lnr Kunst, Literatur, Theater u. geselliges Lebe«. Herausgegeben und redigirt von Leopold Kordesch. ^ 4ßZ. Montag am AK. October Von dieser Zeitschrift erscheine» wöchentlich zwei Nummern, jedes Mal ein halber Bogen. Der Preis des Blattes ist in Laibach ganzjäbrigß» halbjährig > ff. Durch diel. f. Post unier Oc>uv«rt mit »ortofrcier Zusendung ganzjährig», halbjährig , Ü.C.M., und wird dalljäoria Voraus­bezahlt. Alle t. l. Postämter nehmen Pränumeration an. In Laibach pränumeriri man beim Verleger am Rann, Nr. IM, »n ersten Stocke. Herzensruhe. Vluhe des Herzens» sag', warum mir ferne? Ist die Liebe dir feind? — was frommt iieNlume» Wenn »on ihrem Dufte der Friede wellt, sein Himmel »erdämlnert? Rastlos sich mühend ringt der Mensch nach Vlücke; Tag und Nacht hat die Arm' er ausgebreitet, Sich im Flug' —und war' es auch Traum—zu fah'n die Sel'gen Momente: Aber ein schwarzes Los. das Los der Freude! Mi t geschwungenem Schwerte folgt der Henker Raschen Schrittes nach, und zu Thränen wird der Himmlische Nellar, Liebe, so bist du! —Dir gebührt lein Tcepter, Denn du kannst nicht beglücken. — Schmale Reiche Hat zwar König Tod, aber Jedem gibt er Ruhe des Herzens. — Rud. Rigler. .Eine Geistergeschichte unserer Tage. (Beschluß.) Durch die Stadt wollte ich nicht fahren, den» der Hyppogriph, der meine poetische Herrlichkeit in die Lüfte des heimatlichen Olymps bringen sollte, metha­morphosirte sich getreulich zur Mähre des Gonela, näm­lich, w»<»m i,Llii5 et «5«» luit*) daß ich befürchten mußte, falls mir das Aufsitzen in Sinn gekommen wäre, der Krähwinklerbildergallerie ein neues Eremplar zu lie­fern. O wäre ich doch bei diesem erhabenen Gedan­ken geblieben! Aber nein, ich glaubte es werde den­noch fliegenden Schrittes alsbald auf der Straße hin­schwimmen der Nierfuß; ich sah mich nur zu sehr be­trogen; denn das Ungeheuer schien sich immer mehr und mehr durch seinen tactfesten Tritt dem Geschlechte der Limaxe beigesellen zu wollen, bis es endlich noch unter dasselbe sank. Alle rührenden und herzbrechen­den Orationen, die weiland Pansa's demosthenischer ') War nur Haut und Geleine. Muud an Rozinantes und seines Grauchens taube Ohren hielt, wurden hervorgesucht; alle Reizmittel und Eircumflenonen um Rücken und Füße galten nichts, und man muß zu dessen Ehre gestehen, daß, kam ihm die Tugend der Standhaftigkeit in die Füße, Vileam's Eselin in der Todesfurcht nicht so mauerstarr gestanden sey, wie unser Freund Vierfuß. Entrüstet sprach ich zu meinem Postillon: Es wäre kaum hinlänglich, daß wir uns einspannen und dem Fuchs unser Sitzdeparte­ment einräumen. Er zuckte die Achseln und meinte, wenn derselbe eine Magenstärkung erhielte, so könnte er viel­leicht seine Halsstörrigkeit ablegen. Auch diesen Nath wollte ich noch befolgen, denn wir hatten seit ,o Uhr Morgens bis 4 Uhr Nachmittags glücklich eine ganze Meile zurückgelegt und langten eben bei einem Wirths­hause an. Der Wirth, so ein verschmitztes Menschlein, wie es schien, stand eben an der Hausthüre. Ich lief auf ihn zu und fragte, ob er uns und das Roß ab­füttern wollte. Sie wollen wahrscheinlich die Ostertage bei mir zubringen, platzte er mit einem gellenden Ge­lächter heraus. Bewahre der Himmel! rief ich geärgert, indem ich ihm ein Guldenstück dahin warf, da hat er das Geld, gib er der Mähre und dem Knechte das Venöthigte, und den Rest an den Letzter»; denn ich gehe voraus. Der Betroffene, meinen Ernst sehend, lüftete sogleich seine Grünmütze und verschwand zwi­schen den vier Wänden, um das Anbefohlene zu besor­gen; ich aber eilte trotz aller goldenen Worte Jacobs, wie ein wüchender Roland den Mantel und Stock nehmend, meines Weges fort, indem ich dem guten Onkel für Mann und Roß gewiß keine goldenen Berge wünschte. Drei starke Meilen war ich noch von mei­nem Eldorado entfernt, die Riesengestalten der abend­lichen Schatten nahmen zu, die Soune sank tief und tiefer; vom Osten zogen duukle Wolken herauf; jetzt hieß es Schritte mache», oder in dem schaudervolle» Thalgrunde des Sporn-Waldes, wo die Straße, hun­dertfach gewunden, dem Räuber sichere Wiukel bietet. 594 vielleicht noch um des Lebens süße Beute kämpfe». Die Sonne warf den letzten Scheideblick den julischen Cis­alpiner» zu, als ich den Meridian des berüchtigten Waldes betrat. Eine schreckliche Fnisterniß um mich, — der Wald in seiner tükischen Stille, ich öfters vor meinem eigenen Tritte erbebend und kaum vernehmlich athmend — glaubte bei der größten Eile jedoch wie durch eine feindliche Macht meinen Fuß an diese Wild­niß fest gebannt! — He! bist du es. Herrmann mein Rabe! jauchzte ich einenz gewißen Fichtenzweige entge­gen, der so manchem Verehrer Vater Evans seinen letz­ten Pfenig aus der Tasche herauszulocken versteht, und ehe ich mich der diätetischen Regeln besinnen konnte, rieselte schon ein ziemlich essigvcrwaudtes Fluidum mir die ausgetrocknete Gnrgelröhre herab. neMlttui-! noch ein langer Zug, und ich hatte genug und zahlte. — Nun gings über die herrliche Ebene glücklich von Statten, und nur, als ich kaum eine kleine Stunde von meinem Vaterhanse entfernt war, fand der Himmel es für gut, mich ein wenig einzuweichen, für mich eine Klei­nigkeit; das Einzige, was ich noch wünschte, war, meine Heimat vor der Geisterstunde erreichen zu können; je­doch das Schicksal wollte es anders; denn kaum betrat ich Mühldorfen, als von dem Glockenturme herab feierlich langsam die eilfte Stuude erscholl. Für inich ei» Dolchstich. Die Uhr repetirt wieder eilf. — Aber warum fürchtete ich, der Ritter ohne Furcht und Ta­del, diese Stunde so sehr? könnte einer oder der andere fragen. Kurz die Wahrheit eingestanden, mein Weg führte eben beim ominösen Birnbäume vorbei, der mir trotz meiner sonstigen Furchtlosigkeit heute dennoch eine gewiße Ehrfurcht abzuzwingen schien, oder muß ich de» Psichologe» bestimmen, daß der Mensch bei außer­ordentlichen Vorfällen eine gewiße Vorahnung habe. Dieser Fall war bei mir; denn wenn ich mich nur nicht geschämt hätte, als eine feige Memme ausgelacht zu werden, so hätte ich zuversichtlich mir in Mühldorfen eine Leibwache mitgenommen. Mit einer erkünstelten Keckheit setzte ich meinen Weg fort, näherte mich dem Birnbäume immer mehr und mehr, mein Blut circulirte jäher, mein Herz schlug Hörbarer, die Haare wurden steif und steifer, durch die Poren drang der Schweiß reich und reicher, die Sehkraft ward gespannter, das Hörorgan feiner. — "Er ist da! — er ist da! Wie zittert mit das Herz!« der Birnbaum ist da! aber erhält ruhig sei­nen Schlaf und der Zauberkreis seiner nächsten Umge­bung athmet die imposanteste Stille. — Schon sind fünfzehn Schritte beiläufig gethan, und ich wollte mich eben selbst recht tüchtig über meine Hasencourage aus­lachen, als, guter Gott! wie es mir schien, gerade i« der Mitte des Fußsteiges mein Tiberius-Auge eine Vi­sion aufnimmt, deren sich noch keiner meiner Gespen­stervorseher erfreute.. Drei Gestalten, aufgeputzt ge­nug, um Einem das Herz im Leibe beben zu machen, von einer Kopfform keine Spur, die Masse oberhalb der Gabelspecies ganz weiß.— Kurz, waren eher meine Haare steif und steifer, so muß ich bekennen, daß sie nnn eine totale Vorstenmethamorphose erlitten, so wie die Nückentemperatur unter den Nullpunkt herabsank, und was mir noch das Fatalste zu seyn schien, als wenn sich das Gespensterpersonale in Einem fort gegen­seitig bckomplimentirte. Jetzt war guter Rath theuer. Zurücklaufen unter solchen Umständen habe ich von man­chem Mütterchen gehört, wäre höchst gefährlich; wich ich zur Linken an den Fahrweg aus, so konnte mich der Wendcnfluß in seinen kristallenen Pallast einschlür­fen, falls meine Confrontenten zum Najadengeschlechte gehörten; zur Linken erhob sich der Todesacker, und konnten dies nicht Individuen aus seinem Bereiche seyn? Nie bin ich vom langen Deliberire» ein Freund gewe­sen, auch jetzt faßte ich einen raschen Entschluß und ging geraden Weges auf meine Gegner zu. — Sie fahren in ihrem Komplimentschneiden fort, und zwar so lange, bis ich dicht an ihnen stehe, wo sie sodann plötzlich von ihrer Höflichkeitsmethode ablassen — und o Schande für alle noch lebenden und künftigen Ge­spenster! vor einem armen Sterblichen mit ein Paar mächtigen Sätzen über das Gestripp, das den Fahr­weg vom Steigpfade scheidet, sich ans den erster« flie­hend salviren. — Mein ist der Sieg, der Feind aus dem Felde geschlagen! wollte ich eben ausplatzen, als sich plötzlich unter mir die Erde öffnet, und mich in ihrem Eingeweide vergräbt. — Meine Sinne schwin­deln, doch nicht bodenlos ist der Krater, der mich ver­schlang, und Fallen und Steigen mir das Werk eines Augenblicks. Fliehen hieß es jetzt, aber ich war zu verwirrt «ud statt die Richtung nach dem Dorfe zu nehmen, sprang ich den Kobolden nach, jagte ihnen aber zugleich einen solchen Respeckt vor meiner Person ein, das sich das verruchte Kleeblatt trennte, zwei Gestalten den Fahrweg ab — und aufwärts gegen meine Heimat zu,die dritte lief; dieser ich nach,, und bald überzeugten mich die irregulären Schritte meines Vorläufers, daß er die Sterblichkeit noch nicht vollends abgehäutet hätte, und schon streckte ich die fünf Finger meiner Rechten in die zum Anpacken gehörige Rich­tung, als wir am Dorfstege anreunen, der Geist in die Bachtiefe stürzt und verschwindet. Ich schlug das Kreuz und wollte davon, als der Iammerruf: Jesus Maria! mich hinlänglich überführte, daß ich den ge­habten Strauß mit einem Geiste von Fleisch und Blut bestanden habe. Ich trat näher, und irrte nicht, aber Blut floß aus einer leichten Wunde am Kopfe, die der Unglückliche nach seinem Ausglitschen vom schlüpf­rigen Stege sich an einem Kiesel im Bache geschlagen hatte; ich reichte ihm mein Schweißtuch, er wischte sich das rothe Merkmahl ab, und wer war der Fürchter­liche ? Mein um einige Jahre älterer Iugendgespiele. Wir erkannten uns fast zugleich. — Bist du's, lieber Joseph! rief er aus, indem er mir treuherzig die Haud schüttelte. Ach, Gott verzeihe mir, in meinem liebsten 195 'Iugcndgcfährten habe ich de» Bösen selbst geglaubt.— Auch ich war seinerseits, wie man aus dem Gesagten wird leicht entnehmen können, nicht viel besserer Mei­nung, aber weislich verschwieg ich den affinen Gedan­ken. »Sage mir guter Georg, wer waren denn deine Kameraden dort beim Birnbäume?« »>t der Behauptung, daß man unmöglich einen Zweifel in die Schuld des Angeklag­ten setzen könne. Auch die Jury und das Publikum schien seiner Meinung zu seyn. Hierauf begann aber Iaber t die Verteidigungsrede des Savoyarden; er lös'te die einzelnen Umstände der Beschuldigung aus dem künstlichen Zusammenhange, in dem sie St. Quin­ti n gebracht hatte. Warum sollte ein Savoyarde nicht an einem schönen Abende auf einer abgelege­nen Rasenstelle des Voulogner Gehölzes ausruhen? Was konnte er dafür, daß sein Pagagei bei dieser Ge­legenheit eine Feder, und er selbst einen lockern Knopf seiner alten Jacke verloren hatte? Daß sein Stilet mit dem Rande der Wunde des Gemordeten zusammen­paßte, konnte unmöglich gegen ihn sprechen, da fast alle seine Landsleute, ja die meisten gemeinen Italie­ner in Paris, ganz ähnliche Waffen zu führen pflegen. Und warum sollte ein ehrlicher, anstelliger Savoyarde in einem Jahre in Paris nicht ein kleines Kapital er­spare», das doch 200« Franken kaum erreichte,— war es endlich etwas Verdachterregendes, daß er im Heimwehe der Gebirgsvölker damit so schnell als mög­lich in seine theure Heimat zurückzueilen wünschte? Iaber t hatte geschickterweise jeden Umstand einzeln zu entkräftigen gesucht, und schloß damit, daß sie im 29G Zusammenhange unmöglich größeres Gewicht haben könnten. Laute Veifallsäußerungen begleiteten seinen klaren, verständigen Vortrag; das unbefangene Aus­ sehen des hübschen Savoyardenjuuge», der mit hellen, lebhaften Augen unter den langen, rabenschwarzen Lo­ cken hervorblickte und seine Gefahr kaum zu ahnen schien, unterstützte seine Rede, und die leicht bewegli­ chen Zuhörer neigten sich zu seiner Ansicht. (Fortsetzung folgt.) Revue des Mannigfaltige«. I m Jahre 1629 wurde unser Vaterland Krain von einer solchen Hungersuoth heimgesucht, daß man das Getreide maßweiß kaufte, und oft wohl ein ganzes Grundstück für einen einzigen Laib Brot würde herge­ geben haben. Jedermann in Krain ist bekannt, daß man, beson­ders in Oberkrain, am Ostersonntage Rüben scha­len zu essen pflege, und mancher Oberkrainer würde das Essen am Ostertage für unvollständig halten, wenn Rübenschalen fehlten; allein nicht Jedermann dürfte es bekannt seyn, daß diese Speisengattung sich eben aus der bedrängten Epoche des Jahres ,529 herschrcibe. In dieser Zeit waren nämlich am Osterfeste Rüben­schalen die einzige Nahrung der Krainer, welche Speise sie »u-uit-iu^« nannten; deswegen essen noch jetzt die Enkel an den Ostertageu unter frommer Rück­erinnerung an jene betrübte Vergangenheit Rüben­schalen. Ein nordamerikanischer Arzt soll die Entdeckung gemacht haben, daß einige Tropfen mineralische Säure in die durch den Biß eines wüthenden Thieres entstan­dene Wunde gegossen, dem Ausbruche der Wasserscheu vorbeugen. Ein englisches Vlatt erwähnt eines in Cockeram lebenden Schneiders, der so geschwind in seiner Arbeit ist, daß er immer einen Becken mit Wasser gefüllt neben sich haben muß, um —seine Nadel abzukühlend!!) Das Gerücht, daß die in Prag erscheinende und mit vieler Umsicht redigirte, vortreffliche Zeitschrift: »Ost und West« eingehen werde, ist durchaus falsch und unrichtig. Dieses Iourual hat im Gegentheile eine vollkommen feste Stellung, und das Gerücht seines Ein­gehens ist wahrscheinlich durch einen Uebelwollenden der Oeffentlichkeit übergeben worden. In Frankfurt a. M. befand sich unter den Ver­käufern, welche auf der dortigen Messe ihre Waren am Mainufer ausgestellt hatten, auch ein »Gesund­heits-Damen-Kammfabrikant.« Es ist etwas zweifel­haft, ob der gute Mann Kämme für Gesundheits-Da­men oder Gesundheitskämme für Damen feil hat. Theater in Laibach. Oper. Die diesjährige Operngesellschaft von Laib och eröffnete — nachdem sie während der Vorbereitung zum eisten TuLembl« sich dem Publikum in verschiedenen einzelnen Opernpiecen und Scenen vorstellte — ihre eigentli­chen Produktionen am 29. des ». M . mitVillini s hier bereits bekann­ten, großen Oper: DasCastellvünUrsino, mit Reprisen derselben «m 2., ?. und y. d. M. Immerhin bleibt es ein schwieriger Standpunkt für Langer, welche auf sogenannte Lieblinge des Publikums folgen, und ihr Debüt mit einer von diesen gerne gehörten Oper, wie die obige, beginnen; da wird denn jede Stellung, jede Bewegung, jeder Ton und jede Manier gegen die liebgewonnene Weise emsig, ja kleinlich, verglichen und abgewogen, als handelte es sich um Golkonda's Goldkörner, und gewöhnlich bricht dann gleich nach dem ersten Auftreten die furzgefaßte Sentenz: »der oder die vom vorigen Jahre haben es doch besser gemacht," oder »d e r ist kein N.< die leine N. u. m. d.,« über die neue» Ankömmlinge den Stab. Die Kritik dagegen geht von einem ganz anderen Gesichtspunkte au«; sie be­ urtheilet die neuen Erscheinungen mit Rücksicht auf die vielfältigen Nu»n> cc» der Kunst, die sich bald in dieser, bald in jener Form dnrgibt, i» jeder aber den Parnaß zu erklimmen berufen ist» so nur hiebei die nor­ lnütiven Regeln der Kunst nicht verletzt werden. Wir wollen uns daher in Nrrgleichungen mit den Vorgangern unserer Operistcn nicht einlassen, weil es unbillig wäre, diese Comparotion blos auf die guten Seite» der früheren zu stützen, die Mangel derselben aber, von denen sie selbst »ach dem Provinzial-Maßstabe durchaus nicht frei wa­ ren, nachträglich aufzudecken, der bekannte Grundsatz der Humanität »üe »düenlibuz ol l u>3i dene» uns verbietet; sondern wir wollen, de» Re­ geln derE,t,quete huldigend, d,e Partie»s«nger ohne Rücksicht auf Vorzüge, vom schöne» Geschlechte angefangen hier der Reihe nach bespreche», das Verdienstliche, wie das innerhalb der Grenzen ihrer Individualität lie­ gende Wllnschenswcrthe berühre», u»d glaube» durch diese» Fingerzeig zu ihrer weiteren Kunstbildung und durch diese Vorzeichnuug der Bahn zur Gunst des Publikums das Unsere redlich gethan zu haben. Dlle. Eder, (erster Sopran) als Isabella, besitzt eine zwar schwache, «ber zumal in den höheren Lagen wohlthuend angenehme Stimme, mit einem bedeutenden Umfange und leichten Anschlage der Töne; auch die In ­tonation ist rein, bis auf grwißc Stellen wo ihre allzugroße Anstrengung in lieser Oper, ein nur dem musitalischen Ohre bemerkbares Sinken des To­nes, besonders des ? und (5, wohl entschuldigen läßt; lobenswert!) ist ihre Kehleufertigkeit, womit sie schwierige Passage» leicht durchführt, eben so finden wir gege» ihren geregelte» Vortrag in musikalischer Beziehung nichts einzuwenden. Würde Dlle. Eder noch jene, den «uf der Breter­weit einheimisch gewordenen Künstlern eigene, auf Effect berechnete Art und Weise sich beizulegen suchen, welche nebst den Grundbedingungen vor­zugsweise darin besteht, die getragenen Melodien (canllldil«) in einem langsameren, sentimentalen Tempo nach eigener tiefer Empfindung vorzu­tragen; (wobei ihr das Orchester nach den Gesetzen der Tonkunst stets unter­than seyn muß) durch zweckmäßiges, am gehörigen Orte angewendetes mehres Ritordircn oder momentanes Zurückhalten der Töne die Aufmerk­samkeit der Hörer für die folgende Tirodo «der liebliche Floskel zu span­nen, wodurch die Sängerin nicht nur Zeit gewinnt, sich für schwierigere Aufschwünge in die höchsten Chorden vorzubereiten, sondern auch gewiß den Zweck zu überraschen, nicht Verfehlt; den Vorgezeichneten Coloraturen an Ruhepunkten bei der Wiederholung der Cantilene durch eine, wenn auch kleine, selbst geschaffene, passende Wendung zu gebe», u»d was derglei­chen heute nothwendige cuupg cle tonet mehr sind, die sich Dlle. Eder sehr leicht aneignen kann: so würde man ihren Vortrag, »ls dem besten Geschmacke angehörend bezeichnen und meisterhaft nennen; natürlich wnrc d» die promptere und überhaupt discretere Begleitung des blasenden The« les des Orchesters eine cull