Cchriftlritung: RathauSgassc Sir. 5. »ele»»«, «i. 21. Internet««. «»»echk»»»«: itzklch 'mit Cafuatio« Ht Sonn- B Ä«n-tefle) V»B 11—Jt Uh? conr. Hardlchltide» sink« mcdi iatiidgtgcfccii, no«nU»i< ®n-irnba agm «ich! »Si>gl. SatiinttgiiB#«« BXBuni ht uianoiniBj gejot Be»«bminj t« billigst frt-leHtHtai ®rt't6:ni «nt.ieg«. 6ft H»trttt$«!iiBgen ftti»-aachlo;. Sie .C(utU< wocht» trfidat I«#« TOfltnicul ant Eam4!ag ofeaM. foB(|Mitnfi,T-Äoilto S«.»00. Verwaltung: RathanSgafse Nr. 5. r«Iert»» »tr. »1, tntmirt«» ?rzugedeSillliuugen Durch die $»ft d«,»jn>: Wctttliäfcrig . . . K 5 *0 H->l»Mriq . . . . K « 46 «ampiiiij. . . . K lt-s» ftüt « i 11 i mit SvfleSuug tu* €*«l: «,»,tltch . ... K 110 Victtoliiikrig . . . K s — Huldläirig ....*#•— «Nltuitjng . . . . K IC— RiM «uilani nt:ljrn fich !'.« VtiUDfMUfliTen um di»d«d?ie» ?ns«n»u>>g»-«cbShre». Oingelritcrt l»oim«mtnil gdtett ti« |Hf Sddcst«2»»g Yr. »8 Hilli, Kamstag, den 18. 'Aovemöer 1911. 36. Jahrgang. „Auf hohen Auftrag". ES weht ein.fcharser Wind von ultra montes, von jenseitS der Berge zu uns herüber. Wir spürt» ihn in allem. Die katholische» Bereine, die bisher rein religiösen Zwecken zu dienen vorgaben, werden zu Kampfverbänden organisiert und unter bischöf-lich« Führung gestellt. Die Kongregationen beginnen schon unter den Mittelschülern „Streiter für die heilige Zungfrau" zu werben. Der Klerikalismus wendet sich mit feinem Spürsinn imnier den Mäch-tigen z», oder denen, die zu Mächligen werden. Hat er sich früher an den Hof und den Feudaladel ge-halten, so wendet er sich jetzt, in unserer demokra-lisch werdenden Zeit, den Massen zu, gründet Ge-werkschaftSverbände und Sludentenvereine, Bauern-Kunde und Wirtschaftsparteien. Er weiß, daß der Einfluß der Frau auf den Mann viel vermag, hat herausgehört, daß ein Rus der Zeit nach politische» Rechten sür Weiber verlangt und beeilt sich den alten Grundsatz „mulier taceat in eeclesia" aufzugehen und Frauenvereine zu schaffen, denen er zie„« lich großen Einfluß gewährt. Alles nur, um ein kampfgerüsteteS Heer bereit zu haben, daS feiner Forderung nach Macht Nachdruck geben soll. Und auch die Geistlichen müssen sich ändern, müssen zu Streitern dieser Armee werden. Wo findet man heute noch den Geistlichen, der kein Pfaffe ist, sondern wirklich ein Priester? Ein milder und güti-ger. voll Menschenliebe und Hilfsbereitschaft? Solch einer könnte noch manchen zur Kirche halten, der innerlich längst mit ihr fertig ist; der wäre keinem Angriff ausgesetzt, weil vor seiner Wehrlostgkeit (Nachdruck verboten ) Im KertZst. ' Novellette von A. Hinze. Froh-erregt, einen offenen Brief in der Hand, schritt Frau Mathilde Römer, die reiche Witwe eineS Bankiers, in ihrem vornehm wie behaglich auSge-statteten Zimmer auf und ab. Sie war in Trauer« kleidern und dies die erste helle Stunde seit dem vor drei Monaten, infolge eines AntounfalleS, plötzlich ersolgten Tode ihreS Gatten. DaS Feuer im Kamin verbreitete eine behag-liche Wärme, denn der Herbst war mit Wind und Regenschauern inS Land gekommen. Der Nordost fegte die letzten Blätter von den Bäume» und auf den Rabatten im Garten der Billa Römer ließen die Reseden, die Astern und Chrysanthemen, vom Nacht-reis getroffen, die Köpfchen hängen. Die ganze Mo-nolonie deS Herbstes, das Absterbe i in der Natur, laz über der Gegend. Am nüchtern grauen Himmel zogen die Wolken in Hast und jern ein Vogel-schwärm vorüber. Wo Tod und Herbst seinen Einzug gehalten, da vermag auch Reichtum nicht darüber hinwegzu-helfe», sondern einzig Sonnenschein der Seele. Und der war mit dem Brief eben ins HauS und inS Herz der einsamen Frau gekommen. „Mein HerzenSjunge," flüsterte Frau Mathilde, mid drückte einen Knß auf die Zeilen, „wie glücklich bin ich, daß Deine HerzenSwahl eine in jeder Be-Ziehung außerordentlich befriedigende ist. Erna Hof-ftitter entstammt einer ebenso angesehenen wie be-glltnten Familie. Ihre Mutter — ich erinnere mich ihrer noch genau — war eine sehr schöne, aber ko-kette Frau. Nun, sie ist tod, und daß Erna ihr in jeder wehrlos würde. Für solche Priester hat Rom nichis mehr übrig; sie müssen sanatischen Hetzern im Talar weichen, müssen dem politisierenden Pfaffen Platz machen. Rom biaucht Streiter, keine Dulder mehr. Ein Gutes aber kam uns doch von jenseits der Alpen. (Man wird, daS Bibelwort vomierend, fragen: „Kann auS Rom etwas Gutes kommen?") Die „Psarrerkathl" soll nicht mehr sein. Ein motu proprio deS Papstes handelt vom sittlichen LebenS-Wandel der Kleriker. Nachdrücklich wird ihnen daS alte, scheinbar von allen schon vergessene Kirchen-gesetz inS Gedächtnis gerufen, das den Priestern verbietet, in Gemeinschaft mit Frauen unter einem Dach zu wohnen. Davon soll künftig auch- nicht ab-gegangen werden, wenn eine Verwandte deS Geist-lichen in Betracht kommt. ES wird den Priestern znr Pflicht gemacht, alle Dienstleistungen ihreS Hans-halteS nur von Männern besorgen zu lassen. So wird wenigstens die Schmach eines Zustandes auf-hören, der ein „Verhältnis" wohlwollend duldet, wo er eine Ehe verbietet. Vor Monaten ging die Nachricht von einem zweiten Erlaß des Vatikans, der den Geistlichen den Besuch von Gasthäusern verbieten sollte. Wir wissen nicht, od diese Verordnung erschien, veröffentlicht wurde sie jedenfalls nicht. Und das mag gut fein... Der apostolische Feldvikar der österreichischen Armee, Dr. Bjelik. hat an uusere Truppenkomman-baute» eine Rundfrage gerichtet, darin eS unter an-derem heißt: „Auf höhere» Auftrag wird die Frage gestellt, ob die Truppenkommandanten dam't einver« standen sind, daß von Jesuitenpriestern den ihnen letzter Beziehung nicht gleicht, weiß ich im voraus, denn Werner liebt Natürlichst' insbesondere.-- Wie war das doh damals noch? Richtig, die Hof-stätters verzogen von hier nach Berlin. Es mögen drei bis vier Jahre her sein und die Erna war da-malS ein reizender Backfisch. Wenn sie gehalten, waS sie zu werden versprach, so--. Wie schreibt doch Werner noch?" Und Frau Mathilde las: — — Mutterlieb, wie kann daS Leben doch so schön, so über alle Maßen schön sein! Wenn Du meinen herzigen Schatz kenntest, würdest Du meine ausgelaffene Freude, den Glücksrausch in mir be-greisen können I Mein Bachstelzchen, mein Sonnen-schein, meine wilde Rose, sind die Kosenamen, die ich für mein Lieb habe und Du wirst Dir danach ihr Bild ausmalen können. Vielleicht überrasche ich Dich plötzlich und bringe sie Dir in Person. — sorge dasür, liebe, teure Mutter, daß sie offene Arme findet. Denn, unr wenn Dein Segen unser Verlöbnis weiht, wird mein und ErnaS Glück ein iu irdischer Bezie. hung vollkommenes sein. . . . „Wie überschwenglich ihn das Glück macht." flüsterte die Mutter lächelnd, aber in ihren Augen glänzten Tränen. „Mein HerzenSjunge. Du brauchst nicht zu bangen, Erna soll in mir die beste Mutter finden." Und rasch schritt die Sprecherin zum schreib-tisch. Sie wollte sofort antworten, den lieben Kindern ihre SegenSwünfche schreiben. Da fiel Ihr Blick auf die Photographie ihres verstorbenen Gatten, die auf dem Schreibtisch stand. Wenn er doch die Freude an Werners Verlobung noch erlebt hätte I unterstellten Offizieren Predigten als geistliche Exer-zilien gehalten werden, in einer Weise, wie sie bei den Mittelschulen üblich sind." Dr. Bjelik, der bekanntlich beim Thronsolger in besonderer Gunst steht, hat diese „Anfrage" tsie ist natürlich ein Befehl) .auf höheren Auftrag" ge-stellt. Unsere Osfiziere hatten es bisher nicht nötig, Frömmler zn sein und konnten doch selig werden. Sie taten ihre Pflicht und wenn sie starben, gingen sie wie GretchenS Bruder „zu Gott ein als Soldat und brav". Nun aber werden sie beichten und kom-munizieren gehen müssen, Jesuitenpredigten anhören und bei Messen ministrieren, und den Rosenkranz gebrauchen lernen statt deS Säbels. Wie sollte auch einer zum Artillerieoffizier fähig sein, der nicht täg» lich der hciligen Barbara geweihte Kerzen spendet? Wie einer ein guter Reiter, der nicht mit srommem Sinn zum heiligen Georg betet? Zwar ist die frömmste Armee nicht immer die beüe, zwar hat dem Schwert das Bündnis mit dem Weihwedel noch niemals Kraft gegeben; auch gesegnete Fahnen sind schon verloren gegangen, und daß auch geweihte Kanonen nicht einmal gegen Ungläubige etwas wer» mögen, sieht man jetzt wieder in Tripolitanien. Wohl hat der Papst für das Glück der italienischen Was-seil gebetet, aber dem Gott der Schlachten scheinen die todesmutigen Krieger Mohammed? lieber zu fein . . . Man wende nicht ein, daß die klerikalen Pläne an dem aufrechten, geraden und männlichen Sinn unserer Offiziere noch zuschanden werden können. Für den österreichischen Offizier ist Unterordnung Ein leiser Seufzer hob Frau Mathilden? Brust. Nachdenklich strich sie r it der Hand über die Stirne. Wie vertrauensselig doch die Jugend denkt! Wie viele Brautleute wähnen, daß ihr Glück, gerade ihre?, ein so einzig großes fei? Leise dämpft die Zeit diesen Glauben. Die Gewöhnung an daS Glück des gegen-feitigen Besitzes, Meinungsverschiedenheiten, die sich zwischen den Gatten einstellen und nicht zum letzten der Alltag mit feinen kleinlichen Aergerniffen, die auch dem Reichen nicht erspart bleiben, alleS trägt dazu bei. abzukühlen, zu ernüchtern. Die Jngend und Schönheit schwindet, die Gleichgültigkeit gegen einander herrscht, wo einst Neberschwenglichkeit war, und nur ein Schatten noch ist von jenem Glück ge-blieben, das sie einst zu besitzen geglaubt. Unsicher streifte Frau MathildenS Blick über das Bild des Gatten hin und ein leiser Seuszer hob ihre Brust. Manche freilich wußten zu erzählen von einem dauernden Glück. AuSerwählte waren sie! Möchte Werner solch ein dauerndes Glück beschieden sein! Sie selbst — nein, ihr war es nicht be'chert geblieben. Aufgehört zu lieben aber Halle sie den Gallen niemals. Vielleicht hatte sie selbst die Schuld getragen an der Entfremdung. welche allmählich zwischen sie getreten, vielleicht auch das frühe Schivin-den ihrer Schönheit, daS sie zu beklagen gehabt. Männer rechnen ja nie dami«, daß die Zeit auch ihre äußere Gestalt verändert. Er war immer aus-gesucht rücksichtsvoll geblieben, ihr Egon, o ja, sie aber hatte trotzdem gedarbt, hatte gehungert noch einem zärtlichen Blick, einem einzigen Handdruck, wie sie eS einst besessen und war doch zu stolz gewesen, ihm zu verraten, wie sehr sie darunter litt. Wie sie eS einst beseffen . . . Seite 2 Deutsche Wacht Nummer 92 allererste Pflicht, eine Unterordnung, die nicht nur de» Dienst betrifft, sondern in sein ganze» Leben bestimmend eingreift. Der englische Osfizier zieht, wenn er aus der Kaserne kommt, die Uniform aus und ist ein freier Mann; nicht so der österreichische. Der fügt sich in alle Wünsche der Kaiserfamilie, denn er empfindet sich nicht so als österreichischer, denn als „kaiserlicher" Osfizier. Und wenn jetzt von ihm Frömmigkeit verlangt wird, so wird,r fromm werden. Freilich nur nach außen hin. .Ihr könnt daS Wort, ihr könnt die Werke zügeln, das Ewige: die Träume zwingt ihr nicht!" Seine Gedanken werden weit fort sein von den Litaneien, die seine Lippen murmeln, sein Sinn wird nichis wissen von dem Altar, vor dem seine Knie sich beugen. Ob solch ausgezwungener Zwiespalt nicht dem Charakter unserer Offiziere schwereren Schaden zufügt als er der Kirche und der Dynastie je Nutzen bringen könnte? „Maul halten und weiterdienen', diese gute alle Militärregel wird auch hier befolgt werden. Hoffen wir nur, daß, wenn sie einer etwa nicht befolgt, er sich nicht schadet. Daß das Avancement oder die gute Garnison oder andere Begünstigungen nicht von der Zahl der Beichtzettel und vom Wohlwollen des Pfaffen abhängig gemacht wird. Und daß die Offiziere nicht gezwungen werden, mit knirschenden Zähnen und geballter Faust um der Karriere willen Gottesdienst zu halten ... Dir Deutschen in Deller-reich und die Majoritäti,-liildung. In einem liberalen Wiener Blatte wurde in den letzten Tagen wiederholt aus die angebliche Not« wendigleit einer neuen Rekonstruktion des Kabinettes hingewiesen und dabei auch der von einer Gruppe polnischer Abgeordneten ausgehenden Bemühungen gedacht, neben dem polnischen Landsmannminister v. ZaleSki, der interimistisch auch das Ackerbauporte-feuille inne hat, uoch ein zweites Mitglied des Po» lenklubs im Kabinett zu plazieren. ES unterliegt keinem Zweifel, daß eine Verwirklichung dieser Ab-sichten im Bereiche der Möglichkeit liegt, allein eine Rekonstruktion im Sinne einer Aenderung des Kur-ses lvürde das nicht bedeuten. Eine heiße, längst für überwunden geglaubt Seliniucht nach dem Glück der Jugend überwältigt plötzlich die einsame Frau Sie schob Briefpapier und Feder beiseite und öffnete den Schreibtisch. Er hatte ihrem Gatten gehört und enthielt, wie sie wußte, die Briefe, welche sie während der Brautzeit miteinander getauscht. Sie waren mit einem rosa Bande zu-sammengehalten, wie Egon einst ihr gesagt. Es war das erste Mal seit dem Heimgang ihres Mannes, überhaupt das erste Mal, daß sie seinen Schreibtisch öffnete. Was nach seinem plötzlichen Tode zu ordnen gewesen, hatte der Notar besorgt. Eine pietätvolle Scheu überkam Frau Mathilde. Die letzt-verflossenen Jahre schwanden aus ihrem Gedächtnis, mehr und mehr nahm die Jugenderinnerung von ihr Besitz. Sie hatte die Schublade ausgezogen und schlug vorsichtig die obersten Briesschasten um, die das vor-derste Fach füllten. DaS Päckchen mit dem rosa Bande war nicht darunter. Ihre Ungeduld wuchs. Sie öffnete das nächste Fach, hastiger, mit einem fast fieberhaft anwachsenden Verlangen nach dem Päckchen mit dem rosa Bande. Papiere, Briefe von Geschäftsfreunden. ein Bankicheck, Zettel mit geschäftlichen Notizen. — Da endlich — etwa? rosafarbenes kam ihr in die Hand, aber nicht das Päckchen. Es war ein Brief in rosafarbenem Kuvert, dem ein feiner Duft anhaftete. Die Entdeckerin ließ den Brief fallen und dabei fühlte sie im Innersten einen Schrecken, einen so bleichen, entsetzlichen Schrecken, al« sei unter ihrer Hand eben etwaS Unersetzliches zerbrochen gegangen. Sie stieß die Schublade hastig zu und floh, wie vor einer Gesahr, an das andere Ende des Zimmer«. Weiter aber trugen die bebenden Füße sie nicht. Sie waren ihr schwer, ali hinge eine Last an ihnen, Das Ackerbauportefeuille ist bekanntlich noch nicht definitiv besetzt. Geschieht das. — Dr. Braf, auch unter Bienerth Ackerbauminister war, soll ts angenommen haben — dann wären die Po-en im Kabinett nur durch einen Minister vertreten, und zwar infolge ihreS eigenen Wunsches, der bei Bildung deS Kabinettes Stürgkh sich nur auf die Uebernahme Herrn v. ZaleSki in die neue Regier rung richtete, da man sie als ein kurzfristiges Pro-visvrinm betrachtete. Sollten die Polen in dieser Hinsicht eine andere Ansicht gewonnen haben, dann wird siecher Platz für einen zweiten polnischen Mi-nister geschaffen werden, allein die Struktur des GesamtkabinetteS würde dadurch nicht geändert wer-oen. Auch im Ministerium Bienerth saßen zwei Polen und zwei Tschechen; eine Ergänzung des ge-genwärtigen Kabinettes in dem angedeuteten Sinne würde also den gleichen Zustand wieder herstellen, nachdem der derzeitige Ministerpräsident in amtlicher Form erklärt hat, daß sein Kabinett aus dem Stand-punkte der unparteiischen, unbeeinflußten Verwaltung stehe und alle Mitglieder in dieser Beziehung foli-darifch sind. — Auch die Besetzung deS Ackerbauministeriums mit einem Tschechen und die Ausnahme eines zweiten polnischen Ministers könnte und würde daran nichts ändern, weil Graf Stürgkh ganz ge-nau weiß, daß er im anderen Falle unter keinen Amständen mehr auf die Unterstützung auch nur eines Teiles der deutschen Parteien rechnen könnte. Eine Parlamentarisierung des Kabinettes im land-läufigen Sinne ist ausgeschlossen, solange die Ver-Hältnisse in Böhmen völlig ungeklärt sind. Im üb-rigen gärt eS auch wieder im Polenklub; die All-polen können ihre Niederlage bei den letzten Wahlen nicht verwinden und entfalten in Galizien eine hef-tige Agitation gegen den Polenklub, die feinem Par-lamentarisierungSbestrebungen nicht förderlich ist. ES ist auch gar nicht anzunehmen — daß die Tschechen — ihr intransigenteS Verhalten in den Prager AnSgleichSverhandlungen beweist das klar und deutlich — es gegenwärtig mit der Bildung eines parlamentarischen Kabinettes besonders eilig haben. Ihre ganze Politik ist heute aus die Wehr-reformsrnge gestellt. Zu ihrer Erledigung in der vorliegenden Form bedarf die Regierung einer Zwei-drittelmehrheit. Zu einer solchen müßten die Tsche-chen herangezogen werden und in diesem Momente glauben sie den Hebel mit Erfolg ansetzen und ihre Stimme um wertvolle nationale Konzessionen ver-kaufen zu können. Allein die Deutschen werden für einen solchen Handel nicht zu haben sein. Sie sind bereit die Wehrresorm im Rahmen der finanziellen Leistungsfähigkeit der Bevölkerung ohne nationale Konzession zu bewilligen, sie verlangen das aber auch von den Tscheche»; sollten diese nationale gensorderuugen stellen, dann bliebe den Deutschen nichis übrig als auch ihrerseits die gleiche Taktik einzuschlagen und ihre Zustimmung zur Wehrreform eine Last, die sie zu Boden zog Im ersten Augen-blick war ihr das Blut zu Kops gestiegen; jetzt starrte sie mit aschfahl sich entfärbendem Gesicht auf den Brief am Boden —. Und dabei jagte eS ihr durch den Sinn — immer dasselbe, eine: Es ist kein Irrtum, denn ich habe niemals an Egon einen rosafarbenen Brief ge« fchrieben, — während unserer Brautzeit nicht, und später nicht. Nein, eS ist kein Irrtum, es ist der Brief einer anderen —. Der Herbstregen prasselte gegen die Fenster-scheiden. Im Kamin pfiff der Wind und knickte draußen unbarmherzig die Astern, die Reseden und Chrysanthemen. Und hier drinnen die Frau, über die soeben auch ein Windstoß zerstörend hingefahren war, ein Windstoß deS Lebens, der ja doch längst schon ver-weht war und jetzt nur Staub aufwirbelte — den Staub der Vergangenheit —. Die Freude an de« SohneS Verlobung, ihre Absicht, ihm zu schreiben, da« Päckchen mit dem rosafarbenen Band, daS ihr Stückchen Jugendglück enthielt, eS war vergessen vor dem Schreckgespenst dort am Boden, daS selbst daS karge Stückchen Glück zu begeifern drohte —. Nein, der Brief war viele Jahre später geschrieben, wie der Poststempel zeigte. Also ein Ehebruch, wie er heutzutage ja an der Tagesordnung ist. — Sie, die eben noch in den entfernteste» Winkel geflohen, deren Füße bleischwer, ihr den Dienst ver-sagt, war mit festen Schritten zum Schreibtisch ge-gangen und hatte den Brief vom Boden aufgelesen. Aber «in harter, fremder Zug hatte sich um den fest-geschaffenen Mund gegraben, während sie den Brief aus dem Umschlag hervorzog —. an die gesetzliche Festlegung der deutschen Staats» spräche mit Ausschluß Galiziens und DalmatienS zu knüpfen. Politische Rundschau. Das Vaterland f. Mit Jahresschluß wird das Wiener klerikal-konservative „Baterland" nach 52jährigem Bestände sein Erscheinen einstellen. In den letzten Jahren war es Eigentum eine« Konsortiums, an dessen Spitze der Statthalter von Böhmen, Fürst Franz Thun, stand und wurde wie die „Reichspost" vom PiuSverein subventioniert. Diese Gelder sollen nun der „Reichspost" zugewendet werden, wofür diese die politischen Agenden des „Vaterland" übernimmt, und zwar im Rahmen des vom Wiener Erzbischof Dr. Nagel geleiteten katholischen VolksbundeS. Die große vom PiuSverein eingeleitete Preßaktion hat also zunächst daS Ergebnis, daß eines der beiden Wiener klerikalen Blätter eingeht, damit das andere erhalten werde» kann. Die österreichischen Steuervorlagen. Außer der Erhöhung einiger direkter Steuern, deren voraussichtliches Ergebnis rund 22 Millionen Kronen zur Deckung der Erhöhung der Beamten-gehalte verwendet werden soll, hat die Regierung auch jene bereits 1909 in Vorschlag gebrachten, zu-meist indirekten Steuerhöhungen vorgeschlagen, die ein Mehr von 74 Millionen Kronen einbringen sollen, nämlich die Erhöhung der Branntweinsteuer von 90 auf 1°40 für den Liter Alkohol 37, der Biersteuer von 34 auf 80 per Hektolitergrad 25, der Erbschaftssteuer 10, eine Automobilsteuer 05 Millionen Kronen. Bon diefem Mehr von 74 Mil-liouen Kronen follen jedoch die Länder 47 5 Mil-liouen Kronen rückersetzt erhalten, so daß dem Staat nur 26 5 Millionen Kronen bleiben. Mit der Erhöhung der staatlichen Biersteuer entfallen in Zu-kunft die Landesbiersteuern. Der Effekt wäre also, da die Landesbiersteuern bisher verschieden hoch waren, daß daS 13proze»tige Lagerbier statt bisher mit 10-29 bis 12 50 Kronen in Zukunft mit 15 Krone» pro Hektoliter belastet sein würde, wogegen bei gewöhnlichen Schankbier die Steigerung weit geringer wäre, weil die bisherigen Landesbiersteuern nicht nach dem Iaccharometergraden differenzierten. Das ..ruhmreiche" italienische Heer Angesichts der Jubelhymnen der italienischen Preffe über die „glänzenden Leistungen" von Heer und Flottte in der TripoliSaffäre dürsten einige Daten über die bisher gepflückten Lorbeeren der Ueberraschendes würde er ihr nicht bringen. Sie wußte ja bereit« und hatte eS begriffen, daß sie be-trogen und getäuscht worden, daß ihr selbst daS An-denken an den Gatten und seine Ehrenhaftigkeit zer> stört war. Und ivelche es gewesen, die dieS fertig gebracht, würde sie ja doch nicht erfahren, denn die Unterschrift fehlte natürlich —. Nein, sie fehlte nicht; auch an Ueberrafchendem fehlte es in dem Briefe nicht. Die Schreiberin gab die Zeit und den Ort des Stelldichein an, wo sie sich treffen wollten, und daß sie vorsichtshalber Erna und Rudi zu Bett schicken würde, und hatte sich unterzeichnet: Deine Ina Hosstätter. Man stirbt nicht, auch wenn der Herzschlag einmal aussetzt, man stirbt nicht an solchen Ueber« raschun en, die dies zustande bringen und die klare Vernunft zu verwirren drohen. — Nein, mau stirbt nicht daran, auch wenn der Wunsch dazu da ist. Sie mußte sie ertragen lernen, diese grausamste aller Schicksalsfügungen, an der e« sich erfüllen würde das Wort: Die Sünden der Väter werden heimgesucht an den Kindern . . . . Denn nun durfte Werner nicht die Tochter der Frau heiraten, welche die Eltern getrennt hatte. Nein, er durfte nicht Erna Hosstätter heiraten; sie, seine Mutter, mußte gegen ihn einen anderen triftigen Grund erfinden, der ihn zwingen würde, da» Ver» löbnis wieder zu lösen. Aber waS für einen Vorwand sollte sie an-geben? Einen, der fchwer genug wog, zwei Liebende zu trennen? Und waS würde die Welt sagen? Würde mit der Lösung der Verlobung nicht vielleicht längst Vergeffene« an« Licht gezogen ein Skandal heraus« beschworen werden durch jine, die von der Liebschaft damals gewußt hatten? iiuir.:n.r 92 sardo-italienischen Arm« interessieren, die wir in der Münchener Wochenschrist „März' zusammengestellt finden, 1. Feldzug der piemonlesischelr Armee gegen Oesterreich 1848—1849 : 6. Mai 1848, Gefecht bei Santa Lucia, geschlagen; 25. Juli 1848, Schlacht bei Custo-za. geschlagen; 21. März 1849, Gefecht bei Mortara, geschlagen23. März 1849, Schlacht bei Novara, geschlagen. 2. Feldzug der alliierten franco-sardinische» Armee in Italien gegen Oesterreich 1859: 20. Mai 1859, Schlacht bei Monte-bello, Sieg der Franzosen; 31. Mai 1959, Schlacht bei Palestro, mit französischer Hilfe gesiegt; 4. Juni 1859, Schlacht bei Magenta, Sieg der französischen Armee, die italienifche geschlagen. 3. Feldzug gegen Oesterreich mit Bündnis mit Preußen 1866: 24. Juni 1866, Schlacht bei Enstozza, geschlagen; 20 Juni 1866, Seeschlacht bei Lissa, geschlagen. 4. Feldzug gegen NeguS Menelik in Abessynien 1896: «. Oktober 1895, Gesecht bei Amba Aladji, geschlagen; 22. Jänner 18S6, Kapitulation GaUi-anos in Macalle; 1. März 1896, Schlacht bei Adua; vom NeguS Menelik vollständig geschlagen — sämtliche Geschütze genommen. A»S dieser Ta-belle ist ersichtlich, daß die sardo-italienische Armee, ohne fremde Unterstützung, sich selbst überlassen, bis« her stets unterlegen ist. Man kann danach die Be-scheidenheit in den Ansprüchen der Italiener aus Waffenruhm verstehen und begreifen, wie da» Niederknallen arglos salutierender Torpedoboote und wehrloser Frauen. Kinder und Greise genügen konnte, die nationale Begeisterung zu entfesseln. Aus Stadt und Land. Landessanitätsrat Der steiermärkische LandeSauSschuß hat den Primariu» des Allgemeinen Krankenhause» in Graz Herrn Dr. Johann »napitsch und dem Primariu» de» Eillier Krankenhause» Herrn Dr. Gregor Jesenko als seine Vertreter im Landes-sanititsrate bestellt. Berufung in das Unterrichtsministe-rium. Der UnterrichlSminister hat mit Zustim-mung deS Ministers de» Innern den bei der Be> zirkshauptmannschaft Pettau in Dienstesverwendung flehenden Bezirkskommisfär Dr. Emil Lubec zur Dienstleistung in du» Ministerium sür Kultus und Unterricht einberufen. Verein Deutsches Haus. Diensiag abends findet im Turmzimmer de» Deutschen Hause» die Jahreshauptversammlung des Vereine» .Deutsche» HanS" mit solgender Tagesordnung statt: 1. Be-richt des Ausschusses; 2. Neuwahl de» Ausschüsse»; 3. Allfällige Anträge. Die Mitglieder werden drin gendst gebeten, an dieser hochwichtigen Versammlung sich vollzählig zu be eiligen. Waren es Stunde», waren e» wenige Minuten nur, daß die unglückliche Frau mit ihre» Gefühlen gerungen? Der Regen hatte aufgehört und ein Sonnenstrahl huschte durch'» Fenst r zu der Ein-samen hin. Und wie der warme, der goldene Glanz sie umspielte, begann sich die Starrheit, der fremde, kummervolle Trotz von Frap MaihildenS Seele zu läsen. Sie begann zu weinen, und wie voihin die Sehnsucht nach den Zugendbricfen sie bestürmte, be-fiel sie jetzt eine tiefe Sehnsucht nach ihrem Herzen», jungen, der so herzinnig um ihren Segen bat zu seinrm jungen Glück. Und diese» Glück wollte sie zrrsiören, weil zwei, die längst die Erde deckte, ichändlich an ihr gehandelt hatten? Aenderte sie es damit? Würde sie nicht oielmchr de» Leute» Stoff zum Gerede gebe» ? Und Werner» Hoffen und Wünschen? Würde sie ruhe finden, wen» sie e» zer-flirie? Ueber dem Grübeln vernahm sie nicht das Gehen der Türen und daß Schritte sich dem Zimmer näherten. Plötzlich flog die Tür auf. Ein leiser, jubelnder Laut . . . Und mit dem Sonnenschein, der jetzt voll ins Zimmer sich ergoß flatterte noch ein Sonnenschein hinein, ei» junge», herziges, dlüten-frische» Menschenkind. Zwei weiche Arme »mfinge» Frau Mathilde und ein süßer Mund bat: „Habe mich lieb, Mama!" Und an deren anderen Seite drückte ein bär-tizer Mund sich auf die mütterliche Wange. Da war e» Frau Mathilde, al» wlize sich ein Siein von ihrer Seele. Sie zog die Liebenden in ihre Aime und sagte: .Ihr seid zur rechten Stunde gekommen, liebe Kinder! Ich hatte solche Sehnsucht nach Sonnenschein." _ Deiche Todesfall. Am Mittwoch ?e» 15. d. wurde iu Gairach die Besitzerin Frau .iranziska Hwaletz Gradt, eine in den weitesten Kreisen bekannte und beliebte Frau, unter überaus großer Beteiligung zu Grabe getragen. Die noch rüstige Frau, die Mutter de» Cillier Schlossermeister» Herrn Gradt, die au» der Mitte ihrer Kinder und Enkel so plötzlich durch den unerbittlichen Tod herausgerissen wurde, erfreute sich auch in Cillier Kreisen einer großen Wertschätz-ung. Zu dem Leichenbegängnisse waren an» Nah und Fern zahlreiche Trauergäste erschienen. In dem Leichenzuge befanden sich u. a. die Gemeinvevorsteh-ung von Gairach, eine Vertretung der Herrschaft Schloß Gairach, die in Gairach stationierte» G n-darmen, ferner waren auch Trauergäste au» Eilli, Tüffer, St. Leonhard, St. Marein bei Erlachstein, Monlprel» usw., sowie auch eine Abordnung des EilKn Männergesangvereines „Liederkranz" mit ihrem Obmann an der Spitze erschienen, um der Mutter ihreS SangeSbruder» die letzte Ehre zu er-weisen. Die Erde sei ihr leirbl! Schwurgerichtstagungen im Jahre 1S12. Der Beginn der bei den nachstehenden Ge-richtShöfen im Jahre 1912 abzuhaltenden ordentlichen SchwurgerichtSsitzungen ist solgender: Bei dem k. k. Kreisgerichte in Eilli: 12. Februar, 20. Mai, 2. September, 2. Dezember; bei dem k. k. KreiSge-richte in Marburg: 11. März. 10. Juni, 23. Sep< tember 2. Dezember. Entfall einer Schwurgerichtstagung Die 4. diesjährige Schwurgerichtstagung des Kreisgerichte» Eilli entfällt maugelS bezüglicher Straffälle. Evangelische Gemeinde. Morgen Sonn-tag findet ia der Christusk rch« um 9 Uhr vormil« tagS ein Kindergolte»dienst. um 10 Uhr der öffent-liebe Semeindegottesdienst statt. Am Montag Adend treffen sich die Glaubensgenossen im Sonderzimmer de» Hotel Eizherzog Johann. Am Mittwoch nach-mittag» um 4 Uhr ist im Gemeindesaale die Näh-stunde deS Frauenvereine», am SamStag abend» um 6 Uhr ebenda eine Versammlung des dcuischevange-lischen Mädchenbundes. Cillier Geselligkeitsverein. Wie wir bereits mitteilen konnten, findet die erste Vereins-Unterhaltung unter den« Tit l .Nikolokränzchen" am Samstag den 2. Dezember im kleine» Saale de« Deutschen Hauses statt. Wir ersuchen die Damen, wie im vorigen Jahre iu dem der Unterhaltung an-gepaßten Gewände zu erscheinen. Die Einladungen werden in den nächsten Tagen ergehen und erwarten wir einen zahlreichen Besuch seiten» unserer Mit-glieder. Wir machen noch aufmerksam, daß der Eingang von der Bahnhcfseite ist und die Garde-rode in den Winter-RestaurationSräumen sich be-findet. Herdstliedertafel des Männergesang-Vereines. Heute Samstag den 18. d. findet im kleine» Saale des Deutschen Hauses zu Eilli die Herdstliedertafel de» Cillier Männergesangvereines statt. Die Herbstliedertasel ist als Feier de» 6vjäh-rigen Wiegenfeste» de» heimischen Meisters Rudolf Wagner gedacht. Der Künstler hat fein persönliches Erscheine» zu der Liedertafel zugesagt. Die Vor» tragsordnung ist nur aus Werken Rudolf Wagners zusammengestellt. Unter andere» werden auch die leider viel zu selten gehörte» entzückend schönen „Steirischen Hochlandsklänge" zum Vortrage ge-bracht werden. Die Veranstaltung wird Voraussicht-lich den schönsten Verlauf nehme» und eS ist nur zu wünschen, daß sich ein recht zahlreicher Besuch ein-stellen möchte. Gilt eS doch einen ausgezeichneten Sohn der Steiermark würdig zu feiern I Evangelisches Kirchenkonzert. In Er-gänzung der von uns gebrachleir Ankündigung de» Kirchenkonzerte» deS Organisten Jnterberger geben wir unseren Lesern hiemit bekannt, daß an diesem unter der Leitung des Herrn Musikdirektor» Richter die vollständige Cillier Musikvereiilskapelle, die Soli-stinnen Fräulein Nina Greco und Fräulein Valesca Petritschek, sowie der gesamte Säng?rinnenchor der Frau Hanna Halm-Wrada, ein Oktett des Cillier Männergesangverein» unter der Leitung des Herrn Dr. Flitz Zangger, ein Cello und ein Streich-quartett, ein Violinenchor und ein Klarinettensolist gütigst mitwirken werden. Da» ausführliche Pro-gramm werden wir in einer der nächste» Folgen veröffentlichen. Vom Theater. Morgen Sonntag de» 19. d. gelangt die lustige Operette „Die Fledermaus" von Johann Strauß zur Aufführung. Um den Besuchern der Umgebung Eilli» Gelegenheit zu geben, der Vor-stellung beizuwohnen und zu den Abcirdzügen An-schluß zu finden, wurde der Beginn auf 6 Uhr abend» festgesetzt. Die Hauptparlien sind besetzt mit den Damen Merlin, Bayer. Fritzi Sappe und Sr".e 3 den Herren Gclda, Fabro und Lang. Die köstlich« Figur des „Frosch" spielt Herr Gerold. Am Diri- fientenpult erscheint diesmal Herr Kapellmeister Sie-an Riebner aus Graz. Lehrerelend. Die unerträgliche Notlage, in welcher sich unser Lehrerstand befindet und die geringe Aussicht, daß diese Notlage in absehbarer Zeit gelindert werden könnte, hat in verschiedenen Teilen deS Landes zu Beschlüssen der Lehrerschaft geführt, die uns den furchtbaren Ernst, mit dem die Lehrerschaft ihre Lage beurteilt, deutlich kenuzeichnet. ES wurde beschlossen, i» allen Vereinen, die den Lehrern keine materiellen Vorteile bieten, inSbeson-bere auch in den Schutzvereinen die Tätigkeit einzu-stellen. Wir begreifen die Erbitterung der Lehrer-schast, sie ist ja in der Tat leider allzusehr gerecht-fertigt. Wir begreisen es auch, daß ein Lehrer sagt, er fühle sich nicht veranlaßt, in irgend einem Ge-selligkeitS- und Wohltätigkeitsoereine die ganze Arbeit zu leisten, während z» Hause seine Kinder hungern. Wir begreisen es, daß ein Lehrer in solcher Not-läge nicht die Stimmung besitzt, um in Festvcran-staltungen der Vereine eine begeisterte Tätigkeit zu entfalten, aber wir glauben, es geht zu weit, wenn sich die Lehrerschaft von den Schutzvmineu zurückzieht. Es geht zu weit, wenn die Lehrerschaft es den deutschen Schlitzvereinen, dem Vereine Südmark entgelten läßt, daß die gesetzgebenden Faktoren die Lehrer nicht so stellen, wie es ihnen gebührt. Unsere Schutzvereine umfassen alle Teile des Volkskörpers mit gleicher Liebe, sie bringen Opfer geistiger und materieller Natur für alle Volksgenossen und wir gehen nicht zu weit, wen» wir sagen, daß dabei die Lehrer ganz gewiß nicht schlechter wegkommen als irgend ein anderer Stand. Wir möchten daher an die Lehrerschaft die herzliche Bitte richten, unsere Schutzvereine nicht im Stiche zu lassen und nur zu bedenken, daß sie den Feinden unseres Volkes, den Klerikalen und Windischen damit nur einen Gefallen erweisen, wenn sie unseren deutschen Schutzorgani-sationen ihre bewährte Hand entziehen. Schulden für die windisch« Bauern-Universität. Der stcirische Landtag hat am lO.Jän-nee bekanntlich den Laudesausschuß ermächtigt, die 429.000 Kronen für die Gründung einer windischen Ackerbauschule in St. Georgen au der Südbahn im Wege der Schuldenmacherei aufzubringen. Der Lan-«esaueschuß ist nun a» die Arbeiter-Unfallversiche-mngSanstalt für Steiermark und Kärnten um Ge-Währung de» erforderlichen Darlehen» herangetreten, was diese vorbehaltlich der Genehmigung durch das k. k. Ministerium des Innern zusicherte. Da der Gründungsbeitrag des Staat:» von 155.000 Kronen in sechs Monatsraten flüssig gemacht wird und die erste Rate von 26.000 Kronen bereits ausgezahlt ist, hat der LandeSausschuß ersten» ein Darlehen von 129.600 Kronen gegen 4'/, prozentige Verzin-sung, rückzahlbar in fünf Jahresraten am 1. Juli 1911, 1912, 1913 und 1914 mit je 26.000 Kronen und am 1. Juli 1915 mit 25.000 Kronen, zweiten» ein Darlehen von 273.400 Kronen gegen 4'/„ prozentige Verzinsung und Amortisierung in 100 HalbjahreSraten angesprochen. — Da müssen sich doch die obstruierenden Landesverräter in» Faust-chen lachen! Eine neuerliche Ablehnung Maliks. Angesichts der jüngsten skandalösen Vorfälle im Par-lamente sah sich nun auch der Gemeinderat der Stadt Pettau veranlaßt, jede Gemeinschaft mit Herrn Malik ein für allemal abzulehnen. Der Gemeinde-rat tat d>eS in feiner Sitzung am 15. d., worüber die folgende Entschließung vorliegt: „Der Gemeinde-rat der l.-f. Kammerstadt Pettau erklärt mit Rück-ficht darauf, daß der Abgeordnete Malis infolge seiner Angriffe gegen die untersteinschen deutschen Richter und infolge der Vorsälle der letzten Zeit (ehrenrätliches Verfahren,Hundspeitschenangelegenheit) daS Vertrauen der deutschen Wählerschaft deS Unter-landes gänzlich verloren hat und in weiterer Er-wägung, daß ein dem ukrainischen Verbände Angehöriger, mit den Sozialdemokraten verbündeter Abgeordneter nicht die mindeste Gewähr für die er-folgreiche Vertretung der wirtschaftlichen und natio-nalen Interessen der Stadt Pettau bietet, jeden Verkehr mit dem Abgeordneten Malik abzubrechen und den Herrn Abgeordneten Heinrich Wastian aus Ccrtl 4 Kcuiiche Wacht Nr.nulcr 92 Marburg, welcher sich stets als ein bewährter Vor-kämpfer des nntersteirischen Deutschtums erwiesen hak, und welchen die Stadt Pettau mit Stolz als ihren Ehrenbürger den Ihrigen nennt, zu ersuchen, die Vertretung der Interessen unserer Stadt zu übernehmen. Der Herr Bürgermeister wird ersucht, diesen Beschluß deS Gemeinderates allen Zentralstellen sowie den maßgebenden Behörden und Faktoren mitzuteilen. Gleichzeitig wird dem Herrn Abgeordneten Wastian sür' seine schlagfertige Äbsuhr des Abgeordneten Breitete nud dem Herrn Abgeordneten Einspinne? sür seine wirksame Abwehr der vom Abge-ordneten Malik gegen die deutschen Nichter des Unterlandes erhobenen Anwürfe der herzlichste Dank zum Ausdrucke gebracht." Selbstmord des LandesbaudireKtors Rosmann. AuS Graz wird berichtet: Der Lan-dkSdaudirektor von Steiermark Adolf Rosmaiin hat sich Dienstag im Neubau des LandeSkrankenhauses erschossen. Das Motiv der Tat bilde! ein schweres Leiden. Baudirektor Rosmann hätte in den näch-sten Monaten in Penston gehen sollen. Bormittag hatic er »och eine Besprechung in der Bausache mit dem LandeSauSschuß HerrenhauSmitgl ed Dr. Link. Nachmittags begab er sich zum Neuba» deS LandcS-krankenhauses. In einem Pavillon schoß er sich auS einem Revolver zweimal inS Herz und blieb auf der Stelle »ot. Arbeiter fanden seine Leiche aus. Direktor Rosmann war 64 Zahre alt und verhei-rate:. Seine Tochter ist eine talentierte Malerin. Ergreifung eines flüchtigen Diebes Der Landstreicher Joses Pazdir trat am 8. d. in Sagvr heimlich in einen Kaufladen, der einen Augen-blick ohne Aufsicht gelassen war, griff lies in die Geldlade und wollte mit einer Beute von 150 K. davoneilen. Eine selbsttätige elektrische Klingel ver-riet dem Kaufmanne seine Anwesenheit und es gelang diesem, den Burschen abzufangen. Er sperrte ihn bis zur Ankunft deS Sendarmen in ein Zimmer. Ais aber der Gendarm erschien, war der Dieb durch das Fenster entsprungen. Erst in Eilli konnte man seiner habhast werden. Unfall im Bergwerke. Aus Trifail wird berichtet: Der Bergmann Josef Jurkoschek arbeitete in einem Abbau des Bergwerkes. Aus dem Gerüste, aus dem er stand, war ein Brett so locker, daß eS sich vom Gerüste löste und mit dem Berg» man», der darausgetreten war, vier Meter lief hin» unterfiel. Der Mann kam im Sturze aus eine Eisenklammer nud erlitt einen zweisachen Rippen-bruch und eine Verletzung der Arterien. Er wurde ins Spital nach Laibach gebracht. Vater und Sohn in tätlichem Kampfe. Aus Rann wird unter dem 15. d. berichtet: Der GrundbesttzcrSsohu Joses Zorko in Niederdors wollte Geld verdienen; deshalb zog er vor, bei sremden Leulen zu arbeiten und überließ die Arbeiten zu Hanje seinem Vater. Auch die vorige Woche brachte er im Dienste bei sremden Leuten zu; aber am Souiiabend kam er nach Hause und begehrte von seiner Schwester ein Abendessen. Der Vater, der seinem Sohne einmal den Standpunkt klar machen wollte, wies ihn mit der Bemerkung zurecht, er möge am Ende der Woche und am Sonntag dort essen, wo er unter der Woche Geld verdient habe. In dem Streite, der sich nun zwischen Vater und Sohn entspann, wollte der Sohn den Vater zu Boden ringen. Der Vater hatte aber schon sein Taschen-messer gezogen und rannte es dem Sohne zweimal in den Leib. Ein Stich drang in den Rücken, der andere in den rechten Oberschenkel. Der Stich in den Rücken erreichte auch die Lunge und war lebens-gefährlich. Der Schwerverletzte wurde ins Kranken-haus nach Rann gebracht. Grenzenlose Ausgelassenheit In der Nacht des 10. d. lärmten, wie man uns auS Rann meldet, in Podvin drei Grundbesitzerssöhne und hin- terließcn auf ihrem Wege Spuren ihrer Ausgelassen» heit. Besonders die Zaunlatten wurden auf ihre Festigkeit geprüft. Beim Haufe der Gcrmoschek ver-gaßen sie sich so weit, daß sie einen brennenden Holzspan durch das offene Fenster aus ein Bett schleuderten. Das Bett fing Feuer, und nur dem raschen Eingreifen der HauSleute, die übrigens schon im Bette lagen, war es zu danken, daß ein Brand-Unglück verhütet wurde Unbeaufsichtigte Kinder. Lorenz Bla« sitsch ist Streckenwächter zwischen den Stationen Trisail und Hrastnigg. Das kleine Grundstück, daS zum WSchterhaus gehört, ist gegen das Bahngeleise abgesriedet. Am 12. d. kletterten die beiden Kinder des Streckenwärters über den Zaun und betraten das Geleise in dem Augenblicke, als der Eilzug in der Richtung nach Wien heranbranste. Die kleine Marie wurde von der Maschine ersaßt und mit solcher Wucht mehrere Meter weit zur Seite ge-schleudert, daß der Kops und der ganze Körper gänzlich zerschmettert liegen blieben. Der dreijährige Knabe blieb wie durch ein Wunder verschont und lies wehklagend ins HauS, um die Mutte: von dem gräßlichen Unglück zu verständigen. Das Gewünschte erreicht. Unlängst zech-ten in einem Gasthaus? in MontpreiS die Holzarbeiter Stephan Kostajnsek, Michael und Franz Ferli», Martin Klanzer und Franz Umek ans Veternik bei Dracheuburg. Am Heimwege trafen sie mit den Knechten Johann Kladnik, Joses Les-kosek, Franz Schleuder, Karl Bouk und Anton Sesko auS MontpreiS zusammen. Es kam zu einer Rauferei, bei der sofort mit den Messern hernmge-stochen wurde, wobei Franz Ferlin mehrere wuch< tiae Stiche erhielt, die die Lunge verletzten. Kostajn-sek, Michael Ferlin und Martin Klanzer wurden ebenfalls durch Messer und Prügel übel zugerichtet. Die Ursache dieser Messerschlacht war der Rus der Holzarbeiter: „Heute wollen wir Montpreiser Blut fließen sehen!" Der Südmarkgründerbrief 240 ist wegen seiner nicht gewöhnlichen EnverbuugSart be-sonders erwähnenswert; er verdankt nämlich das Znstandekommen eineS gelehrigen Hundes, der in WolkerSdors sich die vielen Mußestunden seines Hundedaseins durch gemeinnützige Tätigkeit vertreibt, indem er nach verlorenen oder absichtlich weggewor-senen Geldstücken fahndet, die er seinem Herrn, dem Sparkassebeamten Wenzl, zu überbringen pflegt. Ans diese Weise kam in letzter Zeit, wo daS Suchen besonders ergiebig war, ein namenswertes Sümmchen zusammen, das bald zur Erwerbung eines Süd-markgründerbrieses reichte; seither setzt daS kluge Tier das Sammeln um so emsiger sort. DaS gelun-gene Kontersei des sammelnden HundeS wurde unter einem zum daucrnden Andenken der Südmark über-wiesen. Gründerzuwachs der Südmark. Dem Verein sind im verflossenen Monate als Gründer beigetreten: Die Abgängler des Gymnasiums in Mödling, die Stammtischrunde bei Witwe Ober-reiter in Kirchbichl, die Einjährig-Freiwilligen des 10. Feldjägerbataillons in Steyr, Rechtshörer AlfonS Mayerhoser von Grünbüchel in Graz, die Taselrnnde „MooSbrunner Sieben" in Moosbrunn, der Stammtisch der Südbahnbeamten in Leoben, das akademische Korps „Rhaetia" in Innsbruck, dem verdienstvollen Obmanne OberlandesgerichtSrat Dr. Alois R. v. Sombor von der Ortsgruppe Neumarkt, der Verband deutscher Hochschüler in Pettau, die Mäuner-OrtSgrnppe Fürstenseld, die deutsch-technische Verbindung „Nibelungia" in Wien, die Südmarkecke in Dornbirn 3, Dr. Oskar Plautz durch den deutschen Verein in Laibach, der Spiel' abend Tausche! in Wien, daS Quodlibet „Heumühle" in Wien, daS SchulvereinSquodlibet in Fürstenseld, der Grazer Banklub zum Andenken an Fritz Bullmann, Heinrich Wenzl in WolkerSdors durch die Sammlung seines treuen HundeS „Bubi", Dr. Mischitsch in Villach ans Anlay einer zurück-gezogenen EhrenbeleidignngSklage und eine nnbe-kannt sein wollende Volksgenossin. Am 1. November konnten demnach 242 neue Gründer gezählt werden. Ortsgruppenbewegung der Südmark. Das OrtSgrnppennetz ist abermals durch eine An-zahl von Stütz- vnd Sammelpunkten gesestigt tind zum Teil erweitert worden, denn eine Reihe von Orten haben die Gründung von eigenen Orts-gruppen durchgeführt und damit die Zahl der Mit-arbeitet vermehren helfen. Es sind das die One Afritz, Friesach, Köstenberg und St. Peter in Kärnten; dann Graflinden, Pöllandl nnd Seele bei Gottfchee; ferner Felsenberg, Grossau, Hadres, Jetzelsdors, RabeSreith, Scheideldorf, Watzelsdorf. Wien hat eine Frauenortsgruppe in FloridSdorf und eine Bereinsschar am Wienerberg 10 gestellt; Oberösterreich vermehrte seine Südmarkposten in Kumaten, Ostering; Steiermark erweiterte seinen Gruppenstand in Alt-Eggenberg, Kapellen-Altenberg, Mariahos, Soboth und Waldbach bei Voran. Wei-terS sind Vereinsgruppen in Bildnng begriffen in Ferlach, Malgern, Aspern, Moßbach, Schönseld, Grünbach, SieghartSkirche, Groß-Kadholz, Klein-Pöchlarn, Trieben, Wuchern und WalterSdors. Die Gauzahl erfuhr einen Zuwachs durch den Gan „Oberetsch" in Metern. Die Südmark in der Schweiz. Nach dem es von Vorarlberg ans gelungen war. in Zürich eine Gesellschaft von Südmarkfreunden auf den Plan zu bringen, die bisher vielfach von sich hören ließen, wurde nunmehr das Südmarkbanner auch in andere Städte der Schweiz getragen. So fanden bereits durch Wanderlehrer Hoyer größere aufklä rende Werbeversammlungen in St. Gallen. Luzern und in Bern statt; auch in den Bodenseestädten werden solche stattfinden. Es steht daher zu hoffen, daß in all diesen Orten größere Südmarkgruppen gebildet werden, welche die Ausgab« haben, auch die Schweiz zu Leistungen sür den Sprachengrenzkampf heranzuziehen. Der deutsche Singverein in Hrast-nigg veranstaltet Samstag den 25. d. ri U>r abends im Schützenheime seine Herbstliedertasel mit gewählter BortragSordnung, wozu deutsche Bolksge-nossen aus Nah und Fern herzlichst eingeladen sind. Lichtenwald. (Evangelischer Got-tesdienst.j Am Sonntag nachmittags findet um halb 5 Uhr im Saale des Neuheim ein für jeder« mann zugänglicher evangelischer Gottesdienst statt. Schauliühnt. IohanniSfeuer. Schauspiel in 4 Akten von Hermann Sudermann. Heute müssen wir ruhig und mit Besriedigung zugeben, daß wir an unserer Bühne wenige Stücke gesehen haben, die so sehr der Provinzsorderung hinausgegangen wären, wie die gestrige Wiedergabe von SudermannS packendem Schauspiel „JohanniSseuer". Daher wollen wir bei Beurteilung der Darstellung auch einen strengeren Maßstab anlegen als sonst. Wer Sudermann kennt, wie er die Verarbeitung des Seelenlebens, die Stim-mnngen und Gesühle zur Zeichnung des Charakters nützt, wie wechselnd und sich überstürzend ein Ge-danke dem andern solgt, um wuchtig zu wirken, der wird zugeben müffen, daß der Dichter keine geringen Ansvrderiingen an die Darsteller der Hauptrollen stellt. Man wird auch selten eine Darstellerin finden, die Sndermannschen Geist so recht zu meistern ver-steht. Gestern hatten wir die Befriedigung ein echtes Heimchen nicht nur zu sehen, ja zu fühlen, geradezu mitzuerleben. Fräulein Rhayn bot uns eine Leistung Nigrin (Fernolendt) tat die bette Schuhcrkm«. Uobar.il «Ulüick. iifdiutillBnr Wltn prlmllwi mit dtr KOMiMn M«xUUU. Rheumatismus und Asthma werden erfolgreich bekämpft bei Anwendung meines seit Jahren besthewährten Euealyptuüölea (aostral. Naturprodukt). Preis per Originalflasche t Hr. 4« k, Beschreibung mit vielen DankBchreiben umsonst und portofrei. Encalyptusseise, beste« Mittel gegen Sommersprossen, Wimin^rln, Leberflecke, Finnen und sonstige QesicbUunreinheiten. Eucalyptusbonbons einsig wirkend gegen Husten, Keuchhusten, Asthma etc. Ernst Hess, Markhausen (Böhmen). Tor Kuch.bmunf » zn haben in Ml: Adler-ApolMe, MAX RAUSCHER. «tabaad. ächatzmark*._-_'_ Kleine Wohnung mit 2 Zimmern zu vermieten. 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Unweit vom Lager des Ermoideten hatt« ausgestreckt am Boden, in bewußtlosem Zustande, Blutspuren an der Hand, der Adoptivsohn deS Toten, der junge Kunstmaler Oskar von Wandschneider, gelegen. Die-ser galt allgemein für den Erbe» des Verstorbenen, der in den genialen, aber sehr neivös veranlagten jungen Mann geradezu vernarrt gewesen war und es offen ausgesprochen hatte, daß er sein Gesamt-vermögen bereits testamentarisch seinem Adoptivsohn zugesagt habe. Die Mitbewohner deS Hauses, sowie der alte treue Diener deS Ermordete», hatte» aus-gesagt, daß am UnglückSlage zwischen de» beide» Herren von Wandschneider ein Streit ausgebrochen sei, man habe die im Zorn erhobenen Stimmen im ganzen Hause vernommen und insbesondere die Stimme des Herr» Oskar, der infolge seines Ner-venleidens sehr leicht heftig wurde. WaS die Zeugen auS Diskretini verschwiegen, wurde dennoch sehr bald bekannt. Nämlich, daß die Liebschaft des jun-gen Herrn mit einem Ladenfräulein die Veranlassung zu dem Streit gegeben habe. Der verliebte Maler habe dem alten Herrn erklärt, er wolle die schöne Nelly Hardt heiraten, und der in sei»em Standes-stolz verletzte von Wandschneider halle darauf empört gerufen: „Dann stoße ich mein Testament um und enterbe Duhl' Als der »ngliickliche Künstler daS Bewußtsein wieder erlangte, da war er im GcsängniS — ein Gesangener. Nelly Hardt aber, das schöne Ladenfräulein bei Schmidt u. Co., war in Schreikräwpfe ausge-krochen, als die Nachricht sie erreicht hatte. Die Verkäuserinnen hatte» sich angestoßen und getuschelt. Sie beneidete» sämtlich Nelly Hardt um ihre Schön-heit und ihre Beziehungen zu dem interessanten Maler und Erben des reichen Herr» von Wand-schneide?, und empfanden nun ein Gefühl der Ge-uugtuung, daß das vermeintliche Glück der Kollegin so plötzlich ein Ende mit Schrecken genommen. Ohne Zweifel war dieser Adoptivsohn der Mör-der! Bei feinem bekanntlich aufgeregten, ja exzentri-fchen Wesen, war eS nur zu wahrscheinlich, daß er, durch den Streit auss Höchste erregt, und ganz be-sonders durch die auSgestoßene Drohung des Herrn von Wandschneider auf Enterbung, sich zu der Tat hatte hinreißen lassen. Und diese hatte eben ge-schehen müssen, bevor die Drohung ausgeführt war, denn der Maler war ja wie toll in die Nelly ver-liebt und hatte sie durchaus heiraten wolle». Ohne die offene Hand deS Alten aber wäre dies dem armen Genie unmöglich gewesen. Da sie ihm nnn versagt, war es eben gekommen, wie es kam. Und wie es geschehen wt.r, daß der Herr Oskar unweit von seinem Opfer bewußtlos dagelegen? Nun, nach der gransigen Tat hatten seine natürlich hochgradig gespannten Nerven plötzlich ver-sagt — er war ohnmächtig geworden. Und dadurch verhindert, daß er sich deu Zeugen seines Ver-brechens, die blutbefleckte Hand, hatte reinwaschen können und sich selbst davon mache». Die Nemesis hatte den Schuldige» rechtzeitig ereilt. Bei Frau Hardt, der Mutter des Fräuleins Nelly. ward heute die Stube von Besuchern nicht srei. Die guten Freundinnen wollten nur einmal eingucken — nachfragen —. Frau Hardt war eiue vernünftige, klar den« kende Frau. Mit abwehrenden Mienen stand sie den Neugierigen Rede. Kurz genug fiel diese auS. Sie 2 wisse von nichts, erklärte sie. Ihre Tochter sei ja | den ganzen Tag im Geschäft und spreche den jun-gen Herrn von Wandschneider nur abendS. Weder in Wesen noch Reden habe er letzthin von seiner sonstige» Art abgewichen, und daß man ihn ohn« mächtig im Zimmer des Ermordeten vorgefunden, sei wohl erklärlich. Der schreckliche Anblick bei Ein« tritt in das Zimmer, habe aus den Ahnungslosen und Schwachnervigen eben überwältigend gewirkt. Unverantwortlich sei es, daß man den Bewußtlosen der Freiheit beraubt, bevor man nach dem Mörder gefahndet. Die erfahrene Frau hatte den schwüren deS Malers, ihre Tochter heiraten zu wollen, nicht ge» traut, infofern sie vorausgesehen, daß der alte Herr von Wandschneider seine Zustimmung versage» würde, und daher das Verhältnis der beiden ungern gesehen. Jetzt mußte die Nelly eben diese Liebe vergessen. Wenn nur die bösen Zungen uicht wären! Obgleich sie gegen die anderen der Unschuld deS Malers das Wort geredet, konnte sie sich doch ins« geheim eines leisen Argwohns gegen diesen nicht er-wehren. — Die Bekannten deS Künstlers, die sonst mit ihm geschwärmt und pokuliert und ihn für ein „samoseS Haus* erklärt hatten, debattierten bereits, ob OSkar zum Tode verurteilt würde, falls er der Täterschaft an dem verübten Verbrechen überführt werde, oder, falls kein unbedingter Beweis zu finden, aber auch niemand fönst in Verdacht stände, die TodeSstrase in lebenslängliche Zuchthausstrafe umgewandelt würde. Der Untersuchungsrichter nnd der GerichtSarzt traten eben aus der Zelle heraus, in die man Oskar gebracht hatte. Als sie gleich darauf auf die Straße traten, sagte der erstere: „Nun, Herr Doktor, wie lautet Ihre Ansicht über den Gefangenen?" Dieser sah nachdenklich in die Ferne. „Geistig ist Herr von Wandschneider vollkommen normal. Dies schließt aber nicht aus, daß nicht im Moment der Erregung, einer so hochgradigen Erregung, wie vorgelegen haben soll, seine Nerven mit ihm davongegangen sind!" „Also ei» BelastungSzeugniS!" „Nur ein kombiniertes. Der Gefangene be° tenert ja inständig seine Unschuld —.* „Das tut jeder Mörder — „Ich möchte fast an einen heiligen Zorn glau-ben", fuhr der Arzt unbeirrt fort, „der den jungen Mann beseelt, wenn er seine Sache verficht. Er sagt, er sei in dee vorausgegangenen Nacht spät nach Hause gekommen und habe daher am folgenden Tage nach dem Mittagessen, gegen seine Gewohnheit sich zum Schlafen hingelegt. Während dieser Zeit hat der Diener eine Besorgung gemacht und, da er wußte, der junge Herr sei zu Hau?e, die Wohnuug offen gelassen, als er fortging. Auf diese Weise ist eS möglich, daß sich jemand eingeschlichen hat. Als der junge Herr sich später zu seinem Pflegevater begab, hat er beim Betreten deS Zimmers einen fast töt-lichen Eindruck erlebt, der ihn zu Boden geworfen und bewußtlos gemacht. Bei dem Fall will er mit der Hand so hart aufgeschlagen sein, daß das Blut herausdrang. Die Wunde ist sichtbar." „Vortrefflich ersonnen", lächelte der Untersuch-ungsrichter spöttisch. „Möglich, — doch ich rate zur Vorsicht." „Die üben wir stets, Herr Doktor I" „Hat denn niemand von den Mitbewohnern und Nachbarn bemerkt, ob zu der gegebenen Zeit jemand inS HauS gekommen ist?" „Niemand. Es war ein Sonntag und daher die Vorhänge an den Fenstern geschlossen. UeberdieS die Stunde nach dem Mittagessen, wo die Straßen am wenigsten bevölkert sind und die meisten Siesta halten." Der Doktor sah auf die Uhr. «Der Zug nach D. geht in einer Viertelstunde; ich muß mich beeilen, will ich noch mitkommen." „Sie wollen nach D., Herr Doktor?" „Ja, auf ein paar Stunden. Ein alter Pa-tient von mir lebt dort, ein Pfandverleiher, der hartnäckig nach mir verlangt, sobald ihn einer seiner Gichtanfälle plagt. Da er ein prompter Zahler ist, mag ich ihu nicht ablehnen. Run hat der Alte ge-schrieben, ich mochte kommen Sollte inzwischen hier etwas passieren, mein« Gegenwart nötig sein, so bitte ich zu telephonieren nach D., Kaiserstraße 10. — Auf Wiedersehen, Herr Amtsrichter!" „Aus Wiedersehen, Herr Doktor! Hoffentlich findet sich bald die gewünschte Aufklärung in der Sache Wandschneider." . „Hoffentlich!" Während der Doktor der Nachbarstadt D. zu rollte, erreichte der alte Diener des Ermordeten, atemlos vom Lauf, den Untersuchungsrichter. Und nun hatten die zwei eine eifrige Unterredung mittin-ander. Dtr Diener erzählte, indes der Nichter Frageu einwarf und auf offener Straße sich Notizen machte. Als sie sich trennten, wiederholte der Jurist nachdenklich die erhaltene Auskunft: „Also eine gol« dene Remontoiruhr nnt Brillanten besetzt, nnd zwei Bnllantringe ..." . Etwa eine Stunde später trat der Doktor in das Hans seines Patienten, des PsandverleiherS Philipp, ein. Es war dies ein alles düsteres Ge» mäuer mit^einer weiten Fliesendicle. Rechts führte eine Tür in daS Geschäftszimmer, woselbst der alte Philipp Jahr für Jahr seine unglücklichen Kunden n bediente, vom herabgekommenen Grandseignenr bis | zum armen Weibe, das sein letztes fadenscheiniges Kleid versetzen kam, um sich vor dem Verhungern zu retten. In wie viele unglückliche Existenzen hatte der Philipp schon hineingesehen, in wie viel unverschuldetes Elend, und wie manchen Betrug hatte er entdeckt und ausgedeckt. Wie der Doktor erwartet, kam ihm die Frau des Patienten entgegen, als die Klingel durchS HauS gellte. „Schönen Dank, Herr Doktor, daß Sie gekom-men sind!" sagte sie freundlich. „Wohl wieder die böse Gicht, die Ihren Manu plagt, Frau Philipp?" „Freilich, Herr Doktor, aber eS geht buch leidlich. Mein Alter hat sich doch eben ohne Hilft inS Geschäftszimmer schleppen können. Es ist nämlich" — die Frau näherte sich dem Ohr des Arzte» und flüsterte hinein — „jemand gekommen, ein ärmlich aussehender Mann, der etwas so außerordentlich Kostbares versetzen will, daß ich Verdacht schöpfte und meinen Mann überredete, sich aufzuraffen und den Kunden anzusehen . . . Bitte, Herr Doktor, treten Sie in dieses Kabinett ein, — mein Alter muß ja gleich fertig sein mit dem Geschäft — Damit öffnete die Frau die Tür neben dem Geschäftszimmer und ließ den Doktor eintreten. Es war ein halbdunkles Gemach nnd durch eine Portiere vom Nebenraum getrennt. Boa dort klang die Stimme deö PsandverleiherS und eine zweite, die antwortete. Obgleich dies sehr gedämpft geschah, ward der Doktor sofort aufmerksam. „I, die Stimme sollte ich doch kennen", murmelte er. Dies Lispeln und zugleich Ueberhaspeln —? ES wird der Barbier Schwarz sein, der dort spricht, und der täglich Herrn von Wandschneider rasierte." Hierbei angelangt, folgerte sich in dem Hirn des Doktors mit Blitzesschnelle Gedanke auf Gedanke. Unwillkürlich hatte er dabei die Portiere geteilt. Ein Blick ins Nebenzimmer bestätigte ihm seine Bermu-tuug. Und nun gewahrte der Lauscher auch die Gegenstände, im die dort verhandelt wurde. Es waren eine goldene Remontoiruhr mit Brillante» bc-setzt und zwei Brillantringe. Allmächtiger, — das waren ja die Besitztümer des ermordeten Herrn von Wandschneider, die der Doktor auf dem Nachttischchen seines reichen Patien« ten gesehen —. Im nächsten Augenblick stand der Arzt nebeu dem erstannten Psandverleiher, dem Barbier gegen-über. Dieser stieß bei dem plötzlichen Erscheinen des Dokiors, mit dem er wiederholt bei Wandschneider zusammengetroffen, einen gellenden Schrei aus und wollte fliehen. Allein der Doktor war schneller nocy. Mit eiserner Kraft hielt er den Flüchtling fest. Als stehe er unter einer höheren Eingebung, sagte er bestimmt: „Diese Gegenstände gehörten dem ermorde ten Herrn von Wandschneider. Sie fanden ihn schlafend nnd niemand anwesend, als Sie bei ihm eintraten. Sie sahen die Gegenstände und nahmen sie an sich. Dies wurde von dem inzwischen Er wachten entdeckt.. In Ihrer Angst nun stießen Sie dem Herrn von Wandschneider das Messer ins Herz — Sie sind sein Mörder!* Die kühnen Kombinationen, die der Doktor vorgebracht, mußten wohl der Wahrheit entsprechen, denn der Barbier stürzte wie ein gefällter Baum zu Bodc». Bevor noch der Doktor und der Pfand» Verleiher ihn gefesselt, hatte er einen Gegenstand hervorgezogen — ein Schuß krachte. Entseelt brach der Mörder und Selbstmörder zusammen. tMchdruck verboten) Zwischen Zweien Bei Doktor Mender war Gesellschaft. Mari-qiiita, die Tochter des Hauses, feierte ihren neun-zehnten Geburtstag. Eigentlich hatte man so eine Art Ueberraschung erwartet und war jetzt, nachdem das Souper ohne sie verlaufen, ein bischen enttäuscht. In Gruppen ' saß man zusammen beim Mokka und tuschelte. Die Herren rauchten gemächlich ihre Zigarre. Sie nah menS leichter, als drüben die Damen, die lebhast die Köpfe zusammensteckten. „Sehen Sie mal, Könnewitz," meinte ein junger Leutnant zu einem Kameraden, „da drüben lodert? bei nnserer Weiblichkeit. Arme Mariquita! Die wird jetzt mitleidslos moralisch geschlachtet. Hatte sich aber auch ein bischen stark engagiert mit dem Herrn Nechtsanwalt, und jetzt dieser Blöff. Nicht mal ihr Tischherr gewesen, und jetzt schneiden sie sich ostentativ — wohl noch in letzter Stnndc von Papa abgewinkt bekommen." „Sie meinen vom alten Fedtwolf?" „Naturlich — der hat doch andere Pläne mit seiner Einzigen; ist übrigens ein Streber, der junge wie der alte, und die schöne Mariquita hat außer ihrer exotischen Schönheit weder Moneten noch Ver bindungen genug —, na. mau weiß ja: der gute Doktor war sein Lebtag ein zurückgezogener, beschei-dener Gelehrter. Wenn der die Erbschaft von feina Tante nicht gemacht hätte, studierte die Tochter vielleicht selbst Jus oder bepinselte Teller." Im Damensalon ging das Raunen in lebhas-tcrcn DiSput über. „Bitte, liebe Frau Major — ich weiß eS ganz genau; die alte Fedtwolf, die eine Großtante des vlechtSanwalteö ist, hat es mir selbst gesagt —: „Fräulein Mender ist keine Partie sür unseren Eberhard," hat sie gesagt. „Er denkt gar nicht daran," hat sie gesagt." „Aber liebste Frau Obergeometer, ich versichere Sie, das stimmt doch wohl nicht. Ich selbst sah die jungen Leute in sehr — aber sehr angelegentlicher Unterhaltung allein auf der Promenade, weit dran-ßen im Fürsteupark." 4 „Mein Gott, Fräulein Mariquita Hai keine | Mutter, ist etwas sehr selbständig--pst — da kommt sie — Wie aus Kommando sprachen die Damen sehr laut über die neueste Wintermode. „Entsetzlich, die kleinen hohen Turbane — mir stehen sie gar nicht." „O, ich finde sie entzückend." Die Tochter deS Hauses schritt vorüber und die Stimmen der Damen wurden wieder leiser, san-ken zum Mispeln herab. „Wer war der junge Herr, der mit Fräulein Mender ging? Ein Homo novus, ein früherer Schü-ler deS Dok'.ors? Merkwürdig — diese erotischen Damen wechseln ihre Verehrer wie die Taschen-lücher." Ueber MariquitaS Angrn lag ein Schatten, um ihre Mundwinkel ein ganz leiser, spöttischer Zug. Sie hatte ein scharfes Gehör. „Wollen wir uns ein bischen in den Erker setzen, Herr Doktor?" „Bitte — ganz wie Sie besehlen, gnädiges Fräulein." Mariquita ließ sich in den Korbsessel sallen und betrachtete ihr BiS-a-viS. Doktor Helmuth Hättet war eigentlich nicht ihr Geschmack. Sie, die zier-liche, geschmeidige Südländerin, lieble die großen, energischen, vielleicht sogar brutalen Männer, und der da vor ihr saß. hatte ein seines, blasses, durch« geistigteS Gesicht, srauenhait weiße Hände, eine schlanke Diplomatenfigur und blonde Haare. Mari-quita hatte blonde Haare nie an Männern leiden können. Dazu trug Helmuth einen goldenen Knei-jer; aber hinter dtii Gläsern waten zwei kluge, gütige blaue Augen. Sonderbar — diese Augen hatten etwas Beruhigendes für Mariquita. „Lieber Herr Doktor .. „Gnädiges Fräulein?" Sie sah ihm gerade in die Augen. „Ich habe mich nicht ohne Absicht mit Ihnen isoliert. Man wird darüber reden. Hoffentlich machen Sie sich nichts daraus?" Er lächelte. „Ich?" — nein — abet Sie — Sie sind ein junges Mädchen." Sie machte eine wegweisende Handbkwegung. „Papa hat mich gelehtt, nicht viel auf das Gerede der Leute zu gebe». Also, verehrter Herr Doktor, ich habe eine Frage aus dem Herzen." „Bitte — ich stehe ganz zu Diensten." Das schöne Mädchen zögerte. Sichtlich schien eS ihm nicht leicht zu fallen, zu sprechen. „Sie sind doch mit Herrn Rechtsanwalt Tedtwolf b«-kannt?" „Ja." »Auch befreundet?" „Nicht eigentlich dos." Sie atmete auf. „So kann ich offen sprechen. Wissen Sie um — — sagen wir um pekninäre Schwierigkeiten des Herrn RechtSanwaltes?" „Davon ist mir nichts bekannt." „Hm," — sie kniff die Lippen. „Man sagte mir dergleichen — andeutungsweise. Der Herr Rechtsanwalt bedarf einer reichen Partie." .Gnädige« Fräulein ..." Sie winkte müde ab. „Kein Mitleid, bitte, die Sache ist erledigt — bloß — ich wollte doch klar sehen." „Fräulein Mariquita — vielleicht — e8 ist ein billiger Trost — aber ich glaube doch — Sie und der Herr Rechtsanwalt hätten nicht gut zu-sammengepaßt." „Warum?" Ihr Auge flammte; es war das Ausflackern gewaltsam unterdrückter Liebe, bkman-teilen Wehes. Sie tat ihm so leid. — Gott, ähnle sie denn gar nicht, daß er selbst — und plötzlich kam er sich gemein vor; — weil er selbst das schöne Geschöpf lieble, wollte er den Nebenbuhler herabsetzen, — pfui? — „Fräulein Mariqnita — ich wollte Ihnen nicht weh tun." Da reichte sie ihm die Hand. „Sie sind ein gnler Mensch." — Zu der Nacht schlies sie schlecht. Bald sah sie Tedlwols, bald Helmulh vor sich, — streitend — im Zweikampf — und sie weinte vor Angst und dann vor Zorn. — Verschmäht — verschmäht. — AIs sie erwachte. Halle sie Migräne und dunkle Ränder unter den Augen. Zum Glück war der Valer zu sehr mit sich und seiner Wissenschaft be-fchäftigt. Ach, der Eintritt inS neue Lebensjahr hatte ihr kein Glück gebracht. Immer wieder holte sie den förmlichen Glückwunsch hervor, den ihr gestern ein Bote gebracht. Ja, war denn wirklich alles vorbei? Hatte er sie nicht geküßt? Hatte er ihr nicht von Liebe gesprochen? Und jetzt — weil seine Familie andere Plane mit ihm hatte, ließ man sie stehen? Ja, war er denn ein Schuljunge, der noch am väterlichen Rockschoß hing? Eine grenzenlose Verachtung war in ihr. Wie hatte sie Eber-hard je lieben können. Ach, er war ein so statt-licher, schöner Mensch, und die Frauen vergötterten ihn. Vielleicht darum seine Charakterlosigkeit. — Wie anders war Helmnth dagegen — einen Streber nannte man ihn. Mochte er's sein, aber nebenher war er auch ein guter Mensch. Seine blauen Äugen verfolgten sie überall hin. Ach, wie geborgen mußte man sich bei ihm fühlen, — das heißt geborgen in Freundschaft — aber genügte ihr die? — ihr, der Heißblütigen? Strohfeuer. — Vielleicht war's das nur ge« wesen. Sie wollte es glaube». Wie konnte sie da lieben, wo sie verachtete? Ein paar Tage später sah sie Eberhard — er hatte eine sehr chicke Dame bei sich und grüßte sehr steif. Da flammte in ihr etwas auf, das mehr war wie Eifersucht —: Haß. Ja, sie. haßle ihn — haßte den Eingebildeten. Und wieder ein paar Tage daraus traf sie Helmuth. Er war so zart, ritterlich mit ihr, wie mit einer Kranken, und waS sie in seinen Angen las, war mehr als Mitleid — war Liebe. Da lächelte sie zum ersten Male wieder — ein ganz kleines, wehe«, verheißendes Lächeln — sonderbar, — blonde Haare konnte» doch anch an Männern schön sein, wenn solche Augen drunter standen. S. Halm. ■stun'.ii'r 9 2 Denische Wacht tt< 5 die abgerundet und von einer geradezu klassischen Auffassung der Rolle gestützt war. Ihre Tragik liegt nicht in der Kraft der Sprache und der Geste, mehr in dem sich natürlichen Hingeben, in dem sich Ein» leben in die Gedankenwelt des Dichters. Und dies packt und> hält fest und in beklommener Spannung sieht man der Entwicklung dieses eigenartigen weiblichen Charakters entgegen. Wir beglückwünschen Fräulein Rhayu zu dieser Rolle. Alles andere war zum Teil Stas-sage, nicht schlecht, sogar guter Durchschnitt. Vorzüglich allerdings war die kleine Rolle des Bettelweibes besetzt. Dagegen enttäuschte uns Herr Bürger einiger« maßen. Seine Eigenheit ist sür das schwere Fach kanm geschaffen, zumal nicht für einen Georg. Hoch-besriedigt verließ das Publikum .das Theater, eines Sinnes, der Abend gehört Fräulein van Rhayn. Es erübrigt uns nur «och zu bemerken, daß es an-gezeigt wäre, Rollenwechsel auf irgend eine Weise vor der Vorstellung bekannt zu geben. fvaUÄraW, [ •rtJVie vor scV> rmur>*e° 1 1 Atterlei. Gegen Hl-Hneraugen. Warzen, ver-härtete Haut, Schwielen. Man bedient sich jmr langsamen Entfernung dieser Hautübel mit Bor-teil deS Salicylsäure - Kollodium« unter Zusatz deS Letzmittel« Milchsäure, welche Haulwucherungen zer-stört. Die Zusammensetzung der Mischung lautet: Salicylsäure' und Milchsäure, von jedem 5 Gramm, Kollodium 40 Gramm Da» Mittel ist täglich ein bi« zweimal mit ein in Gla»stäb»en auf die betreffende Hautstelle aufzutupfen und eintrocknen zu lassen. Die «fche der Zigarren beim Rauchen auf die Bluinerlöpfe abzustreifen, ist eine Angewohnheit oitltr. Man»« glauben sogar, e» sei diese Asche den Vfla, zen recht angenehm und gebe ihnen bedeutende Nahrung, doch weit gefehlt. Die Asche nützt nicht, sie schadet. Man wird durch da« öftere Ausstreuen von >Ilt» ganz irre. Der Topf sieht immer ganz trocken u>« und wird häufiger begossen al« nötig ist, ;und die Felge — ganz abgesehen davon.> daß ein mit Asche bestreuter Topf fortwährend häßlich aussieht — ver-fautm Erde. Biet besser ist tC deshalb, wir werfen d« Asche dahin, wohin sie gehört, in den Afchebehälter wd dann in den Komposthaufen. Schrifttum. Chronisch kalte Fühe, Wesen, Wir-kung. Verhütung und Heilung. Bon Dr. Otlob und Dr. Walser (Mk. U 30). 4. Aufl. Ber-lag von Edmund Demmc, Leipzig. Bei der sür die Geiundheit höchst wichtigen Blutverteilung im Kör-per kommt den Füßen eine große Bedeutung zu. die Ursache der unter den Kulturmenschen leider so sehr verbreiteten chronisch und ebenso unangenehmen kalte» Füße ist keineswegs bloß die Folge unge-, lügender Fußpflege, sondern kommt von innen. Zur Heilung. beziehungsweise Verhütung des immer eine »ehr oder minder allgemeine Gesundheitsstörung an zeigenden Uebels genügt deshalb in der Regel durchaus nicht die Anwendung bloßer äußerer Mit-tel, es treten vielmehr, wie uns das Büchlein lehrt, eine größere Anzahl verschiedener Faktoren in die Erscheinung, welche kennen zu lerne», jedermann bestrebt sein muß, der mit diesem solgenschweien Leiden zu kämpfen hat, um es iu zweck^ltsprechen-der Weise beseitigen zu lönne». Arbeitskunde, d nc Anleitung für die Iu« gend zur Selbstbetätigung dnrch schaffende Arbeit in Schule und Haus. Herausgegeben von Norbert Ladenbauer. Verlag von A. Haase, Prag. Preis gebunden 4 Krone», in Gefchenmnband 4-80 Kronen. Wie schon der Titel sagt, soll das vorliegende B»ch die Jugend zur Selbstbetätigung in schassender Ar-beit in Schule und Haus anleiten. Diese Aufgabe erfüllt die ArbeitSknnde in einer ganz vorzügliche» Weife, indem sie Uebungen in der Naturgeschichte, Natu»lehre, dem Freihandzeichnen, der Geometrie, dem Schulgarten, der Handfertigkeit für Knaben (Papp-, Laubsäge-, Drahtarbeiten und Kerbschiiitzerei), in weiblichen Handarbeiten und in den Hausbai-tungsarbeiten erläutert und die Kinder zur prakti« schen Belätigung in schaffender Arbeit führt und anregt; dies wird um so ersolgreicher ermöglicht, da das Buch 12 außerordentlich gelungene farbige, sowie 4 schwarze Tafeln und mehr als f>00 Text-bilder enthält nnd dadurch auch höchst anschaulich einwirkt. Sämtliche Abschnitte sind durch tüchtige, bewährte Fachmänner bearbeitet. Gingesendet. Zahn-Creme MundwasserJ Ceres-Preisausschreiben verlängert. Wie uns die Direktion der EereS-Werke mitteilt, wnrde auf vielseitiges Verlangen der Endtermin für Einsendungen zum „SereS PreiSauSschreiben" über „30.000 Kronen" bis zum 1. Dezember verschoben. — Auch jenen Verbraucher«, die sich be-reit« beteiligt haben, steht das Recht zu, noch wei-tere Schleifen bis zum Endtermin einzusenden, für deren je 5 sie immer eine weitere Nummer erhalten. Es ist entsetzli, so MI um Naciit ■*> hustend und schlaflos im Bett ,u fitzen. Von all j» dem Tee und den Süßigkeiten ist mir ganz elend im Magen und doch wird'» nicht besser. — Kaufen '*> Sie Soden« Mineral-Pastillen (FayS ächie). Wenn I# Sie die nach Vorschrift namentlich morgens und abend» gebrauchen, dann werden sie sofort Linde-rung verspüren und alle Beschwerden bald ganj los ^51* sein Dabei wirlen die Sodener äußerst günstig auch auf den Magenein. Die Schachtel lostet nur 5t. 1.25. Generalrepräsentanz für Oesterreich-Ungarn: W. ThGunyert, k. «. l. Hoflieferant. Wien. IV/I, Grobe Neugasse 17. 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Teil in eine Geldstrafe von 10 bis 200 Kronen, im Uneinbring-lichkeitsfalle in eine Arreststrafe von 24 Stunden bis zu 20 Tagen. Stadtamt Cilli, am 11. Oktober 1911. D«r Bürgermeister: Dr. H. v. Jabornegg. r\ rudtsorten Verewslmchdrnckerei U.............Celeja« Eilli Rillie.t«« nnd beatwl rkeud es A. t) f Ü h f IT1 111 1 PHILIPP NEUSTEItf PILLEN VCRZUCKELRTC I 1ABFOHRENDC (Neiwtelna Eiiaubetli-rillen.) Allen ähnlichen Präparaten in jeder Beziehung vorzuziehen. sind diese Pillen frei von allen schädlichen Substanzen, mit grösstem Erfolge angewendet bei Krankheiten der Unterleibsorgane, viuel leicht abführend, blutreinigend, kein Heilmittel ist günstiger und dabei völlig unseh&dlictier, um \ erslopf ii iij^eii zu btkftmpfen, die gewisse Quelle der m isten Krankheiten. Der verzuckerten Forin wegen werden sie selbst von Kindern gern* genommen. 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Ich beehre mich einem P. T. Publikum höflichst bekanntzugeben, daß ich das Hotel und die Restauration WZ m so«ie Sss SSS *V '-pp -7/ MW ' y l ss* r l-'iA i*? -U« ■ ■ - f k . • I • > in Cilli mit I. Dezember l. I. übernehme. Gestiitzt auf die während meiner langjShrigen Praxis gemachten Erfahrungen und auf meine vielfachen Fachkenntnisse im Hotel- und Nestaurationswefen, verbunden mit dem eifrigsten Bestreben, allen Anforderungen gerecht zu werden, hoffe ich den Wünschen meiner P. T. Gäste in jeder Hinsicht entsprechen zu können. An meinen Bemühungen, mir die vollste Zufriedenheit zu erwerben, wird es gewiß nicht fehlen und werde ich nicht nur für Verabreichung erstklassiger Getränke, sondern auch für exquisite Küche bei zivilen Preisen Sorge tragen. Um weitestgehenden Wünschen möglichst nachzukommen, werde ich vom Faß nebst vorzüglichen stci-rischeil Weinen auch nachstehende Weinsmteu zum Ausfchanke bringen: Psti^tättner und Dttiil-berqer aus dem Niederösterreichischen Landes Musterkeller, Villanyer, weiß, NillanHer, rot, wie Burgunder, aus den Fürstlich Schaumburg-Lippe'schen Kellereien in Billany, Lissaer Blntwein (ärztlich empfohlen für Blutarme und RekonvaleSzentcn). Biere führe ich die besten Sorten und zwar im Hotel „Deutsches Haus" Pilsner Urquell aus dem Bürgerlichen Brauhause in Pilsen und feinstes Gö^er Märzenbier, im „Bahnhofbuffet" Reininghaufer Märzenbier. Indem ich noch aufmerksamste Bedienung zusichere, bitte ich um gütiges Bet trauen und zahlreichen Zuspruch. Hochachtuugsvollst Äl(U4l Hotelier und Restaurateur, FLr die Schrift^ ttung verantwortlich: Euido Schidlo. Drucker. Verleger, Herausgeber: VereinSbuchdruckerei ,«eleja' iv killi.