11)07 (April). \&ttQv (4. Aahr.) Jokge 40. für flbieilung$uimrricbt Monatsschrift ;ur Förderung des österreichischen Landschulwesens. Bezugsgcbllhr 4 K jährlich. Herausgeber: ÄHÄ'te ^'"-elnummer 4" ^ - ••• ° >arkassenscheck Nr. ',8.213. V. » t,\ 1. 1 tlll wie „oenvuminu vv*- Einzelnilmmer 40 n. ^ r Blätter für AbtetlungSun- Postsparkasscnlcheck-Konto Üxilöolf <£. pCCfz tTt StUtbüch. Erricht in Laibach". -Vnbait' I > Das VSnus im Silben. - 2.) Der Unterricht In der Natnr als Mittel für grundlegende Anschauung - S.) Die zehn Geboie des Landiehrer's. - 4.) Ratschläge für die Vorbereitung m ~ 9) 6.) Nicht Mäßigkeit, sondern Enthaltsamkeit. - 7.) Des Lehrers Takt und Schliss in der Gesellschaft. — 8.1 Die Wechseirede. Kleine Mitteilungen. - 10.) Briefkasten. — 11.) Bücher- und Zeitungsschau. — 12.) Von Schule ,u Schule^ ____________________________ __________________ Also vermehrt und stercket all Ding die Einigkeit Wie man nichts guts vcrmercket aus der Zweyhelligkeit. Joli. Doman (1617). Vas Hans im Süden. „Adressat gestorben." Mit diesem Vermerke präsentierte mir die Verwaltung fünf zurück-gelang'te Lenznummern. Also wieder fünf Amtsbrüder ins Grab gesunken mit dem unerfüllten Trostworte „Südheim" auf den Lippen! Es war ein harter Winter, der die glimmenden Flämmchen verlöschte, ein harter Winter — im Norden. Doch wie gab er sich im Süden des Reiches? Wohl fuhr zuweilen ein scharfer Hauch über die Karsthöhen, auch „weiße Wolle" ward feil an einigen Tagen. Doch wie schnell kam die Sonne versöhnend ins Land, glitt mit dem milden Zephir über die Meeresfläche und schmelzte den Flaum zu Tautröpflein des Frühlings. Hatte ein trüber Tag den Gast in die Stube gebannt, so folgten sechs andere, die ihn ins Freie lockten, die ihm den milden Hauch in die Lungen bliesen und Leben brachten, Hoffnung, Zuversicht. Würden die fünf, die Folge 39 nicht mehr traf, in der Fremde ein behaglich Heim gefunden haben, so hätten sie wohl auch alles daran gesetzt, es zu erreichen. So aber schreckte sie der Gedanke an das ferne Land, wo nur die Reichen gemächlich hausen können, wo ein herzloser Spekulant den „armen" Lehrer geringschätzig mustert, wo des Tages Öde den Sinnenden und Sorgenden zur Verzweiflung treibt. Die Bedauernswerten blieben daheim, hofften auf die rettende Sonne des Lenzes, hofften auf die Zeit der Rast und hofften auf das Lehrerheim im Süden. Sic sind mit der Hoffnung ins Grab gesunken... Sollen mir das düstere Bild Jahr um Jahr aufrollen? Könnte nicht der hohe Gedanke bald zur Tat werden? Gewiß, wenn nicht der gute Wille allzurasch erlahmte und nicht die Zwietracht sich in unsere Reihen drängte. Als die „Blätter für Abteilungsunterricht" vor drei Jahren den Aufruf für das Lehrerheim im Süden in alle Teile des Reiches hinaustrngen, da gellte es wie ein Fcldrnf durch die Lande und Helle Begeisterung schlug in Flammen auf. Der Lehrertag in Marburg erfaßte den Gedanken mit festem Griff, der Obmann des Deutsch-österreichischen Lehrcrbundes machte die Angelegenheit zur Herzenssache und Krone um Krone und hundert und tausend und an 40.000 Kronen flössen in dem kleinen MmmsroörtH zusammen aus tausend Häusern und Häuschen des weiten Reiches für das Haus im Süden. Die Tat war zu schön, zu tapfer, als daß sie der Neid und Hader hätten ruhigen Sinnes ansehen können. Was wir vor allem Anfänge befürchteten, trat bald ein: Im eigenen Lager regten sich die zwei Genossen, die jedwede Schöpfung zunichte machen. Ehe man sich's versah, kam schon irgendein Übereifriger, um mit dem Wortschwall das zu ersetzen, was er mit der Tat nicht brachte; man bot Ideen verschiedenster Art, baute, statt zu sammeln, baute natürlich in der Luft, man verzagte, verlor den Mut, man verteilte die Gelder, die wir sorglich verwahrt, gottlob nur auf dem Papiere. Wir sind den Beratern, die die Sorgen des Berufes nicht drücken, die in ihren Mußestunden gar wunderlich Ding ausbrüten, nicht gram; aber ivir bitten sie um eines: den Gedanken, es heile der Norden im Frost des Winters die kranken Lungen des Lehrers, 'bis ans weiteres nicht zu verallgemeinern und am wenigsten an dem kranken Kollegen erproben zu wollen. „Pom sichern Port läßt sich gemächlich raten." Wer aber den bösen Wurm im Busen spürt, kann nicht dem Theorem zum Probierkaninchen dienen, der sucht die Heilung dort, wo sie tausend andere fanden. — Ich war unlängst in Mannswörth und habe mit Wonne in dem Bündel von gelben Zettelchen geschwelgt, die manch rührenden Zuruf im Geleite der Gründerkrvne, der Spende und des Kvnzertergebnisses brachten. Aber ich habe eines wahrgenommen: Seit man das, was die Abgeordnetenversammlung des Dcutschöster-reichischen Lehrerbundes im März 1905 sestlegte, daß nämlich im Süden des Reiches ein Lehrerheim gebaut werden sott, angetnstct hat, geht die Begeisterung für die Sache ihren Krebsgang. Indes, ich verzweifle nicht. Eine Idee, für die innerhalb dreier Jahre die Lehrerschaft 40.000 Kronen aus eigenem aufgebracht hat, kann nicht untergehen; sic ist nur im Stadium der Krise, auf die immer ein umso kräftigeres Aufraffen folgt. — Die Lehrerschaft hat gezeigt, was sie vermag, wenn es gilt, dem kranken Amtsbruder zu helfen; sie kann auf das Ergebnis stolz sein, denn alle Welt erfüllt es mit Staunen. Sollen wir nun, da wir so groß dastehen, auf einmal wieder in ein Nichts zurücksinken? Sind mir denn wirklich so schwach, daß wir es über den ersten Anlauf nicht hinausbringen? Nein und tausendmal nein! Noch 10.000 Kronen aus der eigenen Tasche; dann legen wir unfern Schatz auf den Tisch der Großen und rufen: „Seht, das hat die Lehrerschaft in ihrem engsten Kreise zusammengebracht; vermehrt es als Freunde der Volksbildung, als edeldenkendc Menschen!" Wir müssen ohne Unterschied der Gesinnung und Kategorie fest zusainmenstehen, einig, mit dem Blick auf das Ziel; dann wird das Werk gelingen. Wanken wir, so sind wir verloren. — In Bälde greift also die Aktion nach oben und es wird — man muß nicht Optimist sein — Dukaten regnen. Wenn ein hochstehender Schulmann das Lehrerheim trotzdem erst dann erstehen lassen will, bis 500.000 Kronen beisammen sind, so ist das wohl mehr als Weckruf denn als ernste Meinung zu nehmen. Heutzutage kann man mit 100.000 Kronen Paläste bauen, da ja jeder Unternehmer froh ist, wenn er mit dieser Sicherstellung und dem Beschläge auf das Hans sein Kapital verankert. Kann übrigens ein Bund von nahezu 19.000 Mitgliedern, kann die deutsche Lehrerschaft des Reiches im Zweifel sein, ob sie die Amortisationsrate begleichen wird, damit der Stainmbaufonds nicht verloren gehe? Wenn nur die Hälfte aller Mitglieder jährlich eine Krone entrichtet, so ist die Schuld noch zu unfern Lebzeiten getilgt. Und wenn wir darüber das Lehrerheim im Jenseits aufsuchten — was verschlägt es? Sollen nicht auch unsere Nachkommen etwas zu einein Hause beitragen, das wir in seinen Grundquadern schufen? Das wäre ein gar zu selbstloses Arbeiten, dem zukünftigen Geschlecht« lediglich den Schatz zu hüten und selbst im voraus ans jedwede Nutznießung zu verzichten. Ein solcher Gedanke wäre freilich geeignet, den Sammeleifer zu lähmen und die endgültige Tat in nebelhafte Fernen zu rücken. Der Gedanke besteht aber nicht. Darum an die Arbeit, da der Frühling die Amtsgenvssen versammelt, da die frohe Welt im Grünen Feste feiert, da das Herz vor Wonne überquillt: Den Zehntausender rasch zur Summe geschlagen und, so Gott will, fliegt mir keine Lenznummer mehr zurück mit dem Tintenbleistiftvermerke „Adressat gestorben"! — Der Unterricht in der Natur als Mittel für grundlegende Anschauung. Von Richard Stissen, Schulleiter in Watschig (Kärnten). (Fortsetzung.) Was bemerkt ihr, wenn ihr des Morgens oder Abends an einem schönen Tage durch die Wiese geht? (Die Füße werden naß.) Wovon? (Vom Tau.) Die Wiese ist noch lange feucht, wenn sonst nirgends mehr Tau wahrzunehmen ist. Warum? (Pflänzchen beschatten das Wasser, es verdunstet nicht so schnell, sickert in den Boden.) Das ist gut, denn die Pflänzchen wollen trinken. Womit trinken sie? (Wurzeln.) Wann bekommen sie recht viel zum Trinken? (Wenn es regnet.) Woher kommt der Regen? (Aus den Wolken.) Der Regen befruchtet die Erde. Welchen Niederschlag fürchtet der Land mann im Sommer? (Hagel.) Wie entsteht derselbe? Was vernichtet er? Wer weiß ein Gedicht, das vom Hagel handelt? („Wolke und Blume“.) Sage es auf! Die Menschen legen gern verschiedene Kleider an, die Pflanzen auch. Bringe mir einige gelbe Pflanzen! (Bocksbart, Hahnenfuß, Löwenzahn.) Blaue Pflanzen! (Ehrenpreis, Salbei, Vergißmeinnicht.) Rote! (Nelken, Wiesenklee, Sauerampfer.) Weiße! (Wucherblume, Schafgarbe, Kümmel.) Fassen wir zusammen! Nennet mir gelbe Wiesenblumen, blaue, rote, weiße! Warum heißt diese Blume wohl Sauerampfer? Koste das Blatt derselben! Merkt ihr es jetzt? Warum heißt diese Pflanze Löwenzahn? Betrachte den Rand der Blätter! Also? Die Farbe, Größe und der Duft der Blumen sind Lockmittel für Insekten. Manche Blüten haben eine derartige Bauart, daß sie nur von gewissen Insekten besucht werden; wir haben schon solche kennen gelernt. Wer weiß etwas? (Klee.) Von wem wird der Klee besucht? (Hummeln.) Warum nicht auch von den Bienen? (Die Blüte enthält eine tiefe und enge Röhre, der Rüssel der Biene ist zu kurz, um zum Honigsafte zu gelangen.) Manche Blüten sind sehr zudringlich, sie kleben den Insekten Blütenstaub auf Kopf und Rüssel. Auf der Wiese schwirrt es von Insekten; sie finden dort Nahrung und sorgen gleichzeitig für das Fortkommen, für die Vermehrung der Pflanzen. Freilich gibt es auch Insekten, welche schaden. Wer kennt solche? (Engerlinge.) Wodurch schaden diese? (Abfressen derWurzeln.) Was geschieht dann mit der Pflanze? (Verdorrt.) — Übrigens fallen auch diese Schädlinge wieder anderen Tieren zur Beute. Welchen? — Viele Pflanzen bedürfen zu ihrer Befruchtung nicht der Insekten, sie werden vom Winde bestäubt und heißen windbliitig. (Gräser.) Im Sommer werden die Wiesen gemäht; aber die Wurzeln sind kräftig genug, das Verlorene zu ersetzen. Wie nennt man getrocknetes Gras? (Heu.) Ein verständiger Bauer sorgt für gutes Heu; er sät Klee- und Grassamen und düngt die Wiesen, um viel Heu zu ernten. Hat er viel Heu, so kann er auch viel Vieh halten. Mit dem Wiesenbau hängt die Viehzucht zusammen und mit dieser wiederum der Ackerbau. Was wird in Kärnten mehr betrieben: Viehzucht oder Ackerbau? (Viehzucht.) Warum? (Viel Gebirge, der Boden kann nicht gut bebaut werden.) Ist dies nur in Kärnten der Fall? (in allen Alpenländern.) Welches ist die Hauptbeschäftigung der Bewohner der Alpenländer? (Viehzucht.) — Zusammenfassung des Gespräches. Und nun betrachten wir uns das gegenüberliegende Feld. Was für ein Feld ist es? (Roggenfeld.) Was für Felder gibt es noch? (Weizen-, Gerstenfelder u. s. f.) Welche sind bei uns vorherrschend? — Warum? Bemerkt ihr an der Roggenpflanze nicht etwas, was vor einigen Tagen noch nicht zu sehen war? (Staubgefäße.) Wir wollen diese betrachten! Ich klopfe mit dem Bleistift gegen diese Ähre. Was nehmt ihr wahr? (Staub fliegt heraus.) Das ist der Blütenstaub! Der ist zur Bildung der Frucht notwendig! Wer trägt den Staub auf den Fruchtknoten? (Wind.) Seht euch das Feld dort am Abhange an! Da könnt ihr bemerken, wie eben die Roggenpflanzen vom Winde auf- und abbewegt werden. Womit hat das Feld jetzt Ähnlichkeit? (Wasserwellen.) Wer erinnert sich an ein Lesestück, das ähnliches besagt? („Am Getreidefeld“.) Wie heißt es da am Anfänge? („Wie wallet und wogt die herrliche Saat, ein Meer aus Halmen“ u. s. f.) Seht, dieses Wogen der Ähren wird gewiß die Bestäubung begünstigen! Wer vermittelt bei den meisten anderen Pflanzen die Bestäubung? (Insekten.) Weil bei der Roggenpflanze für eine genügende Bestäubung durch den Wind gesorgt wird, kann sie der Insekten entbehren, und es fehlt ihr auch alles, was andere Pflanzen zum Anlocken der Insekten besitzen. Was meine ich? (Honig, Duft, Farbe.) — Nun betrachtet euch den Stengel der Roggenpflanze! Wie nennt man ihn? (Halm.) Wie ist er im Innern? (hohl.) Warum wohl? Welche Pflanze wird leichter vom Winde bewegt: eine leichte oder eine schwere? Wie ist der Halm: leicht oder schwer? Was macht ihn leicht? (Hohlheit.) Deshalb kann er auch leicht bewegt werden, ohne zu brechen. Die Natur hat ihm noch etwas gegeben, um ihm einen festen Stand zu verleihen? (Knoten.) Stehen auf dem Felde nur Roggenpflanzen? — Pflücke einige der Blumen! (Kornblumen, Mohn, Raden.) Sprich über die Farbe! Wie nennt der Landmann diese Pflanzen? (Unkräuter.) Wer weiß andere Wörter mit „un“? (Unart, Unglück, Undank.) Diese Wörter bezeichnen alle etwas, was dem Menschen keine Freude bereitet. Wie kommen diese Pflanzen zu dem Namen? (Schädlinge.) Wodurch schaden sie? (Rauben den Roggenpflanzen Nahrung, Luft und Licht.) Wie sucht der Land mann seinen Acker vor Unkräutern zu schützen ? (Reine Aussaat, Ausrotten.) Wer kennt ein diesbezügliches Gedicht aus dem Lesebuche? („Der Bauer und sein Kind“.) Sage es auf! Leben auch Tiere im Felde? Zähle einige auf! Welche davon schaden dem Felde? Welches Tier bemerkt ihr hier? (Heuschrecke.) Wie heißt es noch anders? (Heupferdchen.) Warum? (Gerne im Heu, Kopf wie ein Pferd.) Wodurch wird die Heuschrecke schädlich? (Abfressen der Blätter.) Es gibt eine größere Gattung dieser Tiere, sie wandern von einem Ort zum ändern. Wie heißen sie deshalb? (Wanderheuschrecken.) Die Wanderheuschrecken kommen in großer Menge vor. Wo sie sich niederlassen, auf Wiesen, Feldern, in Gärten, fressen sie alles kahl. Auch in Kärnten haben sie sich schon niedergelassen und großen Schaden angerichtet. Wer weiß es aus der Geschichte? (Unter Albrecht II.) Erzähle! — Wird bei uns viel Getreide angebaut? Warum nicht? Welche Länder betreiben mehr Ackerbau? Was muß geschehen, weil Kärnten weniger Getreide erzeugt, also es benötigt? (Eingeführt werden.) Das nächstemal wollen wir uns die reife Ähre betrachten und über die Ernte des Roggens sprechen. Es wird zum Heimweg angetreten; in den folgenden Tagen werden die Ergebnisse des Ausfluges zusammengefaßt und verwertet. a) Unterstufe: 1.) Niederschreiben der Namen einiger Wiesenblumen. 2.) Die Wiese. (Kurze Sätzchen.) 3.) Unkräuter im Felde. (Aufzählen und Anschreiben der Namen.) 4.) Schädliche Tiere im Felde. (Aufzählen und Anschreiben der Namen.) 5.) Zeichnen eines Grasblattes. (Schmale Form.) b) Mittelstufe: 1.) Die wichtigsten Wiesenblumen und Gräser. 2.) Beschreibung des Roggens. 3.) Schädlinge aus der Tierwelt. 4.) Die Heuernte. 5.) Zeichnen eines Löwenzahnblattes. c) Oberstufe: 1.) Über die Pflege der Wiesen. 2.) Schriftliche Berechnung der Größe und des Ertrages, betreffend ein Feld. 3.) Klee und Hummel. 4.) Die Viehzucht in den Alpenländern. 5.) Der Tau und der Hagel. 6.) Wörter mit der Vorsilbe „un“. 7.) Zeichnen des Weges und der angrenzenden Wiesen und Felder als übersichtliche Planskizze. (Fortsetzung folgt.) Die zehn Gebote des Landlehrers. 5.) D» sollst die Zeit nicht töten! Wer dieses Verbot Übertritt, hat als Lehrer in der Landschule die größte Sünde begangen, eine himmelschreiende Sünde. Der gewiegte Methodiker Kolp erzählte mir einmal, er habe anläßlich einer Inspektion den Lehrer einer einklassigen Volksschule während des Unterrichtes bei der Lektüre eines Nomanes überrascht. Der junge Mann wurde der Stelle enthoben und zwar mit Recht. Wenn man erwägt, daß manche Kinder bis zu zwei Stunden weit zur Schule kommen, den Unbilden der Witterung ansgesetzt sind, im Schulorte hungern müssen, der häuslichen Arbeit entzogen werden und dafür während des Unterrichtes schreiben und immer schreiben sollen, damit der Lehrer in Ruhe einen Brief erledigen oder in einem Buche lesen könne, so ist das unmännlich, schlecht, verächtlich — und träfe es auch den Schriftsteller, den Dichter, der das Beste bietet. Der Unterricht gehört unter allen Umständen dem Kinde. Wer cs anders hält, schlägt seinem Ansehen die tiefsten Wunden. Auch das Zuspätkommen des Lehrers, das vorzeitige Schließen sind im Hinblicke auf die kostbare Zeit in der Landschule Versündigungen, die den schärfsten Tadel verdienen. Es ist ja im allgemeinen richtig, was der verstorbene Minister Hortet sagte, daß nicht das Quantum an aufgeivendeter Unterrichtszeit den Erfolg bestimme, sondern die Qualität der Unter-richtserteilung. In der Landschule jedoch kann der Satz nur bedingsweise Geltung haben; hier ist jede Minute kostbar, da soviel Hemmnisse den Erfolg eineiigen und Störungen an der Tagesordnung sind. — Das Verfahren selbst muß, damit die Zeit nicht unnötigerweise vergeudet werde, ein kurzes sein, ein ungezwungenes, durchaus natürliches ohne methodisches Klügeln und Kauen. (Vgl. hiezu das zweite Gebot ans S. 3381) Am Anfänge des Schuljahres eine praktische, den Verhältnissen angepaßte Lehrstoffverteilung, vor jedem Schultage eine Zubereitung des Lernstoffes für die einzelnen Abteilungen in der Form eines Übersichtsplanes (Vgl. S. 346 und S. 6 des ersten Jahrganges!) ohne Umschweife und Zierat, Vorsorge für fruchtbringende Stillbeschäftignngeu, Korrektur derselben durch die Schüler nach vorbereiteten Tafelanschriften, eine gute Zucht: Das sind die besten Sparmeister in der Landschule. — Ratschläge für die Vorbereitung zur iünrgerschullehrerpriifung. G. a) Pädagogik: Der Abschnitt „Vergleichbarkeit der Begriffe" erfordert langsames Fortschreiten. Die hauptsächlichsten Fehler gegen richtige Stilistik fallen in dieses Kapitel; getrieben von der Sucht, die schriftliche Darstellung möglichst anschaulich zu gestalten und den Aufsatz zu beleben, zieht man Vergleiche heran, ohne immer zu erwägen, ob sie logisch die Parallelstellung vertragen. Auch die sog. znsaiiimengezvgcne» Sätze und Satzverbindungen schreien gar oft nach logischer Durchleuchtung, sofern nichtzusainmeugehörige Begriffe summiert werden. Wie widersinnig erscheint es beispielsweise, wenn in den Sprachübungen immer wieder die stereotype Satzfvlge „Die Bank ist lang. Das Hans ist länger. Die Straße ist am längsten." — wiederkehrt 1 „Bank, Haus, Straße" werden also ohneweiters in einen und denselben Topf geworfen. Würde man der sprachlichen Fassung immer die logische vvranschickcn, wie anders gäbe sich unsere Rede! — Das Lehrbuch bietet die Partie ziemlich knapp, aber immerhin so, daß man Stoff genug zur Anwendung findet. Als ich daran knusperte, schrieb ich alle Beispiele heraus, reihte sie an, schaffte mir mit Hilfe der gangbarsten Fälle Stützen, auf daß ich das Kapitel nicht nur wiedergeben, sondern auch verwerten konnte. Der Leser sollte mein Studierbnch sehen! Da ist alles mit farbigen Stiften klargestellt, was der sparsame Verleger nicht koloriert erscheinen ließ. — Das Lehrbuch der Logik ist für sich ein Beispiel logischer Anordnung: Werden soeben behandelten Abschnitt nicht versteht, wird sich im „Urteil" nicht zurechtfinden. Lies zur Probe weiter! Stolperst du, so kehre zurück und vergrabe dich nochmals in den Begriff! — b) Deutsche Sprache: Lieber junger Freund! Bist du in der Poetik zu Hanse? Beileibe nicht zuviel Bücher zurnteziehen wolle»; sonst gibt es keinen Halt! Haft du Holczabeks „Deutsche Metrik und Poetik" zur Grundlage genommen, so bleibe dabei, fertige dir »ach jedem Stück sofort eine Übersicht an und füge zu jedem neuen Falle ein typisches Beispiel! Wer gründlich studieren will, studiert mit dem Bleistifte in der Hand, d. H., er streicht sich das an, was ihm wichtig erscheint oder was ihm neu ist. Daun nimmt er ein Heftchen und legt einen Übersichtsplan an, in dem alles auf einen engen Raum zusammeugedrängt ist, was im Buche auf breitem Plane liegt. Man soll Lay hören, dann wird man verstehen, wie wichtig es ist, neben der Vorstellung des Auges und der des Ohres auch jene der Hand zu beachten. Was ich mir selbst zusammengestellt habe, raubt mir niemand mehr. — Wenn wir später Tuiulirz' „Sprache der Dichtkunst" lesen, so heben wir wieder das mit dem Blaustifte heraus, was uns neu ist, vermerken es in dem grundlegenden Büchlein und geben ihm auch ein Zeichen im Anmerkungshefte. Das ist dann Bereicherung, Wiederholung, Festigung. — Man nennt solche Heftchen Schwindelheftchen, mit denen man bei der Prüfung das Volumen seiner leiblichen Fülle vergrößert. Wenn sie zu dem Zwecke flüchtig angefertigt worden sind, so bringen sie wenig Gewinn, höchstens Gefahren. Wer sie als letzte Stoffznsammeuengung anlegt, sie auf seine Spazicrgänge mitnimmt, sie immer wieder durchfliegt, dem sind sie die Retter bei der Prüfung nicht nur bei der schriftlichen, sondern auch, was viel wichtiger ist, bei der mündlichen. Das gilt für alle Unterrichtsfächer. — c) Maturgeschichte: Wir hätten eigentlich im Winter das Lehrbuch der Botanik wenigstens flüchtig durcharbeitcn sollen, um Schritt auf Schritt die Kinder des Frühlings sofort in Reih und Glied stellen zu können. Wer Zeit hat, möge das Buch rasch lesen und dann mit festem Schritt von der Anatomie zur Organvgraphie übergehen. Da hapert es zuweilen gar gewaltig mit der richtigen Defiuieruug der einzelnen Bezeichnungen und cs hapert dann weiter mit dem Bestimmen der Pflanzen, es hapert mit der ganzen Botanik. Für den Autodidakten ist es schwer, sich über den Namen einer soeben aufgeblühten Pflanze volle Gewißheit zu verschaffen. Das Bestimmungsbuch ist wohl verläßlich, aber der Bestimmer ist nicht immer treu: Eine kleine Verrenkung und man ist in einem ganz ändern Gleise, es kommt der falsche Name. Daher ist es geboten, in der Form eines Pflanzenatlasses einen Nachprüfer zu haben. Willkomms „Pflanzenatlas" ist willkommen und sollte eigentlich in jeder Schule Platz gefunden haben ans Kosten der Schule und nicht auf Kosten des studienbeflisscnen Lehrers. (Verlag Schreiber iit Eßlingen, 9 K 60 h.) Einen Ersatz, wenn auch nicht einen vollwertigen, böte Kühns „BotanischeTaschenbilderbogen", vier Hefte zu 60 h. Der „Kleine Pvkvrny" für Mittelschulen steht zwar noch nicht aus der Höhe der Zeit, aber die jüngsten Ausgaben brachte» gute Bilder und können daher dem Studierenden auf billige Weise Dienste erweisen. (Verlag Tempsky in Wien, 8 K 20 h.) Schmeils „Lehrbuch der Botanik" (Verlag Nägele in Stuttgart, 7 K 20 h) ist als Lehrbuch zu umfangreich und erschwert die Übersicht; wir benützen es zur Ergänzung, wie wir Tumlirz' „Sprache der Dichtkunst" als Beigabe genommen haben. Alles iit allem: Das Lehrbuch von Wettstein als Grundlage, Willkomms Tafeln oder Kühns Bilder und den „Kleinen Pokorny" als Kontrolleure für das Be-stimmuugsbuch. Welches? Pichler in Wien hat, so höre ich, in jüngster Zeit ein neues erscheinen lassen. Am besten ist es, man läßt sich von dem genannten Verleger eine Sendung zur Auswahl kvmmeit und nimmt, was am besten behagt und das Budget nicht zusehr belastet. Sparsamkeit ist allerdings gerade hier nicht immer am Platze. (In den Mittelschulen tvird vielfach Schweig-hvfers Bestimmungsbuch, Verlag Pichler in Wien, V. Margaretheuplatz 2, Preis I K 60 h, verwendet.) — d) Arithmetik: Weiter Vordringen und kein Beispiel ungelöst lassen! Wo sich citt Kniff ergibt, ein besonderer Fall, — in das Merkheft eintragen und öfter mustern, damit er gelegentlich sogleich in die Anwendung übergehen könne! Die Rcchenvorteile, die wir unterwegs auflesen, werden uns später sehr znstatten kommen. Matef ist diesbezüglich ein Meister. (Fortsetzung folgt.) SpiNKbimricbtlgktltcit. 13.) Wie Haktest du den Aederstiek ! Wieder soll etwas, was stark ist und klingend, durch die nachlässige Sprache geschwächt werden! „Halten, hielt, gehalten": starkbiegendes Zeitwort, folglich: Ich halte. Du hältst. Er hält. Folglich: „Wie hältst du den Federstiel?" — Weitere Verstöße dieser Art: Wo sangst (statt fängst) du an? Was tragt (statt trägt) er? Warn», läufst (statt läufst) du aus der Schule? Schau, daß du nicht fällst (statt fällst)! — Nicht Massigkeit, sondern Enthaltsamkeit! Eine Erwiderung. Vorbemerkung: Das Gespräch in der dritten Klasse des Schnellzuges hat mir die Antialkoholiker auf den Hals gehetzt. Mich freut dieser Erfolg, denn er bringt eine Frage ins Rollen, die mir schon seit langem wichtig erschien: „Welche Stellung wird die Lehrerschaft auf dem Laude zur Antialkoholbewegung einnehmen ?" Einer meiner Freunde meinte, die Landlehrerschaft möge nicht den Sturmbock für etwas ab-geben, was ihr zu den natürlichen Feinden der Schule noch neue Feinde schaffte, die Gastwirte, zumeist die einflußreichsten Persönlichkeiten im Dorfe. Es liegt ein praktischer Gedanke darin. Bei der Kinderfürsorge ist es ähnlich. Daher haben die Lehrer das Geschäft den Gerichtsbeamten überlassen. Es wird demnach zu erwägen sein, inwieweit der Lehrer die Bestrebungen der Abstinenten unterstützen soll. Daß er abseits stehe, ja daß er zum Alkoholgenusse geradezu ansporne, na, das hat doch niemand aus meinen Darstellungen lesen können. Es trifft mich daher die „Erwiderung" au einigen Stellen ungerecht; trotzdem gebe ich ihr unverkürzt Raum und wünsche, daß sie zu einer weiteren Wechselrede anrege! Peerz. Der Schriftleiter dieser Blätter hat es in Folge 38 unternommen, eine Lanze für den Alkohol zu brechen. Ich bedaure es, denn ich weiß, daß alle die Freunde des „köstlichen Giftes“, die Verehrer eines „funkelnden Tropfens“ dem Anwälte des bösen Geistes zujubeln: „Recht hat er, die Abstinenz, das ist nur so eine Übertreibung, ein Sport; mäßig muß man sein, und mäßig sind wir ohnehin! Unser Gläschen (?) aber, das lassen wir uns nicht verekeln, bei dem bleiben wir.“ Und weil alles in schönster Ordnung ist, so rührt keiner einen Finger gegen den Alkohol. Unaufhaltsam aber steigt der Verbrauch, denn das skrupellose Heer derer, die vom Alkohol leben, sucht mit allen Mitteln seinen Absatz zu vergrößern, und immer höher wird die Zahl der Opfer, die er täglich fordert. Ich will nicht versuchen, das Schuldkonto des Alkohols hier zu erschöpfen (es wäre auch unmöglich), aber ich muß doch daran erinnern, daß Krankheit und Tod, Wahnsinn und Verbrechen, Verarmung und Verwahrlosung, Entartung und Untergang einzelner Familien und ganzer Völker unzertrennlich mit seinem Genüsse verbunden sind. Gewiß werden nicht alle gleich stark getroffen, aber ein Teil fällt mit der Sicherheit eines Naturgesetzes dem Alkohol zum Opfer und fast alle werden mehr oder weniger geschädigt; es gibt kein alkoholtrinkendes Volk, das nur aus wirklich Mäßigen besteht, ln den Schweizer Städten z. B. stirbt mindestens jeder zehnte Mann direkt oder indirekt an den Folgen des Alkoholgenusses. Es ist bedenklich, diejenigen, welche im Banne des Dämons stehen, in Sicherheit zu wiegen; nur der Enthaltsame ist außer jeder Gefahr, der Mäßige aber wird nicht selten ganz unvermerkt und, ohne es zu wollen, zum Unmäßigen. Vor den Schlingen des Alkohols schützt weder Bildung noch Besitz. Hervorragende Dichter und Künstler (Grabbe, Scheffel, Reuter, Edgar Poe, Paul Verlaine), selbst bedeutende Ärzte sind durch ihn gefällt worden. Es ist also keine „Pedanterie“, wenn wir die Alkoholfreiheit als den normalen Zustand des Einzelnen und der Gesellschaft erklären und daher Enthaltsamkeit für jenen, Verbot der Herstellung und des Verkaufes geistiger Getränke für diese fordern. Wir wissen, daß die Mäßigkeitsbestrebungen, wo immer sie aufgetreten sind, keine nennenswerten Erfolge zu verzeichnen hatten, sondern daß nur dort etwas erreicht wurde, wo eine kräftige Enthaltsamkeitsbewegung den Kampf gegen den Alkohol führte. (Finnland, Norwegen, Schweden.) Gewiß müssen wir den Hebel bei der Jugend ansetzen; sie soll ein höheres Ziel kennen lernen als die Betäubung in der Kneipe, sie soll lernen, sich an Genüssen zu freuen, die sie selbst erarbeitet und erobert hat. Wer aber soll sie dafür begeistern? Wenn alle jene, zu denen das Kind aufblickt, dem „schäumenden Gerstensafte“ huldigen und „die goldene Perle vom Stock der Rebe“ preisen, dann wird es vielleicht das Verbot des Trinkens beachten, aber das Verlangen nach dem versagten Genüsse wird mächtig aufsteigen und den Vorsatz zeitigen, das Versäumte so bald als möglich nachzuholen. Wer aber dem Kinde nicht nur sagt sondern auch zeigt, daß man ohne den bösen Geist des Weines fröhlich und leistungsfähig sein kann, dem wird es nicht schwer sein, den Zukunftsbürger zu dem Entschlüsse zu bringen, es ihm gleichzutun, und entschieden zu sagen: „Ich will nicht trinken“. Wollt Ihr die Jugend bewahren, dann geht Ihr mit gutem Beispiele voran! Deshalb richte ich an die werten Amtsgenossen die herzliche Bitte: Befaßt Euch mit der Alkoholfrage, kümmert Euch um die Abstinenzbewegung, versuchet es einmal, Euch längere Zeit des Alkohols zu enthalten! Ich versichere Euch, es wird Euch nur Nutzen bringen. Seid Ihr aber von der Notwendigkeit der Enthaltsamkeit überzeugt, dann schließet Euch dem „Vereine abstinenter Lehrer und Lehrerinnen Österreichs“ (Wien, XVII., Blumengasse 7) an! Mit vereinten Kräften werden wir über den größten Feind unseres Volkes den Sieg erringen. Fachlehrer Ferd. Eicher in Wien. Des Lehrers Takt und Schliff in der Gesellschaft. 4. Per Aesuch. „Ein neuer Mann! Ob er wissen wird, was sich gehört?" Man erwartet seinen Besuch. „Es klingelt. Halb 121 Die Stunde stimmt. Wahrscheinlich ist er'ö." Das Dienstmädchen huscht die Tür herein und bringt eine NamenSkncte. „Der neue Lehrer. Lina, führen Sie den Herrn in den Salon!" Die Zofe öffnet mit freundlichem Lächeln. Laß dich mit der Maid nicht ein; gar bald spinnt sonst die Phantasie des Tratsches dich mit ihr zusammen und um dein Ansehen ist es geschehen! — Du bist allein zwischen den bepolstertcn Stühlen, zwischen Ständern und Tischchen. Hast du die Schuhe wohl gut gereinigt, damit inan nicht nachträglich deine Spur auf dem Teppich bemerke? So es draußen naß war, hast btt hoffentlich Überschuhe benützt und dieselben im Vorraume abgelegt. Den Überrock darfst du in das Empfangszimmer niemals mitnehmen; wohl aber behältst du den Zylinder it. zw. in der Linken, damit die Rechte zum Grüßen frei bleibe. — Im Saale ist gewiß ein Spiegel. Tritt Hin und mustere dich noch einmal von oben bis unten! Hat die Haartracht nicht gelitten, sitzt die weiße Masche noch ans dem Kragen, ist der Salvnrvck geknöpft? Blick noch einmal auf die Manschetten, auf die weißen Handschuhe! — Es raschelt im Nebengemach. Das Dienstmädchen hat zwar gesagt: „Bitte, nehmen Sie Platz!" Befolge die Einladung jedoch nicht, sondern bleib einige Schritte vom Eingänge stehen und harre des Ankommenden! Da ist er. — „Ah, der neue Herr Lehrer! Das ist schön, daß Sic uns die Ehre schenken!" „„Ich bitte, die Ehre ist meinerseits."" „Nun, wie gefällt es Ihnen bei uns?" „„Soweit ich die Verhältnisse kennen gelernt habe, bisher sehr gut."" „Aber, ich bitte, nehmen Sie doch Platz!" Warte nun, bis sich der „Höhcrgcstellte" gesetzt hat! Man hat dir vielleicht das Sofa an-gebvten. Das ist jedoch nicht für Herren; bald wird die Hausfrau kommen und sie würde den Ehrcn-sitz schwer vermissen. Schon rauscht sie daher. Du erhebst dich natürlich sogleich und machst deine Verbeugung unter dem üblichen „Küß die Hand". — Der Mann hat dich vvrgestellt, des Hauses Herrscherin hat sich zwischen euch ans dem Diwan niedergelassen, der Gemahl ist mit seinem Sessel etwas zurückgerollt; denn nun sollst du von „ihr" ins Feuer genommen werden. Damen sind neugierig und forschen zunächst den Ankömmling aus, um dann ihr Manöver zu beginnen. Freund, sei vorsichtig! Sprich nicht abfällig über deinen früheren Dienstvrt, über die Vorgesetzten, erzähle nichts von deinen „Heldentaten"; btt könntest es einmal bereuen I Draußen schlägt es Dreiviertel. Benütze die nächste Stockung im Gespräche und erhebe dich mit der Bemerkung: „Ich will nicht länger anfhalten." — Man wird dich natürlich zum Bleiben bereden. Leiste aber der Aufforderung nicht Folge; sonst heißt es nachträglich: „Der wäre mit liebsten hier über Nacht geblieben." „Herr Lehrer, wir danken bestens für den Besuch." „„Ich bitte, es ist meine Pflicht, alle kennen zu lernen, die an der Schule Interesse haben."" Der Gebieter will dir die Hand reichen. Nimm sic nicht, sondern tritt vor die „Gebieterin" und mache die Verbeugung mit ästhetischem Kopfnicken! Schlüpft die weiche Hand aus dem Ärmel, sv lege deine Fingerspitzen hinein; andernfalls tritt ans de» Herrn zn und laß deine Rechte kräftig, männlich fassen. Bis zur Tür hast du drei Schritte. Geh sie den Krebsgang und öffne die Tür so, daß du dem Ehepaare das Gesicht zukehrst! Die Frau hat »och ein „Küß-die-Hand." huldvollst entgegengenommen und ist entschwunden; der Mann jedoch begleitet dich in den Vorraum. Dort entledige dich der Handschuhe, bewaffne dich mit den Überschuhen, wehre dich gegen die Hilfeleistung beim Anziehen des Überrockes, haste nicht, flieh nicht, sei ruhig, gemessen und geh unter nochmaligem Verabschieden ohne Aufregung von dannen! In Stiegengespräche laß dich unter keinen Umständen ein, am wenigsten mit der Maid, die dir die Visitenkarte abgenomnienl — (Fortsetzung folgt.) Die lüecbselrede. Zur 7. Krage. (Inwieweit kann das Helfcrwesen im Abteilungsunterrichte Geltung haben?) 17. Urteil. Schulleiter E. Wenzel in Burkersdorf. Wer sich dieser Krücke namentlich bei den jüngeren Schülern nicht bedient, begibt sich eines wichtigen Hilfsmittels. Zu Helfern eignen sich aber nur Schüler, die es auch mit dem „i-Pünktchen“ genau nehmen. Die geringste Bedeutung hat wohl das Helferwesen für den Leseunterricht der Kleinen, denn zum richtigen Lesen gehört ein richtiges Hören. Die größte Beachtung verdient es für das Durchsehen des als Stillbeschäftigung Gearbeiteten. In den Heften der Kinder der unteren Schuljahre darf kein Fehler unausge-bessert bleiben, wenn man Erfolge im Rechtschreiben erzielen will. (Auch das erste Schuljahr schreibt bei mir schon gleich auf Papier.) Der Helfer darf aber dem direkten Unterrichte seiner Abteilung nicht entzogen werden. Zur 8. Krage. (Soll die Einklassige eine Achtklassige im kleinen sein oder eine Schnlgattnng besonderer Art?) 14. Urteil. Lehrer A. Brugger in Tirol. Zur Illustrierung dieser Frage sei es mir erlaubt, einen argen Mißgriff (ich schäme mich dessen nicht), den ich als noch unerfahrener Lehrer gemacht habe, mitzuteilen: Als junger Lehrer war ich bestrebt, unseren Lehrplan, der ja der „Achtklassigen“ nachgebildet ist, ziemlich nahezukommen und das „große Wissen“ in die Schüler hineinzuwerfen. Ich bekam nun alle Jahre zwei Jahrgänge von den „Ausgeschulten“ zur „Weiterbildung in die Hand“. Die Enttäuschung war großartig! Von den Realien war auch fast jede Spur verweht und das Trivium — saß herzlich schlecht, so daß z. B. im Rechnen ihnen oft der einfachste Dezimalbruch fast unüberwindliche Schwierigkeiten machte. Anfangs schob ich natürlich die Mißerfolge meinem Vorgänger in die Schuhe und dachte: Nun bei euch ist es schon, wie es ist, da ist Hopfen und Malz verloren, ohne Grund kann man nicht aufbauen. Nicht lange dauerte es, so bekam ich Schüler, die drei, vier und mehr Jahre bei mir die Schule besucht hatten — und ich war von meiner „Gründlichkeit“ so gründlich enttäuscht, daß ich an meinem „Lehrgeschick“ verzweifelt hätte, würde ich nicht manchmal auch Schüler von ändern Schulen und hie und da auch von ändern Kronländern in die Hand bekommen haben. Nicht nur ich, sondern jeder junge Lehrer wird diese bittern Erfahrungen machen oder gemacht haben. Jedenfalls liegt die Schuld nicht an uns, sondern irgendwo anders. — Nur schade um die vielen Probierjahre! Und solange uns der Lehrplan dieses gleißende Gesicht zeigt und nicht ein festes Gepräge annimmt, wird noch fortan jeder junge Lehrer sein „Lehrgeld“ zahlen. Lassen wir uns nicht mehr länger täuschen und streuen wir uns nicht selbst Sand in die Augen: Bleibenden Wert hat nur das, was gründlich sitzt und auch verdaut, nicht bloß „gefressen“ wurde! Was soll die „Einklassige“ nach der hochfahrenden Genossin der „Achtklassigen“ schielen? Ja, wenn sie selbst im richtigen Fahrwasser wäre; so aber ist sie eher die Vorbereitung für die Mittelschule, nicht aber fürs praktische Leben. Ich glaube gar, unser ganzes heutiges Schulsystem steht deswegen auf so morscher Grundlage (wer hätte die Klagen nicht vernommen oder dessen Folgen nicht verspürt?), weil es nicht von unten hinauf, sondern von oben herunter ausgebaut worden ist. Die Einklassige darf nicht mehr den kleinen Gernegroß spielen, sondern muß eine Schule „besonderer Art“ werden. (Deshalb wird man die Schüler der Einklassigen nicht aus der Mittelschule hinauswerfen — im Gegenteil, sie werden sich darin nur festere Sitze erobern.) Das gibt einen festen Grund, worauf praktisch aufgebaut werden kann. Sofort als diese Frage aufgerollt wurde, war ich für den zweiten Absatz — und je länger ich darüber nachdachte, desto bestimmter wurde mein Urteil. Zur 0. Aragc. (Hausaufgaben in der Landschule oder nicht?) 5. Urteil. Schulleiter Hans Schober, Masern (Krain). Ich schieße dem ersten Urteile geradewegs entgegen, nämlich dem gänzlichen Beseitigen der Hausaufgaben. Diese sollen vielmehr eine Brücke sein zwischen Schule und Haus; wer deren Entfall verlangt, dem hat noch nie ein Vater erzählt, wie er seinen Kindern am Winterabende freudig zusah, wenn sie Aufgaben zu lösen imstande waren, die er selbst nicht ausführen konnte. — Freilich müssen die Aufgaben derart gegeben und vorbereitet werden, daß sie das Kind machen kann und nicht ratlos vor ihnen steht, sondern selbst froh ist, den Eltern zeigen zu können, was es kann. Kümmern sich auch nicht alle Eltern um die Fortschritte ihrer Kinder in der Schule, viele tun es doch. Und die Rechnungen, die das Kind ausführen kann, beweisen den Eltern auf dem Lande mehr als alle Schulnachrichten mit ihren Ziffern. — Dazu soll täglich am Schlüsse des Unterrichtes kurz zusammengefaßt und hervorgehoben werden, was neugelernt worden ist, damit der Schüler zu Hause auf eine an ihn gerichtete Frage solches zu erzählen weiß und nicht weil er unter dem vielen Wiederholen auf das Neuvorgebrachte vergißt, fortlaufend mit „nichts“ antwortet. Der Vater wird ansonsten bald sagen: „Ja, wozu gehst du denn in die Schule?“ — Ich gebe im Winter wöchentlich zwei Aufgaben: eine über den Donnerstag und eine über Sonntag, im Sommer nur eine über den Sonntag. Auch sind die Aufgaben nie umfangreich. 6. Urteil. Schulleiter Hans Pietschnigg in Kamp (Kärnten). In den häuslichen Aufgaben erkennt man allerdings nicht nur eine Hauptbedingung zur Erreichung der Schulzwecke, sondern zugleich ein Hauptmittel, Schule und Haus in äußerer und innerer Verbindung zu erhalten, eine Mitwirkung der Eltern zur Erreichung der Schulzwecke herbeizuführen und der Schule einen wesentlichen Einfluß auf die Familie zu sichern. Es kann auch nicht in Abrede gestellt werden, daß dieser Umstand von Bedeutung ist; darum wird der Lehrer einer Landschule von häuslichen Aufgaben nicht vollständig absehen, aber sie nur in einem kleinen Umfange und in solcher Weise stellen, daß dadurch die Kinder veranlaßt werden, von ihren Fortschritten und ihrem bereits in der Schule erlangten Wissen und Können den Eltern gegenüber Zeugnis abzulegen, was sie gerne und eigentlich schon aus eigenem Antriebe tun; es sind dabei die Kinder nicht genötigt, ihre Eltern u. a. um Beihilfe zu drangsalen. Die Kleinen haben es gerne, wenn sie schon in den ersten Tagen schriftliche Aufgaben bekommen, die sie zu Hause anfertigen und den Eltern zeigen können. Die Aufgaben, die den Kleinen gestellt werden, müssen klein und ihren Kräften angemessen sein. Die Hausaufgaben sind insofern von großer Wichtigkeit, als sie dem Schüler erwünschte Gelegenheit bieten zu selbständiger und selbsttätiger Arbeit. So segensreich sie aber auch bei pädagogisch richtiger Handhabung sein mögen, so können sie doch anderseits gar leicht die Freude am Unterrichte verleiden. An der Landschule, wo der Abteilungsunterricht genügend Gelegenheit bietet, die Selbsttätigkeit der Schüler zu fördern, möge von den Hausaufgaben nur in höchst notwendigen Fällen Gebrauch gemacht werden, denn die Kinder bedürfen nach der anstrengenden Schularbeit dringend der Erholung und dürfen daher nicht zu lange an den Arbeitstisch gefesselt werden. Man muß eben bedenken, daß ein Großteil der Landschüler vor und nach dem Unterrichte oft zu schweren häuslichen Arbeiten verwendet wird. 7. Urteil. Oberlehrer Alois Hechenberger in St. Oswald ob Judenburg (Steiermark). Die Verhältnisse der Landschule haben mich von den Hausaufgaben ganz abgebracht. Gründe: 1.) Im Elternhause fehlen dem Kinde Platz und Ruhe zur Ausführung. Die Umstände, unter denen die Arbeit zustande kam, müssen bei der Beurteilung berücksichtigt werden. Ein Ding der Unmöglichkeit! — 2.) Die Korrektur, eigentlich Verhandlung mit jedem Schüler, erfordert viel Zeit und Mühe. Ich würde beides nicht scheuen. Die Aufgaben sind aber, beim Unterrichte selbst gebraucht, fruchtbringender. — 3.) Die Hausaufgaben erregen häufig den Unwillen der Eltern. Diese brauchen das Kind zu kleinen Verrichtungen. Will dieses — pflichtgetreu — vorerst seine Aufgabe vollenden, so fällt so manches Wort über Schule und Lehrer, welches das Ansehen so schädigt, daß es durch alle Hausaufgaben nicht mehr gutgemacht werden kann. In der Schule wird tüchtig gelernt, zu Hause soll das Kind den Eltern kleine Dienste leisten und Zeit zur Erholung haben. Die Erholungszeit soll aber durch Aufgabengedanken nicht bedrückt sein. 8. Urteil. Oberlehrer Wilhelm Tschinkel in Morobitz bei Gottschee. Die Kinder auf dem Lande werden fast ausnahmslos zu den verschiedensten Arbeiten herangezogen. Viele Eltern warten nicht selten mit großer Ungeduld auf die Heimkehr ihres Kindes aus der Schule. Wann soll das Kind nun die Hausaufgabe fein säuberlich und ohne Fehler niederschreiben? Etwa am Abende, wenn sich Müdigkeit an seine zarten Glieder gehängt hat und ihm der Schlaf die hellen Äuglein zudrückt? Nein, das wird kein vernünftiger Lehrer fordern! Oder an den Ferialtagen? Nein, niemals! Das würde dem Kinde die freie Zeit, die doch zu seiner Erholung bestimmt ist, nur verleiden. — Erübrigt dem Kinde keine Zeit zur Ausführung der Hausaufgabe, so wird es zaghaft zur Schule schleichen und mit bangem Herzen der Dinge harren, die da kommen sollen. Was nun ? Zurückbehalten? Wird wenig fruchten, das Kind trägt an all dem keine Schuld! — Nachsehen? Wird auch schwer halten, sonst wirkt das Beispiel ungünstig auf die übrigen Schüler! — In den ersten zwei Schuljahren und in der Stadt mag eine kleine Hausaufgabe immerhin vorteilhaft sein. — Ich sehe von den Hausaufgaben ganz ab. Doch empfehle ich den Kindern, den Aufsatz, den wir in der Schule bereits geknetet haben, mit den Eltern oder Geschwistern zu Hause nochmals zu quetschen, bevor er in den Backofen gehoben wird. — Das macht dem Kinde Freude und bringt reichen Gewinn. Kleine Mitteilungen. 40.) Aufnahme in die Lehrerbildungsanstalt. Der Bewerber kommt mit Taufschein, Impfschein und dem ärztlichen Zeugnis. Er ist gesund. Und doch sterben so viele junge Lehrer! Wo haben sie sich also die Krankheit geholt? In Küsnacht meinte man, die Bedauernswerten kämen krank in das Seminar, und man verlangte daher nachstehenden Befund: „1. Befund von Lungen und Kehlkopf? 2. Ist Tuberkulose bestimmt auszuschließen? 3. Besteht erbliche Belastung für Tuberkulose? (Eltern, Geschwister, nahe Verwandte.) 4. Befund am Herzen? 5. Bestehen andere körperliche Gebrechen? (Bruch, Rückratverkrümmungen re., Sprachorgane.) (i. Sehschärfe: Astigmatismus? 7. Gehör: Ist Flüsterstimme auf neun Meter Entfernung hörbar? 8. Wie ist der psychische Zustand? (Nervosität, besondere psychische Eigentümlichkeiten.) 9. Ist der Kandidat psychopathisch belastet? 10. Allfällige weitere Angaben über den Gesundheitszustand." — Als elften Punkt ergänzen wir: Befund der Geldbörse, damit erwiesen werde, ob der Kandidat nicht wird Hunger leiden müssen. Hier steckt nämlich der Urgrund aller Leiden. 41.) <5iu zeitgemäßes Lhema für Elternabende regt die Zeitschrift „Schule und Hans" (Vgl. Folge 39 Bücherschau Nr. 9!) an. Es heißt: Was sollen die Eltern von der neuen Schul- und Uuterrichtsordnung wissen? 42.) Die Uhr als Kompaß. Zwar eine alte Geschichte; aber es ist gut, wenn man sie wiederholt, da die „Bayr. Lehrerzeitung" daran erinnert: Mau legt die Taschenuhr horizontal vor sich hi», so daß der kleine Zeiger nach der Sonne zeigt. Die Mitte zwischen dem kleinen Zeiger und der Zahl 12 gibt Süden an. — Herr Amtsbrnder Süssen wird sagen: „Das wollen wir auf unser» Ausflüge» praktizieren." — 43.) Dem Leiäitgläuvigeu ins Stammbuch; Wie heißt das schlimmste Tier mit Namen? So fragt der König einen weisen Mann. Der Weise sprach: Von Wilden heißt's Tyrann Und Schmeichler von den Zahmen. Lessing. Briefkasten. Wieder eine Neuerung: Der Lenz zieht ins Land, grün ivird die Wiese und grün werden nun auch unsere „Blätter". Der Umschlagbügen war schon lange nötig: Ich merkte es an zurückgelangten Stücken, daß sie trotz der Hülle auf der langen Wanderfahrt Schaden litten. Wie auch nicht, weiß ich doch die meisten Abnehmer im entlegenen Walddorfe, so daß die „Blätter für Abteilungsunterricht" gar viele Arten der Postbeförderung passieren müssen! — Es ist mir gelungen, zwei Seiten mit Ankündigungen zu füllen; soll indes ein Gewinn abfalle» und dieser für die öftere Ausgabe der „Blätter" bauen helfen, so müssen alsbald alle Seiten bespickt erscheinen. Ich bitte, mir in dieser Beziehung behilflich zu fein, d. H., mir Inserenten zu vermitteln. Eines muß ich hiebei erwähnen: Anpreisungen, die nicht berechtigt sind, möchte ich auf keinen Fall vertreten wissen, ingleichen auch nicht Artikel, die mit der Landschule in keinerlei Beziehung stehen. DerCharakter unserer Zeitschrift soll in allen Teilen einheitlich sein. — Ankündigungspreise: Zwölfmal die ganze Seite 200 K, die halbe Seite 120 K, die Viertelseite 70 K; Kollegen und Vereinen wird Ermäßigung gewährt; Abnehmer der „Blätter" zahlen die Hälfte. — Art. Kachlehrerin L. in : Sie sitzen mann und wollen es noch wärmer, schöner haben. Denken Sie doch an „Blauveilchen" und merken Sie eines: Überragt man dic große Masse um Kopfeslänge, so wird man geköpft. — 21. Sch. infp. K. in St.: Was, Sie wagen es auch, mit den Lehrern Hand in Hand die Standesinteressen zn verfechten und mit dieser Absicht durch Ihre Person zum Ganzen einen homogene» Teil zu fügen? Sic, Sie, geben Sic acht! Erinnern Sie sich doch, wie cS weiland unserem Herrn Kollegen Sokrates erging? Die Hebung des Lehrerbewußtseins vertragen viele, zuweilen selbst manche Lehrer nicht. Wehe den „Verführern"! — Sek. 2*. in L.: Sie bezeichnen die Gebirgslinien in der Faustzeichnung mit „Würmern". Vortrefflich! Ja, diese Würmer fressen die Poesie des Landschaftsbildes ans. — 5>0r. K. iuK.: 1.) Ihre Zustimmung zum „Ersten Briefe an die Landschulgemeiude" muß ich teilweise abdrucken lassen, vielleicht ist so manchem ein Trost: „Der Lehrer wird nur bann Befriedigung in seinem Berufe finden, wenn er den ernstlichen Willen hat, ein Künstler in seinem Fache zu werden. Ein hoher Gehalt allein macht noch nicht den glücklichen Lehrer. Ich darf das als unschuldig .Zurückgesetzter' wohl sagen." — 2.) Zur Erinnerung an das 25 jährige Wirken des Lehrers! Ich für meinen Teil würde sagen, die Ansichtskarte mit dem Bildnisse des Lehrers, dem kurz skizzierten Lebensgange, in einen einfachen Rahmen gebracht, bildete das schönste Denkzeichen, ein Souvenir für alle Zeiten. Es fände in jeder Stube Platz und würde mit der Erinnerung an den verehrten Lehrer auch all die goldenen Worte blank erhalte», die er durch acht Jahre gespendet. Die Kosten? Sie sind gering: Die Firma Patzelt u. Sohn in Wie» liefert Ihne» das Klischee um 25 bis 30 K, die Druckkostcn samt Papier für 1000 Stück belaufen sich auf etwa 20 K, dazu die Rähmchen: in Summa 60 K. Zu dieser Ausgabe wird sich die Gemeinde, der Sie Ihre Kraft gewidmet haben, wohl aufschwingen! Ich bitte um diesbezügliche Nachricht, ob ich vielleicht an die Herren schreiben soll. — Ars. 2t. in 2*., Lehrer Sr. in 21. 2t. u. Lehrer L. in <$>. W.: Die Ostergrüße gebe ich dem Frühling auf seine Reise nach dem Norden mit. Dank und herzliche Er widmmg! — Sir f. W. Sch. in Nürnberg: Ihre Mitarbeit kann mich nur freuen. Also kommen Sie mit echter Nürnberger Ware! — Sachf. S. <£•. in 25.: Sie kennzeichnen die Abstinente» als starke Charaktere. Run, ich könnte ein Exemplar verführen, das Ihnen nicht zur Ehre gereichte. — Nach Neulladtel--Neulckkab in Nähmen: Die mit den prächtigen Wehrschatzmarken gezierte Karte hat mir erzählt, wo treue Freunde wohnen. Jus Land, in das die Sehnsucht lockt, wird sie mich hoffentlich auch ziehen können. Den Lesern und Leserinnen Gegengruß in denselben Farbe»! — Karlsbader Nezirkslchrerverei«: Der Leitartikel ist die Antwort auf Ihre freundliche und mich ehrende Kundgebung. Daß auch eine so hohe Sache Krittler finden konnte, ist mir und ändern unverständlich. — Lehrer 2t. 5. in St.: Aus Ihrer Zuschrift spricht Ruhe und Vornehmheit, wogegen die übrigen Abstinenten, die mir schrieben, diese Eigenschaften nicht durchwegs als Wirkung ihres Prinzipes äußerte». — Srl. S. 211. in St.: Ihr pädagogischer Herzenserguß hat mich gerührt. Sie sind mit Leib und Seele beim Fach. Besser und natürlicher wäre es freilich, Sic hätten elfteren der Ehe und letztere dem Himmel verschrieben. Ihr Streben nach einer Mädchenschule finde ich begreiflich und ich will es fördern, wenn ich kann. — Sem „treuen NafalTen“ L. in 25.: Also der „Brief an die Landschulgemeinde" hat eingeschlagen. Bald wird ein zweiter kommen; es gibt prächtigen Stofs. — 21. Säi. infp. D. i» <$>.: Für die Vorbereitung auf die Bürgerschullehrerprüsuug braucht man „in der Regel" a) drei Jahre bei Ausübung des Lehramtes (täglich vier Stunden Studium), b) zwei Jahre, wenn man beurlaubt ist (täglich sechs Stunden Studium). Die erste Gruppe kann ohne unmittelbare Hilfeleistung erledigt werden. Mein Unterrichtslehrgang ist auf drei Jahre berechnet; im Kopfe ist er allerdings schon fertig, aber nicht auf dem Papiere. „Eile mit Weile!" Nirgends tut die Mahnung so not wie hier. Der junge Mann will die Prüfung sogleich „im nächsten Termine" ablegen, stürzt sich blind in die Massen und erstickt. — Jede Prüfungskommission hält sich an andere Lehrbücher; die unsere hat ein gedrucktes Verzeichnis verfaßt und gibt es aus Wunsch jedenfalls ab. Sagen Sie den jungen Amtsgenossen, sie mögen ja nicht haften, sondern mit der Anleitung der „Blätter" im Schrittmaß bleiben! — Lehrer Hz. in A.: Der Laibacher Zeichenkurs wird den August ausfüllen. Näheres bitte ich bei der Direktion der k. k. L. B. A. zu erfragen. — Lehrer N- in f.: Die Veröffentlichung hätte Ihnen Schaden gebracht und ich würde daher den Namen des Verfassers auch ohne die Abberufung gestrichen haben. — 2t. Sch. Snsp. 2Koro in Nillach: Schöne» Dank für die Zusendung des „Kärntischen Lehrerkalenders"! Bei Ench drüben ist halt alles so zierlich und sein, selbst das Büchlein, das die Name» soviel Getreuer enthält. — Sol'ge :t:t ist dermalen vergriffen. Als diescrtage die „Freie Schulzeitung" den Leitartikel „Straßeneinränmer — Volksschullehrer" teilweise nachdruckte, gab es Bestellung über Bestellung. Sobald die zweite Auflage fertig ist, melde ich's. — Srai« 2kl. 2T. in K.; Eine wackere Lehrersfrau, die an dem Fachschrifttume des Mannes Anteil nimmt! So sollte es allenthalben sein; dann gäbe es viel mehr Harmonie, viel mehr Eheglück. Die „Blätter" werden von jetztab auch der Gefährtin des Ein- oder Zweiklaßlers gedenken. Ihr Bruder wurde mit der gewünschten Kost bedient. — 5)0f. I. N- in $ro. Oft K.: Die früheren Jahrgänge sind in hundert Stücken vorrätig. — Sokge :t!) wurde verdruckt. Das Wahlgezänke nimmt die Druckerei zusehr in Anspruch und läßt nicht Zeit zur genauen Durchsicht. Ich habe eine zweite, richtiggestellte Auslage veranstaltet und lasse sie auf Wunsch kostenlos znkornmeu. — Schlkt. A. Schilcher in Streitbar!-: Es muß ja auch pädagogische Märtyrer geben. Der Schatz von Erfahrungen wird immer reicher, immer interessanter. Dank für den Zuruf! — Hvl'. L. in A.: Sic schreiben: „Die .Blätter' stehen im Dienste des geistigen Befreiungskrieges für den Beruf." Wie heißt der Feind? Die Interesselosigkeit an der eigenen Arbeit. Ein Landsmann von Ihnen teilt mit, einige Kollegen zweifelten an dem Erfolge. Ja, wenn man nie anfängt, wird man freilich nichts erreichen. Gewappnet mit Begeisterung für das Amt, gestählt durch die Schule des Lebens, ermutigt durch das, was als Errungenschaft gesichert ist: So muß es vorwärts gehen mit dem, was wir vorwärts bringen wollen! Bücher* und Zeitungsschau. 9.) Kurzes Wörterbuch der deutschen Sprache. (Zusammensteller: Fr. Mann; Verleger: Hermann Beyer und Sohn in Langensalza; Preis 3 K 60 h). — Mit der „Wort- und Sacherklärung" hat es manchmal einen Haken: Der Lehrer hat nämlich zuweilen den Inhalt irgend eines seltener vorkommenden Begriffes nicht ordentlich weg und kann daher das Wort nicht entsprechend beleuchten. Die Schüler lesen stumpfsinnig darüber hinweg und so artet der Unterricht in Oberflächlichkeit aus. Ich habe vor Jahren einmal ein deutsches Wörterbuch, das die Erklärung deutscher Wörter enthielt» bei einem Antiquar gekauft, und muß sagen, täglich habe ich cs gebraucht, viel öfter als alle übrigen Nachschlagebücher, weil ich einsehen lernte, daß ich selbst über die gangbarsten Wortformen hinsichtlich des „rechten, genau abgegrenztcn" Inhaltes nicht immer im Klaren mar. Nun, da mir die Verlagsbuchhandlung Hermann Beyer und Sohn ein neues Wörterbuch vorgelcgt hat und ich darauf gekommen bin, daß es besser ist als mein altes, so will ich es dem Buchbinder übergeben, aber vorher noch rasch den Amtsgenossen von der Einklassigen bis zur Achtklassigen, von der Prima bis zur Oktava namhaft machen, auf daß man es kommen lasse, auf daß man die Sprache durchdringen und in strengen Grenzen auffassen lerne. Nichts liegt bei uns so im argen wie die Unbestimmtheit des Begriffsinhaltes. — 10.) Wiedcrliol'ungsvmti für Mcalirn. Für die Hand der Schüler ans der Oberstufe der Volksschule, zu häuslichem Gebrauche und als Ergänzung der Lesebücher. (Verfasser: Oberlehrer Gustav Schöffmann in Gloggnitz. — Verleger: Der 'Neunkirchner Lehrerverein in Neunkirchen, N.-ÜX — Preis: 40 h für ein Heft.) — Mir liegt der zweite Teil (Geographie und Geschichte) vor. Ich habe ihn gründlich durchgesehen und kann mit gutem Gewissen sagen, daß er hält, was er in der Erklärung des Titels verspricht. Die Ministerialverordnung vom 25. März 1873, Z. 1418, verbietet zwar die allgemeine Einführung von besondern Hilfsbüchern, aber sie verbietet nicht die zwanglose Benützung. Wenn der Ortsschulrat sonndsoviele Stücke ankanft, weil er überzeugt wurde, daß die Realien ficr das Leben von großer Bedeutung sind und daß daher das diesbezügliche Wissen der Schüler eine Abrundung, Ergänzung und Festigung erhalten müsse, so kann cs dem Lehrer nicht untersagt werden, statt des zeitraubenden Diktiercns dem Schüler das Wiederholnngs-buch leihweise zu überlassen. Und will der junge Staatsbürger sich den licbgcwordenen Ratgeber mit ins Leben nehmen, wer wird es da dem Lehrer verargen können, daß er de» Ankauf vermittelt und sich zu diesem Zwecke an den Neunkirchner Lehrerverein gewendet hat? 11.) Geographischer DolllsschulaMas mit vergleichenden Größenbildern. (Verfasser: Joh. Georg Rothang. — Verleger: Freytag u. Berndt in Wien, Vll/t Schottenfeldgasse 62. — Preis: 1 K 20 h.) — Für viele Schulen wird die Beschaffung dieses Altlasses ebenso ein frommer Wunsch bleiben müssen, wie das vorhin empfohlene Wiederholungsbuch, fehlt es doch in der Landschule allenthalben an Mitteln für Schul-zwecke. Indes, der Lehrer soll den Mut nicht sinken lassen! Er bestelle den Altlas (vielleicht schickt ihn die Verlagsfirma zur Ansicht), zeige ihn bei einer „Elternbesprechnng" vor (Vgl. den Leitbericht in Folge 35!), zeige die hübschen, plastischen Karten, die zierliche Wappenzusannnenstellung, die Veranschaulichung nach Art Hickmanns bezüglich der Einwohnerzahl der Staaten, Länder und Städte, des Verhältnisses der Religionen, der Nationalitäten in Österreich usw. und er kann sicher feilt, manch ein Bäuerlein tu üb in den Säckel greifen und zum eigenen Gebrauche sowie zur Ausbildung seines Jungen das hübsche Buch kaufen. Und der Ortsschulrat: Wird er „nein" sagen können, wenn die ganze Gemeinde „ja" sagt? 12.) Wicfliigers Ziechentavclke. (Verfasser: Karl Wiesinger in Bruck a. d. L. — Selbstverlag. — Preis: Format 175:90 für den Schulgebranch 7 K, Format 37:18 5 für die Hand des Schülers 16 h, bei Abnahme von zehn Stücken ein Freistück.) — Das Lehrmittel, dem eine kurze Erklärung beigegeben ist, bedeutet einen Versuch, das Prinzip der Reihe zur Geltung zu bringen. Herr W. segelt im Fahrwasser Knillings, hat aber dessen grundlegendes Werk nicht vollauf beachtet; sonst müßten die einzelnen Zehner gleichartig erscheinen, wie es mich der Natur der Sache entspricht. Ich will das redliche und glückliche Streben nicht lähmen und lasse es vorläufig bei diesen Andeutungen bewenden. Das eine steht fest: Wer sich Wiesingers Rechentabelle für die Landschule anschafft, hat ein billiges und einfaches Lehrmittel zur Hand, das ihn auf kurzem und natürlichem Wege sicher zum Ziele führt. 13.) Wiener Zither-Zeitung. (Schriftlcitung und Verwaltung: Wien, VI. Webgasse 9. — Preis für alle zwölf Nummern 6 K.) — Das Blatt steht im 20. Jahrgange. Dieser Umstand spricht für seine Gediegenheit. Dient es zunächst den Vereinsinteressen, so bringt es mit seiner Beilage (Jahresbezug 4 K) „Neues Wiener Zither-Album" eine reiche Auslese ansprechender Stücke, die nicht gerade allzugroße Technik fordern. Heft 2 Jahrgang XX enthält folgendes: 1.) Aus'n Murtal, Ländler von Enslein, dessen Zitherschule bekannt ist. 2.) Gavotte von Gluck. 3.) In der Sommerfrische, Polka von Hofbäck. 4.) Im Roseuhain, Serenade von Pastirzk. 5.) Abendgruß, Lied ohne Worte von Zechmeister (sehr ansprechend). 6.) Traum des Invaliden, Liederreihe von Kasteneder (eine gelungene Nachahmung des Tongemäldes „Aus dem Militärleben" von Omnletz jun.) 7.) Jagapech, Lied mit Wortlaut von Hummel. — Da ich weiß, daß in manchem Waldschnlhause die Zither lange Abende kürzt, so empfehle ich Zeitschrift und Album als frische, würzige Kost. — Kren; nitb quer von Schule ;it Schule. 10. Im Land der 3ugendträume. (Fortsetzung.) M. war iit Sicht. Ein geographisches Schulbeispiel! Von West nach Ost zog das Haupttal; vom Norden her sperrte ein Engtal den Rachen auf. Schluß: Wo zwei Taler zusammen« laufen, bildet sich ein größerer Ort. — Doch wann, wie mochte er entstanden sein? Der Sinn flog in die graue Vorzeit zurück, zurück in jenes Weben der Natur, da die stillen Kräfte ungehindert walten konnten. Betrachten wir nur einmal den Bach, der dort im Sonnenschein blinkt I Er hatte im Laufe der Zeiten an der Mündung die Gelände ausgefressen und schnell war der Wind als Sämann gekommen, das trvckengelegte Verivitterungsprodnkt mit Körnlein zu bestreuen. Nach Jahrhunderten ward des Wassers weniger, die Gletscher hatten sich ans die Höhen zurückgezogen und immer breiter rückte der grüne Saum von Algen und Moosen gegen die tosenden Brüder vom Berge. Die Fichten stiegen vom Hange herab und nahmen Besitz vom jungen, saftigen Boden. Bald schlich der Wolf durch das Gewirr der Stämme, der Elch gröhlte im Dunkel und Aare rauschten über die Wipfel dahin. Da flog ein Pfeil durchs Geäst. Der König ließ die Flügel hängen, er stürzte mit dumpfem Schall in das Dickicht — als Beute des Menschen. Ein anderer Herrscher war also in die Idylle eingezogen. Dort, wo von dem einzelstehenden Kegel der Fels über eine Höhlung ragt, hatte er seine Heimstätte aufgeschlagen; von dort zog er zum Weidwerk aus und dort suchte er Schutz für sich und die Seinen, wenn die gefährlichen Nachbarn seiner Spur folgten. Die Höhle ward zu klein, eine Hütte mußte die Familie bergen; viel andere Hütten reihten sich daran, der Wald im Talboden fiel und über sein Wurzelwerk zog das spitzige Eisen des Landmannes. Wie sich die Leutchen doch mühten, die wuchernden Stämmchen zu verderben; wie sie die Felsstücke hinab zum Flusse schleuderten, um fruchtbares Ackerland zu gewinnen; wie sie das Feld hüteten und die Saatl Da alles hübsch feilt zugerichtet war, kam ein mächtiger Herr ins einsame Tal, setzte ans den trotzigen Kegel ein Schloß und herrschte über das Land. Ans den Hütten wurden Häuser, aus der Ansiedlnng wurde die Stadt, umgürtet vom Kranz der Wälder und genährt vom saftigen Boden, den dereinst der grollende Bach aus dem Seitentale geschaffen. Biel tausend Menschen waren schon hier vorübergewandert, haben hier ein gastlich Heim gefunden — unter ihnen auch ein junger, blasser Unterlehrer, den das Geschick in die Berge verschlagen. Damals knarrte noch die trauliche Postkutsche durchs Tal mit gemächlichem Trott der Gäule, haltend vor jeder Schenke und einfahrend unter dem Trara und Jodeln des Pvstknechts. Heute hat uns ein dampfender Gaul bergan gezogen mit stillvergnüglichem Klappern und freundlichem Gepfeife und Pfauchen. „Ali, der Herr Inspektor und Oberlehrer von einstmals! Dem haben es die Jahre nicht angetan. Noch immer geschäftig, noch immer flink. Sehen Sie, das macht die Arbeit! Sie erhält uns frisch und erhält uns jung." „„Grüß Gott, meine Herren in der grünen Mark!"" „Schönen Gruß zurück aus dem Gottscheerlande!" Inspektor S., ein geborener Mährer, wurde als junger Mann in die deutsche Sprachinsel Gottschee verschlagen und hatte sich dort etwas geholt, was inan eine „bessere Hälfte" nennt. Kein Wunder also, daß das Wort „Gottscheerland" in ihm einen Schatz erquickender Gefühle auslöste. Uns, den beiden Wanderern, ward aber der Fröhlichkeit niemals zu wenig; ergo begann alsbald die richtige Tonart zu wirken. Ei, ei, ein Park? Wie nett! Wo ehemals Schutt und Gerölle als greller Fleck im grünen Rasen das Gesamtbild störten, da gab es jetzt üppiges Gebüsch, keckanfstrebendes Zierholz, da schlängelten sich blendende Wege durch und luden, in trauliche Ecken gerückt, Bänke zur Rast ein. Wir traten näher, ein fröhliches Kichern hatte uns angelvckt. Sommerfrischler mit Kindern, Gouvernanten und Tanten — und — und — — Die „neue" Brücke führte uns zur Stadt hinüber, die enge Gasse zum Hanptplatz. Dort grüßte neben dem alten Schulhnnse eine lange Fensterfrvnt: die neue Schule. Ich war von dannen gezogen, als man die ersten Ziegel zu ihrem Baue trug. Wohl imponierte nun das neue Gebäude, aber das Herz hing doch am alten Gemäuer, das, abgekehrt vom Straßen- getriebe, mit seinen großen Fenstern in den Garten sah. Ob das nicht besser war? Der Verkehr von Wagen, das Rufen und Lärmen, der Staub des Platzes, der blendende Sonnenschein, der vom Winde gepeitschte Qualm aus zwanzig Kaminen, kein Garten, ein schattiger, engbegrenzter Spielplatz: Alles, alles war jetzt nicht so, wie es hätte sein sollen. Der Ban schien mehr aus Rücksicht auf die ^Verschönerung des Ortes als mit Bedacht ans das Gedeihen des Unterrichtes und die körperliche Entwicklung der Kinder gewählt worden zu sein. Was sollte jedoch in der Regel entscheiden? Kein Zweifel, der Blick ans die Arbeit, die in dem Hanse verrichtet wird, und der ans das Wachstum des jungen Geschlechtes! Wie anders läßt sich doch das Heer der kleinen Weltbürger in den Lernstoff führen, wenn nicht der Necker und Krittler zur Seite schleicht! Man stürmt auf das Ziel los, den Sinn nach vorwärts gewandt, stürmt weiter immer weiter i» die Massen und ist ganz Kämpfer, ganz Eroberer. Wird dann das Manöver abgeläutet, so tummelt sich die tapfere Schar auf dem grünen Teppich hinter dem Hanse, indes ein frischer Odem in die Stttben strömt und die Führer sich im Gärtchen vor dem Hanse zu fröhlichem Geplauder ein Stelldichein geben. Da mustert kein Zensvrenblick das lustige Völklein, da zählt niemand die Minuten der Pause, da fährt niemand aus dem Sessel, so einmal ein Heldentenor drüben im Hofe sich vernehmen läßt. Ei» Schnlhaus ohne angrenzenden Schulgarten, ohne den geräumigen Spielplatz, ohne das Vorgärtlein, ein Schul-hans mitten im Staub der Straße, in die Häuserzeile gedrückt, zur Schau gestellt, wo just die meisten Menschen vorübergehen, gleicht einem Schmuckkästchen, das man wohlgefällig betrachtet, aber zu ernsten Zwecken nicht brauchen kann. „„Du hast recht, lieber Freund, es wäre wohl manches anders geworden, wäre cs möglich gewesen. Unser Tal ist eng und eng daher die Wahl von Bauplätzen. Setzest du das Schnlhaus an das Ende der Stadt, so murrt der Bürger, daß er sein Kind unnötigerweise so weit in die Schule schicken müsse. Der Winter verlegt den Weg, der Weg zur Kirche, zur Suppenanstalt wird weiter."" „Nun, und die Kinder von der Alm? Für die zählt man nicht die Schritte! Gottlob, denn sonst kämen sie nicht mit den frischen Wangen und dem lebendigen Geiste daher. Die neue Ära geht in der Rücksicht ans die Bequemlichkeit unserer Jugend oft gar zu weit. Das Stück Schulweg bedeutet einen wohltätigen Zwang zur Bewegung in frischer Luft und würde den Stubenhockern der Stadt gar gut bekommen. „„Gewiß, es mag stimmen. Indes, der Beweggrund, der Stadt im Mittelpunkte eine Zierde zu geben, hat doch etwas für sich: Bildet das Schnlhaus de» Stolz der Gemeinde, sv wird es bald auch die Schule als solche sein. Wer das Gebäude ehrt, überträgt die Wertschätzung auch auf die Arbeit, die in demselben verrichtet wird, oder bewahrt für dieselbe wenigstens ein lebhaftes Interesse, denn. . ."" .Nichts „denn" und nichts „wenn", meine Herren, sondern tapfer zugegriffen!‘ — Holla, das war ein kategorisches Imperativ erster Ordnung! Die Frau des Herrn Inspektors hatte im Nebenzimmer eine Ausstellung von allerlei Leckerbissen und ändern Dingen, die das Auge des „armen Reisenden" entzücken können, veranstaltet. — Was die Betrachtung über den Schulhaus-bau verscheucht, die ungezwungene Heiterkeit: hatte die witzige Rede der sorglichen Hausfrau wieder gebracht. Dazu war durch Zufall Assistenz gekommen: Es waren die beiden Töchter, meine ehemaligen Schülerinnen, daheim. Drei Herren, drei Damen, dazu ein Klavier und der Humor bester Sorte: Was Wunder, daß es bald erklang in lustigen Weisen wie vor Jahren, da die hagern Finger des Unterlehrers von Taste zu Taste »ach Tönen haschten! Die eine der Assistentinnen zirpte hohen Sopran, die andere zog in den Furchen des Alts, die Hausmutter schritt kräftig im Gleise der Weise, der Inspektor verlor sich in undefinierbare Tiefen, indes Freund P. mit seiner Stimme zwischendurch schleuderte »nd ich gerade nur da und dort eine Lücke füllte, soweit noch das Fahnden auf den Tasten Aufmerksamkeit übrigließ. Keine Noten, kein Tenor und doch ein trefflicher gemischter Chor! Ach, wenn man so recht vom Herzen fröhlich ist und Freunde um sich weiß, die mitfühlen, sich mitfreuen, so braucht es wenig Mittel zu beseligender Kunst! — „Wo mag der witzige, rundliche Amtsbruder weilen?" „„Der ist sicherlich bei unserer ehemaligen Schülerin zu Gaste."" Also zogen wir zur Wirtsstube. Dort waltete einst ein biederer Ungar. Wenn man ihn so zum erstenmale sah mit seinen funkelnden Augen, dem struppigen Barte, erweckte man Reue und Leid. Doch es war nicht vonnöten: Freund L. war ein guter, rechtdenkender Mann. Als Unterlehrer mit der monatlichen Rente von 33 fl. 33 kr. kam es mir sehr gelegen, als er mich eines Tages einlud, der Liebliugstvchter Zitherunterricht zu erteilen. War die Stunde vorüber, so spielte ich der Schülerin jedesmal eines vor, um den Eifer rege zu erhalten. Da kam dann der Herr Terembtete und setzte sich mit wohlgefälligem Schmunzeln zum Tische. Das ging so durch drei Monate. — Eines Tages nun wollten wir ihn überraschen: Er hörte im Nebenzimmer den Ländler, der ihm sosehr gefiel, trat ein, kam nach vorne und erblickte sein herzliebes Töchterlein am Instrument. „Ja, was sich’ ich, mein liebes Nanile kann schon das schone Lied spielen?" — und Tränen quollen ans den funkelnden Augen herab die tiefen Runsen, in den struppigen Bart. Mir griff die Szene tief ins Herz und ich hätte in dem Augenblicke, da sich Vater und Tochter in den Armen lagen, am liebsten auch der Rührung freien Lauf gelassen. — Indes ich mit den Fingern auf den Fensterscheiben trippelte, den inner» Kampf zu unterdrücken, war der Alte verschwunden. Mir war es so eigens zumute; ich trat an das besaitete Brettchen und phantasierte, was so von selbst unter die Finger kroch, phantasierte nach Herzenslust, klomm immer höher das Griffbrett hinan, ließ immer mächtiger die Akkorde rauschen und hatte es gar nicht gehört, daß Herr L. wieder eingetreten war. Als ich aufblickte, stand er da in voller Rüstung: Rechts drei Flaschen, links drei Flaschen des Gerstensaftes und mitten drin ein vergnügliches Gesicht. Jetzt schickte er sich zu einer Rede an: „Wissen Sie, Herr Lehrer, Sic sind ein gonz gemainer, verfl . . . Kerl, ein M . . . und weiß ich nicht, wvs olles noch; ich konn Ihnen nicht mehr „Sie" sogen, ich muß sogen Du verfl . . . Kerl, Du M . . ., Du . . . Trinken wir Bruderschoft!" Sv war mir ein Schmollis noch nie angetrage» worden und, hätte ich den eigenartigen Mann nicht gekannt, bei dem sich die Zuneigung in Ausdrücken äußerte, die sonst unsere Rechte in Zuckungen versetzt, so wäre wohl auch nichts aus dem Schmollis geworden. Sv aber verstand ich sogleich die Sprache und fühlte auch schon die struppigen Borsten in meinem bartlosen Gesichte. — Ob wir alle Flaschen geleert, ich weiß es nicht. Als ich des Morgens in meinem Kämmerlein erwachte, ging mir's noch durch den Kopf von Ländlern, Akkorden, Terembtete, Baratvm und all den zärtlichen Namen, die mir die Liebe des neuen Freundes gespendet. (Fortsetzung folgt.) Herausgeber und verantwortlicher Schriftleiter: Rudolf G. Peerz. — Druck von Josef Pavliöek in Gottschee. . - : , . ; _ ’ . ' ' ' ' ' ' - ;.77:. .7 /'; 777:,>7> 5y ;v■' •. .. ■■■ 7 T-'.r--' v"' 7,7'" V ': 7 7'ä 7'77.,,..>vl< u,:y:'7,77fe,y7777:' . M. 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In Merkators Projektion 160 : 210 . . „27 Jede Karte, bei der nicht anders angegeben, ist politisch sowie physich zu haben; wir bitten daher bei Bestellung um genaue Bezeichnung der gewünschten Ausgabe und Ausstattung. Rothaugs Schulatlanten und Schulwandkarten ergänzen sich ln vollkommenster Weise. Die Karten der Atlasse sind getreue Abbildungen der Wandkarten und umgekehrt. ZurBcschaffung von wo immerangezeigten Lehrmitteln hält sich bestens empfohlen die Geographische Lehrmittel-Anstalt von G. Freytag & Berndt, Wien VII1, Schottenfeldg. 62. Wiederholungsbuch für Realien für die Hand der Schüler. Herausgegeben von Gust. Schöffmann, Oberlehrer in Wörth bei Gloggnitz. In zweiter, veränderter Auflage ist erschienen: II. Teil: Geographie und Geschichte, Preis 40 Heller. Für Porto sind 10 Heller einzusenden. Im Verlage des Neunkirchner Lehrervereines. Zu beziehen durch Robert Zangerl, Neunkirchen, Niederösterreich. Über den II. Teil schreibt die „österr. Schul-zeitung“ in Nr. 26, 1906: „Das Buch bringt in seiner Neuauflage eine wesentliche Verbesserung und Vermehrung des Inhaltes . .. wodurch das Buch an Brauchbarkeit entschieden gewonnen hat... Das Büchlein kann bestens empfohlen werden.“ Karl Hilber. Uorbmitungsbucb an ein- (zwei- und drei-) Muffigen tlülksfchuleu. Boin Schulleiter Ss. 'g'idjfcr, Post Rottenmann (Steiermark). Selbstverlag. — Preis K 5-30. Inhalt: 1.) Präparationen für den Anschauungsunterricht in der Elementarklasse. 2.) Präparationen für den Realiennnterricht. Mittel- und Oberstufe lzwei Turnusse). 0.) Schülermerkstoffe. 4.) Tagesdispo-sitionen für die ersten Wochen der Elementarklasse. 5.) Lektionsplan (Wochenbnch für alle Facher). Anhang: Schulordnung, Repertorium der jährlichen Schulamtseingabe». — Prof. R. E. Peerz: „Welche Fülle wertvoller Beiträge für den Abteilungsnnter-richt ist da aufgestapelt! Schon die Anlage allein muß auf den Leser vorteilhaft wirken; um so mehr der Inhalt als solcher. Wer dieses Buch ans den Tisch legt, kann sich täglich eine halbe Stunde ersparen." — Prof. E. Burger: „Das Buch hat mich vom Anfang bis zum Ende entzückt." — Schulleiter A. Blümel: „Vorzügtich und preiswürdig." fliiimgiigiftlje Zeitschrift 40. Jahrgang. Eigentümer, Herausgeber und Verleger: Herbnub der deutschen Lehrer u. Lehrerinnen in Steiermark. Schriftleitung : Graz, Kinkgasse 2. Verwaltung: Graz, MorellenfeldgasselO. Inhalt: Standes- und Fachfragen. Schulnachrichten. Auö dem steterm. Landesschulrate. Blicher^ und Lehrmittelschau. DeretnSwesen (Deutsch-österreichischer Lehrerbund, Verband der deutschen Lehrer und Lehrerinnen, Bezirkslehrervereine, Verband der Arbettolehrerinnen in Steiermark, Lehrerhaus-Veretn, Verein „Selbsthilfe" und „Lehrerschutz"). Verschiedenes, Redehalle. Anzeigen sämtlicher in Stetermark erledigten Lehrerstellen usw. Aufgenommene Aufsätze werden entlohnt. Bezugspreis für die jeden zweiten Sonntag (26 mal im Jahr) erscheinende „Pädagogische Zeitschrift" ganzjähr. 3 K, halbjährig I K 60 h, vierteljährig 90 h, durch den Buchhandel ganzjährig 4 K. Einzelne Nummer 30 h. Probenummer unentgeltlich und postfrei. o o o Erscheint im Mai, Juli, September, November.