echrifllttMllg: sttfMtfgaffe Kr. 5. MOI«n Wt- N, latrrart«a. »„,«»»»»«! «glich(»Kl mu>m Stt Corr- o. »>->-?- vn 11-1* n*t MOL »ct»«a Sicht !■<»-)■"* anairaUW Et». otutjtn «dd>t katHMttflt. «» M« «krmaltuM »r-"> bxs )n Migl feft> ichdlcn ««dich,« ttu- HIBMtotolBiiaoi *wM- M.Onllcht Oo4l* «t»4rtö Ma in» eomitoj llrtH. Mfcathflrn-Bcni* Verwaltung: «athauSgosie Wir. 5 releph»» Hj. Jt, tntrrattal WtcrtflJUjrlfl • «: : Bt;»n«bkl>wi»»at« 'Cut4 Ni i'ofl »»-»<» : . » IM . K IU . K lt*M »«, «illi m« äafUSaai tal {Mal! «tnatli« ....KIM MaMtHi ...»» — £>albiäbrla ■ . . . K s4— »a«lZ«irt, . . . .» >»!-»ala» n»«chni «ich M< lajlgtbii^re" um Valnnjl'Oktittcea. gürt Bcp Ibnt- «InjtMt«« «totianncat» Kltta m* ist «bbtftcDam M. 5« Mi, Hamstag dm 10. Mtoßer 1914. 39. Jayrgang. Die 87er im Felde. Der Cillier Gemeinderat hat von unseren S7ern auS dem serbischen Kriegsschauplätze nach, stehendes vom 17. September datiertes Schreiben «thalten: Für die so liebenswürdigen Glückwünsche vom Z. September bitten wir unseren herzlichen Dank entgegennehmen zu wollen. Die großen Strapazen drt serbischen FeldzugeS halten den Fortschritt un> serer Waffen nicht aus. Trotz großer Uebermacht »irden unsere verzweifelt kämpsenden Gegner bis-her stet» geschlagen. Die Grenzberge Bv«nien-Ser« timS sind in schwierig angreifbare Festungen aus-gebaut und ist eS heute gelungen, nach hartem Rin-gen einen dieser steilen Höhenzüge zu gewinnen, so harrt unserer dieselbe Aufgabe morgen. Dabei schießt die serbische Artillerie aus sehr guten Ge« schätzen vortresslich. gerade jetzt erlaubt sie sich, uns «ui schweren Haubitzen zu beschießen. Die Haupt, arbeit, all diese Posten zu nehmen, ist nun nahezu nfüllt» In der nächsten Zeit dürsten wir die schöne, fruchtbare Ebene betreten, wo an allerhand Ressour» tcn kein Mangel ist. Unser brave» Cillier HauS. nzlment hat sich in all den Gefechten bereits einen klangvollen Namen erworben. Unser Kommandant Major Peter, eiu äußerst schneidiger, dabei wohl «Wägender Führer, hat am 14. September unsere ZkglmentSgeschichtt um eines der schönsten Ruhmes-HM« bereichert. Am Nachmittage, als Reserve be-siimml. nahm er wahr, wie eine mächtige Höhe in iiserer rechten Flanke, die wir jetzt Peterhöhe neu-tni, von den Serben befestigt wurde. Seiner Bitte, dich Schanzen nehmen zu dürfen, wurde anfänglich licht stattgegeben, später nur zwei Zügen meiner Z>er cJöffscr will gewinnen Von Viktor Fleischer. Der Löffler hatte wieder mzl das „Reißen im Sem" und konnte nichts Rechtes arbeiten. Gelang-weilt saß er beim Fenster und schaute hinaus aus dä Dorsplatz. Der Dezembersturm rüttelte am HauS, r°d trieb krause Wellen auf den dunklen Pfützen kex kotigen Straße. Läng« der Häuserreihen herauf mrt gesenktem Kops gegen den Wind ankämpfend, km ein Mann daher, den der Lösfler gut kannte. ii war der Fuchsjoses, ein Unterhändler ans der Etadl drin. Wo macht der hin bei dem Wetter? dachte der Mler und paßte auf, ob der Mann in einem Hofe ««kehren würde. Der Fuchsjosef marschierte fest miier, dann, vor dem Hau» des Vorsteher», blieb a zögernd stehen. Er schaute sich nach allen Seiten Mi, und auf einmal machte er geschwind die Hos-tiire auf und war auch schon drin. Hat der'n am End 'rausbestellt, dachte der E>rf[ti . . . Kann schon sein. Er will ja seine Staunen verkaufen . . . Wert sind sie nicht viel, ab« der FuchSjosef weiß schon, wie man sie an-dnogt . . . DaS ist ein Schlauer, der versteht seine Kach' . . . Eine Weile dampfte der Löffler in Gedanken «r sich hin. Ä!iS dauert aber lang, überlegt« er; der Vorsteher ist doch zu Hau», ich hab' ihn doch pder g'fehn . . . Was die wohl so lang mitein-«über zu verhandeln haben. Eine Biertelstunde verging und noch eine, end-!ich tret der FuchSjosef drüben wieder au» dem Kompagnie der Austrag erteilt, zu rekognoszieren. Die Halbkompagnie geriet in surchtbare» Gewehr-und Maschinengewehrs«»« und wurde mit Hand-bomben beworsen. Oberleutnant Holub wurde hie-bei leicht verwundet. Ich erhielt den Befehl, diese beiden Züge aus dem Gefechte zu ziehen, doch meine braven Soldaten baten, nicht zurückgehen zu muffen, nur Munition und Verstärkung. Kurz entschlossen, gab Major Peter der Maschinengewehrabteilung den Befehl, die Schanzen, die eine Auidehnung von un-gesähr f>00 Meter hatten, unter heftiges Feuer zu nehmen, hielt an die 13., halbe 16. und meine ver-blieben« Halbkompagnie eine kurze, zündende An» spräche und jetzt ging es wie eine Sturmflut unter hell aufjauchzenden Hurrarufen an den Feind, der in all seinen drei letzten Kriegen — wie gefangene Serben erzählten — noch nie mit solcher Bravour angegriffen wurde. Wie Hagelwetter prasselten un-sere Geschosse, die Offiziere, auch unser verehrter Major, an der Spitze, mit dem Revolver in der Hand gegen den sich verzweifelt mit Bomben und Gewehrschüssen wehrenden Feind. Sein Widerstand lwach bald zusammen; in panikartiger Flucht sucht er sich unseren Streichen zu entziehen. Ueber 300 Tote ließ er auf der Walstatt, zwei Maschinen-gewehre, Schanzzeug, Pferde, unzählige Munition und Gewehre waren unsere Beute. Die serbisch« Besatzung betrug drei Bataillone und der Erfolg ist sür spätere Aktionen von ausschlaggebender Bedeu« tung. Wohl hat un» dieser schöne Sieg so manchen braven KriegSgesährten gekostet, doch ist dieS Sol-datenlos —. Wir sind ja täglich zum Sterben be« reit sür unser schönes Vaterland und unseren allge-liebten Kaiser! Tags darauf begruben wir unsere teuren 31 Toten, verrichteten am Grabe ein stilles anS. Der Löffler hätte zu gern gewußt, was die Zwei ausgemacht hatten. Er wollte schon das Fen« ster öffnen und den Fuchs herancusen, aber da sah er, daß der Unterhändler ohnehin -aeradenwegS her-überstapfte durch den Kot nnd auf den Löfflerhof zukam. Dauerte auch gar nicht lang, da klopfte er draußen im Flur den größten Schmutz von seinen Schaftstiefeln, und trat gleich daraus in die Stube Herrin. „Gu'n Tag, Löffler." „Gun Tag," brummte der Bauer, und der Besucher kam zu ihm her und reichte ihm nachlässig die linke Hand. Die rechte hatte er zugleich auSge-streckt, um sich vom Tisch einen Seffel heranzurük-ken. Er lehnte den Stock an. setzte sich breit hin, schob die Mütze in» Genick und strich mit den Hän> den ein paarmal an den Schenkeln hinunter bis zu den Knieen und wieder herauf, stemmt« sie endlich mit gespreiteten Ellenbogen in die Weichrn und und schaute dem Bauer, der sich nicht weiter rührte, ins Gesicht. „Patient?" fragte er. „Das verfluchte Reißen," sagte der Löffler, und der Fuchs nickte: «Ist auch ein Wetter danach . . . In Strohsitz hats heut Nacht ein paar Scheu-er» abgedeckt . . . „Ja. . brummte der Löffler. „Hast ein' Doktor?* fragt« der Besuch dann. Der Bauer spuckte au« und sagte irgend etwa« Un-verständliche», wa» keine Schmeichelei für den Aerzte« stand sein sollte, und dem Fuchs schien auch weiter nicht» daran gelegen zu sein, dieses Gespräch fort» zusetzen. Er griff in die Tasche, holte eine Zigarre Gebet und haben die Absicht, ihnen nach dem Kriege ein schönes Denkmal zu setzen. Mit dem Ausdrucke unserer vorzüglichsten Hochachtung an die verehrte Gemeindevertretung vou allen 87ern verbleibe ich Ihr ergebenster Koczian, Hauptmann. Der Krieg und der Deutsche Schulverei». Im „Getreuen Eckart" bringt der Obmann des Deutschen SchulvereineS, Abgeordneter Doktor Groß, einen längeren Aufsatz, in dem e» unter an-derem heißt: „. . . Unter dem überwältigenden Eindruck des Krieges muß natürlich alles sonstige gesellschaftliche, wissenschastliche, wirtschaftliche und auch völkische L«ben erlahmen. Wo es gilt, seine ganz« Person einzusetzen für die höchsten Güter d«» Volkes, da ist kein Raum, da ist keine Zeit sür an-dere noch so wichtige Arbeite«. So ist es auch still geworden in den Ortsgruppen der deutschen Schutz« vereine und insbesondere de» Deutschen Schulver-eines. Wo Millionen von Volksgenossen im blutigen Kampfe nm den Sieg ringen, wo Hunderttansende zum Opfer fallen, da muß die Rot de« Alltag» zurückstehen. Deshalb hat auch der Deutsche Schul-verein nicht einen Augenblick gezögert, seine ganze Organisation in den Dienst des Roten Kreuzes zu stellen und so nach Kräften mitzuwirken in der Vorsorge sür die Verwundeten und sür die Hinter-bliebeneu der gefallenen Volksgenossen. Unter diesen Verhältnissen stießen natürlich die Mittel sür die Schulverein»zwecke nur spärlich ein. Da mußte der Schulverein die unbedingt notwendigen Folgerungen ziehen: Alle j«ne Leistungen und Unterstützungen, zu denen der Verein nicht rechtlich verpflichtet ist, mußten eingestellt werden; eine Reihe von Anstalten mußte« geschlossen, ander« eingeschränkt werden, wa» sich von selbst durch den Mangel an hervor und steckte sie an. Dann nahm er die Mütze ab und warf sie auf den Tisch hinüber. „Warm hast e» da herin," meinte er, „muß m'r» ein bissel kamod machen." und knöpfte den dicken Rock aus. »Ja," sagte der Löffler. Dann schwiegen sie beide. Der Fuchsjoses blies den Rauch in die Luft. Und d«r Löffler ist schon so schlau, daß er feine Neugier eine Weile verbergen kann. Die Uhr an der Wand tickt eifrig in die Still«. „WaS is Neu'S in der Stadt," fragte der Baurr. ..Nix." Wieder verginge» ein paar Minuten. „Ein paar Ochsen wüß't ich für dich," fing der FuchSjosef endlich an. „Brauch keine.' .Ich hab' halt gedenkt, weil sie billig sind, daß du sie nehmen könnst . . ..Nein." Pause. „Sind ein Paar schwere Ochsen." »Ja," sagte der Löffler sehr unintereffiert und schaute zum Fenster hinau». „Hab' halt g'meint," wiederholte der andere. Der Bauer gab keine Antwort mehr. Der Fuch»jos«s holte die Uhr aus der Tasche. „Wird aber schon damisch bald finster jetzt," sagte er und klappte den Deckel wieder zu. Der Löffler guckte bei dem Geräusch herüber und zeigte mit der Pfeife aus das goldglänzend« Ding, das der andere nachlässig in die Weste zurückschob. Seite 2 Lehrkräften ergab (stehen doch SchuldereinSlchrer im Feldes; e» mußte die Verwaltung «ingeschränkt und die Zahl der Beamten vermindert werden. Wir wissen sehr wohl, wie schwer viele durch diese Maßregeln getroffen wurden. nicht nur ein-»eine, die in ihrem ganzen wirtschaftlichen Dasein bedroht sind, sondern auch viele von un» unterstützte Anstalten, die für die betreffenden Orte von der allergrößten Bedeutung sind. Manche dieser An-stalten werden zeitweise, einzelne vielleicht sür immer «ingehen und schwerer Schaden wird dadurch herbei-geführt werden. Wir waren aber zu den Maßregeln gezwungen durch die eiserne Notwendigkeit. Wir waren dazu gezwungen, wenn wir nicht die Fort-dauer de» Vereine» überhaupt in Frage stellen wollten. Wir mußten die unbedingt notwendige Ein-schrinkung »mchsühren, ohne un» dabei von de» oft nur zu sehr berechtigten «lagen der betroffenen Orte beirren zu lassen. Zbenso müssen wir aber schon heute daran denken, wie der Deutsche Schulderem seine Tätigkeit nach der Wiederherstehung geordneter Verhältnisse wieder wird aufnehmen können. E» fehlt heute unter un» Deutschen in Oesterreich nicht an Leuten, die glauben, daß nach der siegreichen Be-endigung de» Kriege» die Machtstellung der Deut, schen eine solche sein wird, daß wir überhäuft durch die anderen Nationalitäten in Oesterreich nicht mehr gefährdet werden könnten und daß wir dann der völkischen Schutzarbeit nicht mehr bedürfen werden. E» war der große historisch« Fehler der Deutschen in Oesterreich, daß sie allzulange — bi» zum Jahre 1880 — den Schutz ihre» VolkStum» der hohen Obrigkeit überließen und selber die Zipfelmütze üd«r die Ohren zogen. Dieser Fehler würde mit vielleicht noch schwereren Folgen wiederholt werden, wenn wir un» auf den Umschwung der politischen Verhältnisse nach dem Kriege verlassen und aus die nationale Selbsthilfe verzichten wollten .. Gegen die Fremdlinge in der deutschen Sprache. von Karl Sedlak. 4. Eine zweite Hauptbrutftätte für die Fremd-Wörter und vielleicht die ärgste wohl, sind die Zeit-ungen. In der Vorrede zu einem Fremdwörterbuche ist zu lesen: .Besonder» ist aber auf die Fremd« Wörter Rücksicht genommen, welche jetzt in Zeitun- {>en und sonstigen Schriften über die Zeitereignisse o häusig vorkommen und die man verstehen muß, um den richtigen Begriff von dem Gelesenen zu be-kommen.- Da» sagt schon alle». In dieser Empseh-lung de» Fremdwörterbuches ist ein vernichtendes Urteil über da» Zeitungsdeutsch ausgesprochen. E» ist unglaublich, wa» da geleistet wird, ost gedanken- „Hast eine Erbschaft gemacht?' „Nein." Der Fuch»josef schmunzelte. „Die hab ich «ir verdient . . ." «So — na ja . . brummte der Löffler und schaute unverwandt aus die Weste de» Besucher«, al» könnte er durch den Stoff die Uhr begutachten. Wieder schwiegen sie beide. „Die hat mir einer geschenkt," sagte der Fucha-josef dann und wischte mit dem groben Sacktuch den Schnauchart zurecht. .Weil ich ihm hab' zu eine« großen Gewinn verholfen." „Ja," nickte der Löffler ärgerlich, „wo du die Händ' dabei hast, da kommt schon immer ein großer Gewinn 'rau» . . . aber halt nicht sür die anderen . . . Hast am End' dem Vorsteher seine Braunen verhandelt?' „Nein . . . Aber er hat mir'» vorhin ausge-tragen, wie ich be! ihm war. Sind noch ganz gut, die Pferd', ich werd' sie schon anbringen." »Ja," sagte der Löffler. „Da» war aber kein Pferdehandel," erzählte der Fuchsjosef und auch kein Ochsenhandel, da» war wa» andere» . . .Wa» denn?" fragte der Löffler und schaute ihn aufmerksam an. ,No — aus dich kann ich mich ja verlassen, dir kann ich'» schon sagen . . .' .3- . . „Aber verraten darfst mich nicht." „Nein . . ." „Alsdannder Fuchsjosef dämpfte seine Stimme und schaute sich vorsichtig in der Stube um, Mitcht lo«, daG>wä'ce eben da« Aergste aber nidjt. Zumeist werben die Fremdwörter gebraucht, n'ur in der Sucht, sie anzuwe'den. Sie werden hervorgeholt a>ls ihren Winkeln, in denen sie noch verborgen sind, weil so ein Schreiber glaubt, dadurch seine Zeile» besonder« ausschmücke» z» lönuei«, wenn er recht viele und recht seltene and ganz ur ^verständliche Fremdwörter anwendet. .Jader Samst?.gsoiree über, raschle Herr der bekannt« Prestidig iieur, die Ge-sellschaft mit einig» sehr amüsanten Kunststücken.' Pr«stidigitateur ist wohl «ntschieden sfyöner und nach der Meinung de» Schreiber» gewis, auch deutlicher und verständliche» al» das alle, abgebrauchte deutsche Taschenkünstler. Da steht wiederum zu lesen — erst in diesen Tage» — daß man in irgend einer Stadt eine Cireumvalatiou»bahn bauen werde. Derjenige, dem dieses Wort zu kurz und zu einsach erscheinen sollte, bedien« sich de» einfältig» deutschen Worte» Gürtelbahn. Und da bekomn^t man iioJj vorausgesetzt prrpodvrante Vertreter, expeditive MunterkeitS-äußerung, theoretisierende Rethorenschulen, Grenz, dklimitierung, parlamentari',che Perfektionierung. Elu-kubration, Jmprefsionabil'^ät usw. in reizender und unendlicher Reihenfolge. E» wurden nur einige AuS» drücke herausgegriffen, noch dazu nicht die ärgsten. Wer da» Deutsch, inb«sondere der sogannten großen Blätter kennt, wird un» recht geben, wenn man sagt, daß hier die. Hauptbrutstätte sür die Fremd-Wörter ist. Hier werden ste geboren und finden in taufenden und abertausenden von Blättern gedruckt den Weg in» Polt. E» ist durchaus nicht unrecht, wenn Hams.rling angesicht» de» Deutsch solcher Blüt-ter sagt: ,,E» jst drollig, wenn ein Kampfer de» Deutschtum» in den gewähltesten lateinischen und sran-^ösischen Ausdrücken jammert, die deutsche Sprache sei in Gefahr." > Doch nicht bloß im Inhalt der Zeitungen be-gegnen wir auf Schritt und Tritt solchen Mißgebur-ten der Sprache, man hat da» Bedürfnis gefühlt, die ganze innere Einrichtung de» ZeitungSwcsen» fast durchweg» mit Fremdwörtern zu benennen, so daß verhältnismäßig bei keinem Zweige der mensch, lichen Wirtschaft so viele Fremdwörter vorkommen, wie gerade bei einer Zeitung. Die die Zeitung ma-chen, sind durchweg» Journalisten. Darunter gibt e» nun einen Chefredakteur, einen verantwortlichen Redakteur, Redakteur« für Interne», Redakteure für Externe», Musikreferenten, da gibt e» eine Redaktion und Administration, da finden wir Feuilleton» und Artikel, Originalkorrespondenzen, Telegramme de» Spezialberichterstatter» und Telegramme de» Korres» pondenzbureau». Eine Tageschronik, Referate über Kunst, Literatur und Theatralia, wir lesen im Mo-saik und einem Kapitel Varia Humoristika und MiS> zellen, da gibt e» einen national-ökonomischen, einen finanziellen und eine» industriellen Teil und zum Schluß kommen dann die Reklamen, Inserate und Annonzen. Wem da» nicht genügen sollte, der lese nur in einem sogenannten großen Blatte nach, er wird noch mehr de»gleichen finden. Gibt e» denn „alsdann, daß ich dir'» nun sag': Zum Haupttreffer hab' ich ei'm verhelfen . . .Du . . .?" „Ja . . . Ich hab' ihm da» Lo» verhandelt." ..Ein sächsische« ?" Der Fuch» nickte. „Die sind doch verboten bei un»," sagte der Löffler. „Man darf sich halt nicht verraten," lachte der ander«. Der Löffler dachte nach. .War'» am End' der Vorsteher L5 „Ich darf nix sagen und ich sag' auch nix." „Ist mir auch recht . . Der Löffler zog die Brauen zusammen und schaute den Unterhändler lange an. „Zeig' einmal her die Uhr ... Jst ein schöne« Stück, die kann schon 100 Gulden kosten . . ." „Wenn man 15.000 gewinnt, sagte der Fuch«, „kann man schon 100 springen lassen . . ." .15,000 . . Der Löffler sperrte da« Maul aus. Dann, wie erlöst, brummte er: „Sind lauter Lügen . . „Lügen?" Der Besucher lachte. „Kannst lesen, Löffler? . . * „So wie du uoch lang . . „Alsdann" — der FuchSjosef klappte den hin-teren Deckel der Uhr auf und zeigte die Gravierung: „Dem Glücksbringer in Dantbaröeit* „No — stimmt« ?* fragte er triumphierend. „Kanu ja fein . . Der Löffler versank wie-der in Nachdenken. „Jetzt möcht' ich mir noch gern, die Kett' dazu Nummer 76 sür all den fremdländischen Plunder kein deutsche» Wort i Hat denn die deutsche Presse, dieser berufendst« Anwalt für deutsche Sprache und deutsche Sache für die gewöhnlichsten Einrichtungen des eigenen Betrie« be» kein deutsche« Wort? E« wäre ein Unrecht, alle Blätter in eine» Topf zu werfen und über alle den Stab zu breche» und da? gleiche Urteil zu sprechen. Gern« sei e» ze-sagt, daß sich unter den Zeitungen gar viel« schon finden, die es redlich mit der deutschen Sprach« meinen und die ehrlich bestrebt sind, da« ihr« zu tan bei der AuSmerzung unnötiger Fremdlinge auS der deutschen Sprache. Seit Beginn der Sprachverein»« bewegunz hat sich denn auch ein lebhafter Streit in der Presse schon, sehr zum Wohle der deutsche» Sprache, entsponnen. Schrittweise wird der Kampf geführt, aber er geht mit Erfolg weiter, Worte wie Redaktion und Administration findet man fast nor mehr in den sogenannten großen Blättern, die die eigentlichen Sprachrohre der Börse sind. Hier ist auch die eigentliche Brutstätte der Fremdwörter. Bei dieser Presse halten sie sich am längsten und zähe-sten Diese Presse will von Aenderungen n'chl» wis-sen, ja sie bekämpft solche und verhöhnt die Streiter um der deutschen Sprache Reinheit. Und doch ist der Kamps auf diesem Gebiete gegen die Fremdwörter in erster Reihe zu führen. Wird hier der Sieg er« rungen, so gilt er für alle anderen Gebiete. Die Zei» tungen richten durch Erfindung und Gebrauch der Fremdwörter da» meiste Unheil an, da sie die Zei« tungSleser anleiten, an sich gar nicht verständliche Fremdwörter aufzunehmen und selbst weiter zn gebrauchen. So finden die Fremdwörter gerade durch die Zeitungen erst recht den Wej in» Volk. So groß aber da» Unheil, da» die Zeitungen durch den Äe-brauch der Fremdwörter anrichten, so groß ist auch ihre Macht dei d;r AuSmerzung derselben, so unent-behrlich und schwerwiegend ist ihre Mithilfe bei de» echt völkischen Werken der Reinigung unierer schönen deutschen Muttersprache von fremdem Flitterwerk und Wortgedrechsel. Sehr richtig sprach sich hierüber Sott-schced au«, alS er seine Verdeutschung der kunk-Wörter in der ersten Hälfte des 18. Jahrhundert« anspielend sagte: Wenn wir e« erleben könnt«, duz diese oder andere Wörter erst in unseren Zeitung» eingeführt würden, so würbe man sich gar dald auch der ausländischen Brocken entschütten können und de» zulänglichen unserer Sprache zur Genüge wahr werden." Sottscheed hat die nicht erlebt, unsere Zei-tungen sind in Bezug auf Fremdwörter feit Sott-jcheed nur noch ärger geworden bis in die letzte Zeit hinein, wo e» endlich zu tagen beginnt. Allein nicht bloß in den Zeitungen, auch i» den Werken hervorragender Schriftsteller und Dichter, deren Namen viel genannt werden und die ma start gelksen findet, gibt e» Fremdwörter in Hüll« und Fülle. So wurde, nur um ein Beispiel heran»-zuholen, an einem Werke Ernst Eckstein» ,.Ri»z-kamps-Essa,)»" betitelt, unter fünfzehn deutsche» Wörtern ein Fremdwort gezählt. Erfreulich ist e» verdienen . . . Wa» ist, hast Lust, Löffler, ans ein Biertello»?" .ES ist verboten," brummte der Lauer. „Man darf sich halt nicht verraten." Der Löffler schüttelte abwehrend den Kopf. „Für fünf Mark, das sind gerade drei V»l-den, kannst 15.000 gewinnen und noch mehr . .. Einer, weiß ich, hat vorige» Jahr 24.000 triezt.' „Von wem triegt m'r überhaupt da» ®«ftf* „Da» hol' ich dir von Chemnitz 'rein . . Ah kenn' mich schon au». Bin oft genug drüben g'«-sen, Geld holen . . . Wenn ich dir erzählen wollt! Du, Löffler, da» mußt du erst einmal sehen, so ea ausen Goldstücke. Wie da» ausschaut. De» ganzen isch kannst zudecken mit so ei'm Gewinn!' „Wann ist die Ziehung?" fragte der Löfiler „Uebermorgen ... du, da» wär' so ein Ehriii-kindel . . .« „Nein . . sagte der Löffler und klopfte l>ie Pfeife au». Bedächtig zog jetzt der FuchSjosef an« der Brusttasche seine» dicken Rock» ein Notizbuch, bllt-terte In den beschmierten, abgegriffenen Seiten und, nachdem er sich nochmals in der Stube umgcschaH nahm er ein buntes kleines Papier hervor inb reichte es dem Löffler. Der wehrte zuerst ab, da-» gereizt durch die Zahlen mit den fetten Nullen, fce da aufmarschiert waren, griff er doch darnach un> schaute eS an. .Drei Gulden, hast g'sagt?' „Ja — aber ich seh' grad, ich hab' kein vier-tel mehr . . . Aber da kannst auch da» Doppelte gewinnen . . ." Rummer 7ß Seite 3 akr auch hier wieder, das sich hervorragende Schrift- SQer und Dichter mit an die Spitze der Kämpfer r die Reinigung der Sprache stellen. Allen voran sei unser heimischer österreichischer Dichter Hamerling zmannt, der zu den Mitbegründern deS allgemeinen teutschen SprachvereineS gehört. De? bekannte VolkS-dichter Peter Rosegger wieder, dem die in seinen asten Werken gebrauchten Fremdwörter schars vor« gehalten wurden, fühlte sich, in voller Erkenntnis des eigenen Unrechte», verpflichtet, sür den ihm gtwor-denen Tadel zu danken und sich in seiner weiteren schriftstellerischen Tätigkeit ganz in den Dienst deS EprachvereinSgedankenS zu stellen. Auch Felix Dahn barf nicht ungenannt bleiben, wenn vir nur einige »innen wollen, von unseren hervorragenden Schrist« stiller.«, die in mustergiltigem Deutsch Vorkämpfer str die Sprachenvereinigung geworden sind. Allen Mtati aber müssen wir den stellen, der, lange bevor ««ch die Sprachenvereinsbewegung entstanden war, lange bevor eS Vereine gab, die sich die Ausgabe stellten, kein Fremdwort sür das zu gebrauchen, waS gut deutsch ausgedrückt werden kann, schon seinen Mann stellte in Wort und Schrift: den Begründer k* großen deutschen Reiches, den ReichSschmiev, den ersten Kanzler, den Fürsten Otto Bismarck. Seine Ifoben, seine Aussätze, das Werk seines Leben», in Hochform niedergelegt, sind Meisterwerke der deut-scheu Sprache, au» ihnen dringt nicht bloß mit voller Macht und Wucht deutsches Empfinden hervor. Ob tr gebietet, strebt oder sehnt, ob er lobt oder ver-urteilt, immer geschieht eS in markigen, echt deutschen körte». Der Weltkrieg. Mit der größten Spannung blickt alle Welt ans den Riesenkamps, der um Antwerpen tobt, dos nur noch wenige Stunden dem furchtbaren Ansturm der Deutschen Stand halten kann. Diese haben den äußeren Fortgürtel durchbrochen, den in-urtn zum Teil niedergeworfen und die Beschießung ler Stadt eingeleitet, die in Flammen steht. Räch Berichten von Flüchtlingen aus Ant-totptn sind bereits Granaten in der inneren Stadt niedergegangen. Die Gesandtschaftsgebäude wurden zcräumt. Die französijche Gesandtschaft ist angeblich aus dem Wege nach dem Haag. Die Beschießung Antwerpens dauerte die ganze focht. DaS Feuer war so heftig, daß in Rosendaal die Häuser zitterten. Taufende von Flüchtlingen sind in Holland angekommen oder werden noch erwartet. Die Petroleumbehälter im Hasen scheinen in Brand p stehen. Ebenso brennt der Südbahnhof. Der Hauptbahnhos hat gleichfalls ernstlich gelitten. Die itiglcruug befahl, alle Eisenbahnzüge sür die Be- .Nein, mehr als drei Gulden geb' ich nicht." ^Dann spielen wir'S halt zusammen, zahlst du tret Gulden und ich drei. Und wenn wir'n Haupt-Kiffer machen, kriegst du 15.000 und ich 15.000 * .Nein," sagte der Löffler, „solche Geschäfte mad}' ich nicht ... Ich nehm' schon das Los allein . . ." .Ist recht, krieg' ich also sechs Gulden von to .. ." „Gut.* Der Löffler klaubte die Münzen auS dem Geldbeutel und wollte daS LoS in den Sack schieben. Doch der Fuchsjoses packle ihn am Arm m nahm eS ihm noch einmal weg. „Halt, was ist daS jetzt mit meiner Kett'?' „Ro — wenn du mir das Geld bringst, dann diegste sie . . ." Der Besucher zündete sich eine neue Zigarre u und sagte dann: „Ich werde dir etwas sagen, L-filer; aus die Kett' möcht' ich lieber verzichten. Mach lieber noch ein Geschäft mit mir und laß »ich dabei etwas verdienen, so find' ich mich damit ab und verlang' nix weiter . . .' „Das wär'?* fragte der Bauer. „Saufst mir die Braunen ab vom Vorsteher.' „Ich kann sie nicht brauchen.' „Ist ja nur zum Schein. Ich verlaus' sie dann weiter sür dich. Daß ich fie anbrlng', wirst mir doch glauben . . .' »DaS schon . . ." »Für 250 hätt' >ch sie können von ihm selber haben.' „No — ich muß doch auch waS verdienen . . ' Hak am End', wenn ich sie besser verkauf', kriegst ba loch waS 'raus dabei . . ." sörderung von Verwundeten und Flüchtlingen bereit« zuhalten. Aus Bergen op Zoom wird über die Beschie« ßung Antwerpen« berichtet: Antwerpen brennt an allen vier Ecken. Die St. Georgskaserne steht in Flammen. DaS große Lazarett ist verbrannt. Die Verwundeten sind geflüchtet. ES werden viele von ihnen an der holländischen Grenze erwartet. Die Beschießung ist noch immer heftig. Gestern hat man bemerken können, daß auf einem Fort eine Batterie außer Gesecht gesetzt wurde. Die Lage ist unhaltbar. 32 deutsche Handelsdampfer, darunter der Lloyd-Kämpfer „Gneifenau" und viele andere große See-Kämpfer, sowie über 20 Rheinschiffe sind am 8. d. im Hafen von Antwerpen auf Betreiben der Eng-länder in die Lust gesprengt worden, da die Nieder-lande dem Verlangen, die Dampfer zum AbtranS-porte von Flüchtlingen (der Garnison?) nach Eng-land durchzulassen, nicht stattgab. In G ali zi e n ist der Rückzug der Russen bisher wirklich bis hinter die Weichsel—San-Linie erfolgt. Unsere Verfolgung dürfte bereits mit dem nördlichen Flügel die Weich-sei, mit der Mitte die Linie Sandomierz—RaniS-zow—Rzeszow, mit dem rechten Flügel etwa die Linie Sanok—Turka erreicht haben. Somit scheint nun unsere Offensive so weit vorgeschritten zu sein, daß höchstens einige Tage uns von einer großen Schlacht trennen, die vermutlich in der etwa 240 Kilometer langen Linie Annapol— Zawirhost—Rzeszow - Jaroslau—PrzemySl—stary —Eambor— Turka, das heißt an de: Weichsel und drm San, ausgesochten wird. Laut Meldung eine» in kühnem Fluge auS dem von den Russen belagerten PrzemySl zurückgekehrten GcneralstabSosfizierS wird die Verteidigung der Festung von der kampsbegeisterten B'satzung mit größter Tätigkeit und Umsicht geführt. Mehrere AuS-fälle drängten die feindlichen Truppen zurück und brachten zahlreiche Gesangene ein. Alle Angriffe der Russen brachen unter furchtbaren Verlusten im Feuer der Festungswerke zusammen. Rückdrängung der Russen auf allen Linien. Wien, 9. Oktober, mittag». Amtlich wird verlauibart: Unsere Vorrückung zwang die Russen, in ihren vergeblichen Anstrengungen gegen PrzemySl, die in der Nacht auf den 8. Oktober ihren Höhe-Punkt erreichten und den Stürmenden ungeheure Opfer kosteten, „achzulasjen. Vorgestern vormittags wurde das Artilleriefeuer schwächer und der Angreifer begann, Teile seiner Kräfte zurückzunehmen. Bei Lancut stellte sich unseren vordringenden Kolonnen starker Feind zum Kamps, der noch an-dauert. Au« Rozwadow ist der Gegner bereits ver-trieben. „Mehr als 300 zahlt keiner dafür.' ..Also laß ich sie dir sür 280, daß du noch ein Geschäft dabei machst!" „Meinethalben. Aber jetzt hab' ich kein Geld weiter im HauS . . ." „Das macht nix, unterschreibst mir hall einen Schuldschein. Der FuchSjosef hatte das Papier schon in der Tasche, schrieb ein paar Zeilen hin und gab» dem Löffler zur Unterschrift. „Zst ja ein Wechsel," sagte er. „DaS kommt auf einS rau« . . .' Der Löffler unterschrieb, wie'S der FuchSjosef verlangte. Dann bekam er das LoS. Der Händler nahm seine Mütze. „Alsdann — adje. Und in acht Tagen, wenn ich die Ziehungsliste hab', komm' ich wieder ..." „Und was ist mit den Braunen." „Für die hab' ich ein' Käufer in der Stadt drinn . . Pünktlich nach acht Tagen war der FuchSjosef wieder da. Er machte ein betrübtes Gesicht. „Dies-mal, ich weiß nicht, wie daS kommt, ist schon alleS wie verhext. AeinS von den Losen, waS ich g'habt hab', ist gezogen worden . . ..Zeig her." Der Löffler begann die Liste zu studieren, nahm daS LoS aus der Tasche und verglich die Nummern. Es hals nichts. Der FuchSjosef hatte schon rech«. „Zst auch lauter Schwindel,- erklärte der Löffler. „Die sechs Gulden sein zum Fenster «ausgeschmissen g'wesen ... Ein zweitesmal kriegst mich nicht dazu." Der andere zuckte mit den Achseln. Nach einer Auch in den Karpathen steht cS gut. Der Rückzug deS Feinde» aus dem Marmaroser Komitat artete in Flucht aus. Bei BocS wurde eine starke Kosakenabteilung zersprengt. In diesen Kämpfen zeichnete sich auch daS ukrainische Freiwilligenkorp« auS. Der vom UzSoker Paß geworsene Feind wird über Turka weitergedrängt. Der Stellvertreter deS Chefs oeS GeneralstabeS: v. Höser, Generalmajor. Die Russen in N o rdungarn. Die auS MarmaroS-Sziget verjagten russischen Truppen haben sich aus den Höhen bei NagybocSko fünfzehn Kilometer nordöstlich von MarmaroS-Sziget, festgesetzt. Unsere Truppen folgten ihnen nach, und es ist jetzt ein Gefecht im Gange, daS zweifellos mit dem Siege der Unsrigen enden wird. Die Russen erleiden fortwährend starke Verluste, bis sie auf ihrem Rückzug den Jablonitzapaß erreichen, werden ihre Reihen stark gelichtet sein. In den Kämpfen bei Marmaro» haben wir zahlreiche Rnffen gefangen und Geschütze erbeutet. Auch die oberhalb Olso-Vereczka befindlichen Plätze und die Landesgrenze find wieder in unserem Besitz. Eine schwächere nissische Abteilung der nach MarmaroS eingedrungenen Truppe hat sich im Viso-Tal in südlicher Richtung verschlagen und dem So-mitat Beßterczenaßod genähert. Unsere Truppen gingen diesen Kräften entgegen und lieferten ihnen bei dem Dorfe TeltcS ein Gesecht. Die Russen wurden geschlagen und flohen in westlicher Richtung gegen Magyarlapos. Der Regierungskommissär Gras Edmund Bethlen teilt der Bevölkerung deS KomitaiS Beßterczenaßod durch Maueranschläge mit, daß der Radnaer Paß und unsere in hinreichender Anzahl versammelten Streitkräfte volle Bürgschaft gegen weitere Einbrüche bieten. Die Säuberungsaktion in Bosnien macht weitere Fortschritte. Zu den bereits gegen die montenegrinischen Truppen erzielten Ersolge gesellt sich nun ein entscheidender Schlag gegen die über Wisegrad kampflos eingebrochenen serbischen Kräfte. Ihre nördliche Kolonie ist von Srebenica gegen Bajna BaSka weit über die Drina zurückgeworfen, wobei ihr Train und die Mnnitionskolonnc abge-nommen wurden. Die aus die Romanja Planina vorgegangene Hauptkraft unter dem Kommando des gewesenen Kriegsministers Milo^ Bo!anovic wurde von eigenen Kräften in einem zweitägigen Kampse vollständig geschlagen und entging nur durch eilige Flucht der von uns geplanten Gefangennahme. Eiu Bataillon des 11. Regiments des 2. Aufgebotes wurde ge. fangen genommen, mehrere Schnellfeuergeschütze er-beutet. Die Romanja Planina liegt 15 Kilometer östlich vou Sarajewo. Weile sagte er: „Ja, dann wollt' ich dir nur sagen, ich krieg' noch 30 Gulden von dir . . .' „Was?' sragte der Löffler. „Für die Braunen. Du hast sie mir abgekauft sür 280 und ich hab sie weiterverkauft für dich. Mehr als 250 hab' ich nicht dafür kriegt. Da ist die Bescheinigung vom Käuser: Zwei braune Wal-lachen aus dem Besitz des Herrn Oekonomen Josef Löffler kaufe ich durch Vermittlung des Herrn Josef Fuchs für 250 fl. Mathias Wolf, Pferdehändler." Der Löffler begann furchtbar zu schimpfen, drohte mit Gendarmerie und Gericht, aber der an-Oere blieb ganz ruhig. „Wenn du mich anzeigst wegen der sächsischen Lose und ich werd' eingesperrt, da nehm' ich halt gleich ein paar Karten mit in» Loch, damit wir ein' Zeitvertreib haben, wenn wir uns dort treffen . . . Denn du kommst auch mit 'rein, weil du doch das LoS gekauft hast . . ." Der Löffler zankte nnd schimpfte weiter. Da der FuchSjoses sich nicht auS der Ruhe bringen ließ, lachte er endlich höhnisch auf: „So schau halt, wie du zu deinen 30 Gulden kommst, kannst mich ja verklagen, wenn Kurage hast . . ." „DaS wird nicht notwendig sein," meinte der andere. „Wenn du dein Wechsel nicht zurückhaben willst für 30 Gulden, dann gib ihn halt weiter. Du wirst ihn schön einlösen . . .' Wieder ließ der Löffler eine Rede los, die dem FuchSjosef jeden Zweifel nehmen mußte über deS Bauern freundliche Meinung. Aber schließlich be» quemte sich der Löffler doch, daS Papier gleich ein« zulösen. Der Händler bedankte sich höflich, nickte ge-lassen und ging feiner Wege. Snte 4 Ezernowitz und die Russen. Das österreichische Militärkommando hat Ezernowitz als offene Slad erklärt und dann — be» sannt auS Gründen taktischer Natur geräumt. Gleich-zeitig mit dim österreichischen Militär verließ auch «in Teil der Einwohner die Stadt. Die Russen, von diesem Sachoerhalt unterrichtet, erschienen am 2. September in der Sladt. Al« Führer dienten dem russischen Militär die berüchtigten Brüder GerowSki, denen es. von den Oestrrreichern als Landesverräter festgenommen und in Haft gesetzt, gelungen war, auSzubrechen uns zu den Russen zu flüchten. Die Russen haben ins Innere von Rußland als Geiseln sechs Bürger von C;ecnowitz gebracht, und zwar Bürgermeister Dr. Weifsclderger, Vize-bürgermeister Popovici, den Abg. Dr. Spsndul, ferner Hojrat t. R Dr. Duhintiewicz, Redakteur Dr. Lazaru« und einen Sladtrat. Alle diese Ma»-nahmen geschahen nach den Ratschlägen der Brüder Gnow«ki. Au» Kreisen der Abgeordneten der Bu-kowina wir hierzu mitgeteilt: Militärkommandant in der Stadt war General Zewrejenow, al» Stadt-hauptmann (Bürgermeister) wurde der Rumäne Dr. Boranciu bestellt, al« sein Stellvertreter (für die Deutschen von Czernowitz) und al« Repräsentant der Jsraeliten Dr. Skabov. Die Bukowinaer Lande»-und Finanzbehörden sowie die Banken sind vorüber-gehend nach Dorna-Watra übersiedelt. Die Russen haben — ein Beweis, wie unsicher sie sich in Czernowitz sühlen — da« Wasserwerk der Stadt in die Lust gesprengt und auch sonst in der Umgebung der Stadt sehr große Verwüstungen angenchlet. Unter anderem haben ste den wundervollen Palast des griechisch orientalischen Metropoliten niedergebrannt. Wie heute gemeldet wird, beginnen die Russen die von ihnen besetzten Teil« der Bukowina bereit« wieder zu räumen, da der Druck unserer Offensive in Galizien sich fühlbar macht. Die Schlacht in Frankreich. Nach Meldungen de« „Lokalanzeiger" stehen die Schlachten an der West- und Ostfront für die Deutschen günstig. Ans Rotterdam wird gemeldet: Englische Blätter erklären, das Ausbleibe» des angekündigten Sieges der Franzosen ist darauf zurückzuführen, daß deutsche Flieger alle wichtigen Truppenbewegungen entdecken, wodurch Überraschungen der deut-scheu Truppen durch die Franzosen ausgeschlossen seien. Am 8. d. warf eine Taube über Paris zwei Bomben ab. eine über der Ebene von Samt Deni», die nur unbedeutenden Schaden verursachte, die andere über Aubervilliers, wo drei Personen verwundet wurden. Die Luftschiffhalle in Düsseldorf wurde durch eine von einem feindlichen Flieger geworfene Bombe getroffen. Da» Dach der Halle wurde durchgeschlagen und die Hülle eine« in der Halle liegenden Luft-schiffe« zerstört. In Ostpreußen. Der Angriff der Russen im Gouvernement Suwalki ist abgewiesen. Die Ruffen verloren 2700 Gefangene und S Maschinengewehre. In Polen wurden in kleinen, erfolgreichen Gefechten westlich von Jwangorod 4800 Gefangene gemacht. Wann Frankreich schon den Krieg vor-bereitete. Krakauer Blätter melden: Rußland war be kanntlich mit einem Teil seiner Truppen in Nord-Ungarn eingebrochen und halte die Karpathen über« schritte«. Auch diesen, nur vorübergehenden, strate-gisch unbedeutenden „Erfolg", den e« inzwischen teuer bezahlen mußte, verdankt e« nicht seiner Ueber« legenheit. sondern der in frecher Weise betriebenen Spionage. Diesmal fiel die Spionage feinem sranzö-filchen Verbündeten zu. welcher für die Ersorfchung diele« Terrain« da« nette Sümmchen von fast drei Millionen Frank opferte. Im Frühjahr d. I. tauch-tea plötzlich in Galizien französische Zwischenhändler auf, welche stch erbötig machten, da« an der gali-zisch unzarischen Grenze gelegene große Naphtaier« rain Bytkow zu kaufen. E« wurde ein sranzöiische« Konsoriium zusammengestellt, an dessen Spitze »ich Gra> Monjeau stellte; sranzösische Ingenieure trafen in Drohobycz, Boryslaw und Bytkow «in. Auiomo-bile sausten hin und her; in den Karpathengegenden wurden an der Hand von Generalstabskarten Mes sungen und Au'zeichnungen vorgenommen und schließ-lich Byikow um den Preis von '20 Millionen an gekauft. Zwei Millionen wurden im Juni als Angeld erlegt, eine Million war an Spesen und Provision ausgegangen. Der Rest der Kaufiumme sollte im Deutsche Juli erlegt werden. Da« Geschäft wurde jedoch plötz. lich storniert nnd da« Angeld für verfallen erklärt. Handelle «» sich doch — wie sich jetzt unzweifelhaft herausstellt — nicht nm den Ankaus von Bytkow, sondern um peinliche Erforschung de« Karpathenter-rain«, welche jetzt den Rüsten den nunmehr zurück geschlagenen Eiusall nach Ungarn leicht «achte. Englische Verrätereien an Frankreich. Aus Rom wird gemeldet, daß Sir Edward Grey eine VertrauenSpersou in politischer Mission nach Italien gesendet hat. um Italien zur Teilnahme am Kriege auf feiten der Tripelentente zu bewegen. Schon vor jeder Entscheidung hat Sir Edward Grey alle Bestimmungen sür den Friedensschluß getroffen^ so würde die gesamte deutsche Flotte i« englischen Besitz übergehen. Er rate aber Italien ganz be-sonders, stch sür die Trip-lentente zu entscheiden, weil er die» al« Gegengewicht gegenübtr Frankreich wünschte und bei« Friedensschluß eine Grenzver-schiebung zugunsten Italien» aus Kosten Frankreichs vorgesehen hatte. Diese» Ansinnen GreyS-spricht Bände und jeder Kommentar des offenkundigen Verrate« an dem verbündeten Frankreich erübrigt sich. Der wirtschaftliche Krieg. Die englische Regiernng hat «in« Verordnung «klaffen, die den britischen Staatsangehörigen »er-bietet, an Oesterreich-Ungarn und Deutschland und der n Staatsangehörige oder zu deren Gunsten V«r-gleiche oder Sicherheiten zu ihre» Gunsten Zahlun« gen zu leisten, Handlungen zu ihren Gunsten vor-zunehmen, wie Traffiercn, Akzeptieren, Zahl«», Vor-z«igen zum Akzept oder zur Zahlung, Begebungen oder sonstige Handlungen mit einer Handelsurkunde vorzunehmen. Interessant sind die Ausnahmen, welche die Verordnung vorsieht, denn sie bedeuten in Wirk-lichkeit folgende«: Zahlungen von feindlicher Seit« an Personen au» britischem Gebiet sind nicht ver« boten, wenn sie aus Geschäften vor Kriegsausbruch herrühren. Da« heißt, der Engländer, der vor dem Kriegsausbruch Waren nach Deutschland oder Oester« reich Ungarn geliefert hat, kann Zahlung von deut« scher oder österreichisch ungarischer Seite annehmen; dagegen darf der Engländer, der vor dem Krieg au« Deutschland oder Oesterreich Ungarn Waren be-zogen hat, keine Zahlungen leisten. Die deutsche Regierung hat daraus bereit« mit der gleichen Maßregel geantwortet, während die« von Oesterreich Ungarn noch nicht geschehen ist, jedoch in nächster Zeit geschehen muß, wenn nicht zahlreiche inländisch« Firmen Schaden leiden sollen. — Allein man wird noch weiter gehen müssen und der Weg ist nicht schwer zu finden. Mit Hilfe der Handel«-kammern müßte ein Komitee gebildet weiden, da« die gegeikseitigen Forderungen der österreichisch uuga-rischeu und der englischen Staatsangehörigen prüft und im Clearingverkehr ausgleicht, so daß nur der verbleibende Rest bis zum Schluss« des Krieges un« eingelöst bleiben würde. Der wankende Thron König Peter«. Bukarest» und Sophiaier Depeschen des „Az Est" melden, König PeterS Verzicht auf die Krone stehe bevor. Der Köntg ist nach einem kleinen Dorfe im Gebirge übersiedelt, wo er in einem der Agonie ähnlichen Zustande feine Tage verbringt. Niemand kümmere sich um ihn und niemand informiere ihn. I» Nisch fand ein Kronrat stait, dem der König nicht beiwohnte. Bloß der Thronfolger und der Chef de» Generalstabe« Putnik wäre» anwesend. Die py-litische und militärische Lage Serbien« ist mehr als ernst. Di« wirtschaftliche Lage hat stch ebenfalls fehr verschärft. Nach Aussagen von intelligenten Ständen angehörgen serbischen Kriegsgefangenen ist die Stirn« mung der serbischen Bevölkerung sehr verzweifelt und richtet sich in drohender Weise gegen jene Offizier«« kreise, die als schuldtragend an dem Kriege bezeichnet werden. Die republikanische Partei in Serbien pro-filiert sehr von einer in Serbien immer deutlicher auftretenden Bewegung, sie stch gegen die Dynastie Karageorgiewitsch richtet. Nur Mit Gewaltmitteln ge-linge es noch der um den Kronprinzen gescharten Off«zier«partei. die blindlings den Beschien Ruß land« gehorcht, den allgemeinen Zusammenbruch zu verhindern. In Einzelheiten gemachte Angaben über di« Zustände in der serbische» Armee lasse» erkennen, daß die militärische Kraft Serbiens vor dem Nieder-bruche steht. — In Neuserbien macht die Ausstand»« bewegung bedeutende Fortschritte, da die dort belasse-nen Truppenbestände zu gering sind, um der Auf-ftandsbewegung wirkungsvoll entgegentreten zu kön-nen. Die Serben werden diese Gebiete einsach prei«-geben müssen. Zudem kommt noch der Aufruhr unter den Mazedoniern. Die mazedonischen Bulgaren haben Jtvasratx 76 die Brücke zwischen Preschow und Trauwec aas ta-Linie Kumanowo—Nisch gesprengt, die Eisrnbahav«-bindung ist unterbrochen. Antwerpen in deutschem Besitz. Nachdem Freitag vormittag« mchrere FortS-dn inneren BefestigungZlinie von An^verpen gefalle», waren, befindet sich Antwerpen seit gestern nach«i»> tag« in deutschem Besitze. Der Kommandant >a»t Besatzung haben di« Festung verlassen. Einzelne Fort« sind noch vom Feiude besetzt, wodurch, aber der Besitz von Antwerpen nicht bseiuträchtigt. wird.. Letzte Nachricht: BuZa-est, 10. Oktober. Köni^Sarol ist «r» schieden. Aus Stadt unö. fa»ö. Ernennungen von LandwetzrSrzß«. Ernannt wurden in der Evidenz, der Oberarzt Dr. Ernst Duffek zum RegimentSarzt und di- Afsiftoz« ärzte Dr. Ernst Jaklin. Dr. Walter Nezri uudVr. Johann Sernec zu Oberärzten. von den Siebenuudachtzigern. All« den letzten Kämpfen um Le«berg wud unter cm-derem folgende Episode mitgeteilt: DaS steirische Regiment Nr. 87 stritt um die Höh« Mogila (25 Kilometer östlich von Lemberg). Die Maschine»« gew«hrabteilung der Steirer beschoß po™ Bahndamm nu« die russischen Geschützsttiirde. Sie bekam Fla»-keufeuer, der Bormeister uitf) der Distanzmesser wurde» gelötet. Da setzte sich Oderleulnant Fcrdinavd Propiotnig ans Maschiueugeivehr und bediente et weiter — stundenlang, bis zum Abbruch de« St« fechte», ruhig im furchtbarsten feindlichen Geschoß-Hagel, der eine» Mann nach dem anderen hinrafft» Stadttierarzt Dr. Wunsch sandte Um hiesigen Industriellen Herrn Karl Teppey vom nfcd» lichen Kriegsschauplätze folgenden launigen KartenWH: In Berg und Tal knallts immerzu, Doch habe» alle Hasrn Ruh. Wir sind ja jetzt Jäger und Wild zugleich Und jagen — die Feinde auS Oesterreich. Mit herzlichem Heilgruß vom Kriegijchaaplatz Dr. Wunsch. Verwundet. Wie wir verneh««», wurde Herr Major Otto Weeger deS 87. Znf»nterierezi< menteS am nördlichen KuegSschauplatze durch ei»» Schuß in daS rechte Knie verwundet. Wackere Tillier Streiter. Oberleutnant Franz Koratschin, Adj.ilant de« 5. Feldbataill»« deS Landesschützenregimente« Nr. 3. hat laut eiim feinen Eltern zugekommenen Feldpostkarte eine qiogt Schlacht in der Schützenlinie stehend glücklich über« lebt. Seinem Bruder Ludwig Koratschin wurde sei-ten« de« Korpskommando« di« b«lob«nd« Sank»-nung für fein schneidige« Auftreten im Gefechte so* gesprochen. Nach feinen Mitteilungen beteiligte et sich unter anderem auch au der Niederkämpft« einer russischen Valteri«. deren Bedienungsmannschaft bi« zum letzten Mann abgeschoffeu wurde. Ein Tillier in Kriegsgefangenschaft Nach einer au» Sofia eingetrosscnen Nachricht de« findet sich Han« Riegersperger au« Eilli, Offizier«-dienet bei Dr. Stipper, in russischer Kritg«gesv' genschast. Ein Marburger Lehrer in Krieg» gesangenschaft. Der Marburger BürgerM lehrer Adols Neubauer, welcher al» Fähnrich zm L7. Infanterieregiment einrückte, wurde iu der Schlacht bei Lemberg verwundet und geriet in nsfi-sche Kriegsgefangenschaft. Er befindet sich gcgeucjär-lig im Militärspital zu Kiew. Die Versländij«ß seiner Angehörigen erfolgt« üb«r Rumänien. Den Wunden erlegen, von den i» 60 untergebrachten Verwundeten sind den Wunde» a> legen der Infanterist Wenzel Bradatsch u»> der Matrose Facchinetti (Beerdigung 8. d), der Fei»-webel Walter Merker de« Jnsanicrierezimelckt Nr. 92 (Beerdigung 9. d ), der Infanterist Göschl de« Landwehr-Znsanlecieregimcnte« Nr. S (Beerdigung lO. d.). der Infanterist Johann Veit-hofer deS Infanterieregimente« Nr. 8 und der Er-satzreservist Karl Prokes deS Landwehr Jnsaalerit-regimenteS Nr. 23 (Beerdigung am lt. d.). Vermiht. Zugsführer Jgnaz Printschitz »et Landwehr-Jnsanterieregiment« Nr. 26 würd: tu der Schlacht bei KraSnik verwundet und ist seither oer- » schollen. Um Nachricht bittet dessen Baler Jihi-o Printschitz, Besitzer in Lofchnitz, Post Eilli. MM. Blätter zur Unterhaltung und Belehrung für Haus und Familie. Kauutagsveilage »er „Deutsche« Macht" tu ftilTi. Nr. 38 .Die fcflbmarf" erscheint jede» oonntag al« unentgeltlich« Beilage fttr di« »tejer der .Deutschen Wacht". — Siiizeln ist „Die fcflbmarl" nicht tüufiich. 1914 ,.KIne» Augenölick". Episode von S. St. (Aus der Aassig-Karbitzer VolkSzeitung.) „Einen Augenblick, bitte?" Meine Frau sagte das zum viertenmal. Sie war, wie alle Frauen des ersten Ehejoch», jung, schön, liebenswürdig und besah alle Tugenden, die eine Frau hat, wenn man sterblich in sie verliebt ist, wie ich es war. Und wie süß, wie schmeichelnd das klang: .Einen Augenblick, bitte!" So sprach sie immer, wenn sie etwas wünschte, so berückend, daß selbst ein noch so hartgesottener Frauenver-ächter ihr hätte ju Füßen stürzen müssen und um die Gnade flehen, ihr alle gegenwärtigen und zu« künftigen, bis an die MöglichkeitSgrenz« gesteigerten Wünsche ersüllen zu dürfen. — So sehr mich'» hiezu drängte, ich tat eS nicht. Erstens waren wir nicht allein, zweitens hatte ich noch zur rechten Zeit den Einfall, daß durch diese Prozedur, welche fraglos eine längere D«batte über ehemännliche Galanterie und Pflichten, weibliche Rechte, seelische Harmonie usw. hervorgerufen hätte, der erbetene Augenblick unnötig in die Länge ge-zogen würde. Wir hatten nämlich Eile. Ich war mit Handschuhe, Hutschachtel und Regenschirm be-laden und im Begriffe, mit besagter junger Frau auf den Bahnhof zu fahren. Also war keine Ver« anlassung, Zeit zu verlieren. Ich wartete dennoch geduldig an der Tür. Meine Frau plauderte wirklich reizend. Und jetzt beim Abschiede von den lieben Verwandten kamen ihr die Worte besonders warm und lebhast heraus. Ich war entzückt. Sie hatte vergessen, zu bestellen, daß die Vögelchen, denen sie stets die größte Sorg-fält widmete, von jetzt an statt zwölf Hanskörner nur noch sechs per Ration und Kopf bekommen sollten. Sie zeigten infolge zu fetter Nahrung be-reitS Anlage zur Trägheit im Hüpfen und Singen. Die Tante versprach, peinlichst darüber zu wachen. Der Onkel blieS eine Wolke aus seiner Pfeife und versicherte umständlich, daß er in der Pflege der Vögel und Kenntnis ihrer Bedürfnisse sich ganz besonderer Umsicht und Erfahrung rühmen könne. Unter seiner Aufsicht würden die kleinen Lieb-linge der Nichte sich ausgezeichneten Wohlseins er-freuen. Hella umarmte ihn für diese trostreichen Worte. Meine Frau heißt Helena. Ich nenne sie Hella, das höre ich lieber. Ich war ebenfalls gerührt über so tiefe Empfindung für daS liebe Federvieh, dankte im Namen meiner Ehehälfte und sagte nochmals Lebewohl. Der erbetene Augenblick war nach mei» ner Meinung vorüber. Schon stand ich im Tür-rahmen. Ich glaubte, wir könnten gehen. „Einen Augenblick noch, bitte!* Ich sah erschreckt auf. Meine Frau lehnte deu Sonnenschirm an einen Stuhl und suchte etwas in ihrer Handtasche. „Da hätte ich beinahe vergessen — wo ist denn nur —?" Die Tasche gab ihren Inhalt von sich. Haar-nadeln, Kamm, Spiegel, Migränestift, Riechfläsch. chen, Taschentuch, Bonbons und viele andere Klei-nigkeiten, deren eine Dame auf der Reife unum-gänglich bedarf. Alles wurde auf dem Tische auSge-breitet. Alles fand sich, nur nicht daS Gesuchte. „ES ist doch merkwürdig," jammerte Hella. „Ich weiß genau, ich habe eS eingesteckt. Sonder« bar!" Sie kramte noch tinmal die Gegenstände durch, jedoch erfolglos. „Was suchst Du denn, Kind?" fragte die Tante besorgt. „Weißt Du, Tante," entgegnete die Nichte, ,,e» ist die alte Geschichte. Man mag tausend Kleinig» keiten, die man notwendig braucht, zusammensuchen und denken, nun wird gewiß alle» da sein. Natür« ich, gerade daS Wichtigste fehlt!" „Aber was denn, mein Schatz?" fragte ich und sah ungeduldig auf die Uhr. Mein Schatz plapperte nxiter, ohn« aus mich ,u hören. „Ich haUr e« »u-recht gelegt, um e» ja nicht zu vergessen — und nun doch! Golt, man hat ja auch an so viele» zu denken bei einer Abreist! Hast Dn eS vielleicht ein« gesteckt?" wendete sie sich an mich, ihre Tasche füllend. „Sage doch nur, wa» Du meinst," fragte ich unruhig. „Ich weiß doch nicht — „Stelle Dich doch nicht so an. Du weißt eS recht gut," erwiderte Hella. „Wir haben doch die Sache lang und breit besprochen und Du warst völlig meiner Meinung. Du stimmst zu, daß ich recht habe." Ich wurde nervös. „Wenn Du nicht sagst, waS —." Nun wurde auch sie nervös. „Mein Himmel, bist Du schwerfällig! D* hast eS doch selbst aufge-setzt und abgeschrieben. Besinne Dich doch." Mir ging ei« Licht aus. Jetzt wußte ich'«. ES war ein einzige» Wort. Hätte sie e» anstatt der vielen anderen Worte gleich ausgesprochen, wir konnten schon im Wagen sitzen. Jetzt sprach ich eS auS: „WäfcheverzeichniS." „Endlich!" atmete mein« Frau auf. „Wo ist e» denn?" „Hier!" sagte ich, setzte eilig mein Gepäck ab und suchte au» der Brieftasche da» vielbesprochene Schriftstück hervor. „Nun hätten wir e« richtig mitgenommen," schmollte Hella und überreichte der Tante da» end-lose Verzeichnis. „Du hast mir versprochen, Tante, hin und wieder nachzusehen, ob nicht» fehlt. Den Mädchen ist nicht immer zu trauen. Nicht wahr, Du bist so gut!" Tante gelobte auch hiesür ihre Sorgsalt. Onkel ebenfalls. Er wußte auch in der Wäsche Bescheid. Somit schien alle» abgemacht. Ich nahm wein Gepäck wieder auf. „Nun gehen wir doch?" wagte ich schüchtern zu fragen. „Gewiß, mein Lieber," erwiderte Hella zu mei-«er Beruhigung und griff nach Tasche und Schirm. Ich atmete auf. „Also lebt wohl, lieber Onkel, Tante, Nichte, Neffe! Glückliche Reise, amüsiert Euch! Bleibt gesund! Schreibt recht oft!" schwirrte e» von vier Stimmen durcheinander. Händefchütteln, Küssen, Wangenstreicheln, wie e« eben zum Ab-schiede gehört. Ich stand in der Tür. ..Also komm, Schatz!" — „Ja, Liebn, ich komme!" So ein erster Abschied ist nicht leicht. „Lebt wohl, meine Teuren!" Nochmals stürmische Umarmung und leise» Schluchzen. Hella sachte nach dem Tasche», tuche. „Um Gottes willen," rief ich verstört und zupfte sie am Arme. ,,E» ist die höchste Zeit, «ir wüsten eilen." Damit lies ich ,ur Treppe. „Rich-tig!" sagte Onkel, und Tante sagte etwa« Aehn-licht». Sie drängten ihre Nichte mir nach. Mir fiel ein Stein vom Herzen. Ich hörte den bekannten leichten Schritt Hella? hinter mir. Doch gleich darauf ihre Stimme: „Einen Augenblick!" Ich rutschte vor Schreck einige Stufen hinab und blieb dort wie angewurzelt sitzen. „Wa» ich noch fragen wollte," flötete mein Schatz mit seiner süßen Stimme. „Ihr habt ja dieselbe Reise ge-macht. Welche Hotels könnt ihr uns empfehlen? Besonder» in der französischen Schweiz und Jta« lien?•' „Da» finden wir ja alle» im Bädeker," schrie ich plötzlich mit einer mir unbekannten Gereiztheit und fremden Stimme. „Warum un» deswegen hier aufhalten!" „Ach, weißt Du, der Bädeker!" erwiderte meine Frau von oben herab in geringschätzendem Tone. „Der gibt oft wenig befriedigende Auskunft. Denn gerade in der Auswahl der Hotels entscheidet nur der Geschmack. Der Bädeker zum Beispiel sagt —." „Ich unterbrach sie in wirklichem Zorn. „Der Bädeker sagt zum Beispiel, daß der Expreß in zwanzig Minuten sällig ist und wir sitzen bleiben. Ich für meinen Teil sitze hier ganz gut, aber wir kommen auf diese Weise nicht nach Italien." Onkel und Tante lachten. „Diesmal hast Du recht," gestand meine ein-sichtioolle Gattin ein und nahm mit heroischem Entschlüsse zum letztenmal Abschied. Ich lies voraus und lockte zungenschnalzend Hella hinter mir her, ungefähr wie--, nein, ich will mir den Ver- gleich sparen, er wäre unhöflich. Wir standen vor dem Auto. Der Chauffeur hatte schon ein dutzend-mal mahnend die Hupe ertönen laffen. Natürlich hatten wir es überhört. Aber nun waren wir glück-lich am Wagen. Wir brauchen nur noch einzu-steigen. Ich öffnete den Schlag und versuchte meine Frau hineinzuschieben. ,Mnen Augenblick noch!" „Ich verlor die Sprache. „Sind denn Onkel und Tante am Fenster?" Ich bekam die Sprache wieder. „Sie sind am Fenster," schrie ich, ohne hinzublicken. „Schnell, steige ein!" „Mein Gott, sei doch nicht so ungeduldig," sagte Hella und sah mich vorwurfsvoll an. „Ich muß ihnen doch noch einen Gruß zuwinken." „Da» kannst Du vom Wagen au»," keuchte ich und faßte mein zarte» Franchen so unsanft an, wie ich e8 nie fttr möglich gehalten hab«. Ich merkte e» erst, wie sie einen leisen Schrei auSstieß. Ich wollte mich entschuldigen, aber die gewalttätige Berührung hatte sie schon einen Schritt vorwärts gebracht. Sie stand im Wagen und durfte sich nur noch fetzen. Aber das war umständlicher, als ich früher geglaubt hatte. Jeder Platz ist für eine zartbesaitete Dame nicht ratsam. Recht» sitzt man hinter dem Chauffeur, der versperrt die Aussicht. Links war die Wind« feite. „Wir sollte» daS Verdeck aufschlagen lassen," meinte meine Gattin in größter Seelenruhe. „Denkst Du nicht?"j „Aber der Aufenthalt, die Zeitvergeudung." jammerte ich und fuchte meine Frau auf den Sitz zu drängen. „Wir kommen nicht mehr zurecht. Wir versäumen den Zug." „Du bist entsetzlich pressiert," sagte Hella und verzog die Lippen. Aber sie fetzte sich doch. Ich war froh. Ich klappte den Schlag zu und stupfte «ich in die Ecke. „Abfahrt, Chauffeur," schrie ich. „Neunzigkilometertempo." „Einen Augenblick I" rief dagegen meine Be» gleiterin und sah nach den Fenstern von Onkel und Tante. Die beiden gute» alten Köpfe schauten richtig heraus und zwei weiße Tücher schwenkten in der Luft, als ob jahrelanger Staub ausgeschüttelt wer-den sollte. Hella wollte ebenfalls winken, aber ihre Handtasche mit dem weißen Tuch« halte sich bös-willigerweise v«rkroch«n und so mußte sie sich mit dem Handschuh begnügen. Ich puffte den Chauffeur in den Rücken. „Abfahrt, schnell!" Er ging loS. „Langsam, einen Augenblick!" bat meine Frau weinerlich und winkte noch immer. Ich puffte den Chauffeur wieder. „Raseud-S Tempo," flüsterte ich. „Extratrinkgeld!" DaS half. Wir flogen. Nu» warS Überstande». Hella suchte ihre Tasche, ihr Tuch, lehnte sich zurück nnd wischte heimlich die Augen. Ich konnte nun nach der Uhr sehen. „Nur noch sieben Minuten!" rief ich entsetzt dem Chauffeur zu. „Kommen wir noch zurecht?" Der Klotz antwortet« nicht. Meine Frau schwieg. Also schwieg ich auch. Wir waren am Bahnhofe. „Nur noch drei Minuten!" rief ich hastig und half Hella aus d«m Auto. Da muß nun zuerst daS Kleid zusammenge» rafft werden. Da» ist immer umständlich, weil man die Handschuhe, Tasche und Schirm zu bewältigen hat. Endlich war da» Kleid gerafft und der Spitzen» jnpon lugte kokett hervor. Aber diese Trittbretter! Wie unpraktisch angebracht. Hellas entzückendes Faßchen tappt« suchend herum, bis ich es erfaßt« und zu seinem Ziele führte. Dabei verlor ich Schirm „nd Hutschachtel. Ich raffte di, c»egen. stände auf nnd drängte zum Portale. „Kriege ich keine Bezahlung?" rief der Chauffeur hinter mir her. Herrgott von Mannheim! Auch da» noch. Schnell zurück. Mein Gepäck zur Erde geworfen. Geld heraus. Natürlich keine paffende Münze. Zum Wechseln keine Zeit. Der Chauffeur mag den Ueber» fchuß behalten. WaS schadet'S, wenn wir nur fort-kommen. „Einen Augenblick," meinte Hella, „ich habe Geld in meiner Tasche." „Nicht doch, nicht doch," drängte ich und zerrte meine Frau am Arme sort. Der schlaue Chausfeur hatte sich währenddem fchon davongemacht. Wir stürmten durch die Vorhalle. Da stand unser Mäd-chen mit dem Gepäckscheine. Ich riß ihn an mich und strebte weiter. Hella aber war anderer Mei-nung. „Einen Augenblick!" Mich packte die Verzweiflung. So lieb diese» Wort sonst klang, jetzt verwünschte ich «S. „Marie, denken Sie hübsch an alles, wa» ich Ihnen ans Herz gelegt habe. Auf Anerkennung können Sie rechnen. Ich bringe Ihnen etwa» Hüb» fches mit. Onkel und Tante werden öfter nach dem Rechten sehen. Beide haben unbeschränkte Voll-macht. All« besonderen Vorfälle melden Sie diesen. Mit dem Kostgelde werden Sie ausreichen. Also hübsch aufpassen, nicht wahr?" Marie versprach e» mit vielen Worten. Meine Frau drückte ihr freundschaftlich die Hand und streichelte ihr sogar die Backen. Sie hat wirklich ein Herz für ihre Mitmenschen, die gute Hella. „Dann Adieu, Marie!" „Glückliche Reise!" wünschte die treue Küchen-fe« und fuhr mit der umgekehrten Hand über die trockenen Auge«. Ich saß auf der Treppenstufe und dachte an nicht». Mein Gehirn funktioniert« nicht mrhr. Ich sah in nebelhafter Fern« nur einen Expreßzug hin-rollen, der zwei leere Plätze aufwies. Wie lange dieser Zustand währte, weiß ich nicht. Bis ich end-lich hörte: „Komm doch. Du b«st so langweilig." Sie hatte recht. Nun mußte ich wieder mein Ge-päck zusammensuchen, daS mir in meiner Apathie entfallen war. Das dauerte fo und fo lang«. Aber mit Geduld ging e». Nun im Sturmschritte aus den Bahnsteig. Meine Denkkraft kehrt« zurück. Schnell die Fahrkarten heran»! Ich fand sie in der Brust-tasche. „Gott sei Dank, es ist erreicht!" jubelte ich innerlich und reichte dem Beamten frohlockend die 4 «arten hin. Dieser aber ließ das Gitter einschnappe« und sagte lakonisch: „Eben fährt er ab!" Ich wurde zur Salzsäule. Hella stieß einen Schrei au». „Einen Augenblick?" rief sie dem Sta. tionsbeamtcn zu und schwenkte den Schirm. Ich erinnere mich jedoch dunkel, nur ein Achselzucken und freundliches Grinsen bemerkt zu haben. Die Seh-linie zwischen uns und dem Zuge verlängerte sich. Bald war der Expreß verschwunden. Mein Handgepäck lag abermals am Boden. Hella machte, wie mir schien, ein etwas dummes Gesicht. Das stand ihr nicht gut. Ich muß es ihr sagen. Jedoch konnten wir nicht ewig so stehen bleiben und mußten einen Entschluß fassen. DaS Nächstliegende war, uns zu Kosten. Wir trösteten uns denn auch. DaS Weitere, uns zu stärken. DaS war nicht schwer. Im Salon erster Klasse speiste man gut. Wir verfügten uns dahin und speisten. Nun muß ich als ehrlicher Mann und ge-wissenhafter Gatte erklären: Meine Hella hat mir während deS EssenS und später nicht die geringsten Borwürfe gemacht über meine Bummelei, die uns den Expreß versäumen ließ. Sie war sehr nachsich-tig. Nicht die leiseste Andeutung kam über ihre Lippen. Meine zute Hella ... Vermischtes. Der letzte Gruß! Die grüne Welt voll Sommerglut — Und blumenrot ergoss'nem Blut. Im Korn ein weißes Angesicht, Zwei Jungenaugen groß und licht. „Nein, Kamerad, mir hilft »ichtS mehr. Gib nur ein Blatt zum Schreiben her, Dein Wort beim lieben Sonnenschein, Du willst damit mein Bote sein." Vom Feld ein Strohhalm ist sein Stift, Sein sickernd roteS Blut die Schrist. „Marie, bald ist mein Stündlein aus, Grüß alle mir im Baterhaus. Die Mutter mein: sie trägt's und kann'S! Und grüß den Vater und den Hans. Und sag dem Pater, wenn er weint: Hurra? Im Elsaß steht kein Feind! Und glaub dem Blut in Deiner Hand, ES schwor: Marie — und Baterland \" Zerknickte Halme, blondes Haar Und ein gebroch'neS Sugenpaar. Oberdra»burg. Irene v. Schellander. 14jährige französische Soldaten. Eine Anzahl ftanzösischer Gefangenentransporte mit der Bahn erregten in Nürnberg auf dem Haupt-bahnhof großes Aufsehen. Es warn» einige Hundert französische Soldaten im Aller von 14 bi» 15 Jahren, die auf Aufforderung ihrer Schutbehörden sich zum aktiven Heer hatten anmelden lasten und in die aktiven Regimenter eingestellt worden waren. Auch in Würzburg passierten mehrere Züge von 14 und 15jährigen gesaugcnen französischen Soldaten die Station. (N«t. Ztg.) Zweitausend Milliarden Krieg«, cntschädigung. Nicht mehr und nicht weniger will Lord Carl os Sobcrne von den Deutschen als Kriegsentschädigung einheben. Zweitausend Milliar-den Mark, so sagte er in einer Versammlung in Swansea, und den unbeholfenen Kohlen-, Hütten-und chemischen Arbeitern, vor denen er sprach, muß wohl da» Wasser im Munde zusammengelaufen sein. Nach Seiner Lordschaft und im ähnlichen Sinne sprach der liberale Abgeordnete Sir Alfred Mond, der Sohn eines deutschen VatcrS. Sir Alfred, dessen Englisch übrigens keineswegs einwandfrei ist, ver-dankt feine politische Stellung seinen Millionen und diese wieder seinem Vater, der, ausgeruhet mit dem Wissen eines deutschen Chemikers, nach England kam und zusammen mit dem Deutsch-Schweizer Brunner das bekannte große chemische Unternehmen gründete. Zur Charakteristik HindenburgS. Aus Stuttgart wird der „Frankfurter Zeitung" ge-schrieben: Vor nahezu 20 Jahren war Hindenburg Oberst und Regimentskommandeur in Oldenburg, wo ich damals eine Zeitung redigierte. Da daß literarische Leben in jenem weltsernen Residenzstadt-chen sehr darniederlag, entschloß ich mich, wohl als erster in Deutschland, Dichterobende zu veranstalten, ein Brauch, der bald allenthalben in Ausnahme kam und namentlich von den Dichtern selber schr lebhaft begrüßt wurde. Zunächst lud ich den alten Wilhem Jordan nach Oldenburg ein, den damali-gen Senior der deutschen Poeten, zum Vortrage einiger Sänge seiner „Nibelungen", und er sagte zu. Die Aula deS Gymnasiums wurde mir bereit-willig zur Verfügung gestellt, doch der Verkauf ging anfangs miserabel. Da machte ich mich denn aus die Beine und besuchte alle tonangebenden Per-sönlichkeiten der Stadt, um sie zum Beitritt sür ein „Dichterabend-Komitee" zu bewegen. Und sie waren alle dazu bereit, der Hoftheaterintendant, der Gene-raladjutant des Großherzog», der Eifenbahndirek» tionSpräsident, ein paar Herren auS den Ministerien und vom Oberlandesgericht, der Brigadekomman« deur usw. — nur nicht der Regimentskommandeur, Herr von Hindenburg. In feiner bezwingenden Of« fenheit gestand er mir, daß er „seit seiner Kadetten-zeit nie ein Buch der schönen Literatur in Händen gehabt" habe. Und er würde eS al« eine Unehrlich« keit gegen sich selber empfinden, würde er seinen Namen einer Sache widmen, von der er nicht« ver« stehe und mit der er keinerlei Gemeinschaft habe. DaS Studium der Strategie der europäischen Völ-ker nehme ihn Tag und Nacht dermaßen in An-spruch, daß er sür nicht» anderes Zeit finde. — Wie gründlich er namentlich die russische Strategie „studiert" hat, davon wissen die Ostpreußen jetzt jubelnd zu singe» und zu sagen. Manen. 76 Deutsche Wacht S«tc 5 Gold gab ich für Eisen. Gegen einen febtnfiing „Gold gab ich für Eisen* tauschten ein: ma v. Langenmantel 1 Goldkreuzchcn; Johanna über, Franz Lorber und Karl Lorber. alle in ikrdrauburg, je 1 Goldring; M. K. 1 goldenen fytirg; Frl. Ptlko 1 Goldring; M. v. L. 1 Gold-i-'g; Dr. Stepifchnegg 1 Trauring; Gerda Stepisch« kjj 1 Brillantring; M'tzi KoS und Hansi KoS je t silbernen Ring; Woschnagg ' Ilse und HanS l jeldene Uhr mit Kette; Anna Kovac 1 goldenen. J silberne Ring«, 1 Anhänger; Zranzi Jnkret l'goldeiun Ring, verschiedene goldene Ohrgehänge; bz«Ia Vodopiuc 1 silberne Kette und 1 Kette mit lnhänger; Jda Zwetko 1 silbernes Armband, 4 An« hiijrr; Marie Hoinik 1 silbernen Ring; llliar« jmlh« Vorbach 1 silbernen Reis; Anna Salmic psilberne Kette; Nelli Ezak 1 Goldkette; Viktor Hiitc 1 Uhr, 1 Goldring. 1 Brosche, 2 Ohrringe, I silberne Brosche; Emil Garzarolli l Busennadel; Inna Sirasck 1 Goldring; Anna Fötfch 3 Arm-khibtr; Anna Gollner 2 Eheringe; Anna Pachole I plder.e Kette; Josefine Zernefchek 1 Kett,, 1 sil-:::st ftflic, 1 goldene Uhr. 1 Anhänger; Ungenannt i Voldringe, 1 Goldstück, 1 silbernen Armreif, [Plieines Armband, 2 silberne Ketten, 2 Silber-Mi, 2 Anhänger. Was das Volk leistet. Die erhebendste skiszche dieser großen Tage der Geschichte ist die ieltitiosigkeit und Opserwilligkeit unseres VolkeS. ich nur daS leistungSsähigere Biirgerlum, auch die KDtn und ärmsten Schichten deS Volke» bezeugen Gebesieudigkeit, die uns die frohe Zuversicht $:!a kann, daß ein Volk von solcher Hingabe an * zemeinsamen hohen Ziele nicht untetliegen kann. ii Beispiel für ungezäh.te andere: Die Ortsgruppe H Teutschen SchulvereineS in NikleS (Bezirk Mäh-rh-Zchönberg) wurde durch Zuschrift deS Vereins-Irtung gebeten, womöglich einen Soldatentag zu ver-»ßtlien. Die Ortsgruppe schrieb, daß daS Dörf-\a mit nind 80J Einwohner, hauptsächlich Fa-kvarbeiier, die in dieser schwere» Zeit selber un-MtzungSbedürftiz seien, bisher geleistet hat: Samm-nz für daS „Roie Kreuz" 587 St, Wäsche für daS Me Kreuz' 400 K, Sammlung für de» Deutschen Mdcrein 29 K, sür KriegSgamafchen 45 K. Wär-la alle im gleichen Maße helsen, müßten zur Lin-kntcg der Kriegsnot überreiche Mittel zur Ver-fang sein. Alkoholverbot im Heere. In den letzten djm wurde de» österreichischen Truppe» mit Korps-t»»aiidodefchl folgende Warnung zur Kenntnis tacht: »Alkohol schädigt den Organismus und die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten herab, tfi Genuß desselben ist strengstens zu verbiete» ud du'ch Kaffee und mit Zitrone gesäuertem Tee p nsttzen." Es ist lebhaft zu begrüßen, daß unsere 6it»leilunq mit diesem Befehle die vorbildlichen Lahmen des Deutschen Reiches in Oesterreich vom Südmark Genesungsheime in tr»tsbach bei Graz. Der Aufruf der Haupt-et d« Gauleitung der Südmai k an ihre Mitglie-t» ird Freunde, ein Genesungsheim für veiwun-lcktrieger schaffen zu helfen, hat einen erfreulichen frftlg gezeitigt. ES sind bisher wenigstens schon so »6iLpe>id der Gauleitung, sowie drei Frauen der G'azer Lili^ippen gebildeter Ausschuß besorgt die AnS Winuig de» Heimes, daS von Frau Hilde Maresch, krHaNia des die ärztliche Leitung führenden Herrn k: Wilhelm Maresch, geleitet werden wird, Geld-jnaidimgen werden zu Handen der Hauptleitung ta Lidmark dringend erbeten, deren Höhe selbst-kn&uMtch ganz dem Ermessen und Vermögen der N»dn überlassen bleibt. Der erste Ausweis der mgiganzenen Gelder und Naturalspenden wird dem-ftichst »erössentlicht werden. Die Eröffnung deS fraii erfolgte bereit« am Sonntag den 4. d., nach-«lag« halb 4 Uhr, Evangelische Gemeinde. Morgen Sonn-vz ßndei in der ChristuSkiiche um 10 Uhr vor-»UjgS ein öffentlicher Gottesdienst statt Zn der Landeskuranstalt Neuhaus ^II IN dir Badezeit 1914 765 Parteien mit 734 Perionen Heilung gesucht. Hievo» waren 458 vs Hieiermark, 82 auS Nieder österreick, 31 aus tiniirn, 27 aus Krain, L4 aus dem Küstenlande, il M Ungarn, 32 auS Kroatien, 4 aus Serbien, U cuil Rumänien. Stückgüterverkehr mit Ungarn. Die handelt- un» Gewcibekammer Graz teilt mit, daß ihr über die beim Eisenbahnministerium uuternom-in» Zntcrvention die folgende Verständigung diestS Ministeriums zugegangen ist: Die in den Kund-machungen vom 7. und 22. September, betreffend den Zivilgllterverkehr ans den Linie» der österreichi-fchen und ungarischen Staats- und Privatbahnen, enthaltene Beschränkung, daß Frachtstückgüter für Stationen der königlich ungarischen StaatSeisenbahnen nur bei Auslieferung von mindestens 3000 Kilo-gramm pro Frachtbrief zur Beförderung angrnom-men werden, wird auf Grund gepflogener VerHand-lnngen von den königlich ungarischen StaatSeisen-bahnen vom 1. Oktober an aufgehoben, so diifj in Hinkunft nach Ungarn — mit Ausnahme jener Strecken, auf denen der Zivilgüterverkehr zeitweise eingeschränkt ist — Stückgüter in jeder Meng: be-fördert werden. Einberufung der zweiten Reserve in Bosnien. Auf Grüns der Allerhöchst ange-ordneten Einberufung der Dienstpflichtigen in der Evidenz der zweiten Reserve in Bosnien und der Herzegowina werde» zur Dienstleistung mit der Waffe einberufen werden: 1. Die im Jahre 1894 geborenen Dienstpflichtigen in der Evidenz der zwei-ten Reserve und 2. die in de» Jahren 1893 und 1892 geborenen Dienstpflichttgen in der Evidenz der zweiten Reserve, soweit über sie bei der Stellung des Jahres 1914 der Beschluß „Zurückzustellen" fiesaßt worden war. Diese Einberufenen, soweit sie ich in den im Reichsrate vertreten Königreichen nnd Ländern aufhallen, haben sich zunächst behufs ihrer Verzeichnung bei»! Gemeindeamt« (Magistrat) ihrer AusenthaltSgemeinde zu melden, woselbst sie ein Legitimationsblatt erhalten, mit welchem sie sich zwischen dem 15. und 20. Oktober bei jenem k. u. k. ErgänzungSbezirkSkommando zur Musterung zu mel> den haben, in dessen Bereich ihr Aufenthaltsort lieg«. Die Musterung findet durch eine militärische Kommission statt, die Klassifikation hiebei ist: „Anm Dienst mit der Waffe geeignet" oder „Zum Dienst mit der Waffe nicht geeignet". Die zum Dienst mit der Waffe geeignet Befundene» werden angewiesen werden, sich am 26. Ok-ober bei ihrem zuständigen ErgänzungSbezirkSkommando — dessen Sitz aus dem entsprechend auszufüllenden LegitimationSblatt ersichtlich fein wird — zur Präsentierung zn mel-den. Jene der bezeichneten Dienstpflichtigen, welche durch unüberwindliche Hindernisse am Erschcinen^an den genannten MusterungStagen abgehalten waren, habe» sich vor einer am 10 November bei dem k. u. k, ErgänzungSbezirkSkommando, in dessen Be reich ihr Aufenthaltsort liegt, amtierenden Nach-Musterungskommission vorzustellen. Zeitweilige Außerkraftsetzung der Getreidezölle. Das Ungarbureau meldet: Die stetige und rapide Steigerung der Getreivepreise in der letzte» Zeit, die trotz des gesteigerten Bedarfes, welche? durch die ungünstige Fechiung und dem KriegSzustand hervorgerufen wurde, in einem solchen Maße nicht begründet erschien, veranlaßte die Re-gierung, die Getreidezölle aufzuheben, wodurch den sich immer mehrenden, aus eine zeitweilige SuSpen-dierung der GctreideMe gerich eten Wünschen und gerechte» Forderungen der Koniumenten Rechnung getragen wird. Die bezügliche Verordnung wird im Amisblatte publiziert werden. Die Luspendierung der Zölle erstreckt sich aus Getreide (Wnzen. Rog-gen, Gerste, Hafer, MaiS ulw.) und auf Hülfen-früchte (Fisolen, Linsen, Erbsen), sowie aus Mehl und Mahlprodukte. Diese im Interesse des kon-sumierenden Publikums veranlaßte Verfügung der Regierung schädigt nicht die gerechten Interessen deS Produzenten unter den heutigen whtschastlichen Verhältnissen und wird gewiß mit ungeteilter Befriedi-gung ausgenommen werden. HartKSseofferte. Die Handels- und Ge-Werbekammer in Graz teilt mit, daß daS Ackerbau-Ministerium zwecks leichterer Bejriedigung eines all-fälligen Bedarfes der Bevölkerung an Käse, die Käfereigenofsenschaste» und größeren Privatkäsereien der in Betracht kommenden Kronländer zur Siel-lung von Osserten, betressS solcher Käsesorten auf-gefordert hat, welche sich wegen ihrer Haltbarkeit für den erwähnten Zweck eignen (Ementaler, Halb-ementaler, Groyer, Tilsiter, Vezzenakäfe). Intel-esfenlcn auS Han»elSkreisen können die auf Grund dieser Aufforderung bis zum 22. September eingelangten Anbote während der Amisstunden von 9 Uhr früh bis 12 Uhr mittags einsehen. Der Weinleseertrag 1914 in Oesterreich. Räch den Mitteilungen des Konsulenten sür landwirtfchastliche Angelegenheiten im Ministerium des Innern kann nach dem Siande der Weingärten im S«pl'Mber sür heuer in Oesterreich der zu er-wart-nde Weinleseertrag auf 4,621 Millionen Hek-toliter, um et>ra 3o0.l00 Hektoliter mehr als im Voi jähre, geschätzt werden. Selbstmord des Kriegsberichterstat« ters Baron Binder Kriegelstein. Kürzlich ging durch die Presse die Meldung, daß der be-kannte KriegSberichterftatter Eugen Baron Binder« Kriegelstein am Felde gefallen fei. Es stellte sich aber heraus, daß hier eine» NamenSverwechSlung stattgefunden hatte, und die Zeitungen brachten eine Berichtigung. Jetzt nun ging einem Karlsbader Blatte von dem Kollegen Leutnant Lampel aus dem Felde vom russischen Kriegsschauplatze eine vom 21. September datierte Nachricht zu, in welcher er unter anderem schreibt, daß Baron Binder-Kriege!« stein am 17. September in Sinaiwie Selbstmord begangen habe, indem er sich erschoß. Bor seinem Tode erzählte er noch dem Leutnant Lampel, daß er als russischer Spion verdächtigt werde, bat ihn, falls er sterben sollte, seine Frau zu beruhigen so« wie ihn zn rehabilitieren. Herr Binder-Kriegelstein macht« auf den Leutnant den Eindruck, als ob er an einer fixen Idee gelitten hätte. Moratorium in der Türkei. Die Han-dels' und Gewerbekammer in Graz teilt mit, daß in ihre» Amt7räumen das neue türkische Moratorium»-gesetz zur Einsicht sür Interessenten deS Kammer« sprengels ausliegt. gehn Gebote bei Seuchengefahr. 1. Halt« deinen Körper rein, bade oft in reinem Wasser, wasche die Hände fleißig mit Seife. 2. Lasse Licht und Lust in deine Wobnung; sieh' zu. daß Zimmer, Haus und Hos peinlich sauber seien. Ent-ferne Fliege» un? alles Ungeziefer. 3. Sei mäßig in Speise und Trank. 4. Vermeide roheS Gemüse, unreife» und ungeschältes Obst, trinke keine Roh-milch. 5. Trinke nur sicher einwandfreies und ge-kochte« Wasser. 6. Mache keine überflüssigen Kran» ten- und Beileidsbesuche. Iß und trink nicht im Krankenzimmer. 7. Bei Erkrankungen hole alsbald den Arzt. 8. Sträube dich nicht gegen ärztlich emp« fohlene Uebergabe eines Kranken an eine Kranken« anstalt. Dort findet er sachgemäße Pflege, zu Haufe ist wirksame Absonderung Kranker ost unmöglich. 9. Lasse dich gegen Blattern impfen, der Impfschutz ist unwidcrleglich. 10. Befolge alle behördlichen An-ordnungen genau; wenn jeder mitarbeitet, kann die Verbreitung von Seuchen sicher vermieden werden. Ein Dieb, der mit der gestohlenen Waffe Selbstmord begeht. Der durch einige Wochen biS Ende September bei der Firma Majdic in Unterkötting bei Eilli bedienstet gewesene Lorenz Dobnik aus Windischdolf bei Pettau stahl während dieser Zeit feinem Dienstgeber aus den Eisen- und Waffenmagazinen eine Menge Werkzeuge, Waffen usw., darunter eine Brownin>,p!stole im Werte vo» 50 K. Als er sich entdeckt sah, floh er und konnte trotz eifriger Nachsorschung nicht ermittelt werden. Am 7. d. wurde Dobnik in einem Walde nächst Lubetschno bei Eilli als Leiche gefunden. Neben ihm lag die mit noch vier Patronen geladene gestohlene Browiiiugpistole. Die Reiche weist eine Schußwunde In die Schläse und eine in die Brust auf. Verhängnisvolle Unvorsichtigkeit eines Taubenjägers. Der 15 jährige Kupfer« fchmiedlehrling Karl Horvath in Brunndorf bei Marburg schoß am 5. d, im Garten seiner Eltern aus Tauben. Hiebei traf eine Kugel die 17 jährige Marie Ferlitlch in die Herzgegend. Die Getroffene sank zu Boden und verschie» in einigen Minuten. Der unvorsichtige Revolverschütze wurde von der Gendarmerie verhaftet. Ein Gemeindevorsteher beraubt. Am 1. d. begleitete anläßlich der Musterung w>:i Lind-sturmpflichtigen der Gemeindevorsteher Jakob Berk auS Weistovetz bei- Rohitsch seine Burschen nach Eilli, um sie der Kommission vorzustellen. Dort nahm er ziemlich viel Alkohol zu sich. Am Abend gefeilte sich ihm ein unbekannter Bursche zu und trank mit ihm in einigen Gasthäusern und sührte ihn schließlich auf die Laibacher Straße, wo er ihn zu Boden schlug und seiner Barschaft vo» 94 K beraubte. Der Räuber, der Berk auch durch Stock-hiebe verletzte, ergriff dann die Flucht. Dem Gen« darmerieiührer Franz Goriup auS Eilli gelang eS schon am nächsten Tagen als den Täter den 19 Jahre alten Vaganten Johann Leban zu ver-haften. Leban hatie^xlnen Teil des geraubten Gel« deS mit dem Maurerlehrling Alois Wengust auS Savodna in öffentlichen Häusern verjubelt. Pettauer Marktbericht. Der Austrieb auf den am 6. d. stattgefundenen Pferde- mit) Rindermarkte betrug 220 Pferde und 1119 Rinder. — Auf dem am 7. d. staltgefundenen Schwcinemarkte betrug der Auftrieb 855 Schweine. — Der nächste Pf«rdt- und Rindermarkt wird am 20. Oktober und der nächste Schmeinemarkt am 14., 21. und 28. Ok-tober abgehalten werden. Seite 6 Kriegsmarken. Vom 4. d. angefangen ge-langen bei allen Postämtern Krieg«marken von 5 und 10 Heller mit einem Atisschlag von 2 Heller zur Ausgab:. Der Bezug der Marken ist ein frei« williger, da die bisherigen 5 und lO Hellermarken auch weiterhin in Geltung bleiben. Die aus dem Aufschlag von 2 Heller sich ergebende Einnahme ist der Unterstützung der Witwen und Waisen unserer gefallenen Krieger gewidmet. Auch im Deutschen Reiche gelangen ähnliche Marken zur Ausgabe. Je-der einzelne ist damit in der Lage, sein Scherflein zur Linderung der großen Not für taufende von Familien unserer gefallenen Krieger beizutragen. Heller machen Kronen. Bei dem Opfermute, der alle Bevölkerungskreise unseres Baterlandes erfüllt, ist eine Millioneneinnahme aus der Ausgabe der KriegSmarken zu erwarten. Tausende von Familien, deren Ernährer sein Leben aus dem Felde der Ehre gelassen, sollen der Not und dem Elend entrissen und durch diese Gabe einer gesicherten Znkunft ent-gegengeführt werben. Kaufet darum alle nur Kriegs-marken und erweiset damit euren vaterländischen Sinn. Einheitliche Fahrordnung in der Monarchie. Wie mitgeteilt wird, ist seit 1. d. in Tirol, Kärnten, Triest, Görz und Dalmatien statt rechts nunmehr links zu fahren. Hiedurch wird die Fahrordnung in der ganzen Monarchie (außer Jstrien und Vorarlberg) einheitlich geregelt. Gegen die Verschleuderung von Vieh Der Staihalterei ist neuerlich zur Kenntnis gelangt, daß insbesondere im politischen Bezirke Münzuschlag gewissenlose Händler der bäuerlichen Bevölkerung unter Vorspiegelungen Vieh zu Schleuderpreisen ab-zuschwotzen suchen. Die Landbevölkerung wird vor derartigen Umtrieben auf daS eindringlichste gewarnt, und im allgemeinen Interesse ausgefordert, Leute, die in betrügerischer Abficht die wirtschaftlichen Verhält-nifse für ihre unlauteren Zwecke auszunützen suchen, unverzüglich zur Anzeige zu bringen. Tätlicher Kraftwagenunfall Herr Albin Grundner, Großindustrieller in Pöltschach, ist am Dienstag in Grobelno mit seinem Kraftwagen an einen Schotterwagen gefahren. Der Kraftwagen kippte um und stürzte in einen drei Meter tiefen Graben. Herr Gründn« blieb auf der Stelle tot, während der Kausmann Herr Fritz Dürnberger schwer verwundet nach Eilli übergeführt wurde. Herr Grundner hinter-läßt eine Witwe und drei Kinder. Versuchter Mord aus Rache wegen einer Zeugenaussage. Am 6. d. sand vor dem KreiSgerichte Marburg die Haupt Verhandlung gegen den in Brunndors wohnhaften Greisler Franz Kajba wegen Verbrechens der schweren körperlichen Beschädigung statt, bei der der Maurer und Brun-nenmacher Franz Ornig Hauptzeuge war und Franz Kajba zu acht Monaten schweren KerkerS verurteilt worden ist Als Franz Ornig gegen halb 6 Uhr abends beim Hause deS Franz Kajba vorüberging, sprang dieser aus die Straße und feuerte gegen Franz Ornig drei Revolverschüsse ab, von denen einer dem Uebersallene» den linken Rockkragen durch-schoß, einer ihm in den rechten Oberschenkel drang, der dritte aber fehlging. Franz Ornig befindet sich in häuslicher Pflege. Franz Kajba wurde vo» der Gendarmerie in Brunndors verhaftet und dem Kreis-geeichte in Marburg eingeliefert. Die gröhte Freude ist ein Kind, wen» es gesund und kräftig gedeiht. Um die» zu erreichen, weiß jede Mutter, daß es für ihren Liebling nichlS besseres geben kann, al» eine regelmäßige Ernährung mit Nestltwehl, dem ältesten, verläßlichste» und billigsten Nährmittel für Säuglinge, gesunde und kranke Kinder. Prvbedvse gratis durch Henri Nestlö, Wien, 1., Biberstraße 5 S. Eingesendet. Etwas über die neuen Modetorheiten. Die den französischen Jakobinermützen ähnlichen Häubchen beginnen sich auch in den Straßen EilliS zu zeigen. Natürlich wo man etwaS ficht, alleS wird nachgeäfft, fei eS. daß man eS auS Unwissenheit tut, oder sei eS auch, daß all diesen Damen zuwenig patriotischer Sinn innewohnt, als daß sie sich vom Hange an solche Modetorheiten befreien könnten. In fo mancher Leitung wnrde schon über dieses neueste „VerschönerungSstück" gesprochen und in den meisten Städten halte eS Erfolg. Auf, denn deutsche Mädchen, macht euch loS von dieser Mode, glaubt ja nicht, daß uns deutschen junge» Männern daS Tragen dieser Mützen imponiert. Wacht Könnt ihr Euch aber von diesen^ „zierlichen Farbenkasten" nicht trennen, behaltet sie, vielleicht kommt wieder einmal ein ZirknS, der wird sie dann zu teuren Preisen kaufen. DaS wünscht im Namen vieler junger deutscher Männer Euer sonst wohlwollender LoiS Matzhold. Heilchtsfaal. Ein Freispruch. Am 26. Jnli saß der Fleischhauermeister Hein-rich Grill in einem Gastbause in Windischseistritz und unterhielt sich mit mehreren Gästen über den Krieg. Als einer der Gäste, ein Korporal des 47. Infanterieregimentes, hinausging, eilte ihm Grill nach und meinte: „Du, auf Deine Bruder wirst Du wohl nicht schießen!* Dies empörte den Korporal so, daß er den Grill verhaften ließ. Grill verantwortete sich vor dem Grazer DivisionSgerichte damit, daß er — da jener einen Bruder im 47. In-fanterieregiment habe — nur gesagt habe: „Du wirst aus Deinen Bruder wohl nicht schießen!" Aus die Frage des Vorsitzenden, warum er dieS gesagt habe, erklärte der Angeklagte, er habe nur einen Spaß gemacht. WaS er damit bezwecken wollte, wisse er nicht. Der alS Zeuge einvernommene Kor» poral sagt ganz nach der Anklageschrift auS, Auf die Frage des Verteidigers, ob eS ihm geschienen, daß Grill ihn zur Verletzung seiner Dienstpflicht verleiten wollte, engeznete den Zeugt: „Keine Spur!" Die anderen Zeugen wissen nichts anzu-geben. Daher spricht daS Kriegsgericht den-Ange» klagten wegen Mangels an Beweisen frei. Gerichtliches Nachspiel einer Liebes-tragSdie. Marburg, 30. Oktober. Die LiebeStragödie, welche sich am 8. Mai in der Nähe von Maria Neustift bei Pettan abspielte, hat nun ihren gerichtlichen Abschluß gesunden. Wie seinerzeit berichtet wurde, war die hiesige Oberpost-verwalterswitwe Frau Maria Langer mit dem slowenischen Kausmann Joses Scherec in Marburg verlobt. Zwei Tage vor der für den 10. Mai an-beraumten Trauung löste Kausmann Scherec gründ-loS die Verlobung, worüber Frau Langer in der-artige Aufregung geriet, daß sie beschloß, sich das Leben zu nehmen. Sie kaufte sich einen Revolver, wollte aber noch vorher den Grund wissen, warum die Lösung der Verlobung ersolgte, und suhr nach Maria-Neustift, um den Naigeber und Vertrauten deS Scherec, den dortigen Kausmann Trau», dar-über zu besrageu. Traun war in seiner Geschäfts-siliale in Naraple bei Maria Nenstist, wohin sich Frau Langer begab: »Ihre Anfrage wurde von Traun mit brüsken Worten verweigert. Frau Langer irrte au« dem Geschäfte deS Traun und verübte im nächstgelegenen Waide an der Straße einen Selbstmordversuch, beschädigte sich schwer an der Lunge und erwachte erst in einem Banernhause in Naraple, wohin sie bewußtlos gebracht worden war. Traun behauptete nun, er sei von Naraple heimgefahren, wobei Frau Langer aus der Straße auf ihn geschossen habe, weshalb sein daneben sitzender Angestellter zurückgeschossen habe. Verletzt wurde Traun in keiner. Weise. Daraufhin wurde die OberpostverwalterSwitwe wegen Mordversuches und weiterhin wegen versuchter Körperbeschädigung in Untersuchung gezogen. Bei der Verhandlung gaben die GcrichtSärzte Dr. Kornseld und Dr. Mauczka ein Gutachten ab, welches darin gipfelte, daß Frau Langer im Augenblicke der Tat zurech-nungSfähig gewesen sei. Trotzdem ging daS Gericht nach dem Antrage deS Verteidigers Herrn Dr. Orosel mit einem Freispruch vor. Dieser betonte besonders, daß die Zeugenaussage Trauns und sei-neS Begleiter« über den wichtigsten Umstand, ob überhaupt die Schußwasse gegen Traun gerichtet worden ist, unklar und unbestimmt seien. Traun dies beim Vorüberfahren gar nicht habe beurteilen können, und auch die Annahme, daß Frau Langer von der Straße ans Traun habe verletzen wollen, durch nichts gerechtfertigt fei, da ja die Möglichkeit, Traun zu erschießen, in dessen Geschäfte vorhanden war, wo er der Frau Langer unmittelbar gegen-überstand. Seinen Vater ermordet. (Au»nahmSgericht. Vorsitzender Kreisgerichtspräsident Kotzian). Der Besitzer Josef Radik in Dovöko bei Lichttnwald und sein Svhn gleichen NamenS führten Rummzr am IS. Juli 1914 für den Gastwirt Centa » Reichenbürg Bier und Wein zum Kirchiwihfa« nach Sremit. Am Aberd kehrten fit mü de« leen» Wagen Helm, auf welchem Josef Radio Zer Jltotj schlief, da er ziemlich betrunken war. Gegen hiilb 10 Uhr abends langten sie zuhause an, den ©a$ni schaffte Joses Rabii der jüngere mit seinen «iqet hörigen in eine ungefähr 56 Schritte vom WH»« Hause ensernte Harpse, während Joses Radic Nr ältere schlasend aus den Wagen gelassen wurde. ü er nämlich stet« in angeheitertem Zustande sei« Angehörigen bedrohte, weshalb seine Familie sch« oft zu den Nachbarn geflüchtet war, getraute «m sich nicht, ihn zu wecken und ins Zimmer zu brioga. Bald darauf begaben sich auch Anna Radii und ifer 8 Kinder zur Ruhe, und zwar verließ der 23 jäfat Martin Radii als erster das Wohnhaus. um s-ue Schlafstelle in der Streuhütte aufzuiuchen. Siirji Zeit darauf entfernte sich auch Josef ftabic i« jüngere, welcher im Ztalle schlief, während & übrigen Familienmitglieder sich im Wohnhause ye Ruhe legten. Nach 11 Uhr nachtS hörte eine»der Kinder Maria Radtf in der Nähe deS ftausri » Geräusch und rief ihre Mutter, welche sogleich de> fürchtete, daß ihr Gatte erwacht sei und nu- ^ HauS kommen und Unfrieden stiften werde. 3t eilten vor das Haus, Martin Rabii kam ihnea «a> gegen und erzählte, daß er auf dem Wagen, »q welchem sein Vater schlies, mehrere Männer st-h» gesehen habe. AuS Furcht, der Vater werbe rcn ins HauS kommen, eilten alle um halb 12 ÜB nachts zum Nachbar Johann Martini, bei welch» sie die ganze Nacht verbrachien. Erst am lichia Morgen begaben sie sich nachhause und fanta Joses Radiö d, Ae. blutig im Bete liegend. Se !o»t»j jedoch nicht mehr sprechen und starb am Sldrja de« 22. Juli 1914. Die Obduktion seiner Lech ergab als Todesursache eine Zertrümmerung da Schädeldaches, welche eine Lähmung de« AchiM heidcigesührt hatte. Der Verdacht, den Josef fotifj ermordet zu haben lenkie sich zunächst auf Man» Radlk und Karl Cepin und auf Anna all Anstisterin. Letztere war nämlich am Abende M 19. Juli 1914.ihrem Gatten entgegen gegaage-M soll mit Karl Cepin gesprochen haben, bei weit!» die Gendarmerie blutige Kleider vorfand. Verdacht gegen Karl Eepin und Anna Radii axid sich jedoch als unbegründet und so erschau » Martin Radi! aus Grund seine« eigenen schick nisses der Ermordung seines Vaters verdächtig. 3« schon erwähnt wurde, gab eS zwischen Josef JtJÜj und seinen Angehörigen wiederholt Streit, da« M» gerne trank und im trunkenem Zustande seine 'Mi und Kinder bedrohte Besonders schlecht wir tat Verhältnis zwischen dem Vater und seine» Martin, welcher ihn nach AnSsage aller 'Jtach« haßte und anfeindete, da ihm sein Vater nicht r.md die notwendigen Kleider kaufen wollte. Z» » Streitigkeiten zwischen den Eltern ergriff M-M Radic stets sür seine Mutter Partei, wodurch« sein Verhältnis zum Vater immer mehr verschlecht fo daß es zwischen den beiden schon am 14. 3» l. I. im Gastbause der Theresia Zupanc ja Üb lichkeiten kam, in deren Verlause Martin M seinen Vater mit einer Bierflasche aus die schlug. Dieses feindliche unleidliche Verhältnij reifli in Martin Rabii, wie er selbst gesteht, die «dW seinen Vater auS der Welt zu schaffen. Äm 19-34 1914 sand er nun günstige Gelegenheit zur W sührung seiner schon vor längerer Zeit befchlofM Tat. Als er das Wohnhau» verlitß, angeblich » sich zur Ruhe zu begeben, ging er zur Haips«.» welcher sein Vater aus den Wagen schlief, » wartete ungefähr eine halbe Stunde, bis sei« I» gehörigen auch schlafen gegangen waren. Mit rat großen Steine bewaffnet, ging Martin Rabii !oto» znm Wagen und schlug den schlafenden Laier ' M 3 mal wuchtig auf den Kopf. Al« nun Joil' MI sich zu rühren begann, warf Martin Rab» « Wagen um, lief darauf zum Wichnhaufe und nj seine Angehörigen. Mit denen floh er dann fl Nachbarn, nachdem er seinen Angehörigen j-r» lenkung de« Verdachtes vorgeredet hatte, duz ty fremde Burschen bei der Harpse zu schaffen hätten. Martin Radis gab die Tat und bic liö# absicht unumwunden zu und gestand auch, baß er H mit den Mordgedanken schon längere Zeit gaq» habe, um seine Geschwister und WSdefovbne !t» Mutter vor weiteren Ausschreitungen beS Btttrifl bewahre», zumal er heuer hätte zum Militär rücken müssen und so seine Mutter nicht «ehr W« beschützen können. Martin Radii wurde jui I«* durch den Strang verurteilt. Ja»wfr 76 Nrnische lUnrfrt Seite 7 ffilIZ RASCH, Bflchiiandlöiia, GILLL Schrifttum. Illustrierte Kriegs-Chronik. «rhnlich ichlt de» jetzigen Weltknegs-DramaS, eine über« i^!l he Chronik dci AriegSverlau>eS, Einzeldarstel-tip» besonders wichtiger Ereignisse und zahlreiche Slkr von den Kriegsschauplätzen, den hervorragend- R Heerführern und Städten des AriegSbrandeS ra sollen. Da» erste Heft dieser „Illustrierten tiezi Chronik" ist bereits im Druck. Wir rülrn fc »nfeien Lesern, schon jetzt diese für die Mit. ■) Nachwelt denkwürdige Chronik zu bestellen. Jedes Heft (Verlag Ambr. Opitz, WarnSdors, Nord-chom) kostet postfrei 40 Heller. Wie uns der titag mitteilt, sind zunächst drei Hefte in Aussicht pminen. Den Abonnenten deS „Immergrün" gehen fr Hefte ohne weitere Bestellung zu. Soldatenlieder und Märsche (Musik i illle). Verlag Ullstein nnd Ko. Wien 1, Preis Heller. Die große, ernste Zeit deS Krieges weiß t von leichter, lustiger Operettenmustk. 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Lei den bereits bestehenden Einlagen bleibt der Zinsfuss wie bisher ebenfalls mit 4'/«°/« aufrecht. Die Rentensteuer trägt die Anstalt. Auswärtigen Einlegern stehen Posterlag-scheine kostenlos zur Verfügung. Z. 447. Kundmachung. Gern!« § 33 der im Jahre 1839 vom Laudesausscbuss'? für die stelerm&rkischea Landes-Siccbenanstalten erlassenen Kanilei-Vorschriften schreibt di« gefertigte Anstalt für da« Jahr 1015 die Lieferung von : Fleisch (vorderes und hinteres), Mehl, Gebäck, Xlleh, Eierteigwaren, H&lsenfr&cliten, Bier, Holz, Steinkohlen, Bettenstroh, Toten* sargen, Stockzucker, Würfelzucker, Santos Kaffeebohnen, Enrilo-Feigen-Kaffee, Franckkaffoe, Stocksalz, Meersalz, Bangon Beis, Bruchreis, Tafelöl, Leccer Speiseöl, B&böl, Petroleum, Stearinkerzen, Essigessenz, Pflanzenfett (Knnerol und Ceres), gedörrte Zwetschken, Kernseife, Schichtseife, Bohnen, Linsen, Erbsen, Bollgerste, Hirse-brein, sowie die Beistellung ron Wirtschaftsfuhren im Offertwege aus. Die mit einem Kronenstempel reraehenen Offerte lind unter Anführung des Namen» de« Öfteren ten und des offerierten Artikeln am Um»chl*ge des Offerte« geschlossen bis l&ugsten« 31. Oktober 1914 bei der gefertigten Verwaltung «u überreichen. HioTon ergeht die allgemeine Bekanntgabe mit der Einladang tar Beteiligung mit dem Bemerken, das« b zäelieh der 8pezer.'i««ren, welche bemustert werden müssen, der Landes-Aussehuag sieb rorbehSIt, die eingebrachten Offerte statt In Ihrer Glaie nur hinsichtlich einzelner darin angebotener Artikel Rumnehmen und dass die Lieferungsbedingnisse, welche für die Lieferanten, deren Offtftta angenommen wurden, In allen darin enthaltenen Punkten unbedingt bindend sind, bei der gefertigten Verwaltung eingesehen werden könne». L&ndes-Siechenanstalts-Verwaltung in Hochenegg bei Cilli, am 1. Oktober 1014. Dalmatiner W eingrosshandlung J. Matkovic Haupiplatz 8 C 1LLI Hauptplatz 8 Verschiedene Sorten Dalmatiner-Weine. Beste Einkaufsquelle für Wirte und Weinhändler. 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