Laibacher Zeitung. Nr. 164 h°lb>.50li. Ulilt d« Post nanzj. fi. 15, holbj. fl.^.5" Montag, 20. Juli Insert! »nSgtbühr bis in Zeilen: imal 6« lt., «m.UOlv., 3m. 1 st.; k'list pr. Zeile im. «lr., i!m. 8lr,, »m. 10 lr. u.s. w. Inse?t!0««stcniPcl iedesm. 30ti. 18«8. Amtlicher Theil. Vtimdimiig dc« Ministes« dc« Inntl» »om IN. Mi 1868, ' ^m, W, «!, !)„, 44) über d,e Cmrich!,,,« d« v,,!l!l«,cn V««»I.„„M'chord.., i„G»Iizlcn, Ealzdur ' m,d Kr»in betreffend. liückst^Vn.^^^^"^' ^"icstät haben mit Aller-yochster Entschließung vom 8. Juli d > nllsvmn^im't un^ome^^^'k " '" ^^nireÄeW ^ o u d 3'^" H^ogthümern Anschwitz ?.nd bc o. wP'.?^ s.^'"'"^Uiunic Krakau. dann in den °rd u naln o,?" ^"g "nd Krain, zufolge der Ver-R G^Vl >7 i"? ''"'"s^''"'"' "°m 23! Jänner 1W7 Bl Nr i'N ^' "°"' ^- Jänner 1807 (R. G, Nr ?^' A ""?. "°" '5- Februar 1807 (R. O. Bl. stan^ si.?. ^ '^^^ Verwaltungsbehörden erster In-jtanz bc,lclltcn Aezirlsämter nach Maßgabe des tz II des Gc,etzcs vom 19. Mai d. I. (R. G. Bl. Nr 44) /'^uun« Bezirkshanptmanuschafteu'' "''^,).. d>c Sp>tze dieser Behörden gestellten Bezirke ^Nnstch^i!!2m/!^e5^7^^^ '"'Die"mi7den"^!'^^uundz^r^ der w^ r ^ n'.. ''°?'"'" Verordnungen nnd mit i'r^ .' -! / ' ^' ^' ^^ ^) kundgemachte Ve-Mkseln he.lung der genannten Länder wird anf Grund des § 10 des Gesetzes vom 19. Mai d. I. auch weit hm anfrccht erhalten, ^ nun) wetten Oe.'e.^'^^'^!'"^^" Dicnstposlcn iu Gemäßhcit deö vn1r»dcl. ""cyttgch'hbwtlrS allsgegebcn mid ^ D^sclbe emhält unter 1»0^ ilbcr' di^'!',!?.? s,^^ FulanzmiinslrrilimS uom tt, Juli zollanitcs :writ^ ? -. 9 ""e« tmuglich sächsischen N^'en Nr. 100 dcu Erlasi d,'g N' " "icdc^rn»d in V^hmni; 'iber die Voll'i 1,,,. ""'"""sl"'u'"s vom 15. Juli 1«<:« '"'in-. f". d,c geborgte Pran.tt- (Wr. Ztg. Nr. 168 vom 17. Juli.) Nichtamtlicher Theil. Laibach, i<). Juli. Die Minister-Berathungen nbcr den Wcyrge-setz-Entwnrf sind zwar noch nicht dccndct, doch scheint nach der Andeutung cines officiüscn Organs in der Hauptsache ciuc Verstäudiguug erzielt zu sein und die Verhandlung jetzt nur noch einigen formellen Punkten zu gelten. Nach den Angaben ungarischer Blätter würde das ungarische Ministerium nunmehr das Gesetz im Landtage ohne erhebliche Schwierigkeit zur Annahme bringen. Ueber die Mittheilungen dcr Gazctte dc France, die uon den mcisW Pariser Corrcsfton-dcutcu deutscher Blätter in den derbsten Ausdrücken als albcruc Erfindungen bezeichnet werden, schreibt ictzt die ..Französische Korrespondenz", welche früher starte Zweifel geankert: Zn nnfcrer nicht geringen Uebcrraschnng vernehmen nur, daß man in den hiesigen Rcgierungö-trc.scn die Enthüllungen der ..Gazette dc Frame" über eine Bethclllgung Preußens au der letzten spanischen Verschwörung als im Ganzen und Großen wohl begründet bezeichnet; ja es gewinut gan; den Anschein, als ob jene Mittheilung dem lcgitimistischcn Blatte uon einer gon-verucmcntnlcn Seite in die ^iinde gespielt worden wäre. ^>r konnten einen hervorragenden französischen StaatS-mmm nennen welcher in einem Privatkreise dic Aenßc-Mm,f.^ s" .^'' ^" ^"'liner Regieruug habe um das ^ l ,? 9>" 'che Complot gewußt und demselben that-jucylich Borschub geleistet. fmn...?^'^"'^'^^ Legierung scheint das ZuMldc-'w /"^ "''" bi sch - ita l i en ischen Mlianz !NN ,>u furchten, wenigstens zeigt sie sich in dieser Bc-zicynng.n cu'cr auffallenden Art empfindlich, ja gcradc-zu eifersüchtig. So hat sie jüngst, als sie von der Absicht des Kronprinzen Humbert, in Berlin einen Gegenbesuch auzuitatteu, Kenntniß erhalten hatte, das Florentiner ^ablnet tu vertraulichen, Wcac ersucht, zu veranlassen, das; die Berliner Neisc dcö italienischen Kronprinzen womöglich uutcrl'lcibc. Die französische Regierung besorgt nämlich, daß die Anwesenheit des italienischen Konigsohucs in Berlin zn Demonstrationen Anlaß geben tonnte, welche gegenwärtig Frankreich, respective der französichen Regierung Verlegenheiten bereiten uud für die preußisch-italicuischc Allianz Propaganda machen könnten. Ob der italienische Kronprinz dem Wunsche ^ouis Napoleons Rechnung tragen wird, Brigautcn, welche in jener Gegend ihr Unwesen treiben. In der Gegend uon Zubiaco hat das Räubcrwcscn so um sich gegriffen, daß die Feld- und Dorfwcgc uöllig unpassirbar gewor dcu sind. Nie der officiclle Vukarcster .Mouitorul" schreibt, hat der Czaar die rumänische Regierung auf amtlichem Wege in Kenntniß setzen lassen, daß daS russische Gencral-Consnlat iu Rumänien von nun an den Titel einer „diplomatischen Agentschaft und eines '"Gcncral-ConsnlatS Nußtands" führen werde. Der „Gcucral-Corrcspoudenz" wird aus Coustan-tin 0 pcl geschrieben, daß die Regierung des Sultans die Absicht hege, eine Miliz zu bilden, welche den Zweck haben soll, die Baschi-Bozuks zu ersetzen. Vor allem solle damit iu Bulgarien begonnen werden, und man erzählt, daß bereits Hand ans Wert gelegt wurde, insoweit der Waffcuuorrath des Landes hiezu Möglichkeit bot, weil die Regierung nicht die Absicht hegt, die Mi> liz auf Staatskosten zu bewaffnen. Jeder volljährige, physisch taugliche Bulgare wird die Verpflichtung haben, die Waffen zu ergreifen, fobald er von der Ncgicruug hiczu auf« gefordert wird. Nach Rustschnk sei ein kaiserlicher Fer-man gelangt, traft dessen jede bulgarische Familie mit- Laibacher Mysterien. L 0 cal - N 0 0 ellc. Zweites Capitel. Nor Eindringling. (Fortsetzung.) Das Haus der Frau von Vr,.5f.".* theilhaft bekannt, und was >'^ melte sich die Elite der Laibacher (iW ^ Ae„ der 5, ste ^ Wissenschaften gaben sich dor , n daß er s'^"'^ """""d konnte mit Grund behaupten war "5 mli/" '!^ gezeichnet "sirt habe. Die Dame l)"te ihr d ? '"^ ?^a ' aber guter Laibacher Brauch Usurpation is. ^"^!'"' Örtchen „von" verschafft. Diese jedenfalls l)ar >,!", "^"'" Gesellschaft nicht f» selten und Adels, ,velckem "' ^ das Priitcudireu eines wirklichen nachjagen. """^ 'hr Lcbenlang wie einem Irrwisch Madame Brn^,- ., hörte noch immer ,?., ^ ^" ^^ ^" Schönheit und fältiq conserving ^-,?^'nente, die man ihrem sorg. blendend weißen giih ' ^rem üppigen braunen Haar, deu ,________" ^"""'' dle noch kein Zahnarzt berührt, Nomau handelnde,/ P^sm,!?^ !^. ^'^ Na""u aller in diesem und daher dnrchauö teinc D ,.." ^"'"' ^"^bll worden sind -""uiuugen zulassen. deni runden Arm und der vollen, jedoch nicht auffallend uulsangreichcu Büste machte. Sie war ferner sehr qeisl rech, iu ihrer Jugend hatte sie fast alle damals modernen Romane gelesen, fast in allen Schriftstellern wcir sie be-wandert uud wcnu ihr ja einmal dc>5 Malheur passirte diesen oder jenen Dichter zn verwechseln, sv war dies ja ein menschlicher Irrthum und mcmand war so uncivilisirt diese Verwechselnua. zu bclllerken. Noch mehr, Madame Orncker war selbst Mhn gcnug, hie und da den Peqasnö zu besteigen, doch machte sie diesen Mazcpparilt nie öffentlich, nur ihren intimsten Hcmöfrcuuoeu war es vorbehciltcu, sie von diefer Seite zu daouudern, und diese waren dl> cret genug, von diesen heimlichen Genüssen nichts zn verrathen. Atadame Brucker hatte zwei Töchter, ihrer Versicherung nach ganz ihre verjüngten Ebenbilder. Obwohl erst achtzehn und sechzehn Jahre zählend, waren die beidm 6räiileiu bereits vollendete Salondauien, d. h. sie sangen meisterhaft Opernaricn, tanzten gleich Elfen und wußten über jeden Gegenstand ganz allerliebst zu plaudern; nament-nch wenn sie — die ältere, Flora, am Elavier, die Mgcre, Laura, auf der Violine— ihr Talent versuchten. Der stürmische Enthusiasmus, dcu diese Leistnugen «regten, erzeugic in dem Kopfe der ehrgeizigen Mutter dann weitgreifende Pläne für die Laufbahn ihrer blühen, den Sprößlinge. Wenn wir hier noch den Vater beider holden Engel vorführen, so geschieht es, um anzudeuten, daß Fran von Brucker noch nicht Witwe war, obschon sie es, bösen Zungen znfolge, nicht ungerne hätte fein nwge/; im Hanse selbst spielte daher Herr Brncker eine höchst unbedeutende Rolle, gedieh aber trotzdem oder vielleicht gerade deshalb, was körperliches Wohlbefinden nnd Aussehen anbelangt, zur Zufriedenheit aller seiner Gasthausbekannten zusehends. Heute gab Madame Vruckcr eine Soiröe oder biel^ mehr einen HauSball, zn welchem nur ein kleiner, beson derS gewählter Kreis ihrer Vet'aunten geladen war. Das Programm bestand auS Tanz und GesangSpiecen lind außerordentlichen Productionen am Elavicr und auf der Violine, um einerseits jedem etwas zn bieten und durch rasche Abwechselung zn fesseln, andererseits die Tänzer und Tänzerinen nicht zu sehr zu ermüden. Die Festräume prangten bereits im hellsten Lichterglanz, die Wände zeig->ten sehr sinnreiche Decorationen und aromatische Düfte bestachelt die Geruchsnerocn. Auch für das Buffet war reichlich geforgt worden, denn Madame Vruckcr hatte ihre Äugen überall nnd wußte in fchr zarter Weise den Geschmack cines jeden ihrer Gäste zu errathell. Bei ihren Soiröen sollten dieselben nicht nur durch OhrenschmanS, sondern auch durch ein exquisites Souper gelabt werden, mit eineilt Worte, nicht nur allein geistig, sondern auch materiell genießen. Kein Wunder also, daß. selten ein geladener Gast absagen ließ. Mit dem Schlage 7 Nhr fuhr die erste Equipage vor. Der Kntfchcr, dieömäl zugleich in der Nolle eines Bedienten, riß deu Wagenschlag auf nnd heraus — strömte zuerst ein bedeutendes ChaoS von Wohlgerüchen, dann entstieg dem blanken Gefährte eine stinke männliche Gestalt, welche erst einer ältlichen, dann einer jiingern Dame die Hand bot, um ihnen beim AuSsteigen behilflich zn sein. Madame Brucker empfing die Ankömmlinge, von 5^. nen nns zwei, Leopold und Adele, bereits bekannt sind, mit der ihr eigenen gewinnenden Freundlichkeit und fliyuc 1214 telst speciellen Auftrags zu verpflichten ist, im vorhinein für alle Jene Waffen vorzubcrcitcu, die keine besitzen. Bestätigt sich diese Nachricht, so ist die Cousoli-diruug des früher unter Mithad Pascha's Leitung stehenden Donau-Vilayets viel weiter vorgeschritten, als die wärmsten Freunde der Pforte glaubten, wenn die türkische Ncgicrunug sich so sicher fühlt, daß sie zur Stärkung ihrer eigenen militärischen Widerstandskraft aus Najah eine Landwehr bildet nnd gerade jenen beuten Waffen in die Hund giebt, welche jeden Augenblick zu ciucr Masseu-Erhebnng gegen den Halbmond bereit sein sollten. Iic Landtage. Die Randlage sind für den 22. August einberufen. Das parlamcutarifchc Lebe» macht in Oesterreich stets nur eine sehr kurze Pause, DaS Parlament geht und die Parlamente kommen - das ist die verfassnngsrccht' lichc Abwcchölnug, die in unserem parlamentarischen bellen platzgrcift. Und mit M"hr Nccht als früher wird man diese Bezeichnung diesmal auf die Landtage aliwenden können. Denn znm ersten male nach der Verfassungs> Revision treten sie zusammen, um ihre erweiteren legislativen Prärogative zn üben, und inan weiß aus dcu Verhandlungen des Reichsrathcs über die Verfassungs-Ncvisiou, welche große Ausdehnung der Rcchtskrcis der Landtage erfahren hat! Diese haben jetzt Ausgaben zu lösen, welche in jedem Parlamente der Welt mit der größten Aufmerksamkeit und mit dem Vollbewußlsciu ibrer politischen Bedeutung behandelt würden, welche zu verhandeln jedes Parlament seiner würdig crrachtcn möchte. Die De»cntralisation hat durch diese Verfas-sungs-Revision eine ganz außcrordeulliche Ausdehnung erfahren und die praktische Thätigkeit der Landtage wird zeige», welche Peripherie der Dccentralismus bereits innerhalb des Rahmens unser» r Verfassung beschreibt. Auch der ärgste Feind unserer Verfassung wird jetzt nicht mehr über die Bedeutnngslosigkeit der Land» tage spotten können; sie sind wahrlich nicht mehr Versammlungen für Spital- und Dicnstbotenwcscn. Man darf nur darauf hinweisen, daß sie die ganze Gemeinde-Gesetzgebung zu ihrem Rcchtskreisc zählen. daß sie die Schulreform, von welcher kaum die knappsten Umrisse durch die Rcichsgcsctzgcbung festgestellt wurden, durchzu-führcu haben, daß die Frage der Theilbarkcit uou Gruud nnd Boden ihre Thätigkeit in Ansprnch nehmen wird, daß cudlich alle Gegenstände, welche nicht taratiu dem Rcichsrathc zugewiesen sind, zu ihrem legislatorischen Äeruse gehören, nnd man wird begreifen, daß eine Anzahl von Parlamenten in Oesterreich tagt, welche an innerer Bedeutung den Kammern der kleineren deutschen Staaten, wie Baden, Hrssen, Württemberg, ja selbst Oaicr» nicht nachsteht. Wer erinnert sich nicht der harten Kämpfe, welche das Rcichs-Gcmcindcgcsctz im Reichs" rathe hervorgerufen? Diese Angelegenheit, welche die Rcichs-Lcgislativc würdig befunden und werth zu befinden al-lc Ursache hatte, daß ihr eine stattliche Reihe von Sitzungen gewidmet winde, habcu unu die Randlage zur ferneren Bchaudluug übernommen. Die Gcmciudc-Gcsetzgcbuug wird in allen Parlamenten als eine höchst wichtige, weittragende Angelegenheit betrachtet, und der preußische Landtag wird es in einer nahen Zukunft als eine seiner bedeutendsten Aufgaben ansehen, durch Revision der Städtc-Ordiluug die Freiheit des Volkslebens in dem untersten Organismus, der Gemeinde, auf brei- tere und sicherere Grundlagen zu stellen. Und an dem, was für das Parlamcut eiucr großen Monarchie von Gelang sein kann, werden doch anch die österreichischen Landtage in ihren bedeutendsten Ausläufcru, nämlich jenen von Böhmen uud Galizicn, nicht glcichgiltig vorübergehen dürfeu, ohne ihrem Ansehen zu vergcbcu! Die Schulreform ist so cmiueut wichtig, daß bezüglich derselben wahrscheinlich die hcfugstcn Gegensätze cnt> brennen und die politischen Gegnerschaften laut aufeinanderprallen werden. Davon, wie diese Reform durchgeführt wird, hängt bnchscüblich die zukünftige Bildung und Tüchtigkeit del österreichischen Völker ab; die Landtage halten da den Promclhcns-Funkeu in ihrer Hand, der erleuchten oder zerstören kann, je nachdem man sein Licht ausgießt über Volk und Land. Uud die Frcitheilbarkeit von Gruud uuo Boden ist eine so intensive wirlhschaftliche Rcform-frugc, daß von der Vösnug dcrselben die bedeutendsten mirthschafllichen Eapaeitäteu die tüchtige Bearbeitung und Cultur des Bodens, den materiellen Aufschwung des Bandes abhängig machen. Uud alles, was nicht in die Lileratur-Rubrike» des Staatsgruudgcsctzcs über die Reichsvertretung eingepfercht ist, werden die Landtage kraft ihrer legislativen Macht behandeln! Uud Landtage mit solcher Machtfülle, wie sie zu behaupten die Födcratiu-Dciiioll'atie Süddculschlnnds für ihre Kammcru mit Feuer uud Thatkraft bestrebt ist, sollten dem autouomcn Leben der österreichischen Bänder nicht genug der Fülle zur Thaligkeits - Aeußerung, zur Entwicklung der den Laudeewerhältuissen entsprechenden Institntioucn und Culturbcdingungcu gewähren? Die Leuchte der wirtlichen Thätigkeit der Landtage wird eiueu sulcheu, von Heuchelei, Hinterlist und bloßem Mucht-schwindcl genährten Wahn im Gehirne der blödesten Thorheit, der cinfältigslcu Harmlosigkeit schließlich zerstören uud dem Gedanken der Wahrheil Raum schasscu, daß der germanische Föderativ - Gedanke iu den Laud^ tagen eine geräumige und wohnliche Hcimatstättc gefun' den. Der Zentralismus, den die Vcrfassuugsparlei für Oesterreich anstrebt, ist sehr weit entfernt von dem, waS Centralismus wirklich ist, und zwar so weil, daß mau vielmehr von einer wahren Füdcrativ-Einrichtuug reden muß, wcuu man den österreichischen Vcrfassungs-Orga-nismus richtig bezeichnen will. Was an Autonomie möglich ist, das ist bereits iu unserer Verfassung ausgeprägt. Ganz Enropa wird dies anerkennen, wenn es nnsere Landtagsviclhcit in ihrer legislatorischen Thätigkeit wird sehen und bcabachtcu köuncn. Wir begrüßen, sagt ein Wiener Blatt, die Landtage als eine verfassungsmäßige Iustitution, welche zugleich einem gewissen Bcdürfnißzugc entspricht, sie sind die slets offcu gehaltene Pforte, durch welche das letzte widerstrebende Volkselcmcnt iu den Rahmen unserer Verfassung cintrctcu kann. Auf Compromisse ist unsere Verfassung angelegt: wir sind bereit, sie zu respcctire», wcun man die Verfassung rcspcctircu will. Weun mau diese jedoch beharrlich mißachten sollte, dann könnte doch vielleicht die den Landtagen abholde Strömung Oberwasser gewinnen und die Stellung der Landtage im Verfassimgs Organismus unterhöhlen. Die Einbcrusuug der Landtage ist daher ciuc erneuerte Mahnung, eine Edictal-Citation an die Ezechcn, zu erscheinen und ihren Frieden zu inachen, den wir innerhalb der Verfassung ehrlich wollen. Wenn sie kommen, wissen sie, was sie erwarten; wissen sie dies auch, wenn sie nicht kommen? Die Vorgänge in Trirjl. Wir haben über die Ruhestörungen in Tricsl bisher nach den von Tricstcr Blättern gemachten Angaben berichtet. Authcutischcn, uus jetzt .zu Gebote gestellten Mitthciluugcu entnehmen wir zur Ergänzung noch Fol< gcndes: Am 12. d. M. wurde iu ocr zum Tricstcr Poll' zcirayon gehörenden slavischen Gemeinde Rojano dic Frohulcichuamsprocessiou uutcr Assistenz einer Compaaiüe des k. t. Territorialmilizbataillons abgehalten. In dc» Nachmittagsstundeu wohnten daselbst der Eröffnung del ucu gegründeten „Eitavnica" die Mitglieder des gleich' namigcu Tricster slavischen Vereins uud auch nichrett Bewohner der Gemeinde S. Giovanni als geladene Gäste bei. Als die Letztereu nach Mitternacht auf dem Heim-wcge unter Vortragen einer Fahne in slavischen Farbc» das Kaffeehaus Ehiuzza iu der Eontrada Stadion paj-sirten nnd in das Aquadotto einbogen, wurden uo» ihneu mehrmals die Rufe „vivl, i'llüjxriUl»«' ll'^ »>>>!»' vivl, I'äu<»,'i«<< ausgebracht. Diesen loyalen Nnfe» setzten einige Italiauissimi. die aus deu beuachbarleü ,^affeehä»scrn uud Gasthanogärtm kamcu, Schmährnfi entgegen. Eine Schlägerei erfolgte, bei der die Italia-nissimi den Kürzeren zogen uud Reißaus nahmen. Ei»c hinzugckommcuc, aber mir aus zwei Mauu der Territorialmiliz bestehende Patrouille mußte ,'ich, als der Mcugc nicht gewachsen, zurückziehen. Am IZ sammelte sich gcgcn 10 Uhr Abends in der Gegend des Kaffeehauses »^m!«, i volli' Ehiozza a"S zog thuen nach. Siebe» der jungen Neuner wurden uou eiuer acht Mann starken Abtheilung der Militär' Polizeiwache arretirt uud in die Criminalarrcste abgelic-fcrt. Aus der Mittc der mindestens 1000 Köpfe star ken, vom Kaffeehause Ehiozza hcrabdriugcuden Aicnac erschallte wüstes Geschrei und fielen einzelne Schüsfc. Nun ließen die vorbenannteu uniformirtcu Beamten von 36 Mauu Polizeiwache und dem Feldwebel Loy eine Doppclkcttc über die Breite der Via Torrente for-miren, das Äajonuct fällen und die Mcuschcumassc wiederholt zum Auscinandcrgchcn auffordcn. Aus den Fenstern eines Wirthshauses wurden Flaschen, Gläser und Stühle gcgcn die vorrückenden Sicherheit^ sie in ein kleines Cabinet. Wir wollen uns dieselben näher ansehen. Dic ältliche, sehr sorgfältig gekleidete, obwohl nicht geputzte Damc bot das Bild eiuer würdigen Matrone dar, ihr faltenreiches Besicht zeigte noch immer Spuren ehemaliger Schönheit, ihre lebhaften Augen mit dem Ausdrucke des höchsten Wohlwolleus verriethen einen gewissen Grad von Scharfsinn. Die junge Dame im Lillakleidc, mit den zart angehauchte» Wangen, dem schwarzen, natürlich gelockten Haar, den schwärmerischen Augen, der edel geformten Nase, der säüanleu und doch vollen Taille, dem vollen, runden Anne und der kleinen Hand ist Adele, die Nichte der alte» Dame, und der junge Manu Leopold, deren Bruder. So anspruchslos und doch geschmackvoll der Anzug der beiden Damcu, so gcwi»»e»d ihr Be»ehme», ebenso geziert erscheinen die Mauierc» Leopolds, ebenso gesucht seine Toilette. Enganschließende Pantalous lassen seine Beine der Beurtheilung frei, sein von Natur aus gelocktes Haar ist von der Hand des Friseurs in lauter Niuqc verwandelt, auf seiucr Nase baumelt ein Zwicker, um ihm deu echteu blasirte» Anstrich zu geben, fällt aber jeden Augenblick herab. Die rechte Hcmd bearbeitet mit ciuer kleinen Gerte den sporn-arligeu Auswuchs an seinen Stichelten. So prösentirt sich Leopold als ein lion coimus ii taut, dem nicht einmal das cocette Bärtche» fehlt, welches zu seinem nicht gcringeu Aerger sich viel zu laugsam entwickelt, obwohl er durch entsprechende Esseuze» deu Boden desselben fleißig pflegt. Die geladeuen Gäste beginnen nun eiuer uach dem audern zu erscheinen, uud werdcu vou der liebenswürdigen Hausfrau uud ihrcu, durch rcizeude Toilette besonders hervorstechenden Töchtern empfangen. Bald entspinnt sich eine lebhafte Conversation, welche durch zum Tanze aust'orderude Klänge einer Polka frcm^aise unterbrochen wird. sogleich löseu sich die jnugern Mitglieder der Gesellschaft iu einzelne Paare auf und felbff die Hausfrau läßt es sich nicht nehmen, mit eiuem pcusionirleu^Hcmptmaun Tcrpsichoren zu huldigen, worüber ihr Gemahl weidlich lacht. Glücklicher Manu, der ei! mit Gleichmütigkeit ansieht, weun seine Frau mit eiuem pensiouirteu Hanptmanu tanzt'. Unser Mauu sah sich deu Tauz bis zum Ende au, dann entfernte er sich mit drei ältlichen Herreu in ein Nebenzimmer. Hier spielte das vierblättrige Kleeblatt Whist uud wurde bis zum Soup« nicht mehr gesehen. Im Tanzsaal ging es inzwischen sehr lebhaft zu; Tcmzpiccc» wechselten mit Ovcrnaric», welche die Haustöchter abwechselnd zum Bcsteu gaben und wofür ihueu zu uneudlichcr Genugthuung der überglücklichen Mutter, deren Antlitz in Vertlaruttg strahlte, stürmischer Applaus zu Theil wurde. Während alles gespannten Ohrs diesen Produclioucu folgte, spielte sich iu einem Nebeuzimmcr folgende Scene ab. Der junge Leopold, der gleich deu meisten seines Schlages uud Alters wenig Geschmack für schöue Küuste zeigte, hatte sich unbemerkt iu ein Cabinet zurückgezogen. Hier traf er eiucu jungen Mauu nachlässig über ciu Sofa hiu gestreckt, der seiucs Wissens sich nicht unter dcu Eingeladenen befand und ihm auch gänzlich uubekamtt war. Erstaunt blieb Leopold stehen uud sah erwartungsvoll deu Fremden au. Dieser schieu deu Eiugetreteueu kaum zu bcachleu, uud machte keine Anstalt, seine bequeme Lage irgendwie zu verändern. Diese Mißachtung verletzte Leopold uud etwas indiguirt rief er aus: „Mein Herr, mit wem habe ich eigentlich die Ehre?" Der Fremde neigte sich auf die Seite, nicht anders, als wäre ihm die bisherige Lage unbequem geworden; dau» rief er gähueud, ohue auf die Frage zu antworten: „Siehe da, ich irrte mich nicht! Sie sind der Herr, der mit zwei Damen auaMhrcu kam." „Gauz richtig, meiu Herr, — doch —" „Uud der gestern iu Noseudiichel eiue Brieftasche vel' lor. Nicht wahr, ich irre mich nicht, Sie sind derselbe?" Sprachlos stand Leopold da, endlich ermannte er sich und sprach m ziemlich unsicherem Tone: „Sie wissen das? Wie ist doch ihr werther Name?" „Der Name ist unweseMlich, Sie werden ihn gele< geutlich erfahre». Apropos, sie habeu eiue Schwester" Ist sie schöu?" „Meiu Herr, Sie stellcu sehr sonderbare Frage»!" „Wie? souderbar? Sie wisse» doch die beste» Au^ kli»fte über die eige»c Schwester! Wemi Sie »icht Bcschc^ gebe», so werde ich selbst mir Gewißheit über diescu Pl»^ verschaffe». Stelle» Sie mich Ihrer Schwester vor!" Mit dieser Auffordermla. erhob sich der sonderb^ Fremde »»d st»dirte die Wirttmg sciuer Sturnlpetitio» «,'.'' Leopold. Dieser sia»d verblüfft da »ud es bcga»»e» lci^ Zweifel über die Z»rech»u»asfähia,teit des räthselhafte» Fre»^ dc» i» ihm aufzutcmcheu. „Sie habe» doch meiuc Bitte gehört uud verstände""' rief uugeduldig diefer, „stelle» Sie mich ihrer Schweb vor!" (Fortsetzung folgt)