(s i liier Wochenblatt. Zeitschrift zur Belehrung und Vertret,ing des Bürger- nnd Bauernstandes. Nr«. 2. .Tlotto » Ach«, Recht, Wahrheit. Samstag am K. April 1848. Verantwortliche Redaction: Vineenz Prafch, k. k. Professor. — I. E. Ganser. St a cf> r t d> t. Nachträglich zu unserem Programme machen wir bekannt, daß die Pränumeration für daS Cillier Wochen-blatt beim Bezüge dnrch die k. t. Postämter im ganzen Umfange der Monarchie »ierteljährig auf 1 fl. 1 fr. EM. festgestellt fei, und ersuchen wiederhollt um baldige Bestellung. Die Redaktion. Woch en fch a n. Eilli. Montag am 3. April ist Graf Zichy, der frühere FestungScommandam ron Venedig, welcher in Folge eingegangener Capitulaiion diese Sladt den Händen der Republik überliefertc, hier angelangt, und mit Militär-Bedeckung nach Wien befördert worden. — S. D. Fürst v. Schwarzenberg, außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister am neapolita-nischen Hofe ist am 5. d. M. hier eingetroffen und hat am folgenden Tage feine Reise nach Wien fort-gesetzt. Am C. d. M. langte der zum Commandiren-den des dritten italienischen Armeekorps am Isonzo ernannte Fcldzeugmcister Graf Nugent hier an, »nd eilte ohne weitern Aufenthalt feiner Bestimmung zu. Gleichzeitig traf die Nachricht ein, daß auch das hier in G arm so» liegende Landwehr - Bataillon det Regiments« KinSkp in kürzester Zeit nach Italien aufbre-chen werde. Außer den in unserem letzten Blatte genannten Truppen ist fernerS daö Regiment Erzher-zog Carl und Carl Uhlanen durchmarfchieret, zwei an-dere und Cavallerie -Batterien werden nächster Tage erwartet. Die Last der Einquartierung ist daher sehr drückend, und eS wäre um so wünschenSwerther, daß sich die nicht in Anspruch genommenen Bezirke unseres und der übrigen Kreise zu freiwilligen Beiträgen ent-schließen möchten. Ueber ein Umlaufschreiben deS st. st. Verordneten der landcesürstlichen Städte und Märkte an den hiesigen Magistrat deö Inhaltes, man möge im Sinne des Beschlusses der als permanent erklär»«« Herrn Stände die begründeten Wünsche und Anträge zur Erreichung einer vergrößerten Repräsentation des BürgerstandeS dem obgenannten Herrn Verordneten zur Wissenschaft geben, — da eS sich laut jenem Umlauf-schreiben bei der solchergestalt in Zukunft verstärkten Ständeversammlung nebst andern Provineialangelegen-Heiten um Vorbereitung jener Gesetzvorschläge handelt, welche bei der in Aussicht gestellten ReichStagSversamm-lung in Wien zur Verhandlung kommen sollen: fand sich der Ausschuß unserer Bürgerschaft bewogen, außer der gewöhnlichen Anzahl seiner Mitglieder sich zu ver-stärken nnd noch andere Männer der bis jetzt unvertte-tenen Classen zu einer Sitzung für Freitag den 7. April einzuladen, unv zwar aus dem Bauernstande: Martin Skraber, Georg Lippouscheg, Franz Ostrosch-nig, Michael Gorischeg; aus dem Bürgerstande: EndreS, Herzmann «enior, Laßnig, tschampa, Sa-bukoscheg AloiS, Wagner, Winkler; aus den Indu-striellen die Gewerke: Gurnig, Novak Jgnaz, Maurer; aus dem Gelehrtenstande: Dr. Foregger und Professor Prafch. Die Versammlung einigte sich über folgende Puncte: 1.) Daß daS vorbenannte Umlaufschreiben in so fern ablehnend zu beantworten sey, da der hie-sige erweiterte Ausschuß nur in einer alle Classen umfassenden auf BevölkerungSanzahl gegründeten Ver-tretung den wirklichen Ausdruck der Wünsche deS Landes anzuerkennen im Stande sei, wornach das System der gegenwärtigen Provinzialstände mit den eonstitutio-nellen Grundlagen unverträglich erscheine. 2.) Dahin zu wirken, daß von Seite der Regierung die Auffor-derung erlassen werde, zum deutschen Parlamente nach Frankfurt Deputirte nach Maßgabe der Bevölkerung der Provinz zu senden. 3.) Die übrigen landeSfürst-lichen Städte und Märkte aufzufordern, sich diesem Beschluß« unverzüglich anzuschließen. 4.) Bei dem Ministerium des Innern Protest einzulegen, gegen die Wirksamkeit der Vorarbeiten der gegenwärtigen die Wünsche deS Landes nicht vertretenden Ständern-sammlung. Wien. Der König von Sardinien hat, während er bis zum letzten Angenblicke für unsere Regierung Freundschaft heuchelte, endlich dir Maske abgeworfen, und - 8 - seine Truppen, ohne vorausgegangene Kriegs-erklärung den >in Empörung begriffenen Lombarden und Venetianern zn Hilfe geschickt. Der österreichische Ge-sandte zu Turin hat seine Pässe von diesem Hofe vor* langt und erhalten, eben so wurden dem sardinischen Ge-sandlen an unserem Hofe die Pässe zur Abreise zugestellt. .Am Sonntag Lsitare (2. April) wurdx.am Ste-phanSthurme die deutsche BundeSfahne aufgepflanzt; baS Gleiche geschah auf der.Universität, vvn wy.^ich 209 Studierende im feierlichen Zuge 'Unter Absingllirg des' kerndeutschen LiedeS „WaS ist deS Deutschen Vaterland" vor die Burg begaben, und dort «cbst begeisterten volles Vertrauen athmenden Reden auf deS Kaisers Wunsch, der am Fenster erschien, die deutsche Fahne schwingend daS kräftige Lied wiederholten. Es lebe Ferdinand der Gütige! erschallte eS auS freudig bewegter Brnst, ei» Ruf, in den jederdeutsche Mann mit Herz und Mund einstimmt und Heil dem Tage, wo die Wiedergeburt Deutschlands in ver alten Kaiserburg gefeiert wurde. Die rastlose Thätigkeit unseres verantwortlichen Ministeriums bezeugen am Besten die wichtigen Ver-änderungen, welche in der kürzesten Zeit an verschiedenen VerwaltungSzweigen vorgenommen wurden. Anderer-seiiö beweisen die vielen in Ruhestand versetzten hohen und niederen Staatsbeamten, wie sehr das ganze Staats» schiff neuer Lenker bedürfte, und daß sich das Ministerium dringend angelegen sey» läßt, dem Krebsschaden der Monarchie, der Aielregicrerei, der Kanzlei und söge-nannten Bureaukratie bald möglichst ein Ende zu machen. Der schläfrige Kanzleigang wird hoffentlich bald sanft in die ewige Ruhe einschlummern und neues aber that-kräftiges Leben alle Glieder durchströme». Mit allerhöchster Entschließung vom 25. März haben Se. k. f. Majestät zn befehlen geruht, daß das Postgeheimnis unter keinem Vor wände verletzt werden dürfe, somit dars forthin kein aufgegebener Brief zur Erforschung seines Inhaltes geöffnet werden. Der Etaatsrath, dessen Bestehen sich mit einem verant-wörtlichen Ministerium nicht verträgt, ist aufgelöset wor-den. Die Ausfuhr des SilbergeldeS bleibt unter gewissen Bedingungen bis Ende IuniuS d. I. verbothen. Am 31. März erschien daS provisorische Preßgesetz, welches im Allgemeinen ziemlich freisinnig ist, jedoch den Anforderungen der gegenwärtigen Zeit nicht voll-kommen entspricht, weßbalb eS in Wien und Gratz öffentlich verbrannt und mehrere Abänderungen zugesagt wurden. Die erscheinenden Zeitungen müssen 1000 bis 2000 fl. Eaution leisten; die Preßvergehen werden nicht von Geschworenen, sondern von dem Landrcchte gerichtet. — An die Stände aller Provinzen erging die Weisung, Anträge über zeitgemäßere Umstaltung der Gemeindttinrichlungeii und über ausgedehntere Ver-treiung des Bürgerstandes (?!) der Regierung vorzu« legen. Die Polizei Hofstelle wurde aufgelöst, und alle Behörden, welche für Aufrechthaltuug der innern Ruhe, Ordnung und öffentlichen Sicherheit bestehen, dem Ministerium deS Innern, ingleichen die Polizei-direetoren dem LandeSchef untergeordnet. Die Beendigung der Voruntersuchung eines Verhaftete» muß ^binnen 24 Stunden erfolgen, und derselbe mit Schonung behandelt werden. Ein kaiserlicher Gnadenaet (Amnestie) verfüg« die Freilassung aller in Galizien und dem lombardisch vene»ianischen Königrei he, wegen Hoch, verrath oder Störung der innern Ruhe in Strafe oder Untersuchung befindlichen Personen vom Eivitstande; bereit»'wurden 155 Gefangene, theils Italiener, theils Polen vom Spielberg entlassen. Se. k. f. Hoheit Erzherzog Albrecht hat seine Stelle als Eommandirender niedergelegt; Se. k. k. Hoheit Erzherzog Ludwig hat sich auf feine Güier begeben, Erzherzog Johann, der ander Spitze wichtiger Angelegenheiten steh», soll nach Frankfurt zum deuischen Parlament bestimmt seyn. AuS GesundheitS-Rücksichten wurden der provisorische Ministerpräsident Graf K o l o-wrat zeitweilig, und eben so der Finanzminister Baron K ü b e k, dessen Gesundheit sehr erschüttert ist, auf ei-genes Ansuchen ihrer Stellen enthoben. DaS Ministe-rium besteht daher gegenwärtig auS folgenden Rainen: Zeitweiliger Minister Präsident: der Minister deS Auswärtigen und deS HauseS GrafFicqu elm o nt; Minister deS Innern: Freiherr v. PillerSdorf, ehemaliger Hof-Vice Kanzler; der Justiz: der Oberster Justiz Prä-sident Graf Taaffe; deS Unterrichts: Freiherr von S o m m a r u g a; der Finanzen: Freiherr v. K r a u ß, bisheriger zweiter Gubernialpräsident in Galizien; des Krieges: Feldmarschalllieutenant Peter Zanini. Die Wiener Zeitung enthielt einen Aufruf zur patriotischen Unterstützung der Regierung durch frei-willige Beiträge; der vormalige Hoflammer^Präsident Baron E i ch l> o f f hat auf seine ganze Pension verzichte», und selbe auf den Altar des Vaterlandes nieder-gelegt. Ein Freies rpS, daS bereiiS 12000 Mann stark seyn soll, hat sich in Wien gebildet und zieht nach Italien. Da die ganze Armee auf den Kriegsfuß ge-fetzt wurde und alle Gränzregimenter Befehl zum AuS-marsch erhielten, so wird die italienische Armee in Kurzem achtungSgebiethend im Felde stehen. G ratz. Die VerzehrungSsteuer wurde in manchen Punkten ermässiget. Die Gratzer Ständedeputation ts. die letzte Nummer unseres Blattes, Artikel Zeitfragen) er-hielt vom Minister deS Innern im Wesentlichen die Antwort: daß die Gcundzüge der beabsichtigte» Consti-tution und der Zeitpunct deS EinberufenS der Abgeordneten aller Provinzen, obschon sich die Regierung sehr ernstlich damit beschäftige, doch gegenwärtig noch nicht bekannt gegeben werden können, übrigens aber die schon gewährten Verbesserungen und Einrichtungen ein sicheres Uuterpfand liefern, daß den Anforderungen der Gefammtbevölkerung entsprochen und insbesondere die Vertretung aller Elassen der Grundbesitzer mit In-begriff deS Bürger- und Bauernstandes vorge-dacht werde. FernerS wurde der Herr Landesgouverneur - 9 - aufgefordert, mit Mitgliedern der Herren Stände und anderen erfahrenen sachverständigen Männern eine Be. rathung einzuleiten, um die Ablösung der Urbar- und Zehentlasten, insbesondere der Natural Robvt, so wie aller den UrbarialGiebigkeiten verfassungsmäßig gleich-gehaltenen Natural-Leistungen in kürzester Frist gegen SchadloSbaltung der Berechtigten zu Stande zu bringen. Die steierische Stände-Versammlung hat zur Vorbe-rathung sehr wichtiger VerfassiingSfragen nnverweilt eine ständische Commission zusammengesetzt, welche auS einer gleichen Anzahl von Landständen und von Mit-gliedern a»S anderen bei der gegenwärtigen Landes-Verfassung nur unvollkommen vertretenen Stände» zu bestehen hat. In Folge dessen wurden von der Gratzer Bürgerschaft vier Mitglieder gewählt, welche Ke»nt»iß über LandeS-,Stände- und Gemeinde-Verfassung, Steuer-, Unterthans- nnd Unterrichiswesen besitzen sollen. Wir begrüssen diese Einrichtung mit Freuden, werden aber nicht ablassen, alle verfassungsmäßigen Mittel in Anwendung zu bringen, damit diese Maßregel auf die ganze Provinz ausgedehnt und sohin unsere KreiSan-gelezenheilen selbstständig Vertretung finden. In den Tagen der Gefahr war insbesondere daS Gratzer Jesuiten Kloster Zielpunkt der allge-meinen Aufregung, so, daß fich am 15. März ein Pöbelhaufe mit der Abstcht dorthin drängte, dasselbe den Flammen Preis zu geben. Da verstand eS der Kaffesieder Herr Heinrich Hock die Menfchenmasse von Gewaltthätigkeit zurückzuhalten, indem er, obwohl nicht Katholik sonder» Calvinist, ihr zurief: „Seid barmherzig, wie Euer Vater im Himmel barm-herzig ist." Den zitternden Priestern donnerte er ent-gegen: „Wißt ihr, wer ich bin? Ich bin euer größter Feind und könnte Euch alle zertreten, doch geh», zieht so schnell als möglich von dannen, der Tod hat keinen Stachel mehr." Ein solches Bcneh-men verdient allgemeine Anerkennung, welche auch Hrn. Hock von S. E. dem LandeSgouverneur in einer zahlreichen Versammlung öffentlich zu Theil wurde. So berichtet die pol. ind. TagSzeitung. Am 23. März wurde von dem LandeSgouverneur die Entfer-nung der Jesuiten auS der ganzen Provinz Steier-mark verfügt, welche Maßregel auch von dem Herrn Minister deS Innern nachträglich volle Genehmigung erhielt. Am 4. und 5. April haben in Gratz bedauel-liche Vorfälle statt gefunden, indem bei der durch das neue Preßgesetz ausgeregten Stimmung große Hausen der arbeitenden Classen, unter dem Vorwande deS zu geringen BrotgewichteS den Versuch machten, sämmt-liche Bäckerläden zu stürmen; gleiches soll an einigen Schlagbäumen der Mauthhänser geschehen seyn. DaS Einschreite» der Nationalgarde und daS Versprechen einer abgeänderten Brodsatzung brachte endlich die auf-geregte Menge zu eini'ger Ruhe. Möchte kein ähnli-cher Vorfall wiederkehren, und den Eharaeter der Gratzer bestecken. Auch vom Schloßbergc weht nun die deutsche Fahne. Der Gratzer Bürgermeister Hr. Dr. Hüttenbrenner hat aus GesundheitS-Rücksichten einen dreimonatlichen Urlaub genommen. Marburg. Der hiesige KreiSbauptmann Igna; Rilt?r von Marquet ist in der nämlichen Eigenschaft nach Gratz übersetzt worden. In T y r o l wurde eine Landschutzcommission gebildet und der Landsturm aufgerufen, da im Süd-tyrol die Stimmung zu Gunsten der Lombardcn sich äußerte. Se. k. k. Hoheit der Vicekönig Erzherzog Rainer sind, so wie der Herzog von Modena in Botzen angelangt. Die Tyroler beweisen eine sehr patriotische Gesinnung, indem sie alle Streitigkeiten und Beschwerden vorläufig ruhen lassen, und nur auf Unterstützung der Regierung bedacht sind. „Gebt hin, und thut das Gleiche." In Folge MinisterialerlasseS vom 25. v. M. wurden die Gemeinden in Krain rücksichtlich der ver-übten Gewaltthätigkeiten verantwortlich erklärt, und für ähnliche Fälle mit Anordnung deS StandrechieS gedroht. Recht fo, Schutz dem friedlichen Untertba», aber die Strenge des G.'seyeS treffe den gesetzlosen Störer der Ruhe; den» je freiere Einrichtungen ein Staat besitzt, desto größer ist die Verantwortung und Pflicht deS Einzelnen, sich der Freiheit würdig zu zeigen. Wer seine stürmischen Leidenschaften und un« ordentlichen Neigungen besiegt, wer sich selbst überwin-det, der ist wahrhaft frei. Nicht deutsche Staaten Oesterreichs. Für Ungarn und die Ncbenländer wurde von Sr. Majestät gleichfalls ein verantwortliches Ministerium zugestanden. Ministerpräsident ist Graf Ludwig Bat-thyiny. Eine Aufregung der Magnatentasel wnrde bald beruhigt, da der Erzherzog ReichSpalatin Ste-phan mit ausgedehnten Vollmachten von Wien verse-hen wurde. In Pesth und Agram haben Judenverfolgungen statt gefunden, ein trauriges Zeiche», daß das Volk vom wahren Gcmeinsinn noch weit entfernt sei. Zum BanuS von Croatien und Slavonien ist der Baron Josef Ielal-ü ernannt werden, welcher daS Zutrauen der ganzen Nation besitzt. DaS in Ungarn vorgeschlagene Preßgesetz ist im wahre» Sinne ein Preßgesetz, denn e» fordert vo» Zeitungen eine Caution von 10,000 bis 20,000 fl. Der CleruS hat dem geistlichen Zehent freiwillig ohne Anspruch auf Entschädigung entsagt, jedoch wird in Betreff der niederen Geistlichkeit und jener Familien, die geistliche Zebeuten besitzen, ein ausgleichender Gesetzvorschlag unterbreitet werden. Ein weiterer Gesetzartikel ver-fügt: Alle Einwohner Ungarns und der damit ver-bundenen Theile tragen alle öffentliche Lasten ohne Unterschied gemeinsam und verhältnißmäßig; die Ver-theilung der Steuern nach einem neu auszuarbeitenden Schlüssel soll schon mit t. November d. I. ihren Anfang nehmen, bis dorthin aber die gegenwärtigen Verhältnisse bleibend seyn. Gleichzeitig sollen Rrbo« und Naturalabgaben gegen SchadloShaltung der Pri-vatgutbesitzer aufgehoben werden. Diese Gesetzanikel bedürfen übrigen« erst der Bestätigung Sr. Majestät, (der königlichen Resolution) damit sie gesetzliche Kraft erhalten. Der Reichstag wird am 12. d. M. geschlossen werden, 'nachdem von demselben eine große Recrutenstellung bewilligt worden ist. In Böhmen will man ebenfalls ein eigene« verantwortliches Mini-sterium; wenn dieß fo fortgeht, muß nothwendig die Einheit der Monarchie unter dieser Absonderung leiden; möge man doch die Regierung einiger Maßen ju Athem kommen lassen, und sie nicht mit immerwäh-renden Petitionen quälen. In Galizien glaubten die Bauern bei der ersten Nachricht der Wiener • Ereignisse , der Kaiser sei in Gefahr, und wollten dem-selben ju Hilfe ziehen. Die Verkündung der Eonsti'tu-tion hat großen Jubel erregt, in Krakau aber scheint man sich mit den Gedanken zu beschäftigen, das ehe-mahlige Königreich Pohlen wieder herzustellen. Dalmatien. Aus Zara schreibt man: Wir leben hier in der größten Besorgniß, 20,000 Türken sollen im Anmärsche nach der Gränze seyn, und einen Einfall in unsere Provinz beabsichtigen. Eine Rotte von Kroaten, Lieanern und Albanesen wollte die Stadr überrumpeln; aber noch zeitig genug unter-richtet, verschlossen wir die Thore und befestigten uns so gut eö in der Eile möglich war, und dieselbe hat sich dann unverrichtetrr Sache zurückgezogen. Eattaro ist von den Montenegrinern bedrängt, welche dort viele Häuser zerstörten und 60,000 ff. raubten. (I. d. ö. Llopd.) Lombardei und Venedig. Nach den Wiener Zeitungen war die Regierung noch immer ohne ämtliche Nachrichten von Mailand. Man weiß nicht, »b der Feldmarschall Radetzki sich noch in Mailand befinde, oder gegen Verona marschirt sey. Ein Ba-taillon deS Regiments Piret mußte, nach Eouriernach-richten, in einem Marsche von Vicenca nach Verona marschiren und kam in dieser Stadt ganz erschöpft an. Ersterer Stadt hatte Feldmarschal-Lieutenant d'ASpre eine Kontribution von 42,000 Lire auferlegt, BreScia hatte ebenfalls eapitulirt und war somit in Händen der Republikaner. In Friauk waren die Pfarrer und Be-zirkScommissariate von der provisorischen Regierung aufgefordert worden, ihr sogleich beim Erscheinen der österreichischen Truppen Nachricht zu geben und daS Landvolk zu den Waffen zu rufen. In Venedig war nach den Aussagen von Reisenden die Kriegserklärung des Königs von Sardinien an Oesterreich keineswegs günstig aufgenommen worden. Nicht österreichische deutsche Länder. Der König von Hannover und auch Preußen soll den Schleswig -Holsteinern Hilfe gegen Dänemark zugesagt haben; ein Kampf mit den dänischen RegieruugS-Trup-pen schien unvermeidlich. Preuße». In Berlin hatte die Regierung die Nach- richt von den Wiener Ereignissen dem Volke verhehlt, wollte sich zu keinen Zugeständnissen herbeilassen, und als die Bewegung zunahm, entspann sich eine solche Metzelei, ein so blutiges Schlachten, wie eS nicht bald in einer Hauptstadt vorgekommen; 10 Jnfavterie Regimenter und Z 6 Kanonen nebst der Garde-Eavallerie unterhielten ein mörderisches Feuer auf daS Anfangs wehrlose Volk. Endlich gab der König nach, und erließ einen Aufruf an die deutsche Nation (!) worin er sich erbiethet, an die Spitze der Vereinigung deutscher Fürsten und Völker zu treten, ja der Minister von Schwerin ging so weit, ihn sogar als deutschen König auszurufen. Die gerechte Entrüstung, welche diese Zumuthung in ganz Deutschland erregte, hat auch den österreichischen Minister der auswärtigen Angelegenheit«, Grafen Fiequelmont ver-anlaßt, energisch gegen einen solchen Eingriff Verwahrung einzulegen. Oesterreich ist stark und groß genug, und braucht sich nicht von Preußen an dem Gängelbande führenZzu lassen. Erzh. Johannj von Oesterreich hat schon vor mehreren Jahren am Rhein ein viel deutscheres Wort gesprochen: „Kein Preußen, kein L est er-reich, aber ein starkes, einiges Deutschland." Frankfurt. Zur Entwerfung der Grundlagen einer neuen deutschen Bundesverfassung sind alle deut-fchen Regierungen aufgefordert worden, allfogleich Vertreter zur Berathung der gemeinsamen Angelegen-heiten abzuordnen. Auf je 50,000 oder 70,000 Einwohner soll ein Deputirter gewählt werden. Von Seit» der Wiener Universität werden zu diesem deut-schen Parlament die Schriftsteller Schuselka, Kuranda, Gras AuerSberg und Bauernfeld abgesendet werden. Ausland. Der Kaiser von Rußland läßt an der pohlnischen Gränze sehr zahlreiche Truppenmassen zusammen ziehen. Sollte eS den Russen gelüsten, ei-nen Einfall zu wagen, so dürften sie eine blutige Lehre davon tragen; Deutschland würde und müßte sich wie ein Mann erheben, und selbst von Seite Englands und Frankreichs würde in diesem Falle uns Unterstützung gegen die russische Uibermacht zu Theil werden. Ge-gen Frankreich scheint vor der Hand jede Furcht unge-gründet, denn dieses Land hat in seinem Innern zu viel zu ordnen, als daß eS absichtlich an einen Krieg gegen Deutschland oder Oesterreich denken sollte. Italien da-gegen erhebt sich allseitig gegen unsere Regierung. Der Papst hat seinem Volke eine Constitution gegeben, konnte eS aber nicht hindern, daß das österreichische Wappen von dem Gebäude unseres Gesandten herabgeriffen wur* de; auch sollen 15,000 Mann auS dem Kirchenstaat und General Pepe mit 40,000 Mann auS Neapel nach den lombardisch - venetianischen Gränzen ziehen. Wie eS scheint wird Oesterreich eine achtungSgebiethende Armee aufstellen, und dann, stark durch diese, um die Interessen der übrigen Provinzen und deö Staatsschatzes zu wahren, sich zu Unterhandlungen herbei lassen, in-dem zu erwarten steht, daß die friedliebende Partei in Mailand und Venedig zur Besinnung kommen und die Hand zur Vermittlung bieten werde. Bereits ist der niederösterreichische Landmarschall Graf Monteeuecoli zu diesem Zwecke nach der Lombardei abgegangen. Zeitfragen. Lin Wunsch )u rechter Zeit. Nicht Kanonendonner, wohl aber einstimmiger auS allen Theilen deS schönen Cillier-KreiseS erschauender Jubelten begrüßet mit Begeisterung daö neugeborne Kind — da« „Wochenblatt" bei seiner Wiege'. Jeder nach Licht strebende Geist, jedeS tieffühlendc Herz muß ein langes glückliches Leben entgegenrufen dem edlen Kinde. Damit eS aber zu unserem Heile heranwachse und sich ausbilde, muß eS mit gesunder kräftiger Nahrung sorgfältigst genährt werden. ES muß unsere gemeinsamen Interessen berühren, unsere Freuden und Leiden zum Ausdrucke bringen, die Ursachen der letzteren unverhohlen aufdecken, aber auch die rechten Mittel nicht verschweigen, wie ihnen am wirksamsten entgegenzutreten wäre. ES muß um uns Alle ziehen ein inniges Band der Verbrüderung und niederreißen die unselige Ab-sonderung und jedeS Mißtrauen zwischen den Ständen. Die Einen, denen der hohe Beruf beschieden ist, Geist und Herz zu bilden und zu lenken, mögen ihre in den Stunden der Gefahr schwieriger gewordene Aufgabe mit Ernst auffassen, in ihrer wichtigen Bestimmung als Ver-mittler zwischen Gott und Menschen, zwischen Borge-setzten und Unterthanen jederzeit würdig dastehen, und wohl bedenken, welch unberechenbares Unheil ein einziges unbedachtes Wort, welches über ihre Lippen kommen würde, zu stiften im Stande wäre; möchten aber auch die Andern, denen die Schutzgewalt anvertraut ist, von ihr einen klugen Gebrauch machen! möchten sie auS den jüngsten Weltereignissen die unumstößliche Lehre ziehen, daß nicht aufgethürmte Aktenstösse, nicht deS' potische Machtworte die Aufregung zu beschwören und die Ruhe zn erhalten vermögen, sondern nur moralische Kraft! möchten sie frei von allen Borurtheilen mit Offen-Herzigkeit den Ersten die Hand zum einheitlichen Wirken biethen ernstlich erwägend, daß jedeS Reich, welches getheilt ist, untergehen müsse, damit sie in den Stunden der Gefahr mit Beruhigung sagen können: „Mit vollen Vertrauen zählen wir auf euch." Möge dieses Wochenblatt nicht Schönrednerei, sondern nur Wahrheit suchen, nicht zum Tummelplatze der Phantasie entsprungener leerer Theorien werden, sondern die ins Leben greifende an seiner Stirne ge-schrieben? praktische Tendenz treu befolgen; dann können wir ihm ein langes Leben und den wärmsten Dank von allen loyalen Bewohnern des Eillier Kreises zusichern. Zu sehr haben mich gerührt unlängst die Worte eineS vielgereisten nnd tiefdenkenden Ausländers, als daß ich unterlassen könnte, sie hier wieder zu geben. Wir glitten mit dem Train noch auf dem Boden deS Eillier Kreises als er mit einem sichtlichen Wohlge- fallen rechtS und links in die schöne Gegend hinaus-blickte und auf mögliche Ereignisse hindeutend mit einem wehmütigen Seufzer sprach: „Ach, schade für dieses schöne Land!" S. Wir «heilen diesen un« von einem Trie»Ire aus dem £anVe eingeschickien Aussatz mit Pergniigen mit alt ersreU' lichen Bewei« de« Anschluß« an da« gemeinsame welche« iu fördern, jeder in seinem Wirku»a«leeis» berufen ist, Wiederhohlt laden wir insbesondere die Be>irk«vvrstä»de Ireundlichst »in, u»< Bericht! iiber die Vorfälle und Stimmung flachen Lande« zukommen *» lasse», jeden Biedermann abee, an der Besprerdung der Zeitfragen lebendiften Antheil ,u nehmen Nur aus solche Weise können die ost sich wider« sireiienden Interejsen t»c ?lu«gleich»»g und Versöhnung qe-bracht werden- Von unserer . im Brucker Kreise 31 fr. 21/. dl. Dieses wäre also der erhobene Reinertrag des ZehentwertheS der bezeichneten Kreise. Wird nun dieser Reinertrag als Zinsen in ein SproeentigeS Capital umgewandelt, so ergibt sich die Summe, hm welche die Ablösung Statt finden dürste, und zwar pr. Joch: im Glatzer Kreise 12 fl. 2V kr., im Marburger Kreise 12 fl., im Eillier Kreise 12 fl. 8* 4 kr., im Judenburger Kreise 9 fl. 39 \\ fr., im Brucker Kreise 10 fl. 32 fr. Da uun aber i» der Uniersteiermarf, namentlich im Gratzer, Marburger und Eillier Kreise mit einiger Abwechslung der Reihenfolge der Cerealien, die Frucht-wechselwirthschaft im Allgemeinen üblich ist, so geht daraus hervor, daß der Zehent in fünf aufeinanderfol-genden Jahren nur drei Mal abgenommen werden sann; eS wäre daher der Rechtlichst,» und Billigkeit angemessen, daß vom obigen Ablösungsbetrage noch zwei Fünftheile in Abzug kommen, in der Voraussetzung jedoch, daß der Sandmann — wenigstens hiervon der größere Theil — nicht in der Lage ist, den Ablösungobetrag sogleich bar erlegen zu können, so dürsten hierbei zwei Veränderungen eintreten, nämlich, die sogleiche Barzahlung, mit zwei Fünftel Nachlaß, oder eine in zehn Jahre eingetheilte Zahlung, ohne Nachlaß, jedoch ohne Verzinsung. ES versteht sich von selbst, daß in einer andern Gegend, wo die Bewirthschafiungsart eine andere ist, oder, wo der Zehent auch von Mais, Kartoffeln, Kraut ,e. genommen werden darf, man auch eine andere Ein-theilung eintreten lassen müsse; übrigens aber wäre dieser nur als Beispiel angenommene AblösungSbetrag keineswegs so anzunehmen, wie eS hier der Eatastral-Reinertrag eines jeden Kreises der Steiennark im Durch-schnitte ausweiset, sondern eS möchte die Berechnung nach jedem einzelnen Catastral-Steuerboge» und deS darin verzeichneten Reinertrages gepflogen werden, was durchaus keiner solchen Schwierigkeit oder Mühe unterliegt, wie man sich'S vorzustellen glauben dürfte. Es erübrigt nur noch zu sggen, daß die Feststellung der Ablöftingspreise in möglichst kürzestem Zeit-räume, aus einleuchtenden Gründen, anzurathen wäre. Landwirthfchaftliche Nachrichten. In der landwirthschaftlichen Sitzung der Eillier-Filiale kamen mehrere interessante Gegenstände zur Be-, rachung, worunter wir namentlich die geringe AuS-Dehnung deS Obstbaues, die Holzverschweqdung, den, mangelhaften Unterricht in den Volksschulen, die Hti-pendien für Bauernföhne zum Unterricht in fcfr:£ri--1 denzucht, in Obst - und Weinbau nennen. — Daf Se.; f. k. Hoheit Erzherzog Johann, der Präsih«nt.der Peierm. LaudwirthschaftSgesellschaft wegen a„dcpv«itiger bringender Geschäfte den Vorsitz bei der für ten 6.. April d. I. ausgeschriebenen Sitzung ;der .fleiernwÄand' «vinhfchafts - Gesellschaft zu Ähren verhindert ist, so -wird dieselbe bis qufden nächstkommenden Herbst »«tagt. Nro. 1. Anhang EourS der StaatSpapiere in Wien den 3. April 1818. EM. StaatSschuld.Obligationen zu 5 proc. . . 59 fl. d»o. 2'/, „ . . 31 „ Wiener-Stadt-Baneo-Obl. „ 2„ . . 62 „ Bank-Aktien pr. Stück...... 700 „ Actien der Kaiser Ferdinand-Nordbahn zu 1000 fl. 690 fl. Mittlere Wochenmarki - Preise in E. M. vom 24. März 1848. Waizen der n. ö. Mezen . . . . 4 fl. 42 kr. Korn „ . . . . 3 „ 24 Hafer ,, » , , . 1 5 7 „ Kukuruz „ .... 3 „ 3 „ Angekommene und Abgertiste in Eilli. A»I s. April um weis«»» Oliien Am x Ör Scher,er, Handel«mann. v Zkan>scha, nach Laibach. He M>nervi. Äroihandler« d. Trieft nach JGeen, Hr. Srani« lau« Gorsiii, Pro»r>ete»r. » 3JGicn nadi Trieft. Ar Djnfl, f. f. Oberlieuienant, nach üiten, Hr. <31 cjf Auerlver-, 6,'i<. )nbaber. von ißien »ach Laibach, Freiherr v»n G verrnik, t t. Überft vom 4- Are Rgmt < von Gra^ »ack» Laibach, a'le »um weißen Qchsen Hr. Iahnda k f. A>«tmcifter von illif- iiinero#. BescheUdparl. nach La »dach, int gold 'kröne. *it Pluscht, f f oens Bub Rath u»d Krotbaurlmann und H»i« B»li««r. nach Laibach, Hr Riteer v- ?»lsch, f. f. Hof» räch, v Trieft nach Wien. beide «um gold Eiern. Am 5 Se Durchlaucht Fürst Schwarzenberg, k k «eneralma>or und Äe,andrer am k neaoolitanischen Hose. durch nach Tu tu. »um weisen Üchs»n. Ör.Ios Edler v Mo«dorter t k» Obeeft-Iieuienant Sortif- Diftriei« Direkior, nach Italien jur gold Krone Am ©« «reellem Gras Mugent f k. Ä- izz, an dir Vuitgerifnotien > Schwindsucht. .tobann Mrasek, «kiseiibahn - laglöbner au« Böhmen ■>6 )abre all. >>n Atilnar Goitale an der Lunzeniuchr. Am-5 A»r>l. Anton Veitl Viebbalter >n der j!aibacher Vorstadt Hau« Rro. 6 an der Vunzenschwindsuchi, zz J. alt. Von ^Drobtince za novo leto 1846" I. Jahr gange sind noch mehrere, theils breschirte, theils steif gebundene Eremplare bei Gefertigten zu haben. J. ,B. Jeretin, Buchhändler. Fortepiano«Verkauf. Ein überspieltes sechS-octavigeS Wiener Pianoforte (vom rühmlich brannten Meister Franz Paper) auf Säulenfüßen, nach der hohen Wiener Stimmung mit sehr gutem Tone und 4 Mutationen, ist aus freier Hand sammt.Peppackuqgykjstc um sehr billigen Preis zu ver-lgufcn;. anzufragen in der Postgasse HauS-^ro. 46 im 1. Stocke qllhier. , Theater in Eilli. Honntag am 9. April 1848: „Das Portrait ,?dfr Geliebten", Lustspiel in 3 Auszügen, von ^Kunst-, standen dargestellt. SchtieUp»esse«dru B. Jeretin.