS ist sofort zu entscheiden; wird dieselbe abgewiesen, so ist dic Vcrhandluug dcr Hauptsache ohne Uutcrbrcchung fortzusetzen. Das Gcwcrbcgcricht hat sich die Grenzen seiner Znständigkcit anch von Amts wegen gegenwärtig zu hallen uud Ansprüche, bezüglich welcher es scinc Znslän digkcit nicht für begründet erachtet, zur Austragung vor dcm ordentlichen Gerichte zu verweisen. tz 5)0. ES ist dic Pflicht des Sftruchcollegiums, den Kläger mit dcr Begründung seines Anspruches, dcu Beklagten mit seinen EinwcudumM und Gegenansprüchen zu vernehmen nnd durch augcmcsscnc Fragen uud dnrch Aufnahme d'cr Beweise über das dem Slrcitc zu Grunde liegende thatsächliche Verhältniß die Wahrheit zli cruiittell!. Dcr Abschluß cincS Vergleiches kann auch vou dem Sprnchcollcgium neuerlich versucht weiden. § 51. Die Beweise sind in dcr Regel in der Sitznng dcs Sprucheollegiums aufzunehmen. Es kann jedoch mit dcr Aufnahme einzelner Beweise, insbesondere mit dcr Vornähme cincs Augenschciucs auch cin Alit-glicd dcö Spruchcollcgiumö bcauttragt wcrdcu. In diesem Falle ist über dic Beweisaufnahme cin Protokoll zu errichten. tz 52. Das Gcwcrbcgcricht kann Zcngcn und Sach-vcrstäudigc vcrnchmcn und zu diesem Ende einladen, in dcr Sitzung oder vor dcm abgeordneten Mitglicdc dcs SpruchcollcgiumS zu crschciucn. Zeugen nnd Sachverständige können jedoch durch Zwangsmnßrcgclu zum Erschciucn odcr zur Ablcgung einer Aussage nicht angehalten werden. Auch ist dem Gewerbcgerichtc dic Beeidigung dieser Personen nicht gestattet. Znr Begutachtung übcr Angelegenheiten, bezüglich welcher die Mitglieder dcö Spruchcollcgiums selbst als Fachmänner anzusehen sind, ist dic Bcizichung von Sachverständigen nicht erforderlich., t< 5!>. Die Parteien sind berechtigt, bn den Be-wcisaufnahmcn, welche vor dcm Spruchcollcgiuln odcr vor einem nbgeorductcu Mitglicdc dcssclbcu stattfinden, gegenwärtig zu sein. Sie können durch dcu Vorsitzenden oder durch daS die Bcwcisausuahmc außerhalb der Sitzung lcitcndc Mitglicd des Gcwcrbegcrichtcs an die Zcugcu und sachverständigen Fragen slcllcn uud über dercn Angaben ihre Bemerkungen machen. Dic Unterbrechung odcr Beleidigung dcr Zeugen nnd Sachvclstüudigcu ist nach der Bestimmung deS tz 47 zu ahnden. § 54, Ist ciuc Beweisaufnahme außerhalb des Sprengels dcs Gcwcrbcgcrichtrs odcr ist die eidliche Vernehmung cincs Zengcn odcr Sachverständigen uuerläßlich, oder kauu dic Beweisaufnahme vor dcm Gcwerbcgerichte ans dem Gruudc uicht crfolgcn, wcil dcr Zeuge oder Sachverständige dcr Vorladung keine Folge leistet, so ist das zuständige ordeullichc Gericht unter Mitthcilnng dcr dcs Vcwciscs bedürftigen Thatsachen um die Beweisaufnahme zn crsuchcu uud es sind die Gerichte verpflichtet, solchen Ausuchcn dcs Gcwcrbcgcrichtcs bereitwilligst zu entsprechen. Iu dicscm Fallc so wic überhaupt, wenn die Be-wcisaufnahmc außerhalb der Sitzung stattgcfuudeu hat, siud bei einer nach geschlossener Beweisaufnahme abzu-haltcudcu Sitzung dcö Spruchcollcgiums die über die Beweisaufnahme errichteten Protokolle von einem Mit-gliede vorzulesen nnd dic Parteien mit ihren Bemerkungen übcr dic Ergebnisse dcr Beweisaufnahme zu hürcu. ß 55. Ergicbt sich in cincr Streitsache dcr Verdacht einer strafbaren Handlung so ist das Gewerbe-gcricht verpflichtet, dcr Staatsanwaltschaft oder dem Strafgerichte die Anzeige zu machen. Das Gewcrbegcricht hat in einem solchen Falle die Verhandln»^ cinslwcilcn auszusetzen, wenn dic Ermittlung dcr strafbaren Hanolnng anf die Entscheidung der Sache nach seinem Ermessen von Einflnß scin kaun, oder wenn der Staatsanwalt odcr das Strafgericht die Ein-stcllnng verlangt. § 5l). Der Vorsitzende dcs Spruchcollegiums eröffnet und lcitct die Vcrhaudlnng nnd spricht den Schluß > derselben auS; er ertheilt das Wort zum Vortrage, vcr- PärcnMd in Klrain. Am 24. April d. I. erlegte Sc. Durchlaucht Priuz ^rnst zu Wiudischgrätz vom Hochstandc ""f dem Ia-^nug i.luvm-lük 4000') einen Hanptbären. dessen Pranken ? 3oll maßcn, während das Gewicht gcgcn das nor-h°le. dcr Größc entsprechende Mittel um mindestens cm ^'ittheil zurückblieb, da es blos 196 W.cncr Pfund betrug. . ,. , Dic Beschreibung dcr Einrichtung eines yochstan-°« auf Wölfe und Bären, wic cr in Norwegen gc-^tluchlich nnd von Sr. Durchlaucht Fürst Yngo zu Hindischgrätz auf dcr krainischcn Hcrrschaft Hc-.asbcrg '"'t dcu günstigsten Erfolgen eingeführt worden ist, dnrftc "lcht ohne Intcresfc fcin. . . . , Auf deu beliebten Wcchfeln dieser hier noch z'cmllch ^trctcucn Naubthicrc wird circa 14' übcr dcr Erde feinem Baume cinc Iagdkanzel, dcr sogcnanutc yoch-! «nd aus Bohlen errichtet, durch rohe stamme gc-!"tzt. mit Niudc, Vtoos uud Reisig verkleidet uud mit ^!U bequemen Sitze und Strohsack, sowie einer weiter "'u Emporsteigen vcrschen. In dcr Entfcrnnug bc,-""Ngcr ^0 Schritte davon auf dcm Vodcn besludct stch ,"/ viereckige, auS rohen, berindcten Stämmen schr scst UMlneugcfügte. etwas über die Erde hervorragende 1°'^' s° groß. daß cin Pfcrdccadavcr ctwaS zusammentuen darin Naum findet. >.- , Im Frühjahre, gleich nach Abgang dcö Schnees "° nun das Vferd in die Kiste gezwängt und auf dicfer einige rohe Längsballen fehr fest aufgenagelt, dar-übcr mchrcrc Qncrbänmc gelegt und das Ganze so eingerichtet, daß es dcm Bärcn nur mit bcsondcrcr Mühe nud Austrcngung gelingt, zu dein Luder zu kommen. Es scheint zweifelhaft, ob Bärcn, wcnn nicht vom stärksten Hnngcr getrieben, außer im FlMahre, Aas aunchmcn; zu dieser Zeit thun sie es aber wohl auch aus bcsondcrm Geschmack nnd sind cs gcradc die älteren uud stävkcrcu Cxcmplnrc. welche gleich cchtcu Gourmands den Wildbraten mit Iluui. ^out jcdcm audcrn vorziehen, während jüngcic ihn nicht annchuicu. Gestützt auf die für ihn unglückliche Gewohnheit dcö Meisters Petz, daß, wenn er einmal angcnommcu, cr durch mchrcrc folgcndc Näcl'te, und zwar mcist vor Mitlernacht nahezu regelmäßig kommt, reitet nun der Waidmann niit einem gleichfalls berittenen Diener zum Hochstand, steigt vom Pferde numittclbar auf die Leiter und zicht. oben angelangt, oicse hinanf. während das ledige Pferd fortgeführt wird. Nun Stunden dcs Hoffcuö nud Harrcus! Wic dcr Nachtwind das Ohr dcö Iägcrs täuscht! ^orch. Aestc krachen im Waldc; richtig, er ist's. Meister'Pctz. dcr gewaltige, dcr laugsamcn Ganges der Kislc zuschreitet. Dcr Mond streut scin zweifelhaftes Licht, wclchcs an viclcu Stcllcu vom Schatteu dcr Bäume thcilwcisc übcrworfcn wird; nur Geduld, Iägcrhcrz! Dcr Geruch dcs Luders kitzelt die Nasc dcs Bärcu, dic fchwcreu aufgenagelten Bänme hindern ihn am Genusse. Die Erfolglosigkeit sciucr anfänglich soliden Versuche, zum lcckercu Bisseu zu gelangen, erweckt scinc Starrtöpfigkcit, cr wird „brummig" uud „bärbeißig" uud fagt ilu Aärenjargon: „Jetzt e^tra, nnd wenn's Graz gilt." Brummend hat cr schon mit „Bärcnkraft" die Qncrbäniuc mit einem Höllcnspcctakel heruntergcworfeu, schon fangen an auch die andern etwas nachzugeben, schon ist ihm cinc herrliche Pfcrdckcnlc erreichbar, da — ach, wohin führt doch eigensinniger Trotz — kracht weit hinans cin Schuß iu die stille Nacht, dcr an den Bergen wicderhallt, znglcich mit dem abgebrochenen Gebrumme dcs im Schweiße (Blute) sich wälzcudeu Bärcn, auf dessen Weichen iu kurzer Zcit der glückliche Waidmauu dcu Fuß slcllt und jauchzcud seinen Hut mit dcm grünen Vrnchc schmückt. Sc. Durchlaucht Priuz Ernst von Windischgrätz schoß den Eingangs erwähnten Bärcn ans eincr Bnchs-flintc mit Postcu und wollte mit dcm Postcnschns; bezwecken, dcn vcrwnndctcu Petz, wclchcr sich gewöhnlich aufzurichten und nach seinem Verfolger uniznschaucn Pflegt, mit größcrcr Sicherheit dic Kugel beizubringen, was bei dämmcrudcm Mondlicht keineswegs cin Leichtes ist. Dcr Bär jedoch, anf das Blatt gctrosfcn, und in dcn edelsten Theilen verletzt, stürzte im Feuer zusammen und verendete nach zweimaligem kurzcu Gebrumme. Als cin waidmännischcs Euriosum muß die Definition eines Iagdnotizlerö in der Grazcr „Tagespost" vom 27. April, worin dicsc Erlcguug erwähnt wird, angeführt wcrdcn, nach wclchcr Definition cin Höchst a u d „cin aus B a umständen zusammcugesägtcr Kasten ist, worin sich cin todtes Pferd befindet." Wir zweifeln, ob fich Meister Petz dazn verstehen würde, anf rincr Leiter als Dclinqueut zum Hoch — gcricht zu klettern. (Iagdztg.) 910 nimmt die Zcngcn und Sachverständigen nnd verkündet das Urtheil "nnd die sonstigen Beschlüsse dcS Gcwcrbc-gcrichtcs. t, 5>7. Ueber die Vcrhandlnng vor dem Sprnch-collegium ist ein Protokoll zu sichren. In dasselbe sind jedoch nicht die Verhandlungen nach ihrem ganzen Inhalte, sondern nnr die Anträge der Parteien nnd die wesentlichen Ergebnisse der Verhandlung lind der Beweisaufnahme einzutragen. DaS Protokoll ist den Parteien nnd den Personen, deren Aussagen niedergeschrieben worden sind, vorzulesen und von dem Vorsitzenden nnd dein Schriftführer zu unterfertigen. F 5)8. Wenn das Sprnchcollrgium die Streitsache für hinreichend erörtert hält, so ist die Verhandlung zu schließen und zur Schöpfung des Urtheils zn fchrcitcn. Die Schöpfung des Urtheils erfolgt in nicht offend lichcr Sitzung nud nach der Stimmenmehrheit dcr bei der Verhandlung anwesend gewesenen Mitglieder deS Gewcrbcgcrichtcs. Bei glcichgctheilten Stimmen wird diejenige Ansicht zum Beschlusse crhol'cn, welcher der Vorsitzende dcilritt. 8 5>9, Vci dcr UrtheilSschöpfung hat das Spruch-collegium nach seiner freien, aus dcr Verhandlung und aus dcr gewissenhaften Prüfnng dcr vorgebrachten Be-weise gewonnenen Ucbcrzcngnng zu entscheiden, ohne an BcwciSrcgclu gebunden zu sein. § 00. In dein Urtheile muß bestimmt ausgesprochen werden, waS die Partei in der Hauptsache nnd an Neben-fordcrnngen zu leisten habe oder welche Ansprüche als unbegründet zurückgewiesen werden; es darf jedoch keiner Partei clwaS zuerkannt werden, was sie nicht begehrt hat. Es muß ferner die Frist festgesetzt werden, binnen welcher dic auferlegte Lcislung zur Vermeidung dcr Execution erfüllt werden soll. Diese Frist ist nach den Umständen des Falles nnd nach Billigkeit zu bestimmen. § 6l. Das Urtheil muß den Betrag der Koslcn des Verfahrens vor dem Gcwcrbegcrichle bestimmen und llussprechcn, wer diese Kosten zn tragen habe. In der Ncgel ist die unterliegende Partei verpflichtet, die Kosten zu tragen und der Gegenpartei die bereits aufgewendete!, Koslcn zu ersetzen. AuS rücksichtswürdigen Gründen kann auch ans eine Theilung dieser Verpflichtung erkannt werdcu. ß 62. Einen von dcr Partei angebotenen Eid hat das Spruchcollcn,imn nnr dann zuzulassen, wcnu cS nicht in der Lage ist, sich in anderer Wcisc über das Bestehen cincr in dcr Streitsache entscheidenden Thatsache dic Ueberzeugung zu verschaffen. Wird ein solcher Eid für unerläßlich erachtet, so ist auf diesen Eid mit Urtheil zu erkennen. In diesem Uitheile ist die Patte:, welche den Eid abzulegen h^,t, brslimmt zu bezeichnen, der Wortlaut dcö abzulecici^cn Eidc,i festzustellen und auSzusprcchcn, waS für den Fall der Ableguug so wie für den FaU dcr Nichtablegulig orS Eides in der Streitsache zu grl-tcn habe. Die Adlcgung dcö (5idcs erfolgt vor dem ordnit^ lichen Gerichte, wrlcheS in dcr Sache zuständig gewesen wäre, wenn die Zuständigkeit dcS Gcwcrbcgcrichtes nicht eingetreten sein würde, nnd es taun bei diesem Gerichte nach Rechtskraft dcS Urlheileö des Gewerbe' gcrichles sowohl die cidespflichtigc Paitci, als auch die Gegenpartei nm die Anordunug einer Tagfahrt zur Eidesablegnng ansnchcn. In Ansehung der Ablcgnna des Eides, der Wir kung des AuobleibeuS der ciocSpflichtigen Partei und in Ansehung der Erledigung dcr Eidcstngsatzung gelten die Vorschriften dcr Eivilproccßordnnng. ij 0."). Das Urtheil ist, wenn möglich, in derselben Sitzuug, in welcher die Verhandlung stattgefunden hat, mündlich zn verkündigen. Dasselbe ist seinem vollen Inhalte nach m daö bei dem Gewerbcgcrichtc zu führende Urlheilsbuch einzutragen. DaS Eingetrageüe ist von dc,il Vorsitzenden und sämmtlichcn ^liminfüh-rern zu unterfertigen. Den Parteien ist auf mündliches oder fchriftlichcs > Ansuchen eine schriflluhc Ausferiigung dcö Urtheils zu ertheilen. Diefclbc mnß uittcr Äezichnng auf das Urtheilsbuch nach Band uub Älalifcitc ciuc woitgctrcnc Abschrift des in dem Urlhcilsbnchc Eiiigctragencn mit Inbegriff dcr Unterschriften enthalten, von dem Ob-manne oder dessen Stellvertreter unlerschrie« bcn nnd mit dcm Siegel deS Geweibegerichtcö ver" sehen werden. tz 64. Wenn der Beklagte in dcr anberaumten Sitzung des Sprnchcolleginms nicht erschienen ist imd über dic richtige Zustellung der Vorladung ein Zweifel nicht besteht, so i,t er auf Antrag des Klägers dcr in der zugestellten Klage enthaltenen Thalsachen für a,e,tcü,' dig zn halten uud cS hat das Spruchcollegium auf dieser Grnudlagc, insofcrne sie nicht etwa durch die von dem Kläger felbst vorgelegten Vcwcisc oder durch offenkundige Thalfachcu entkräftet wird, durch Urtheil zu erkennen. Eine Ausfertigung dicscS Urtheils ist dcm Beklagten von Amts wcge» zuzustellen. Besteht über die Znstellung dcr Vorladung ein begründeter Zweifel odcr ist dem Gerichte cin das Aus- bleiben rechtfertigender VerhindernugSgruud bekannt, so ist der Betlaglc in cinc neuerliche Sitzung voiznladcn, tj 65. Bleibt der Kläger von der Sitznug an^, so ist ihm ans Antrag dcö Bellagtcn die Klage mit dem Auftiage zurückzustellen, dcm Beklagten die Kosten seines EischeinenS zn ersetzen. Die Kosten hat das Sprnch-cc>llcgium nach billigem Ermessen zn bestimmen. Dcr Kläger taun über dcuselben Anspinch nuv dann neuerliche Klage crhelxn, wenn er uachweiöl, das: er den Kosteucrsatz an den Beklagten geleistet oder daß ihm dic Leistung erlassen woideu ist. Z 66. Die in GcinäsNieit dcr §F 64 u>,d 65> gefüllten Entscheidungen können vo» dem Gcwcr^,c>'>chte wieder aufschöbe!, wcrde», wenn die ausgebliebene Partei glaubwürdig darthnt, daß ihr AllSbleil^u mwcr-schlildct war. Zu diesen, Einschreiten ist die Partei nur innerhalb dcr Fi'i!': von zwei Wochen, nachdem das Hinder uiß ihres Erscheinens weggefallen ist, berechtigt. U^.ber cin solches Begehren ist »ine Sitzung dcS SpruchcollcgiumS anzuberciüne» uud, wenn voi, diesen, dus Ausbleibe» für gerechtfertigt crkaünt wild, nute» Aufhebung der früheren Entscheidung nach V^rhandliing mit bcidcu Parteien in del Hauptsache zn cltcune!'. ^Schluß folgt) Der k. k. Landcsprüsidcnt für Krain hat den Eon-cefttSpratücautcu dcr l. k. Landesregierung Hciurich Wciglcin zum Eonccptsadjuntten in dcr politischen Verwaltung von Krain ernannt. Nichtamtlicher Theil. Die Lage Mnkmchs. Das zweite Kaiserreich hat den grüßten Sieg er-ruugcu seit seiucm Bestehen. Widcr sein eigenes Erwarten und widcr daöjcnigc seiner besten Freunde haben die Wahlrcsultate ciu Ergebniß geliefert, Welches das zlaiscrreich selbst aus eine unerschütterliche Basis stellen würde, wenn es nicht au dem Umstände litte, daß es aus vier Augen rnht, von denen zwei einem Manne angehören, der sich dem Grcisenaltcr nähert, und von denen zwei andere im Besitze eines Knaben sind. Napoleon III. verdankt den größten seiner Triumphe zum Theil seiner eigenen slaatsmännischen Einsicht, ,zum Theil auch seinen Feinden. Jene Weisheit, wclche, seiner Natur besonders eigen ist, lehrte ihn mit dem Strome zn schwiiu-men und dcr französischen Nation folchc Eouecfsiuueu ^ii machcn, ohnc welche sic sich nicht lieruhigc» leinn. Die Schwenkung dcö französischen Monarchen, welche er von N o u h c r bis Ollivic r ausführte, ist in cnlschicdcner Weise cinc große sta^smännischc That. Der Kaiser hat während seiner Laufbahn öfters Irrthümer begangen, uud welcher Monarch hätte dies nicht gethan? Äbcr er vcrstcht sie immer wieder aus eigenem Ant riebe zu verbessern. Er warf seinerzeit den General Eopinasse über Bord und er steht jetzt wieder auf dem Punkte, sich von Staatsmännern zu trennen, welche nicht mehr die Sympathien dcr Nation auf ihrer Seite haben. Aber felbst die große SlaatStlughcit Napoleons würde das Weih!-rcsultat, welches wir jetzt vor uuS habcu, nicht zuwege gebracht haben, wcnn nicht scinc Gegner dieselbe Vorsicht unterlassen hätten, welche cr ausübte. Dcr Kaiser wurde uicht znm Rcaetionür, aber scinc Feinde warfen die MaSkc ab und huldigte» der Revolution, nnd zwar nicht allein dcr politischen, deren das französische Volt anch überdrüssig geworden ist, sondern dcr socialen Um-wälznng, welche cS mit Leidenschaft verabscheut. Mün ncr wie Thiers, Jules Favre hätten dem Kaiserreich gefährlich werden können. Aber jene Apostel der socialistischen Doctrin, welche auch Feinde von Thiers und Favrc waren, haben den Wählern ciucn Schrecken eingeflößt, der in Mark uud Bein gedrnugcn, und haben dcr kaiserlichen Sache znm Siege vcrholfcn. Das intelligente Bürgcrthum erkannte es, daß, wcnn das Kaiserreich fiele, nnr jene Männer auf seinen Trümmern zur Macht emporsteigen könnten, welche weder Religion und Eigenthum, noch alle jcnc charakteristischen Eigenschaften, welche sich der Enlturslaat im Laufe cincs Jahrhunderts angeeignet hat, respective» würden. Die Nation ei klärt sich für das Kaiserreich nicht etwa, weil es das beste aller RcgicrungSsystemc handhabt, sondern nnr, weil das schlechteste cS ablösen würde, falls scinc Gewalt zn Ende ginge. Die politische Lage Europas wird durch das Er-cigniß, welches sich jetzt zugetragen, in einer sehr wesentlichen Weise geändert. Frankreich hattc seine große Stellung in Europa seit einigen Jahren eingebüßt.'nicht blos wegen dcr fchlgeschlagcncu lmxicanischcn Expcdi' tion, nicht blos deswegen, weil Prenßcn seine Wege gegangen, ohnc Frankreich zn fragen, ohnc sich um des-ten Einsprache zu kümmern, sondern hauptsächlich ans dcr Ursache, weil man a>ub!e, daß das französische Volk sich im Widersprüche nut seinem Regenten befinde. Mit Einem Schlage ist das jetzt anders geworden. Der Kaiser kann, was cr will, nnd dic Kund-gcbung dcr Nation, welche jetzt vor sich ncgnngen, hat scinc Regierung mit einer ncnen Gewalt ausgestaltet. Nicht wcuig mag es auch zur Niederlage dcr Opposi-tion beigetragen habcn, daß sie in cincr zu dcmonstra liven Weise für den Frieden plaidntc. Sie ward znm Anwalt dcr Ruhe nm jcdcn Preis, weil sie den Sieg dcr französischen Fahnen fürchtete, Sic glaubte, daß das Kaiserreich cnu sichersten im Friedcn sein Grab fi». den würde, und sic ängstigte sich vor den Folgen eines Sicgcs, welcher das Haupt des dritten Napoleon mit dem Sicgestranz.' des ersten schmücken konnte. Die Häupter jener Partei, welche das Kaiserreich zu Falle oringcn wollten, beg-iffcn es, das; es unmöglich sei, dasselbe zn stürzen, wcnn cs seinerzeit den Preußen ciu ls fürchlete es sich irgend ciuc Discussion mit dem Berliner Eobi« net entstehen zn lassen. Wir vermuthen, daß diese SclMigsenuteit bald cin Endc erreichen wiro uud daß in Fragcn, wie z. B. die n o r d sch lcs w i g's ch c einc ist, die Slimmc Frankreichs bald wiid gehört werden. Hieraus folgt sicherlich dcr Kiil'g nicht, eü'er das ergibt sich hicians, daß jcdc europäische Macht es fühlen wird, wie die Karlc Europas nicht umgestaltet Mrdcu kann, ohne Refpect zu zeigen vor ssraukleichs Macht, c,!)„c der Stimme ssraukicichs hl.lici enni> ein gewichtiges Blitmn zuzli^cslcycli. (Warr. Woch.) Zlün Attentat aus Vraf Crlnncmllc wird dcr ,.Tr. Z." aus Florenz, 29. Mai geschrieben: Dcr Vertreter Livornos in dcr italienischen Kammer, Depuiirter Maleuchiui, slichtc die daselbst verübte Schandthat wenigstens lhcilwcise zu beschönigen, indem cr behauptete, daß Graf ErenneuiUe durch scin tyranni-schcS Vcnchnien sich dcil Haß der Livorncscr zugezogen und einer dcr grausamsten Proconsulu Oesterreichs i» Italien gewesen sei. Nun abcr mag Graf Ercnncvillc in seiner Eigenschaft als Militär-Gouverucui' in cincM rcvolutionirtcn Lande oft zn strengeren Maßregeln gc zwnngcn gewesen sein, abcr der persönliche Eharaktcr des Generals, scinc allbekannte Herzensgute uud Milde, sein freuudliches, liebreiches Benehmen sind tausendfach selbjt von seinen erbittertsten politischen Gegnern offen aner-klinnt worden. Ucbrigcns sollen die Urheber dcs Nt-tcutatcs zwei moralisch ganz uud gar hcrabgekoinmelic, den unteren Volksschichten angehörende Gauner sci"» welche zur Zcit. als Graf Ercnncvillc Militür-Gonutt' ncnr in Liuorno war, von den österreichischen Milital/ Gerichten abgeurtheilt und mit Stockslrcichcn bestraft worden waren, jedoch nicht wegen politisches sondern wegen gemeiner Verbrechen, wegc" vielfacher Ga ilncrcicn. Es liegt auch der Vc^ daäit nahe, daß die Attentäter blos die gedungenen lü" bezahlten Werkzeuge cincr in Liuorno leider zahlreich Partei gewesen seien, deren fanatischer politischer H"ß sich blos im Meuchelmorde abkühlt, und die Verhaft»»!! von 14 ihrer mazzinistischcn Gcsiunungcu wegen bekai'"' ten Individnen spricht für die Richtigkeit dieser AuD'' Uusland. Nom, 29. Mai. (Dcr Exkönig FranZ ^' und scinc Gcmalin) sind heute Hl'orgens l'" Eivilavccchia abgereist, nm sich in ein deutsches ^^ zu begeben. Sic werden im September wieder z»u' kehre». ^^- Dic Versammlung zcrDllsajslln^treucnItcit^ markg in Windisch-Fcistri^ mn l^0. Mlll. Das vereinigte Comit<> von VcrfassllNgSfrc»" ^ von Marbnrg und Windisch-Fcistriz hattc Sonntag '^^, dcr letztgenannten Stadt cine Versammlung """. .M sinnnngsgenosscn aus dcm Untcrlandc zur Vcrständ'g ^ übcr cinigc politische Fragen, speciell zur ^0"!!^ ^ dcr Thatsache eingeladen, daß die ungetrübte EM" 911 zwischen Deutschen und Slovencn im Unterlcmde das einzige Mittel ist, die geistige nnd materielle Wohlfahrt des Einzelnen sowie der Gesammtheit zn fördern, welche dnrcli ihren ungetrübten und schiuungvollcn Verlauf sich zu cincm bedcullingSrcichcn politischen Feste gestaltete. (5s haben an dcmsclbcn mehr als vierhundert Männer thcilgcnommcn, wobei Marburg, Niudisch-Fcistriz und Cilli (einschließlich der Männer auö Tüsfcr mit huu-dcrtvicr Köpfen) am zahlreichsten vertreten waren. Außerdem hatten Pettau, Graz und Laibach Kontingente gestellt. Unter den Gästen ans Graz befanden sich dreizehn Mitglieder des „deutschen Dcmokratcnucrcincs." Dem Programm entsprechend brachten mehr als vierzig Wagen die mit dem Frühzugc nach Pragcrhof gekommenen und dort von dem Herrn Landtagsabgeord^ ncten A raud flatter empfangenen Gäste nach einer Anhöhe vor Windisch-Feistriz. wo abgestiegen wurde und eine herzliche gegenseitige Begrüßung der Heimischen und Fremden stattfand. Unter Vortritt der Hohl'schen Mnsikcapellc aus Sancrbrnnn gelangte der von einer Mcnschcnwollc umwogte Zng nach der Anssicht in Tivoli, wo in Waldes-grün ein schäumcndcs Gla^ Gerstensaft die trockenen Kehlen erfrischte. Fort ging es dann nach tnrzcr Rast unter Vortragung einer mächtigen wcißgrüneu Fahne in die lieblich gelegene Stadt, deren Häuser bekränzt und mit Fahnen in den dcntschcn, steierischen und kaiserlichen Farben beflaggt waren. Blumcu, von zarten Händen anS den Fenstern geworfen, illnstrirtcn sinnig den Gruß, welcher den Gästen von allen Seiten cntgcgcnscholl. In der Reitschule, welche festlich geschmückt war, löste sich der Zug auf, dessen Thcilnchmcr sich um ein Uhr wieder daselbst zur Festtafel von vierhundert nnd vierzig Gedecken versammelten, welche nichts zn wünschen übrig ließ. Vorzügliche Anerkennung fanden die köstlichen, feurigen Dessertweine. Der Obmnnu des Windisch - Feistrizer Comites, Herr Bürgermeister Kovatschitsch, eröffnete dieselbe mit einer kurzen herzlichen Ansprache, worin er die zu seiner Freude so zahlreiche Versammlung von Vcrfassungs-frcundcn begrüßte, um mit cincm dreimaligen Hoch auf Se. Majestät den Kaiser zn schließen, in welches lebhaft! eingestimmt wnrdc. Nach ihm bestieg Herr Braudstättcr, von stürmischen Brauos empfangen, als Festredner die Tribüne.! Im Namen der moralischen Urheber dcr Zusammenkunft rechtfertigte cr dic Vcwcgung des Tages als ein löbliches Unternehmen, und fragte die Versammlung nach Entwicklung des Festprogramms: „Werden wir unser Hcil durch cine Zerreißung dcr schönen Stcicrmart cr-nichcn?" worauf ein einstimmiges donnerglcichcs „Nie!" ^Uvortctc. „So wollen wir ancti keine Saat dcrZwic-^acht „i,d des Hnsscö säc»," schloß cr, „wir wollen unsere Rechte gellend machen ^um Wuhlc aller, denn nur cnif dem Aodcu dcr Verfassung und in ihrcr Fortbildung können alle Stcircr ihr Glück finden! llnd so hoffe ich, daß anch cinc Zeit konnnt. wo man des hcuti-' llcn Tages mit Freuden gedenken wird! Deshalb lade lch Sie ein, mit mir sinzustimmcn auf cinc glückliche Hu tun ft dcr un getheilten Steier-!nark!'' Viit dem drciuialigcn „Hoch!" in welchem dicfcr Wunsch wicdcrhallte, leitete sich die gehobene Stimmung der Vcrsammlnng ein, die mit jeder ucucn Tischrede bis zur Begeisterung stieg. Mit lebhaften „Zivios!" bc-9N,ßte man auch das slovcnifche Natiouallicd, welches ^ a. die Caftcllc anstimmte. Nach Umfang uud Intensität des Erfolges war °>c Rcdc dcö Herrn Professors Märet aus Cilli, welche '" markigem Vortragc zur Gcltnng gelangte, die hcrvor-^cudstc rhctorischc Leistung, weil sie der Capitalfragc ^s Politischen Tages entschieden zu Leibe ging. Redner klärte, zur Versläudignng mit den Slovcnen sprechen ^" wollen, wozu cr sich, als aus der Stadt Eilli kum-^>id, welche viel unter den Natioualhctzcn zu leiden Hal, Nlifcn glaubte. Er hatte sich daher znm Gegenstand l^'ncs Vurtragcs dic slovcnischc Frage gewählt ^ in» Interesse dcö slovcnischcn Volkes selbst, welchcs ^'c das deutsche den Frieden will, (Bravo.) ..Wenn "lr es nnr mit dem slovcnischcn Volke zu ^n hätten, so wäre der Frieden bald her-f.^stcllt; denn das Volk selbst ist gutmü-^lg! Wir haben cs aber mit Männern zu "Un, welche dic Bewegung künstlich hcr-/ rNcrufcu haben nnd unterhalte n !" Redner f"/";og hicrmif das bekannte Programm dcr Slovcnen-uircr einer eingehenden nnd rnhigen, oft von BravoS j''^brochcncn Würdigung, um die Grenze zn bestimmen, , "' welche hinaus kein Hugcstäuduiß der dcntschcn Partei ..'M möglich sei. Bc.süglich dcr von diesen Männern !>», angefeindeten Führerschaft dcr Deutschen, welche in ^ deutsche», Cultur begründet ist. bctontc cr. daß nns tq> ^'" GchK grgcbcn hat und kcin Gesetz nehmen dan'' ^°Ucn nun die Slovcncn hierin gleichgestellt sein, y.s? "'ügcn sie sich jene Bildung aneigne», welche sie ^ ^"- (Hundertfacher Applaus.) Dcr Rcducr warutc l^, ""^ zugleich die Deutschen vor zu großer Vcr< j^'^seligkcit in Betreff ihrer Eultur, für welche sie H )'^t fest einzustehen bcrcit sein möLcn, nachdcin die ^ n?^ ^^" niederholt bewiesen hat, daß dic Enltu, ^^^asscna^^iffc dcr Rohhcit erlegen ist! — Für die ^ "ud schwerwiegendste Forderung dcr Slovcucu, daß dic Steicrmark getrennt und das Unterland mit Krain vereinigt werde, gibt cs kcin Z n gcstü n d n i ß. (N icmals! Niemals!) Da haben wir alle nur ein iwn i)083u,mu^ starrer als jencs von Rom! — Dcr minutenlange Beifall, welcher diesen Worten folgte, verwandelte sich in ein Ianch^cn dcr Begeisterung, wozu huudcrt und hundert Gläser erklangen, als der Redner mit einer kurzen Apostrophe an Steicrmark nnd dcr letzten Strophe des Liedes „Hoch vom Dachstein!" schloß. Die Worte: „Und dicscs schöne Vaterland, ist mein liebes, schönes Vaterland!" fanden in aller Hcr-;en ein Echo, welches wic cin Warnungsruf in dcm Vager jener Frevler vernommen werden möge, welche die Herzen dcö Hcimatvoltcs von einander rcißcn wollen. Nachdem sich unter den Klängen dieses von dcr Eapelle angestimmten vaterländischen Liedes die Wogcü dcr Begeisterung cin wenig gelegt halten, besticg Herr Dr. Lcitmelicr aus Eilli die Rcducrbühnc, um in lebendigem slovcnischcn Vortr^e dic gleichen Gc-dant'm auszusührcu, welche zündend in die Herzen der Nationolcn fielen. Es halte» nämlich durch oas gross-nele Thor dcr Reitschule vicle slovcuifche Männer aus dcr Gtadt nnd Um.',cbnn>i d^n W^ss in die Fcsthalle gcfllndcn, während an den Feustein dicht gedrängt dic Köpfc von Burschen hcreiulugtcn und uou oem Platze vor dcr Reitschule cinc große Menge von Landlcuttn beidclüi Gcfchlcchles Besitz gcuouuucl, halte. ^ Allc diese, so weit die Worte tns Redners von ihnen ver-nommc» wurden, stimm icii dc»sclbcn mit hundcrlsachcu „Zivio's" bei. Herr Landtagsabgcordnctcr Vrandslättcr verlas hicr^ ans ein cbcn eingctroffcncs Telegramm der Vcrfassuugs-frcundc dcr sloucnischcn Gemeinden Reisnigg, Böscnwiu-kcl, Iohanncsbcrg und Rottcnbcrg, wclchcs lantctc: „Hoch den vcrsammcltcu liberalen Deutschen und Slovcncn! Hoch dcr Verfassung! Hoch dcr Unthcilbartcit S t e i er marls!" Die Versammlung dankte für dicfc Botfchaft mit cincm dreifachen, dcn Gcsinnnngsgenofscn der genannten Gemeinden dargebrachten ,,^)och!" ES sprachen dann noch Prof. Ricck und Gerichtöadjunct Ballogh. Als nm halb sechs Uhr die Reitschule wieder der Schauplatz einer öffentlichen Versammluug wurde, welcher nach dcm Programm vier Rcsolntionen znr Bera-thnng und Beschlußfassung vorgelegt werden sollten, war dcr wcitc Ranm, in wclchcm sich wcit über zweitausend Menschen znsammcngcfnndcn haltcu, dicht gefüllt. Dcr erste Punkt dcr Rcsolntioncn lautet: „Soll dcr südliche Theil Stcicrmarks von dcm Gesammtlandc losgerissen und mit Krain und Theilen anderer Provinzen zu cincm neuen Verwallnngsgcbictc Slovcnien vcr ciniat werden?" Gchun bei dcr Verlesung des deutschen Tcxml-Anlehen «9.70. — 1860er StnatSanlehcii 10^. . — Oailtacüeii 74!'. — Creditaclie» 290.80 - London 124.60. — Silber 122.- . - K, k Dncaten 5,86' , Das Postdampfschiff „Hcrmania," Eapitän Kier, ging am 26. Mai mit 602 Passagiere» von Hamburg via Havre nach Newport ab. Kandel und Uolkswirthschastliches. Htraiul'llVss, 31. Mai. Auf drin heutigen Marltr sind «-schienen: 84 Wagen mit Getreide, 4 Wagen mit Heu und Stroh, 7 Wage» mit holz u»d 165 Stiick Ferkeln. Durchschnitts-Preise. ^ ll ft! tt7 Weizen pr. Metzen 4 40 > Butter pr. Pfund . — > 38 ttoni „ 2 90 Eier pr. Sliick . . — 1, Gerste „ -— Milch pr. Maß . —10 Hafer „ 2 20 ^ Nüidstcisch pr. Pfd. — 20 Halbfrucht „ " " ! Kalbfleisch „ — 21 Heiden „ 2 40' Schweinefleisch „ — 20 Hirse « 2 42 Schöpsenfleisch „ — -- itiituruh „ 2 85 Hahiidel pr, Slnck — 30 Erdäpfel „ -. - Tauben „ — 12 linsen „ —. i -. Heu pr. Zentner . ' — Erbsen „ - — Stroh „ . -^85 Fisolen „ 3 20 Hul^, hartes, pr. Klft 5 60 Nindsschmalz pr. Pfd. — 49 — lveiches, „ 3 34 Schweineschüial; „ — ! 44 , Wein, rother, ftr. Eimer 6 ^- Speck, frisch, „ — ! 31 — weißer „ .- — Speck, geräuchert, Pfd. — 4« ff Ä.Zu, « i ^17« < 6 U. Mg. 324..",., 4-12.4 windstill halbheiter' ys, l. 2 „ N. 825.05 -s-15? D. start igrüßth. bcw ^ " 10 „ Ab. :^6>.7 !- 9« NO schwach! !)"",; bew. ^"ll"' Morgens heittr, gegr» Mittag Geiuitlerivollen, später heftig"' Ost, bcoeuteiideiide ?lbli!l)liing. Nach A Uhr Gewitter ant« Ost mit starleu rlrtlrischeii Eütladuugen und hcstigen Güssen, durc2) Casino Restauration uon ! Fll. Iosesinc Wciulichs Damen-Orchester aus Wien Ansauft 8 Uhr. Programm au der Easse. (flltr^e 2<; kt l Vc^' Gci ungünstiger Witterung im NcstaurationslocaM Nn^s^nli^^li^f Wien, 31. Mai. Man eröffnete in alinsü'ger Stininnmg zu Coursen, welche die vorgestrige Notirnng bedeutend ilberragten. Im Laufe des Geschäftes überwog jedoch d<^ Fll'l,jlNi»l.llU)i. Ausgebot und vollzog sich ein mäßiger Nilckgang Staatbpapicre blieben m Nachfrage, Norduahnactien ficlcu in Folge der Beschlilssc der Gencraluerfammlnng ilbcr den El!'"1 sionsprcis der jungen Actien um 2 fl. Agio offerirt, Valuta war um eine Kleinigkeit höher. ^ 4. Allgemeine Ttaatsscknll». Für 100 fl. Geld Waare Einheillichc Staatsschuld zu 5 pCt.: iu Noten l)crziut«l, Mai-Nouemder üi.90 <>2,— Feliruar-Angnst (i1.«5. <>l.95» " Silber „ Iäinlcr-Inll . ,i9.«5 «59.95 April-October. »i9.^!0 en. Filr 100 fl. Geld Waare Böhmen .... „ 5pEt. 92,50 9.'i. - Galizien .... „5 „ 72. 72.50 Niedcr-Ocslerrcich. . „5 „ 94.- 94.50 Ober-Oestenrich . . „ 5 „ 98.— 94-Sicbcndllrgm . . . „ 5 „ 7<;.25 76.75 Steirrmarl ... „ 5 „ 92. 92.50 Ungarn.....„ 5 „ 81.25 81.75 j «?. Actien von Bankinstitnten. ! Geld Waare Anglo-osterr. Vank.....334.— 331.50 -'lnglu»„gar. Bank .... 112.— 112.50 Boorn-Crcdilaustalt .... 283.- 2K0 Franz-Iosephs.Bahli .... 91.80 92.20 G.Carl-Ludw. B. i. S. verz. I. Cm. 99.75 100.- ' Geld Wa« Ocstcn. Nordwestbahil .... 90.15 iioH Siebend. Bahn in Silber verz. . ^8,25 «^. Staats. G. 3"/«!> 500Fr.„1, Ein. 13125 i3^^ Sildb.G. 3>/«l.500Frc.....113.- Ns^l Slldb.-Bons 6 °/, (1870 74) M !» 500 Frcs......239.— 24«'« «. Privatlose (per Stück.) D Crcditanstalt f. Handel u. Gew. Geld M°^ zu 100 fl. ö W......16875 11''-''^ Rudolf.Stiftung zu 10 fl. . . 15.- l.'-^l iU.;ecksel (3Man,) Geld ^"»5 Augsburg filr 100 st, sildd. W. 103- 1^' Frantfnrt a.M. 100 fl. dclto 103.20 1"^ Hamburg, filr 100 Marl Va::cc> 91 3" -",,5 London, filr 10 Psiuid Sterling 124 45 l^) Pario, fl!r 100 Fraue« . . . 49.^5, ^' ^ Gours der Geldsorten ...» Geld M°l« K. Münz-Ducatel: . 5 fl. 85;lr. 5 fi-^" M Napoleonöd'or . . 9 „ 93 „ 9 ,. >" « Berrinöthalcr . . . 1 „ 82j „ 1 „ f^M Silber . . 121 „ 90 „ 122 „ ^" > Krainische GrmibeutlaNmlgS - Obligationen, ^W vatuotiruug: 86,50 Geld. 90 Waare »