LmbacherMMtung. Nr. lUU. Pränu»lelationspreis: I»! Comptoir ganzj. si. ll, b,i!bj. fl. 5.50. Fllr die Zustülluiiq i»S HauS halbj. 5»» lv. Mit der Post gimzj. fl. lli, halbj. ft. 7.50, Tienstag, 2. Mai Iuserlionegebilhi bi« 10 Zcilcn : Imal 6« tr., ^m. «0lr., »m. l fl.; sonst pr. Zeile im.N lr., 2>». »fv., ^!!!>. w lr. ii. s. w. Illscltionsstcmp^l jcbesm. :wlr. l87l. Ailltlicher Theil. Sc. l. und k. Apostolische Majestät haben mit Allcr» höchster Entschließung vom 27. April l. I. den Sections-läthen im Ministerium für Cultus und Unterricht Dr. Karl v. Iudermaucr und Joseph Krumhaar den Titel und Charakter von Miuisterialräthen und dem ^inisterialsecrctär in diesem Ministerium Johann Frei-herrn v. Paümann den Titel und Rang eincö Sec-tionsralhes, sämmtlich taxfrei, allcrgnädiast zu verleihen geruht. Iireöek m. p. Der Iustizminister hat die Vczirksrichter Joseph ^aprawnil von Mühlhauscn nach Lcitomischl, Do» Minit Zach ist al von Skuc nach Prachatiz und Vau-^tnz Kral owe? von Kralowicc in Gallien nach Stuc, alle über Ansuchen übersetzt, und den Bezirksgerichts« ndjunttcn V^athias Scdlaczek in Karolinenlhal zum ^ezirtörichter in Mühlhauscn ernannt. Der Iustizminister hat den Kreisgerichtsadjunctcn Eduard Zu der in Eger zum Ralhssecretär daselbst Unannt. Der Iustizminister hat den Vczirksgerichtsadjunctcn Johann Kuopf von Scdlcc' nach Kohljanowitz übersetzt. Der Iustizminister hat den Vczirksgerichlsadjunctcn "lois Schimal von Kohljauowitz nach Böhmisck-^rod über sein Ansuchen übersetzt und die Auscultanten ^seph Hofmann und Friedrich Reichenbach zu ^lzirlsgerichlöadjunctcii. und zwar ersteren für Hlinslo ^^d letzteren für Sedlec ernannt. Der Iustizminister hat den Bezirlsgerichtsadjunctcn ^>r. Stanislaus Häring in Wildstciu über sein An» Ulchen nach Ioachimsthal übersetzt und den NuScultantcn "drian Bröll zum Bezirlsgcrichtsadjuncten in Wild» stein ernannt. Der Iustizminister hat den Hilfsämter-Directions» adjulicten des Kreisgerichles Leitmeritz Ferdinand Kral zxm Hilfsämterdirector daselbst ernannt. Am 29. April 1871 wurde in der l. l. Hof- und StaalS- driicterci das XlV. Stlick dcö Rcichögesetzlilattes ausgegeben und versendet. Dasselbe enthält unter "t. 28 das Gcscl) vom 17. April 1871 in Betreff der Stempel-und Oediihreubesrciunss dcr Verhandlungen znr weiteren Durchführung der Al'lösnuci und Neaulirung der Grund-lasten in dem Königreiche Oalizieu und Lodomerieu mit ;., dem Großherzogthumc Kratau; "^ 2^ dns Gesetz vom 1!». Apiil 1^7 l. betreffend die Gcnchmi-gllng zum Anlaufe des WaldgrnudeS Pfafseubcrg für das gräflich Czerniu'sche Rcalfideicommiß; ^)lr. 80 das Gesetz uom 19. April 187!, betreffend die Genehmigung zur Vereinigung drs GuteS Sorgeudorf und der Wrch'schcu (Vritndc mit dcm AmbroS Graf Thuru'scheu Fibcicommissc', Nr. 3l das Gesetz vom 27. April 1871, betreffend die Forlcrhe-bung der Steuern und Adgaben, dann die Bestreitung deS 2taatsaufwandes im Monate Mai 1«7>. (Wr. Zlg. Nr. l 11 oom 29. April.) Nichtamtlicher Theil. Politische Uebersicht. Laibach, 1. Mai. In einem „S t a at s in t c rcss c und Partei-intr^rcssc" übcrschricbencn Artikel beleuchtet daS ..Präger Abendblatt" die traurig Parlcizerklüftung, an wel' chcr Oesterreich seit mehr als einem Iahrzchcnt laborirt und die scit der Bccndigllng des dculfch-franzosischen Krieges einen Höhepunkt erreicht hat, der den Patrioten mit tiefster Bckümmerniß erfüllen muß. „War fchon vor AuSbruch dieses Krieges der nationale, politische uud religiöse Zwiespalt in unseicu inneren Verhältnissen groß genug, so hat er durch das erwähnte völlcrgcschichtlichc Drama und die dasselbe begleitenden Conscqucnzen nur noch neue Nahrung gewonnen. Zu den inneren Wirren haben sich äußere Momente hinzugcscllt, unseren extremen Parteien genügt es heute nicht mehr, sich für die Centralisation, den Dualismus oder Föderalismus zu erhitzen, sie wollen auch den Gang der äußeren Politil nach ihrer jeweiligen Schablone gemodelt wissen." Das Präger Alalt schildert nun die ccntrifugalen Tcndeuzcu uud extremen Forderungen, in deucu sich die deutschen und magyarischen, die polnischen nnd c^chischcn Parteiführer, ja selbst slovenischc lnid rumänische Heißsporne auch in Bezug auf äußere Politil bewegen. „Und nicht genug daran — fährt das Blatt fort — tritt »um seit neuester Zeit auch eine besondere katholische Partei in den Vordergrund, dcrcu journalistische Wortführer nichts mehr und nichts weniger verlangen, als daß Oesterreich vor allem Anderen den Papst wieder zu seinem weltlichen Vesitzthum verhelfe und zur Erreichung dieses Zweckes selbst cincu Krieg mit Italien nicht scheue. Im Innern sollte eine „lalholische", nach Außcn cinc „römische" Politik platzgrcife», so wüuschcn es diese Politiker und darin glauben sie nuch das einzige Heilmittel für Ocstcrcich zu erblicken." „Wohin — heißt es am Schlüsse des Artikels — soll aber ein solcher politisch.r Charivari führen? Was sollte aus Oesterreich werden, wenn jeder seiner zahlreichen Parteien die Partei uud ihr Interesse Alles, der Staat aber und seine Bcdürfuissc uichts oder doch vicl weniger als die Partei gelten würden? Wohin müßte es kommen, wenn man die Bande, welche die staatliche Gc-scllschaft nach innen und außcn zusammenhalten, immer mehr lockern will, wenn das Interesse am Staate uud die Hingebung >ür die staatliche Idee dem Iulercsse der Mtionalität, der Partei, der Confession, der Stamm« Verwandtschaft hintangesetzt werden sollten? Das traurige Schauspiel, das uns hcutc daö unglückliche Frankreich bietet, muß selbst dem Kurzsichtigsten die Augen darüber öffnen, wohin ein Staat gclanat. dessen Parteien das Partciinteresse über das StaatSiütercssc stellet,. Keine nationalen, leine rcligiöscu, nur politische Wirren sind es, welche das unglückliche ^and seit langer Zeit zclflcischcn uud dasselbe scit mehr deun achtzig Jahren nicht zur Nuhc kommen lassen." Schon scit mehreren Tagen circulirt in den Journalen verschiedenartig variirt die Nachricht, daß der Statthalter von Tirol, Graf L odron., um seine Enthebung angesucht l'abe. und daß dagegen vom Herrn Minister Grafen Hohcnwart und sogar von Sr. Majestät Einwendungen erhoben worden seien. Der amtliche „Bote für Tirol" ist dem cutgcgcn in der Lage, aus ganz verläßlicher Quelle mittheilen zu können, daß letzteres Gerücht jeder thatsächlichen Gcgründl, ng entbehrt. Eine Reihe anderer Gerüchte finden wir in ocr „Bohemia" entschieden dcmcntirt. So die Meldungen des „Wiener Tagblatt" von einer Interpellation deS russischen Gesandten Nowikoff wegen der Ernennung Grocholski'ö und von einer „heftigen Srene zwischen Beust und GrocholSli." Dann die Nachricht der „Mor-genftost," daß Schmerling und Wasser im Begriffe stehen, ins Cabinet einzutreten. Alle diese Meldungen werden in einem Wiener Telegramm des genannten Präger Blattes als „grundlose Erfindungen" bezeichnet. In der Affaire Pelletcr wird nach Prager Telegrammen der ^andcsschlilrath in Folge der guten Zeugnisse, welche der Magistrat und der Director der Lehrerbildungsanstalt in Egcr dem von clcricaler Seite Angefeindeten ertheilen, im Vandcsschulrath den Antrag auf Ucbcrgaua, zur Tagesordnung über das vou cleri-caler Seite gestellte Ansinnen auf Absetzung PelleterS beantragt werden. Der allgemeine Angriff auf Paris hat am 28. April begonnen. Es wurde hauptsächlich zwischen Montrouge, Issy. Chatillon, Clamart und Asniercs, Genncvilliers, Ncuilly, gekämpft. Mac Mahou leitete die Operationen. Die innere Stadt wurde start ver« barricadirt. Einem K ricg sra ths beschl usse zufolge wird dk eventuelle Theilnahme der Deutschen znr Unterdrückung des Pariser AufslandcS nur im Bombardement von Paris uud im Kampfe außerhalb Paris bestehen. ^'llllsl'lml. Lorlotte und der Capital,. Novelle nach dem Englischen. (Fortsetzung.) 4. Capitel. korlolte toll und der Capita» ihr Hliter. Es stand eine Klisis vor der Thüre, näher und Meidender, als Madame gehofft hatte. In dem froh- ^" Monat Mai. dcr in Paris so fruchtbar an Nc- °l"tiot,en ist. verschwand Monsieur Hyacinth plötzlich j' °uf das letzte Haar seines BartcS aus dem Entresol h bcr Rlie des Magasins und gab kein Lebenszeichen l°^ lich. eben in den Tagcn dcr Piüfung. welche ^ur- l/. "in seinetwillen zu vcstthm halte, da cr als ein hab ^'""' ""f T°d und Heirat zu ihr gestanden bei ^^^ vM Tage ließ sich Monsieur Hyacinth nicht En,-. spouts blicken, sandte er weder Erklärung noch »'''^"lbiglma. Er war uicht mehr auf den Straßen dm, ''," ^" ^"llen zu sehen, man hörte nichts mchr svr i "' "°ch war er in irgend einer Gesellschaft zu flii^"' 6s war, als habe er sich in dünne ?ust vcr° N'm k - "^ sc' kr plötzlich unfaßbar geworden, wie nur ^ cm Gespenst dcr alten oder ucucu Zcit. Vel's, ^""'c licß sich zu keiner Bemerkung über sein ei„ '^wli.dc.i mis ihrcr Gesellschaft herab; doch cs war d^ ''"lndrücktcr Glanz in ihren graugrünen Augeu, ""hl ausdrückte, waS sie verschwieg. Monsieur l äußerte seine Verwunderung, erschrack dann darüber, äußerte sie abermals und nahm sciuc Worte wicdcr zurück. Lorloltc wurde zweifelhaft, bestürzt, betäubt; doch wollte sie sich uicht beleidigt zeigen. Sie starrte in Madame's Gesicht, als wolle sie ihr durch und durch bis auf den Gruud dcr Seele scheu. Halte sie dies vcr» ! anlaßt ? Doch ueiri; Madame war ehrlich in ihrcr Rücksichtslosigkeit, Geradheit und Herrschsucht, und Madame's Gesicht war das einer unschuldigen, vou nichts wissenden Frau. ^orlollc sah aus einem dcr Fenstcr von Madame's Salon, der auf cincu Hinlcihof hinausging und etwas ^ wie einen Savoyardemuisblick von Dächern und Kaminen ^bol; doch sah man auch cin majestätisches, altes Hauö in dem Hofe, das in dieser Eigenschaft längst ucrlasscn war und nun als WaarculMlS dicnte. Ocde hcnschtc in dem alten Hof und Gurten; verkrüppelte, oeltrocknete, moosbewachsene Bäume, die kein Sommer wicdcr verjüngen louutc, Schliugpflanzcn an den Mauern, Tiger' latzcu, Jean Jacques' Sperlinge bewachend, waren Alles, was sich von Leben an dem Orte befand. Die liefe Ocde und Verlassenheit dcS Hauses conttaslirten seltsam mit dem AourgcoiSglauz und Flitter von Madame's Salon, und cs war etwas ln diesem Contrast, waS Lorlnlle ihre kleinen Hände ballen machte und sie dem Capitau zuflüstern Ueß, daß sie ihn in dcr Fensternische zu sprechen wünsche. „Wollen Sie nachsehen, was ihm begegnet ist? Sie sind der Einzige, der noch etwas Rücksicht für mich hat, so daß ich Sie zu bitten wage, mir cineu Dienst zu erweisen; wenn Sie es verweigern, muß ich irgend einen anderen Boten finden." Er verweigerte es nicht; die ziegelroche Farbe seines Gesichts stieg bis zu den Wurzeln seines kurzgcschorcncn, graugesprenleltcn Haares hinauf; er glüßtc, indem er die Hand an seine braune Stirn legte und ihren Auftrag mit der halbmilitärischen Phrase beantwortete: ..Gewiß, Mademoiselle, unfehlbar," und im Augenblicke fortging. Er kam am Abend zurück, vielmehr erhitzt, als sich durch den Marsch nach und von Monsieur Hyaciuths Wohnung zurück, auch wenn er ihn in der Hälfte der Zeit gcmacht hätte, rechtfertigen licß. Er war verlegen, bekümmert. Er wußte, daß er im Begriff war, zu verletzen, zu verwunden, das Herz des kleinen Mädchens zl, brechen, das ihm einst zur Frau bestimmt gewesen war. Es hieße wenig sagen, wenn man behauptete, daß dcr Capitän lieber gegen die Mündung einer Kanone marschirt wäre. die er ja so oft mit dem uncrschülter-lichen Muthe des tapfern Mannes, des geborenen Soldaten halte rauchen sehen; nein, er würde sich lieber mit gesenkten Fahnen und abgeprotztem Geschütz vor dem Feinde zurückgezogen haben. Doch Mademoiselle hatte ihn zu dem Dienste aus» erkoren, sie von der verzehrenden Angst zu befreien und cr wollte sie davon befreien, mochte sie ihn darnach auch ewig darum hassen. Ein 'Iöt,o-5-tüw war leicht zu erlangen. „Wo ist Monsieur Hyaucilh," fragte Lorloltc. iu der Äugst und Verwirrung alle Zurückhaltung bei Seite setzend. „Warum kommt er nicht? Hat man cs ihm untersagt, ihn beleidigt?" drängle Lorlottc, indem ihre Fragen sich so rasch wie uicdcrzuckcndc Blitze folgten, ihre klaren Wanaen nicht mehr wie Imnrosen erglühend, sondern mit dem 720 General Fabrlce erhielt die Weisung, dahin zu wirken, daß die von den Franzosin noch zurückgehaltcncu 1100 deutschen Gefangenen sofort in Freiheit gesetzt, die ge-capcrtcn deutschen Schiffe herausgegeben und die Brüsseler FriedenSvcrhandlungcu beschleunigt werden. Ein neues Journal unter dem Titel „ ^ a P a i ^" wird von der Pariser AuSglcichSpartci herausgegeben. Dasselbe schreibt: „Unter Kanonendonner begin» nen wir die Herausgabe des Glattes, nicht in Friedens-zeiten. Paix nennen wir uns, durch die bcjammerns-then Ereignisse, Mißverständnisse, Böswilligleilcn und Ungeschicklichkeiten auf beiden Seilen bewogen. Unsere VersöhnungSgedanlen machten die Zweifler lächeln, die Uebel spannten crrölhen; doch werden sie von Herzen gebilligt. Man ist der Commune müde, die ihr Pro-gramnl nicht erfüllte." Ein Correspondent der „Köln. Ztg." schreibt auS Parts: „WaS ich vor wenigen Tagen über den ununterbrochenen brieflichen Verkehr zwischen Mac Mahon und dem Kaiser Napoleon erwähnte, kann ich heute bestätigen Nicht nur Mac Mahon, sondern auch der Inzwischen beseitigte) Reilcl'gcueral Marquis de Galiffct und noch andere, die unter Thiers gegenwärtig hervorragende militärische Posten betleiden, corrcspoi-.dircu mit dem Kaiser, und wenn den Berichten, die dicscm zugehen, zu glauben ist, stehen dessen Aussichten auf «'ine baldige Restauration in höchster Blüthe. Er selbst kam in den letzten Tagen mehrere male nach London und fianirte durch Pall Mall und Piccadilly. Um Versailles aber sollen bereits an 140.000 schlagfertiger Truppen äuge-sammelt scm, die — so lautet eine Mittheilung des Marquis de Galiffet — nicht nur durchaus verläßlich, sou» dern gegen die Pariser Commune wuthcutbrannt und im Herzen „gut kaiserlich" gesinnt sind." Die „Kreuzzcitung" erfährt, daß über die Bade» reise des Kaisers Wilhelm noch keine Bestimmung getroffen wurde, jedoch sei ärztlicherseits zuerst Cms, darauf Gastcin vorgeschlagen. Demselben Blatte wird glaubwürdig versichert, daß die vom Kaiser, einem Wiener katholischen Blatte zufolge, einer katholischen Dc-putation ertheilte Zusage, der Kaiser werde nach Beendigung des Krieges gemeinschaftlich mit anderen Fürsten Schritte gegen die italienische Occupation Roms thun, in solcher oder ähnlicher Form und Bestimmtheit vom Kaiser nicht ertheilt worden sei, sondern nur die allgemeine Bereitwilligkeit versichert wurde, die bezüglichen Verhältnisse und Interessen seinerzeit in Erwägung zu ziehen. Die „Kreuzzeituug" erfährt endlich. daß die Truppensendu ngen nach Frankreich insoweit wieder aufgenommen werden sollen, als dies die dauernde Erhaltung der Schlagfestigkeit der dortigen mobilen Truppen bedingt. Die ..ssreuzzeitung" demcntirt die auch von uns neulich reproducirten ErklaruuM des Herzogs von Natilior über die angeblichen Versprechungen Kai« scr Wilhelms zu Gunsten des Papstes. In Berliner diplomatische» Kreisen wird erzählt, der Pap st habe durch die deutschen Bischöfe dem Kaiser Andeutungen machen lassen, daß er in Anbetracht der unerwarteten Spaltungen in der Kirche und abweichenden Haltung seitens der Staaten gewillt sei zwar nicht zur Rücknahme dc« UnfehldarteitSdogmaS (da solche un< zulässig), dvch zu einer alle beunruhigenden Auslegungen des Dogmas paralysircndcn Kundgebung gelegentlich seines fünfundzwanzigjährigen RcgierungSsesteS. Der Münchener Magistrat geht gegen die städti« schen Religionslchrer vor, welche mit dem Unfehlbar-keitSdogma das Gewissen der Schüler beunruhigen und beschwert sich hierüber l>ci der StaatSregicrung; cs liegt bereits cin Antrag vor. ev'cdigtc RcligiouSlchrcr stclleu nur Plicslnn zu vnl^ljcu, wclchc dic Nüfchibal' kcit nicht anerkennen. Das englische Ministcrium ist in Gefahr, gestürzt zu werden. In der Sitzung des Unterhauses vom 27. zeigten mehrere Milgllcder an, daß sie am Montag (hcutci einen Antrag cmbri-ngcu würden, welcher die Volschlägc des SchatzkanzlcrS Vowe in Aeiug auf die Erhöhung der Einkomuicüsttuer verurtheilt. Cin von der Regierung bckämpftcl Antrag iu ^czug auf die Benützung des Waldes von Cpping durch das Publikum wurde mit 170 gegen 96 Stimmen angenommen. Zu eincr starken AngriffSwaffc gcgcu daS Cabinet dient auch dessen Politik während des deutsch-französischen Krieges. Sitzung des Abgeordnetenhauses. Wien. 28. April. Präsident Ritter v. Hopfen eröffnet die Sitzung um N Uhr 20 Minuten. Auf der Ministerbank: Ihre Excellenzen die H wcldc das Notariatsinstitut der ohnehin gemig^ Sympathien ans dcm ^andc verlustig ^.ehen und die noÄ , etwa vorhanden? Sympaihie wird in vollständige Auli- ! palhic umscl'lagcn. Er wcrdc daher dagegen stimmen. Abg. Dr. Zaillner stellt den Antrag: Zur unbcdil!gl>.'n Eintragung eines dinglichen Rcchtcs :c. >» die öffcnll'cht'n Bücher »st cin NolariatSact in authM' lischer Ausfertigung nolhweudig, cS wäre denn, daß die Urkunde, auf Grund welcher die Eintragung nachgesucht wird, von eincr öffcntlickcn Behörde ausgcfcrtigt irei' den wäre. Dcr AntragsttUcr motiuilt dicses >'lmendc!»c' damit, duß cs, um den angestrebten Zweck, die Anth^ ticilät der öffentlichen Bücher zu erreichen, nicht lilos auf die Echtheit, den Unterschied, sonder« auch auf dcn rechlsgilligcn Inhalt dcr Ulkundc ankomme. (Der Ä>p trag wird unterstützt.) Dr. Knoll beantragt, evcntucll dcn ^egalisiruugs' zwang auf Rechte, dcrcn Wcrlh sich übcr 5>00 fl. de« ziffcrt, zu beschränken. (Wird unterstützt) Abg. Fux spricht sich gegen dcn Antiag Knolls aus. Dcr ^cgalisirungszwang sei kein Vcdüifniß, ma» erkünstle nur cin Bedürfniß, dcun er habe leinen Goden im Rechlsbcwußtscin dcs Voltes. Ziicht eilic einzige Pe< titon, nicht cin einziger Landtag habc dcn WiNlsch nach dem ^cgalisiruugszwaug ausgesprochen. Rcducr beruft sich auch auf die Organe dcr öffentlichen Meinung in dcr Presse, welche sich sämmtlich g,gc-i den ^galisirungS-zwang aufgesprochen oder doch ftyr llll)l vcrhaslcn habiN. Ist dcnu cin Zweifel an dcr Auchenlicität dcr Krund« düchcr in dcr letzten Zcit aufg.tauchl? Ncin, die Klagc» richtcten sich gegen die Langsamkeit und die Vcr,chltP' pung in dcr Grundbuchsordunug, und diese Klagcn wei' dcn sich bei de'ii Lcgalisirungs^wuug noch veiluehrc». Dcr Iuslizministcr Dr. Hab ict inet hebt hel'< vor, daß dic ^egalisirung mit dcr Wahrung dcs öffeul-lichen Vcrtraucns und mit der Hebung des Tabular« wescns im innigsten Zusaumlcnhang steht. DaS VcrlraurN in die öffcnllichcn Vüchcr hängt davou ab, daß die Oe» sctzgcbu!^ von vorn hcrcin die Möglichkeit abschneidet, auf Gli'.nd falscher Urkunden ins öffentliche Buch z" lommcn u!,d um dicsen Zweck zu crlangcn, scheint ihm dcr Legalisirungszwang unerläßlich. Dcr Ansicht, daß dcr legalisirungszwang für dc>' GeschäslSvcrkchr hemmend sei, lönnc er sich nicht anschlic^ ßen und habe dicS bereits aufführt. Er habe scho" darauf hingewiesen, daß die VcnNlcule denn doch im Laufe d.'r Woche immcchn, Z.^it haben, den Notar aus-zusuchcu oder sich an das G.richt zu wanden, um 5oit dic ^egcilisirung bewcrtstelligeu ^u lassen. Dic RcgicrungSvorlagc bczweckt vor ollem dcn Schutz dcr sogcuauntcu tlcincn i^eute, dic sich mit llci-ncn Beträgen am RcchlSveikchre betheiligcu. Gerade dicse würden abcr durch dic Annahme dcs Antrages dcS Aba. ssnoll schutzlos werden. Endlich liegt abcr noch cinc Ocfahr in der AN" nähme deS Knoll'schcn Antrages. Wcnu wir die ^egali-strung crst bci 500 st. eintreten lassen, so eröffnen nul selbst die Hinterthür, durch welche das Gesetz umgangen wcrdcu kann. Wer eine Urtundc von grußcm Bcttagc fälschen will, der wird daun in dcr Weise opernen, d^iß er mchrcrc Urtuuden in kleiueren Bclrä.en, die sich unlcr dcr Greuzc von 500 fi. haltcil und dic lcincr Legalist rung bedürfen, ausstellen wird. Purpur der Leidenschaft übergössen, ihre Vcilchcnaugen! weit geVffnet, die Nasenflügel bebend vor innerer Erregung. „Monsieur Hyacinth ist ganz eigenthümlich beschäftigt," murmelte der Capitän leise und langsam, indem er seinen Kopf ungeachtet des steifen Kragens hängen ließ. „Aber wie? — ich will eS wissen," rief Lorlolte, ihre Hände zusammenschlagend und mit dem Fuße stam-pfend. „Mein Gott! er ist krank, er ist todt!" ..Oh, keineswegs Fräulein; uichtsweniger als das," erwiederte der Capitän, indem er sich geräuschvoll die Nase putzte. «Hat er Ihnen nicht aufgetragen, eS mir zu sagen?" „Ich wartete auf leinen Auftrag. Ich fürchte, er war zu sehr in Anspruch genommen, um daran zu den' ken, doch ich sagte ihm selbst, ich würde Ihnen mittheilen, daß — daß Monsieur Hyacinth sich hcute Mittags in dem Bureau des Friedensrichters seines Bezirkes und u«mittelbar darauf, in der nächsten Kirche verheiratet hat — denn Mademoiselle Minie ist eine gute Ka> tholitin — mit Mademoiselle Minie Viricn, gewesenes Nähmäbchen in einem Ausstattungsladen iu irgendeinem Stadttheil — Ms dlsua! — Ich habe den Namen vergessen." polterte der Capitän mit einem unglschicklen Versuch, sein Wissen zu verbergen. „Sie sind wie Alle," rief daS arme Mädchen, in< dem sie sich blindlings gegen ihn wandte, in ihrer Angst bis zum letzten Augenblicke lä'mpfenb und Widerstand leistend. ..Sie sind gedungen, mich zu betrügen und zu verrathen." ! „Hören Sie mich. Mademoiselle," flehte er. Er lehrte sich nicht an ihre Undankbarkeit uc,d Rücksichtslosigkeit; er Hütte darüber ebensowenig entrüstet sein können, als er in Zorn gerathen wäre. wenn ein armes kleines Hündchen, das vor eincr stunde noch seine Hand geleckt hatte, nach derselben geschnappt hätte, da sie im Begriffe war, cin Messer aus seiner Nähe zu entfernen. Er war nur bemüht, sie aufzuklären, ihr die Augen zu öffnen, obwohl sie davon erschüttert, zur Verzweiflung getrieben werden mußte. „Monsieur Hyacinth war vor drei Tagen Mor< gens im Bette schuldenhalbcr verhaftet worden. Seitdem hatte er sich bis heute früh im Gefängniß befunden. Er wußte, waS ihn erwartete und, verzeihen Sie, Made^ moisellc! wollte sich mit Ihrem Vermögen retten. Er glaubte, cs wären Tausende, nicht Hunderte; Monsieur Dupont hatte sich in der Angabe der Summe geirrt, an dem Tage, da er ihn auf die Eisenbahnstation brachte und ihn als Begleiter nach Montmorency vorschlug; Monsieur Hyacinth hatte ein Gerücht von Mademoiselle Agathe's Mitgift vernommen und fremd, wic cr war, verwechselte er die beiden Verwandten." Lorlotle war gebändigt; sie sank in sich zusammen und indem sie ihr Gesicht mit den Händen bedeckte, murmelte sie bitter: „Nlles niedrig, alles gemein, vom Ersten bis zum Letzten." Doch der Capitän, obwohl sein Herz für sie blutete, wußte nicht, was es heißt, einen Bericht unvollendet zu lassen oder einen Mensche» an die Wand zu schleudern und den Gefallenen zu treten. .Monsieur Hyacinth war in Verzweiflung," fuhr er sort," und wurde, wie ich sagte, am I7ten verhaftet und geräuschlos fortgeführt. Cr ging, ohne zu sagen' daß er wünsche, soviel als möglich daS Geheimniß zu bewahren und die Beamten im einfachen Kleide, wie cin Freund vom ^andc zu begleiten, — wic wir Allc iu solchen Fällen cS thun, Mademoiselle; doch jemehr man es geheim zu haltcu wünscht, desto länger wird man auch auf die Befreiung zu warten haben. Wa5 thut uun das tapfcrc Mädchen Munc?" f„hr dcr Capitän fort, sich immer mehr und mehr an dcm Gegc"" standc erwärmend und cincn Augenblick das Interesse seiner ZulMmi vergessend. „Sie wird von dem Ungemach unterrichtet; sie verzichtet für die nächstcu drci Tage uud Nächte auf Arbeit, Nahrung und Ruhc: das treue Mädchcu fliegt umhcr, -- (ganz verstohlen, dic ganze Zcit hindurch daß Gchcimuiß bewahreud, Ste uct-stehen?) — sie eilt in alle Iournalbureau's die Geld au Hyacinth schulden uud zu alle» Freunden, die welches von ihm sscbotgt habcn — sie müssen zahlcu v?r dem Tage dcr Abrechnung, Sle fügt ihren eigeuc» llei-nen Vorrath hinzu: sie verlauft die unbedeutenden 9M bcl ihrer Dachkammer und legt auch dics dazu. bis die Summe voll ist und sic, diesen Morgen, ihren FrclN't' als freien Mam, wieder aus dcm Gefängnisse h^t; uin' freilich, daß cs nur nackte Wände sind, in dic er s^! zurückziehen konnte. de,m die Gläubiger habeu alles hi»' weggenommen. Sie ist bei ihres Gleichen, bci mchr als ihres Glcichcn, denn sie hat nicht einmal nackte Wäüdc, wohin sie gehen könnte und lann nun in den Straße» betteln, da sie von ih>en Arbeitgebern um seinctuiillc» entlassen wnrdc." „Haltcn Sie ein. Capitän," gebot ihm ^orlolte. ihre Hände sinken lassend und den Sprecher mit blasse'" 721 Der pegalisirungSzwang wird hierauf m nsincut» ucher Abstimmung mit 71 gegen 70 Stimmen abge« ^thni. Ocgen dcn Zwang stimmti'n die Bauern und >^st sämmrlich? von ?en Landgemeinden czewähltc Ab^c-^dnctc, sowie viele Großgrundbesitzer. Das beschlossene Gesetz beschränkt sick jctzt nur auf dcn § I. wclchcr die Mliyleit qewisscr Nechtohandlnngen. wie Ehepacte, zwi» !chen Ehegatten geschlossene Kauf- uud Darlehensver-^c,e :c., von der Aufnahine eincs Notariatsacteö über b'eselben bedingt. Zmci u.citere PailMap'ie des Gesetzes tntfallen nach dem N^suilat dieser Auslinimnng, und bei ^lu § 4 wurde auf den Antrag dcö Abg. NydzowSli die ^lisnahmc Galiziens (wegen Mangels an Notare) auf« ^hodcn und das Gcsctz auch auf Galizien ausgedehnt. Der Finanzausschuß clstattet noch Gericht über Petitionen uni ^' w!>kli,g .ilics Gesetzes für Verlängerung der Slenclfrelheit bei Ncu<, Zn« und Umbauten; kr beantragt, in eine Verlängerung für so lange einzn-Nthcn, bis das neue Gcbaudesteucrgesctz votirt sein ^^'rdc, (Angenommen) Derselbe AussHuß rcfcrirt über den SluatSverlrag 'Uit Nordamerika über die Ein» und Ausbürgcrung der N'-gmseitigen Sta.l!i. ein allgemein,S Bombardement auf der Südfrout u>'d das Vorrücken in der Gegend von Neuilly Dom-^owöli erwählt in seinem Rapporte, daß er beim ersten ^'Prall von den Vcrsaillcrn ans allen Positionen gcwor-^>l wurde, versichert aber, daß er sich wieder in dcn Vc« !>^ dcr Stellungen zn setzen verstand, eine Angabe, die beerst bezweifelt werden muß, weil alle früheren auch 'Ucht wahr warcn Gcwiß ist, daß sich die Versailler ^lupp?n nnf dein rcchtcn Ufcr zwischen Clichy und Long-^anip^ concentiircn, um Dombrowski aus seinen letz« ^'n Stellungen iu dem östlichen Theile von Neuilly zu ^ibei, nud dlniu gegcn dic TlaMmwallui'g zu opcrircu. ^s Aomdlildemclit. welches der Mont Valerien gegen °'c Porte Maillot richtet, hat leinen Augenblick aufgört. Viel energischer, als im Wcslcn, geht dcr Marschall ''" Süden von Paris vor, Die Forts Issy, Vanvcs, ^lialillott und Montrouge wcrd.n von den VclsaiUcr ^l>f den Höhen von Elamart, Mcudon und Ehatillo» lNichlctcii Batterien so heftig und erfolgreich beschossen, daß die ForlSartillcrie bereits zum Schweigen gebracht N'nrdc. Nnr die auf dcn unter Trochu gegen die Deut» lchcn errichteten Vorwerken befindlichen Batterien der Födcrirtcn antworten noch fchwach; sie behindern die VarlamcntStruppen in dcn Anlagen van Parallelen gegen ^ö arg mitgenommene '^ort Iffy nicht und werden auch ^n schiießlichcn ssall der Süowcstforts nicht aushalten 'ünnen. Ein Sturmangriff gegen eineS dcr Südforts !^t noch nicht erfolgt und dic Pariser Nachrichten, welche ^ scharfe Necognoscirung für einen gewaltigen Sturm ^gabcn, Kadett wieder einmal übertrieben. Die Ein» ^hlne von Moulineaux, des Dorfes westlich von Issy, "^r nur eine vorbereitende Operation. ^slö'ttem Gesicht anstalrend. „3ic hat All^s für ihn ^lhcm; ^. ^üßlc eiu brutaler Mensch sein, wenn er ''M seinerseits Alles für sie thäte. Ah, sie hat oaS ./nc Recht an ihn und fic mag ihn behalten," fügte flotte mit einem krampfhaften Anstachen hinzu, indem ^/ rasch, wie ein Pfeil durch die Luft schießt, zu dem glichen Verfahren, „neuen Muth zn fassen," übcr< "l"g- „Möge es ihr wohl bekommen." Der Capitän bewunderte und billigte dies Versah« .^ keineswegs. Er verwies es ihr vielmehr durch den ^fachcn Ernst nnd die Äeharrlichkeit. womit er seinen ^"'cht vervollständigte, „sie sitzen Hand in Hand «! ihren uacktc» uicr Wändcn; sie lehnt an seiner s^ust, ohnmächtig vor Hungcr und der Glückseligkeit, '.Ulc Frau zu sein; er reicht ihr die letzte Kruste Brot ,"d dcn letzten Tropfen Wcin, den er sich verschaffen b ""te und weint über ihr, indcm er schwört, sie zu lie. i." Ulld nur für sie leben zu wollcu. Er bittet Sie. t?, zn vergeben uud ihn zu vergessen; und Sie — ^llll Sie es; vergeben Sie den armen, jungen Unglück' ^n und segnen Sie sie. anstatt ihnen zu fluchen, °u ont2li5," flehte dcr Capitäu. l,.«,, "°ch Lorlotte riß sich uou ihm loS, mdem S>e ^"lN auöricf: ..Ich, ich habe nichts zu vergeben und xm'^lW'. Doch es gibt Jemand, dem ich vieles ab cv^ 'cn habe. Ich werde Sie nicht vergessen, Capitäu. ^ llebc Sie." Gcwiß eine verkehrte, unbesonnene, uu. s^icnhnftc Rede, die jedoch des Capitan's Gehirn ,., "'dcln machte, als sei eine darunter angelegte Mine gegangen. (Schluß folgt.) Die Versailler Telegramme coustatiren mit Be« dauern, „daß der Kampf mit jedem Tage erdilterlec wird. und daß ungemcin viele Opfer i>.!1''tt" uud doch' sieht sich Thiels noch nicht veranlaßt, zu dem probaten Mittel der Aushungerung von Paris zu greifen. Die Pariser Commune ist sehr gut daran; ^uvul dic 3tadl von allen Seiten eingeschlossen und von dem iwriqen Frankreich abgesperrt ist, obwohl sich alle Eisenbahnlinien in den Händen der l.'galeu Nc^icruug lxsindcu, !)3t sich die Comimme einzig und all.iü »ur darüber zu beklagen, daß die Prooiau-züge nicht „regelmäßig" eintreffen. Da ist das Vertheidigen ciuer ^stung freilich leicht, wcnn dcr Fcind die ^ebenkmillelzufuhr uicht behindert. Dic Unfehlbarkeit und dcr Rechtsschutz dcr Kirche. Der .Mg. Ztg." wird aus München Ende April, geschrieben: Sowohl das baierischc Strafgesetzbuch von 1801 als auch das neue deulsche Strafgesetzbuch erblicken in der Religion eine Grundlage ocö Staates, und schuhen dieselbe gl!gen Angriff.' uud Herabwürdigungen. Die öffentliche Verspottung und Verächtlichmachung der kehren. Gebrauch? und Einrichtungen cincr im Staat anerkannten Religionsgescllschast ist mit Strafe bedroht. Ebenso die Störung des Gottesdienstes uud die Verübung von Unfug in Kilchc» oder anderen religiösen Versammlungsorten. Die Behörden der vier in Baicrn auertannten christlichen Ncligionsgcscllschaftcn, sowie die einzelnen Neligionsdicncr, werden in Bezug auf Amls-vcrrichtungm gegen Beleidigungen und gegen Widersetz« lichkciteu durch dieselben Slrafvestimmungen geschützt, wie die Behörden und Beamten des Staats. Es wirft sich nun die Frage auf: ob die das Un« fchlbarlcitsdogma lchrcnd? latholifchc Kirche noch An-fpruch auf diesen durch die Strafgesetze gewahrten Schutz habe, insbesondere ob einc Verspottung oder Verächtlichmachung der Lehre von der Unfehlbarkeit (nach Art. l59 des baicrischen oder § 166 des deutschen Strafgesetzbuchs) strafbar sei. Wir bejahen die Hauptfrage, wir verneinen dagegen die Unlcrfrage. Allerdings wird dcr Eharatlcr dcr katholischen Kirche durch das Unfehlbarlcitsdogma so wesentlich geändert, daß dieselbe als einc ncue Kirchengesellschaft crschcmen muß. Das Dogma enthält nicht blos einen neuen Glaubenssatz, sondern es ändert auch strotz aller gcgci>-thciligcn Versichcruugcn vieler Infallibilistm) die Verfassung und die Gcwallvcrhältnisse in dcr katholischen Kirche. Eine Ncligionsgcscllschaft, in wclchcr der an dcr Spitze stehende Mann allein nnd in bindender Weise die Glaubenssätze auslcgcn nnd feststellen darf, ist eiue andere als cine Ncliaionsaescllschaft, in wclchcr das Oberhaupt lediglich daS ausl,csprochcn hat, waS von ihm und von dcu andern Vorständen der Gesellschaft über« einstimmend als Glaubenssatz bezeugt wird, Dcr baie< rischc Staat hat mit dcr katholischen Kirche einen Vcr° trag abgeschlossen zu einer Zcit. in welcher das Zeugniß der Bischöfe für Glaubensfachcn maßgebend war, in welcher die baicrischcn und die ihnen geistcs- und bil» dungSverwandtcn Bischöfe der andern deutschen ^'ande entschüidcndcu Einfluß ans die Feststellung dcs Glaubens haben konnten. Das Eoncordal hat nur ciucr auf diese Weise organisirtcn Kirchengcscllschaft die Erhaltung vcr» spvochen. Der baierischc Staat ist daher der die ncuc Lehre festhaltenden katholischen Kirche gegenüber nicht Mehr zur Anerkennung und E.Haltung verpflichtet. Aber es ist auch uur dcr Staat, welcher dcr umgestalteten Kir-chcngescllschaft die Anerkennung und deu Schutz entziehen kaun; einzelne Personen oder die Gerichte sind dazu nicht befugt. Dem Staate liegt ob, zur Beseitigung der Spaltungen, Verordnungen und Mißbrauche, welche durch die neue ^ehre in dcr katholischen Kirche eingc'.issen sind, zur Wiederherstellung der Eiuigkeit und kirchlichen Ordnung unter seinem Schntz eine Kirchcuvcrsammlung zu veranlassen. Sache des Staats ist es, durch ein Ver» fassungsgrundgesetz der an der neucn Lehre festhaltenden Kirche die weitere Anerkennung zu entziehen. Aber so langc dcr Staat die katholische Kirche als solche anerkennt, so lange muß sie auch von den Einzelnen und von dcn Gerichten anerkannt, so lange muß ihr der Schutz gewährt werden, welchen das Strafgesetzbuch dcn ane« kannten NcligionSgcscllschaften verleiht. Anders verhält es sich mit dcr neuen Lehre selbst. Sie ist ohne die verfassungsmäßig nothwendige Erlaub, uiß des Staats vou den Bischöfen verkündet worden, sie wird gegen das Verbot des Staats aufrecht erhalten. Das Unfehlbarteitsdogma ist in Folge dessen dem Staat und scincn Organen gegenüber nicht vorhanden, ist leine Lehrc dcr — vom Staat anerkannten katholischen Kirche. Das Dogma erfreut sich deshalb auch nicht des straf« rechtlichen Schutzes. Der gebildete Maun wird sich bei Bekämpfung der staatsgcfährlichen Neuerung stets eines anständigen Tones befleißigen; aber das Strafgesetzbuch kann anch gegen Verhöhnungen und Verspottuugcn dcs Dogma'S nicht angerufen werden, so wenig als etwa gegen eine Lächerlichmachung der bekannten Eommmnsten» idee von der Vertheilung des Eigenthums. Hllgesnenigkeiten. — ' (O stasia tisch.' Exped i i io „,) Die Nachricht, baß der Kostenvorcmschla., fur die oswsiatischc Expedition nicht unbeträchtlich überschritten worden, und daß über die Art der Bedeckung der Küsten Ministerco>,fere»zen stattfanden, ist allerdings richtig, vrrdieni jcdoch dahin erläutert zu werden, daß der ursprüngliche Kostenrwranschlag von 533.000 st. nur auf 14 Monate berechnet u»>, während die Expedition durch ein Zusammentreffen von Umständen, welche außerhalb jeder Vercchnung lagcn, beinahe 30 Monate in Anspruch genommen hat, und daß zwei furchtbare Drehstürme im chinesischen und japaucsischen Meere, von welchen die Fregatte „Donau" heimgesucht wurde, ganz außerordentliche Auslagen zur Folge halten. Dic Fregatte „Donau" mußte im Hafen von Honolulu auf den Sand-wichsinfeln einlaufen, um die nothwendigsten Reparaturen vornehmen zu lassen, und es war noch ein Gliicksfall, daß ein dortiger Schiffbauer einen Ehrenpuukt darein fetzte, die Ausbesserungen vorzunehmen, und zn diesem Zwecke ein cigenes Dock baute. Sonst hätle die Fregatte mit schweren Kosten nach S. Francisco bugsirt werdeu müsseu, da sich in einer Entfernung von mehreren laufend Meilen kein passendes Dock befindet, groß genug, um ein Kriegsschiff von den Dimensionen der Fregatte „Donau" auszunehmen und zu repariren. — (Ländliche Einfall.) Anton Helmer, Bauer aus Pöllichsdorf, erschien kürzlich im Sparkcisscgebäude zu Wien, um einen Betrag vou 300 fl. zu deheven. Ein unbekannter, elegant gekleideter Mann erbot sich, dem Bauer dieses Oeschäst zu vesorgen. Der Letztere war sehr erfreut über die Freundlichkeit des „gnädigen Herrn" und wartete in der Vorhalle, bis er zur Ueberzeugung gelangte, daß er das Vpfer eines Schwindlers geworden war, — (Verrenkung des Oberschenkels.) Zu Trieft erregt eine Frau, Regina Dal Cin aus Vittorio in der Proviuz Venedig, in ärztlichen Kreisen das größte Aufsehen. Ihre Specialität bildet die Heilung von Huft-verrentungen. Bereits hat selbe mehrere Proben abgelegt. So nahm sie am 21. April in Gegenwart der Aerzte Bohota, Cappelletti, uud Krauß an dem 17jährigeu Fräulein Ida Feuderl, das seit 12 Jahren an einer Hüfwer-rentung litt, eine gelungene Operation vor. Einer der genannten Aerzte macht der „Tr. Ztg." darüber folgende Mittheilung: Die Einrichtung einer seit 12 Jahren bestehenden Verrenkung des Oberschenkels im rechten Hüftge-gelenke nach rück- und aufwärts bei dem 17jährigeu Fräulein I. F. wurde von Frau Dal Cin in 20 Secunden vollbracht. Frau Dal Cin, welche bei diesem Fräulein durch 4 Tage Leinsamenmchl-Uiuschläge auf das betreffende Geleuk machen ließ, vollführte am 21. April um 9^ Uhr früh dic Operatiou auf folgend,.' Weise: Sie faßte deu rechten Oberschenkel des frci im Bette liegenden, von Nie« mandcm gehaltenen noch unterstützten Fräuleins mit der linken, den Unterschenkel mit der rechten Hand, brachte die ganze Ertrcmität zum Körper iu eine» Wiukel von beiläufig 65 Grade, in dieser Stellung führte sie durch Zug und Nollung des Oberschenkels nach außen und plötzliche Senkung der ganzen Extremität dcn Gelenkkopf in seine ursprüngliche Lage. Die scheinbare Verkürzung der unteren Gliedmaßen in Folge der Stellung von 1^ Zoll betrug nach der Operation blos 1'/.^ Linie. Die Stellung beider FUßc wurde normal, während früher der rechte Fuß mit den Zehen nach innen, mit der Fcrfe nach außen stand. Schmerzen empfand die Patientin während der Operation keine, denn als dicfelbe in dcr kurzen Zeit von 20 Sekunden vollzogen war, fragte sie, wann der Anfang sei. Nach angelegtem einfachen Bindenverbande mit einer kleinen Holzfchiene wurde der Patientin Ruhe durch 14 Tage zur Pflicht gemacht. Das Resultat der Heiluug in Betracht der hier bestehende» pathologischen Veränderungen sowohl in den hier befindlichen Muskeln als auch Bändern und Knochen wird seinerzeit bekannt gegeben werden." Mittlerweile hat Frau Dal Cin hier noch mehrere gelungene Operationen vollbracht uud es werden im Spüale Anstalten getroffen, damit sie solche unter ärztlicher Aufsicht an Unbemittelten ausführen könne. — (Ein Wechsel der Stimmung inFrank< reich) macht sich den Deutschen, den so grimmig gehaßten Deutschen gegenüber allmälig bemerkbar. Dieser Wechsel begann gleichzeitig mit der Herrschaft der Commune in Paris, die somit wenigstens ein gutes Wert Verrichtet, nämlich den Nationalhaß der Franzosen gegen Deutschland untergrabt. DaS schlagendste Beispiel dieser Wandlung der Ansichten gibt soeben Nouen. Dort stand während des Krieges der nationale Fanatismus in üppigster Blüthe, und kaum eine Stadt Frankreichs hat so viel verbissene Feindschaft, so viel störrige Widersetzlichkeit gegen die deutschen Truppen bewiesen, als gerade Rouen. Man hätte glauben sollen, die Bürger von Rouen könnten den Augenblick nicht erwarten, der sie von den verhaßten Pickelhauben befreien würde. Allein der Aufstand in Paris Hat einen völligen Umschlag der Stimmung hervorgerufen. Die guten Bürger von Rouen haben eingesehen, daß die Socialisten schlimmere Feinde seien, als die Deutscheu und das deutsche Obercom-mando um Verstärkung der Besatzung und Verlängerung der Occupation gebeten — aus Furcht vor dem eigenen Proletariat. Die Väter der Stadt bieten sogar nebst der ohnedies hohen VergUtung für solchen Liebesdienst eine täg< licheZulage von zweieinhalb Silbergroschen für den Mann an. — (Allerlei von Paris.) Das Fort Issy ist, wie die Aufständischen selbst emgestehen, ganz zerschossen. 722 Das Bombardement vom Mont-Valerien wird mit großer Heftigkeit fortgesetzt. Die Nordbahu zeigt au, daß sie nur bis St. Denis geht; damit hören die Zufuhren für Paris auf dieser wichtigen Linie auf. Tic Ostbahn dürfte das Beispiel nachahmen. „Daily News" läßt sich telegraphiren, daß die Deutschen die von ihnen besetzten Forts nicht räu> men, jedoch den Versaillern erlauben, Posilion zwischen den Forts und den Gtadtwcillen zu nehmen. Die internationale Arbeitergesellschaft soll der Commune drei Millionen Francs geschickt haben. Die Commune empfing eine Deputation der Pariser Freimaurer, welche erklärten, daß, nachdem alle Mittel der Versöhnung mit Versailles erschöpft sind, sie ihre Banner auf den Wällen void- Paris aufpflanzen werden, Wenn eine einzige Kugel sie berlihre, werden die Freimaurer gegen den Feind der Commune marschireu. Die Pariser Freimaurer rufen die Freimaurer in den Provinzen gegen die Politik Thiers' auf. Die Nngriffc gegen Cluseret, der jetzt factisch Dicta' tor von Paris ist, dauern in den Blättern der Commune fort. „Eri du pcuple" schreibt: „Wir lieben die militari schen Dictaluren nicht und vergehen vor Wuth, wenn wir sehen, daß Cluseret secrete erläßt cusstalt zu handeln. Statt seiner Worle wollen wir Kanonen, statt seiner Anordmm< gen Petrolcnmboinl'cn, sonst hat die Commune den Befehl in schlechte Hände gelegt." . Das Centralcomitö beschuldigt Cluserct wieder, ein verkappter Bonapartist zu sein und droht, ihn verhaften zu lassen. Das „Siöcle" schreibt: „Frisch Brot diesen Morgen! Also haben die Bäckergesellen die vergangene Nacht trotz des Verbotes der Commune gearbeitet. Eie machen es voie die Vendomcsäulc, die auch steht, trotzdem ihr feierlich befohlen wurde, sich niederzulegen." Vor dem Kriegsgericht der Commune stand der Oberst cines Naiionalgardc-Balaillons wegen Trunkenheit im Dienst und acht seiner Ossiciere, die sich geweigert halten, gegen den Feind zu marschiren. Sie entschuldigten dies mit Trunkenheit ihres Chefs. „Aber warum habt Ihr ihn zum Obristen gewählt?" „Wir hatten nur die Wahl zwi^ schen einem Ncactiouär und einem Trunkenbold, was sollten wir lhun?" TXis Kriegsgericht löste das Bataillon auf und sprach den besoffenen Obristen frei." Thiers hat am 25. April in Begleitung Mac Mahons und mehrerer Officiere das Plateau von Chatillon besucht und durchschritt zu Fuß unter dem Feuer der Forts die neu angelegten Vatlerien, hie und da Worte der Ermulhi' gung und deS ?obcs an die Soldaten spendend. Der alte kleine Thiers scheint von quecksilberner Beweglichkeit und arbeitet mehr als der letzle sciner Beamlen. Neulich hörte ich einen Depulirten über ihn sagen: ,,Thiers ist mir ein Räthsel. Er ist ruhig und kalt wic Bismarck, dabei feurig und thälig wie Gambetta." — ("Sire ich ho lz t u mult in London,) Am 24. April rief die beabsichtigte Einführung einer Zlind-hötzchenstcncr in Loudou einen Tumult hervor, in Folge dessen das Ministerium dic Borlage wieder zurückzog. Die Arbeiter der Slrcichhölzcheufabriken im Ostende von London sind sonst sehr harmlose Lente, als aber die Kunde von dem Projecte des Schatzkanzlers Lowe, die Streichhölzchen zu besteuern, zu ihnen drang und sie mit einer Herabsetzung ihres Lohnes aus mindestens die Hälfte bedrohte, da legten sie ihre sonstige politische Harmlosigkeit ab. Mehrere Tausende, daruuler mehr Knaben und Mädchen alö Erwachsene, versammelten sich an der Station Bow, und wic sie in Reih und Glied fortmarschirten, schlössen sich ihnen von allen Seiten Schaaren von Gewerbsverwandlen an. Sie trngen Fahnen und Placate mil der auf die Abschaf-suug des SlclleutanfcS bezüglichen Iuschrift: „Sollen wir Arbeiter zu Grunde gerichtet werden, um Entschädigung für die Ossiciere der Armee herbeizuschaffen?" Auch saugen sie schon schöne neue Lieder von der verhaßten Steucr und dem bösen Fiuauzminister; in einem derselben wiederholte sich der Tchwßreim: „Wir hängen Bob Lowe; ja, wir hängen Robert Lowe an einem sauren Apfelbaum'." Locale s. — (Tagesordnung üc>. heule Nachmittags fünf Uhr stattfindenden Gemeiuderathssitzung: 1. Wahl des Vice-bürgermeisters. 2. Neue Coustiluirung der gcmeindcräthlichen Sectionen. 3. Wahl eines Mitgliedes des Bezirksschulrathes. 4. Wahl eines Mitgliedes der Etcuerrcgulirungö-Bezirks-Commission der Stadt Laibach. 5. Vorträge der Finanz-section: n. Über die Einladung d^ Troppauer Gemeinde rathes wegen gemeinsamen Vorgehens in Belreff der Besteuerung von Filialen und Agcmien der Credilinstitulc und Versichcrungsaustallrn; l). in Betreff des Nückersatzes der Kosten für die Tieferlcguug der Canäle; c. wegenAbschrei-bung eines uneinbringlichen Betrages von 32 fl. 50 kr.; ä. über die Kanzleirechuuugen pro October, November und December 1870. 7. Vorträge der Schulseclion: u. über den Staud der Voreiuleitungen zum Baue eines nenen städtischen Schulgebändes; 1). wegen Ausschreibung einer erledigten Schuldiencrstelle an der hiesigen Realschule. — (Marine.) Nlvhons Graf Auerspcrg wurde zum Liuicuschiffslicutenant 2. Klasse in Sr. Majestät Kriegsmarine ernannt. '—(Unglücksfall.) Der 65jährige Kaischler Franz Lazar von Lil'tai stürzte in der Nacht vom 23. April, als er vom Markte nach Hause ging, über cincu steilen Felsen uud wurde am nächsten Morgen als Leiche gesunden. — (Vom Sternen'hi m m c l.) Schon seit einer Woche ist am westlichen Himmel anßcr den im prächtigsten Lichte als Abendsterne leuchtenden Planetm Venus und Jupiter auch dcr Planet Merkur sichtbar. Er wird nur noch in den ersten Tagen des Mai zu beobachten sein. Jetzt geht er eine Stundenach der Sonne unter. An Intensität des Lichtes jenen beiden Planeten weit nachstehend, ist er durch sein hcllschimmerndes Licht sehr leicht zu unterscheiden. Seine Position ist zwischen den Plejadcu und Hyadcn im Slcrnbilde dcö Stieres unter dcr Venus. Durch eiu gutes Fernrohr gcschen, zeigt er die Kugelgestalt und die Mondphase. Ä rri ch t i g u n g. In der heutigen „Politischen Uebersicht" wolle in dem Absätze „Affaire Pelletcr" gelcfeu werden: „wird nach Prager Telegrammen in Folge--------------im Landeß> schnlralhe der Antrag--------------gestellt werden." Nrnejie Post. (5>i!pillll-Tsl»,'a.rlNm:'.c trr „Laibachcr Zeitung.") Berlin, ». Mai. Die ,.Krcuz Zeitunss ' dcmentirt, daß dcr Kaiser im Juni «ach Karlsbad reist. Versailles, ». Mai. Fort Ifsy wurde gestern Abends durch einen Parlamentär zur Kapitulation auflnfurdert; die Unterhandlungen werden fortgesetzt. Dcr „G^etla d'Italia" wild aus Rom, 30 April, 4 Uhr 25 Minuten Nachmittags, tclcgraphirt: Die Grundsteinlegung dcS Denkmals dcS Vollstridunen Ci« ciruachio hat nicht stattgefunden. Die Stadt ist voll» kommen ruhig. Heute Früh wurde dic Nationalgardc an dcr Ripetta uon Einigen ausa/pfisfcn. Die Caradinicre schritten ein und zerstreuten ohne Widcrslaüd dic Zusammenrottung. Die Truppe ist consignirt. Dic unter die Waffen gcrnfcnc Nalionalgardc ist sehr zahlreich herbeigeeilt. Die Haltung dcr Stadt sichert die Ruhe für den Nest des Tages. Pola, 1. Mai. (Tr. Z,) Auf kaiserlichen Befehl hat gestern die Gt'nndsleiuleglma. des SeearscnalS im! Beisein sämmtlicher Marincang.lM'igcn. und dcr übrigen! Vchördcn feierlichst stattgefunden. Versailles, 30. April, Abends, (Tr. Z.) Eine^ Depesche des Generals Faron mcldet eine gelungene Operation gegen .Issy und dcn eiligen Rückzug der Insurgenten mit großen Verlusten. ^ Berlin, 30. April. (Pr.) Pon „gut unterrichte- ter Seite" wird einem hiesigen Glatte mit Bestimmt-hcit öc>sichelt, daß im letzten KriegSrath im kaiserlichen Palais, dem auch Bismarck beiwohnte, cm Termin fest-gcstcllt (und der Vcrsailler Regierung auch schon kund-gegeben) worden, an welchem dic deutsche Kriegsmacht selbst,hatig zur Wiederherstellung dcr Ordnung in Paris anstrctci, werdc. Es soll bei dieser Festsetzung belo»t worden sein, daß unscrc Regierung genügend den Wilw> dargclhan, sich nicht in die inneren Angelegenheiten Frankreichs ;n mischen, cin so andanernder Bürgerkrieg aber, hcruorgcrufcn durch dic Revolution, welche sich in den ürMn sittlichen Ausschreitungen ergehe, mit dtN malnicllen und geistigen Interessen Deutschlands, ja ganz Eui^'pa? länger unvereinbar sei. London, I. Mai. ^Tr. Z) Cine Cabinets« trisis ist bcvorsteyciid. Die Parlamcntsanflösmig >!< unwahrscheinlich. Die Tories wollen dic Abdanlm'g dcs Cabincts erzwingen. ^ Trlvgraftdischer?i'>s^,s7l^onrs uom I. Mcii, 5pcrc. Metalliqnc^ 59.20 ^ 5pcrc M^talllqi!^-« mi! 'I'lai-und November-Zinsen 59.20 — 5perc, Naüonal-Aülvhen »i8,«^ - 18'>0er Slaalö-Anlehen 97.70. - Banlactlen 74«. Ercdit' Acüi'.i 282.80. -^ London 124.90. - Si»,?r 122 35 - K, l Müü; Ducaüü 5.««',,. .- Nasialecnd'or 9.9l',. Das Postdampfschiff „Hulsatia," Cavitä» Meier, welches aw l3. April um: Hambnrg direct nach New-^orf alMa.aüssl'!!, ist am 2o» Gtrclclznitzly, Wirn, ^ PfurtschrUer, Fulpmrs. - Weis Wli!' meö, ^i!»fkir>,l'cu, -- Voliin, Mag»sc. — Mayerchn, Gyorgyos, -- Oallina, Handclsm.. Trieft. — Dr. Gpazzapan, Wippach. -^ Icrinendy, Wicn, — Dr, Stockr, Ädoocat. Wien, Wntschn', Kmifm., Lt. Bartholme. - Bodir, Studirendcr. Nudolfs- werth — Wick'inayer, Finnic. - Singer, Kcuifm., G>az, - ! Ritter, Kanfm., Wirn. — Voul, Pfarrer, Untcilraiu. ' ^ Brcsliiler, ^abricant, Oouobih, - Kultinc;, Odcrlaidack. - Ztern, Kaufn,,. Agra»,. - Stüllrr, Kanfm., Trirst. - Klein, Kaiifm.. Trieft, ' 5,'anric, Brsitzer, Planiua. - Sakraischec,, Besitzer, Cllli. ..... Dru, Besitzer, Mnmarttl. - Malli, Fabri- cant, Ncnmarktl. — Pollal V,, Mdricant, Neumarltl. ^ Pollak A , ssabricanl, Nenmarktl. - Piller, Kaiism,. Oraz. ^-Schw.iv^ Kanfin., Graz, ^ Pullat, Kaufm,, Wien,— Mischag, Kalifi» , Gonobitz, — W>v, Kcinfin., Briinn. -- Stanzer, itanfm., Glinobitz. — Die Frauen: v. Strasznitzly, Wien ^ Snpancic, Private, schrottcitthnrin. 8»«><, KVl«.»«. Dl,,' Hi>rrcn^ Masilili, Äaufm., Trieft. — Dr. Skralxr, liltai. - Lapla, Besitzer, Heidenschaft. - M-scher, «aufm,, Graz. — Graf Vamhicri, Wlppach. - Äsö, Pfarrcv. Mötlling. - Ä. Antun, Kaufm., Berlin. — Nittcr o. Gchlet, Hiastuit. — Garafolo, Trieft. — ^ntz, Kaufm., Wien. Potlak und Malli, HandrlÄclitc, Nemuarül. — viitler v. Gntlmausthal, Trieft. — Hmnann, itfm, Mdmannsdoch — Rayer, Direltor, Krainburg. - Hiaglic, 5lanfm., ^ack Bnrl-hart, Kanfm,, Wien. — Leopold Malli, Hcmdelsm , ^teuinarlll^ — Manhardt, Privatier, Iauerdurg. — Frau Sebastiamilti und Antonia Nagerle, Private, Trieft. - Frau Edle v. Canal, Kärnten Il«»i«>»>i!«i«'>»^,' «l«»s. Die Htrreu: Austcrlitz, Wieu. ^ Fmtona, Trieft. — Vogcl, Stadt Steyer. — Reinsperger, Wien. «llteklilulu^ische AeMichlmMu ill LMach. " l°> .3 Z " ! ^ ! ^l".3 «Is.'M i.'^247,1' -s- f'^ wmdsÜls trübe 77" 1. 2 ,, ''!, 3^5.4» > 4,z SO. schwach Regcu ^^', .10., '^.,, !j25.^ ->. 2 s NW.schwach slcru^ihell /^ viachliz heiter. Morgens trillie Wct erfturz. Vormittags an-haltend starlcr Regen mit Vlitz und Do,incr. Schiieefnll in ds» höheren G>'sscndc». Die Verge der Umgeluma, liej hrrali liesäinelt. Al'rnd« Aiifheiteniüg, schönes Adcndroth. Slcruenh.lle Nacht-Das TaaMnitlcl dcr Wärme -^ 4-1', um 4!»" untcr dem Normale. Veraittworllichcr Redacteur: Ignaz v. Klein in a y r. 't<^t'l »»»^»'ll'iz'^i Wie,,, 2<». April. Vom Veginn an richlctc die Börse ihr Ana/nmclk auf Eisendahnactien, von welchen eine dedcnl^nde Anzahl wieder stark im Preise aüsfchlng. Bankpc,-IMlf^«»l'l.NN)^. picie waren relativ weniger in Umsatz nnd anfangs flau. Erst spät trat anch hier eine Vessernng ein, so daß dic Noln'nngcil uon gestern Mittags überschritte» wnrden. De< uisen zrigrl! nur geringe Peränderniig, Für l«0 ft. Hiuheilliche Staalöschuld ,r. 5 pllt.: m Stolen uerzinsl. Mai-^touembcr f>9 15 li9,30 , ., „ Fedruar-Augnjl l>8,9<,> 59.— „ Gil^tt- „ Jänner-Juli , s<.7U «8 8U l'.,se », I. l«39..... 208.— 2i)9.- „ „ l8ü4 (4 "/ ) zn 2^>0 st. 32,— 92,ti0 ., I860 zu 500 st, . . 97.80 ^8. > , I860 zu 100 fl. . . 10925» 109,75 '„ 18ö4 ;n 100 st. . 120 25 12k 50 FlaattltDotnäueli-Psaudbrief,' zu 120 st. ä, W. iu Silber . . 128.- 123.50 Filr 100 sl. ^ltt^ WoüK Döh',:'.?!, .... zu^pi^t 9^,.— 9«.- l?al:;itn .... „ 5 „ 75 - 7550 Lieder-Oesterreich. . .,5 ,, 97.— 97.50 Obkr-Orstcrreich . . „ 5 „ 94. - 95,— H'elieniMgrii ... „ 5 „ 7475 75.25 GtellrM'N' . , . „ 5, « 93 — 94 — Ungarn .... .5,, 7990 80.20 <). Andere öffentliche Anlehc« DonanngülirnngOluse ,^u 5pCt. 95.40 95.60 llng. Elsnililchnanlchen zu 120 st. ü. W. EiNnr 5"., pr. Sl3 50 104 — Escomple-Oesellschaft. u, ö. . . 895. 900,— Franco.ösierr. Ällnl . . , .112.-112.25 GemralbanI.......—.— —.— Hllndelsbaul.......W.— 93 50 Natioiialdaul......749.50 750 50 Unionbant.......26475 265.- Pen'inöban! . . . . , 105.50 106.-PerlelMbaul.......164.25 16475 »'. Actici: von H.ran0portuiltrrnfl,- Nlungen. Geld Waare 7llföld.Fiuma::er Bahn . , . 176.50 177.- B,,'hm, Westbllhu.....262.— 2»>3.— H'arl-i'udwig-Bahn.....366,75 267.- Douau'Dampfs.hisff. Ges,llsch. . 605.— 607. Elisllbclh-.Wchbahn.....224.25 224 50 ! Vlisilbeth-Wcstbahn (Linz-Bub-weiser Strecke) .....l96.— 196 50^ Fl'l,düia„d!''N.>:d'^hl, . . . 2252 2257. j Fiwft^chtrg-C,ern.rIass!?er-Pah:! . l?8.- 178.50 !'!s,l)d, Derr....... 380,— 3^2. - Ocstrrr. Nordwcstbahn . , . 217.- 217.50 ÄtlldolfS-Bahn......162 25 162 50 Sielxubilrger Bchn . , ,17150 172,— StalllSbahn.......424 5l) 425,50 Sildbllhn.......178.80 l?9 — Hiid-ilorod, Ver'oind. Bahn , . 181.75 18^,25 Theiß-Bahn....... 251.50 252.— Ungarische Nordostbahn . . . 161.50 162.— Ungarische Ostbahn . , , . «6,- 86.25 Tramway........218.50 219.- k'. Pf.-'Udbviefe (sür 100 st,) L0g. KN Bod^n-Crcdit-Nnfwll Geld Waare v'crlcsbcr zu 5 M. in Silber 106.50 106 70 dt?.ul83I.rll6i,.,u5pCt.ino.N, 87.— 87,25 Naiiüm^. i,n 5 ^. ,V. . . 92 60 92 70 'wq.Äod.-Lrcb.-Nnst.zu5'/, P<5t. 89.70 90.— V. V'rioritätsoblissationen. Ofld Waarr Cls.-Äestb. in S. verz. (l. Emifs.) 94.50 95.— Ferdinllnde^Nnrdb. iu Slll, oer,. 105.90 106.10 ssrauz-Ioseph« Bihn . . . . 97.— 97.25 N.Ea''!-^.?^, V.l.N.U'l?,.! l^". 104 75 105 25 Oeftrrr. Nftrdwi!>!,»bn , . 96— 96.25, Geld Wa.^ Giebeud. Bahn in Silber verz. . 89... ^9.^' 3laat«b. G. 3°,'5.00Fr. „lEin. 139,25 139.?l' südb. G, 3'/,, « 500 Frc. pr. Stück 112 40 112 ?<' Silbb.-G. ü 200 si.z. 5"/„ sür 100 fl. 9 ).10 90,.^ si!t,b.'Bonö 6"/, (1870—74) i. 500 Frcs pr. ^ tilck , . .241- 242. ' Una. Ostbahn für 100 fl, . . 84.90 85,^' «I« Privat-loss sper Stttck.) Crcdllanstalt f. Hände! n. Gew. Geld Wa°>c zn 100 st 0, W......163 50 164.-^ Rndolf-Slislunu zu 10 st. . . 1450 155" Ä56ci>sl.'l (3Mon,) Geld W°a^ Augilmirg jiir 100 st siibd. W. 104 15 l04 2^ Frsn.ciuri u.M. 100 ft. detlo 104.30 1<^^" Hamburg filr 100 Mar? Bar.« 91.90 92.-'' 'l.'0ud2N, für 10 Pfund Sterling 124.90 124 !>" Pari«, jül, 100 Francs . . . —.— - -^ Gelt' Waar' 5t. ^llüz-Dinalei . 5 fl. 38 fr. 5 st. 88^r. Napl,lrmitzd'or . . 9 ., 9l ,. 9 ,. 9li " 'Preuß. llasscnscheiue, 1 ., 84 ,. l „ 84^ - '5i!l>,l , , '22 „ - „ i22 „ 35 " Kminische